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Full text of "Die Weisheit des Jesus Sirach; mit Unterstützung der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften in Göttinger"

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DIE 


WEISHEIT  DES  JESUS  SIRACH 


ERKLART 


VON 


RUDOLF  SMEND 

PROFESSOR  IN  GÖTTINGEN 


MIT  UNTERSTÜTZUNG  DER  KÖNIGLICHEN  GESELLSCHAFT  DER 
WISSENSCHAFTEN  IN  GÖTTINGEN 


BERLIN 

VERLAG  VON  GEORG  REIMER 
1906 


JULIUS  WELLHäUSEN 


GEWIDMET. 


VORREDE. 


Neben  der  Auslegung  und  der  geschichtlichen  Würdigung 
des  Sirach  nimmt  die  Kritik  des  hebräischen  Textes  und  der 
Uebersetzungen  in  dem  vorliegenden  Kommentar  einen  unver- 
hältnismässigen Raum  ein.  Schon  bei  Johannes  Drusius  (van 
der  Driesche),  der  im  Rückgang  auf  den  Urtext  die  wissen- 
schaftliche Erforschung  des  Sirach  begründet  hat,  ist  es  nicht 
anders,  und  weshalb  es  unvermeidlich  ist,  ergibt  sich  unten  aus 
den  Prolegomena.  Vorläufig  möchte  ich  es  aber  schon  hier  recht- 
fertigen, in  kurzer  Darlegung  des  Ganges,  den  meine  Sirach- 
studien genommen   haben. 

Vor  langen  Jahren  halte  ich  den  syrischen  Text  mit  dem 
griechischen  verglichen.  Denn  obwohl  die  Originalität  der  syrischen 
Uebersetzung  längst  feststand,  hatte  sich  in  Deutschland  Niemand 
systematisch  um  die  Hunderte  von  Stellen  bemüht,  an  denen 
Lesefehler,  Miss  Verständnisse  und  Willkürlichkeiten  des  grie- 
chischen Uebersetzers  auf  Grund  des  Syrers  nachgewiesen  werden 
konnten.  Dagegen  hatte  in  England  A.  Edersheim  (Apocrypha, 
edited  by  Henry  Wace,  Vol.  II,  London  1888)  diese  Aufgabe  in  An- 
griff genommen.  Er  hatte  zugleich  die  Verderbtheit  des  griechischen 
Vulgärtextes  betont  und  zu  seiner  Verbesserung  von  neuem  den 
Complutensischen  Text  herangezogen,  dessen  Vorzüge  schon 
Joachim  Camerarius  und  Johannes  Drusius,  und  später  Grabe 
und  Bretschneider  erkannt  hatten,  der  dann  aber  von  O.F.Fritzsche 
fast  völlig  verworfen  war.  Edersheim  hatte  auch  die  After- 
übersetzungen, so  namentlich  die  sahidisch-koptische,  benutzt  und 
die  schon  von  Cornelius  a  Lapide  bemerkte  Verw^andtschaft  des 
Lateiners  mit  dem  Syrer  ins  Auge  gefasst  und  in  neuer  Weise 
zu  erklären  versucht.    Ich  konnte  seine  Beobachtungen  ergänzen 


yj  Vorrede. 

und  korrigieren  und  dabei  wertvolles  kritisches  Material  be- 
nutzen, das  die  Göttinger  Bibliothek  aus  Lagardes  Nachlass  be- 
sitzt. So  hatte  ich  einen  glossatorischen  Kommentar  zum  ganzen 
Buche  einigermassen  fertig  gestellt,  als  die  Entdeckung  des 
hebräischen  Textes,  durch  die  S.  Schechter  sich  einen  bleibenden 
Namen  gemacht  hat,  mir  Einhalt  gebot.  Sehr  viele  meiner  Ver- 
mutungen fand  ich  freilich  bestätigt,  aber  zugleich  war  die  Auf- 
gabe jetzt  in  völlig  neuer  Weise  gestellt  und  damit  der  Arbeit 
eine  unerwartete  Ausdehnung  gegeben. 

Die  Wiederherstellung  von  etwa  200  Zeilen,  die  in  den 
hebräischen  Handschriften  mehr  oder  weniger  zerstört  sind,  er- 
wies sich  als  ebenso  zeitraubend  und  schwierig  wie  unerlässlich. 
Sodann  zeigte  sichs,  dass  der  hebräische  Text  im  höchsten  Grade 
verderbt  war,  und  dass  die  Uebersetzungen  nur  auf  Grund  um- 
ständlicher Untersuchung  zu  seiner  Verbesserimg  herangezogen 
werden  konnten.  Denn  die  Probleme,  die  der  griechische, 
lateinische  und  syrische  Text  ihrerseits  stellten,  waren  viel  kom- 
plizierter, als  man  früher  geglaubt  hatte.  Der  hebräische  Text 
beweist,  dass  der  Grieche  und  der  Syrer  ihre  hebräischen  Vor- 
lagen an  manchen  Stellen  sehr  willkürlich  wiedergegeben  haben, 
aber  noch  in  anderer  Hinsicht  ist  ihr  Wert  gesunken.  Bickell 
hatte  angenommen,  dass  der  Syrer  freilich  nach  hebräischer  Vor- 
lage, gelegentlich  jedoch  auch  in  Anlehnung  an  den  Griechen, 
gearbeitet  habe.  In  unerwünschtem  Grade  hatte  er  Recht  gehabt. 
Der  Syrer  ist  oft  sogar  einem  stark  entarteten  griechischen  Text 
gefolgt.  Ich  selbst  hatte  in  den  Zusätzen,  mit  denen  der  griechische 
Vulgärtext  in  der  Complutensis  und  in  manchen  griechischen 
Handschriften  vermehrt  ist,  Reste  einer  zweiten  griechischen 
Uebersetzung  vermutet,  die  auf  einen  erweiterten  hebräischen 
Text  zurückginge.  Meine  Vermutung  wurde  dadurch  bestätigt, 
dass  in  den  hebräischen  Handschriften  an  mehreren  Stellen  der 
erweiterte  hebräische  Text  zu  Tage  trat.  Die  zweite  griechische 
Uebersetzung  ist  indessen  nicht  nur  in  manchen  unserer  grie- 
chischen Handschriften  mit  der  ersten  vermischt,  noch  stärker 
hat  sie  die  griechischen  Vorlagen  des  Lateiners  und  des  Syrers 
beeinflusst. 

Die  Verbesserung    des   hebräischen   Textes    ist  jetzt   das 
hauptsächlichste  Ziel   der  Arbeit.    In  erheblichem  Masse  ist  er 


Vorrede.  VII 

vselbst  dazu  das  Mittel,  und  eine  hebräische  Konkordanz  wird 
auf  die  Dauer  auch  aus  diesem  Grunde  unentbehrlich  sein.  Gleich- 
wohl erschien  es  mir  vor  der  Hand  noch  notwendiger  zu  sein, 
den  Sprachgebrauch  und  die  Uebersetzungsweise  des  Enkels  in 
einem  vollständigen  griechisch -syrisch -hebräischen  Index  fest- 
zustellen, der  in  einigen  Monaten  im  Druck  erscheinen  soll. 
Denn  für  die  Emendation  des  Hebräers  kommen  in  erster  Linie 
doch  die  Uebersetzungen,  und  namentlich  die  erste  griechische, 
in  Betracht.  Die  Abweichungen  der  Uebersetzungen  vom  Hebräer 
und  von  einander  sind  aber  so  gross,  dass  allein  auf  Grund 
einer  vergleichenden  Statistik  der  Wert  ihres  Zeugnisses  in  jedem 
einzelnen  Fall  festgestellt  werden  kann.  Durch  Erschliessung 
der  Vorlage  des  Enkels  muss  übrigens  auch  positiv  der  Wert 
des  gegenwärtigen  hel)räischen  Textes  gesichert  werden.  Sodann 
kann  nur  mit  Hülfe  einer  solchen  Statistik  für  das  übrige  Drittel 
des  Buches,  das  wir  nur  in  den  Uebersetzungen  besitzen,  der 
Urtext  erschlossen  werden,  soweit  das  überhaupt  möglich  ist. 

Der  vorliegende  Kommentar  besteht  deshalb  zumeist  aus 
dem  Nachweis  und  der  Beurteilung  von  Parallelen,  die  der 
hebräische  Text  und  die  Uebersetzungen  für  die  einzelnen  Stellen 
bieten.  Zu  dem  Zwecke  musste  ich  die  Uebersetzungen  grössten- 
teils in  ihrem  Wortlaut  anführen.  Dabei  habe  ich  dem  Syrischen, 
das  zur  Verringerung  der  Kosten  mit  hebräischen  Lettern  ge- 
druckt ist,  für  des  Syrischen  imkundige  Leser,  soweit  das  nötig 
schien,  deutsche  Uebersetzung  beigegeben.  Den  Lateiner  habe 
ich  überall  da  aufgenommen,  wo  er  irgendwie  für  den  Griechen 
oder  für  den  Urtext  in  Betracht  kommen  kann,  aber  auch  da, 
wo  ich  die  lateinische  Uebersetzung  aus  griechischen  Varianten 
erklären  konnte.  Dagegen  habe  ich  die  der  zweiten  griechischen 
Uebersetzung  angehörigen  Verse  in  den  Prolegomena  abgedruckt 
und  in  ihrer  Gesamtheit  besprochen,  sie  im  Einzelnen  aber  nur 
ausnahmsweise  im  Kommentar  erörtert.  Zu  weiterer  Entlastung 
des  Kommentars  habe  ich  der  gleichzeitig  erscheinenden  Ausgabe 
des  hebräischen  Textes,  die  ich  überall  voraussetze,  eine  deutsche 
Uebersetzung  des  ganzen  Buches  beigefügt. 

Was  ich  über  die  Uebersetzungen  als  solche  zu  sagen  wusste, 
habe  ich  in  den  Prolegomena  ausgeführt.  Im  übrigen  interessierten 
sie  mich  nur   als  Zeugen   für   den  Urtext,   so  namentlich   der 


VIII  Vorrede. 

sprachliche  Ausdruck  des  Griechen,  über  den  ich  hiervon  ab- 
gesehen auch  kein  Urteil  habe.  Dass  ich  auch  sonst  in  keiner 
Beziehung  abschliessende  Resultate  bieten  kann,  bin  ich  mir 
bewusst.  Es  musste  mir  genügen,  die  Schwierigkeit  der  Re- 
konstruktion des  Urtextes  darzutun  und  daneben  einigermassen 
die  Mittel  aufzuzeigen,  die  hierfür  zu  Gebote  stehen. 

Den  Gedankengang  Sirachs  und  den  strophischen  Bau  seiner 
Reden  habe  ich  überall  in  der  Einleitung  der  einzelnen  Abschnitte 
dargelegt.  Zur  Orientierung  des  Lesers  zitiere  ich  deshalb  in 
der  Ueberschrift  der  links  stehenden  Kolumnen  überall  den 
Abschnitt,  dem  die  auf  beiden  Kolumnen  besprochenen  Verse 
angehören.  Ich  bemerke  übrigens  auch  hier,  dass  ich  sämtliche 
Texte  nach  den  Kapitel-  und  Verszahleu  der  Septuaginta- Ausgaben 
von  Tischendorf  und  Swete  zitiere.  Wo  ich  davon  abgehe,  habe 
ich  es  ausdrücklich  erklärt. 

Die  Veröifentlichung  dieser  Arbeit  ist  mir  durch  die  Unter- 
stützung der  Königlichen  Gesellschaft  der  Wissenschaften  in 
Göttingen  und  darüber  hinaus  durch  die  Opferwilligkeit  des 
Herrn  Verlegers  ermöglicht;  für  beides  habe  ich  auch  hier  ge- 
ziemend Dank  zu  sagen.  Bei  der  Arbeit  selbst  habe  ich  mich 
mancher  Hülfe  erfreuen  dürfen.  Was  ich  N.  Bonwetsch  und 
F.  Justi,  was  ich  insbesondere  R.  Pietschmann  und  G.  Steindorff, 
bezüglich  der  slavischen,  armenischen  und  koptischen  Ueber- 
setzungen  verdanke,  habe  ich  an  seinem  Orte  gesagt.  Ausserdem 
bin  ich  meinen  Kollegen  A.  Rahlfs,  K.  Sethe,  E.  Schwartz, 
J.  Wackernagel  und  J,  Wellhausen  für  manche  Aufklärung  ver- 
pflichtet. 

Göttingen,  im  Juni  1906.  R.   Smend. 


Inhalts- Verzeichnis. 


Vorrede. 

Erklärung  der  Abkürzungen. 

Prolegomena. 

Kapitel  I.    Jesus  Sirach  und  sein  Buch. 

§  1.    Jesus  Sirach  und  seine  Zeit. 

§  2.    Name^  Inhalt  und  Anlage  des  Buches. 

§  3.    Dichterische  und  sprachliche  Form. 
Kapitel  II.    Der  hebräische  Text. 

§  4.    Die  talmudischen  und  rabbinischen  Citate. 

§  5.    Die  hebräischen  Handschriften. 
Kapitel  III.    Die  griechische  Uebersetzung  des  Enkels. 

§  6.    Seine  Uebersetzungsweise. 

§  7.    Der  griechische  Vulgärtext. 
Kapitel  IV.    Ueber  eine  zweite  griechische  Uebersetzung. 

§  8.    Ihre  Reste. 

§  9.    Die  Eigenart  der  Zusätze. 
Kapitel  V.    Die  Afterübersetzungen  des  Griechen. 

§  10.    Die  Vetus  Latina. 

§  11.    Koptische,  äthiopische^  armenische  und  altslavische 
Uebersetzungen. 
Kapitel  VI.    Die  syrische  und  die  arabische  Uebersetzung. 

§  12.    Der  Syrer. 

§  13.    Die  arabische  Uebersetzung. 
Kapitel  VII. 

§  14.    Die  Rekonstruktion  des  Urtextes. 

Kommentar. 

Berichtigungen  und  Zusätze. 
Stellenregister. 


Erklärung  der  Abkürzungen. 


nach  H.  B.  Swete  und 
E.  Nestle. 


Zum  griechischen  Text: 

Gr.   =  griechische  Uebersetzung  des  Enkels. 

Gr.  11=  zweite  griechische  Uebersetzung. 

A  =  Cod.  Alexandrinus 

B  =  Cod.  Vaticanus 

C  =  Cod.  S.  Ephraemi  rescriptus 

S  =  Cod.  Sinaiticus 

23  =  Cod.  Venet.  Gr.  I,  nach  Lagardes  Collation. 

55  (unbekannt),  nach  Holmes-Parsons. 

68  =  Cod.  Venet.  Gr.  V,  nach  Holmes-Parsons. 

70  =:  Cod.   Monac.    Gr.  551    (olim  Augustanus),    nach    eigener 

Collation. 
106  =  Cod.  Ferrarensis.  187,  nach  Lagardes  Collation. 
155  r=  Cod.  Hagensis  Meerman.    II,  (nach  Hatch   jetzt   in  der 

Bodleiana  in  Oxford),  nach  Holmes-Parsons. 
157  =  Cod.  Basiliensis  B  VI  23,  nach  Holmes-Parsons. 
234  =  Cod.  Mosquensis  d,  nach  Holmes-Parsons. 
248  =  Cod.  Vaticanus  346,  nach  Holmes-Parsons. 

253  =  Cod.  Vaticanus  336,  nach  E.  Klostermanns  Collation. 

254  =  Cod.  Vaticanus  337,  nach  Holmes-Parsons. 

296  =  Cod.  Vaticanus Palatino-Heidelbergensis  337,  nach  Holmes- 
Parsons. 

307  (oder    vielmehr    307*)    =    Cod.    Monac.    Gr.    129,    nach 

Holmes-Parsons. 

308  (oder  vielmehr  308'^)  (unbekannt),  nach  Holmes-Parsons. 
Fragm.  Hieros.  =  J.  Rendel   Harris,    Biblical  Fragments   from 

mount  Sinai  (London  1890)  p.  11  ff. 
k  =:  Codex  6    der   grossen    Königlichen  Bibliothek    zu  Kopen- 
hagen, nach  eigener  Collation. 


Erklärung  der  Abkürzungen.  XI 

yi  oder  v  =  Cod.  Vindobonensis  Theol.  Gr.  11,  nach  Lagardes 

CoUation. 
v^i  =  Cod.  Vindobonensis  Theol.  Gr.    147,  nach    den   Angaben 

von  Hatch. 
Anton.  =  Loci    communes    des  Antonius  IMelissa,    nach   Migne, 

Patrol.  Gr.  Tom.  136. 
Gesner  =  Conradus  Gesner,  Loci  communes,  Francofurti  a.M.  1581. 
Max.    =   Loci  communes    des  Maximus  Coufessor,   nach  Migne, 

Patrol.  Gr.  Tom.  91. 

Afterübersetzungen  des  Griechen: 

Achmim.  =  Achmimische  Uebersetzung,  nach  R.  Pietschmann. 
Aeth.  =  Aethiopische  Uebersetzung;    vgl.  Dillmann,   Vet.  Test. 

Aethiopici  Tom.  V,  Berolini  1894. 
Armen.   =  Armenischer  Sirach    (Venedig  1833),   nach    F.  Justi 

und  H.  Herkenne. 
Boh.  =  Boheirische  Uebersetzung,  nach  R.  Pietschmann. 
Pal.  =  Christlich-Palästinische  Fragmente  (vgl.  §  7). 
Sah.  =:  Sahidische  Uebersetzung,  nach  R.  Pietschmann,  G.  Stein- 

dorUf  und  N.  Peters. 
Slav.  =  Slavonische  Uebersetzung  (Ausgabe  der  Bibelgesellschaft 

s.  1.  e.  a.),  nach  N.  Bonwetsch. 
Syroh.  =  Codex  Syrohexaplaris    ed.  Ceriani    (Monumenta  sacra 

et  profana  VII,  Mediol.  1874). 

(Zum  lateinischen  Text:) 

Lat.  =  Vetus  Latina,  nach  Sabatier. 

Am.  =  Cod.  Amiatinus,  nach  Lagarde,  Mitteilungen  I,  283  ff, 

Corb.  1.  2  =  Codd.  Corbeienses  1.  2,  nach  Sabatier. 

Sang.  14  =  Cod.  Sangermanensis  14,  nach  Sabatier. 

Sang.  15    oder    Sang.  =  Cod.   Sang.    15    =    Parisinus    11553, 

nach  Lagardes  Collation. 
Theoder.  =  Cod.  S.  Theoderici  ad  Remos,  nach  Sabatier. 
Toi.  =  Cod.  Toletanus,  nach  Palomares,  bezw.  nach  Bianchini, 

Vindiciae  can.  Script.  (Romae  1740). 
Tolos.  =^  Toulouser    Fragment,    herausgegeben  von    C.    Douais 

(Une  ancienne  Version  etc.,  Paris  1895). 
Turic.  =  Cod.  Carolinus  Turicensis,  nach  0.  Fr.  Fritzsche, 


XII  Erklärung  der  Abkürzungen. 

August,  sper..  =  Augustinus'  Speculum  (ed.  Weyrich). 

Brev.  =  Breviariuni  Mozarabicum  (Migne,  Patr.  Lat.  Tom.  86). 

DS  =  De  divinis  srripturis  (ed.  Weyrich). 

Lib.  com.  =  Liber  comicns  (Anecdota  Maredsolana  I,  1893). 

Miss.  =  Missale  INlozarabicum  (Migne,  Patr.  Lat.  Tora.  85). 

Berger  =  8.  Berger,  Histoire  de  la  Vulgate  (Paris  1893). 
Herkenue  =  H.  Herkenne,  De  Veteris  Latinae  Ecciesiastici  capp. 

I— XLIII  (Leipzig  1899). 
Thielmann  =  Ph.  Thielmann  in  Wölfflins  Archiv  für  lateinische 

Lexicographie  und  Grammatik  VIII,  501  ff.  IX,  247  ff. 

Zum  syrischen  Text: 

Syr.  =  Syrischer  Sirach,   nach  Lagarde,    Libri  V.  T.  apocryphi 

Syriace  (Leipzig  und  London  1861). 
Ambr.  =  Codex  Ambrosianus  ed.  Ceriani   (Müani  1876). 
b  =  Codex  Mus.  Brit.  12142,  nach  Lagarde. 
Berol.  =  Codex  Berolinensis  Sachau  70,  nach  eigener  Collation. 
h  =  Codex  Sebastiani  Hardy,  nach  der  Londoner  Polyglotte. 
Mas.  I  =  Codex  Mus.  Brit.  Add.  12138      |     nach  eigener  Col- 
Mas.  II  =  Codex  Mus.  Brit.  Add.  12178      /  lation. 

Maus.    =    Biblia    sacra   juxta    versionem    simplicem,    Mausilii 

1887.  1892. 
p  =  Codex  Pocockianus       ] 

u  =  Codex  Ussherianus       j     ^^^^  ^^^^  Londoner  Polyglotte, 
w  =  Londoner  Polyglotte. 
Arab.  =  Ai'abische  Uebersetzung,  nach  der  Londoner  Polyglotte. 

Zur  Textkritik  und  Exegese: 

W.  Bacher,  Jewish  Quarterly  Review  IX,  543— 562.  XII,  272— 284. 
Revue  des  Etudes  Juives  XXXVII,  308—317.  XL,  253—255. 

A.  Bevan,  The  Wisdom  of  ben  Sira  in  The  Journal  of  Theolo- 
gical  Studies  I,  135  ff.  (mir  unzugänglich). 

G.  Bickell,  Zeitschrift  für  katholische  Theologie,  1882,  326  ff. 
(über  Sir.  51,  13 — 30).  —  Derselbe,  die  Strophik  des 
Ecclesiasticus,  Wiener  Zeitschrift  für  die  Kunde  des  Morgen- 
landes, 1892,  87  ff. 

C.  G.  Bretschneider,  Liber  Jesu  Siracidae  Graece,  Ratisbonae  1806. 


Erklärung  der  Abkiirzungeö.  Xllt 

A.  E.  Cowley    and  Ad.  Neubauer,  The    Original  Hebrew    of  a 

portion  of  Ecclesiasticus  (39,  15—49,  11),  Oxford  1897. 
Johannes  Drusius,  SGOIA  2E1PAX,  Franekerae  1597. 
A.  Edersheim,  Ecclesiasticus,   Apocrypha  ed.  H.  Wace,  Vol.  II, 

London  1888. 
0.  Fr.  Fritzsche,  Die    Weisheit    Jesus    Sirach's.     Kurzgefasstes 

Exegetisches  Handbuch  zu  den  Apolayphen  des  A.  T.,  V. 

Lieferung,  Leipzig  1859. 
Hugo  Grotius,  Annotationes  in  V.  T.,  Vol.  III,  Parisiis  1644. 
J.  Knabenbauer,  Conimentarius  in  Ecclesiasticum,  Cursus  Scrip- 

turae  Sacrae,  ed.  Cornely  etc.  II  2,  6,  Parisiis  1902. 
Jsrael  Levi,  L'Ecclesiastique  I  II,  Bibliotheque    de  l'Ecole    des 

Hautes  Etudes,  Sciences  Religieuses  X  1.  2,  Paris  1898.  1901. 

E.  Nestle,  Marginalien  und  Materialien,  Tübingen  1893. 

Th.  Nöldeke,  The  Original  Hebrew  of  a  portion  of  Ecclesiasticus, 
Expositor  XXIX,  347 ft'.,  London  1897.  —  Derselbe,  Be- 
merkungen zum  hebräischen  Ben  Sira,  Zeitschrift  für  die 
Alttestamentliche  Wissenschaft  XX,  81  ff.,  Giessen  1897. 

F.  Perles,  Notes  critiques  sur  le  texte  de  l'Ecclesiastique,  Paris 

1897  (aus  der  Revue  des  Etudes  Juives  XXXV). 

N.  Peters,  Der  Hebräische  Text  des  Buches  Ecclesiasticus,  Frei- 
burg i.  B.   1902. 

V.  Ryssel,  Die  Sprüclie  Jesus',  des  Sohnes  Sirachs,  in  E.  Kautzsch, 
die  Apokryphen  und  Pseudepigraphen  des  Alten  Testaments, 
I.  Band,  S.  230—475,  Tübingen  1900.  —  Derselbe,  Theo- 
logische Studien  und  Kritiken  1900,  363ff.  505 ff.;  1901, 
75ff.  269ff.  547ff.;  1902,  205 ff.  347ff 

S.  Schechter  and  C.  Taylor,  The  Wisdom  of  Ben  Sira,  Cam- 
bridge 1899. 

S.  Schechter,  Jewish  Quarterly  Review  X,  197—206.  XII, 
266—272.  456—465. 

A.  Schlatter,  Das  neugefundene  hebräische  Stück  des  Sirach, 
Beiträge  zur  Förderung  christlicher  Theologie  I  5. 6, 
Gütersloh  1897.  i) 

1)  Ein  Verzeichnis   älterer   exegetischer  Literatur   gibt   Bretschneider 
p.  X  seqq. 


Prolegomenä. 

Kap.  I.    Jesus  Sirach  und  sein  Buch. 

§  1.    Jesus  Siracli  und  seine  Zeit. 

Jesus  Sirach  war  ein  Weisheitslehrer,  der  die  vornehme 
Jerusalemisclie  Jugend  unterrichtete,  aber  wie  die  Weisheits- 
lehrer jener  Zeit  war  er  zugleich  Schriftgelehrter  d.  h.  Ge- 
setzeslelirer.  Als  solchen  (dva-i-ivoxjxwv  =  icid)  bezeichnet  ihn 
der  griechische  Uebersetzer,  sein  Enkel,  in  seiner  Vorrede,  und 
er  selbst  preist  offenbar  seinen  eigenen  Stand,  indem  er  das 
Lob  des  Schriftgelehrten  singt  (38,  24 — 39,  1 1).  Er  versammelte 
seine  HD^tt»^  (=  Zuhörerschaft  51,  29)  in  seinem  u^iiti  n'2  {=  Lehr- 
haus 51,  23),  was  ein  Terminus  der  Schriftgelehrsamkeit  ist, 
und  gelegentlich  redet  er  auch  in  der  jmistischen  Logik  des 
Schriftgelehrten  (23,  11.  23).  Uebrigens  war  er  wie  die  dama- 
ligen Schriftgelehrten  (s.  z.  38,  33)  vermutlich  priesterlicher,  dabei 
aber  auch  wohl  vornelmier  Herkimft.  Wenigstens  war  er  in 
jüngeren  Jahi-en  weit  gereist  (31,  9 — 13.  51, 13),  und  vielleicht 
hatte  er  damals  auch  im  Dienste  eines  griechischen  Königs,  etwa 
Ptolemaeus'  IV.  (220—204),  gestanden  i). 

Die  griechischen  Bibelhandschriften  nennen  ihn  'Irjaou?  Setpa'x 
(vgl.  AxeXoaixa'x  Act.  1,  19)  oder  daraus  abgekürzt  nur  Sstpa'x, 
und  ebenso  die  späteren  Juden  «TD  p.  Die  syrischen  Bibelhand- 
schriften haben  NT'ms  oder  schlecht  Nl"'DK  "O  (Sohn  des  Gefangenen). 
Aber  im  griechischen  Text  heisst  er  50,  27  vollständiger  'Ir^aou; 
ütö?  2sipay^  'EXsaCapou  6  'IspoaoXüjxEixrj?,  und  ebenda  im  hebräischen 


')  Betr.  der  jüdischen  Ueberlieferung  über  Ben  Sira  vgl.  Job.  Chr.  Wolf, 
Bibliotheca  Hebraea  I  265 — 263.  Die  gesamte  neuere  Literatur  findet  man 
bei  E.  Schürer,  Geschichte  des  jüdischen  Volkes  III  *  S.  167 — 166. 


§  1.    Jesus  Sirach  und  seine  Zeit,  XV 

Text  «TD  p  "fiV^ü  ]2  y)U^''  p  pyaii^.  Ebenso  lautet  der  Name  in 
einer  Unterschrift  des  hebräisclien  Textes  am  Schluss  des  Buches, 
woneben  sicli  in  einer  zweiten  «TD  p  Sipiti^  Vlti^^  p  pVöti^  findet. 
Ebenso  lauten  die  syiischen  Unterschriften,  und  ähnlich  die 
echte  syrische  Ueberschrift  in  den  Polyglotten,  nur  dass  der 
Syrer  in  Rücksicht  auf  den  Griechen  pvoti'  mit  j?lt^">  vertauscht. 
Nach  dem  Zeugnis  des  Enkels  im  Prolog  hiess  der  Grossvater 
in  Wahrheit  'Ir^aoui?,  und  p  pyoii'  ist  ein  unverständiger  Zusatz 
nach  c.  50,  1.  Dagegen  ist  50,  27  (s.  d.)  im  griechischen  Text 
herzustellen:  'lyjaou?  'EXsaCapou  ulhz  Sstpa/  6  'I.  Somit  war  XTD 
der  Name  des  Grossvaters  des  Jesus  oder  eines  älteren  Vorfahren. 
Der  griechische  Uebersetzer  bezeichnet  in  der  Vorrede  den 
Jesus  als  seinen  7ra--o?,  d.  h.  nach  gewöhnlichem  Sprachgebrauch 
als  seinen  Grossvater.  Da  der  Uebersetzer  im  J.  132  nach 
Aegypten  kam  und  noch  nach  dem  Tode  des  Ptolemaeus  Physkon 
(117  V.  Chr.)  dort  lebte  ^),  muss  sein  Grossvater  zu  Anfang  des 
2.  Jahrhunderts  gelebt  haben.  Manche  haben  freilich  tAt^t^o^ 
hier  im  Sinne  von  Ahn  verstehen  und  damit  den  Verfasser  um 
fast  zweihundert  Jalu'e  hinter  den  Uebersetzer  zurückdatieren 
wollen.  Jesus  Sirach  war  nämlich  Zeitgenosse  eines  Hohen- 
priesters Simon  ben  Onia,  den  er  nach  seinem  Tode  als  den 
Hort  seines  Volkes  und  einen  Vertreter  des  gesetzlichen  Gottes- 
dienstes in  Begeisterung  feiert  (c.  50).  Josephus  führt  aber  in 
der  Reihe  der  Hohenpriester  zwei  Simon  ben  Onia  auf:  Simon  l., 
Sohn  Onia's  L,  der  bei  ihm  (Antt.  XII  43  157)  der  Gerechte 
(6  Sixato?)  heisst  und  etwa  am  Anfang  des  3.  Jahrhunderts  anzu- 
setzen wäre,  und  Simon  IL,  Sohn  Onia's  IL  und  Vater  Onia's  III., 
mit  dessen  Absetzung  durch  Antiochus  Epiphanes  die  sjTische 
Religionsverfolgung  ihren  Anfang  nahm  (173  v.  Chr.).  Nach  der 
gewöhnlichen  Bedeutung  von  TrctiiTro?  müsste  der  Sir.  50  gefeierte 
Simon  ben  Onia  mit  Simon  IL  des  Josephus  identisch  sein,  denn 
für  beide  ergibt  sich  dann  nach  der  Angabe  des  Prologs  einer- 
seits und  der  Erzählung  des  Josephus  anderseits  dieselbe  Zeit. 
Man  meint  aber,  dass  der  Sir.  50  Gefeierte  Simon  der  Gerechte 
sei,  und  diese  Meinung  ist  in  der  Tat  begründet,  in  noch  höherem 
Grade,  als  denen,  die  sie  aufstellten,  bewusst  war.    Es  handelt 


^)  Vgl.  das  unten  zu  §  5  des  Prologs  Bemerkte. 


XVl  -^^P-  I-    J^esus  Sirach  und  sein  Buch. 

sich  nämlich  Sir.  50  um  einen  Hohenpriester,  dessen  Nachfolger 
den  gesetzlichen  Gottesdienst  vernachlässigte.  Weil  nun  Josephus 
Simon  I.  den  Gerechten  nennt,  so  meint  man  weiter,  Sir.  50  sei 
Simon  I.  geschildert,  also  habe  aucli  Sirach  selbst  am  Anfang 
des  3.  Jahrhunders  gelebt. 

ludessen  ist  es  selir  zweifelhaft,  ob  Simon  I.  wirklich  der 
Gerechte  liiess;  Josephus  ist  dafür  ein  schlechter  Gewährsmann. 
Denn  er  weiss  von  Simon  I.  augenscheinlich  nichts,  sondern  sagt 
nur,  dass  er  wegen  seiner  Frömmigkeit  gegen  Gott  und  wegen 
seines  Wohlwollens  gegen  die  Volksgenossen  diesen  Namen  trug. 
Damit  erklärt  er  den  Sinn  von  p^'i^J^,  d.  h.  er  vermutet,  dass 
Simon  I.  mit  Grund  so  hiess.  Sodann  besteht  der  wohlbegmndete 
Verdacht,  dass  die  Hohepriesterreihe  des  Josephus  für  die  Zeit 
von  Jaddua  (Neh.  12,  11)  bis  zum  Anfang  des  2.  Jahrhunderts 
auf  Konstruktion  beruht,  und  es  ist  nicht  unwahrscheinlicli,  dass 
Simon  I.  ben  Onia  I.  nur  ein  Doppelgänger  des  Simon  II.  ben 
Onia  II.  ist.i) 

Auch  der  Talmud  kennt  einen  Hohenpriester  p'^i^in  pj?0li'. 
In  Betracht  kommt  hier  die  bekannte  Mischnastelle  Pirke  Aboth  I, 
wonach  Simon  der  Gerechte  einer  der  Letzten  von  den  Männern 
der  grossen  Synagoge  {=^  Neh.  10)  war  und  die  Lelu-e  an  Anti- 
gonus  von  Socho  (etwa  150  v.  Chr.)  überliefert  hat  und  sein 
Spruch  war:  durch  drei  Dinge  besteht  die  Welt,  durch  das 
Gesetz,  durch  den  Gottesdienst  und  durch  die  Wohltätigkeit. 
Für  die  Zeit  Simons  des  Gerechten  ergibt  sich  hieraus  nichts. 
Als  Vertreter  des  gesetzlichen  Gottesdienstes  erscheint  Simon 
der  Gerechte  übrigens  auch  in  den  beiden  Gemareu,  so  namentlich 
B.  Menachoth  109b  und  J.  Joma  Q,'d  fol.  43 cd,  wo  es  beide 
Mal  heisst,  dass  Onia,  der  Sohn  Simons  des  Gerechten,  den 
Tempel  in  Aegypten  gebaut  habe.  Gebaut  hat  ihn  Onia  III.  ben 
Süuon  II.,  und  L.  Herzfeld  hat  danach  geschlossen,  dass  Simon  II. 
der  Gerechte  hiess."^)  In  der  Tat  verdient  die  Angabe  der  beiden 
Gemaren  ebenso  viel  Glauben  wie  die  des  Josephus,  wenngleich 
auch  sie  nichts  entscheiden  kann.     Nicht  entscheiden  kann  auch 


^)  Vgl.  Hugo  Willrich,  Juden  und  Griechen  (Göttingen  1895)  S.  107  If. 
und  J.  Wellhausen,  Israelitische  und  jüdische  Geschichte  *  S.  246  ff. 

2)  Geschichte  des  Volkes  Jisrael  (Nordhausen  1867)  I  S.  377  f.  Vgl. 
ebenda  S.  196  f. 


§  1.    Jesus  Sirach  und  seine  Zeit.  XVII 

die  Angabe  des  Eiisebius,  dass  Sirach  zur  Zeit  Siinon's  IL,  des 
Vaters  Onia's  III.,  nicht  lange  vor  Autiochus  Epiphanes  geschrieben 
habe.  Denn  das  braucht  nicht  auf  Uel)erlieferuug  zu  beruhen, 
Eusebius  kann  es  aus  Sir.  50, 1  und  dem  -dr^izoc:  des  Prologs 
erschlossen  haben. ^) 

Aber  was  Josephus  über  Simon  I.  sagt,  berechtigt  uns  nicht, 
TrauTto?  anders  als  in  der  gewöhnlichen  Bedeutung  Grossvater  zu 
verstehen,  und  hierbei  zu  bleiben  zwingt  uns,  wie  im  Weiteren 
gezeigt  werden  soll,  der  Inhalt  des  Buches,  der  uns  in  die  Vor- 
geschichte der  syrischen  Religionsverfolgung  versetzt.  Es  führt 
uns  nämlich  die  Vorbedingungen  vor  Augen,  die  das  Einschreiten 
des  Antiochus  Epiphanes  in  den  inneren  Zuständen  der  jüdischen 
Gemeinde  hatte,  und  es  ist  kaum  denkbar,  dass  diese  Zustände 
schon  hundert  Jahre  vorher  dieselben  waren.^) 

Als  ein  reichhaltiges  Kompendium  jüdischer  Bildung  ist 
das  Buch  ein  wichtiges  Denkmal  jener  sonst  wenig  bekannten 
Zeit.  Wegen  seiner  durchgängigen  Rückbeziehung  auf  die  kano- 
nischen Bücher  gibt  es  auch  den  wichtigsten  Massstab  für  das 
Alter  des  Kanons  im  Ganzen  und  das  der  Hagiographeu  im 
Besonderen.  Es  nimmt  aber  auch  in  der  jüdischen  Weisheits- 
literatur eine  eigenartige  Stelle  ein  und  bezeichnet  damit  einen 
Wendepunlit  in  der  inneren  Geschichte  des  Judentums. 

')  Demonstr.  evaug.  YIII  2,  71;  vgl.  Chronicon  ed.  .Schöne  II  123 
Olymp.  137,  1  sowie  Hieronymus  zu  Dan.  9  (opp.  V  686).  —  Zweifelhaft  ist 
auch,  ob  man  Josephus  Antt.  XII  141  zur  Datierung  von  60,  2  benutzen  darf. 
Vgl.  H.  Willrich  a.  a.  0.  S.  39  ff.  —  J.  Halevy  meint,  die  hebräische  Vorlage 
des  griechischen  Uebersetzers  sei  in  solchem  Masse  entstellt  gewesen,  dass 
er  zeitlich  vom  Verfasser  viel  weiter  abstehen  müsse,  als  ein  Enkel  vom 
Grossvater.  Deshalb  sei  der  Simon  Sirachs  Simon  I.  (Revue  Semitique  1899, 
234  ff.).  Er  konstruiert  dabei  die  Vorlage  des  Griechen  in  wörtlicher  Retro- 
version und  misst  das  so  Gefundene  am  Text  der  hebräischen  Fragmente, 
den  er  für  viel  besser  hält.  Sehr  sonderbar  wäre  dann,  dass  ein  so  viel 
besserer  Text  bis  zum  11.  Jahrhundert  erhalten  blieb.  Indessen  lässt  sich  die 
Voi'lage  des  Griechen  auf  dem  von  Halevy  eingeschlagenen  Wege  nicht 
wiederherstellen,  wie  unten  §  6  gezeigt  ist.  In  Wahrheit  war  sie  dem  Text 
der  Fragmente  weit  überlegen,  der  sich  fast  durchweg  als  aus  ihr  entartet 
begreifen  lässt. 

2)  Deshalb  ist  der  Simon  von  Sir.  50  kein  anderer  als  Simon  II.,  und 
dieser  der  Gerechte,  Simon  I.  aber  auch  deshalb  ein  Doppelgänger  Simons  IL, 
weil  Josephus  ihn  den  Gerechten  nennt.  Simon  II.  hiess  so,  weil  er  der 
letzte  Sadokide  war,  der  das  Gesetz  hielt. 

Smend,    Sirach-Eommentar.  II 


^VIII  ^^P-  I-    Jesus  Sirach  und  sein  Buch. 

Die  Weisheit  bedeutete  für  die  Israeliten  und  Juden  niemals 
reine  Erkenntnis,  sie  war  vielmehr  die  Erkenntnis  von  Gut  und 
Böse,  d.  h.  vom  Nützlichen  und  Schädlichen.  In  diesem  Sinne 
war  sie  auch  Spekulation  über  den  teleologischen  Zusammenhang 
der  Welt,  aber  zunächst  war  sie  Lebensweisheit  Ursprünglich 
ging  sie  neben  der  nationalen  Religion  her,  die  als  solche  den 
Einzelnen  viel  weniger  als  die  Gesamtheit  anging.  Deshalb  war 
sie  auch  international,  wie  z.  B.  die  Erzählungen  des  Königs- 
buchs über  die  Weisheit  Salomos  zeigen.  Dabei  hatte  die 
Weisheit  aber  von  jeher  auch  Beziehungen  zur  Moral  und  einen 
allgemein  religiösen  Cliarakter,  wie  aus  der  Paradisesgeschichte 
deutlich  ist.  In  immer  engere  Beziehungen  zur  Moral  und  Religion 
trat  die  Weisheit  in  nachexilischer  Zeit,  als  die  Jahvereligion 
zur  Gesetzesreligion  wurde  und  als  solche  auch  für  alle  Ein- 
zelnen die  zuverlässige  Fühi-erin  zum  Heil  sein  wollte.  Damit 
stellte  sie  sich  zunächst  neben  die  Weisheit,  die  sie  nicht  ohne 
weiteres  ersetzen  konnte  und  wollte.  Es  trat  vielmehr  eine  eigen- 
tümliche Mischung  von  Religion  und  Weisheit  ein,  in  der  bald  das 
eine  bald  das  andere  Element  überwog.  Denn  die  Religion  war 
auch  damals  in  erster  Linie  Sache  der  Gesamtheit,  das  ganze  Volk 
sollte  zum  Gehorsam  gegen  den  Willen  Gottes  erzogen  werden. 
Nui-  zu  diesem  Zwecke  wandte  die  Religion  sich  au  alle  einzelnen 
Volksglieder,  besonders  an  die  Jugend,  und  zwar  an  die  vor- 
nehme Jugend  des  neuen  Jerusalem.  Weil  aber  keine  Erziehung 
sich  allein  auf  die  Moral  stellen  kann,  wurden  die  Schrift- 
gelehrten auch  Weisheitslehrer,  und  als  solche  verstanden  sie 
sich  auf  Lebensklugheit  wie  auf  Recht  und  Moral.  Anderseits 
konnten  die  Einzelnen  in  ihrer  grossen  Mehrheit  sich  nicht  aus- 
scliliesslich  auf  den  Glauben  stellen,  dass  der  Gott  des  Himmels 
und  der  Erde  ihre  kleinen  persönlichen  Schicksale  überall  nach 
seiner  gerechten  Vergeltung  regiere.  Aus  der  Energie  aber,  mit 
der  die  Einzelnen  eine  übermenschliche  Lenkung  ihrer  Schicksale 
forderten,  erwuchs  eine  für  die  Folgezeit  bedeutsame  spekulative 
Idee,  übrigens  fast  die  einzige,  die  das  A.  T.  kennt.  Die  Lehre, 
die  man  zum  Leitstern  des  Lebens  nahm,  erschien  auch  als  die 
Macht,  die  das  Lebensglück  ihrer  Jünger  schuf.  Sie  sollte 
identisch  sein  mit  der  grossen  Teleologie,  die  die  gesamte  Welt 
durchwaltete   und  dm-ch  die  das  All  einst  von  Gott  erschaffen 


§  1.    Jesus  Sirach  und  seine  Zeit  XIX 

war.  Als  ein  hülfreiches  Mittelwesen  stand  die  Weisheit  zwisclien 
Gott  und  den  Menschen,  eine  Führerin  und  Helferin,  an  die  der 
Einzelne  sich  anklammerte  (Prv.  7,4.  9,  üf.).  Dabei  blieb  sie 
aber  trotz  aller  jüdischen  Färbung  zunächst  ein  allgemein  mensch- 
liches Gut,  und  durch  sie  erschien  sogar  die  Religion  als  ein 
allgemein  menschliches  Anliegen.  In  den  Proverbien  kommt  der 
Name  Israel,  worauf  Ewald  aufmerksam  gemacht  hat,  überhaupt 
nicht  vor,  und  im  Buche  Hieb  verhandeln  Heiden  über  die  letzten 
Fragen,  die  das  Verhältnis  des  einzelnen  Menschen  zu  Gott  be- 
treffen. Aber  ein  anderes  Gesicht  zeigt  die  Weisheit  bei  Jesus 
Sirach.  Die  Zeitverhältnisse,  unter  denen  er  lebte  und  wirkte, 
gaben  der  Weisheitslehre  eine  neue  Richtung,  sie  hoben  aber 
auch  ihn  selbst  über  die  Bedeutung  eines  gewöhnlichen  Weisheits- 
lehrers hinaus. 

Der  Enkel  sagt,  die  Kenntnis  der  heiligen  Bücher  müsse 
durch  Schriftstellerei  wie  durch  mündlichen  Unterricht  von  den 
Gelehrten  verbreitet  werden.  Deshalb  habe  der  Grossvater  zur 
Ergänzung  seiner  mündlichen  Lehrtätigkeit  sein  Buch  geschrieljen, 
und  zu  demselben  Zwecke  habe  er  selbst  es  ins  Griechische 
übersetzt.  Allerdings  unterscheidet  Jesus  Sirach  für  die  Vorzeit 
zwischen  den  Spruchrednern  und  den  Verfassern  von  Spruch- 
büchern (44,  4),  und  das  Nächste  war  auch  für  ihn  seilest  der 
Unterricht  in  seinem  Lehrhause  gewesen.  Gleichwohl  werden 
in  jener  nach  Koh.  12^  12  vielschreibenden  Zeit  Bücher  wie  das 
seinige  öfter  aus  dem  mündlichen  Unterricht  erwachsen  sein, 
dem  sie  dann  umgekehrt  auch  zur  Unterlage  dienten.  Ebenso 
waren  friUier  die  Proverbien  Salomos  entstanden.  Aber  im 
Unterschiede  von  den  anonymen  Spruchsanmilungen  der  Proverbien 
tritt  im  Buche  des  Jesus  Sirach  die  Person  des  Lehrers  stark 
hervor.  Er  nennt  sich  mit  Namen,  preist  selig,  die  auf  ihn 
hören  (50,  27  ff.),  und  weist  seine  Jünger  auf  den  grossen  Erfolg 
hin,  mit  dem  er  selbst  sich  um  die  Weisheit  bemüht  habe  (51, 13  ff.). 
Er  betont  seine  von  Anfang  an  feststehende  persönliche  Ueber- 
zeugung  (39,  32)  und  die  lange  Lebenserfahrung^  in  der  sich  ilim 
die  Wakrheit  der  Religion  bewährt  habe  (31,  9 ff'.).  Dabei  redet 
er  mit  einem  merkwürdigen  Selbstbewusstsein.  Er  schöpft  freilich 
überall  aus  den  heiligen  Büchern  des  Altertums,  das  als  die 
kanonische  Zeit   längst   hinter   ihm  liegt,    und  auf  Grund    der 

11* 


XX  Kap.  I.    Jesus  Sirach  und  sein  Buch. 

ixavyj  l$i?,  die  er  durch  sein  Studium  iu  der  heiligen  Schrift  er- 
worben hatte,  hat  er  sein  Buch  verfasst.  Er  hatte  zuerst  nur 
eine  Nachlese  im  Weinberg  zu  halten  geglaubt,  aber  es  hatte 
sich  für  ihn  eine  volle  Lese  daraus  ergeben  (36,  16a.  30,  25f.), 
und  der  Wassergraben,  den  er  in  seinen  Garten  leiten  wollte, 
war  zu  einem  Strom  und  zu  einem  Meere  geworden  (24,  30  f.). 
Bei  den  Häuptern  des  Volkes  verlangt  er  Gehör  (30,  27.  45,  26. 
50,  23.  24),  und  für  alle  Zukunft  wül  er  wie  in  göttlicher  In- 
spiration die  Lehre  verkünden  (24,  30f.  50,  27). 

Dies  Selbstbewusstsein  erklärt  sich  allein  aus  den  ausser- 
ordentlichen Verhältnissen,  unter  denen  Jesus  Sirach  wirkte. 
Die  syrische  Religionsverfolgung  hatte  ihren  wahren  Grund  in 
einer  teilweisen  Hellenisierung  der  Juden,  die  vor  dem  Ein- 
schreiten des  Antiochus  Epiphanes  spontan  eingetreten  war,  und 
in  einem  daraus  entstandenen  innerjüdischen  Kampf  zwischen 
der  väterlichen  Religion  und  dem  eindringenden  Heidentum.  Zu 
Sirachs  Zeit  hatte  der  Abfall  schon  weit  um  sich  gegriffen. 
Manche  schämten  sich  des  Gesetzes  vor  den  Heiden  (42,  2),  und 
leidenschaftlich  verwünscht  er  die  Abtrünnigen,  die  das  Gesetz 
des  Höchsten  verlassen  haben  (41,  8.  9).  Es  war  soweit  ge- 
kommen, dass  der  Hohepriester  am  Versöhnungstage  nicht  mehr 
funktionierte  (c.  50),  und  in  der  hohenpriesterlichen  Familie  der 
Sadokiden  bestand  schon  damals  die  Zwieti'acht^  die  das  jüdische 
Volk  den  Syrern  auslieferte.  Sirach  lässt  sein  Buch  ausklingen 
in  der  an  die  Söhne  Simons  gerichteten  Mahnung,  dem  Vorbilde 
des  Vaters  treu  zu  bleiben  und  Frieden  unter  einander  zu  halten, 
damit  ihnen  das  Hohepriestertum  und  die  Herrschaft  über  das 
jüdische  Volk  erhalten  bleibe  (50, 23.  24  vgl.  45, 26  sowie 
45,  13.  18.  19.  23— 25).i)     In   solcher   Zeitlage   ist   Sirach    ein 


1)  Nach  diesen  Stellen  waren  die  Tobiaden  mit  ihren  ehrgeizigen  An- 
sprüchen bereits  hervorgetreten.  Vgl.  Wellhausen,  Geschichte '"  S.  245  ff. 
Im  Wesentlichen  richtig  haben  schon  Herzfeld  (Geschichte  des  Volkes  Jisrael 
II  73  if.),  Grätz  (Geschichte  der  Juden  II,  281  ff.)  und  neuerdings  H.  Willrich 
(Juden  und  Griechen,  Göttingen  1895,  S.  112  ff.)  die  zeitgeschichtliche  Situation 
und  Tendenz  des  Buches  Sirach  erkannt.  Willrich  begeht  nur  den  vor  der 
Entdeckung  des  hebräischen  Textes  nahe  liegenden  Irrtum,  das  Buch  nach 
dem  Sturz  der  Sadokiden  anzusetzen.  Aus  dem  hebräischen  Text  von  50,  22 — 24. 
45,2tj  ist  dagegen  klar,  dass  Sirach  vor  der  Absetzung  des  Jason  (171)  schrieb. 
Er  schrieb  aber  auch  wohl  vor  der  Absetzung  des  Onia  (173).     Denn  die  im 


§  1.    Jesus  Sirach  und  seine  Zeit.  XXI 

Wortführer  der  Gesetzestreuen  gegen  die  Hellenisten  gewesen 
und  er  hat  dabei  in  Kämpfen  gestanden,  in  denen  er  anscheinend 
persönlich  zu  leiden/)  aber  auch  Erfolge  zu  verzeichnen  hatte. 
Dass  gerade  ein  Weisheitslehrer  im  damaligen  Jerusalem 
eine  solche  Bedeutung  gewann,  darf  nicht  Wunder  nehmen. 
Jesus  Sirach  hat  wie  die  Weissen  der  Proyerbien  besonders  die 
Söhne  der  Aristokratie  im  Auge,  die  Gefahren,  die  eben  ihnen 
in  der  Jugend  drohten,  und  die  Aufgaben,  die  sie  in  späteren 
Jahren  erwarteten.  Schon  zur  Zeit  der  Proverbien  traten  die 
jungen  Aristokraten  oft  in  den  Dienst  der  heidnischen  Könige, 
nocli  mehr  war  das  dem  Anschein  nach  zur  Zeit  Sirachs  der 
Fall.'-)  Ohne  Zweifel  waren  die  Juden  den  meisten  Völkern 
Palästinas  und  Syriens  geistig  überlegen,  und  schon  wegen  ihrer 
Verbindung  mit  der  Diaspora,  die  einigermassen  seit  dem  baby- 
lonischen Exil  bestand,  besassen  sie  auch  politische  Bildung. 
Sie  waren  deshalb  für  die  griechischen  Könige  brauchbare  Werk- 
zeuge zur  Beherrschung  der  ihnen  völlig  fremdartigen  semitischen 
Untertanen.  Das  war  aber  auch  ein  hauptsächlicher  Grund  für 
das    Eindringen    des  Hellenismus    unter    den  Juden,    imd    eben 


Buche  vorausgesetzte  Zeitlage  war  wohl  ernst,  aher  nicht  gerade  kritisch, 
und  andere  Stellen  weisen  in  frühere  Zeit.  Was  10,  8  von  dem  Uebergang 
des  Reiches  von  einem  heidnischen  Volke  auf  das  andere  gesagt  wird,  ist 
wobl  darauf  zu  beziehn,  dass  Judäa  durch  die  Schlacht  bei  Paneas  (198)  aus 
der  Gewalt  der  Ptolemäer  in  die  der  Seleuciden  geriet.  Der  König,  der  nach 
10,  9  f.  bei  lebendigem  Leibe  verfault  ist,  dürfte  Ptolomäus  IV.  (gestorben 
204)  gewesen  sein.  Dagegen  muss  unter  dem  griechischen  Könige,  dessen 
Sturz  nach  33,  12  das  Ende  der  Heidenherrschaft  herbeiführen  soll,  allerdings 
wohl  ein  Seleucide  verstanden  werden.  Aber  der  Psalm  .öl,  1 — 12  preist 
Gott  für  die  Rettung  der  Juden  aus  einer  grossen  Gefahr,  in  die  sie  durch 
die  Verleumdung  ihrer  Feinde  geraten  waren.  Das  hier  gemeinte  Ereignis 
fällt  anscheinend  später  als  das  übrige  Buch. 

')  1,  22 — 24  sind  wahi-scheinlich  dahin  zu  verstehen,  dass  Sirach  seine 
öß'entliche  Tätigkeit  zeitweilig  einzustellen  gezwungen  war.  Die  Lebensgefahr, 
in  die  er  nach  Sl,  13  öfter  geraten  war,  war  aber  wohl  anderer  Art. 

2)  Vgl.  z.  B.  8,  8.  11,  1.  20,  27.  28.  23, 14.  39,  4.  Was  Dan.  1  von  den 
jüdischen  Jünglingen  am  Hofe  Nebukadnezars  erzählt  wird,  passt  in  Wahrheit 
wohl  auch  auf  den  ptolemäischen  und  seleucidischen  Hof.  Besonders  merk- 
würdig ist  41,  17:  Schäme  dich  vor  dem  Herrn  und  der  Herrin  (ni2;n  ]nNO) 
der  Untreue.  Allerdings  könnte  sich  das  nia-ti  ;n«Q  auch  aus  der  staats- 
rechtlichen Stellung  der  ptolemäischen  Königinnen  erklären,  so  dass  auch 
hier  vom  Staatsdienst  die  Rede  wäre. 


XXII  K^P'  !•    Jesus  Sir  ach  und  sein  Buch. 

(leshalb  mussten  die  Weisheitslehrer  ihm  gegenüber  Stellung 
nehmen.  Dazu  kam,  dass  sie,  wie  überhaupt  die  Schriftgelehrten 
jener  Zeiten,  zumeist  wohl  selbst  der  Aristokratie  angehörten 
und  dass  sie,  weil  alle  Bildimg  unter  den  Juden  religiöser 
Natur  war,  den  geistigen  Kern  des  Volkes  ausmachten.  Deshalb 
wurden  gerade  sie  oft  zum  Dienst  der  heidnischen  Oberherren 
herangezogen  (39,  4),  und  kannten  daher  das  griechische  Wesen 
aus  eigenster  Anschauung.  Ueberhaiipt  aber  erwuchs  jetzt  in 
der  Abwehr  des  Hellenismus  für  die  Schriftgelehrten  eine  neue 
Aufgabe,  in  deren  Erfüllung  sie  in  immer  steigendem  Masse  die 
Führer  des  jüdischen  Volkes  wurden.  In  Jesus  Sirach  kündigt 
sich  die  Verwandlung  der  jüdischen  Gemeinde  in  eine  grosse 
Schule  an,  so  A'erschieflen  auch  seine  Lehre  noch  von  der  der 
späteren  Schriftgelehrten  ist. 

Er  will  ein  vollständiges  Lehrbuch  der  Lebensklugheit  wie 
der  Moral  gehen.  Er  redet  deshalb  vom  Verhalten  gegen  Eltern, 
Frauen,  Söhne  und  Töchter.  Sklaven  und  Hausgenossen,  Ver- 
wandte und  Freunde,  Volksgenossen  und  Fremde,  gegen  die 
heidnischen  Könige  wie  gegen  die  jüdischen  Herren  und  die 
Priester.  Er  handelt  von  Schweigen  und  Reden,  Lernen  und 
Lehren,  von  Handel  und  Wandel,  von  Leihen  und  Bürgschaft, 
von  der  Volksversammlung  und  vom  Gericht,  vom  Gastmahl 
und  vom  Weingelage,  von  der  Pflege  der  Gesundheit  und  der 
Zuziehimg  des  Arztes,  von  Tot  und  Begräbnis.  Aber  Lebens- 
klugheit und  Nützlichkeitsmoral  treten  durchaus  in  den  Hinter- 
grund gegenüber  dem  Gottesglaubeu,  der  die  Erfüllung  der 
Moralgebote  in  Furcht,  Vertrauen  und  Geduld  fordert  und  damit 
das  Heil  verbürgt.  In  allseitiger  Darlegung  und  Begründung 
dieses  Glaubens  stellt  Sirach  die  Summe  jüdischer  Bildung,  wie 
er  sie  versteht,  dem  Hellenismus  entgegen,  um  damit  dem  jü- 
dischen Bewusstsein  Ausdruck  und  Halt  zu  gelten.  Deshalb 
preist  er  die  Wunder  der  Natur,  in  denen  der  wahre  Gott  sich 
für  die  Gläubigen  als  der  Herr  der  Welt  erweist  (42, 15 — 43,  33). 
Aus  demselben  Grunde  erzählt  er  die  ganze  Geschichte  Israels 
in  der  Reihe  der  heüigen  Väter,  von  Henoch  bis  auf  Nehemia 
und  von  Henoch  rückwärts  bis  auf  Adam,  als  deren  Kinder  die 
Juden  das  unvergleichliche  Adelsgeschlecht  der  Menschheit  sind 
(44 — 49).    Ebenso  feiert  er  den  jüngst  verstorbenen  Hohenpriester 


§  1.     Jesus  Sirach  und  seine  Zeit.  XXIII 

Simon^  der  in  seiner  Funktion  am  Versöhnungstage  auch  die 
die  gegenwärtige  llerrlichlveit  Israels  zur  Erscheinung  brachte 
(50;  1 — '24).  Er  Idagt  aber  auch  über  das  Unrecht,  das  in  Je- 
rusalem regiert,  und  in  bemerkenswertem  Zusammenhang  damit 
über  die  Bedrückung,  die  die  Juden  durch  die  Griechen  erleiden 
(9,  17—10,  7.  31,  21—31.  32,  14ff.).  Er  weist  demgegenüber  auf 
die  Bestrafung  der  Heiden  in  der  Vergangenheit  (10,8 — 18)  und 
auf  den  Sieg  Israels  in  der  Zukunft  hin  (32,  18—26.  47, 22. 
48,  10.  11.  24.  25),  und  fleht  in  inbrünstigem  Gebet  um  Rache 
und  die  endliche  Oftenbarung  der  göttlichen  Herrlichkeit  (33,1 — 13a. 
36,  16b — 22).  Schliesslich  lässt  er  Israel  in  einem  Psalm  für 
die  Rettung  aus  einer  Gefahr  danken  (51,  1 — 12ff.). 

Mit  alledem  versteht  er  den  Begriff  der  Weisheit  enger 
und  zugleich  weiter  als  die  Proverbien  und  das  Buch  Hiob.  Er 
identifiziert  sie  nicht  wie  das  Buch  Hiob  mit  der  Religion  ül)er- 
haupt,  sondern  mit  der  jüdischen.  Dabei  aber  bezieht  er  das 
ganze  Gebiet  des  Glaubens  in  sie  ein.  Die  spätere  Weisheit 
Salomos  ist  ilmi  darin  gefolgt. 

Sirach  steigert  den  Satz  von  Prv.  1,  7.  9,  10,  dass  die  Furcht 
des  Herrn  der  Anfang,  d.  h.  das  mnerste  Wesen,  der  Weisheit 
sei,  nach  Jol).  28  dahin,  dass  alle  Weisheit  von  dem  Herrn 
kommt,  und  dass  sie  von  Ewigkeit  her  bei  ihm  gewesen  ist. 
In  diesen  Worten,  die  er  an  die  Spitze  seines  Buclies  stellt, 
formuliert  er  die  Kriegserklärung  des  Judentums  gegen  den 
Hellenismus.  Gott,  sagt  er,  hat  die  Weisheit  erschaffen  und 
deshalb  hat  auch  er  allein  sie  erkannt.  Ueber  alle  seine  Werke 
hat  er  sie  ausgegossen  und  allen  Menschen  hat  er  ein  Stück  von 
ihr  verliehen,  aber  in  vollem  Masse  hat  er  sie  nur  dem  Volke 
geschenkt,  das  ihn  fürchtet.  Für  die  gottesfürchtigeu  Juden  ist 
sie  ein  angeborener  und  ein  unverlierbarer  Besitz,  im  Mutterleibe 
ist  sie  ihnen  anerschaffen  und  bei  ihren  Nachkommen  wird  sie 
immerdar  bleiben  (1,  1 — 15).  Subjektiv  ist  die  Weisheit  daher 
die  Gottesfurcht,  objektiv  ist  sie  das  Gesetzbuch  Moses  (c.  24). 
Als  die  geschichtliche  Offenbarung  Gottes,  die  in  der  Succession 
der  Väter  dem  Volke  vermittelt  ist,  ist  die  Weisheit  das 
Sondergut  Israels.  Niedergelegt  ist  sie  in  der  heiligen  Schrift, 
deren  Inhalt   der  Schriftgelehrte   in  göttlicher  Erleuchtung  dar- 


XXIV  Kap.  1.    Jesus  Siracb  und  sein  Buch. 

legt.^)  So  anspruchsvoll  das  klingt,  Sirach  bringt  damit  das  ge- 
schichtliche Selbstbewusstsein  der  Juden  gegenüber  der  griechischen 
Allerwelts-Religion  und  Allerwelts-Philosophie  auf  einen  zu- 
treffenden und  in  sich  berechtigten  Ausdruck. 

Im  Unterschiede  von  den  späteren  palästinensischen  und 
ägyptischen  Juden  ist  bei  Jesus  Sirach  merkwürdig  und  wahrhaft 
erquickend  die  Sicherheit,  mit  der  er  dem  griechischen  Heiden- 
tum gegenübersteht.  Er  hasst  das  Griechentum  und  die  Griechen 
wie  die  Ideinen  heidnischen  Nachbarvölker  von  ganzem  Herzen, 
und  verlangt  sehnsüchtig  nach  dem  Tage,  da  Gott  mit  ihnen  ab- 
rechnen wird.  Aber  er  will  nicht,  dass  das  Judentum  sich  ohne 
weiteres  auf  sich  selbst  zurückziehe,  er  fordert  vielmehr  eine 
gründliche  Kenntnis  der  heidnischen  Welt,  in  der  Ueberzeugung, 
dass  sie  dem  Juden  nicht  schaden,  sondern  ihn  in  seiner  Ueber- 
zeugung nur  befestigen  könne.  In  der  Tat  ist  \on  griechischem 
Einfluss  bei  ihm  nichts  zu  entdecken.  Er  meint  aber,  dass 
Niemand  weise  sei,  der  die  Welt  nicht  gesehen  habe,  und  er 
rechnet  es  zum  Ruhme  des  Schriftgelehrten,  dass  er  weite  Reisen 
macht,  Gutes  und  Böses  unter  den  Menschen  erprobt  und  den 
Königen  dient  (31,  9 — 13.  39,  4).  Das  ist  nicht  nur  das  zähe 
Selbstbewusstsein  des  Juden  gegenüber  den  fremden  Oberherren 
Asiens,  sondern  vielmehr  die  Ueberzeugung  von  der  Allmacht 
des  Guten,  das  unter  den  Juden  seine  Stätte  hat.  Denn  das 
gilt  ihm  als  das  Wesen  der  väterlichen  Religion.  Gegen  ihre 
äusseren  Formen  ist  er  freilich  nicht  gleichgültig.  Gott  fordert 
auch  den  Opferdienst  zur  Bezeugung  der  Zugehörigkeit  zu  ihm, 
und  es  ist  die  höchste  Auszeichnung  Israels  vor  der  Welt,  dass 
es  im  Kultus  Gott  nahen  darf.  Aber  an  sich  bedeutet  der 
Kultus  nichts,  er  wü-d  geübt,  weü  er  geboten  ist,  und  der  wahre 
Wille  Gottes  geht  dahin,  dass  Jeder  seinem  Nächsten  wohl  tue 
(17,  14.  32,  1 — 5).  Als  der  moralische  Gottesgiaube  macht  die 
Religion  den  Wert  des  Menschen  aus.  Deshalb  gibt  sie  Israel 
unter  den  Völkern  eine  einzigartige  Würde,  der  elendeste  Jude 
der  Diaspora  darf  sich  ihrer  rühmen  gegenüber  der  heidnischen 


^)  Im   Lobe    der   Väter   e.    44 — 49    nimmt   Sirach   nebenher   auf  alle 

heiligen  Bücher  Bezug,  die  er  als  solche  kennt.     Der  Gegensatz    gegen  den 

Hellenismus   ist   auch   für  den    freilich    erst  später    erfolgten  Abschluss  des 
Kanons  bedeutsam  geworden. 


§  1.     Jesus  Sirach  und  seine  Zeit.  XXV 

Welt  (10,  22).  Sie  erhebt  aber  auch  in  Israel  den  Armen  über 
den  Reichen,  nichtig  ist  ihr  gegenüber  der  Geburtsadel  der 
hellenistisch  gesinnten  Aristokratie  (10,  19  ff.). 

Immer  wieder  kommt  Sirach  auf  die  göttliche  Vergeltung 
zurück,  die  unfehlbar  das  Böse  bestraft  und  das  Gute  belohnt. 
Von  jeher  hatte  sich  der  Gegensatz  der  Frommen  und  der  Welt- 
kinder unter  den  Juden  um  die  Frage  gedreht,  ob  Gott  richte. 
Hierbei  schieden  sich  auch  damals  die  Gesetzestreuen  und  die 
Griechenfreunde,  um  so  mehr,  als  der  soziale  Unterschied  in  den 
Religionskampf  hineinspielte.  Gottlos  und  reich,  fromm  und 
arm  erscheinen  als  nahezu  gleichbedeutend  (13,15 — 24.  34,8 — 11). 
Die  Gegner  fanden  es  unglaublich,  dass  Gott  sich  um  das  Tun 
und  Lassen  der  einzelnen  Menschen  kümmere  (16, 17 — 23),  sie 
lehnten  die  Vertröstung  auf  die  messianische  Zeit  ab  (16,  22), 
wie  sie  auch  die  Auserwählimg  Israels  bezweifelten  (36,  7 — 15). 
Sie  bestritten  die  Willensfreiheit  (15,  11 — 20),  und  fanden  das 
Mass  der  Uebel  unvereinbar  mit  der  vom  Glauben  behaupteten 
Güte  der  Schöpfung  (39,  12 — 40, 27).  Auch  so  meinten  sie 
erbaulich  von  der  Religion  reden  zu  können  (15,  9.  10).  Sirach 
will  ohne  das  alles  keine  Religion  anerkennen  (15,9.  10);  mit 
Leuten,  die  nicht  von  Herzen  an  Gottes  Gericht  glauben,  kann 
er  nicht  zusammenleben,  er  steht  deshalb  in  der  Minorität.  Er 
findet  aber  auch,  dass  die  Gottesfurcht  mehr  bedeutet,  als  die 
landläufige  Frömmigkeit  meint.  Wer  Gott  dienen  will,  muss 
sich  rückhaltlos  seinem  Dienst  ergeben,  denn  unbarmherzig  geht 
die  Religion  mit  den  Heuchlern  ins  Gericht  (1,  28 — 30).  Das 
persönliche  Gottvertrauen  ist  bei  Sirach  stärker  als  in  den  Pro- 
verbien'),  es  ist  aber  auch  auf  die  Probe  gefasst,  auf  die  es 
durch  schweres  Unglück  gestellt  wird  und  die  es  unerschüttert 
überstehen  muss  (c.  2).  Der  Fromme  soll  in  Erfüllung  des 
göttlichen  Willens  alt  werden  (11,  20)  und  immerfort  auf  den 
Erweis  der  göttlichen  Gnade  hoffen.  Denn  fest  steht  die  Hoffnung, 
dass  Gott  die  Seinen  aus  aller  Gefahr  rettet,  und  dass  sie  zuletzt 
diesseits  des  Grabes  in  einer  glücklichen  Gestaltung  ihres  Schick- 
sals ihre  Rechtfertigung  erfahren. 


')  23,  1.  4.     Vgl.    auch    15,  2  ff.    mit  Prv.  7,  4.  9,  1  if.,    und  4,  14    mit 
Prv.  8,  17. 


XXVI  Kap.  1.    Jesus  Sirach  und  sein  Buch. 

]\Iit  religiösem  Ernst  bekämpft  er  das  unnötige  Schwören 
(28,9 — 11),  aber  auch  die  pietistisclie  Aengstlichkeit,  die  das 
göttliche  Recht  der  ärztlichen  Kunst  verkennt  (38,  1  ff.).  Er 
"Will  auch  nichts  davon  wissen,  dass  man  beim  Weingelage  das 
weltliche  Lied  durch  erbauliche  Reden  verdrängen  möchte  (35, 
3 — 6).  Massigkeit  und  Keuschheit,  Mildtätigkeit  und  Aufopferung, 
Treue  und  mutiges  Eintreten  für  Recht  und  Wahrheit  sind  die 
ständigen  Themata  seiner  Paränese.  Abei'  er  protestiert  gegen 
die  Kopfhängerei,  die  den  von  Gott  geschenkten  Lebensgenuss 
sich  und  anderen  verkümmern  will.  Falscher  Humanität  feind, 
verlangt  er  strenge  Zucht  für  Kinder  und  Sklaven,  und  lehnt 
alles  Mitleid  mit  den  Gottlosen  ab.  Er  fordert  ehrenhafte  Selbst- 
behauptung gegen  Jedermann,  aber  er  empfiehlt  kein  „gottes- 
fürchtig  und  dreist".  Denn  Würde  ist  für  ihn  gleichbedeutend 
mit  wahrer  Scham  (41,  14—42,  8).  Eine  sehr  ungünstige  Meinung 
über  die  Melirzahl  der  Frauen  teilt  er  mit  anderen  jüdiselien 
Autoren,  aber  er  ist  zugleich  ein  begeisterter  Lobredner  der 
weiblichen  Tugend  und  bekämpft  die  Ehelosigkeit  (36, 26  ff.). 
Ihre  Scliranken  hat  seine  Moral  namentlich  an  einem  herzlidien 
Hass  gegen  den  persönlichen  Feind,  der  für  ihn  selbst  freilich 
meist  auch  ein  Feind  der  Religion  gewesen  sein  mag.  Gut  jüdisch 
redet  er  von  der  Sühne  der  Sünden  durch  gute  Taten  (.'^,3.  14.  15), 
speziell  durch  Almosen  (3,30.  29,11—13).  Uebrigens  macht 
sich  die  Vermischung  der  Religion  mit  der  Weisheit  bemerkbar, 
sofern  vollkommene  Gottesfurcht  am  ersten  dem  Schriftgelehrten 
möglich  ist,  und  die  Gottesfurcht  als  Weisheit  auch  Mittel  zum 
Zweck  wird.  Sirach  reflektiert  auch  mehr,  als  seine  pädagogische 
Tendenz  es  erfordert,  auf  den  Erfolg,  den  die  Tugend  bei  den 
Menschen  einträgt  (3, 17.  7,  35.  12,  1.  2.  20,  10.  12).  Aber  die 
Nützlichkeitsmoral  spielt  bei  ihm  dennoch  eine  kleinere  Rolle 
als  in  den  Proverbien,  und  im  Wesentlichen  gehört  er  mit  dem 
Schriftgelehrten  von  Mo.  12,  28  ff.  zusammen. 

Der  seiner  Natur  nach  endlose  Parteiltampf,  der  das  jüdische 
Volk  seit  dem  babylonischen  Exil  zerriss,  verschärfte  sich  damals 
aufs  äusserste.  Wie  nie  zuvor  stellte  er  die  Einzelnen  vor  die 
Wahl  zwischen  dem  väterlichen  Glauben  und  der  heidnischen 
Welt  und  l)ei  der  Enge  der  Verhältnisse  machte  er  die  Lage 
des  Einzelnen  um  so  schwieriger,  je  ernster  ea*  es  mit  der  Religion 


§  1.    Jesus  Sirach  und  seine  Zeit.  XXVII 

nahm.  Der  sachliche  Streit  kam  für  Um  überall  auf  bittere 
persönliche  Feindschaft  und  Verfolgung  hinaus.  Bezeichnend 
ist  dafür  die  flehentliche  Bitte,  dass  Gott  den  Frommen  durch 
kein  unbedachtes  Wort  oder  durch  irgendwelche  Sünde  vor  dem 
gottlosen  Privatfeinde  zu  Schanden  werden  lasse  (22^  27 — 23^  6). 
Furchtbar  war  auch  für  Jeden,  der  sich  in  exponierter  Stellung 
befand,  das  tumultuarische  Gericht  der  Stadtgemeinde  (1,30.  7,7. 
26,5.  42,11).  Aber  auch  im  Kreise  seiner  Gesinnungsgenossen 
konnte  die  Lauheit  der  Einen  und  das  Misstrauen  der  Anderen 
den  Einzelnen  leicht  vereinsamen.  Deshalb  spielt  die  Gefahr, 
die  von  Feinden  und  falschen  Freunden  drolit,  bei  Sirach  eine 
so  grosse  Rolle;  und  ebenso  die  wahre  Freundschaft,  deren 
Pflege  den  besten  Schutz  bieten  musste.  Um  so  eindrucksvoller 
ist  die  Sicherheit  seiner  Haltung.  Sie  ist  darin  begründet,  dass 
die  Gemeinsamkeit  der  Ueberzeugung  nicht  nur  einzelne  ver- 
wandte Seelen  mit  einander  verband  (6,  17),  sondern  dass  sie 
auch  die  Masse  der  Frommen  in  der  Hoffnung  zusammenschloss, 
die  über  ihre  persönliche  Hoffnung  hinausreichte  und  zugleich 
mit  ihr  in  engster  Beziehung  bestand.  Die  Hoffnung  des  Ein- 
zelnen besteht  freilich  aucli  nach  Sirach  zunächst  darin,  dass  er 
wenigstens  am  Abend  seines  Lebens  Glück  haben  soll  (11,23 — 28). 
Die  Erwartung  eines  persönlichen  Lebens  nach  dem  Tode  be- 
stand höchstens  in  einem  kleinen  Kreise,  Siracli  ignoriert  sie, 
die  Unabänderlichkeit  des  Todesgeschicks  steht  ihm  fest  (7,17. 
10,11.  38,21—23.  40,1.  11.  41,1—4).  Im  Unterschiede  von 
dem  alten  Israeliten,  der  sich  über  die  eigene  Vergänglichkeit 
mit  der  Ewigkeit  der  Nation  getröstet  hatte  (Nuni.  23,  10),  er- 
hebt aber  auch  er  persönliche  Ansprüche,  die  über  das  Grab 
hinausreichen.  Er  liofft  auf  das  ewige  Gedächtnis,  das  dem 
Frommen  und  namentlich  dem  Schriftgelehrten  in  der  Gemeinde 
bliebe  (41,11—13.  37,22—26.  39,9—11),  und  den  Anteü,  den 
alle  Frommen  in  ihren  Nachkommen  an  dem  endlichen  Triumph 
Israels  über  die  Heiden  und  der  Frommen  über  die  Gottlosen 
haben  sollten.  Die  Eigenart  des  jüdischen  Hauses  und  der  be- 
ständige Kampf  zwischen  den  Frommen  und  den  Weltkindern 
brachten  es  mit  sich,  dass  die  Sinnesart  des  Vaters  sich  leicht 
auf  viele  Geschlechter  vererbte  (1, 15.  4,  16),  in  deren  Folge  er 
zuletzt    gleichsam   selbst   die  messianische  Zeit   erleben  wollte. 


XXVIII  Kap.  1.    Jesus  Sirach  und  sein  Buch. 

So  hatte  die  Hoffnung  der  Gemeinde  der  Frommen  für  den  Ein- 
zelnen auch  einen  persönlichen  Wert.  Deshalb  ist  die  Hoffnung 
auf  ein  Leben  nach  dem  Tode  bei  den  Juden  erst  spät  auf- 
gekommen, und  gerade  ohne  diese  Hoffjiung  gab  der  Glaube  an 
den  endlichen  »Sieg  des  Guten  ihrem  Gemeingefühl  eine  einzig- 
artige Energie.  In  Sirach  tritt  uns  ein  Stück  der  besten  Kraft 
vor  Augen,  die  sie  den  Soleuciden  entgegen  stellen  konnten. 


§  2.     Name,   Inhalt  und  Anlage  des  Buches. 

Die  Weisheit  des  Jesus  Sirach  heisst  das  Buch  als  die 
Summa  dessen,  was  Jesus  Sirach  über  jüdischen  Glauben  und 
jüdisches  Leben  zu  sagen  wusste.  Zugleich  liegt  in  dem  Titel 
aber  auch  der  Anspruch  auf  Allgenieingültigkeit,  wie  ihn  ein  Haupt 
der  Schriftgelehrsamkeit  in  kritischer  Zeitlage  für  seine  Lehre 
erheben  konnte.  Die  ihrer  Idee  nach  gleichartige  Weisheit  Salo- 
mos  ist  wohl  nach  Analogie  der  Schrift  Sirachs  benannt,  nur 
dass  sich  ihr  Verfasser  hinter  die  höchste  Autorität  der  Weis- 
heit versteckt. 

Der  Titel  rührt  vielleicht  nicht  von  Sirach  selbst  her,  der 
sich  mit  der  Angabe  50,  27  begnügen  konnte,  er  stammt  aber 
wenigstens  aus  sehr  früher  Zeit.  Die  hebräische  Unterschrift 
«TD  p  iivha  p  yw  (p  ])Vf2^)  no:n  findet  sich  ebenso  im  Syrer, 
und  alle  syrischen  Handschriften  haben  die  Ueberschrift  nm  Knfsrn 
std(k).  Ebenso  haben  aber  auch  alle  griechischen  Handschriften 
in  Ueberschrift  und  Unterschrift  ao'-puz  'Ir^aoO  utou  Seipay  oder  das 
daraus  schlecht  abgekürzte  ofo'fia  2Ssipa/,  womit,  abgesehen  vom 
Lateiner,  alle  Afterübersetzungen  des  Griechen  übereinstimmen. 
Als  T/  Tou  'l-/;ao'j  ao<pLa,  aber  auch  als  r^  aocpia  wird  das  Buch  von 
Clemens  Alexandrinus  citiert;  seit  Eusebius  findet  sich  daneben 
öfter  Tj  TiavapsToc  aocpta,  Avas  aber  auch  Bezeichnung  der  Weisheit 
Salomos  war,  übrigens  in  r;  irava'psTo;  verkürzt  wurde. ^)  In  den 
lateinischen  Handschriften  unfl  bei  den  lateinischen  Vätern    von 


')  Beide  Namen  finden  sich  übrigens  auch  für  die  Sprüche  Salomos. 
Dabei  ist  -fj  aoifCa  und  »)  TiaräQuos  aoifia  zuweilen  auch  die  diese  Bücher 
inspiiierende  Potenz.  Vgl.  0.  Stählin,  Clemens  Alexandrinus  und  die  Sep- 
tuaginta  (1901)  S.  46.    Schürer,  Geschichte  des  jüdischen  Volkes»  HI  161  f. 


§  2.    Name,  Inhalt  und  Anlage  des  Buehea.  XXlX 

Cyprian  an  hat  das  Buch  den  bisher  nicht  aufgeklärten  Titel 
Ecclesiasticus.  Daneben  findet  sicli  in  den  Handschriften  aber 
auch  Liber  Jesu  filii  Sirach  (vgl.  auch  Brev.  Mcz.  524).  Dem 
entsprechend  haben  der  Codex  Ambrosianus  der  Peschita  imd 
ebenso  Barhebraeus  am  Schluss  des  Buches  und  die  Polyglotten 
am  Anfang  ST'DX  "i;i  snnr,  und  bei  den  Rabbinen  ist  regelmässig 
vom  Kl'D  p  ICD  die  Rede.  Uebrigens  wird  das  Buch  auch  als 
Sapientia  Salomonis  (Brev.  Moz.  1025)  und  Sapientia  Ecclesiastici 
Salonionis  (Brev.  Moz.  389)  citiert.  Dem  Salomo  wird  das  Buch 
in  der  lateinischen  Kirche  seit  Cyprian  öfter  beigelegt,  weshalb 
man  auch  wohl  fünf  salomonische  Schriften  zählte,  wie  auch 
schon  Clemens  Alexandrimis  das  Buch  als  salomonisch  citiert.^) 
Möglicher  Weise  ist  nun  Sapientia  Salomonis  Korrektur  für  Sa- 
pientia Jesu  filii  Sirach. 

Hieronymus  (Vorrede  zu  den  Proverbien,  bei  Vallarsi  IX 
1293)  will  das  Buch  hebräisch  unter  dem  Titel  Parabolae,  d.  h. 
hebräisch  D'^'^iJ'a,  gesehen  liaben,  und  mit  h^a  oder  aramäisch 
ahm  werden  auch  von  den  Rabbinen  zuweilen  Sirachsprüche  be- 
zeichnet (vgl.  u.  §  4).'")  Man  kann  dazu  50,  27  D^JCIK  (leg.  "Sti'ö?)  h\i^)r2 
vergleichen.  Indessen  dürfte  c^hiif^  nicht  eigentlich  ein  Titel, 
sondern  vielmehr  nur  eine  gattungsmässige  Bezeichnung  des 
Buches  gewesen  sein,  die  sich  aus  der  AelmHchkeit  mit  den 
Proverbien  genügend  erklärt.  Uebrigens  hatte  Hieronymus  viel- 
leicht nur  einen  Auszug  aus  dem  Buche  vor  sich  (vgl.  u.  §  4). 
Ebenso  heisst  das  Buch  bei  Saadia  ein  iDia  >2D,  ^)  d.  h.  ein  zur 
Bildung  förderliches  Buch,  welche  Bezeichnung  wegen  hz^  iü)f2 
50,  27  und  des  öfter  den  einzelnen  Abschnitten  vorgesetzten  noio 
(34,  12.    41,  14    vgl.  u.  §  5)  besonders    nahe   lag.^)     Der  Enkel 


1)  Th.  Zahn,  Geschichte  des  NTl.  Kanons  H  95  f.  151.  192.  212.  223. 
241  f.  245.  251.  272.  318  ff.     Vgl.  0.  Stählin  a.  a.  0.  S.  46. 

-)  Hierher  gehört  auch  das  älteste  Citat  aus  Sirach,  das  R.  Harris 
(Fragments  T)f  Philo  Judaeus  1886  p.  104)  nachgewiesen  hat:  od^tv  xul  i.6yiov 
(=  hwü)  rifxiig  thöäaxti  f.iTj  niaitvaiv  ^/OqÜ)  (=   Sir.   12,  10). 

")  So  ist  asn«  axno  (Sefer  ha-galui,  ed.  Harkavy,  p.  151)  ohne  Zweifel 
zu  übersetzen.  Schechter  (JQR  1900  XII  460  f.)  führt  die  Worte  eines  Rabbi 
Joseph  an,  dass  die  «td  p  ^hvü  zu  lesen  erlaubt  sei,  weil  sie  nützliche 
aNiK  (—  IDIQ)  enthielten.  Nach  J.  Levi  (zu  41,  16)  bezeichnen  auch  Hai 
Gaon  und  andere  Rabbinen   das  Buch  als  ktd  ]2  "iDio. 

*)  Die  zweite  hebräische  Unterschrift  lautet :  yiB"  ()a  pj?OB')  nsT  n:n  ny 


XXX  Kap.  1.    Jesus  Sirach  und  sein  Buch. 

bezeichnet  in  seiner  Vorrede  das  Buch  mit  xi  twv  ek  -jraiosi'av  xat 

Den  Inhalt    des  Buches    versuche  ich    durch  die    folgende 
Uebersicht  zur  Anschauung  zu  bringen. 

Distklien 

1, 1 — 20.     Die  jüdische  Eeligion  als  der  einzige  Weg  zur 

Weisheit.  lö 

1,  22 — 24.     Die  Umstände,  unter  denen  Sirach  schreibt.  3 

1,  25 — 30.     Der  Ernst,  den  er  von  seinen  Jüngern  fordert.  8 

2,  Bewährung  der  Gottesfurcht  im  Unglück.  20 
3,1 — 16.     Die  den  Eltern  schuldige  Ehrfurcht.  15 

3,  17 — 24.     Die  im  Reichtum  und  in  der  Forschung  zu  be- 

weisende Demut.  7 

3,  25 — 29.  Hoffnungslosigkeit  des  Hochmuts.  5 
3,  30—4,  10.     Wohltätigkeit  gegen  Arme,  Hülfsbereitschaft 

für  Unterdrückte.  13 

4,11—19.     Selbstempfehlung  der  Weisheit.  11 

4,20—31.     Scham  und  Würde.  12 

5,  1 — 7.     Warnung  vor  Unrecht.  9 

5,  8 — 10.     Beständigkeit  im  Guten.  3 

5,  11 — 13.     Bedachtsamkeit  im  Reden.  3 

5,  14 — 6,  1.     Warnung  vor  Zweizüngigkeit.  4 

6,  2 — 4.  Warnung  vor  Begierden.  3 
6,5 — 17.  Ueber  die  Wahl  von  Freunden.  13 
6, 18—37.    Empfehlung  der  Weisheit.  22 

7,  1^ — 17.     Warnung  vor  Hochmut  und  Untreue  als  Quelle 

von  Sünden.  17 

7,  18 — 26.  Pflichten  gegen  Freunde  und  Angehörige.  9 
7, 27 — 32.     Ehrfurcht    gegen    die    Eltern,    Gott    und    die 

Priester;  Entrichtung  der  heiligen  Abgaben.  7 

7,  33 — 36.     Wohltätigkeit  gegen  Arme  und  Unglückliche.  4 

8,  1 — 7.     Warnung  vor    gefährlichem  Streit    und    törichter 

Ueberhebung.  8 

8,  8.  9.    Aufforderung  von  den  Weisen  zu  lernen.  4 


Nn»D  p  «"ipjc.  Sie  begreift  sich  daraus,  dass  das  Buch  hinter  60,  27  noch 
Nachtläge  enthielt.  Aber  gegen  ihre  Ursprünglichkeit  spricht,  dass  das 
-\v;ha  ]3  fehlt  und  NipjtP  kaum  in  Sirachs  Mund  passt. 


§  Ö.    Name,  Inhalt  und  Anlage  des  Buches,  XXXI 

8,  10 — 19.     Vorsicht  gegenüber  gefährlichen  Menschen.  12 
9;  1 — 9.     Vorsiclit  gegenüber  Frauen.  11 

9,  10 — 16.     Warnung  vor  Gemeinschaft   mit  Unbekannten, 

Gottlosen  imd  Tyrannen;  Empfehlung  des  Ver- 
kehrs mit  Frommen.  10 

9,  17—10,  5.     Gute  und  sclüechte  Herrschaft.  7 

10,  G— 18.     Warnung  vor  Uebermut,  der  von  jeher  Völker 

und  Könige  ins  Verderben  gerissen  hat.  14 

10,  19 — 25,     Gottesfurcht  als  die  wahre  Elire  des  Menschen.  7 

10,  26—29.     Arbeit  und  Selbstachtung.  4 

10,  30—11, 1.     Empfehlung  der  Weisheit.  3 
11,2 — 6.     Warnung  vor  voreiligem  Urteil  über  die  Schick- 
sale der  Menschen.  6 

11,7—9.     Zurückhaltung   beim  Streit  der  Meinungen  und 

beim  Prozess  der  Gottlosen.  3 

11,  10 — 19.     Warnung  vor  Erwerbsgier.  11 
11,20 — 28.     Hoffnung    des  Frommen    auf   das    allein    be- 
deutsame Endschicksal.  10 

11,29 — 34.     Warnung  vor  Vertraulichkeit  mit  Fremden.  6 

12,  1—7.    Vorsicht  in  der  Mildtätigkeit.  7 

12,  8 — 13,  13.      Vorsicht    gegenüber    heimlichen    Feinden, 

gegenüber  Reichen  und  Fürsten.  32 

13,  15 — 24.     Unverträglichkeit  von  Reich  und  Arm.  12 
13,  25 — 14,  19.      Frohsinn    und     richtiger    Gebrauch     des 

Reichtums.  22 

14, 20 — 15,  8.     Seligpreisung    des   Frommen    als  Jüngers 

der  Weisheit.  16 

15, 9 — 20.     Moralische    Verantwortlichkeit    des   Menschen.  12 
16,  1—14.     Unausbleiblichkeit  des  göttlichen  Gerichts  über 

die  Einzelnen  wie  über  die  Völker.  16 
16,  17 — 23.     Törichte  Bezweiflung    der    individuellen  Ver- 
geltung. 9 

16,  24.  25.     Selbstempfehlung  des  Lehrers.  2 
16,  26—18,  14.     Die  göttliche  Weltregierung  als  ein  ebenso 

barmherziges  wie  strenges  Gericht.  46 

18, 15—18.     Wahre  Wohltätigkeit.  4 

18,  19 — 27.     Aufforderung  zur  Bekehrung.  9 


XXXII 


Kap.  1.    Jesus  Sirach  und  sein  Buch. 


18,  28.  29.     Pflicht  des  Weisen  zu  lehren. 

18;  30 — 19.  3.     Warnung  vor  Ausschweifungen. 
19;  4 — 12.     Warnung  vor  Zuträgerei. 

19,  13 — 17.     Versöhnlichkeit  gegenüber  Freuuden. 

19,  20—30.     Gute  und  böse  Klugheit. 
20, 1 — 8.     Ueber  unzeitiges  Reden. 

20,  9.  11.     Unvoraussehbarer  Ausgang  der  Dinge. 
20,  10.  12—17.     Wohltätiglieit  des  Toren. 

20,  18—20.     Redeweise  des  Toren. 

20,  21—23.     Vorteil  und  Gefahr  der  Armut. 

20,  24—26.     Ueber  Lügenhaftigkeit. 

20,  27 — 31.     Nutzen  der  Weisheit  und  Pflicht  sie  zu  lehren. 

21,  1 — 10.     Warnung  vor  Unrecht. 

21,  11 — 17.     Unbelehrbarkeit  des  Toren. 

21,  18 — 28.     Seine  Unanständigkeit. 

22,  1 — 15.     Seine  Unerträglichkeit. 

22, 16— 18,     Seine  Haltlosigkeit  iiu  Unglück. 
22, 19—26.     Ueber  Treue  in  der  Freundschaft. 

22,  27 — 23,  6.     Gebet  um  Bewalirung  vor  unbedachten  Reden 

und  vor  Sünden. 

23,  7 — 11.  13.  15.     Warnung  vor  leichtsiimigem  Schwören 

und  vor  Zoten. 
14.     Warnung  vor  Päderastie. 
17.     Drei  Arten  von  Unzucht. 


23,  12. 
23,  16. 
23,  18- 


-27.     Ueber  Ehebrecher  und  Ehebrecherinnen. 


24.  Selbstlob  der  Weisheit  und  ihres  Vertreters. 

25,  1.  2.  Dreierlei  erfreuliche  und  dreierlei  unerfreuliche 

Menschen. 
25,  3 — 6.     Weisheit  als  die  Krone  des  Alters. 
25,  7 — 11.     Der  Gottesfürchtige  als  der  Glücklichste  von 

zehn  Glücklichen. 

25,  13 — 26.     Bosheit  und  Tyrannei  der  Frauen. 

26,  1 — 4.     Wert  einer  guten  Frau. 

26,  5 — 12.     Eifersüchtige,   trunksüchtige    und   unzüchtige 

Frauen. 
26, 13 — 18.  Lob  der  schweigsamen  und  schamhaften  Frau. 
26,  28.     Drei  böse  Veränderungen  am  Menschen. 


2 
7 
8 
5 
10 
7 
2 
8 
3 
3 
3 

5 
11 

8 
11 
16 

5 
10 

10 

12 
3 
4 

16 

36 

4 
4 

7 

15 

4 

10. 
6 
3 


§  2.    Name,  Inhalt  und  Anlage  des  Buches.  XXXlII 

26,  29 — 27,  3.     Die  Süude  des  Kaufmanns.  4 

27,  4 — 7.     Ueber  Wertung  von  Menschen.  4 
27,  8 — 15.     Unterschied  von  bösen  und  guten  Menschen  in 

ihrem  Schiclvsal  und  in  ihrem  Reden.  8 

27,  16 — 21.     Mahnung  zur  Verschwiegenheit.  6   , 

27,  22 — 29.     Warnung  vor  heimtücldschen  Leuten.  9 

27,  30—28,  7.     Warnung  vor  Rachsuclit.  8 

28,  8 — 12.     Warnung  vor  Einmischung  in  fremden  Streit.  6 

28,  13—26.     Gefährlichlveit  der  dritten  Zunge.  17 

29,  1—13.     Ueber  Leihen.  16 
29,  14—20.     Ueber  Bürgschaft.  7 

29,  21 — 28.     Ueber  Annahme  von  Gastlichkeit.  8 
30, 1 — 13.     Mahnung  zur  Kinderzucht.  14 

30,  14—24.    33,  13b.— 34,  4.      Gesundheit,    Frohsinn    und 

Reichtum  als  Vorbedingungen  des  Lebensgenusses.  18 

34,  5 — 11.     Gefahr  des  Reichtums.  8 

34,  12—24.     Verhalten  beim  Gastmahl.  16 

34,  25 — 35,  13.     Verhalten  beim  Weingelage.  23 
35, 14 — 36, 6.     Gottesfurcht    als    der  Weg    zum    Glücl<. 
Verhalten     des    Frommen    und    des    Gottlosen 

gegenüber  dem  Lehrer.  14 
36,  7 — 15.     Ueber  die  Erwählung  Israels.  11 
30,  16  a.  30,  25 — 27.     Siraclis  Anspruch    auf  die  Aufmerk- 
samkeit seiner  Zeitgenossen.  4 

30,  28 — 32.     Behauptung  der  Hausherrlichkeit  gegen  Söhne 

und  Frauen.  6 

30, 33—40.     Ueber  Behandlung  von  Sklaven.                     "  9 
31, 1 — 20.     Der  Traum    ist  ein    schlechter,    und    der    er- 
fahrene Weisheitslehrer  ein  zuverlässiger  Führer 

zum  Glück.  18 

31,  21 — 32,  26.     Ueber  Gerechtigkeit  und  Opfer,  sowie  die 

Unausbleiblichkeit    der  Strafe    für  die   inneren 

und  äusseren  Unterdrücker  Israels.  34 
33,  1— 13  a.  30,  16  b— 22.     Gebet  um  baldigen  Eintritt  des 

Weltgerichts.  17 
36,  23 — 37, 15.     Ueber  allerlei  Auswahl,  die  man  zwisclien 

Menschen  treffen  muss.  31 

.Sinend.  Sirach-Kommentar.  III 


XXXIV  K**?-    '•     JtiH'18  Sirach  und  sein   T.uch. 

37,16—26.    Wert  und  Glück  des  Weisheitslehrers.  11 

31,  '2~i — 38,  23.     [Jeher  Gesundheitspflege,  den  Nutzen  des 
Arztes,    das    Verhalten    in    Krankheit    und    bei 

Todpsfällen.     30 
38, 24— :{9, 11.     Lob  des  Schriffcgelehrten.  37 

39,  12 — 35.     Lob  der  gerechten  AV^eltregieruog  Gottes.  30 

40,  1 — 27.     Allgemeines  üDglück  der  Menschen,  besonderes 

der  Gottlosen,  Glück  der  Gottesfurcht.  31 
40,  28—30.  Ueber  Schmarotzertum.  4 
41,1—13.  Ueber  Tod  und  Gedächtnis.  17 
41, 14 — 42,  8.  lieber  wahre  ui]d  falsche  Scham  als  Richt- 
schnur des  Handelns.  2b 
42,  9  -  14.  Sorgen  des  Vaters  nm  seine  Tochter.  10 
42,15—43,33,  Lob  des  Schöpfers.  53 
44,1—49,13.  Lob  der  Väter  der  Vorzeit.  211 
50, 1 — 24.  Lob  des  Hohenpriesters  Simon.  36 
60,  25.  26.  Ueber  drei  verhasste  Völker.  2 
50,  27 — 29.  Selbstempfehlung  des  Verfassers.  4 
511—12.  Psalm  Sirachs.  36 
51,13 — 30,     Erniahnimg  an  seine  Jünger.                    23  (24?) 

In  c.  1 — 41  finden  sich  an  den  im  Druck  hervorgehobenen 
Stellen  in  einigermassen  gleichen  Abständen  längere  oder  kürzere 
Stücke,  in  denen  die  Weisheit  oder  ihre  Lelirer  gepriesen,  oder 
die  Pflicht  die  Weisheit  zu  lehren  ausgesprochen  wird.  Diese 
Stücke  sind  in  sich  abgeschlossene  Ganze,  aber  sie  sollen  zugleich 
als  Einleitungen  zu  den  nachfolgenden  Abschnitten  dienen  (vgl. 
24,  32 f.).  Bei  manchen  ist  es  sofort  deutlich,  dass  .sie  überhaupt 
nur  diesen  Zweck  haben.  Dabei  knüpfen  10,  30  und  16,  24  an 
das  unmittelbar  Vorhergehende  an,  und  16,  24ff.  sind  auch  in- 
haltlich Fortsetzung  des  vorhergehenden  Abschnitts.  Sodami 
stehen  die  einleitenden  Stücke  37,16—26  und  38,24—39,11 
unter  einander  in  innerer  Beziehung.  Anderswo  ist  ein  Abschnitt 
durch  den  völligen  Wechsel  des  Themas  angezeigt,  wobei  aber 
der  neue  Ansatz  allgemein  didaktische  Tendenz  hat  (27, 4ft\ 
30,  Iff.  36,  23 ff.). 

Innerhalb  der  Abschnitte  selbst  ist  fast  überall  ein  gewisser 
Zusammenhang  nachzuweisen  ^    meistens  werden    ein  oder  zwei. 


§  2.    Name,  Inhalt  und  Anlage  des  Buches.  XXXV 

seltener  mehr  Themata,  in  längerer  Ausführung  behandelt.  So 
ist  8, 10—9;  16  vom  Umgang  mit  allerlei  Menschen  die  Rede, 
9,  17 — 10,  25  von  der  Ueberhebung  und  ihrer  Strafe,  und  der 
Gottesfurcht  als  der  wahren  Ehre  der  Menschen,  11,2 — 28  von 
der  Geduld,  mit  der  der  Fromme  auf  seine  Rechtfertigung  hoflfen 
soll,  11,29 — 13,24  abermals  von  der  Vorsicht  im  Umgang, 
15, 9—18,  14  von  der  göttlichen  Vergeltung,  20,  10—26  und 
21, 11—22,  18  vom  Toren,  22,  27—23,  27  von  unvorsichtigen  und 
bösen  Reden  und  Unzucht,  25,  13 — 26,  18  von  schlechten  und 
guten  Frauen.  Unverkennbar  ist  der  Zusammenhang  von  29, 1 — 28 
(vgl.  bes.  V.  28),  von  34, 12—35,  13,  von  30,  28—40,  von  31,  21— 

33,  13a.  36,  16b— 22.  In  39, 12—41,  13  fordern  die  einzelnen 
Stücke  einander,  in  42,  1 5 — 50,  24  stehen  sogar  die  ganzen  Ab- 
schnitte unter  einander  in  enger  Beziehung.  Zusammenhang  besteht 
aber  auch  in  1,25—4,  lu.  7,  18—36.   25,  1—11.  27,  16—28,26. 

Selten  sind  Ideinerc  Stücke  ohne  deutliche  innere  Beziehung 
aneinandergereiht  wie  in  5,  1 — 6,  17.  18,  28 — 20,  26.  Oefter  steht 
dagegen  eine  kurze  Ausführung  völlig  vereinzelt  in  fremdartigem 
Zusammenhang,  namentlich  am  Schluss  von  AbsoJinitten,  so 
8,  1—7.  10,  26—29.  26,  29—27,  3.  50,  25.  26.  40,  2s— 30.  Nach 
den  letzten  beiden  Fällen  möchte  man  hierbei  eine  gewisse  Ab- 
sicht vermut<m.  Bemerkenswert  ist  aber  namentlich,  dass  viel- 
fach dieselben  Gegenstände  an  verschiedenen  Orten  behandelt 
werden.  Von  der  Mildtätigkeit  handeln  3,  30 ff.  7,  33 ff.  12,  Iff. 
18,  15ü'.,  von  wahrer  und  falscher  Scham  4,  20ff.  41,  14ff.,  von 
der  Wahl  von  Freunden  6,5—17.  7,18.  12, 8 ff.  37,  Iff.,  von 
der  Verschwiegenheit  19,  4ff.  22, 19 ff.  27,  16ff.,  von  der  Annahme 
von  Gastlichkeit  29,  21  ff.  40,  28  ff.,  von  der  Massigkeit  im  Essen 

34,  19  ff.  37,  27  ff. 

Diese  Wiederholungen  beweisen,  dass  das  Buch  nicht  nach 
einem  Plane  geschrieben  ist,  der  von  vornherein  bis  ins  Einzelne 
feststand.  Sie  können  auch  nicht  daraus  erklärt  werden,  dass 
der  Verfasser  über  dem  Schreiben  auf  dies  und  jenes  Thema 
zurückkam,  weil  eine  an  früherer  Stelle  stehende  Behandlung 
ihm  nicht  genügte.  Vielmehr  ist  das  Buch  grösstenteils  auf  Grund 
mündlicher  Vorträge  entstanden,  die  selbst  schon  die  Form 
poetischer  Spruchrede  hatten.  Sirach  wird  manche  dieser  Vor- 
träge niedergeschrieben  haben,    ehe  er  an  die  Komposition    des 

III* 


XXXVI  i^ap.  1.     Jesus  Sirach  und  sein  Buct. 

Buches  ging,  vielleicht  schon,  ehe  er  sie  mündlich  hielt.  Im 
Unterricht  wird  er  aber  im  Laufe  der  Zeit  auf  verschiedene  Be- 
handlungen derselben  Themata  verfallen  sein,  deren  schriftliche 
Aufzeichnung  er  bei  der  Abfassung  des  Buches  verwertete ').  Ein- 
zelne Abschnitte,  wie  z.  B.  42,  15 — 50,  24  können  freilich  rein 
literarischen  Urs^trungs  sein.  Aber  Sirach  hat  dem  vielseitigen 
Inhalt  seiner  Lehre  entsprechend  auch  nicht  nur  in  seiner  Schul- 
stube, sondern  ausserdem  öffentlich  geredet.  Der  Abschnitt 
31,  21 — 36,  22  ist  wahrscheinlich  bei  einer  Festfeier  im  Tempel 
vorgetragen,  wenn  auch  zunächst  nur  im  Kreise  der  Frommen, 
die  dort  ihren  Parallel-Gottesdienst  neben  dem  offiziellen  hielten'-). 
Dort  wird  er  auch  den  Psalm  51,  1 — 12  ff.  rezitiert  haben.  Aber 
er  erreichte  dort  auch  die  Ohren  der  Volkshäupter,  die  er  30,  27. 
45,26.  50,  23.  24  (vgl.  24,  32—34)  schwerlich  nur  schiiftstellerisch 
apostrophiert. 

Auf  der  anderen  Seite  tritt  eine  gewisse  Disposition  nicht 
nur  in  der  Einleitung  der  einzelnen  Abschnitte,  sondern  auch 
in  der  Anordnung  des  Stoffes  zu  Tage.  Sirach  geht  aus  von  der 
Demut,  die.  Gottesfurcht  und  Gottvertrauen  ist  und  sich  auch  in 
der  Ehrfurcht  vor  den  Eltern  und  in  Hilfsbereitschaft  gegenüber 
den  Geringen  betätigt  (2,  1 — 4,  10).  Er  handelt  sodann  von  der 
Wahrung  der  Persönlichkeit  in  Vermeidung  der  Sünde  und  der 
Wüi'delosigkeit  (4,  20 — 6,  17)  und  von  der  Nächstenpflicht  (c.  7). 
Im  Weiteren  tritt  die  Mahnung  zur  Vorsicht  gegenüber  den 
Menschen  (c.  8.  9.  12.  13),  die  Aufforderung  zu  vernünftigem 
Lebensgenuss  (c.  14)  und  die  Warnung  vor  dem  bösen  Beispiel 


•)  Haltlos  ist  die  auch  von  Ewald  (Jahrbb.  d.  bibl.  Wissenach.  III 
S.  125  fF.,  Gesch.  *  IV  S.  340  tt'.)  vertretene  Behauptung,  dass  Sirach  ältere 
Werke  wörtlich  in  sein  Buch  aufgenommen  habe.  Dem  widerspricht  das 
hohe  Selbstgefühl,  mit  dem  Sirach  von  seiner  Inspiration  redet  (15,  9.  10. 
24,  30flf.  36,  16  a.  30,  25  ff.  39,  6  ff.  50,  27),  aber  auch  die  überall  sich  gleich- 
bleibende Sprache  und  Geistesart  des  Buches.  Die  sonderbare  Meinung 
stammt  aus  dem  unechten  Prolog,  der  sich  im  Cod.  248  und  der  Synopse 
des  Athanasius  findet.  Hier  beruht  sie  aber  auf  durchsichtigem  Missverständnis 
des  echten  Prologs. 

2)  Dass  das  geschab,  ist  aus  manchen  Psalmen  deutlich,  die  eben 
diesen  Ursprung  und  diese  Bestimmung  haben.  Vgl.  z.  B.  Ps.  6.  15.  24.  26.  2.S. 
—  Uebrigens  gab  es  auch  öffentliche  Zusammenkünfte  .der  Weisheitslehrer, 
in  denen  sie  wetteifernd  Vorträge  hielten ;   vgl.  6,  34 — 36.  Prv.  8,  1  ff".  9,  1  ft\ 


§  2.    Name,  Inhalt  lind  Anlage  des  Buches.  XXXVII 

des  Toren  hervor  (c.  21.  22).  In  dem  Gebet  um  Bewahrung  vor 
unbedachten  Reden  und  Unzucht  und  der  daran  angeschlossenen 
Ausführung  über  derartige  Sünden  wird  ein  vorläufiger  Abschluss 
erreicht  (c.  2,3).  Eingestreut  sind  ausführliche  Warnungen  vor 
Hochmut  (9,  17 — 10,  18),  Ermahnungen  zur  Hoffnung  auf  das 
Endschiclvsal  (c.  11)  und  eine  lang  ausgesponnene  Darlegung  des 
Glaubens  an  die  göttliclie  Vergeltung  (c.  15 — 18). 

Neu  angesetzt  wird  mit  dem  Lobe  der  Weisheit  (c.  24). 
Neben  den  Klagen  über  böse  Frauen  (c.  25.  26)  treten  hier 
Ausführungen  über  das  Verlialten  in  besonderen  Lebenslagen 
hervor.  Gehandelt  wird  von  Leihen  und  Bürgen  und  Annahme 
von  Gastfreundschaft  (c.  29),  vom  Verhalten  beim  Gastmahl  und 
beim  Weingelage  (c.  34.  35),  bei  der  Errichtung  des  letzten 
Willens  (30,  28—32),  bei  Kranlvheit  und  Tod  (c.  37.  38).  Uebri- 
gens  spielen  die  Fragen  der  religiösen  Reflexion  hier  eine  noch 
grössere  Rolle  als  im  ersten  Teil.  In  den  Erörterungen  über 
Träume  (c.  31,  1—8)  und  den  Wert  des  Kultus  (31,  21  ff.)  sind 
sie  praktischer  formuliert,  und  in  denen  über  die  Erwählung 
Israels  (36,  7—15),  über  Leiden  (c.  40)  und  Tod  (c.  41)  greifen 
sie  weiter  aus.  Dabei  kommt  das  nationalreligiöse  Selbstbewusst- 
sein  Israels  hier  ausführlich  zu  Worte  (c.  24.  44 — 50),  und 
gegenüber  den  früheren  Hinweisen  auf  die  in  der  Vorzeit  über 
die  Heiden  ergangenen  Strafen  (10,  13  ff.  16,  5  ff.)  steht  hier  das 
inbrünstige  Gebet  um  endlichen  Eintritt  des  Weltgerichts  (33, 
1— 13a.  36,  16h— 22).  Von  38,  24  an  ist  die  Anordnung  des 
Stoffes,  Avenn  man  von  40,  28—30.  41,  14—42,  14  absieht,  durch- 
aus planvoll,  und  in  dem  Lobe  Gottes  als  des  Schöpfers  der 
Welt,  dem  Lobe  der  Väter  der  Vorzeit  und  des  Hohenpriesters 
Simon  findet  das  Ganze  einen  wirkungsvollen  Abschluss,  der  in 
ernster  Mahnung  an  die  griechenfreundliche  hohepriesterliche 
Familie  ausklingt  (50,  22—24  vgl.  45,  26).  Die  beiden  Lieder 
sind  passend  in  den  Anhang  gesetzt.  Vielleicht  sind  sie  von 
Sirach  auch  erst  später  nachgetragen.  Man  hat  den  Eindruck, 
dass  seine  schriftstellerische  Kunst  über  seiner  Arbeit  gewachsen 
ist.  Aber  dass  der  Zusammenhang  in  den  späteren  Stücken 
straffer  und  die  Disposition  durchsichtiger  ist  als  in  den  früheren, 
hängt  auch  mit  der  Verschiedenheit  der  hier  und  dort  behandelten 
Gegenstände    zusammen.     Ueberhaupt   ist   ihm   literarische  Be- 


XXXVIII  Kap.  1.    Jesus  Sirach  und  sein  Buch. 

gabung  und  trotz  aller  Aülehnung  an  die  kanonischen  Muster 
echte  Originalität  nicht  abzusprec'hen.  Bemerkenswert  ist  die 
Mannigfaltigkeit,  mit  der  er  dieselben  Themata,  wie  z.  B.  das 
Lob  der  Weisheit,  an  verschiedenen  Stellen  behandelt,  und  die 
Loblieder  auf  den  vSchöpfer  der  Natur  und  die  frommen  Väter 
Israels  (42,  15 — 49,  16)  sind  in  ihrer  Art  gross  angelegt  und 
durchgeführt. 


§  3.     Dichterische  und  sprachliche  Form. 

Zusammenhängende    Spruchrede    findet    sich    in    den   Pro- 
verbien  in    grösserem  Umfang    nur   in  Prov.    1 — 9,    von  Sirach 
wird  sie  fast  überall  angewandt.     Das  hat  zur  Folge,   dass  das 
Distichon,    das    er    ausschliesslich    geliraucht,    seinen   ursprüng- 
lichen Charakter    in    hohem  Masse    verliert.     An  Prägnanz    des 
gnomischen  Ausdrucks  steht   er   hinter  den  Proverbien   zurück, 
die  Rede  ist  oft  zerflossen  und  sinkt  zuweilen   zu  rhythmischer 
Prosa  herab.     Der  synonyme  Satzrhythmus,  der  als  die  Grund- 
form aller  hebräischen  Poetik  auch  in  der  Rede  des  Weisheits- 
lehrers die  Vorherrschaft  behält,  ist  eben  für  eine  fortschreitende 
Gedankenentwicklung    wenig     geeignet.      Hinderlich    ist    dabei 
überall  auch  die  Steigerung  oder  Spezialisierung  des  Gedankens, 
womit  in  diesem  Verse  der  zweite  Stichus  den  ersten  regehnässig 
überbieten  muss.     Deshalb   muss    ein  Gedanke,    um  ihn    zu  er- 
schöpfen,   in  mehreren  Distichen  dieser  Art  nach  verschiedenen 
Seiten    gewandt    w^erden,    wobei    der  Zusammenhang    äusserlich 
gern  durch  die  Anaphora  oder  auch  durch  gleichförmigen  Satzbau 
zum  Ausdruck    gebracht   wird.     Der  Fortschritt    des  Gedanken- 
gangs vollzieht   sich    dagegen  im  Grossen   meistens    durch    die 
Gegenüberstellung  von  in  sich  sinnverwandten  Versgruppen,  im 
Einzelnen  aber  durch  Anwendung  des    antithetischen   und   syn- 
thetischen und  sehr  oft  auch  des  sogenannten  trägen  Satzrhythmus, 
indem  ein  Satz    sich  durch   beide  Versglieder,    oder  auch  durch 
zwei  (37, 17.  18)  oder  gar  drei  (49,  6.  7)  Distichen  hinzieht. 

In  seiner  äusseren  Form  hat  das  Distichon  indessen  fast 
immer  das  Ebenmass,  das  die  ATI.  Spruchpoesie  charakterisiert. 
Die  masorethische  Punktation  würde  ungefähr  in  jedem  Stichus 


§  S.    Dichterische  und  sprachliche  Form.  XXXIX 

2 — 4  Accente  statuieren.  Innerhalb  dieser  Grenzen  erscheint 
freilich  bald  der  erste  bald  der  zweite  Stichiis  etw^as  länger  als 
andere.  Aber  die  Absichtlichkeit  des  Ebenmasses  ist  daraus 
deutlich,  dass  bei  dem  sogenannten  trägen  Rhythmus  oft  syn- 
taktisch eng  zusammenhängende  Wörter  durch  die  Cäsur  aus- 
einandergerissen werden  (vgl.  zu  1, 2).  Ausdilicklich  scheint 
Sirach  von  einem  Metrum  der  Psalmen  zu  reden  (vgl.  zu  44,  5, 

47,  9),  und  es  ist  kaum  zu  bezweifeln,  dass  auch  seine  eigenen 
Verse  nach  einem  bestimmten  Metrum  gebaut  sind  (vgl.  auch 
zu  50,  27).  Hierfür  kommt  auch  die  aufPälige  Wortstellung  in 
Versen  wie  35,  7.  36,  28.  49,  15  in  Betracht.  Hat  es  überhaupt 
eine  für  uns  noch  erkennbare  hebräische  Metrik  gegeben,  so  muss 
sie  im  Sirach  und  in  den  jüngsten  poetischen  Stücken  des  Kanons 
erkennbar  sein,  weil  wir  die  hebräische  Aussprache  dieser  Zeit 
kennen.  Aber  der  Schlüssel  des  Rätsels  ist  noch  nicht  gefunden^). 

Wie  zuerst  0.  Fr.  Fritzsche  bemerkt  hat,  bewegt  sich 
die  Rede  überall  in  kleineren  Absätzen,  was  öfter  zu  stro- 
phischer Gliederung  führt.  So  besteht  das  Lob  der  Weisheit 
c.  24  aus  6  Stroplien  von  je  6  Distichen.  Dabei  sind  diese 
sechs  Strophen  in  sich  selbst  sehr  verschieden  gegliedert,  so  dass 
hier  das  Mass  von  6  Distichen  als  Einheit  gelten  muss.  Anderswo 
bewegt  sich  die  Rede  längere  Strecken  hindurch  in  Absätzen 
von  je  4  Distichen,  ohne  dass  man  die  Absätze  überall  in  Vers- 
paare zerlegen  könnte.  So  sind  z.  B.  43,  6 — 26  der  Mond,  die 
Sterne  und  der  Regenbogen,  das  Gewitter,  der  Schnee  und  der 
Reif,  der  Frost,  das  Meer  in  6  X  4  Distichen  geschildert.  Die 
Geschlossenheit  dieser  6  Absätze  wird  dadurch  nicht  in  Frage 
gestellt,  dass  im  letzten  neben  dem  Meere  auch  der  Engel  des 
Herrn  in  einem  Distichon  behandelt  ist.  Häufiger  erscheinen 
3  Distichen  als  Mass  des  Absatzes,    so  z.  B.  im  Lobe  des  Elia 

48,  1 — 11  ^4X3.  Noch  öfter  müssen  aber  Verspaare  an- 
genommen werden,  so  z.  B.  im  Lobe  der  Weisheit  14,  20 — 15,  8 

')  E.  Sievers'  metrischen  Studien  habe  ich  noch  nicht  folgen  können. 
Hubert  Grimme's  Verstheorie  scheitert  an  allzu  vielen  Stellen.  Vgl.  Metres 
et  strophes  dans  lea  fragments  hebreux  du  manuscrit  A  de  l'Ecclesiastique, 
Leipzig  1901  (wiederholt  und  erweitert  aus  Revue  biblique  1900.  1901).  Voll- 
kommen willkürlich  verfährt  N.  Sehlögl,  Ecclesiasticus  (39,  12—49,  16)  in 
formam  originalem  redactus,  Vindob.  1901. 


XL  Kap.  1.     Jesus  Sirach  und  sein  Buch. 

=  4X2  +  4X2  +  2.  Wo  fünf  Verse  zusammengehören, 
sondert  sich  stets  einer  oder  auch  zwei  von  den  übrigen  ab. 
So  wird  z.  B.  43,  2  —  5  die  Sonne  in  4  +  1  Distichen  ge- 
schildert. Grössere  Absätze  finden  sich  bei  Aufzählungen,  so 
z.B.  41,  17—42,  Id  (11  (10)  Disticha),  v.  le— 8  (10(8)  Disticha), 
44,  3 — 7  (7  (6)  Disticha).  Aber  abgesehen  davon  ei'scheinen  ß 
Disticha  als  das  höchste  Mass  eines  Absatzes,  und  2  und  3 
Disticha  als  die  Grundform  aller  Glioderimg.  Oefter  wird  ein 
Abschnitt  durch  ein  einzelnes  Distichon,  das  das  Thema  angibt, 
eingeleitet;  vgl.  z.  B.  4, 11.  10,  13cd.  13,  21.  18,  1.  2  u.  ö.  Be- 
liebt ist  aber  auch,  wie  schon  Bickell  gesehen  hat,  Reihen  von 
Verspaaren  mit  einem  einzelnen  Disti dum.  Reihen  von  drei- 
versigen  Absätzen  mit  einem  Verspaar  oder  einem  einzelnen  Disti- 
chon abzuschliessen.  So  liat  die  Mahnung  die  Eltern  zu  ehren 
3,  1 — 16  die  Form  7X2  +  1,  die  Ausführung  über  die  Willens- 
freiheit 15,  9—20  die  Form  2X2  +  1,  3X2  +  1,  die  Mahnung, 
die  heiligen  Abgaben  zu  entrichten  7,  29 — 32  =  2X2  +  1,  da- 
gegen die  Paränese  1,  22 — 30  =  3X3  +  2,  die  Mahnung  zur 
Geduld  c.  2  =  6  X  3  +  2,  das  Lob  der  Weisheit  6,  18—37  =  5 
X  3  +  2,  3  +  2,  das  Lob  des  Arztes  38,  1—15  =  2X3  +  2, 
2X3  +  1. 

In  allen  solchen  Fällen  darf  man  geradezu  von  strophischer 
Gliederung  reden,  ein  gewisses  Streben  nach  strophischem  Gleich- 
mass  lässt  sich  aber  überall  nachweisen.  So  geht  z.  B.  der 
Schilderung  der  Sonne  43,  2—5  in  4  +  1  Distichen  v.  1  ein 
Distichon  über  das  Firmament  voraus.  Augenscheinlich  soll  die 
Vereinzelung  des  letzteren  durch  das  Uebermass  bei  der  Sonne 
ausgeglichen  werden.  Im  Lobe  der  Väter  c.  44  ff.  hat  der  Ein- 
gang 44,  1—15  die  Gestalt  2.  7.  3  X  3,  dann  folgen  Henoch  1, 
Noa  3,  Abraham  2  X  3,  Isaak  1,  Jakob  3.  Auch  liier  stehen  die 
vereinzelten  Distichen  bei  Henoch  und  Isaak  zu  einander  in  Be- 
ziehung. Grosse  Regelmässigkeit  hat  auch  Lob  des  Schrift- 
gelelu'ten  38,24—39,  11  =  1  (Eingang),  3  (Bauer),  3  (Künstler), 
4  (Schmied),  4  (Töpfer),  3X2  (ihrer  aller  Unterschied  vom 
Schiiftgelehrten),  4X2.  4.  2  X  2  (Glück  des  Schriftgelehrten). 
Dasselbe  gilt  von  der  Ausführung  über  gute  und  schlechte  Rat- 
geber 37,  7 — 15  =  4.  6.  2.  2.  1,  und  dem  Eingang  des  ganzen 
Buches  1,1—20  =  4.  4.  3.  3  X  2.  1. 


§  3.     Dichterische   und  sprachliche  Form.  XLI 

Die  angeführten  Beispiele  be^veisen,  dass  die  Frage  nach 
der  stropliischen  Gliederung  bezüglich  des  Zusammenhangs  der 
einzelnen  Verse  überall  gestellt  ^vel'den  muss.  Ihre  Beantwortung 
ist  für  die  Kritik  und  Exegese  des  stark  verderbten  und  schlecht 
übersetzten  Textes  von  grosser  Wichtigkeit.  Verwirrung  wird 
aber  angerichtet,  wenn  man  feststehende  strophische  Schemata 
durch  das  ganze  Buch  hin  nachweisen  will;  die  darauf  gerichteten 
Versuche  kommen  überall  auf  Zerstörung  des  Zusammenhangs 
hinaus.  Ebenso  wenig  lassen  sich  gewisse  runde  Zahlen  als  das 
feststehende  Mass  grösserer  zusammenhängender  Abschnitte  er- 
weisen. Es  ist  wahr,  dass  wie  das  Lob  der  Weisheit  c.  24,  so 
auch  das  Lob  des  Hohenpriesters  Simon  50,  1 — 24,  sowie  der 
Psalm  51,  1 — 12  aus  je  36  Distichen  bestehen.  Abschnitte  von 
je  30  Distichen  sind  die  Ausführungen  üi)er  die  Hoffnung  der 
Frommen  11,  2 — 28,  und  die  über  Gesundheitspflege,  Arzt, 
Krankheit  und  Tod  37, 27 — 38, 23,  ebenso  das  Lob  Gottes 
39,  12 — 35.  Abschnitte  von  je  20  Distichen  sind  z,  B.  c.  2  und 
40,1—17;  die  Einleitung  1,1—20  hat  18  Distichen.  Aber  da- 
neben finden  sich  Abschnitte  von  39  (34,  12—35,  13),  37  (38,  24— 
39,11),  35  (25,13—26,18),  34  (31,21—32,26),  31  (29,1—28; 
36,23—37, 15),  17  (33,1— 13a.  36,16b— 22;  41, 1—13)  Distichen, 
die  man  keineswegs  auf  runde  Zahlen  zurückführen  kann.  Das 
Lob  des  Schöpfers  42,  15 — 43, 33  hat  53  Distichen,  das  der 
Väter  44,  1 — 49,  16  hat  211,  Ich  kann  aber  kein  Gewicht  darauf 
legen,  dass  diese  beiden  Stücke  sich  mit  dem  Lobe  des  Simon 
(50,  1 — 24  =  36  Distichen),  mit  dem  sie  freilich  eng  zusammen- 
gehören, zu  300  Distichen  ergänzen.^) 


Wie  der  Enkel  sagt,  will  Sirach  durch  sein  Buch  die 
Kenntnis  der  heiligen  Bücher  den  Laien  vermitteln.  Deshalb 
lehnt  er  sich  in  hohem  Masse  auch  an  die  Ausdrucks  weise  der 
heiligen  Bücher  an,  und  das  ist  einbegriffen,  wenn  der  Enkel 
sagt,  der  Grossvater  habe  auf  Grund  der  ixavr^  £?i;  geschrieben, 
die  er  durch  sein  Schriftstudiuni  erworben  hatte.  Er  bezieht 
sich  übrigens  auf  die  heiligen  Bücher  immer  nur  in  Anspielungen 


')  Vgl.  Grimme  uml  Schiögl  a.  a.  0  ;  Bickell  in  der  Wiener  ZfKM. 
VI  87  ff.;  Schlatter,  das  hebr.  Stück  des  Sirach  S.  100  ff.;  D.  H.  Müller, 
Strophenbau  und  Responsion  S.  78  ff. 


XLII  Kap.  1.    Jesus  Sirach  irnd  sein  Buch. 

an  ihren  Wortlaut,  der  augenscheinlich  auch  seinen  Lesern  in 
hohem  Grade  geläufig  war.  Am  stärksten  tritt  diese  Anlehnung 
im  Lobe  der  Väter  c.  44 — 49,  sowie  in  den  Gebeten  c.  33.  36 
und  c.  51  hervor.  Auch  die  Proverbien  hat  er  viel  benutzt, 
und  in  längeren  Ausführungen  klingt  überall  ein  biblisches 
Thema  durch.') 

Als  Spruchdichter   bewegt  Sirach  sich  öfter   in  der   über- 
lieferten Form  des  sogenannten  Zahlenspruchs  (23, 16.  25,  1.  2. 

7.  26,  5.  28.  50,  25).  Auch  sonst  gefällt  er  sich  darin,  Dinge 
in  runder  Zahl  aufzuzählen.  Vgl.  sechs  Baumarten  24,  13 — 16, 
sechs  Flüsse  24, 25 — 27,  zwölf  Arten  von  heiligen  Männern 
44,3 — 6,  fünf  Organe  des  Menschen  17,6,  zehn  Lebensbedürfnisse 
39, 26.  Anderswo  scheint  mit  Absiciimchkeit  die  runde  Zahl 
vermieden  zu  sein.  Vgl.  neun  37, 1 1.  40, 18— -26  (?),  elf  50,6—10. 
Uebrigens  verfällt  er  öfter  iu  sprachliche  und  dichterische 
Künstelei^ ,  die  z.  T.  freilich  auch  schon  in  alter  Zeit  Miebt 
war.  Gern  redet  ei",  worauf  zuerst  Peters  aufmerksam  gemacht 
hat,  in  gesuchter  Paronomasie.     Vgl.  z.  B.  7.  16  '\)12V  und  inj;n\ 

8,  18  i:  und  "i,  42,  14  mcne  und  ^iziin.  43,  1  isin  und  ima,  45, 19 
ühT)  und  dSsx^i,  46.  7  2^^ph  und  n^3U^nS,  .50,  8.  9  pjnS  und  njinS. 
Eben  dahin  gehören  die  zahlreichen  Namenserklärungen,  wie  die 
von  -yt^in  43,  8,  Abraham  44,  19,  Mose  (sifio!)  44,  23,  Josua  46,  1, 
Samuei  46,  13,  Salomo  47,  13,  Hizkia  48,  17.  22,  Jesaja  48,  20. 
Den  Namen  Rehabeam  zerlegt  er  dabei  47,  23  in  am  und  üV, 
um  so  zugleich  die  förmliche  Nennung  des  Gottlosen  zu  vermeiden. 

Uebrigens   behandelt  er  die  tote  Sprache  mit  Geläufigkeit 
und  aur-b  in  individuellem  Stil.     In  hohem  Grade  kehit  freilich 


')  Nicht  ohne  Uebertreibunt:'  im  Einzelnen  ist  das  von  Schechtfr  (The 
Wisdom  p.  12 — 38)  und  J.  K.  Gasser  iu  seiner  Züricher  Dissertation  (das 
althebräische  Spruchbuch  u.  s.  w.,  Gütersloh  19ü;3)  ausgeführt.  Man  vergleiche 
aber  betr.  der  Proverbien:  i,  Ua  =  Prv.  9,  lü.  Ps.  111,  10;  1,  JTa  =  Prv. 
15,  33a;  4,  1-J  =  Prv.  8,  35;  5,  8b  =  Prv.  11,  4a;  6,  27b  z^  Prv.  4,  13a; 
10,27b  =  Prv.  12,9b;  11,  Sa  =  Prv.  18,13a;  24,  3  ff.  =  Prv.  8,  22  f.; 
27,  22  a  =  Prv.  6,  13.  14:  27,  26  a.  25  a  =  Prv.  26,  27;  35,  24  a  =  Prv.  19, 16  a; 
37,  12  a  =  Prv.  28,  14  a;  37,  18  =  Prv.  18,  21a;  37,  26  a  =  Prv.  3,  35  a.  — 
Betr.  der  Psalmen  ist  von  Interesse  die  Verwenduntr  des  Wortlauts  von 
Ps.  72,  8,  der  nur  auf  einen  Ptolemäer  passt,  für  die  Verheissung  an  Abraham 
44,  21  e  f  (vgl.  Zach.  9,  10),  some  die  Beziehun<r  von  Ps.  89,  27  auf  Israel 
51,  10.  Vgl.  noch  51,  12  ^'-  "  mit  Ps.  148, 14,  wo  aber  die  Priorität  zweifelhaft 
ist,  und  übrigens  das  in  der  Einleitung  zu  c.  44 — 49  Bemerkte. 


§  3.     Dichterische  und  sprachliche  Form.  XLIII 

dieselbe  Ausdrucksweise  bei  ihm  überall  wieder^  was  z.  T.  in 
der  Metrik  der  Verse  seinen  Grund  haben  wird.  Oefter  werden 
aber  auch  ganze  Stichen  und  Distichen  wiederholt.*)  Seine  Ab- 
weichungen von  der  Ausdrucksweise  der  kanonischen  Bücher 
sind  öfter  frappant.  In  wie  weit  aber  ein  singuläror  Ausdruck 
bei  ihm  auf  willkürlicher  Künstelei  oder  auf  jüngerem  Sprach- 
gebrauch beruht,  ist  meistens  schwer  zu  entscheiden.  Indessen 
dürfte  der  eine  Fall  z.  B.  in  pT  n^-inx  16, 3,  der  andere  in 
yr\)^2  S'v  nT-iinh  9,  2  vorliegen. 

Als  ein  hervorragender  Schriftgelehrter  beherrscht  Sirach 
das  Hebräische  viel  besser  als  die  Verfasse)-  der  Chronik,  des 
Koheleth,  des  Daniel,  des  Estherbiichs  und  mancher  Psalmen. 
Aber  als  Weisheitslehrer,  der  obendrein  in  bewegter  Zeit  Partei- 
führer war,  ist  er  auch  weniger  als  die  Verfasser  der  meisten 
Hagiographen  an  die  althebräischen  Muster  gebunden.  Deshalb 
weist  seine  Sprache  auch  eine  grosse  Zahl  von  späteren  Wfirtern, 
sowie  manche  Wortbildungen  und  Wortverbindungen  auf,  die  im 
Kanon  überhaujit  nicht  oder  nur  selten  vorkommen.  Es  ist  aber 
voreilig,  daraus  auf  ein  höheres,  oder  gar  viel  höheres,  Alter 
dieses  oder  jenes  Hagiographons  zu  schliessen. 

An  aramäischen  Wörtern  finden  sich:  D:a  Nifal  beschwert 
werden  34,21  (vgl.  Esth.  1,8.  Dan.  4,6).  nnd  CAü  Zwang  20,4; 
u-*a2  schlimm  sein  3,26;  J7D  und  pyann  frohlocken  16,2.  14,4; 
laj  verbrennen  43,4;  yj  ya  pfui  13,22;  in  wohnen  50,26  (vgl. 
Ps.  84,  11);  nn  Nifal  gemessen  30,  19;  p^m  klug  36,25;  rm  sich 
ereifern  8,  1 1  ;  p  Art  37,  28.  49,  8  (2  Chr.  16,  14  vgl.  Ps.  144,  13); 
nDn_beschimpfen  14,2  (vgl.  Prv.  25,10);  a'tnn  ausstrecken  4,31. 
7,32.  34,14.  18  (dreimal  im  Estherbuch) ;  poo  Geld  34,8;  ?]W 
Hifil  (oder  ?pT  Piel?)  tadeln  11,7;  1J7  Feind  37, 5  vgl.  47,7; 
h)vhv  Sturm  43,17:  püy  Geschäft,  Mühsal  3,22.  7,25.  11,10. 
38,24.  40,1;  n2:j;  (?)  Nifal  kämpfen  4,28;  5?ps  Gedröhn  46,17; 
2,12:  Hifil  verspotten  10,10;  TOi:  Kälte  43,20  (vgl.  Prv.  25,  13); 
r;^  Qual  34,20;    -[i::  bedürftig  sein  42,21,  yi:£  bedürftig  34,4, 

')  Vgl.  5,  6c  =  16,  11c;  6,  4a  =  19,  3b;  18,6a  =  42,  21c;  20,23b 
=  29,  6 d;  2U,  30.  31=  41,14.15;  24,34=  30,26;  39,10  =  44,16, 
übrigens  39,10b  =  34,  IIb;  46,  5a  =  47,  6a  vgl.  46,  16a;  46,5b  =46, 16b; 
45,  26a  =  50,  23a;  46,  12a  =  49,  10b.  Gelegentlich  hat  die  Wiederholung 
anderen  Sinn;  vgl.  26,  10a  mit  42,  IIa,  und  40,  5c  mit  46,  19a. 


XL IV  Kap.  1.     Jesus  Sirach  und  sein  Buch. 

und  Öfter  "ji::  (-[ra)  Bedürfnis  (vgl.  2  Chr.  2,  15);  '^np,  Hifil  an- 
greifen 12.5;  yy  früh  auf  sein  11.21;  n  Geheimes  8.  1(S;  nj?"i 
gegen  Jemanden  freundlich  sein  84,  15.  38,  1 ;  2  nyirn  sich  etwas 
gefallen  lassen  11,20;  nin  belauern  14,22  (vgl.  Ps.  68,17); 
rwyiT]  über  etwas  Gewalt  l)ekommen  3,22;  2'2U>  FJamme  8,  K». 
45, 19  (vgl.  Job.  18,5);  nz^*  44,  1  und  r\n2\:fD  Lob  51,  V2-:  nyi^ 
Stunde  37,14;  p^JKTi  Athemnot  34,20;  nyntt'n  erzählen  44,8, 
.Ti?it*  Gespräch  38,25;  i:n  Kaufmann  42,5  vgl.  37,  11;  D^Sn 
leiblich  7,  18;  hpn  straucheln  13.  23.  15,  12.  35,  20,  nSpn  Anstoss 
34,7;  ipn  abmessen  47,9  (dreimal  im  Koheleth). 

Einzelne  dieser  Wörter  können  freilich  auch  althebräiscli 
sein,  obwohl  wir  sie  nur  als  aramäisch  kennen.  So  z.  B.  ip 
demütig  12,  5.  Dagegen  sind  n^iro  hässlich  11,  2.  13,  22,  und 
nmi'  horchen  14, 23  ^venigstens  hebraisiert.  Althebräisch  ist 
n^i^N  (1.  mt^s)  50, 3,  das  sonst  nur  aus  der  Mesainschrift  be- 
kannt ist. 

Uebrigens  reicht  das  Hebräische  des  Kanons  auf  der  einen 
und  das  Neuhebräische  und  das  Aramäische  der  Targume  auf 
der  anderen  Seite  zur  Erklärung  des  Wortschatzes  nicht  aus. 
Sonst  unbekannt  sind  D"*::«  Traurigkeit  41, 2,  ?j::"i  43, 8  und 
p^i'^n  43,  9.  50,  7  erleuchten,  ti^anrn  sich  in  einer  Sache  umtun 
8,  8,  und  manches  andere.  Aehnlich  steht  es  mit  der  Wort- 
bedeutung. In  sonst  aramäischer  und  neuhebräischer  Bedeutung 
findet  sich  npi^  Almosen  3, 30.  7,  10,  in  neuhebräischer,  die 
freilich  auch  schon  durch  LXX  bezeugt  ist,  VJ2i  sich  schämen 
4,  25.  Neuhebräisch  steht  m^y  als  Konjunktion  wie  sonst  "n3j?2 
3,  8,  ebenso  nön  (an  Stelle)  wie  sonst  mien  3,  14.  4,  10.  Oefter 
als  im  Kanon  wird  na  für  ha,  und  nfih  für  ha  und  je  gesetzt 
(s.  z.  8,1).  VgL  auch  p2  darauf  13,7.  35,2  mit  Koh.  8,10. 
Esth.  4.  Iß.  Dagegen  kommt  weder  im  Althebräischen  noch  im 
Neuhebräischen  phn  im  Sinne  von  schaffen  (so  34,  13)  vor.  Neu- 
hebräisch heisst  "12  N2:vr  „was  ihm  gleicht,"  dagegen  10,28. 
38, 17  „wie  es  ihm  gebührt."  Sonst  nicht  belegt  ist  p  ''i:  um 
so  mehr  11,  11.  13,9. 

Wortbildungen,  die  im  Kanon  erst  vereinzelt  sich  finden, 
kehren  im  Sirach  öfter  wieder.  So  das  Fiel  von  Verbis  ij?  in 
^'^2  8,6,  P|^^2  30,12,  r^c  30,23,  T^non  bezw.  Twon  8,17.  9,4. 
14.  42,  12,  und  vielleicht  2T>  11,18;  vgL  auch  3«n  schuldig  8,5. 


§  3.     Dichterische  und  sprachliche  Form.  XLV 

Ferner  Nomina  wie  "ViB)  Plage  40.  29,  VD?  Versuchung  (sonst  nca) 
36,1.  44,20,  nwn  Begierde  14,14,  maS  Lehre  51,28,  ''nv  (leg. 
|ny)  Vergnügen  34,  28.  Sodann  Nomina  verbi  des  Kai  mit  prä- 
ligirtem  o  (vgl.  Ewald  §  239  a)  wie  nao  (von  na;)  ausstrecken 
41,  19,  n:pKi  kaufen  42.  4;  Infinitive  des  EQfil  mit  femininischer 
Endung  (vgl.  Ewald  §.  lö^d)  wie  nji^n  14,13.  32,12,  nn:n  32,20, 
nsmn  51,  17.  Bemerkenswert  sind  namentlich  Nomina  abstracta 
bezw.  Nomina  verbi  wie  nn:  38,  16,  HTni  43,8,  nn"*:^^  51,29, 
no^pj  45,  9,  nnTiy  30, 11  (vgl.  Dan.  2,  9.  6,  5),  nrpu^  38,  26;  vgl. 
nVT  Koh.  12,12.  Es  findet  sich  aber  37,11  auch  n^h^t??,  wo- 
nebeu  als  Variante  das  schon  im  Kanon  vorkommende  SlDpri 
steht,  und  wahrscheinlich  n^S''iifi;^  4,  4.  Eine  seltene  und  späte 
Bildungsform  haben  ferner  '''hnn  Ersatz  44,  17.  46,  12.  48, 8, 
iTJirn  Atemnot  34,20,  ng^^n  12,2.  14,6,  Plural  moiSti>n  32,13. 
48,  8.  Uebrigens  kommen  neue  Nomina  abstracta  auf  ni  vor, 
wie  mpSna  41.  21.  42,  3,  nnpno  44,  4,  mv  10, 18,  nnoii'ö  44,  4. 
Dem  entsprechend  ist  25,  3.  bO,  12.  51, 14.  28  wohl  das  sonst 
neuhebräische  nn^.i  anzunehmen,  ebenso  25,  3  nwsr»  Unsicher'"' 
sind  miTjy  45,4,  nmö  42,8,  a^n^o  43,1  und  a^nitt^  37,17,  denen 
allen  althebräische  Varianten  gegenüberstehen.  ^      w;    ^^,^^^^ 

Aramäische  Konstruktion  scheint  14,  9.  37,  16  im  Gebrauch 
des  kopulativen  SM  vorzuliegen,  ebenso  vielleicht  in  pim  nM 
(halte  dich  fern)  13,  9.  Dagegen  kommt  h  als  Einführung  des 
Objekts  kaum  vor  (vgl.  4,  7.  26,  2).  Der  Gebrauch  des  Hithpael 
13, 10  und  des  Hithpoel  38,  15  im  passivischen  Sinne  ist  auch 
im  Kanon  nicht  ohne  Beispiel!  L"m  so  sonderbarer  erscheint  der 
reflexivische  Gebrauch  des  Suffixes  am  Verbum  -^jni^iirL,'?«  7,  7  und 
■jW'sn'jS  30,  21,  was  der  bekannten  hebräischen  (doch  vgl.  1  Sam. 
2, 29)  und  aramäischen  Analogie  widerspricht.  Anders  steht  es  schon  ^^^^^ 
mit  "pwnn  ha  7,  16.  Neuhebräisch  ist  die  Stellung  des  Frageworts 
am  ScHlüss  des  Fragesatzes,  'so  bei  na  10,  19,  bei  naS  39,  21. 

Da  das  hebräische  Wörterbuch  nicht  nur  auf  der  jüdischen 
Ueberlieferung  und  den  Uebersetzungen  des  A.  T.,  sondern  ebenso 
sehr  auf  der  Analogie  von  Parallelstellen  beruht,  so  trägt  der 
hebräische  Sirach  auch  zur  Erklärung  der  kanonischen  Bücher 
das  Seinige  bei.  Was  z.  B.  nh'^i  Am.  5,  6  bedeutet,  ergibt  sich 
aus  Sir.  8, 10,  und  die  Bedeutung  von  pox,  «IT,  rin,  |n^«,  p:o,  ti^o:  n^cn 
u.  a.  Wörtern    lässt  sich  aus  den  hebräischen  Fragmenten   erst 


XLVL  V  -^"^^V-  II-     ^^^'  liebräische  Text. 

feststellen.  Aber  auch  der  griechische  und  syrische  Text  kommt 
hierfür  in  Betracht.  So  ergibt  sich  der  Sinn  von  inon  "inyi  nro 
Dt.  27,  24  aus  Gr.  Syr.  zu  22,  22.  21,  25.') 


Kap.  II.    Der  hebräische  Text. 

§  4.    Die  talmudischen  und  rabbinischen  Zitate. 

Bis  zur  Entdeclvuug  der  Kairiner  Handschriften  war  der 
hebräische  Urtext  nur  aus  talmudischen  und  rabbinischen  Zitaten 
beliannt.  In  seiner  Verteidigung  des  Studiums  griechischer 
Literatur  machte  Azaria  de  Rossi  im  Me'or  'Enajim  (jMantua  1574) 
fol.  21  ab  (in  Wahrheit  29 ab)  darauf  aufmerksam,  dass  im  Talmud 
und  im  Midrasch  an  mehreren  Stellen  unter  dem  Namen  des 
Ben  Sira  hebräische  Sprüche  angeführt  würden,  die  sich  in 
entsprechendem  Wortlaut  im  griechischen  Sirach  fänden.  Später 
hat  Johann  Buxtorf,  der  Sohn,  in  den  verschiedenen  Loci  seines 
Florilegiuni  Hebraicum  (Basil.  1648)  die  weitaus  meisten  bis  jetzt 
bekannten  Zitate,  und  zwar  auch  die  anonymen,  aufgeführt.  Zu- 
sammengestellt wurden  sie  im  Wortlaut  u.  a.  von  Lob  ben  Seeb 
in  seiner  hebräischen  Retroversion  des  Sirach  (kT'D  p  yit'iiT  nc:" 
Breslau  1798  u.  ö.)  und  von  L.  Dukes  (Rabbinische  Blumenlese 
S.  67 — 84).  Für  die  wichtigsten  bis  dahin  bekannten  Zitate  hat 
i.  J.  1891  S.  Schecliter  einen  reiclihaltigen  kritischen  Apparat 
gegeben  (Jewish  Quarterly  Review  III  682 — 706).  Der  voll- 
ständigste Abdruck,  der  freilicli  auch  nicht  li ergehörige  Zutaten 
entliält,  findet  sich  bei  Cowley-Neubauer,  The  Original  Hebrew 
of  Ecclesiasticus  p.  XIX — XXX.-)   Man  hat  etwa  82  echte  Stichen 


')  Ueber  die  Sprache  Sirachs  vgl.  Nöldeke,  Expositor  XXIX  847  ft"., 
Zeitschrift  für  die  Alttestamentliche  Wissenschaft  XX  81ff. ;  S.  Fränkel, 
Monatsschrift  XLIII  481  ff.;  S.  Landauer,  Zeitschrift  für  Assyriologie  XII  393 f.; 
F.  Perles,  Wiener  Zeitschrift  für  die  Kunde  des  Morgen!.  XI  95  ff. ;  D.  H. 
Müller,  ebenda  S.  103  ff. 

2)  Vgl.  auch  Zunz,  Gottesd.  Vorträge  2  S  106—111.  Bacher,  Jew. 
Quart.  Rev.  XI  344.  XII  284 — 290.  Ich  habe  die  echten  Zitate,  soweit  sie 
durch  die  Handschriften  nicht  gedeckt  sind,  in  meiner  Ausgabe  abgedi-uckt, 
die  übrigen  echten  Zitate   habe  ich   zu  den  betreffenden  Stellen  notiert  und 


§  4.     Die  tahiiiulischen  und  rabbiniaclien  Zitate.  XLVII 

in  der  talraudisclien  und  rabbinischen  Literatur  nacligewiesen. 
Da  die  Zitate  zuweilen  anonym  oder  unter  anderem  Namen  er- 
scheinen, übrigens  die  Freiiieit,  mit  der  griechische  und  der  syrische 
Uebersetzer  sich  oft  bewegen,  erst  durch  die  Entdeckung  der 
hebräischen  Handschriften  recht  deutlich  geworden  ist,  wird  man 
in  Zukunft  wohl  noch  mehr  Zitate  nachweisen  können.  Einzelne 
echte  Sirachsprüche  linden  sich  auch  in  dem  aramäischen  und 
dem  hebräischen  Alfabet  des  Ben  Sira,  die  zuerst  in  Constantinopel 
(1519).  spätei"  u.  a.  von  Dmsius  (Proverbia  Ben  Sirae,  Franekerae 
1597).  neuerdings  von  M.  Steinschneider  (Alphabetum  Siracidis 
utrumque,  Berolini  1858)  herausgegeben  sind. 

Abgesehen  von  16  Stichen  (Is.  23.  21,  22.  23.  25,  2cd.  3. 
9b.  26,3.  27,9a.  28, 12  a)  sind  die  Zitate  jetzt  durch  die  hebräischen 
Handschriften  gedeckt  und  in  sofern  nur  noch  in  Einzelheiten 
von  unmittelbarem  textkritischem  Wert.  Indessen  illustrieren 
sie  den  relativen  Weit  des  Textes  der  Handschriften,  sie  sind 
aber  namentlich  deshalb  von  Interesse,  weil  sie  die  Schicksale 
des  Urtextes  erkennen  lassen.  Ich  zähle  zunächst  die  talmudischen 
Zitate  auf,  weil  sie  wenigstens  innerhalb  gewisser  Zeitgrenzen 
datierbar  sind.  Mit  S"  bezeichne  ich  dabei  diejenigen  Stellen,  an 
denen  ein  echtes  Zitat  ausdrücklich  auf  BenSira  zurückgeführt  wird. 

In  der  Mischna  ist  Pirke  Aboth  4.  7  (4a)  =  Sir.  7,  17. 

/  ...1.  v-j 
Im   Babylonischen  Talmud    sind    an  ecbten  Zitaten    na(^h- 

ge  wiesen: 

Berachoth  48a  =   11.  Ib  (verquickt  mit  Prv.  4,8a).') 

Schabbath  IIa  =  25,  13  (in  starker  Abwandlung).-) 

'Erubin  54a  =  14,11a.  16b.   12a.  x.   12b.   18ab. 

Pesachim  113b  =  25,2  cd. 

tChagiga  13a  =  3.21.  22.^^) 

ihre  Varianten  im  Apparat  angegeben.  Den  Wortlaut  blosser  Anspielungen 
führe  ich  unten  im  Kommentar  auf. 

'j  Ebenso  bei  den  Thosaphisten  zu  f 'Erubin  65  a,  t  Baba  kamma  92  b, 
ferner  t  J.  Berachoth  (Krotoschin)  IIb,  v  J-  Nazir  54b,  t  Bereschith  R.  (Frank- 
furt a.  0.1705)  Xfifol.  lOJc,  v  Koheleth  R.  VII  fol.  102c,  7  Jalkut  Bere.schith 
fol.  46  b. 

^j  Anders  Midrasch  ma'ase  thora  (Jellinek,  Beth  ha-midrasch  II  95). 

^)  Gleichlautend  f  Saadia,  Sefer  ha-galui  (Harka\v,  Leben  und  Werke 
Saadias  Gaou,  Petersburg  und  Berlin  1891)  p.  179,  18.  Anders  ist  der  Wort- 
laut ■!•  J.  Chagiga  77  c   und  wieder  anders   t  Bereschith  Rabba  VUl  fol.  10a 


XLVIII  i^ap.  iL    Der  hebräische  Text. 

Baba  kamma  92b  =  27,  9a.  13,  löbJ) 

fBaba  bathra  98b  =  11,  8b  (in  starker  Abwandlung).-) 

tJebamoth  68b  =  26,3.  x.^)  26,1.  9,8a.  4(3)b.*)  9ab. 
8c.  Prv.  7,  26b '5).  Sir.  11,29b.  30a.  32a.  Jer.  5,27.  y.  Prv. 
27,  Ib.    z.  Sir.  11,29a.  6,6.'^) 

Sanhedrin  76  b  =  37,  8a  vgl.  7b  (in  starker  Abwandlung).^) 

t  Sanbedrin  100b  =  1)  42,  9.  10.«)  —  2)  30,  21a.  23  c  (ara- 
mäisch).^)—  3)  11,  29  a.— 4)  26,  3  —  Jer.  5,  27  (wie  Jebamoth  63  b), 
sodann  aber:    Sir.  11,29a.  6,6.  Mich.  7,5b.  y.  Prv.  27,1b.  z. 

Ausserdem  sind  im  babylonischen  Talmud  an  folgenden 
Stellen  Anklänge  nachgewiesen:  Pesachim  119a  (vgl.  40,  25),  Beza 
32  b  (vgl.  40,  29)'"),  Taanith  5b  (vgl.  35,  4),  Kidduschin  30  b  (vgl. 
21,11)  Baba  mezia  112a  (vgl.  31,27),  Baba  bathra  21a  (vgl. 
38,24a),  Sanhedrin  65b  (vgl.  36,7.  8).^') 

Unechte  Zitate  aus  Ben  Sira  finden  sich  Jebamoth  63  b 
(s.  0.  xyz),  dazu  noch  einige  andere  Sanh.  100b,  darunter  (unten) 
derselbe  Spruch,  der  im  Cod.  B  zu  40,  21 — 26  am  Rande  steht, 
übrigens  auch  Kethuboth  110  b  und  Baba  bathra  146  a  ans  dem 
Buche  Ben  Siras  zitiert  wird.  Beigelegt  "wird  ihm  ferner  Nidda  16b 
ein  Spruch,  der  einigermassen  an  21,  22  anklingt. 

Im  Jerusalemischen  Talmud  findet  sich  ausser  den  ge- 
nannten Anführungen  von  3,21.  22.  11,  Ib  nur  ein  Zitat,   uäm- 


iind  Jalkut  Job.  20,  4  fol.  160  a  (Mitte).  Etwas  abweichend  steht  3,  22  b  auch 
J.  Sota  22  a.  Cowley-Neubauer  p.  XIX  zitieren  falsch,  sie  legen  dem  baby- 
lonischen Talmud  die  Lesart  von  Bereschith  Rabba  bei. 

»)  Dasselbe  Jalkut  Bereschith  fol.  23  d  (Mitte).  Jalkut  Schofetim  fol.  U  a 
(unten).     R.  Nissim,  Sefer  ma'asijoth  (Warschau  1886)  p.  66. 

2)  Dasselbe  t  Jalkut  Mischle  §  956  fol.  140  c  (oben). 

^)  T  R.  Nissim,  Sefer  ma'asijoth  p.  36  =  26,  3  -}-  x. 

')  t  Alfab.  Sir.  II  n  =  9,  8  a.  4  (3)  b. 

»)  t  Alfab.  Sir.  II  a  =  Sir.  9,  8e.  Prv.  7,  26  b. 

*)  6,  6  fast  gleichlautend  j  Saadia  a.  a.  0.  p.  179,  1.  f  R-  Nissim,  a.  a.  0. 
p.  66.     Vgl.  auch  i  Alfab.  Sir.  II  j. 

')  Vgl.  Buxtorf,  Florilegium  Hebr.  p.  47. 

8)  Vgl.  i  R.  Nissim  a.  a.  0.  p.  36.  37.     •;■  Alfab.  Sir.  II  3— a. 

^)  Dasselbe  hebräisch  f  Alfab.   Sir.  II  h. 

^")  Vgl.  auch  Aboth  de  Rabbi  Nathan  25  (am  Schluss). 

^^)  Vgl.  auch  Tanchuma  nann,  j  (Warschau)  p.  Iü9b. 


§  4.    Die  talmudischen  und  rabbinischen  Zitate.  IL 

lieh  Taaiiith  66  d  =  38,1a.')  Dazu  kommt  Berachoth  7  c  ein 
Anklang  au  20,  15. 

Anderweitig  sind  folgende  Zitate  bekannt: 

5,5.  6.  f  Saadia,  Sefer  ha-galiii  p.  177,19.  y  R.  Nissim, 
Sefer  ma'asijoth  (Warschau  1886)  p.  77. 

6,7.  8.     ySaadia,  a.  a.  0.  p.  179,3. 

6,13.     t  Saadia,  a.  a.  0.  p.  179,8. 

7,  1  (aramäisch).  Bereschith  Rabba  XXII  fol.  26b.  Vajikra 
R.  XXII  fol.  190c.  Bemidbar  R.  XVIII  fol.  272  d.  Koheleth  R.  V 
fol.  97b.  tTanchuma  (Frankfurt  a./O.  1701)  npn  fol.  69a. 
Vgl.  die  Ausgabe  von  Buber  fol.  50a  und  dort  die  Anmerkung. 
Ferner  Jalkut  Koheleth  §  972  fol.  185c  unten,  t  Alfab.  Sirac.  I  ö. 

11,28.     tSaadia,  a.  a.  0.  p.  179,6. 

13,  llcd.     fSaadia,  a.  a.  0.  p.  179,15. 

13,25.     t  Bereschith  R.  LXXIII  fol.  82c. 

16,  4a.     R.  Nissim  a.  a.  0.  p.   12. 

16,17.     tSaadia,  a.  a.  0.  p.  179,12. 

18,23.     tTanchuma  nh^')  fol.  13a. 

21,22.  23.  -fPirke  de  rabbenu  ha  -  kadosdi  (ed.  Schön- 
blum) fol.  14  a. 

25,  3.    t  Aboth  de  R.  Nathan  24  (ed.  Schechter  c.  23  p.  78a). 

25,  9b.     Abarbanel,  Nachalatli  Aboth  fol.  200 a.^) 

28,  12.  t  Vajikra  R.  XXXIII  fol.  203b.  Jalkut  Bemidbar 
fol.  192c  Mitte,     f  Jalkut  Tehillim  §  767  fol.  107d. 

38,  4a.  7.  8a.  f  Beresct^ith  R.  X  fol.  12a.  t  Jalkut  Job 
§  901  fol.  148  b  oben. 

Anklänge  finden  sich:  an  9,10  Alfab.  Sir.  I  i,  an  11,  9 
Tanchuma  xixi  §  5  fol.  73a,  an  14, 14  Alfab.  Sir.  I  n,  au  30,32 
Alfab.  Sir.  II  ::,  an  32,  21  Zohar  Lev.  iy  §  3  pag.  62  3),  an  37, 13 

')  Der  Stiehus  erscheint  im  Jerusalemischen  Talmud  in  aramäischer 
Version,  und  so  auch  i  Tanchuma  fpo  §  10  fol.  15  d  (oben)  und  Jalkut  Job. 
§  920  fol.*  153  b  (Mitte)  sowie  unter  k  im  f  aramäischen  Alfabet  des  Ben  Sira. 
Dagegen  hebräisch  Schemoth  Rabba  XXI  fol.  139  a  und  Pesikta  rabbathi  (ed. 
Friedmann)  fol.  127  a  (mir  unzugänglich).  . 

^)  So  nach  Buxtorf  (Florilegium  p.  29),  der  die  Herkunft  des  Spruches 
nicht  erkannt  hat.     Betr.  6,  27  vgl.  unten  S.  513. 

*)  So  zitieren  Cowley-Neubauer.  ich  finde  das  Zitat  in  den  mir  zu- 
gänglichen Zohar-Ausgaben  nicht. 

Sraend,  Sirach-Kominentar.  1' 


L  Kap.  IL    Der  hebräische  Text. 

Alfab.  Sir.  I  ti»,  an  38,  24  a  Aboth  de  R.  Nathan  (ed.  Scliechter) 
c.  33  fol.  73b.  Ferner  hat  Eapo])ort  auf  die  Nachahmung  von 
Sir,  50;  5 — 8  im  Lobgedicht  auf  den  Hohenpriester  hingewiesen, 
das  sich  im  Musafgebet  des  Versölinuiigstages  nach  deutschem  Ritus 
lindet  (vgl.  unten  zu  50,  5).  Unverkennbar  klingen  aber  auch 
manche  Sprüche  im  D^rjon  inzü,  der  aus  dem  Arabischen  ins 
Hebräische  übersetzt  ist,  an  Sirach  an.  Buxtorf  führt  daraus  in 
seinem  Florilegium  p.  303  einen  Spruch  an,  in  dem  schon  Reif- 
maun  (Ha-asif  Hl  p.  250,  so  nach  Cowley-Neubauer  p.  XXX) 
eine  Abwandlung  von  30,  16  erkannt  hat.  Er  steht  in  der  von 
ihm  benutzten,  mir  unzugänglichen,  Ausgabe  von  B.  H.  Ascher 
(London,  Trübner,  5619 — 1859)  unter  Nro.  457.  Ferner  vergleicht 
Reifmann  Nro.  318  mit  19,  10,  Nro.  357  mit  20, 18,  Nro.  58  mit 
20,30.  41,14,  Nro.  66.  67  mit  26,28,  weniger  überzeugend 
Nro.  564  mit  40,  28  (vgl.  unten  zu  den  betr.  Stellen).  Ich  habe 
nach  der  Ausgabe  von  Filipowski  (London  1851)  zu  4,  26.  9,  10. 
20,12.  36,  29  weitere  Parallelen  angemerkt.  Vgl.  auch  unten  S.  516. 

Unechte  Sprüche  Ben  Siras  stehen  noch  bei  Saadia,  Sefer 
ha-galui  (ed.  Harkavy  p.  179,  20ff.)  und  in  den  beiden  Alfabeten; 
noch  andere  hat  Schechter  (Jew\  Quart.  Rev.  III  S.  695 — 97, 
Nro.  19.  22—24)  nacingewiesen."*) 

Der  Text  der  Talniudzitate  ist  fast  überall  schlechter, 
meistens  viel  schlechter,  als  der  der  Handschriften.  Schon  Pirke 
Aboth  4,  7  (4a)  ist  7,  17  willkürlich  umgestaltet,  nur  kommt  dort 
mi  neben  dem  mxj  der  Handschriften  in  Betracht.  Sonst  sind 
es  sehr  wenige  Stellen,  an  denen  die  Talmudzitate  gegen  die 
Handschriften  das  Ursprüngliche  bieten  oder  ihm  näher  kommen, 
wie  3,  21.kSciö2,  9,8  c  nu-'ü  ^Kinn,  9,9  a  S^x.  Mehrfach  liegen 
aber  die  stärksten  Umdichtungen  vor  wie  B.  Schabbath  IIa, 
B.  Pesachim  113b,  B.  Baba  bathra  98b,  B.  Nidda  16b.  Die 
zahlreichen  und  grossen  Abweichungen  der  Zitate  erklären  sich 
auch  nicht  aus  mündlicher  Ueb erlief erung.  Denn  im  babylonischen 
Talmud  werden  die  Zitate    meistens  aus  dem  «TD  p  ICD-)  her- 

')  Sonderbare  Umdichtungen  von  Sirachsprüchen  finden  sich  in  dem 
von  Scheehter,  Jew.  Quart.  Rev.  XII  S.  459,  mitgeteilten  Fragment. 

2)  So  Chagiga  13  a.  Baba  bathra  98  b.  Jebamoth  63  b.  Sanh.  100  b,  Nidda 
IG  b  und  ebenso  J.  Berachoth  IIb.  Vgl.  2'n3T  B.  Berachoth  48a  und  D'sinsD 
3'roT  B.  Baba  kamma  92  b.  Aus  Sirachhandschriften  stammen  aber  auch  die 


§  4.     Die  talmudischen  und  rabbinisehen  Zitate.  LI 

geleitet,  und  obendrein  stimmt  der  babylonische  Talmud  in  merk-  4 
würdigen  Textfehlern  mit  dem  Cod.  A  übefein,  so  'Erubin  54a  | 
in  der  Vorwegnähme  von  14,  16a  in  14,  12a,  und  Jebumoth  63b 
und  Sanhedrin  100  b  in  der  Einschaltung  von  Jer.  5,  27  in  11,  29 ft'. 
Somit  bezeugt  der  Talmud  das  Alter  der  Textentartung,  die  im 
Cod.  A  vorliegt,  um  so  mehr,  als  die  Zitate  Jebamoth  63  b  und 
Sanhedrin  100  b,  wie  unten  gezeigt  werden  soll,  wahrscheinlich 
auf  keinen  eigentlichen  Sirachtext,  sondern  auf  ein  Florilegium 
aus  Sirach  zurückgehn,  das  aus  einem  dem  Cod.  A  ähnlichen 
Text  geschöpft  war.  Man  hat  freilich  gemeint,  dass  umgekehrt 
der  Text  des  Cod.  A  11,  29 ff.  14,12  von  den  Talmud-Zitaten 
beeinflusst  sei.  Aber  dagegen  spricht,  dass  Cod.  A  an  diesen 
Stellen  mit  den  Talmud-Zitaten  allzuwenig  übereinstimmt.  So- 
dann lässt  sich  beweisen,  dass  die  schlechten  Varianten,  mit 
denen  3,  21  in  den  beiden  Talmuden  und  im  Midrasch  Rabba 
zitiert  wird,  auf  sehr  alter  handschriftlicher  Ueberlieferung  be- 
ruhen. B.  Chagiga  13  a  wird  das  Distichon  in  einer  Gestalt 
angeführt,  die  sich  vom  Ursprünglichen  nicht  allzuweit  entfernt. 
J.  Chagiga  77c  ist  es  nach  Job.  11,8b  abgewandelt.  BereschithR. 
VIII  ist  es  zu  einem  Tetrastichon  erweitert,  das  die  Lesarten 
der  beiden  Talmude  voraussetzt.  Nun  sind  aber  die  Abweichungen 
im  Jerusalemischen  Talmud  und  in  Bereschith  R.  so  alt,  dass 
sie  sich  in  einer  zweiten  griechischen  Uebersetzung  widerspiegeln, 
der  mehrere  Kirchenväter  folgten.^) 

Der  Text  der  rabbinisehen  Zitate  ist  im  Ganzen  ebenso 
schlecht  wie  der  der  talmudischen,  nur  Saadia  (10.  Jahrh.)  scheint 
einigermassen  besseren  Text  gelvannt  zu  haben.  Er  liest  3,  21  / 
mit  dem  babylonischen  Talmud,  6,  6  steht  er  zwischen  ihm  und  ' 
der  guten  Lesart  des  Cod.  A  in  der  Mitte.  Uebrigens  weicht 
er  in  9  Fällen  vom  Cod.  A  ab,  wobei  er  einmal  (6,  8  sS')  im 
Recht  ist.  einmal  (13,  11  'm^?  nD:^)  dem  Ursprünglichen  näher 
kommt.  Zw^eimal  (5, 6.  16,  17)  liest  er  schlecht,  die  übrigen 
Fälle  sind  zweifelhaft. 


unechten  Zitate  B    Baba  bathra  146a,  Kethuboth  110b,    Sanh.  100b  und  die 
unechten  rabbinisehen  bei  Schechter,  JQR.  III  695  ff. 

1)  Vgl.  den  Apparat  meiner  Textausgabe  sowie  unten  die  Bemerkungen 
zu  3,  21,  ferner  unten  §  S. 

IV* 


;t^XI  Kaj).  II.    Der  hebräische  Text. 

In  der  Tosepbta  (Jadajim  II.  13)  werden  die  Bücher  des 
Ben  Sira  als  die  ältesten  der  nichtkanonischen  Bücher  bezeichnet: 
„Die  Büclier  des  Ben  Sira  und  alle  seitdem  geschriebenen  Bücher 
verunreinigen  die  Hände  nicht".  Sie  werden  dal)ei  von  den 
eigentlich  ketzerischen  Büchern  unterschieden,  während  sie  nach 
dem  Wortlaut  von  J.  Sanhedrin  28a  von  K.  Akiba  unter  der 
Gesamtheit  der  CTil'^n  begritten  wui'den,  die  man  nicht  lesen  darf, 
oime  der  ewigen  Seligkeit  verlustig  zu  gehen.  Grätz  (Monats- 
schrift 1886.  285ff'.)  hat  freilich  unter  Anfechtung  des  Textes 
von  J.  Sanhedrin  28a  und  B.  Sanhedrin  100  b  wahrscheinlicli  zu 
macheu  gesucht,  dass  R.  Akiba  im  Gegenteil  die  Lesung  der 
Bücher  des  Ben  Sira  erlaubt  habe.^)  Jedenfalls  stellt  aber 
R.  Joseph  (4.  Jahrh.)  das  Verbot  den  Ben  Sira  zu  lesen  als  ein 
längst  bestehendes  hin:  Auch  im  Buche  des  Ben  Sira  ist  verboten 
zu  lesen.'-j  Sein  Schüler,  R.  Abaji,  führt  darauf  mehrere  Stellen 
aus  Ben  Sira  an,  wegen  derer  das  Buch  verboten  sein  könnte, 
findet  aber  bei  keiner  einen  zureichenden  Grund.  Darauf  sagt 
R.  Joseph:  (Obwohl  unsere  Lehrer  das  Buch  des  Ben  Sira  für 
unkanonisch  erklärt  haben),  wir  erörtern  (alle)  die  guten  Sprüche 
(xn^'S^'is  'Sc),  die  in  ihm  enthalten  sind.^) 

Das  Verbot  richtete  sich  gegen  die  hohe  Wertschätzung, 
in  der  Ben  Sira  tatsäclilich  stand.  Die  talmudischen  Zitate, 
die  auf  sehr  angesehene  Rabbinen^)  zurückgeführt  werden,  haben 
nämlich  zumeist  den  Sinn  einer  förmlichen  Berufung  auf  ihn. 
Mit  blossem  ZTi:!,  das  für  die  biblischen  Zitate  üblich  ist,  zitiert 


')  Grätz  hätte  sich  vielleicht  darauf  berufen  können,  dass  B.  Sanhedrin 
76b  Sir.  37,  8a.  7b,  wenn  auch  nicht  als  Spruch  Ben  :fira"s,  von  R  Akiba 
zitiert  wird.  B.  Sanhedrin  65  b  wird  ihm  ein  Spruch  in  den  Mund  gelegt, 
der  stark  an  Sir.  36,  7.  8  anklingt. 

^j  Näheres  bei  Schecbter,  Jewish  Quarterly  Review  111  699  Anm.  25. 
Vgl.  auch  Koheleth  R.  zu  Koh.  12,  12  fol.  116a:  nnv  in»3  ■\\n^  D»:Don  h^c 
Hh^r.  p  12D1  Ni'D  ]2  1SD  JUS  D^J^r:  Nin  r^::i-i7^r2  cneo  i'on  —  J.  Sota  24c  heisst 
es,  dass  nach  dem  Tode  des  R.  Elieser  (Anfang  des  2.  Jahrh.)  das  Buch  der 
Weisheit  athetiert  wurde  fne^nn  ied  ?:Ji).  Blau  (Revue  des  Etudes  Juives 
XXXV  21)  will  das  auf  Ben  Sira  beziehen. 

")  Die  eingeklammerten  Worte  fehlen  in  den  Ausgaben,  stehen  aber 
in  der  Kopenhagener  Hand.schrift  Aehnliches  findet  sich  in  anderen  Hand- 
schriften und  sonst.     Vgl.  Schechter  a.  a.  0.  S.  700  Anm.  30. 

^)  Es  sind  meistens  palästinische.   Vgl.  Zunz,  Gottesd.  Vorträge  ^  S.  107. 


§  4.     Die  talmiidischen  und  rabbiuischen  Zitate.  LIII 

Simon  ben  Sdietach  11,  IbB.  Berachoth  48  a.  i)  Rabba  bar  Mare 
will  B.  Baba  kamma  92b  für  eine  Behauptung  je  eine  Stelle 
aus  der  Thora,  den  Nebiim  und  den  Kethubim  antühreu,  und 
da  zitiert  er  neben  Gen.  28,  9  und  Jdc.  11,  3  mit  n^2',n22  ^hr^r^l 
rn:i  Sir.  27,  9a.  13,  15b.  Mit  i^xr.:',  das  sonst  ebenfalls  für 
Bibelzitate  gebräuchlich  ist,  wird  'Erui)in  fiöa  von  Rab  ein 
apokryphes  Zitat  eingeleitet,  hinter  dem  die  Thosaphisten  eben- 
falls ein  Siracbzitat  vermuten.-) 

Dagegen  sind  B.  Schabbath  IIa  und  B.  'Erubin  54a  wirk- 
liche Sirachzitate  (25,  13.  14,  IIa  usw.)  mit  2"i  i^^s  einfach  Rab 
in  den  Mund  gelegt,  und  B.  Beza  32b  spielt  Rab  auf  40,  29  an 
mit  pm  OT,  das  sich  ebenso  B.  Pesachim  113b  für  25,  2cd,  und 
B.  Kidduschin  30b  für  21,  11  findet.  Hier  liegt  wohl  eine  ab- 
sichtliche Verdunkelung  vor,  die  sich  auch  sonst  beobachten 
lässt.  Das  2in2  «^"'D  p  ^CD2  findet  sich  freilich  auch  Bereschith 
R.  XCI,  Koheleth  R.  VIl,  Jalkut  Bereschith  46b  für  11,  1  wie 
J.  Berachoth  IIb,  ebenso  Jalkut  Mischle  140c  für  11,8  nach 
B.  Baba  b.  98  b.  Es  kommt  auch  in  den  Pirke  de  rabbenu  ha- 
kadosch  für  21,  22.  23  und  in  den  unechten  rabbinischen  Zitaten 
bei  Schechter  (Jew.  Quart.  Rev.  III  S.  695—97  Nr.  19  und 
Nr.  22— 24)  vor.  Während  aber  B.  Chagiga  13  a  die  SteUe  3,  21  f. 
mit  'D  ';  'D2  2)r\2  ps^  eingeführt  wird,  wird  sie  J.  Chagiga  77c 
und  Bereschith  R.  VIII  mit  STD  p  cii'3  hr;':«)  i'vh  n,  Jalkut 
Job.  20,  4  mit  mc  "2-1  D?i';  -.ry^Sx  n  zitiert.  J.  Sota  22a  ruft 
Bath  Kol  die  Worte  3,  22  b. 

Besonders  lehrreich  ist  die  abweichende  Art,  in  der  38,  1  a 
an  den  verschiedenen  Stellen  eingeführt  wird.  Es  heisst  Tan- 
chuma  Yp^'-  ^"»'c  p  ^CD2  zw:  iT;hü  ix,  Schemoth  R.  XXI:  -.s 
nais  hz'r^n  mc  p  r,'ahii,  J.  Taanith  66 d  und  Pesikta  Rabbathi  127  a 


')  Allerdings  folgt  hier  auf  i^na-  zunächst  Prv.  4,  8  a,  dann  unmittelbar 
Sir.  11,  Ib.  Vgl.  dazu  aber  auch  Neubauer,  Jew.  Quart  Rev,  IV  p.  164. 
Ebenso  folgt  Jalkut  Gen.  fol.  23 d  auf  noiK  iin^n  zunächst  Jer.  23,  28 b  und 
dann  ohne  weiteres  Sir.  27,  9a.  13,  15b.  In  diesem  Falle  scheint  das  Zitat 
korrigiert  zu  sein. 

2)  Es  ist  danach  nicht  unglaubwürdig,  wenn  Hieronymus  die  Parabolae 
des  Jesus  Sirach  in  einem  Bande  mit  Koheleth  und  dem  hohen  Liede  gesehen 
haben  will  (Praef.  in  vers.  libr.  Salom  bei  Vallarsi  V  686).  Doch  vgl.  auch 
unten  S.  LVI  Anm.  1. 


LIV  Kap.  Tl.    Der  hebräische  Text. 

nur  noch:  {'i]V'hü)  itvh  n  -las.i)  Die  Stellen  13,25.  18,23.  28,12. 
38,  4a.  7.  8a  (vgl.  oben  S.  IL)  werden  mit  STD  p  iök  und  ähn- 
lich eingeführt,  aber  für  28,  12  wird  Jalkut  Bemicibar  192c  (Mitte) 
die  Nennung  Ben  Siras  unterlassen,  und  für  27,  9  a.  13,  15  b 
ebenso  Jalkut  Bereschith  23  d.  Das  Zitat  aus  7,  1  wird  Tanchuma 
npn  mit  sn*c  p  ii2S  s^^na  eingeleitet,  aber  im  Oxforder  Codex 
fehlt  STD  p,  Bemidbar  li.  XVIII  lautet  die  Einführung  des 
Spruches  yiüü  s'^nö,-)  Bereschith  R.  XXII  ]'''€ü  p't^  |ön  p,  Ko- 
heleth  R.  V  nur  p^ü,  Vajikra  R.  XXII  und  Jalkut  Koheleth  185  c 
yifii^  sn^n::!  sinn.  Anders  ist  es  vielleicht  auch  nicht  zu  beurteilen, 
dass  Sir.  7,  17  in  P.  Aboth  4,  7  (4a)  als  ein  Spruch  des  R. 
Levitas,   eines  Mannes  aus  Jal)ne,  angeführt  wird. 

Dem  Interesse,  das  man  an  Ben  Sira  nahm,  entstammen 
vielerlei  Zusätze  und  Umgestaltungen,  die  das  Buch  sehr  früh 
erfuhr.^)  Sirachsprüche  wurden  freilich  auch  wohl  noch  zu  einer 
Zeit  gedichtet,  in  der  man  das  echte  Sirachbuch  nicht  mehr  be- 
sass.  Das  Buch  scheint  übrigens,  wenigstens  zum  Teil,  auch 
ins  Aramäische  übersetzt  zu  sein.  Die  unechten  aramäischen 
Sprüche,  die  Sanh.  100  b  und  anderswo  (vgl.  JQR  III  696)  mit 
nTi:  zitiert  werden,  konnten  freilich  auch  in  hebräische  Sirach- 
bücher eingetragen  sein.  Aber  dass  7,  1.  30,  21a.  23  c.  38,  la 
aramäisch  zitiert  werden,  lässt  sich  kaum  anders  erklären,  und 
auch  das  aramäische  Alfabet  spricht  für  diese  Annahme.  Später 
hat  das  Misstrauen,  mit  dem  man  dem  unkanonischen  Buche 
gegenüberstand,  ihm  allmälig  den  Untergang  bereitet.  Es  ent- 
standen Florilegien  aus  Ben  Sira,  die  das  Brauchbare,  die  ■'S'» 
sn''"''7j,va,  von  denen  R.  Joseph  B.  Sanhedrin  100b  redet,  aus  dem 
übrigens  verbotenen  Buche  ausscheiden  sollten.  Reste  eines 
solchen  Florilegiums  liegen  in  dem  Kairiner  Codex  C  vor,  auch 
die  beiden  Alfabete  des  Ben  Sira  haben  diesen  Ursprung.  Aus 
einem  Florilegium    zitiert  wohl  R.  Joseph  (4.  Jahrh.)  selbst    an 


')  Eleazar  spielt  auch  B.  Pesachim  119  a  auf  Sir.  40,  25  an. 

2)  Mit  "ION  n'^nc  ]3i  wird  25,  3  in  den  Aboth  de  R.  Nathan  eingeleitet. 
Vgl.  auch  1Q1K  SttTsn    in  der  oben  angeführten  Stelle  aus   Schemoth  R.  XXI. 

^)  Sehr  verschieden  sind  aber  die  älteren  Zusätze,  die  sich  z.  T. 
auch  in  den  hebräischen  Handschriften,  übrigens  in  der  zweiten  griechischen 
Uebersetzung,  dem  Lateiner  und  Syrer  finden,  von  den  anscheinend  jüngeren, 
die  im  Talmud  und  bei  den  Rabbinen  vorkommen. 


§  4.     Die  talmudisclien  und  rabbinischen  Zitate.  "LV 

eben  jener  Stelle  (vgl.  B.  Jebamotli  63 b)/)  um  seinen  Ausspruch 
über  den  Wert  des  Ben  Sira  zu  illustrieren. 

Diese  Florilegien  haben  das  vollständige  Buch  des  Ben 
Sira  früh  verdrängt,  Saadia  (10.  Jahrh.)  besass  es  nicht  rnehi'.^) 
Man  machte  es  ihm  zum  Vorwurf,  dass  er  die  nur  für  die  heiligen 
Texte  bestimmte  Puuktation  auch  beim  alltäglichen  Schreiben  an- 
wandte. Dem  gegenüber  beruft  er  sich  darauf,  dass  auch  Ben 
Sira,  Ben  "Irai  {'y;  und  "»sn-y),  die  Hasmonäer  und  die  Bne  Afrika 
Bücher  in  Abschnitten  und  Versen  mit  Vokalen  und  Accenten 
geschrieben  hätten  (Sefer  ha-galui  ed.  Harkavy  p.  151.  163). 
Dabei  sagt  Saadia,  dass  Simon  b.  Jesua  b.  Eleazar  b.  Sira  ein 
Buch  der  Lehre  (2siK  3xn3  =  iDia  ncD)  ähnlich  den  Mischte 
schrieb,  und  Eleazar  ben  Irai  ein  Weisheitsbuch  (riarn  2xn2) 
ähnlich  dem  Buche  Koheleth  (S.  151.  163).  Nachher  sagt  er, 
dass  die  Glelehrten  aus  diesen  beiden  Büchern  Lehren  und  gute 
Beispiele  entlehnt  hätten,  und  als  die  wichtigsten  davon ^)  woUe 
er  aus  dem  ersteren  Buche  sieben  Sprüche  aufzählen.  Er  zitiert 
da  (S.  177,  16  —  179,  15)  nach  einander:  1)  5,  5.  6;  2)  6,  6; 
3)  6,7.8;  4)  11,28;  5)  6,13;  6)  16,  17;  7)  13,11b.  Aus 
Eleazar  b.  Irai  führt  er  darauf  drei  von  den  Gelehrten  zitierte 
Sprüche  im  Wortlaut  an,  nämlich  Sir.  3,  21.  22  und  zwei  un- 
echte, von  denen  der  zweite  an  40,  13  f.  erinnert.     Auf  Eleazar 


')  Dasselbe  scheint  dort  sein  Schüler  R.  Abaji  zu  tun,  denn  so  erklärt 
sichs,  dass  er  zuerst  einen  apokrjphen  aramäischen  Spruch,  dann  42,  9.  10 
hebräisch,  dann  30,  21a  23  c  aramäisch,  dann  11,  29  a  hebräisch  und  schliess- 
lich noch  einen  oder  zwei  unechte  aramäische  Sprüche  zitiert.  Alles  das 
konnte  in  einem  Florilegium  so  bei  einander  stehn. 

2)  Ausser  Betracht  bleibt  R.  Nissim,  der  im  11.  Jahrhundert  in  Kairawan 
in  Tunis  lebte.  Seine  Zitate  scheinen  zumeist  auf  Saadia,  den  er  p.  76  nennt, 
übrigens  aber  auf  dem  Talmud  zu  beruhen.  Aus  zweiter  oder  dritter  Hand 
muss  er  auch  16,  4  a  haben,  welche  Stelle  er  übrigens  nicht  auf  Ben  Sira 
zurückführt.  Ebenso  steht  es  mit  25,  9  b  bei  Abarbanel.  —  Unbekannt  ist 
das  Alter  der  beiden  Alfabete.  Das  aramäische  steht  mit  seinen  Anklängen 
an  den  Urtext  mehrfach  allein,  aber  auch  das  hebräische  hat  den  h  -  Spruch 
(=  30,21a  23  e)  nicht  aus  der  aramäischen  Version  des  Talmud  (s.  o.  S. 
XLYIII  Anm.  9)  ins  Hebräische  zurückübersetzt,  sondern  ihn  anderswoher 
hebräisch  gekannt.  Aber  keines  der  beiden  Alfabete  geht  auf  unmittelbare 
Bekanntschaft  mit  Ben  Sira  zurück. 

ä)  Vgl.  177,  16  nN^anv•K^  «awn«  njo  i'isnsj  «n»D  p  asnaa  NoSyS«  yenj«  «as 
't  «Hivy  ]D  I3l«i  ftion,  sodann  179,  16  i'?'i  ;o  nsliNi  n^j?  js  2x022  lyeni«  «02^. 


LVI  Kap.  II.    Der  hebräiische  Text. 

b.  'Irai  führt  er  3,  21  f.  auch  in  der  Vorrede  seines  Kommentars 
zum  Buche  Jezira  zurück  (vgl.  Harkavy  a.  a.  0.  p.  203).  Saadia 
bezeugt  mit  „Simon  b.  Jesua  b.  El.  b.  Sira'"'  das  Alter  des 
Fehlers,  der  sich  50^,  27  und  in  der  Unterschrift  hinter  51,  30 
findet,  der  übrigens  aber  auch  Avohl  schon  dem  Syrer  vorlag. 
Aber  auch  'K17  war  nur  ein  Fehler  füi-  xi'D,  übrigens  war  die 
Verfasserangabe  des  zweiten  Buches  Aerstümmelt.  In  Wahrheit 
waren  die  zwei  verschiedenen  Bücher  des  Ben  Sira  und  des  Ben 
'Irai  nur  zwei  verschiedene  Auszüge  aus  Ben  Sira.  So  begreift 
sich  auch  die  falsche  Reihenfolge,  in  der  Saadia  die  sieben  echten 
Sprüche  des  ersten  Buches  aufzählt,  sowie  der  Umstand,  dass 
er  dabei  6,  6  von  6,  7.  8  trennt.  Vielleicht  kannte  er  sogar 
diese  beiden  Auszüge  nur  von  Hörensagen,  für  seine  Autopsie 
kann  man  sich  höchstens  darauf  berufen,  dass  er  sagt,  jene 
beiden  Autoren  und  die  anderen  neben  ihnen  genannten  hätten 
ihre  Bücher  in  Paraschen  und  Versen  geschrieben  (151,  12: 
np"'DSiDT  rh)):z  ^c  .  .  .  nsn«  2Kn3  f]*?«,  151,  15  np'Dsici  nöKönjK  ^z). 
Es  bleibt  auch  ungewiss,  wie  weit  ein  eigentlicher  Sirachtext 
den  älteren  rabbinischen  und  talmudischen  Zeugen  vorlag,  da 
schon  J.  Sanhedrin  10,  1  fol.  28  a  im  Munde  des  R.  Akiba  von 
Büchern  (ncD)  des  B.  Sira  in  der  Mehrheit  die  Rede  ist.^) 

Hierzu  stimmt  es  nun,  dass,  abgesehen  von  dem  flon- 
legistischen  Codex  C,  dessen  Herkunft  dunkel  ist,  der  Text  der 
übrigen  Kairiner  Handschriften,  bezw.  sie  selbst,  aus  keinem  der 
beiden  Zentren  des  Judentums  in  Babylonien  und  Palästina,  sondern 
aus  der  Peripherie,  nämlich  aus  Persien,  zu  stammen  scheinen. 


§  5.     Die  hebräischen  Handschriften. 

Die  Handschriften  A.und  B,  die  sich  in  so  auffälliger  Weise 
gegenseitig  ergänzen,  repräsentieren  bei  aller  Verschiedenheit  im 
Grunde  dieselbe  Textüberlieferung,  die  auf  Addition  verschiedener 


1)  Ebenso  Koheleth  R.  VII  fol.  102  c.  Zur  Not  anders  erklären  lässt 
sich  vielleicht  der  Ausdruck  Tosephta  Jadaim  II  13:  Dneon  h2\  ktd  p  nsD 
]HOK  linsjc.  Ob  Hieronymus  linter  dem  Titel  Parabolae  ( =  D'Stro)  einen 
vollständigen  Sirachtext  gesehen  hat,  ist  ebenfalls  zweifelhaft.  Er  selbst  war 
schwerlich  im  Stande,  den  Text  zu  lesen. 


§  5.     Die  hebräischen  Handschriften.  LVII 

Rezensionen  beruht.  In  B  finden  sich  viele  Stichen  unrl  Di- 
stichen in  doppelter  oder  gar  dreifacher  Gestalt  i).  Aber  nur  bei 
35,  1.  32,  26  hat  der  persische  Glossator  die  Wiederholung  am 
Rande  notiert,  offenbar  deshalb,  weil  diese  Dubletten  in  der  von 
ihm  verglichenen  Handschrift  (=:  +  D)  fehlten.  Dagegen  werden 
alle  übrigen  auch  in  ihr  gestanden  haben.  Man  muss  so  schliessen 
wegen  der  Sorgfalt,  mit  der  der  Glossator  die  geringste  ortho- 
graphische Abweichung  anmerkt.  Diese  Addition  von  2  oder  3 
Textgestalten  liegt  aber  auch  in  der  doppelten  Unterschrift  des 
B  vor,  und  diese  Dublette  fand  schon  der  syrische  Uebersetzer 
in  seiner  Vorlage.     Man  vergleiche: 

:xi^D  p  iiySs  p  'm'  p  ]v;i2^  n^rn 
Dazu  Syr. : 

v  (u  "]Td)  Ki^DN'  12  «npnöT  pyati'  12  jJiii^^T  Mwjnö  ü2^^h  «oiy 

Auch  in  A  finden  sich  Dubletten  von  Distichen,  Stichen 
und  halben  Stichen;^)  dem  entspricht  aber  die  doppelte  Ueber- 
schrift,  die  der  syrische  Polyglottentext  dem  Buche  gibt.  Für 
das  gewöhnliche  STD121  snarn  hat  er  nämlich: 

.si^DS  121  nnf22n  X2n2  «in  xipnai  .si^ds  pv^ti^  12  piiJ^n  «2n: 


')  In  doppelter  Gestalt:  80, 12ab.  17.  34,4.  15a.  16a.  2Üab.  21.  22ab. 
26.  27cd.  36,4a.  5.  6.  10.  IIa.  14b.  15b.  16.  21.  22.  23.  32,26.  36,23.  39, 
20.  40,  19;  in  dreifacher:  34,  10 ab.  13 bc.  36,  14a.  Bemerkenswert  ist,  dass 
hinter  40,  19  Varianten  von  ganzen  Versen  oder  Stichen  nicht  mehr  vor- 
kommen. Vgl.  höchstens  46,  20,  aber  schon  40,  19  liegt  die  Sache  vielleicht 
anders. 

2)  So  lautet  die  Unterschrift  in  den  Codd.  Pococke  und  Ussher  (vgl. 
Lagardes  Ausgabe  und  den  6.  Band  der  Londoner  Polyglotte).  Der  nitrische 
Codex  des  Britischen  Museums  hat  die  erste  Unterschrift  gleichlautend,  ebenso 
Cod.  Berol.  Sachau  70  (nur  si^c).  P'ür  die  zweite  Unterschrift  hat  letzterer: 
«»:in    "13    «2D    pyoB'T    «in    m^    yi»»    «in      •:•   ntd    nan    «n?3Dn    no'?»* 

•:•  T^i  (vgl.  Sir.  50,  1) 
Dagegen  hat  der  nitrische  Codex  für  die  zweite  Unterschrift  nur: 

•:•  Ki»m2T  Nno3n  ananS  ühv 
Anders  der  Polyglottentext  und  Cod.  Ambros. 

«)  Man  vergleiche:  4,19a.  5,1a.  2b.  6ab.  8,1.  11,  6b/S.  27b.  28.  29b. 
30a.  31b.  34.  12,15.  13,17b.  14,10.11a.  14,14b.  16b.  15,  15b.  20b. 
16,3  b.  3d. 


LVIII  Kap.  IL     Der  hebräische  Text. 

Hiernach  ist  zu  vermuten,  dass  die  Dubletten  von  A  und 
B  schon  in  der  Vorlage  des  Syrers  standen,  und  das  lässt  sich 
in  der  Tat  beweisen.  Allerdings  hat  der  Syrer  die  Dubletten 
fast  immer  nur  in  Einer  Gestalt  wiedergegeben,  weil  er  überall 
den  Hebräer  mit  dem  Griechen  verglichen  hat  und  dabei  die 
Duplizität  bemerkte.  Er  zieht  dabei  vor,  was  ihm  besser  zusagt 
(vgl.  11,  28.  14,  14b.  16b.  '6b,  5.  6);  übrigens  übersetzte  er  meistens, 
was  im  Hebr.  an  zweiter  Stelle  steht.  Aber  in  manchen  Fällen 
hat  er  aus  zwei  Varianten  eine  dritte  Lesart  kombiniert.  11,  6  hat 
Hebr.  zu  tsa  )hp2  (=  Gr.)  die  Dublette  nn'  "iSctrm,  das  beides 
kombiniert  Syr.  zu  snnrK  n7i:2;i<i.  Zwischen  5,  1  und  5,  2  hat 
Hebr.  ein  Plus  von  2  Stichen,  die  Varianten  [zu  v.  1  a  und  zu 
V.  2  b  sind.  Syr.  gleicht  aus,  indem  er  an  Stelle  von  v.  2  die 
Variante  von  v.  la  und  sodann  v.  2  b  nach  dem  griechischen 
Text  setzt.  8,  1  hat  Hebr.  hinter  a  (=  Gr.)  eine  Variante  zu  b, 
und  vor  b  {=  Gr.)  eine  Variante  zu  a.  Syr.  übersetzt  den 
dritten  und  vierten  Stichus  des  Hebr.,  d.  h.  a  nach  jüngerer,  b 
nach  älterer  Rezension.  12,  15  schickt  Hebr.  eine  jüngere  Du- 
blette des  Distichons  voraus,  Syr.  gibt  den  ersten  Stichus  der 
Dublette  wieder  und  den  Anfang  des  zweiten,  an  den  er  aber 
den  Schluss  des  echten  Distichons,  d.  h.  des  vierten  Stichus  des 
Hebr.,  fügt.  Aehnlich verfährt  er  14,  10.  30,  12 1).  Aber  11,  29b.  30a. 
15,  20b.  34,  13  c.  40.  19  hat  er  die  Dubletten  nicht  bemerkt  und  sie 
ohne  weiteres  übersetzt,  und  39,  20  gibt  er  b  mit  der  zugehörigen 
Dublette  wieder,  übergeht  aber  a  und  seinen  Doppelgänger. 

Somit  ist  die  Addition  verschiedener  Textrezensionen,  die 
in  A  und  B  vorliegt,  älter  als  der  Syrer,  und  die  Verwandtsrhaft 
zwischen  A  und  B  geht  in  frühe  Zeiten  hinauf.  Ueberhaupt 
scheint  der  Text,  den  wir  in  A  und  B  besitzen,  im  Wesentlichen 
älter  als  der  Syrer  zu  sein  und  in  den  dazwischen  liegenden 
600 — 900  Jahren  keine  allzugrossen  Veränderungen    erlitten  zu 


')  Vgl.  übrisrens  auch  den  Sj'rer  zu  30,  20,  an  welcher  Stelle  schon 
zur  Zeit  der  zweiten  griechischen  Uebersetzung  20,  4  eingetragen  war. 
Für  seine  Methode  ist  noch  folgender  Fall  charakteristisch.  Wie  Hebr.  las 
er  4,  4  b  hinter  4,  2a,  wo  er  den  Stichus  übersetzt.  Um  dann  aber  den  An- 
schluss  an  Gr.  wiederzugewinnen,  zieht  er  v.  2b.  3a  des  Hebr.  in  einen 
Stichus  zusammen.  Nämlich  a'san  h»  'iy  ^ipi  ^^  »yo  i^önn  hn  (=  Gr.)  gibt 
er  wieder  mit  3«on  »h  «33DO  kb'jkt  ^niyi2. 


§  5.     Die  hebräischen  Handschriften.  LIX 

haben.  Den  stark  entstellten  und  verstümmelten  Text,  den  B 
für  51,  13—30  bietet,  gibt  Syr.  fast  genau  so  wieder.  Die  Ent- 
artung des  Textes  fällt  also  hier  Avie  anderswo  zumeist  in  frühe 
Zeiten,  zu  einem  guten  Teil  ist  sie  auch  älter  als  der  Grieche. 
Dass  der  Text  nicht  lange  nach  der  Entstehung  der  syrischen 
Uebersetzung  zum  Stillstand  kam,  erklärt  sich  daraus,  dass  das 
Buch  immer  weniger  gelesen  wurde  und  an  den  Centren  der 
jüdischen  Gelehrsamkeit,  in  Babvlonien  und  Palästina,  überhaupt 
unterging.  Damit  war  der  spontanen  Entartung  des  Textes,  aber 
auch  der  Vermischung  der  verschiedenen  Rezensionen  ein  Ziel 
gesetzt.  Auch  deshalb  muss  es  aber  für  wahrscheinlich  gelten, 
dass  der  Text  des  A,  so  gut  wie  der  des  B  und  D  aus  Persien 
stammt.  Nur  der  florilegistische  Text  des  C  kann  eine  andere 
Heimat  haben. 

Die  zahlreichen  Randlesarten  des  B,  mit  denen  D,  soweit 
er  reicht,  sich  im  Wesentlichen  deckt,  sind  bald  jünger  bald 
älter  als  die  Lesarten  des  Textes.  Zuweilen  deckt  sich  die 
Textlesart  mit  dem  Griechen  und  die  Randlesart  mit  dem  Syrer 
(vgl.  37,7  a.  41,  2  d.  44,  23  b),  aber  auch  das  Umgekehrte  kommt 
vor    (vgl.    37,  11h.  38,  la.    40,15  b).     Die   Distichen    30,  19  a-d. 

37,  5.  23.  43,  16.  44,  15  sind  überhaupt  nur  am  Rande  erhalten. 
Aber  meistens  sind  die  Randlesarten  des  B  doch  schlechter  als 
der  Text.  Auch  A  ist  im  Ganzen  stärker  entstellt,  namentlich 
ist  er  mehr  nach  jüngeren  Lesarten  korrigiert,  als  B.  Deslialb 
geht  A  im  Allgemeinen  mehr  mit  dem  Syrer,  B  mehr  mit  dem 
Griechen.  Dagegen  ist  C  in  den  wenigen  Versen,  in  denen  er 
dem  B  und  D  parallel  geht,  diesen  beiden  gleichwertig,  wo  er 
dem  A  parallel  geht,  ist  er  entschieden  besser,  wenn  auch  keines- 
wegs fehlerfrei.  So  ist  er  5,  11  nach  einem  glossierten  Text 
korrigiert,  der  schon  dem  zweiten  griechischen  Uebersetzer  vorlag. 
Ich  verweise  für    das    alles    auf   den  Apparat  meiner  Ausgabe. 

Allein  in  B  ist  stichische  Schreibung  des  Textes  erhalten. 
Ihre  Ursprünglichkeit  erhellt  daraus,  das  im  Gr.  niemals  der 
Schluss  eines  Verses,  oder  auch  nur  eines  Stichus,  mit  dem  An- 
fang   des   folgenden    verquickt   ist,  wohl   aber   im  Syrer  (z.  B. 

38,  18 f.).  Ferner  sind  im  Hebräer  und  Syrer  (vgl.  namentlich 
51,  13ft'.)  fast  überall  nur  ganze  Stichen  ausgefallen  oder  ver- 
setzt; ebenso  steht  es  aber  schon  mit  dem  Griechen. 


LX  Kap.  II.     Der  hebräische  Text. 

Alt  sind  die   in  A  bei  4,  11.  13,  2  und  in  B  bei  34, 12.  38, 

I.  24.  41, 14.  42,  9.  15.  44, 1.  50,  13  durch  Lücken  angezeigten  Ab- 
schnitte, zu  denen  die  e  (=  «p^pQ  oder  p:iD5j  33,  1.  30,  23.  38, 13. 
51,  12  zu  vergleichen  sind.  Cod.  307  hat  bei  33,  1  ^.p/Yj  Xo^ou. 
Alt  sind  aber  auch  die  Ueberschriften,  die  B  an  drei  Stellen 
in  der  frei  gelassenen  Zeile  hat.  So  34,  12  nn''  p''!  cnS  "iDlö 
(Cod.  254  -£(>1  ßpwixa'Tfov,  vgl.  zu  30,  14.  16.  18),  41, 14  r.K'n  "Oü, 
44,  1  üh)V  riUN*  n2'^  (vgl.  Gr.  ira-sfxuv  0'tj.vo^).  Ferner  hat  18,  30 
Gr.  e.y/.[jd~zi>y.  '^'j/tjc;  und  Syr.  a\i^zn  wcSr,  was  beides  =  i^c:  "!Clo 
sein  wird.  Ebenso  lässt  23,  7  iratosia  aTotxot-o^  auf  nc  IDIO  schliessen, 
und  24,  1  aiWatc:  aocpia?  auf  r\f22n  nnti''). 

In  A  ist  eine  Variante  zu  8,  2  {)h  für  s'?)  am  Rande  als 
p  =  ''np  bezeichnet,  und  oft  haben  die  Abschreiber  nach  Gut- 
dünken Rand  Lesarten  in  den  Text  aufgeuommen.  Zuweilen  stehen 
Korrektur  und  Korrigendum  im  Text   neben   einander,  so  z.  B. 

II,  6  iND  ihpi  und  nn^  ihz^'n,  51,  2  cj?  nmo  und  ]wh  nm  -o'tf'.t:. 
Aber  anderswo  sind  auch  in  Folge  von  Verwechslung  der  Zeichen, 
die  im  Text  auf  Randlesarten  hinwiesen,  Randlesarten  an  falscher 
Stelle  in  den  Text  geraten.  So  ist  16,  7  üh)y  in  b  Variante  zu 
mp  in  a.  Anderswo  ist  dabei  zugleich  ein  anderes  Wort  aus 
dem  Text  verdrängt.  So  steht  5,  9  in  A  ein  "["n,  das  Variante 
zu  rh)^^  war,  an  Stelle  von  h^h,  7,  20  in  A  ein  nasz,  das  Va- 
riante zu  ras  war,  an  Stelle  eines  12]}.  In  diesen  beiden  Fällen 
hat  C  das  Ursprüngliche  erhalten.  Aber  auch  42,  14  steht  ein 
21Ü0,  das  Variante  zu  n'^tio  war,  an  Stelle  eines  riJS. 

Früh  ist  der  Text  mit  Paralielstellen  glossiert,  und  Un- 
verstand hat  die  Parallelen  in  den  Text  eingetragen.  Jer.  5,  27 
erscheint  wie  in  A  so  auch  schon  im  babylonischen  Talmud  Jeb. 
63b    Sanh.    100b    in  Verbindung  mit   11,30');   ebenso    14,16b 

')  Vgl.  ferner  19,  20  Syr.  das  merkwürdige  «nvain  «So,  20,  27  Xö/ot 
TtapaßoX&v  (dasselbe  19,  29  in  Cod.  70  und  Sah.)  und  Syr.  «noam  wSa  (vgl. 
Syr.  zu  18,  30),  beim  Griechen  noch  2,  1  mpi  bnoßoyr^q,  29,  1  -Ktpi  ddvoug, 
29,  8  nepl  iXBfjfioauvrfq^  30,  1  nepl  rexvcov,  30,  14  (vgl.  v.  16)  Ttepl  öyieiag, 
34,  17  itepl  iyxpareias,  35,  1  Tiepl  ijyoufxivwv,  30,  33  nepi  doüXtov,  31,  1  Ttepl 
ivt)mitu}v,  37,  16  nepl  laTpwv,  öl,  1  Ttpoffeu^  ' Iijaou  uioü  Zetpd^.  Einzelne 
dieser  Ueberschriften  werden  freilich  späten  Ursprungs  sein  wie  z.  B.  1,  21 
7t£pi  äcpoßiai- 

2)  Ebenso  steht  in  der  LXX  Sir.  3,  18  bei  Prv.  16,  1,  Sir.  4,  21  in 
Prv.  26,  11. 


§  6.     Die  hebräischen  Handschrifteo.  LXI 

schon  B.  'Eriibin  54a  iu  Verbindung  mit  14,  12a.  Die  in  B  und 
im  Syrer  vorliegende  Uebertragung  von  20,  4  nach  30,  20  ist 
älter  als  die  zweite  griechische  Uebersetzung.  Ferner  ist  in  A 
2,  18 d  hinter  6,  17  eingetragen;  8,14  vor  4,  28;  5,  14 ab  vor 
4,  29;  27,  5.  6  hinter  6.  22;  23,  16 f  hinter  12,  14.  Durch  diese 
Eintragungen  sind  mehrmals  echte  Stücke  aus  dem  Text  ver- 
drängt, so  6,  17  a  und  6,23.24.  Aehnlich  hat  7,  9  vor  7,15 
weichen  müssen. 

Alle  Handschriften  haben  sehr  viele  Schreibfehler.  Häufig 
sind  ähnliche  Buchstaben,  namentlich  )  und  "•,  aber  auch  weniger 
ähnliche  verwechselt.  Vielfach  sind  Buchstaben  umgestellt,  wie 
z.  B.  cny  für  D^yn  41,  5,  npn  für  pi2  43,  13.  Viele  Wörter  sind 
heillos  verderbt.  Manchmal  sind  sie  nach  einem  entsprechenden 
Wort  im  parallelen  Stich us  (34,  3)  oder  im  benachbarten  Verse 
(9,2.40,6  c)  verschrieben.  Oefter  sind  auch  Wörter  umgestellt, 
wie  10, 16  vpVp  r^^'  ^^  ^^^'  r^^  ^7T  "^'^j  ebenso  7,  25  ii:  pn:. 
Gelegentlich  erscheinen  auch  die  Stichen  in  falscher  Reihenfolge 
wie  38,  26. 

Die  Varianten  steigern  in  vielen  Fällen  die  Verlegenheit. 
Zuweilen  sind  es  Aramaismen,  die  dem  Schreiber  unwillkürlicli 
unterliefen,  wie  5,  13  nn  statt  ri,  30,  18  mo  statt  nc,  13,  17. 
37,  13  "]D  für  p.  Anderswo  soll  ein  aramäisches  oder  neuhebräisches 
Wort  zur  Erklärung  für  ein  althebräisches  dienen  wie  40,  18. 
41, 12.  14  na'D  für  n::is,  42,  8  nmo  für  idiö.  Ebenso  steht  aber  20,  4 
das  hebräische  h'2  als  schlechte  Erklärung  neben  dem  aramäischen 
QDü.  Zuweilen  wird  ein  gewöhnlicher  Ausdruck  für  den  seltenern 
gesetzt.  Unverstand  verlas  9,9  S^i:s  isn  in  Sif«  jsn;  das  wurde 
in  DJ?  an  geändert,  w^oraus  DX?an  entstand.  Gelegentlich  will  die 
Variante  aber  auch  den  Ausdruck  verfeinern,  wie  41,  17  mc  für 
nw  (Gr.  7ropv3ia),  44,  19  ^DH  für  mo  (Gr.  [xöijj-o?).  Anderswo  kommt 
die  Variante  auf  Albernheit  hinaus,  wie  KllS  für  nvh  39, 27. 
Häufig  finden  sich  ganz  widersinnige  Aenderungen  nach  Bibel- 
stellen wie  10,  13  «rT  j;i  inS  xSo  für  «^Scn,  34,  29  njyS  k'ni,  35,  3 
nsS  j?Ji:m  für  hiu^  j?jj:m,  33,  12  3Sii3  'mQ  für  rw  'o,  45,  7  moyinn 
Dsn  für  iNin  td. 

Die  Verwilderung  des  Textes  ist  aus  dem  alfabetischeu 
Gedicht  51,  13—30  deutlich,  wo  nur  13  (15)  alfabetische  Vers- 
anfänge, und  davon   nur  10  (12)  an   ihrer  Stelle,  erhalten  sind. 


LXII  Kap.  in.    Die  griechische  Uebersetzung  des  Enkels. 

Das  erklärt  sich  liier  allerdings  zum  Teil  gewiss  daraus,  dass 
der  Schluss  des  Buches,  wie  die  Vergleichuug  des  Syrers  zeigt, 
friili  gelitten  hatte,  und  man  den  vorliegenden  Text  aus  Fetzen 
zusammengelesen  hat.  Aber  hochgradige  Entartung  zeigt  sich 
auch  in  den  Varianten  von  ganzen  Stichen  und  Versen,  wie  sie 
sich  in  30,11 — 36,3  auf  Schritt  und  Tritt  linden  (vgl.  dort  bes. 
34,  13.  35,  14).  Dazu  kommen  manche  Erweiterungen.  Un- 
schuldiger Art  sind  die  in  13,  2.  17.  Aber  34,  5.  6  sind  in  voll- 
ständigen Varianten  pietistisch  umgedichtet.  Aelmliclie  Kor- 
rekturen finden  sich  14,  14.  16.  Eine  sonderbare  Vervielfältigung 
des  Textes  liegt  11,  30  vor.  Hier  wurde  yh22  (im  Korbe)  in 
n^DD  verlesen,  daraus  erwuchs  ein  Stichus,  der  den  bösen  Gast 
mit  einem  Hunde  vergleicht,  anderseits  schlössen  sich  an  yh22  zwei 
Stichen,  die  von  einem  Bären  {2)12)  und  von  einem  Wolf  (3S73)  reden. 
Oft  werden  solche  Umdichtungen  das  Urspmngliche  verdrängt 
haben. 

Aber  in  vielen  Fällen  besitzen  wir  neben  der  jüngeren 
Variante  auch  einen  älteren  Wortlaut,  der  durch  den  Griechen 
gedeckt  wird.  Ueberhaupt  aber  dienen  die  Uebersetzungen,  und 
namentlich  der  Grieche,  nicht  nur  zur  Verbesserung  des  Hebräers, 
im  Grossen  und  Ganzen  bezeugen  sie  seine  Güte  oder  wenigstens 
sein  Alter  in  höherem  Grade,  als  man  bei  so  vielen  und  so 
starken  Verderbnissen  erwarten  sollte.  Umgekelirt  finden  der 
Syrer  und  der  Grieche  für  zwei  Drittel  des  Buches  ilu'e  Er- 
klärung durch  den  Hebräer,  der  damit  zugleich  für  die  Erklärung 
des  übrigen  Drittels  die  wertvollsten  Parallelen  bietet. 


Kap.  III.     Die  griechische  Uebersetzung-   des  Enkels. 

§  6.    Seine  Uebersetzungsweise. 

Für  die  Emendation  des  hebräischen  Textes  kommen  in 
erster  Linie  die  griechische  Uebersetzung  des  Enkels  und  die 
syrische  in  Betracht,  aber  diese  beiden  Zeugen  können  nur  auf 
Grund  umständlicher  Untersuchungen  verwertet  werden.  Denn 
zunächst  liegen  bei  ihnen  selbst,  sowohl  bezüglich  ihrer  Text- 
überlieferung  als  auch  bezüglich  ihrer  Uebersetzungsweise,  die 


§  6.     Seine  Uebersetzungsweise,  LXIII 

schwierigsten  Probleme  vor.  Von  dem  jüngeren  der  beiden 
Zeugen,  dem  Syrer,  der  im  besten  Fall  von  weit  geringerem 
Wert  wäre  als  der  Grieche,  gilt  namentlich  das  letztere,  von  der 
Uebersetzung  des  Enkels  dagegen  beides. 

Der  Enkel  entschuldigt  die  von  ihm  empfundene  UnvoU- 
kommenheit  seiner  Uebersetzung  damit,  dass  keine  Uebersetzung 
dem  Original  völlig  entspreche,  und  auch  die  des  Pentateuch, 
der  Propheten  und  der  Hagiographen  stark  vom  Urtext  abweiche. 
Ohne  Zweifel  w'ar  er  imstande,  die  im  Ganzen  sehr  sorgfältig 
gearbeitete  LXX  zum  Pentateuch  und  zu  den  historischen  Büchern 
mit  dem  hebräischen  Text  zu  vergleichen;  öfter  hat  sie  ihm  als 
Wörterbuch  gedient.^)  Wahrscheinlich  hat  er  in  Aegypten  selbst 
den  Pentateuch  nach  der  LXX  gelehrt.  Seine  Entschuldigung 
kann  daher,  sofern  er  sich  auch  auf  die  Uebersetzer  des  Penta- 
teuch und  der  historischen  Bücher  beruft,  als  eine  Dreistigkeit 
erscheinen.  Indessen  sieht  er  die  Aufgabe  einer  Uebersetzung 
nicht  in  der  wörtlichen  Wiedergabe  des  Originals,  sondern  viel- 
mehr in  gutgriechischeni  Ausdruck,  der  für  poetische  Texte  in 
der  Tat  besonders  erforderlich  war,  und  im  Allgemeinen  entfernt 
er  sich  dabei  vom  Original  kaum  weiter  als  die  Uebersetzer  der 
Proverbieu  und  des  Hiob.  Oft  genug  kommt  er  aber  auch  über 
wörtliche  Unbeholfenheit  nicht  hinaus. 

Er  reflektierte  übrigens  wohl  nicht  nur  auf  jüdische  Leser, 
sondern  nebenher  wenigstens  auch  auf  die  Heiden,  die,  wie  er 
in  der  Vorrede  sagt,   Israel  das  Lob  der  Weisheit  und  Bildung 

')  Vertraut  ist  er  namentlich  mit  dem  griechischen  Pentateuch,  20,29 
stimmt  dibpa  änOTUipXoi  dipßaXßOuq  ao(pwv  wörtlich  mit  LXX  I)t.  16,  19,  ebenso 
24,  23  vößov  (al.  voßog)  dv  ivereüaro  ^filv  MtnooTJ?,  xXrjpovoficav  ffuvaj'wya'cg 
'laxwß  mit  LXX  Dt.  33,  4.  Merkwürdig  ist  44,  16  npS:i  '»  cy  i'rnnn  -|ian 
nach  LXX  Gen.  5,  22.  24  übersetzt  '  Eiiaj;(  eÖTjpiffvyjas  xupiw  xal  pBreridy).  Die 
Ingredienzien  des  heiligen  Salböls  und  des  heiligen  Räucherpulvers  werden 
24,  15  nach  LXX  Ex.  30,  23  f.  34  benannt.  49,  1  steht  nach  LXX  Ex.  35,28. 
38,  25  elg  auvßemv  ßußidßaroq  für  n^QD  niüp3,  ebenso  43,  1  dSoq  nach  LXX 
Ex.  24,  10  für  DVJ?.  Vgl.  ferner  45,  10  f.  zu  notxdT^g  =  2pn  und  zu 
xexiujapevos  =  'JtS'  LXX  Ex.  28,  15,  ebenda  zu  Xoyeiov  xpiaew?  —  t:BB'0  JtJTl 
LXX  Ex.  28,  23  ff.  Vgl.  auch  zu  36,  29.  44,  17.  19.  21.  45,  12.  Er  kennt 
aber  auch  die  LXX  zu  den  Propheten.  Vgl.  46,  16  äpvhq  yaXaßjjvoü  =■ 
ihn  nSu  wie  1  Sam.  7,  9,  ferner  48,  10  xapdiav  narpog  npos  ulöv  =  ni3N  y? 
n'i2  hv  wie  Mal.  3,  24,  sowie  49,  7  in  seinem  Anklang  an  Jer.  1, 10.  Dagegen 
ist  eine  Benutzung  der  griechischen  Hagiographen  kaum  nachweisbar. 


LXIV         ^^P-  m-    Diß  griechische  Uebersetzung  des  Enkels. 

schulden.     In    frecher    Fälschung   lässt    er    die    frommen  Väter 
Israels  und  die  jüdischen  Schriftgelehrten   von  den  Heiden    ge- 
priesen werden   (39,  10.  44,  15).     Nach  Kräften   hat  er  sich  um 
die  Kenntnis    der  griechischen  Sprache    bemüht    und  vermutlich 
auch  manclierlei  profangriechische  Literatur  gelesen,   um  seinem 
jüdischen  Weisheitsvortrag    den    nötigen    weltförmigen    Putz    zu 
geben.     Denn  die  jüdische  Weisheit    als  der  griechischen  eben- 
bürtig    zu   vertreten    war    in  Aegypten    der  Hauptzweck    seines 
Unterrichts.    Er  gebraucht  mehr  als  200  griechische  Wörter,  die 
in  der  LXX  und  den  Apokryphen  des  A.  T.   nicht  vorkommen. 
Namentlich  verwendet  er  die  mit  Präpositionen  zusammengesetzten 
Verba  statt  der  einfachen,    er  liebt  auch  die  Kompositionen  mit 
c5.     Die  Eitelkeit  lässt  ihn  in  gesuchtem  Ausdruck  für  San  zr^rA 
(37,  3.  39,  22),  für  rhu^  dr.tiÄar.aaio:  (41,  1)  setzen.  Vgl.  auch  suxotip-'a 
a/olr^t;  für  no3n  (38,  24).  Dabei  verfällt  er  auf  geschraubte  Kon- 
struktionen,   die   z.  T.   schwerlich    griechisch  sind.     So    setzt  er 
für  nSitJ^ai    m^)^  ÜT2   £v  xaipio  u-öpr^cpaviojv  dßorjiJr^aia?   (51,  10),    für 
'rriKö  irfjti^nz  h  7i£piaxf>ocpf|  vaou  (was  heissen  soll:  als  er  aus  dem 
Tempel  zurückkehrte),    und  für  rfsa  ins2:n  £v  s^oom  otxou  (50,  5), 
für  iTwh  mhz  ly  xal  auvxiXsiay  XsixoupYoiv  (50,  14).     Sonderbar  ist 
auch   sein  Gebrauch    der  Präposition  iv.     Auch  profangriechisch 
kann  ein  Nomen  mit  h  an  Stelle  des  Objektsakkusativs    stehen 
(s.  z.  44,23  c).    Er  gebraucht  h  aber  aucli,  wo   im  Hebräischen 
ein  Prädikatsnominativ  stand    (s.  z.  21,  6).     Sodann  setzt  er  iv 
in  allerlei  Fällen  für  h  (s.  z.  5,  9),  namentlich  auch  da,  wo  h  den 
Sinn    des    eigentlichen    Dativs    hat    (s.   z.    10,  18).     Vgl.    Blass 
§  41,  1.  2.     Die  felilerfreie  Sprache    des  Prologs    lässt  dagegen 
vermuten,  dass    er  ilm   nicht    selbständig,  sondern   mit  fremder 
Hülfe  zustande  gebracht  hat. 

In  der  Uebersetzung  wechselt  er  gern  in  der  Wiedergabe 
desselben  Wortes  ab.  So  sagt  er  14,  19  für  )2py  mpi  ar^Trojxsyov 
ExXstTTsi,  16,  19  für  wyT  ^yi  xpojxu)  aoaaziovmu  Er  gibt  1)22  3,  11 
mit  00Q7.  und  xiixr^  wieder,  5,  14.  6,  1  wn^  '^yi  mit  «i/tOupo?  und 
öi-yXcuaao;,  11,25.  27  nzt^  mit  dij-vr^cia,  ou  [LYr^abr^'3^-a.l  und  i-ikr^a^iovr^v 
TTOisi,  13,  21.  22  tolOi  mit  aaXsusaöai,  rt-xstv  und  acpdXXsa&ai,  41,  10 
imn  Ss  irrira  mit  dizo  xa-dpa?  st?  dTrwXEtav.  Diese  rhetorische 
Manier  kommt  auch  in  der  Wiedergabe  der  Gottesnamen  zum 
Ausdruck.    Seinem  x'jpto;  entspricht  ausser  mn''  auch  bü  und  cmS«, 


§  6.    Seine  Uebefaetzungsweise.  LXV 

aber  auch  ]Thv  und  ^if'iip  (39,  35)  und  sogar  ntrij?  (46,  13),  seinem 
u'^/isTo?  '^-'hv,  aber  auch  mn''  und  meistens  sogar  hii,  das  er  übrigens 
auch  mit  wrh-r^:  (46,  6),  x-jpioc  ouvaarz-p  (46,  16)  und  «710?  (43,  10. 
47, 8)  wiedergibt.  Für  ]vhv  hü  sagt  er  xupio?  u-iia-o?  (47, 5), 
6  txs-j'ac  x'jpio?  (46,  5),  oTyio^  u'i/iato?  (47,  8),  u'^isto?  ouvacr-oj?  (46,  5), 
für  irSj?  G''}i3Toc  -avTCixoct-iop  (50,  14);  vgl.  auch  u'I/isto^  TraiipasiXitS; 
(50,  15).  Oefter  setzt  er  zur  Verdeutlichung  ein  Wort  hinzu. 
So  sagt  er  zur  Vervollständigung  des  Satzes  41,  9  st;  xaxotpav 
Ysyy/jör^cjsaös  und  £tc  •/.rj-drjrjy  [xspiaör^ascröi  für  nmsS  und  rhhph, 
40,  19  erklärend  oixooo[xrj  -oXstuc  für  n'>?,  44,  18  i^cx/vsrf  ö-ifj  xata- 
xXucffxw  für  n"'ntiM,  8, 12  wc  a-oXwAsxoj;  "j'i'voo  für  nax^r,  und  sofort 
darauf  v.  13  o>c  a-oTtaojv  'fpov^Cs  für  cSit'a:.  In  falscher  Er- 
leichterung hat  er  47, 4  iv  X-^Öto  a^svoov/p  für  ySp  hy,  32,  18 
oaxpua  "/r,p7.;  für  nytii;  überflüssig  ergänzt  er  43,  19  i-\  -,'Tj?  und 
44,  17  r?j  7-^.  Schönredend  sagt  er  49,  6  IxXsxTYiv  -oaiv  für  rfy, 
mehrmals  setzt  er  ebenso  \ii'(ci-:  (41,  12.  44,  19.  50,  1)  und  oo^a 
(45,  2.  47,  11.  49,  8.  50,  7)  hinzu. 

Oefter  gibt  er  ein  Concretum  durch  ein  Abstractum  wieder 
und  umgekehrt,  wie  19,  2  auvstou;  für  zh,  13,  13  -Twcri;  für  ^^:ü 
Dan.  Eine  Genitiv- Verbindung  kehrt  er  manchmal  um:  9,  12  sv 
suoota  rht'-iöiv  für  n''h'j^  pin,  9,  17  iv  /sipi  t=/vitwv  für  CT  ''a:n3, 
39,  30  i)-/jf>i(juv  ooovTsc  für  y^  jT".  Dabei  löst  er  sie  auch  wohl 
auf:  42,  9  a-oxp-j'^oc  d-ryjü^Ay.  für  ipu^  matsc,  41,  13  aYotDr,?  ^(or^? 
für  0"*^  n2ri3.  Er  knüpft  sie  aber  auch  gegen  das  Original:  41,  3 
xpt'jxa  dava-ou  für  ypn  moö;  vgl.  auch  46,  1  für  nh'n:  nywn  liSY«? 
£7:1  atur/jpta,  13,  26  für  2''^  ih  xapoi'ot  sv  dYaOoTc,  3,  11  für  lax  nSpa 
}irjT-/ip  £v  aoocCa. 

Häufig  versetzt  er  ein  Wort  aus  einem  Sticlius  in  den 
anderen,  oder  gar  aus  einem  Distichon  in  das  andere.  So  z.  B. 
11,  12.  13.  13,  16.  17.  Meistens  vertauscht  er  dann  aber  zwei 
Ausdrücke.  47,  12  hat  er  'jTi^o  ]2  vnnx  laj?  m;5?;i  umgestellt  in 
[isxa  ToÖTov  dviaxT^  uio?  s-Kia-rjfitov  /.cd  01'  autov  xtX.  Vgl.  dazu  38,29. 
44,22.  23 de.  45,6. 

Sehr  oft  deutet  er  hebräische 'Ausdrücke  mehi' oder  weniger 
glücklich  aus.  So  sagt  er  11,  12  sx  TaTtEivcusswc  auto-j  für  izyti 
njny,  14,  26  t«  -ixva  ctuTou  für  i:p,  39,  22  xatotxXustxo?  für  nrü,  40, 10 
dasselbe  für  nhz,  38, 21  vom  Toten  szotvoooc  für  mpn,  46,  19 
/pr^jjia-a  für  >22,  47,  23  ooh;  aaccpTia?  für  ':i?^:o.  Anderswo  beseitigt 

Smcnd,  Sirach-Kommentar.  ^ 


LXVI         ^ap.  III.    Die  griechische  Uebersetzung  des  Enkels. 

er  hebräische  Tropen.  Er  setzt  30,13  IpYascdiy  «uko  für  l*:};  I3:n, 
37,  30  scJTCti  voao?  für  '''jin  pp"*,  47,  1  irpocpr^xsusiv  iv  vjfxepai?  Aauto 
für  r)i  '2^h  zi'^nn'?,  47,  22  oia^Oafifi  für  nj:nx  ^"'c\  Für  crh  inti^^i 
an'?  nao  sagt  er  48,  2  ö?  e-r^YotYev  i-'  auTol»?  Xi^ov,  für  'ry  im:  nj? 
IDSti^a  46,  19  Trpo  xatpou  xoifxr^aeoj;  «»ovo?.  Er  erklärt  48,  21  DttrTI 
nc:ö3  nach  der  biblischen  Erzählung  durch  xal  Icltpul^sv  auxou?  6 
«YYsXo?  au-ou.  Verschroben  gibt  er  T'  ?]''y  (^  er  zeigt  einen 
Weg)  37,  7  mit  i^at'pst  [iouXr^v  wieder. 

Er  ist  aber  auch  auf  Verschönerung  des  Originals  bedacht. 
Aus  dem  brennenden  Ofen  (niin),  mit  dem  das  Original  das  Wort 
Elias  48,  1  vergleiclit,  macht  er  eine  brennende  Fackel  (XaaTrac) ; 
aus  der  Weite  {n'np)  des  Meeres  43, 24  seine  Gefährlichkeit 
(/''vouvoc);  aus  Weidenruten  {hm  ^my)  50, 12  nach  sprachlich  aller- 
dings möglicher  Deutung  Palmensprösslinge  {a~zkiyrj  cpotvixojv). 
Für  ma  sagt  er  46,  20  u-vco^ai,  für  blosses  no  48,  11  oi  sv  rh^a.- 
Trr^asi  (1.  avaTcauasi)  x£xot[j//jjjivoi. 

Uebrigens  geht  er  allem  aus  dem  Wege,  was  der  Ehre 
und  Würde  Gottes  abträglich  sein  kömite.  So  beseitigt  er  zu- 
weilen den  Zorn  Gottes;  45,19  gibt  er  rp^n"'!  mitxaloux  suoox-zjasv 
wieder,  46,  7  mya  p"in  3''U^nS  mit  xtuXuaat  Xaöv  dirö  a|i.ap-tac.  Aehnlich 
sagt  er  von  Gott  45, 19  xa-^vaXoiaat  für  aS:x"'l  und  lässt  er  45,  23 
den  Pinehas  sv  ©oßco  xüpiou  statt  S:n  m'^s'?  eifern.  Im  Urtext 
sclimäht  48,  18  der  Kabsake  Gott  [hü  f]i:'l),  er  setzt  mildernd 
l[xs77.Xa'j/-/;c>sv.  Ebenso  setzt  er  33,  10  n^V^  na  "f?  ■:12s"'  ""O  ''D  um 
in  xal  £xoi-/iYy537'3&ojaav  aoi  xoc  fxSYaXeTa  aou.  Für  Israel  schämt  er 
sich  der  Amulete  und  setzt  36,  3  dafür  das  hohepriesterliche 
Orakel  (ipioT-zj^xa  otjXwv  für  ncaa).  Er  schämt  sich  auch  der 
Härte,  die  42,  lief  gegen  die  Tocliter  empfohlen  wird,  und  lässt 
deshalb  das  Distichon  aus.  Dass  er  die  Väter  Israels  und  die 
Schriftgelehrten  von  den  Heiden  statt  von  der  Gemeinde  gelobt 
werden  lässt  (39,  10.  44,  15),  wurde  schon  bemerkt.  Interessant 
ist  aber  namentlich,  dass  er  aus  Hass  gegen  die  alte  hohe- 
priesterliche Familie  45,  25  f.  50,  22  ff.  teils  verstümmelt  teils 
abwandelt.  Deshalb  hat  er  auch  die  Litanei  unterdrückt,  die 
im  Hebräer  hinter  51,  12  erhalten  ist  (vgl.  auch  zu  50, 1)^).  Sie 


1)  Es  ist  freilich  denkbar,  dass  einzelne  dieser  Auslassungen  und  Ver- 
stümmelungen sich  schon  in  seiner  Vorlage  fanden. 


§  6.    Seine  Üebersetzungsweise.  LXVIt 

hätte  aber  auch  formell  den  Griechen  kaum  gefallen.  Merk- 
würdig setzt  ei'  7;  17  für  nai  ^mü  mpn  "^d  oti  £xo''x-/jfTi?  aasßou? 
-orj  xal  a/Mlrfi.  Er  lioffte  offenbar  für  die  Frommen  auf  ein  Leben 
nach  dem  Tode,  das  der  GrossAater  ablehnt  (vgl.  auch  zu  48,  11). 

Schliesslicli  kann  mau  ihn  aber  auch  von  reiner  Willkür 
nicht  freispi-echen.  So  übersetzt  er  43,  26  pi:i  Svq"'  vanm  mit 
y.ai  £v  Xo-j-w  atj-o-j  a'j-f/sixai  7:av-7..  Gelegentlich  scheut  er  sich 
auch  nicht,  vier  Stichen  in  zwei  zusaramenzuziehu  (46,  13),  oder 
der  Deutliclikeit  halber  einen  Stichus  zuzusetzen  und  dafür  einen 
andern  fortzulassen  (50,  27).  Natürlich  hat  er  ein  gewisses  Ge- 
fühl für  das  Gleichmass  der  Stichen.  Uebergeht  er  ein  Wort 
oder  versetzt  er  es  iu  einen  anderen  Stichus,  so  schaltet  er  öfter 
ein  Wort  dafür  ein,  um  das  Gleichgewicht  wiederherzustellen, 
so  z.  B.  49,  1  -otv-t',  49,  4  7:X-/;;j.|xsX£iav.  40,  1  a  setzt  er  den  ak- 
tivischen Ausdruck  ins  Passivum  um  und  übergeht  hü,  weil  er  Gott 
nicht  den  Urheber  des  Unglücks  nennen  mag,  er  fügt  dafür  hinzu 
-otv-l  dvilfitomo  nach  ms*  '33  Sy  in  b,  das  er  dort  noch  einmal 
übei'setzt. 

Seine  Sprachkenntnis  erscheint  dagegen  öfter  als  mangel- 
haft. So  übersetzt  er  46,  3  ZTn''  Tizh  sin  ''a  sonderbar  r(;  TipoTEpov 
auTorj  ouToj?  Isf/j ;  Ueberhaupt  beweisen  viele  und  grobe  Miss- 
verständnisse (vgl.  z.  B.  12,  9.  47, 18),  dass  er  für  den  Sinn  der 
einzelnen  Stellen  keine  zuverlässige  Tradition  besass.  Auch  stand 
ihm  das  Autographon  des  Grossvaters  nicht  zu  Gebote  (vgl. 
unten  §  14). 


§  7.     Der    griechische  Vulgärtext. 

Um  den  griechischen  Sirach-Text   hat  man  sich  schon  im 

ersten  Jahrhundert  nach  der  Reformation  mehrfach  bemüht.    Die 

grosse  Verschiedenheit  desComplutensischen  Textes  (=  +  Cod.  248 

Holmes-Parsons),    der  mit  der  Vulgata  vielfach  übereinstimmte, 

von  der  Aldina  (=  Cod.  68)    und  der  Sixtina    (=  Cod.  B)  lag 

am  Tage,  nicht  zum  wenigsten  in  dem  Plus  von  etwa  120  Stichen, 

mit  dem    ausser  vielen  kleineren  Zusätzen  der  Complutensische 

Text    die  beiden    anderen  Ausgaben   überbot.     Im    allgemeinen 

begnügte  man  sich  freilich  damit,  den  Sixtinischen  Text  um  das 

Y* 


LXVIII      K^p.  III.    Die  griechische  Uebersetzung  des  Enkels. 

Plus  des  (Jomplutensischen  zu  vermehren  und  die  Abweichungen 
des  letzteren  in  Anmerkungen  anzuführen.  Viel  mehr  hat  auch 
David  Höschel  nicht  geleistet,  der  den  Augsburger  (=  70  Holmes- 
Parsons)  Codex  und  nach  Johannes  Drusius'  Vorgang  auch  den 
Heidelberger  (=  296  Holmes-Parsons)  zur  Vergleichung  heran- 
zog.') Kritisch  erörtert  sind  die  zahlreichen  Varianten  zuerst 
von  Drusius-),  vielfach  mit  tretendem  Urteil,  üeberboten  wurde 
er  erst  von  Johann  Ernst  Grabe,  der  in  seiner  Ausgabe  des 
griechischen  Alten  Testaments  den  Codex  Alexandrinus  zu  Grunde 
legte,  ihn  aber  nach  den  anderen  Texten  vermehrte  und  hin  und 
wieder  emendierte.^)  Später  hat  K.  G.  Bretschneider  in  durch- 
greifender Kritik  vielfach  die  besseren  Lesarten  herausgefunden, 
sich  zugleich  freilich  in  unbesonnene  Skepsis  verloren.^) 

Reicheren  kritischen  Stott'  bot  der  im  J.  1827  erschienene 
V.  Band  der  Holmes-Parsons'schen  Ausgabe  der  LXX,  den 
0.  F.  Fritzsche  nebst  dem  unterdessen  bekannt  gewordenen 
Codex  Sinaiticus  benutzte^).  Ohne  Zweifel  ist  Fritzsche's  Text 
in  manchen  Einzelheiten  den  früheren  Ausgaben  überlegen.  Aber 
es  fehlte  ihm  an  Einsicht  in  den  Ursprung  der  Complutensischen 
Rezension,  die  er  wesentlich  für  ein  Produkt  gelehrter  Willkür 
ansah.  Deshalb  steht  er  im  Urteil  oft  hinter  Bretschneider  und 
Grabe,  ja  sogar  hinter  Drusius  zurück.  Des  Syrischen  unkundig, 
verkannte  er  auch  völlig  den  Wert  des  Syrers,  den  er  in  einem 
damals  kaum  noch  entschuldbaren  Irrtum  für  eine  Afterüber- 
setzung nach  dem  Griechen  hielt.  Ueberdies  hat  er  die  damals 
bekannten  griechischen  Varianten  unvollständig  verwertet.*^) 


')  Sapientia  Sirachi  sive  Ecclesiastieus,  coUatis  lectionibus  varr.  mem- 
branarum  et  XIV  praeterea  exemplarium,  Augustae  Vind.  1604.  Die  Aus- 
gabe Höschels  ist  abgedruckt  im  o.  Bande  der  Frankfurter  und  im  5.  der 
Amsterdamer  Ausgabe  der  Critici  sacri.     Benutzt  ist  sie  von  Fritzsche. 

2)  ZO^PIA  ZEIPAX  sive  Ecclesiastieus,  Graece  ad  exemplar  Roman  um 
et  Latine  ex  interpretatione  J.  Drusii,   Franekerae  1596. 

ä)  'ü  TiaXaiä  dia^rjxi)  xazä  Toog  ' Eßdoß-fjxovra,    Tom.  IV,    Oxonii  1709. 

*)  K.  G.  Bretschneider,  Liber  Jesu  Siracidae  Graece,   Ratisbonae  1806. 

^)  Libri  apocrj-phi  V.  T.  Graece,  Lipsiae  1871. 

*^)  Oft  hat  er  wichtige  Lesarten  übergangen,  z.  B.  1,  10  ^oßoufie.voig 
(lOG  für  äranwai\>),  3,  1  xpiatv  (263  cf.  70  für  ißoü),  50,  29  <p6ßog  (106  für  <pil,q). 
Aber  öfter  fehlen  bei  ihm  auch  ganze  Stichen;  so  z.  B.  die  vom  ersten  Kor- 
rektor des  Cod.  Sin.    erhaltene  Variante    von  16,21a,    der  allein  bei  diesem 


§  7.    Der  griechische  Vulgärtext.  LXIX 

Inzwischen  ist  jetzt  im  hebräischen  Urtext  für  die  Kritik 
der  «griechischen  Textüberlieferung  der  Massstab  gegeben,  zu- 
gleich ist  dadurch  freilich  das  textkritische  Problem  noch  weiter 
kompliziert.^) 

Der  Oxforder  LXX-Ausgabe  von  Holmes-Parsons  liegt  für 
das  Buch  Sirach  der  Text  der  Sixtina  zu  Grunde.  Im  Ai)parat 
sind  mitgeteilt  die  Varianten  folgender  Handschriften: 

III]     =  Cod.  Alexandrinus,  bezw. 

Al.J     =  Grabe'sche  Ausgabe. 

23]  :=  Cod.  Gr.  I  der  Marcus-Büdiothek  in  Venedig.  Ich 
folge  einer  Collation  Lagardes  (Cod.  Gotting.  Lagarde  Nro.  7), 
die  nach  der  Ausgabe  von  Fr.  Field  (V.  T.  Graece.  Oxonii  1859) 
gearbeitet  ist:  vgl.  fol.  20ö   des  Lagarde'schen  Manuscripts. 

55]     kann  ich  nicht  bestimmen-). 

68]  =  Cod.  Venet.  V,  der  angeblich  fast  überall  mit  Cod. 
B  stimmt  und  daher  nur  zum  Teil  verglichen  ist. 

70]  =  Cod.  Graec.  551  der  Münchener  Hofbibliothek, 
früher  in  der  S.  Anna-Bibliothek  in  Augsburg;  vgl.  den  Katalog 
bei  Aretin,  Beyträge  IX  S.  870—95.  Der  Text  von  Sü\  1—50 
steht  auf  fol.  192 — 219;  c.  51  ist  weggelassen.  Am  Schluss  ist 
auf  fol.  219  zu  lesen:  contuli  cum  editione  llomana,  quae  hinc 
emendari  et  augeri  alicubi  potest.  D.  H(oeschel).  pridie  pentec. 
1603.  Vgl.  vorige  S.  Anm.  1.  Für  Holmes-Parsons  ist  nur 
c.  1  nach  der  Handschrift  collationiert,  dagegen  die  Ausgabe 
Höschels  überhaupt  nicht  berücksichtigt.  Da  die  Lesarten  des 
Codex  von  Höschel  vielfach  ungenau  und  missverständlich  an- 
gefühi't  sind^  habe  ich  den  Codex    hier  in  Göttingen  vollständig 


Korrektor  sich  findende  42,  15d,  der  nur  in  248  70  erhaltene  47, 8  d,  und 
1,  7  ganz. 

^)  Indessen  glaube  ich  der  Sache  wegen  bemerken  zu  müssen,  dass 
die  nachfolgenden  Ausführungen  über  die  Geschichte  des  griechischen  Textes 
vor  der  Entdeckung  der  hebräischen  Fragmente  geschrieben  waren  und  ich 
nachher  an  ihnen  wenig  zu  ändern  gefunden  habe. 

-)  Unter  derselben  Nummer  sind  bei  Holmes-Parsons  öfter  mehrere 
Handschriften  begriffen,  die  sich  zu  einem  vollständigen  A.  T.  ergänzen. 
Rechenschaft  darüber  geben  die  (mir  nicht  zugänglichen)  Annual  accounts. 
So  bezeichnet  Xro.  55  für  die  Bücher  Genesis-Psalter  den  Cod.  Vat.  1,  der 
eben  nur  diese  Bücher*  enthält  (vgl.  die  Praefatio  zum  1.  Bande),  für  die 
späteren  Bücher  hat  die  Nummer  eine  andere  Bedeutung. 


LXX  Kap.  III.    Die  griechische  Uebersetzung  des  Enkels. 

verglichen.  Uebrigens  ist  diese  wichtige  Handschrift,  die  von 
Höschel  freilich  als  membranae  und  codex  vetustissimus  be- 
zeichnet wird,  eine  Papierhandschrift  des  15.  Jahrhunderts. 

106]  =^  (,'od.  187  der  Bibliothek  der  Carineliter-Barfüsser 
in  Ferrara  (nach  der  Unterschrift  unter  Iliob  vom  J.  1334).  Ich 
folge  einer  Collatiou  Lagarde's  (Cod.  Gotting.  Lagarde  Nro.  21. 
2  Bde.),  die  nach  derGrabe-Breitinger'scheu  Ausgabe  gearbeitet  ist. 

155]  =  Cod.  Hagensis  Meerinan.  11  (nach  Hatch  jetzt  in 
der  Bodleiana  in  Oxford),  nach  Holmes-Parsons  aus  dem  12. 
oder  13.  Jahrh. 

157]  =  Cod.  B  VI  23  der  öffentlichen  Bibliothek  in  Basel, 
reichend  bis  tou  b/Jlrr^xrflox  51,  21. 

248]  =  Cod.  Vaticanus  346,  nach  HoLnes-Parsons  un- 
gefähr aus  dem  14.  Jahrb.,  liegt  dem  Text  der  Complulensis 
zu  Grunde.  Vgl.  übrigens  E.  Klostermann,  Analecta,  Leipzig 
1895,  S.  15ff. 

253]  =  Cod.  Vaticanus  336,  nach  Holmes-Parsons  aus 
dem  14.  Jahrb.,  nach  E.  Klostermann  (S.  16)  und  0.  v.  Gebhardt 
(Psalmen  Salomos  S.  20)  dagegen  aus  dem  11.  oder  12.  Jahrh. 
Ich  folge  Klostermanns  Collation  (a.  a.  0.  S.  26 ff.). 

254]  =  Cod.  Vaticanus  337,  nach  Holmes-Parsons  etwa 
aus  dem  13.  Jahrh. 

296]  =  Cod.  Vaticanus-Palatino-Heidelbergensis  337,  aus 
dem  13.  Jahrh.  Die  Handschrift  hat  folgende  Lücken:  18, 18 — 19, 3. 
23,  3  (am  Ende)  —  23,  16  (~Xr^ö6vouaiv  7.[jL7.p-t'o(c),  45,  15 e  —  46,12b 
incL,  48,12  (EXiaaTs)  —  49,15  (sTTöaxeTTr^Gav),  c.  51.  Die  Hand- 
schrift ist  schon  für  die  Ausgaben  des  Drusius  und  Höschels 
benutzt,  für  die  erstere  freilich  nur  von  c.  24  an. 

307]  1)  =  Cod.  129  (olim  276)  der  Hofbibliothek  in 
München,  aus  dem  14.  Jahrh.  Es  fehlen  21,3  (lacjic)  —  26,29 
(oixato)9v^cj£Tat),  44 — 51. 

308]^)  wäre  nach  der  Praefatio,  die  Parsons  zu  Jesus 
Sirach  gibt,  ein  Palat.  Vindobonensis.  Aber  die  von  E.  Hatch  ein- 
gesehene Collation  ist  in  Rom  gemacht  und  bezeichnet  den  Codex 


^)  Diese  beiden  Hss.  sind  verschieden  von  den  anderswo  bei  Holmes- 
Parsons  als  307  308  aufgeführten;  in  der  Praefatio  zu  Jesus  Sirach  sind  sie 
deshalb  als  *307  und  *308  bezeichnet. 


§  7.    Der  griechische  Vulgärtext.  LXXI 

einfach  als  Palatinus.  Indessen  ist  er  in  Stevenson's  Katalog 
nicht  zu  finden.     Der  Codex  hat  dieselben  Lücken  296. 

Im  Anhang  des  5.  Bandes  sind  bei  Hobnes-Parsons  Vari- 
anten zum  Prolog  mitgeteilt  aus: 

234J  =  Mosquensis  d  (alibi  designat.  nuni.  311).  Ueber 
Nro.  311  ist  in  der  Praefatio  ad  XII  prophetas  minores  bemerkt: 
cod.  Biblioth.  S.  Svnod.  Mosq.,  num.  341,  membranaceus  saec. 
XI.  Praeter  XII  Prophetas  minores  et  IV  majores  continet 
etiam  alios  complures  V.  T.  libros. 

Seit  dem  Erscheinen  der  Oxforder  LXX-Ausgabe  sind  in 
mehr  oder  weniger  zuverlässigen  Ausgaben  publiciert: 

A]  =  codex  Alexandrinus, 

B]  =:  codex  Vaticanus  1209, 
S]     =  codex  Sinaiticus, 

CJ  =  codex  Ephraemi  rescriptus.  Es  fehlen  in  ihm 
7,  14b  —  8,  15b.  11,  17  —  12,  16c.  16,  Ib— 17,  11.  20,  5b— 21, 
11.  22,  20—27,  18.  28,  25b— 30,  7.  34,  22  (d-w-r^a-/,)  —  36,  16a. 
31,  6—32,  22a.  .86,  16b— 37,  10.  38,  16—39,  6.  43,27b— 39,  6, 
43,27b— 45,  24b.  47,23  (o?  aTrsofi/jasv)—  48,  10.  49, 12  ('lojasosx)  — 
Schluss. 

Ich  benutze  diese  vier  Uncialen  nach  H.  B.  Swete,  The 
Old  Testament  in  Greek,  Cambridge  1891.  Ausserdem  standen 
mir  noch  zu  Gebote: 

k]  =  cod.  Hauniensis  6  der  grossen  königlichen  Bibliothek 
in  Kopenhagen.  Diesem  Codex  ist,  wie  Ch.  Graux  und  0.  v. 
Gebhardt  (Psalmen  Salomos  S.  14ff.)  gezeigt  haben,  der  sogleich 
zu  besprechende  Cod.  Vindob.  Theol.  Gr.  XI  in  der  k.  k.  Hof- 
bibliothek in  Wien  genau  nachgebildet.  Ausserdem  sind  der 
Cod.  Mosquensis  147  (früher  148)  der  Svnodalbibliothek  in 
Moskau  und  der  Cod.  Parisinus  Gr.  2991  A  der  Nationalbibliothek 
in  Paris  mit  jenen  beiden  nahe  verwandt,  falls  sie  nicht  geradezu 
aus  einem  der  beiden  geflossen  sind.  Auf  mein  Gesuch  wurde  der 
Kopenhagener  Codex  bereitwilligst  nach  Göttingen  gesandt;  ich 
habe  ihn  vollständig  verglichen. 

v(i)  =]  cod.  Vindob.  Theol.  Gr.  XI  (=  Vienna  I  bei  Hatch, 
Essays  in  Biblical  Greek  S.  248),  nach  Lagarde  11.  oder  12. 
Jahrh.    Als  die  Kopenhagener  Handschrift  schon  zui'ückgesandt 


LXXII       Kap.  III.    Die  griechische  Uebersetzung  des  Enkels. 

■war,  erfuhr  ich,  dass  Lagarde  auch  diesen  Wiener  Codex  in 
den  Jahren  1873  und  1874  verglichen  hat  (=  Cod.  Gotting. 
Lagarde  Nro.  22).  Zwischen  seiner  Collation  des  Wiener  Codex 
und  meiner  Collation  des  Kopenhagener  habe  ich  etwa  36  Ab- 
weichungen bemerkt,  die  zu  einem  Teil  auf  offenbaren  Schreib- 
fehlern der  Wiener  Hs.  beruhen. 

v"=]  Cod.    Vindob.  Theol.    Gr.  CXLVII,  nach    den   An- 
gaben von  Hatch  (Essays  in  Biblical  Greek). 

Fragm.    Hieros.J  =  J.  llendel  Harris,    biblical   fragments 
from  the  mount  Sinai  (London  1890  S.  llff.).i) 

Syroh.]  =  syrohexaplarischer  Text  (fol.  80 — 9ß  des  Cod. 
Ambrosianus  ed.  Ceriani,  Monumenta  sacra  et  profana,  tora.  VII, 
Mil.  1874).  Es  fehlt  c.  51  in  Fol.i;e  einer  Verstümmelung  der 
Hs.  Der  Text  ist  im  allgemeinen  die  genaue  Wiedergabe  eines 
griechischen  Textes,  der  dem  Cod.  253  nahe  verwandt  war.  Esheisst 
45,  14  für  oArjxapTrdJÖrjOfovTai  p2"ipn3  Hüh^  S1SD  (vollständige  Früchte 
sie  werden  dargebracht).  Eiuigermasseu  ist  dieser  Text  daher 
mit  seiner  Vorlage  gleichwertig.  Allerdings  ist  die  Genauigkeit 
der  Wiedergabe  keine  vollkommene.  Der  Uebersetzer  benutzte 
auch  die  Peschita  und  folgte  ihr  öfter  aus  blosser  Bequemlichkeit. 
So  setzt  er  38,  4  für  TTposo/ilisiauTolc  nach  der  Peschita  piT^j;  SD^J 
(er  verachtet  sie),  während  er  anderswo  das  griechische  Verbum 
sinngemäss  wiedergibt  (6,  25.  25,  2.  50,  25).  Ebenso  5,  7  für 
ur.zp[irfXkrjo  i:j;nn  (lass  dich  abhalten),  45, 23  für  Tpo-n-/^  anyyin 
(Bresche).  Namentlich  folgt  er  der  Peschita,  w^o  er  den  Griechen 
nicht  versteht.  Deshalb  steht  41,  1  für  aTrspiarotaxoc  wii>5;  (stark), 
31,  26  für  a'j[x|diojariv  ^"!^D23  (sein  Vermögen),  34,  21  für  asaoKopwv 
üi:  riV^f2  p  (aus  der  Mitte  der  Gesellschaft).  Vgl.  auch  zu  4,  30. 
Seine  Uebereinstimmung  mit  der  Peschita  beweist  deshalb  noch 
nicht  für  seine  Vorlage.  Es  ist  fraglich,  ob  er  13,  1  xoX^ör^ssTai 

1)  Unbenutzt  sind  bisher  Petersburger  Palimpseste,  die  von  Tischendorf 
für  den  8.  Band  seiner  Monumenta  sacra  inedita  bestimmt  waren.  Vgl. 
Nestle,  Urtext  S.  74.  Uebrigens  kämen  nach  Swete  (Old  Testament  in  Greek 
IV  122  ff.)  an  griechischen  Handschriften  (ausser  den  Lectionaren)  noch  in 
Betracht  Codd.  46  (Paris,  Nationalbibliothek,  Coislin  4),  107  (Ferrara,  nahe 
verwandt  mit  106),  122  (Venedig,  St.  Marcus  Gr.  6),  131  (Wien,  Th.  Gr.  23), 
249  (Rom,  Vat.).  Aber  allein  in  der  Pariser  Nationalbibliothek  sind  ausser 
Ancien  Fonds  2931  A  und  Coislin  4  noch  acht  bisher  nicht  verglichene  Hancl-. 
Schriften  vorhanden. 


§  7.     Der  griechische  Vulgärtext.  LXXIII 

für  [ioXuv&T^asTat  und  22,  17  YX'j]jL[j.aTo?  für  '];7.]a;xojt6c  las.  Oefter 
übersetzt  er  auch  ziemlich  frei.  So  1,  2  n'^j?  pn  (die  von  Ewigkeit 
her  waren)  für  auovoc,  29,  27  xn'^n  S'pna  (das  Haus  ist  erfordert) 
für  /f£ia  xr)s  oixtW,  30,  7  cnn  (wer  liebt)  für  -£pi'};6-/«)v,  9,  13 
garKöl  aiwi  m^V''  ^V  (auf  den  Zinnen  einer  hohen  Mauer)  für 
£-1  i-rJlrzioM  -o/,£toc.  ;Möglicher  Weise  fällt  freilich  diese  Um- 
schreibung und  andere  ähnliche  aber  auch  schon  der  Vorlage  zur 
Last;  vgl.  unten  S.  LXXXIII.  Er  bleibt  sich  übrigens  auch  in  der 
Wiedergabe  derselben  Wörter  nicht  immer  gleich,  so  wird  30, 15.  16 
pEX-Kov  durch  p  3'i2  und  p  in'*»  wiedergegeben.  Den  auf  das  Nomen 
folgenden  Genitiv  des  Pronomen  personale  drückt  er  bald  durch  Sn 
mit  Suffix,  bald  durch  das  blosse  Pronominalsuffix  aus,  übrigens  fügt 
er  wie  alle  semitischen  Uebersetzer  zum  Nomen  oft  das  Pronominal- 
suffix hinzu,  wo  im  Griechischen  das  blosse  Nomen  stand.  Die 
griechischen  Zeitformen  gibt  er  ungieichmässig  wieder,  das  blosse 
Participium  findet  sich  für  das  Präsens  und  das  Futurum,  aber 
auch  für  den  Aorist  (z.  B.  11,  12);  ebenso  wird  durch  das  Par- 
ticipium mit  sin  nicht  nur  das  Imperfectum,  sondern  auch  der 
Aorist  ausgedrückt.  Stark  schwankt  er  auch  in  der  Wiedergabe 
der  Präpositionen.  Oefter  gibt  er  Randlesarten,  die  vermutlich 
ebenso  in  der  griechischen  Vorlage  standen  und  meistens  besser 
sind  (vgl.  z.  B.  17,  8.  38,  2.  50,  12  bis). 

Weshalb  der  Syrohexaplaris  der  Ambrosiana  neben  den 
kanonischen  Schriften  nicht  nur  das  Buch  Baruch  und  den  Brief 
des  Jeremias,  sondern  auch  die  Weisheiten  Salomos  und  Jesus 
Sirachs  enthält,  und  der  verloren  gegangene  syrohexaplarische 
Codex  des  Andreas  Masius,  der  bekanntlich  die  erste  Hälfte  der 
ambrosianischen  Handschrift  bildete,  auch  das  Buch  Judith  und 
einen  Teil  des  Tobit  (1,  1—7,  11)  umfasste,  ist  nicht  auszu- 
machen.^) Denn  dass  Origenes  auch  die  apokryphischen  Bücher 
in  seine  Hexapla  aufnahm,  ist  nirgendwo  überliefert.  Aber  un- 
denkbar ist  es  eben  auch  nicht,  zumal  der  Text  des  Buches 
Baruch  im  Syrohexaplaris  einigermassen  nach  Analogie  der  ka- 


1)  Vgl.  F.  Fielcl,  Origenis  Hexapl.  I  p.  LXVII  seqq.,  A.  Rahlfs  in 
Lagarde's  Bibliotheca  Syriaca  p.  32gff.  Der  syrohexaplarische  Text  von 
Tob.  1, 1—7,  11  ist  in  alle  Peschitahandschriften  eingedrungen,  übrigens  hält 
Field  auch  den  Peschitate?;t  des  3.  (ai.  1)  E^rabuchs  für  eine  Arbeit  des 
Paulus  von  Telia. 


LXXIV      Kap-  m-     Die  grieehiscke  Uebersetzung  des  Enkels. 

nonischen  Bücher  behandelt  ist.  Er  hat  nämlich  Randlesarten, 
die  auf  Theodotion  zurückgefülirt  werden.  Ausserdem  steht  im 
Text  mehrfach  vor  einzelnen  Wörtern  oder  Wortgruppen  der  Obolus 
mit  der  Randbemerkung,  dass  sie  beim  Hebräer  nicht  vorlägen, 
und  umgekehrt  steht  2,  1  der  Asteriskus  vor  einem  Satz,  der  im 
Cod.  Marchalianus  als  dem  Theodotion  gehörig  bezeichnet  ist.') 
Eine  einigermassen  ähnliche  Bewandtnis  hat  es  aber  mit  den 
zahlreichen  Asterisken  des  syrohexaplarischen  Sirach,  über  die 
unten  (§  8)  zu  reden  sein  wird.  Die  Güte  des  syrohexaplarischen 
Sirach-Textes  wäre  des  Origenes  übrigens  nicht  unwürdig,  aber 
seine  Sirach-Zitate  decken  sich  wenig  mit  ihm. 

Palaestin.]  =  Fragmente  der  christlich-palästinischen  Ueber- 
setzung. Es  handelt  sich  um  Sir.  18,  18 — 33  (vgl.  Palestinian 
Syriac  Texts  ed.  by  A.  S.  Lewis  and  M.  D.  Gibson,  London 
1900,  sowie  Studia  Sinaitica  XI,  London  1902),  ferner  um 
45,  25b— 26.  46,1—8  (vgl.  Fr.  Schulthess,  Abhandlungen  der 
Göttinger  Gesellschaft  der  Wissenschaften  N.  F.  Band  VIII 
Nro.  3  S.  39.  40).  Dazu  kommen  einzelne  Verse,  die  demnächst 
Hugo  Duensing  herausgeben  wird.  Zu  46,  1 — 8  haben  die  Frag- 
mente gute  Lesarten. 

Während  sich  im  Neuen  Testament  nur  Anspielungen  an 
Sirach  finden,  und  bei  den  apostolischen  Vätern  nur  ein  Zitat 
vorkommt,-)  wird  das  Buch  von  den  griechischen  Kirchenvätern 
wie  von  den  Lateinern  sehr  oft  zitiert,  und  diese  Zitate  sind  von 
grosser  textkritischer  und  textgeschichtlicher  Bedeutung.  In 
Betracht  kommen  von  den  Griechen  namentlich  Clemens  Alexan- 
drinus  und  Chrysostomus.'')  Ich  habe  ein  Verzeichnis  von  Väter- 
zitaten benutzt,    die  Lagarde  z.  T.  auf  Grund    eigener  Lektüre, 


1)  A.  Ceriani,  Monumenta  sacia  et  profana  I,  i  p.  2.  15. 

2)  Vgl.  Jac.  1,6  mit  Sir.  36,2;  Jac.  1,  16  mit  Sir.  5,11;  Joh.  14,23 
mit  Sir.  4,14  ii.  a.  —  Sir.  4,31  wird  Ep.  Barn.  19,9.  Constit.  ap.  7,11 
zitiert,     lieber  ein  Zitat  bei  Philo  s.  o.  S.  XXIX  Anm.  2. 

^)  Für  die  Zitate  des  Clemens  vgl.  auch  Otto  Stählin,  Clemens  Alexan- 
diinus  und  die  Septuaginta  (Beilage  zum  Jahresbericht  des  K.  Neuen  Gym- 
nasiums) Nürnberg  1901.  Von  besonderem  Interesse  sind  seine  Lesarten  für 
4, 11.  9,  8.  9.  20,  8.  23,  18.  34,  27.  35, 11.  39, 18.  Wichtige  Lesarten  des 
Chrysostomus  finden  sich  z.B.  zu  2,10.  4,3.  9,10.  10,27.  16,2.  18,30.  Betr. 
des  Origenes  vgl.  z.  B.  zu  1,  3.  11,  28.  —  Textgeschichtlich  sind  sehr  viele 
Zitate  von  Interesse;  vgl.  z.  B.  zu  3,21.  16,3. 


§  7.    Per  griechische  Vulgärtext.  LXXV 

z.  T.  aus  den  Eandnoten  der  Ausgaben  zusammengestellt  hat 
(vgl.  Codd.  Gotting.  Lagarde  Nro.  28—33.  37j.  Wichtig  sind 
sodann  für  die  Textgeschichte  die  Spruchsammlungen  des  An- 
tonius Melissa  und  des  Maximus  Confessor^),  die  zuerst  Conrad 
Gesner  herausgegeben  und  K.  G.  Bretschneider  zur  Eniendation 
herangezogen  hat.  Vgl.  Loci  communes  sacri  et  profani  senten- 
tiarum  omnis  generis  ex  autoribus  Graecis  congesti  per  Joanuem 
Stobaeum  et  veteres  in  Graecia  monachos  Antonium  et  Maximum 
ed.  a  Conr.  Gesnero.  Francofurti  1581.  Ich  zitiere  der  Be- 
quemlichkeit halber  mit 

Anton.  Max.]  für  gewöhnlich  nach  Migne,  Patrol.  Gr.,  bei 
dem  sich  die  Sprüche  des  Antonius  im  136.  Bande,  die  des 
Maximus  im  91.  Bande  finden.  Ich  habe  freilich  einzelne  Sprüche, 
die  Gesner  aufführt,  bei  Migne  nicht  wiedergefunden,  und  musste 
daher  mehrmals  auf  Gesner  rekurrieren. 


Der  Versuch,  die  bisher  verglichenen  Hss.  zu  gruppieren, 
kann  als  verfrüht  erscheinen,  weil  die  von  Holmes-Parsons  be- 
nutzten Collationen  z.  T.  wenigstens  unzuverlässig  sind.  So  führt 
Lagardes  Collation  des  Cod.  106  etwa  100,  die  des  Cod.  23  aber 
an  300  Varianten  auf,  die  bei  Holmes-Parsons  fehlen;')  ebenso 
gibt  E.  Klostermann  für  Cod.  253  gegen  250  neue  Lesarten. 
Nicht  viel  besser  ist  Cod.  296  für  die  Oxforder  Ausgabe  ver- 
glichen. Von  den  etwa  90  Varianten,  die  Höschel  (vgl.  oben 
S.  LXX)  in  seinem  Apparat  aufführt,  fehlen  bei  Holmes-Parsons 
etwa  30,  darunter  so  wichtige  wie  im  Prolog  (//fo,o;x-/jy  (für 
a'-pojjLotov),  33,10  opi^ij-oö,  und  so  charakteristische  wie  36,24  dyxWryj^ 
(für  '^cuoci;),  40, 1  [rr^zpo:  a-avtojv  (für  a.  a-jtwv).  Dass  Höschel  dabei 
in  der  Hauptsache  wenigstens  Eecht  hat,  beweist  der  Umstand, 
dass  die  meisten  der  bei  Holmes-Parsons  fehlenden  Varianten  von 
ihnen  aus  dem  nach  st  verwandten  Cod.  3^8  angeführt  werden. 

')  Ueber  die  beiden  vgl.  auch  Theol.  Lit.  Zeitg.  1897,  12 f.  Ihre  Les- 
arten kehren  grossenteils  im  Lateiner  wieder;  textkritisch  wichtige  Lesarten 
hat  Antonius  z.  B.  zu  4,3,  Maximus  zu  s,  10. 

-)  Ausser  Rechnung  lasse  ich  dabei  nicht  nur  alle  orthographischen 
Varianten,  sondern  auch  alle  Abweichungen  der  von  Lagarde  zu  Grunde 
gelegten  Field'schen  Ausgabe  von  der  Sixtina,  für  die  nach  Lagarde"s  Collation 
nur  e  silentio  (aber  doch  mit  höchster  Wahrscheinlichkeit)  auf  dieselben  Ab- 
weichungen in  Cod.  23  zu  schliessen  ist. 


LXXVI      Kap.  III.    Die  griechische  Uebersetzung  des  Enkels. 

Angesichts  dieser  Zahlen  könnte  man  fragen,  ob  das  vor- 
liegende textkritische  Material  auch  nur  zur  Texterklärung  aus- 
reichend sei.  In  Wahrheit  steht  es  aber  um  den  Apparat  der 
Oxforder  Ausgabe  keineswegs  so  schlimm.  Denn  die  von  Holmes- 
Parsons  für  Codd.  23  106  253  aufgeführten  Varianten  werden 
von  Lagarde  und  Klostermann  zu  allermeist  bestätigt,  übrigens 
führen  Lagarde  und  Klostermann  nur  sehr  wenige  Varianten  auf, 
die  nicht  schon  aus  anderen  Hss.  bekannt  waren.')  Obendrein 
sind  nunmehr  die  Lesarten  der  Codd.  ABCS  23  70  106  253, 
der  Complutensis  (=  248)  und  des  Syrohexaplaris  mehi'  oder 
weniger  zuverlässig  bekannt.  Das  sind  aber,  wie  leicht  zu  zeigen 
ist,  die  weitaus  wichtigsten  Textzeugen,  die  übrigen  Hss.  sind 
dagegen,  abgesehen  etwa  vom  Cod.  307,  von  untergeordneter 
Bedeutung.  Der  Wert  der  genannten  Hss.  und  zugleich  ilir 
gegenseitiges  Verhältnis  lässt  sich  an  einer  Reihe  von  Kiiterien 
feststellen. 

In  Betracht  kommt  zunächst  die  Vollständigkeit  des 
Textes.  Jesus  Sirach  hat  in  lauter  Distichen  geschrieben,  und 
das  Buch  war  wie  im  Urtext  so  auch  griechisch  von  jeher  in 
stichischer  Schreibung  überliefert.  Die  Handschriften  lassen 
deshalb  öfter  ganze  Sticlien  aus. 

S*^''  Sah.  allein  enthalten  42,  15d, 

S«'^  70  Lat.  aUein  30,  17  ba, 

70  248  allein  41,9  a  Hebr.  und  47,  8  d  Hebr. 

S«^^  70  248  allein  38,33  a, 

8«=^  70  248  kv  Lat.  allein  29,23  b, 

70  248  (254)  Lat.  aUein  30,  IIb.  12a, 

70  248  106  Lat.  allein  30, 12  d, 

70  Co.  (248)  Syroh.  253  Lat.  aUein  3,7  a, 

70  248  106  Syroh.  253  Lat.  aUein  4,  23  b, 

S<=«  70  248  106  Syroh.  23  307  kv  Sah.  Slav.  Lat.  allein  7,26b, 
der  Stichus  fehlt  in  (253)  BA  (157  55  254  155  296  308)  Aeth. 
Dagegen  hat  S"  ihn  an  falscher  Stelle. 

Bemerkenswert  sind  noch  folgende  Lücken,  die  gewissen 
Hss.  gemeinsam  sind. 


^)  So  Lagarde   zu  44, 16   aus  Cod.  23   das  merkwürdige  dtavoias   für 
fiezavoias.    Uebrigens  ist  Cod.  23  besonders  schwer  zu  lesen. 


§  7.    Der  griechische  Vulgärtext.  LXXVII 

AC  23  155  Aeth.  om.  5,  2bi), 

248  23  S*  om.  44,  17  c  ^). 

Ein  zuverlässiger  Stammbaum  der  Hss.  ergibt  sich  auf 
Grund  dieser  Beobachtungen  nicht.  Der  erste  Korrektor  des 
S  (^S"^"^)  ist  entweder  seiner  Vorlage  nicht  überall  gefolgt,  oder 
in  seiner  Vorlage  waren  die  Stichen  41,9  a.  47, 8  d.  30,11b. 
r2a.  30,  12d.  3,7a.  4,23b  durch  Korrektur  ausgestossen,  wenn 
anders  die  übrigen  Hss.  nicht  nachträglich  ergänzt  sind.-^)  Unter 
diesem  Vorbehalt  niuss  dasselbe  von  kv  (vgl.  alle  Stellen  ab- 
wärts von  29,23  b  bis  4,23  b),  von  106  (vgl.  3,7  a),  von  253 
(vgl,  7,26  b)  behauptet  werden. 

In  Betracht  kommt  ferner  die  Anordnung  des  Textes. 
33, 13b c.  34,1 — 36,16a  haben  ihre  ursprüngliche  Stelle  zwischen 
30,  24  und  30,  25;  zwei  Lagen  von  je  160  Stichen  sind  hier 
vertauscht.^)  Diese  Umstellung  findet  sicli  in  allen  Hss.,  auch  in 
248,  wie  P.  Bollig  konstatiert  hat.-*)  Von  den  Afterübersetzungen 
hat  ausser  dem  Lateiner  allein  die  altslavische  (und  diese  mög- 
licher Weise  auf  Grund  der  Vulgata)'^)  die  richtige  Ordnung, 
die  auch  der  Syrer  aufweist.  Die  Uebereinstinuuung  der  Hss. 
in  diesem  Punkt  ist  keinenfalls  daraus  zu  erklären,  dass  sie  alle 
von  der  Unfallsliandschrift  abstammen,  vielmehr  werden  manche 
Hss.  in  diesem  Punkt  korrigiert  sein.  Allerdings  lässt  der  Syro- 
hexaplaris  vermuten,  dass  die  Umstellung  sehr  alt  ist. 

Aber  auch  manche  einzelne  Stichen  sind  in  den  Hand- 
schriften umgestellt. 

248  70  Lat.  haben  allein  die  richtige  Reihenfolge  28,  24. 
25,  allein  die  falsche  37,  7.  10, 

248  70  106  haben  allein  die  richtige  17,9.  10, 


')  Sah.  hat  5,2b  hinter  5,8a,  und  44,17c  hinter  44,17d. 

2)  So  steht  47,  8  d  in  70  und  248,  44,17  c  in  70  au  falscher  Stelle. 

=*)  1,1—30,24  sind  im  Cod.  B  fast  genau  1760  Stichen  =  11  Lagen. 
Der  Prolog  fehlte  also  in  der  Unfallshandschrift  oder  er  stand  am  Rande. 

4)  Vgl.  J.  K.  Zenner  in  der  Ztschr.  f.  kath.  Theol.  1895  S.  159.  Un- 
erklärlich ist  mir  aber  die  Angabe  Bollig's,  dass  c.  35 — 86, 16  im  Cod  248 
fehlten.  Holmes-Parsons  haben  sowohl  für  c.  32 — 33, 16  wie  für  c.  35  —  36, 16 
Varianten  aus  Cod.  248. 

*)  Ebenso  stand  es  vielleicht  mit  dem  unus  vetustus  codex,  von  dem 
Nobilius  sagt,  dass  er  allein  die  richtige  Ordnung  habe. 


LXXVIII    Kap.  III.    Die  griechische  Uebersetzung  des  Enkels. 

248  Syi'oh.  253  S'^'' Lat.  haben  allein  die  richtige  3,  2ß, 

248  Syroh.  253  23  haben  allein  die  falsclie  50, 1, 

248    70    106    157  Syroh.    253    23  Sah.  haben   allein    die 

richtige  43,  16.  17,^) 

23  S*Aeth.  haben  allein  die  falsche  50,  9.  10, 

B  (155  296  308)  haben  allein  die  falsche  28,  10,'^) 

AC  106  k  157  307  155  296  308  Aeth.  haben    allein   die 

falsche  39,  23.  24  gegen  (248)  70  Syroh.  (253  23)  S  B  (55  254), 
A  C  155  307  haben  allein  die  falsche  43,  24. 

Evident  ist  auch  hierbei  die  Tatsache  der  Korrektur  ein- 
zelner Hss.  So  für  70  (vgl.  zu  3,26),  für  106  (vgl.  zu  17,9.  10 
und  zu  3,  26.  50,  7.  39,  23.  24),  für  157  (vgl.  zu  43,  16.  17  und 
zu  39,23.  24),  für  S''«  (vgl.  zu  3,  26  und  den  folgenden  Stellen), 
für  155  296  308  (vgl.  zu  28,  10  und  zu  39,  23.  24).  Für  kor- 
rigiert inuss  aber  auch  23  gelten.  Nur  so  ist  die  Verschiedenheit 
der  Gesellschaft  zu  begreifen,  in  der  er  sich  einerseits  50,  7. 
43,  16.  17  und  anderseits  bei  der  Auslassung  von  44,  17  c  (s.  o. 
S.  LXXVII)  und  wiederum  bei  der  Auslassung  von  5,2b  (s.  ebenda) 
und  der  Umstellung  50,  9.  10  befindet.  Anderseits  ist  bemerkens- 
wert, dass  A  0  155  (und  307)  43,  24  allein  dieselbe  Umstellung 
haben,  und  AC  155  (und  23)  in  5,2b  allein  dieselbe  Lücke. 

Die  Güte  des  Textes  der  verschiedenen  Handschriften 
mögen  zunächst  folgende  Beispiele  illustrieren.^) 

43,  23  heisst  es  in  der  Lobpreisung  des  Schöpfers 

XoYia[xu)  7.tjTo5  IxoTraasv  aßuaaov, 

wozu  als  zweiten  Stichus  bieten 

248  23  Slav.:  xal  i^uisuasv  sv  (23  om.  £v)  ctuxfj  vr^aou?. 

Syroh.  253:  xal  scpu-suasv  otuxyjv  vy^aou?. 

SBCA  (307  296)  Sah.  Aeth.:     xal  Icputsüasv  G(ur>^v  'Ir^sou?. 


^)  I).  h.  sie  stellen  v.  17  a  vor  v.  16  a.  Im  Text  der  hebräischen  Hand- 
schrift fehlt  V.  16,  sie  liest  aber  v.  17  a  vor  v.  17  b,  wie  die  meisten  griechischen 
Zeugen.  Dagegen  hat  der  Rand  in  richtiger  Folge:  17a  16  17b.  Vielleicht 
sind  die  oben  genannten  griechischen  Hss.  also  nach  Gr.  II  korrigiert. 

^)  D.  h.  der  Stichus  d  gehört  hinter  a.     Sah.  om.  b  c  d,  Lat.  om.  d. 

^)  Ich  bemerke  ein  für  alle  Mal,  dass  ich  die  Setzung  oder  Weglassung 
des  Artikels  im  Allgemeinen  ignoriere,  überall  ignoriere  ich  den  Unterschied 
der  indikativischen  und  der  konjunktivischen  Aussprache,  meistens  auch  den 
von  0  und  tu. 


§  7.    Der  griechische  Vulgärtext.  LXXIX 

106  k  V  157   155  308:     -mi  l'^-^Tsuasv   a'jTyjv  y.^f.io,-. 

Lat.  codd.  Sangerm.  Corb. :  et  plantavit  illum  Dominus  Jesus. 

55  254:   xal  ecpoxsucisv  sv  otutfi  o  xopioc  y/jaou^. 

Lat.:     et  plantavit  in  illa  Dominus  insulas. 

70:     xctl  icpuTEUGcv   au--^  xupioc  vyjöouc. 

Wesentlich  dasselbe  Bild  geben  die  Varianten  zu  10,  27. 

248  70  Svroh.  (253  vac.)  23  S"  Lat.  Sah.  Slav.  lesen: 
xf>£iac5ü>v  (248  add.  -fap  o)  ipYotCou-cvo?  (S"  add.  rj,  S^  om.)  xat 
irspiaasutüv  Iv  -üasiv  r^  (248   70  add.  6)  oo;7.Co;x£voc  x-:/.. 

Entstellt  wurde  irspiaasucuv  in  -rspt-ocTÄv  und  dann  ergab  sich 
mit  Umstellung  von  sv  itaatv  v)  die  Lesart  von 

B  (307  C  55  254  155  308)  Armen. :  xpetaatuv  (254  add.  7a» 
£p-,'C(^o[i.£voc  £7  Traaiv  (55  254  £v  kovou)^)  t^  (Armen,  om.)  -£pi-c(ttuy 
(BC"  (254  308)  Armen,  add.  r^)  oo;o(>^;x£voc  (307  £p7otCo|x£vo^)  x-X. 

Gemischt  A  106  k  v  157  296:  xp£i33(uv  Ip^aCofiEvoc  xai 
K£pt'jCi£6(ov  £y  Traafiv  r^  7:£p'.K7.T(üv  oocct^oixövo;  xtX. 

Anders  S*^^:  xpärsacov  EpYaCotj.-'"'^?  ^^  Tracjtv  xotl  7:£pt33£6tüv  h 
raaiv  Tj  oo?o(CojJ.£vo?  xtX. 

In  beiden  Fällen  haben  allein  248  Syroh.  253  23  die 
richtige  Lesart^  am  nächsten  stehen  ihnen  S  B  C  A,  die  übrigen 
Zeugen  entfernen  sich  weiter  vom  Ursprünglichen.  Dabei  sind 
in  55  254  und  70  zu  43.23,  in  A  106  kv  157  296  und  S'^''  (einiger- 
massen  auch  in  S*)  zu  10,  27  verschiedene  Lesarten  mit  einander 
vermischt.  Die  Korrektur  nach  anderen  Hss.  wurde  für  ^"^  70 
106  kv  157  296  schon  oben  (S.  LXXVII  sq.)  constatiert. 

Eine  etwas  andere  Gruppierung  stellt  sich  41,  11  heraus. 
Hier  haben  richtig  allein 

gca  Annen.  (Edersh.):     ovojxa  o£  d7cti>ov  oux  i^aXErffty^asTcti. 

Dann  zeigt  sich  die  Entartung  in  folgender  Reihe: 

Sah.:  aber  der  Name  der  guten  Menschen  wird  nicht  aus- 
getilgt werden. 

248  307  Anton  1129:  ovo«j.a  11  'dvöptoTttov  oux  dyaöov  (Ant. 
aYa&tov)  i^otX. 

Vulgär:  c/'vo[j.a  ok  7.(jLap-u)Xajv  (k  da£[:lu)v)  oux  äyxhw  (155  308 
aYa&tuv)  £caX. 

70  Aetli.  Lat.:     ovoaa  Oi  daotp-ccuXuiv  l^aX. 


1)  Vgl.  Aeth.:    Besser  ist  wer  sich  abmüht  und  arbeitet,    als  wer  ein' 
herspaziert  und  gross  tut  und  nicht  findet  seine  Nahrung. 


LXXX        Kap.  in.    Die  griechische  Uebersetzung  des  Enkels. 

AVieder  anders  liegt  die  Sache  im  zweiten  Satz  des  Prologs. 
Hier  ist  die  gewöhnliche  Lesart: 

BAC  (307  k  V  254  155  308):  xorl  -(«v  aXXojy  Tratp^wv  y^Koy^. 

70   106:     xal  xöiv  akkur^  ok  xwv  r^oLziAuy^  [ji[i)>''ojv. 

Syroh.  253  234:    X7.l  tojv  aÄXojv  os  ovtojv  (s.  osovtojv)  -otxpiwv 

S  55  296:     xal  täv  aÄXwv  tcüv  oeovitov  Ttcttr^Cojv  [:ii,3X. 

23 :     xal  xa>v  aXXwv  xoiv  Ssovxtuv  ßißXi'fov. 

Lat. :     xal  xfov  aXXwv  [':ii|':JXr(uv. 

Abermals  verschieden  stellt  sich  das  Verhältnis  17,  31. 

Ursprünglich  B  =''^  A  106  k  v  307  254  155  296  Sah.  (?) 
Aeth.  Armen.  Slav. : 

xal  TTOv/jpov  svi)u|i-/ii)7^Gi£xai  (307  7:ov/jf>ox£pov  £vöu}XT^a£xat)  aap; 
xal  arjjia. 

Lat.  aut  quid  nequius  (quam  quod)  excogitavit  caro  et  sanguis. 

Korrigiert  B*S*  (308):  xal  -oy-/;poc  £vi)ü;xT^i>Y;a£xat  (B''  iv- 
Oujir^asxai)    aa'pxa   xal  aftAa. 

Gemischt  C  (55):     xal  Trov/jpo;  svöuixrj&yjcrsxai  aap;  xal  atixa. 

Gemischt  157  S''":  xal  -J  -ov/;pov  (8*=^  7:ov/;pox£pov)  £v- 
{)u[x-/)0r^!3£xa'.  (S*^'*  ivö'jixcTxai)  (jdijy.rf.  xal  araa. 

Vollends  entartet  248  70  Syroh.  253  23:  xal  avr^p  öc 
(23  om.   oc)  £vl}u|x-/j{>yjS£xai  aa'pxa  xal  aijjLa. 

Die  Codd.  248  70  Syroh.  253  23  S-^*^  106  55  254  C  sind 
nach  einer  zweiten  griechischen  Uebersetzung  ergänzt.  Sie  haben 
aus  ihr  namentlich  ein  Plus  von  im  Ganzen  etwa  150  secundären 
Stichen  in  grösserem  oder  geringerem  Mass  aufgenommen  (s.  u. 
§  8).  Diese  zweite  Uebersetzung  war  aber  z.  T.  gewiss  nur  eine 
Bearbeitung  der  ersten.  Deshalb  könnten  die  oben  S.  LXXVl 
aufgeführten  Stichen,  die  jedenfalls  zum  ursprünglichen  Bestände 
des  Buches  und  wohl  auch  zur  Uebersetzung  des  Enkels  ge- 
hören, in  diesen  Handschriften  nach  der  zweiten  Uebersetzung 
ergänzt  sein.  Dass  der  Syrohexaplaris  vor  3,  7a.  4,  23b.  7,  26b 
keinen  Asteriskus  hat,  reicht  zum  Beweise  des  Gegenteils  nicht 
aus^).  Ebenso  könnte  in  diesen  Handschriften  in  den  S.  LXXVII  sq. 
aufgeführten  Fällen  die  richtige  Ordnung  der  Stichen    nach  der 

')  Vgl.  11.  §  8.  Dagegen  scheint  der  Asteriskus  vor  3,  25  zu  beweisen, 
dass  dies  Distichon,  so  wie  es  lautet,  aus  der  zweiten  griechischen  Ueber- 
setzung stammt.    Aber  in  der  ersten  war  es  wohl  nur  ausgefallen  (s.  z.  St.). 


§  7.     Der  griechische  Ynlgärtext.  LXXXI 

zweiten  Uebersetzuiig  hergestellt  sein^),  und  so  könnten  auch  die 
besseren  und  ursprünglichen  Lesarten,  die  diese  Handschriften 
vor  den  anderen  voraushaben,  zunächst  aus  der  zweiten  Ueber- 
setzung  stammen.  Aber  sie  haben  in  so  vielen  Fällen  die  bessere 
Lesart,  dass  dann  eine  durchgehende  Korrektur  nach  der  zweiten 
Uebersetzung  angenommen  werden  müsste,  die  nicht  gerade 
wahrscheinlich  ist.  Denn  die  Korrektur,  die  fast  alle  Hand- 
scliriften,  und  namentlich  auch  diese,  nachweislich  in  hohem 
Masse  erfahren  haben,  ist  zu  allermeist  unverständig.  In  ihren 
guten  Lesarten  wie  ihren  Verderbnissen  stehen  ihnen  dagegen 
die  am  wenigsten  korrigierten  Handschriften  vielfach  nahe,  wie 
ich  unten  zeigen  werde.  Nur  ist  unter  diesen  Umständen  eine 
prinzipielle  Bevorzugung  dieser  Handschriften  ausgeschlossen, 
die  Güte  ihrer  Lesarten  ist  vielmehr  überall  aus  inneren  Gründen 
zu  erweisen.  In  sehr  vielen  Fällen  ist  ihre  Ueberlegenheit  aber 
auch  zweifellos.     So  z.  B. 

248  Syroh.  253  23:     46,  7  ixxX-/)aiac. 

248  70  Syroh.  23:     14,  9  i.  f.  add.  a'koo. 

Verwandtschaft  mit  SB  zeigt  in  Fällen  wie: 

248  Syroh.  253  23  S*:  35,  12  xctt  arj  (iv)  ocixctpria  (cfactpriatc)  xcti. 

248  Syroh.  253  23  S  k:     16,  5  io^oa/sv  o  ry:^\\rj.hi.üz  -xou. 

248  70    Syroh.  253  23    S  157  55  254  155   Lat.:     21,  25 

(248  70  106)  Syroh.  (253  23)  B:     50,  18  i-'Xux^vfly;. 
Anderswo  treten  A  und  einige  Minuskeln  hinzu: 
248  70  Syroh.  106  ^"^  A  Pal.:     46,  3  x-jptou. 
248  70  Syroh.  253  23  SA  106  k  157  296  Lat.:  50,  22  -(zv-wv. 
248  70  Syroh.  23  SA  307  k:     31,  9  rs-Xav/jjxsvo?. 
Co.  (248)  70  253  23  SA  106  155  Lat.:     36,22  otxszÄv. 
248  70  Syroh.  253  23  S«^  Pal.:     46,  3  ttoXsu-oo,-. 
248  70  Syroh.  253  106  S«^:     14,  20  [xsXs-r^crEt. 
248  Syroh.  (?)  253  23  k:     19,  27  s&sXoxto^aiv. 
248  (70  Syroh.  vac.)  253  23  k  55  254:     51,  19   s-svo/jaoc. 
Auffällig  ist  hierbei  das  Abspringen  des  Syroh.  in  36,  22, 
von  253  in  14,  9.  31,  9,  von  23  in  14,  20.'^) 

i|  Anscheinend  ist  das  bei  43,16.   17  ges.-behen.     S.  o.  S.  LXXVIII. 
')  Bemerkenswert  ist  auch,    dass  die   z.  T.    gewiss  sehr   alten  Ueber- 
schriften  über  den  einzelnen  Abschnitten  des  Buches  (s.  o.  S.  LX)  in  Co.  248 

SniODil.   Sir;ii-li-Ki'iniii(>iit;u.  VI 


LXXXIT    Kap.  III.    Die  griechische  Ueberaetzung  des  Enkels. 

Dieser  Uebereinstimiiiung  in  guten  Lesarten  gehen  ge- 
meinsame Fehler  parallel. 

248  70  Syroh.  253  23  S««  157:     43,  5  xaTs-aocrs. 

248  70  Syroh.  B*  S  k:     43,  13  xa-s-a'jiE. 

In  dieser  Beziehung  ist  besonders  deutlich  die  Verwandt- 
schaft von  Syroh.  253  23  untereinander  und  mit  A  B  C  S,  na- 
mentlich mit  S  B. 

Syroh.  253:     42,  25  eo»;  -ou  oti'wvo?. 

253  23:    34,31  d-axr^si;  41,1  su-ps-sara'-«) ;  45,22  om.  o-l 

Syroh.  253  23:  7,28  öi'  ccj-r,;;  40,14  wiederholen  am 
Schluss  V.   12b.  I3a;    41,  5  suGoziaic. 

Syroh.  (253  23)  SB  (155):     22,  18  -/apaxsc. 

Syroh.  253  23  SB:  45,17  cp(«vr,37.i  (so  auch  70);  50,12c 
auToc  (für  o('j-rj'j). 

Syroh.  48,  17  (tov)  aqoifj,  70  tov  vvjojfv,  253  23  S  ^'^  xov  r^oj-', 
B  TOV  7(07,  S'^^  TOV  aYoj-j'ov  (vulgo:  to  G'o<,up). 

S*  B    49,  13  vstxo'jaiv,  23  [xc'vouaiv,    Syroh.  253  [j-evsT  (vulgo: 

Ns£[XlO'j). 

Syroh.  (253  23)  BS*C  (155  308):     37,  11  i'fssxioü. 
253  23  70  SC:     48,  11  do<j-z;. 

Auf  die  Gruppe  S  B  A  C  sind  folgende  Fehler  beschränkt. 
S*BC:  43,  4  c?uX«3cüv;     SB:    6,  29  xXaooi;    SA:    44,  13  rf/a- 

T(3[X£lCpi}-/^53t7l ;      45,  2    £V    00c-(j. 

Seiner  Grundlage  nach  ist  Cod.  248  zweifellos  der  beste 
von  allen.  Manche  richtige  Lesarten  hat  er  allein.  So  11,  17 
suGooi  £t^  TOV  atojv7.;  20,  22  \r^<\lZ(Ji^;  25,  18  axouaituc;;  25,26  add. 
oioou  X7i  ocTToXuaov;  30,  22  xotpotac;  aorr^  C«""/;;  34,  31  aTravTv)3£i; 
30,34a  ^r^-r^at{[:);  30,  39  (oc  r, 'Vj//^  aou;  32,24  ctuToü  (für  ctüttov); 
37,  5  -oX£ixtou.  Anderswo  sekundieren  ihm  wenige  andere  Zeugen. 
Es  lesen 

248  70:  18,  4  Tt'v.:  34,  11  praem.  oia  toÖto;  32,  22c  i.  f.  add. 
6  xpaTotio?;  37,26  oo^av;  44,  14  zk  7iV£av(?)  xai  7£V£av(c);  44,  19 
add.  ccjTO'j;  47,  11  ßczcjtXEia?  (vgl.  Syroh.);  50,  10  add.  £ü-,o£-r]c. 

24S  70  106:  20,15  (vgl.  307)  fitrryjToc  xuptu)  (^ew)  x«!  av- 
Ofxuüoic;  21,8  //~J[AO'.;  34,  9  Tic  ia-iv  ootoc. 


Syroh.  253  23  1U6  fast  {janz  fehlen.     Betr.  des  Aelhiopen  vgl.  Dillmanns  Aus- 
gabe p.  llSf, 


§  7.    Der  griechische  Vulgärtext.  LXXXIII 

248  70  157:  24,  14  add.  Icp'  uaa-o;.    248  S^^:  15,  6  add.  a^Tov. 

248  70  S«^*:  46,  19b  add.'  ctuTou.    248  307  S -:  5,  8  d)<i£Xr;aei. 

In  der  Gruppe  Syroh.  253  23  hat  Syroh.  die  Führung. 
Er  hat  an  guten  Sonderlesarten:  Prol.  1  ^iXottovo-jv-sc,  9,  12  suoöt'a, 
10,  19  om.  TTOiov  20  40  (vgl.  S*),    10,22  Trapoi/.oc. 

Syroh.  253  haben  allein  richtig:  1,  29  Ivw-iov;  2,  6  [y-oX) 
sXTTi^i  ^Ti'    auTov  y.oX  zuÖDysi  xa;  6006?  3c.u;    7,  9   sv  -to  7:XV)i)£i. 

Syroh.  23:     8,  15    xctxa. 

Syroh.  253  23:    14,5  a-jotöorc  (für  xpip-otstv) ;  14,25  aY^^Oiü; 

14,  27    £V    GtXSTOj    au-Ti?. 

Zuweilen  steht  auch  253  mit  einer  guten  Lesart  allein: 
12,  4  TTovr^pou,  13,  8  SV  dopoauvxi.  44,  23  om.  xai  1°.  Vgl.  253  23: 
12,  17  uTToaxa^j^st.     Syroh.  253  106:  4,  1  ocpOaXixov  sirioeou?. 

Gelegentlich  gehen  nur  noch  wenige  Minuskeln  und  S°* 
mit  Syroh.  in  guten  Lesarten.     So  z.  B. 

Syroh.  106  k  157:     19,26  TropsuGfievos. 

Syroh.  253  106  (S«^):     12,  8    i^:l'(voiCi^a^-oiu 

Syroh.  253  23  307  S?:    29,7  00  /apiv. 

Oefter  geht  70  in  guten  Sonderlesarten  mit  Syroh.  253  23. 

Syroh.  253  (vgl.  70):     3,  1   xpfaiv. 

Syroh.  23  70  S«*:     34,  10  b  add.    a-kw. 

253  23  70:     19,23  Travoup^ia. 

Syroh.  253  23  70  k:     23,  12  avtiTrapaßsßXr^jxsvr^. 

Bemerkenswert  ist  aber  auch  hier  der  Beitritt  von  S. 

253  S:  16,27  ot-k(]üv  (für  a5-o-:).     Syroh.  23  S:  33,10  orAS^oo. 

253  23  S'=^  (S):     6,21  layßo;. 

Syroh.  253  23  S  70  k:     50,20  xupiou. 

Wegen  seiner  Stellung  in  der  syrischen  Hexapla,  aber  auch 
wegen  der  zweifellosen  Güte  vieler  seiner  Lesarten  gehört  der 
syrohexaplarische  Text  zu  den  wichtigsten  Zeugen,  aber  sein 
Wert  wird  erheblich  vermindert  durch  die  Kon-ekturen,  die  er 
erfahren  hat.  Abgesehen  von  den  unten  (S.  LXXXVIII)  auf- 
geführten kommt  hier  sein  Verhältnis  zu  dem  ihm  nahe  ver- 
wandten Cod.  253  in  Betracht.     Man  vgl.  z.  B. 

Prol.  253  -poXo-j-o;  (vulgo),  Syroh.  irpoot'jxtov  (70). 

253  ao'-pia?  xocl  iraiSct'otc,   Syroh.  Taiosia;  xoti  aocpia;  (vulgo). 

253  xal  (ju?  ou  jxovov  (vulgo),  Syroh.  om.  w?. 

VI* 


LXXXI\     Kap.  III.     Die  griechiscbe  üebersetzuug  des  Enkels. 

253  i~tv  hinter  aovov,    Syrob.  hinter  oiov  (vi]l<i;()). 

253  to'jc  '.piXo;j.O'.i)o'jVT7.r  (viilgo),    .Syroh.   'fiAo-ovoovz7;  (gilt). 

253  iTTt-pocjJjojai  (viilgo),   Syroh.  l-i  -poaiiöjai  (cf.  8). 

253  ota  t/p  SV  vo|a.(p  ßi(o3£u);(70307),  SvioIi.o.t.svvoijlou  [^.{vulgo). 

253  ou  |xtxpöt;  -aiOitotc  a'foix'ji'jv  (viilgo),  Syroh.  oy  af/r>7.v 
Tcotiosi'otv  dt'^otxo'ov  (106  cf.  234  254). 

1,  10.  253  y.orA  t/jv  oosiv  ccüiou  (vulgo),  Syroh.  add.  7.-' 
o.hr(fi  (70  praern.). 

1,  30.    253  \i.\  'SoXzwj  oi7.vota,  Syroh.  |x/)  i^u-j/ou  asotutov  (vulgoj. 

4,  2.  253  -a,oe/.v.'j T(,c  (248  100  308),  Syroh.  7:otpopYtV(jc 
(vulgo  und  liebr.). 

4,24.  253  Xoyo)  (vulgo  und  Hebr.),  Syroh.  aTotAct-i  (Lat.  lingua). 

6,  3.     253  cp'JA/vOv  (A  C),    Syroli.  ;6Xoy  (vulgo  und  Ilebr.). 

7,  26b.  253  om.  (vulgo),  Syroh.  praeb.  (248  70  23  S*='  106 
307  k  V  Lat.  Syr.  Hebr.). 

8,  15.  253  x7.-a  coü  (vulgo),  Syroh.  mvA^irjij  (23  Lat.  Syr.  Hebr.). 

8,  19.  253  //ipiv,    Syroh.  add.  '];£or>7^  (248  70  23  100  Lat.). 

9,  5.  253  (jx7.vootXiai}^c  (Lat.  Syr.  Hebr.),  Syroh.  a-m-^WLirr^ 
az  (23  S  Toi.  Ambros.). 

9,12.     253  suGoxCa  (vulgo  -xi'aic),  Syroh.  suooia  (Syr.  Hebr.). 

9,  13.     253  £-1  =-7'X?£o>v  TToXsu);  (vulgo),  Syroh.  im  e-aX^sojv 

10,  7.  253  ■;:k■r^ll<xthf,at^  aoixia  (vulgo),  Syroh.  TzX-qau.ilti'-ji 
doixt7.c  (248  70  cf.  S«^'0- 

Im  Allgemeinen  ist  Syroh.  hiernach  dem  Cod.  253  über- 
legen, aber  9,  5.  13  gibt  er  korrigierten  Text,  und  4,  24  steht 
es  mit  ihm  kaum  anders.  Vgl.  auch  Herkenne,  de  Ecclesiastici 
cc.  1 — XLIII  p.  19ff.,  der  übrigens  mit  Recht  auf  eine  Reihe 
von  Korrekturen  hinweist,  die  auf  eine  Verbesserung  der  Grä- 
cität  hinauskommen.  So  steht  z.  B.  1,  12.  3,  26  vgl.  22,  6  im 
Syroh.  und  im  Cod.  253,  10,  3  im  Syroh.  U  statt  xai'.  10,  24  hat 
Syroh.    «ukov  63  iati  tj-sucov  6  '.pO|3o6[j.svoc    tov    x'jptov    (für    x7i  oux 

latlV    7!JT«iv     TIC     [XEl^UJV    TO'J     CprjßrjUfJLEyoU      TOV     XUplOv).         WCltereS    ÜbCr 

das  Verhältnis  der  beiden  s.  u.  §  8. 

23  steht  zu  Syroh.  253  in  ursprünglicher  Verwandtschaft, 
er  geht  aber  auch  wohl  mit  248  (s.  0.  S.  LXXVII  sq.)  und  mit 
SB,  besonders  aber  mit  S.  Vgl.  23  S  Prol.  2  £x  y6[xou,  Prol.  3 
om.  douvatxerv  (auch  B*),  Prol.  5  oi  für  ';dp,  d'^a'(^wr^\}^(;,  Prol.  6 


§  7.     Der  griechische  Vulgärtext  LXXXV 

-,oo(3)Ei>i;x-/iv  x7.t  </.'jtoc  i'((o  ii.  s.  w.  Anderseits  berührt  ei'  sich 
auch  mit  C  A  imd  den  Mimiskelu,  die  einen  jüngeren  Text  re- 
präsentieren. Für  sich  allein  hat  er  nur  selten  die  richtige 
Lesart  wie  22,  27  aüiwv,   44,  IG  oi7vo''ac. 

70  steht  zu  248  in  besonderer  Verwandtschaft,  er  geht 
al)er  öfter  in  guten  Lesarten  gegen  248  mit  dem  Syroh.  und 
seinen  nächsten  Verwandten.  Anderseits  hat  auch  er  öfter  junge 
Lesarten.     Singular  richtig  liest  er  36,  13:    -Xdurjx  rxo-jj  xctxa  tyjv 

cUOOXl'cfV    aUTOÜ,    46,  5    i-cX7.)v30ra-O    '(dp. 

Von  106  gilt  im  Wesentlichen  dasselbe  wie  von  70,  nur 
dass  seine  Beziehung  zu  248  und  Syroh.  weniger  stark  hervor- 
tritt. An  guten  Sonderlesarten  hat  er  1,  10  <5oßo'j[i.Evo'.c,  21,  15 
aocpÄv,  50,  29  'foßoc. 

k  nimmt  unter  den  Textzeugen  keinen  hohen  Rang  ein,  wie 
schon  die  Lesarten  zu  43,  23.  10,  27.  17,  31  (s.  o.  S.  LXXVlIIs([.) 
zeigen.  Sehr  häutig  geht  er  mit  den  Hss.,  in  deren  Gesellschaft 
er  an  jenen  Stellen  erscheint.  Gelegentlich  berührt  er  sich  dabei 
auffällig  mit  106.  Wie  dieser  stellt  er  6,  10b  fälschlich  hinter 
6,12a,  9,4  hinter  9,5.  Mit  106  liest  er  richtig:  6,16  o  90- 
ßo'jtiövoc  xupiov  sGpr^cjsi,  12,  12  zupr^azi;.  Er  liest  mit  106  70  falsch: 
17,  2  sü'  auTorc,  mit  106  C  5,  12:  £v  ko  aTOjxati  cjo'j.  Prol.  1  liest  er 
mit  106  23  slvai  für  YivssO^t,  Pj'ol.  3  lässt  er  mit  Fragm.  Hieros. 
Ticji  TÄv,  mit  106  Syroh.  sv  vor  sautoic  aus.  Ueberhaupt  übergeht 
er  oft  Wörter,  die  den  Satz  zu  überfüllen  scheinen.  So  12,  18 
xai  20  (106),  18,  13  xoti  30  (155  307),  16,  11  -oSxo  (253),  47,4 
rjoyi  (218  70).  Hierbei  steht  er  aber  meistens  allein.  So  über- 
geht er  8,  1.  3  avÜpoWjü,  10,  24  TIC,  11,  13  xai'  2'^,  11,  27  xai', 
12,6  xai  1«,  13,7  xaiuJt,  14,6  iaüTov,  17,  19  y.y.(,  51,  16  oXqov. 
Ferner  setzt  er  2,  15  Xo^wv  für  pr^aatojv,  3,  5  r^[iir,a>.:  für  r/jj-s'.oa, 
15,  8  i.'o(oa'.v  für  li.v/jaUr^aovT'at,  18,  9.  26,  1  i-öiv  für  7);i.£pÄv,  25,  11 
^ipcv  für  u-spißaXsv.  Uebrigens  hat  er  kaum  irgend  eine  gute 
Sonderlesart,  wie  24,  12  x^povojxict,  50, 14  ßojjjiov  (23),  w^as  beides 
richtige  Korrektur  sein  könnte.  Zweifelhaft  sind  auch  Fälle  wie 
6,30  oni.  '(dp,  31,31  «tto,  49,7  sx  [xr^xpa?.  Eichtig  und  ur- 
sprünglich ist  vielleicht  8,  11  iv  a-ou-ai-'  aou,  w^ahrscheinlich  34,  21 
z\j.zarjv  TToppto.  Uebrigens  unter.schcidet  er  sich  von  106  dadurch, 
dass  die  Zusätze  aus  der  zweiten  Uehersetzung  in  ihm  völlig  fehlen, 


LXXXVI    Kap.  III.    Die  griechische  Uebersetzun?  des  Enkels. 

S''*,  der  erste  Korrektor  des  S,  geht  zuweilen  teils  in 
Suten  teils  in  schlechten  Lesarten  mit  248  und  mit  Syroh. 
Meistens  ist  er  dabei  in  f^rösserer  Geseilschaft.  Er  hat  aber 
auch  viele  Sonderlesarten^  die  zu  allermeist  freilich  schlecht  oder 
gleichgültig];  sind.  Darunter  sind  augenfällige  Korrekturen  wie 
18;  32  ßaUavTi'tj),  22,  1  eXiöopoX/jOr^,  25,  7  dvuTuovor^ta.  Um  so  be- 
merkenswerter sind  die  vortrefflichen  Lesarten  10,  10  tctxpov, 
zu  16,  21  (s.  z.  St.),  18,  22  xrjv  zhyr^v  aou,  24,  6  r^Tr^^ocVr^v,  39,  23 
opYr^,  41,  11  (s.  0.  S.  LXXIX),  42,^15  (s.  o.  S.  LXXVI). 

307  und  157  gehen  ebenfalls  zuweilen  mit  248  und  Syroh. 
Uebrigens  hat  307  manche  gute  Sonderlesarten  wie  3,30  a[xapTiav, 
7, 36  epYoic,  ibid.  om.  aou  2^,  10,  31  ev  ttXoutu)  aöxou,  13,  16 
öuvaTTTExai,  13,  22  c  sXaXr^ae,  36,  21  suooxiav.     Vgl.  sonst 

70  106:     17,2  add.  iraviojv. 

70  106  S'^''  296:     38,  1  om.  -vxoXc. 

70  307:     35,  14  add.  Trpk  auTov. 

70  106  k  157  A  (vgl.  23  254):     31,21  fxejxwixrjixEvr^. 

307  geht  öfter  mit  A  in  Fehlern.  Vgl.  A  307 :  32,  23 
Sixat'tuv  (für  dotxa>v);    A  106  307:   27,29  TiaYtSa. 

Darf  man  den  Sirachtext  des  Syrohexaplaris  überhaupt  in 
Beziehung  zur  Hexapla  setzen,  dann  ergibt  sich  auch  hier,  dass 
SB  im  wesentlichen  einen  vorhexaplarischen  Text  repräsentieren. 
Denn  der  syrohexaplarische  Text  des  Sirach  steht,  wie  die  Ge- 
meinsamkeit der  sinnlosen  Schreibfehler  beweist,  in  ursprünglicher 
Verwandtschaft  mit  SB.  Ein  nennenswerter  Einfluss  des  hexa- 
plarischen  Textes  auf  SB,  namentlich  auf  B,  ist  aber  nicht  zu  er- 
kennen. Allerdings  sind  BS  gegenüber  dem  der  Hexapla  zu  Grunde 
liegenden  Text  stark  verderbt.  Namentlich  hat  B  sehr  viele 
Schreibfehler;  aber  dafür  ist  B  auch  weniger  korrigiert  und  kaum 
von  anderen  Texten  infiziert. 

An  guten  Sonderlesarten  hat  S:  1,22  opyr^,  8,15  ߫puvxi, 
22,  6  (JO'fia,  24,  19  add.  -rrdv-c,-,  26,  18  --apvoic,  27,  1  oicx'^opou. 
Vgl.  S  157:  37,8  ev  kmzm.  Dagegen  hat  B  an  guten  Sonder- 
lesarten: 36,  19  dpETocXo-j-iotc,  51,  10  uTTspr/favitov.  Vgl.  B  (308): 
14,21  £130001?,    32,22  BS«^  (296  308):   oixaiV. 

C  und  A  weichen  von  SB  vielfach  ab,  denen  gegenüber 
sie  meistens  einen  jüngeren  Text  bieten.  Nähere  Verwandtschaft 
zwischen  C  und  A  beweisen  die  ihnen  gemeinsame  Umstellung 


§  7.     Der  griechische  Vulgärtext  LXXXVII 

43,  24  und  die  gemeinsame  Lücke  5,  2.  Mit  wertvollen  Sonder- 
lesarten treten  sie  selten  hervor  (z.  B.  A  27,  11  cfo'-pou  für  su- 
asßouc,  C  1,  14  'foßoc  xopiou,  4,  7  sv  auva-j-firf^  (?)).  Aber  A  geht 
zuweilen  ohne  die  anderen  Uncialen  mit  248  und  Syroh.  Vgl. 
oben  S.  LXXXI.  Oefter  gehen  C  und  A  in  guten  und  schlechten 
Lesarten  mit  gewissen  Minuskeln. 

Zu  einander  gehören  55  und  254,  wie  die  gemeinsamen 
Zusätze  vor  22,27  und  hinter  23,11c,  zahlreiche  Ueberein- 
stimmungen  sowie  manche  gemeinsame  Fehler  und  Korrekturen 
beweisen.  So  z.  B.  16,  9  khrjr^iioi\iiwj:,  16,  14  r.oizX,  18,  1  sv  Xoyio 
•/.al  Tof^ct,  19,5  loXh..  Riclitig  lesen  beide  18,21  ocatlsvrjaai. 
Vgl.  sonst 

106  157  55  254:     31,1(3  TicKaioca.xsvoc  (schlecht). 

23  106  157  55  254:     38,13   süooxta  (schlecht). 

Syroh.  23  S*  70  106  k  157  55  254:  10,  18  sv  -.'Ewr^-xotai  (gut). 

248  Syroh.  253  23  70  106  157  A  55  254:  48,  10  IXsYjxrk  (gut). 

248H>arg.  70  106  k  157  CA  296  55  254:  22,  18  /a>axcc  (gut). 

248  253  23  k  55  254:     51,  19  sT:£vo-/;aa  (gut). 

Gut  liest  254  allein  10, 19  6  ^oßoujjtsvoc,  30,  17  -ov/jp«.  Vgl. 
auch  248  254:  16,  12  om.  -0X6?.  Oefter  springt  55  ab.  So  z.  B. 
248  70  Syroh.  55:  44,2  add.  sv  au-oi?  (gut).  Vgl.  aber  auch 
die  Fehler  B  55:  40,25  tuv-/;  für  ßouXv^;  70  307  k  A  55:  34,22 
hjyji:.     Vgl.  auch 

106  157  A  155  (296  308  vac.)  254:  51,  19  ;xou. 

Nahe  verwandt  sind  auch  296  3C8,  wie  die  gemeinsamen 
Lücken  (s.  0.  S.  LXX)  und  Fehler  wie  13, 21  TrpoaaTroüavsr-at, 
38,  9  TTv.psßXaTCTE,  39,  26  xupo;  zeigen.  Singular  gut  hat  296  zu 
37,  12  £v-oXr/A  Ursprünglich  verwandt  ist  mit  den  beiden  155, 
der  zuweilen  allein  (z.  B.  34, 25  aocpt'Cou),  oft  mit  andern  in 
ihrer  Gesellschaft  erscheint.     Vgl. 

A  k  55  254  155  296  308:     50,  3  Xa/xoc  (gut). 

S<=^  157  A  55  254  155  296  308:  50,  18  iii.t^(alw^  (schlecht). 

Zuweilen  geht  296,  andeiswo  auch  308  seinen  eigenen  Weg 
(vgl.  aber  auch  S.  LXXV).     Vgl.  z.  B. 

(248)  A  (k  55  254  155  296):  43,  17  oiotV/jCfö  vr^v  (gut). 

Oft  aber  springt  155  ab.  Vgl.  70  155:  14,  21  autoi;  (für 
aitr,;  2%     23   155:    Prol.  2    s-jvoiav  (für  avaY'Aocfiv);     23  C   155: 


LXXX  V !  1 1   Kap.  III.  Die  giiechiscbe  Uebeiaetzung  des  F^nkels. 

20,4  dTTOTrapDivwasv;  k  C  155:  27,  19  sOp^su;  A  155:  20,26 
^zoorjc.     Vgl.  auch  CA  2.3  155  zu  5,2b,  CA  :>07  155  zu  43,24. 

Dabei  gehen  beide  Gruppea  auch  wohl  mit  li  gegen  A.  Vgl. 

B  (106  k  307  55  254  296  308):     15,6    aiwviov  (.«chlecht). 

(248)  Syroh.  B  (157  k  307  55  254  296  308):  36,  22 
izcKuv  (schlecht). 

Vgl.  noch  Syroh.  253  S<^^  296  308:  24,14  h  £777.000-; 
(248  £V7aoi)  (gut). 

248  70  Syroh.  253  23  8^-  296  308:  27,18  7.-<iXsaEv  (schlecht). 

Syroh.'"«'-  55  155:     17,8  'ioßov  für  WOrxl<iv/  (gut). 

Das  ursprüngliche  Verwandtschaftsverhältnis  der  Hand- 
schriften ist  in  hohem  Grade  durch  Korrekturen  verwischt 
Korrigiert  sind  einerseits  248  und  70  und  im  Anschluss  an  sie 
andere  Minuskeln. 

248:     24,30  27^  r^  so'f'a  6};  ouupuc. 

248  70:  28,14  oicrcfv^;  38,24  ou  ao-f is^cjsto!' ;  49,  13  X7.t  sv 
ixAE/TOi?  TjV   NsEjxt'otc,   o'j  STTt  TioXi»  ~o   [xyy^ao3ovov   O.'J-f/j. 

248  157:  10,  10  xotztsi  (55  254  i/xo—st);  36,  17  -[>(üto7ovov 
ojvoiA7.aac. 

248  70  157:     28,  15   o-^ar;. 

248  70  106:  3,31  xal  (6j  x6f>ioc  (0)  ävia-oo-.oooc;  16,19 
add.   x'jptov. 

248  106  157:     23,  7   -^lOc-'^v  3To;j.7.to;  <za-/ji}'.vo'j. 

Korrigiert  sind  anderseits  auch  Syroh.  253  23  (vgl.  auch 
oben  S.  LXXXIII). 

Syroh.  253:  1,  18  av^öaXXei  03  .iv  aÜTOi;  xupioc  sipr^vrjy  jxes-TjV 
t7!ci£(üc;  3,  24  X7i  u-ovoia  -ov/jpa  u))a'(3i>r^cj£v  yj  oi7'voi7.  aoTÖJv;  14,  16 
|j,v/jai)9iy<zi  C(«y;v;  43,17  auviasi^s  7t,v. 

Syroh.  253  23  S:     19,5  Trovripia. 

Korrigiert  sind  aber  auch  die  Uncialen  für  sich  allein: 
sogar  B:     8,  15  y.rl.xo.'^a^J'Wf^-'yx. 

Schlimmer  ist,  dass  die  verschiedenen  Gruppen  von  Hss. 
sich  durch  Korrekturen  gegenseitig  beeinflusst  haben. 

248  23:     30,34  raios-a. 

248  Syroh.  253:     1,  3()e  add.  iv  6Xr^\)tirj.. 

248  Syroh.  253  23:     23,  22.23  aUou.  ' 

248  106  Syroh.  253:     4,25    Trspl  6£'j3a7.Toc  7.-<ztoe'jat7c  cjou, 

248  70  Syroh.  253  23:     40,9  xai  «rjxa  hinter  po[x'.paia. 


§  7.     Der  griechische  Viiluärtext.  T. XXX IX 

248  70  lOß  Syroh.  253:     1/22    iJoacuo-/;,-  ocv/^p. 

248  70  253  S«^^  k:     27,  2  XilhWuv. 

Einigermassen  auf  mehrere  Gruppen  beschränkt  ist  die 
Korrektur  in  einzelnen  Fällen: 

70  Syroh.  253  23  8'=^  157  55  254:  15,  15  auv--/j(>r,aat, 
(248)  S-=^B  (lOß  k  307)  CA  (155  296  308)   yy^Tr^rpv.;. 

(248)  Syroh.  (?)  (253)  B  (55  254  296  308):  42,5  äo-a-iopo-j, 
70  23  S  106  k  157  307  C  A.  155   oioc'jjopo-j. 

S  B  (307  k  155  296  308):  48,  10  iv  asy-xor^  (S  h  £Ä3y;xo('j)u:), 
248  70  Syroh.  253  23  106  157  A  55  254  sXsvjxoc  (248  iXsYfxoüc). 

S  70  106  k  307:  36,4  zal  oG't«)?  d-oxpiör^--.,  B  A  (155  296 
308)    X7.1    7.-'-;z,or'i>-/it!,     248    Syroh.   253  23  157  55  254    X7.1    -Jr.z 

7.T:0/pti)/)Tt. 

Dabei  liudet  sich  aber  dieselbe  Korrektur  an  verschiedenen 
Stellen  auf  verschiedenen  Seiten. 

248  70  Syroh.  253  23  S'^'*  106  296:  14,  16  «--r^cjov,  dagegen 
B  (157  307  C  55  254  155  308)  a-7Tr^3ov  (S"  a-7.ir/j3ov,  A 
7.Kor/jaov).     Dagegen 

Co.  B  (S  k  157  A  55  196):  30,  23  7.77-7,  dagegen  70  Syroh. 
253^''  23  ^"'^  C  106  307  254  155  30s  7-777.. 

Aber  öfter  finden  sich  auch  Korrekturen  nur  in  einzelnen 
Handschriften,  die  ganz  verschiedenen  Gruppen  angehören. 

248  23  106  157  307  55  296:  15,12  £rX73£v  für  i-/.7v-/;asv. 

Vgl.  ferner  Fehler  und  Korrekturen  wie  248  253  106  308: 
4,2  -7r.£>.x'ja-(^c;  253  CA:  6,3  '^aXoy  (für  ^uXov);  k  157  B  68: 
7,21  7Y7.0OV  (für  auvctov);  70  CA"-  308:  33,11  xaToizoövrsc  (für 
x7xo'jv-sc);  70  S:  6,18  X^zp'-v  (für  cro'ft7.v);  S  55:  7,33  /7'fii3;xa; 
ferner  in  23  S  C  k  254  296  die  Korrektur  zu  10,  31  (s.  z.   St.). 

Unter  diesen  Umständen  ist  es  fraglich,  in  wie  weit  die 
Uebereinstimmung  zwisclien  einzelnen  Gliedern  verschiedener 
Gruppen  in  guten  und  schlechten  Lesarten  auf  ursprünglicher 
Verwandtschaft  oder  auf  späterer  gegenseitiger  Beeinflussung 
beruht  1).  So  z.  B.  248  Syroh.  (cf.  23):  35, 9  o^u  (^-spovrEc); 
248  23:  12,5  ao-j ;  248  23  S^'  157  A  C  155  254:  18,32  77,003. 
03-/;f)-?,c.     Dagegen  248  253:  40,26  sao-to  (falsch).     Uebrigens  ist 

')  Cod.  70  setzt  o,  l  das  richtige  xptmv  (=  Syroh.  253)  an  falscher 
Stelle  ein.  o4,2l  ist  die  gewöhnliche  sinnlose  Lesart  (lEanr.onwv,  dagegen  hat 
248:  neaonopüjv  Sßsaov,  70,23:  Ußeaov,  k:  s/xeaov  nöppiu. 


XC  Kap.  III.     Die  griechische  Uebersetzung  dea  Enkels. 

oben  gezeigt,  dass  nicht  nur  jode  der  verschiedenen  Gruppen  von 
Handschriften,  sondern  auch  die  einzelnen  Handschriften  aus 
jeder  Gruppe  gelegentlich  gegen  den  Consensus  aller  übrigen  Hand- 
schriften das  Kiclitige  haben.  Daraus  folgt,  dass  der  Text  sämt- 
licher Handschriften  korrigiert  ist  und  die  Rekonstruktion  nur  auf 
Grund  eines  eklektischen  Verfahrens  möglich  ist,  für  das  die  Fest- 
stellung des  Sprachgebrauchs  und  der  Uebersetzungsweise  ebenso 
massgebend  ist  v^'ie  die  Güte  der  einzelnen  Handschriften. 

Dass  manche  Korrekturen  älter  sind  als  alle  handschriftliche 
Ueberlieferung,  lässt  sich  aus  dem  Lateiner  beweisen.  Wenn 
6,  5  für  jn  Tctr  die  Handschriften  einstimmig  "{krnanrt.  s-jaoiao; 
haben,  der  Lateiner  aber  lingua  eucharis  und  Chrysostomus  yXüijcta 
eoyjxpia-ocj  so  wird  s-jagcXoc  aus  s'j/.^pi?  korrigiert  sein.  6,  25  hat 
der  Lateiner  acedieris  für  -poao/Oi'crrjC.  Danach  ist  7.xr,o'.ac>r,c  (vgl. 
22,  13)  zu  vermuten.  20,  7  haben  alle  griechischen  Handschriften 
uTrepßr^as-oii,  aber  ehe  die  Korrektur  allgemein  durchdrang,  war 
der  Stichus  in  einzelnen  Handschriften  nach  18,  27  übertragen, 
wo    248    70    106    o-j    a-jvrr^pr^aci    (=    Hebr.    Lat.    Syr.)    haben. 

18,  23  steht  dem  yn:  des  Hebräers  und  SjTers  beim  Griechen 
OcotuTov  gegenüber,  nur  S*"^  Aeth.  haben  ttjv  su/JjV  aou,  der  La- 
teiner animam  tuam  =  ty;v  'Vj/t^v  aoo.  Also  ist  cjsccjtov  zunächst 
Korrektur  für  das  letztere.  30,  39  hat  der  Lateiner  anima  tua 
für  au,  nur  248  hat  das  ursprüngliche  r,  'l'jyf^  aou  erhalten.  Aber 
37,8  ist  die  Korrektur  allgemein  durchgedrungen,  wo  alle  grie- 
chischen Handschriften  (sv)  koLuzm  oder  Aehnliches  haben,  dagegen 
Lat.  animo  suo,  Syr.  nJi'c:^,  Hebr.  'ivz:{h).  30,  39  haben  Lat.  Syr.  in 
sanguine  animae  (tuae)  für  sv  aqxa-i.  Hier  wird  tt^?  'i'^'/Ji^  ^ou 
gestrichen  sein,  und  dasselbe  ist  18,  30.  20,  8.  25,  1  anzunehmen. 
48,  20  steht  dem  -y.yjj  £-r;/.o'j3cv  a-jTöiv  beim  Hebr.  cnScn  h)p2  ysi^'i, 
beim  Syr.  nmS!:  va^  h}V2,  beim  Lat.  audivit  cito  vocem  ipsorum 
gegenüber.  Wahrscheinlich  ist  hier  rr^g  ^wvr^c  getilgt.  Aehnlich 
haben    Lat.  Syr.  17,  7   cor    illorum    für    aüTouc;  vgl.  dazu    auch 

19,  15.  oiacpopov  ist  7,  18  in  allen  Handschriften,  27,  1  in  allen 
ausser  S*,  42,5  in  vielen  in  aototcpopov  korrigiert.  Aber  auch 
10,  8  stand  ursprünglich  oiot'iopa  an  Stelle  von  /pr^aa-a.  Denn 
Lat.  hat  hier  diverses  dolos,  womit  /pr^txot-rof  ooXia  im  Cod.  248 
und  bei  Anton.  1012  zu  vergleichen  ist.  Vgl.  auch  34,  5  oia- 
(pOoprzv  für  oia'fopot.     14,  3   hat  für  /p-/;;xaTot  der  Lateiner   aurum, 


§  7.     Der  g:riechische  Vulgärtext,  XCI 

der  Hebräer  pnn,  der  Syrer  wiaa.  Ursprünglich  stand  hier  /puatov. 
Denn  ypr,\Loi.aiv  ist  auch  v.  5  Korrektur,  und  zwar  für  dYaOoT?, 
das  dort  Syroh.  253  23  in  Uebereinstinimung  mit  Lat.  Syr.  Hebr. 
haben,  14,  3  wird  der  Syrer  von  der  I  esart  /pr^[X7.Ta  beeinflusst 
sein,  wie  er  auch  sonst  an  manchen  Stellen  eine  starke  Ent- 
artung des  griechischen  Textes  voraussetzt.  Dagegen  ist  es 
kaum  denkbar,  dass  der  Lateiner  an  allen  diesen  Stellen  der 
zweiten  griechischen  Uebersetzung  folgte.  Das  ist  für  den  Fall 
von  18,  23,  von  dem  die  ähnlichen  Fälle  nicht  leicht  getrennt 
werden  können,  sogar  ausgeschlossen.  Vollends  unwahrscheinlich 
ist  aber,  dass  alle  diese  Korrekturen  freilich  jünger  wären  als 
der  Lateiner,  aber  dabei  älter  als  der  Archetypus  aller  griechischen 
Handschriften.  Vielmehr  liegt  eine  durchgehende  jüngere  Kor- 
rektur vor. 

Bemerkenswert  ist  noch,  dass  an  mehreren  Stellen  Ab- 
kürzungen verkannt  oder  zu  Unrecht  angenommen  sind.  So  ist 
10,  17  auTwv  1^'  Fehler  für  avw^  =  dvOptuTrwv,  4,23  und  40,  7  ist 
bei  (iv  xaipto)  awTr^pC'a^  beide  Mal  apictc  verlesen  aus  xp'-o:;  = 
/psia?.  3,  10  haben  (248  55  vgl.  155)  richtig  Ttaxpo?  (=  -p;) 
axiixia.     Syroh,  253  w;  dttix-ra,  die  übrigen  Trpo;  dtttxiav. 


Kap.  IV.    Ueber  eine  zweite  griechische  Uebersetzung. 

§.  8,     Ihre  Reste, 

Die  Uebersetzungsarbeit  des  Enkels  liegt  allen  griechischen 
Handschriften  des  Sirach  zu  Grunde.  Abgesehen  von  dem  Aus- 
fall von  etwa  13 — 15  Stichen  (s.  o.  S.LXXVI)  und  von  einer  grossen 
Zahl  von  Korrekturen  und  zufälligen  Entstellungen,  die  der  Text 
früh  erlitten  hat,  liegt  sie  aber  am  reinsten  in  der  Gruppe  von 
Handschriften  vor,  die  vom  Cod.  B  geführt  wird.  Dagegen  sind 
die  von  Cod.  248  und  Syroh.  geführten  Gruppen  von  Hand- 
schriften von  einer  zweiten  griechischen  Uebersetzung  contaminiert, 
deren  Existenz  zuerst  Nöldeke  vermutet  hat.  Er  schloss  auf  sie 
auf  Grund  einer  Dublette  von  2,  4b,  die  sich  in  einzelnen  Hand- 
schriften hinter  2,  5  findet,  von  Chrysostomus  aber  an  Stelle 
von  2,  4b  gelesen  wurde.     Der   Syrer  stimmt    dort   im  Verbum 


X("ll  K'U»-  1^'-     Uebcr  eine  zweite  ^aüechiscbe  Uebersetzung. 

mit  <lem  t;Tiediischen  Viilgärtext,  übrigens  mit  der  Vuriante,  in  der 
Vorlage  des  lateinischen  und  des  saiiidischeu  Uel)er8etzers  waren 
beide  Versionen  mit  einander  vermischt  (s.  z.  St.). 

Dass  es  eine  zweite  griechische  Uebersetzung  gab,  folgt 
übi-igons  schon  daraus,  dass  den  rabbinischcn  Varianten  zu  3,21 
griechische  und  lateinische  Varianten  in  IMbeliiandschriCten  und 
namentlich  bei  den  Kirchenvätern  entsprechen.  Dem  nsSi:  (1.  sScj) 
und  ^0)2::  (1.  pin)  der  hebräischen  Ilandschiift  stellen  bei  den 
Rabhinen  gegenüber  und  zur  Seite  h]i:  und  r\p'\t2);,  ebenso  dem 
yalt-oi-cz^joi  und  t3/upo-öf>a  des  griechischen  Textes  die  Varianten 
|xsi^o-3p7.,  majora,  u'l;r//.otsf>o(,  altiora,  sublimiora,  und   ßaDuxsfyc«. 

Für  manche  Stellen  besitzen  wir  jetzt  aber  auch  in  den 
hebräischen  Fragmenten  die  secundäre  hebräische  Vorlage,  der 
der  zweite  griechische  üebersetzer  folgte. 

16,  oc  hat  der  griechische  Vulgärtext 

7.p£''a3(jL)v  '(o.[j  zU  T/  yjh.m. 

In  erweitertem  Text  hat  die   hebräische  Handschrift 

f]S«o  ^{^^  m^'j;  ins  irc  ': 

=  Syr.  ?i'7S  p  srni'  n;n  nn  in  2tsi  h'c^.  Chrysostomus 
1,  161.  318.  760.  4,553.  752.  764  hat  hinter  3d   die  Dublette 

y.rjX  7.p3t'a3tov  zlz  TiOiÄv  To   i>£Arjixrz  xupt'o-j   Tj   «xopioi  -apavojxoi. 

S'-^  hat  vor  3  c  die  Dublette 

xpct'aaojv  yap  zlc  oUrno:  -ouov  UiXr^ixa  xupiou  r^  [x'jpioi  Ttctpavoixoi. 

Anton.    1052  xp£''acja)v  st;  uto?  oi'xaio;  ■?;  )^i'Xiot  utol  assSeic. 

248  70  haben  für  3  c 

xp3ia3tov  -,'7.p  er?  otx7.'.o?  Tj  /iXioi  (70  add.  7.jx7.p-(i)).ot). 

Lat.  nielior  est  enim  imus  timens  deum  quam  mille  filii  impii. 

Anderswo  sind  ein  älterer  und  ein  jüngerer  hebräischer 
Text  erhalten,  die  sich  beide  in  der  griechischen  Textüberlieferung 
widerspiegeln.  5,  11  hat 

Cod.  A  psM^  in^^  HM 

:cjnc  Dt^M  nri  -[isii 

Cod.  C  nzrc  ?';)r2]^'Z  p:3  nM 

:nii::  njyn  ray  -ns:" 

Gr.  Ytvo'j  "<z/'j?  £v  7.xpo7Ciö'.  ao'j 

xat  £y  |X7xpoi)i)[xia  csös^You  aTioxpicriv. 

Aber  248  70  setzen  hinter  aoo  hinzu  777i>-/;,  Syroh.  253  106 


§  8.     Ihre  Reste.  XCIII 

lesen  7.77.!)-?^  für  aou^  hinter  airoy.piaiv  fügen  248  70  Syroli.  253 
rjrj\)r^'^  hinzu. 

Lat.  esto  mansuetus  ad  audiendum  Yerbuni  iit  intelligas, 

et  ciini  sapientia  proferas  respousuni  verum. 

Deutlich  sind  hier  griechische  Hss.  nach  jüngerem  hebrä- 
ischen Text  bezw.  nach  einer  ihm  folgenden  griechischen  Ueber- 
setzung  korrigiert.  Der  griechische  Vulgärtext  und  der  Syrer 
stimmen  mit  Cod.  A  des  Hebräers,  nur  dass  Gr.  wohl  nyioti^n 
statt  i'^'i^nh  voraussetzt. 

34,  20 ab  finden  sich  im  Cod.  B  des  Hebräers  in  doppelter 
Gestalt,  von  denen  die  eine  dem  Griechen,  die  andere  dem  La- 
teiner und  Syrer  entspricht.  Der  Lateiner  Ivann  hier  nur  auf 
eine  zweite  griechische  Uebersetzung  zurüclvgehn. 

Hebr.  1°  hhrj  mp  hv  c'Ti  ny^f 
[:)p.\a  "lu^zyi  ipan  cpi 

Gr.   'JTTvoc  u-i'ts'ja;  iz    sviipco  ij-STpuo, 
aviat/]  izpto'i  X7.1  r^   '}"->////   '^■oioo   ;xst    7u-o'j. 

Hebr.  2''  pni  i^'^s  [üv  ü''n  r\):\^ 

nny  wzi:)  y2  r;  yh\'  22U^'  sin] 

Lat.  somnus  sanitatis  in  honiine  parco, 

dormiet  usque   mane  et  anima  illius  cum  ipso  delectabitur. 

Syr.  rz);  n\so''Dm  s-qj  qj?  smis^bm  i^D:^ 

An  der  Sachlage  wird  dadurch  nichts  geändert,  dass  der 
Syrer  (xm^^'^n)  und  vielleicht  auch  der  Lateiner  (parco)  vom 
griechischen  Vulgärtext  beeinilusst  ist. 

Auch  35,  22  ist  hebräisch  in  doppelter  Gestalt  erhalten, 
das  eine  Mal  mit  -[n'inxa  (=  Gr.  7.-0  zötv  xsxvtov  crou),  das  andere 
Mal  mit  -j^rmsa  (=  Syr.  -nmiSD).  Die  Vulgata  liest  a  filiis 
tuis,  aber  Brev.  Moz.  239  a  viis  tuis.  In  diesem  Fall  haben 
Syr.  und  Brev.  Moz.  sogar  die  bessere  Lesart.  Dagegen  liest 
Cassiodor  11,28  (s.  d.)  mit  dem  Syrer  und  der  hebräischen 
Variante  gegen  die  Vulgata,  den  Griechen  und  die  ältere  hebräische 
Lesart.  37,  10  hat  für  ytin  nv  Syr.  "SiM,  Gr.  jj.£T7.  tou  utto- 
ßXs-ojxevou  az,  Lat.  cum  eo  qui  tibi  insidiatur,  aber  Codd.  Sang. 
Corb.  Tlieoder.  cum  socero  tuo.  Wenn  die  gegenwärtige  griechische 
Lesart    nicht    etwa    auf  Korrektur    beruht,    ist    auch    hier    eine 


XCIV       Kap.  IV,    Ueber  eine  zweite  griechische  Uebersetzung. 

jüngere  Uebersetzung  im  Spiel,  die  jj-sTa  Trsvöspoo  aou  ver- 
standen hatte. 

In  Betracht  kommt  für  die  zweite  griecliische  Uebersetzung 
aucli  die  Uebereinstimmung  des  Syrers  mit  eiozelneü  griechischen 
Hss.  an  Stellen  wie  10,  14.  15.  20,  14.  21,  14.  23,  2.  25,  26.  26,  8. 
29,  10.  29,  19.  30,  23.  33,  2  oder  mit  dem  Lateiner  wie  26,  3 
(und  oft;  vgl.  unten  §  14)  oder  mit  griechischen  Vätern  wie 
5,  12.  1,  5.  16,  3.  Da  der  Syrer  stark  vom  Griechen  beeinflusst 
ist  (s.  u.  §  12),  so  besteht  hier  freilich  bei  schlechten  Lesarten 
die  Möglichkeit  einer  innergriechischen  Korrektur  auf  Seiten  der 
Variante  und  bei  guten  Lesarten  wie  10,14.15.  25,26  die 
Möglichkeit  einer  Entartung  für  den  griechischen  Vulgärtext. 

Augenscheinlich  sekundär  sind  ferner  11,  15.  16,  die  im 
Cod.  A  des  Hebräers,  den  Codd.  248  70  106  Syroh.  253  23 
des  Griechen,  dem  Lateiner  und  Syrer  vorliegen.  Die  genannten 
griechischen  Handschriften  folgen  da  der  zweiten  griechischen 
Uebersetzung.  Ebenso  steht  es  mit  16,  15.  16,  die  ebenfalls  im 
Cod.  A  des  Hebräers,  in  den  Codd.  248  106  des  Griechen  und 
im  Syrer  sich  finden^). 

Auf  eine  zweite  griechische  Uebersetzung  sind  aber  über- 
haupt oder  wenigstens  der  Hauptsache  nach  die  ungefähr  150 
Stichen  zurückzuführen,  die  in  einigen  griechischen  Hss.,  nämlich 
in  248  70  106  S  ^-"^  Syroh.  253  23  55  254  C,  überzählig  sich 
finden'"^).  Im  Syrer  kehren  von  diesen  Stichen  32  (an  vier  ver- 
schiedenen Stellen  wieder),  für  sich  allein  hat  er  dabei  ein  Plus 
von  etwa  37  Stichen^).  Der  Lateiner  hat  von  den  im  Griechen 
überzähligen  Stichen  33  (an  18  verschiedenen  Stellen)  übersetzt, 
für  sich  allein  hat  er  daneben  ein  Plus  von  sehr  vielen  Stichen. 


^)  In  dieselbe  Reihe  von  Erscheinungen  gehört  wohl  auch,  dass  in 
teilweisem  Anschluss  an  den  gegenwärtigen  hebräischen  Text  die  Codd.  70 
106  Syroh.  253  23  55  264  B'^  ""«""s.  68  Aid.  hinter  30,20  den  Stichua  20,4  b 
wiederholen. 

-)  In  den  verschiedenen  Hss.  kommen  sie  in  sehr  verschiedenem  Masse 
vor.  In  248  finden  sich:  123,  in  70:  106,  in  106:  68,  im  Syroh.:  36,  in  253: 
30,  in  S^«:  11,  in  23:  11,  in  65:  10,  in  254:  5,  in  C:  1.  Ausser  Rechnung 
lasse  ich  hierbei  diejenigen  Stichen,  die  nur  zufallig  im  Yulgärtext  fehlen. 
Allerdings  finden  sich  auch  diese  Stichen  zumeist  nur  in  denselben  Hss.,  die 
an  dem  Plus  der  150  Stichen  beteiligt  sind.    S.  darüber  oben  S.  LXXVI. 

*)  D.  h.  einschliesslich  der  24,  die  er  an  Stelle  von  1,  22 — 27  bat. 


§  8.     Ihre  Reste.  XCV 

Ausserdem  finden  sich  in  denselben  griechischen  Hss.  am  Schluss^) 
vieler  anderer  Stichen  wie  z.  B.  5,  11  kürzere  Zusätze,  die  oft 
nur  i]i  einem  Worte  bestehen  und  den  Sinn  des  Satzes  genauer 
präzisieren.  Auch  diese  Zusätze  kehren  meistens  im  Lateiner, 
seltener  dagegen  im  Syrer  wieder.  Beide  haben  dabei  wiederum 
kürzere  Zusätze  für  sich  allein.  Uebrigens  kommen  sowohl  die 
längeren  als  auch  die  kürzeren  Zusätze  im  Griechen  fast  nur  in 
c.  1—26  vor. 

Dass  alle  diese  Zusätze  mehr  oder  weniger  unecht  sind, 
liegt  auf  der  Hand.  Wenn  248  70  Syroh.  (253)  hinter  1,  28  a 
beifügen  Ivos);;  <«y,  so  ist  das  offenbar  falsch.  Wenn  248  70 
106  hinter  5,4b  ou  \iq  az  a.Yr^^  hinter  5,5a  h  -XEovactat«,  248 
Syroh.  253  hinter  3,21a  dvctw^Ttuc,  hinter  3,21b  acppoa'jvri  bei- 
fügen, so  ist  das  alles  teils  widersinnig  teils  lächerlich'-).  Aus 
der  Sinnlosigkeit  dieser  Zusätze  folgt  aber  nicht,  dass  sie  le- 
diglich griechische  Interpolationen  sind.  Es  scheint  vielmehr, 
dass  der  zweite  Uebersetzer  seinen  Vorgänger  nach  Art  eines 
Interpolators  auf  Grund  eines  erweiterten  hebräischen  Textes 
korrigierte.  5,  11  sind  d-^rx^f^  und  opOr^v  ebenfalls  gesclimacklose 
Glossen,  aber  sie  gehen  auf  einen  jüngeren  heliräischen  Text 
zurück  (s.  0.  S.  XCTI).  Mit  den  überzähligen  Stichen  wird  es 
im  Allgemeinen  nicht  anders  stehen.  Zumeist  stören  sie  den 
Zusammenhang,  sie  heben  sich  aber  auch  nach  Inhalt  und  Form 
vielfach  von  dem  übrigen  Buche  ab.  Für  11.  15.  16  uud  16,  15.  16 
ist  der  hebräische  Urtext  jetzt  vorhanden,  für  viele  andere 
Stichen  lässt  er  sich  aus  inneren  Gründen  erweisen  und  für  die 
grosse  Mehrzahl,  wenn  nicht  für  alle,  höchst  wahrscheinlich 
machen. 

Hierfür  kommt  in  Betracht,  dass  im  Syrohexaplaris  die 
überschiessenden  Stichen,  ebenso  aber  auch  die  kürzeren  Zusätze 

')  Nachträglich  können  sie  hin  und  wieder  iimgestellt  sein;  so  steht 
6,  37  reXeeiug  in  Syroh.  253  mitten  im  Stichus. 

2)  Selten  sind  die  kleineren  Zusätze  gut  oder  wenigstens  erwägenswert. 
So  wird  10,  25  am  Schluss  naideuofiEvoq  (nach  248  70  Lat.  Syr.  Hebr.)  an- 
zunehmen sein,  ebenso  19,  15  ^  xapdia  aou  (nach  248  106  Syr.J  und  25,  26 
diSou  xal  dnöHuaov  (nach  248  Syr.)  unter  Streichung  von  ad-r^v.  Fraglich 
bleibt  immerhin,  ob  die  Verkürzung  im  griechischen  Vulgärtext  der  Text- 
überlieferung oder  schon  dem  ersten  Uebersetzer  zur  Last  fällt.  Vgl.  auch 
36,  28  xal  XaaiQ  (248  70). 


XCV^I       Kap.  IV.     Ueber  eine  zweite  griechische  Uebersetzung. 

mit  Asterisken  bezeichnet  sind.  Denn  diese  Asterisken  müssen 
jedenfalls  nach  Analogie  der  übrigen  Hexapla  gedeutet  werden, 
mag  der  syroliexaplarisciic  Siracli  nun  auf  Origenes  zurückgehen 
oder  niclit  (s.  o.  S.  LXXIII).  Sie  bedeuten  dann  aber  nicht,  "wie 
A.  Schlatter')  stillschweigend  annimmt,  ein  Delendum,  sondern 
ein  Addendum.  Sie  führen  auch  nicht  Zusätze  aus  beliebigen 
Handschriften  ein,  sondern  das  Plus  einer  anderen  griechischen 
Uebersetzung  des  Siracli,  die  auf  einem  erweiterten  hebräischen 
Text  beruhte.  Vielleicht  hat  der  Redaktor  des  liexaplarischeu 
Sirach  einen  solchen  hebräisclien  Text  selbst  noch  gekannt  und 
ihn  bei  Aufnahme  der  Zusätze  als  Massstab  benutzt.  Zum 
wenigsten  wii'd  man  aber  annehmen  dürfen,  dass  er  den  er- 
weiterten griechischen  Text  als  eine  bestimmte  Rezension  kannte, 
die  er  für  authentisch  hielt.  Merkwürdiger  Weise  enthält  nun 
aber  der  Syrohexaplaiis  von  den  in  den  griechischen  Hand- 
schriften erhaltenen  überzähligen  Stichen  nur  ein  Viertel  (30), 
indessen  hat  er  sie  (abgesehen  von  der  Variaute  zu  9,9  a)  alle 
bis  13,  25  incL,  von  da  ab  keinen  einzigen,  (abgesehen  von  den 
Schlussworten  50,  29).  Uebrigens  gibt  er  10,  19a-c  nach  der 
Uebersetzung  des  Enkels,  den  vierten  Stichus  aber  nach  der 
jüngeren.  Es  fragt  sich  nun,  ob  der  Redaktor  seiner  griechisclien 
Vorlage  seine  Aufgabe  so  unvollständig  durchgeführt  hatte  oder 
ob  sein  Werk  dem  syrischen  Uebersetzer  in  dieser  Beziehung 
unvollständig   vorlag-).     Denn    dass    der    Syrohexaplaris    hinter 


')  Beiträge  zur  Fördenmg  christlicher  Theologie  Jahrgg  I,  lieft  6.  6, 
Gütersloh  1897,  S.  103  ff.  Schlatter  hielt  die  Zusätze  für  griechischen  Ursprungs 
und  leitete  sie  von  dem  jüdischen  Philosophen  Aristobulus  und  seiner  Schule 
ab.  Vgl.  Valkenaer,  diatribe  de  Äristobulo  (Liigd.  Bat.  180r.),  und  dagegen 
auch  Theol.  Lit.  Ztg.  1900,  387  ff.  Der  hebräische  Urtext  von  11,15.  16. 
16,  15.  16  war,  als  Schlatter  schrieb,  noch  nicht  bekannt. 

^j  So  könnte  z.  B.  10,  19  leicht  eini;  nachträgliche  Kürzung  angenommen 
werden.  Uebrigens  sind  die  Asterisken  im  Codex  Ambrosianus  unordentlich 
gesetzt.  Sie  fehlen  vor  den  überzähligen  Stichen  1,5.  1,7.  1,12  (zum  Teil) 
2,  4.  2,  9.  5,  7.  10,  21.  12,  6.  13,  25.  50,  29,  ebenso  vor  den  kleineren  Zusätzen 
1,  28.  2,  4.  3,  6.  3,  28.  4,  8.  6,  37  u.  ö.  Die  Metohelen  fehlen  oft,  in  c.  1  sogar 
überall,  und  die  Asterisken  sind  öfter  an  die  falsche  Stelle  geraten.  So  ist 
der  Asteriskus  vor  1,10b.  1,19b.  13,15a  fälschlich  wiederholt,  4,25a.  5,11a 
steht  er  vor  dem  ganzen  Stichus  statt  vor  den  Schlussworten.  Richtig  steht 
er  vor  den  Stichen  1, 10.  1,  13  (zum  Teil).  1, 19.  1,  21.  3,  U.  3,  25.  3,  28.  10,  8. 
11,15.    16.   13,14,    und  vor  den    kleineren  Zusätzen    1,10.   3,21.    3,22.   4,5. 


§  8.    Ihre  Reste,  XCVII 

13,  25  keinen  der  überzähligen  Stichen  hat,  berechtigt  keinen- 
falls  zu  der  Annahme,  dass  die  Zusätze  in  c.  14 — ^26  anderer 
Herkunft  seien  als  die  in  c.  1 — 13.  Im  Gegenteil  führt  der 
Umstand,  dass  die  Zusätze  zu  c.  1 — 13  alle  im  Syroliexaplaris 
bezeugt  sind,  eher  zu  dem  Schluss,  dass  sämtliche  in  griechischen 
Handschriften  sich  findenden  Zusätze  der  zweiten  griechischen 
Uebersetzung  angehören. 

Cod.  253,  der  dem  Syrohexaplaris  überhaupt  sehr  nahe 
verwandt  ist,  hat  dieselben^)  Zusätze  wie  er,  und  sie  brechen 
auch  bei  ihm  hinter  13,  25  ab.  Man  wird  auch  deshalb  seinen 
Sirachtext  aus  der  Hexapla  herleiten  müssen.  In  Cod.  23  nehmen 
die  Zusätze  schon  mit  11,  16  ein  Ende.  Bei  seiner  sonstigen 
Verwandtschaft  mit  Syroh.  253  wird  er  deshalb  wenigstens  be- 
züglich der  Zusätze  von  der  Hexapla  abhängen.  Aber  anders 
steht  es  mit  Codd.  248  70  106  55  254  S«^  Abgesehen  von 
dem  Zusatz  hinter  50,  29  erstrecken  sich  die  Zusätze  in  248  70 
bis  26,  27,  in  106  bis  23,  5,  in  55  254  S "'%  (die  alle  drei  nur 
wenige  haben),  bis  17, 8.  Dabei  ist  abgesehen  von  16, 3.  9 
(=r  S'^'')  der  Cod.  248  an  allen  Zusätzen  beteiligt,  die  sich  hinter 
13,  25  finden.  Dazu  liojnmt,  dass  sein  Text  auch  abgesehen 
von  den  Zusätzen  an  manchen  Stellen  von  der  zweiten  griechischen 
Uebersetzung  beeinflusst  ist,  wo  das  im  Syroh.  und  in  Cod.  253 
nicht  der  Fall  ist.  Vielleicht  liegt  deshalb  in  Cod.  248  auch 
für  den  Sirach  eine  Lucian-Rezension  vor,  von  der  bezüglich 
der  Zusätze  auch  70  106  55  254  S  '-'^  abhängen. 

Aber  keine  griechisclie  Handschrift  gibt  als  solclie  die 
zweite  Uebersetzung  wieder,  vielmehr  sind  einzelne  Handschriften 
von  ihr  in  grösserem  oder  geringerem  Grade  beeintlusst.  Das 
beweist  schon  die  falsche  Stellung  der  Zusätze  9,  9.  11,  11. 
13,  25.  17,  5.  20,  3.  Aber  auf  die  zweite  Uebersetzung  geht  es 
wohl  auch  zurück,  wenn  entsprechend  ihrem  unten  zu  erörternden 


5, 11.  6, 14.  12, 16.  —  Im  Cod.  70  sind  die  überschiessenden  Stichen  von  1,  5. 
7.  10.  17.  21.  2,  ,9.  3, 19.  3,  28a  unterstrichen,  nicht  aber  die  von  1, 13.  1, 19. 
3,  25  und  alle  weiteren.  —  S'"  hat  Asterisken  vor  16,  3c.  16, 10,  wo  er  beide 
Mal  vorher  Stichen  zusetzt,  vor  der  guten  Variante  85,18c,  ausserdem  aus 
unklarem  Grunde  vor  18,12.  23,  2  d.  18  d. 

*)  8,5  b — 11,9  fehlen  in  253  überhaupt,  es  fehlt  freilich  auch  der  Zu- 
satz hinter  50,  29. 

Siuend,   Sirach-Küiumentar.  YU 


XCVIII   i^ap.  iV.    Üeber  eine  zweite  griechische  Üebersetzung. 

Inhalt  und  Sprachgebrauch  25,  11  Cod.  248  aYctTir^cft?  xupwü  für 
(poßo;  xupi'ou,  und  21,  11  aocpt'^c  r^ijöalr^'^ng  für  ao'fia  liest,  oder 
15,  1  der  Syroliexaplaris  und  Codd.  253  28  o  2t).-/;'f  w;  yvöJaiv  yojxou 
für  0  £Yxf>otTrp  -oG  voixo'j  haben,  oder  18,  14  bei  Clemens  Alex. 
paed.  19  zk  xoXXr^cjiv  aÜToi  für  cttI  -a  xfyitxata  ot'jxo-j  steht.  1,  10 
haben  ausser  Cod.  106  alle  Handschriften  -oX;  «Ya-waiv  auTov  für 
ToT?  'foßoujxsvoi;  aÜTov.  Hier  scheint  eine  Lesart  der  zweiten 
üebersetzung  fast  allgemein  durchgedrungen  zu  sein. 

Dass  auch  der  Lateiner  nicht  unmittelbar  auf  die  zweite 
üebersetzung  zurückgeht,  scheint  daraus  zu  folgen,  dass  viele  der 
im  Syrohexaplaris  bezeugten  Zusätze  in  ihm  fehlen.  Aber  seine 
Vorlage  war  von  der  zweiten  üebersetzung  wohl  noch  stärker 
beeinflusst  als  irgend  eine  griechische  Handschrift.  Mit  ihr  las 
er  z.  B.  2,  4b.  3,  21.  5,  11.  16,  3.  34,  20,  und  an  manchen  Stellen 
w^eicht  er  so  stark  vom  griechischen  Vulgärtext  ab,  dass  auch 
da  die  zweite  üebersetzung  zu  vermuten  ist.  Manche  von  seinen 
besonderen  Zusätzen  oder  Variationen  ganzer  Verse  oder  Stichen 
sind  griechisch  belegt,  wie  z.  B.  2,  2.  4,  30.  5,  15.  27, 11.  Andere 
haben  in  Abweichung  vom  Vulgärtext  griechischen  Ausdruck,  wie 
thesaurizare  4,  18.  15,  6  vgl.  3,  3.  Noch  andere  sind  durch  ihren 
Wortlaut  mit  den  Zusätzen  der  griechischen  Handschriften  eng 
verwandt,  wie  unten  gezeigt  werden  wird.  Vielleicht  hatte  er 
aber  eine  jüngere  Rezension  der  zweiten  üebersetzung  vor  sich, 
die  sich  an  einen  abermals  erweiterten  hebräischen  Text  an- 
schloss  (vgl.  S.  CXVlIs(i.). 


Die  neueren  Handausgaben,  abgesehen  von  der  von  0.  F. 
Fritzsche,  enthalten  die  Zusätze  nicht,  weil  sie  allein  auf  den 
üncialhandschriften  beruhen.  Ich  bin  dadurch  gezwungen  die 
Zusätze  abzudrucken,  gebe  sie  aber  nicht  im  Text  des  Kom- 
mentars, —  wo  ich  sie  freilich,  soweit  es  dort  nötig  ist,  näher 
bespreche,  —  sondern  stelle  sie  hier  zusammen,  weil  sie  eine 
einheitliche  Betrachtung  erfordern  und  verdienen.  Ich  füge  dabei 
aber  auch  einige  Zusätze  des  Lateiners,  die  von  Interesse  sind, 
nach  der  Reihenfolge  des  Textes  hinzu. 


$  8.     ihre  Üe^st^. 


lÖ 


248  70 1 06  Sy  roh.  (ohne 
Aster.)  253  23  55 Sah. 
Boh.  Slav.  Lat. 


1,5.       T^'^i'i^  aocptas  Xo^o?  ösoü  ^v  u-j^idTüi^, 
•/Ott  ai  üopsictt  aüTT^c  iVioXat  7?(uvioi. 


70  106  Syroh.  (ohne 
Aster.)253  23  55Sah. 
Boh.Lat.(55  hat  nur  b). 

Lat. 


70  Syroh.  (mit  Aster.) 
253  Slav.  Lat.  add. 


1,7.       STriarrjarj  aocpia?  v'v:  i'^avspuji)?], 


l,'.)a.     ip.sc  creavit  illam  (sc.  sapientiam)  in 
spiritu  sancto. 

1.10,      dyl-risi^  xupi'ou  i'voojoc  ao'fia, 

ou  o'av  oTTTavTjTat,    aspiCst   auxrjv   ei'c 

opotatv  ctoToS. 


Lat. 


70  Syroh.  (mit  Aster. 
vor  a)  253  Slav. (Lat.) 
add. 


1,11.12a.  timor  domini  scientiae  religiositas. 
religiositas  custodiet  et  justificabit  cor. 

\,K.      cpoßo?  xupiou  Soöi?  Tiapa  xuptou, 


Lat. 


l,i.'i.     cum  electis  seminis  creditur 

et  cum  justis  et  hdelibus  agnoscitur, 


1,5.     lOG   xai  a:rop£iat  a^Jir]?  IvtoÄtj  C^"^?« 

1,7.     lcf.c(V£[ioj9rj]  lOG  'XTTtxaX'j'fiJrj,  Lat.  revelata  e.st  et  manifestata. 

1.10.  Slav.  hat  dies  Distichon  hinter  dem  an  v.  13  angeschlossenen. 
Lat.  las  dies  Distichon  ursprünglich  hinter  v.  10  (s.  z.  1,13).  Sie  hat  für  b:  quibus 
autem  apparuerit  in  visu,  diligunt  (leg.  dividit,  cf.'  Lat.  44,23)  eam  in  visione 
et  in  agnitione  magnalium  suorum  (cf.  Lat.  6,22.  48,22).  —  a  auch  bei  Anton. 
Mel.  784. 

1.11.  12a,  So  die  ursprüngliche  Uebersetzung,  die  hinter  v.  16  (Yulg.) 
steht.  —  Toi.  scientia  et  religio.sitas.     Vgl.  zu  1,25. 

1,15.  vulgo:  femini.s,  al.  seminis,  al.  seminibus.  —  vulgoi  graditur,  al. 
creditur. 

VII* 


0  Kap.  IV.     rel)er  eine  zweite  grleciiische  Üebersetzutig. 

248     70    Syroh.    (mit       l,i9b.  apLcpotcpot  os  sattv  Suipa  uapa  xupi'ou, 
Aster.) 253  Slav.  (Lat.)  TtXaxuvsi    os    /«uy/jat?    xoi?   d^araiatv 

praem.  auxov. 

248  70  106  Syroh. (mit       l,_'i.     cpoßoc  xupi'ou   aTrtuOsTxai  «{laptr^fiaxa, 
Aster.)      253      Slav.  rctpajxsvoiv  os  £v  otutiü  7.~0(3Tpe'j^£i  Tiaüav 

(Lat.)  ^^9'i'^C^- 

Lat.  l,'>>a.    nam  qui  sine  timore  est  non  poterit 

justificari. 

Lat.  add.  2,2.      sustine  sustentationes  domini. 

Syroh. (ohne Aster.) 253       2,4b.     Iv  voaonj  zat  :r£via  stc'  otuxtü  ttstcoiÖüj? 
S«ä55254post  V.5  add.  -^tvou. 

70   106   Syroh.  (ohne       2,9.       oxi  ooat;  attüvta  «xexa  yj^^o-z  xo  avxct- 
Aster.)253S'-'^55  254  7:ooo[xa  auxou. 

add. 

Lat.  add.  2,9.       qui  timetis  dominum  diligite  illum 

et  illurainabuntur  corda  vestra. 

Lat.  add.  2, 17.     qui  timent  dominum  custodiunt  nian- 

data  illius, 
et  patientiam  habebunt  usque  ad  in- 
spectionem  illius. 

Lat.  praem.  3,i.       filii  sapientiae  ecclesia  justorum, 

et  natio  illorum  obedientia  et  dilectio. 


1,19b.  248  70  haben  a  hinter  v.  17,  und  le.sen  ^Eo-i  zh  eJpi^vrjv  für  zapa 
'/•jptou.  Syroh.  wiederholt  den  Asteriskus  vor  v.  19b.  —  leg.  xa'j/7]atv(?).  — 
Der  2.  Stichus  fehlt  im  Lateiner. 

1,21.  a  auch  im  Lat.  und  bei  Clem.  AI.  paed.  1  8,  es.  —  248  70  lOG 
om.  h  aÜTqj.  —  248  deTroaTpeceet,  Syroh.  253  auvxpf'iiet.  —  Lat.  peccatura.  — 
248  106  om.  uäaav. 

1,22a.     Clem.  AI.  paed.  1.  1.:  a'^oßo;  0^  oü  ouvi^aexot  6ixaiü)8f/vai. 

2,2.     Anton.  M.  1216  (jleIvov  trjv  äva,novr,v. 

2,4b.     Vgl.  oben  S.  XCL  —  ttevio-.]  Syroh.  •^latOEi«,  253  naioe^ai;. 

2,9.     70  106  Syroh.  253  om.  oti. 

2,17.     Anton.  1216:  xai  [jLaxpo9'j;j./)ao'j!jtv  i'ujj  i~ij-/.OT:l^z  a-jxoü. 

3,1.    Toi.  sapientia.  —  al.  ecclesiae.  —  al.  nati. 


§  8.     Ihre  Reste.  CI 

Lat.  add.  3,8.       et    benedictio    illius    in    novissimo 

maueat. 

248  70  106  Syroh.  (mit       0,19.     izoXXoi  staiv  u'IrjXoi  xai  sTtiSocot, 
Aster.)  253  S'^'^;  b  im  dXXa  rpo-iaiv  äTroxctXuTCTst  -cot  |xuGxr]pia 

Hebr.  und  Syr.  ccjtou. 

248  (70)   Syroh.   (mit       3,25.      xop«c  [xy;  sj^tuv  aTropr^aei^  'ftuioc, 
Aster.)  253  Hebr.  Syr.  -(vcucstü?  Ss  «[xotpos  ojv  [xtj  sTrccfi'sX^v&ü. 

Lat.  add.  3,26.     cor  ingrediens  duas  vias  nou  iuibebit 

successus, 
et  pravus  cordeinillisscandalizabitur. 

248  70  106  Syroh.  253       3,2fsa.    oSotropt'ai  (os)  otu-ou  Ixpi^cuOrjaovxai. 
C*  add. 

Lat.  add.  3,29.     sapiens  cor  et  intelligibile  abstinebit 

se  a  peccatis 
et    in    operibus    justitiae    successus 
habebit. 

Lat.  add.  4, 18.     et  thesaurizabit  super  illum  scientiam 

et  intellectum  justitiae. 

Lat.  add.  4,24     et  firmamentum  in  operibus  justitiae. 

Lat.  praem.  4,28.     pro  justitia  agonizare  pro  anima  tua. 

Lat.  add.  4,30.     et  opprimens  subjectos  tibi. 

248 Syroh. (ohne Aster.)       5,7c.     xal  oj?  otusXr^aet?  sxTpuSYjOfic,. 
253  23  8«=^  add. 


3,19.     -/al  ETTt'ooioi]  70  evoo;öt.  —  Außer  S^a    alle  cJTcoxaX'jTrTeTat  [A'jot.  — 
248  om.  o{)Toij. 

3.25.  70  hat  nur  a.  —  Hebr.  und  Syr.,  die  mehrfach  abweichen,  haben 
das  Distichon  vor  v.  28. 

3.26.  successus]  al.  requiem.  —  al.  pravicordius. 

4,30.     Anton.  1064  add.   xal  TaTretvtüv  to'j?  U7ro-/£ipiou?  aou. 
5,7c.     d'xtkfionz]    253  23    [j.£>.X?t(;,    Sca    fAEXtaaat,   Syroh.    ri5K    inirnro.    — ' 
Vgl.  Chrysost.  VI  207.  694. 


248 

70  add 

Lat. 

add. 

Lat. 

Lat. 

add. 

Lat. 

add. 

CII  Kap.  IV.     Ueber  eine  zweite  griechische  üebersetzung. 

5,11a.    xal  i<STui  Iv  aXrfizia  tj  C«»)  öoü. 

5,12.      ne    capiaris  in   verbo  indisciplinato 
et  confundaris, 

5,1.5.     justificapusillumetmagnumsimiliter. 

6,4.      et  dcducet  in  sortem  impiorum. 

6,22.     quibus  autem  cognita  est  permanet 
usque  ad  conspectum  dei. 

DSpraem.  7,4.      uoli  superbire  ante  conspectum  regis 

neque  in  locis  potentium  subsistas. 
melius  est  enim   dici  tibi:   ascende 

ad  me, 
quam  humiliari  in  conspectu  potentis. 

Lat.  add.  7,5a.     quoniam  agnitor  cordis  ipse  est. 

Lat.  add.  8,7.       et  in  gaudium  nolumus  venire. 

248  70  Lat.  add.  9,9a.     xal   [xr;   xaxaxXiOyj?   sr'    dy/äiva   [xst'     i 

248  70  106  Syroh.  (mit     10,8.       cpiXctp^upou  jaev  -^otp  ouosv  dtvo(i(uT£pov, 
Aster.)  Lat.  add.  ouxof  "/ap  xctl  t7)v  kotozoo  ^u/tjv  i'xTrpotx- 

Tov  TcoteT. 

Lat.  add.  10, 17.     memoriam  superborum  perdidit  deus, 

etreliquitmemoriam  humilium  sensu. 


5,15.     Gesuer,   Serm.  1.55  p.  546:   otxatuiaov   [j.txp(u  xat  (xe^aXtp  ojjiotuj;. 

8,7.    Cod.  Reg.  des  Spec.  August,  setzt  hinter  gaudium  hinzu  inimicorum. 

9,9a.  248  70  haben  die  Worte  vor  a,  Clera.  AI.  paedag.  II  7,54  und  Lat. 
hinter  a,  aber  Cod.  Sang,  des  Lat.  hat  außerdem  vor  a:  cum  aliena  muliere 
non  accumbas  super  cubitum.  —  Clem.  a'jfAiiexaxXtS]!)'?.  —  248  £-'  äyxaXöiv. 

10,8.     106    liest    cptXapY'jpfa;    für    cptXapyjpou    jjidv  und  hat  das   Distichon 

hinter  y.  8,   die  übrigen  Hss.  hinter  v.  9*;  Lat.  hat  den  ersten  Stichus  in  der 

gewöhnlichen  Lesart  hinter  v.  8  (avaro  autem  nihil  scelestius),  und  sodann  das 

ganze  Distichon  hinter  v.  9  a  nach  der  Lesart  von  106  (nihil  est  iniquius  quam 

mare  pecuniam). 


§  8.     Ihre  Reste.  CHI 

248  70  (Syroh.)  10,  lo.      CiTEpfi-a  aöcpaXei'a?  oi  cpoßoufiövoi  xuptov, 

xai  svTitJLOV  cpuxeu[xa  ot  dyaTrüivTec  ctüxov. 
(jTrepfxa  axi[xias  oi  [xr]  T:pO(js)(ovT£C  xoj 

vofxo), 
(jTcspfjia    TrXavy^asuj^    oi    TrapaßaivovTe? 

248  70 106 Syroh. (ohne     10,21.      7:poaXr^(];£a)S  ap/i]  cpoßo?  xupioü, 
Aster.)  sxßoXr^?     os     dpyjr]     axXr^pu5[j.o*     xat 

uTTspr^cpavi'a. 

70  Syroh.  (ohne  Aster.)     11, ii.     8i'  STraYYsXi'otv  («[jkdv  auToO  iStcov. 
253  add. 

248  70  106  Syroh.  (mit     11,  lö.      aocpia  xal  £7ri(JTV3fj,r^  xat  Yvtoai?  v6|j.ou 
Aster.)    253  23  Lat.  Ttapa  xupt'ou  sait'v, 

Syr.  Hebr.  d^aTTr^ats  xat  oool  xaXtov  sp^tuv 

irap'  auTOu  Ictriv. 
16.      irXa'v/j  xat  axoTo?  d  fiapTcoXois  at>veitti(JTai, 
TOI?  Se  YaupiöJcfiv  ettI  xaxia  Oü^YT/pcf  xaxa'. 

248  70 106 Syroh.  (ohne     12,6.       (puXdöast  os  autou;  st?  rjjxs'pav  sxotxy)- 
Aster.)  253  Lat.  add.  asto?  auiüiv. 

248   106  Syroh.    (mit     13,  i4.      dxouojv  auta  sv  uttvoj  aou  '(pr|YJpr^aov 
Aster.)  253  Lat.  Slav,  izda-^  C«>^  5ou, 

a'^d-Kfi   Tov   xupiov  xat  STrixaXou  auxov 
SIS  atoxrjptav  aou. 

10,19.  70  hat  die  vier  Stichen  vor  v.  19,  248  an  Stelle  von  v.  19,  Syroh. 
hat  nur  den  vierten  Stichus    (praem.  fjK  =  xat)?  und  zwar  an  Stelle  von  v.  19  f'. 

11,15.16.  253001.  aund  b.  —  saxiv  1^]  nur  in  70.  —  iattv  2°]  2487023  £tatv. — 
■/a*/i7.]  106  xaxtai?,  248  xaxc«.  —  106  a'jveyetpet.  —  y.axot]  248  70  23  v.axta.  — 
161»  auch  bei  Anton.   66. 

12,6.  cpuXaaaet  oe]  Lat.  custodiens.  —  auxtüv]  248  add.  Syroh.  253  praem. 
xpatoiav,  70  add.  xapxepav.  —  Lat.  hat  noch:  et  misertus  est  poenitentibus. 

13,14.  Syroh.  wiederholt  den  Asteriskus  von  v.  15  a.  —  ahza]  248  Taöxa.  — 
Syroh.  253  Lat.  u-voi;.  —  aou  1°]  Lat.  om.  —  YprjYopyjSov]  Syroh.  253  Lat. 
xat  YpTjYopTjGEts.  —  cciu  2°]  248  Syroh.  253  om.  —  Syroh.  aYaTtdiv.  —  106  Lat. 
Iv  au>XTjp(a  ao'j.  —  Lat.:  audiens  vero  illa  quasi  in  somnis  vide  et  vigilabis, 
omni  vita  tua  dilige  deum  et  invoca  illum  in  salute  tua.  —  Anton.  784:  iy^r^o, 
TÖv  xüptov  xat  EKtxaXoO  gt;  acoTTjpt'av  aou. 


CIV  Kap.  IV.     Ueber  eine  zweite  griechische  Uebersotzung. 

24870106Syroh.(ohae     13,25.      xal  «YaOuvst  7:p6a«)7:ov  sv  ■zip>!jizi  xapoi'a 
Aster.)  253  add.  OotXXouaa. 

Lat.  add.  14,i6a.    ante  obitum  tuum  operare  justitiam. 

Lat.  add.  14, la      et  omne  opus  electum  justificabitur 

etquioperaturilludhonorabiturinillo. 

Lat.  add.  14, 20.     et  in  sensu  cogitabit  circumspectio- 

nem  dei. 

Lat.  15,6a.     jucunditatera   et  exsultationem  the- 

saurizabit  super  illum. 

Lat.  add.  15,7a.     et  homines  sensati  obviabunt  illi. 

Lat.  add.  15,8.       et  viri  veraces  invenientur  in  illa 

et    successum    habebunt    usque    ad 
inspectionem  dei, 

Lat.  add.  15,iüa.    et  in  ore  fideli  abundabit. 

S*^^  add.  16,;3b.     atevaSei?  -/ap  ttsvOei  otwpo) 

xal  icatcpVTjS  auxuiv  ouvieXsiav  ^Vfusexai. 

xp£taso>v  Yotp  £1?  oixato?  Troioiv  ösXrjtxa 

xüpiou   T^  [jiuptot  Tiapavofiot. 

S'^''  add.  V),'x       xa-JT«  r.vy-oL  STroiVjScV  sOvsaiv  axXr^po- 

xapStoi; 
xal  ETTt  tcXt]  ÖS  i  otYi'cüV  auTOu  oü  Trapex^TJ  ÖTj. 

248  70  106  55  add.         16, 10.      |xa5xiY«)v  s/vsöiv  xuTrxoiV  ioujjlsvo? 

xupio?  £V  otxxtpfiü)  xat  Traiosta  8i£cpüXa;£. 


15.8.  Vgl.  dazu  Conradus  Gesner,  Loci  communes,  serm.  60  p.  234 
(Frankf.):  ä'vopE?  äXrjOe'jovTEC  s'jpcSi^aovTat  Iv  aocpt'a,  xotl  3'JooiuOi^aovTai  Eto;  ^zt- 
3X07:f|S  xup{ou. 

16,3  b.   leg.  yviuaTj  oder  aT£vd?£i.  —  Ueber  den  dritten  Stichus  s.  z.  16,3. 

16.9.  Sca  hat  einen  Asteriskus   vor  v.  10  (statt  vor  diesem  Zusatz), 

16.10.  Dasselbe  bei  Clem.  AI.  paed.  1  9,8i. 


§  8.     Ihre  Reste.  CV 

Lat.  add.  16,  u.     et  secundum  intellectum  peregrina- 

tionis  ipsius. 

248  106  Syr.  Hebr.         16,]5.     x6pto>£CJx^puve<l>apaa>{jiY)ef5£vaiauxov, 

OTTtoc  7.V  "^vtuaÖT^  evep-j'TQfxaTa  auxoü  tt(j 
6-'    oüpczvov, 
16.      ■!:a'a-(j  Tr^  xii'ast  xo  eXso;  auxotj  ccavspoVj 

xal  TÖ  cpÄ?  auxotj  xat  xo  axoxo?  ifxepi- 
asv  xfö  c?.oa}i.avxi. 

248  add.  16, is.      a;ra?  6  xooffxo?  ^e^oveij?  xai   yiv6{jlsvo? 

£v  Os^[i.otxi  auxciu. 

248  70  106  Lat.  add.      16,22.      xctt  scexctai?  cxTravxtuv  sv  xs/.süxf,. 

248  70  17,5.       i'Xctßov   XP^i'^'^   ^"^'^   ~^vx£  xou   xupiou 

£V£p''|'ry[i.ax(uv, 
Exxov  0£  vo'jv  auxoi;  lofupr^cfxxo  [i.£piCo)V, 

xat     XOV     £ß80|JL0V     X67OV     £p[XEV£a     XtüV 

£V£pYr^}xaxu)V  auxoij. 

248  70  106  S*^^  55  254     17,8.       xal  01'  aiduvcuv  xa-j/aaöai  im  xoT?  Oau- 
Sah.  Lat.  add.  jxaatot;  auxou. 

248  add.  17, 11.      tk   xo  vor^aai  oxt  dvr^xol  ovxe;  u-a'p- 


248  70  106  17,16.      at  6001  ouxöiv  £x  V£6x-/;xo;  £7:1  xa  irovr^pa, 

(osav  xa?  xapoi'a?  auxtov  d 
XiOi'vujv  ^zoiT^aal  aapxi'va? 


xat  oüx  iay(psav  xa?  xapot'a?  ouxtov  dvxt 


16,15.16.  Oapct«)]  praem.xapoiav.  —  lOöom.  ttjJ  2".  —  äoaij-dvTi]  leg.'Aootii.. 

17,5.    Der  erste  Satz  fehlt  in  248. 

17,8.  248  hat  den  Stichus  für  Sb,  Sah.  hat  ihn  hinter  9,  Lat.  hinter  10, 
die  übrigen  hinter  8.  —  -/.at]  248  70  106  soojxe,  55  254  add.  'iotu-Az.  —  Sca  Sah.  Lat. 
om.  ot'  aitövwv.  —  70  at'üivo;.  —  106  -/.a'jyrjSaaSot'..  —  Sca  Sah.  Lat.  h  für  im.  — 
254  SaufiacTof:. 

17,16.  ot'jxdiv  1**]  70  aÜToO.  —  ai  öool  aüxtüv]  248  Tiä;  oi  av&pu>7:o;,  ~- 
106   xo  TTovTjpov.  —   70  iV/uae. 


CVI  Kap.  IV.     Ueber  eine  zweite  griechische  Uebersetzung. 

1 7, 17.      £v  77p  }x£pi(j[j.(j)  T(üv  eövtov  xr^s  ^tj;  Tra'arjC 
£xotat(p  eOvet  xaieair^asv  rf'(ou\i&vriv^ 
xoti    TTpoaeXdßcxo    xov   'IcparjX    sotuxio 
jxepioa, 
18.      öv  TcptuxoYovov  fj'vxa  xiOr^vei  TtctiSsia 
xott  fAEpi'Ctov  cptos  aYairr^astüS  oux  dviVjaiv 
au  xov. 

248  70  106  17,21.      xupio?    oe    ^(prjCfxoc    «7jv   xal  eiScb;  xö 

TrXdöjia  ctüxou 
oü'xe    dvTjxev   auxou?   ouxs   SYxaxeXiTrsv 
cpct86|ji.evo?  atixÄv. 

248  70  106  add.  17,22.     }j.eptCo)v    uioi?    auxou    xott    öü"^axpdat 

(i.exdvoiav. 

Lat.  add.  17,2:3.     et  convertet  in  inferiores  partes  terrae. 

Lat.  add.  17,24.     et  destinavit  illis  sortem  veritatis. 

248  70  106  add.  17,26a.    otüxo?  "^äp  ooYj^TJasi  sx  cxoxous  sie  »«>- 

xtCfiöv  u-yieia;. 
Lat.  add.  17,26.     et  cognosce  justitias  et  judicia  dei 

et  sta  in  sorte  propositionis  et  ora- 
tionis  altissimi  dei. 
Lat.  17,27.      in  partes  vade  saeculi  sancti 

cumvivisetdantibusconfessionemdeo. 

non  demoreris  in  errore  impiorum, 

(ante  mortem  confitere). 

28.      a  mortuo  quasi  nihil  perit  (confessio), 

confiteberis  vivens,    vivus  et  sanus 

confiteberis 
et  laudabis  deum  et  gloriaberis  in 
miserationibus  illius. 

17, 17.  248  70  Trj;  y^;  Traörj;,  106  7:c«arj;  yrj?  t(Lv  I8vwv.  —  248  xodeoxrj- 
xev.  —    18.   106  -lÖTjvr^ciet.  —  70  zaiösiav. 

17,21.  70  106  om.  8e.  —  Dasselbe  bei  Anton.  400  mit  JSiöv  für  dhüa.  — 
Sinngemäß  wäre  aixüiv  für  a'jxoO,  oder  aux<{v  und  aüxoü  für  aitoi;  und  o^xtüv. 

17.23.  Toi.  Corb.   1  inferiores,  vulgo:  interiores, 

17.24.  illis]  al.  illos  in. 
17,26.    Cf.  Dan.  12, 13. 


§8.      Ihre  Reste.  CVII 

248  70  106  add.  18,2.       xai  oux  loitiv  aXXo?  ü'/.r^v  autou. 

6    ofaxt'Ctüv  ,Tov    xoa[i.ov    ev    a7:'.9«jj.T^ 

ysipo^  a'jxoü, 
xai  TiavT«  u-axo6si  xm  OcXr^jxatt  otuiou, 
auTÖi   ^äp   ßacjiXcu?   TiavTcuv  sv  xpaxei 

«uxou 
6ta(5xsXX(uv  iv  aüxoi;  aifta  dizb  ßsßTjXcuv. 

Lat.  add.  18,2.       et  mauet  invictus  rex  in  aeternum. 

248  70  106  add.  18,9a.     aXo^iöxoc  6s  sxaaxou  Ttaaiv  v)  xoi'jxr^atc. 

Lat,  18,12a.    vidit  praesiimptiouem  cordis  eorum 

quoniam  mala  est, 
et    cögnovit    Subversionen!    illorum 
quoniam  nequam  est. 

Lat.  add.  18, 12.      et  ostendit  eis  viara  aequitatis. 

Lat.  add.  18,22.      quoniam  merces  dei  raanet  in  aeter- 

num. 

248  add.  18,29.      xpciaacuv  Trctpp-/)Gia  h  oec-ox/j  |xov(p 

r^TiSp  vsxpa  xapoia  vsxpöiv  dvxij^eaUat. 

248  70  106  Lat.  add.     18,;«.      saTQYotpETrißouXocxrjCiSiacCtorjcXaXr^toc. 

248  70  add.  19, 0.       6  Se  avxocpOaXfitüv  TjOrjvotic  axc'favoT  xy^v 

CtuT|V  auxou. 

248  70  106  add.  6  sYxpaxsuojisvo;  Y^^^y^^^Ti  «[J"-^/«);  ßiu>- 

SExat. 


18,2.  106  hat  die  vier  letzten  Stichen  hinter  v.  4a.  —  248  106  om.  ö.  — 
106  -cfvtuiv  T(üv  EV  Toj  xp.  —  106  om.  £v  ult. 

18,29.    eiTTEp  und  vExpiu  für  vexpüiv. 

18,33.  Lat.  eris  enim  invidus  vitae  tuae.  —  106  ttj;  ^«utjs  50'j.  — 70  106  om. 
XaXrjTo;. 

19,5.  Der  erste  Stichus  auch  bei  Clem.  AI.  paedag.  II  10, 101  mit  /jOovt'.  — 
Der  zweite  Stichus  auch  bei  Max.  736,  Anton.  809,  —  106  6  o£  lyxp.  YXtüaor^;-  —^ 
248  öfitt/tp  (Ju[jißtti)aexot, 


CVIII  Kap.  IV.     Leber  eine  zweite  griechische  Uebersetzung. 

248  70  1Ü,18.     cpoßo?  xuptou  dp)^Yi  -poaXrjtl*£(u?, 

(jocpt'a  Ss  Trap'  autou  d-^d-rz^aiv  irsptTroisi. 
19.      "(voidi^   ivroXüiv    xuptou    Traioet'a  C«>^j?, 
Ol  0£  uciiouivxE?  TotapsaraauKt)  ai)avaata; 
Sivopov  xapTTOuvTat. 

248  70  add.  19, 20.      xott  7vtö5'.;  xr^?   Travioxpaxopia?   aüxoö. 

21.      oi/exr^?  Xs^ojv  xoT  8c(j7r6xTfj*  o);  dpsaxei 

iav  fisxa  xauxa  Troti^a'o,  TopopYt'Csi  xov 
xpscpovT«  auxov. 

248  106  add.  111,25.      xai  saxt  Sixatöiv  xpt'aet  ao'fo-. 

248  70  Lat.  20,3.       6i;  xotXov  kXEy/ßiv-ot.  'favcpaiaat  [jsxd- 

votav, 
O'jxtuc    -^ap   ^£u$"(j   £xo6(3tov  djxdpxr^fi.«. 

248  70  106  add.  20,i4a.    6fioiu>;o£xaißotaxdvouot'dvdYxr^vauxo'j. 

248  70  106  Lat.  add.     20, 17.      o-jxe   ^dp    -0   iyziv   iv   opO-^  ai'aOrjasi 

xal  xö  [XTj  £j(£tv  6[j.or(ü^  doid(popov  aux(5. 

Lat.  add.  ,     20,28a.    et  qui  operatur  justitiam  ipse  exal- 

tabitur. 

248  add.  20,:}i.      xpöt'aatov  urofiovY)  drapatxr^xo?  iv  C^j- 

XTJSEt    XUplOU 

T^  dSsaTTOxo?  xpojcifjXdxvj?  zr^q  lot'ac  C«>V- 
Lat.  add.  21,28.     tacitus  et  sensatus  honorabitur. 


19, 19.    70  xap-toüvxai. 

20,3.    248  70  haben  das  Distichon  hinter  v.  8,  Lat.  hinter  v.  4. 

20, 14a.    70  om.  aÜToü. 

20,17.  St£tX7]'^e]  248  et7.Tjcp£,  106  ora.  —  106  om.  xori  t6  ;j.rj  l^etv.  —  Lat. 
neque  enim  quod  habendura  erat  directo  sensu  distribuit,  similiter  et  quod 
non  erat  habendum. 

21,28.    Anton.  989:  6  aiyrjpö?  xal  vo/^jj-tuv  'iij-tj^  ä?nu9i^a£TC£t, 


§  8.     ihre  fteste.  ClX 

248  70  106  22,9.       -rr/.va  sv  d'^cndf^  Ciu^  ~r,v  'p^^?V  ^X^^"^^ 

■ZV)'/  iO''a)V  -(->'''"'i"''^P">v   x(>'j<}ou3i  00T(i- 

lu.      Tsxva  iv  xaxa'-ppovT^ac'.  xai  dT:atös'jaia 

-,'C<Ufittt)(JL£Va 

248  70  lOG  add.  22,i;ib.    0tvcti(3B-/jTuJv^af;iSou9£Vj^(j£icjouTa7rav-a. 

Lat.  add.  22,  is,     sie  et  qui  in  praeceptis  dei  permanet 

semper. 

248  70  106  add.  22, 2n.      oijxata'fpovr^T£ov7apd£tT^;7i:£pqpacpTp, 

oi)0£  OaufAotöxö?  uXoüaio?  vouv  oux  l/cuv. 

248  106  add.  23,2c.     tot?  o£  i3ßp£'.?  tiöv  iv  iTrot^Y-^^'-^  otuaf.- 

TtuXtuv   ixr)  TTOtpir]?. 

248  70  106  adil.  2?t,:\.       «uv  aotxodv  isTiv  f^  iX-U  tou  iXso'j;  sou. 

106  23,4.       x'jpiE  TravTOxpdtop  TTp  d£r|'£VO'jc  xTi'sctu;: 

sou, 
ar,  xotToiXiTrr,?  £V  xoTs  ETrEX-tCouai  t/)v 

otoia>.£'.7:Tov  l-iaxozr^v, 
|jyjT£   u£~£ü>piaaov   xtX. 

248   106  23,5.       xoit   -lY-xvxcuorj  •I'UXTjV    dTrostr^sov    ota- 

rraVTOS  «TTO    TOU    oouXo'j  30U, 

eX-ioci;   XiV«;   xcti   £t:i»)ou.''«s  dlzpEzsT? 
d7:o3tp£'j-ov  d~'   £[xou, 

X7t  XpOtTTf^OEi;  XOV  ÖiXoV-Ct  ÖOt  8ouX£U£lV 

oittTravTo;. 

22,9.10.  Die  Verse  stehen  in  den  Hss.  hinter  v.  6.  Sie  finden  sich  auch 
bei  .\nt.  1052.  —  Tpo'.tTrjv]  Ant.  'ivcd-rpocp/jv.  —  lOG  -/.pürTo-jat,  —  248  •(z-^a'jciiui- 
ij.£vc(.  —   Ant.  y.oX'jvEi, 

22,13.    Dasselbe  bei  Anton.  1129.  —  106  ävat'arJrjtr);.  —  70  lEo'Josviuaei  ae. 

22,18.    permanet]  al.  ambulat. 

22,23.      106    Z£prfpOVTjt£OV. 

23,3.    lOG  om.  cou. 

23,5.  Vgl.  Clera.  AI.  paed.  II  10,93.  —  vtcti  y'Y^"'"«"2^j  ':''-'■//;'']  106  Clem.  om. 
—  ot77:c(VTo;  1"]  Clem.  om.  10(1  praem.  -aöTot. —  toö  oo-jÄo-j]  248  Clem.  (töiv) 
oo'jXcuv.  —  dTrpsTrel;]  248  106  om.  —  Clem.  om.  -/.cd  xpaTTj-jei;  —  oiaTrav-«;;. 
106  om.  y.ai  xpa-r^SEi;  —  30c. 


ex  ^äp.  IV.     Üeber  eine  zweite  griechische  Üebersetzung* 

248  70  Lat.  add.  23,27.      ooca  \iv(dXT^  (/xoXouOciv  xupi'o), 

txaxpoT/j?  OS  7jjjL£p(üv  xö  TrpouXr^'f i^TjVott 

(J£    6tc'     OtUTOU. 

Lat.  add.  24,2.       et  in  plenitudine  sancta  admirabitur 

et  in  multitudine  electorum  habebit 

laudem 
et  inter  benedictos  benedicetur,  dicens. 

Lat.  add.  24,;!a.     primogenita  ante  omnem  creaturam. 

ego  feci  in  coelis  ut  oriretur  lumen 
indeficiens. 

Lat.  add.  24,c.       et  omnium  excellentium  et  humilium 

corda  virtate  calcavi. 

Lat.  add.  24,«.      et  in  electis  raeis  mitte  radices. 

Lat.  add.  24,12.     et  in  plenitudine  sanctorum  detentio 

mea. 

248  70  Lat.  24,  i».      i-^fu   \i■T^Tr^p  ty;?  d'(m:r^atw:  t9;s  xaXrj? 

/Ott   'ioßou  xal  "cvioastuc  xai  tt,?  oai'ac 

£>.7rtÖ0C. 

248  70  add.  oioou}!'.  ok  auv  rast  tot-c  texvoi?  fiou 

asqevTj?  xoT?  XsYOjxsvon;  Git'  ctuxou. 

Lat.  add.  in  me  gratia  omnis  viae  et  veritatis 

in  me  spes  omnis  vitae  et  virtutis. 

-Lat.  add.  24,20.     memoria  mea  in  generationes  saecu- 

lorum. 

Lat.  add.  24,22.     qui    elucidant   me    vitam  aeternam 

habebiint. 


23,27.  x'jfitiu]  248  öeuj.  —  Lat.  für  den  zweiten  Stichus:  longitudo  enim 
diernm  assumetur  ab  eo. 

24,6.     humilium]  al.  sublimium. 

24,18.  xaXr,;]  70  dyaÖT;?.  —  ^vwasw;]  Lat.  agnitionis.  —  70  ötSo|i.ai  ouv 
räai.  —  248  äeiYsvtl;.  —  Fritzscbe  ^<iX£yo(jL^/ot;.  —  viae]  Sang.  Brev.  Moz.  1283 
vitae. 


§  8.    ihrö  ßestö.  CXI 

Lat.  24,23.     haec  omnialiber  vitaeettestamentuni 

altissimi  et  agoitio  veritatis. 

legem  mandavit  Moyses  in  praeceptis 
justitiariim  etliaereditatein 
dümui  Jacob  et  Israel  pro- 
missiones. 

posuit  David  puero  suo  excitare  regem 
ex  ipso 

fortissimum  (et)  in  throno  honoris 
sedentem  in  sempiternum. 

248  70  24,24.     [i.r^  sxXueaös  ts/usiv  Iv  xupuo, 

xoXXaaös  Ss  irpo?  autov,  Tvct  Xj&otTaiaxjyj 

xupios  TravTOxpaxtup   &eo?   (xovo;  saxiv, 

XGtl     OUX     S3TIV     £Tt    7r?v7jV    «OTOU    atUTT^p. 

Lat.  add.  24, :ö.     penetrabo  (omnes)  inferiores  partes 

terrae  et  inspiciam  (omnes) 
dormientes  et  illuminabo 
(omnes)  .sperantes  in  do- 
mino. 

Lat.  24,;«b.    et  relinquam  illam  quarentibus  sa- 

pientiam 
et  non  desinam  in  progenies  illorum 
usque  in  aevum  sanctum. 

248  70  Lat.  Syr.  25, 12.     'foßo?  xupi'ou  apyr)  d'/aTCTJaetu?  autou, 

TTiöTi?  Ss  apx^i  xoXXT^setui;  ouxotS. 


24,23.  Anton.  1109  [ay]  dxX'jEaät  (syüsiv  Iv  x'jpfuj,  i'va  xpaxatuxjT)  üfjiäs  «6x0;; 
ebenso  248,  der  y.o/.Xäii^s  —  aürov  dahinter  stellt  und  0^  ausläßt.  —  70  ia/üv.  — 
248  ö  aeo;. 

24,32.     domino]  al.  deo,  al.  deum. 

25,12.  Lat.  für  b:  fidei  autem  initium  agglutinandum  est  ei.  —  Syr.  hat 
vor  V.  11:  Der  Anfang  der  Furcht  des  Herrn  ist  ihn  zu  lieben,  und  der  Anfang 
der  Treue  ihm  nachzuwandeln. 


CXli  Kap.  IV.     Ueber  eine  zweite  griechische  Üebersetzung. 

Lat.  add.  25,26a.    confuadetteinconspectuinimicorum. 

Lat.  add.  26, i8.     fundamenta    aeterna    super    petrain 

solidam 
etmandatadeiincordemulierissanctae. 

248  70  Syr.  19.      xsxvov,  axayjv  -JjXixia;  aou  auvtr^fiyjaov 

xai  piYj  otü?  dXXoxpioiig  tyjv  ta/uv  aoü. 
'jo.      avaC^jTr^aotsiravto?  TTSötou  suYsojvxXrjpov 
azsTps  T«  lOia  aTrEpjiata  TrsTiotödj?  x:^ 
eu^sveia  öou. 
21.      outu)?  xa  7£vvrjfi,axa  oou  Trsptovxot 

xal   Trapp-zjaiav   cu^sveiac  i'/ovia  [xs^a- 
Xuvo'JtJt. 
2-2.      "cuv}]   iiiaOia   larj   aiaXu)  XoYtoöv^^oexai, 
uTTOtvopo;  OS  TTup'co?  Oavaxou  xoT?  XP"^" 
tj-svoi?  Xo7tai)r]cj£xat. 

23.  YuvTj    aasßYjs   dvoitu)    ji-spi;   oobr^a^xai, 
suasßy;?  Ss  otooxat  x(u  cpojBoujxsvu)  xov 

xupiov. 

24.  7uvYi  aa-/^r^\L(jiV  axtjxi'av  xaxaxpi'i^si, 
OuY''^*''ip   02   £Üa/Tf]}j,tt)V   xai   xov   avopoc 

IvxpaTCTjasxai. 

25.  "(uvYj  aototxpsTTXo?  u>?  x6(üv  Xo'ctaöir^asxat, 
7)    &£  i'youaa  OLiajuvr^v  xov  xuptov  cpo- 

ßr^8y]a£xai. 
2ü.      "(uvTi    avopot    toiov    xijjKoaa   aocpr^   Traot 

CpaVT^(3£XCtt, 

ctxtfj.a^ouaoi   &£   iv   uTr£p7jcpavta   dasß'/j? 

Ttäai  7V(ü(ji)7]a£xo(i. 
Yuvcttxo;  a-j'aOr,?  fjiaxapto?  6  avr^p, 


26,19.     Das   Distichon  auch   bei  Ant.  1058,   wo   äocpaX^   für   üyiij.  —  Die 
Abweichungen    des   Syr.  in  v.  19 — 27   habe   ich  im  Kommentar  aufgeführt.  — 

22.  Das  Distichon  auch  bei  Clem.  AI.  paed.  II  10,  98,  wo  XoytaSricETat  2°  fehlt.  — 

23.  cpoßoufAsvw]  70  dyaTttüvTt.  —  24.  Der  erste  Stichus  bei  Anton.  1053,  der 
zweite  1052.  —  26.  248  dTtfAd^ousa  ol  äat^rii  iv  uTreprjcpovi'a.  —  YvioaS/jOeTai] 
70  Xo^taSi^aETat.  —  ö  äv/^p]  70  add.  aütTJ;.  —  xtüv  ixöiv  o'!»toü]  70  täv  rj,uep(I»v 
TTj;  C«"?/;  aÜToO.  —  70  otrrX'iaiov.  —  Syr.  =  das  Streiten  der  (add.  guten)   Frau 


§  8.    Ihre  Reste.  CXIll 

&  "('äp  apiO[i.o?  xtuv  stoJv  auxo'j  SntXaa'.o; 

27.     "(uv/j  ^£YaXo<pu)Vo?  xai  ■j'Xiuoiaatorp 

(u;   aot'Ä.Trri';    KoXsaojv  S'!%  TpoTt/jv   Osio- 

pT,i)"/;ai-7t. 
dvöpcuKOü  03  -avTo?  '}u"/rj  ouoioxo'jr.o; 

TO'JTO»; 

Lat.  27,11a.    homo    sanctus    io    sapientia    manet 

siciit  sol. 

Lat.  add.  30,2-2a.    elthesaurussinedefectionesanctitatis. 

Lat.  add.  31,22.      dominus  solus  sustinentibus  se  in  via 

veritatis  et  justitiae. 

Lat.  add.  40,1.%      quia  vidit  deum  lucis. 

248  70  Syroli.  55  254     50,29.     zcä  toIc  coas^saiv  ictuxc  sociiotv. 
add.  siXo^r^To;  xupio?  st?  tov  a^uvot.  -^ivoi-o, 

^ivO'.TO. 

70  add.  o6;c(  so».,  o  Oso?  ''1}^'«^:  ^'"^i'^  ^'J^* 


ist  in  Demut,  und  wie  ein  scliwaches  Fieber,  so  erscheint  sie.  —  27.  Die  beiden 
ersten  Stichen  auch  bei  Anton.  1089.  —  "248  om.  tu;  (Ant.  (LcTtep)  aaXrty;,  das 
in  der  Complutensis  aber  steht,  und  liest  zo/.eaftov.  —  Die  beiden  letzten 
Stichen  fehlen  in  70. 

27,11.1.     Ant.  913:  avSc^oj-o;  £'j3cß)j;  Iv  rso'^icf.  [xt^ti  tu;  6  r/.to;. 

30,22.     Vgl.  im  Kommentar  die  Parallelen  aus  Clemens  Alex. 

50,29.    a  =  43,33b.  —  Syroh.  bricht  mit  ao-jtotv  ab.    Vgl.  unten  S.  CXXIIL 


Smend,  Sirach-Kommentar.  Ylll 


CXIV       I^ap.  IV.    lieber  eine  zweite  griechische  Uebersetzufig. 


§  9.     Die  Eigenart  der  Zusätze. 

Dass  die  grösseren  und  kleineren  Zusätze,  wenigstens  in 
ihrer  grossen  MehrzahP),  der  zweiten  griechischen  Uebersetzung 
angehören,  und  damit  auf  einem  jüngeren  und  vielfach  erweiterten 
hebräischen  Text  beruhen,  lässt  sich  auch  abgesehen  von  dem 
Zeugnis  des  Syrohexaplaris  wahrscheinlich  machen.  Mit  11,  15. 
16.  16,  15.  16  sowie  den  kleineren  Zusätzen  in  5,  11.  16,  3, 
deren  hebräische  Vorlage  erhalten  ist,  hängen  die  meisten  grie- 
chischen Zusätze  durch  üiren  Inhalt  und  Sprachgebrauch  so  eug 
zusammen,  dass  sie  schon  deshalb  ebenso  beurteilt  werden 
müssen.-)  Viele  von  ihnen  sind  deutlich  jüdischen  Ursprungs, 
und  mehrere  können  nur  durch  die  Annahme  von  Uebersetzung 
aus  dem  Hebräischen  erklärt  werden.  Es  ergibt  sich  daraus, 
dass  das  Werk  des  Jesus  Sirach  in  früher  Zeit^)  eine  hebräische 
Bearbeitung  erfahren  hat,  die  von  eigenartigem  Geiste  getragen 
war  und  für  die  Geschichte  des  Judentums  von  gewissem  Inter- 
esse ist. 

Merkwürdig  reden  die  Zusätze  19,  18  von  der  dya-yjai? 
Gottes  gegen  die  Frommen,  ebenso  11.  18  von  dem  9«)?  dYXTrf^a^m;, 
Sie  setzen  ferner  1,  10.  25,  12  d'(dT.r^'jiz  xupiou  neben  und  an 
Stelle  von  cpoßoc  xupiou;  vgl.  auch  die  Varianten  zu  1,19.  10,19 
Dabei  wird,  wie  24,  18  blosses  cpoßoc  für  cpoßo?  xupi'ou  (vgl,  nsT 
Job  4,  6.  15,  4,  a<poßoc  1,  21,  ?'<j.'foßos  19,  24),  so  auch  d■^fx^:T^(Siq 
sclüechthin  für  Frömmigkeit  gesagt:  vgl.  1,  12  7.-'0(-r,3£(u?  xpi'ßot, 
11,  15  d'^d-r^si:  -/.7.I  600t  xaÄiov  spytov,  24,  18  r^  dyj-r^ai^  yj  xaXv^, 
29, 11  K3inn  (=  h  ayocTr-z^asi)  beim  Syrer   und  3,  1  dilectio    beim 


^)  Natürlich  können  einzelne  griechische  Zusätze  sehr  wohl  anderen 
Ursprungs  sein.  Im  Lateiner  finden  sich  Zusätze  zu  6,  12.  8, 17,  die  im  An- 
schluss  an  griechische  Schreibfehler  entstanden  sind.  Zu  5, 1  hat  Cod.  308, 
der  sonst  von  Zusätzen  frei  ist,  e?s  C^^v  mit  248  70  Syroh.  253  (106)  gemein. 

-)  Das  Meiste  hat  hier  schon  Schlatter  a.  a.  0.  S.  103 ff.  richtig 
beobachtet,  so  unbegründet  auch  seine  daraus  gezogenen  Schlüsse  sind.  Vgl. 
oben  S.  XC\T  Anm.  1. 

')  Die  zweite  griechische  Uebersetzung  ist  älter  als  die  Vetus  Latina, 
wahrscheinlich  ist  sie  viel  älter,  was  mit  Bestimmtheit  für  den  ihr  zu  Grunde 
liegenden  erweiterten  Hebräer  anzunehmen  ist. 


§  9.    Die  Eigenart  der  Zusätze.  CXV 

Lateiner.  Dagegen  ist  4S,  11  der  Text  verderbt.  Zu  Grunde 
liegt  wohl  nn  oder  ,-i2nK;  der  Hebräer  ist  11,15  leider  entstellt. 
Neben  der  d-^y-r^j'.;  steht  auf  Seiten  der  Menschen  25,  12  (vgl. 
zu  18,  14)')  yjAlr^iJ'.;  und  24,  24  xoUaai)«'.  (etwas  anders  in  der 
älteren  Uebersetzung  2,  3),  ferner  17,  22.  20,  3  (vgl.  2,  18  Lat.) 
astavoia  (wogegen  44,  16  Korrektur  vorliegt),    auf  Seiten  Gottes 

10,  21.  19,  18  (vgl.  zu  21,  11)  -r.6alr,'li;  und  17,  17.  23,  27  -pocr- 
Xc([i[ilc(vsai)a'.,  und  als  das  Gegenteil  10,  21  IxßoXr,  (vgl.  Rom.  11,  15 
T.poGlr/^i:  und  7.-o[ioX-/^),  ferner  23,4.  (2,  17.  15,8  Lat.)  liriaxo'KT^, 
wogegen  der  echte  Sirach  das  Nomen  nur  im  bösen  Sinne  hat. 
Dass  Gott  Israel  nicht  verwirft,  wird  17,18.  21  (vgl.  5,4)  mit 
oux  dvr/jatv  ausgedrückt.  Das  von  Gott  den  Menschen  zugeteilte 
Schicksal  lieisst  11,16.  16,16.  17,26  gxoto,-  und  16,16.  17,18 
'fä>;  und  17,26  (vgl.  25,11)  cptutiafi-oc.  Eigen  ist  auch  die  opaat? 
Gottes  1,  10  (vgl.  Lat.   zu  6,  22.  46,  15).     Die  Zuteilung   heisst 

I,  10.  16,  16.  17,  5.  18.  22  [xspits'-v,  das  der  echte  Sirach  wiederum 
etwas  anders  gebraucht.     Bemerkenswert    sind    noch  23,  4  (vgl. 

11,  19)  arVÄsi-Toc,  23,  4.  24,  18  7.s.-'svv:,  11,16.22,10.  (26,4) 
"Caupiav,  (18,  21)  s-f/pa-csta  und  19,  5  i-f/pa-susaiyai,  16,  15.  17,  5 
svip7-/)jjLa,  (11,  11).  23,  2  i-a7Ys>ia  und  3,  25  i-a-n'sUssÖat,  22,  10. 
26,20.  21  £'J73V3t7,  26,27  (vgL  11,13)  aso^psTv,  (18,33).  20,31 
ioioL    Cwr^,    und    sonst  (11,  11).   22, 9.  26, 20    adjektivisches    loto?, 

II,  15  (vgl.  Lat.  Syr.  zu  26,  3)  xaXa  spYot  (vgl.  xot/v/vtsp^siv  18,  20), 
(19,  3.  23,  1)  -otpaosiYaaT'.saoc,  (11,  13.  23,  3)  auvTpi-ir;,  1,  7.  20,  3 
'fOLvspoijv,  u.  dgl.  m. 

Der  jüdische  Ursprung  ist  deutlich  aus  1,5  i'/roXal  attovioi,  11, 15 
(vgl.  1,5,  1)  -;vS}<ji;  vojxou,  19,  19  Yvoisi?  ivtoXüiv,  18,  3  o'.7.:;t3A/«(üV  Iv 
otoToT;  ayia  täv  |':i£[ilT^X«)v,  ferner  23,  27  ;j.axpor/;c  -?)|x;p(yv.  Als  jüdisch 
ist  wohl  auch  18, 29  vExpot  als  Bezeichnung  der  Heidengötter 
(vgl.  cno  Ps.  106, 28)  in  Anspruch  zu  nehmen,  ebenso  dort 
vsxpa  y.nrjoioi  (vgl.  1  Sam.  25,  37  )2h  nJi')  und  Ps.  22,  27  orDi'?  "-n^). 
Vgl.  ferner  -kAt^iIo?  or^iur^  (16,  9),  plenitudo  (=  -/.y;0o?  vgl.  32,  23) 
sancta  24,  2.  12  Lat.  =  D^K'np  bnp  und  'p  TiC  Ps.  89,  6.  8.  Um 
so  bemerkenswerter  ist  freilich  die  o.yj-r^'JKt  und  die  Hoffnung  auf 
ein  Leben  nach  dem  Tode.  Letztere  kommt  zum  Ausdruck  19,  19 

^)  Die  in  Klammern  gesetzten  Zitate  beziehen  sich,  sofern  nichts  anderes 
bemerkt  ist,  auf  das  Vorkommen  des  Ausdrucks  in  Zusätzen  oder  Varianten 
zu  Stichen,  die  übrigens  der  ersten  Uebersetzung  angehören, 

vni* 


CXVI       Kap.  IV.    lieber  eine  zweite  griechische  Üebersetzung. 

in  o£vof>ov  7.iJ7.vaaia;  (=c:''Mp;  vgl.  Prv.  3,  18.  Clem.  AI.  ström. 
5,11;  72  und  Lat.  zu  6^  16)  xaprio5v-ott,  wonach  2^9  ooai;  aiwvia 
und  17,  26  '^vi'ia\i>j?  uyista?  verstanden  werden  müssen.  Vgl.  dazu 
das  saeculuni  sanctum  17,  27  Lat.,  das  aeviim  sanctum  24,  33 
Lat.'),  und  die  Welt  der  Gerechten  (spnn  nöSj?)  18,  10  Syr. 

Die  Sprache  der  Zusätze  ist  oft  hochrhetorisch, '^)  ihre  he- 
bräische Vorlage  ist  deshalb  nicht  überall  leicht  zu  erkennen, 
aber  hinter  dem  anspruchsvollen  czsiy^v/^c  (23, 4.  24,  18)  steckt 
wohl  ein  simples  d't/J;  und  hinter  TrsoiYp/^/f/;  (22,  23)  ein  alltäg- 
liches Wort  für  Armut.  Die  Tatsache  der  Üebersetzung  ergibt 
sich  übrigens  aus  einzelnen  zweifellosen  Missverständnissen.  So 
ist  10,  19  a;~£r>[j.7.  da'sakzly.:,  wie  der  Gegensatz  STisryfxcz  uXctv/^asw? 
zeigt,  =  ncx  yiT,  das  Jer.  2,  21  freilich  iu  anderem  Sinne  steht. 
Ferner  ist  17,26  cpwx'.stxo;  uyisiac  =  ü^TiH  ■n^?  Ps.  56,  14.  Job. 
33;  30.  Auch  dürfte  24, 24  layoeiv  schlechte  Wiedergabe  von 
p'^'inrh  (=^  festhalten)  sein.  16,  9  ist  T.oip^Ylr^br,  =  cm  =  er  hatte 
Erbarmen.  17,  21  ist  i:ld:s\ioi  (/.'j-o-:  =  nr  (vgl.  Ps.  103,  14  LXX); 
es  fragt  sich  aber,  ob  nicht  nach  Dt.  31, 21.  Gen.  8, 21  zu 
übersetzen  war.  Die  Identität  des  Sprachgebrauchs,  die  zwischen 
den  überzähligen  Stichen  und  den  kleineren  Zusätzen  besteht, 
beweist  aber,  dass  beide  von  derselben  Hand  herrühren,  d,  h. 
dass  auch  die  kleineren  Zusätze  Uebersetzungeu  von  Erweiterungen 
sind,  die  der  Urtext  unterdessen  erfahren  hatte.  Natürlich  bleibt 
die  Möglichkeit  offen,  dass  der  Text  der  zweiten  üebersetzung 
von  einem  Christen  überarbeitet  war  oder  dass  sie  überhaupt 
von  einem  Christen  stammte,  der  namentlich  die  d'(d-r^3i;  ein- 
getragen hätte.  Aber  dann  sollte  man,  wie  Sßhlatter  bemerkt, 
d-(draf  erwarten,  und  11,  15  dürfte  n^n  ursprünglich  im  hebräischen 
Text  gestanden  haben.  Sodann  steht  für  i2i  |"'2n  11,  15  yväsic 
vojxou  (vgl.  15, 1),  was  auf  einen  jüdischen  Uebersetzer  hinweist. 

Die  überzähligen  Stichen  sind  öfter  blosse  Parallelen  zur 
üebersetzung  des  Enkels;  so  z.B.  1,7.  2,9.  3,19.  9,9.  10,19. 
13,25.  16,3b.  17,8.  17.  23,4.  Meistens  aber  geben  sie  grössere 
Glossen  wieder,  mit  denen  der  Urtext  bereichert  war.     Mehrere 


1)  Doch  vgl.  auch  unten  S.  CXXVIII. 

2)  Vgl.  z.  B.  23,  4  xupte  navTOxpdTop  rrjg  äetyevovs  xnaewq  aou]  26,4 
iv  navrl  xatpw  npöawnov  l'^ovreg  Uapdv  yauptdaoumv.  Die  inayyeXia  Siputv 
11,11  findet  sich  noch  Philostr.  imagg.  (ed.  Kayser)  II  p.  300,12. 


§  9,    Die  Eigenart  der  Zusätze.  CXVII 

siad  profaner  Natur  (22, 9.  10.  22, 23),  übrigens  kommt  auch 
die  pessimistische  Beurteilung  der  Frauen  zu  breitem  Ausdruck 
(26,  19  ff.).  Aber  das  Hauptinteresse  geht  auf  die  Betonung  der 
Liebe  zu  Gott  und  der  Hoffnung  auf  ein  zukünftiges  Leben, 
überhaupt  aber  auf  Vergeistlichung.  Bemerkenswert  ist  auch,  dass 
der  Sinn  von  16,  10  durch  den  Zusatz  zu  Gunsten  Israels  in 
sein  Gegenteil  verkehrt  wird.  Daneben  soll  der  Urtext  freilich 
auch  verdeutlicht  und  verschönert  werden,  wie  das  namentlich 
in  den  kürzeren  Zusätzen  am  Scliluss  der  einzelnen  Stichen  zum 
Ausdruck  kommt.  j\[an  vgl.  z.  B.  5,  11  ocYcti)?^  und  o^oUr^v  (s.  o. 
S.  XCII  sq.),  14,  20  xaXa  und  (zyia,  24,  31  xov  oLp-icrTov  und  xr^v  o'.xaiav. 
26,4  Trpö^  x'jptov,  26  14.  15  x7.l  s'j'vou?  und  xal  tt«-/,  ;  7,  19  beim 
Lateiner  quam  sortitus  es  in  timore  domini,  10,  30  et  timorem 
suiim  (:=  Anton.  889  xal  £'jXaߣt7.v),  37,  16  verax  und  stabile. 

Abgesehen  von  ihren  Zusätzen  wird  die  zweite  Uebersetzung 
mit  der  ersten  vielfach  wörtlich  übereingestimmt  haben,  deshalb 
fügen  sich  die  aus  ihr  stammenden  kürzeren  Zusätze  oft  ohne 
Schwierigkeit  in  den  Text  der  ersten  Uebersetzung.  An  manchen 
Stellen  ward  die  zweite  Uebersetzung  aber  auch  ganz  anders  ge- 
lautet haben,  woraus  sich  die  Unverständlichkeit  vieler  kürzerer 
Zusätze  erklärt. 

.  Auf  einzelne  Berührungen  der  nur  lateinisch  vorliegenden 
Zusätze  mit  den  griechischen  ist  im  Vorstehenden  hingewiesen. 
Jüdisch  kann  natürlich  sein  vita  aeterna  (vgl.  schon  37,  26  Hebr.), 
oder  testamentum  huius  mundi  14,  12  (vgl.  saeculum  hoc  4  Ezr. 
4,  27).  Dass  aber  manche  dieser  Zusätze  durch  griechische 
Vermittlung  in  der  Tat  auf  hebräischen  Urtext  zurückgehen,  ist 
kaum  zu  bezweifeln.  Hebräische  Sprachfarbe  hat  der  lateinische 
Zusatz  zu  3,  1,  aber  auch  der  zu  24,  23.  Hebräisch  klingt  hier 
posuit,  wozuD''pn44,  21.  22  oder  pn  c''pn45,  24zu  vergleichen  ist, 
und  fortissimus  ist  vermutlich  =  xpof:aio;  =  112:  Ps.  89,  20.  Jes.  9,  5 
(vgl.  Lat.  zu  32,  22.  46, 1).  Hebräischen  Ursprung  kann  auch 
(was  ich  früher  gegen  Schlatter  in  Zweifel  zog)  der  Zusatz  zu 
24,  32  haben,  wo  es  heisst,  dass  die  Weisheit  in  die  Tiefen  der 
Erde  dringen  und  die  Schlafenden  heimsuchen  und  alle  erleuchten 
wolle,  die  auf  den  Herrn  hoffen.  Hier  steht  inspiciam  wie 
im<3'Ao~r^  in  den  griechischen  Zusätzen,  und  illuminabo  hat  dort 
an  'f  tö;  und  '^ tuTicj|xo?  seine  Parallele.   Die  inferiores  partes  terrae 


CXVIII  Kap.  V.    Die  Afterüberaetzungen  des  Griechen. 

{=  psn  nrnnn  Ps.  63, 10.  139,  15)  brauchen  durchaus  nicht  aus 
Eph.  4,  9  ta  xaTtutspa  [xspr^  t9)?  ^r^?  zu  stammen,  sie  finden  sich 
aucli  in  einem  Zusatz  zu  17,  23,  der  gut  jüdisch  klingt.')  Es  ist 
denkbar,  dass  die  Plöllenfahrt  Christi  auf  eine  Höllenfahrt  der 
Weisheit  zurückgeht,  in  die  hier  die  an  das  Gesetz  angeschlossene 
Zukunftshoffnung  ausläuft.  Auffällig  ist  nur,  dass  dieser  Zusatz 
sich  in  den  griechischen  Handschriften  nicht  findet.  Man  müsste 
daher  Avohl  annehmen,  dass  er  aus  einer  anderen  Rezension  der 
zweiten  Uebersetzung  stammte,  die  auf  einen  abermals  erweiterten 
hebräischen  Text  zurückging  (vgl.  o.  S.  XCVIII).  Anderseits  ist 
es  hier  natürlich  erst  recht  möglich,  dass  einzelnes  Christliche 
vom  Uebersetzer  oder  von  der  lateinischen  oder  schon  von  der 
griechischen  Ueberlieferung  eingetragen  wurde.  Man  vgl.  z.  B. 
24, 18  viae  et  veritatis  neben  vitae  et  virtutis,  und  10,  15  et 
plantavit  humiles  ex  ipsis  gentibus. 


Kap.  V.    Die  Afterübersetzung-en  des  Griechen. 

§  10.     Die  Vetus  Latina. 

Für  die  Emendation  des  entarteten  griechischen  Textes 
sind  die  Afterübersetzungen ■^)  von  grossem  Wert:  in  sehr  vielen 
Fällen  haben  sie  die  ursprüngliche  griechische  Lesart  bewahrt. 
Aber  die  Freiheit,  mit  der  die  Uebersetzer  sich  bewegten,  lässt 
ihre  griechische  Vorlage  nicht  überall  deutlich  erkennen,  und 
soweit  sie  erkennbar  ist,  spiegeln  die  Afterübersetzungen  zugleich 
eine  noch  stärkere  Entartung  des  griechischen  Textes  wider, 
als  sie  in  den  griechischen  Handschriften  vorliegt.  Beides  gilt  in 
besonderem  Masse  von  der  ältesten  und  wichtigsten  Afterüber- 
setzung, der  Vetus  Latina,  die  überdies  selbst  in  völlig  ver- 
wildertem Text  auf  uns  gekommen  ist.  Gleichwohl  ist  es  als 
ein  Glück  zu  betrachten,  dass  sie  nicht  durch  eine  Uebersetzung 
des  Hieronymus  verdrängt  wurde,  für  die  ihm  übrigens  ein  voll- 
ständiger  hebräischer  Text    schwerlich  noch   zu  Gebote  stand. ^) 

*)  Vgl.  auch  bei  dem  älteren  Uebersetzer  23, 19  drtöxpu^a  fiipTj. 
^)  Von  der  syrohexaplarischen  und  der  christlich-palästinischen  Ueber- 
setzung war  oben  (S.  LXII  sq.)  schon  die  Rede. 
8)  Vgl.  oben  S.  LVI  Anm. 


§  10.    Die  Vetus  Latina.  CXIX 

Für  den  lateinischen  Sirach  hat  P.  Sabatier  (Biblioriim  sacro- 
rum  Latinae  versiones  antiquae,  Tom.  II,  Paris.  1751)  zwei  Codd. 
Corbeienses,  den  Cod.  S.  Theoderici  ad  Remos  und  zwei  Codd. 
Sangermanenses  (14.  15),  Yon  diesen  beiden  aber  hauptsächlich 
den  letzteren,  verglichen.  Diesen  Codex,  der  sich  gegenwärtig 
in  Paris  befindet  (=  Nro.  11553  der  Nationalbibliothek;  vgl.  S. 
Berger,  Histoire  de  la  Vulgate  p.  65  ff.),  hat  Lagarde  neu  col- 
lationiert  (=  Cod.  Gottiog.  Lagarde  Nro.  20).  Für  die  Sixtina 
wurde  eine  Collation  des  Cod.  Toletanus  (jetzt  in  der  National- 
bibliothek in  Madrid;  vgl.  S.  Berger  a.  a.  0.  p.  12  ff.)  benutzt, 
die  Cristobal  Palomares  besorgt  hatte.  Sie  wurde  abgedruckt 
von  Bianchini  (Vindiciae  can.  Script.,  Eom.  1740,  p.  XLVII — 
CCXVI),  nicht  sehr  zuverlässig,  wie  Vercellone  (Variae  lectiones 
I  p.  LXXXIV  sq.)  sagt.  Endlich  hat  Lagarde  den  Cod.  Amia- 
tinus  zu  den  beiden  Weisheiten  herausgegeben  (Mitteilungen  I 
S.  283ff.).i) 

P,  Sabatier  hat  auch  zum  Sirach  eine  Menge  von  Väter- 
Zitaten  gesammelt.-)  Lagarde  hat  seine  Ausgabe  des  Amiatinus 
mit  sämmtlichen  Zitaten  des  Augustinus  (=  Cod.  Gotting. 
Lagarde  34)  begleitet.  Ausserdem  hat  er  eine  Menge  von  Zitaten 
aus  anderen  lateinischen  Vätern  gesammelt,  die  er  teils  durch 
Leetüre  (so  bei  Ilieronymus)  gefunden  hatte,  teils  den  Rändern 
und  den  Indices  der  Ausgaben  entnahm  (—  Codd.  Gotting.  La- 
garde 20.  36).  Ich  habe  diese  Angaben  verfolgt.  Verglichen 
habe  ich  ausserdem  das  Speculum  des  Augustinus  und  die  Pseudo- 
Augustinische  Schrift    de    divinis    scripturis')  nach  der  Ausgabe 


1)  Einzelne  Varianten  aus  verschiedenen  Handschriften  gab  Lucas 
Brugensis  in  seinen  Notationes  in  sacra  Biblia  (Antv.  1580),  andere  S.  Berger 
a.  a.  0.  0.  F.  Fritzsche  hat  den  Züricher  Codex  Carolinus  benutzt,  der  den 
Alcuinischen  Text  gibt. 

2)  Zitiert  wird  der  lateinische  Sirach  zuerst  von  Cyprian.  Mehr  ist 
über  sein  Alter  nicht  festgestellt. 

'j  Zu  spät  bin  ich  auf  einige  gute  Lesarten  dieser  Schrift  aufmerksam 
geworden.  Sie  stimmen  auffällig  mit  dem  Syrer  zu  21,  5.  10.  23, 1.  27, 25. 
32, 17.  Vgl.  die  Nachträge. —  H.  Keusch  (Observ.  crit.  in  librum  sapientiae, 
Bonn  1861,  p.  8.  9)  macht  darauf  aufmerksam,  dass  Hieronymus  seine  Zitate 
aus  der  Weisheit  Salomos  meistens  selbst  aus  dem  Griechischen  übersetzt  hat; 
er  vermutet  dasselbe  für  den  Hilarius.  Auch  die  Sirach-Zitate  des  Hieronymus 
haben  meistens  diesen  Ursprung  (ausgenommen  z.  B.  \TI  20*  Vallarsi,   wo 


CXX  Kap.  V.    Die  Afterübersetzungen  des  Griechen. 

von  Weyrich,  sodann  das  Missale  und  das  Breviarium  Mozarabi- 
cum  nach  Migne  (Band  85.  86)  sowie  den  von  G.  Morin  heraus- 
gegebenen Liber  comicus  (Anecdota  Maredsolana  I  1893).^) 

Der  Text  des  lateinischen  Sirach  ist  in  den  Handschriften 
durch  zahllose  Schreibfehler  und  viele  willkürliche  Aenderungen 
entstellt,  und  die  Zitate  der  Väter  tragen  zur  Verbesserung  des 
Textes  nicht  viel  aus.  Die  Hoffnungen,  die  man  auf  den  Cod. 
Amiatinus  gesetzt  hatte,  sind  durch  Lagarde  gründlich  zerstört. 
Denn  im  Wesentlichen  liefert  der  Amiatinus  nur  solche  Varianten, 
die  schon  aus  den  von  P.  Sabatier  verglichenen  Handschriften 
bekannt  waren.  Dabei  hat  er  aber  eine  noch  grössere  Zahl  von 
Schreibfehlern.  Viel  wertvoller  ist  der  Cod.  Toletanus,  aber  er 
enthält  nach  S.  Berger  (a.  a.  0.  S.  12)  einen  sehr  gemischten 
Text.  Mehr  ist,  wie  Ph.  Thielmann  mir  mitteilte,  von  anderen 
spanischen  Hss.  zu  erwarten,  die  er  für  die  von  ihm  vorbereitete 
Ausgabe  des  lateinischen  Sirach  ausgebeutet  hat.'^)  Zumeist  aber 
wird  der  Text  durch  Emendation  geheilt  werden  müssen.  Manche 
Stellen  hat  Thielmann  in  seinen  Arbeiten  über  den  Ursprung 
und  die  sprachliche  Eigenart  des  lateinischen  Sii'ach  (Wölfflin's 
Archiv  für  lat.  Lexicographie  und  Grammatik  VIII  501  ff.  IX 
247  ff.)  in  überzeugender  Weise  korrigiert,  andere  Stellen  hat  H. 
Herkenne  (De  Veteris  Latinae  Ecclesiastici  Capp.  I— XLIII,  Leipzig 
1899)  glücklich  behandelt. 

Die  Emendation  ist  namentlich  dadurch  erschwert,  dass 
die  ursprüngliche  Uebersetzung  durch  fortgehende  Korrektur  nach 
dem  Griechen  und  zwar  nach  verschiedenen  griechischen  Texten 


2, 1,  und  II  326  -,  wo  27,  5  nach  dem  Lateiner  zitiert  sind).  Ebenso  zitiert 
Hilarius  (p.  12  der  Maurin  erausgab  e  von  1693)  Sir.  1,  23,  und  Ambrosius 
(I  807')  Sir.  27,11  nach  dem  Griechen.  Vgl.  auch  Ambros.  I  1224*,  wo  er 
zu  Sir.  2,6  sagt:  si  quidem  lectum  est:  homines  acceptabiles  in  fornace 
humilitatis.  Tanetvwaewe  enim  Graecus  dixit,  quod  est  humilitatis.  Hoc  ideo 
posui,  quia  plurimi  habent  Latini  in  fornace  aft'lictionis.  Latinus  discernit, 
Graecus  non  separat  etc.  Gelegentlich  zitiert  auch  Augustinus  nach  dem 
Griechen;  so  z.B.  48,27  (VIII  1004«). 

^)  Gute  Lesarten  hat  das  Missale  z.  B.  zu  8, 8,  das  Breviarium  zu 
9,  18.  84,  8.  36,  21.  51,  2,  der  Liber  comicus  zu  34,  8. 

-)  Vgl.  auch  Sitzungsberichte  der  Königl.  Bayr.  Akademie  der  Wissen- 
echaften,  Histor.  Philol.  Klasse,  n  1899,  2U— 217, 


§  10.    Die  Vetus  Latina.  CXXI 

entstellt  ist.  Diese  Korrektur  ist  nämlich,  wenigstens  der  Haupt- 
sache nach,  älter  als  alle  Textzeugen.  Am  einfachsten  liegt  die 
Sache  noch  da,  wo  die  Korrekturen  in  vollständigen  Sätzen  auf- 
treten. So  stellt  13;  2b  et  ditiori  ne  socius  fueris  neben  qui 
honestiori  (ebenfalls  =  irÄouct'.w-c'fxo)  se  communicat.  Oefter  gehen 
diese  doppelten  Uebersetzungen  durch  mehrere  Stichen  hin  und 
dabei  treten  die  Differenzen  im  Verständnis  und  der  Lesung  des 
griechischen  Textes  oft  hinter  der  blossen  Verschiedenheit  des 
Ausdrucks  zurück. 

16,  24b.  25:     xotl  iid  täv  Xoyiov  [xoo  -[j6atyz  r^  xotpoia  sod. 

a')  et  in  verbis  meis  attende  in  corde  tiio. 

d  et  in  verbis  meis  attende  in  corde  tuo. 

i/cpaivw  £v  at7.i}[j.(ili   -ctiosiav 

b  et  dicam  in  aequitate  disciplinam 

e  et  dico  in  aequitate  spiritus  virtutes 

xoti  £V  axpißsta  7.7:a7Y£XXa>  STiicitr^jjir^v. 

c  et  scrutabor  enarrare  sapientiam. 

f  et  in  veritate  enuncio  sapientiam  eins. 

19,  4  b — 6:     xczl  6  a;j.af>t7'vojv  si;  'j'U/V  otuToü  TrXr^jxfXcXr^asi. 

a  et  qui  delinquit  in  animam  suam  insuper  habebitur. 

e  qui  peccat  in  animam  suam  poenitebit, 

6  £ucppaivo[jL£vo?   xctpSia  xaxa'i'vwaöv^aETai 

b  qui  gaudet  iniquitate  denotabitur 

f  et  qui  jucundatur  in  malitia  denotabitur 

'/.cd  6  [xtsoiv  AaXiav  IXottrovou-ai  xaxia. 

c  et  qui  odit  correptionem  minuetur  vita. 

d  et  qui  odit  loquacitatem  extinguit  malitiam. 

Hin  und  wieder  ist  die  Uebersetzung  sogar  eine  dreifache. 
13,8:     '[joav/t,    [xrj    diroTcXocvr^^    (23  106  253  248    Syroh. 
add.  t(]  o'.avota  (cou)) 

a  attende  ne  seductus 

xai  [xy;  -aTr£ivu){)-^s  £v  r;^  öuttpoS'jvTj  aou. 

b  in  stultitiam  humilieris. 

c  noli  esse  humilis  in  sapientia  tua, 

d  ne  humiliatus  in  stultitiam  seducaris. 


*)  Die  Buchstabeö  bedeuten  die  Reihenfolge  im  lateinischen  Te^t. 


CXXII  Kap.  V.    Die  Afterübersetzungen  des  Griechen, 

Es  fragt  sich,  ob  c  den  ersten  oder  den  zweiten  Stichus 
wiedergeben  will,  da  der  Uebersetzer  von  d  das  Verbum  des 
ersten  Stichus  im  zweiten  und  unigelcehrt  gefunden  zu  haben 
scheint  (vgl.  auch  Syr.).  Vielleicht  gibt  c  aber  auch  den  Schluss 
des  ersten  Stichus  und  den  Anfang  des  zweiten  wieder. 

Bei  diesen  parallelen  Uebersetzungen  liegt  auf  der  Hand, 
dass  die  eine  nur  eine  Umarbeitung  der  anderen  war.  Dagegen 
ist  es  ungewiss,  ob  verschiedene  vollständige  Uebersetzungen 
des  ganzen  Buches  neben  einander  bestanden,  die  in  dem  uns 
vorliegenden  Text  addiert  sind,  oder  ob  die  doppelten  und  drei- 
fachen Uebersetzungen  Korrekturen  sind,  die  vom  Rande  in  den 
Text  gerieten.  Für  die  letztere  Annahme  scheint  al)er  zu 
sprechen,  dass  die  Doppelheit  der  Uebersetzung  Iveineswegs 
durchgeht,  sondern  die  Dubletten  nesterweise  auftreten.  Dazu 
kommt,  dass  in  selir  vielen  Fällen  die  Korrektur  lediglich  als 
Eintragung  erscheint.     1,  3  hat  Lat.  für 

xal  aßussov  xotl  ao'^iav  xi?  s^i/viotasi; 

et  profundum  abyssi  quis  dimensus  est? 

Als  Korrektur,  die  zugleich  auf  zpoxspa  -avtwv  v,  4  über- 
greift, ist  eingetragen  der  Zusatz: 

sapientiam  dei  praecedentem  omnia  quis  investigavit? 

Komplizierter  ist  schon  8, 15:  ne  forte  gravet  mala  sua 
in  te.  Hier  ist  das  in  te  schwerlich  ursprünglich.  Der  Rest 
ist  dann  =  hy.  ^\  ߫p!J'''Ti  '^-  (so  S"^^)  xax'z  (so  Syroh.  23)  3o'j. 
Dagegen  ist  in  te  nach  der  schlechten  Vulgärlesart  xaxa  ao-j 
später  zugesetzt.  Oft  ist  aber  kaum  zu  entscheiden,  welche  der 
beiden  Uebersetzungen  die  ältere  ist.  25,  17:  et  obcaecat  vultum 
suu'm  tanquam  ursus  et  quasi  saccum  ostendit.  Hier  sind  die 
beiden  Lesarten  o)c  apxo?  und  u)?  aaxxov  ausgedrückt.  6,  20  steht 
für  d»c  xpa/sia  icjxi  acpoopa  xoTc  d-otiosuxoic:  quam  aspera  est  nimium 
sapientia  indoctis  hominibus.  Da  a'ioopa  Fehler  für  ao'ft'cz  (vgl. 
Syr.)  ist,  so  muss  entweder  nimium  oder  sapientia  nachträgliche 
Korrektur  sein.  19,  10  steht  für  cruvct-oBavsxw  (Syroh.  253  70 
Chrysost.  ivct-oUavsx«))  aoi:  commoriatur  in  te.  Entweder  ist 
commoriatur  Korrektur  für  moriatur  oder  in  te  Korrektur  für 
tibi.  Vgl.  noch  Fälle  wie  14,  10,  wo  xotl  IWirä^z  mit  sed  indi- 
gens  et  in  tristitia  (=  h  Xu-ttj  oder  sXXy-oc)  wiedergegeben  ist. 


§  10.    Die  Vetus  Latina.  CXXIII 

Nun  hat  Ph.  Thielmann  bewiesen^  dass  c.  44 — 50  auf  einen 
anderen  Uebersetzer  zurüclvgehen  als  das  übrige  Buch.')  Daraus 
ei'gibt  sich  die  Frage,  ob  die  Dubletten,  die  sich  im  ersten  Teile 
finden,  mit  dieser  Ergänzung  zusammenhängen,  was  Thielmann 
wenigstens  für  einige  Stellen  zu  bejahen  geneigt  ist.  In  den 
meisten  Fällen  wird  es  sich  aber  kaum  entscheiden  lassen, 
welche  von  den  doppelten  oder  dreifachen  Uebersetzungen  die 
ufsprüngliche  ist.  Sofern  der  Lateiner  für  die  Emendation  des 
Grieclien,  für  die  Ermittlung  von  Lesarten  der  zweiten  griechi- 
schen Uebersetzung  und  somit  indirekt  für  die  Eekonstruktion 
des  Urtextes  in  Betracht  kommt,  ist  diese  Frage  auch  gleich- 
gültig. Denn  bei  der  Natur  der  beiden  griechischen  Ueber- 
setzungen und  der  griechischen  Textüberlieferung  kann  die  späteste 
Korrektur  des  Lateiners  ebenso  gut  das  Richtige  bieten  wie 
seine  älteste  Grundlage. 


Durch  die  Vermischung  der  verschiedenen  Uebersetzungen 
muss  manche  gute  Lesart  verloren  gegangen  sein,  sehr  viele 
Stellen  sind  aber  auch  völlig  sinnlos  geworden.-)  Daneben 
enthält    der    Text    eine    Menge    von    grösseren    und    kleineren 


')  A.  a.  0.  IX  S.  247  ff.  Thielmann  zeigt,  dass  die  Uebersetzungsweise 
in  diesem  Abschnitt  eine  andere  ist,  namentlich  auch  in  der  Wiedergabe  der 
Partikeln.  Dazu  kommt,  dass  die  laus  patrum  in  einzelnen  Handschriften  für 
sich  allein  überliefert  ist,  und  anderswo  c.  43  als  der  Schluss  des  Buches 
erscheint.  Für  c.  43  und  61  glaubt  Thielmann  übrigens  eine  Bearbeitung 
durch  den  zweiten  Uebersetzer,  für  den  Prolog  dagegen  einen  dritten  Ueber- 
setzer annehmen  zu  müssen.  Für  seine  These  kommt  vielleicht  in  Betracht, 
dass  c.  44 — 51  in  Cod.  307  des  Griechen  fehlen,  und  dass  Codd.  248  70 
Syroh.  65  254  hinter  c.  50  die  Schlussworte  von  c.  43  wiederholen.  Abgesehen 
von  dem  hier  verstümmelten  Syroh.  haben  diese  Handschriften  hier  auch 
dieselbe  Doxologie,  die  im  Syr.  und  Hebr.  am  Schluss  des  Buches  steht. 

^)  Es  ist  merkwürdig,  dass  die  Kirche  sich  mit  einem  solchen  Texte 
begnügen  konnte.  Im  frühen  Mittelalter  wurde  freilich,  wie  neuerdings  be- 
kannt geworden  ist,  eine  radikale  Revision  nach  dem  griechischen  Text  unter- 
nommen. Vgl.  C.  Douais,  une  ancienne  version  Latine  de  lEcclesiastique, 
Paris,  A.  Picard,  1896.  Es  handelt  sich  um  ein  einziges  Blatt,  das  in  west- 
gothischem  Ductus  beschrieben  nach  L.  Delisle's  Urteil  aus  dem  9,  Jahrh. 
stammt  und  Sir.  21,  i7b— 22,  22b  (=  Vulgata  21,  20— 22,  27b)  enthält.  Der 
Text  stellt  eine  durchgängige  Korrektur  der  ursprünglichen  Uebersetzung  nach 
dem  Griechischen  dar.    Das  Plus  ist  getilgt  und  das  Minus  ergänzt,   Ueber- 


CXXIV  Kap.  V.    Die  Afterübersetzungen  des  Griechen. 

Zusätzen/)  wo  er  aber  dem  griechischen  parallel  ist,  weicht  er 
sehr  stark  von  ihm  ab.  Inwieweit  das  beides  auf  seiner  griechi- 
schen Vorlage  oder  aber  auf  eigener  Willkür  beruht,  ist  in 
vielen  Fällen  nicht  festzustellen.  Für  manche  der  auffallendsten 
Abweichungen  und  Zusätze  lässt  sich  aber  teils  in  den  griechi- 
schen Handschriften  teils  anderweitig  ein  mehr  oder  weniger 
genau  entsprechender  griechischer  Text  nachweisen.  So  bei  An- 
tonius Melissa  bezw.  bei  Maximus  Confessor  zu  2,2.  17.  4,30. 
5,  15.  15,  8.  21,  28.  27,  1 1  (s.  o.  S.  C  sqq.).  Merkwürdig  ist  auch 
die  nicht  unerhebliche  Zahl  von  guten  (4,  11.  9,  9.  20,  8.  23,  18. 
34,27.  35,11.  39,18),  schlechten  (1,21.  22.  7,23.  18,13.  34,19. 
39, 26)  und  zweifelhaften  (39,  13.  15)  Lesarten,  die  allein  bei 
Clemens  Alexandrinus  und  im  Lateiner  sich  finden.-)  Sodann  ist 
oben  (S.  XCVIII)  gezeigt,  dass  die  Vorlage  des  Lateiners  wahr- 
scheinlich stärker  als  irgend  eine  griechische  Handschrift  von 
der  zweiten  griechischen  Uebersetzung  beeinflusst  war.  Gleich- 
wohl war  sie  mit  dieser  nicht  identisch.  Denn  trotz  aller  se- 
kundären Elemente,  die  die  Vorlage  enthielt,  und  trotz  aller 
Bearbeitung,  von  der  der  ursprüngliche  Text  des  Lateiners  be- 
troffen sein  mag,  —  durch  Masseubeobachtung  lässt  sich  nach- 
weisen, dass  die  Vorlage  des  Lateiners  im  Wesentlichen  der 
griechische  Vulgärtext  war,  den  der  Lateiner  nicht  nur  in  alten 
guten  Lesarten,  die  freilich  auch  aus  Gr.  II  stammen  könnten, 
sondern  auch  in  höchst  sekundärer  Entartung  vor  sich  hatte. 
Ich  unternehme  diesen  Nachweis,  weil  er  für  die  Geschichte 
des  griechischen  Bibeltextes  von  allgemeinerer  Bedeutung  ist. 


setzungsfehler  sind  korrigiert  und  nach  Möglichkeit  in  jedem  Wort  genauer 
Anschluss  an  den  Griechen  hergestellt,  zugleich  ist  aber  auch  die  Latinität 
verbessert.  In  einzelnen  Stichen 'ist  kaum  ein  Wort  der  älteren  Uebersetzung 
stehen  geblieben.  So  heisst  es  21,  18  et  scientia  (del.  inprudentia)  inprudentis 
inexquisiti  sermones  für  et  scientia  insensati  inenarrabilia  verba.  Gleichwohl 
ist  die  Abhängigkeit  von  der  älteren  Uebersetzung  evident.  Auffällig  berührt 
sich  die  Bibel  von  Metz  mit  diesem  Text  zu  21,  24 :  indisciplinatus  homo 
auscultat  ad  ostium  (ab  ostio),  und  ebenso  die  Bibel  von  Metz  und  die  des 
Theodulf  zu  22, 15.     Vgl.  auch  Thielmann  a.  a.  0.  IX  S.  477. 

*)  Die  interessantesten  habe  ich  oben  S.  IC  sqq.  aufgeführt.  Selten 
sind  dagegen  Lücken  wie  12, 11  ed. 

2J  Vgl.  hierüber  auch  0.  Stählin  in  dem  oben  S.  LXXIV  Anm.  3 
zitierten  Programm  S.  46 ff, 


§  10.    Die  Vetus  Latinä.  CXXV 

Bezüglich  der  Anordnung  des  Textes  hat  Lat.  für  34,  20 
und  33,  13  b— 36,  16  a  allein  das  Ursprüngliche  bewahrt.  Ferner 
hat  er  3, 26.  28, 24.  25  mit  den  besten  Zeugen  die  richtige 
Reihenfolge  der  Stichen,  aber  37,  7.  10  mit  248  70  die  falsche. 
Auch  von  der  Verwirrung,  die  28,  10  bei  B  (155  296  308)  be- 
steht, ist  Lat.  berührt.  Sodann  hat  er  10,  27  mit  den  besten 
griechischen  Hss.  die  ursprüngliche  Lesart  bewahrt,  17,31  las 
er  in  etwas  jüngerem  Text,  41,11.  43,23  in  spätester  Ent- 
stellung (s.  0.  S.  LXXVI  sqq.). 

Von  Interesse  ist  hierbei  aber  namentlich  seine  Ueber- 
einstimmung  mit  den  einzelnen  griechischen  Handschriften  bezw. 
Gruppen  von  Handschriften.  Ich  stelle  das  zunächst  für  eine 
Anzahl  von  guten  Lesarten  fest. 

Lat.  liest  mit  Cod.  248:  15,  16  sxtsivov,  20,28  yv  «^^^5, 
30,  22  add.  autr;,  30,  34  :-/)Tr^3£i(c)  (für  sGpr^ssic),  30,  39  w;  r,  <!^uyf^ 
aoo  (statt  au),  32,24  au-ou,  37,5  TroXeixiou;  mit  Cod.  70:  36,13 
7:MaoL<.  oLo-6,  41,  19  ooasojc  y.'-A  lr^<lzoi:;  mit  Cod.  253:  L3,  8  £v 
d'^ljrjyjvr^,  44,23  om.  x'jtt  1'';  mit  Cod.  23:  22,27  ocutäv;  mit 
Cod.  S"*:  24,  ß  v.'r^a'ijx-ziv,  39,23  0,077^;  mit  Cod.  S:  22,6  0091«, 
24,  19  add.  zavxEc,  26,  18  --spvoi,-  (-votur);  mit  Cod.  A:  23,  18  wa. 

Ferner  mit  248  70:  18,4  ttVi,  21,26  £v  os  xapota,  25,20 
praem.  «k,  27,  11  iv  cjo^ta,  34,  11  praem.  o<A  -zoZ-o,  34,  21  sixsiov 
(cf.  23  k),  32,  22  add.  6  xpotTot-.oc,  47,  11  ^riaaiAs-rac  (cf.  Syroh.);  mit 
248  S^*:  15,6  add.  a-jtov,  31,25  a-j-ov;  mit  248  70  106:  34,9 
add.  ooToc;  mit  (248)  70  157:  24,  14  add.  Icp'  ooaTor,  mit  70  106 
S«^^  296:  38,  1  om.  ttjxarc;  mit  70  307:  35,  14  add.  r.rjh;  au-ov. 

Mit  Syroh.  253:  1,29  svwttiov,  3,  1  xf/s-.v  (füi-  l-i-oo  cf.  70), 
4,  17  £v  7:£ipaa[i.o3  (alte  Lesart);  mit  Syroh.  23:  8,  15  xaxa;  mit 
Syroh.  253  23:  13.12  cf'jvr/jpr^as'  Xoyou?  aou,  14,5  dvotÖor?,  14,25 
ocYaOu),  14,27  iv  T/.iirr^  auxr,?,  22,21  iav  xai';  mit  Syroh.  253  106: 
12,  s'e-qvwsör^as-a'.  (cf.  S«^);  mit  (Syroh.  253)  S*^^  55  254:  2,4 
(gute  Variante  aus  Gr.  II);  mit  Syroh.  23  S:  33,  10  optaixoui; 
mit  253  23:  12,17  u-osxa-^-si;  mit  253  S:  16,27  au-Äv. 

Mit  248  70  Syroh.:  45,22c  ai-ou;  mit  70  23:  37,14  om. 
7ap;  mit  70  Syroh.  23:  10, 14  u^rspr^^avwv;  mit  70  SjToh.  23  S'^'': 
34,  10  add.  «utw;  mit  248  70  Syroh.  23:  14,9b  add.  a-koa;  mit 
248  (Syroh.  253  23  S):  35,  12  aaccpTiat;;  mit  248  Syi"oh.(?)  253 


CXXVI  I^ap.  V.    Die  Afterübersetzungen  des  Griechen. 

23  k:  19,27  £{}s/.o/(«cp(uv ;  mit  (248)  70  Syroh.  253:  add.  3,  7a; 
mit  248  70  Syroh.  106  k  (vgl.  S'^"):  10,9  h  >(]  aOxoö. 

Auf  der  anderen  Seite  stimmt  der  Lateiner  mit  einzelnen 
Hss.,  bezw.  Gruppen  von  Hss.,  in  vielen  schlechten  oder 
wenigstens  zweifelhaften  Lesungen  übereiii. 

Mit  Cod.  248  schlecht:  19,  24  add.  u'^/tarou,  24,  11  ■Jj-i'taajxIvYj, 
24,  30  Y.d';io  v)  aocpia  wc  oicoiiu;,  26,  2  add.  xTp  ~ta%:,  35,  24  stt' 
o[L>T(ü  (für  xupup),  32,  16  add.  xuotoc,  43,  KJ  sx/aubioaiv  (Toi.  Sang.), 
46, 16  dvopo?  (Sang.  Corb.  Theod.),  47,  17  7.{  für  ss.  Zweifelhaft 
sind  Fälle  wie  14,  7  ou/  sV.cuv,  25,  25  7rotpf//j36av  s^ooo'j,  26,  12 
add.  supcuv  ::-/)7rjV,  33,  2  add.  ta  [xr^  s/Cr^ToovTa  as.  Mit  70  schlecht : 
16,  22  add.  xtat,  16,  23  »xataia  (statt  -rau-a),  39,  9  CTiiriOr^ssiai  (cf. 
157  A),  44,  23  avopct;  .  .  .  supia/ovra?.  Mit  Syroh.  schlecht:  8,  2 
xotl  so»?  x(zf>ot7.c;  mit  Cod.  23  schlecht:  37,  19  /pvjcr-oc,  43,  9  zosjxov; 
mit  Cod.  106  schlecht:  3,27  om.  aaapTtczv  s'f,  4,6  om.  rV 
osv^östo?  auTou,  29,25  a/apiatou?,  31,6  om.  iv;  mit  Cod.  106 '^°'"''- 
schlecht:  35,4  oux  Istiv  (alte  Variaute),  30,39  add.  Triato;,  37,14 
7.X-/;i}iv7:  (cf.  157);  mit  307  schlecht:  32,24b  add.  -/.a-d;  mit  155 
schlecht:  15,11  d-za-jy,  19,12  -mpoirj.,  26,  16a  add.  xoajxtp,  30,21 
|X7j  SoxTifj?  XuTur^v  r(j  ^t>}C(j  aou,  38,  27  töXsssi,  38,  28  xo5]j.7)a£i;  mit 
S'^*  schlecht:  25,  7  dvu7:ovo-/jTa,  41,  12  add.  xaXou;  zweifelhaft: 
30,2  otiviUrjCTcTai;  mit  S  schlecht:  6,21  l^/ß:,  15,4  st:'  au-ov, 
25,18  [xtxpd,  37,13  xapoiav;  jnit  B  schlecht:  7,31  dTrap/rj?; 
mit  A    zweifelhaft:     33,  1    om.    oh-oza;    mit  C    sclilecht:    6,  12 

Mit  248  70  schlecht:  34,  26  iv  rxi^,  30,  40  add.  do^xwc, 
32,  22  Sixaio'jc,  39,  12b  oxi,  47,  1  6  7ipocpr^T-/;c,  47,  14  iaocpiaör,, 
auxou  (Am.  Sang.  Theoder.);  zweifelhaft  18,20  kxo(\ioiZz,  18,26 
-(Z'jTa,  26,  14  add.  xal  s-jvouc,  29,  10  xaTotxpußs  auxo,  29,  19  add. 
TTctpaßatvfüv  svToXac  xuptou,  29,  27  b  Umstellung  der  Sätze,  48,  10 
add.  xupiou;  mit  248  70  S''^  k  schlecht:  36,  1  add.  au-ov;  mit 
248  70  106  schlecht:  16,  22  Zusatz;  mit  248  70  106  zweifelhaft: 
16,  19  add.  xupiov,  18,  15  Xoyou  7:oy-/)poij;  mit  248  106  k  schlecht: 
23,22  xXr^povo[j,t7.v;  mit  248  70  k  schlecht:  44,23  xXrypovoixrotv; 
mit  70  k  schlecht:  42,11  IyxX-zjtov;  mit  248  23  schlecht:  30,34 
TiOiioöia;  mit  248  157  (cf.  55  254)  schlecht:  10,  10  xotztsi;  mit 
248  155  schlecht:  24,  15  d-:o|xoc  (d-ixoc);  mit  248  55  k  schlecht: 
24,  32  ort. 


§  10.    Die  Vetus  Latina.  CXXVll 

Mit  Syroh.  253  schlecht:  5,  7  I^Xsilpsuasi  ss,  36,  19  appr^ia 
Xo7ia;  mit  23  (S"=*)  schlecht:  25,  2  jxtopov;  mit  Syroh.  106  k 
zweifelhaft:  10,  9  i'ppi-j^s;  mit  106  k  A  schlecht:  44,  19  add.  «okS. 

Mit  248  Syroh.  schlecht:  10,8  add.  ooha;  mit  248  70 
Syroh.  schlecht:  48,3  add.  le  oopavoo;  mit  248  70  Syroh.  106  k 
zweifelhaft:  16,22  add.  0.0x00;  mit  248  Syroh.  253  106  schlecht: 

4,  25    TTSpl    '}£'ja]J.7.Trj;    OtTTaiOSüSia?    dOU. 

Mit  S*BC  schlecht:  43,4  ^ztuldaam ;  mit  SA  schlecht: 
44,  13  i-f/aTaXaicpÖT^astott. 

Die  Vorlage  des  Lateiners  enthielt  also  eine  Menge  von 
guten*  und  schlechten  Lesarten,  die  sich  gegenwärtig  in  den  ver- 
schiedensten griechischen  Handschriften  finden.  Man  muss  daraus 
schliessen,  dass  die  weitaus  meisten  Fehler  unserer  Handschriften 
in  das  zweite  Jahrhundert  hinaufreichen.  Damit  bestätigt  aber 
auch  der  Lateiner  den  oben  (S.  XC)  aus  der  Uutersuclmng  der 
griechischen  Handschriften  gezogenen  Schluss,  dass  für  den  grie- 
chischen Text  kein  Stammbaum  der  handschriftlichen  Ueber- 
lieferung  aufgestellt  werden  kann,  der  zu  seiner  Urgestalt  zu- 
rückführte. 


Ueber  die  Sprache  des  Lateiners  hat  Thielmann  a.  a.  0. 
eingehend  gehandelt.  Spätlateinischeu  Charakter  hat  nach  ilim 
namentlich  die  Uebersetzuug  von  c.  1 — 43.  51,  die  z.  B.  nani 
(1,22.  16,  21.  21,16.  27,11)  und  enim  (22,11)  für  os,  und 
ebenso  nam  (3,  14.  22,  4)  und  enim  (27,  20)  für  xai  setzt.  Uebrigeus 
wimmelt  die  Uebersetzung  von  den  wunderlichsten  Gräcismen, 
wie  rliomphaea  (z.  B.  21,  3),  cataplectatio  (21,  4),  acedia  (29,  5), 
aplestia  (37, 30),  acharis  (20,  19),  achariter  (18,  17),  acedior 
(22,  13),  aporior  (18,  7)  u.  dgl.  mehr.  Zuweilen  hat  der  Lateiner 
aber  damit  auch  ältere  Lesarten  bewahrt,  die  in  allen  griechischen 
Hss.  in  den  vulgären  Ausdruck  korrigiert  sind  (s.  0.  S.  XC  sq.). 

Uebrigeus  ist  die  Ausdrucksweise  der  Uebersetzer  oft  sehr 
eigenartig.  Es  findet  sich  z.  B.  50,  20  gloria  für  eiXo^ia  und 
44,21  für  £vsüÄ07£iv,  50,21  virtus  für  euXoyia.  Oefter  kommt  con- 
tumelia  für  o''^[a^  vor,  ferner  justitia  für  voijlo?  und  evto/vott',  für 
beides  aber  auch  timor  (s.  z.  1,  26).  Zuweilen  lässt  er  sich  durch 
den  blossen  Wortklang  seltenerer  griechischer  Wörter  leiten; 
vgl.  20,7  lascivus  für  lamaxf^q,  24,31  pratum  für  Trpaaiot,  40,29 


CXXVIII       Kap.  V.    Die  Afterübersetzungen  des  Griecten, 

alit  (doch  vgl.  Sah.)  für  'xkiT;r^<izi.  Auf  genaue  Wiedergabe  des 
griechischen  Ausdrucks  war  er  übrigens  nicht  bedacht.  Er  setzt 
z.  B.  öfter  Nomina  abstracta  für  das  Verbum,  so  1,  23  redditio 
für  czvaotoasi,  40,  25  constitutio  für  e-tatr^so-jaiv. 

Da  die  Vorlage  des  Lateiners  an  vielen  Stellen  ganz  anders 
als  der  griechische  Vulgärtext  lautete,  dabei  auch  mancherlei 
Zusätze  enthielt,  die  griechisch  nicht  überliefert  sind,  da  aber 
anderseits  der  Lateiner  meist  ziemlich  wörtlich  übersetzt,  so  ist 
man  von  vornlierein  wenig  geneigt,  Zusätze  und  Abweichungen 
des  lateinischen  Textes  auf  Rechnung  der  Uebersetzung  zu  stellen. 
Zunächst  liegt  aber  in  manchen  unleugbar  eine  erweiternde  Ueber- 
setzung vor.  Sehr  oft  ist  halb  erklärend  halb  rhetorisch  deus 
eingesetzt  (z.  B.  1,  3.  2,  3.  2,  13.  3,  22.  15,  10.  17,  19  u.  s.  w.; 
vgl.  46,  1.  48,22.  50,24  und  dominus  47,10.  48,  21)i),  ebenso 
sanctus  (26,  15.  34,  11.  37,  14  vgl.  44,  11.  46,  5.  46,  10.  48,  20). 
Nicht  anders  ist  es  zu  beurteilen,  wenn  2,  5.  8,  2.  30, 15  aurum 
et  argentum  für  xr>u3oc  oder  -/.oüjioy  steht.  Vgl.  7,  32  propitiatio 
et  benedictio  tua  für  r;  suXo-cta  aou,  4,  10  fllius  obediens  für  utoc, 
22,  22  OS  triste  für  a-6[xa,  6,  34  presbyterorum  prudentium  für 
TpssßuTSf/ojv,  8,  8  presbyterorum  sapientium  für  ctocp «)v,  7,  19  gratia 
verecundiae  für  /apic.  Ferner  6,  15  non  est  digna  (vgl.  26,  15) 
ponderatio  auri  et  argenti  contra  bouitatem  fidei  illius  für  ow. 
S3-IV  axaöjxoc  tt^?  'mKLovr,;  «ütoü,  oder  5,  10  firmus  in  via  domini 
et  in  veritate  sensus  et  scientia  für  satr^f/iYjjLsvo?  iv  suviasi  sou. 
Erbauliclikeiten  wie  7,  35  in  dilectione  firmaberis  (vorher  Aisitare 
infirmum)  für  ?x7a::-/;i}r^Tf,,  oder  50, 15  salus  animae  in  sanctitate 
jnstitiae  für  uyieta    xat    s-kCta    sind    beliebt.     Verbindungen    wie 

6,  23  consilium  intellectus  für  ty;^  yvcuixT^v  [xou,  6,  22  sapientia 
doctrinae  für  aocp ict,  8,  8  doctrinam  intellectus  und  18,  14  doctrinam 
miserationis  für  raiostav,  und  16,  24  disciplinam  sensus  für  sri- 
a-:r^a-/;v  sind  trotz  ihres  von  Thielmann  hervorgehobenen  semiti- 
sierenden  Charakters  zu  häufig,  um  auf  griechisches  Original 
zurückgefülirt  werden  zu  dürfen.  Man  ist  nach  alledem  auch 
4,  7  misstrauisch  gegen  ecclesia  paiiperum  für  blosses  ouvaYfu-f/;, 

7,  34  a  gegen  den  Zusatz  in  consolatioue,  1,  30  c  gegen  maligne, 
37, 12  d  gegen  in  tenebris. 

*)  In  den  Handschriften  werden  deus  und  dominus  so  stark  vertauscht, 
dass  diese  Varianten  kaum  in  Betracht  kommen.   Vgl.  H.  Reusch,  a.  a.  0.  p.  7. 


§  10.    Die  Vetus  Latinä.  CXXIX 

Der  üebersetzer  hat  aber  nicht  nur  den  Wortlaut  seiner 
Vorlage  erweitert  und  ausgedeutet,  er  gibt  sie  zuweilen  auch 
ganz  frei  wieder.  Vgl.  z.  B.  40,  28  in  tempore  vitae  ne  indi- 
geas  für  C^T/V  i-arJ^azt»;  (106™'"^s  tttoj/ci'oc^)  jxtj  ßiiuaifj?,  3^29  auris 
bona  audiet  cum  omni  concupiscentia  sapientiam  für  o-j?  axpooctotJ 
£-ii>utxia  ao'fotj.  Die  Möglichkeit  muss  danach  zugegeben  wer- 
den, dass  der  Üebersetzer  in  einzelnen  Fällen  rein  willkürlich 
verfahren  ist.  Vgl.  z.  B.  3, 3  qui  diligit  deum  exorabit  pro 
peccatis  et  continebit  so  ab  illis  für  6  tijxcov  -atif/ot  ili\dat-rj.i 
(/[xoEpttac,  47,  12  dejecit  omnem  potentiam  ininiicorum  für  -/atiAocjsv 
ev  7:Xottüa[itu.  Hiernach  ist  es  aber  auch  wahrscheinlich,  dass 
er  einzelne  Stellen  christlich  abgewandelt  hat.  Für  den  Urtext 
trägt  es  zumeist  wenig  aus,  ob  er  hie  und  da  willkürlicJi  ver- 
fuhr oder  ob  er  in  seiner  griechischen  Vorlage  Entsprechendes 
las,  weil  die  weitaus  meisten  seiner  Abweichungen  und  Zusätze 
für  den  Urtext  nicht  in  Frage  kommen. 

Aber  trotz  aller  dieser  Mängel  ist  der  Lateiner  von  hohem 
Wert.  Sehr  zahlreich  sind  die  Stellen,  an  denen  er  mit  dem 
Syrer  in  richtigen  Lesarten  gegen  den  Griechen  übereinstimmt 
(vgl.  unten  §  14).  Aber  öfter  hat  er  auch  allein  das  Richtige 
erhalten.  Vgl.  z.  B.  1,3  profundum  abyssi,  4,  10  miserebitur, 
4,12  placore,  4,17  in  primis  eligit  eum,  9,9  sanguine,  10,30 
est  homo  qui,  11,  31  convertit  insidiator,  IG,  25  Spiritus  (virtutes), 
50,  26  Seir. 


§  11.     Koptische,    Aethiopische,    Armenische    und 

Altslavische  Uebersetzungen. 

Die  weitreichende  Uebereinstimmung  des  Lateiners  mit  den 
Zitaten  des  Clemens  Alexandrinus  scheint  zu  beweisen,  dass 
seine  Vorlage  aus  Aegypten  stammt.  Daraus  begreift  sich  die 
Güte  so  vieler  seiner  Lesarten.  Aegyptische  Texte  liegen  ferner 
den  koptischen  Uebersetzungen  und  der  äthiopischen  zu  Grunde. 
Sie  alle  sind  jünger,  der  Aethiope  sogar  viel  jünger  als  der 
Lateiner,  und  sie  spiegeln  auch  eine  jüngere  Textgestalt  wider, 
d.  h.  aber  eine  gewisse  Rückbildung  des  Textes.  Sie  sind  nicht 
so  reich  an  guten  Sonderlesarten,  aber  auch  freier  von  sekundärer 
Entartung. 

Smend,  Siracli-Kommentar.  IX. 


CXXX  Kap.  Y.    Die  AfterübersetzUngen  des  Griecheü. 

Von  den  koptischen  Uebersetzungen  des  Sirach  ist  näher 
bekannt  die  sahidische,  von  der  Lagarde  einen  ziemlich  voll- 
ständigen Text  nach  einer  Tiiriner  Handschrift  herausgegeben 
hat  (Lagarde,  Aegyptiaca,  Göttingen  1883,  S.  107  ff.).  Vieles  ist 
freilich  in  der  Handschrift  zerstört,  so  die  Vorrede  fast  ganz. 
Auch  davon  abgesehen  ist  dei-  Text  lückenhaft,  wie  die  Ver- 
gleichung  ^on  Fragmenten  beweist,  die  aus  anderen  Handschriften 
veröffentlicht  sind.  Einzelne  Verse  aus  1, 12 — 2,  10'),  die  der- 
selben Uebersetzung  angehören,  sind  von  A.  Ciasca  ediert  (S. 
Bibliorum  fragm.  Copto-Sahidica,  Vol.  II,  Romae  1889  p.  218). 
Dieselben  Verse,  vielleicht  aus  derselben  Handschrift,  finden 
sich  bei  Amelineau,  Fragments  de  la  version  Thebaine  de 
l'Ecriture  (Ancien  Testament),  Paris  1889,  p.  89.  Zwei  Blätter 
der  Berliner  Königlichen  Bibliothek  (cod.  man.  orient.  409  8'^, 
acc.  1886,  45),  welche  6,  .87— 7,  18.  21,  8— 23  a  in  sahidischem 
Text  enthalten,  sind  von  Herkenne  und  N.  Peters  ausgebeutet 2). 

In  boheirischer  Uebersetzung  hat  Lagarde  2,  1 — 9  heraus- 
gegeben (Orientalia  I,  Göttingen  1879,  S.  89),  sodann  U.  Bou- 
riant  1-2,  9.  4,  20—5,  2.  12,  13—13, 1.  22,  7—18.  23,  7—14. 
24,  1 — 11  (Recueil  de  travaux  relatifs  ä  la  philologie  et  ä 
l'archeologie  egyptiennes  et  assyriennes,  Vol.  VII,  Paris  1886, 
S.  83  ff.). 

In  achmimischer  Uebersetzung  veröffentlichte  U.  Bouriant 
endlich  22,  16—23,  6  (Menioires  publies  par  les  membres  de  la 
mission  archeologique  franraise  au  Caire,  Paris  1885,  Tome  I, 
S.  255—257)3). 

Die  sahidische  Uebersetzung  wurde  zuerst  für  den  Kom- 
mentar  von  Edersheim  (Wace,  Apocrypha  II  1888)   verglichen, 

1)  Es  sind  1,14.  19bc.  22.  23a.  24.  25.  26.  28.  29b.  30a— c.  2,1.  5. 
7.  lOab. 

2)  Von  letzterem  nach  einer  Abschrift  von  Fr.  Feldmann.  Vgl.  N.  Peters, 
die  sahidisch-koptische  Uebersetzung  des  Buches  Ecclesiasticus  (aus  Barden- 
hewer's  Biblischen  Studien,  III.  Band),  Freiburg  i.  B.  1898,  S.  2.  H.  Herkenne, 
de  Ecclesiastici  capp.  Vet.  Lat.  I— XLTII.    Leipzig  1899,  p.  23  seqq. 

')  R.  Pietschmann  verweist  mich  noch  auf  C.  G.  Woide,  Appendix  ad 
editionem  Novi  Test.  Graeci  e  Codice  Ms.  Alex.  (Oxf.  1799)  p.  141:  E  Sjracide 
plures  pericopas  exhibet . . .  Codex  Parisinus  Hebdomadis  Sanctae,  et  in  MStis 
Parisiensibus  inter  Coptos  43  et  44  e  singulis  capitibus  huius  libri  quaedam 
phrases  et  vocabula  annotantur. 


§  11.    Kopt.,  Aethiop.,  Armen.  11.  Altslav.  üebefsa.      -CXXXI 

wobei  ihre  textkritisclie  Wichtigkeit  sofort  deutlich  wurde.  Mein 
Wunsch  nach  einer  genaueren  Collation  wurde  in  reichem  Masse 
durch  Georg  Steindorff  erfüllt,  der  im  Jahre  1896  die  grosse  Güte 
hatte,  den  sahidischen  Text  vollständig  für  mich  durchzusehn. 
Obendrein  aber  überraschte  mich  die  Freundschaft  Richard  Pietsch- 
manu's,  der  von  Steindorff's  Bemühung  nichts  wusste,  eben  damals 
mit  einer  wörtlichen  Uebersetzung  des  sahidischen  Textes  La- 
garde's  von  1,1  — 10,23  und  22,16  —  23,6,  des  sahidischen 
Textes  Ciasca's  von  1, 14 — 2,  10,  des  boheirischen  Textes  La- 
garde's  von  2,  1 — 9  und  des  achmimischen  Textes  Bouriant's 
von  22,  16 — 23,  6.  Herkenue  hat  zur  Vergleichung  mit  dem 
Griechen  sämtliche  koptischen  Texte,  auch  den  boheii'ischen 
Bouriant's,  benutzt,  wogegen  Peters  sich  auf  die  sahidischen  Texte 
beschränkt  hat'). 

Ueber  die  Arbeitsweise  des  sahidischen  Uebersetzers  hat 
Peters  (Sah. -Kopt.  Uebers.  S.  5 ff.)  eingehend  gehandelt.  Der 
boheirische  Text  stimmt  2,  1—9  dem  Sinne  nach  fast  überall 
mit  dem  sahidischen  überein,  nur  setzt  er  2,  4  „im  Lande  deiner 
Demütigung"  für  „in  der  Betrübnis  deiner  Demütigung",  2, 9 
„ewiges  Leben"  für  „Behagen  auf  immerdar".  Danach  ist  dieser 
Uebersetzer  gelegentlich  willkürlich  verfahren.  Er  dürfte  aber 
die  sahidische  Uebersetzung  benutzt  haben,  von  der  auch  die 
achmimische  abhängig  zu  sein  scheint,  so  dass  in  erster  Linie 
überall  die  sahidische  in  Betracht  kommt. 

Sie  geht  auf  einen  griechischen  Text  zurück,  der  dem  Ar- 
chetypus der  Uncialen  nahe  stand.  Sie  enthält  freilich  mit  S"* 
42, 15  d,  und  mit  S'^'*  und  manchen  anderen  Zeugen  7,  26b,  übrigens 
hat  sie  den  Text  ungefähr  in  demselben  Umfang  wie  B.  Aber 
auch  5,2  b.  44,17  c  waren  in  ihrer  Vorlage  nur  durch  Korrektur 
wiederhergestellt  (s.  o.  S.  LXXVII).  Von  mittlerem  Werte  ist  sie 
auch  bezüglich  der  Anordnung  des  Textes  (s.  o.  S.  LXXVII  sq.), 
von  grösserem  aber  in  den  einzelnen  Lesarten.  Mit  den  Uncialen 
liest  sie  43,23  in  entstelltem  Text,  mit  B"*^  A  usw.  wahr- 
scheinlich richtig  17,  31,  mit  248  70  Syroh.  23  gut  10,  27,  mit 
S<=*  und  dem  Armen,  kommt  sie  41, 11  der  Wahrheit  am  nächsten 


1)  Vgl.  Peters,  der  hebr.  Text  des  Ecclesiasticus,  1902,  S.  43  *  f.    und 
zu  alledem  Theol.  Lit.  Ztg.  1903,  Sp.  69  ff. 

IX* 


CXXXII        Kap.  V.    Die  Afterübersetzungen  des  Griechen. 

(s.  0.  S.  LXX VIII  sqq.).  Mit  den  besten  Zeugen  geht  sie  in  typischen 
Fehlern  (wie  45,  17  ^v)vr^(sa^,  48,  17  xov  («7,  4.9,  13  wir  geben;  vgl. 
dazu  0.  S.  LXXXII),  übrigens  in  einer  Menge  von  guten  Lesarten. 
So  hat  sie  z.  B.  in  Annäherung  an  Syroh.  10,  22  -Kf/osr^Xuioc  xai 
tXciusio?.  Zuweilen  hat  sie  aber  auch  allein  das  Richtige  be- 
wahrt. So  ß,  8  om.  auToü,  9, 8  Schönheit,  die  nicht  dein  ist, 
11, 22  om.  '^/tvfj,  23,  18  i-l  -r,;  xAtv/p  rxuzoo  (=  Clem.  AI.), 
33, 12  t/ßpotj,  34,  4  ßiou  7.utoü,  35,  2  om.  coo,  44,  17  durch  diesen 
(für  oia  TouTo  1  ^),  44,  22  z'Aoyioi.  Mit  dem  Aethiopen  hat  sie 
3, 1  damit  ihr  lebet  (für  v^r/.  aoi\}r^-z},  mit  dem  Armenier  40,  6  £v 
ivu-vtoi;,  mit  dem  Lateiner  1, 3  [iaöoc  aßuaaou  (für  ä'ßuasov  X7.t 
CO'fiav),  7,  28  Oll  7:).r|V  7.utalv  ou/  7.v  syEvr^Or^c,  8,  15  vadit,  33,  12 
Caput,  35,5  ubi  sunt  senes,  42,23  b  stellen  beide  xai  an  den 
Anfang.  Mit  dem  Lateiner  berührt  sie  sich  aber  auch  auffallig 
in  zweifelhaften  und  schlechten  Lesarten.  So  2,  10  in  mandatis 
(=  Chrys.  IvxoXaT?)  eius  (für  iv  'foßw  au-o5),  26,  10  occasio  (für 
avsatc),  31,  31  om.  7:op3uo[i.svoc  xai,  40,  29  alit  (für  dhT;r,(Szt.),  45,  18 
praem.  quia,  47, 25  quaesivit.  Merkwürdig  scheint  2, 4  ihre 
Lesart  aus  der  Uebersetzung  des  Enlvels  und  der  jüngeren  grie- 
chischen gemischt  zu  sein  (s.  u.  z.  St.).  Die  Möglichkeit,  dass 
sie  (oder  schon  ihre  Vorlage)  nacli  letzterer  korrigiert  ist,  muss 
deshalb  auch  anderswo  zugegeben  werden,  so  dass  auch  ihre 
Uebereinstimmung  mit  dem  Lateiner  diesen  Hintergrund  haben 
kann.  Von  den  Zusätzen,  die  aus  der  zweiten  griechischen 
Uebersetzung  stammen,  finden  sich  indessen  nur  1, 5. 7  im 
sahidischen  Text,  diese  beiden  aber  auch  im  boheirischen. 


Die  äthiopische  Uebersetzung  ist  herausgegeben  von  A. 
Dillmann  (V.  T.  Aethiopici  tom.  V.  Berol.  1894).  Der  Uebersetzer 
ist  seiaer  Vorlage  meistens  wörtlich  gefolgt,  aber  er  wollte  in 
erster  Linie  seinen  Lesern  verständlich  sein  und  in  gutem  Aus- 
druck den  Sinn  des  griechischen  Textes  wiedergeben.  Das  tut 
er  oft  auch  in  unnötiger  Umschreibung.  So  hat  er  z.  B.  24,  21 
für  Ol  £(3&iovi£c  [JL£  £-1  7i£iyaaouaiv,  -/.cd  01  rdvoYziz  {jl£  Ixi  Suj^i^aouaiv: 
und  die  mich  essen,  essen  sich  nicht  satt  an  mir,  und  die  mich 
trinken,  trinken  sich  nicht  satt  an  mir.  An  vielen  Stellen  hat 
er  aber  auch  den  Griechen  nicht  verstanden  und  dann  aufs  Ge- 
ratewohl ein  Quid  pro  quo  gesetzt.     Willkürlich  stellt  er  dabei 


§  11.     Kopt.,  Aethiop.,  Armen,  u,  Altslav.  Ueberss.  CXXXIII 

oft  die  Stichen  um,  er  vertauscht  aber  auch  die  einzelnen  Satz- 
teile mit  einander.  So  hat  er  18,  18  für  «xwpo;  d-/7.ptax(o?  ßvsiotei 
-/.7.1  oöai;  ßacjzavoü  ix-cy/s'.  o'f  i>aX;xouc:  es  gibt  der  Geizige,  indem 
es  dem  Herzen  nicht  gefällt,  und  der  Tor  schilt  und  dankt  nicht. 

18,  24  }i.vy]ai)r|-i  öu[jtoij  iv  7j|i,£f>aic  tcXsu-r,;  X7.i  xaipov  sxoixr^aetuic  ev 
d-oa-pocp-(j  -poaw-ou  =  wenn  du  zürnst,  denke  an  den  Tag  des 
Todes,  und  denke  an  den  Tag  deiner  Strafe  und  tue  Busse  und 
bitte  um  Gnade.  Entschuldbar  erscheint  die  Willlvür  des  Ueber- 
setzers,  wo  seine  Vorlage  ihm  lexikalische  Schwierigkeiten  machte. 

19,  26  sö-iv  -ov/jpiuoixsyo;  au-f/sxucpoj?  |j.£Xav''a  =  und  es  gibt  einen, 
der  dem  Bösen  schmeichelt,  indem  er  nicht  lobt.  12,  13  ti? 
iXsr^asi  £T:aoi5ov  ocpioor/.xov  :=  wer  hat  Erbarmen  mit  der  Schlange! 
36,  6  iTTTTo?  zk  oyeiay  (uc  z^Cfjjq  jxöixo;  =  ein  schnelles  Pferd  ist 
wie  ein  guter  Freund.  34,  29  -ixpia  'V-)/r,c  olvoc  -'voaöyoc  roX-j? 
£v  £p£Öia[xco  xal  dv-i--oj|j.a-'  =  die  Traurigkeit  des  Herzens  macht 
vergessen  der  Wein;  dem  der  Leid  trägt  und  dem  der  betrübt 
ist,  gebt  Wein  zu  trinken  (\gl.  Prv.  31,  ß)!  Wenn  er  aber 
39,  15.  51,  2  /£i>ia)v  und  /iXtojv  mit  einander  verwechselt,  so  be- 
ruht das  wohl  auf  blosser  Willkür,  und  wenn  er  50,  4  für  xal 
h{(T/6a'x^  TToXiv  £[x-rjXiopxYiaai  hat  „und  er  spürte  aus  die  Stadt 
und  kämpfte",  so  liegt  kein  Grund  vor,  mit  Dillmann  den 
äthiopischen  Text  zu  emendieren.  Der  Uebersetzer  hat  wohl 
nur  auf  £;i/v£6aa?  oder  dgl.  geraten.  Weitere  Beispiele  führt 
Herkenne  (p.  33  seqq.)  an. 

Aus  den  Varianten  der  Hss.  schliesst  Dillmann  (p.  114 f.), 
dass  die  Uebersetzimg  in  späterer  Zeit  eine  Revision  nach  dem 
griechischen  Text  erfahren  hat.  So  fehlt  in  den  besten  Zeugen 
ausser  dem  Prolog,  der  sich  in  keiner  Handschrift  gefunden  hat, 
1,  1 — 19.  Dillmann  hält  es  aber  für  unmöglich,  aus  den  bis 
jetzt  gefundenen  Handschriften  die  ursprüngliche  Textgestalt 
wiederherzustellen.  Für  die  Kritik  des  griechischen  Textes  trägt 
dieser  Mangel  nicht  allzuviel  aus,  da  die  Revision  wie  die  Ueber- 
setzung  selbst  im  Wesentlichen  auf  dieselbe  Vorlage  zurückgehen. 
Im  Grossen  und  Ganzen  ist  es  der  Text  des  Cod.  B,  den  der 
Aethiope  an  manchen  Stellen  in  reinerer,  an  anderen  aber  auch 
in  schlechterer  Gestalt  vor  sich  hatte. 

Bezüglich  der  Vollständigkeit  und  der  Anordnung  des 
Textes  steht  der  Aethiope  auf  der  Stufe  von  S  B  A  C,  nur  dass 


CXXXIV       Kap.  V.    Die  Afterüberaetzungen  des  Griechen. 

er  mit  A  C  23  155  die  Lüclve  5,2b,  mit  A  C  106  k  usw.  in 
39,  23.  24,  und  mit  S  29  in  50,  9  die  falsche  Anordnung  hat. 
Mit  S  B  A  C  liest  er  43,  23.  10,  27  in  entstelltem  Text,  mit  B ''»' 
A  usw.  17,  31  in  ursprünglichem,  mit  TU  wiederum  41,  11  in 
völlig  entartetem.  Speziell  teilt  er  mit  B  68  den  Fehler  ßocaiXsa 
46, 13,  mit  A  ebenso  aUutxöi  35, 11,  Aaixrotoi  48,  9,  mit  248  ebenso 
7)Yiaa|x£vr/  24,  11,  7:po'f-/;Tac  36,  20,  mit  23  ebenso  /etpoc?  38,  1, 
xo3[xov  43,  9,  mit  307  ebenso  40,  25  roXiv  für  7:00a.  Dagegen 
liest  er  öfter,  namentlich  mit  248  70  Syroh.  253  23,  besser  als 
B').  So  z.B.  mit248£uoooTll,  17,  mit  248  70  richtig  auiov  46,  16, 
mit  Syroh.  253  23  ebenso  «Yai^to  14,  25,  mit  70  307  add.  irpoc 
aÜTov  35,  14,  mit  A  und  70  bemerkenswert  Trpoaacti  20,  27,  mit 
A  und  k  (vgl.  S  und  155)  wertvoll  au-w  für  'Aotpojv  45,  25.  Sin- 
gular richtig  hat  er  h\}6\ir^\ioL  27,  6,  -o>i|xiov  46,  6,  sv  xol  aivsTv 
auTov  47,  10. 

Uebrigens  weicht  er  vom  Cod.  B  viel  öfter  ab  als  an  den 
von  Dillmann  bemerkten  Stellen,  dessen  Aufzählung  (p.  115 f.)  von 
Edersheim,  Herkenne  und  Peters  ergänzt  ist.  Aber  auch  diese 
haben  noch  einzelne  wertvolle  Varianten  übersehen.  So  las  Aeth. 
18,23  für  ssaüTov  mit  S*^*  tyjv  e'jyr^'v  cou,  25,  8  (zal)  ixaxap'/jc  Z:  sv 
YXtoaaiQ  oux  u)>aai>rj3£v,  38,  11  für  wc  [i,-))  uTrapywv  wohl  ot;  10  uT:czp/ov, 
51,  29  für  6|xü)v  richtig  [xo-j. 

Die  armenische  Uebersetzung  ist  von  Edersheim  in  seinem 
Kommentar  benutzt.  Uebrigens  hatte  Ferdinand  Justi  die  Güte, 
sie  an  einzelnen  Stellen  für  mich  zu  vergleichen.  Der  Sirach-Text 
der  Bibel  des  Bischofs  Oskan  (Amsterdam  1666,  Constantinopel 
1705,  Venedig  1733)  ist  nur  eine  Uebersetzung  aus  der  Vul- 
gata  (vgl.  Petermann,  Herzogs  RE-  1667),  wenngleich  neben- 
her der  Grieche  benutzt  sein  könnte  (vgl.  33, 12).  Aus  dem 
Griechischen  stammt  dagegen  die  im  Jahre  1833  in  Venedig 
herausgegebene    Uebersetzung").     Es    fehlen   in    ihr    c.  43 — 51, 

1)  Bemerkenswert  ist  aber  auch,  dass  Sah.  22, 18.  45, 17.  48, 17.  49, 13 
mit  Syroh.  253  23  SB  in  Fehlern  übereinstimmt,  wogegen  Aeth.  hier  über- 
all das  Richtige  hat  (vgl.  0.  S.  LXXXII). 

2)  Zeitweilig  war  diese  Uebersetzung  verloren  gegangen  und  durch 
eine  andere  nach  dem  Griechen  gemachte  ersetzt,  die  in  der  Venediger 
armenischen  Bibel  von  1805  abgedruckt  ist  und  von  geringem  kritischem 
Wert  sein  soll. 


§  11.    Kopt.,  Aethiop.,  Armen,  u.  Altslav.  Ueberss.     CXXXV 

ausgefallen  sind  36,  1^38,  14.  Die  Textverwirrung  in  30,  24ff. 
teilt  sie  mit  den  griechischen  Hss.  Uebrigens  fehlen  in  ihr  viele 
einzelne  Stichen  und  Verse,  anderswo  zieht  sie  zusammen,  sie 
hat  aber  auch  eigenartige  Zusätze  (vgl.  Herkenne,  a.  a.  0. 
p.  30ff.).  Sie  liest  17,31  mit  B'''' A  usw.  und  (nach  Edersheim) 
41,11  allein  mit  8*=^  das  Richtige,  19,5  mit  BS'"  usw.  das 
anscheinend  im  Griechen  Ursprüngliche,  17,  8 — 10  minder  gut 
mit  Syroh.  B  usw.,  12,  8  mit  70  nach  Korrektur.  Danach  möchte 
ich  Edersheims  günstiges  Urteil  über  ihre  Vorlage  für  zutreffender 
halten  als  Herkennes  ungünstiges. 


Ueber  die  slavonische  Uebersetzimg  bin  ich  durch  N. 
Bonwetsch  freundlichst  unterrichtet,  der  c.  1 — 18  nach  der  Aus- 
gabe der  Bibelgesellschaft  für  mich  durchgesehen  und  übrigens 
eine  Reihe  von  Stellen  genau  übersetzt  hat.  Danach  hat  sie  wie  oben 
(S.  LXXVIII  seqq.)  bemerkt  wurde,  43,  23.  10,  27  mit  248  Syroh., 
17,  31  mit  B^''  A  usw.  das  Richtige.  Sie  liest  gut  12,  8  mit  Syroh. 
253  106  S ''%  weniger  gut  17,  8—10  mit  Syroh.  B  usw.  Nach  alle- 
dem scheint  der  Text  von  Wert  zu  sein,  zumal  er  30,25 — 33,13  a 
an  der  ursprünglichen  Stelle  hat.  Allerdings  liält  Bonwetsch  es 
für  möglich,  dass  der  Uebersetzer  hierin  der  lateinischen  Bibel 
folgte,  von  der  er  auch  sonst  beeinflusst  sein  könne.  In  der 
Tat  stimmt  er  zuweilen  mit  dem  Lateiner  gegen  alle  bekannten 
griechischen  Zeugen  überein.  So  z.  B.  11,  30  «);  uspoi?,  17,9: 
damit  sie  den  Namen  seiner  Heiligkeit  loben.  Aber  diese  Fälle 
sind  belanglos  und  dabei  sind  sie  unter  den  von  Bonwetsch 
notierten  Varianten  so  vereinzelt,  dass  sie  aus  gleichlautender 
griechischer  Vorlage  erklärt  werden  müssen.  Notwendig  ist  das 
10,  13,  wo  er  an  Stelle  von  t«?  iTtaytuYa;  übersetzt:  ev  d-Kcqui-iaXq 
der  Bösen  (oder  das  Böse),  wogegen  Lat.:  conventus  malorum. 
Mit  248  70  Syroh.  253  usw.  hat  er  einzelne  Zusätze,  die  aus 
der  zweiten  griechischen  Uebersetzimg  stammen.  So  die  Disticha 
1,  5.  10.  13.  19.  21.  13, 14.  Ferner  hat  er  mit  jenen  Hand- 
schriften die  kleineren  Zusätze  1,  30  ev  d'k■r^\}^(a,  3, 8  xal  tt^v 
[jLrjTspa,  14,20  ayiot,  16,  11  £v  xol  Xaol,  die  sämtlich  im  Lateiner 
fehlen.  Vgl.  sonst  noch  8,  7  tto  l/dpoTotTto  crou,  8,  19  <\izüor,, 
10,  8  ooXta.  Nach  der  zweiten  Uebersetzung  liest  er  16,  3  eU 
Qixaio?  r]  (Lat.  dagegen:  unus  timens  deum  quam);  aus  derselben 


CXXXVI    Kap.  VI.    Die  syrische  u.  die  arabische  üebersetzung. 

Quelle  mit  dem  Lateiüer,  aber  auch  mit  Origenes  und  Epiphanius 
3,  21  altiora  statt  yotXETrojTsp.cz.  Bemerkenswert  ist  noch,  dass  er 
für  12,  16b  liest,  was  B*''"'*''^-  68  vor  diesem  Stichiis  einschalten. 
Nach  alledem  dürfte  er  einer  eingehenden  Untersuchung  wert  sein. 


VI.  Kap.    Die  syrische  und  die  arabische  Üebersetzung-. 

§  12.     Der  Syrer. 

Dass  der  syrische  Text  des  Sirach  nicht  Afterübersetzung 
nach  dem  Griechischen,  sondern  Originalübersetzung  aus  dem 
Hebräischen  sei,  hat  schon  Cornelius  a  Lapide')  vermutet,  später 
hat  Benedict  Bendtsen-)  es  zu  beweisen  gesucht.  Bendtsen  wies 
darauf  hin,  dass  11,  28  dem  h  -s'xvoi?  auxou  und  25,  7  dem  iid 
Tsxvot?  beim  Syrer  „an  seinem  Ende"  (nmnn  und  nrinnto)  ent- 
spreche, und  erklärte  diese  Abweichungen  richtig  aus  verschiedener 
Üebersetzung  von  in''inN2.  Eine  solche  Einzelheit  war  zum  Be- 
weise freilich  unzulänglich,  und  Bendtsen  stiess  deshalb  auf 
Widerspruch.  Aber  später  wurde  seine  Behauptung  mit  mehr 
und  stärkeren  Argumenten  erneuert/^)  und  es  ist  kaum  begreiflich, 
dass  sie  auch  dann  noch,  und  sogar  von  Kennern  des  Syrischen, 
bestritten  Avurde. 

Die  Entdeckung  des  Urtextes  hat  nun  jedem  Zweifel  ein 
Ende  gemacht.  12,  5  wird  dpiS  ^S?  vom  Griechen  mit  sixTiooiaov 
Tou?  apxou?  aou,  vom  Syrer  mit  yi  ''iso  (deine  Kriegswaffen) 
wiedergegeben.  12,  10  ist  )v{i)'\  vom  Griechen  richtig  mit 
TTovr^p-'a  a-j-ou,  vom  Syr.  schlecht  mit  min  (sein  Nächster)  übersetzt. 
Dagegen  hat  der  Syrer  13,  21   für  p  zweimal  falsch  ^^2  (böse), 


')  Vgl.  Knabenbauer  zu  49,  9.  A  Lapide  sagt:  adverte  Syrum  videri 
haec  transtulisse  ex  Hebraeo,  non  ex  Graeco;  nam  pro  Dj'K  (sie)  oieb,  id  est, 
inimici,  legit  aliis  punctis  ^'js  (sie)  Job. 

2)  Specimen  exercitationum  criticarum  in  V.  T.  libros  apocrj7)ho8  (Göt- 
tinger Dissertation  von  1789),  p.  16 

»)  A.  Geiger,  ZDMG  XII  536 ff.;  J.  Perles,  Meletemata  Peshitthoniana 
(18B9,  mir  unzugänglich);  Th.  Nöldeke,  Alttestamentliche  Literatur  (1868), 
S.  168;  Bickell,  Zeitschrift  für  katholische  Theologie,  1882,  319ff.  und  Wiener 
Zeitschrift  für  Kunde  des  Morgenlandes,  VI,  87 f.;  A.  Edersheim,  Apocrypha 
ed.  Wace  II  (London  1888). 


§  12.    Der  Syrer.  CXXXVII 

der  Grieche  richtig  'ft'Xo;  (vgl.  auch  zu  10,  17)^  ebenso  hat  14,  9 
der  Grieche  falsch  irov/jpG«,  der  Syrer  richtig  mDn.  12,  11  hat 
der  Syrer  nach  dem  n  des  Hebräers  schlecht  K*S"i,  der  Grieche 
drückt  mit  saoTtxpov  richtig  n  oder  \sn  aus.  40,  13  verstand  der 
Syrer  schlecht  ni'^p.  statt  ni'jp,  41,  9  schlecht  dk  statt  dk;  48,7 
verlas  er  ^TD2  in  "iDJi.  Umgekehrt  verlas  der  Grieche  44,  13  ü'^2'  in 
cj?"i:,  49,  9  3i'«  in  niix»  4,  30  liegen  für  Gr.  oj;  Xstov  und  Syr.  nb 
in  Codd.  AC  des  Hebräers  die  Varianten  iTiS3  und  2^::  vor; 
ebenso  in  Cod.  B  des  Hebräers  die  Urtexte  für  die  verschiedenen 
Wiedergaben  von  34,  20''''.  35,5.6,  und  so  für  manche  andere 
Stellen. 

Die  Uebersetzung  des  Sirach  ist  wohl  das  schlechteste 
Uebersetzungswerk  der  syrischen  Bibel.  Es  bleibt  freilich  iu 
vielen  Fällen  unsicher,  was  von  ihren  Mängeln  auf  Rechnung 
des  Uebersetzers  und  was  auf  Rechnung  seiner  hebräischen  Vor- 
lage oder  der  syrischen  Textüberlieferung  zu  setzen  ist.  Es 
steht  trotzdem  fest,  dass  der  Uebersetzer  vielfach  nachlässig 
und  leichtfertig  gearbeitet  hat.  Man  kann  sein  Verfahren  nur 
daraus  erklären,  dass  das  Buch  ihm  wie  später  den  Jakobiten 
nicht  für  kanonisch  galt.^)  In  Betracht  kommen  zunächst  die 
grossen  von  ihm  verschuldeten  Auslassungen.  Im  Ganzen  fehlen 
etwa  370  Stichen,  die  der  Hebräer  und  der  Grieche  zu  Recht 
haben,  d.  h.  7»  des  ganzen  Buches.  Z.  T.  beruhen  diese  Aus- 
lassungen auf  christlichen  Bedenken.  So  fehlt  z.  B.  17,  27,  wo 
es  heisst,  das  die  Toten  Gott  nicht  mehr  loben,  44,  9  der  Satz, 
wonach  die  verstorbenen  Gottlosen  so  gut  wie  nie  geboren  sind. 
Zugleich  tritt  aber  bei  dem  Verfasser,  der  nach  seiner  hebräischen 
Sprachkenntnis  wahrscheinlich  ein  geborener  Jude  war,  hier  eine 
gewisse  antijüdische  Tendenz  zu  Tage.  Er  übergeht  z.  B.  37,  25, 
wo  gesagt  wird,  dass  das  Volk  Israel  ewig  bestehen  werde, 
38,  11,  wo  dem  Kranken  zum  Zweck  seiner  Wiederherstellung 
Opfer  empfohlen  werden.  Vielleicht  aus  demselben  Grunde  über- 
geht er  45, 8 — 14  die  Beschreibung  des  hohenpriesterlichen 
Ornats,  ebenso    (hier    freilich    nach   Vorgang    des  Griechen)  die 


')  lieber  das  Alter  des  syrischen  Sirach  steht  meines  Wissens  nur  fest, 
dass  die  älteste  bis  jetzt  bekannte  Handschrift  (=  Cod.  Mus.  Brit.  12  142) 
aus  dem  6.  Jahrhundert  stammt.  Sie  hat  aber  schon  Dutzende  von  Schreib- 
fehlern, die  in  allen  anderen  Handschriften  wiederkehren. 


CXXXVIIl      Kap,  VI.    Die  syr.  u.  die  arab.  Uebersetzung. 

Litanei  hinter  öl,  12^  und  kürzt  er  50,  18 — 21  die  Beschreibung 
der  Feier  des  Versöhnungstages.  Aus  besserem  Grunde  über- 
geht er  30,  35,  wonach  ein  fauler  Sklave  mit  grausamen  Zwangs- 
mitteln zur  Arbeit  angehalten  werden  soll,  aus  Prüderie  oder 
asketischer  Gesinnung,  was  36,  26.  28  über  die  Frauen  gesagt 
wird.  Aber  aus  Beriuemlichkeit  und  Gleichgiltigkeit  unterdrückt 
er  fast  ganz  das  Kapitel  von  der  wahren  und  der  falschen  Scham 
41,  14—42,  8  und  grösstenteils  die  Schilderung  der  Natur  c.  43. 
Allerdings  waren  diese  beiden  Abschnitte  auch  von  besonderer 
sprachlicher  und  inhaltlicher  Schwierigkeit.  Von  dem  ersteren 
gibt  er  nur  41,  19  b.  20  a  mit  einem  rabbinischen  Zusatz  wieder, 
von  dem  letzteren  43, 1 — 10  nach  dem  Griechen,  um  dann  den 
Rest  fortzulassen.  Vgl.  auch  die  Kürzungen  in  47,  12.  13.  50,  2 — 4. 

An  manchen  Stellen  war  schon  seine  Vorlage  nach  späterem 
Geschmack  in  Glossen  korrigiert,  zuweilen  in  ganzen  Stichen 
und  Distichen.  Es  ist  schon  oben  (S.  LVIII)  bemerkt,  dass  er  in 
solchem  Fall  die  Korrektur  dem  älteren  Text  vorzieht.  Vielleicht 
folgt  er  auch  nur  seiner  Vorlage,  wenn  er  1,  12.  20.  3,  1  wie 
in  dem  Zusatz  hinter  1,  20  von  dem  ewigen  Leben  statt  oder 
neben  dem  langen  Leben  redet.  Ebenso  könnte  es  zu  erklären 
sein,  wenn  er  18,  10  für  ouiws  oXqa  (al.  /i'^^ia)  Ixr]  sv  7)[i.s,oa  (al. 
ri\ii[juiq)  aiVovoc  hat:  tausend  Jahre  von  dieser  Welt  sind  nicht 
wie  ein  Tag  in  der  Welt  des  Gerechten.  Anderswo  folgt  erAb- 
milderungen  des  griechischen  Uebersetzers  oder  gar  abmildernden 
griechischen  Korrekturen.  So  setzt  er  nach  griechischer  Kor- 
rektur 25,  2  den  törichten  Greis  an  Stelle  des  ehebrecherischen, 
25,  17  den  Sack  für  den  Bären,  und  umgeht  er  34,  21  das  Er- 
brechen. Er  hat  sich  aber  auch  nicht  gescheut,  seine  Vorlage 
ins  Christliche  umzudichten.  So  hat  er  32,  9  für  ili'ya  ^ipn  '(i'^^Z) 
gesetzt:  und  mit  Freuden  leihe  dem,  der  dir  nicht  zurückzahlt. 
Ueberhaupt  hat  er  den  ganzen  Abschnitt  32,  1 — 9,  der  von  den 
heiligen  Abgaben  und  Opfern  handelt,  christlich  rationalisiert. 

Unschuldigerer  Natur  ist  es,  wenn  er  47,  20.  48,  10  den 
Zorn  Gottes  bei  Seite  schafft,  oder  wenn  er  16,  19  für  i^^znz 
von  Gott  «innö  n:  sagt,  und  17,  23  für  £?avaaTV;(j£-a'  bietet  sSjnJ. 
Ebenso  hat  er  11,  12  in  targumischer  Weise  «noT  moxa  für  py 
mn\  Verschönernd  setzt  er  11,  14  ,,vor  Gott  sind,  sie  gleich" 
für   a)n   miTö.    Vielfach   deutet   er   einzelne  Ausdrücke   aus,  so 


§  12.    Der  Syrer.  CXXXIX 

7,  7  hnp  mit  K^i,  10,  20  ^üi  mit  Kti^^^i'p,  36, 31  |p  mit  srnix, 
47,3  pn\i^  mit  Sap.  Falsch  erklärt  er  7,26  nWJtf  mit  »h)V,  11,20 
ipina  mit  -[misn. 

Schon  in  seiner  Vorlage  waren  manche  Stellen  nach  dem 
vorhergehenden  oder  folgenden  Distichon  entstellt,  wie  z.  B. 
3,  ]3b  nach  3,  121).  So  mag  er  in  seiner  Vorlage  auch  die 
falschen  Wiederholungen  gefunden  haben,  die  sich  bei  ihm  1,  16a. 
13,21b.  28,15    finden.     Auch    die  Dubletten    zu   7,10b.    10,6. 

31,  27  werden  aus  seiner  Vorlage  stammen  wie  die  zu  9,  9.  11,30, 
und  ebenso  kann    es    mit    den  Glossen  zu  26,  29.  48,  3  (vgl.  zu 

32,  12)  stehen.  Aber  deutlich  ist  seine  Willkür  in  Fällen,  wo 
er,  wie  so  oft  auch  der  Grieche,  die  Synonyma  der  parallelen 
Stichen  vertauscht,  wie  z.  B.  14,  27  nD)n  und  ]2^\  15,  2  inanpi 
und  uSapn,  39,  35  irm  und  lana,  50,  5  w^Jii^'nn  und  insi:2.  Ge- 
legentlich stellt  er  ganze  Wortgruppen  um,  wie  49,  8  n«"in  n«i 
und  nnDiö  ''j:  in.  Sehr  oft  gibt  er  der  Bequemlichkeit  wegen 
hebräische  Synonyma  mit  demselben  syrischen  Wort  wieder.  So 
setzt  er  z.  B.  8,  8.  9  Kn^j;iit>  für  nn'^  und  n^r^^  (vgl.  dazu  den 
Griechen),  8,  12.  13  y^v  für  p'n  und  nn\  Zuweilen  lässt  er  aber 
auch  von  zwei  synonymen  Ausdrücken,  die  auf  einander  folgen, 
einen  aus.  So  übergeht  er  45,  15  )h  ]r]2h)  hinter  rr^h,  48, 5 
r\)J2t2  hinter  SlNU^a.  Viel  Mühe  hat  er  sich  überhaupt  niclit  mit 
der  Wiedergabe  der  einzelnen  hebräischen  Ausdrücke  gegeben. 
So  hat  er  z.  B.  i6)V  für  ^ii  hv2  (8,  16),  yh  (8,  11.  13,  1),  Vlic 
(10,  3),  ni2K  (32,  22). 

Der  textkritische  Wert  des  Syrers  wird  aber  namentlich 
dadurch  beeinträchtigt,  dass  er  den  Griechen  stark  benutzt  hat. 
Wie  schon  bemerkt  ist,  sind  43,  1 — 10  fast  wörtlich  aus  dem 
Griechen  übersetzt,  und  ebenso  steht  es  mit  26,  19 — 27.  Man 
braucht  nicht  anzunehmen,  dass  diese  Stücke  im  Syrer  später 
nachgetragen  seien.  Denn  der  Einfluss  des  Griechen  auf  den 
Syrer  ist  auch  sonst  vielfach  zu  erkennen.  48,  2  hat  der  Hebräer 
originell  nrh  ntsö  nrh  nnty^l,  der  Syrer  nach  dem  Griechen:  und 
er  brachte  über  sie  eine  Hungersnot.  12,  9  hat  der  Hebräer 
originell:  y''"i  i^w  n:  ^''ü  n^ian  (im  Glücke  des  Mannes  ist  auch 
der  Feind  ein  Freund).  Der  Grieche  deutet  falsch:  h  «YadoTc 
avof>6?  r/i  t/\)po\  auToü  h  XuTnrj,  was  der  Syrer  wörtlich  wiedergibt. 
Abhängig  vom  Griechen  ist  er  aber  auch  in  der  Wiedergabe  der 


CXL  Kap.  VI.   Die  syrische  u.  die  arabische  Uebersetzung. 

einzelnen  Ausdrücke.  Vgl.  z.  B.  34,  20  Hebr.  vn,  Gr.  u-iidi, 
Syr.  «mö^':n;  11,17  Hebr.  p^nirS,  Gr.  euasßsai,  Syr.  'irhnih;  34,8 
Hebr.  con,  Gr.  a|x«)[j.o?,  Syr.  üü'in  sSi.  Sogar  von  der  sprach- 
lichen Form  des  griechischen  Ausdrucks  lässt  er  sich  beeinflussen. 
Vgl.  4,  17  Hebr.  imni,  Gr.  oicstpaa-xivojc,  Syr.  n''K:cn;  43,  8  Hebr. 
xn:,  Gr.  ftau|xaaT«)?,  Syr.  n''KOis:no.  Gelegentlich  nimmt  er  sogar 
das  griechische  Wort  herüber  wie  26,  24  Nn'jneiDS  für  s'j^yrjtxojv. 

Schlimmer  ist,  dass  er  öfter  zwischen  dem  Hebräer  und 
dem  Griechen  einen  Komproraiss  schliesst.  Oben  (S.  LVIII)  ist 
gezeigt,  dass  er  bei  der  Auswahl  zwischen  den  Dul)letten  von 
Stichen  und  Versen,  die  er  in  seiner  hebräischen  Vorlage  fand, 
gelegentlich  halb  dem  Hebräer  halb  dem  Griechen  folgte.  Dies 
Hinken  auf  beiden  Seiten  übt  er  aber  auch  in  der  Wiedergabe 
des  Wortlauts.  Er  setzt  z.  B.  3,9  für  t^'iK^  nach  Gr.  ol/ouc  ntiö, 
aber  an  Stelle  von  V'^^  (Gr.  ilsp-IXia)  «"ipj?  =  ^i'^.  3,  16  hat  Hebr. 
KU  77pö  IKIIS  D"'J?3!3'1,  Gr.  xat  xsxatr^potfisvo?  uizh  y.upt'ou  6  irapopYiCwv 
[xr^xlpa  auTou,  Syr.  nmh  iyi:m  p  ,Tin  mp  '^"h),  d.  h,  und  verflucht 
vor  seinem  Schöpfer  ist,  wer  seine  Mutter  verunehrt  (—  nSpa). 
35,  18  hat  Hebr.  HDD^,  Gr.  u7:£pto-((,  Syr.  ü'D2^  12  patt'  (er  lässt 
fahren  als  verborgen). 

Unter  diesen  Umständen  erlaubt  die  Uebereinstimmung  des 
Syrers  mit  dem  Griechen  an  sich  nicht  den  Schluss,  dass  sie 
dasselbe  lasen.  Schon  oben  wurde  bemerkt,  dass  der  Syrer  öfter 
nach  Schreibfehlern  oder  Korrekturen  des  Griechen  übersetzt 
hat.  Ein  solcher  Fall  liegt  z.  B.  auch  25,  7  vor,  wo  uTrovor^ixa-a 
in  avu-ovor^ia  korrigiert  ist,  was  der  Syrer  wiedergibt,  um  dann 
auch  den  folgenden  Stichus  dem  entsprechend  abzuwandeln.  —  Zu 
alledem  kommt  nun  noch,  dass  der  Syrer,  Avie  unten  gezeigt 
werden  wird,  wie  anderswo,  so  auch  im  Sii'ach  nachträglich  nach 
dem  Griechen  korrigiert  ist. 

Trotz  aller  dieser  Mängel  ist  die  syrische  Uebersetzung 
von  grossem  Wert.  Sie  enthält  manche  Stichen,  die  sich  nur 
im  Hebräer  (so  z.  B.  2,  18 d.  25,  8b.  47,  23 e.  48,  12 cd.  51,  lld. 
19 d.  26 d.)  oder  in  einzelnen  griechischen  Handschriften  und  im 
Lateiner  finden.  Der  Uebersetzer  lebte  allerdings  wohl  300 
Jahre  nach  dem  Enkel,  wenn  nicht  noch  später,  und  der  Text 
seiner  hebräischen  Vorlage  war  im  ganzen  nicht  viel  besser  als 
der    der   uns   vorliegenden   Fragmente    (vgl.    S.    LVII — LIX). 


§  12.    Der  Syfef.  CXLt 

Gleichwohl  sind  die  Fragmente  an  manchen  Stellen  nach  dem 
Syrer  zu  emeudieren,  und  an  vielen  Stellen  hatte  er  bessere 
Lesarten  vor  sich,  als  sie  der  Enkel  in  seiner  Vorlage  fand  oder 
in  sie  hineinlas.  Er  erlaubt  deshalb  oft  einen  Riickschluss  auf 
den  Urtext,  wo  wir  übrigens  allein  auf  den  Griechen  angewiesen 
sind.  So  las  er  19,6  richtig  nra' statt  wii!^,  21, 13  J^IDD  statt  Siao, 
21,  14  12  statt  12,  24,  27  IIS":  statt  und,  38,  28  n:  statt  ID.  Er 
verstand  auch  wohl  ebenso  gut  Hebräisch  wie  der  Enkel,  wenn- 
gleicli  er  hin  und  wieder  hebräische  Wörter  für  syrische  oder 
aramäische  nimmt.  So  versteht  er  z.  B.  n^^  11,  27  als  finden, 
py  40, 27  als  Zeit,  ^ti^ti  36, 7  als  dienend.  Bei  der  nahen 
Verwandtschaft  des  Syrischen  mit  dem  Hebräischen  bestand  die 
Uebersetzungsarbeit  meistens  nur  darin,  dass  er  für  die  einzelneu 
hebräischen  Wörter  syrische  setzte,  für  gewöhnlich  hat  er  des- 
halb trotz  aller  Nachlässigkeit  und  Willkür  seine  Vorlage  mit 
ziemlicher  Genauigkeit  wiedergegeben.  Deshalb  dient  seine 
Uebersetzung  oft  auch  zur  Erldärung  der  Missverständnisse  und 
des  gelegentlich  kauderwelschen  Griechisch  des  Enkels,  Was 
z.  B.  38,  28  hinter  otajxaxr^asxai  steckt,  sieht  man  aus  dem  Syrer. 
Von  Bedeutung  ist  er  auch  für  die  Konstituierung  des  griechi- 
schen Textes,  sofern  die  Uebereinstimmung  mit  ihm  im  all- 
gemeinen ein  Kriterium  der  richtigen  Lesart  bleibt.  Uebrigens 
sind  öfter  auch  Verderbnisse  des  Griechen  nach  ihm  zu  heilen, 
so  z.  B.  20,  21  TtXoüTou  für  aotou,  xaTSü&uvi^T^as-oct  für  xa-avu)({}r^a£Tai, 
27,  18  xXT|poy  für  s/i^pov,  29,  18  aTrsxsvcuas  für   d-tuxtas. 


Gedruckt  wurde  der  syrische  Sirach  im  8.  Bande  der  Pa- 
riser Polyglotte  und  daraus  wiederholt  im  4.  Bande  der  Londoner. 
Im  6.  Bande  der  letzteren  sind  Varianten  aus  einem  Cod.  Po- 
cockianus  (p),  einem  Cod.  Usserianus  (u)  und  einem  Codex  des 
Sebastian  Hardy  (h)  mitgeteilt.^)  Lagarde  hat  in  seinen  Libri  V.  T. 
apocryphi  syriace  (1861)  den  Text  der  Londoner  Polyglotte  (w) 
wiederholt,    ihn  aber   an  vielen  Stellen   nach   einem  Nitrischen 


')  Die  wichtigste  unter  diesen  Handschriften  dürfte  der  Codex  Usserianus 
sein,  der  bisher  aber  nur  sehr  unvollständig  ausgebeutet  zu  sein  scheint.  Er 
befindet  sich  in  der  Bodleiana  in  Oxford;  vgl.  A.  Rahlfs,  ZATW  1889,  192fi'. 
und  Euringer  in  Bardenheveer's  Biblischen  Studien  VI  1, 121.  Aus  dem 
Codex  des  Sebastian  Hardy  führt  die  Polyglotte  nur  wenig  Varianten  an. 


CXLlI        Kap.  VI.   Die  sjTiache  u.  die  arabische  Üebersetzutig. 

Codex  des  Britischen  Museums  (Nr.  12142),  der  aus  dem  6.  Jahr- 
hundert stammt  (b),  emendiert.  Ferner  enthält  auch  der  von 
Ceriani  in  den  Jahren  1876  if.  photolithographisch  herausgegebene 
Codex  Ambrosianus  (6.  oder  7.  Jahrli.)  der  Peschita  die  Weisheit 
des  Siraciden  (Ambr.).  Sie  fehlt  (wie  die  Apokryphen  über- 
haupt) in  der  Bibel  von  Urmia,  findet  sich  dagegen  in  der  von 
der  römisch-katholischen  Mission  veranstalteten  Mosuler  Bibel 
(Maus.).') 

Lagarde  weicht  oft  stillschweigend  von  der  Londoner  Po- 
lyglotte ab.  Ich  habe  folgende-)  Aon  ilim  übergangene  Lesarten 
gefunden:  1,  29  mn  für  ainn,  4,  19  om.  p,  5,  9  ^:S  für  Sd3,  8,  11. 
9,  6  sSt  für  so'?!,  9, 17  noj?3  ^'h^),  10,  7  hv)  für  |ai,  10,  26  init. 
nh,  15, 14  in  für  snS«,  17,  1  ^?ns  für  H'&v,  20,31  |o  3ö  für  |o, 
21,27  nSi  h'Cf2  für  x'jn,  24,  30  f]K,  26,  1  om.  «i^:öi,  26,  23  om. 
p,  26,24  XTK  für  p  1«,  27,  19  yra,  30,7  mzh,  33,18  myi, 
35,  2  i.  f.  add.  in,  36,  3  i.  f.  om.  Kocj?3,  37,  6  -am,  37,  8  «oSm, 
38,  23  init.  ya\  38,  27  om.  in  2«,  40,  5  wnn,  42, 10  xSi  für  xoSn, 
44,  21  om.  HViiii,  45,  22  m^  und  ihz,  45,  24  om.  Knai'on,  45,  26 
S:S  für  jinS^'r,  47,  22  r)ih'\  für  n^n  n'zh),  49,  2  •'ti^rsnsn  ':ao,  50,  5 
npsD3  nS  xx\  50,  G  om.  p,  50,  28  arhai  für  Nnoi,  51,  9  avii^  j» 
••'jp,  51, 12  notif^.  Diese  Lesarten,  die  sich  sämtlich  ebenso  in  der 
Pariser  Polyglotte  finden,  sind  z.  T.  auch  für  die  Erschliessung 
des  Urtextes  wichtig.  Mau  weiss  nun  aber  nicht,  woher  die 
Abweichungen  Lagardes  stammen. 

Der  Sirachtext  der  Mosuler  Bibel  scheint  auf  einer  Hand- 
schrift des  17.  Jahrb.  zu  beruhen 3).  Seine  fast  durchgängige 
Uebereinstimmung  mit  dem  Polyglottentext  spricht  nicht  gegen 
diese  Annahme.  Sie  liest  mit  w  z.  B  24,  6  »"öi  für  «»''1,  29,  26 
■j^onp  für  -jn^Xi,  43,  4  bv  für  -j^K,  und  lässt  mit  ihm  30,  19  kSi 
yn^  aus.  Aber  sie  weicht  auch  oft  von  w  ab.  Dazu  kommt, 
dass  sie  4,  25.  28,  6  den  sonderbaren  Fehler  nS:nN  für  ''Srns  hat, 
den  ich  sonst  nur  in   der    älteren    der    beiden    unten  genannten 


1)  Biblia  aacra  juxta  versionem  simplicem.    Mausilii  1887.  1892, 
^)   Ich  zitiere  hier  und  bis  zum  Schluss    von  §  13   Kapitel  und  Verse 
nach  Lagarde's  Ausgabe. 

*)  Vgl.  Euringer  a.  a.  0.  S.  122  f. 


§  12.    Der  Syrer.  CXLiIl 

Londoner  Masora-Handscliriften  zu  28, 6  gefunden  habe.  Gut 
und  Singular  hat  sie  30,  4  i3:i  für  "ism. 

In  allen  syrischen  Sirachhandschriften  kehren  Dutzende  von 
gemeinsamen  Schreibfehlern  wieder,  die  meistens  leicht  zu  ver- 
bessern sind.  So  z.  B.  3, 1  ariiüh  p  für  '2a  p,  31,  -i  ?^n  pi 
nöV  für  ):f2  Nj?''ti^T  pl.  Aber  hei  aller  Uehereinstimmung  weichen 
die  Handschriften  oft  von  einander  ab  und  keine  der  bisher  be- 
kannten verdient  überall  den  Vorzug.  Rahlfs  hat  für  die  Kon- 
stituierung des  syrischen  Bibeltextes  die  Forderung  aufgestellt, 
dass  man  zunächst  die  jakobitischen  und  die  nestorianischen 
Texte  sondern  müsse,  um  auf  ihre  Uehereinstimmung  einen  Text 
zu  begründen,  der  älter  sei  als  die  syrische  Kirchentrennung. 
Nun  ist  der  Polyglottentext  wahrscheiulich  jakobitischer  Herkunft, 
was  auch  für  alle  bisher  verglichenen  Sirachhandschriften  fest- 
steht. Auch  der  Mosuler  Text  ist  schwerlich  nestorianisch ;  seine 
weitgehende  Uehereinstimmung  mit  dem  Polyglottentext  scheint 
das  geradezu  auszuschliessen  ^).  Ich  habe  deshalb  von  den  Masora- 
Handschrifteu  des  Britischen  Museums  im  J.  1897  die  Codd. 
Add.  12138  und  12178  {=  Wright  CLXI  und  CLXII)  ver- 
glichen, die  ich  mit  Mas.  I  und  Mas.  II  zitiere. 

Die  erstere  ist  von  uestorianischer  Hand  gesclirieben  und 
auch  inhaltlich,  was  Martin  mit  Unrecht  bezweifelte,  uestorianischer 
Herkunft-).  Obendrein  ist  sie  vom  J.  899  n.  Chr.  datiert  und 
somit  die  älteste  bekannte  Masora-Handschrift.  Diese  Masora- 
Handschriften  beschränken  sich  bekanntlich  darauf,  einzelne 
Stellen  in  dem  nach  Meinung  der  Verfasser  richtigen  Konsonanten- 
text oder  der  richtigen  Aussprache  aufzuführen,  und  zwar  in 
der  Regel  so,  dass  sie  dabei  das  Fehlerhafte  nicht  angeben.  An 
den  von  Mas.  I  aufgeführten  Stellen  finden  sich  nun  reichlich 
100  Abweichungen  von  Lagardes  Text,  von  denen  mehr  als  ^/s 
sich   mit   Lesarten    der    Londoner   Polyglotte    decken.    Hierbei 


^)  Nestorianische  Handschriften,  die  den  Sirach  enthalten,  finden  sich 
im  Britischen  Museum  (Rieh.  7160  und  Add.  14  440)  in  derYaticana  (Assemani 
Band  II  Nro.  3  und  6).  Jakobitisch  ist  dagegen  die  von  mir  für  c.  1.  2  und 
c.  44—61  verglichene  Berliner  Handschrift  Cod.  Sachau  70,  die  ich  mit  Berol. 
bezeichne. 

2)  Vgl.  Journal  Asiatique  1869  II  369  S.  und  G.  Diettrich,  die  Massorah 
der  östlichen  und  westlichen  Syrer  (London  1890)  S.  IXflf. 


CXLIV       ^^P-  ^-   Öiß  syrische  u.  die  arabische  Üebersetzung, 

schliessen  sich  Codd.  Ambr.  und  Berol.  öfter  an  Mas.  I  und  w 
an,  die  Mosuler  Bibel  fast  immer.  Da  aber  aller  Wahrschein- 
lichkeit nach  w  jakobitisch  und  Mas.  I  nestorianisch  ist,  so 
haben  die  durch  diese  beiden  Zeugen  vertretenen  Lesarten  ein 
gutes  Vorurteil  für  sich.     Ich  führe  hier  nur  einzelne  an. 

Mas.  I  liest  mit  Hebr.:  5,9  hzh  (ebenso  w  Maus.  Mas.  II) 
für  ^D2,  9, 17  nsya  a^Sti»!  (w  Maus.),  12,  9  u'ncne  (w  Maus.),  31,  28 
iSn^Sm  (w  Maus.),  31, 30  non  (w  Maus.  Ambr.  Mas.  II),  40, 5 
wnn  (w  Maus.  Lat.),  45,  22  jSb  (w  Maus.).  —  Sodann  mit  Hebr. 
Gr.:  6,37  im  (w  Maus.),  10,26  init.  xS  (w  Maus.  Ambr.  Mas. 
II),  31, 10  r\2  pmnsT  (w  Maus.),  41, 2  n:i:ö  (w  Maus.),  42, 9 
«mco  nns2ii  (w  Maus.),  48,  8  nu>ai  (w  Maus.).—  Sodann  mit  Gr., 
wo  Hebr.  fehlt:  1,15  singulär  cpnj,  7,9  mpoim  (Maus.,  da- 
gegen w  mpi2  nDi),  18,  1  om.  nrtJ^o  2'^  (w  Maus.),  28,10  «C2i 
sjDm  (w  Maus.).  —  Endlich  mit  Gr.  gegen  Hebr.:  27,  6  \"n"i«o 
(w  Maus.).  —  Fehlerlos  ist  sie  dabei  keineswegs.  So  hat  sie 
z.  B.  23,  18  •'n^m  (w  Maus.  Ambr.)  für  ^n^"ipi,  48,  16  lässt  sie 
pn30  2°  aus  (w  Maus.). 

Dagegen  weicht  Mas.  II  etwa  80  Mal  von  Lagardes  Text 
ab.  Mehr  als  die  Hälfte  dieser  Varianten  sind  singulär;  die 
übrigen  stimmen  mit  den  Sonderlesarten  bald  dieses  bald  jenes 
Zeugen,  aber  keine  mit  b.  Unter  den  singulären  finden  sich 
als  zweifellos  gute  nur:  4,  2  NT2n  (=  Hebr.),  39, 12  (Hebr.  vac.) 
^:nDK  (=  Gr.).  Vgl.  sonst  noch  7,  35  init.  kS  (==  Hebr.  Gr. 
und  Maus.). 

Schon  aus  den  obigen  Beispielen  ist  deutlich,  dass  Lagarde 
manche  Lesarten  der  Polyglotten  mit  Unrecht  verworfen  hat, 
und  dass  viele  Lesarten  der  Polyglotten  wenigstens  sehr  alt 
sind.  Die  Uebereinstimmung  mit  dem  Hebräer  und  dem  Griechen, 
und  vollends  die  mit  dem  Griechen  allein  ist  freilich  an  sich 
noch  kein  Beweis  für  die  Güte  einer  Lesart.  Denn  der  Syrer 
ist  wenigstens  in  einigen  Handschriften  nachträglich  nach  dem 
Griechen  korrigiert.  Man  vergleiche  10,  13 

Hebr.  San  pii  mpo  "'S, 

Gr.   OTi  ap//j   u7:£pr/-pav''c(;  aixapxiot, 

Lat.  quoniam  initium  omnis  peccati  est  superbia, 

Syr.  KnrKJ  x.T'am  xviam  ^aa  = 

denn  die  Quelle  der  Sünde  ist  der  Uebermut. 


§  12.    Der  Syrer.  CXLV 

Hier  stimmen  Lat.  Syr.  mit  der  in  248  Syroh.  und  bei 
Chrysostomus  sich  findenden  Korrektur  aKia^-ia:  u-spr/^avta;  A 
hat  'j-spr/ictv-'a  aactoTiac,  und  der  Ambrosianus  des  Syrers  an^'i^n 
Nrrxjn  :=  denn  Quelle  ist  die  Sünde  des  Uebermuts  (d.  h.  für 
den  Uebermut).  Wie  die  Wortstellung  zeigt,  ist  der  Ambrosianus 
nach  der  vulgären  Lesart  des  Gr.  korrigiert.  —  4,  7  hat  der  La- 
teiner neben  humilia  caput  tuum  (=  Hebr.  Gr.  Syr.)  die  Dublette 
humilia  auimam  tuam,  und  Ambr.  hat:  demütige  deine  Seele. 
Die  Dublette  des  Lateiners  geht  zunächst  wenigstens  auf  eine 
griechische  Variaute  zurück,  nach  der  Ambr.  geändert  ist.  Vgl. 
auch  1(3,  LS  Hebr.  Sin,  Syr.  b^zni,  Gr.  t-?,?  -'-7^,  Ambr.  Kj?isi,  und 
manche  Fälle  der  Art,  z.  B.  Ambr.  zu  4,  29. 

Korrigiert  ist  also  sicher  der  Text  des  Ambrosianus,  es 
fragt  sich,  ob  und  in  wie  weit  das  für  die  übrige  Textüber- 
lieferung gilt.  15,  14  hat  Hebr.  cmSk,  Gr.  au-oc,  Lat.  deus,  w 
Maus,  in,  Ambr.  (aber  wohl  auch  andere  Hss.  mit  Lagarde)  arhü. 
Auch  hier  steckt  hinter  deus  eine  griechische  Lesart  Osoc.  10,  31b 
hat  der  griechische  Vulgärtext  in  Uebereinstimmung  mit  dem 
Hebräer:  sv  ttXoütu)  sv  TtTw/sta,  was  in  23  SCk  296  (vgl.  auch 
Sah.)  korrigiert  ist  in  Iv  rrtoyeia  /.cd  sv  -/.ou-dj.  Mit  der  Kor- 
rektur stimmen  w  Maus.  Mas.  I,  mit  der  richtigen  Vulgärlesart 
die  übrigen  Zeugen.  Was  in  diesen  beiden  Fällen  die  ursprüng- 
liche syrische  Lesart  ist,  kann  man  kaum  entscheiden,  da  der 
syrische  Uebersetzer  nicht  nur  lü,  13,  sondern  notorisch  öfter 
einer  sekundären  griechischen  Lesart  gefolgt  ist.  Aber  anders 
liegt  die  Sache  vielleicht  15,9  a.  Hier  hat  Hebr.  nbnn,  Gr.  «Tvo? 
und  der  syrische  Vulgärtext  Nrarn.  Das  letztere  scheint  auf  ein 
griechisches  so'fta  zui'ück  zu  gehen;  wenigstens  setzt  Lat.  im 
folgenden  Stichus  ein  sapientia  hinzu.  Nun  fehlt  xni3:n  in  w 
Maus.  Ambr.,  so  dass  der  Satz  kein  Subjekt  hat.  Da  liegt  wohl 
eine  nur  halb  durchgeführte  Korrektur  vor.  Vgl.  aber  auch 
Fälle  wie  16, 17  Hebr.  hi^r:,  Gr.  7-0  v.'jrAoi,,  Syr.  anbii  c-p  p, 
w  Maus,  sno  Dip  |a.  Eiuigermassen  wird  dadurch  auch  Mas.  I 
wegen  ihrer  weitreichenden  Uebereinstimmung  mit  w  und  Maus, 
der  Korrektur  verdächtig,  wenngleich  die  drei  in  Fällen  wie 
31,  10.  41,  2.  42,  9  offenbar  im  Recht  sind. 

Auch  wo  für  w  und  Maus,  das  Zeugnis  der  Mas.  I  fehlt, 
haben  die  beiden  zuweilen  allein  das  Richtige  bewahrt.  So  lesen 

Smend,    Sirach-Kommentar.  ^ 


CXLVI        Kap.  VI.   Die  syrische  u.  die  arabische  üebersetzung. 

sie  10;  22  mit  Hebr.  «^213,  31,  22  ':?:hT,  37,  12  -ph  ov,  45,  23 
nüyi,  4tl,  8  DrSr.  (BeroL),  51, 12  n^^  (Ambr.).  Unsicher  sind  die 
Fälle,  wo  sie  mit  Hebr.  und  Gr.  stimmen  wie  4, 10  N3N  ya 
(Ambr.),  6,36  "tn,  7,3  init.  sS,  7,11  ah,  14,25  xoin  (Ambr.), 
30,  19  om.  pntr  i6),  45,  22  nT,  48,  16  om.  üf^m  hv  (Ambr.  Berol.), 
48, 18  om.  ]'\7\'hv  1*^  (BeroL),  50, 13  wniipi  (Berol.),  50, 16  )yf:m] 
(Ambr.  Berol.),  51,  9  ''^p  K>nN  p  (Ambr.  BeroL).  Verdächtig  sind 
z.  T.  die  Fälle,  wo  der  Hebräer  fehlt  und  sie  nur  den  Griechen 
für  sich  haben,  wie  z.  B.  16, 30  NnK'ci  (Ambr.),  17,  1  «j?ix 
(Ambr.)  für  siDj?,  17,27  «nmn,  19,4  Kanci  (vgl.  Ambr.),  22,17 
KTiti'  für  so^:n,  22,  23  -nan,  23, 11  nnen;  sehr  verdächtig  sind 
19,  20  s^öi,  23,  16  Kn'^mi.  Aber  im  Recht  sind  sie  33,  31  mit 
«mw,  34,  11  mit  ar\'2:i),  vielleicht  auch  33, 18  mit  Novn  (Ambr.). 

Ebenso  steht  es  mit  den  Sonderlesarten  des  w.  Richtig 
lässt  er  mit  Hebr.  6.  7  jiS  aus;  ebenso  liest  er  mit  Hebr.  Gr. 
7,  11  init.  ah,  12,6  N3j?ilo,  39,23  n:r\,  44,  23  pzii  (für  ipc:i  2»); 
aber  verdächtig  ist  seine  Uebereinstimmimg  mit  Hebr,  Gr.  41,11 
in  Kayn:. 

Auch  der  Ambrosianus  ist  trotz  seiner  zahlreichen  Schreib- 
fehler und  seiner  Korrektur  nach  dem  Griechen  keineswegs 
wertlos.  Oft  stimmt  er  in  guten  Lesarten  mit  Mas.  I,  w  und 
Maus.  Er  hat  ferner  6,  16  denselben  Zusatz  wie  Hebr.  (=2, 18d) 
erhalten.  Mit  Hebr.  liest  er  41,  4  richtig  snD3  ^:2,  mit  Hebr.  Gr. 
32,2  S:i.  Gut  sind  aber  auch  Lesarten  wie  17,  31  xtroi:'|ö  noo\s, 
26,27  xennn,  28,22  ninpii;  zweifelhaft  ist  2,3  "jn^inKS. 

Dagegen  sind  aus  p  und  u  noch  wenig  gute  Sonderlesarten 
bekannt,  wie  3,  8  xnma  (=  Hebr.). 

Dass  Lagarde  an  vielen  Stellen  den  nitrischen  Codex  mit 
Recht  vorgezogen  hat,  ist  deshalb  nicht  zu  bestreiten.  Oefter 
ist  er  auch  durch  den  hebräischen  Text  bestätigt.  So  z.  B. 
8,16  Nnaj,  9, 15  -[nw,  10,18  ^tV^"S,  11,21  ah,  13,4  .iS,  16,11 
?]W  1°,  16,21  I«  ia,  36,13  an'y,  36,15  c'pa  und  v^'ii,  38,14 
pn3,  42,  18  pnn^j^in,  42, 19  hat  er  die  richtige  Wortstellung,  50, 6 
^2  |0,  51,  2  T  pi.  Aber  auch  wo  der  Hebräer  fehlt,  ist  er 
öfter  im  Recht,  und  zweifellose  Beispiele  nachträglicher  Kor- 
rektur nach  dem  Griechen  sind  mir  bei  ihm  nicht  aufgefallen^). 

')  Die  von  S.  Kaatz  herausgegebenen  Scholien  des  Bar  Hebraeus 
^Frankfurt  a.  M.  1892)  tragen  für  die  Textkritik  wenig  aus.    Er  weicht  etwa 


§  13.    Arabische  Üebersetzung.  CXLVII 


§  13.     Arabische  Üebersetzung. 

Die  arabische  Üebersetzung  der  Pariser  und  der  Londoner 
Polyglotte  geht  auf  den  syrischen  Vulgärtext  zurück.  Ihr  Ver- 
fasser war  nicht  auf  sorgfältige  Wiedergabe  seiner  Vorlage  be- 
dacht^ er  wollte  vielmehr  ein  elegantes  arabisches  Buch  liefern. 
Zu  dem  Zweck  wechselt  er  bei  der  Üebersetzung  derselben 
syrischen  Wörter  nach  Möglichkeit  im  Ausdruck  ab.  So  setzt 
er  für  snoi  nnbm  1,  11. 12.  14.  16.  18  (10. 11.  13.  15. 17)')  nach 
einander  »-j^t  iy^,  *JUI  »-Ji^iJ>,  ^j^\  (^_^äj,  <w»yi  iüL:^,  v_jjJi  'iu^Ji^, 

für  dreimaliges  SK'iin  1,  20  ^a,  ^c^^,  Jv>,.  Oefter  gibt  er  ein 
einzelnes  syrisches  Wort  durch  zwei  arabische  Synonyma  wieder, 

so  1, 11  (10)  snmnti'n  durch  ■d.>sXj\»,  j^^s^l,  4,  28  (33)  "["oSn  i^'nzn; 
durch  w5'j*aJu3,  vä5^Äc  js^LfVj;    falsch  ausdeutend   setzt   er   für   3S2 

4,  30  (35)  l>iIao  i^:5\>to  (ein  brüllender  Schreier),  mit  zwei  denk- 
baren Etymologien  spielend  für  «an  xSn  1,  2  ^s^W  ^j^  j^\jJ\  ,}j^. 
Vgl.  auch  ''2  nnS  «'ranj  4, 17  (19)  und  ^  i?.^j^  ^>  ^J^  o^xi 
^^JU:  xJlä.     Suffixe    deutet   er    gern    aus.     Er  sagt   für  pnvT  DJ? 

1,  15  (14)^^:^Jw^l  J.--J  j-«,  für  Mnnv  3,  23  ^.^LbJLJi  dl^^l  Auch 
anderweitig  sucht  er  den  Ausdruck  zu  bereichern.  Für  MlSm 
Nn'^Ni  hat  er  1,  20  iJül  Äxäj!  yi^ju»  U,  für  j?T  l3ö  1,  G  u^o5  ^^yj  ^/«. 

Uebrigens  übersetzt  er  sehr  frei.  So  hat  er  für  si^'JS  oy 
xnii>ipi  M  1, 15  (14)  ^  xL/iy>  ^  ^xAcL..J!  ^^  ^j,  für  xnit'iiD  um 
l^onj    1,  30  (20)   ^^J!  ^b-^  ^l;Cü!  ^j  \j^j^,   für   Sap  i^'ry  «n«n  h^ 

2,  4  *o  «JLJI  «5:^1  U  J^;c>!.,  für  nnrii;  p'?:  ^'jj?  fnxn  Saa  3,  8 
y5Ü  »*Uj  oL:fU..^  j^',    für  liö  yu^pi  3,  21  w5^;ü5'Lb  ,,.5^  l/>,    für 


30 mal   von  Lagarde's  Text  ab,   wobei  er  in  ^/^  der  Fälle  wie  w,   in  Vs  niit 
anderen  Zeugen  stimmt.     Die  übrigen  sind  belanglos. 

1)  Ich  setze  die  Verszahlen  der  Londoner  Polyglotte,  Wo  sie  von  Lagarde 
abweichen,  in  Klammern. 

X* 


C^LVIII   ^ap.  VI.   Die  syrische  u.  die  arabische  Üebersetzung. 

1010  hv   D^D  im   5,  12  (14)   ^y^^\  ^LmJ^JLs;    für   ah  «sSo  üip) 
ab^ü  «mn  7,  5  ü5ULJ5  ,.Ui  j^^:?^!^  «^'utj,  für  ji-ino  ''Vdk  pi™  wkd  nÜ'jx 

9,  16  (20)  pUäj^!  ^  it  jj^j  ^.  In  der  Absicht  frei  zu  über- 
setzen greift  er  aber  oft  auch  fehl.  So  hat  er  für  n"i2  p  sim 
3,  5  8^ij  oy.r,  für  S:nDK  -la'jiyNn  kos  3,  22  ^^äcLs  iü^^  c>. Jj  lol, , 
für  ^apo  ^mp  sonoS  wk  2ipo  n:T  7,  9  (^j^>  «yA^J  J^l  ^Ic^jL:^^^^. 
Gelegentlich  erlaubt  er  sich  auch  Zusätze.  So  erweitert  er 
NinS  KNii:  sinn  ])2^z:^  51,24(33)  sehr  unverständig  zu  ^*^t  Uit^ 
JJ^LJIj  J.^:^i  ^^^1  9Jo>]^  xU^.  Anderswo  scheint  er  willkürlich 
das  Gegenteil  zu  statuieren.  Vgl.  sni"n  Kom  5,  6  (7)  mit  »s^:>^\ 
öjÄxJ!^,  ferner  'joyn  siij?*  s'roy  -^k  6,  19  (20)  mit  l^xk^  ^  ^^^;^; 
^^x^'S  (vgl.  dazu  11,  20),  sodann  ninDinSi  Nnw  ri\si  20,  9  (8) 
mit  Vjj.6>  ^5  y«!  y^^.  Einmal  trägt  er  die  Fürbitte  für  Tote 
ein.    Er  hat  für  ania  av2:  'nm  hv)  39,  5  (7)  ^^Uatilj  ^^^1  v^^j^ 

Für  die  Emendation  des  syrischen  Textes  ist  die  Üeber- 
setzung von  sehr  geringem  oder  gar  keinem  Wert.  Ihre  Vorlage 
war  übrigens  an  manchen  Stelleu  verderbt.  Der  Uebersetzer 
las  z.  B.  27,  1  apvr  für  «n'^m,  37,  11  (12)  naio  für  12Vd  1°, 
46,  6  (7)  ipi«  für  I2)a,  4,  7.  8  (6.  7)  hat  er  für  yif\  ysa  jAi2i>l, 
aber  für  yia  pns  <^^s6  «^.  Das  hängt  wohl  damit  zusammen, 
dass  im  Arabros.  für  yi^i  nach  griechischer  Lesart  "jti'DJ  steht 
(s.  0.  S.  CXLV).  Auch  sonst  scheint  der  Araber  oder  seine 
Vorlage  durch  den  griechischen  Text  beeinflusst  zu  sein.  Ueber- 
schrieben  ist  das  Buch  ^\j^  ^^1  p^-^j  v_j^-  ^^^^  ^®  Griechen 
den  Namen  so  sprechen,  steht  mehrfach  freilich  in  syrischen  Hss. 
zu  lesen  (z.  B.  am  Schluss  des  Ambrosianus).  Aber  4,  15  (16) 
hat  Syr.  ^JO  ):h,  Gr.  Tis-oiötuc,  Ar.  ^M  ^h,  27,  6  hat  Syr.  hv 
a^:a  ^J3i  pnn'^ynn,  Ar.  *^j^  ^^Jlc  (sc.  ^\jJ\);  vgl.  Gr.  xapöta?  : 
d'/bpdj-oo.    30,  12  hat  Syr.  rwi  ^p,  Gr.  xaij.({;ov  tov  xpa'xr^Xov  autoD, 


§  14.    Die  Rekonstruktion  des  Urtextes.  CIL 

Ar.  xJ;  jj-^>^J3  »^'ij  (^>'-  39,  6  (9)  Syr.  fin  nn  «Sno,  Gr.  pr^txaxa 
(jo'^ia?  oi'jxoo,  Ar.  iU<:^itj  ^^uv«^!.  Wahrend  im  Araber  übrigens 
überall  dieselben  Lücken  wiederkehren  wie  im  Syrer,  hat  er  für 


Kap.  Vn. 

§  14.     Die  Rekonstruktion  des  Urtextes. 

Die  vorstehenden  Untersuchungen  haben  gelehrt,  dass  die 
Uebersetzungen  nur  mit  grosser  Vorsicht  zur  Emendation  des 
Hebräers  herangezogen  werden  dürfen.  Die  griechische  Ueber- 
setzung  des  Enkels  lässt  wegen  der  Freiheit,  mit  der  sie  sich 
bewegt,  nur  in  sehr  unvollkommenem  Masse  ihre  hebräische 
Vorlage  erkennen.  Sodann  ist  ihr  eigener  Text  durch  zufälüge 
Entstellung  und  durch  absichtliche  Korrektur  in  hohem  Grade 
verdorben.  Ueberdies  ist  er  in  manchen  Handschriften,  deren 
Text  übrigens  eine  vortreffliche  Grundlage  hat,  mit  einer  zweiten 
griechischen  Uebersetzung  verquickt,  die  auf  einen  jüngeren 
hebräischen  Text  zurückgeht.  Die  Afterübersetzungen  dienen 
vielfach  zur  Verbesserung  des  griechischen  Textes,  aber  z.  T. 
sind  sie  sehr  frei,  z.  T.  gehen  sie  auf  einen  noch  stärker  ent- 
arteten griechischen  Text  zurück.  Uebrigens  sind  auch  sie  von 
der  zweiten  griechischen  Uebersetzung  beeinflusst,  und  viele 
Verderbnisse  des  griechischen  Textes  sind  älter  als  sie  alle.-) 
Was  sodann  den  Syrer  angeht,  so  ist  er  freilich  nicht  After- 
übersetzung nach  dem  Griechen,  sondern  zunächst  Originalüber- 
setzung nach  dem  Hebräer.  Aber  seine  hebräische  Vorlage  war, 
wie  oben  S.  LVIII  seqq.  gezeigt  ist,  nicht  sehr  viel  besser  als  der 


')  Nach  Ryssel  (in  Kautzsch'  Apokryphen  S.  250)  gibt  es  in  der  Me- 
diceischen  Bibliothek  in  Florenz  eine  arabische  Uebersetzung,  die  nach  dem 
Griechen  korrigiert  ist.    Im  Katalog  von  Steph.  Ev.  Assemanus  finde  ich  sie  nicht. 

*)  So  z.  B.  4,  23  und  40,  7  awrrjpias  (für  %psiai),  10, 17  auTwv  1 "  (für 
ävf^pwnwv),  22,  17  (/lafifuoTÖg  (für  Yköfifiazoi),  44, 19  0/u.ocog  (für  fi&fioc;),  48,  10 
iXtyiiös  (für  erot/ios). 


QIj  Kap.  VII.  Die  Rekonstruktion  des  Urtextes. 

uns  vorliegende  Text.  Sodann  ist  er  an  manchen  Stellen  ebenso 
willkürlich  verfahren  wie  der  Grieche,  und  ol)endrein  hat  er  bei 
seiner  Uebersetzung  den  Griechen  stark  benutzt,  so  dass  seine 
Uebereinstimmung  mit  dem  Griechen  an  sich  nichts  für  seine 
hebräische  Vorlage  beweist.  Dabei  hatte  er  einen  griechischen 
Text  vor  sich,  der  durch  viele  Schreibfehler  und  Korrekturen, 
aber  auch  durch  Beimischung  der  zweiten  griechischen  Ueber- 
setzung entstellt  war.  Schliesslich  ist  er  nachträglich  nach  dem 
Griechen  korrigiert.  Deshalb  ist  die  Emendation  des  Hebräers 
eine  höchst  Ivomplizierte  Aufgabe,  sie  ist  überhaupt  nur  in  be- 
scheidenem Masse  durchführbar. 

Innerhalb  gewisser  Grenzen  ist  der  hebräische  Text  zu- 
nächst aus  sich  selbst  zu  korrigieren.  In  einer  toten  Sprache 
schreibend  bewegt  Jesus  Sirach  sich  weit  mehr  noch  als  die 
älteren  Autoren  des  Kanons  in  ständigen  Ausdrücken,  die  einmal 
geprägt  von  ihm  fast  wie  Stempel  gebraucht  werden.  Eine  Kon- 
kordanz der  hebräischen  Fragmente  würde  das  zur  Anschauung 
bringen,  und  damit  zugleich  für  die  Zuverlässigkeit  der  Ueber- 
Ueferung  einen  Massstab  bieten.  Sie  würde  deshalb  in  vielen 
Fällen  auch  zur  Emendation  dienen.  Neben  der  Konstanz  des 
Ausdrucks  ist  die  Regelmässigkeit  des  Versbaus  und  des  Strophen- 
baus von  Wichtigkeit.  Denn  ein  gewisses  Gleichmass  der  Stichen 
hat  Sirach  überall  eingehalten,  und  ebenso  deutlich  ist  sein 
Streben  nach  strophischer  Gliederung.  Bezüglich  des  sprach- 
lichen Ausdrucks  ist  anzunehmen,  dass  er  in  Anlehnung  an  die 
kanonischen  Muster  im  Allgemeinen  althebräische  Wörter  ge- 
braucht hat.  Wo  daher  in  Varianten  hebräische  und  aramäische 
Wörter  einander  gegenüberstehen  (s.  o.  S.  LXI),  wird  man  im  All- 
gemeinen den  hebräischen  Ausdruck  vorziehen  dürfen.  Indessen 
steht  20,  4  ein  schlechtes  hebräisches  h':  dem  aramäischen  um 
gegenüber,  und  37,  16  ist  zwischen  "im  und  "loso  kaum  zu  ent- 
scheiden. 

In  zweiter  Linie  muss  die  hebräische  Vorlage  des  Enkels, 
so  weit  sie  für  uns  sicher  erkennbar  ist,  als  Massstab  gelten. 
Allerdings  sind  hierbei  gewisse  Vorbehalte  zu  machen.  Der 
Enkel  besass  nicht,  wie  man  meinen  könnte,  das  Autographon 
des  Grossvaters,  sondern  eine  viel  jüngere  Kopie  in  flüchtiger 
Quadratschrift.    So  verlas   er  48,  23  1T3  "3  in  vo^n,    40,  20  12«^ 


§  14.    Die  Rekonstruktion  des  Urtextes.  CLI 

in  Tli',  3,  17  i'U^VZ  in  y\ifv^,  39,  17  und  40,  11  mö  {=  cTir:)  in 
D"»»,  38,  28  113  in  ID.^)  Uebrigens  war  seine  Vorlage  schon  an 
vielen  Stellen  verderbt  und  glossiert.  Er  las  z.  B.  22,  3  lon  für 
non,  25,  7  c  tf^s  für  nit'x,  25,  14  c^wti'  und  c^ny  für  nsuti'  und  ms:. 
Wahrscheinlich  las  der  Syrer,  der  mit  ihm  hier  überall  stimmt, 
an  allen  diesen  Stellen  ebenso.  Denn  wie  Hebr.  und  Syr.  las 
der  Enkel  4, 12 — 15  die  3.  Pers.  fem.  für  die  erste,  4,  15  das 
fehlerhafte  aEity\  und  ebenso  13,  26b  in  der  vorliegenden  sinn- 
losen Gestalt.  Er  hatte  ferner  44,  16  die  Glosse  nph:)  vor  sich, 
47,23  die  Glosse  'C2:  p  nvzr.  und  ebenso  17,17.  Anderseits 
fehlte  schon  in  seiner  Vorlage  46,  16  d. 

Der  vom  Enkel  gelesene  Text  war  somit  keineswegs  der 
ursprüngliche.  Es  besteht  aber  auch  kein  Grund  zu  der  An- 
nahme, dass  er  zu  seiner  Zeit  der  einzige  war  und  alle  spä- 
teren Texte  von  ihm  abstammten."^)  In  der  Tat  hat  der  Syrer, 
der  drei  oder  mehr  Jahrhunderte  nach  dem  Enkel  lebte,  an 
manchen  Stellen  bessere  Lesarten  vor  sich.  Gelegentlich  ist  er 
sogar  gegenüber  der  Uebereinstimmung  des  Hebräers  und  des 
Griechen  im  Recht.  Er  drückt  10,  16  richtig  d'^kj  aus  statt  ü^): 
des  Hebräers  und  des  Griechen,  ebenso  34,  10  inyi  statt  nyn, 
3,  16  rhp^  statt  bhpQ.  Man  kann  diese  Fälle  kaum  alle  daraus 
erklären,  dass  in  der  Vorlage  des  Syrers  das  Richtige  nach  Ver- 
mutung wiederhergestellt  war,  und  sie  sind  um  so  auffallender, 
weil  der  Syrer  im  Allgemeinen  in  engster  Verwandtschaft  mit 
unserm  hebräischen  Texte  steht.  Nun  liegen  aber  im  hebräischen 
Text  an  vielen  Stellen  Dubletten  vor,  von  denen  die  eine  mit 
dem  Griechen,  die  andere  mit  dem  Syrer  stimmt  (vgl.  z.  B.  o. 
S.  LVIII.  CXXXVII).  Er  ist  aus  verschiedenen  Rezensionen  zu- 
sammengeflossen, die  an  sehr  vielen  Stellen  jüngere  und  schlechtere 
Lesarten  aufwiesen,  als  die  Vorlage  des  Enkels,  die  aber  auch 
bessere  und  ältere  bewahrt  hatten.  So  hat  der  Hebräer  38,  1 
gewiss  richtig  nj?T  gegenüber  dem  123,  das  der  Talmud  liest  und 
das  Grieche  und  Syrer  ausdrücken.     Dieselbe  Textmischung  lag, 


')  Dagegen  sind  mir  keine  Verwechslungen  von  Buchstaben  begegnet, 
die  nur  aus  der  älteren  Schrift  erklärt  werden  könnten.  Vielleicht  hat  deshalb 
schon  der  Grossvater  in  Quadratschrift  geschrieben. 

2)  Es  scheint  z.  B.,  dass  sein  Text  in  c.  50  in  antisadokidischem  Sinne 
korrigiert  war,  wovon  beim  Hebräer  und  beim  Syrer  nichts  zu  merken  ist. 


CLII  Kap.  VII.  Die  Kekonstruktion  des  Urtextes, 

wie  oben  S.  LVII  sq.  gezeigt  ist,  dem  Syrer  vor,  und  es  ist  leicht 
denkbar,  dass  an  einzelnen  Stellen  gute  Varianten  erst  spät  alten 
Fehlern  gewichen  sind,  die  schon  der  Enkel  las.  85,  21  stehen 
im  Hebräer  die  Lesarten  -[nnnsi  und  "[TmKSl  nebeneinander,  mit 
dem  ersteren  stimmt  Gr.  d-h  täv  xsxvtuv  aou,  mit  dem  letzteren, 
das  das  ältere  ist,  Syr.  "[nmisn.  Auch  die  zweite  griechische 
Uebersetzung  wird  so  gelesen  haben;  denn  das  Breviarium  Mo- 
zarabicum  p.  239  hat:  a  viis  tuis.  Im  Allgemeinen  hat  aber 
der  vom  Enkel  gelesene  Text  das  Vorurteil  für  sich  gegenüber 
dem  vom  Syrer  gelesenen,  und  wo  uns  in  Dubletten  des  He- 
bräers die  Vorlagen  der  beiden  erkennbar  sind,  lässt  sich  aus 
inneren  Gründen  regelmässig  die  des  Griechen  als  die  bessere 
erweisen.  In  den  weitaus  meisten  Fällen  wird  deshall)  die 
Uebereinstimmung  des  Griechen  mit  dem  Hebräer  ausschlag- 
gebend sein.  Die  Uebereinstimmung  des  Syrers  und  des  La- 
teiners kann  nur  selten  gegen  ihren  Consensus  aufkommen. 
Vgl.  z.  B. 

10,33.  virum  peccatorem  divitem,  Syr.  xS'y  NTnj?V,  Gr. 
avSpa  ajxapxouXov,  Hebr.  D5:n"  t^^s  h^^. 

15,  6.  praem.  et  adimplebit  illum  spiritu  sapientiae  et  in- 
tellectus;  vgl.  Syr.  ^^r'7ön  Nmi  «nnn. 

15,  9.  i.  f.  add.  sapientia;  vgl.  Syr.,  der  in  a  Nna:n  für 
rhnn  hat. 

16,25.    dicam,  Syr.  nas;  Gr.  sx<pay«),  Hebr.  nv'2a. 

36,29.    mulierem  bonam,  Syr.  «nna  Knnix;  Hebr.  Gr.  rwa. 

38,5.     aqua  amara,  Syr.  üViü  «'"'ö;  Hebr.  Gr.  D^o. 

48,20.  Isaiae  sancti  prophetae,  Syr.  «"•2:  a^yu>a;  Hebr. 
Gr.  )n^V^\ 

49, 16.     Seth   et  Sem,  Syr.    ü'Uf)   n'Uf;  Hebr.  ntri   üUf),  Gr. 

Au  allen  diesen  Stellen  sind  Lateiner  und  Syrer  zu  ver- 
werfen. Ihre  Uebereinstimmung  beruht  hier  auf  sekundärem 
griechischem  Text,  im  günstigsten  Falle  geht  sie  auf  einen  jüngeren 
hebräischen  Text  zurück,  beim  Lateiner  in  diesem  Fall  durch 
Vermittelung  der  zweiten  griechischen  Uebersetzung.  So  z.  B. 
33,  2  add.  quae  non  exquisierunt  te  (=  248  -a  \ir^  ex^^rouvia  as) ; 
Syr.   add.  yivr  s^n.  Vgl.  11,28.  34,20   und   oben  S.  XCIII  sq. 


§  14.    Die  Rekonstruktion  des  Urtextes.  CLIII 

Sodana  ist  nach  der  Uebersetzung  des  Enkels  im  We- 
sentlichen der  ursprüngliche  Umfang  des  Buches  zu  bestimmen, 
und  massgebend  ist  hierbei  namentlich  der  griechische  Vulgär- 
text, wie  ihn  vor  allem  der  Codex  Vaticanus  repräsentiert.  Aller- 
dings sind  in  diesem  Text  einzelne  Stichen  ausgefallen  (s.  o. 
S.  LXXVI  sq.),  und  einige  andere  hat  der  Enkel  übergangen  (s.  o. 
S.  LXVI),  wenn  sie  nicht  zufällig  in  seinem  Exemplar  fehlten. 
Denn  die  Zusätze  der  zweiten  griechischen  Uebersetzung,  die 
des  Syrers  und  die  unechten  Sirachsprüche  der  talmudischen 
und  der  nachtalmudischen  Literatur,  die  übrigens  unter  einander 
sehr  verschiedenartig-  sind,  weichen  nach  Form  und  Inhalt  un- 
verkennbar von  den  übrigen  ab.  Dagegen  wird  der  Umfang, 
den  der  griechische  Vulgärtext  dem  Buche  gibt,  abgesehen  von 
einzelnen  sekundären  Distichen,  in  der  Hauptsache  vom  hebräischen 
Text,  übrigens  aber  durch  das  Gleichmass  der  strophischen 
G-liederung  und  des  Versbaus  in  hohem  Masse  bestätigt. 

Weniger  leicht  fällt  die  Entscheidung,  wo  der  Grieche  vom 
Hebräer  abweicht,  und  der  Syrer,  und  eventuell  auch  der  La- 
teiner, mit  einem  der  beiden  übereinstimmen.  Denn  wo  die 
beiden  letzteren  mit  dem  Hebräer  gegen  den  Griechen  gehen, 
kann  die  hebräische  Lesart  gleichwohl  sekundär  sein.  Wo  sie 
aber  mit  dem  Griechen  gegen  den  Hebräer  gehen,  können  sie 
vom  Griechen  abhängen,  während  der  Hebräer  wie  38,  1  das 
Ursprüngliche  bewahrt  haben  kann.  Aber  meistens  sind  auch 
hier  drei  Zeugen  im  Recht  gegen  einen.  Ich  zähle  hier  einige 
Fälle  der  ersteren  Art   auf. 

4.3.  cor  inopis,  Syr.  wroa  nmi^i  Miya,  Hebr.  ':v  2np;  Gr. 
xapotav  TrapwpYiSjJ-svr^v,  aber  Anton.  Mel.  xapo'rav  s-ioeoixsvo'j, 
Chrysost,  ^uxV  "^s^fZTTstvwiJLsv/jv. 

4. 4.  rogationem  contribulati,  Syr.  W2D2T  nmyn,  Hebr. 
hl  mSlXl^;  Gr.  ix£t-/;v  &>a|io|x£vov. 

4,  11.  inspirat,  Syr.  ncSx,  Hebr.  maS;  Gr.  av6'}a>(3s,  aber 
Clem.  Alex,  ivscpustwcis. 

4,  12.  complectentur  (al.  complebuntur)  placo]'e(m)  illius, 
Syr.  srn^  l'^hzp:,  Hebr.  |i:fl  IiTD";    Gr.  s[i.7rXrj3i}r^aovTai  sucppoouvr^c. 

4,  19.  in  manus  inimici  sui,  Syr.  xcian  i":,  Hebr.  cntf'':; 
Gr.  tk  '/ß['''J-^  -Twascüc  au-ojj. 


CLIV  Kap.  VII.  Die  Rekonstruktion  des  Urtextes. 

6,  8.  secundum  tempus  suum,  Syr.  Nnyii'  ""OKS.  Hebr.  nj;  "'s: ; 
Gr.  iv  xaipoTi  ot'jTO'j. 

6,  22.    sapientia  doctrinae,  Syr.  nicSr,  Hebr.  iDlon;  Gr.  aooiot. 

7,  6.    nisi,  Syr.  ]a  aha,  Hebr.  fK  dn;  Gr.  [xt;  oüx. 
7/21.     quasi  anima  tua,    Syr.    i'^z:  ya,    Hebr.   t^c»;    Gr. 

7,31.     honora,  Syr.  M^nzti»,  Hebr.  nn:;  Gr.  'f  o  ß  o  a. 

8,  15.    vadit,  Syr. '?:«,  Hebr.  "[S"",  Gr.  -oiv;a£i  (Sah.  r.opz'jzzai). 
9, 9.     sanguine  tuo,    Syr.  «rn  Söi3,    Hebr.  D^mn;    Gr.    t(o 

uveuixaii  aou,    aber  Clem.  AI.  ".  oiiii.o.v'  a. 

10,  29.  animam  siiam,  Syr.  nti'c:,  Hebr.  itycj;  Gr.  tyjv  Cwr^v 
auTou. 

11, 5.  in  throne,  Syr.  x*m:  Sj?,  Hebr.  ndd  'jy;  Gr.  £-' 
£  0  a  cp  0  u  c. 

34,27.  ab  initio,  Syr.  n^u'iz  p,  Hebr.  li^sns  (al.  rT'trsna); 
Gr.  dv&pfoTTot?,  Clem.  Alex.  7-'  ap/r^?. 

35,  2.  coronam  et  dignationem,  Syr.  »".p"»,  Hebr.  hz^;  Gr. 
axscpavov. 

35, 10.  ante  grandinem,  Hebr.  mz  ''30^;  Gr.  Trpo  ßpov-r,?, 
Syr.  vac. 

37,  3.     creata  es,  Syr.  n2n^»,  Hebr.  -mifi:;  Gr.  evsxuXtai^r^c. 

39, 18.  placor  fit,  Syr.  nayno  nrni:,  Hebr.  n^Sr  lilifi;  Gr. 
TiOLCsa  -Jj  euoox''ot  (Clem.  AI.  add.  Yivsxai). 

Ebenda:  non  est  minoratio,  Hebr.  ni:3?ö  |'s,  Syr.  imi^ön  n^S; 
Gr.  oux  ioTiv  oc  iXaxTüjasi,    Clem.  AI.  O'jx    lativ   iXa-cxtuaic  ef?. 

39,  19.  non  est  quidquam  absconditum,  Syr.  Ntrtsi  n''S, 
Hebr.  "ino:  ya;    Gr.  oux  sanv  xpußr^vai. 

39.22.  inundavit,  Syr.  xm,  Hebr.  nc^2rn;   Gr.  sTrcxaAu-yc. 
39,  25.    bona  et  mala,  Syr.  \if'2{h)  \a)  2a{b)  ]a,  Hebr.  piriJ:; 

Gr.  xaxa. 

42.23.  omnia,  Syr.  pnSs,  Hebr.  ^rn;  Gr.  xal  Travra. 
44,  10.  defuerunt,  Syr.  i?3Jn,  Hebr.  n(3t^n);  Gr.  sTrsXr^cjÖT^aav. 
45, 15.  sicut    dies    coeli,    Hebr.    Syr.    c^oii'   "OT,    Gr.    iv 

T^fjipai?  oupotvoö. 

47, 17.  terrae,  Theodor,  gentes.  Toi.  gentes  terrae,  Syr. 
Hebr.  cej;;  Gr.  /Äpai. 

49,  1.  indulcabitur  eins  memoria,  Syr.  ruirn  »Sn,  Hebr, 
113*  p^no^;  Gr.  YXuxavOr^asxai. 


§  14.    Die  Rekonstruktion  des  Urtextes.  CLV 

50/22.     in  omni  terra,  Hebr.  Syr.  "^K-;  Gr.  -av-rr,. 

50,26.  in  monte  Seir,  Syr.  hi:,  Hebr.  rv^;  Gr.  iv  ö'ps«. 
1' ctjxotpsrac. 

51,2.  corpus  meuni  =  Hebr.  8yr.  Gr.;  aber  Brev.  Moz- 
arab.  animam  meam,  wohl  =  "K^cj  in  2a,  der  im  Griechen  und 
übrigens  auch  im  Lateiner  ausgefallen  ist. 

In  manchen  der  hier  aufgeführten  Fälle  ist  der  Grieche 
unbedenklich  nach  dem  Lateiner  zu  emendieren.  So  ist  4,  4 
tx£-öiav  i>Xißo[i3vo'j  zu  schreiben,  4,  11  £V£9'ja''oj3£,  8,  15  -opz'jz-on, 
9,9  ai;xa-:t,  11,5  £-1  oicppou,  34,27  oltz  ap/r,?,  39,18  ';(vfza>.  und 
iativ  aXaxTwsi?  st?,  39,  25  ayaöa  xal  xctxcc.  Ferner  dürfte  42,  23 
xai'  zu  tilgen,  und  4,  12  cu'fposuvr^s  in  s'jooxt'ot?  zu  ändern  sein. 
Auch  10,  29.  49,  1.  50,  26  ist  der  griechische  Text  vielleicht  an- 
zufechten, aber  an  Stellen,  wie  4,  3.  19.  6, 8.  45,  15,  ist  die 
überlieferte  griechische  Lesai't  eher  zu  belassen,  womit  freilich 
über  den  Urtext  noch  nicht  entschieden  ist.  Vgl.  sonst  20,  7. 
37,  8.  48,  20  und  dazu  o.  S.  XC,  sowie  37,  10  und  dazu  o.  S.  XCIIL 

Es  gibt  auch  Fälle,  in  denen  der  Lateiner  mit  dem  Hebräer 
gegen  den  Griechen  und  den  Syrer  übereinstimmt. 

4,  20.     praem.  fili,  Hebr.  praem.  ''J2. 

7,29.     sanctifica,  Hebr.  ^^ipn;  Syr.  y\  Gr.  OaoactCs. 

32,  24.  et  secundum  opera  Adae,  Hebr.  eis  hK:):  Syr. 
i6)V  "'^3J;^^,   Gr.  X7t  xa  sp^a  av&pturwv. 

Ueberall  scheinen  hier  der  Hebräer  und  der  Lateiner  im 
Recht  zu  sein,  dagegen  ist  der  Grieche  korrigiert,  und  der  Syrer 
ihm  gefolgt.     Vgl.  14,  3  und  dazu  o.  S.  XC. 

Wie  kompliziert  aber  das  Verhältnis  der  Zeugen  zu  ein- 
ander ist,  mag  ein  Fall  wie  4,  17 ab  lehren.    Die  Stichen  lauten: 

Hebr.  wj?  "Sk  'Cinnz  ': 
:nwD:n  irnr  0^:2^1 

Syr.  mv  i^HK  n-KDcm  ^1:0 

Gr.  o-i  oi£(3Tpaix}x£v«)?  (Syroh.  253  oTt  iv  -sipasixoll)  TropsussToti 

tX£T      OtUTO'J 

iv    -poitCilC. 

Lat.    quoniam  in  tentatione  ambulat  cum  eo, 
in  primis  eligit  eum. 


CLVI  Kap.  VII.  Die  Rekonstruktion  des  Unoxtes. 

Im  Gr.  sind  die  beiden  letzten  Worte  des  Hebr.  nicht 
ausgedrückt,  aber  in  Codd.  Syrob.  253  und  im  Lateiner  ist  sv 
7rsipaa}X(i>  =  mJVDiS  an  Stelle  von  oieatpaiiixsvoK  eingedrungen,  und 
Lat.  fand  in  seiner  Vorlage  auch  ein  Aequivalent  von  I3'in3\ 
Syr.  schliesst  sich  mit  rT'Krcn  =  oi£3T,o7.;x|jivojc  =  nDjnna  an  den 
griechischen  Vulgärtext  an,  mit  dem  er  zunächst  auch  m3rDi3 
übergeht.  Dagegen  gibt  er  )r\ny  Avieder,  aber  nicht  im  Anschluss 
an  die  griechische  Vorlage  des  Lateiners,  sondern  selbständig. 
Im  Hebr.  ist  übrigens  "Uinn""  Fehler  für  i:"in2K,  der  aber  mit  der 
Umsetzung  der  ersten  Person  in  die  dritte  beim  Griechen  kaum 
zusammenhängt,  da  dann  ijnnnn  zu  erwarten  wäre.  Aehnliche 
Fälle  sind  5,  2.  10,  17. 

Ungleich  schwieriger  liegt  die  Entscheidung,  wo  der  He- 
bräer fehlt  und  die  Retroversion  der  beiden  Uebersetzungen 
ohne  diesen  Leitfaden  unternommen  werden  muss.  Ueberein- 
stimmung  des  Lateiners  und  des  Syrers  gegen  den  Griechen 
findet  sich  hier  in  folgenden  Fällen. 

1;  1.  et  cum  illo  fuit  semper  et  est  ante  aevum,  Syr.  Ml 
yoiy  |0  M  noy;   Gr.  x^l  ti-s-'   ao-oü  za-ai  tl;  xov  aiÄva. 

1,  3.  et  profundum  abyssi  quis  dimensus  est,  Syr.  Xöinm 
n'li'OJ  liO  K2T;    Gr.  zal  aßuaaov  xai  aocpiav  -i'c  s^i/viaaet. 

1,  8.  Unus  est  altissimus  creator  omnipotens  et  rex  potens 
et  metuendus  niniis,  Syr.  Mmn'jn  h'^ni)  )n  in;  Gr.  sie  ecjtIv  aocpoc 
ocißspo;   O'^oopa. 

1, 15.  et  cum  justis  et  fidelibus  agnoscitur,  Syr.  si^J«  cy 
nJprriK  Hühv  p  Mi  iSnit>ipi  M;  Gr.  «xsia  av&pw-tuy  OctxsXiov  aiöivo? 
ivoaasuss. 

1,  30.  quoniam  accessisti  maligne,  Syr.  n^2nl^♦K^  h'Cf2 ;  Gr. 
oxi  ou  Trpoar^XOsc. 

7,  28.  quoniam  nisi  per  illos  natus  non  fuisses,  Syr.  'hm 
yn''ii  üb  ]):n  s'?;  Gr.  o-i  5i'  «utäv  sysyr^i}-/)?,  aber  Sah.:  dass  du 
ohne  sie  nicht  existieren  würdest. 

17,  2.     numerum  dierum,  Syr.  «noiM  Wio;  Gr.  7)[x£pa;  dptOfxou. 

18,29.  Dublette:  intellexerunt  und  impluerunt,  Syr. 
])Vi:;   Gr.  rhw/^pr^acc^. 

19,8.  si  est  tibi  delictum,  Syr.  KTtsn  "jS  n'K  |n;  Gr.  tl  «xr^ 
eaitv  aoi  atxapita. 


§  14.    Die  Rekonstruktion  des  Urtextes.  CLVlI 

19,27.     et  est  qui  inclinat,  Syr.  piöl  n'^ü;    Gr.  cuYz6cp(uv. 

20.14.  Septem plices,  Syr.  xysK'S  nn;  Gr.  av{>'  ivo?  ttoXXoi'. 
24,31.     appropinqiiavit    ad    inare,    Syr.    KI2''  h)!   «jsa;    Gr. 

£Y£vsTo  et?  OaXotaafotv. 

2b,  1.     placitum  est  spiritui  meo.  Syr.  "tfcj  n:imx;    Gr. 

2.5,9.  qui  iuvenit  amiciim  verum,  Syr.  Nism  nri^ST;  Gr. 
0?  sups  cppovr^cfiv. 

25. 15.  super  iram  mulieris,  Syr.  ^^ni^?  p  «Tio;  Gr.  u-sp 

26,  3.     add.  pro  boiiis  factis,   Syr.  add.  «ro  Mlisy  r|Sn. 

27, 21.  denudare  autem  amici  mysteria  desperatio  est 
animae  infelicis,  Syr.  in  ki2D  pDo  Kixi  p  sSjöS;  Gr.  o  os  d::o- 
xaXu'iot?  [xuai/ipioc  aTi-^XTriasv. 

28,9.     inimicitiam,  Syr.  xmiim'jjja;  Gr.  oiaßoXr^v. 

39,9.  a  generatione  in  generationem,  Syr.  mS  "n  p;  Gr. 
£i;  YSV£a;  -'svswv. 

Auch  hier  ist  der  Grieche  mehrfach  nach  dem  Lateiner 
und  Syrer  zu  Ivorrigieren.  So  ist  1, 30  ou  zu  streichen,  um- 
gekehrt ist  19,  8  die  Negation  im  Lat.  und  Syr.  fälschlich  unter- 
drückt. Ebenso  dürfte  1,  8  3090?  zu  tilgen  sein.  Auf  falscher 
Ueberlieferung  beruht  wohl  1, 3  xotl  aocttav  und  25,  15  s/UpoG 
statt  -j'jvzixoc.  Auf  Korrektur  können  sodann  die  griechischen 
Lesarten  20,14.  24,31.  25,1  beruhen.  Vgl.  auch  17,7.  30,39 
und  dazu  oben  S.  XC.  Aber  unzulässig  ist  diese  Annahme  für 
25,  9.  Denn  hier  beging  Gr.  einen  Lesefehler,  der  bei  ihm  auch 
22,  19.  40,  20  zugrunde  zu  liegen  scheint.  Sodann  ist  1,  3  £;t- 
/vtaast  besser  als  mensus  est  und  mti^öJ,  17,  2  r^ixspa?  api9[xou 
besser  als  numerum  dierum.  Dass  auch  beim  Lateiner  und 
beim  Syrer  mit  willkürlicher  Abwandlung  des  Textes  für  sie 
selbst  oder  ihre  Vorlagen  gerechnet  werden  muss,  zeigt  auch 
ein  Fall  wie  6, 5,  wo  Hebr.  in,  Gr.  AapuY?,  Syr.  koiq,  Lat. 
verbum. 

Für  ein  starkes  Drittel  des  Buches  sind  wir  auch  jetzt 
noch  darauf  angewiesen,  durch  Retroversion  des  Griechen  und 
des  Syrers  den  Urtext  zu  erschliessen.  In  Einzelheiten  haben 
schon  Drusius  und  mit  merkwürdiger  Divination  Grotius  für  den 


OLVlII  ^^P-  ^i-  Di6  Rekonstruktion  des  Urtextes. 

Griechen  diese  Aufgabe  anzugreifen  verstanden,  später  haben 
Lowth  und  Frit^sche  sich  um  sie  bemüht.  Weit  grösseren  Er- 
folg hatten  Bickell,  Edersheim  und  F.  Perles,  die  den  Griechen 
und  den  Syrer  als  zwei  Originalübersetzungen  konfrontierten. 
Durch  die  Entdeckung  der  hebräischen  Fragmente  ist  diese  Auf- 
gabe in  hohem  Masse  erleichtert.  In  manchen  Fällen  lässt  sich 
mit  höchster  Wahrscheinlichkeit  aus  der  Analogie  von  hebräisch 
erhaltenen  Stellen  der  Wortlaut  von  nur  griechisch  und  syrisch 
erhaltenen  erschliessen.  Einzelne  Disticha  wie  20,  30.  31.  39,  10 
sind  danach  ohne  weiteres  zu  rekonstruieren,  und  oft  verrät 
sich  die  ständige  Ausdrucks  weise  Sirachs  auch  da,  wo  die  Will- 
kür der  Uebersetzer  sie  versclileiert  hat.  Mit  grösserer  Sicher- 
heit ist  jetzt  manche  Diskrepanz  der  Uebersetzer  auf  verschiedene 
Deutung  desselben  hebräischen  Ausdrucks,  oder  auf  Lesefehler 
oder  auch  auf  Schreibfehler  ihrer  Vorlage  zurückzuführen.  Aber 
auch  die  Uebersetzungsweise  des  Syrers  und  namentlich  die  des 
Griechen  ist  erkennbar  geworden,  und  damit  zugleich  sein  eigen- 
tümlicher Sprachgebrauch.  An  manchen  Stellen  ist  schon  mit 
der  Einsicht  geholfen,  dass  der  Grieche  oia&r^xvj  für  pn,  und  sv 
für  jedes  beliebige  S  setzt.  Aussichtslos  ist  indessen  auch  jetzt 
noch  der  Versuch  einer  durchgehenden  Retroversion  der  nur 
griechisch  und  syrisch  erhaltenen  Stücke.^)  Denn  die  hebräischen 
Fragmente  zeigen  nicht  nur,  dass  beide  Uebersetzer  oft  will- 
kürlich verfahren  sind,  sondern  auch,  dass  ihre  Vorlagen  stark 
von  einander  abwichen.  Einen  ungefähren  Massstab  hierfür  haben 
wir  daran,  dass,  wo  die  Handschriften  A  und  C  des  Hebräers 
nebeneinander  hergehen,  der  Grieche  meist  mit  C,  der  Syrer  mit 
A  stiumit.  Uebrigens  wird  der  Syrer  nicht  nur  in  Fällen  wie 
35, 5.  6  sekundären  Umdichtungen  ganzer  Verse  gefolgt  sein. 
Dazu  kommt,  dass  seine  Arbeit  nicht  überall  Originalübersetzung 
ist,  und  seine  kritiklose  Benutzung  auch  deshalb  leicht  irreführen 
kann.  Die  Frage,  ob  die  beiden  Uebersetzungen  auf  ein  gemeinsames 
Original  zurückgehen,  muss  freilich  überall  gestellt  werden,  und 


1)  Loeb  ben  Seeb  (Wolfsohn),  ki^d  p  yB>in«  no3n  (Breslau  1798  und 
öfter),  gibt  eine  freie  Paraphrase  von  geringem  Wert.  Aber  an  einzelnen  Stellen, 
z.  B.  17,  30,  ist  der  Verf.  unwillkürlich  auf  das  Richtige  verfallen.  Unzu- 
gänglich war  mir  S.  J.  Fränkel,  Hagiographa  posteriora,  Lipsiae  1880. 


§  14.    Die  Rekonstruktion   des  Urtextes.  CLIX 

wie  weit  sie  lösbar  ist,  kann  nur  der  Erfolg  lehren.  Im  Uebrigen 
ist  der  Gedankengang  Siracbs  meist  so  fest  in  sich  geschlossen, 
dass  der  ungefähre  Sinn  eines  Verses  kaum  irgendwo  zweifel- 
haft bleibt.  Hierfür  gibt  auch  die  Regelmässigkeit  des  Vers- 
baus sowie  die  strophische  Gliederung  wertvolle  Fingerzeige. 


Bas  Vorwort  des  Enkels. 

Als  Gesittung  und  Weisheit,  die  das  Wesen  des  gesetzlichen 
Wandels  sind,  geht  die  jüdische  Religion  alle  Volksgenossen  an, 
und  giht  sie  ihnen,  auch  in  der  Diaspora,  Selbstbewusstsein  und 
Halt  gegenüber  der  heidnischen  Welt.  Die  Quelle  der  Religion 
ist  aber  die  heilige  Schrift,  die  nur  der  Schriftgelehrte  zu  lesen 
vermag.  Deshalb  bedürfen  die  Juden  des  mündlichen  Unterrichts 
der  Schriftgelehrteu,  aber  auch  einer  Literatur,  die  den  Inhalt 
der  heiligen  Schrift  den  Laien  darlegt.  Zu  dem  Zweck  hat  der 
Grossvater  Jesus  sein  Buch  geschrieben,  und  zu  demselben 
Zweck  hat  der  Enkel,  der  lange  Jahre  in  Aegypten  mündlich 
gelehrt  hat,  das  Buch  ins  Griechische  übersetzt.  Er  ist  sich 
bewusst,  dass  seine  Uebersetzung  trotz  allem  von  ihm  aufge- 
boteneu Fleiss  in  manchem  Ausdruck  unvollkommen  ist.  Er 
meint  aber,  dass  es  den  Uebersetzern  der  heiligen  Schrift  ähnlich 
ergangen  sei  und  jede  Uebersetzung  als  solche  mangelhaft  sein 
müsse. 

Der  Prolog  fehlt  begreiflicher  Weise  im  Syrer,  er  fehlt 
aber  auch  im  Aethiopen,  ferner  in  Codd.  157,  248.  Wahr- 
scheinlich fehlte  er  auch  in  der  alten  Handschrift,  auf  die  be- 
züglich der  Umstellung  in  c.30 — 36  alle  griechischen  Handschriften 
zurückgehen.  Cod.  248  und  nach  ihm  die  Complutensis  haben 
für  den  echten  Prolog  ein  spätes  Machwerk  aus  der  pseudo- 
athanasianischen  Synopse  (Äthan.  Opp.  III  173).  Abgedruckt 
ist  der  unechte  Prolog  in  neuerer  Zeit  von  0.  F.  Fritzsche  (Libri 
apocryphi  V.  T.  1871).— Im  Cod.  S  fehlt  7:^0X070,-  (106  7:^6X070? 
oocpia?),   Syrol).  (?)  70  haben  -rrpooiaiov. 


Smeiid,  Siiaoh-Kuinmentar. 


2  Das  Vorwort  des  Enkels. 

§  1.  7,xoXo'jf}rjXOTojv]  hat  den  Sinn  der  zeitlichen  Folge 
(in  der  oiaoo/r^  der  Offenbarung);  vgl.  zu  c.  44—49.  Die  Ver- 
fasser der  Hagiographen  sind  nach  Meinung  des  Uebersetzers 
Nachfolger  der  Propheten,  zu  denen  sie  selbst  aber  nicht  mehr 
gehören.  Jünger  als  die  Propheten  sind  von  den  im  Kanon  ge- 
nannten Autoren  Ezra  und  Nehemia.  Ob  der  Uebersetzer  noch 
ein  anderes  Hagiographon  wirklich  für  jünger  hielt  als  die 
Propheten,  darf  man  fragen.  Aber  eine  gewisse  Empfindung 
davon^  dass  die  Hagiographen  im  Allgemeinen  jünger  sind, 
hat  er  offenbar.  —  osSojasvojv]  obwohl  Israel  seine  Weisheit 
der  Offenbarung  verdankt,  gereicht  sie  ihm  selbst  zum  Ruhm 
(Dt.  4,  16).  —  üriMjtir/.i  X7.1  ao'ft^.r]  253  aorpt^c  x.  Ttatosi«;  = 
"iDlöl  no:n.  In  erster  Linie  ist  an  die  moralische  Bildung  und 
Gesittung  gedacht,  —  too;  rzv^.-'ivojT/.ovTczc]  :=  die  Schriftgelehr- 
ten; vgl.  ^va'Yvwai?  §  2  und  otvct^vwa-:-/;;  =  "ic'D  3  Ezr.  8,8.  9.  19. 
9,  39.  42.  49  (=  Ezr.  7,  11.  12.  21.  Neh.  8,  1.  4.  9).  — 
7tv£3i)aiJ  23  106  k  Lat.  tvrjx.  —  toTc  hrM]  entweder  =  toT?  ev 
-fj  -otf/otxs^jta  §  7  oder  ^  Laien.  Das  letztere  erfordert  der 
Nachsatz  6  tAt-jjc.  ;xou  xtX.,  da  der  Grossvater  nicht  für  die 
Diaspora  schrieb.  Man  müsste  sonst  annehmen,  dass  die  un- 
gewohnte Redeform  des  griechischen  Periodenbaus  den  Schreiber 
Sätze  verbinden  liesse,  die  nicht  zu  einander  gehörten.  —  to-j; 
tpiX^|x7.i>ouvT7.c]  müsste  hier  die  Schriftgelehrten  bedeuten,  aber  das 
Verbum  wird  §  7,  und  das  Adjectiv  §  2  von  den  Laien  gebraucht, 
und  diese  Inconcinnität  ist  um  so  anstössiger,  als  sich  hier  alles 
um  den  Gegensatz  von  Gelehrten  und  Laien  dreht.  Dagegen 
hat  Syroh.  in  Uebereinstimmung  mit  Tts'fiXo-ov/jtxsvujv  §  3  richtig 
to'jc  ciiXoTtovo'jyra;. 

§  2.  Ivo/otJ  im  Sinne  von  „in  einer  Sache  befangen,  ihr 
ergeben",  den  man  hier  finden  will,  wird  das  Wort  sonst  mit 
dem  Dativ  verbunden.  Davon  abgesehen,  befriedigt  diese  Be- 
deutung nicht,  da  man  wohl  der  Weisheit,  nicht  aber  einem 
Weisheitsbuch  ergeben  sein  kann.  Syroh.  23  AS  ''^  106  k  55 
254  296  haben  hr^yjA\  vgl.  hrf/ita  und  iyf,yr,ai.t  bei  den  Kirchen- 
vätern. Lat.  periti.  —  i-i-pocrilojai]  S  stt  7:f>r>aÖ7j30'j3iv,  auch  Syroh. 
drückt  sti  aus.  —  oia'J  in  zuständlichem  Sinne  wie  sonst  sv.  — 
Ivvojxou]  23  S*  £x  votxo'j,  70  253  307  Iv  votito.  —  l-izpojööisi  — 
ßtu)a£(uc]     Lat.    attendant    animo    et    confirmentur    ad   legitimam 


Das  Vorwort  des  Enkels.  3 

vitam.  Aber  Sang,  setzt  et  confirmentur  (—  rcapaxsxXrjaiJai  vgl.  Lat. 
zu  17,  24)  richtig  an  den  Schluss. 

§  3.  i'f'  oU  hängt  von  au"pj'voj;x-/)v  iyzw  und  zugleich  von 
aouvcfii-cn/  ab,  und  von  ihm  xtov  y.axa  TTjV  spijL.  TTscp.,  wogegen 
-ist  -rtuv  Xscswv  instrumental  zu  ciouvotfxsTv  (23  S'^  B'^  om.)  ge- 
hört. —  ctuTot  (23  xo('jT7.)  £v  (Syroh,  106  k  om,,  253  i'f')  iauT^r^ 
wird  vom  Lat.  übergangen,  es  ist  aber  wohl  verstärktes  iv 
kdu-rn;  =  was  für  sich  selbst,  d.  h.  ursprünglich,  hebräisch 
gesagt  ist.  Das  sofort  folgende  ou  -,'7.p  iVjouvotjxsr  xtX.  muss 
auf  den  Wortlaut,  nicht  auf  den  Sinn,  des  Urtextes  bezogen 
werden;  er  bittet  nicht  wegen  der  Freiheit,  sondern  wegen  der 
Wörtlichkeit  seiner  Uebersetzung  um  Entschuldigung.  Der 
Freimut,  mit  dem  er  sich  dabei  über  die  Mangelhaftigkeit  der 
LXX  äussert,  beweist,  dass  zu  seiner  Zeit  nicht  einmal  der 
griechische  Pentateuch  als  autorisierte  Uebersetzung  galt.  — 
Der  Ausdruck  sßpcüati'  kommt  hier  zum  ersten  Male  vor,  jjlst^yoj 
im  Sinne  von  übersetzen  nur  hier. 

§  4.  Syroh.  k  C  Lat.  ot  r.rjry^r^xon.  —  iv  (S  om.)  ioiuTor? 
Xc7o;x£V7.|  zu  ergänzen  ist:  von  ihrer  Uebersetzung.  Toi.:  quum 
in  alteram  eloquutionem  de  altera  lingua  vertuntur. 

§  5.  yap]  23  S"  oi.  —  i-\  -oo  EucpYixouJ  106  i,  m.  add. 
n-rA£[x7.tou ;  Lat.  temporibus  Ptolemaei  (Toi.  Tholomei)  Euergetis. 
Dass  das  38.  Regierungsjahr  des  Euergetes  (=  132  a.  Chr.) 
gemeint  ist,  hat  G.  A.  Deissmann  (Bibelstudien  S.  255)  von 
neuem  bewiesen.  In  der  LXX  steht  i-(  bei  derartigen  Zeitbe- 
stimmungen für  hebräisches  h,  einerlei,  ob  der  betr.  König  tot 
ist  oder  noch  lebt;  vgl.  für  den  letzteren  Fall  z.  B,  Zach.  1,  1 
und  namentlich  1  Macc.  13,  42.  14,  27.  Dagegen  hat  U.  Wilken 
(Archiv  für  Papyrusforschung  III,  2  S.  321  f.)  auf  den  Papyri 
£711  in  diesem  Sinne  nur  bei  Zeitangaben  gefunden,  die  einen 
schon  verstorbenen  König  betreffen,  und  da  in  dieser  Vorrede 
eigentliche  Hebraismen  nicht  nachzuweisen  seien,  hält  er  sich 
zu  dem  Schlüsse  berechtigt,  dass  der  Enkel  nach  dem  Tode  des 
Euergetes  (=  117  a.  Chr.)  geschrieben  habe.  Diese  Folgerung 
ist  schwerlich  zulässig,  aber  aus  einem  anderen  Grunde  hat 
Wilken  höchst  wahrscheinlich  Recht.  Für  zk  (S*  xot-')  Aqu-Tov 
xoti  liest  23  xat  Itt'  oXqov;  nach  Nobilius  hatten  einige  Hss. 
y.cd  £-'  oXr-j'ov   xpovoy.      Beides  ist  Korrektur,  die  das   schwierige 

1* 


4  Das  Vorwort  des  Enkels. 

xcti  a'j-j7,oovt3otc  (Lat.  cum  multum  temporis  ibi  fuissem,  al, 
fecissem)  erleichtern  will.  Gewöhnlich  erklärt  man  nun  ysA 
G'j-i'/povt'sac:  und  als  ich  dort  mich  aufhielt.  Aber  das  Verbum 
bedeutet  sonst  (mit  t-vi):  mit  jemandem  gleichzeitig  sein;  man 
wird  danach  erklären  müssen:  und  da  ich  mich  während  seiner 
ganzen  weiteren  Regierungszeit  dort  aufhielt.  Den  Termin  seiner 
Ankunft  kann  er  auch  nur  deshalb  nennen,  weil  seitdem  manches 
Jahr  (vgl.  unten  h  -m  o'.7.3Tr,ij.7-i  Wj  yrjr'jvrj'j)  verstrichen  ist. 
Er  weist  mit  Genugthuung  auf  eine  längere  Wirksamkeit  in 
Aegypten  zurück,  während  deren  er  auch  die  Uebersetzung  ge- 
macht hat.  Die  somit  sich  ergebende  Differenz  von  16  Jahren 
ist  für  die  Datierung  des  Sirach,  aber  auch  für  die  der  LXX 
nicht  gleichgültig.  —  oü  \xv/.[jo.z  T.rfxozioLc  7/^o|xo'.ov]  Syroh.  106 
ryj  (jL-xpav  T.y.iozhy  acpoixoiov  (106  ot'foj'jov),  55  254  234  o-j  \i>.y.rA; 
(234  a'.-/r>7.v)  rotiosi'otc  d'fop.xr^v.  23  hat  «cpovoic,  und  nach  No- 
bilius  einige  Hss.  £'fO|xoiov.  Nach  der  gewöhnlichen  Lesart  ver- 
steht Fritzsche  ct'^o.xoiov  „Unähnliches"  als  „Unähnlichkeit", 
„Unterschied",  und  bezieht  darauf  \j.'.y.rA:  in  der  Hypallage: 
»einen  nicht  geringen  Unterschied  der  Bildung",  nämlich  zwischen 
der  der  palästinensischen  und  der  der  ägyptischen  Juden.  Aber 
der  Zusammenbang  erfordert  keineswegs,  wie  Fritzsche  meint, 
ein  abschätziges  Urteil  über  den  Bildungsstand  der  ägyptischen 
Juden,  sondern  eher  ein  günstiges.  Lat.  inveni  ibi  (Toi.  Sang, 
om.)  libros  relictos  (Toi.*  om.)  non  parvae  neque  contemnendae 
scientiae.  Vermutlich  verstand  er  c/zfoiiotov  nach  a'fO|xo''(u|jLa  als 
Abschrift,  Buch.  Ihm  halbwegs  folgend  hat  man  mit  Unrecht 
di'iojxoiov  hier  als  „ähnlich"  verstehen  wollen:  „die  Aehnlichkeit 
nicht  geringer  Bildung",  was  heisseu  soll:  eine  der  in  Judäa 
vorhandenen  ähnliche  Bildung.  Wahrscheinlich  ist  c//fOf>u.rjV  (und 
[Ai/pav)  trotz  schwacher  Bezeugung  die  richtige  Lesart;  der  Sinn 
ist  dann:  „nicht  wenig  Gelegenheit  zum  Unterricht". 

§  6.  Lies  mit  den  meisten  Hss. :  ctvaYxotio-otTov  ouv  kbi\ir,v, 
Lat.  itaque  bonum  et  necessarium  putavi.  —  (tu-6c\  ausser  B 
(308)  schicken  alle  xfti'  (so  auch  Lat.)  voraus  und  lassen  dann 
sofort  Tivot  (23  £70)  Ttv7.,  S*  nur  £710)  folgen. 

§  7.  Die  Konstruktion  ist  barbarisch,  sofern  ein  Verbum 
finitum  fehlt,  das  möglicher  Weise  ausgefallen  ist.  Indessen 
lassen  Syroh.  253  70  A  55  155  Lat.  yap  aus,  106  k  setzen  dafür 


Sir.  1.  1—20.  5 

a-o'jOTjV  /.a-'.  —  avp-j-vry.y]  vgl.  38,  26  ff.  34,  1.  —  |5o'jXo[x£voic]  Syroh. 
praem.  xa-'.  —  -lOoxctxai/.s'jaCojxsvo'j;  (al.  -a^ovra?,  al.  -<zC'i|xivo'.c)] 
Vgl.    zum   Accusativ  z.  B.  50,  20.  —    Syroh.  253  23  AC  *  307 

EVVOjXOJC. 

Der  unechte  Prolog  erzählt,  dass  der  erste  Verfasser  des 
Buches  Jesus,  sein  Sohn  Sirach,  und  sein  Enkel  wiederum  Jesus 
hiess.  Der  Grossvater  habe  Sprüche  von  älteren  Weisen  ge- 
sammelt und  eigene  hinzugefügt,  das  Werk  aber  einigermassen 
unvollendet  seinem  Sohne  hinterlassen  und  dieser  wiederum 
dem  Enkel,  der  es  zu  einem  harmonischen  Ganzen  ausgestaltet 
habe.  Das  alles  beruht  auf  durchsichtigen  Missverständuissen. 
Der  Schreiber  verstand  nämlich  -,oöc  to  i-\  -irjy.;  7.77.707-:^  -h 
fjijUtov  £xooai)7i  von  der  Redaktion  des  Buches  und  die  vom 
Grossvater  betriebene  7.v7!7vwa'c  und  das  t/-7.vr,v  E^.v  -sp '.-o '.-/;- 
aa|x£vo;  im  Gegensatz  zu  /.7.I  a-j-öc  3077,07/1/71  ->.  von  Sammler- 
tätigkeit. Uebrigens  bezog  er  die  Verfasserangabe  von  50,  27 
auf  den  Enkel,  wogegen  er  dem  Grossvater  nach  dem  Prolog 
nur  den  Namen  Jesus  beliess. 


L    1,  1  —  4,  10. 

Weisheit  ist  Gottesfurcht  (c.  1).  Die  Hauptgebote  der 
Gottesfurcht  sind  aber  Demut  und  Geduld  im  Leiden  (c.  2), 
Ehrfurcht  vor  den  Eltern,  Demut  bei  Reichtum  und  xVnsehn,  in 
der  Erforschung  der  Wahrheit,  sowie  in  allem  Tun  und  Lassen 
(3,  1 — 29),  Mildtätigkeit  und  Leutseligkeit  gegen  die  Armen, 
Beschützung  der  Schwachen  (3,  30 — 4,  10).  Einschnitte  sind  bei 
1,  22—24  und  3,  25—29  zu  erkennen. 

1,  1 — 20.  Alle  Weisheit  kommt  von  dem  Herrn.  Denn 
unerf erschlich  sind  die  Elemente  der  Welt,  am  unerforschlichsten 
das  älteste  und  grösste,  die  Weisheit;  allein  der  furchtbare  Herr 
der  Welt  kennt  sie.  Er  hat  sie  geschaffen  und  sie  in  der  übrigen 
Schöpfung  zum  Ausdruck  gebracht  und  sie  den  Menschen  ge- 
offenbart, einigermassen  allen,  und  reichlich  den  Juden,  die  ihn 
fürchten  (v.  1—10  =  4.  4  Disticha).  Die  Gottesfurcht  ist  daher 
die  S])enderin  aller  Güter,  mit  ihr  ist  die  Weisheit  den  frommen 
Juden  angeboren,  die  auch  für  ihre  Nachkommen  ein  unverlier- 
barer Besitz  ist  (v.  11—20  =  3.  |  2.  2.  2.  1). 


6  Sir.  1,  1—3. 

1.  -r/^A]  Syr.  mp  ]fi,  so  immer  für  p,  wenn  von  Gott  die 
Rede  ist;  vgl.  niiTö  an  der  freilich  sekundären  Stelle  11,  15. — 
jxöT  auTO'j]  vgl.  V.  10.  Job.  12,  13.  —  iaT-.v  st?  xov  czuüva]  Syr. 
(ist)  sie  von  Ewigkeit  her.  Lat.  doppelt:  fiiit  semper  et  est 
ante  aevum.  Victorinus  Afer  (adv.  Arium  1.  4,  Migne,  Patr. 
lat.  8,  1126)  om.  et  est.  Das  letztere  ist  vielleicht  Willkür. 
Man  erwartet  aber  eher:  est  (oder  erit)  semper  et  fuit  ante 
aevum.  Das  erstere  würde  mit  Gr.,  das  letztere  mit  Syr.  stimmen. 
Denn  ante  aevum  =  -po  to-j  atwvoc  =  dSiv'S  (vgl.  24,  9,  42,21). 
Auch  der  Wortlaut  des  Syr.  kommt  auf  den  Sinn  hinaus,  dass 
die  Weisheit  auf  ewig  bei  dem  Herrn  zu  finden  ist,  weil  sie 
von  Ewigkeit  her  bei  ihm  war,  und  dieser  Anspruch  des 
Judentums  gegenüber  dem  Heidentum  wird  hier  überhaupt  er- 
hoben (vgl.  V.  10  und  zu  V.  15).  Für  Syr.  spricht  aber  v.  4 
und  die  Prägnanz  des  Ausdrucks.  An  sich  besteht  freilich  wie 
überall  so  auch  hier  die  Möglichkeit,  dass  Syr.  und  Lat.  beide 
nur  einer  sekundären  griechischen  Lesart  folgen.  Aber  auch 
st?  tov  a.l(j)vy.  kann  auf  Korrektur  beruhn. 

2.  Zu  den  Tagen  (S*  yi[x£pc(v)  der  Ewigkeit  vgl.  zu  18,10. 

—  Die  Cäsur  des  Verses  liegt  hinter  ustol»,  v.  3  hinter  yt,c. 
Oefter  findet  sich  der  von  Ewald  so  genannte  träge  Rhythmus,  bei 
dem  sich  ein  Satz  durch  beide  Vershälften  hinzieht,  bei  Sirach 
in  der  Form,  dass  die  Cäsur  eine  Reihe  von  eng  zusammen- 
hängenden Wörtern  durchschneidet.  Das  beweist  für  eine  ge- 
wisse Metrik  seiner  Verse.  Vgl.  z.  B.  10,  11.  24,  15.  45,  10. 
47,  17.  49,  4.  50,  24. 

3.  aßfJ33ov  xai  ao'fiav  (70  ao'ii7.v  X7.i  aßüCiCtov)]  Syr.  XD1  Söinn. 
Der  griechische  Wortlaut  entspricht  keinesfalls  dem  Original, 
da  die  Weisheit  eben  mit  keinem  Dinge  auf  einer  Stufe  steht. 
Lat.  hat  nur:  profundum  abyssi.  Danach  ist  (für  Gr.  II?)  ßaUoc 
aß'jasou  anzunehmen,  und  schwerlich  lautete  das  Original  anders 
als  cinn  paj?,  obwohl  Syr.  nm  mnn  vorauszusetzen  scheint.  Nach 
gemischtem  Text  haben  Boh.  und  Aeth.:  „die  Tiefe  des  Abyssus 
und  die  Weisheit".  Auch  Sah.  (lückenhaft  erhalten)  wird  so 
gelesen  haben.  Origenes  hom.  IV  in  Ezech.  (Lomm.  14,  61  = 
Äligne,  Patr.  Gr.  13,  699)  hat  profundum  sapientiae,  womit  der 
Armenier  stimmt.  Wahrscheinlich  ist  /7.1  crocptav  spätere  Korrektur. 

—  iciyyidaei]    ebenso  Boh.,    dagegen   Lat.  Aeth.:    dimensus  est, 


SÜ-.  1,  3.  4.  7 

Syr. :  wird  messen.  Gregor.  Naz.  (Paris  1778)  p.  279  zieht 
V.  2.  3  zusammen:  -(:  av  '{;7'jx<xov  UaÄacrcrwv  /.od  ata^ovac  uszo-j  xal 
j5ui>oü  [xr^xoc  dvz'jLctpr^cja'.To.  Gr.  wird  yu  gelesen  haben;  vgl.  zu 
43,28  und  18,4.5  und  Syr.  zu  v.  9  und  das  Nomen  "ipn  Job.  9,10 
neben  "icDü.  Ob  Syr.,  Aeth.  und  Lat.  auf  eine  andere  hebräische 
Lesart  (etwa  |:n)  zurückgehen,  oder  ob  alle  drei  einem  Ivorrigierten 
griechischen  Text  folgen,  ist  nicht  zu  entscheiden.  —  Im  Lat. 
findet  sich  die  Korrektur:  sapientiam  dei  praecedentem  omnia 
quis  investigavit  (=  v.  3  fin.  v.  4  init.). 

4.  Gr.  kommt  darauf  hinaus,  dass  die  Weisheit  als  das 
älteste  Geschöpf  unerforschlicher  ist  als  irgend  ein  späteres. 
Das  ist  aber  sehr  sententiös  ausgedrückt.  Da  ferner  v.  2.  3 
vom  Zählen  und  Ergründen  der  Dinge  die  Rede  ist,  und  der 
Verf.  V.  9  hierauf  zurückkommt,  so  scheint  Syr.  im  Vortheil  zu 
sein:  mehr  als  (p)  alle  diese  ist  viel  (iT'JD)  die  Weisheit,  stark 
ist  {r)}fi-y)  die  Wahrheit  (smJöM)  von  Anbeginn  (pnip':  |0).  In- 
dessen bestätigt  Syr.,  wenigstens  dem  Sinne  nach,  das  sc  auoyoc 
des  Gr.,  was  beweist,  dass  es  sich  wenigstens  nicht  allein  um 
eine  Eigenschaft  der  Weisheit,  sondern  auch  um  ihre  Existenz  in 
der  Urzeit,  d.  h.  aber  auch  wohl  um  ihre  Erschaffung  (vgl.  v,  9. 
Prv,  8,  21  ff.),  handelt.  Durch  iz  aliirnj;  wird  dann  aber  auch 
-po-spa  (=  '}zh  34,  18.  46,  3  vgl.  Prov.  8,  25)  geschützt.  In  a 
scheinen  etwa  nsiDJ  und  nni  einander  gegenüberzustehen.  Dass 
in  b  ein  anderer  Name  für  die  Weisheit  gebraucht  wird,  hat  an 
Job.  28,  12.  20.  28  (nrs)  seine  Parallele,  aber  ein  einfacher 
Ausdruck  für  die  Erkenntnis  ist  durchaus  erforderlich,  deshalb 
kann  xal  auvscric  cppovr^asojc  trotz  v.  19.  17,  7.  22,  17  nicht  dem 
Original  entsprechen.  Syr.  las  an  zweiter  Stelle  Avohl  ruiOK 
(vgl.  27,  9),  Gr.  nilDn;  dieselbe  Verwechslung  findet  sich  im 
Hebr.  15, 15.  Indessen  wird  ^povr^sic  durch  v.  6  (s.  d.)  empfohlen. 
Annehmbar  ist  dagegen  das  r\:^v  des  Syr.  Wie  öfter  die  Pe- 
schita  setzt  er  das  Verbum  36,  27  für  13J,  das  an  jener  Stelle 
(mit  hy)  übertreffen,  39,  21.  24  vortrefflich  sein  bedeutet.  Hier 
könnte  es  sehr  wohl  im  Sinne  von  unvergleichlich  sein  gestanden 
haben.  Hiermit  darf  man  kombinieren,  dass  ofüvcsi;  von  der  LXX 
Job.  22,  2  für  inj,  von  Theodotion  Dan.  2,  20  für  «minj  gesetzt 
wird.  Tüchtigkeit  und  Verstand  liegen  nicht  weit  auseinander. 
ruun  minj   wäre  aber  das  Riesenwerk  der  Einsicht  (vgl.  42^  21. 


8  Sir.  1,  4—8. 

43,  25),    was  ich  dem    n  mz:   vorziehe.    Vgl.  betr.  a'jviai?  noch 
zu  31,  12. 

5.  Die  Worte  sind  vor  v.  6.  8,  die  von  ihnen  in  uner- 
träglicher Weise  antecipirt  werden,  nicht  am  Platze,  und  da  sie 
auch  im  Syr.  fehlen,  gewiss  sekundär.  Aber  iv-ro/.al  ottwv.'j'.  (vgl. 
vo[xoc  11,15)  weist  auf  jüdischen  Ursprung  hin,  sie  werden  aber 
auch  aus  dem  Hebräischen  übersetzt  sein.  —  Man  muss  iv  u']>i3-oi; 
wohl  mit  ihciü  verbinden  (=  jr^j?  oder  ]Yhv  hti).  —  ^A  ropsioti] 
Lat.  schlecht:  ingressus,  106  7-of;s'.7.i,  wonach  Fritzsche  a-oppor-z- 
vermutete,  aber  nur,  um  das  zu  verwerfen.  Erfordert  ist  aller- 
dings der  Sinn  „Bäche"  oder  „Ausflüsse".  Vielleicht  liegt 
schlechte  Uebersetzung  eines  ■['^n  (vgl.  1  Säm.  14,  26  und  Syr. 
SD'rn)  oder  dgl.  vor. 

6.  xa  iiavoüpYSüjxcda  «uttjc]  das  Wort  noch  42,  18,  wo  im 
Hebr.  von  n'^öiiya  der  unterirdischen  Flut  und  des  Herzens 
(nSi  cinn)  die  Rede  ist.  Syr.  hat  dort  ^r\^iST^  (Ueberlegungen,  w 
Maus.  sn"DD,  Verborgenes),  hier  «nunSiro  '''iöa  (die  Geheimnisse  der 
Einsicht).  Nach  Gr.  ist  auch  hier  canj;»  zu  vermuten;  gemeint 
ist  aber  jedenfalls  die  zurückhaltende,  überlegene  und  nicht 
jedem  verständliche  Klugheit  oder  vielmehr  objektiv  das  Ge- 
heimnis. Danach  ist  pt^a  (Syr.  ''ti»'"iu^)  hier  nicht  der  Ursprung, 
sondern  das  innerste  Wesen  der  Weisheit.  Vgl.  "OT  "^"W  Job.  19,28. 

7  ist  augenscheinlich  Dublette  zu  v.  6  aus  Gr.  II.  Auch 
-oXuTrsiptav  (Lat.  multiplicationem  ingressus  =  TroXuTropsiav?)  führt 
auf  ein  Derivat  von  mv- 

8.  Weisheit  und  Macht  sind  Correlatbegriffe ;  der  all- 
mächtige Herr  der  Welt  ist  deshalb  auch  der  alleinige  Besitzer 
der  Weisheit.  Er  wird  hier  als  der  Furchtbare  bezeichnet,  weil 
im  Folgenden  die  Furcht  vor  ihm  als  der  einzige  dem  Menschen 
mögliche  Weg  zur  Weisheit  bezeichnet  werden  soll.  —  70  Aeth. 
acicpo?  X7.1  cpoßspoc.  Lat.  hat  für  a:  unus  est  altissimus  (et)  creator 
omnipotens  (et)  rex  potens  et  metuendus  nimis.  Syr.  für  a: 
einer  ist  er  und  allein  furchtbar.  Das  auch  vom  Lat.  nicht  aus- 
gedrückte Gocp oc  ist  vielleicht  unecht  oder  Zutat  des  Uebersetzers ; 
vgl.  sonst  Phocyl.  v.  54.  Dagegen  ist  acpoopa  nach  43,  29  fest- 
zuhalten. — ,  ETTi  Tou  i^povo'j]  Vgl.  11,  5,  40,  3.  Jes.  6,  1.  Ps.  47,9. 
Codd.  70  Syroh.  253  106  55  Lat.  add.  ysA  x-jpis-jojv.  Syr.  für 
8b  9a  zusammenziehend:  Gott,  der  (rm)  gewaltig  i^^h^)  ist  über 


Sir.  1,  8—11.  9 

alle  ihre  Schatzkammern  (,Ti2:ix).  Das  letztere  ist  wohl  =  mriS, 
das  aus  mr  (Nin  'tn)  entstanden  war  (vgl.  sonst  v.  25).  x'j.oioc 
(so  und  nicht  ysA  liest  auch  Cod.  70)  ist  mit  B  Sah.  zu  v.  8  zu 
ziehn  und  vorher  xal  x'jfvisüojv  (=  Si^a  vgl.  15,  10)  einzusetzen. 
Gern  würde  man  xopioc  entbehren,  15, 10  ist  es  Fehler  für  x-j^ti-jorA 

9.  Vgl.  Job.  28,  27.24.  Bar.  3,32.  —  xal  3':y;r>-:u.xr,33v  a'jTr>J 
Lat.  add.  et  mensus  est.  Das  ist  wohl  Korrektur  (vgl.  zu  v.  3). 
Uebrigens  las  Aeth.  vielleicht  h^i\[yr{jvi  statt  zz:r^[JS)\i:r{Jv^  (Herkenne). 
Syr.  hat  für  xctl  itos  xta.:  und  er  erforschte  sie  (npiz)  und  sah 
sie  und  gab  sie  und  teilte  sie  zu  (njScT  =:  np'^r''';?)  allen  seinen 
Werken.  Vielleicht  ist  t<:^^z  =  nipn  (vgl.  zu  v.  3).  —  Dass  Gott 
die  Weisheit  zählte,  ist  hier  nach  v.  2  verständlich,  während 
Job.  28,  27  der  Ausdruck  befremdet.  Natürlich  bilden  a  und  b 
nur  einen  Stichiis. 

10.  'ji[j/J)t\  70  add.  7-'  7.'jt7)c,  dasselbe  hat  Syroh.  am 
Schluss  des  Stichus,  aber  mit  dem  Asteriskus,  den  er  vor  10  b 
fälschlich  wiederholt. —  xata  ->,>  ooatv  aOToO]  vgl.  injra:  32,  12. — 
Syr.  für  a:  n3.T  m"'32:  "^^  id3  hi  cj;  (allem  Fleisch  gab  er  sie  bei 
nach  seinem  Wohlgefallen).  Einen  gewissen  Anteil  an  der 
Weisheit  haben  auch  die  Heiden  (Prv.  8,  15.  16),  reichlich  be- 
sitzen sie  nur  die  Juden.  —  v/urA-r{iv)  (v.  26)  7'j-:-/;v]  Syr.:  er 
machte  sie  viel.  Vgl.  Gr.  39,  33,  wo  Hebr.  pcD,  und  dazu  das 
Fiel  34,  30,  zum  Syr.  7\z^r\  an  Stellen  wie  Hos.  2,  10.  —  tou 
7.7a-(i)aiv  (106  cpoßo'Jixsvoic)  a-jtov]  Syr.  allen  die  ihn  fürchten. 
Durch  das  Folgende  ist  9oßou[x=vo'c  erfordert,  7.77.-ö>a'.v  ist  vielleicht 
unter  dem  Einfluss  der  sekundären  Stichen  eingedrungen,  die  so 
viel  von  der  ri.yj~rfj\^  reden.     Vgl.  zu  v.  20.  31,  19. 

11.  Das  in  einzelnen  Hss.  vorausgeschickte  Distichon  las 
Lat.  ebenfalls  an  dieser  Stelle  (s.  zu  v.  13).  Es  passt  nicht  in 
den  Zusammenhang,  ist  aber  wohl  aus  dem  Hebräischen  über- 
setzt. Der  erste  Stichus  kann  Variante  zu  IIa,  aber  auch  zu  18a 
sein,  am  Anfang  des  zweiten  Stichus  scheinen  Formen  von  NT 
und  .INI  verwechselt  zu  sein.  —  oo;7.  x7.t  X7'j/r^;i7.]  Syr,  Nip'^si  NTin, 
—  aT£cp7.voc  7.77/vX'.7';jL7.-:ocJ  vgl.  zu  6,  31,  wo  Hebr.  mscn  riTiTj?. 
Syr,  hat  beide  Mal  srmsi^^m  nS"'?:  (vgl.  auch  Syr.  zu  30,  3). 
Auch  hier  wird  'cn  '>'  gestanden  haben,  zumal  von  der  Freude 
erst  V,  12  die  Rede  ist.  Deshalb  wird  Syr.  auch  mit  Nnm  gegen 
E'jcppoauv-/)  (nSiJ :  rh^i'^)  im  Recht  sein, 


10  Sir.  1,  12—14. 

12.  -i[y'^t'.]  Syr.  ü'inr:.  —  x7.'.  otoat'.]  Syroh.  253  Syr.  om. 
(w  hat:  lind).  Dafür  setzen  Syroh.  255  hinter  i'>f(io3'jv/;v  ein  02 
hinzu  und  am  Schluss  -cpi-oicü  Das  ist  Korrektur,  aber  v.r/X 
0W331  ist  wohl  Zutat  des  Uebersetzers  (vgl.  zu  31,  20.  50,  20), 
b  war  weiteres  Prädikat.  —  '/.''■'■?''M  Syr.  i<Ti,  also  etwa  h":  oder 
]')U>U^.  —    \irf:/.yjf^\).i[jvj'j<y]  Syr.  ewiges  Leben  (s.  z.  v.  20). 

13.  Schon  hier  wird  die  Rechtfertigung  des  Fronomen  auf 
sein  Endschicksal  beschränkt.  —  Syr.  für  a  wohl  wörtlich:  wer 
Gott  fürchtet,  gut  wird  sein  sein  Ende  (vgl.  3,  26).  —  h  ri\i-i(joi. 
(Sah.:  in  den  Tagen,  Lat.  doppelt:  in  die  und  in  diebus)  tsasüttjc 
a-jTO'j]  Syr.  nnav  rr^inx;,  wonach  rc  r\'"\nü2  anzunehmen  ist.  So 
richtig  schon  Grotius  zu  11,  26  (28).  Vorher  stand  dann  wohl 
iCiD.  Ob  man  hier  und  11,26  yjixs.oaic  (vgl.  zu  18,24)  zu  schreiben 
hat,  steht  dahin.  Vielleicht  dachte  Gr.  an  das  Leben  nach  dem 
Tode,  aber  Sirach  denkt  an  die  letzte  Lebenszeit.  —  süpr^sst 
yd^j'y]  ausser  B  (106  254  308  v ")  alle  £'jAo-'r;ür^a3T7.t,  und  so 
Lat.  Syr.  —  Lat.  wiederholt  v.  11  — 13  hinter  v.  15  in  folgender 
Gestalt:  tinior  domini  scientiae  religiositas  (Toi.  scientia  et  re- 
ligiositas,  aber  rel.  fehlte  ursprünglich;  vgl.  Lat.  zu  v.  25). 
religiositas  custodiet  et  justilicabit  cor,  jucunditatem  atque  gaudium 
dabit.  timenti  dominum  bene  erit  et  in  diebus  consummationis 
illius  benedicetur.  Wahrscheinlich  ist  das  die  ältere  Form  von 
V.  11  — 13  im  Lat.  Streicht  man  die  jüngere  Version  (d.  h. 
V.  11  —  13  nach  der  Verszählung  der  Vulgata),  dann  schliesst 
sich  der  Zusatz  timor  dei  honorabilis  sapientia,  quibus  autem 
apparuerit  etc.  an  v,  10  an  wie  in  den  betr.  griechischen  Hss. 
(vgl.  Ilerkenne). 

14.  Zu  a  vgl.  Prov.  9,  10.  1,  7.  Ps.  111,  10.—  7.p///l  Syr. 
lyn;  vgl.  n^tiw  Prv.  1,  7,  nhnn  10,  12.  Prv.  9, 10.  Gemeint  ist 
zunächst  der  Ausgangspunkt,  der  Weg  zu  einer  Sache,  dann  aber 
auch  die  Hauptsache  an  ihr,  ihr  Wesen,  ihr  Bestes.  Vgl.  dry/r^ 
25,12  und  ap/r^  =  m^  29,21.  39,26  (=  Hauptsache),  11,3 
(=  das  Beste).  —  Osov]  ausser  B  (308)  alle  x-jptov.  Nur  C  9 oj^oc 
■/.'joto'j,  und  so  Lat.  Aeth.  Syr. ;  ebenso  Origenes  (Lomm.)  7,  89  timor 
domini.  Sirach  schrieb:  ^^  nST;  vgl.  zu  v.  16.  —  Syr.  für  b: 
und  mit  (ny)  den  Treuen  (s;.'2'''nö)  ist  sie  vom  Leibe  ihrer  Mutter 
her  erschaffen.  Auch  49,  7.  50,  22  hat  er  blosses  cm  so  über- 
setzt; übrigens  stand  da  wohl  cms  wie  49,7.     Auch  Aeth.:    ex 


Sir.  1,  14—16.  11 

utero.  Subjekt  ist  die  Weisheit;  vgl.  den  Zusatz  11,  15.  16.  Die 
t:i3-oi  sind  die  frommen  Juden  oder  die  Juden  überhaupt.  Der 
Ausdruck  ist  merkwürdig;  vgl.  aber  zu  v,  15.  21  sowie  1  Macc. 
3,  13.  Job.  n,  9  (LXX  für  ,rii-)  und  Ps.  101,  6  jnx  ^J^w. 

15.  X7.1  l'^J  nur  in  B  (C  55  296  308),  ist  nach  Sah.  Lat. 
Syr.  zu  streichen.  —  Gr.  ergibt  in  a  keinen  annehmbaren  Sinn, 
weil  er  von  den  Menschen  überhaupt  redet,  während  es  sich 
nach  b  und  14  um  die  Juden  handelt.  Deshalb  ist  Oc|xs/.iov 
at'Ävoc  (vgl.  rh)V  11Ö''  Prv.  1 0,  25  und  mit  Schlatter  fundamenta 
aeterna  Lat.  26,  18)  zu  verwerfen.  Syr.  für  a:  bei  den  Menschen 
der  Treue  (oder  der  Wahrheit,  xnti^ip)  ist  sie  und  sie  ist  von 
Ewigkeit  her  festgestellt  (njpnns).  Abgesehen  von  dem  offenbar 
falschen  „ist  sie  und"  ist  das  vielleicht  =  njpn  L:h)Vf:  iSM  nr:ü  ""it'is  cj?. 
Indessen  wird  ivo^crs-jae  auf  nj^n  oder  nw  zurückgehen,  das  nach 
Hebr.  37,  30  annehmbar  ist.  Uebrigens  wäre  die  Wiederaufnahme 
des  V.  14  zu  vermutenden  Ciaw  mit  nax  ''tt'JX  verständlich;  vgl. 
auch  Syr.  zu  1,  4.  Aber  nach  44,  1.  10  ist  als  das  Ursprüngliche 
zu  vermuten  Dh)yo  icn  '^ti'JS  cy,  das  Gr.  für  'C  iü)Ki  ti'JS  cj?  nahm. 
Denn  b  klingt  an  an  44,  11  cmö  |a«i  cyr,  nj;.  Möglicher  Weise 
hat  auch  Syr.  iDn  "it'JS  gelesen,  da  er  49,3  smnp  für  "On  bietet; 
indessen  hat  er  ncn  (gewiss  unrichtig)  in  b:  und  bei  ihrem  (Plur.) 
Samen  ist  beständig  ihre  Gnade  (mcn);  vgl.  50,24,  wo  stx-ia-sus'.v 
wie  hier  und  Jes.  7,  9  ^  pw.  —  Lat.  hat  für  den  Vers :  cum 
electis  feminis  (Sang,  seminis,  Aug.  DS  seminibus)  graditur  (al. 
creditur,  Thielm.  credetur)  et  cum  justis  et  fidelibus  (Aug.  DS 
sensatis)  agnoscitur  (al.  -scetur).  Hier  sind  die  beiden  Stichen 
umgestellt.  Uebrigens  ist  agnoscitur  vielleicht  nur  geraten  für 
£voa3£i)3c,  dagegen  las  Lat.  vielleicht  s/Xcxtäv  (vgl.  46,  1.  47,  22 
und  zu  17,  10  und  Lat.  zu  24,  2.  8)  für  au-wv,  in  a  aber  z.  T. 
wie  Syr.,  vermutlich  nach  Gr.  IL  —  Vgl.  überhaupt  4, 16.  24, 7  ff. 

16.  -X-/j:)[xovrj]  vgl.  yz^  Ps.  16,  11.  Syr.  schlecht  u^"\  (aus 
V.  14).  —  ciol^srsOai  Tov  x'jr>tov]  Syr.  die  Furcht  des  Herrn,  308 
Aeth.  cpoßo^  xupio'j.  Letzteres  ist  vielleicht  Korrektur,  aber  dem 
Urtext  entsprechend,  denn  b  und  17,  wo  überall  die  Gottesfurcht 
Subjekt  ist,  erfordern  das  Nomen.  Gr.  hat  ''''  nsT  falsch  übersetzt; 
vgl.  zu  V.  14.  20.  —  aoT-?jCj  nämlich  der  Weisheit.  —  Lat.  für  b 
nur:  plenitudo  a  fructibus  illius.  Hier  ist  plenitudo  aus  a,  wo 
es  für  7rX-/)ajaovrj  steht,  wiederholt.     Ein  Abstractum  drückt  auch 


12  Sir.  1,  10—19. 

Sah.  aus:  und  Behagen  aus  ihren  Früchten.  Aber  im  Hebräischen 
konnte  mit  verbalem  Prädicat  fortgefahren  werden,  und  Syr.  hat: 
und  mit  Gutem  macht  sie  trunken  (x^Tiö)  von  der  Menge  ihrer 
Früchte.  Danach  ist  das  beziehungslose  7.0106;  (doch  vgl.  v.  15) 
vielleicht  nurinterpretament,  wenngleich  ein  richtiges;  vgl.  zu  v.  17. 

17.  xov  oixov  ot'jTyjc  (Syr.  ihre  Schatzkammern,  .Tni'lK)]  müsste 
auf  die  Gottesfurcht  gehen;  vgl.  Prv.  8,  18.  Dem  entsprechend 
hat  248  £vs-X-/;a;£y  für  £|x-Är^afs'.  Die  Gottesfurcht  hätte  das  ein  für 
alle  Mal  getan.  Aber  auch  Syr.  hat  das  Im])erfectum,  und  Lat. 
implebit  (Theoder.  -evit).  Sodann  lesen  248  70  Syroh.  253  a-jTwv 
(;=:  der  Gottesfürchtigen),  das  Syroh.  auch  hinter  ä-oori/öta  bei- 
fügt. In  der  Tat  ist  das  Haus  der  Frommen  gemeint,  obwohl 
7.'j-Äv  so  gut  wie  7.'j-r)c  Zutat  des  Uebers.  sein  kann.  —  i-ii)'j;x-/;- 
[xaituvj  248  Syroh.  253  add.  c/Sj-r^:,  das  durch  aozr^:  in  b  nicht 
gerade  erfordert  wird.  Gemeint  sind  beide  Mal  die  Güter  der 
Weisheit.  Syr.  die  Weisheit  (man:  na:n  wie  41,12).  —  -a  6.~Wi/fsj. 
(39;  17  =  ym)\  Syr.  xpcd.  —  c/.-oJ  =  ja  (so  auch  Syr.),  indem 
die  Konstruktion  wechselte.  —  Lat.  vertauscht  l-l(S^:>\vT^\i.6-wi 
(=  a  thesauris  illius)  mit  7.-0  -{vm^yyhw,  aSj-r,;  (=  generationibus). 
Für  letzteres  hat  Syr.  nn'rVj;  |a  wie  24,  19. 

18.  a-icpavocj  der  Ausdruck  ist  stark  rhetorisch.  Syr.  schlecht 
ti^n  (wie  V.  14.  16).  —  'fO|3o;  xopiou]  Co  70  schlecht:  'W^zX'^ih.i 
xov  x6f-!ov  (s.  z.  V.  16).  —  7.v7.i)7'UtovJ  vgl.  Gr.  Hebr.  zu  11,  22. 
49,10  und  n''",cn  37, 17,  aber  auch  zu  50, 10.  Syr.:  und  sie  macht 
viel.  —  uyisiav]  ist  nach  Syr.  hier  und  nach  Hebr.  30,  15.  34,20 
=:  Q'^n  (vgl.  Gen.  42, 15.  16  LXX).  Dagegen  ist  h-y.;  =  scia  oder 
ms'si,  die  auch  Prv.  3,  8.  4^  22  s.  v,  a.  Gesundheit  bedeuten. 
Uebrigens  hat  Syr.  wie  Gr.  31,20  wohl  mit  Recht:  Leben  und 
Heilung.  —  Syroh.  253  wandeln  b  ab:  dvailaA/.si  oi  x'jptoc  h 
a-jxoTc  £tf*r^vrjV  |Xi3--})v  rj.-jzv);.  Vgl.  Lat.:  replens  pacem  et  salutis 
fructum. 

19.  a  ist  falsche  Wiederholung  aus  v.  9,  die  Worte  fehlen 
in  248  Syroh.  253  Sah.,  im  Cod.  Toi.  des  Lat.  und  im  Syr. 
Dafür  setzen  Syroh.  253  ein  Distichon  ein,  dessen  ersten  Stichus 
der  Lat.  hier  hat.  248  70  lesen  den  zweiten  Stichus  hier,  den 
ersten  hinter  v.  17.  Der  erste  erscheint  als  Glosse.  Zum 
zweiten  vgl.  1  Macc.  3,  3  i-Xot-ovs  oo;7.v  ko  A7.co  auto-j.  In  den 
Annot,  Bibl.  Rom,  wird  xa-j/r^atv  vorgeschlagen,  was  die  Wechelsche 


Sir.   1,  19.  20.  13 

Ausgabe  angenommen  hat.  Die  Worte  könnten  Variante  zu  c 
sein.  —  £ca)[xßpr^G£j  vgl.  zu  18,29.  Lat.  compartietur  (=  iczid^Aaz?) . 
248  70  106  308  fügen  falsch  erklärend  bei  (-^i)  aocpta.  Syroh.  253 
für  b:  £7rt3Trjjx-/)y  x7.'  yv(o3'.v  X7.t  oo;7.v  (Syroh.  om.  /.r/X  oocav)  aocpt'cc 
icojxßpsT.  Subjekt  ist  aber  die  Gottesfurcht.  Auf  sie  bezog  sich 
auch  das  Aequivalent  von  c/Sj-r,:.  für  das  czCitou  {=  'foßoc)  gesetzt 
sein  sollte.  —  Syr.  für  v.  19:  sie  ist  ein  Stab  von  Stärke  (scpin) 
und  eine  Stütze  von  Herrlichkeit  (Knmnti'n),  und  Ehre  für  Ewigkeit 
für  jeden,  der  ihr  nachwandelt.  Syr.  verdient  für  a  den  Vorzug. 
Von  der  Erkenntnis,  die  die  Gottesfurcht  verleiht,  erwartet  man 
hier  nicht  zu  hören.  Vgl.  dagegen  zu  dem  Bilde  von  Stab  und 
Stütze  31,  19.  15,  4  und  :j;  r\'^r2  Ez.  19,  12.  14.  Ps.  110,  2  und 
mHcn  hpo  Jer.  48,  17.  Königliche  Würde  hat  der  Weise  nach 
6,  29  ff. ;  vgl.  auch  10,24.  Eine  Erklärung  der  Differenz  ist 
aber  kaum  möglich.  In  b  wird  Syr.  am  Schluss  ungenau  über- 
setzt haben.     Vgl.  zu  -/f^y-^üVTfov  4,  13  {"pri). 

20  bringt  den  Abschluss  und  scheint  mit  [a'I/j.  absichtlicli 
auf  V.  5  zurückzugreifen.  Freilich  hat  Syr.  hier  Nipy,  dort  Ki^nsi*; 
doch  Vgl,  Syr.  40, 15.  —  'W^zXaiic/.i  (Syroh,  253  7.77.-7.V)  tov  z'jf.iovj 
Aeth.:  die  Furcht  des  Herrn;  vgl.  zu  v.  16.  Nach  Gr,  ist  der 
Sinn:  wie  die  Gottesfurclit.  die  Wurzel  d,  h.  das  innerste  Wesen 
der  Weisheit  ist,  so  trägt  sie  auch  die  kostbarste  Frucht,  die 
aus  der  Weisheit  erwachsen  kann,  nämlich  langes  Leben.  Dass 
die  Identität  von  Weisheit  und  Gottesfurcht  hier  zum  Abschluss 
so  definiert  wird,  erscheint  nicht  als  unpassend;  vgl.  zu  50,  29. 
Aber  einigermassen  hart  ist,  dass  die  Gottesfurcht  als  die  Wurzel 
der  Weisheit  erscheint,  dabei  aber  eigene  Zweige  hat,  vgl,  dag. 
24,  Iß.  —  Syr.  für  v.  20:  ihre  Wurzeln  sind  ewiges  Leben  und 
ihre  Zweige  Länge  der  Tage.  Das  ist  in  a  ganz  unpassend.  So- 
dann ist  „ewiges  Leben"  Korrektur  für  „Länge  der  Tage"  (vgl. 
zu  V.  12),  die  an  falsche  Stelle  geriet.  Uebrigens  ist  ix7.xf/o-/j- 
|x3p£U3i?  :=  D"'»"  "IK.    Allerdings  hat  der  Text  hier  früh  gelitten, 

Syr.  hat  für  v.  22 — 27  zwölf  Distichen,  die  ganz  anders 
lauten : 

(1)  Heil  dem  Menschen,  der  über  sie  nachsinnt, 

da  sie  für  ihn  besser  ist  als  alle  Schätze. 

(2)  Heil  dem  Menschen,  der  zu  ihr  naht, 

und  mit  ihren  Geboten  umgeht. 


14  Sir.  1,  21—24. 

(3)  Zu  einer  ewigen  Krone  macht  sie  ihn, 

und  zu  ewiger  Gerechtigkeit  inmitten  der  Heiligen. 

(4)  Er  freut  sich  über  sie,  und  sie  freut  sich  über  ihn, 

und  sie  verwirft   ihn  nicht  in  alle  Ewigkeit. 
(£))     Die  Engel  Gottes  freuen  sich  über  ihn, 
und  verkünden  alles  Lob  des  Herrn. 

(6)  Dies  ganze  Buch  ist  voll  von  Leben, 

Heil  dem  Menschen,  der  auf  es  hört  und  danach  tut! 

(7)  Hört  mich,  die  ihr  Gott  fürchtet, 

merkt  auf  und  versteht  meine  Worte! 

(8)  Wer  das  Leben  erben  will, 

als  ewiges  Erbe  und  grosse  Freude,  — 

(9)  Höre  alle  meine  Worte  und  tue  sie, 

und  du  sollst  aufgeschrieben  werden  im  Buche  des  Lebens, 

(10)  Liebe  die  Furcht  des  Herrn, 

und  festige  dein  Herz  in  ihr,  so  wirst  du  nichts  fürchten. 

(11)  Tritt  herzu  und  sei  nicht  lässig, 

so  wirst  du  Leben  finden  für  deine  Seele, 

(12)  Und  wenn  du  herzutrittst, 

(so  tue  es?)  wie  ein  Held  und  ein  Starker. 

Diese  Stichen  werden  aus  dem  Hebräischen  übersetzt  sein. 
Denn  v,  5b  erscheint  syrisches  p:i2:  (sie  zählen)  als  schlechte  Wie- 
dergabe von  "ncc  (sie  erzählen).  Sodann  enthalten  die  Verse  nichts 
spezifisch  Christliches,  obendrein  könnte  diese  und  jene  Wendung 
lediglich  dem  Uebersetzer  angehören,  der  vielleicht  das  Leben 
nach  dem  Tode  eingetragen  hat  (vgl.  oben  zu  v,  12.  20).  Die 
Heiligen  v,  3  sind  möglicher  Weise  die  frommen  Juden.  An- 
klänge an  die  Umgebung  finden  sich  v,  2.  11.  12  (vgl.  v.  28. 
30.  2,  1),  V.  3  (v.  11),  v.  5  (V.  24);  zu  v.  1  vgl.  50,  28.  Aber 
ursprünglich  sind  die  Stichen  schwerlich. 

21 — 24.  Auch  die  griechische  Textüberlieferung  war  hier 
einigerraassen  unsicher;  in  der  Vorlage  des  Lat,  scheinen 
V.  22 — 24  gefehlt  zu  haben  (s.  z.  v,  25).  Dabei  nehmen  diese 
Verse  sich  auf  den  ersten  Blick  im  Zusammenhang  fremdartig 
aus.  Aber  das  Zwischenstück  3,  25—29  ist  ähnlichen  Inhalts, 
und  die  op-j'-)]  Oujjlol)  (s.  z.  v.  22)  ist  ein  wesentliches  Charakte- 
ristikum  der    Gottlosigkeit   (s.  z.  B.   10,  18),       Sodann   scheint 


Sir.  1,  21—24.  15 

V.  24  mit  V.  23  zusammenzuhängen  wie  v.  23  mit  v.  22.  Xun 
geht  V.  24  ottenbar  auf  Jesus  Sirach  selbst,  er  stellt  dann  aber 
hier  wohl  nicht  den  Gottlosen  und  den  Frommen  überhaupt  ein- 
ander gegenüber,  sondern  er  scheint  von  etwas  ganz  Persönlichem 
zu  reden.  Ich  möchte  die  Verse  dahin  versteheu,  dass  die  Ver- 
folgung, die  Sirach  von  den  Hellenisteu  erlitt,  ihm  zeitweilig 
Stillschweigen  auferlegt  hatte,  er  dann  aber  unter  dem  Beifall 
der  Frommen  seine  Lehrtätigkeit  wieder  aufnehmen  konnte. 

21.  Mit  rÄ-io.  h[j—r^  ist  wohl  der  menschliche  Zorn  gemeint, 
dann  ist  a-ost^oacpsi  vermutlich  =:  2"'ii>''  (vgl.  Job.  9,  13  u.  ö.)  = 
er  hält  zurück. 

22.  Syr.  cm.  —  Zu  o^^^'^t  bei  Clem.  AI.  vgl.  Prv.  19,  20 
(23)  LXX  und  rj.':j<^Jsj.  Prv.  15,  16  LXX  sowie  die  Einleitung  Kap.  3. 
Die  pseudoathanasiauische  Synopsis  statuiert  einen  Abschnitt 
TTs.ol  rj.'W(Ärj.t.  —  ii'j'xoc  oi^7.r>z\  248  70  Syroh .  253  106  Bob.  Sah. 
korrigieren:  U'jixojo/^c  ^j:A^[i  oder  o(vy;r>  U'jaojo-/;;,  Aeth.:  der  Zorn- 
mütige und  der  Ungerechte;  vgl.  8,  16.  Die  Beziehung  von 
«uTO'j  (S*  om.)  macht  auch  bei  der  gewöhnlichen  Lesart  keine 
Schwierigkeit.,  und  die  von  oixctitoiJrjVxt  (=  er  bleibt  nicht  unbe- 
straft) ebenso  wenig;  vgl.  9,  12,  wonach  hier  wohl  r\^'^  (s.  auch 
34,5)  stand.  ^  Chrysost.  4,  440.  461.  7,  909  für  a:  Ü-jaoc  ocory.o,- 
0U7.  rjS^mmSs-rfiz-nx.  —  Y'~'f\  wäre  hier  der  Anstoss.  Sap.  18,  12 
steht  das  Wort  für  Augenblick,  Job.  20,  5  beim  T^ßp7.roc  für  yri. 
Aber  S"^  liest  ö^o-'r^  =  Lat.  iracundia,  was  nach  10,  18.  45,  19 
anzunehmen  ist.  —  -töisic  ot-j-rw  (155  253  Lat.  autoo)]  vgl.  5,13 
in^cs,  das  wohl  auch  hier  stand. 

23.  Syr.  om.  —  7.vi>i;sT7.'.]  könnte  zur  Not  Missverständnis 
von  p'nnn  (^  sich  zusammennehmen)  sein;  vgl.  Dan,  10,21. 
1  Chr.  11,  10.  Aber  eher  ist  mit  248  Syroh.  253  23  Boh.  Sah. 
Aeth.  dvs;stc('.  (=  Lat.  sustinebit)  zu  lesen.  —  (zvaowSii  (S*=^  czvao''- 
ofü3iv)]  im  A.  T,  nur  hier.  —  s'j'i.oo^'WJ  253  23  SAG  157  k  Sah. 
Aeth.  korrigiren  s'>ffio3'jv/;v,  70  vx  3'>^ooa'jvr,v.  —  Lat.  für  b:  et 
postea  redditio  jucunditatis.  Gemeint  ist  der  glückliche  Ausgang 
aus  schwieriger  Lage. 

24.  Syr.  om.  —  -laiöjv]  so  nur  B  (C  23  308),  die  übrigen 
ttoaXwv;  vgl,  39,  9. 


16  Sir.  1,  25—28. 

25—30.  Der  Schüler  will  Weisheit  lernea,  aber  Weisheit 
ist  Gottesfurcht^  und  Gottesfurcht  ist  etwas  mehr  als  die  land- 
läufige Frömmigkeit  meint  (3.  3.  2  Disticlia). 

25.  Syr.  om.  —  -a^^r/^om  Co  70  Syroh.  253  23  S  Sah. 
Boh.  T:ap7j':ioA7.L  —  iJsoaiiScta  im  Sirach  nur  hier.  Man  hätte  da- 
für gern  ein  Wort  wie  'f,oov/^3ic  oder  dgl.  Aber  es  ist  nach  dem 
Vorigen  verständlich,  dass  Gottesfurcht  und  Weisheit  als  Wechsel- 
begriffe behandelt  werden,  zumal  ihre  Identität  im  Folgenden 
noch  einmal  hervorgehoben  wird.  Allerdings  hat  Lat.  den  Vers 
hinter  v.  20  (=  Lat.  v.  26)  in  einer  von  Gr.  abweichenden  Ge- 
stalt: in  thesauris  sapientiae  intellectus  et  scientiae  (Toi.  Corb. 
2  scientia  et)  religiositas,  exsecratio  autem  peccatoribus  sapientia. 
Aber  das  idem  per  idem,  das  Gr.  in  beiden  Stichen  bietet,  kann 
hiernach  nicht  gebessert  werden,  zumal  et  religiositas  {=  i>so3i[:i£i7.) 
als  Korrektur  erscheint,  die  an  falsche  Stelle  geriet.  Dagegen 
hat  Lat.  den  Vers  hier  dem  Gr.  entsprechend;  aber  die  Wieder- 
holung ist  jüngeren  Ursprungs  und  fehlt  in  den  besten  Zeugen; 
vgl.  auch  Berger,  a.  a.  0.  p.  103.  156.  168  und  oben  zu  v.  21 — 24. 

26.  Syr.  om.  —  Lat.  praem.  tili,  das  aber  im  Am.  Sang. 
Aug.  Spec.  und  bei  Ambros.  (I  p.  1138)  fehlt.  Vgl.  auch  Berger, 
a.  a.  0.—  i-t',}'j<xr-,rj.;]  248  70  Syroh.  253  23  SBAC  k  Lat.  i-iU-j- 
jjLr,37.c,  aber  der  Aorist  entspricht  dem  hebr.  Perfectum,  das  für 
sich  allein  einen  Conditioualsatz  ausdrücken  kann;  vgl.  z.  B. 
19, 10.  21,  1  und  zu  34,  12  a.  —  ivTOÄotc]  Lat.  justitiam.  Thiel- 
mann (IX  272)  bemerkt,  dass  Lat.  15,  1.  21,  11  für  voixoc  justitia 
setzt,  und  36,  2  mandata  et  justiliae,  9,  15  praecepta.  Aber  noch 
merkwürdiger  steht  19,  17  timor  für  vojxoc  und  28,  7.  37,  12  für 
IvToXry,'.  Vgl.  zu  2,  10.  15  und  auch  17,27.  24,  23  Lat. 

27.  Syr.  om.  —  F.  Perles  vergleicht  gut  Prv.  15,  33.  — 
r^  zhw/la  7.'jtoO]  =r  liim  =:  sein  Gebot;  vgl.  2,  16.  15,  15.  Er  ver- 
langt Treue  (d.  h.  rückhaltlose  Hingabe  an  seinen  Dienst)  und 
Demut.  Vgl.  m3>'l  nxöx  45,  4  und  r.hv.:  15,  15.  40,  12.  —  Lat. 
add.  et  adimplebit  thesauros  illius  (al.  tuos);  vgl.  v.  17. 

28.  Syr.  praem.  mein  Sohn.  —  jx.))  d-ctör^a-f,?]  ist  wenigstens 
in  der  gewöhnlichen  Bedeutung  des  Verbums  unbefriedigend. 
Allerdings  befiehlt  nicht  nur  Gott,  sondern  auch  die  Gottesfurcht 
(^  das  Gesetz).  Aber  nach  b  handelt  es  sich  nicht  um  Unge- 
horsam,   sondern    um  Treulosigkeit   oder  Heuchelei.     Syr.  3i2n, 


Sir.  1,  28—30.  17 

was  auf  :i:n,  ti'nrn  oder  dgl.  führt  und  zu  v.  27  gut  passt.  Aber 
nach  Cod.  S  7.-'.3-:r^3T,c  zu  lesen,  ist  wegen  23,  23  (s.  d.j  unratsam. 

—  y.'jpto'j]  248  70  Syroh.  253(?)  add.  ivosr,?  wv  (widersinnig).  — 
-r.oaiÄDYjc]  =r  iip  (Syr.  2'npn),das  ursprünglich  cultischen  Sinn  hat; 
vgl.  V.  30.  2,  1  und  Syr.  hinter  v.  20  (v.  2.  11.  12).  —  iv  xapota 
013T?,]  vgl.  Ps.  12,3  2^"  2^;  allerdings  hat  auch  Syr.:  mit  zwei 
Herzen.  Die  Uebersetzuug  „mit  geteiltem  Herzen"  ist  nicht 
ausreichend.  Vgl.  5,  14.  6,  1  und  2,  12  sowie  wW/fj;  Jac.  1,8.  4,8. 

29.  106  praem.  xoc';  ebenso  Syr.  —  u-oxpti>-(,c]  vgl.  35,  15. 
36,  2  (Hebr.  rhrbm  und  üiriam).  Aber  Syr.  hat  na  "nnrin  (tue 
gross  mit  ihr),  das  vielleicht  ebenso  in  der  Vorlage  stand  und 
von  Gr.  schlecht  wiedergegeben  wurde.  —  h  -j-J^yi-JK^j  (S  106  307 

—  •j-'V"')]  vielleicht  =  ^23,  das  wegen  der  in  b  genannten  Lippen  aus 
"ica  entstellt  war  (s.  z.  8,  11).  Dagegen  Syr.  pS  =  ^Tih\  vgl. 
Lat.  in  conspectu,  Syroh.  253  ivoj-tov,  Sah.  Boh.:  in  Gegenwart. 
Die  Uebereinstimmung  dieser  Zeugen  mit  Syr.  lässt  verschiedene 
Erklärungen  zu.  —  -f/oas/s]  Syr.  snn'^  t,t  sinn;  vgl.  Syr.  zu  6, 13, 
Hebr.  zu  13,  13.  —  Lat.  für  b:  et  non  scandalizeris  in  labiis 
tuis,  attende  in  illis.  Hier  ist  xczl  h  toTr  yzu.ty.'j  jou  -ooje/s  ver- 
mischt mit  23,  8  3/7.vo7./.'.ji)-/;jovtot'.  h  ri.\j-rÄ:.  Durch  die  Vermischung 
wurde  das  Aequivalent  von  \x■r^  H'rWj  asot'jTov  (oder  in  der 
griechischen  Vorlage  dieses  selbst)  verdrängt.  Cod.  Theoder.  hat 
für  V.  30  b:  et  pouas  scandalum  animae  tuae  et  adducas  inhouo- 
rationera  tibi. 

30.  \i\  i^j'Vvj  -jf-rj-M]  Syr.  hasse  sein  Wort  nicht  {^^irw 
N:::'n?);  253  \i.-r^  37./.soo'j  ^jvj.wsj.. —  v^j.  u-y;  -iar,c]  Syr.  damit  du  nicht 
wanl<st  (>nr).  Die  Peschita  setzt  das  Verbum  oft  für  üio,  das 
LXX  (Vgl.  auch  unten  13,21)  gelegentlich  mit -''—siv  wiedergibt. 

—  i-7.YC(Y-(^c]  Syr.  wohl  besser:  viel  machst  (rs2.T:  n'aiTi).  —  -ä 
y.rj'j--d  301»]  248  70  Syroh.  253  add.  Tt^vtc«.  —  Syr.  für  c:  damit 
nicht  viel  mache  (aus  b  eingedrungen)  der  Herr  deine  Bande 
(■"nrincj:  ""rnic;^).  Vgl.  nrrcj  Ps.  19,  13.  —  Iv  aijto  a-jvotYiü-i-r^c] 
vgl.  4,  7.  7,  7.  23,  24.  41,  18.  42,  11.  Prv.  5,  14.  —  In  e  fehlt 
die  Negation  beim  Syr.  Schon  wegen  v.  28  ist  o-j  falsch  und 
blosse  Korrektur,  veranlasst  dadurch,  dass  man  das  syntaktische 
Verhältnis  von  e  und  f  nicht  begriff.  Die  Korrektur  genügte 
auch  nicht,  248  Syroh.  253  Slav.  setzen  deshalb  noch  sv  ä/.r/Js-'a 
hinzu,  70  iv  vor  9o|dqj.     Lat.  hat  statt  der  Negation  verständiger 

Smend,  Siracb-Kommentar.  2 


18  Sir.  2,  1-18. 

maligne.  —  -.oosv.UscJ  Syr,  du  wurdeöt    genannt  (3"ip  :  snp,  s.  z. 
V.  28).  —  -/.r;.orp:  oo/.o'.]  Vgl.  19,  26. 

c.  2.  Gottesfurcht  als  Geduld  und  zuversichtliche  Hoffnung 
im  Leiden  (v.  1  —  11  =:  3.  3.  3.  3).  Verzagen  ist  Gottlosigkeit, 
wahre  Frömmigkeit  ist  bei  aller  Demut  im  Unglück  getrost 
(v.  12     18  =  3.  3.  2). 

1.  248  praem.  T.trA  Ozoaovr,?.  -  oo'j/.s'jc'.v  xo^owo]  Lat.  ad 
Servituten!  dei;  Syr.  zur  Furcht  Gottes,  was  nach  1,  28.  30 
anzunehmen  ist.  —  t)3(o|  findet  sich  nur  in  B  248  (155  308),  ist 
aber  wohl  echt  (vgl.  4.  28.  47,  18).  —  sTot'ixa^ov]  Lat.  praem.  sta 
in  justitia  et  timore  et.  Syr.  (so)  übergibst  du  (naf^rs);  vgl,  Syr. 
20,  28.  —  t'.;  -t>.rjr,.a<xv^]  Syr.  zu  allen  Versuchungen.  Vgl. 
übrigens  36,  1.  44,  20  und  4,  17. 

2.  Syr.  om.  —  s-jfjuvov]  erklärt  F.  Perles  richtig  für  ]zn 
nach  Ps.  78,  8  u.  a.  St.;  vgl.  Hebr.  zu  37,  15  und  p:3  ih.  Der 
Sinn  ist  dann  aber:  mache  fest  dein  Herz.  —  y.a^J-ilJ■r^:^v^]  =z  p:n 
oder  |'f:s.  —  Lat.  für  a:  deprime  cor  tuum  et  sustine,  inclina 
aurem  (tuam)  et  suscipe  (al.  excipe)  verba  intellectus.  —  a-sucrr,;] 
ist  schlechte  Uebersetzung  von  bnap  (vgl.  LXX).  —  £-77(07-7^] 
im  Hebr.  entspricht  3,  28  n:.'2,  5,  8  mnj;,  10,  13  j?jj,  40,  9  it^f, 
beim  Syr.  auch  Not,  Bedrängung  (5,  8.  25,  14).  In  der  LXX 
findet  sich  das  Wort  nur  Dt.  32,  36,  wo  MT  y,T;  hat,  Theodot. 
setzt  es  Prv.  27,  10  für  TN',  und  ein  allgemeiner  Ausdruck  wie 
mi:  stand  wohl  auch  hier.  Vgl.  i-d'itv^  v.  4  und  öfter.  —  Lat. 
fügt  zu  b  hinzu:    sustine  sustentationes  domini  =  Anton.  1216 

3.  zoA/,-/; !)-/;-:'.]  Syr.  pmns.  —  oi'j-jn]  ul.  Gott,  Lat.  deo;  vgl. 
V.  6.  Aber  Syr.  wohl  besser:  an  ihr  (der  Gottesfurcht);  vgl. 
4,  17  ff.  —  «xTj  7.7:0 —f,^]  Lat.  sustine.  Syr.  wohl  wörtlich:  lass 
sie  nicht  fahren  (iTcin).  —  Lat.  für  b:  ut  crescat  in  novissimo 
vita  tua.  Gr.  scheint  frei  übersetzt  zu  haben.  Denn  Syr.  hat: 
damit  du  dich  weise  beweisest  (crnrn)  auf  deinen  Wegen  (Ambr. 
an  deinem  Ende).  Vgl.  dazu  Prv.  19,20,  wo  Posch,  -nn-ns'3  cznnn 
für  innnsn  c:nn  hat. 

4.  0  S7.y  i-oLyßl  crot]  Syr.  was  über  dich  kommt  (so  auch 
Sah.  Boh.)  =  yhv  azn.  —  oüm]  Syr.  h2p;  vgl.  Job.  2,  10.  248 
70  Syroh.  253  106  add.  aaiasvcu?.  —  xal  sv  aU7'7tj,a3i  (248  Fragm. 


Sir.  2,  1—7.  19 

Hieros.  -ti)  t7.-£'.v(-jj3wc  3o'j  ;j.c(x[yoi)'j;i-/;3ov]  Lat.  et  in  dolore  sustine 
et  in  humilitate  patientiam  habe.  Syr.  und  in  Krankheit  und 
in  Armut  sei  geduldig.  Dazu  stimmt  die  Dublette,  die  Syroh. 
253  S ''•'  55  254  hinter  v.  5  (s.  u.)  haben:  sv  voiot;  xotl  sv  -cvta 
(Syroh.  -^los-'a,  253  -c/Aotiai:)  ir:  7.'jt(o  7:3-oii><uc  yivoLt.  Ebenso 
zitiert  Chrysost.  (Sav.)  VI  584  und  zwar  vor  v.  5.  Die  ge- 
wöhnliche Lesart  geht  zurück  auf  "':«;  Tj'^na,  die  andere  auf 
■'iyi  ''Sna.  Die  letztere  dürfte  trotz  des  im  Syroh.  fehlenden 
Asteriskus  aus  Gr.  II  stammen;  sie  ist  übrigens,  wie  Nöldeke 
schon  vor  Jahren  bemerkte,  im  Reclit.  Im  Sah.  sind  beide  Les- 
arten vermengt:  im  Schmerz  (vgl.  Lat.)  deiner  Erniedrigung.  —■ 
[xaxpoi>'jixr,3r(v]  Syr.  -""n  njvS  (ebenso  18,  11.  29,  8)  =  "nn  "^xn 
(vgl.  5,  11)  oder  auch  "[it^e:  (Job.  6,  11). 

5.  yy^^'j^l  Lat.  aurum  et  argentum.  Derselbe  Zusatz  im 
Lat.  8,  2.  30,  15.  —  y.m  avUpw-c/'.  os/to-'J  Syr.  nur:  und  der 
Mensch.  Aber  Gr.  wird  im  Recht  sein,  er  las  etwa  ''•2;"i  eis*; 
vgl.  46,  13.  Prv.  3,  12.  Vgl.  Jes.  48,  10  'y;  m:3  "Wns.  —  70 
fügt  am  Schluss  schlecht  hinzu:  cojijr^aovtai.  Syr.  Sah.  haben 
V.  5  hinter  v.  6;  vgl.  dazu  die  Stellung  der  Variante  zu  v.  4b 
hinter  v.  5. 

6.  ot'jt(o|  Syroh.  253  "/.'Jp''<;>,  Lat.  Syr.  deo.  —  dyn^'^s-cti 
aou]  Syr.  arnv  'f^  sin:  'in;  vgl.  rh-SKf—Mrj  =  r^y;  13,  22.  —  Für 
b  haben  Syroh.  253:  xoti  sÄ-'-Ts  i-'  a-kov  x7.1  v/dwil  tac  ooo-jc  cto'j; 
ebenso  Syr.  (om.  '/.ai  1  'J).  Dass  das  richtig  ist,  beweist  der 
Parallelismus  von  a.  Spuren  des  Ursprünglichen  haben  sich 
darin  erhalten,  dass  Co.  70  k  157  307  S""  A  55  155  Fragm. 
Hieros.  Lat.  vor  suij-jvov  ein  x7.i'  haben  und  106  c'j!)'jvov  t.  o.  so-j 
auslässt.  Zu  cOU'jvsr  (Syr.  |*"nn3)  =  ni^''  vgl.  Hebr.  4, 18  und  Hebr. 
Syr.  39,  24  sowie  Prv.  3,6  -[Tmx  TwJ^'"'  Nim  =  Syr.  -jnnT.s  |*nr:  im. 
157  Lat.  ■:■>;/  ooov  ao-j.  Lat.  i.  f.  add.  serva  timoreni  illius  et 
in  illo  inveterasce.     Zu  letzterem   vgl.  11,  20. 

7—9.  248  ordnet  diese  Verse:  8.  9.  7;  106  (lässt  7  ur- 
sprünglich aus)  und  308:  9.  7.  8;  155:  8.  7.  9.  Lat.  und  Syr. 
haben  die  gewöhnliche  Reihenfolge. 

7.  7.v7;jLstv  T3  To  l/.soc  7.'j-:oO]  Syr.  hoffet  auf  sein  Gut  (aus 
V.  9).  —  iv.ySfMY^-z]  Lat.  deflectatis  ab  iUo.  Syr.  bleibt  zurück 
(p"imn:i*n)  hinter  ihm  weg  (=  mnxö);  vgl.  zu  4, 19. 


20  Sir.  2,  1-18. 

8.  -TottVir,]  ist  in  der  Verbindung  mit  a-.jUoc  auffällig  und 
ohne  Analogie.  307  106  k  296  Fragm.  llieros.  zsar,  (wohl 
Korrektur).  Lat.  evacuabitur.  Die  Vulgata  setzt  evacuare  für 
xsvoOv,  y.n.-n.rj'ivy.  Sah.:  bleibt  aus,  was  Avoiil  nur  geraten  ist. 
Syr.  für  b:  und  er  wird  niclit  über  Nacht  behalten  (n'3ö)  euern 
Lohn  (vgl.  Lev.  19,  13.  Tob.  4,  14),  was  originell  erscheint.  Ein 
ähnlicher  Anstoss  findet  sich  aber  bei  |j.'.al)oc  11,  18,  wo  Ilebr. 
anscheinend  eine  Form  von  2",n  liest.  Syroh.  setzt  dies  Verbum 
öfter  für  —ctfeiv  (vgl.  Payne-Smith  s.  v.),  und  vielleicht  stand  hier 
z\r[\  Gr.  hätte  dann  --r/h-^^  6  \v.j\)h:  ^j\iwj  in  Umbildung  des 
Ausdrucks   r^-aizv^  zr^z  sK-ioo;  gesetzt. 

9.  £ic  7.Y7.!>7:]  Lat.  in  illum.  Syr.  auf  sein  Gut  (na'aS).  Vgl. 
•2'tt  Zach.  9,  17.  Syr.  om.  xat.  —  d;  3'>fr>oaüv/)v  auoyoc]  =: 
üh)y  nn^vh;  vgl.  Jes.  35,  10.  51,  11.  61,  7.  —  s/iooc]  müsste 
Fehler  oder  schlechte  Uebersetzung  statt  zlto:  (so  Anton.  784, 
Arm.  und  anscheinend  Sah.)  sein.  Lat.  für  b:'et  in  oblectationem 
veniet  vobis  misericordia.  Wahrscheinlich  ist  veniet  Fehler  für 
aevi  et,  so  dass  vobis  zu  streichen  und  misericordiam  zu  schreiben 
wäre.  Syr.  auf  ewige  Freude  und  Rettung  (SipTc).  Vermutlich 
wollte  der  Verf.  hier  denselben  Gedanken  ausdrücken  wie  32,  25, 
w^o  3A£o?  für  nv"^''  steht.  —  Der  in  einigen  griechischen  Hss. 
zugesetzte  Stichus  ist  augenscheinlich  Dublette  zu  b.  Dabei  ist 
oocfic  alomn  wohl  vom  Leben  nacli  dem  Tode  zu  verstehen.  — 
Lat.  fügt  bei:  (jui  timetis  dominum  diligite  illum  et  illuminabuntur 
corda  vestra. 

10.  Die  heiligen  Büchei',  die  selbstverständlich  als  ein 
vollkommenes  Bild  der  Geschichte  gelten,  erzählen  von  keinem 
Fiommen,  der  umkam.  —  Syr.  für  a  doppelt:  achtet  (iSrncs)  auf 
das  was  von  Anfang  an  (fJ^mpS  ]t)  war,  und  auf  das,  was  von 
den  Geschlechtern  der  Ewigkeiten  her  war,  merket  ("rzns)  und 
sehet.  —  iix^Ki'W-z]  vgl.  rc^zn  Jes.  51,  1.  2.  Lat.  respicite  filii. 
Syr.  las  vielleicht  irzn.  —  tk  drjyoih.:  -j'svsccc]  Lat.  nationes  homi- 
num.  —  Tic  iv3~taT3'j3£  y.'jrjm\  Chrysost.  (Sav.)  I  603  775  874, 
Max.  903,  Anton.  788  Tic  y-ä-issv  i-1  x'j.oiov;  Lat.  quia  nullus  (al. 
quis)  speravit  in  domino;  Syr.  wer  vertraute  [pTi)  auf  ihn.  —  r, 
(253  om.)  TIC  svitjLsivs  t(o  'fojifo  «Otoo]  Chrysost.  VI  303:  r,  ti; 
Evifisivs  T7.tc  h-rjlrxi;  (/oToO,  Lat.  quls  euiui  permansit  in  mandatis 
illius;   ebenso  Sah.     Vgl.  zu  diesen  Varianten  das  zu  1,  26  Be- 


Sir.  2,8—1:1.  21 

merkte  sowie  28,  6.  Zu  i;xusv3'.v  vgl.  t^j;  Koli.  8,  3.  Dagegen 
Syr. :  oder  wer  verliess  sich  ('?:nns)  auf  ihn.  Mit  ihm  stimmt 
Chrvsost.  IV  15,  der  au  dieser  Stelle  für  b  v.:  i->':jzz'j::t  -ji  7.'joi'(t) 
hat,  für  C  dagegen  r^  xi;  y-j.sv^  i-'  otoTov.  —  y.n-rp/W\)r^  —  37x7.- 
-sAö'/il^/)]  Chrysost.  stellt  IV  15  die  Verba  um;  Syr.  hat:  er  ver- 
liess  ihn  (np2t^*)  —  er  verwarf  ihn  (.-i\"2is).  Es  ist  zweifelhaft, 
welches  der  beiden  Verba  dem  i-A'-j-iLz'.'^Wq  entspriclit.  Immerhin 
wird  Syr.  in  c  mit  Kecht  die  aictivische  Konstruktion  haben. 
Auch  Chrysost.  hat  VI  303  i-/.^j.-Äh-vj  r/Sj-J/^.  ebenso  Sah.:  w^en 
verliess  er  (=  Ciasca,  der  freilich  mit  b  abbricht). —  'j-sosrosv  r/Jj-J/j] 
vgl.  38, 16,  wo  Ilebr.  c':j;rn.  Syr.  abschwächend :  er  erhörte  ihn  nicht. 

11.  h  y-'jp'.oc]  248  Syroh.  253  S'="  L.ß  add.  'xotzpoöuaoc  x7.1 
-oÄ'ji/.soc.  Im  Cod.  70,  der  dasselbe  und  sodann  ot'fuov  und  aw^ov 
liest,  ist  6  x-jpioc  durch  den  Zusatz  verdrängt. —  Lat.  für  b:  et 
remittet  (al.-tit)  in  die  tribulationis  peccata  (et  protector  est) 
Omnibus  exquirentibus  se  in  veritate.  Zu  et  protector  est  vgl. 
31,  19.  51,  2.  Syr.  für  b:  und  (Ambr.  om)  er  hört  und  rettet  in 
jeder  Zeit  der  Not  und  er  hört  auf  die  Stimme  derer,  die  seinen 
Willen  tun.  —  Herkenne  schliesst  aus  dem  griechischen  Plus  in 
a  und  dem  syrischen  und  lateinischen  Plus  in  b,  dass  der  Urtext 
vier  Stichen  statt  zwei  hatte.  Aber  das  trifft  höchstens  für  einen 
erweiterten  hebräischen  Text  zu.  Denn  abgesehen  vom  Schluss 
hat  der  Abschnitt  lauter  Strophen  von  je  drei  Distichen. 

12.  Syr.:  Verzagtes  Herz  und  schlaffe  Hände  ist  der 
]\[enscb,  der  auf  vielen  Wegen  geht.  —  x^po-'occ  öi'./.aTcJ  vgl.  22, 18 
und  4,  17.  31,  16.  Syroh.  x7.po.  0.^37.1;  (1,  28),  Lat.  duplici  cordi 
(al.  corde).  Origen.  9,97:  duplices  corde  et  animo.  Es  stand  da 
D23  2bh  (vgl.  Syr.  x-d^d).  —  /s.oat  -arjzvihr/i-]^  Syr.  nt^di^  n^^n; 
vgl.  25, 23  (ircn).  Jes.  35, 3.  Job.  4, 3.  Lat.  labiis  scelestis 
(=:  ytiltai  -7[>7.voao.r'P)  et  manibus  malefacientibus  (et  man.  mal. 
om.  DS).  —  X7.1  7.a7o-:to/,(o]  ist  nach  Syr.  wohl  Ausdeutung.  — 
s-i|'d76Ajv-:'.  i-i  (248  55  om.)  o-jo  Tf.t'ßoucJ  ob  hier  der  Dual  cm 
stand,  den  die-  Masora  Prv.  28,  6.  18  statuirt,  ist  zu  bezweifeln. 
Syr.  (s.  0.)  las  wohl  anders.  Vgl.  Lat.  zu  3,26  und  Syr.  zu  5, 14.  6, 1. 

13.  x7oo!'7.  7:7.0 ötac'vr,]  Syr.  nur:  dem  Herzen.  Vgl.  übrigens 
zu  3,26.  —  o'.a  to'jto]  Syroh.  253  add.:  77;..  Lat.  (et)  ideo.  Ori- 
gineller Syr.  in  TjX  =  xin  c:.  —  'jxE-7a!>-/;as-:7'.]  Syr.  es  wird  Be- 
stand  haben   (C'pni).     Wahrscheinlich   stand   da  |ök^  (Jes.  7,  9), 


22  Sir.  2,  1—18.   3,  1—24 

aber  die  Emendation  -laTc-jD/^acTai  ist  wohl  zu  kühn.    Vgl.  sonst 
Syr.  zu   1,  15.  50,24. 

11.  7.-o/.(y/,3y.oa'.v  TTjV  'j-o;j.ov/;v|  Svr.  den  Helden  der  Zuver- 
sicht (X]'?:in  n3]J).  Er  riet  oder  las  '"\2:  oder  nach  Ryssel  n'2s* 
(Ps.  7G,  6.  Jes.  46,  12);  vgl.  zu  17,  24.  41,  2,  wo  Hebr.  nipn  131«, 
sowie  16,  13.  22.  —  Lat.  add.  (et)  qui  dereli(|uerunt  vias  rectas 
et  diverterunt  in  vias  pravas  (—  Glosse  zu  v.  12).  -  i-iT/irr/j-cv.'.] 
vgl.  32,21   (npc).  Syr.  frei:  er  wird  richten  (ebenso  17,32). 

15.  pr^ixotTtoy]  248  55  296  f.r^-Av.a-.v;  vgl.  1,28.  30,12  und 
dagegen  16,28,  wo  aber  gute  Hss.  ebenfalls  den  Dativ  haben. 
Lat.  verbo.  Vgl.  Syr. :  sie  hassen  {])iL!2)  sein  Wort  nicht.  An  der 
Parallelstelle  16,  28  hat  Syr.  "laj;»  für  a-£ii)£rv,  zu  vermuten  ist 
danach  und  nach  39,  31  etwa  rc  TiJi'  i6  (vgl.  Gr.  zu  30,  12).  — 
7.'jTovJ  Syroh.  tov  voixov  ol-j-oO,  —  ooo'jc]  Lat.  viam,  Syroh.  S''"  £v:oÄ7'c; 
vgl.  zu  1,  26. 

16.  Cvj-Vjao'jatv  s'joo/i^v  oiOtou]  hier  steht  Cr^zioi  wie  3,21. 
35,  15  (li'-n  vgl.  Ezra  7,  10)  und  h.'lr^-ivi  39,  1.  3  im  Sinne  von 
erforschen,  und  zliW/Sa  Avie  1,27.  Syr.  sie  überdenken  seinen 
Willen  (nrny  pynnj).  —  i|j,-^at!}7^aov:7i  -oO  vo-iou  (Lat.  add.  ipsius)] 
Syr.  sie  lernen  sein  Gesetz.  Denkbar  wäre  ip^D''  (vgl.  35,  15), 
iSsp^  (34,  3),  aber  auch  ipi^'\ 

17.  Syr.  für  a:  wer  Gott  fürchtet,  macht  fest  (|pn))  sein 
Herz.  Zu  vermuten  ist  ]^2T\,  das  Gr.  mit  3to'.;x7''C£'v  schlecht  wieder- 
gab; vgl.  zu  V.  2.  —  Syroh.  253  23  v.r/.rjU'-jy.  —  Ta-civfoaoustv] 
vgl.  3.  18.  7,  17.  18,  21.  —  Ganz  abweichend  Syr.  für  b:  und 
wer  ihn  verlässt,  richtet  zu  Grunde  seinen  Geist  (31,17). —  Lat. 
add.  qni  timent  dominum  custodiunt  mandata  illius  et  patientiam 
habebunt  usque  ad  inspectionem  illius.     Vgl.  Anton.  1216:    K7.I 

|X7.Xpi0i>'J|XTj30U3lV    £OJC    £-l3X0~TjC    OtUTOU    (vgl.    ZU    15,  8). 

18.  Syr.  om.  a  und  b.  —  Syroh.  253  praem.  )Ay)V-z:.  Lat. 
praem.  dicentes:  si  poenitentiam  non  egerimus.  —  Vgl.  2  Sam. 
24,  14.  —  Im  Begriff  der  Grösse  ist  der  der  Uebermacht  ein- 
geschlossen. —  Syr.  i.  f.  add.:  und  wie  sein  Name,  so  sind 
seine  Werke  =  ri^'ya  p  li2^n,  was  im  Hebr.  hinter  6,  17  er- 
halten ist.  Die  Worte  sind  rhythmisch  unentbehrlich.  —  Im 
nitrischen  Codex  des  Syr.  folgt  dann  noch:  wer  den  Herrn 
fürchtet,  viel  wird  sein  sein  Besitz,  und  sein  Same  wird  gesegnet 
werden   nach   ihm.     In    den  Polyglotten  stehen  die  Worte  vor 


Sir.  2,  14-3,  5.  23 

V.  16,  in  den  Codd.  p  und  u  steht  der  erste  Satz  (bis  „Besitz") 
an  Stelle  von  3,  7,  der  im  Syr.  und  Hebr.  fehlt.  Im  Cod.  Ambr. 
fehlen  die  Woi'te  überhaupt.  Wahrscheinlich  sind  sie  aus  dem 
ursprünglichen  Wortlaut  von  3,  7  entstellt. 

3,  1 — 24.  An  das  Gebot  der  Gottesfurcht  schliesst  sich 
das,  die  Eltern  zu  ehren  (3,1 — 16  =  7X2  .  1).  Die  Ehrfurcht 
vor  den  Elitern  ist  aber  ein  Stück  der  Demut,  die  übrigens  auch 
bei  Keichtum  und  Ansehn  (v.  17 — 20  =  3),  sowie  in  der  Er- 
forschung der  Wahrheit  (v.  21  —  24  =  3.1)  geübt  sein  will. 

1.  Die  vom  Lateiner  vorausgeschickten  Worte  sind,  wie 
schon  Bretschneider  sah  und  die  Satzconstruction  zeigt,  hebrtäi- 
schen  Ursprungs,  sind  dann  aber  doch  secundär.  Zu  tilii  sapi- 
entiae  vgl.  zu  4,  11.  Grotius  setzt  natio  =^  '■lYn^iia.  —  3;xo'j]  Aid. 
xpi'|jLC(.  Annot.  Bibl.  Kom.:  in  quibusdam  libris  v.[Äj<y,  in  aliis 
y.rjvi.a.  70  add.  v.rÄy:^  hinter  tsxv7..  Syroh.  253  für  a:  (zzousaTs 
xixva  -/[jt'ofiv  -n-rjfjc.  Lat.  Judicium  i)atris  audite  ülii  (dilecti).  Syr.: 
Söhne,  das  Recht  der  Väter  (1.  xn2K  statt  Nn:sS)  höret.  Vgl.  die 
Satzform  23,  7.  41,  14  (Hebr.).—  z.o-ra-.vj  vgl.  v.  2  und  -c^-^'^  38,  16. 
Dt.  18,  3  u.  ö.  —  Syr.  om.  o-jtwc,  aber  für  iv7.  3(o1)/,t3  hat  er  er- 
weiternd: damit  ihr  lebet  das  Leben,  das  auf  Ewigkeit  der 
Ewigkeiten.  Für  iTn  steht  in  der  LXX  öfter  nM'U^Wr/.'..  das  in 
der  Peschita  zum  X.  T.  umgekehrt  öfter  mit  vS^n  wiedergegeben 
wird.     Aber  auch  Sah.  Aeth.  haben:  damit  ihr  lebet. 

2.  Sinngemäss  Sah.:  denn  der  Herr  gab  dem  Vater  mehr 
Ehre  als  den  Söhnen.  Gr.  hätte  'j-z^j  d/va  setzen  sollen.  — 
33Te,o3(o33v]  ebenso  auch  Syr.  TW.  Lat.  exquirens  firmavit,  aber 
Toi.  Am.  Sang.  Theoder.  Miss.  Moz.  392  lassen  ürmavit  aus. — 
£'/   uiorcj  Syr.  nnS"'  hv,  dagegen  in  a  n"j2  hv. 

3.  -a-irj'-j]  Anton.  1045  add.  a-j-coO,  Syr.  hat  das  Suffix.  Lat. 
sonderbar:  qui  diligit  deum  (vgl.  zu  v.  6).  —  zciLä'izzr/.\  r/.\).r/.rjz['j.z\ 
Syr.  es  werden  vei-geben  werden  (ppnntJ^:)  seine  Schulden.  Es 
stand  da  wohl  nsD^;  vgl.  Hebr.  zu  v.  30  und  20,  28,  zum  Ge- 
danken 32,  5.  Lat.  add.  et  contlnebit  se  ab  illis  (et)  in  oratione 
dierum  exaudietur  (vgl.  zu  v.  5). 

4.  x7.t  w?  0  a-of>/;37.'jpuojv]  Syr.  \^r\tTü  CiSn,  wohl  =  iän'  "lirisi. 

5.  -v-irjrj]  Lat.  patrem  (suum),  Syr.  hat  das  Suffix.  —  uro 
T3xv(üv]   6-0    steht    schlecht   für  p    (vgl.  Prv.  5,  18).     Allerdings 


24  Sir.  3,1—24. 

lesen  248  70  C  307  i-l  Tr/.vo'c,  Lat.  in  filiis,  aberSyr. :  von  seinem 
Sohne.  —  Syr.  für  b:  und  wenn  er  betet,  wird  er  gehört  und 
erhört  (KjynjT  v^m'i).  Vgl.  die  Variante  35,  14  inScna  i^j?""!.  — 
Toi.  Sang.  Aug.  spec.  Miss.  Moz.  392  lassen  b  aus  (s.  z.  v.  3). 

6.  Sirach  versteht  die  Verheissung  des  Dekalogs  indivi- 
duell. —  xal  6  £!37./.o'jojv  (Anton.  1045  äxo'jojv)  xo^otoo]  Lat.  qui 
obedit  patri  (vgl.  zu  v.  3).  Syr.  xn'^s  bv  N2'i3  sSz'in  san  =  und 
es  legt  Gott  gute  Vergeltungen  auf.  Das  ist  wohl  =:  (Sy)  br::) 
hii.  ^'gl.  Posch.  Prv.  11,  17  iihü'n  nii'ci'r  xai  =  wz:  hü:,  und 
übrigens  zu  29,  1.  32,  3  und  48,  8,  wo  Hebr.  freilich  n']r:)h^T.  hat. 
Gr.  schwächte  den  starken  Ausdruck  ab,  übrigens  verwechselte 
er  Subject  und  Prädicat. —  7.vc(-7.'j3£t  (23^ — Trausi,  55  254  ti;x7^3ci) 
irr^-zipa  aüxou  (Syroh.  253  70  add.  d-h  oo-jvr^c)]  Lat.  refrigerabit 
matrem.  Vgl.  n^:n  Prv.  29,17,  nmn-Esth.  2,18  und  unten  zu 
12,  3.  Hebr.  iCK  12:12,  und  so  Syr.  nos  i|Ta.  Aber  das  beruht 
ebenso  wie  die  griechische  Lesart  in  55  254  auf  Vertlachung. — 
Im  Cod.  A  des  Hebr.,  der  mit  1!2S  12:^  einsetzt,  ist  der  Text 
von  hier  bis  16,  25  erhalten. 

7.  Hebr.  Syr.  om.;  vgl.  aber  zu  2,  18.  —  Co.  70  Syroh. 
253  Lat.  praem.  6  'foßouucvoc  x-joiov  -vxr,'jt'.  -y-irja  (Lat.  honorat 
parentes).  Die  Worte  können  aus  Gr.  II  stammen,  sind  aber 
durch  den  folgenden  Stichus  erfordert.  —  os^Tro-caic  (253  x'jpioicjj 
vgl.  pnx  41,  18,  wo  es  sich  um  den  Dienst  am  griechischen 
Königshofe  handelt.  —  h\  fehlt  in  248  70  Syroh.  253  23  106 
157  S'^^  k  Anton.  1048.  Sah.  Aeth.  Lat.,  auch  wird  kein  hebrä- 
isches Verbum,  auf  das  man  oo'j/.e'jctsi  zurückführen  könnte,  mit 
3  verbunden.  Aber  sv  kann  =  h  sein;  vgl.  zu  10,  18.  24,  22  und 
h  -I3J?  1  Sam.  4,  9  u.  ö. 

8.  n^yJ2yi  "10x02]  Gr.  Syr.  sv  i'pYto  y.7.1  /.oyto,  aber  Syroh. 
Aeth.  £v  XoYto  X7.t  £p7(o.  Lat.  add.  et  omni  patientia  (Miss.  Moz. 
392  sapientia  tili).  Also  ist  das  im  Gr.  nicht  ausgedrückte  '';2 
alt.  —  löNo]  findet  sich  im  Sinne  von  Wort  auch  37,  lü,  im  Sinne 
von  Befehl  Esth.  1,  15.  2,  20.  9,  32.  —  tov  -atspot  aouj  248  70 
106  add.  X7.1  T7)y  [xr^xspa  aou  (248  om).  —  '"123?]  neuhebräisch  für 
n2j,'2.  —  -jirtt'^]  vgl.  Dt.  28,  2.  Gr.  irAl^  aoi.  Syr.  schliesst  sich 
ihm  an:  (damit)  kommen  über  dich.  —  m:"i2  h2]  Gr.  wohl  im 
Blick  auf  v.  9:  £0X0717  -7[>'  70x00  (70  106  -o-ij  7'jxfTjv,  was  in  Co. 
in   -70'    7.vi)rAo-(ov   verlesen   ist.   Syroh.  253  Anton.  691    aoxwv. 


Sir.   3,6—12.  95 

Sang,  a  deo.  Aug.  spec.  a  domiao).  Syr:  alle  seine  (codd.  p  u 
ora.  seine)  Segnungen.  —  Lat.  i.  f.  add.:  et  benedictio  illius  in 
fine  maneat  (al.  mauet). 

9.  n:"i2]  Gr.  e-jÄo-ca  -;drj,  aber  -.ap  fehlt  in  Syroh.  157  Lat. 
—  tyntt>  iD^Pi]  Gr.  a-a^rAZv.  oi/o-jc  Ts'xvmv,  Syr.  ayir:  cpn.  —  yiiJ  rr:n] 
Gr.  ixpiCot  \)z\xih.y.,  Syr.  sipv  -npyn.  Weil  nc  sonst  vom  Häuserbau 
(doch  vgl.  2  Chr.  31,  7)  gebraucht  wird,  deutet  Gr.  den  Vers 
auf  die  Häuser  der  Kinder,  indem  er  vermutlich  für  '^'y^^  \)t<xil<.y. 
setzt;  vgl.  Job.  28,9.  36,  ."JO.  Das  Verbum  yt::  gibt  er  v.  14 
mit  TTooaavoty.oooaETv  (vgl.  yz:  von  der  Aufstellung  eines  Zeltes 
Dan.  11,45,  gar  des  Himmels  Jes.  51,16)  "\vieder,  43,23  stand 
es  von  der  Gründung  der  Inseln  im  Meer,  und  40,  19  erscheint 
y'\2:  als  Variante  für  yy.  Also  kann  va:  möglicher  Weise  wirklich 
Bauwerk  bedeuten,  wenigstens  kann  Gr.  es  mit  ot/.oc  übersetzt 
haben.  Syr.  folgt  ihm.  Aber  Hebr.  redet  anscheinend  von  den 
Kindern  selbst.  Vgl.  zu  if^T^^  40,  15.  10,  15.  47,  22.  Jes.  53,  2. 
Prv.  12,  3,  zu  V'c:  v.  28.  Job.  14,  9,  ferner  Prv.  10,  25:  cS->'  t,c^  p^ii*. 

10.  Der  Ausdruck  'c  ]''hp2  i::rn  findet  sich  auch  im  Talmud; 
vgl.  Aruch  ed.  Kohut  s.  v.  nz:.  Gr.  setzt  für  sin  verdeutlichend: 
T.<y-rj>j:  dTi;x''7..  So  lesen  Co.  v "  (248  55  155  307)  Aeth. ;  vgl. 
Chrysost.  (Sav.)  V  13.  Lat.:  eius  (al.  sed)  confusio.  Syroh.  253: 
WC  7.T'u'a;  vgl,  Chrysost.  IV  338.  Alle  anderen  (auch  B):  -,00? 
czTia-'av  (155  om.  -00c).  Die  Fehler  entstanden  aus  der  Abkürzung 
-pc  ^  -atooc. 

11.  Gr.  Syr.  r^  77.0  r/jc/y..  —  Uebrigens  hat  Gr.  in  a  die 
Ausdrucksweise  gräcisiert  und  n';:  2*^'  der  Abwechslung  halber 
mit  Tt;ir^  (45,  12)  übersetzt.  —  Das  viel  zu  starke  hhpfi  (vgl.  Ex. 
21,  17)  ist  wie  v.  16  Fehler  für  nhpri  (10,  29  vgl.  Dt.  27,  16)  =  Syr. 
i5?5:o.  Gr.  frei:  \j--f-a^^j  iv  7.oo^'7..  Vgl.  zu  10,  31,  und  betr.  iv 
z.  B.  4,  2.  8,  5.  6.  Lat.  pater  sine  honore.  Vgl.  Chnsost.  IV 
55.  VI  897:  ocoo^ta  -at^ooc  ovs'.ooc  tezvojv.  —  Ü'CÜ  n'^:*]  Syr.  K2*m 
üzrn.  Gr.  y.7.1  ovs-ooc  ts-zvoic  (307  ts/vojv.  Lat.  filii^  al.  filiis).  Gr. 
drückt  einen  blossen  Gegensatz  zu  a  aus,  Hebr.  Syr.  zugleich 
eine  Steigerung.  Vielleicht  ist  izn  nzi:^  oder  nz'in  'O  das  Ur- 
sprüngliche. Einem  ovsiooc  des  Gr.  steht  beim  Syr.  auch  23,26 
N2;~  gegenüber. 

12.  Gr.  7.vT'./,7|':io'j  führt  auf  pmn,  das  der  Zusammenhang 
verlangt.  —    rzzz  las  auch  Syr.;    aber   iv  -.-/^pa    geht   wohl  auf 


26  Sir.  3,  1—24. 

ny\i^2  zurück.  Also  ist  r,222  \vohl  aus  v.  1 1  eingedrungen.  Auch 
scheint  v.  13  vorauszusetzen,  dass  vorher  vom  Alter  die  Rede 
war.  -  inaiyn  SxJ  Syr.  falsch  ausdeutend:  und  verlasse  seine 
Ehre  nicht.  Gr.  \ir,  hJ-■f^rt^z  7.'jtov  =  in^i'yn  '?«;  vgl.  2TJ  14,  1. 
1  Reg  1,6  und  nsi'j?  =  Ä'j--/j  36,  25.  Verbum  und  Nomen  haben 
an  diesen  Stellen  den  Sinn  der  Kränkung  und  Beschimpfung. 
in^ij.'n  '^K  ist  dadurch  ausgeschlossen,  dass  sofort  "h  3"jj  folgt.  — 
T''n  ''O''  '^rj  Gr.  h  rf,  'iw7^^  aoTo-j,  248  70  23  haben  freilich  ao-j, 
S*  £v  -aTr,  lyy'.  cio'j.  Aber  es* handelt  sich  um  die  Lebensdauer 
des  Vaters  und  nicht  um  die  des  Solmes.  Im  Ilebr.  wurde  das 
Richtige  als  Korrektur  an  den  Rand  geschrieben,  drang  aber 
V.  13  an  falscher  Stelle  in  den  Text  (s.  dort).  Im  Gr.  ist  ccjtoO 
vielleicht  nur  Korrektur,  aber  dann  eine  richtige. 

13.  "jjnö  iDn""]  vgl.  13,  8  und  zu  19,  24.  Gr.  oc-oäei-y, 
ö'jvsaiv  (296  308  cj'jvcaicj.  Lat.  defecerit  sensu  (Aug.  spec.  sensus). 
Nach  17,  25  ist  a-jvsaiv  vorzuziehn,  zumal  man  bei  a'jvsa'.c  ein 
aü-o'j  erwarten  sollte.  Anders  liegt  die  Sache  2,  11. —  iS  Sliyj 
=  habe  Nachsicht  mit  ihm;  vgl.  Neh.  3,  34  sowie  Ruth  2,  16. 
Gr.  auYP<uix-/)v  lyz  (Syroh.  Anton.  1048  schlecht  s/stw).  —  cSrn] 
=  a-vylTf^z  =  bescliäme  (ihn  nicht);  vgl.  Gr.  zu  8,  6.  —  rn  "O'  S:] 
ist  fehlerhaft  aus  v.  12  (s.  d.)  eingedrungen  und  hat  das  Original 
von  Gr.  h  -Arq  ir/ßi  aou,  d.  h.  etwa  "[n:  b:2  (34, 30)  oder 
■[n;2i7  h22  (46,  9),  verdrängt. 

14.  2iS  r^^Ti]  Gr.  3Äs-/;;j.o3'jv/;  yj.fj  -'■j-rAc  (248  23  S  *  add.  aou). 
Der  Sinn  ist:  das  Wohlverhalten  gegen  den  Vater.  Vgl.  Jes. 
55,3  in  ncn  (Bretschn.)  und  Joel  4, 19  nT»T  '32  Dcn.— nnonj  Gr. 
£-i>.r^3i>-/;a3-:ai,  und  danach  Syr.  ^?T^na.  Vgl.  Neh.  13,  14  und 
unten  zu  44,  13. —  ncn]  so  auch  4,  10.  Gr.  beide  Mal  avTt,  Syr. 
Ti'rn.  Nöldeke  möchte  nnian  herstellen,  doch  vgl.  auch  Schechter 
z.  St.  —  >'j2jnj  =  Syr.  X22:n?:.  Das  Verbum  yaj  heisst  auch 
befestigen  und  feststellen  (vgl.  Koh.  12,  11  und  oben  zu  v.  9). 
Gr.  -,r>oa7.vo'.y.oo'-vx-/)i)-/;:;3T7.''  va  (253  om.).  Hier  beruht  -,00;  auf 
Missverständnis  von  ;s  npii:,  als  ob  das  Verdienst  des  Vaters 
dem  Sohne  zugelegt  w^erden  sollte.     Vgl.  sonst  zu  v.  9. 

15.  ao-j  l^'J  fehlt  in  248  70  106  S*,  in  Uebereinstimmung 
mit  Lat.  Syr.  Hebr.  —  av(Z|xvr^ai>r,cj5-:oc'.  ist  passivisch  wie  z.  B. 
Ez.  3,  20.  —  aou  2"J  Syroh.  cot  mit  Hebr.  Syr.  —  TiM  hv  cn:J 
Gr.  (a:  z'jo(rj.  i-\  (S*  Max.  857  sv)  -a-z-M,  Lat.  erleichternd:  sicut 


Sir.  3,  13—17.  27 

in  sereno  glacies.  Ungenau  ist  -(/.';t-6:  (sonst  =  mp)  gesetzt, 
der  Zusammenhang  erfordert  den  Reif  (43,  19  -y.yyr,).  Aber  Syr. 
(stSjs)  folgt  dem  Gr.  —  rr'i'^MS)  G]-.  erklärend  7.va//jUr^jovT7.i 
(S"  otv7.ciUrjjfovr7.i).  Der  Infinitiv  mit  h  setzt  das  Verbum  finitum 
fort.         o'jTfor  ist  Zutat  wie  z.  B.  12,10. 

16.  Ti.'2  ^2]  Gr.  öic  "^'/ATsr^ixrj:.  Svr.  halb  und  halb:  r|ijai  Sao. 
Auch  Gr.  lässt  hebräisches  r^nio  vermuten,  das  speciell  den  Sinn 
des  Gotteslästerers  hat.  Immerhin  genügt  Tis  ''2,  da  auch  T*n 
religiöse  Bedeutung  hat,  und  Syr.  kann  dem  Gr.  gefolgt  sein. 
Uebrigens  ist  2  besser  als  'z.  —  nnnj  Gr.  o  s-xaTaÄi-tov.  Aber 
3nj?  Aväre  zu  schwach.  —  r2S]  Gr.  -y-irjy.  (248  70  106  Syroh. 
253  Ant.  1049  add.  a-j-roO).  —  Für  D""y:!3  haben  Gr.  Syr.  xzArz-r^- 
f)7.|xEvoc  und  'ch,  für  S'rp^;  Gr.  o  -7f>of>Yi'^(uv,  Syr.  aber  lyirön  |o. 
Ich  habe  früher  geglaubt,  und  andere  sind  mir  darin  gefolgt, 
dass  im  Hebr.  D"'y3ü  und  hhpa  umgestellt  seien,  um  das  Miss- 
verständnis 1X113  Svipjö  auszuschliessen.  Aber  zu  iSin  passt  besser 
D'yra  als  S^pp.  Es  ist  vielmehr  anzunehmen,  dass  Gr.  (in  LXX 
-arjrtrj-^'Xz'y  meist  =  D'^zn)  oder  seine  Vorlage  die  beiden  Participia 
umgestellt  hat.  Veranlasst  ist  die  Umstellung  w^ohl  dadurch, 
dass  t:s  S'rpo  dem  Gr.  zu  stark  erschien,  was  es  in  der  Tat  ist. 
Syr.,  der  im  Anfang  des  Stichus  dem  Gr.  folgt,  scheint  nSpi^  gelesen 
zuhaben  (s.  z.  v.  11),  das  zu  "iin  stimmt.  Ob  diese  Lesart  neben 
dem  alten  Fehler  hhpü  überliefert  war  oder  auf  naheliegender 
Korrektur  nach  Dt.  27,  16  beruhte,  steht  dahin.  —  Ozo  (70  106 
d-r'),  A  7:7,07,  Syr.  mp)  für  die  Statusconstructus-Verbindung;  vgl. 
46,  13.  Gen.  26,29  u.  o.  —  isiiD]  ebenso  Syr.;  dag.  Gr.  x'j.oto-j 
(Syroh.  253  106  Lat.  UeoO).  46,  13  steht  -/.üpioc  aoioG  für  )nz*r;; 
vielleicht  ist  auch  hier  aotoo  einzusetzen,  und  hinter  \xr,-irj'y.,  w^o 
Lat.  es  übergeht,  zu  streichen.   Vgl.  auch  zu  50,  17  und  zu  30,  19. 

17.  -pz*V2  (das  vielleicht  als  Infinitiv  gemeint  ist)  verlas 
Gr.  oder  seine  Vorlage  in  '"'i*';^,  sodann  gab  er  ■j'^nm  falsch  mit 
o'iqa-j'i  wieder.  Uebrigens  haben  248  Syroh.  253  23  A  55  254 
in  richtiger  Folge:  ta  3077  aoo  sv  -rja-j-r-.'..  —  Da  Gr.  oft  Ottso 
c.  a.  gebraucht,  so  ist  nach  Lat.  (super  hominum  gloriam)  wohl 
u-krj  7vU[>(o-rjv  hei'zustellen.  Dagegen  ist  oe/tov  (vgl.  2,  5.  32,  9) 
schwerlich  schlechte  Umschreibung  von  nüna  |mj;  nahe  liegt 
ooxr/^  (LXX  Prv.  22,  8)  oder  oot-.xov  (vgl.  Lat.  gloriam  =^  oo^av)- 
Uebrigens  ist  7vi}po>-oc  Zusatz  wie  v.  23.  4,5.  27.  20,7.  31,31. 


28  Sir.  3,  1—24. 

51,7,    und  7.vr;fv   14,3.  3G,2.  37,19.  2-1.     Auch  Syr.  (nach  Gr.): 
und  mehr  als  ein  Mann,  welcher  usw. 

18.  Syr,  für  a:  in  allem,  das  gross  ist  in  der  Welt,  mache 
klein  ("ij-'"S)  deine  Seele.  Er  las  wohl  hzi  füi-  S:^,  und  vielleicht 
las  Gr.  ebenso  (vgl.  zu  43,  30).  Gegen  hzfi  sju-icht,'  dass  rh)i: 
nicht  „Hochmut"  bedeutet,  wogegen  „Grösse"  und  hzi  durch  das 
parallele  "jiti'j.'D  v.  17  empfohlen  werden,  üh'v,  das  hier  (vgl. 
mundus  im  4.  Ezrabuch)  die  Welt  bedeuten  würde,  wird  von  Gr. 
nicht  ausgedrückt  und  ist  als  späterer  Zusatz  zu  streichen,  wobei 
dann  rh)i:  (Esth.  6,  3.  10,  2)  oderpiSn|  herzustellen  ist.  —  ej;»  (noch 
35,8)  ist  im  Sinne  von  gering  machen  neuhebräisch;  vgl.  das 
talmudische  -p'r;  'C);r2  (Aruch  s.  y.}  =  halte  dich  für  gering.  — 
Für  Toao'jTO)  -a-sivoO  asauTov  hat  Lat.  humilia  te  in  omnibus. 

19.  20.  Vermutlich  stammt  v.  19  aus  Gr.  II;  er  ist  wohl 
eine  Variante  zu  v.  20.  Dafür  spricht,  dass  der  Text  von  llebr. 
Syr.  zwischen  seinem  Wortlaut  und  dem  von  v.  20  in  der  Mitte 
steht.  19b  Gr.  stimmt  mit  dem  2.  Stichus  des  Hebr.  und  Syr. 
Letzterer  hat:  und  den  Demütigen  werden  die  Geheimnisse  ge- 
oflfenbart  =  ct-ox^Xo-TSTai  ixwjrr^y.y.,  während  oczoxaX'j-Tci  Ta  »xos- 
xr^pia  au-o'j  sich  zu  HID  rh:"  des  Hebr.  stellt;  vgl.  Am.  3, 7. 
Ps.  25,14.  Prv.  3,32  und  unten  4,18.  Dagegen  stimmt  der 
1.  Stichus  des  Hebr.  und  Syr.  mit  v.  20  a,  nur  dass  Gr.  Z'y/'j.^—in. 
(öfter  =  nTi2J,  106  o6v7.|j.!c;  Sah.  das  Können)  für  cem  hat.  Gr. 
II  hatte  vielleicht  ühr\Ti  csi  vor  sich.  Gr.  scheint  im  Vorteil 
zu  sein.  Die  Grösse  der  Barmherzigkeit  Gottes  wäre  unpassend 
der  menschlichen  Grösse  gegenübergestellt;  cN'sm  ist  also  wohl 
aus  V.  18  eingedrungen.  —  Auch  in  b  gebe  ich  Gr.  den  Vorzug, 
die  Uebrigen  leiten  hier  m.  E.  unpassend  zum  Folgenden  über. 
—  u-o  -öjy  t7.z3'V(yv]  Aeth.  vielleicht:  iv  (balä'la)  toTc  Ta-sivor?. 
Wahrscheinlich  war  beabsichtigt:  an  den  Demütigen  verherrlicht 
er  sich. 

21,  Der  babylonische  Talmud  (Cowley-Neubauer  eitleren 
falsch)  und  Saadia  stimmen  mit  dem  Hebr.  übereiu,  nur  dass  sie 
sSciJin  für  ms'^c,  und  noriisi  für  norcT  haben.  Im  jei'usalemischen 
Talmud  ist  nur  der  Anfang  des  ersten  und  der  Schluss  des 
zweiten  Stichus  erhalten,  das  Uebrige  ist  durch  Job.  11,8  (npaj; 
>nn  na  Sisi^^e)  verdrängt.  Von  diesem  Text  scheint  der  erweiterte 
in  Bereschith  Rabba   beeinflusst   zu    sein,    weil   hier  das   npiJSj? 


Sir.  3,  18—21.  29 

h)ü^Q  fehlt.  Die  beiden  seciindären  Stichen  haben  hier  am  An- 
fang x'jc'iai  und  nDi:ö3.  die  beiden  echten  dagegen  SnJ3  und  p]n2. 
Aber  mit  -pr2  p)n2  ist  Bereschith  Rabba  im  Recht  nach  Gr.  x7.i 
iayo[jrj-a[jd  ao'j  und  Syr.  "Jo  |Cprni,  nur  dass  'ö  pini  zu  lesen  sein 
wird.  In  Ber.  R.  ist  sodann  im  ersten  Stichus  dem  p)n  ent- 
sprechend SnJ  eingetreten,  dagegen  aus  ühs]^  ein  dritter  Stichus 
gebildet,  neben  den  ein  vierter  mit  entsprechendem  nDi:a  trat.  Am 
Anfang  des  ersten  Stichus  ist  nixSc  trotz  11,  4.  43,25  und  niS''':c 
des  jerusalemischen  Talmud  schwerlich  ursprünglich.  Vielmehr 
ist  nach  p:m  s'^cJ  39,  20  (vgl.  auch  zu  43,  32)  «Sc:  zu  schreiben, 
aus  dem  nx'pc  und  sScio  entstanden.  Syr.  hat  hier  wie  39,  20 
p^p,  Gr.  /7/.s-(0T£p7.,  das  ebenfalls  auf  s'^si  zurückgehn  kann.  — 
Die  Varianten  der  hebräischen  Citate  sind  alt,  sie  spiegeln  sich 
merkwürdig  z.  T.  in  den  griechischen  Handschriften,  namentlich 
aber  bei  den  Kirchenvätern  wieder.  Dabei  muss  Gr.  II  im  Spiel 
sein,  der  vermutlich  in  seiner  Vorlage  vier  Stichen  hatte  wie 
Bereschith  Rabba. —  r))ühz  (leg.  sSc:)]  Gr.  //y-Xs-oj-spc«,  aber  Syroh. 
253  S'^-'  j':iai)üTc,07.,  und  ebenso  Cyrill.  Hieros.  Cat.  illum.  I  6,  4, 
Euseb.  c.  Marc.  (ed.  Gaisf.)  p.  138,  Chrysost.  (Sav.)  6,  961  (aber 
7,  5  consone),  Synod.  Ephes.  (Froh.)  9G,  Cyrill.  AI.  446  A.  (vgl. 
aber  598  A).  Das  ist  =  pay  bezw:  r\p)f2V  des  jerus.  Talmud.  Dagegen 
liest  Isidor.  Peius.  (Rittersh.)  4,  58  [xsiCoTspry.,  Hieron.  V  203^ 
majora  =  h'n:}  in  Ber.  R.  Sodann  Chrysost.  6,541.  Anton. 
Mel.  1188  (vgl.  Cyrill  AI.  671  A):  ta/upotspa  =  p'u.  Ferner 
Epiph.  (Petav.)  II  17  u-V/iXoTsp^.,  Origen.  11,  311  (vgl.  aber  2,  10), 
Slav.  und  Lat.  altiora,  was  auch  auf  S'HJ  zurückgehen  könnte. 
Allerdings  könnte  altiora  auch  =  (daD-j-pot  sein.  —  nDl2n  (leg.  p*n)] 
Gr.  layu[jrj-zrja.  Dagegen  Epiph.  II  17,  Chrysost.  6,541,  Anton. 
Mel.  1188  (Cyrill.  AI.  598  A)  [:{ 7. U  6 t s r,  7.  =  npioy.  Sodann  Alexand. 
Alex.  .(Migne  18,  555),  Theodoret  (Migne  82,  896)  G6/^/.ox£p7, 
Gaud.  Brix.  sublimiora  =  Sni  —  tf^mn]  Gr.  C'/^xs'.,  ebenso  Syr. 
Vgl.  zu  2,  16.  —  Dpnn]  =  Syr.  Dpyn,  Gr.  eÜza^z]  vgl.  11,  7. 
13,  11.  Origen.  Comment.  in  Ev.  Joh.  (ed.  Brooke)  253,  Gregor. 
Nyss.  1,208,  Chrysost.  6,541  (vgl.  aber  6,  &61),  Anton.  1188 
£[>suv7..  —  248  Syroh.  (mit  Aster.)  253  fügen  am  Schluss  von  a 
geschmacklos  7.y7iai>rjT(uc  und  am  Schluss  von  b  (auv)  acppoa6v-(j 
hinzu.  Sirach  ist  es  als  gutem  Juden  Ernst  damit,  dass  der 
Mensch    überhaupt  nur  nach  den  Geboten  Gottes    forschen  soll. 


30  Sir.  3,  1—24.   25—29. 

22.  n^'^Dn^*]  =^  das  worüber  dir  Macht  gegeben  ist  ^  Syr. 
TiC^ti'S.  Dagegen  Gr.  r).  zpoacTa-,-/)  aot..  Da  -rjo^-^jj«)  im  Sinne 
von  zuteilen  im  A.  und  N.  T.  nicht  vorkommt,  wird  er  meinen: 
was  dir  geboten  ist.  Das  ist  dem  Sinne  nach  zutreffend.  Das 
Verbura  7\z'i   ist  sonst  aram.  und  neuhebr. ;    vgl.  jr*i>i  Ezra  .'3,7. 

—  oi7.vooo]  248  70  Syroh.  (mit  Aster.)  25ö  add.  oaruo?,  Lat.  add. 
semper.  —  "X']  Gr.  o-j  ';6irj  h-i.  —  poy]  steht  hier  wohl  wie  11,10 
im  Sinne  von  Geschäft  (=  du  hast  nichts  zu  schaffen  mit  dem 
Verborgenen).  Speciell  heisst  das  Wort  freilich  auch  Handarbeit 
(38,  24)  und  Mühsal  (7,  25.  40,  1).  Gr.  hat/,ost7.,  das  er  gewöhnlich 
für  ~yj  setzt.  Aber  das  letztere  käme  hier  auf  eine  unpassende 
Abschwächung  des  Sinnes  hinaus,  und  yjjth.  beruht  wohl  auf 
Willkür  (vgl.  Gr.  zu  11,  9).  Neubauer  führt  zu  11,  9  an  Midrasch 
Tanchuma  p.  73  a:  (ich  finde  die  Stelle  in  der  Ausgabe  Frank- 
furt a.  0.  1701  nicht)  |n2 -nu  iS  nM  ab'^  cn2n2  pc};n:^;  vgl.  dazu 
Syr.  zu  V.  23.  Als  willkürlich  erscheint  auch  Syr.:  dir  ist 
(:=  gebührt)  kein  Vertrauen  (SjSnn)  auf  das  Verborgene  (vgl. 
1  Tim  6, 17  Pesch.).—  iTnnc:^]  vgl.  42, 19.  48,  25.  Gr.  twv  xf>'j-Tä>v, 
248  Lat.  add.  i^XsTtsiv  W^yl^xoT;.  —  Vgl.  Dt.  29,  28. 

23.  Gr.  Syr.  om.  l.  —  "jca  in^s]  :=  was  über  dich  hiuaus- 
liegt.  Gr.  h  toTc  Ttspiacrorc  Ttyv  i'p-'tov  (248  Xo-'o^v,  s.  z.  47,  22)  so'j. 
Syr.  in  dem  Eest  (s:t^'2)  seiner  Werke.  Lat.  hat  für  a:  in 
supervacuis  rebus  noli  scrutari  multipliciter  (Toi.  non  scruteris) 
et  in  pluribus  operibus  eius  non  eris  curiosus.  Sang,  und  Paris. 
9397  (vgl.  Berger)  lassen  diese  beiden  Sätze  aus,  der  zweite 
steht  im  Lat.  auch  vor  v.  22b.  Der  erste  der  beiden  drückt 
3o'j  nicht  aus.  Uebrigens  spricht  gegen  Gr.  und  Syr.,  dass  weder 
von  Werken  Gottes  noch  von  solchen,  die  der  Mensch  tun  soll, 
bisher  die  Rede  war.  Gr.  wird  Irjyj.  wegen  rsfy'.sfy-'a^o'j  zugesetzt 
haben  (vgl.  zu  11,  27.  16,  21),    und  Syr.  wird  ihm  gefolgt  sein. 

—  i!2n]  Gr.  -soisp-a'o'j,  dem  Syr.  mit  pcynrt  (vgl.  zu  v.  22)  sich 
anzuschliessen  scheint.  Vgl.  -zrAtrj-^tia  41,  22.  Das  Verbum  bei 
Symm.  Koh.  7,  29  für  lypn  und  2  Sam.  11,  3  für  u>n.  Syroh. 
hat  hier  c:nnn  (sonst  =  so'fCou  u.  dgl.).  Man  könnte  bei  Sirachs 
Vorliebe  für  Wortspiele  an  iinn  oder  liin  (Hifil)  denken,  oder 
gar  an  imn  {=  nimm  dir  nichts  heraus);  vgl.  zu  30,  38.  Mög- 
licher Weise  wurde  aber  auch  ma  oder  mcrt  in  diesem  Sinne 
gebraucht.  —  "^^fi  2"i  T]    Gr.  frei:  rXtivrj.  -/ap.  auvssicu?  avöowzwv. 


Sir.  3,  22—25.  31 

Er  nimmt  c^^'  "32  aus  v.  '24    vorweg    (doch  vgl.  auch  zu  v.  17). 
Schon  das  dem  Menschen  Geoffenbarte    geht  über  seine  Kräfte. 

24.  cns'  ";;  ^jT.v;]  Gr.  nur:  i>-''jlr^'l>.:  r/Sj-wj  (248  add.  ■}^ 
jiotT'zt'ci).  Das  Nomen  crrrj;  öfter  im  Targ. ;  vgl.  miins^'y  Ps.  146,4. 
—  iTi:r^n]  neuhebr.  bedeutet  jrcT  (vgl.  Ps.  17,  12)  Phantasie. 
Gr.  0-OVO.7.  (vgl.  23,  21.  25,  7).  —  mvi]  leg.  nr>n  (8yr.  Gr.).  — 
Uebrigens  stimmt  Syr.  mit  Hebr.,  die  im  Recht  sein  werden, 
obwohl  Gr.  an  31,  7  anklingt.  Er  nahm  au  Stelle  von  eis*  '^yz 
(s.  z.  V.  23)  mit  s-XctV/jssv  myrn  aus  b  nach  a  hintiber  und  setzte 
in  b  synonym  (^uS■J\)■r^'3z  oi'yyoi'y.:  (al.  oiotvoiw)  7.'jt(ov  hinzu.  Syroh. 
253  haben  'j-ovota  "ov/j^a  (u/.i'cjijr^asv  y,  otv'vo'.a  r/.'j-wj.  Andere  Hss. 
halten  zwischen  dieser  Lesart  und  der  vulgären  die  Mitte;  vgl. 
auch  Lat.  et  in  vanitate  detinuit  sensus  illorum.  Hinter  nyno 
könnte  allerdings  ein  Wort  wie  nj;!  (s.  v.  25)  leicht  ausgefallen 
sein,  wovon  der  Fehler  myi  noch  eine  Spur  wäre.  —  Vielerlei 
und  schon  deshalb  unsicher  und  gefährlich  sind  die  Spekulationen 
der  Philosophie  gegenüber  der  Einen  und  gewissen  Wahrheit 
der  Gebote  Gottes,  ms*  •':n  ist  verächtlich  gesagt,  gemeint  sind 
eigentlich  die  Griechen. 

25 — 29.     Neue  Aufforderung  zur  Aufmerksamkeit  (1.  3.  1.) 

25.  Syr.:  wer  keine  Augäpfel  hat,  ist  ermangelnd  des 
Lichts,  und  wenn  da  der  Erkenntnis  ermangelst,  so  sei  nicht 
Rat  gebend  ("jSö),  um  zu  überreden  (iDcaS).  Er  hat  das  Dis- 
tichon vor  v.  28  wie  Hebr.,  bei  dem  der  Schluss  mit  dem  An- 
fang von  V.  28  verquickt  ist.  Hier  ist  nämlich  r'XciS  (T-n  h)a 
Variante  zu  PKi^n  iDnn,  die  mit  v.  28  verbunden,  ein  '':  nach  sich 
gezogen  hat.  Gr.  und  Syr.  könnten  auf  |T»"i  h^  +  x  zurück- 
gehen, und  n'XciS  wird  nach  nXiCi  aus  x  entstellt  sein.  Vgl.  LXX 
Jes.  41,  28  und  LXX  Luc.  1  Reg.  12,  6,  wo  rjyrr;-;i}lio, -y.rjrx-;-;illoi, 
aTTot-fciU«)  für  fr  stehen,  und  Pesch.  2  Chr.  26,  5,  wo  C'ca  =  ps:. 
Uebrigens  haben  Gr.  Syr.  ])^'ii  ]\X3  und  rp  |\S2T  fälschlich  auf 
die  Subjecte  in  idT  (Gr.  übersetzt  dabei,  als  ob  er  -cnn  gelesen 
hätte)  und  des  zu  vermutenden  |7\n  bezogen.  Der  Sinn  ist  aber: 
wie  ein  Blinder  nicht  sehen  kann,  so  ist  ein  Tor  für  die  Lehre 
unzugänglich.  Deshalb  ist  aber  auch  ,"!.'3:~  nenn  (=  da  fehlt  die 
Weisheit)  festzuhalten;  vgl.  22,  11.  Betr.  nvi  im  Sinn  von  Ver- 
stand vgl.  zLi  40,  5.  Das  Distichon  passt  übrigens  besser  hinter 
V.  24  als  vor  v.  28.     Seine  schwankende  Stellung,  seine  schlechte 


32  Sir.  3,  25—29.  3,  30-4,  10. 

Bezeugung  im  Gr.  und  sein  Fehlen  im  Lat,  beweisen  aber  noch 
nicht  seinen  secundären  Charakter.  Denn  in  den  übrigen  griechi- 
schen llss.,  die  das  Disticlion  nicht  haben,  ist  der  Text  an 
dieser  Stelle  in  Unordnung  (vgl.  zu  v.  '20).  Seines  eigentüm- 
lichen Wortlauts  wegen  stammt  das  Distichon  in  248  70  Syroh. 
253  allerdings  wohl  aus  Gr.  II,  aber  in  Gr.  I  wird  es  früh  aus- 
gefallen sein. 

26.  Nur  248  Syroh.  253  (d.  h.  die  Hss.,  die  v.  25  ent- 
halten,) und  S"^  haben  mit  Lat.  Syr.  die  Stichen  in  der  vom 
Hebr.  befolgten  Ordnung,  alle  anderen  griechischen  IIss.  (auch 
Aeth.)  stellen  offenbar  unrichtig  b  vor  a,  Sah.  Arm.  lassen  a 
aus.  —  s'r]  gebraucht  Sirach  öfter  im  persönlichen  Sinne  (wie 
sonst  li'W);  vgl.  v.  27.  2,13.  14,3.  33,13b.  36,25.—  nrj  Syr. 
ü^u^p,  Gr.  (j/Xr,rA  (ebenso  v.  17),  307  7:ovr^[ia,  ebenso  Anton.  1192 
in  V.  27,  Lat.  hier:    durum,  v.  27:  nequam.    Vgl.  Ex.   7,4.  9,7. 

—  "nnnx  ti'snn]  Gr.  umschreibt.  Für  xaxwi)-/^::^-:^'.  haben  106  296 
[ictprjvDr^ 33X7.1  (vgl.  V.  27),  mit  welcher  Variante  B  den  Stichus 
wiederholt.  Durch  t^'X2,  das  sich  in  der  aramäischen  Bedeutung 
„übel  sein"  nur  hier  findet,  wird  nnvü  einigermassen  gestützt, 
das  Wohltaten,  aber  auch  ihren  Lohu  bedeutet  (vgl.  12,  1).  /i'vo'jvov 
ist  schlechte  Uebersetzung.  Immerhin  kann  Gr.  nit^'p  oder  dgl.  ge- 
lesen haben.  —  D3  Jnr]  Syr.  ])?2  ''m:.  Nur  B  (308)  Sah.  haben 
ilx-zazX-ai  (August.  7,  25^  incidit),  alle  übrigen  Hss.  d-oKzX-zc/.i  (Lat. 
peribit),  was  Korrektur  sein  dürfte.  Vgl.  ':r\T  40,  23,  avo  Gr. 
7.-7.v:(ov"c.  Vermutlich  liegt  an  beiden  Stellen  ein  Nifal  vor.  — 
Lat.  add.  cor  ingredieus  duas  vias  (vgl.  2,  12)  non  habebit 
successus  (al.  requiem)  et  pravus  corde  (al.  pravicordius)  in  illis 
scandalizabitur. 

27.  r2S-,^  )2r]  Gr.  ;i7ryjvOr>3T7.'.  -ovou:  (34,  20.  38,  7).  Viel- 
leicht las  Gr.  n^:"';  vgl.  8,  15,  aber  auch  zu  30,  38.  —  ^^'-1.^1 
Syr.  man  (vgl.  zu  20,  7.  27,  13,  in  der  Pesch.  öfter  =  pT,  n:"3). 
Gr.  verflachend:  6  7.a7,oTcuXoc.   Man  muss  wohl  hh'?p.f2  herstellen. 

—  ?]"'Dlo]  Syr.  Impf.  =  Gr.  -^oo^Dr^asi.  —  pv  hv  \)V]  7.;x7,oTt7.v  (248 
Syroh.  253  296  7.[j.7.f>Tr7c)  i'S  ötixapTiaic  (248  S"  a|j.7|>-:t'7.c).  106  om. 
a\xa.rj-day  £<i'  und  SO  Lat.:  adjiciet  ad  peccandum.  Vgl.  aber  zu  5,5. 

28.  Zum  Text  des  Hebr.  vgl.  zu  v.  25.  -^  Israel  Levi 
verweist  auf  Derek  ere?  zutta  1 :  nsici  'h  |\s  y^hün  hzu^,  was  als 
Abwandlung    von    a  erscheint.     Vgl.    auch    Mibchar  ha-peninim 


Sir.  3,  26—29.  53 

p.  47,  23  ed.  Filipowski:  njpn  ih  yau^  nno  xim  hkidt  ")S  |\s  .irami. 
—  ms]  Gr.  i~'yr((o'(%  (248  70  Anton.  1228  praem.  iv).  Vgl.  zu 
2,2,  und  übrigens  21,  3.  —  l''^]  =  Gr.  u-spr/favou  (vgl.  zu  1.3, 1. 
34,  26.  35,  18).  —  Der  wegen  oooi-ooCcc.  unverständliche  Zusatz, 
den  248  70  106  Syroh.  253  C*  hinter  a  haben,  ist  wohl  Variante 
zu  b.  —  )V'^}  p  V'^i^  '-]  vgl.  Dt.  32,  32  und  oben  v.  9.  Gr.  un- 
genau: 'fUTov  ';arj  -rjYr^[Aa:  3r>r>t'^ojxsv  iv  7.'jt(o.  yi  bedeutet  doppel- 
sinnig das  moralisch  Böse  und  das  Unglück.  Syroh.  (mit  Aster.) 
253  Lat.  (Toi."  om.)  add.  x7.i  o-j  '(v^))a\}r^a^-oii. 

29.  D2n  zh]  kann  nach  dem  Zusammenhang  nur  „ein  weises 
Herz"  (Syr.)  bedeuten,  xaoota  ^uvstou  ist  Miss  Verständnis.  Lat. 
cor  sapientis  (al.  sapiens).  Vgl.  D:n  no  15,  10.  —  p'']  ist  natürlich 
=:  „es  versteht"  (Prv.  2,  5),  vielleicht  meinte  Gr.  mit  omvor^- 
Or,33tc('.  dasselbe.  —  com  ""St^aj  Gr.  verkürzend:  -c«r>a|':JoXrjy  (Syroh. 
253  S'-'  iv  -rj.rjr/^rjiyj-^  Vgl.  dagcgcn  1,25  und  zu  38,  33e.  Lat. 
(in  sapientia)  las  vielleicht  anders  (nach  Gr.  II).  Uebrigens  ist 
für  b  die  Nennung  der  Weisen  erwünscht,  wo  Gr.  sie  wohl  aus 
a  eingetragen  hat.  Für  nf2^r\  rra:nS  hat  er  i-'.f>'j|xta  socpr/ij.  Das 
sieht  aus  wie  wörtliche  Uebersetzuug  von  D:n  rnon.  In  der  Tat 
könnten  man  und  n?3rn  verwechselt  sein  (wie  1,  17.  41,  12),  aber 
not^*n  ist  damit  nicht  erklärt,  und  gegen  Gr.  spricht  wa^n  ""Wo 
in  a.  Syr.  (es  freut  sich  an  den  Weisen)  scheint  sich  wegen  der 
Schwierigkeit  des  Ausdrucks  halb  au  Gr.  angelehnt  zu  haben. 
Ich  ziehe  nf22rh  zu  nzrpo  (Schechter  vergleicht  "]jik  TOrnS  z'^u^prh 
Prv.  2, 2),  und  verstehe  nöit*n  als  Piel.  Als  Object  sind  die 
Weisen  in  a  gedacht.  Vgl.  51,29.  Prv.  23,15.  Lat.:  et  auris 
bona  audiet  cum  omni  concupiscentia  sapientiam  (ßrev.  456 
audiet  concupiscentiae  sapientiam).  Daraus  folgt  freilich  für 
nczrh  nicht  viel. —  nz^^pr:  |u^]  Syr.  ein  Ohr,  das  hört.  Gr.  o-jc  «•/- 
pootTO'j.  25,  9  (dz  wt7.  axo'jovTojv)  beweist  nicht  für  Gr.  (s.  d.),  und 
c:n  2^  spricht  gegen  ihn.  Vgl.  nj?nty  |:s  Prv.  20,  12.  15,31.  Lat. 
fügt  am  Schluss  hinzu:  sapiens  cor  et  intelligibile  abstinebit  se 
a  peccatis  (al.  peccato)  et  in  operibus  justitiae  (vgl.  Lat.  zu  4,  24) 
successus  habebit. 

3,  30—4,  10.  Mildtätigkeit  gegen  die  Armen  (3,30—4,6  = 
4  X  2),  Demut  im  Verkehr  mit  Hoch  und  Niedrig  (4,  7.  8  =  2), 
Beschützung  der  Schwachen  (4,  9.  10  =  3). 

Smend,  Siracli-Konimentar.  3 


34  Sif.   3,  30—4,  10. 

30.  p]  Gr.  Lat.  -mi.  —  npiirj  Gr.  zhvr^yyt'j'jvr^.  Im  Sinne  von 
Mildtätigkeit,  Almosen,  wie  LXX  das  Wort  öfter  versteht,  kommt 
es  im  Kanon  nicht  vor;  offenbar  hat  es  aber  hier  und  7.  10  (vgl. 
auch  12.  3  und  zu  29,  8.  12.  32,  4)  diesen  Sinn.  Vgl.  Alttest. 
Rel.-Gesch.-'  S.  389  f.  Anders  ist  wohl  Dan.  4,24  (vgl.  Prv. 
16,  6).  —  nxttn  lern]  Syr.  K.nKn  Npsii»  (=  Partie),  Gr.  £?iXac;£-:7.t 
a.\i.'jrrSrt.z  (307  itx^ptiW).  Lat.  willkürlich:  resistit  (Toi.  resistet) 
peccatis,  wofür  sich  auch  exstinguit  (al.  abscondit,  abscidit) 
peccatum  bei  den  Vätern  findet. 

31.  mt:  Syic]  Gr.  r»  7.v:7.-ooioo'jc  /irAxn.z,  Syroh.  253  praem. 
X7.t'.  248  70  106  ysA  (o)  xor^.or  (6-)  c/.vt.  77.^..  Lat.  et  deus  prospector 
(al.  conspector)  (est  eins)  qui  reddit  gratiam.  Vgl.  zu  7,  11. 
14,  20.  36,  22  und  Thielmann  in  Wölfflins  Archiv  VIII  S.  506. 
Das  Wort  prospector  steht  11,  30  für  vsj-At/.^uJj:.  In  Sy'D  ist 
nicht  ausgedrückt,  dass  die  Tat  einem  Anderen  zu  Gute  kommt, 
dagegen  scheint  Gr.  ^ei:  vorauszusetzen;  vgl.  zu  32,  3  und  LXX 
1  Sam.  24,  18.  Anders  ist  30,  6.  ydrAc  steht  für  naiB  8,  19. 
20,  13.  —  rms  losip"']  Syr.  ist  gerüstet  (Tnj?)  auf  seinem  Wege. 
Gr.  ij.£[j.v/jT7i  (Syroh.  253  Aeth.  |xvyj^i>r^:7ST7'.)  stc  -A  \xt-Jj.  -oJj-a.  Lat. 
meminit  (eius)  in  posterum.  Man  meint  auf  Grund  des  Gr.  und 
nach  7.  36.  38.  20.  wo  Ilebr.  n-nns  i::  hat  (vgl.  auch  28,  6).  den 
Hebr.  korrigieren  zu  müssen.  Aber  die  Lesart  des  Hebr.  stimmt 
gut  zu  S?:"iJ,  das  er  selbst  nicht  mehr  liest,  und  Syr.  kann  als 
freie  Wiedergabe  des  Hebr.  verstanden  werden.  Nur  könnte  Gr. 
richtig  innnss  gelesen  haben,  aus  dem  T2T\2  nach  der  öfter  vor- 
kommenden Verwechslung  durch  vnms2  entstand.  —  "ittiö]  Gr. 
rTojastuc  7'jTO'j.  nur  B  (55  308)  lassen  7uto!j  aus.  Danach  Syr.: 
da  er  fällt.  —  jyr?:]  vgl.  36,  29.  40,  26.  Ps.  18,  19.  Syr.  für 
sich  einen  Stützenden  (s:?:dj.  Gr.  a-v;f>i7ix7  (vgl.  das  Verbum  15,4). 

4,  1.  jySn  (=  Syr.  p^on  vgl.  Prv.  17,  5)  passt  schlecht 
zu  CTI.  Dagegen  wird  r})v  'l^ar^v  tou  --m'/rju  [j-y;  dro3T£f>-/^3r,?  durch 
31,  25  empfohlen.  Danach  ist  3?i:n  (vgl.  Ex.  21,  10)  oder  mit 
Bacher  h\zn  zu  vermuten.  Q'Ti  hat  im  Neuhebr.  oft  den  Sinn 
von  Lebensunterhalt  (vgl.  zu  29,  21.  31,  25.  39,  26).  Der  Arme 
hat  Anspruch  auf  das  Almosen,  Lat.:  eleemosinam  pauperis  ne 
defraudes.  —  mp  :tt'£j  ii2l  "Jj?  li'cj  3''Kin 'rs"»]  Syr.  und  quäle  (rpan) 
nicht  den  Armeu  (n::do),  unglücklichen  ('?N:''?i>n).  Gr.  y.7.1  ]x■r^ 
r.arjtXv/jrf^z  (vgl.  v.  3)  öcp daXjxou?  iTriSssi?  (lies  mit  253  106  öö&aXtxov 


Sir.  3,  30-4,  2.  35 

s-ioc'ju;),  Lat.  et  oculos  tiios  (so  auch  Aeth.)  non  avertas  a  paupere. 
Weil  rsnn  öfter  mit  rcj  (vgl.  aber  nasi  ^ry  Ps.  88, 10)  verbunden 
wird,  setzte  man  u^cJ  neben  "'^j;,  das  in  ''Jj;  verdarb  und  dann 
ein  1  nach  sich  zog.  Sodann  ist  li*23  2'^  Variante  für  das  aus 
mi  (vgl.  Syr.  zu  v.  2)  entstellte  mn,  das  an  den  Anfang  von 
V.  2  geriet  (vgl.  v.  6.  1,  11).  Im  Kanon  kommt  nur  u^ci  1D  vor. 
Im  Syr.,  der  ähnlich  wie  der  vorliegende  Hebr.  las^  geht  S3"'K'n 
vielleicht  auf  targ.  yz*n  zurück;  vgl.  sonst  sp^-iJ'.  Gr.  übersetzt 
mit  liitocotj;  sehr  ungenau  (s.  z.  v.  3). 

2.  lieber  mn  s.  z,  v.  1.  —  nrcn]  Gr.  7:sivw3av,  nicht  un- 
passend, sofern  t^'cj  auch  Hunger  bedeutet.  —  mcn]  Syr.  nsDn 
(vgl.  Syr.  V.  3).  Gr.  Xo-r^T^jc.  Lat.  despexeris  ('?).  Für  ti^cj  ncö 
hat  LXX  Job.  11,  20  d-ioXsia,  aber  Gr.  30,  12  ciouv/j  '}u/-7jc,  und 
für  t^*E3  \incn  hat  LXX  Job.  31,  39  ihj-r,:sy..  Der  Ausdruck  be- 
deutet Jem.  keuchen  oder  stöbnen  machen,  und  stöhnen  (nicht: 
sterben)  bedeutet  das  Kai  Jer.  15.  9.  Vgl.  auch  Syr.  zu  29,  5. 
Neuhebräisch  heisst  i^ci  nco  in  abgeschwächter  Bedeutung  „Ver- 
druss";  vgl.  die  neuhebr.  und  aram.  Wörterbb.  unter  ms  und 
nci.  Es  ist  aber  mcn  zu  schreiben.  —  k^c3  nanöp  chyDD  hü)\  = 
Syr.  und  vergiss  nicht  den  Geist  des  Mensclieu,  welcher  (sc. 
Geist)  zerbrochen  ist  (aber  Mas.  II:  den  Geist  des  zerbrochenen 
Menschen).  Ohne  Zweifel  ist  "jn^no  zu  lesen.  Im  Targ.  öfter 
rß'ii  für  «31,  und  der  Aruch  (ed.  Kohut)  weist  TyQ"]  Leviticus  R. 
XXXIV  nach.  Vgl.  mi  \S2T  Ps.  34,  19.  Uebrigens  gehört  dieser 
Stichus,  den  Gr.  hier  nicht  ausdrückt,  nicht  hierher.  Das  ist 
schon  wegen  des  ti^Q3,  das  sich  auch  in  a  findet,  wahrscheinlich. 
Auch  scheint  in  v.  2 — 4  (vgl.  zu  v.  4)  in  a  überall  das  Object, 
in  b  das  Verbum  an  der  S])itze  gestanden  zu  haben,  und  diese 
Symmetrie  ist  im  Hebr.  zerstört.  Augenscheinlich  ist  der  Stichus 
aber  =  4b,  der  mit  5a  im  Hebr.  ausgefallen  war  und  später 
nachgetragen  an  die  falsche  Stelle  geriet.  —  "]i  "'j?^  Tsnn  ha] 
lies  Wl.  Der  Einschub  hat  zur  Folge  gehabt,  dass  im  Hebr.  in 
2  b — 4  a  1  am  Anfang  der  Stichen  bald  ausgelassen  bald  zugesetzt 
ist.  Zu  'ö  Tann  vgl.  raian  ^ye  Thr.  1,20.  2,  11.  Das  einfache 
Verbum  ist  sonst  aram.  (Pael)  und  neuhebräisch  (Kai  und  Nifal). 
Gr.  ungenau:  7:7.rvooY''a-(,c  (248  253  106  308  schlecht:  TrapcXxoTd? 
vgl.  V.  1)  7'vooc(  (s.  z.  3,  11)  iv  7.-0,017.  7.'jT0!j.  Er  hat  D'^j;»  wohl  des- 
halb nicht  wörtlich  übersetzt,  weil  ein  synonymer  Ausdruck  in  3  a 


36  Sir.  3,  30—4,  10. 

folgte.    Lat.  hat  für  avo.oa  pauperem,  wozu  Herkenne  -ko/ov  bei 
Anton.  784  nachweist. 

3.  D-Hrn  ha  "«jy  mpVJ  leg.  2y.  Syr.  ah  K3:c^  KtrjsT  \-nj?D 
2S:n.  Er  zog  v.  2b  3a  in  einen  Stichus  zusammen,  weil  er 
aus  dem  Vergleich  von  Ifebr.  und  Gr.  die  Ueberzähligkeit  eines 
Stichus  erkannte.  Gr.  •/.otrjfji'yy  (70  praein.  x^O  -7.r;(.jr>Y>3;xsv/jv  ay; 
-po3T7.p7!;-(,c.  Für  3"p  kommt  y.^jyAo.  in  der  LXX  öfter  vor,  ob  Gr. 
für  "jy  anders  las.  steht  dahin.  Nämlich  Chrysost.  hat  6,  506. 
7,766  ']'t)/V  T£-aTT£tv(üix£v/jv,  Anton  784  xapoi'av  s-iosoasvj'j  jx-rj  Trpoa- 
Tct-sivtuSTfjc,  Lat.  cor  inopis  ne  afflixeris.  Nun  ist  7:7,o«)(iYia[x£v/jv, 
das  eher  dem  mi  "la  v.  1  entspräche  (s.  d.),  wegen  des  7:7.f>or>-'tVr,c 
V.  2  etwas  verdächtig,  aber  -J/,'i-'■J.[Ä>f,^^  spricht  wenigstens  gegen 
ein  blosses  iziosoasvoo.  das  übrigens  vielleicht  aus  b  (-[y03030|xsvoo) 
stammt.  Immerhin  dürfte  bei  den  Abweichungen  des  Chrysosto- 
mus,  des  Antonius,  und  des  Lateiners  Gr.  II  im  Spiele  sein, 
dessen  Vorlage  hier  unserm  Hebr.  nahe  stand.  —  In  b  ist  im 
Hebr.  '?.si  zu  lesen  und  pDöö.  Für  letzteres  hat  Gr.  ■Kpososojxsvou 
(253  —  'xsvoV),  das  hier  wie  11,12.  18,32  den  Bedürftigen  be- 
zeichnet und  vielleicht  von  r^psXxuTr,?  abhängt.  Syr.  der  '^:^zzt:i 
in  a  hat,  lehnt  sich  mit  sr"".:^  p  vielleicht  an  Gr.  an.  Lat.  an- 
gustianti  (Toi.  angustiati).  Das  Verbum  steht  sonst  für  ixilXi'liw. 
S'jvtpt'j^iw  etc.  (vgl.   i}Ai|'jo;x£vov  V.  4). 

4.  Im  Hebr.  ist  hier  nicht  nur  T  am  Anfang  eingedrungen, 
sondern,  wie  es  scheint,  auch  die  Wortfolge  geändert,  in  der 
Syr.  mit  Gr.  stimmt.  —  'ri  n'r'.Ni^]  Gr.  txsV/;v  liA'.|jo;x£vov.  Für 
mSiXJi'  ist  niS'S?'  oder  nb'«??'  anzunehmen.  Gr.  gibt  mit  i)/.'.|':Jo|xsvov 
it'cJ  "inJi  (iu  b.  s.  u.)  wieüer,  während  sein  —«o/o-j  dem  St  ent- 
spricht. Uebrigens  ist  für  txsr/)v  l)X'.|'>j;xsvov  nach  Hebr.  Syr.  Ar- 
men. (?)  und  Lat.  (rogationem  contribulati)  zu  lesen  r/.st£t7v(32,  17. 
51,9)  OXtj^ojxsvou.  —  n:2n]  Syr.  pmt^^n,  Gr.  «-«vatvoy;  vgl.  6,23. 
41, 4  (dxö).  —  Der  2.  Stichus  steht  im  Hebr.  Syr.  hinter  2a 
(s.  0.  z.  V.  2).  jxTj  cz-cidTps'VrjC  to  rposto-ov  r^oo  ist  =^  cSjJnn  7X1; 
vgl.  9,  8.  14,  8.  38,  16.     Uebrigens  fehlt  b  auch  im  Sah. 

5.  Hebr.  Syr.  om.  a.  —  aro  osoasvoo]  müsste  heissen: 
vom  Bittenden;  allerdings  liest  S"  7.-0  -poaosojxivofj  (=:  Syroh. 
xp^jD  p),  Lat.  ab  inope.  —  091)7X1x0'/]  Syroh.  (mit  Aster.)  253 
Lat.  add.  ao-j  /7f>iv  0,07?^.  —  cipa  'h  \T\T\  nSi]  vgl.  38,  12.  Gr.  x7t 
[xYj  otuc   av^pcuTTO)  (s.  z.  3,  17)  Torov;    vgl.  Gr.    zu  13,  22.    16,  14. 


Sir.  4,  3—8.  37 

19;  17  und  die  Kommentare  zu  Rom.  12,  19.  —  Lat.  für  b:  et 
non  relinquas  quaerentibus  tibi  retro  (Thielm.  =  xa-omv  für 
TOTTov)  maledicere. 

6.  pj;iirj  Gr.  (x^T'zfxojxivou  77,0  as)  hat  wohl  im  Anschluss 
an  "f^^ph  das  pj?li:  ausgedeutet.  Syr.  {v:  )n  es'?)  scheint  ihm  zu 
folgen.  —  lii'cJ  3x:2  nn  ns]  vgl.  zu  v.  1.  Gr.  zusammenziehend: 
£v  -v/.rÄa  'Vj/r,c  a'jTO'j.  Syr.  ungenau:  bitterer  Kehle  (=  syr.  Sprach- 
gebrauch; vgl.  zu  7.  11.  11,4)  von  seiner  ganzen  Seele.  —  Gr. 
übergeht  ^ip  wie  48,  20  (doch  s.  dort).  —  Tpv^]  Gr.  ~r^c  osr^söwc 
auzoG  (vgl.  32,  20).  —  nif]  Syr.  sein  Schöpfer,  Gr.  6  -oiTjaot?  «utov. 
Man  wird  danach  rar  lesen  müssen,  das  wahrscheinlich  auch 
29;,  Iß  stand.  Allerdings  sagt  der  Verf.  dafür  auch  isnn  und 
"invnv,  und  übrigens  haben  die  Juden  111:  früh  als  Schöpfer 
verstanden  (vgl.  ZÄTW  X  85 ff.). 

7.  ■[li'cj'r  2nKn]  lies  ■[if'ci  Syr.  "[i^^cj  cmx,  Gr. -f.oTf.Ärj  asau-cov 
Tot'ii.  Vgl.  zu  20,  13,  sowie  die  rabbinischen  Wbb.  unter  2Msn 
und  die  syrischen  unter  cms,  und  übrigens  3, 17.  7,35.  —  auvaYojyfi] 
C  praem.  £v;  Lat.  congregationi  pauperum. —  248  (in  der  Wort- 
stellung von  Hebr.  Syr.)  TTposcpiXT;  asauiov  -oisi  auvaycüyfj.  —  Die 
jüdische  Gemeinde  hatte  auch  einen  demokratischen  Zug.  Uebrigens 
hat  diese  und  die  folgende  Mahnung  nur  Sinn,  sofern  sie  an 
Hochgestellte  ergeht.  —  ir;  ist  nach  Syr.  Fehler  für  Tj?  (Gr. 
om.).  —  paSis»'?]  ij-i^ta-avi  (S'^''  -fye3|3'jT£f;(i),  Lat.  in  Dublette:  pres- 
bytero  und  magnato).  Syr.  a:Q^h^h,  aber  die  Pluralpunkte  sind 
so  gleichgültig,  wie  die  Lesart  [xs^icr-aai  in  296  308  Aeth.  Die 
Juden  hatten  in  Jerusalem  kein  einzelnes  Stadthaupt,  sondern 
einen  Stadtrat,  aus  dem  später  das  Synedrium  hervorwuchs,  das 
insofern  hier  zuerst  bezeugt  ist.  paSit'  steht  also  in  seiner  Grund- 
bedeutung (Obrigkeit).  Auch  mj?  ist  die  Stadtgemeinde  (vgl.  my 
n^K^  1,  7.  42,  11).  —  r,s:n]  im  Neuhebr.  wechseln  fjlD  (30,  12)  und 
?]S2  mit  ?]0D,  im  Syr.  und  Arab.  ^)'2  mit  r,c:. —  Gr.  ty^v  xscpa^v  aou 
(296  om.).  Syr.  dein  Haupt  (Ambr.  deine  Seele).  Lat.  (Dubl.):  ani- 
mam  tuam  und  caput  tuum;  d.  h.  Ambr.  ist  nach  Gr.  (II?)  korrigiert. 

8.  TZTUi/o)  ~h  rj'j;  aou]  248  70  Syroh.  253  Lat.  add.  dhj-o):; 
(vgl.  Chrys.  5, 280.  6, 26.  Max.  764).  —  ci':'tJ^  inrii^m]  ebenso 
Syr. ;  Gr.  versteht  falsch :  xal  a-oxpi'fbjxi  aottj)  stprjyixa..  Gemeint 
ist  nur  die  Erwiderung  des  Grusses,  der  freilich  meistens  (vgl. 
41;  20)    die  Einleitung  zu  einer  Bitte  ist.    —   Lat.  et  redde  de- 


38  Sir.  3,  30—4,  10.  4,  11—6  ,17. 

bitum    tuuni    et  responde  illi  pacifica  etc.     Das    sieht  fast  nach 
einer  Dublette  aus  {=  d^V'  "ini'tt'n). 

9.  Vp'"Jüf2  pi'ic]  Gr.  7.oi/o6;xcvov  ix  /s'-pr)?  dtoixoovToc ;  viel- 
leicht las  er  TO  für  |ö.  Im  Kanon  kommt  p^^tn  so  nicht  vor; 
doch  vgl.  piriö  t  32,  16  und  pii'S  1  Sam.  22,  2.  Als  Richter  bezw. 
Fürsprecher  soll  man  im  Gericht  den  Geringen  beistehen.  — 
-nnppn  'rsi]  vgl.  "ti'cj  n'^p  50,  25undNum.  21,5.  Gr.  x7.i  -xr;  o/.t- 
-,'o'!;u/r;Ciy,c  (Syroh.  253  o/,i7(opr^a-(,c  Tf,  'Vj//,,  Lat.  et  non  acide  feras 
in  anima  tua);  vgl.  1, 10,  wo  Hebr.  nvpnn.  Syr.  inn  sn:rn  sSi; 
vgl.  Syr.  zu  Judith  7,  19.  Man  wird  wohl  lifpn  herstellen  müssen. 
LXX  setzt  rjliyj'\i'x/zh,  hh.y/^'s/y/.,  hh.yj'W/fj;  für  nn  mi:p,  und  pp 
passt  zu  rm  weniger  gut.  —  'WT  tscii^o;]  Gr.  nur  iv  t(o  xp'.vsiv  3s. 

10.  ;s:]  vgl.  Ps.  68,  6.  8yr.  ein  Vater  (aber  cod.  Ambr. 
w  Maus.:  wie  ein  Vater).  Lat.  misericors  ut  pater,  Hieron.  VI 
835-  nur:  pater.  —  1112:1]  vgl.  3,  14.  —  miö'^N'r]  Gr.  spezialisierend 
xfi  [x-/)Tf>i  <x'jTwy.  —  p  -[«ip''  Wi]  vgl.  zu  23,  1.  Gr.,  der  an  dem 
starken  Ausdruck  Anstoss  nimmt,  umschreibt:  xal  ssr,  ojc  uio? 
GyiSTou.  Oft  steht  a.];.3toc  für  '^K;  vgl.  7,15.  12,6.  32  12.  21. 
37,  15.  38,  2.  43,  12.  50,  21.  Syr.  hat  hier  wie  sonst  sn':K,  übrigens 
folgt  er  dem  Gr.  —  nni^a  i':"'^  "jin^'i]  .Syr.  nur:  und  er  wird  sich 
über  dich  erbarmen.  Gr.  v.oX  d-^o-r^'jzi  as  \xa/lv^  r^  \ir-.r,rj  aou.  Ist 
-f,  [x-zjTpt  7.'jT*Tjv  ^u  verwerfen,  dann  ist  Gr.  auch  hier  im  Unrecht 
und  er  hat  die  Stelle  nach  Jes.  49,  15.  66,  13  verschönern  wollen. 
Uebrigens  hat  Lat.  miserebitur  für  d-;'y-r^:sz'..  er  las  also  wohl 
£/.c7;3Ei  (=  Hebr.  Syr.). 


IL    4,  11—6,  17. 

Empfehlung  der  Weisheit  (4,  11—19  =  1.  2.  2.  1.  |  2.  2.  1), 
Wahre  und  falsche  Scham  und  Würde  (v.  20—31  =  3.  2.  2.  2.  1  3), 
Warnung  vor  dem  Gericht  Gottes,  das  vor  allem  die  Gewalttätigkeit 
der  Reichen  bedroht  (5,  1—7  =  3.  2.  2.  2),  vor  Betrug  und 
Schwanken  in  der  Ueberzeugung,  voreiligem  Reden  und  Ohren- 
bläserei  (5,  8—6,  1  =  3.  I  3.  I  2.  2),  vor  Leidenschaftlichkeit 
(6,  2 — 4  =  3),  über  falsche  und  wahre  Freunde  (6,  5 — 17  = 
2.  3.  3.  1.  I  3.  1). 

4,  11.  TO:n  (Prv.  9,  1.  14,  1)]  Gr.  r,  (70  23  om.)  csrys>ioi.— 
iT»  ma'?]  Gr.  uiouc  ocuiTjC  (al.  eau-r^c,  B  (155  308)  Clem.  AI.  ström. 


Sir.  4,  9-13.  39 

VII  16,  105  saü-fi)  7.vu']/(o33  (Clem.  AI.  1.  1.  hz'^uamaz).  Lat.  filiis 
suis  vitam  inspirat  (al.  inspiravit).  15,  5  (Dar)  und  45,  6  (nnn) 
kommt  6'{;o(o,  und  36,  12  (Syr.  cnx)  dw^joi  in  dieser  Bedeutung 
vor  (vgl.  Prv.  4,  8).  Aber  b  verlangt  ivs'f  jctuoss  (3  Ezra  9,  48.  55 
=  Neh.  8,  8.  12  =  pn).  —  Vgl.    die  Kinder  der  Weisheit    Luc. 

7,  35  und  oben  zu  3,  1,  sowie  15,  2.  —  T'Vm]  Syr.  nnjm  vielleicht 
=  T'Xm.  Gr.  xat  E-iXaixI^avexai  (296  308  ocvTs-iÄocixßavcTai)  =  Lat. 
et  suscipit.  Gr.  las  vielleicht  iiyn  (vgl.  2,  6  Syr.).  Er  könnte 
freilich  auch  rvn  im  Sinne  von  iT.y  Ps.  146,  9.  147,  6.  20,  9 
missverstanden  haben.  Es  heisst  aber  „sie  beschwört,  sie  predigt", 
und  ist  dadurch  geschützt,  dass  die  Weisheit  in  v.  15  ff.  bei 
Hebr.  Syr.  in  erster  Person  redet,  die  im  Hebr.  auch  v.  12 — 14 
herzustellen  ist.  Gr.  hat  freilich  überall  die  dritte  Person.  — 
ro  D^raan  '72'?]  Gr.  -wv  C-/i-o6vTtov  aurr/^  Vielleicht  las  er  wie 
Hebr.,  obwohl  LXX  das  Verbum  nur  Ps.  37,  10  für  pinnn  hat. 
—  Lat.  add.  et  praeibit  in  via  justitiae. 

12.  Vgl.  Pr.  8,  35.  —   .Tnn«  (Gr.:  Sing.)]    leg.  ^nns  (vgl. 

zu  V.  11).   —  rTlt'p3DT  (leg.  ""K'pna"!)]   Gr.   xotl  ot   opllpt^ovis?  Tzpoc  ocuxr^v 

=  (n)nn*^oi;  vgl.  LXX  und  unten  6,  36.  35,  14  (Hebr.  beide  Mal 
nnti^)  sowie  39,  5.  Gewiss  ist  das  die  ursprüngliche  Lesart;  vgl.  Prv. 

8,  17,  wo  D'2nx  und  D'^nrnt^ia  der  Weisheit  wie  hier  nebeneinander 
stehen.  —  ^^^0  p::T  ip'^c^]  vgl.  Prv.  8,  35.  12,  2.  18,  22.  Syr.  sie 
empfangen  Wohlgefallen  vom  Herrn.  Gr.  e;j.-X-/i crO/jao v-ai  (253 
TT/z/jCf!}.)  sü9po36vrp.  Er  las  wohl  wie  Hebr.  ip'^c''  (vgl.  zu  35,  15) 
und  verstand  p2fT  möglicher  Weise  falsch  im  Sinne  von  Ps.  145, 16. 
Gemeint  ist  aber  das  göttliche  Wohlgefallen  (vgl.  35,  14),  auch 
wenn  ''''"'ö  aus  den  Proverbien  eingedrungen  sein  sollte.  Ueber- 
dies  hat  Lat. :  complectentur  (al.  complectebuntur,  aber  cod.  Reg. 
des  Spec.  Aug.  complebuntur)  placorem  (cod.  Reg.  dulcore.  Toi. 
decore)  ülius.  Die  richtige  Lesart  ist  complebuntur  (vgl.  Lat. 
zu  48,  12)  placore  (=  EÜöo/t'otc;  vgl.  z.  B.  39,  18)  illius.  Ob 
su^ppoauvyj?  Fehler  für  suooxia?  oder  ob  letzteres  =  Gr.  II  ist, 
bleibt  zweifelliaft. 

13.  ,T2am]  vgl.  Prv.  3,  18.  Syr.  n3  ppmnail,  Gr.  6  xpaiwv 
auxr,^-  (1,  19).  Leg.  Tüin  (v.  11).  —  is::»^]  Gr.  xA-/i[>ovo|j,r^a£'.,  was 
vielleicht  =  ibnr  (Prv.  3,  35).  —  1122]  Lat.  vitam  (aus  v.  12).  — 
^''q]  Syr.  i^rhii  p;  Gr.  om.  Es  ist  aus  v.  12  eingedrungen.  — 
"'^'^  n3l32  w^l]    n)n   für    „sich   niederlassen"    (auch  v.  15.  14^24) 


40  Sir.  4,  11—6,  17. 

erscheint  zunächst  als  gekünstelt.  Aber  auch  Jes.  29,  1  hat  run 
keine  andere  Bedeutung;  vgl.  dort  Targ.  Svr.  (beide:  Kiti'  = 
wohnen),  Aquila  ibid.  [ÜioTsuaic,  ferner  Targ.  Jon.  Num.  1.'5,  19, 
und  nun  (=  ^'^^),  das  ursprünglich  vielleicht  Wohnraum  bedeutet. 
Neuhebräisch  heisst  nn  in  der  Tat  einkehren,  aber  auch  wolinen. 
Der  Segen  des  Herrn  ist  der  Bereich  seiner  Gnade  wie  30,  25. 
Gr.  frei  und  ungenau:  /7.1  oO  ii3-o|>2rJcT7.t  süXoysi  (B  (155  "29ß  308) 
Lat.  £'jXo7rj33i)  y.'j[Ao:.  Vgl.  sonst  zu  21,  28.  Syr.  hält  sich  in 
der  Mitte  zwischen  Hebr.  und  Gr.:  und  ein  Ort,  den  der  Herr 
gesegnet  hat.  ist  ihre  Wohnung  (pnnii'o  n"!). 

14.  rrmtt'O  •ti'np  "n-i^'a]  Gr.  Syr.  stellen  Subjekt  und  Prä- 
dikat um,  der  Punkt  im  Hebr.  deutet  aber  vielleicht  an,  dass 
auch  er  ursprünglich  so  las  (Peters).  Gr.  wechselt  dabei  den 
Ausdruck:  Xct-ps-jov-sc,  X3i-:o'j[>Yr;aou3'.v  und  versteht  i^np  (oder  las 
K^np  vgl.  39,  35)  von  Gott  selbst  ((xyiV;  vgl.  23,9.  43,  10.  47,8. 
48,  20.  Bar.  4,  22.  5,  5).  Das  ist  vielleicht  anzunehmen,  denn 
die  Diener  der  Weisheit  sind  hier  als  Priester  bezeichnet.  Die 
Priester  heissen  aber  mn'  'mti'a,  wogegen  die  Diener  des  Heilig- 
turas nach  sonstigem  Sprachgebrauch  die  Leviten  wären.  Uebrigens 
ist  auch  hier  (vgl.  zu  v.  11)  ^miJ'ö  für  nTnu^a  zu  lesen  (Syr. 
fehlerhaft:  seine  Diener).  —  «.T")  N12:  ):hii)]  ist  vollkommen  sinn- 
los. Gr.  X7.t  TO'jc  c/.Y7.-ojv:7.c  7.'jT7;v  dya-a  0  xupioc,  wonach  7N1 
(n)^3nK0  3mK  anzunehmen  sein  wird.  Syr.  las  oder  riet  )hr\ii)  für 
)rhii)  und  vermischte  das  mit  Gr. :  und  seine  Wohnung  liebt  Gott. 
Das  Prv.  8,  17  Gesagte  ist  hier  gesteigert. 

15.  'h]  Gr.  autr^c.  Vgl.  'h  Vü\if  Prv.  8,  34  (Strack).  — 
r\f:a  tscii^"]  Gr.  xpivet  ib^r^.  Er  verstand  oder  las  nis«;  vgl.  anha 
24,  6  Syr.  Das  ist  offenbar  falsch,  obwohl  dieser  Gedanke 
damals  nicht  unerhört  war  (vgl.  Prv.  29,  9  LXX.  Sap.  Sal.  3, 8). 
Der  Fehler  steckt  in  tscii^'',  für  das  ein  Verbum  des  Wohnens 
erfordert  ist.  Am  nächsten  liegt  die  Vermutung  ]2^^  (14,  25.  27), 
denkbar  wäre  vielleicht  auch  ein  nct^^"  (Ps.  22,  16).  Gemeint 
war  sodann  n©«  (z.  B.  2  Reg.  20,  19).  —  ''h  piif2)]  Gr.  6  -poss/wv 
(Lat.  qui  intuetur,  nur  B  (254  308)  6  -rjoatUWw)  «'jtfj.  —  jn"''] 
Syr.  wird  wohnen  =  Gr.  x7T7t/-/;v(o73i  ;  vgl.  zu  z.  13.  —  "'"nnz 
n''3ö]  darf  vielleicht  übersetzt  werden:  in  meinen  Kammern  (oder 
Sing.)  einwärts  =  in  meinen  innersten  Kammern  =  wohl  ge- 
borgen.    Syr.    ("JO  i^h  =  in  meinem  Innern)   las  vielleicht   das- 


Sir.  4,  14—17.  41 

selbe;  aber  Gr.  (-s-oiOf-K:)  las  möglicher  Weise  na;?3  ^nnz;  vgl. 
Jes.  32,  18  ü'n'^zr:  nurt^'n  und  Prv.  1,  33.  Der  Araber  hat  „in 
Sicherheit"  (|.^s'  ^c),   wohl  nach  Gr.     Vgl.  noch  14,  21  ff.  51,19. 

16.  Ilebr.  oni.  —  Für  £;x-i3-£63Tr(C  und  xa77.xX-/)f>ovo|xr^3£i; 
haben  ausser  B  alle  Hss  mit  Lat.  Syr.  die  3.  Person.  Uebrigens 
haben  Syroh.  Aeth.  (?)  Lat.:  si  crediderit  ei,  Syr.  wenn  er  auf 
mich  vertraut.  Da  Gr.  z7.-7x/.-/ipovojx£ü>  im  Sinne  von  „zum  Besitz 
geben"  (s.  z.  15,  6)  gebraucht,  ist  zu  lesen:  chot^^  xX-/if>ovo[xr^a£i.  — 
Syr.  für  b:  u.  er  wird  mich  hinnehmen  Oj'^spj)  für  alle  Geschlechter 
der  Ewigkeit.  Gr.  hat  frei  übersetzt.  Vgl.  aber  x7.-3/£iv  =  tt>T 
46,9.  Vielleicht  stand  da  ch)y  r\T,)-\b  'j\^y')  oder  rnnn  h^h;  vgl. 
Lev.  25,  30.  Dass  die  Weisheit  sich  auf  die  Nachkommen  ver- 
erbt, wird  auch  1,  15  gesagt.  Das  jüdische  Haus  war  wohl  da- 
nach angetan,  und  der  beständige  Parteikampf  zwischen  den 
Frommen  und  den  Weltkindern  trug  dazu  bei,  dass  die  Gesinnung 
des  Vaters  sich  leicht  auf  viele  Geschlechter  vererbte.  Nicht  zum 
wenigsten  deshalb  kann  Sirach  die  Hoftnung  auf  ein  Leben  nach 
dem  Tode  entbehren.  Für  otuioO  haben  24.S  70  23  7.'jtwv  (S*  k 
au-Yjc),  und  ebenso  Sang.  Am.  Corb.  1  Theodor,  illorum  (fürillius). 

17.  irjnro]  =  Gr.  c1i£3t(>7ix[x£vok  (vgl.  zu  11,34),  dafür 
Syroh.  253  iv  -£'.[J73;x(o,  Lat.  in  tentatione  (==  nWD:;).  Das  ist 
also  Korrektur  (vielleicht  aus  Gr.  II),  die  an  falsche  Stelle  ge- 
riet. Syr.  verkehrt  (n\^rcn).  Wie  die  Wortform  zeigt,  folgt  er 
dem  Gr.  —  v^y  -pif:]  =  ich  gehe  mit  ihm  um  (13,  13.  Prv.  13,  20). 
Gr.  -o,o£'j£T7i  (al.  7Tor>£'j3£T7i)  [x£-:'  7'jTOü.  —  mjrD3:  I3in2^  odSiJ  Syr. 
und  zuerst  ("'öip  leg.  n'^anp?)  prüfe  ich  ihn  (Mvpzs).  Lat.  et  in 
primis  eligit  (Toi.  eliget)  eum.  Inzwischen  hat  Syr.  hinter  iv 
7r7io£t'7.  7.'j-y)c  noch  einmal:  und  ich  prüfe  ihn  durch  meine  Ver- 
suchungen (':rD:2  Mrpins").  Das  kann  Variante  zu  Mrp2K  sein 
(z=  mjrojn  ir,n2s).  Aber  auch  Lat.  setzt  hinter  y.al  fjtOSr/y  hinzu: 
et  probationem.  Uebrigens  könnten  die  Worte  auch  au  den 
Schluss  des  Verses  gehören  (s.  u.).  Gr.  hat  für  den  ganzen 
Stichus  nur  iv  -prutoic.  Im  Hebr.  ist  I3"in;s  zu  lesen,  nicht  i3Jn;s; 
wie  Jes.  48,  10  ist  hier  in:  ;=  prüfen  anzunehmen.  Auf  "in;  führt 
auch  Lat.  eligit.  Das  sonst  aram.,  neuhebr.  und  syr.  |rD3  auch  6,7. 
13,11.  Vgl.  ^IDJ  36,2.  44,20.  —  Im  Hebr.  ist  ausgefallen: 
cpoßov  (o£)  xat  02i>vi7v  £-7';£i.  £"'  aoTov  =  Syr.  Furcht  und  Schrecken 
(snyiT)   w^erfe  ich   auf  ihn.  —  x7i  3aa7.via£i  7.utov  iv  7:7io£ta  au-r^] 


42  Sir.  4,  11—6, 17. 

im  Syr.  fehlt  der  Stichus,  im  Hebr.  ist  c-nosz  itTniD"!  nach  v.  1 9 
verschlagen,  cniox  ist  wie  im  Targum  =  wy^Q);  vgl.  40,  29.  — 
••2  i;'?  n':^''  nj?  nj?lj  Gr.  s'ok  oo  i;jL-'.3Ti63rj  ■:%  't''->'/.%  ''■'■''^''''^  (aber 
Syroh.  Sah.  richtig  olo-y^;).  Oefter  setzt  Gr.  'W/r^  für  zh  (vgl. 
6,26.  32.  7,29.  10,29.  37,12);  ebenso  LXX."  Zum  Ausdruck 
vgl.  zu  10,13.  Koh.  8,11.  Esth.  7,5  und  Pesch.  zu  2  Chr.  32,  S. 
Er  bedeutet  eigentlich  „etwas  wagen",  hier  scheint  er  aber  in 
der  Bedeutung  „vertrauen"  gebraucht  und  deshalb  mit  3  ver- 
bunden zu  sein.  Uebrigens  ist  wohl  nj?  zu  lesen.  —  Im  Hebr. 
fehlt:  X7.1  -cipaas'.  a-jxov  sv  tou  oix7.i(o|X7.aiv  7.'jTr)c  (106  ottl»-ou).  Vgl. 
auch  dazu  Syr.  w'rDj;  Mrpizsi.  Lat.  stellt  den  5.  und  6.  Stichus 
um:  donec  tentet  eum  in  cogitationibus  suis  (al.  illius)  et  cre- 
dat  animae  illius  et  firmabit  illum.  Hier  kann  Korrektur  im 
Spiel  sein.  Denn  et  firmabit  illum  ist  wohl  =  x7.i  a-:s,os(o3e' 
auTov,  und  dies  möglicher  Weise  (doch  s.  z.  v.  18)  Variante  für 
y.7.1  rsi[>7'3ci  7.'j-ov.  Dann  las  auch  Lat.  den  6.  Stichus  ursprünglich 
am  Schluss,  wogegen  tentet  —  et  1°  an  falscher  Stelle  später 
eingetragen  ist.  Uebrigens  las  Lat.  oi7.vor^;x73u  aber  oiavor^ixa  ge- 
braucht der  Enkel  nur  im  Singular.  Man  darf  aber  vielleicht 
SV  oi7.vo-/^<x7Ti  a-jToCi  aunchmeu,  was  =  iiv!  (s.  z.  23,  2)  sein  könnte 
und  so  einen  guten  Parallelismus  zu  12^  ergäbe.  Dabei  könnte 
aztrjtoiati  7'jTov  leicht  auf  ein  hebr.  „(bis)  er  fest  geworden  ist" 
zurückgehn.  Dagegen  wären  o'.x7'oj;x7.t7  die  Gebote  der  Weisheit, 
und  üv.rjdazi  aotov  würde  bedeuten  müssen:  bis  sie  ihn  bewährt 
gefunden  hat.  Aber  auch  so  befriedigen  die  Worte  nicht.  Aeth. 
hat  für  £y  oix7JLtt)[xa3tv  aSj-r^;:  mit  Zurechtweisungen. 

18.  liitJ^SK  2iti^s]  soll  wohl  heissen:  dann  stärke  (oder 
unterstütze)  ich  ihn  wieder  (vgl.  auch  hier  Lat.  et  firmabit  illum 
et  iter  adducet  rectum  ad  illum).  In  diesem  Sinne  steht  'wa 
25,  23  und  ist  es  auch  wohl  45,  7  zu  lesen.  Diese  Bedeutung 
hat  das  Verbum  im  Neuhebräischen,  Raschi  erklärt  danach  auch 

Jes.    1,17.      Aber  Gr.    X7.1  -aÄiv    i-c/yr^hi  y.'X-z     z<j\^z(tj   -rjhc   au-ov, 

Syr.:  naj?  |pns  -icns  =  wiederum  mache  ich  gerade  mit  ihm. 
Vgl.  V.  17  )QV  -[Sn.  Also  ursprünglich  vielleicht  )üV  i:i>ss;  vgl. 
zu  22,  13.  —  Gr.  fügt  hinzu:  x7.1  s'>f,07.vsr  7'j-ov.  Die  Worte 
fehlen  aber  in  Cod.  106  und  in  den  Codd.  Toi.  Sang.  Am.  des 
Lateiners  und  im  Speculum  August.  Vielleicht  sind  sie  eine 
zweite    Uebersetzung    von    üisi'XK.  —  ^Pi^h:)]    xal    a-oxaÄ'j'j/ei.  — 


Sir.  4,  17—22.  43 

■""iriDö]  das  Wort  kommt  in  dieser  Bedeutung  im  Targ.  Jon.  vor. 
Svr.  alle  meine  Geheimnisse  (Ti'Dr),  Gr.  -A  -/.yj—a  a-j-r,:;  vgl. 
39,3.  7  sowie  3.  19.  —  Lat.  fügt  am  Schluss  hinzu:  et  thesau- 
rizabit  super  illum  scientiam  et  intellectum  justitiae. 

19.  Hebr.  hat  a  in  doppeller  Gestalt:  i,TnVL;:i  iic"  ex  (vgl. 
Gr.  £Otv  7.-o-X7.v/j!i(;,  i-;/.y-0(.lz(''jti  ccjtov)  und  inr'Sti^s  "'^mn  T/D"*  CS 
(vgl.  Syr.  wenn  er  aber  sich  wendet  hinter  mir  weg,  so  werfe 
ihn  fort).  Für  )7]^r\rc:]  ist  nach  9,  10.  47,  22  •iTnii'er,  zu  lesen. — 
inTJDXlj  Gr.  •/.7.1  -o(paott)3si  a-jtov.  —  Cm^'?]  Gr.  i-'c  /si'pictc  -tw^sok 
au-o'j.  Er  las  wohl  T2,  übrigens  vielleicht  auch  cmti*.  Er  setzt 
TZTwofic  für  allerlei  Wörter,  13,  13  hat  Hebr.  D^n  ^l^>:s,  50,4  T^pn. 
Syr.  hat  hier:  in  die  Hand  der  Rcäuber  (SElisn),  ebenso  13,  13. 
Lat.  in  manus  inimici  sui,  was  vielleicht  auf  eine  andere  griechi- 
sche Vorlage  zurückgeht. 

20 — 31.  Ueber  wahre  und  falsche  Scham.  Vgl.  41,  14ff. 
20,  22  f. 

20.  ''j;]  Lat.  tili,  Gr.  Syr.  om.  —  \)f:r\  nv]  Syr.  Gr.  •/.7.iryov. 
Schechter  ändert  nach  Koh.  3,  1  (nj?i  p;)  das  \)f:n  in  pn. —  nnci] 
Gr.  X7.1  9'JÄ7.;7.'.  (vgl.  zu  12,  11).  —  hu  {=  hv)]  Gr.  -trj(  (vgl. 
41,  17  ff.).  Nur  des  unzeitgemässen  Handelns  (==  Torheit)  und 
der  Sünde  soll  man  sich  schämen,  übrigens  aber  die  eigene 
Würde  behaupten.  —  Lat.  i.  f.  add.  verum  dicere  (vgl.  zu  27,  12). 

21.  Der  Fehler  nsii';  ist  durch  nSK'?:  verursacht  und  in 
der  Hs.  (vielleicht  vom  Schreiber  selbst)  korrigiert.  —  nsti^a]  ist 
Hifil  von  «ii'i;  vgl.  Ex.  28,  43  mit  Lev.  22,  Iß.  Man  hat  das  Hifil  2 
Sam.  17,  13  zu  Unrecht  angefochten,  es  ist  vielleicht  auch  Dt. 
28,  49  anzunehmen.  Syr.  hier:  welche  schafft  (s'^i;i),  Gr.  £-770^37, 
wäe  LXX  an  den  genannten  Pentateuch-Stellen.  —  im  mz:]  Gr. 
oo$a  xal  ydrji:;  Vgl.  24,  16.  Chrysost.  1,  283  (anders  7, 464) 
praem.  r^.  Ebenso  versteht  der  Syrer  (leg.  «mrci  Nnp^xi)  und 
der  Lateiner  (adducens  gloriam  et  gratiam).  In  der  Tat  ist  in 
b  nsit'ö  wohl  zu  subintelligieren,  aber  nti^z  ti^"!  —  ns^2  ^••'  heisst  ge- 
radezu: eine  Scham  —  und  eine  andere  Scham.  Die  Ausdrucks- 
weise findet  sich  ähnlich  schon  Neh.  5,  2 — 4,  übrigens  ist  sie 
neuhebräisch;  vgl.  20,  5 — 6.  44,  8 — 9,  und  t^"  =  mancher  6,  8 — 10. 
10,30.  39,38.  —  Der  Vers  steht  in  der  LXX  hinter  Prv.  26,11. 

22.  Syr.  übersetzt,  als  ob  er  gelesen  hätte :  yi'z:  ''jo  Kt^n  Sx, 
vermutlich  las  er  aber  schon  Tic  für  D':c  {^^  Gr.  7:ryo(jcü-ov).  — 


44  Sir.  4,  11—6,  17. 

■[r^Bi  hv]  vgl.  82,  16.  —  'jJf'rn]  Gr.  £VTfy7.-Y,c,  Syr.  mzn.  Lies 
tri2n  (^7  ist  verdoppelt);  vgl.  sonst  j?33J  (v.  25)  und  cSrn  (41,  !6). 

—  "[''Sliy:!^':)  ist  Singular.  Das  Wort  bedeutet  hier  geradezu 
Sünde.     Syr.  falsch  erklärend:  zu  bekennen  deine  cSiii»:». 

28.  j?Jön]  vgl.  Jer.  42,4.  Gr.  xo>Ä'jT(,c,  Syr.  xSrn;  vgl.  zu 
18,  30.  19,  28.  —  üh'vz]  danach  sollte  man  immerfort  reden,  aber 
gerade  dagegen  eifert  Sirach  öfter.  Syr.  „zu  seiner  Zeit",  was 
dem  Sinne  nach  angemessen  ist,  da  inv2  nzi  =  no:n.  Vielleicht 
ist  aSiys  Fehler  für  i  inj;2  "(vor  b  fehlt  ein  i,  das  Gr.  Syr.  aus- 
drücken). Uebrigens  hat  der  Grieche:  iv  xai^oco  aoi--/;(ii7.c,  was 
wie  40,  7  unerklärlich  ist.  Der  Sinn  verlangt  iv  xai,o(r>  yjjzirf.: 
•wie  8,  9  (vgl.  35,  7),  CPIAC  ist  beide  Mal  aus  XPIAC  verlesen. 
Vielleicht  las  Gr.  wirklich  'f\::  nj?r.  —  inarn  ns  fci'n]  diese  Worte 
sind  auch  in  Cod.  C  erhalten,  der  nur  pcpn  für  |''ci:n  hat.  Letz- 
teres ist  durch  41,  15  und  durch  Gr.  Syr.  empfohlen,  zu  ersterem 
vgl.  Ps.  77,  10.  Griechisch  ist  der  Stichus  in  Codd.  248  70 
Syroh.  253  106  und  auch  im  Lat.  erhalten:  •/7.1  ;xtj  y-[jo'\n;,:  (70 
ä-oxfy'j'j^r,?)  xYjv  aocpiav  aou  sie  ymSkoW^'^.  Hier  ist  st;  YMJ.ovr^'^ 
{=  dich  zu  zieren)  späterer  Zusatz. 

24.  "1121K2]  Syroh.  im  Munde,  Lat.  in  lingua  (vgl.  b).  — 
n:vo-]  =  Syr.  aT:v2;  vgl.  Prv.   16,  1.  15,  23.     Gr.  h  {jr,\m-i  (al. 

—  |x7.ci'.).  —  nii;n]  Gr.  ■nraiSsia;  vgl.  zu  34,  19.  —  Lat.  für  b: 
et  sensus  et  scientia  et  doctrina  in  verbo  sensati  (al.  verbis  veri- 
tatis)    et    firmamentum  in  operibus  justitiae  (vgl.  Lat.  zu  3,  29). 

25.  ;iDn]  Syr.  niün  (cf.  20, 15  Syr.),  Gr.  dvTiXsys.  Das 
Piel  bedeutet  mit  hv  verbunden  im  Aram.  und  Neuhebr.  Avider- 
streben.  Vgl.  auch  41,  2.  —  ^N  cj;]  ist  unpassend.  Gr.  ~%  «Xr^iis-'a 
=  Syr.  «niyip  hv,  lies  nösn  '7^.  248  Syroh.  (der  Aster,  steht 
fälschlich  vor  der  ganzen  Zeile)  253  70  8"=*  add.  xa-a  ;x-/;os  sv, 
Lat.  add.  uUo  modo.  —  ü^rhü  hü]]  Syr.  und  von  (|ö)  deinen 
Torheiten,  Gr.  xal  -zrA  rr^:  7.-7.1030317?  aou.  Da  d-atocuto;  6,  20. 
8,4  für  h'')a  steht,  nehme  ich  fh)ü  hv)  an;  vgl.  41,  15.  Der 
Fehler  in  einem  Stichus  zog  den  im  andern  nach  sich.  —  j?J3\n] 
vgl.  zu  21,  22,  neuhebr.  nj;"::  (die  Scham)  und  aram.  yrns  (sich 
schämen).  Gr.  ivrpd-rjtit.  Die  Grundbedeutung  ist  vielleicht  sich 
zusammenziehen,  dann  demütig  sein,  sich  schämen  (G.  F.  Moore). 
LXX  setzt  sehr  oft  hx[ji~ea\}ai  für  X?r:,  gelegentlich  auch  ahyjvz- 
aOat  und  xaTavuaasaOai.  Syr.  lass  dich  abhalten  {^hzPiii  =  J?ii2n?). 


Sir.  4,  23—28.  45 

26.  pyo    i'iti'?]   c-tjLoXo-j'Tjaa!.    s^    7.a7.[y-:!'7.'.;    {'203    7.;x7.0Tia)    ao'j, 

ebenso  Syr.  —  rh2\i^  ■'JcS  Ticyn  Ssi]  Gr.  -/.7.1  ar^  ;i'7Co'j  ooOv  zo77ao'j 
(vgl.  Jes.  27,  12).  Lat.  nee  coneris  (vgl.  Thielm.  in  WöMins 
Archiv  VIIT  510)  contra  ictum  fluvii.  Taylor  vergleicht  dazu 
Achikar  (ed.  Rendel  Harris)  p.  65.  Vgl.  auch  Mibchar  ha-peninim 
p.  49,  16  ed.  Filipowski:  ^:z2  sSi  C';'o  sinit':  -^en  "jcf?  TOj?n  ha 
'p'^  a'7]^'2  'iT]::],  Vielleicht  liegt  eine  sprüchwörtliche  Redensart 
vor,  nach  der  n'^zst^  die  von  Gott  verhängte  Strafe  bezeichnete. 
Vgl.  Ps.  69,  3.  16  und  dort  v.  3  naj?e  pxi.  Syr.  hat  sS:d  (Tor) 
=  n'hztif,  wonach  der  Sinn  wäre:  und  diene  nicht  der  Torheit. 
Aber  das  ist  keinesfalls  anzunehmen.  —  Lat.  hat  den  Stichus 
hinter  v.  27.  Dass  das  auf  griechische  Vorlage  zurückgeht,  be- 
weist das  •/7i'  vor  27a  und  seine  Auslassung  in  Cod.  70  vor  27b. 
Indessen  fehlt  •/.^t'  in  27  a  in  Codd.  248  55  254  und  dem  La- 
teiner, und  die  gewöhnliche  Textfolge  ist  festzuhalten. 

27.  ha]  Gr.  ■/.7.1  a/j  (s.  0.). —  yiT]  Gr.  oTro^T^ofucrr,?.  Vgl.  zu  r^^'n 
Jes.  58,  5  LXX  und  Jes.  28,  20  Theodot.  Es  ist  ein  starker 
Tropus  vom  Ausbreiten  der  Kleider  vor  dem  Könige  oder  auch 
von  dem  Sichniederwerfen  des  Sklaven,  auf  den  sein  Herr  tritt 
(z.  B.  beim  Besteigen  des  Pferdes).  Syr.:  neige  (|nn),  er  denkt 
an  nyi'.  —  S^jS]  Gr.  >■}:/>) ody-m  (70  k  avooC;  vgl.  zu  3,  1 7)  u-fyo<M, 
Lat.  (omni)  homini  pro  peccato.  Ausser  B  (308)  lesen  alle  Hss. 
in  der  Wortfolge  von  Hebr.  und  Syr.  7.vi)r;(o-o)  \Morjm  i37'j-:ov.  — 
c^S^'ia  'izh  ]ar2n  ha)\  vgl.  h'^^)^  13, 12.  10,  24.  Syr.  und  streite 
(snrinn)  nicht  gegenüber  dem  Gewalthaber,  Lat.:  noli  resistere 
contra  faciem  potentis.  Beides  kann  auf  die  Lesart  des  Hebr. 
zurückgehen.  Aber  resistere  kann  wegen  der  Umstellung  (s.  o.) 
auch  mit  Ji'.7'>/j  zusammenhängen.  Dagegen  ist  nach  Gr.  x7.'  ;i.Yj 
A7,'ir,;  -f/ojojTToy  o'Wjto'j  zu  lesen  'is  siJ>n  ha).  Im  Hebr.  steht 
7,35  umgekehrt  XK^n  für  |Sot. 

28.  Im  Hebr.  ist  8,  14  vor  v.  28  eingeschaltet.  —  nT^'n]  Syr. 
^•rrns*,  Gr.  7.7ojvicr7'. ;  sie  lasen  vielleicht  rr;^n  (als  Nifal)  oder 
ci'vnn  (so  Schechter).  Letzteres  ist  neuhebr.  =  Beweis  führen 
(und  in  diesem  Sinne  =  streiten).  Man  kann  sonst  auch  mit 
Ryssel  syrisches  Xi7  (=  Widerstand  leisten)  vergleichen.  —  hv- 
pni'n]  bezieht  sich  nicht  notwendig  auf  die  Vertretung  des  Rechts 
vor  Gericht  zu  Gunsten  der  Schwachen.  Gemeint  sein  kann 
auch  die  Sache  der  Religion,  für  die  Jesus  Sirach  unter  Lebens- 


46  Sir.  4,  1 1—6, 17. 

gefabr  gekämpft  hatte.  Gr.  hat  geradezu  -trA  -r,:  dir,\h(rx:,  8yr. 
sntyip  hy.  Danach  könnte  man  ncKd  hv  vermuten.  Aber  die 
Einschaltung  von  8,  14  setzt  pi^n  voraus,  und  die  Pescbita  setzt 
sni^jp  öfter  für  pnif,  LXX  wenigstens  Jes.  41,  20  dlr^^;  für  pni:. 
Vgl.  auch  zu  21,  9.  Obendrein  hat  Lat.  für  a:  pro  justitia  ago- 
nizare  pro  anima  tua  et  usque  ad  mortem  certa  pro  justitia. 
Das  führt  ebenfalls  auf  pi):,  übrigens  vielleicht  auf  eine  Variante 
■]tt'c:  hv  {=  auf  Leben  und  Tod)  für  mon  ny.  —  ''^'']  Gr.  -/opioc  o 
Oso?  (Syroh.  Aeth.  Anton.  841  add.  go-j,  Orig.  4,  136.  Anton. 
1036  om.  6  Osoc),  Lat.  deus  (s.  z.  2,  1).  —  rnSj]  leg.  cnS"  nach 
Gr.  Syr.  •KoXsfi.r^asi.  —  -[S]  o-ip  (253  Origen.  4,  136  -sf-t)  aou,  Syr. 
I^ö'^n;  vgl.  29,  13  und  Ex.  14,  14.—  Syroh.  253  23  70  106  i.  f. 
add.  017.  7:7.vToc;    Lat.  add.  inimicos  tuos. 

29 — 31.  Drei  Fehler,  die  im  Kontrast  mit  anderen  der 
Würde  um  so  grösseren  Eintrag  tun. 

29.  Hebr.  hat  vor  v.  29  eingeschaltet  5,  14 ab.  —  |n2j] 
sonst  nicht  belegt,  aber  regelrecht  gebildet.  Syr.  prahlerisch 
(pn2:i>),  B  (C  253  296)  ^,0776?,  Syroh.  AS*  k  307  155  308  Anton. 
993  T7./6c  (=  Lat.  citatus),  248  70  23  S'^''  106  157  55  254 
Maxim.  913  Or^aauc.  Letzteres  ist  anzunehmen  (vgl.  22, 5).  — 
-JliySn]  Syr.  cod.  Ambros.  in  „deinen  Worten".  S"*  Anton.  993 
haben  in  b  /.oyotc  für  i'.o-oic.  —  ^rahi  "c"!]  Syr.  u^^m)  NCTi  (=  lässig 
und  träge),  Gr.  y.m  vtoOpoc  X7.t  7:7f>si|j,svoc.  Ein  ^8i  statt  n^n  zu 
statuiren  ist  vielleicht  unnötig,  da  man  ••en  aussprechen  kann. 
Für  tt'"tih  findet  sich  11,  12  (wo  Gr.  ebenfalls  vwüfioc)  .^-^-i;  37^9 
scheint  ^'''i  im  Sinne  von  Unglück  vorzukommen.  i^'K^t  und  tt'i^n 
sind  wohl  identisch,  und  vielleicht  hängen  alle  diese  Wörter  mit 
l^•n  „Armut"  (s.  z.  11,  14)  und  weiter  mit  \i^Ufi  (s.  z.  32,23)  zu- 
sammen. —  -nrxSar]  Gr.  Iv  -oTc  z^yAc  aou,  Syr.  "jm'njrn.  —  Vgl. 
Prv.  18,  9. 

30.  Cod.  C  ,T1SD  =  Gr.  Lat.  wc  )itüv,  Cod.  A  2*7::  =  Syr. 
ein  Hund.  Es  muss  vom  Löwen  die  Rede  sein.  Vielleicht  stand 
ursprünglich  «''s'^D  da.  —  n"'^  kann  sehr  wohl  die  Familie  (11,34) 
und  zwar  im  Unterschied  von  den  Sklaven  bedeuten.  —  Cowley- 
Neubauer  vergleichen  B.  Gittin  fol.  Ob:  Hö'«  aiü  h^'c'  Ss  aS'.j?'? 
in'^z  -jins  nTn\  —  Cod.  A:  STnai  inei,  Cod.  C  nur:  incnai]  Syr. 
hTiil  P]^!  (und  wütig  und  schrecklich).  Gr.  nur:  zal  cpav-asto/o-ujv; 
vgl.  auixI^oXo-xoTTsiv  9,  9.  18,  33,  ^avTa^ssi^ai  31,  5.  LXX  hat  cpotvTotsia 


Sir.  4,  29—5,  1.  47 

Hab.  2,  18.  19  für  miü  und  mr,  Hab.  3,  10  für  l,Tl\  Wahr- 
scheinlich las  Gr.  also  STnö')  (vgl.  1'2,  11);  nncnisi,  woraus  mcnai 
verderbt  ist,  war  Variante  dazu.  Syroh.  n"'Kn''CJ  ?ij;n*aT  =  und 
zornschnaubend;  er  folgt  dem  Syr.  Ob  Gr.  "inei  nicht  las  oder 
ob  er  es  als  unverständlich  überging,  steht  dahin.  Das  Wort 
(vgl.  Ps.  69,  9)  bedeutet  neuhebr.  auch  faul  (vom  Ei);  vgl.  ili  Job. 
l'J,  17.  Hier  hat  es  etwa  den  Sinn  von  verächtlich;  doch  vgl. 
auch  zu  11,  34.  —  Cod.  A:  -[nDs'^öi  —  Syr.  "[DTr;:;  Cod.  C: 
■jrmnj;^  =  Gr.  h  toTc  ohiTai.;  aw.  -[nrsSöa  ist  wohl  nur  aus  v.  29 
eingedrungen.  —  Lat.  für  b:  evertens  domesticos  tuos  et  oppri- 
mens  subjectos  tibi  =  Anton.  10(34,  wo  am  Schluss  des  Stichus 
beigefügt  ist:  X7.1  -ra-sivÄv  -ouc  u-o/siptou?  aou. 

31.  Cod.  A:  nmnc  =  Syr.  sa^tt'c;  Cod.  C:  n'tott^iö,  wohl  = 
Gr.  i/Tstctaivr, ;  vgl.  7,  32.  34,  14.  18.  50,  15,  wo  Hebr.  Syr.  über- 
all a'^it'in  und  Ki^l«  haben,  nmnc  ist  wohl  Korrektur,  die  einen 
genauen  Gegensatz  zu  n2:icp  herstellen  sollte.  —  Cod.  A:  nnp'?, 
Cod.  C:  T\^^h,  Gr.  sk  -h  Xctij-ßavsiv ;  vgl.  die  Varianten  zu  42,7.  — 
Cod.  A:  |no  (leg.  nj;^)  -[inn  r^)i'i^^\  Cod.  C:  m'cp  2ti'n  npi,  Gr. 
xotl  SV  Ttp  aiTooioovat  afuvsatotXasV/j,  Syr.  und  geschlossen  (ND^^p)  zu 
geben.  Auch  hier  scheint  Gr.  mit  C,  Syr.  mit  A  zu  gehen,  ob- 
wohl a-ooioovoci  auch  für  |nj  stehen  könnte  (17,  23.  29,  5;  vgl. 
dag.  12,  6.  32,  13  und  übrigens  h  y.a<.[An  a-oooasoj;  29,5).  Jeden- 
falls ist  jna  Korrektur  für  'z'"^t\  wie  die  Lesart  von  k  und 
Chrysost.  5,  280  h  xm  oioovoti  und  im  Lat.  ad  dandum  (Sang, 
add.    reddendum).      Vgl.    Constit.    ap.  VIT,  11.    Barnab.    19,  9: 

IXVj     "i'lVOU      7:[>0?     |J.SV    TO      X^ßcTv    IxTitVdJV     ty-jV    /3r[y7.      (Bam.    '7.^    /£Tp7.c), 

irpoc  (Ä  TO  ooOv^t  ^j'j-j-iWoiv  (Barn,  aus-wv).  —  micp  ist  wohl  nur 
Fehler  für  r\)t%i^. 

5,  1.  p^i'n  'rs*]  vgl.  15,  4,  Gr.  \i:q  s-s/s;  er  setzt  z-iyzv^ 
öfter  für  nü2  (z.  B.  5,  8.  13,  11.  15,4).  Syr.:  vertraue  nicht 
(S^nn  ah,  das  sofort  noch  einmal  hebräischem  |j?ti^n  ha  gegenüber- 
steht). —  ■]'7''n  hv]  Syr.  yD2:  h):  =  Gr.  s-i  xoTc  /pr^;i.7.c;i  aou;  vgl. 
40,  13.  26  und  zu  21,  8.  Lat.  ad  possessiones  iniquas  (vgl.  v.  8). 
—  inm  ha)]  Syr.:  und  (dass)  du  sagst;  vgl.  zu  5,  6.  —  ^«^7  ^' 
^t]  vgl.  14,  11.  Syr.  viel  ist  mir;  Gr.  wj-Arj-rr^  |j,oi'  Ictiv;  vgl. 
11,  24  (wo  Hebr.  ^öj?  ^^n).  —  ictxiv]  308  praem.  zl;  Ct^rr,^^,  248  70 
Syroh.  253  add.  zk  ^(nr^M,  106  Lat.  add.  vj  C,(JiT^,  Sah.  add.  in 
meinem  Leben.  —  Lat.  fügt  dann  noch  v.  8b  hinzu. 


48  Sir.  4,  11—6, 17. 

2.  Hebr.  schickt  zwei  Stichen  voraus,  von  denen  der  erste 
eine  Verquickung  von  v.  la  mit  v.  2  a,  der  zweite  eine  eben- 
solche von  V.  2a  mit  v.  2  b  ist.  Syr.,  der  Hebr.  und  Gr.  mit 
einander  ausgleichen  wollte,  hat  nur  den  ersten  der  beiden 
Stichen  (vertraue  nicht  auf  deine  Kraft)  und  dann  v.  2  b  nach 
der  Version  des  Gr.  (zu  gehen  in  den  Wünschen  deines  Herzens). 
—  "''yj?!  "[3^]  Gr.  T(j  'l^'j/T,  aou  vm  ty,  icr/ut  aou.  Aeth.  für  a: 
Folge  nicht  der  Weise  der  Kraft  deiner  Seele;  Sah.:  Folge  niclit 
deinem  Herzen  und  deiner  Kraft,  übrigens  stellt  er  b  hinter 
V.  3a.  AC  23  155  Aeth.  Anton.  926  lassen  b  aus.  Syroh.  253 
lassen  -Arn  -1%  Ir/ßi  aou  wegen  seiner  Aehnlichkeit  mit  rr  '^'y/^i 
ao'j  aus,  und  umgekehrt  hat  Lat.  das  letztere  (und  zugleich  too 
-of>s'js3i)7.i)  ausgelassen.  Beides  ist  dadurch  geschützt,  dass  "jn^ 
und  "jtt'cj  in  den  vom  Hebr.  vorausgeschickten  Stichen  sich  finden. 
Also  deckt  vsA  ty,  la/üt  aou  das  auch  durch  v.  3  geschützte  "nn 
gegen  "["'rj;')  (vgl.  Num.  15,  39.  Job.  31,  7).  Nun  hat  entweder 
Gr.  selbst  oder  ein  griechischer  Abschreiber  (vgl.  Sah.)  -nS  und 
■jK^c:  bezw.  ihre  griechischen  Aequivalente  in  den  beiden  Stichen 
vertauscht  (vgl.  zu  4,  17).  Ich  nehme  für  a  mit  Hebr.  gegen 
Gr.  2S  und  für  b  :t*c3  an,  weil  letzteres  mehr  besagt  (vgl.  G,  2 
und  zu  18,  31).  Allerdings  würde  man  yh  gern  vermissen;  es 
ist  wohl  trotz  seiner  Bezeugung  durch  Gr.  zu  streichen.  Aus 
den  Variauten  -[U'CJ  ms'n  nns*  und  nv^  nmanz  ist  nach  Gr.  zu 
kombinieren  -jit'cj  nmisni  oder  '3  msnz  (vgl.  zu  14,  14).  Erklärung 
von  -jti'cj  ist  nn.     Vgl.  18,  30. 

3.  ^s]  Gr.  vM  ;xr^  (248  70  Syroh.  253  23  S  "*  Sah.  om. 
V.7.U  C  om.  \}:f^). —  r\2  hzr  ''a]  leg.  "n^.  Zu  h-i"  ca.  vgl.  Ps.  13,5. 
Syr.  "h^n  t?2:a  i:a,  Gr.  Tic  jj-s  ouvotcris-j^si ;  vgl.  12,  5  und  48,  12. 
Codd.  248  70  Syroh.  253  106  Lat.  add.  Zvj.  -zb.  ^yx  «xou.  — 
D-Dinj  iJ»p:ö]  vgl.  Koh.  3,  15  7pr\in  nx  ti^p:"  qm'?«,  was  dort  zu 
bedeuten  scheint,  dass  Gott  das  Vergangene  wiederkehren  lässt. 
Aber  hier  handelt  es  sich  nicht  um  Vergangenes.  Syr. :  (er  ist) 
ein  Rächer  für  alle  Unterdrückten  (^yh';  \rb2h  r\  N3?l3n),  w^as 
wohl  auf  Hebr.  zurückgeht.  Ist  der  Text  des  Hebr.  wirklich 
von  Koh.  3,  15  beeinflusst,  so  darf  man  vielleicht  nach  der  Glosse 
in  30,  20  (vgl.  zu  20,  4),  auf  deren  Aehnlichkeit  mit  u.  St.  Peters 
aufmerksam  macht,  einen  Fehler  für  "jT"»  vermuten.  Aber  anders 
las  Gr.,  der  übersetzt:  Ixotxwv  Ixor/v^sst  as.    Das  as  haben  freilich 


Sir.  5,  4-7.  49 

nur  B  (C  23 j,  und  dafür  lesen  248  70  106  soi»  r/jv  'jI^.oiv^  Syroh. 
253  X7;v  'jßptv  aoü. 

4.  Das  noiso  des  Cod.  A  setzt  für  nai  vielleicht  ein 
sclilechtes  s'?!  voraus,  das  Syr.  ausdrückt.  Uebrigeus  lasen  Gr. 
Syr.  wohl  HM  für  n'^v^  (A)  und  ,T.T  (C);  der  Hinweis  auf  die 
Langmut  Gottes  verlangt  das  Perfectum.  —  248  70  106  Lat, 
s-'^vsTo  A'j--/;poy.  —  A  '^N',  C  '''''',  Syr.  ^?^Sx,  Gr.  6  -/.'jotoc,  Syroh. 
253  Lat.  altissimus.  —  ixocxpoi^yaoc]  Lat.  patiens  redditor.  248 
70  106  add.  oO  a-/;  :>;  c/.v7,. 

5.  n'C2n  bi^l  Gr.  frei:  jx/j  a's,r/^rj;  -^ivou,  248  70  106  add. 
iv  zÄsovc(j;j,w  (248  -jj-orc).  —  rpmn'?]  Lat.  neque  adjicias.  Syr.  da- 
mit du  nicht  hinzufügst.  —  pj?  hv  pv]  Lat.  peccatum  super 
peccatum,  Syr.  Nnisn  hv  Knt2n,  Gr.  au-oipti'cfy  (248  Aeth.  -ti^c)  =9' 
'zav.oTtaic  (23  -~(oi.y),  70  106  add.  iv  -sioa.     VgL  3,  27. 

6.  Cod.  A  des  Hebr.  und  Syr.  haben  6a b  in  schlechterer 
Gestalt  vor  5.  A  wiederholt  das  Distichon  an  richtiger  Stelle 
fast  gleichlautend  mit  C,  Syr.  vermeidet  die  Wiederholung,  hat 
aber  für  6b:  „und  die  Menge  meiner  Sünden  vergibt  er  mir", 
iu  Annäherung  an  A-,  C  und  Gr.  Uebrigens  l^ann  6  a  ursprünglich 
nicht  auf  4  b  gefolgt  sein.  —  masi]  A^  "laKn  ha  =  Syr.  nasn  nh. 
Gr.  7.7.1  ar,  z''~r^:.  Aeth.  indem  du  sagst.  —  7.'jto'j  (106  toD  Dsoo)] 
Lat.  Aeth.  domiui.  —  Dem  itnt:''  ist  nSc  vorzuziehen,  zu  iv-'f^djt-rf.: 
vgl.  16,  7.  31,  23. —  'öv]  T.a[j  au-j/j,  so  nur  B  (23  155  k)  Aeth.,  alle 
anderen  -otp'  wj-m;  248  157  add.  Tct/uvsi,  70  add.  '''jyy^r^-  Lat.  ab 
illo  cito  proximant;  vgl.  zu  16,  11c,  wo  6  c  wörtlich  wiederkehrt, 
im  Hebr.  auch  6  d  wiederholt  Avird. —  mj']  nach  Gr.  Syr.  v.'-j.-rj.-o.<j:iti 
(0  if'jixoc  a'j-r/j).  —    'i"j"i]  vgl.  Hab.  3,  2,  und  zu  l'y  Ezr.  8,  22. 

7.  inxn]  ava-xsvs;  vgl.  18,22.  —  v'^k]  Syr.  vor  ihm  (48,20), 
Gr.  -00;  -/.'joiov.  —  "i2j;nn]  vgl.  7,  10.  16.  38,  9.  Gr.  ^j-zr/^atCkw, 
Const.  ap.  6,  15.  Chrys.  II  435  III  664  VI  694  (^.vaßaX/.oo,  VI 
972  G-£f»Tii>oL>;  vgl.  LXX  7.v7.|j77J.33l)7.i  Ps.  78,  21  und  89,  39  für 
~2ynn.  Syr.  (und  nach  ihm  Syroh.)  irj^Tin  =^  lass  dich  (nicht) 
abhalten.  Danach  habe  ich  mit  Schechter  früher  überall  'yivn':^ 
herstellen  wollen.  Aber  Gr.  führt  hier  und  7,10.  38,9  (Ka^oof^av. 
7:7ry7|i/i-3iv)  auf  MV^T],  das  7,  10.  16  auch  Syr.  gelesen  zu  haben 
scheint.  Es  bedeutet  an  allen  diesen  Stellen  sich  entziehen, 
zaudern,  lässig,  sorglos  sein.  Diese  Bedeutung  genügt  auch  13, 7 
(wo  es  mit  ;  hochmütiges  Ignorieren  bedeutet),  und  16,  8.    Auch 

Smend,  Sirach-Kommentar.  4 


50  •  Sir-  4,  11—6,17. 

Prv.  1-1,10  ist  wohl  hiernach  zu  erklären.  —  crS  cVö]  Gr.  r^uipav 
sc  r,|x£|>ac,    aber  Lat.    de  die  in  diem.  i^T]    vgl.   Lev.   10,  2. 

Num.  1(),  35.  Jes.  51,  5.—  lo^l]  Gr.  op-^rj  y.o^Aou  (Syroh.  25:5  S*  Lat. 
auToG,  23  Syr.  ora.).  —  Cod.  A  üT2,  Cod.  C  nvz]  nach  Gr.  iv 
xaip«),  Syr.  pvh,  ist  vorzuziehen  ny:;  vgl.  18,  24  und  dag.  npj  er 
Jes.  34,  8.  Ol,  2.  03,  4.  Prv.  0,  34.  —  ncDn]  Syr.  snss  (der 
Untergang). —  Den  in  einigen  IIss.  vor  d  eingeschalteten  Stichus 
hat  Chrysostomus  (VI  207  vgl.  (594)  für  c,  er  ist  aber  eine 
Variaute  von  d. 

8.  rra^n  ha]  Gr.  [i-q  l-v/z,  was  Lat.  schlecht  mit  noli  anxiiis 
esse  übersetzt.  —  y^\  Gr.  aoi'xoi;  (so  oft  LXX),  danach  wohl 
Syr.  x'jlVl.  —  b  fast  wörtlich  aus  Prv.  11,  4.  —  iS^yr]  danach 
ist  mit  248  307  oyfsXT^as'.  zu  lesen,  Lat.  hat  zu  v.  1  proderit. 
Dag.  Syr.  verflachend  -[jm^J.  n^-J?]  vgl.  zu  34,0.  Syr.  der 
Not  i^P'py),  Gr.  k-rj-^xCiZ  (s.  z.  2,  2). 

9.  nTn|  Syr.  sm  (leg.  sm  =  Hebr.).  —  h:h\  Gr.  h  -c^vn', 
Syr.  ^22.  Aber  SdS  ist  gut;  denn  Gr.  setzt  iv  in  allerlei  Fällen 
für  h  (vgl.  z.  B.  34,  20.  37,  29),  und  die  wichtigsten  Textzeugen 
des  Syr.  (w  Maus.  Mas.  I  und  II)  haben  ebenfalls  SdS.—  Zu  b 
vgl.  2,  12.  Im  Cod.  A  ist  -["n  Korrektur  für  den  Fehler  nSl^ii', 
durch  die  aber  statt  dessen  h^h  verdrängt  wurde.  nJ'ci  ist  für 
■j'^n  Ssi  gleichmacherisch  gesetzt.  —  Syr.  (S'';l^♦  S:S  xjcnaV)  stimmt 
einigermassen  mit  Cod.  A,  wogegen  Gr.  (z7.1  \ir^  -o^s-joü  iv  TraTo 
d-f>c(-(i))  auch  hier  wohl  wie  Cod.  C  las.  —  Gr.  add.  ootojc 
(Syroh.  '^53  100  add.  77'p)  0  7.a7.f>t»o//>c  0  orj'/.wsioc.  Lat.  sie  enim 
(omnis)  peccator  probatur  in  duplici  lingua.  Sah.  lässt  den  Zu- 
satz aus,  der  aus  0,  1  stammt. 

10.  ilöD]  vgl.  Ps.  112,8.  Jes.  20,3.  Syr.  700,  Gr.  saT-/;.or,'|jLiyo.r 
(vgl.  13,21).  —  -jnyn  h^\  Syr.  ^e^is  '75?,  Gr.  h  aüvsctsi  aou,  248 
100  70  Syroh,  253  add,  dcfaXEt",  otscpoiXrj,  7397X0^.  iv  d:;r^rxlz(rj„  — 
Die  Worte  haben,  wie  überdies  das  Folgende  zeigt,  allgemeinere 
Bedeutung  und  gehen  nicht  speciell  auf  das  Bekenntnis  der 
Wahrheit  vor  Gläubigen  und  Ungläubigen. 

11.  Vgl.  Jac.  1,  19.  —  A  IHM  =  Syr.  nn-ca,  Gr.  -rayuc. 
Dagegen  hat  Cod.  C  für  a  iiaro  nj?if2tr3  p:j  ,Tn,  was  wohl  bedeutet: 
sei  (gerichtet  auf  =)  aufmerksam  bei  einem  guten  Lehrvortrag. 
Hier  ist  p:i  vielleicht  Variante  zu  "ji^D  v.  10,  dagegen  naiis  (vgl. 
Prv.  15,  30.  25,  25)    ebenso    wie    das  von  C  in  b  gebotene  niisi 


Sir.  5,  8—13.  51 

(Vgl.  Job.  42,  7.  8)  späterer  Zusatz,  der  unschön  den  Sinn  ver- 
deutlicht, aber  schon  dem  Gr.  II  vorlag.  Denn  zu  iv  a/f/oaasi 
aou  fügen  248  70  hinzu  ayaö-;^,  Syroh  253  106  lesen  d^J-y^l  für 
ao'j,  und  in  b  haben  248  70  Syroh.  2.53  a-oxpis-.v  o^Hr^v,  Lat. 
responsum  verum.  Syr.  (Vü^'f2h)  las  wohl  wie  A  psn'?,  aber  Gr., 
der  30U  hinzusetzt,  nj;i!2i^*2  oder  nv^o'^fi  (s.  z.  8,  9).  Das  letztere 
bedeutet  neuhebräisch  auch  das  blosse  Hören,  danach  ist  es  in 
Cod.  A  durch  psn'?  erklärt.  Hier  muss  es  aber  wie  8,  9  den 
Lehrvortrag  bedeuten.  Da  dem  Verf.  nach  8, 8  die  Grund- 
bedeutung von  nv)r2^  bewusst  war,  so  konnte  er  vielleicht  für  nnco 
nyi'sii'  5)oi!>'3  abkürzend  r\V)^'^2  itoc  sagen.  Aber  wie  in  b  so  wird 
er  auch  in  a  den  künftigen  Lehrer  im  Auge  haben,  der  tlink 
(vgl.  THD  Ps.  45,  2)  in  seinem  Lehrvortrag  sein,  aber  vorgelegte 
Fragen  bedachtsam  beantworten  soll.  —  Lat.  für  a:  esto  man- 
suetus  ad  audiendum  verbum  ut  intelligas.  Dazu  weist  Herkenue 
bei  Antonius  Mel.  p.  401  nach:  Ytvou  -paoc  iv  ctTroy.pi'jsi  (1.  azryov'js») 
Xo-'o-j^  iva  aovr^3T,c.  —  In  b  dürften  Gr.  und  Syr.  (vgl.  1  Reg. 
18,  21  Pesch.)  wie  Cod.  A  gelesen  haben.  Ich  ziehe  nach  8,  9 
njnc  ;ti'n  (vgl.  Ezr.  5,  11.  Dan.  3,  16)  dem  niyn  njy  (vgl.  mya  20, 6) 
vor.  Dass  hier  in  C  der  Text  geändert  ist,  zeigt  auch  wohl  der 
Ausfall  von  nn  hinter  Tji«  (Pro.  25,  15)  an.  —  Au  falscher  Stelle 
steht  die  Einschaltung,  die  248  70  hier  haben. 

12.  "jnx  t^"  es]  Syr.  wenn  dir  ist  ein  Wort,  Gr.  sl  hv.v 
(253  add.  iv)  am  a'jvscr'.c  (Anton.  995  X070C,  Cyrill  Alex.  295  A, 
Gregor.  Naz.  593  X070C  awiato);).  —  Das  CiJ^  des  Cod.  C  drückt 
auch  Syr.  aus,  Gr.  hat  nuri'^tdj;  vgl.  Prv.  30,32  und  Job.  21,5. 
29,  9.  —  Lat.  in  f.  add.  ne  capiaris  in  verbo  indisciplinato  et 
confundaris  (vgl.  14b). 

13.  113D]  70  add.  vctp,  106  praem.  or>..  —  sm;  rz]  Cod.  C 
schreibt  nain;  vgl.  9,  17  (Cod.  A)  na":.  Syr.  (durch  die  Hand 
dessen,  der  redet)  versteht  das  Wort  als  Particip,  das  Prv.  12,  18 
vorzuliegen  scheint.  Aber  Gr.  hat  richtig  iv  Xct/aa.  Denn  wegen 
T2  kann  das  Wort  nicht  den  Redenden  selbst  bezeichnen;  vgl. 
übrigens  ]wb  T2  Prv.  18,  21.  Das  sonst  unbekannte  Nomen  wird 
«pi3  oder  «i5">3  zu  sprechen  sein.  Es  hat  hier  und  9,  17  neutrale 
Bedeutung,  im  Neuhebräischen  heisst  iSa^a  die  Aussprache.  Im 
Kanon  kommen  dagegen  saz  und  saza  nur  in  bösem  Sinne  vor.  Man 
könnte  übrigens  meinen,  dass  das  Wort  hier  und  9,  17  geradezu 


52  Sir.  4,  U-6,  17. 

den  Mund  oder  ein  anderes  Sprachwerkzeiig  bedeutete.  —  inScöl 
Gr.  ~«T>aic   oi-j-to  (2r)3  H   lOG   l.öo  Lat.  7.'j-:oO);  vgl.  zu   1,22. 

14.  Hebr.  hat  a  und  b  auch  hinter  4,  28.-  —  cnK»  Sj;^! 
Syr.  hat  in  a  und  d  und  auch  6,  1  pmna  'Sn!2i.  Obwohl  dieser 
Ausdruck  im  Syrischen  nur  hier  belegt  ist,  wird  man  ihn  deuten 
müssen:  der  auf  zwei  (Wegen)  geht.  Gr.  hat  zuerst 'I^t'Dujio?  (vgl. 
zu  28,  13.  21,  28)  und  in  d  und  G,  1  oqXwssoc,  indem  er  willkür- 
lich im  Ausdruck  abwechselt.  '^  hyz  heisst  aber,  „der  zwei  Zungen 
hat"  oder  „zweierlei  Reden  führt",  und  niclit  „der  auf  zwei  Wegen 
geht"  (2,  12).  Denn  nur  so  bedeutet  der  Ausdruck,  was  hier  er- 
forderlich ist.  die  Untreue  gegen  den  Nächsten.  Schechter  (zu 
4,28)    citiert  B.  Baba  Mezia  48a  (?)  zhz  nn«T  :]Z2  nnx  n2T  kW. 

—  Syroh.  (mit  Aster,  vor  dem  ganzen  Stichus)  253  23  add.  iv 
ra  [im  sou.  —  Gr.  und  Svr.  drücken  't^wh^l  aus.  h:!  kommt  in 
der  Bedeutung  verleumden  absolut  Ps.  15,  3  (mit  -:wh  Sy,  Cod 
A  4,  28  'h  hü)),  und  2  Sara.  19,  28  mit  2  der  Person  vor.  Des- 
halb ist  freilich  yi  noch  nicht  anzufechten.  Aber  es  fehlt  4,  28, 
wird  von  Gr.  Syr.  nicht  ausgedrückt  und  ist  überflüssig.  Gr.  \x-r^ 
svsops'js  (nur  B  svsofvs-jUf,?),  Sah.  .  .  .  dir  nachstelle,  Lat.  (ne) 
capiaris  et  confundaris  (vgl.  zu  v.  12).  Gr.  las  möglicher  Weise 
pin  (vgl.  zu  11,31).  Syr.  hppn  kS  (=  stosse  nicht  an),  was  viel- 
leicht nur  geraten  ist.     Vgl.  sonst  23,  8  und  Prov.  12,13.  18,7. 

—  ns^nj]  Gr.  ia-Jy,  vgl.  zu  6,  12.  30,  12.  37,4.  30.  39, 16.  — 
nti>3]  rih/d^r^  (248  70  Syroh.  253  106  add.  |xo/i)-/i,oa).  Lat.  confusio 
et  poenitentia.  —  noin[*]|  Gr.  X7.1  y.7to(7vw3tc ;  vgl.  14,2.  19,5. — 
irtvi  ist  in  nj?")  zu  ändern,  und  '7j?  vor  hv2  einzusetzen  —  beides 
nach  Gr.  Syr. —  Lat.  add.  susurratori  autem  odiuni  et  iuimicitia 
et  contumelia. 

15.  6,  1 ''.     nonm  jsya]  Gr.  erleichternd  iv  ;xi-/p(o  vm  [xs^aXd). 

—  rni^n  h^\  vgl.  7,36.  49,4.  Syr.  mnon  n'?;  Gr.  abschwächend: 
;r>^  avvoei;  vgL  ZU  30,11.  49,4.  Codd.  248  70  add.  ;x-/)03  iv. 
Gemeint  ist  jede  Art  von  Zweizüngigkeit.  —  Lat.  für  a:  justi- 
lica  pusillum  (Sang.  —  sillo),  et  magnum  (Sang,  magno)  similiter. 
Dazu  weist   Herkenne    bei   Gesner,    Loci  comm.    p.  546   nach: 

6,  l''^  üif\  Gr.  rm\ir>.  ylrj.  Syr.  praem.  sSl  (damit  nicht).  — 
Nach  dem  Hebr.  wäre  nein  Subject,  und  B  23  55  308  lesen 
«ij/üv/;.     Aber   nc^n   ist   nicht    die    üble    Nachrede.     Man   wird 


Sir.  5,  14-6,  4.  53 

deshalb  olr/fjvr^y,  und  mit  253  7./.rjf>ovojj.7;33'.c  lesen  müssen.  Im 
Hebr.  ist  sodann  T\\r\n  hinter  yn  zu  stellen,  und  nach  Syr.  viel- 
leicht it'Tn  (doch  vgl.  Syr.  zu  20,  25)  zu  schreiben.  Syr.,  der 
nenn  schon  an  seiner  jetzigen  Stelle  fand,  verband  es  in  freier 
Uebersetzung  mit  b:  und  Schande  und  Schulden  über  den,  der 
auf  zwei  (Wegen)  geht  (vgl.  v.  14).  —  b  steht  bei  Gr.  auch  5,  9. 
—  yi  ti>^xj  Gr.  6  7.tj.otpTojAoc;  vgl.  zu  12,6.  248  lOß  i.  f.  add. 
(/.Ti;xt'G(v  £;ct.  —  Lat.  impro])erium  (:=  oviiooc)  enim  et  contumeliam 
malus  (=-ov/jf>6c)haereditabit  et  omnis  peccator  invidus  et  bilinguis. 

2.  Sien  '?«]  Syr.  übergib  dich  nicht  (oWn  ^h).  Gr.  \rf^ 
irArj-f^c  crs7.'jrov  (=  überhebe  dich  nicht;  vgl.  11,  4),  was  ich  nicht 
aufklären  kann  (ob  =  'jian'?).  Uebrigens  hat  Gr.  "jti'cj .  zweimal 
übersetzt.  —  "jK^cJ  Ta]  Gr.  h  ['tio'jX-if,  'Vj/r,?  cjo'j.  Sonderbar  steht 
ßoü/.r^  auch  37,  7  für  T.  Auf  -jti^cj  niTZ  (vgl.  Prv.  27,  9)  ist 
deshalb  nicht  schliessen.  —  nzym]  ist  sinnlos.  Syr.  Kj^2n  »h\ 
wonach  Taylor  targum.  ^V-^  (abgrasen,  abfressen)  verglichen  hat 
(Jon.  Nura.  22,  4.  Jes.  1,  8).  Aber  Gr.  hat  Xvx  \lr^  rA'■J.lJ-rJ.JJ^.  Das  Nomen 
oiapTrayr^  steht  Jes.  5, 5  für  "ij;2,  und  ebenso  steht  36, 30  dem 
oiapiraCo)  bei  Hebr.  Syr.  nx?n  gegenüber.  Danach  ist  "ly^m  anzu- 
nehmen. Gr.  gibt  ohne  ersichtlichen  Grund  das  Verbum  passivisch 
wieder  (s.  z.  v.  3).  Im  Ilebr.  ist  am  Schluss  '[''Sj?  aus  v.  3 
eingedrungen,  dafür  ist  ausgefallen  "Wz  =  Gr.  Syr.  6k  -aüpoc 
(Num.  22,  4).  Aber  wc  toior^oc  scheint  auch  in  der  Vorlage  des 
Lat.  gefehlt  zu  haben,  bei  dem  quasi  taurus  am  Schluss  von  a 
nachgetragen  ist.  —  ■j'^'^n]  Syr.  ebenso,  Lat.  virtus  tua  per  stul- 
titiam,   Gr.  r^  <lu/f^  30'j,  was  für  r^  It/6:  aou  aus  a  eingedrungen  ist. 

3.  Wie  SiV'jTov  zeigt,  verstand  Gr.  die  Verba  als  2.  m. 
sing.  (vgl.  zu  7,  7).  Deshalb  beruhen  xa-acpaYs-rai  (23  70),  comme- 
dat,  perdat  (Lat.),  o/s^r^ati  (Aeth.),  '7/frj3si(?)53  (S"^"* ),  relinquaris  (Lat.) 
auf  Korrektur.  —  tJ'it^n]  Syr.  h)2iir\  {=  '^rsn),  für  h2i^r\  dagegen  mn 
(=  sie  wird  abstreifen).  Aber  deshalb  darf  man  für  '^i'^n  nicht 
"i'^Ö  vermuten.  Uebrigens  müssen  auch  die  Früchte  vernichtet 
werden;  tr^iii^  (auch  10,  16  =  a-oXXuai)  steht  in  der  allgemeineren 
Bedeutung  „vernichten."  Peters  vergleicht  gut  Job.  31,  12.  — 
Betr.  a'iiivai  =  n^:n  vgl.  zu  39,  32.  —  Lat.  i.  f.  add.  in  eremo. 

4.  a  fast  wörtlich  =  19,  3^.  ^  ti'eJ  ^d]  Gr.  '!^oyji  (Syrob. 
253  Lat.  add.  Yotp).  —  nij?]  =  Syr.  m'^p.  Dagegen  Gr.  Trovr^pa; 
vgl.  ToAtjLripa  19,3,  übrigens  aber  40,30  und  it'c:  ^'v  Jes.  56,11. 


54  Sir.  4,  11—6,  17. 

—  .tSj;;]  Gr.  tov  •/-■/;a7:[j.3vov  aoir^v;  vgl.  Jes.  26,13.  Prv.  16,22 
LXX.  —  wr^  nn;:n]  8yr.  und  (zu)  Freude  für  seine  Feinde,  Gr. 
y,cd  £-t/7.,oij.7.  i/i}fj(ov(Syroh.  S  £/i)porc,  •iOH  s/JV-'«}  (?j);  vgl.  zu  18,31. 
42,11.  Lat.  et  in  gaudium  inimicis  (al.  -mici).  —  crit^n]  Syr. 
macht  sie  ihn,  Gr.  -oiy^as-  7.'jtov  (70  add.  sv  t^/ci).  Lat.  dat  illum 
et  deducet  in  sortem  impiorum.  Leg.  i:n''irn  oder  w^n ;  vgl.  42, 11. 

5.  yn]  Syr.Mund,  Lat.  verbum.— iiyj  Gr.  -./.'jx-jc;  vgl.  zu 
50,18.  —  Vgl.  Prv.  16,21.  —  rmx  n^T]  Syr.  es  .werden  viel 
sein  seine  Freunde,  Gr.  -/.-/; Duvsi  cptXou?  aü-o-j,  Lat.  multiplicat 
amicos  et  mitigat  inimicos.  —  |n  ''ncii'l]  Syr.  und  die  Lippen  der 
Rechtschaffenen  (WNÜn  =  p:  |n?},  Gr.  xocl  «,'Xwaaa  suXocXo?,  Lat. 
genauer  lingua  eucharis,  Chrysost.  (beiMigne  60,  286  nach  Her- 
kenne) £'j/af>i3-oc;  vgl.  LXX  zu  Prv.  11,  16.  Betr.  7A«o3aa  für 
n^ncif'  vgl.  zu  51,  5.  22,  und  betr.  |n  zu  21, 16.  —  n)h^  iWj 
Syr.  Gruss  des  Friedens.  Gr.  T:lr,i}'jvzX  su-posr^Yopa  (Syroh.  253 
70  23  C  307  e.u-prjar^yjrA'-jy),  Lat.  in  bono  homine  abundat.  Lies 
^hü)^  nach  41,  20. 

6.  y2)hu^  ^ti^jNj  vgl.  Ps.  41,  10.  Syr.  nph^  ^'^sti*,  Gr.  oi 
et'pr^vE'jovTEc  aot.  Sah.  für  a:  mache  Gruss  (sipr/^r^)  mit  allen.  Er 
wie  Syr.  deuten  aus.  —  -p^ü  hyz)]  Gr.  oi  ol  a!ja|5o'j).ot'  aou;  Lat. 
et  consiliarius  sit  tibi.  Vgl.  zu  8,  17.  37, 10  und  sonst  ini'y  ]^'ü 
Jes.  40,13. 

7.  |rDi2j  vgl.  zu  4,  17.  —  Vgl.  19,  4  und  27,  17  Syr.  -  - 
£|x-iaT3uT(jC  ao-wj  248  70  Syroh.  253  add.  asauTov;  Theoder.  Aug. 
spec.  add.  te(met)  ipsum.  Vgl.  zu  7,  26. 

8.  ^2]  Syr.  om.  —  2r])ü  ^']  hier  und  v.  9.  10  =  mancher 
Freund;  vgl  zu  4,21.  —  ^cd]  Syr.  ungenau:  ^cK2  (=  wegen), 
Gr.  £v,  aber  Lat.:  secundum.  —  ny]  Syr.  NTyiy,  Gr.  x7.ip(o  aüiou, 
aber  Sah.  om.  ao-ou.  —  '?ki]  wäre  möglich,  aber  xSi  ist  vorzu- 
ziehen. —  nor]  Gr.  -7.p7.;jiv3t;  vgl.  11,17.  —  er;]  Syr.:  in  der 
Zeit;  vgl.  40,  24.  —  mi']  Gr.  {».('{^sojc  aou  (Lat.  om.  aw). 

9.  Syr.  und  Cod.  S*  om.  v.  9.  10  (HomoioteL).  —  ^^] 
Gr.  praem.  xat'.  —  -jeto]  vgl.  37,  2.  Gr.  [xsta-tDsjxsvo? ;  vgl.  LXX 
Jes.  29,17  (2llf^).  —  NJity^J  B  Syroh.  (248  253  23  155)  £u:  i/öpav, 
die  übrigen  mit  Lat.  zk  i/J)poy;  vgl.  zu  37,  2.  —  -[nein  2^-,  nsi] 
=  Gr.  y.7.t  [j.77;/)v  ov3ioi3|j.o'j  cjo-j.  Der  prägnante  Ausdruck  scheint 
zu  besagen,  dass  der  falsche  Freund  im  Streit  den  Andern  vor 
den  Leuten  schmäht  und  dabei  auch  das  Geheimnis  des  Anderen 


Sir.  6,  5—14.  55 

unter  die  Leute  bringt.  Vgl.  19,  8.  27,  Iß.  17.  21.  Prv.  25,  9.  10. 
—  rpn  steht  auch  42,  1  (wo  rjti'n)  in  übertragenem  Sinne. 

10.  lif^l  Gr.  praem.  zat'.  —  Vgl.  37,  4.  —  izn]  Gr.  xoivtovoc 
(41, 18.  42,  8).  —  ]nh^*\  Gr.  -pc(-s:Äv,  298  308  Lat.  -rja-iy^z.  — 
mv  CT2  S2:?:"'  nSi|  Gr.  nach  v.  S:  y.7.1  oO  ar,  -7.07.;AEtv7j  (70  [^o-zjUViSTfi) 
£v  rj!xs[>a  UÄi'-jycojc  aou  (Lat.  om.  ofo-j).  Vielleicht  ist  dabei  Text- 
verderbnis im  Spiel,  lOß  k  lesen  b  hinter  v.  Ha. 

11.  "[nz^a;]  vgl.  12,  8.  9.  Gr.  v.m  h  -oTc  7.77.1)01;  aoo.  — 
'])f22]  d.  h.  er  stellt  sich  dir  gleich  (nl.  in  seinen  Ansprüchen). 
Anderen  Siun  hat  der  Ausdruck  v.  17.  Syroh.  253  korrigieren 
WC  a-j  üi  [j-z-a  300,  entsprechend  dem  x7.-7.  so-}  v.  12.  Lat.  für  a: 
amicus  si  permanserit  fixus,  erit  tibi  quasi  coaequalis.  —  "pviz) 
lae  mjn''J  ebenso  Syr.,  der  mjn''  mit  pn"^na  übersetzt.  Aber  den 
Gegensatz  zu  a  bringt  auch  nach  Hebr.  Syr.  erst  v.  12a,  wozu 
die  Worte  vielleicht  eine  Dublette  sind.  Gr.  xotl  s-l  touc  otzs-7.c 
(S  *  or/2-7ic.  k  -orc  or/i-:7'.c.  106  xoTc  7.77.1)01;,  Lat.  in  domesticis)  cjo-j 
-7;yp-/)3'.7'33T7'..  üas  küugt  Originell.  Vielleicht  stand  da  "miij?;"! 
2i:r\''  (oder  inny^l);  d.  h.  er  tyrannisiert  deine  Dienerschaft.  Vgl. 
-apprj3iaCo;x7.i  für  ts'^ti^  Ez.  Iß,  30  Theodot. 

12.  nn  'T^n  es]  vgl.  Gr.  22,  2ß.  Dagegen  hat  Gr.  hier 
ih  ■:7-3ivty!)-(;c,  Syr.  hzn  ]a.  —  -[2  -[ct]  vgl.  Job.  19,  19.  Gr. 
hzy.i  y.7T7.  300;  vgl.  zu  5,  14.  —  "inc]  Syr.  erweiternd:  er  wird 
gehen  und  sich  verbergen.  —  ■:7.-3tvoji}r,c.  h-y.'.]  C  t7.-3!.v(oi)r^33T7'.. 
Lat.  humiliaverit  se.  Vgl.  22,  25.  Diesem  Fehler  entsprechend 
setzt  Lat.  am  Schluss  hinzu:  unaninem  habebis  amicitiam  bonam. 

13.  Das  iiTn  des  Saadia  ist  vielleicht  vom  Syr.  (th'  n'^M), 
möglicher  Weise  auch  vom  Gr.  gelesen;  A'gl.  zu  13,  13.  Aber 
öfter  hat  Syr.  nmm  für  iötJ>  (13,  8.  37,  31.  17,  14),  und  Gr. 
7:po3s/c'.v  für  im  (13,  8.  35,  24.  37,  31.  17,  14).  —  Syr.  setzt 
für  i"'j*Jt<t>  und  yimn  den  Singular. 

14.  n:iös  2ms]  =  Syr.  aii^i  iifirn,  aber  v.  15.  Iß  om 
smJa^'^.  —  rppn  znis]  Syr.  ebenso,  Gr.  t/A-t^  v.rjrj-y.'.d.  Gegen  ZDH 
spricht  das  Abstractum  rjipn,  das  nicht  so  leicht  wie  nJWX  mit 
ihm  verbunden  werden  konnte.  Ich  vermute  hr\i^  (=  Haus),  für 
das  LXX  Ex.  2ß,  7.  Job.  21,  28  T/.i-r,  setzt.  —  Si'o''  iSirwi]  Syr. 
die  ihn  findenden  sind  findend,  Gr.  6  (os)  sGpwv  a-j-ov  zurjt.  — 
lin]  Syr.  i^na^D  =  Gr.  »ir^ia-jpov,  Syroh.  (mit  Aster.)  253  70  add. 


56  Sir.  6,  15—17. 

euXoyt'otc.    Vgl.  40,18  (hö^d)  ni'W  K2:ia,  aber  auch  pn  K3fa  Prv.  1,13 
und  pm  n^3  Prv.  19,  14  und  W2  '(in  Prv.  6,  31. 

15.  Tnc|  vgl.  7,  18.  Syr.  «"on,  Gr.  7.vt7lX77|x7.  (vgl.  zu 
26,  11),  Lat.  comparatio  (vgl.  Tliielmann  IX  254).  —  '?pl^'c]  Gr. 
OTOtÖixor    (vgl.   16,  25.   26,  15).     —    ini^aS]     Gr.    r?,?  xaX/.ovr;;  a-jToO 

(s.  z.  34,  23). 

16.  C'^n  inyj  vgl.  l  Sam.  25,  29.  Gr.  'i7:fy;i.7./.ov  loy},;, 
ebenso  Syr.  üTii  S^c.  Die  mehrfach  (auch  von  mir)  vorgeschlagene 
Aenderung  '•li:  ist  zu  verwerfen.  Lebensmastix  ist  unannehmbar, 
übrigens  haben  Gr.  und  Syr.  kaum  so  gelesen.  Gr.  setzt  freilich 
38,  4  'f7!r>|i7X7  für  moni,  aber  LXX  gebraucht  das  Wort  und 
seine  Derivate  nur  für  Zaubermittel  (i3n,  r^ti^»:).  Anderseits  hat 
LXX  für  "'i;:  überall  [jr^-vn,.  Pesch.  nur  Jer.  51,  8  wottD,  an  den 
übrigen  (5)  Stellen  aber  nTu'  und  Kri:n"i.  Wenn  Syr.  deshalb 
hier  (und  38,  4)  Ni^D  [nx^c)  =  97'f>[x7.xov  hat,  so  wird  er  dem 
Gr.  gefolgt  sein.  Der  Sinn  von  c''''n  Tn^  war  für  Gr.  wohl 
ebenso  unklar  wie  für  uns.  —  hü  ST]  Gr.  xai  (Syr.  l)  oi  ciol^io-j- 
tjLsvoi  x'jfy'.ov,  aber  106  k  o  cf-opouixevoc  x-jry-.ov.  —  cri^*'']  Syr:  ist  das. 
Gr.  sOpr^cio'ja'.v  (106  k  aivssst)  a-jtov.  Vgl.  s'jf/''axaj  fürrii^n  v.  18.  12,  5 
u.  ö.  Lies  ):tz*\ 

17.  a  fehlt  im  Hebr.  (llomoioarkton).  —  o  'W^o'j\iv^o;  xopiov] 
Syr.  setzt  den  Plural,  willkürlich,  wie  b  zeigt.  —  e'jUuvci  cpiXtav 
a-jTO'j]  Lat.  aeque  habebit  araicitiam  bonam,  Syr.  sie  machen  fest 
(piii'j)  ihre  Liebe.  Gr.  e-jOuvsT  lässt  auf  p:"*  oder  'i^^''  schliessen, 
was  beides  Syr.  mit  "ili'S  wiedergegeben  haben  könnte.  Nach  b 
handelt  es  sich  um  das  Glück  der  Freundschaft,  das  der  Gottes- 
fürchtige  geniesst.  Ich  verstehe  daher  das  zu  vermutende  p:"* 
oder  nr^^  nach  r;)i  ^-n  (vgl.  37,  15)  oder  ms  nti*""  (Prv.  9,  15): 
er  gibt  seiner  Liebe  die  richtige  Richtung,  nämlich  auf  Gottes- 
fürchtige,  und  in  der  Gleichheit  der  Lebensanschauung,  die  ihn 
mit  solchen  Freunden  einmütig  urteilen  und  handeln  lässt,  hat 
seine  Freundschaft  sicheren  Bestand.  —  In  b  ist  Gr.  =  Hebr., 
nur  dass  x7''  (k  om.)  als  Zutat  erscheint.  —  Im  Hebr.  und  Cod. 
Ambr.  des  Syr.  ist  am  Schluss  beigefügt  2,  18d  im  Gedanken 
an  37,  1. 


Sir.  6,  18-20.  57 


III.     6,  18  —  8,  7. 


Auf  die  Ein]ifehlung  der  Weisheit  (ß,  18—37  =  5X3  + 
2.  I  3.  2)  folgen  Warnungen  vor  allerlei  Uebermut  und  Untreue  ge- 
gen Gott  und  Menschen  (7,  1—17  =  2.2.  3.  I  3.  3.  I  2.  |  2),  Lehren 
über  häusliche  Pflichten  (7,  18—26  =  4X2+1),  und  die  den 
Eltern,  Gott  und  Priestern  schuldige  Ehre  (7,27—32  =  2.  2.  2.  1), 
woran  sich  Gebote  der  Mildtätigkeit  schliessen  (7,  33 — 36  =:  3.1). 
Abgerissen  folgen  Warnungen  vor  gefährlichem  Streit  und  törichter 
Uebei-hebung  (S,  1—7  =  4.  4). 

18  fehlt  in  Cod.  A  des  Hebr.  ganz,  im  Cod.  C  sind  die 
Schlussworte  erhalten.  —  ix  vEo-r^toc  (Max.  820  iv  vso-r^Ti  vgl. 
zu  7,  23.  25,  3,  aber  auch  51,  15)  aou  (om.  S  k  106).  —  Lies 
i-iozioLi  nach  Lat.  (excipe)  und  Syr.  [hzp  vgl.  zu  36,  26.  41,  1, 
aber  auch  35,  14).  —  -oXtoct'J  Syr.  «mn^i^;  vgl.  25,  4.  —  :^^r\] 
vgl.  25,  3.  Syr.  n:!i*r,,  Gr.  sGr.-z-as'.c  (v.  16). 

19 ab.  yj£)p2]  UflTc]  Gr.  (o;  0  apoTpitov  •/.r/X  (Syroh.  AC  106 
157  155  add.  6k)  6  cf-siVxjjv.  Dagegen  hat  Syr.:  wie  der  Säemann 
und  wie  der  Schnitter.  Da  übrigens  der  Schnitter  nicht  mehr 
zu  hoffen  braucht,  so  setzt  Syr.  für  b:  und  du  wirst  die  Menge 
ihrer  Früchte  einsammeln.  Allem  Anschein  nach  hat  Syr.  in  a 
den  Hebr.  und  den  Gr.  kombiniert;  aber  auch  Gr.  dürfte  in 
falscher  Rücksicht  auf  b  den  Säemann  für  den  Schnitter  einge- 
tragen haben.  Denn  yj)p2)  t^TinD  ist  einfach  Bezeichnung  des 
Bauern.  —  nnsizn  i^h]   Gr.  -oh;  d-^oMoh;  (=  ma'^?)  xap-oy;  a-j-rjc. 

—  Vgl.  Jac.  5,  7. 

19 cd.  nm:v-]  die  Weisheit  ist  als  Acker  gedacht.—  eye] 
hat  zeitlichen  Sinn ;  vgl,  40,  6.  —  nnynj  Syr.  Soyn  =  Gr.  zo-iaas-c. 
Lies  hüVi^;  vgl.  zu  11,11.  34,3.  4.  Derselbe  Fehler  im  Hebr. 
51,  27,  umgekehrt  hat  er  v.  30  h  für  1.  Uebrigens  hat  Syr.  für 
a:  wie  eine  kleine  Mühe  wirst  du  dich  mühen.  —  inaSl]  wird 
von  Schechter  mit  Recht  festgehalten;  vgl.  Ex.  8,  19  und  die 
ähnliche  Hyperbel  Jes.  17,  11.  Ob  Gr.  Syr.  {-y-yy)  "inob  lasen, 
ist  unsicher,  übrigens  ist  mfih  in  dieser  Bedeutung  nicht  belegt. 

—  .Tic]  Gr. -a>y  7£vv-/)]x7'-ojv  auxr,?;  der  Genitiv  auch  im  klassischen 
Griechisch.     248  praem  7.-0. 

20.  Am  Anfang  ist  vielleicht  na  ausgefallen  (Gr.  6i;.  Syr. 
sar).  —  n^ipj;]  =  Gr.  rrjrjyzXa,    Die  Weisheit   ist   hier  als  Weg 


58  Sir.  C,  18—8,  7. 

vorgestellt;  vgl.  v.  22b.  Syr.  X'':i'p.—  NM]  Syr.  erklärend:  NDörn, 
Gr.  ia-j.  a'foorxy,  Lat.  nimium  sa])iGntia.  Hier  ist  nimium  spätere 
Corrcctur  nach  a'f oop?.,  das  aus  ao'fi'a  (=-  sapientia)  verderbt  war. 
Aber  auch  ao'f  17.  war  wohl  eingetragen,  Syroh.  Sah.  om.  acpoopa. — 
'^''jk'?!  Gr.  Syr.  haben  den  Plural.  —  nj^rSz"]  auch  hier  liegt  die 
Vorstellung  eines  Weges  zu  Grunde;  vgl,  49,9.  Syr.  n3Ti2'D: 
(vgl.  Am.  7,  10  Posch.),  aber  Gr.  i[i\izvt~.  sv  a-jT/,. 

21.  m'Q  pxr]  =  Syr.,  wenn  man  mit  Cod.  Ambr.  my 
für  snTp''  liest.  Gr.  las  oder  verstand  nca  für  si^'ö:  «jc  ÄCiloc 
oox'.|jLa3io(c  iy/'j(j>j:  hzo.'..  liier    geht  It/'j^j6:    nicht  etwa  (vgl.  Gen. 

41,  31.  50,  10  LXX)  auf  m22  zurück,  es  ist  vielmehr  Fehler  für 
t3/6oc  (S*  Lat.  f-yjk),  das  253  23  S"'^  lesen  und  das  Gr.  er- 
klärend beifügte.  Zu  iSra  vgl.  51,26,  und  zu  'OpxZach.  12,3 
nD^2>'a  |2K  und  dazu  Hieronymus.  —  Syroh.  253  i.  f.  add.  iv  -A/z:. 
—  Im  Syr.  ist  nra  Fehler  für  nm:  (=  Syroh.). 

22.  Syr.  für  a:  ihr  Name  ist  wie  ihre  Lehre  {nzhv  =  "iDian 
des  Ilebr.).  Aber  -\ü)!2n  und  Nin  ist  Korrektur  für  rtr:2nn  und  «^^, 
auf  das  der  Zusammenhang,  Gr.  so'fi'cz  und  nat:>2,  S'n  und  nm:J 
hinweisen.  Die  Korrektur  iDlö  will  vielleicht  die  Beschwer- 
lichkeit des  Lernens  ausgedrückt  sehen.  Lat.  (sapientia  enim 
doctrinae)  geht  möglicher  Weise  auf  beide  Lesarten  zurück.  Eine 
Etymologie  des  Namens  nr22n  oder  "Die  sucht  man  hier  übrigens 
mit  Unrecht;  43, 8  und  46,  1,  ^\o  ausdrücklich  etymologisiert 
Avird,  liegt  die  Sache  anders.  Vgl.  vielmehr  2,  18d,  Er  will  sagen: 
die  Weisheit  ist  eben  Weisheit  und  deshalb  geht  sie  den  Meisten 
nicht  ein.  —  SM  p]  von  Syr.  und  Gr.  nicht  besonders  ausge- 
drückt. —  rrnS  üh)]  Syr.:  und  den  (=  von  den)  Toren  (ist  sie) 
nicht.  —  Die  Punktation  nni33  (vielleicht  nach  Bacher  =  sie  ist 
bestimmt;  vgl.  Gen.  24,  14.  44)  ist  schlecht,  nm::  (vgl.  Prv.  8,9) 
ist  das  Gegentheil  von  nzy;  v.  20.  Vgl.  auch  zu  11,21.  Gr. 
cp7.v3f>7',   Syr.  Nin2n!2  (erprobt);  beides  vielleicht  ^  HinzJ  (vgl.  Gen. 

42,  16  LXX,  Ps.  26,2.  Prv.  17,3  Pesch.). 

22.  23  sind  im  Hebr.  durch  27,  5.  6,  die  ein  Leser  als 
vermeintliche  Parallele  an  den  Rand  schrieb,  verdi'ängt. 

23.  ot/o'jaov  (55.  254  add.  txou)]  Syr.  v^^;  ^'gl-  34,22  und 
zu  16,  24.  —  os;7.'.  (al.  sxos;«'.)]  =  Syr.  bzp.  —  yvwar^v  [xoüJ  das 
Wort  im  Sirach  nur  hier,  in  LXX  öfter  für  cx?i2 ;  aber  Syr.  '"izhr, 
Lat.    consilium   intellectus.    —  a-avatVo-j  (4,  4.  41,  4)J  Syr.  '^ean 


Sir.  6,  21—28.  59 

(mache    zu    nichte).    —   -y)v   3'j;x|'>vjÄ!7.v   (37,  11)    aooj  Syr.  'Tima 
(meiüe  Zucht).  —  Vgl.  Prv.  19.  20  '\ü)r:  '^zpT  ni'y  v^^'^- 

24.  Syroh.  253  Ö  307  Sah.  Lat.  Syr.  om.  x7.i  r\  —  sicri- 
vsYxov]  Syr.  'rj;x  =  K;n;  vgl.  51,  2ß.  Neh.  3.5.  —  Syr.  Lat.: 
deinen  Fuss.  —  stc  tac  -ioy.:  7.'jr?,cJ  vgl.  v.  29,  wo  Hebr.  nitn; 
Syr.  hier  wie  dort  nriT-jr^n.  Vgl.  auch  Gr.  Syr.  zu  21,  19.  Da 
die  Weisheit  den  Menschen  nicht  nachstellt,  scheint  Sirach  ni^i 
auch  im  Sinne  von  Fessel  gebraucht  zu  haben,  ^^'enigstens 
dürfte  Gr.  das  Wort  so  verstanden  haben. —  si;  tov  /Xrjw^  r/Sj-r,:\ 
das  Wort  steht  hier  (wie  meistens  in  der  LXX)  wohl  für  hv  (vgl. 
V.  30).   Syr.  hat  freilich:    in   ihre  Last  (njj?an):  vgl.  s:i*o  51,20. 

25'.  anj  wohl  =  Gr.  u-o{)=c  (vgl.  Gen.  49,  15  LXX,  übrigens 
unten  51,26);  Syr.  ;ip.  —  |*pn]  =  Syr.  p'ynn,  Gr.  zoojo/i)i'T(,c; 
vgl.  50,  25  und  übrigens  zu  25,  2.  Lat.  acedieris  =  7./.r^oi7'T(,c 
(22,13).  —  ,TnSi;nn2]  ist  nach  35,16.  37,17.  Prv.  1,5  usw. 
verderbt.  Syr.  (nnSiptJ^2)  las  vielleicht  nnS'in;  (neuhebr.  =  ihr 
Bündel;  so  Eyssel),  aber  es  stand  hier  gewiss  dasselbe  Wort 
wie  V.  29,  wo  „Bündel"  schlecht  passt.  Man  wird  deshalb  auch 
hier  mit  Schechter  nnS;n2  oder  besser  iTmSzn;  herstellen  müssen, 
da  Gr.  beide  Mal  den  Plural  hat.  Vielleicht  liegt  ein  Plural 
von  S;n  (Strick)  oder  rhzn  vor.  Gr.  hier  -ou  (S*  praem.  sv) 
o£a;xorc  7.'!»-:-?^;  Vgl.  ZU  sv  50,25.  Num.  21,5  und  zum  Dativ  25,  2. 
38,  4.  Dagegen  hat  Gr.  v.  29  oi  -/.Äoiol  auzr^:,  wobei  er  vermutlich 
an  die  beiden  Stricke  des  Joches  dachte. 

26.  Hebr.  om.  —  'W/;l\  Syr.  szS  (vgl.  zu  4,  17).  —  -rjf'j- 
asÄOs]  Syr.  2np;  vgl.  v.  19.  9,  13.  —  o-Wasi]  vgl.  7,30  T.s?:. 

27.  npm  ^-ii]  =  Syr.  ^)t2)  pi2;  vgl.  Dt.  13,  15.  Gr.  (3;t/v3'jaov) 
übergeht  t^in,  weil  typz  sofort  folgt.  —  ^pz]  Gr.  x7.1  ^-r^w^ 
(S°''  add.  au-r^v),  Lat.  nur:  illam.  —  si'öl]  Syr.:  und  du  Avirst 
finden,  Gr.  frei:  x7i  YV(o3i)r,c»3-:7.t  lo-.;  vgl.  übrigens  zu  12,  12.  — 
nnpmmj  führt  den  Impt.  fort  (Syr.),  Gr.  x7.l  t;y.yj-r^:  y3vo|j.£voc; 
vgl.  £Yxf>7-r;C  27,  30,  £Yxp7.TcTv  Ex.  9,  2  LXX  und  zu  15,  1.  — 
nein  hi^)]  vgl.  Syr.  25,  11.  40,  26.  —  Vgl.  Prv.  4,  13. 

28.  '':]  Syr.  und.  —  iinx'?]  Syr.  am  Ende,  Gr.  ir  iy-J-orr, 
ebenso  die  beiden  12, 12.  —  nnnüö]  Syr.  Ruhe  und  Wonne 
(«p'':cn  =  ;i:>'n).  —  iVjVrh]  Gr.  ci?  s-j^rvo^ovr^v.  —  Syr.  für  b :  und 
du  wirst  dich  freuen  an  ihrem  (w  Maus,  deinem)  Ende. 


60  Sir.  6,  18—8,  7. 

29.  nntyn]  Gr.  ot?  tAw.  (248  70  Aeth.  Lat.  add.  a-jir,;); 
vj;l.  zu  V.  24.  Auch  Syr.  hat  den  Plural,  vielleicht  nach  Gr., 
der  ihn  in  b  fortöetzt.  —  '3;  proj  =  Syr.  WK'y  s:mo,  auch  Gr. 
(c[c  <3vA-r^'j  'V.'^^^O  1^^  wohl  dasselbe.  Lat.:  in  protectionem  for- 
titudinis  et  bases  virtutis.  Letzteres  ist  Dublette,  wie  llerkenne 
schon  vorher  vermutete,  und  genau  ^  Hebr.  Allerdings  bedeutet 
ij;  p:i3  vielniehr  „herrlicher  Standort",  und  ist  ungefähr  s.  v.  a. 
Thron  (vgl.  "[XDD  p2a  Ps.  8U,  15).  Der  Weise  wird  eine  Art  König; 
vgl.  1,  19  Syr.  Betr.  des  dz  vgl.  45,  15.  —  Syr.  om.  b  und 
V.  ÜO;  vgl.  hier  cn2  n:2  und  mzD  n:;  v.  31  init.  —  cn:  nj;j 
Gr.  a-oAYjv  oo;-/;c,  aber  wegen  v.  31  ist  y\22  unwahrscheinlich.  — 
nn'?2mj  vgl.  zu  v.  25. 

30.  'hv\  xoa.xoc  YJ.[j  (k  Sah.  om.  701».  Lies  ^nj;  (43, 9. 
Jer.  4,  30).  —  nSlj?J  Gr.  st:'  auT7)c  (Verwechslung  mit  .t's)}  wie 
30,13.  51,17).  —  'j^noj  Gr.  xXrua;i.7.;  vgl.  LXX  Num.' 15,  38, 
Hexapla  Ex.  28,28.  Jdc.  16,9.  Anders  steht  x3xX(o3;j.svo;  45,  11. 
—  rh^r]  u7./''vihvov;  vgl.  45,  10. 

31.  ^23  ^1J2]  Gr.  (JTOAYiv  00?-/;?;  vgl.  50,  11.  —  njti'iSnJ  Gr. 
svoucjfj  (S'^'^  70  svouast)  aurr^v,  Lat.'indues  eam  (Toi.  te),  Syr.  sie 
wird  dich  bekleiden.  —  Vgl.  27,  8.  —  mxcn  meyj  vgl.  Prv.  4,9. 
16,31  u.  ö. ;  Gr.  a-i'^avov  aYaÄAiv'ixaioc ;  vgl.  zu  1,  11.  15,6.  — 
nillsVi^l  Gr.  -ncpiDr^asi?  acaurto,  70  -spiUr^isi  czuko,  Syr.  sie  wird  dir 
umbinden.    Vgl.  Jes.  49,  18. 

32.  D:nnnJ  das  Hithpael  hier  und  38,24.  25  wie  im  Aram. 
und  Syr.  im  Sinne  von  „weise  werden";  vgl.  das  Piel  6,37. 
Ps.  105,  22  u.  ö.  Gr.  hat  -rnZzu^Tf^  (vgl.  21,  12.  23,  15),  was 
zur  Not  auf  crnnn  zurückgehen  könnte  (vgl.  37,  23).  Aber  es 
entspricht  dem  noin  v.  33,  wo  Gr.  umgekehrt  ao'foc  isr,  hat. 
Syr.  hat  beide  Mal  D:nnn.  Wahrscheinlich  ist  Gr.  im  Recht,  denn 
cnj;n  fällt  gegen  vorheriges  crnnn  ab,  das  überhaupt  am  Schluss 
passender  ist  als  am  Anfang.  —  C'^ti^n]  lies  cii'n;  vgl.  sonst  zu  8,  6. 
B  (308)  0(0,-  (vgl.  31,  6.  38,  26.  27.  28),  alle  anderen  £-io(oc  (vgl. 
38,  30.  34.  39,  5).  —  -[2^]  Gr.  xr^v  ^W/r^^  aou  (vgl.  zu  4,  1 7).  — 
c*ij;n]  so  auch  im  Kanon  1  Sam.  23,  22.  Prv.  15,  5.  19,  25,  was 
die  Masora  nach  Ps.  83,  4  als  Hifil  sprechen  will. 

33.  smn]  die'  Orthographie  wie  Prv.  1,  10;  Gr.  d'(y.-r,rr^; 
{=  2nsn?),  was  nicht  ohne  weiteres  abzuweisen  ist.  —  Hinter 
j?eti>S    ist   im  Hebr.    ein  Verbum  ausgefallen,   Syr.  hat  ^han    (so 


Sir.  6,  29—37.  61 

wirst  du  lernen),  Gr.  r/.03;r„  248  70  Syroh.  253  add.  ajvsj-.v, 
Lat.  add.  doctrinam.  Vgl.  dazu  ixosysafilcti  -of^jE-av  18,14.  35,14. 
An  letzterer  Stelle  steht  ~ph  bei  'C'r:  im  Sinne  von  lernen  (vgl. 
zu  8,  9),  und  51,16  steht  ähnlich  blosses  303;7'a-/;v,  und  vielleicht 
wurde  nph  oder  Sip  auch  für  sich  allein  gesagt  wie  aram.  h^p. — 
i;mj  Gr.  Syr.  x^l  3%v  vliYr,:.  Der  Imperativ  erscheint  an  sich  als 
unpassend,  gegen  ihn  spricht  übrigens,  dass  vor  iD'n  ein  i  fehlt 
und  vor  t:n  ein  ]  steht.  Der  Fehler  hängt  mit  der  vorhergehenden 
Lücke  zusammen,  diese  wohl  mit  der  Umstellung  von  c:-rr  (s. 
z.  v.  32).     Lat.   vertauscht  die  beiden  Konditionalsätze. 

34.  Ilebr.  om.  —  iv  -Ar^f)3i  rp3j,'i'jT3fywvJ  nach  8,9  und  35,3 
wohl  =  ci'-y  my2  (Syr.  n;ci  Kri^i:::),  tt/.t^Uoc  für  my  auch  7,  7. 
42,  U.  —  y.7.l  (Chrysost.  4,  62.  Max.  916  add.  3t)  -i;]  Syr.  und 
siehe,  wer  (vgl.  v.  36).  —  -rjrjT/jj}lr^Ur,v.\  Syr.  pznns';  vgl.  zu 
13,  16.  —  Lat.  für  b:  et  sapientiae  {==  ty,  cio'fta?)  illorum  (S- 
Aeth.?  a'jTfov)  ex  corde  conjungere.  Sah.  damit  du  dich  hängst 
an  die  Lehre,  die  ihnen  innewohnt. 

35.  rm']:?]  Gr.  fA-f-r-yy,  Syr.  «nT»^;  vgl.  8,  8  und  Hebr. 
Syr.  11,  8.  13,  11.  12.  20,  5.  35,  4.  nn^si^  heisst  hier  und  8,  8. 
11,  8  wie  sonst  neuhebr.  der  lehrhaft-erbauliche  Vortrag  (vgl. 
Ps.  119,  97.  99?),  ebenso  iTK>  35,  4.  44,  4,  letzteres  auch  = 
Gerede  13,  11.  12.  20,  5  (?)  (vgl.  2  Reg.  9,  11)  und  =  Klage 
(im  Gebet)  32,  17  (öfter  im  A.T.).  ~  f>3i7.v  (106  \)ziu:,  Lat.  dei) 
ist  vielleicht  Zutat  des  Uebersetzers,  es  heisst  übrigens  „trefflich" ; 
vgl.  iJiioTcjiov  oo'i'aa  {=  bessere  ^Meinung)  Philo,  de  incorr.  muudi 
(Mang.)  497.  —  r\V2  Sb'ci]  Gr.  hat  den  Plural,  Syr.  und  die 
Sprüche  der  Weisen.  —  ■[«!"]  vgl.  Jer.  10,  20.  Gen.  44,  4.  Syr. 
mögen  dir  entgehen  =  Gr.  £//f3'r,'3-:(oa;av  33. 

36.  p"  n!3  nsn]  vgl.  37,  27.  Syr.  siehe,  wer  weise  ist. 
Leg.  "0.   Gr.  ih  iot,c  ^ovstov  (248  Chrysost.  7,  436  jjraem.  -zvo^ct). 

—  pnn'^'ij  Gr.  ö'pl}[>'.^3  -yjz  ocjTov  (4,  12).  —  pT\^T\  das  Verbum 
hier  mit  ;  im  Sinne  von  attero  (vgl.  Job.  14,19),  Syr.  i^mn,  Gr. 
ixTpißsTo).  —  "CDiJ  Syr.  nnc2DS,  Gr.  ßct&jio'j;  Ouptuv  auTo-j,  aber 
Oupwv  ist  wohl  Zusatz;   lies  rvüz  oder  'CDZ  (Ez.  43,  8). 

37.  nJJiZriTi]  ist  dem  Sinne  nach  =  Imperativ,  den  Gr. 
Syr.  haben,   ohne  das  T  auszudrücken.     Lieber  hätte  man    pizm. 

—  IvSj?  TNVS]  ist  ohne  Beispiel.  Syr.  in  der  Furcht  Gottes. 
Gr.  3v  Tor^  zpo3Ta7u.o(3'.v  -/.'jpi'o'j.     Sirach  sagt  ständig    ^"^  rST    oder 


02  Sir.  6,  18—8,  7. 

cm'^s  nsT",  dagegen  sagt  er  öfter  ]vh);  min.  Zudem  ist  ]Thv  DNT 
als  (Jegenstand  des  ]:)2r\n  eigen.  Man  möciite  nach.  '6>i,  34 
jv'rj?  min;  herstellen.  Aber  Gr.  xüf^to'j  hätte  als  Cebersetzung 
von  ]vbv  kaum  (s.  z.  44,  2.  43,  5)  eine  Parallele,  und  auch  ::fy03- 
T7'Ya7.-:a  für  min  kommt  im  Sirach  kaum  (doch  s.  z.  39,  18)  vor, 
und  nur  selten  in  der  LXX.  248  70  add.  -zlzm:,  dasselbe 
Syroh.  253  hinter  o-r/vooCi.  —  n:m  im^^sril  ist  nach  Gr.  Syr.  {v.'-A 
iv  -r/i;  h-r/KaX:  rj^j-j/j  ^^x^\ixrf.)  Fehler  für  M  rm::ö;i.  —  Kim|  Syr.  in 
(w  Maus.  Mas.  I  praem.  l),  Gr.  7.'j-:o;  (Syroh.  253  23  70  lOß  Lat. 
praem.  x7.t',  155  Sah.  add.  -(otp). — p^j  Syr.  (jpni)  und  Gr.  {(s-r^[Ati) 
lasen  p"»  (s.  z.  38,  34).  Vgl.  zu  letzterem  1  Sam.  7,  3.  2  Chr. 
12,  14.  Ezr.  7,  10,  wo  aber  überall  der  Mensch  selbst  Subjekt 
ist.  Syr.  hat  vielleicht  deshalb  für  "[aS  „deine  Wege"  gesetzt 
(vgl.  37, 15).  Besser  erscheint  das  erstere;  vgl.  Ps.  119,34.130 
und  1  Reg.  3.  12.  —  ■jo:n''|  Syr.  er  wird  dich  lehren.  Gr.  frei: 
7.7.1  Y)  s-iil'j'xry.  rr^z  arys^ia:  ctoo  (Co.  70  Syroh.  253  SAC  106  155 
157  Sah.  Lat.  om.  aoo)  ooi)r^3sT7t'  am.  Vgl.  Gr.  zu  51,  17.  — 
Die  beiden  Distichen,  die  das  ceterum  censeo  nachholen,  schliessen 
die  drei  Verse  v.  34 — 36  ebenso  ab,  wie  die  von  v.  32 — 33  die 
vorhergehenden  Strophen  von  je  drei  Versen. 

7,1—17.  Ueber  allerlei  Sünden  gegen  Gott  und  den 
Nächsteu,  die  zumeist  dem  Hochmut  entstammen.  Die  Gedanken- 
verbindung ist  hier  mehrfach  lose,  doch  scheinen  Strophen  von 
2.  2.  3.  3.  3.  2.  2  Versen  beabsichtigt  zu  sein   (vgl.  zu  v.   15). 

1.2.  'f?  {Cod.  A)  antecipirt  den  Sinn  von  b.  —  vi  2"  ist 
indirect  auch  in  Cod.  A  durch  "[^^^  bezeugt,  aber  an  erster  Stelle 
muss  dasselbe  Wort  gestanden  haben.  Syr.  hat  beide  Mal  ?i*^2, 
Gr.  wechselt  dem  Doppelsinn  von  y*  entsprechend  den  Ausdruck: 
7.7X7  (253  k  7.7.xov)  und  x7xov  (248  70  x7X7',  Lat.  om.).  —  Ssi 
(statt  ah))  wird  geschützt  durch  a^l;  vgl.  zu  9,  13.  —  y'^^l  =  Syr. 
'fCUf}  (6,  18).  Gr.  (as  x7T7Ä7',3tj)  las  kaum  anders;  vgl.  LXX.  — 
pj^öj  das  Wort  ist  ebenfalls  doppeldeutig  =  Sünde  und  Strafe. 
Syr.  xii>'';  p  (nach  v.  1),  Gr.  d-Jj  doi'xou.  —  I3""i]  Syr.  gleich- 
macherisch  pnin:).  —  248  Syroh.  253  Anton,  897  i.  f.  add. 
7ti.7rjTt7,  70  add.  7oixt7,  106  add.  xaxiot,  Lat.  add.  v-ol/A. 

3.  Gr.  für  a:  uts  (Aeth.  Toi.  Am.  Sang.  Corb.  1  Theoder. 
Aug.  spec.  Brv.  Moz.  235  om.),  \x■r^  a-sXrjz  ir:    7uX7X7;  czoixt7?.  Syr. 


Sir.  6,  37-7,  6.  63 

Nn^üm  K3n:  hv  v)')'n  (w  Maus.  vsS)  sSi.  Danach  ist  zunächst  >n:n 
"«nin  (by)  oder  ^v^*"in  zu  lesen,  ct^'m  oder  Cirnn  für  Furchen 
ist  freilich  nicht  belegt,  aber  unbedenklich  anzunehmen.  Sodann 
ist  rivS*  h]!  aus  v.  12  eingedrungen.  Deshalb  ist  aber  zu  vermuten, 
dass  Den  ''^Tn  dastand  und  ns  hv  das  Den  {=  Syr.  «n''j:n,  Gr. 
dov/dac;  vgl.  10,  8)  verdrängt  hat.  Dabei  ist  zugleich  wohl  eiu 
anderes  hy  ausgefallen.  —  |c|  Gr.  x7.t  o-j  .xr^  (=  haV^).  —  "n"i2;pnl 
nl.  das  Gesäete.  Gr.  ^otarjC  ccj-a  (B  (30S)  artete,  296  aoTr^v,  Anton. 
897  om.).  —  cTyzti'l  vgl.  zu  32,  13.  —  Vgl.  Hos.  10,  12 f. 
Prv.  22,  8.  Job.  4,  8.  Gal.  6,  8. 

4.  n':?i'öü]  =  Syr.  XiöS'.^i*,  Gr.  Y,v3aov:7.v  (vgl.  10,  1).  —  |r,J 
Syr.  1,  Gr.  ar/A  (v.  12.  20).  —  2'^i^ieJ  Syr.  KPzme  (leg.  S2ime). 

5.  piüÄnl  Gr.  ötz^ioij  (Gen.  44,  IG),  Lat.  te  justifices, 
Chrysost.  5,  139  otz^iou  asctuTov,  Syr.  erkläre  für  gerecht  (x:in) 
deine  Seele.  —  "Se  1"|  stammt  aus  4b.  5b;  Syr.  sn'rx,  Gr.  -/'j^otoo. 
Lies  '^s'  nach  ■'Ja.  —  plDnn]  Gr.  jO'sCI/j'j.  Das  llithpael  ist  in  der 
Bedeutung  „seine  Weisheit  beweisen"  nicht  belegt.  Man  erwartet 
□:nnn  (s.  z.  10,  2(;)),  das  wohl  herzustellen  ist.  Der  Fehler  ''Jc 
erklärt  sich  daraus,  dass  an  p'zrn  ein  Leser  austiess  und  „be- 
trachte nicht  das  Angesicht  des  Königs"  verstand.  Lies  ^:zh)  = 
Syr.  cipi,  der  übrigens  umdeutet:  sei  (kein)  Tor.  Gr.  -'■/rA 
(,3a5iXsr),  wohl  der  Abwechslung  halber;  sonst  =:  cy. 

6.  hmf2]  Syr.  srn  =  Gr.  xp'.tr^c.  Gr.  las  wohl  'cz]z%  das 
10,  1.  2  (vgl.  auch  10,24)  den  Fürsten  bedeutet,  'jti'ie  erscheint 
als  richtige  Glosse  dazu.  Auf  Schwanken  der  Lesart  weist  auch 
wohl  die  Lücke  in  C  hin.  —  ^^n  "S  |\s  es]  Syr.  ausser  wenn  in 
dir  Kraft  ist.  Gr.  [irj  oux  (248  307  296  308  vm  oox.  Chrys.  bei 
IVligne  62,673,  Anton.  1017  st  jxr^,  Lat.  nisi,  Basil.  Magu.  1,457. 
Aeth.  (?)  <±r^  TAoc  o6x.  Hieron.  IV  55''  V  409'^  ne  forte  non) 
3cia/;j33t;  (al.  tcj/;j33ic.  !r/;jjr,c,  Chrys.  Ant.  308  It/'jz'.;).  ;xr,  o-jx 
könnte  nur  final  verstanden  werden,  ist  aber  schwerlich  richtig. 
—  n-'it^MSj  Gr.  zcarjai,  Syr.)h'czt2h;  vgl.  49,2.  —  pTj  Syr.  Frevel 
(sVij;),  Gr.  ctoixia;  (Syroh.  Sing.).  —  n:]  Syr.  schlecht:  des 
Reichen,  Gr.  öuvaaTou  (ebenso  beide  13,  9).  Das  Wort  bedeutet 
wie  8,2.  11,  1.  13,9.  38,3  (Var.  -^e)  den  Fürsten;  ob  hier  der 
griechische  Oberherr  oder  jüdische  Grosse  gemeint  sind,  steht 
dahin. —  nrni']  so  nach  Syr.  und  du  wirst  machen,  Gr.  vm  ör^ast? 
(11,31).  —  yi-;]  Syr.  Makel  (seie  vgl.  c-.e  11,33.  44,  19,  47,20), 


61  Sir.  6,  18—8,  7. 

(ir.  T/7V07.A0V  (vgl.  27,23  und  Syr.  11,31).  Beides  kann  Aus- 
deutung von  v^2  sein;  vgl.  zu  11,  .'31.  Unwahrscheinlich  ist,  dass 
y'jiZ  für  na  gesetzt  wurde.  Wenigstens  steht  ma  bei  Sirach  sonst 
in  anderer  Bedeutung  (s.  z.  44,  19).  Eher  könnte  man  nach 
(ir.  "CT  (vgl.  44,  19  Eand  und  Ps.  50,  20)  annehmen.  —  -''0"'ön:] 
ist  Singular.  Gr.  iv  s-jU-jr/jT''  cro-j  (vgl.  zu  49,  3),  Syr.  ^rhrnz  (an 
deine  (jlottesfurcht). 

7.  "'^'cn  '7Xt|  ist  nach  1,  30  auf  die  y;^*  mj?  zn  beziehen. 
Gr.  freilich  x7.1  ^-r^  (248  70  Syroh.  253  praem.  oo)  x7-7.i'^a/.Y,c  az- 
of'jtov  und  Syr. :  und  wirf  nicht  nieder  dich  selbst  (-^'cj).  Das  be- 
greift sich  nur,  wenn  schon  Gr.  "yi^in  las,  wofür  er  freilich  \j.r^ 
ocjxccji-otvs  (aber  Syr.  -i^o:  i^nn  ah)  setzt,  -y't^'in  ist  aber  nicht 
anzutasten,  obwohl  es  ausserhalb  aller  hebräischen  und  im  All- 
gemeinen auch  der  sonst  bekannten  semitischen  Analogie  steht 
(vgl.  zu  30,21  und  den  andersartigen  Fall  v.  16).  Der  Ueber- 
setzer  versteht  6,  3  auch  'nn^^m  reflexivisch.  Im  Kanon  wird  nK 
mit  Suff,  reflexivisch  gebraucht  (vgl.  Ewald  §  314c).  Vgl.  auch 
zu  14,  11.  —  nj?i^>  mV2]  Gr.  sie  -Xr^Do?  -jjlzto;  (vgl.  zu  42,  11  und 
zu  4,  7).  Syr.  hat  beides  combinierend :  Nnrion  xntn:D3.  Uebrigens 
ist  aber  wie  34,  24  y;^  =  Stadt.  —  rhnpz]  Gr.  iv  o/a(o  (vgl. 
2G,  5),  Lat.  in  populum.  Zu  sprechen  ist  in  der  Tat  wohl  n^nD^ 
(vgl.  42,  11),  nicht  rhr\p2  Syr.  erklärend:  in  ihre  Gerichte 
(.Tri;).  —  In  ^«  'y;]:^  mi  ^xi  verdoppelt.  —  Auch  gegen  die  Ge- 
meinde kann  sich  der  Hochgestellte  vergehen. 

8.  In  Codd.  B  (von  späterer  Hand)  und  68  steht  der  Vers 
auch  hinter  12,  12.—  mirpri  ha]  =  Gr.  \j.r^  xof:(zos3[x£uar(,c  (12,  12: 
03a;x3'j'T(jC).  Syr.  verstand  das  Wort  nicht  (wiederhole  nicht  zu 
sündigen  Sünden).  Aus  der  Bedeutung  „sich  verschwören"  er- 
wuchs die  der  Empörung;  vgl.  das  Nomen  Jer.  11,  9.  Danach  heisst 
es  hier  wohl  s.  v.  a.  freveln.  Vgl.  zu  11,31.  13,  12.  Uebrigens 
könnte  die  Grundbedeutung  von  i^/n  auch  „Gewalttat"  sein ( vgl. arab. 
^**^i),  sodass  es  mit"i?rp  „binden"  nichts  zu  tun  hätte.  —  olc  a|i.o!ptrc(v| 
Anton.  1117  oiaofac  7|xapti'otc,  Lat.  duplicia  peccata.  —  sv  -{c/.rj  r?, 
(TY,  nur  inB  (C  296  308,  es  fehlt  aber  auch  12,  12)  tx-ra]  Anton. 
1117  o'jos  -«{i  fita.  Lat.  nee  enim  in  uno.  Uebrigens  erfordert 
n-S2  vor  sich  wohl  nn'cn  (Peters).  —  npjn]  Gr.  c/.i}(ooc  hr^  (12, 12 
und  Anton,  afltptu&r;:?-^ ;  vgl.  11,10.  16,11).  Syr.  hat  das  Per- 
fectum. 


Sir.  7,  7-13.  65 

9.  Im  Hebr.  ist  v.  9  durch  v.  15,  den  er  an  dieser  Stelle 
hat,  verdrängt.  Lat.  stellt  v.  10  vor  v.  9.  —  -to  -/.r^Osi]  Syroh. 
253  Lat.  praem.  iv,  Syr.  praem.  2. —  xwv  owpa>v  ;j.ou]  Syr.  ''Jmipi; 
vgl.  31,  22.—  e-r/;>3T0(i|  vgl.  n-;^  (Gen.  4,4),  e^sn  (Am.  5,22). 
Lat.  add.  deus.  —  X7.l  iv  -i\>  -[jfj^vAj/.ox  ;xs|  Syr.  XJX  anpam,  Mas. 
II  Maus,  wx  2"iptti3i,  w  xjs  ;ipo  n:i  =  ''2"'-ipn2i.  —  Osw  (Syroh. 
253  om.)  u'^i'ciTojJ  Syr.  dem  Höchsten;  vgl.  jr'^j?  41,8.  50,17. 
S  106  xof>«o  u'|/i3t(o;  vgl.  47,5. —  7r,oo3osq£-:c<i]  Syr.  '^^po;  ebenso 
beide  32,  14  für  np\  Syroh.  253  70  106  add.  [xou  -A  omrja  ^t.  o. 
;jiou),  Lat.  praem.  munera  mea,  Syr.  praem.  ''JiTip. 

10.  ■i2:pnr]  der  Ausdruck  ist  verkürzt  aus  mi  nyjp.  Gr. 
oXqo'Vj/r^ofY^c;  vgl.  zu  4,9.  Syr  p'jjnn;  vgl.  Num.  21,4. —  nScnaj 
Syr.  in  den  Worten  deines  Gebets  (s.  v.  14),  Gr.  iv  -f>033'j/-7|  aou, 
Lat.  in  animo(a)  tuo(a)  exorare  (^  '{>u/(,  +  7:po3£u/-(„  wovon 
ersteres  aus  T.-jvy/r^  verderbt  war).  Es  ist  wohl  da3  gesetzliche 
Gebet  gemeiut.  —  v^Ti'z]  vgl.  zu  29,  8.  Syr.  Knpil  p,  Gr. 
iXs/jixoT'jv/jV  -oir,37.i  (vgl.  zu  3,  30).  —  "iD5;nr]  Syr.  imn'^'n,  Gr. 
-7.f;ior,c  (253  'J7:3r>stor,c) ;  vgl.  rcfpalii/i-^j  38,  9  und  zu  5,  7.  — 
Syr.  add.  und  (w  om.)  zaudere  nicht  zu  tun  das  (iebot  (=  falsche 
Deutung  von  npn;:). 

11.  nnj  Gr.  -/.rj-rr^ika,  ebenso  Syr.;  vgl,  LXX. — 7'vi)r>oj-ov 
0VT7.]  253  23  S  70  106  307  k  ava.otiTuo-j  ovxo,-  (S  om.);  vgl.  20,17. 
—  nr  11221  vgl.  anders  4,  16.  Im  Kanon  u'ci  103,  wonach  Gr. 
iv  Kixpta  'Vj/TjC  oSj-r/j  (Lat.  om.  o-.-jto'j).  Syr.  'mDJn  p'^lCT;  vgl.  zu 
4,  6.  —  n:;|  Gr.  Syr.  om..  —  h^z^'m  d''-d]  Gr.  6  xa-sivojv  /.cd  (S'^'' 
add.  6)  7.v'j6(öy.  —  Lat.  add.  circumspector  deus;  vgl.  Lat.  zu 
37,  14  und  oben  zu  3,  31.  14,20.  —  Vgl.  1   Sam.  2,  7. 

12.  iJ^-nnn]  vgl.  Prv.  3,  29.  Syr.  frei:  spnn.  —  Dan]  Syr. 
Knif'''3  (vgl.  27,  22);  Gr.  '1/c'»jc,  das  vielleicht  aus  v.  13  einge- 
drungen ist.  Indessen  könnte  Gr.  Dan  wegen  ti^nnn  schlecht 
übersetzt  haben.  —  nx  hy]  Syr.  w  gegen  deinen  Bruder,  Gr.  i-' 
7.o£//i(ü  crou.  —  |r,]  Gr.  p-r/ji  (vgl.  zu  v.  4).  —  nn''  nsm  j?i  Sj?] 
■i3n  besagt  weniger  als  yn;  vgl.  42,  3.  Gr.  zieht  zusammen: 
'iTAto  (S  *==*  praem.  iTru  Lat.  in  amicum)  xo  oaoiov  -ot'ii. 

13.  i'cn  heisst  hier  einfach  wollen.  —  ^^j;]  lies  ^2  (Syr. 
Gr.).  —  impn]  Sirach  gebraucht  das  Wort  im  Sinne  von  Ende, 
Ausgang  (vgl.  v.  17;  Syr.  beide  Mal  Nn-n),  wie  vielleicht  schon 
Job.  11,  20,    hier  obendrein    in    Bezug    auf   die    Tat    (statt  des 

Smend,  Siracli-Koramentar.  5 


66  Sir.  6,18—8,7. 

Menschen).  Gr.  o  svSsXs/t^aoc  otüToo  ist  schlechte  Uebersetzung ; 
vgl.  zu  20,  24 — 26.  —  cyjn  nSJ  Gr.  oux  stc  7.77.{)ov;  vgl.  Gr.  zu 
39,  27.  42,  14.  45,  23.    Lat.  non  est  bona. 

14.  mcn  Sk]  das  Verbum  war  bisher  als  hebräisch  nicht 
belegt,  bei  Sirach  findet  es  sich  öfter  im  Ilithpael  in  anderer 
Bedeutung  (s.  zu  8,  17).  Gr.  |X7j  dooXsa/et,  was  der  Bedeutung 
des  Ethpaal  im  Syrischen  entspricht.  Syr.  (verbirg  nicht  deine 
Seele)  las  vielleicht  nron.  -  cns:'  mv^l  Gr.  iv  -A7^i)3i  Trf/saßu-sf-oiv 
(=  c^zu^;  vgl.  zu  6,  34);  dieselbe  Verwechslung  25,  5,  Aber 
cniy  passt  vielleicht  besser  zu  b.  —  |l^♦''^l|  ist  Kai.  Syr.  falsch: 
ändere  [r^^n^T).  Er  denkt  an  die  feststehenden  Formeln,  Gr. 
ot<j-zrAoTr^:.  —  rhzP2  i^tI  Gr.  add.  ao-j.  Syr.  die  Worte  deines 
Gebets.  —  Vgl.  Koh.  5,  1.  Matth.  6,  7.  8. 

15.  Hebr.  hat  den  Vers  an  Stelle  von  v.  9.  Das  beruht 
auf  Korrektur,  wie  der  Ausfall  von  v.  9  im  Hebr.  beweist. 
Auch  passt  V.  15  besser  zu  v.  14  als  zu  v.  8.  Syr.  lässt  v.  15 
überhaupt  aus,  vermutlich  aus  kritischer  Bequemlichkeit.  — 
l*\s'n  hii]  besagt  das  Gegenteil  des  erforderten  Sinnes.  Gr.  [at, 
\llTf^Tf^:.  Wegen  2  ist  yipn  zu  lesen,  obwohl  Gr.,  der  dies  Verbum 
sonst  anders  übersetzt  (vgl.  zu  6,  25),  vielleicht  anders  las.  — 
rt'iZV  rrxSe  sind  falsch  verbunden  (nach  Lev.  23,  7  u.  o.).  Zu 
N2i:  vgl.  Job.  1,  1.  Jes.  40,  2  und  zu  nrs'^a  az'^  das  ähnliche 
m3j,M  KSi:  Num.  8,  25.  —  nizv]  lies  ";).  Gr.  x-xl  -,'£o>f>-,'tav;  vgl. 
Gr.  zu  27,  6,  und  zur  Bedeutung  Neh.  10,  38.  1  Chr.  27,  26.  — 
W:  ^^]  ist  aus  Sn?:  ':  verderbt  (vgl.  15,  9),  ':  wird  von  Gr.,  der 
nur  ~y.rA  x'jpto'j  hat,  der  von  ihm  gewählten  Konstruktion  wegen 
nicht  ausgedrückt.  Vgl.  sonst  betr.  der  Orthographie  M  zu  15,19, 
betr.  des  Gebrauchs  des  Pronomens  als  Copula  zu  14,  9,  und 
betr.  des  Versbaus  zu  1,  2.  —  npSmJ  Gr.  ixTistxsvr^v  (vgl.  zu 
34,13),  was  hier  aber  nicht  passt;  vgl.  vielmehr  15,9.  —  Sirach 
denkt  nicht  sowohl  an  Jes.  28,  24  ff.,  als  an  Gen.  3,  23.  Vgl. 
die  Polemik  gegen  die  Kaufmannschaft  26,  29  ff.,  aber  auch  den 
Spott  über  den  Bauer  und  die  Handwerker  38,  25  ff'. 

16.  ip.wnn  ha]  das  Pron.  suffixum  in  reflexiver  Bedeutung 
ist  wiederum  ohne  Analogie  im  Kanon  (vgl.  zu  v.  7),  findet  sich 
aber  bei  den  Verben  des  dafür  Haltens  usw.  auch  im  Arabischen. 
Zu  2  vgl.  Num.  23,  9.  Gr.  \l.r^  irpoaAOYi'^ryj  ofsotutov.  —  Syr.  für  a: 
liebe  nicht  deine  Seele  mehr   als  (]o)  die  Leute   deines  Volkes. 


Sir.  7,14—17.  6t 

Er  übersetzte  frei^  las  aber  vielleicht  nv  'nJ^o  für  y  'ö2,  womit 
nichts  geholfen  ist.  ay  ""HM  könnte  nur  bedeuten  das  gemeine 
Volk.  Gr.  iv  TT^Dsi  ot;i.'X[>-:(oX(üv  (Lat.  indisciplinatorum  =  7.-7.1- 
SsuTwv);  vgl.  <:swr(or(r,  7[x7f>T(oX(ov  und  avo|i.iov  16,  6.  21  j  9.  An 
ersterer  Stelle  steht  D""j;iri  m>',  worans  cj;  Tia  verderbt  sein 
könnte.  Vgl.  zu  -Ir^i^o:  (=  ,ny)  zu  G,o4,  sonst  D'^ynö  my  Ps.  22, 17, 
sowie  Ps.  26,  5.  G4,  3.  Indessen  erscheint  es  bedenklich,  TiOD 
anzufechten,  für  das  i^W  "no  15,  7.  Ps.  26,  4.  Job.  11,  11  oder 
auch  p«  Ti.t:  Job.  22,  15  in  Betracht  kommt.  Vielleicht  ist  cy 
Korrektur  für  2  (Ps.  88,  5),  durch  die  üW  oder  px  verdrängt 
wurde.  Möglicher  Weise  ist  Lat.  übrigens  mit  d-mozu-wv  im 
Recht,  das  in  der  LXX  öfter  sehr  bösen  *Sinn  hat;  vgl.  aauvsto^ 
15,  7.  -—  n3:J  ohne  ^:  wie  8,  7;  vgl.  z.  B.  2  Reg.  9,25.  Gr.  add. 
oti;  vgl.  8,  7.  15,  11.  12.  16,  17.  39,  16.  —  pnryj  Syr.  KUn  = 
Gr.  ofy-j'Tj,  Danach  ist  wohl  ein  sonst  nicht  belegtes  pi2y  (=  niay) 
anzunehmen,  das  sich  zu  ]TD2  (s.  z.  6,  7),  psi'p  (30,  23)  stellt.  — 
nnyn^l  Syr.  i3y,  Gr.  /r.ovisr  (vgl.  zu  5,  7).  Syroh.  253  23  add. 
a3s[:l£3tv,  106  add.  z-\  7.3s;':ii3'.v,  70  add.  s-1  daz{izX;.  —  Codd.  B 
(307  308)  stellen  v.   16b  hinter  v.  17a,  k  om.  17a. 

17.  Aboth  4,  7  (4a)  wird  der  Spruch  dem  Rabbi  Levitas, 
einem  Mann  von  Jahne,  beigelegt.  —  msj  hz^n\  Gottlosigkeit  = 
Hochmut.  Gr.  -y-ttwino'^  -r^v  'I>'j/r^v  (Lat.  spiritum)  aoo  (vgl.  zu 
2,  17),  ebenso  Syr.,  der  ihm  vielleicht  folgt,  msj  erscheint  als 
oi'igineller,  rr^v  '{>'j/r;^  3o'j  will  vielleicht  die  Beziehung  auf  die 
Gottlosen  ausschliessen.  Allerdings  klingen  Gr.  Syr.  und  vollends 
Lat.  (doch  vgl.  Lat.  zu  25,  1)  s|ark  an  mi  Scit^  '"in  (vgl.  auch 
Gr.  zu  V.  11)  des  Mischnaspruches  an.  —  mpn]  vgl.  zu  v.  13. 
Gr.  sxStxr^ori?  ist  wohl  nur  Deutung.  —  u^m\  Syr.  aller  Menschen, 
Gr.  otasßo'jc  (Anton.  918  r/.az'^mv,  908  7.;x7f>TtoX(ov,  Lat,  carnis  impii). 
In  der  Zeit  zwischen  dem  Grossvater  und  dem  Enkel  hatte  die 
Hoffnung  auf  ein  Leben  nach  dem  Tode  Boden  gewonnen.  Der 
Enkel  (oder  schon  seine  Vorlage?  ^^Tjü,  {^♦\s,  ?^*s  =  -up?)  setzt 
deshalb  für  u^m  die  Gottlosen  und  für  nöi  nach  Jes.  66,  24 
TTup  x7.t  axa>X-/jc;  vgl.  Judith  16,  17,  übrigens  die  Korrektur  des 
Gr.  zu  48,  11.  —  noiS  =  Syr.,  ,noi  =  Gr.  —  Mit  v.  17  ist 
ein  Abschluss  erreicht.  Im  Hebr.  folgt  ein  Distichon,  das  bei 
Gr.  und  Syr.  mit  Recht  fehlt,  und  dessen  Eintragung  den  Fehler 
pNn  V.  15   vorauszusetzen  scheint.     Der  zweite  Stichus    besagt, 


63  Sir.  6,  18—8,7. 

dass  der  Fromme  sein  Schicksal  Gott  befehlen  (Ps.  22,9.  37,5) 
und  in  Erfüllung  der  Gebote  Gottes  auf  die  Zukunft  hoffen  solle. 
Dagegen  muss  der  erste  Stichus  von  ungeduldigen  Wünschen  der 
Frommen  betr.  ihres  eigenen  Glückes  oder  des  Untergangs  der 
Gottlosen  reden.  Das  erstere  ist  wahrscheinlicher.  Der  Text 
ist  aber  verderbt.  Zur  Not  könnte  man  übersetzen:  Sei  nicht 
ungeduldig  im  Gedanken  reich  zu  werden  (Gen.  30,  43).  Aber 
die  beiden  Infinitive  stossen  sich  und  lOsS  will  auch  zu  |"'Nn 
nicht  passen. 

18 — 36.  Wertschätzung  von  Freund,  Bruder  und  Weib 
(18— 19),  Sklaven  und  Tagelöhnern  (20—21),  Menschlichkeit  und 
Vorsicht  in  der  Behandlung  der  Haustiere,  der  Kinder  und  der 
Frau  (22—26),  Ehrfurcht  gegen  die  Eltern  (27—28)  und  die 
Priester  (29 — 31),  Wohltätigkeit  gegen  Arme,  Tote,  Leidtragende 
und  Kranke  (32 — 35).  Einen  Abschluss  bringt  v.  36.  Im  Anschluss 
an  V.  23 — 25  kommt  er  v.  26  auf  die  Frau  (vgl.  v.  19)  zurück. 

18.  y^n  Sk]  =  Gr.  \i\  dlldr-r^;,  was  Lat.  (noli  praevaricari 
in  amicum)  umschreibt.  —  ym2\  Syr.  wican,  Gr.  Evs/.sv  (248 
Syroh.  253  23  SA  106  155  157  om.)  otoiacpopo-j.  Lat.  pecuniam 
differentem  (al.  pecunia  difterenti).  Er  las  oiotcpopou  (so  nach 
Herkenne  auch  Sah.  Armen.),  das  27,  1  in  S*  (nach  Herkenne 
auch  Armen.;  Aeth.  hat:  Parteinahme)  und  42,  5  (Hebr.  THöo) 
in  Co.  70  23  106  k  157  307  SAG  155  v^  Sah.  (Lat.)  erhalten 
und  übrigens  auch  34,  5  (Hebr.  i'nn)  und  10,  8  herzustellen  ist. 
Syroh.  überall  xer^^  (=  oroiv/iopr.v?).  Vgl.  2  Macc.  1,  35.  3,  6. 
4,  28.  —  248  106  add.  -/7T7.  -xr/^s  iv.  —  ')hn\  Syr.  der  dir  ist, 
Gr.  7v/^5'.ov.  Lat.  charissimum.  Nöldeke  (ZATW  1900,  85)  emendiert 
einleuchtend  cSn  (leiblich),  das  im  Targ.  Ps.  Jonath.  und  im 
Fragmententargum  zu  Gen,  49,  5  vorkommt  und  im  Samarit.  den 
Bruder  überhaupt  bedeutet,  übrigens  auch  assyrisch  zu  sein 
scheint, 

19,  DNön  ha]  =  Gr.  \xr^  «a-o/si  (ebenso  8,  9).  —  nSrii'ö 
|n  r\2r^)\  vgl.  zu  rh2U^f2  zu  40,  23,  und  zu  |n  nme  Nah.  3,  4.  Gr. 
aocpTjC  (Lat,  sensata,  s.  zu  10,  25)  xal  d'^a\)r,c  (Lat,  add,  quam 
sortitus  es  in  timore  domini),  r,  (nur  B  (254  308)  haben  dafür 
xott')  7ap  yotpic  (Lat.  gratia  verecundiae)  «oty^c.  Er  zieht  miei 
zum  Vorigen  und  hilft  sich  mit  dem  Folgenden,  so  gut  es  geht. 
Syr.  folgt  ihm  halb  und  halb :  mn  nTss:>i  ar\2ü  »nn:».    Uebrigens 


Sir.  7,  18—21.  69 

lesen  p  u  spzi;!,  so  dass  ein  Aequivalent  von  rh^u^ü  im  syr.  Text 
ausgefallen  sein  könnte.  --  crjEO]  vgl.  30,15.  34,6.  Prv.  31,10. 
Gr.  'j~z[j  ->j  yrj'j:iw  (Syroli.  253  70  0-sf>  /[>.  oo/.'.ixov.  letzteres  in 
LXX  :=  "nrü,  pp'fs  etc.);  vgl.  aber  Gr.  zu  30,  15.  Uebrigens 
steht  /.o'jcriov  34,  S  für  Hebr.  ])r^t2,  41,  12  für  Hebr.  m^n,  29,  11 
für  Syr. "]'?  n'«!  nö  hz.  Man  darf  auch  nicht  nach  Gr.  rzia  '2  her- 
stellen, denn  vap  ist  offenbar  von  Gr.  zugesetzt,  und  rhz^'f:  und 
jn  D2'ü  sind  verschieden.  Eher  ist  bei  letzterem  das  erstere  zu 
subintelligieren.  Syr.  deutet  cxsn  nach  yr2r\  v.  18  mit  r|Snn 
(vertausche  nicht)  und  übersetzt,  als  ob  er  er:«:!  gelesen  hätte. 
Aber  auch  das  ist  nicht  empfehlenswert.  Die  beiden  Stichen 
verhalten  sich  hier  ganz  so  zu  einander  wie  11,  28  f. 

20.  In  Cod.  A  des  Hebr.  ist  n.'2«2  (=  Gr.  Syr.  sv  ä/.-zjDsi'a) 
richtige  Korrektur  für  den  auch  in  Cod.  C  sich  findenden  Fehler 
no«.  Durch  die  Korrektur  wurde  in  A  izv  verdrängt.  —  ynnj 
=  Gr.  xaxoj3r,c;  Syr.  f]Tv2n  (wie  30,  40).  —  ]3)\  Syr.  auch  nicht 
=  Gr.  [ir/ji  (s.  z.  V.  4).  —  iii'c:  jnijj  vgl.  9,  2  (Gr.  Syr.).  9,  6. 
29,  15.  38,  34  (Syr.).  51,  26  (Hebr.  Syr.).  Syr.  frei:  der  seine 
Seele  abmüht. 

21.  S^:tt*öJ  Syr.  s;2-n  (10,25),  Gr.  a-jvsTov  (B  68  157  k 
«YotOov);  vgl.  zu  25,  8.  —  Dem  2zn  ziehe  ich  2in«  (v.  30)  vor.  — 
ha  k'cj:  2ins]  erforderlich  ist  hai  "[it'c::;  vgl.  30,  39.  ti'c::  37,  2 
und  im  Zusatz  34,  2  ist  anderer  Art.  Aber  (ty.  {rz-yj-d-M  cjo-j  r, 
'Vj/Tj.  \x■r^  (70  157  155  k  praem.  xcc'))  las  vielleicht  schon  ebenso. 
Syr.:  liebe  ihn  wie  deine  Seele  und  nicht.  Lat.:  servus  sensatus 
Sit  tibi  (Am.  Sang.  Aug.  S])ec.  om.  sit  tibi)  dilectus  quasi  anima 
tua,  non  etc.  Der  Fehler  entstand  vielleicht  dadurch,  dass  man 
iinx  als  Part.  Pass.  verstand.  Im  Kanon  kommt  der  Imperativ 
2inx  allerdings  nicht  vor;  vgl.  aber  v.  30  und  die  Punktation 
des  Infinitivs  Koh.  3,  8.  zin  wäre  wie  aram.  und  neuhebr.  Piel; 
vgl.  das  Kai  Dt.  33,3.  —  y:!2n]  =  Syr.  sS:n  und  Gr.  'j-zr/h-r^z; 
vgl.  zu  37,  21  und  LXX  Gen.  30,  2.  Ps.  21,  2.  —  u^m]  vgl. 
TWzn  (Lev.  19,  20),  findet  sich  in  den  Lexicis  nicht.  —  Lat.  add. 
neque  inopem  derelinquas  illum;  vgl.  Dt.  15,  13  und  überhaupt 
Ex.  21,  Iff.  Dt.  15  12  ff.  Lev.  25,  39  ff.  Es  handelt  sich  hier 
übrigens  wohl  um  alle  Sklaven,  nicht  bloss  um  die  von  jüdischem 
Blut.  Nach  dem  Priestercodex  wurden  aber  auch  alle  Sklaven 
beschnitten. 


70  Sir.  6, 18—8,  7. 

22.  yiy  nxi]  Gr.  ZTzia-draw  auxd  (sc.  x-r/^-/))  =  Syr.  iTp2. 
Lies  "I'J'J''';,  obwohl  der  Ausdruck  Ez.  40,  4.  44,  5  etwas  anderes 
bedeutet.  Er  Dieint:  siehe  selbst  nach  ihm.  -  ru^ssj  ist  wohl 
Part.  Kai  fem.  =  Syr.  STlif.  Gr.  wohl  frei:  '/pr^:s>.\x>■x  {h.z.  10,4. 
13,  4).  n3!2K  steht  vermutlich  im  Sinne  von  zuverlässig,  dann 
ist  nonn  das  Keittier  (Neh.  2,  12.  14).  —  nrojrnj  =  Gr.  iii\xvd-(i) 
cfoi;  vgl.  zu  30,  17.  Syr.:  besitze  (oder  erwirb)  es  (iTip).  Der 
Sinn  ist  entweder:  verkaufe  es  nicht,  oder  vielleicht:  erhalte  es 
am  Leben,  gib  ihm  das  Gnadenbrot  (vgl.  Ex.  9,  16).  —  Vgl. 
Prv.  27,  23  ff. 

23.  1D''|  vgl.  30,  13.  —  Gr.  für  b  ganz  abweichend:  /7.1 
y.7!ij.'J;ov  £•/.  v30T-/)-oc  Tov  Tf>7//-/iÄov  7.'j-:(ov  (vgl.  30, 1 2. 35).  Dcn  Nackeu 
beugen  muss  man  dem  jungen  Rind,  das  sich  das  Joch  nicht 
gefallen  lassen  will.  Lat.  schlecht:  et  curva  illos  a  pueritia 
iilorum  =:  Clem.  AI.  Paedag.  I  9,  75:  xal  xocix-j^ov  aü-a  sx  vsoTr^xo? 
au-ojv.  Vielleicht  hat  Gr.  absichtlich  geändert,  möglicher  Weise 
ist  er  auch  nach  30,  12.  35  korrigiert.  Für  Ilebr.  Syr.  spricht 
der  Parallelismus  von  v.  24.  25.  Das  Motiv  ist  wohl,  die  jungen 
Männer  vor  Unzucht  zu  bewahren. 

24.  nw]  Syr.  ittJ;  Gr.  -r,h^v/z.  —  cnst^'J  vgl.  Ps.  73,  2ß. 
Gr.  to)  aojijLotTt  7.'jT«ov;  vgl.  38,  Iß.  —  TKn]  ^  Gr.  tAafxocjr,;;  vgl. 
32,  11.  13,  26.  26,  4.  —  rjc]  vgl.  32,  11.  Gr.  Syr.  xo  -po3«j-ov 
öou.  —  Um  die  Sitten  der  Töchter  und  auch  der  Frauen  stand 
es  nicht  zum  besten  (26,  8  ff.  42,  9  ff.). 

25.  sm]  d.  h.  verheirate  sie.  Aehnlich  steht  das  Verbum 
von  der  Verstossung  einer  Frau  Ezr.  10,  3.  19.  Gr.  sxoou 
(Ex.  2,  21.  1  Macc.  10,  58).  —  ^T'\\  Gr.  frei:  iV^j  tötsasxwc.  — 
pDj?]  =  Gr.  e'pYov  \d'{rj..  Hier  ist  1x377.  trotz  40,  1  Zutat.  Aber 
das  Wort  bedeutet  hier  wie  40,  1  Plage.  Syr.:  Unterdrückung 
K^piirV  (=  p::*^?).  Was  er  mit  pDV  meint,  sagt  er  42,  9ff.  -- 
Vgl.  zum  Ausdruck  noch  Prv.  22,  10.  —  m2i  (Gen.  30,  20)]  = 
Gr.  Syr.  Der  Ausdruck  schliesst,  vielleicht  absichtlich,  die 
Bezahlung  der  Braut  von  Seiten  des  Bräutigams  aus. 

26.  "[S  nt^'x]  Gr.  add.  x7.t7.  ']>u/r/^  (Lat.  add.  tuara,  Syroh. 
■[li^cj  ]\s);  vgl.  37,2.  Aber  nach  v.  22.  23.  24  erwartet  man 
keinerlei  Zusatz,  und  x7.-a  'j/o/r;^  (=  die  du  liebst)  passt  wieder 
zu  n;3;nn  h^  des  Hebr.  noch  zu  avj  £xß7l'(,c  cz'jr/;v  des  Gr.  (=  sS 
(Tpaii^n  des  Syr.).    Der  Uebersetzer  wollte  wohl  die  Möglichkeit 


Sir.  7,22—30.  71 

der  Scheidung  offen  halten,  die  ihm  der  Wortlaut  zu  verbieten 
schien.  —  Als  zweiten  Stichus  bieten  248  70  Syroh.  23  106  307 
S'^''^  k  (S*  vor  a)  Lat.:  /.od  ixtaoDixsvirj  ij-yj  £1x7:13-06 t(jc  Scczuxoy.  Die 
Varianten  der  Hss.  sind  meist  gleichgültiger  Natur.  Nur  lesen 
248  70  106  [xt3ou[xiv-(j  os  jxr],  und  Syroh.  [xr,oiv  für  asauTov.  4ch 
halte  azoLuzw  für  späteren  Zusatz  (so  auch  44erkenne);  vgl.  6,  7, 
2,  10.  4,  17  usw.  —  nxiJiin]  ist  die  Zurückgesetzte  (Gen.  29,  34. 
Dt.  21,45;  vgl.  zu  25,14.  42,9).  Syr.  wenn  sie  aber  gottlos 
(sSlj?)  ist.  Die  nsi:i^  ist  als  solche  ohne  ihre  Schuld  missliebig, 
der  Mann  soll  sich .  deshalb  nicht  wundern,  wenn  er  sich  auf 
sie  nicht  verlassen  kann.  Dazu  passt  der  freilich  starke  Ausdruck 
navnn  besser  als  ein  nziyn  (vgl.  Jes.  54,  6.  7),  auf  das  man  nach 
Gr.  (vgl.  auch  28,  15)  vielleicht  raten  könnte.  Uebrigens  hat 
Gr.  n3j?nn  wohl  nur  falsch  gedeutet. 

27.  28  om.  Hebr.  (Homoiarkton  mit  v.  29).  ~  AS  106  k 
457  55  254  155  Max.  857  xotpota  aou,  ebenso  Syr.  und  Lat. 
(aber  Toi.  Sang.  Aug.  spec.  om.  tuo).  —  /cd  »xr^xpoc  (Syroh.  Lat. 
add.  aou)  woiyac]  Syr,  und  deine  Mutter,  die  dich  gebar. 

28.  o-i  ?A  au-rov  lYcV7-{>r^?  (Co.  70  106  157  SA  55  254 
Cyrill.  AI.  I  1,  236.  2,  42.  Maxim.  857.  Anton.  1048  sYswr^Ur^c)] 
Lat.  quoniam  nisi  per  illos  natus  (Sang.  Corb.  1.  Aug.  spec.  om. 
natus)  non  fuisses.  Sah.:  dass  du  ohne  sie  nicht  sein  würdest. 
Syr.:  dass,  wenn  nicht  sie  (wären),  du  nicht  wärest.  Danach  ist 
Gr.  wohl  korrigiert.  —  Lat.  et  retribue  ^  70:  xal  m  dv-a-oow- 
oöic. —  xaUüK  auTol  aoij  Syr.  die  dich  grossgezogen  haben  ("[V2"i). 

29.  yh]  zur  Abwechslung  mit  v.  27  Gr.  -j/u/fj  aou  (s.  z, 
4,  47).  —  nnc]  kommt  im  I^anon  mit  dem  Accus,  nicht  vor. 
Job.  3,  25.  Deut.  28,  67  sind  anderer  Art.—  t^^ipnj  vgl.  Jes.  8,  13 
u.  ö.,  wo  aber  überall  Gott  das  Objekt  ist.  Syr.  ehre  (y^), 
Gr.  ilotuiiotCs  (307  oo^7.3ov);  vgl.  38,3  und  LXX  öau[xaC£tv  xh  Trpo- 
aoiTzov  {=:  n'^Jc  Ktt*3  und  's  mn).     Aber  Lat.  wie  Hebr. :  sanctifica. 

30.  "inisa]  Gr.  oovatxsi,  Syroh.  253  S  70  406  457  455  308  k 
Anton.  944  Sah.  Aeth.  add.  aou,  ebenso  Lat.  (aber  nicht  Toi. 
Sang.  Aug.  spec);  vgl.  6,  26.  Syr.  deinem  Herzen  (aus  v.  29). 
—  mns  (v.  21)]  Gr.  dyx-r^arjv;  aber  Anton.  1013  oo^aaov  =:  Syr. 
"ip\  Gott  lieben  hier  =  Anhänglichkeit  an  den  Tempel  wie  im 
Deuteronomium.  —  siyn  ah]  vgl.  Dt.  12^  49.  Neh.  40^  40. 


72  Sir.  6,  18—8,  7. 

31.     hü  nD:]  =  Syr.  preise  ihn  {rh  M^nstt»)  und  Lat.  honora 
deiim   (add.   ex  tota  anima  tiia).     Dagegen  Gr.:  'fo^^oO  tov  xofy-.ov. 
Die  Wiederaufnahme  des  nnc  aus  v.  29  wäre  nicht  unwillkom- 
men. —  nn]  vgl.  Ex.  23,3.  Lev.  19,  15.  32.  Vielleicht  ist  hier 
das  Piel   anzunehmen;    vgl.  Dan.  4,31.  34.  5,23.   —   jüd]  Syr. 
auch    seine    Priester,    Sah.    seine    Priester,    Lat.   sacerdotes.   — 
cphr]  =  Syr.  ]'\npri  iirh,    Gr.  \j.t(Äo'y.  ^.'jrco   (157  k  254  lu-w,    70 
Anton.    1013    a-kaiv),    Lat.    illis    (al.    illi)    partem.  —  Vgl.  zum 
Folgenden  32,  1  ff.  45,  20f.  —  ü'cu^ü  cnh]  d.  h.  die  Nahrung  der 
Schuldopfer;    vgl.  cnS  45,20.    Syr.  verflachend  und  falsch:    das 
Brot  der  Opfer  (s*J2"npn).  Dagegen  Gr.  d-7.fv/Y)v  (nur  B*  c/~'  '^J.[y/r^:) 
'/.cd  r.trA  Tzlr^iiiizKzLy.:.     Er  findet  hier  zweierlei  Dinge    und    denkt 
bei  üuh    wohl  an  das  Brot   von  Num.  15,  20 f.   (vgl.  Ez.  44,  30. 
Neh.  10,  38),  das  er  c/.-7.p/r^  nennt;  vgl.  niSTin,  cm  und  n^li^si  an 
den  angeführten  Stellen.     Aber  zrh  und  cet^s  können  so  nicht 
gut  auf  einander  folgen,  und  der  Augenschein  spricht  dafür,  dass 
hier  wie  im  Folgenden  eine  Genitivverbindung  vorliegt.  Uebrigens 
waren    die  Schuldopfer    häufiger    als    die   Sündopfer,    obendrein 
könnten   beide  unter  cett'X  begriffen  sein.  —  T  renn»]  =  Syr. 
«"TN!  s*n''ijm,  Gr.  xal  oocriv  ßr,7./tovtov  (70  S*  Sah.  ß^7./'>jv,c).  Statt 
ooaiv  erwartet  man  a-7.p/r'v,   das  in  d  für  norn  gesetzt  ist,  aber 
das  Wort   ist  hier   für  nnh  verbraucht.     LXX  hat  ßp-a/ttuv  öfter 
für  T.     Allerdings  setzt  Gr.  32.  10  d-arj/r^'^  /siocTjv,  wogegen  er 
hier  an   die  rn'  von  Dt.  18,  3    gedacht   haben   kann.     Er  hätte 
freilich  auch  r\f:)'\rin  pv»^  (LXX  Ex.  29,  27  u.  o.)  so  wiedergeben 
können.     Aber  er  hat  wohl  wieder  rn"  noch  piti'  gelesen.     Denn 
diese  Opferstücke    sind  in   pr^  "na"    begriffen,    und  T  nt:rn    und 
\i^ip  norn  stützen  sich  gegenseitig;  das  eine  sind  die  freiwilligen, 
ihrem   Maasse    nach    unbestimmten    Abgaben,    die    anderen    die 
feststehenden  Leistungen    (Zehnter,   Erstlinge  etc.).  —  Syr.  om. 
d.  —  Die    Lesung    Tai    ist  durch    Gr.    X7.1   (Syroh.   om.)   Uustav 
empfohlen.    Dass  Gr.  für  pii:  7.7t73;i.o'j  setzt,  erklärt  sich  daraus, 
dass    pii:  ^^2•    als  Opfermahle    (vgl.    sonst  Dt.  33,  19.    Ps.  4, 6. 
51,21)  die  Heiligung  erfordern,  im  Unterschied  von  der  profanen 
Schlachtung.   Die  letztere  war  den  Priestern,  die  dabei  um  ihre 
Deputate  kamen,  zuwider.  Wohl  deshalb  wird  hier  die  Schlachtung 
in    der  Form    des  Opfers    als    prj  "n;:    bezeichnet.  —  ^ip]  Gr. 
6i'((<jiv  (55  «-(lav,  B  om.).  —  Die  Aufzählung  ist  so  gehalten,  dass 


Sir.  7,  31—36.  73 

die  gebotenen  Leistungen  am  Anfang  und  am  Ende,  die  anderen 
in  der  Mitte  stehen.  Uebrigens  lehrt  die  Stelle,  dass  noch  zur 
Zeit  Sirachs  die  heiligen  Abgaben  samt  und  sonders  einigermassen 
den  Charakter  freiwilliger  Leistungen  hatten;  obendrein  wird 
freilich  der  Hellenismus  die  Leute  auch  hierin  lässig  gemacht 
haben.  Lat.  hat  c  in  mehrfacher  Uebersetzung.  Zuerst  hinter 
a:  et  propurga  te  (1.  pro  purgatione)  cum  paucis  (vgl.  70  x7.1 
0031V  |x3-a  j'^f>7./rovoc).  Sodann:  primitiarum  (=  a-otp/rjc,  ebenso  in 
d  initia  für  7.-c(p/r'v)  et  purgationis  (253  om.  xocl  -£,01')  et  de 
negligentia  (tua)  purga  te  cum  paucis,  datum  brachiorum  tuorum. 

32.  Mit  den  heiligen  Abgaben  hängt  die  Wohltätigkeit 
unmittelbar  zusammen.  Wie  im  Deuteronomium  wird  hier  ver- 
langt, an  der  gottesdienstlichen  Mahlzeit  die  Armen  teilnehmen 
zu  lassen,  damit  der  Segen  der  Feier  vollkommen  werde ;  vgl. 
Dt.  14,29  und  unten  41,  4lb.  —  'c^^)n\  die  Lesung  ist  durch 
Syr.  t3it^"iN  und  Gr.  Ix-eivov  (vgl.  zu  4,  31)  gesichert.  —  1^]  Gr. 
Syr.  add.  300. 

33.  |nj  ist  falsch,  denn  dem  Gottlosen  soll  man  nichts 
geben  (12,  1  ff.).  Lies  \n  nach  Syr.  Gr.  Letzterer  verbindet 
richtig:  ydr^c  oo;x7.toc  =  die  Gunst  der  Gabe  besteht  u.  s.  w. ; 
vgl.  Exod.  3, 21.  Gen.  39, 21.  Dagegen  Syr:  Huld  nämlich 
(TJ)  ist  die  Gabe  u.  s.  w.  —  "-JcS]  Gr.  i'vavTi,  Syr.  ^rv2  (vgl.  zu 
42,  1,  30,  3).  —  nos]  Syr.  ebenso,  Gr.  dagegen  s-l  v3x[>(o,  Lat. 
mortuo  (aber  cod.  Theoder.  a  mortuo).  Es  ist  wohl  7.-0  vö/pou 
herzustellen,  das  vielleicht  mit  Absicht  korrigiert  wurde,  um  den 
Totenkult  auszuschliessen.  In  der  Tat  hat  Sirach  schwerlich 
nur  das  ehrliche  Begräbnis  im  Sinn,  sondern  auch  die  Speisung 
der  Toten  (Tob.  4,  17),  die  30,  18  der  griechische  Uebersetzer, 
nicht  aber  der  Urtext  als  widersinnig  bezeichnet. 

34.  inj<nn]  vgl.  11,  11.  35,  11  und  zu  38,  16.  Gr.  us-epsi 
(11,  11).  —  ü'2)2f2]  Syr.  Avillkürlich :  k":2  n^2  p.  —  c^Sns]  Syr. 
praem.  ^d.  —  Vgl.  Rom.  12,  15. 

35.  Hebr.  völlig  verderbt:  nmxa  2h  a\^n  ha.  Syr.  |son  sSi 
aV'ifi  ^Vüüh  -f?  (Mas.  II  Maus,  -n  sS)  =  Gr.  «xt)  ozvci  i-iT/dT-z:>\\ai 
rJ.lj{jo>::-rj'>  (S  add.  avüfxo-ov  106  k  157  307  55  155  296  308  praem. 
avOpojTTov,  Anton.  (Gesner)  953  dppwa-ouc,  Syroh.:  Pluralpunkte). 
Danach  ist  zu  lesen:  rsiD  yih  |NJ:n  ha  (so  auch  J.  Levi).  Son- 
derbar  steht   4, 27    im  Hebr.    umgekehrt   |N;:n   für   Hii^n.    Man 


74  Sir.  6, 18—8,  7. 

könnte  auch  an  s^Jn  Ps.  141,5  denken.  Im  Talmud  ist  npa 
Ausdruck  für  Krankenbesuch,  dppa)!3-/i[j.a  steht  80,  1 7  für  ZüD.  — 
WöJ  vgl.  8,  8.  9.  —  SHKnJ  vgl.  zu  4,  7. 

30.  -^K^yo]  Gr.  Xo-coic  (307  Anton.  948  Lat.  3,0701,:)  aou; 
vgl.  zu  47,22.  —  n'^-iHNj  Gr.  -7.  hyj-y.  aoo  (.307  om.  aoo;  vgl. 
38, 20.  28, 6).  Die  letzten  Schicksale  des  Menschen  sind  in 
Glück  oder  Unglück  die  Vergeltung  für  sein  Tun  und  Lassen, 
aber  dabei  werden  sie  zugleich  als  Rechtfertigung  und  Verur- 
teilung empfunden  und  geschätzt.  —  cSiySi]  vgl.  12,  10  und  zu 
19,  7. —  nnsrn  kSJ  vgl.  zu  5,  15.  Syr.  »unn  sS,  Gr.  o-j/'  'x\J.'■J.[J-■r^'J^<.:. 

8,  1 — 7.  Gegen  törichten  Streit  und  törichte  Herablassung 
(v.  1 — 4)  und  Ueberhebung  (v.  5—7).  Besser,  als  S.  57  ange- 
geben ist,  wird  man  das  Stück  in  3.  2.  3  Disticha  zerlegen. 

1.  Hebr.  hat  den  Vers  in  doppelter  Gestalt.  Syr.,  der 
die  Duplizität  bemerkte,  übersetzt  den  3.  und  4.  Stichus  des  Hebr. 
Auch  Gr.  gibt  den  vierten  wieder,  und  wahrscheinlich  den  ersten. 
—  cj?  yin]  Gr.  oiajxa/ou  [xsta,  Syr.  cj?  s:j?n  (=  unterhalte  dich  mit). 
Ebenso  Syr.  9,  3  für  Sk  3npn,  vielleicht  las  er  auch  hier  3"ipn. 
Hebr.  1"  h^i:  U'\^  (34,  12),  was  dem  ouvcxa^ou  (155  o-jvaTou  vgl. 
29,  18)  des  Gr.  entsprechen  kann.  Hebr.  2"  "ca  rwp  =  Syr. 
•jio  Ktt'pn  S"i2J.  Ich  ziehe  das  erstere,  das  zu  v.  2  stimmt,  vor. 
n^*p  heisst  hier  aber  mächtig;  vgl.  2  Sam.  19,  44,  wo  die  Aus- 
leger falsch  erklären.  —  noS]  Gr.  |j.r^-oT£,  Syr.  soSi  {=^  damit 
nicht);  vgl.  zu  11,33.  12,12.  30,12.  37,8  und  zu  12,5  (ivot  |xr;), 
und  zu  11,  10  (ir/-);  ferner  ;xr^  für  na  13,  2.  35,  4.  Vgl.  zu  diesem 
na  Cant.  8,  4,  und  zu  n^h  Koh.  5,5.  7,16  und  dazu  die  Ueberss. 
Aber  naS  steht  nicht  nur  für  je,  sondern  11,  10  auch  für  Ss,  und 
na  für  ah  38,  21.  Job.  31,  1.  —  )r2\  Gr.  Syr.  Plural.  —  Wie 
(?)  liS  hv  2'^n  (=  ihm  in  den  Sinn  kommst?)  neben  n'2  h'izr,  auf- 
kam, ist  unklar. 

2.  hv  ^^nr]  Syr.  cv  ü:vr\  (aus  v.  1),  Gr.  I.oi^s  \iz-d.  Es 
muss  sich  um  etwas  handeln,  das  dem  Andern  zur  Kenntnis 
kommt.  An  sich  hatte  hv  tinn  nach  Prv.  14,  22  nicht  die  Be- 
deutung der  hinterlistigen  Nachstellung  (vgl.  oben  7,  12),  und 
vielleicht  bedeutete  der  Ausdruck  auch  gegen  Jem.  vorgehen, 
ihn  bekämpfen.  —  y,n  ih  \if'a]  Syr. :  Besitzer  von  Gold  (X2m  sna), 
Gr.  ävopoc  TXouaiou,  —  ^ptt''']    Gr.  dv-iaf-r^ar,  =:  gegen  (dich)  dar- 


Sir.  7,  36,   8,  1—4.  75 

wiege.  —  "[i"™]  dagegen  Syr.  "[Spnü  =  Gr.  aoo  xr^v  6Xxr/A  Sie 
lasen  wohl  ursprünglicher  l^pirö,  woraus  sich  auch  das  ävrt'  des 
(ir.  erklärt.  Er  wirft  sein  Cield  gegen  dich  in  die  Wagschale 
und  hebt  dein  Gewicht  damit  auf  (oder  nach  Hebr. :  er  kauft 
die  Gewalt  über  dich  von  den  Menschen).  Vgl.  Ps.  6'2,  10.  — 
nizai  drücken  Gr.  Syr.  nicht  aus.  Dagegen  haben  sie  für  rncn 
(vgl.  zu  19,  2)  7.-ojģ33,  was  zu  d  nicht  passt.  Gr.  sclirieb  aber 
vielleicht  das  ihm  geLäutige  -oX/zj-j?  yap  ct-toÄsis  (vgl.  28,  13. 
29,18.  30,23.  34, 2ö),  im  Anschluss  an  das  von  ihm  übergangene 
m;si.  Syr.  ist  ihm  dann  beide  Mal  gefolgt.  307  157  55  haben 
£7tA7.v/;3c  (254  i-lr/yr^xh,),  was  vielleicht  Korrektur  ist  nach  3,  24. 
31,  7.  Denkbar  wäre  freilich,  dass  Gr.  damit  n^'^n  aus  d  vor- 
weggenommen hätte.  Uebrigens  könnte  man  nach  19,  2  7.-;3r/;3e 
emendieren  wollen.  —  Für  pm  hat  Gr.  nur  xai,  Syr.:  und  (auch). 
—  njiiMj  wohl  =  Syr.  Kt2it*a;  Gr.  sqsxXivs  (k  scisr/jös)  braucht 
nicht  =  nun  (9,  9)  zu  sein.  —  D^ru]  Gr.  Syr.  |3a3i/iojv,  was 
wohl  den  Sinn  triflTt  (vgl.  zu  7,  6).  —  Lat.  für  d  mit  Dublette: 
et  usque  ad  cor  (Syroh.  £o>r  xapo-'ac)  regum  extendit  et  convertit. 

3.  p'nj  kann  Kai  oder  Nifal  sein.  Das  letztere  findet 
sich  im  Kanon  im  Sinne  von  miteinander  streiten,  das  erstere 
im  Aram.  und  Syr.  —  pii'S  tr"«]  =  Syr.  n::c,  Gr.  "j'Xfoiaojor^c; 
vgl.  9,  18.  25,  20.  2ß,  27.  Der  Ausdruck  bedeutet  hier  überall 
den  streitsüchtigen  Schreihals.  Vgl.  sonst  Ps.  140,  12.  —  |nn] 
Syr.  ü^'l'n,  Gr.  i-icf-oißaaf-fjc.  —  u>a  bv]  Gr.  st^  -o  -Sjrj  a-koü  (155 
auKo  culy.  zu  -Jj  irüp).  Aber  WH  ist  nicht  anzunehmen  (anders 
v.  10).  —  l'y]  Syr.  SD'p,  Gr.  zöla.  Das  beweist  natürlich  nicht 
für  W'j'^,  das  in  der-  hebr.  Hs.  des  Raumes  wegen  nicht  gut 
angenommen  werden  kann. 

4.  h^i^n]  ist  unsicher.  h^:'\n  heisst  neuhebr.  Jem.  an  etwas 
gewöhnen,  auch  Jem.  an  sich  heranziehen.  Danach  wäre  denk- 
bar, dass  Dj;  S':nn  „vertraulich  mit  Jem.  verkehren"  bedeutete. 
Dagegen  hat  Gr.  im  Gegensatz  zu  v.  3  \lr^  r^ijüa-aCz,  dessen  hebr. 
Original  unklar  ist.  Lat.  non  communices,  was  vielleicht  Um- 
deutung  von  ixt;  r.iAa-n.i'iz  ist  und  nicht  auf  S'^nn  h^  zurückgeht. 
Syr.  X2:n,  was  aus  v.  3  wiederholt  ist  und  auch  der  Bedeutung 
nach  nicht  passt.  Denn  der  Tor  verachtet  die  Leute  nicht,  die 
mit  ihm  streiten.  Allerdings  passt  s^n  zu  dem,  was  Syr.  weiter- 
hin bietet:  streite  nicht  mit  dem  Verächtlichen  (n'^"'':*),  damit  dich 


76  Sir.  6,  18—8,  7. 

nicht  schmäheu  ("[J^vifJ)  die  Angesehenen  (sTp").  Aber  Sirach 
stellt  verächtlich  und  angesehen  nicht  so  einander  gegenüber, 
und  Syr.  erscheint  als  willi^ürliche  Umdichtung  dessen,  was  llebr. 
Gr.  gemeinsam  bezeugen.  —  h'')ü  \if^ü\  Gr.  cz-ctioco-(t)  (70  lOtJ  k 
ot-aioc'j-oic),  aber  Lat.  homini  indocto.  —  crijS  nz""]  Gr.  setzt 
die  Konstruktion  in  das  Passiv:  a-vxy.ljovTy.i  o?  TTryo-ovo»;  aw,  wo- 
gegen Lat.:  ne  male  de  progenie  tua  loquatur,  wobei  progenies 
vielleicht  im  Sinne  von  Vorfahren  steht  (vgl.  Herkenne).  Die 
Ehre  der  Vorfahren  kann  aber  ebenso  wenig  in  Frage  kommen,  wie 
die  der  czni,  die  augenscheinlich  aus  v.  2  (vielleicht  unter  Ein- 
fluss  von  Ps.  107,  40.  Job.  12,  21)  hier  eingedrungen  sind.  Die 
Anerkennung  des  Toren  kann  kaum  für  etwas  anderes  in  An- 
spruch genommen  werden,  als  für  die  Zurechtweisung,  die  er 
von  Seiten  des  Weisen  erfährt  (42, 8).  Vielleicht  hat  Gr. 
"jmSifiS  aus  -nnnnS  oder  dgl.  verlesen. 

5.  C'hzn  SkJ  d.  h.  bereite  ihm  durch  Tadel  keine  Schande, 
vgl.  3,  13  und  zu  20,  2.  Gr.  (ovc-'oi^s)  und  Syr.  (icnrj  können 
dasselbe  gelesen  haben.  —  D''2"'''nJ  =  o'^^n,  neuhebr.  =  schuldig. 
Syr.  pan,  Gr.  h  s-iTi-x-roi^  (23  B*  A  S '68  izit^aour);  vgl.  9,5. 
2  Makk.  6,  13,  und  zu  h  zu  3,11. 

6.  iy''"';n]  ist  Piel  (neuhebr.  =  beschämen).  Vielleicht  hatte 
aber  der  Autor  das  Hifil  beabsichtigt.  Vgl.  den  Fehler  6,  32.  Gr. 
dv-iidTf^: :  vgl.  Gr.  zu  3,  13.  Syr.  lache  nicht  über,  was  als  will- 
kürlich erscheint.  —  U>''t^'']  Gr.  iv  77^,031  ao-roO;  vgl.  zu  3,11.  — 
"2]  Gr.  v.yl  yj-rj  (Syroh.  Sah.  om.  -/aQ.  Es  ist  deshalb  kein  n: 
einzusetzen,  sondern  üoa  (so  nach  Syr.  Gr.)  =  von  uns  selbst. 
—  rjp'o  w'eist  auf  c^rpiö  hin,  das  Part,  des  Kai  hätte  übel  an 
das  Nomen  angeklungen.  —  Syr.  für  b:  bedenke  (nach  v.  5.  7), 
dass  von  uns  usw. 

7.  SSnnn]  Gr.  irs/oxrjt.  ebenso  Syr.  xnnn,  was  wohl  nur 
schlechte  Uebersetzung  ist.  —  j;iJ  hv]  erscheint  ursprünglicher  als 
eventuelles  rfi  Sj?,  das  Wort  bedeutet  aber  den  Toten  wie  48,  5. 
Syr.  freilich:  welcher  stirbt,  aber  48,  5  hat  er  «n'o,  Gr.  beide 
Mal  vsxpoc.  Wie  Nöldeke  bemerkt,  wird  man  im  Unterschiede 
von  Ps.  88,  Iß  V1J  sprechen  müssen.  —  248  70  Syroh.  add.  xm 
£/ilpa)T(3t-o>  aou,  ebenso  Lat.  (aber  nicht  Toi.  Sang.  Aug.  spec. 
Brev.  702)  inimico  tuo.  —  nr]  ohne  T  (vgl.  7,  16).  Gr.  Syr. 
auch  hier:  }i'/r'ci>r^-i  o-i.    Der  Wechsel  des  Ausdrucks  in  v.  5b. 


Sir.  8,  6—8.  77 

6  b.  7  b  erscheint  aber  als  beabsichtigt. —  CcDKJ]  vgl.  16,  10.  40,  28. 
Gr.  8yr.  -zlzo-miizv.  Aber  das  Verbum  hat  an  allen  drei  Stellen 
den  Sinn  hingerafft  werden,  umkommen  (vgl.  Jes.  57,  1).  —  Lat. 
i.  f.  add.  et  in  gaudium  (Cod.  Reg.  des  Spec.  Aug.  add.  inimi- 
corum)  nolumus  venire.   Vgl.  Lat.  zu  42,  11. 


IV.     8, 8  -  10,  29. 

Nach  einer  neuen  Mahnung  auf  die  Weisen  zu  hören 
(8,  8.  9  =  2.  2)  folgen  weitere  Vorsichtsregeln  für  den  Verkehr 
mit  allerlei  Menschen  (8,  10—19  —  2.  3.  2.  2.  3),  Frauen 
(9,  1—9)  und  Freunden  (9,  10  =  2.  2.  2.  3.  2.  |  2).  Dann  folgt 
eine  Warnung  vor  religiösem  Zweifel  und  eine  Empfehlung  des 
Umgangs  mit  den  Frommen  und  Weisen  (9,  11.12.  14 — 16  =  2.  3). 
Dazwischen  nimmt  sich  9,  13  {=  3),  der  besser  in  8,  lOff. 
stände,  fremdartig  aus.  Hieran  schliesst  sich  eine  Betrachtung 
über  die  Bedeutung  von  Weisheit  und  Gottesfurcht  für  das 
öffentliche  Leben  und  die  Schicksale  der  Völker  (9,  17 — 10,  5  = 
2.  3.  2),  die  aber  auf  den  einzelnen  Menschen  angewanndt  wird. 
Jeder  hüte  sich  vor  Uebermut  und  Unrecht  (10.  6.  7  =  2). 
Anstatt  in  den  von  Gott  vorgeschriebenen  Schranken  zu  bleiben, 
haben  die  Könige  und  Völker  sich  immer  wieder  in  Uebermut 
gegen  Gott  empört  —  zu  ihrem  Verderben,  wie  die  Geschichte 
lehrt  (10,8-18  =  4.  2.  1.  4.  1).  So  bestellt  auch  für  den 
Einzelnen  wahre  Ehre  und  Würde  allein  in  der  Gottesfurcht 
(10,  19 — 25=:2.  2.  2.  1)  und  übrigens  in  ehrlicher  Arbeit  und 
Selbstachtung  (10,  26-29  =  2.  2). 

8,  8.  ran]  =  Syr.  p)2U-%  Gr.  r^arAor^;  (vgl.  32, 17).  —  nn^tr] 
vgl.  zu  6,  35.  —  ti^Knnn  D,Trn''n3ij  Gr.  Syr.  x7.1  Iv  -.m:  -o!r>oi;x':c(i; 
auTwv  avas-ps'fou  (Syr.  U>Tt  n'^in);  vgl.  39,  3  und  zu  7.vo(ci-f>icp33i}c(t 
noch  38,  25.  50,  28.  Für  iJ'Binn,  das  durch  den  Anklang  an  ti^an 
eher  geschützt  als  verdächtigt  wird,  darf  man  nach  dem  aram. 
K^öT  (=  ti'aj)  vielleicht  die  'Bedeutung  „umherschweifen"  und 
weiter  „sich  in  einer  Sache  umtun"  vermuten.  —  "liöö  "'s]  Gr. 
Syr.  schlechter:  oti  -7.p'  ao-mv;  vgl.  v.  9.  7,35.  —  lö'^nj  Syr. 
h^pn  (nach  v.  9).  —  nph\  Gr.  -rrottost'otv  (S  157  307  aocpiav);  vgl. 
zu  35,  14.  Lat.  (sapientiam  et)  doctrinam  intellectus;  vgl.  v.  9  c. 
Syr.  KJoSr.—  '2zh  2Tnrh]  vgl.  38,3.  47,1.  Prv.  22,29.  Syr.  zur 


78  Sir.  8,  8—10,  29. 

Zeit  (v.  9);  da  du  stehst  vor.  Gr.  frei:  vm  ÄeiTo-jr-y-r^^a!.  Hier 
ist  z7.t'  schlechte  Zutat  (v.  9).  —  d^K']  Syr.  wss'"''?«^  (vgl.  10,  8. 
35,  9),  Gr.  |jL£7icfT7.3iv  (vgl.  35,  9),  248  Syroh.  106  add.  z-j-x^jitoc, 
70  add.  E'j|xal)«Tjc.  23  add.  30|j.7,  Lat.  add.  sine  querela.  —  D"*!^ 
rauss  hiei',  falls  es  nicht  auf  Korrektur  beruht,  die  griechischen 
Könige  bedeuten,  ixs-'iotzwsc  heissen  die  heidnischen  Könige  auch 
11,  1.  20,  27.  28.  23,  14.  28,  14.  38,  3.  39,  4.  Die  jerusalemische 
Jugend  auf  deren  Dienst  vorzubereiten  war  das  eine  Stück  des 
Unterrichts,  den  sie  genoss.  Der  Lehrer  heisst  dabei  D:n,  seine 
Lehre  ist  kluge  Lebensregel,  hier  nrn  genannt.  Uebrigens  ging 
der  Unterricht  nach  v.  9  auf  die  väterliche  Religion  und  das 
Gesetz.  Da  heisst  der  Lehrer  3if>,  seine  Lehre  rr^'m^  (=  Tradition), 
sie  setzt  den  Schüler  in  Stand,  den  anfragenden  Laien  zu  beraten. 

9.  cs^rj  =  Gr.  o.-j-Ji/p.  (7,  19).  Dagegen  Syr.  p^nn  (=  lass 
dich  nicht  verdriessen).  — nr^i^]  ist  nach  5,  11  Cod.  C  in  nj?T!:K> 
zu  ändern  (vgl.  hier  d  und  dort  b).  Gr.  ^j'--/;7r,;xoc  und  Syr.  «n'^W, 
beides  ungenau  nach  v.  8.  —  CDi^*]  vgl.  35,  3  und  zu  6,  34. 
25,  4.  —  •iit's]  Gr.  y.7l  -[h.r,  oJj-rji  (Lat.  ipsi  enim),  aber  Sah.  ol 
Indessen  geht  it^s  auf  rryi^:»^.  —  ijjati^  (s.  zu  5,  11)]  Gr.  ungenau 
£|i.^i>ov.  —  cmssn]  vgl.  Job.  15,  18  (Strack).  Die  Schrift gelehr- 
samkeit  war  wohl  meistens  erblich.  —  i:oö]  Gr.  Syr.  schlecht: 
z7p'  ot'jTwv  (v.  8).  —  hz^  n'pr]  vgl.  16,  14.  Gr.  hat  für  npn  }i.ai>r^3-(i 
(16, 24),  sinngemäss,  wie  der  Parallelismus  mit  v.  8  beweist; 
vgl.  zu  6,33.  Syr.  für  S:::'  K:cSr  (vgl.  v.  8.  16,24).  —  nj,'3]  Gr. 
schickt  xoti'  voraus  (wie  v.  8).  —  cjr.c  2'"^'rh]  vgl,  5,  11.  Gr.  öouvai 
(70  om.,  ebenso  Toi.  Am.  Sang.  Aug.  spec.)  a-ozpi3ty. 

10.  -Sit]  Gr.  3X7.7.'.s.  Am.  5,  6  verstehen  die  Ueberss.  nh'i 
(verbunden  mit  rpr  n^z)  ebenso  (Gr.  ''hr>jA\x-(M,  Targ.  p'^n,  Pesch. 
np"",  Hieron.  comburo).  Syr.  rät:  sei  nicht  Genosse  (scm«')  dem 
Gottlosen,  dem  vollendeten  (KTa;).  Vielleicht  las  er  für  nSma, 
das  nach  Gr.  (ocvi)fy7.x7.c,  Syroh.  253  S*  7'vi)p7.x7)  herzustellen  ist, 
ngü,  das  nach  dem  aram.  «lölJ  angenommen  werden  könnte; 
vgl.  das  Verbum  ne:  43,  4.  —  vii^i]  Gr.  a}i.apT(üX&u  (307  —  Xwv 
und  nachher  a-ktov),  Max.  885  7;x7f>-:tuXo'j;  sXsY/tuv,  Lat.  peccatorum 
arguens  eos.  (Toi.  om.).  —  |c]  Gr.  jar^  (70  157  Lat.  praem.  x7t'. 
Toi*,  om.  et).  —  itt»«  r^irn]  Gr.  h  -upl  9X070-  auToO;  ebenso  45,  19 
(s.  d.),  aber  das  Umgekehrte  steht  21,  9  und  beim  Syr.  zu  28,  22. 
Auch  hier  hat  Commelin  iv  'iXo;!  -opoc,  Max.  h  9X^71  -upoc  otaap- 


Sir.  8,  9—14.  79 

tiöiv  ttÜTÄv  u.  SO  Lat.  (vgl.  zu  33,  11),  und  auch  45,  19  findet  sich 
SV  ciXo-j-l  Ttupfk  als  Variante  (s.  d.).  —  Der  Sinn  ist  derselbe  wie 
V.  3.  —  Strack  vergleicht  Aboth  2,  14  (10):  mzn  üQ^i^  ]rhn:f2  im»  ')n. 
11.  m:n|  mi  bedeutet  aram.  und  syr.  in  Bewegung  geraten, 
erschüttert  werden,  nn:  sich  überheben,  arab.  ^ ;  sich  erzürnen ; 
vgl.  nn'  im  Nifal  sich  loslösen  Ex.  28,28.  39,21.  Hier  ist  das  Verbum 
augenscheinlich  s.  v.  a.  ausser  sich  geraten  =  £^av7.rtT-?jc  des  Gr. 
Der  Syrer  (mpn)  folgte  ihm,  verstand  ihn  aber  falsch.  —  yh\  Syr. 
s':i3?;  ebenso  z.  B.  13,  1.  34,  26.  Gr.  (j^^rjaxou;  vgl.  32,  23  (=  pT). 
Oefter  hat  er  u-srvYiwoc  für  yh  (3,  28).  In  der  LXX  findet  sich 
upf-i;  für  pi:'?.  —  anis:  irti'in'rj  Gr.  beseitigt  das  Factitiv:  iW.  [xv; 
xa[)(csr^  IOC  svsooov  (so  auch  LXX).  Syr.  damit  er  nicht  sei  ein 
Auflaurer.  —  'p^^\  ^r-  ~'\>  (k  praem.  Iv)  a-rj^xa-J  crou.  Danach  ist 
wohl  yzh  zu  lesen  (vgl.  die  Verwechslung  1,29.  Prv.  15,14), 
zumal  •'Jcc  und  y^zh  sich  stossen. 

12.  nnKr-s:  (Prv.  29,  3)]  d.  h.  so  tue  es  wie  einer,  der  Geld 
durchbriugen  will.  Gr.  Syr.  toc  a-o/.ojAs/.tuc  (29,  10)  y-'vou. 

13.  "jM  in^]  Gr.  6-sp  Sovctixtv  aou,  was  (vgl.  3,  23  Hebr.) 
sprachlich  zulässig  wäre.  Aber  es  handelt  sich  hier  überall  um 
Menschen,  denen  gegenüber  in  allerlei  Lagen  Vorsicht  geboten 
ist,  und  die  Gefahr  bezahlen  zu  müssen,  besieht  nicht  in  der 
Höhe  der  Bürgschaft,  sondern  in  der  Qualität  dessen,  für  den 
man  bürgt.  Syr.  (nach  v.  12):  für  den,  der  stärker  ist  als  du. 
Man  wird  in""  wie  10,27.  11,  12.  40,  18  sprechen,  das  Wort  hier 
aber  als  „vornehm,  angesehen"  verstehen  müssen.  Vgl.  imn 
Gen.  49,  4  und  in''  dort  v.  3.  —  n'jK^M]  Syr.  sei  wie  ein  bezahlender 
(wie  V.  12),  Gr.  a>c  7.-o-:t5(ov  'fpovri^s,  der  Abwechslung  halber.  — 
Vgl.  29,  14—20. 

14.  acti^n]  ist  Nifal  =  Gr.  ö'./.o:^oo.  —  dv]  [t-t-y.  (Co.  v.a-rj., 
Lat.  contra).  —  acii^''  1J"12:"I2]  Gr.  '/.rz-y.  tyjv  oo?ay  auTou  xf>tvo!jiaiv  ao-ztZ 
(248  70  106  ao-ov);  zum  Dativ  vgl.  Ps.  JO,  18.  Jes.  1,  17.  Nach 
Gr.  entscheidet  der  Richter  nicht  selbst  in  eigener  Sache,  sondern 
die  Kollegen  geben  ihm  Recht.  Aber  cciy''  ist  vorzuziehen,  und 
Lat.  hat  fürb:  quoniam  secundum  quod  justum  (al.  dignum)  est 
judicat.  Allerdings  scheint  xpivoOaiv  cz'j-o)  durch  oo^av  geschützt 
zu  sein.  Denn  dass  das  Wort  hier  einmal  entsprechend  dem 
Gebrauch  von  oo/sTv  im  Sinne  von  Willen  stände,  ist  schwerlich 
annehmbar.  Vielleicht  ist  aber-üTjv  oo;ocv  aus  tt)v  suooxtav  entstellt. — 


80  Sir.  8,  8—10,  29. 

Hebr.  hat  den  Vers  in  anderer  Gestalt  hinter  4,  27  (wo  2  und 
nK\s:  Dubletten  sind).  Dem  entsprechend  hat  hier  Syr. :  Sitze 
nicht  mit  einem  gottlosen  (i6)v)  Richter  im  Gericht,  damit  du 
nicht  gemäss  seinem  Belieben  mit  ihm  richtest.  Die  Variante 
ist  daraus  entstanden,  dass  man  isctf^n  als  Kai  verstand. 

15.  '•■ii:«  DV]  Syr.  N'^ifp  cj;  (und  nachher  au^p:  für  T2:n), 
Gr.  \xz-y.  To),;j.-/;,oo'j.  Vielleicht  lasen  Gr.  Syr.  wie  Hebr.,  denn 
ni:x  heisst  auch  verwegen  (Job.  41,2),  was  hier  der  Zusammenhang 
verlangt.  —  "[Sn  Ss]  wäre  =  gehe  nicht  mit  ihm  um.  Aber 
Syr.  Gr.  add.  sv  ciool  =  -j-nz,  das  Hebr.  v.  Iß  für  Tr,v  zrj-r^w/  hat. 
Nun  ist  im  Hebr.  |c  nachgetragen,  mit  |o  war  aber  wohl  "p^z 
ausgefallen,  das  nach  v.  16  verschlagen  wurde  (so  mit  Recht 
Peters).  Vgl.  auch  zu  22,  13.  —  "jnn  n«  r22n  |c]  Syr.  damit 
er  nicht  schwer  mache  (siypi)  dein  Böses.  Aber  Tn:n  ist  besser, 
Syr.  folgte  vielleicht  dem  Gr.,  bei  dem  zu  lesen  ist:  v^y.  [xr^ 
ßotp'jVT,  -y.  ysj.yÄ  ao'j  statt  [üctp'jv/j-rat  (B  y.aT7.[:ic(|i'jy/jT7.i,  S*  j^apuvr,  ■zd, 
23  ''^arj'jYf^-ai  -ä)  y.r/rJj.  (Syroh.  23  v-r/yÄ)  aoO  (Syroh.  add.  oi'  ot-j-ov). 
Richtiges  und  Falsches  ist  gemischt  in  Lat.:  ne  forte  gravet 
mala  sua  in  te.  Zu  Grunde  liegt  übrigens  der  Gedanke  an  das 
Reisegepäck.  —  VJc  nru]  Gr.  ungenau:  7.7-7.  -h  \)i\f^\m  auTou.  — 
■]S'']  Syr.  Partizip,  Lat.  vadit,  Gr.  -oir^asi,  aber  Sali.  iropsussTczi, 
woraus  Troir^asi  korrigiert  sein  wird.  —  ncDn]  Gr.  cjuv^-oXfj ;  vgl. 
Gen.  19,  15  LXX. 

IG.  ?]S  hv2  ny]  Gr.  \xt-A  D'jaojoo'j;  (vgl.  Prv.  22,  24  LXX 
und  28,  8).  Syr.  schlecht:  mit  einem  frevelhaften  (sSij?)  Manne. 
—  m^  rj;n  ^^\  vgl.  ,t:c  niyn  Prv.  7,13.  21,29,  'o  ^p:n  Ez.  3,7— 9 
und  nti^'iTO  -nyo  Jes.  48,  4.  Gr.  ([ir^  -otr^crr,?  }j-7./-/jv)  und  Syr. 
(xmyo  si:n  kS)  lasen  n::»;  ob  Gr.  ausserdem  :^*yn,  steht  dahin. 
Hebr.  ist  aber  besser.  —  33"in]  Gr.  frei:  017.-0,0 s-jou  (al.  -ops-jou) ; 
Syr.  K^n,  vielleicht  =  nn,  was  eine  schlechte  Fortsetzung  von 
a  ergäbe.  —  -112  ist  an  Stelle  von  im^3(13, 19.  45,18)  oder  dgl. 
eingedrungen  (vgl.  zu  v.  15);  Gr.  r>;/  £,o-/;aov,  Syr.  sann  S"inN2. — 
'7p]  Syr.  verächtlich  ip"^),  Gr.  w?  (23  Sah.  om.)  ouosv  (40,  G).  — 
D^on]  Syr.  dein  Blut.  —  psai]  vgl.  3G,  30.  Prv.  26,  20.  Gr.  7.7t 
o-ou  oux  e'ttiv.  —  h^:i^]  Gr.  ßor7i)3i7  (31,  19).  —  ■[n''nii>'']  Syr.  ■j'^Bpj, 
Gr.  7.7.T7;'d7Xsr  33  (vgl.  47,  4  und  Ez.  26,  4  LXX),  Lat.  elidet  te, 
248  70  Syroh.  Anton.  1172  add.  IaCk. 


Sir.  8,  15—19.  gl 

17.  nme  nj?]  Syr.  sSzd  üv;  Gr.  [xsxa  »xojpo'j,  das  sonst  für 
h''D':,  hii  steht,  aber  hier  wohl  zu  stark  ist.  —  TTiDn  '7s]  Syr. 
Kisn  ircpn  ah  (binde  kein  Geheimnis),  Gr.  ixt;  cujxj'tJoüXs'jou  (beide 
ebenso  9,  14;  vgl.  auch  zu  6,  6).  T'TDn  steht  hier  und  9,  14  im 
Sinne  von  sich  beraten  mit  Jem.,  9,  4.  42,  12  (wo  auch  TWDn) 
im  Sinne  von  vertraulich  verkehren  mit  Jem.;  vgl.  zu  7,  14.  — 
-p)D  moaS]  Syr.  es  (sc.  ktsi)  zu  verbergen  (""d:),  Gr.  Xo-j-ov  a-scoti; 
vgl.  zu  42, 1 .  —  Lat.  für  b :  non  enim  poterunt  diligere  (=  atsp^ai 
307  k  68  55  155)  nisi  quae  eis  placent. 

18.  Syr.  om.;  vgl.  "[iiD  und  icD.  —  'r]  soll  au  n*  anklingen. 
Gr.  xpu-Tov,  Lat.  consilium  (aus  v.  17).  —  v:d  ih''  n^]  Gr.  nur: 
Tt  T£?£tai.  ih^  heisst  überhaupt  hervorbringen  (Prv.  27,  1  vgl. 
Ps.  7,  15.  Job.  15,  35),  aber  hier  muss  man  es  im  Sinne  von 
„aus  etwas  etwas  machen"  verstehen.  In  anderer  Bedeutung 
steht  das  Hifii  11,  13;  vgl.  das  Nifal  30,  12.  Uebrigens  dürfte 
entweder  hier  das  Hifll  oder  11,  33  das  Kai  anzunehmen  sein. 
ImAram.  und  Neuhebr.  wird  „zuletzt"  durch  ?|1D  mit  dem  Suffix 
des  Subjects  ausgedrückt,  wobei  der  Infinitiv  mit  h  oder  auch 
das  Particip  folgt  (vgl.  Strack  zu  Pirke  Aboth  1,  5).  Mit  dem 
Verbum  fiuitum  ist  es  nicht  belegt.  Aber  ebenso  wird,  was  die 
Exegeten  meist  verkennen,  Prv.  5,  4.  14,  13.  23,  32.  29,  21  nnn« 
gebraucht. 

19.  'pjn  hii  1)^2  h^h]  Syr.  üh:n  m'\2  hzh  ah,  Gr.  irav-t  dvöpwT:«) 
[iTj  IxccGtivs,  106  k  Lat.  wie  Syr.  verdeutlichend:  {iy;  tzo:/z\  av^^pomp 
i/cpaivou  ( —  aivs);  vgl.  19,25.  —  n^T^n  yh';Q  n''in  hai]  =  und 
stosse  nicht  von  dir  das  Glück.  Wer  Jeden  in  seine  Absichten 
einweiht,  dem  werden  sie  vereitelt.  Vgl.  Job.  6,  13.  Gr.  /m  |a7j 
dvacpspsTto  arj'.  ydrjiy.  Betr.  xa'pi;  =  niVt:  Vgl.  zu  20,  13  und  weiter 
zu  12,  1.  20,  16.  Gr.  setzt  vielleicht  yh}}  n^r  (2  Sam.  15,  14) 
voraus,  übrigens  könnte  er  besagen:  und  nicht  möge  er  dir  Dank 
darbringen.  248  70  Syroh.  23  106  korrigieren /apiv  'j;£uor,=:  falschen 
Dank  (indem  er  nämlich  dein  Vertrauen  übel  belohnt).  Lat.:  ne 
forte  inferat  tibi  gratiam  (falsam)  et  convitietur  tibi.  Syr.  "a^m  xSt 
KmD''t3  (Thorndyke  "[Tnj),  was  die  Polyglotte  übersetzt:  ne  te 
beneficio  obstringat  (d.  h.  durch  seine  Verschwiegenheit).  Aber 
besser  Bar  Hebraeus:  damit  er  dich  nicht  zu  Dank  verpflichte. 
Augenscheinlich  folgt  hier  Syr.  dem  Gr.;  ob  er  ihn  richtig  ver- 
stand, steht  dahin.  Die  Lesart  des  Hebr.  ist  an  sich  einwandfrei; 

Smend,  Siiacli-Koramentar.  w 


82  Sir.  8,  8—10,  29. 

hii  scheint  durch  [jl-/^  bezeugt  zu  sein,  und  damit  wird  indirekt 
auch  nnn  durch  Gr.  in  etwa  empfohlen.  Dagegen  scheint  der 
Parallelismus  von  v.  17.  18  für  n''T  zu  sprechen. 

9,  1.  wpn]  ebenso  Num.  5,  14.  —  ']p'n  ni^K  n«]  vgl.  zu 
26,3  und  Dt.  13,7.  28,54.  Syr.  nur:  dein  Weib.  — -j^Sy  löSn  je] 
versteht  Syr.  richtig  als  Kai  und  3.  fem.:  damit  sie  nicht  lerne 
gegen  dich.  Dagegen  Gr.  falsch  als  Fiel  und  2.  masc:  \xr/jh. 
o'.o7';yj?  £-1  asau-ov.  Es  fehlt  so  ein  Object.  Die  Handschriften 
korrigieren  (70  om,  im,  106  k  a-ji/^v  l-l  si);  Lat.  ne  ostendat 
(Sang.  —  das)  super  te.  —  nyi]  Gr.  -aiost'ccv  Tovr^pav  (Lat.  malitiam 
doctrinae  necjuam),  und  danach  vielleicht  Syr.  xi^n  sarn.  Vielleicht 
ist  ~a>.rjt{rjy  Später  zugesetzt,  23  hat  7:7.ios''7.v  -ovr^pov. 

2.  X3pn]  ist  im  Hebr.  falsch  aus  a  wiederholt,  lies  jnn 
(Gr.  Syr.  vgl.  v.  6).  —  -[Tnöz  hy  nininS]  Gr.  sTrißr^vai  au-njv  i-l 
Ty)v  IT/UV  ofou.  Syr.  ihr  Gewalt  zu  geben  (nnz'^ii^oS)  über  alles, 
was  dir  ist.  Beide  übersetzen  46, 9  )2'"i-irh  ebenso,  übrigens 
versteht  Gr.  sTcißr^vat  transitiv  (vgl.  z.  B.  o.^o.'ff^j'-jx  1  Sam.  28,  15). 
Syr.  hat  46,  9  scpin  (Stärke)  für  m^z.  Dass  die  Redensart  ihren 
ursprünglichen  Sinn  verloren  hatte,  zeigen  auch  LXX  und  On- 
kelos  Dt.  32,  13,  wo  ebenfalls  t3/6c  und  xcpin  für  moa.  —  Lat. 
i.  f.  add.  et  confundaris. 

3.  '7S  2npn  Sn]  =  Syr.  cy  wj?n  sS  (verkehre  nicht  mit). 
Dagegen  Gr.  ]i.\  u-avTo;  (Lat.  respicias).  Danach  ist  vielleicht 
xnpn  oder  mpn  (12,  17)  anzunehmen,  da  h^  aip  sonst  den  geschlecht- 
lichen Verkehr  bedeutet,  was  wegen  b  nicht  passt.  Vgl.  anders 
Prv.  5,  8.  —  mi  ntt^s]  vgl.  Prv.  2,  16.  7,  5.  Syr.  xn^:i  Gr.  -(uvaizl 
£-ottf>iCoii.£VT(j.  Ob  Gr.  Syr.  anders  lasen  (vgl.  Hebr.  ruii  v.  4), 
steht  dahin.  Ich  ziehe  aber  m*  vor  wegen  v.  6 ;  übrigens  scheint 
auch  für  yuvy;  z-rtlrto.  41, 20  in  der  hebr.  Handschrift  mi  ntf^^s 
gestanden  zu  haben.  Der  Ausdruck  bezeichnet  wie  iTlDJ  eigentlich 
wohl  die  fremde  Frau,  die  sich  in  Jerusalem  aufhält  und  die 
am  leichtesten  sträflichen  Umgangs  sich  schuldig  macht.  Aber 
auch  der  Ehebrecher  wurde  wohl  i*  und  n:3  genannt  (s.  z.  23, 22.  23). 
Das  syrische  Wort  für  ehebrechen,  Ehebruch  usw.  ist  "iw  (eigentl. 
fremd  sein)  mit  mehi-eren  Derivaten. 

4.  Hebr.  hat  a  in  doppelter  Gestalt,  rü")*  ist  Glosse  zu 
dem  von  Gr.  Syr.  ausgedrückten  nj''^:?  (oder  ursprünglich  vielleicht 


Sir.  9,  1-6.  83 

ZU  mi  V.  3),  iioin  (schlafe)  statt  n^Tion  wird  durch  den  Fehler 
2yr\  V.  3  veranlasst  sein.  Für  TTion  (Syr.  mnon  s.  z.  8,  17)  hat 
Gr.  frei  ivo3/i/'.^c,  B*  auvy^i>!.^s,  70  add.  '}'-»//?■'  ^^^'-*-  Lat.  add.  nee 
audias  illam.  —  i^hn]  Gr.  ctXoK,  wofür  Lat.  pereas  (vgl.  Lat. 
23,  7.  27,  26.  29.  34,  7,  Orig.  4,  288  consumaris).  Syr.  sie  dich 
verderbe  ("isw),  worin  er  vielleicht  dem  Gr.  folgt.  —  iTpipS?] 
so  vocalisirt  die  Handschrift.  Gr.  iv  i-'/c'.f>-/-;x7.T.v  (248  7ü  i-<-r^- 
Ssuixaatv,  Lat.  efficacia)  aSj-r,:,  d.  h.  in  ihren  Nachstellungen.  Syr. 
w^ohl  frei:  nnywz  (in  ihren  Erzählungen).  Hinter  iTmpSa  ( =  nwS 
Strafe?)  steckt  schwerlich  n'mpSns  (J.  Levi  nach  Prv.  6,  24)  oder 
nTil'^pnz  (Peters  nach  34,  7),  sondern  eher  ein  Wort  wie  nph 
Prv.  7,  21  (Ryssel),  das  freilich  selbst  unklarer  Bedeutung  ist. 
Hier  ist  ein  Wort  wie  Nachstellungen,  Fallen,  durch  den  Zu- 
sammenhang mit  V.  3.  5  erfordert.  Das  Wort  war  wohl  früh 
verderbt.  Im  Talmud  ist  dafür  nrnKöZ  aus  v.  3  gesetzt.  —  Ob 
die  sinnlosen  Worte  nrT'D'cz  'fT^f  |c  überhaupt  hierher  gehören, 
ist  zweifelhaft.  "jc-si>''  lässt  an  andere  Fälle  denken  (Gen.  38,  24). 
5.  pj2nn  (Job.  31,  1)]  Gr.  xat7.!i.7:vbav£  (v.  8.  38,  28),  Lat. 
conspicias,  Syr.  spann  (v.  8  vgl.  1  Reg.  3,  21  Pesch.),  70  add. 
X7X03/0AOJ?.  —  Vgl.  Matth.  5,  28.  —  K^pin]  =  Gr.  crz^voaXiiUf,-:. 
Vgl.  ufpr  34,  7.  35,  15,  typ:  13,  2,  Ufp):  41,  2,  u^pio  34,  30,  n)^p)a 
35,  20.  Das  Verbum  bedeutet  13,  2  stossen,  41,  2  anstossen,  zu 
Fall  kommen;  vgl.  targ.  ^pi  schlagen.  Auch  im  Syrischen  findet 
sich  t^pjns  für  anstossen.  34,  30.  35,  20  bedeutet  nr^p'ü  Anstoss, 
und  event.  auch  das  Fallen,  typia  ist  aber  Am.  3,  5  ebenso  wie 
Gr.  ax7.vo7.Xov  (ax7.vo7.X-/;{^pov)  eigentl.  das  Stellholz,  bei  dessen 
Berührung  die  Falle  zuschlägt  (vgl.  ^jXov  -c^oT/.oaaaTo?  34, 7), 
also  =  Anstoss.  Neuhebr.  bedeutet  t^p'O  auch  Schädliches,  Ver- 
derbliches. Ob  das  Verbum  hier  wie  35,  15  zu  Fall  kommen, 
oder  aber  wie  34,  7  gefangen  werden  bedeutet,  ist  zweifelhaft. 
Syroh.  23  S  Sah.  korrigiren  ax7.vo7/j'3r,  at,  Cod.  Toi.  und  Am- 
brosius  scandalizet  te  (et  tedieris).  —  .TiJ'i'ij?2  (vgl.  u^2V  Dt.  22, 19)] 
=  mit  der  Strafe  für  sie  (d.  h.  50  Sekel  nach  Dt.  22,  29  vgl. 
Ex.  22,  15.  16)  =  Gr.  iv  toT?  s-ixiatoic  ah-r^:  (Lat.  schlecht:  in 
in  decore  illius.  Sah.:  ihre  Schönheit).  —  Syr.  frei:  damit  du 
nicht  schuldig  werdest  mit  (2)  ihrer  Morgengabe  doppelt.  Woher 
er  die  doppelte  Morgengabe  hat,  ist  unklar.  Ich  meinte  früher, 
h^2n  {=^  ti^pw)  und  h^zn  seien  verwechselt. 


84  Sir.  8,  8—10,  29. 

6.  r\:)'ih}  Gr.  Ttopvaic.  —  -^it^ojj  Lat.  add.  in  ullo  (al.  nuUo). 
—  DiDn]  Gr.  d-oli<sr^iZ  =  Syr.  imn  (Lat.  perdat  te  et  haereditatem 
tuam).  hu  n3D  heisst  an  einen  anderen  kommen,  das  Hifll  an 
einen  anderen  bringen  (1  Chr.  10, 14).  Aber  der  Begriff  des 
Verlustes  mischt  sich  leicht  ein  (vgl.  10,  8).  Da  na  auch  durch 
Gr.  ty;v  xXr^povoixiav  aou  (Syr.  das  Erbe  deines  Vermögens,  "['•DDin) 
bezeugt  ist,  ist  Tun  zu  lesen. 

7.  SninnS  =  Syr.  ij;Bi:n'i  (und  du  wirst  beschimpft  werden); 
vgl.  23,  21.  Aber  Gr.  [xt|  TrspißXsTrou,  wonach  anjnn  Ss  zu  lesen 
ist  (vgl.  das  Piel  Jes.  5,  30  und  im  Talmud).  Ein  Verbum  des 
Sehens  ist  indirect  auch  im  Hebr.  bezeugt  durch  den  Fehler 
yyv  ns"iö2,  wofür  Syr.  NTJnö  yw2  =  Gr.  h  f-u[xoti?  (Anton.  1109 
-K'jXatc,  Lat.  vicis)  ttoXeo»;.  Lies  mit  J.  Levi  TJ?  \snö2  (vgl.  Ez, 
26,  10  und  unten  14,  22)  oder  'V  ms2ö3  (Ez.  27,  3).  y^v  (vgl.  die 
Variante  zu  v.  8)  ist  über  py  aus  T'j?  verderbt.  —  nn-n  in«  naiti'Si 
(vgl.  Prv.  7,  8)  ist  ebenfalls  entstellt.  Syr.  «aim  inm  2nDnm  = 
und  du  aufgeschrieben  wirst  auf  der  Seite  (eig.  in  der  Columne) 
der  Schulden.  Er  las  etwa  .Tni2in3  la'iti»':').  Gr.  xal  ev  xat?  sf>i^[xrji? 
(S*  ptJixatc,  Aeth.  Strassen)  auxr^  [xt;  TrXavö»,  was  auf  ü^)\i>n  Wt 
.Tm2in3  führt.  Clem.  AI.  Paedag.  III  4,  28  hat  in  der  Wort- 
stellung des  Hebr.:  [x-/]0£  -Xavto  h  -yX:  £f>-/j[ii'a'.c  ao--?;?.  Dagegen 
Lat.  nee  oberraveris  in  plateis  (=  Anton  1109  TrXaxsiat?  vgl. 
23,  21)  eius.  Die  Strassen  beruhen  auf  Korrektur,  die  Lesart 
rfm^nna  ist  auch  durch  Hebr.  bezeugt,  gleichwohl  ist  .Tnism^ 
herzustellen.  Uebrigens  hat  tJölU'  wenigstens  die  Nebenbedeutung 
von  umschauen  und  forschen  Zach.  4,  10.  Dan.  12,  4. 

8.  yv  a''75?n]  Talm.  und  Alfab.  yy;  'n,  Gr.  d'K6axpz'\>o\>  o'z>- 
{}aX[xov  (157  Anton.  1088  --  !xo6c,  Syroh.  S-^"^  C  106  157  254 
Sah.  Anton,  add.  aou,  Lat.  faciem  tuam);  vgl.  LXX  Prv.  28,27. 
Jes.  1,  15. —  ]n  nfi^iiQ]  vgl.  Prv.  11,  16.  Gr.  drJj  -j-uvar/o?  sujAopcpou 
(Lat.  compta,  aber  Clem.  AI.  Paed.  III  11, 83  7.£/apiT(y|jL£V7j?:; 
vgl.  zu  18,  17).  —  Syr.  für  a  frei:  dein  Gesicht  möge  auf  ein 
schönes  Weib  nicht  schauen.  —  L3''2n]  Gr.  xa-ajidtvöavs  =  Syr. 
Npann  (vgl.  V.  5).  —  -[S  üh  ^2^]  Gr.  xdiXXoc  aXXoxpiov,  aber  Sah. 
mit  Syr.:  Schönheit,  die  nicht  dein  Eigentum  ist.  —  ntt'X  ij?a] 
Talm.  nc  ntf'K  "iKnn  ""D,  Syr.  denn  (n^j)  durch  die  Schönheit  des  Weibes, 
Gr.  £v  (248  70  Clem.  AI.  1.  1.  add.  -(dp)  xofXXst  ^(wauoc.  nj?3 
(vgl.  Prv.  6,  26)  passt  nicht,    wenn  man   mit   den  Uebersetzern 


Sir.   9,6-9.  85 

und  dem  Talmud  innti^n  passivisch  versteht,  da  es  in  der  dann 
erforderlichen  Bedeutung  „aus  Ursache  von"  nicht  belegt  ist. 
Dagegen  wird  die  Lesart  des  Gr.  und  Syr.  durch  iKn  (=  An- 
blick s.  z.  11,  2)  bestätigt;  nur  ist  ne''  daneben  überflüssig.  —  innii'n] 
Syr.  kamen  um  (n2X),  Lat.  perierunt.  Dagegen  Gr.  lirXavr^Or^aav 
(Clem.  AI.  a-c-Xavy^tlr^ciav),  was  vielleicht  auf  eine  andere  hebräische 
Lesart  zurückgeht.  Uebrigens  weist  ij;3  auf  eine  an  sich  mög- 
liche (vgl.  zu  5,  15),  aber  des  Zusammenhanges  wegen  unwahr- 
scheinliche Deutung  von  innt^n  als  Hifil  hin.  —  ■T'inx  pi]  Syr. 
und  ihre  Liebe,  Gr.  xotl  (C  add.  rj  Ix  xotS-ou  91/a'a.  Danach  ist 
nan«  und  nach  Gr.  Syr.  ti'SD  zu  lesen,  pl  weist  auf  a  und  b 
zurück.  —  Lat.  hat  die  Dublette:  omnis  mulier,  quae  est  forni- 
caria,  quasi  stercus  in  via  (vgl.  aialo;  26,  22)  conculcabitur  (Miss. 
Moz.  348  computatur;  vgl.  Xo^iafir^astai  26,  22).  speciem  mulieris 
alienae  multi  admirati  reprobi  facti  sunt,  colloquium  (=  öixiXta) 
enim  illius  quasi  ignis  exardescit.  —  Vgl.  Job.  31,  12, 

9.  Syr.  hat  den  Vers  in  doppelter  Gestalt,  vor  und  hinter 
V.  8.  Vor  v.  8  hat  er  für  a:  Bei  (nj?)  der  Herrin  eines  Hauses 
stütze  deinen  Ellnbogen  {']h''T}  nicht.  Dem  entsprechend  findet 
sich  zu  [xsxa  u-avopoo  '(wxv/M  (41,  21)  |xr,  xaöo'j  to  a-jvoXov  in  248 
70  (vorher)  und  bei  Clem.  AI.  Paedag.  II  7,  54  (nachher)  und 
im  Lat.  (nachher)  die  Dublette  xal  ayj  xa-axXidfj?  (Clem.  AI.  aujx- 
[xsxaxX.)  £7:'  a-^^rnkw^  (Clem.  70  a-,'xä)va,  Lat.  cubitum)  fxsx'  auxy;?. 
Vergleicht  man  damit  das  talmudische  nSj?3  Sv«  ts5"SK,  so  geht 
diese  Lesart  offenbar  auf  Verwechslung  von  SjfK  und  S'^-i^  (vgl. 
zu  41,  19  und  1  Reg.  3,  20  LXX)  und  verschiedene  Deutung 
von  nSj?2  zurück.  Man  darf  dabei  wohl  fragen,  ob  xafiou  xo  a6- 
voXov  aus  xXt&-^?  Sil'  d-j'xaAojv  entstanden  ist.  Im  Hebr.  ist  cyen 
blöde  Korrektur  für  SjfN  an,  in  das  man  h^'i^  an  auch  hier  verlas 
(so  auch  Peters).  Gesichert  wird  diese  Verwechslung  durch  die 
talmudische  Variante  (bei  Rabbinovicz)  rh^z  cy  rh)t^  an  Sk.  Das 
S''i:s  rvin  gilt  Sirach  beim  Gastmahl  (onS)  für  unanständig  (41, 19), 
aber  beim  Weingelage  war  yT\  üblich  (35,  2  vgl.  Anm.  2,  8). 
Der  Unterschied  beruht  wohl  darauf,  dass  beim  Gastmahl  auch 
Frauen  zugegen  waren  (Job.  2,  3.  12,  3).  Also  besagt  auch  cy 
'r'^iTK  Lsn  h)^  nSya:  halte  kein  Weingelage  mit  einer  verheirateten 
Frau.  Hinter  v.  8  hat  Syr.  für  a:  „mit  der  Frau  eines  Mannes 
mache  nicht  viel  die  Rede",  und  für  b:  „und  mache  nicht  lang 


86  SÜ-.  8,  8—10,  29. 

(=  iti^on  für  "^Dttn,  s.  u.)  mit  ihr  (w  Maus.  add.  deine)  Gespräche 
(i^n^ltt*);  vgl.  dazu  Aboth  1,5:  ntfi«  nv  nn^ii^  nmn  ha.  —  Dagegen 
hat  Syr.  vor  v.  8  für  b:  und  nicht  mische  (Jiian)  mit  ihr  alten 
(spTi;;  vgl.  zu  34,  25)  Wein.  Aehnlich  der  Talmud  (in  Folge 
des  Missverständnisses  von  r\hy2) :  nrti^i  p  105;  ipr^h,  was  zunächst 
aus  nriy  n^y  •cö'?  entstanden  ist.  Nun  kann  aber  y.m  |xt)  aoii'^rj- 
Xoxo-rj3-((C  jj,£-'  aoxr^q  iv  oivw  sehr  wohl  auf  1)2^^  noj?  2Dn  ':ki  zurück- 
gehen, obgleich  22ü  35,  1  anders  übersetzt  ist,  und  auixJ^oXxo-ioj 
(Clem.  AI.  a'j;xj3oXa?  Ttoist,  Lat.  schlecht:  alterceris)  18,  33  für  S"?: 
steht  (vgl.  LXX  Dt.  21,  20.  Prv.  23,  20  und  die  Späteren  zu 
Prv.  23,  20.  21.  28,  7).  Zur  talmudischen  Lesart  vgl.  Jes.  5,  22. 
Prv.  9,  2.  5.  Aber  'IJI  "[Dan  hi<)  würde  nach  a  zu  wenig  besagen. 
—  ntsn]  vgl.  Jos.  24,  23.  Gr.  Syr.  iv.yKrr,.  —  ,t':k]  Gr.  l-d  (C 
254  £tc)  auxr^v,  Syr.  hinter  ihr  her  (vgl.  1  Reg.  11,2).  —  ii\ 
Syr.  "jn'?,  Gr.  vj  '];u/rj  (Clem.  AI.  und  Lat.  x7.poi7.)  cjou;  vgl.  zu 
4,  17.  —  nNtsim]  Syr.  und  schuldig  des  Todes,  bezw.  mit  schuldigem 
Blute.  Gr.  xotl  xw  z:v£6[xaTi'  (lies  mit  Clem.  AI.  und  Lat.  ox\M-i) 
aciu;  vgl.  1  Reg.  2,9.  —  nön2'^]  ist  aus  c  eingedrungen,  Syr.  du 
hinabfährst  (mnn),  Gr.  hXKa^ifif^f.  Danach  ist  etwa  nrm  (Job.  21, 13) 
oder  nii'n  (Prv.  2,  18)  zu  vermuten.  —  T\rw  ^«]  =  Gr.  si?  7.-0J- 
Xstav  (vgl.  Hebr.  und  Gr.  zu  48,  6.  51,  2);  Syr.  WS.  —  Gemeint 
ist  die  Rache  des  Ehemannes;  vgl.  Prv.  7,  26.  27  und  überhaupt 
Prv.  7. 

10.  li'tsn]  =  Gr.  lyxa-ahTTT^^c  =  Syr.  pi2tt'n;  vgl.  zu  47,22.— 
"|['']s;[l]T  kS]  d.  h.  er  ist  nicht  dein  dir  altbekannter  Vertrauter. 
Syr.  rh  siso  xS  =;  er  erreicht  ihn  nicht.  Gr.  oux  i'a-iv  (Lat.  erit) 
£<ptao?  (70  £'fta-^i?,  248  Anton.  716  hz  iar^?)  au-w;  vgl.  zu  34,27. 
Gr.  hat  kaum  anders  gelesen  (etwa  XiT\T),  sondern  eher  frei 
übersetzt,  und  Syr.  ist  ihm  gefolgt.  —  p]  Syr.  praem.  wie.  — 
jti'^'i]  ist  Konditionalsatz.  Syr.  pnp  nDi,  Gr.  sav  (S}Toh.  70  106 
157  k  C  Anton.  723  Chrys.  3,  337  add.  os)  -aXotiwf%  dag.  Lat.: 
veterascet  (al.  -scat).  —  ins]  Syr.  om.,  Gr.  willkürlich:  fist' 
(Chrys.  praem.  xots,  Lat.  praem.  et)  su'fpoauv/jc.  Vielleicht  ist 
xoxs  ursprünglich;  vgl.  zu  11,  7.  —  1:^11^^11]  die  Punktation  sta- 
tuiert ein  i,  aber  die  Konsonanten  wollen  vielleicht  e.  —  Vgl. 
imAlfabeth  I  des  Ben  Sira:  iTn  -ß:  nx  n^S  T\^tr;^  «»"m.  Mibchar 
ha-peninim  p.  27,  9  ed.  Filipowski:   u^nn  nsna  "^rm:^  lan  f]'''?nn  Sn. 


Sir.  9,  10—14.  87 

11.  2  »jp  heisst  hier  wie  45,  18.  Prv.  3,31.  24,  1  auf 
Jem.  eifersüchtig  sein,  so  dass  man  es  ihm  gleich  tun  will.  — 
j?Si>"i  ti>''sn]  Gr.  verdeutlichend:  oo^av  (s.  z.  45,  2j  ct;i.a,o-:oj>.o'j  (Lat. 
gloriam  et  opes  peccatoris).  —  na]  Gr.  -i'  (248  23  S*  A  -ic)  i'sTai 
(248  23  106  Sah.  iaxiv),  55  254  Anton.  1160  t(  -i^ra  (vgl.  8,18. 
Prv.  27,  1).  —  WV]  d.  h.  sein  Tod  und  sein  Endschicksal.  Syr. 
sein  Ende^  Gr.  r^  xataatTfio'fv]  autou  (vgl.  zu  18,  12j.  F.  Perles 
vermutete  danach  iciD. 

12.  Für  das  im  Plebr.  zerstörte  Verbum  hat  Syr.  pn,  das 
er  V.  11  für  wpn  setzt  und  hier  vermutlich  nur  wiederholt.  Gr. 
£uöoxr^3(ic,  wonach  innn  zu  vermuten  ist;  vgl.  zu  37,  28  und 
Prv.  3,  31.  —  n^Si:.^  pT2]  hier  das  Adjektiv  von  Ps.  124,  5  an- 
zunehmen, ist  unnötig.  Syr.  rh'i^i  n'jij;^.  Dagegen  Gr.  h  (SCA 
om.)  i'joo/.i^'.c  (B  (A  55  155)  Sah.  vjw/X'j.,  Lat.  ao'.x-'a,  Syroh. 
suooiaic)  a3s|3wv.  Lies  s'joota  (38,  13.  10,  5).  Erleichternd  kehrt 
Gr.  die  Wortfolge  um,  setzt  für  n^h'^iri  das  Abstractum  und  für 
piT  das  Adjektiv  da3[i-/-c  (ebenso  13,  24.  Iß,  3  vgl.  12,  5a)  und 
nachher  für  'npi''  oixaKuilöisiv  (s.  zu  1,22).  Erleichternd  auch  Syr.: 
dass  bis  zum  Tode  kein  Mensch  gerecht  ist.  Lat.  usque  ad  in- 
feros  non  placebit  (^=  io^ox-/;!}-?;?)  impius.  —  Für  rj?  lies  ij; 
(Syr.  Gr.). 

13.  pm]  Gr.  «x^r/pav  a-c/s;  vgl.  zu  13, 10.  30,23. —  ^[h^if]] 
Syr.  ^'h^^,  Gr.  o;  i/v.  i^yj^ii'jy.  —  Sk')]  Gr.  xat  o'j  ixt;,  Syr.  »hv, 
vgl.  zu  7,  1.  —  mo  nnc  nncn]  vgl.  Ps.  14,  5.  Job.  3,  25,  und 
eine  Job.  15,  21.  Vielleicht  war  über  c  in  "inc  in  der  Hs.  ein 
2  oder  dgl.  nachgetragen.  Syr.  dich  fürchtest  aus  (p)  Furcht 
des  Todes.  Gr.  in  der  von  ihm  beliebten  Abwechslung:  G-o- 
-xt'jTf^z  'fopoy  (35,  18)  UotvaVyj.  —  cii*xn  «^  lies  'n  h^.  Syr.  (sS 
inöti'j  n^nn)  mache  nicht  schuldig  deinen  Atem  (=  "noti^j  in  d). 
Er  lässt  d  aus.  Das  ist  aber  ein  innersyrischer  Fehler,  denn 
für  -n/sti^i  liest  Ambr.  ■jt^'ci  (=  dich),  das  ursprünglich  auf  2TT\ 
folgte.  —    "iniaii*;]    Gr.    frei:    tyjv  Cw/;v  aoo.     248  70  Syroh.  add. 

T^'j.rjT/r/r^yxr/..  —  nii^l  Sj?]    Gr.   £-t  £T:aXc3(oy  tcoasojv   (al.   -o/>£(ü?),    Lat. 

super  dolentium  arma  (=  i-aX-j'wv  o-Xüjv?),  Syroh.  auf  den  Zinnen 
einer  hohen  Mauer.  Vermutlich  las  Gr.  nnKD  'rj?,  das  er  miss- 
verstand. —  Vgl.  Job.  18,  8.  9  (Strack). 

14.  ivi  nJV]  =  Syr.  "[lan  'jy.  Dagegen  Gr.  a-o/aac«  -ou? 
(248  C  Sah.  tou,   A  307  tco,    155  xo,    Syroh.  xo  xoo  (?))   -Xr^^rov, 


88  Sir.  8,  8—10,  29. 

Lat.  cave  te  a  proximo  tuo.  Vermutlich  hat  Gr.  ato/oiaoti  im 
Sinne  von  2  Macc.  14,  8  für  ruj?  gesetzt:  nimm  Rücksicht  auf 
die  Meinung  und  den  Rat  des  Nächsten.  Vgl.  aaTo/sTv  1,  19. 
8;  9.  Der  Sinn  ist  aber:  belehre  andere,  aber  sei  vor  allem 
bedacht,  von  den  Weisen  zu  lernen.  —  TTiDn]  vgl.  zu  8,  17. 
Gr.  cuixßouXe'joü  (al.  ßouXeuo'j),  Syr.  NIXT  TtSp  n""«!. 

15.  pDJ  cy]  Syr.  korrigierend:  mit  dem  der  Gott  fürchtet 
(vgl.  zu  16,  4),  Gr.  v.aX  (nur  in  B  (55  155  296  308))  [xe-a  auvsxdjv. 
Lat.  et  in  sensu.  —  "jJi2i^n]  Gr.  6  oiotXoYiatxoc  aou;  vgl.  27,  5.  — 
iniD  ^31]  Gr.  xal  Trotsa  oir^^(r^ak  (6,  35)  cou  =  Syr.  '[n'V)'^  pbl. 
Indessen  erscheint  T)D,  das  hier  vielleicht  Gespräch  (vgl.  7,  14) 
bedeutet,  als  originell.  —  cmrn]  ist  nichtssagend  gegenüber  Gr. : 
SV  vo|x(o  (Lat.  praeceptis)  u'j^taxou  und  Syr.:  in  den  Wegen  (vgl. 
zu  35,  17.  24)  des  Herrn.  Lies  ]Thv  mina;  d.  h.  innerhalb  des 
Gesetzes. —  w  Maus,  haben  für  b:  und  alle  deine  Wege  in  der 
Furcht  des  Herrn. —  Lat.  liest  v.  15  hinter  v.  16,  ebenso  Armen. 
(Herk.). 

16.  ■jisn'?  ""Sv^]  eine  Copula  (Syr.  Gr.:  sollen  sein)  ist  ent- 
behrlich. Uebrigens  ist  der  Ausdruck  singulär ;  Syr.  die  Essenden 
deines  Tisches  ("jnnc  ''Sdk),    Gr.  oi  a-jvosiTTvoi  -aou.  —  -[mKEn]    Gr. 

0  x7.6/-/i[xa  (30 u;  vgl.  10,  22.  44,  7. 

17.  Für  löj?  [h]\if)Ki)  ist  der  Raum  zu  gross,  nach  Syr.  (w 
Maus.  Mas.  I:  nr2V2  \£^hu^))  ist  noch  ein  2  anzunehmen.  —  ns^z] 
vgl.  zu  5,  13.  Syr.  (weise  und  einsichtig)  las  vielleicht  ein 
schlechtes  nm.  Wie  er  verwechselt  Gr.  Subject  und  Prädikat: 
xal  6  TjYouixeyo?  Xaou  aocpo?  ev  Xo^tü  (S*  Xoyoic)  ciütou.  Vgl.  zu 
letzterem  20,  27.  44,  4  und  18,  29.  Lat.  willkürlich:  et  princeps 
populi  in  sapientia  sermonis  sui  (seil,  laudabitur),  in  sensu  vero 
seniorum  verbum.  —  Dem  na'^z  DDn  (vgl.  n^u^  ^ODn  44, 4  und 
Jes.  3,  3)  entspricht  n^r  'nznz;  Syr.  schlecht  xrm  ,-inD:n2  (durch 
die  Weisheit  des  Richters).  Gr.  verdreht  die  Worte  in:  sv  ysipl 
xe/viTojv  (106  157  k  55  254  Sah.  xs/viiou),  wobei  er  D'^T  zweimal 
übersetzt.  Der  Sinn  ist  zweifellos:  wie  der  handfertige  Künstler 
Gewalt  hat  über  sein  Werk,  so  der  redefertige  Weise  über  sein 
Volk.  Danach  scheint  nun  ijiyn;.  dem  St^w  zu  entsprechen,  und 
itf^r  bedeutet  möglicher  Weise  „Kunstwerk" ;  vgl.  na>;?5 1  Reg.  6, 35. 
Bedenklich  macht  der  Anklang  an  Prv.  11,24,  und  nahe  liegt 
der    Gedanke   an  ^t.    Aber    Gr.    (spyov   £7rGtiv£i>-/)a£xai)   und  Syr. 


Sir.  9,15-10,4.  89 

(«ni''lo  ipnn)  scheinen  beide  schon  ttt^r  gelesen  zu  haben,  obwohl 
sie  übrigens  nichts  taugen.  Vgl.  awsaic  =  nvti'  51,  29,  und  |pn 
=  i\i^a  4,  18. 

18.  np]  lies  Tj?2  (Gr.  Syr.).  —  pti^S  li^^a]  vgl.  8,  3.  —  Klt^öl 
(Spruch)  passt  nicht,  Syr.  (zdjij)  las  wohl  Nii^lii.  Der  Ausdruck 
bedeutet  Ps.  50, 16  feierlich  von  etwas  reden,  hier  grosssprecherisch 
reden.  Gr.  Trpo-cz-/;;;  vgl.  LXX  Prv.  13,  3  (rncti>  p\i'z),  29,  20 
(nain  ^k)  und  Symm.  Koh.  5,  1  (-[^o  ':y  '^nnn  ^«).  —  IiTd  'jj?]  Gr. 
ev  Xo^o)  (39,  31)  autoü,  aber  Brev.  389  in  lingua  siia. —  SJii'^]  zum 
Pual  vgl.  Koh.  8, 1  (?),  sonst  ist  es  nicht  belegt. 

10, 1.  Jsciti']  vgl.  zu  7,  ß.  —  DJ?  ist  wohl  aus  v.  2  für  c:n 
(Gr.  Syr.)  eingedrungen.  —  lüT  nach  Gr.  {-aioz'jcsti)  und  Syr.  (fjSj) 
in  "iDV  zu  ändern.  —  ph^af2]  =  Gr.  rjYcixov'ot  (7,  4),  bedeutet  hier 
aber  das  Reich.  —  htid]  die  unleserliche  Variante  war  wohl 
mno.  Gr.  -s-7.y;xev-/j  (Lat.  stabilis)  hzy.<..  mc  (50,  14),  sonst  aram. 
und  neuhebr.,  bedeutet  hier  in  gute  Ordnung  bringen.  —  Syr. 
für  b:  und  ein  weiser  Gewalthaber  (nö^W)  macht  bewohnt  seine 
Stadt  (vgl.  V.  3). 

2  stellt  Hebr.  hinter  v.  3.  Aber  v.  3  darf  auf  v.  1  nicht 
unmittelbar  folgen.  —  DJ?]  Gr.  to-j  X^oO  auxou,  aber  a-koGi  fehlt 
in  248  70  Syroh.  106  (?)  k  157  254  Sah.  Aeth.  Anton.  1000.  — 
p]  Gr.  oSt«>?  y.rj.(,  aber  -ml  fehlt  inS*AC  106  307  Ibb.—TTh^] 
Gr.  ot  AciToupYoi  7.'jT0'ji  ^  Syr.  Mlitt^oti'o.  Das  Wort  bedeutet  im 
Kanon  Dolmetsch  (Gen.  42,23)  und  Gesandter  (2  Chr.  32,31); 
nicht  klar  ist  seine  Bedeutung  Job.  33,  23  und  besonders  Jes. 
43,  27,  wo  LXX  ap/ovxec,  Syr.  wa''':iJ'.  Hier  ist  es  wohl  s.  v.  a. 
Ity.  —  '^Ü'\2)]  =  Gr.  xal  xata  xov  rfj'ootxsvov  (vgl.  LXX  und  zu 
V.  20).  —  ri^V  p]  lies  iTatt'V  (Syr.  Gr.).  Uebrigens  Gr.:  ravis? 
0'.  xaToixo'jv-sc  a'jr/;v  (C  a'jtr,c,  Anton.  1000  sv  ccjx-^j),  aber  Lat. 
tales  et  habitantes  in  ea  (Toi.*  Am.  Brev.  352  om.  in  ea). 

3.  j;nE]  vgl.  Ex.  32,  25  und  zu  46,  7.  Gr.  aratosuxoc,  was 
den  Sinn  (zuchtlos)  ungefähr  trifft.  Syr.  schlecht  frevelhaft  {üh)y). 
—  yv]  lies  löj;  (Gr.  Syr.)  —  iTn«']  Syr.  ,T:t£''7ti'T  (s.  z.  8,  8),  Gr. 
ouvaaxojv  (vgl.  zu  41,  17). 

4.  Hebr.  stellt  v.  4  hinter  v.  5,  was  wiederum  zu  ver- 
werfen ist.  —  T2]  vgl.  36,  13.  —  n^rhü]  hier  und  v.  5  Syr.  «nan 
=^  Gr.  xupiou.  —  n'ju^öö]  Syr.  Wts'jiti',  Gr.  scouaia  (vgl.  zu  30,  11). 


90  Sir.  8,  8—10,  29. 

—  S2n|  Gr.  Tv:  7^/?  (vgl-  Iß,  19).  —  nyh  ti^Wj  =  für  die  Zeit 
den  rechten  Mann  (wie  inj?3  121);  vgl.  np  Koh.  10,  17.  Gr. 
übersetzt  frei:  /^zi  xov  ypr^siixov  .  .  .  zk  ■/'zi(>ov  (307  iv  X7.if>»r)),  und 
ihm  folgt  wohl  Syr.:  mny'^  ii:>:ii;  vgl.  sonst  13,4.  —  i^r]  lies 
Toy;  Syr.  ny:,  Gr.  sYspsu  —  An  den  Messias  ist  schwerlich 
gedacht,  sondern  an  gute  heidnische  Könige  wie  Cvrus. 

5.  rhu^iir:]  =  Syr.  NJö'^lt^ ;  aber  Gr.  s'jooia,  wonach  ich  früher 
(so  auch  Peters)  nn*?!:«  (vgl.  zu  38,  13)  vermutet  habe.  Spricht 
man  isii,  so  kann  man  dafür  Ez.  16,  13  vergleichen.  Aber  Sang. 
Theoder.  Corb  1.  Brev.  352  haben  entsprechend  dem  Hebr.  potestas 
für  prosperitas.  Nun  können  freilich  im  Lat.  und  Hebr.  potestas 
und  nhuf^ü  leicht  aus  v.  4  eingedrungen  sein,  aber  auch  zWaol 
könnte  aus  Hwaia  entstellt  sein.  Man  kann  daher  nSii^oa  fest- 
halten, wird  dann  aber  i33  sprechen  müssen.  —  inj  ^3j  Syr.  nur 
h^i,  Gr.  nur  dvSpoc.  —  ppin»  ':zih)]  vgl.  Jes.  24,  23.  Ps.  96,  6. 
Gr.  versteht  den  Ausdruck  nicht:  xat  Tif/osoj-o)  Ypa[j.;j,aT2o>c  £-ii}-/;^st 
oorav  a-jTO'j.  Natürlich  ist  pp)m,  das  auch  die  Targume  mit  nied 
und  rj^fi  übersetzen,  der  Fürst.  Syr.  gar:  und  dren  ihn  Fürchten- 
den gibt  er  seine  Ehre.  —  Vgl.  50,  22. 

6.  Vor  h2  kann  ein  Buchstabe  in  der  Hs.  zerstört  sein. 
Syr.  hat  ein  3;  Gr.  i~i  (106  155  sv),  das  auch  mit  dem  Dativ 
öfter  für  ;  steht.  —  Hebr.  befriedigt  übrigens  nicht.  Dass  man 
dem  Nächsten  niemals  Böses  mit  Bösem  vergelten  solle,  erwartet 
man  hier  nicht  zu  hören.  Denn  mxJ  ist  nicht  die  Rache  für  das 
Unrecht,  sondern  das  Unrecht  selbst.  Allerdings  drückt  Gr. 
einen  ähnlichen  Gedanken  aus:  ItzI  tt^vtI  (ioizY)<jiaxi  (vgl.  28,  2)  \j.r^ 
;x-/jvi73r,c  (al.  i-i--/)vi3T,c  vgl.  28,  7.  40,  5)  t(5  -^aiov.  Lat.  für  a:  om- 
nis  injuriae  proximi  ne  memineris  (=  [xvr^sU-if,??).  Passend  Syr. : 
mit  allen  deinen  Sünden  beleidige  (mStsn  vgl.  zu  19,  17)  nicht 
deinen  Freund.  Ein  aram.  nh'cn  anzunehmen,  hat  kein  Bedenken. 
Gr.  bezog  j;^*s  ^22  fälschlich  auf  den  Nächsten  und  legte  sich 
das  Uebrige  nach  27, 30  ff.  zurecht.  Aus  demselben  Grunde 
wurde  im  Hebr.  yi  n^Sti^n  für  ühiän  gesetzt  und  dabei  wohl  h 
eingeschoben.  —  "[112  ']bnn  hi^)]  Gr.  frei:  -/7.1  <xr^  -rjä3:iz  ;xr/Av  iv 
sp-j'oic.  Syr.  hat  die  Dublette:  von  allen  Sünden  und  Lüge  sei 
fern  und  gehe  nicht  in  hohem  Geiste  (nn :  ms?). 

7.  Syr.  praem.  denn.  —  \)inh]  vgl.  zu  32,  22.  Gr.  sW-i 
xupiou,  Syr.  iirhü  cnp  (imd  auch  üUf^i:2  cip);    vgl.  aber  zu  46, 19 


Sir.  10,  5—8.  91 

und  zu  1^1. —  DrTJit*oi]  Gr.  X7.i  i?  a|x'iOTS[><ov;  vgl.  22,5. —  In  Sj-'ü 
pit^j?  möchte  man  ein  Verbum  und  ein  Nomen  suchen.  Gr.  hat 
'KX-/)ijL[x3X-/^ci£i  aZv/Srt.  (nur  B  aoizc?,  C  7.o'.y.t'o!v) ;  vgl.  zu  32,  15.  Aber 
dann  wäre  wenigstens  Syö''  zu  erwarten,  und  ^j;e  wird  durch 
TrXrjijLfxsXsia  aoixi'ct?  (248  70  Syroh.  8°* )  bestätigt.  Syr:  Raub  und 
Bedrückung.  Aber  Sva  ist  Prädikat  zu  pi^^j?.  und  |a  bedeutet 
wohl:  nach  dem  Urteil  von  Jem.  (so  richtig  Peters),  pti'y  richtet 
sich  zunächst  gegen  INIenschen,  wird  aber  von  Gott  auch  als  Sj?» 
gegen  ihn  selbst  angesehen,  w  Maus,  haben  wohl  nach  Korrektur 
b'l  für  pl-  —  Lat.  für  b :  et  exsecrabilis  (al.  exclamabilis)  omnis 
iniquitas  gentium. 

8.  Sirach  schliesst:  Gott  lässt  den  Völkern  den  Uebermut 
nicht  hingehen,  viel  weniger  den  einzelnen  Menschen  (vgl.  16,11). 
Dabei  verliert  er  sich  scheinbar  in  einen  Zornausbruch  gegen 
die  heidnischen  Unterdrücker  Israels.  Wahrscheinlich  stand  aber 
die  Gewalttätigkeit  innerhalb  der  jüdischen  Gemeinde,  über  die 
er  sich  beklagt,  in  Beziehung  mit  der  Vergewaltigung  der  Juden 
durch  die  Heiden.  Es  scheint  nämlich,  dass  er  von  9,  17  an 
die  jüdischen  Voll<:shäupter  im  Auge  hat,  die  er  anderswo  direkt 
apostrophiert.  Vgl.  den  ähnlichen  Gedankengang  in  31,21 — 36,22. 
Das  Reich  ist  das  Eine  Weltreich  wie  bei  Daniel,  aber  zunächst 
ist  wohl  an  den  Sieg  Antiochus'  III.  über  die  Ptoiemäer  gedacht. 
Dann  ist  m«J  Dan  nicht  zum  wenigsten  die  Bedrückung  der  Juden 
durch  die  Ptolemäer  (vgl.  zu  v.  10).  Aber  mit  den  Seleuciden 
hatte  man  unterdessen  auch  schon  schlimm'e  Erfahrungen  gemacht, 
und  Sirach  will  wohl  sagen,  dass  das  Reich  auch  bei  den  Seleu- 
ciden nicht  bleiben  wird,  weil  sie  gleichen  Schlages  sind  wie 
alle  früheren  Oberherren  der  Juden  und  der  Welt.  —  2lDn]  vgl. 
1  Reg  2,  15  und  zu  9,  6.  Syr.  sc'rniT^'a,  Gr.  ixsTayctat. —  D^n  SS:2 
mxj]  Gr.  017.  7.oix!'7.c  /7.1  'jßps'.c  (Lat.  doppelt:  injurias  et  contu- 
melias)  -mi  ■/rA^yyj-'j.  (248  Syroh.  Anton.  1012  add.  SoXta,  Lat.  et 
diverses  dolos).  Lat.  las  oiVfor>7.  für  yr>r^;xa-7,  was  wohl  ursprüng- 
licher ist  (s.  z.  7,  18).  Syr.:  wegen  Sünden  und  Hochmut  und 
Mammon.  Aber  das  Geld  ist  wohl  von  Gr.  (und  nach  ihm  von 
Syr.)  zugesetzt,  und  mxj  D^n  ist  als  Genitivverbindung  ganz  pas- 
send. Die  mx:  ist  das  Thema  von  v.  6 — 18,  und  D^n  bedeutet 
Gottlosigkeit  (vgl.  zu  v.  23). 


92  Sir.  8,  8—10,  29. 

9.  -icKT  icy]  Vgl.  40, 3.  Gen.  18, 27.  Gr.  yri  xoti  ottoSo? 
(17,  32.  40,  3).  —  im]  Gr.  schlecht;  mi  (Syroh.  add.  xai).  — 
rnn]  Gr.  iy  C^fj  (248  70  Syroh.  106  k  Origen.  14,  121.  Lat. 
add.  auToo).  —  Dir]  Gr.  sinnlos:  zrjfjvW  (248  70  157  sppi'{>o(v, 
106  k  £ppi']/£,  Lat.  projecit,  S"''  £/pi'}i).  Korrigierend  Syroh.  i^ou- 
oiwiaz,  wofür  Chrysost.  und  Suidas  (zu  '{^'j/txoc  avOpoj-oc)  ijouosvwto!'. 
(vgl.  Herkenne  z.  St.).  Gr.  müsste  cir  fälschlich  mit  nai 
(werfen)  zusammengebracht  haben.  Zu  Aergleichen  ist  vielmehr 
DTl  Ex.  16,  20,  wonach  man  cn"  erwarten  sollte.  Aeth.  hat  für 
£ppi']^a  xxX.  es  fault  sein  Körper.  Vielleicht  steckt  hinter  £xf>i'];i 
ein  £xc;y];£i,  wobei  Gott  als  Subjekt  gedacht  wäre. —  l-'i^]  scheint 
ein  -«i^  (=  aram.  k;]5,  syr.  «^i3)  vorauszusetzen.  Dem  entsprechend 
Gr.  T7.  evooaöta  auioü.  —  Syr.  hat  für  b  und  10a:  welcher  bei 
seinem  Leben  Würmer  (=  Dir?)  kriechen  (jit^m  =  pti>:  pti^?), 
seine  Seiten  (Minj,  pu  müji)  und  seine  Eingeweide  (=  nSna?)  der 
Arzt  reisst  auf  (sn:::).  Es  ist  aber  mit  Wellhausen  ^^r^J  (=  ri:) 
und  mit  Herkenne  xii::  (=  a-zM-zzi)  zu  lesen  und  zu  verbinden: 
welcher  bei  seinem  Leben  von  Würmern  wimmeln  seine  Gedärme 
und  Eingeweide;  der  Arzt  spottet. 

10.  lieber  Syr.  s.  o.  —  Gr.  für  a:  [i'x/.pov  appo^atr^aa 
axa)7rT£i  (C  axo-Tsi,  106  Sah.  axoTTöT,  248  157  xo--£i,  55  254  £xxo7r-£t 
=  Aeth.  er  heilt?)  laxpov  (so  nur  S"'',  die  übrigen  totxpo,;).  Vgl. 
Lat.:  omnis  potentatus  brevis  vita.  languor  prolixior  (=  jxaxpov) 
gravat  medicum.  brevem  (=  [xtxpov)  languorem  praecidit  medicus. 
—  Für  Ym  steht  18,32,  im  Gr.  7:0X6?  (Syr.  Menge).  Das  Targum 
verstand  das  Wort  nicht.  Es  hat  Job.  4,  12.  26,  14  ''^cr^mi  n'ap 
=^  K'  +  po;  vgl.  r/.[j.7'c  Hexapl.  26,14.  Dagegen  wird  es  in  der 
Pesch.  Job.  4,12  mit  nj?"  (klein)  und  Job.  26,14  mit  ti^^D  (schlecht; 
vgl.  LXX  4,  12  xaxov)  übersetzt,  und  „wenig"  bedeutet  das  Wort 
im  Neuhebräischen.  Vulg.  Job.  26,  14:  parva  stilla.  Danach 
könnte  [xixpov,  zumal  Clem.  Alex,  und  Lat.  auch  18,  32  [xixpa 
lasen  (s.  d.),  die  ursprüngliche  Lesart  sein,  wogegen  Syr.  dort 
auch  einer  blossen  Korrektur  TioUfj  gefolgt  sein  kann.  Aber 
dass  nicht  nur  hier  tjtaxpov,  sondern  auch  18,32  iroÄXi^,  aus  li-ixpoy 
und  [xixpa  geändert  wäre,  ist  nicht  gerade  wahrscheinlich.  Ebenso 
gut  kann  die  Lesart  des  Lat.,  wenigstens  18, 32,  aus  Gr.  II 
stammen.  Uebrigens  passen  die  Bedeutungen  „wenig"  oder 
„Geflüster"  (so  Symm.,  auch  Vulg.  Job.  4,  12)  an  beiden  Stellen 


Sir.  10,  9—11.  93 

des  Sirach  nicht^  und  die  von  nif^^ti^  (Spott  Ex.  32, 25)  wenigstens 
18,  32  nicht.  Obendrein  ist  die  Bedeutung  „klein",  „wenig" 
durch  die  Pesch.  Hieron.  und  Gr.  II  sowie  den  rabbinischen 
Sprachgebrauch  noch  nicht  gesichert.  Man  darf  aber  vielleicht 
vergleichen  arab.  ^ja^  ein  Tier  (durch  Zischen?)  zu  hastigem 
Lauf  antreiben,  so  dass  es  störrisch  wird,  davon  ij^U^  (=  eiliges 
Davonlaufen);  vgl.  auch  öüti>  2  Sam.  6,  6  {=  durchgehen,  vom 
Zugtier).  Hiernach  kann  man  das  Wort  als  „unbändiges  Laufen", 
„Unbändigkeit"  (vgl.  £?ataio?  LXX  Job.  4,  12)  verstehen.  —  in'ü] 
(vgl.  anvo  nnd  3n^  im  Kanon)  heisst  aram.  und  neuhebr.  im  Piel 
(das  auch  hier  gemeint  sein  könnte)  zum  Zorn  reizen  (im  Hifil 
heiter  blicken,  aber  auch  Schmerzensschreie  ausstossen).  Gr. 
Syr.  verstehen  „verspotten",  was  vom  „reizen"  nicht  weit  abliegt. 
— ■  DVn  i'^ö]  Gr.  praem.  xai'.  Lat.  praem.  sie  et.  Syr.  geschmack- 
los: heute  geht  er  =  "j'^na,  was  auf  einem  Missverständnis  von 
h'iZi''  beruhte.  —  '^ic  inoij  hzi  wie  oft  =  sterben  (2  Sam.  21,  9. 
Ps.  82,  7).  Syr.  nSD  "inoi,  Gr.  xat  oiupiov  xsX£ux-/^a2i  (C  xsXsuxa).  — 
Wie  V.  8  müssen  erst  recht  v.  9 — 11  zeitgeschichtlichen  Sinn 
haben  und  wegen  v.  8  auf  einen  Ptolemäer  bezogen  werden. 
Man  wird  zunächst  an  Ptolemäus  IV.  denken  müssen,  der  204 
starb.  Vgl.  Dio  Cass.  Exe.  bei  Mai  p.  545:  voa(o  yj-fl^r.-^  ^xs-aXocxisi 
xov  ßtov,  sowie  Trogus,  Prol.  XXX:  amore  Agathocleae  corriiptus 
decessit.  Bretschneider  wollte  v.  9b  10a  als  Anspielung  auf 
die  vermeintliche  Todesart  Antiochus'  IV.  streichen.  Aber  danach 
sehen  die  Worte  nicht  aus,  und  die  Juden  werden  sich  auch  über  den 
Tod  anderer  ihnen  verhasster  Oberherren  ähnliches  erzählt  haben. 
11.  niön]  Gr.  Iv  7ap  xm  oc-o^iavsTv.  —  Sm'']  Syr.  ist  sein 
Teil  (nnjo).  —  Gr.  kehrt  in  b  die  Reihenfolge  der  Worte  um: 
spTTsxa  xocl  \}r^[Aa  x7.1  axtuÄr^xac.  Indessen  ist  diese  Wortfolge  in 
Gr.  vielleicht  nicht  ursprünglich  (B  om.  xai  2°,  S*  om.  X7.t  cxw- 
Xr^xa?).  Mit  axwXvjxa?  gibt  Gr.  ny':im  nm  (vgl.  7,  17)  wieder; 
Syroh.  70  add.  auv  a-^^st,  vielleicht  =  HDl  nach  Gr.  II.  Uebrigens 
liest  Syroh.  xXr;povo[jLr^cjsi  ctuxov  (Korrektur  nach  19,  3),  und  S<=^  23 
Sah.  lesen  axwXr^xs?.  dvjs  passt  zur  Not,  wenn  man  nicht  speciell 
Stechmücken  oder  Läuse,  sondern  Ungeziefer  versteht.  Zum 
Versrhythmus  vgl.  zu  1,  2.  Ob  Gr.  (^pta)  anders  las,  ist  zweifel- 
ha  ft,  aber  nrn  wäre  nicht  besser.  Syr.  und  sein  Wurm  (oder 
seine  Würmer)  vor  ihm  kriecht  (kriechen). 


94  Sir.  8,  8—10,  29. 

12,  IJ^IO  um]  Gr.  <xvi)p(uT:o'j  d<ptaTa[j.Evo'j  d-h  y.'jr>iou  (106  om. 
drJj  x'jfito'j  7.7.!')  was  als  Gen.  absol.  zu  verstehen  ist.  Syroh.  70 
lOß  korrigiren  oc-ostr^vai.  k  7/ftataai)7.',  Lat.  apostatare.  Das  Part. 
Hofal  :j;iöist  möglich;  vgl.  sonst  ij?i:  Jes.  33,  19  und  unten  v.  18. 
Gr.  erklärt  mit  Recht  nach  b.  —  nSnn  ist  hier  wie  Prv.  9,  10 
und  sonst  n^i^^sn  (vgl.  zu  1,  14)  das  Wesen  einer  Sache.  Auf 
Verkennung  dieser  Bedeutung  des  Wortes  (bezw.  der  von  afv/i) 
beruhen  die  Varianten  hier  und  in  v.  13.  Chrysost.  2,619.  4,222. 
5,142:  drjyr^  0-3,0-/; 'iav'ac  to  jxr^  zloivj.i  Tov  x'jf;»ov.  Origen  7,319. 
1 1,  236 :  initium  discedendi  a  deo  superbia  est.  Syr. :  der  Anfang 
der  Sünden  der  Menschen  ist  ihr  Uebermut.  —  "li'^o]  lies  nach  Gr. 
und^nt'voi  der  Hs.  iih.  — Syr.  schlecht:  und  ihre  Taten  machen 
töricht  (piJ^ö  leg.  j'BDO?)  ihr  Herz. 

13.  Der  einwandfreie  Text  des  Hebr.  wurde  von  Gr.  Syr. 
schlecht  gelesen  oder  nicht  verstanden,  mpo  und  Dpfs  stehen 
auch  43,  20  neben  einander.  Gr.  setzt  für  ersteres  willkürlich 
(zp/Zi-  Syr.  für  beides  v^i2ü.  Mit  «an  jlT  stimmt  der  griechische 
Vulgärtext :  u-spr/iiavtac  aijiv.pTt'a,  A"  korrigiert :  u-spr/^avta  ajxap-tac. 
248  Syroh.  Chrysost.  2,592.  4,222.  778:  afjiapxta?  u-s.or/fctvt'cz, 
Lat.:  omnis  peccati  est  superbia.  Mit  248  Syroh.  stimmt  Syr., 
der  einem  gleichlautenden  griechischen  Text  folgte :  xnrw  xn'"i:m, 
aber  Cod.  Ambros.  xnVKjn  sn"'j:n,  was  Korrektur  nach  der  Vulgär- 
lesart des  Gr.  ist.  Vgl.  zu  v.  12.  —  mip^i]  Gr.  willkürlich:  X7.i 
fj  'Ärjrj-(~y/  7'jTr^c.  Der  Puuktator  versteht  das  Suffix  masculinisch, 
das  n  (vgl.  unten  nj;jo)  weist  aber  vielleicht  darauf  hin,  dass  statt 
pil  einmal  msj  dastand.  Indessen  steht  pT  auch  v.  18  (wo 
Gr.  wie  hier  u-öpr/^avta ;  vgl.  zu  32,23),  es  ist  auch  durch  in2''T 
geschützt.  —  T2']  vgl.  42,14.  Gr.  scotjLßpr^ssi;  vgl.  zu  18,29. — 
noi]  Gr.  ßosXuYixa  (vgl.  LXX  zu  na:«).  —  Lat.  adimplebitur  me- 
ledictis,  Cod.  Theoder.  abominabilis  erit  apud  deum.  —  248  .70 
106  add.  X7.1  y.rx-y.a-rjr/.z,r,3ZT'y.i  zl:  -Alo:  (106  setzt  ein  wieder  ge- 
tilgtes 7.tj-o'jc  hinzu),  Lat.  add.  et  subvertet  eum  (al.  eos)  in  finem; 
vgl.  d  (106  om.  c  d).  —  Syr.  willkürlich  für  b:  und  Hurerei 
(s'nr:*  =  no:)  ist  die  Quelle  von  ihnen  beiden  {=  Uebermut  und 
Sünde).  —  isS  sSö  p  hv]  das  1  an  "12S  ist  nachgetragen,  nach  der 
Randbemerkung  soll  zugesetzt  werden  «n  j?i,  aber  ay)  V"i  1-'? 
sind  aus  Koh.  8,11.  9,3  in  Folge  des  Fehlers  sSö  eingedrimgen. 
Zu    lesen   ist   i^^bsn   nach  Gr.  (Trapsoocaas)    und  Üyv.  (if^io);    vgl. 


Sir.  10,  12—16.  95 

Dt.  28,  59.  —  D^^'7N]  Gr.  xupioc.  —  nyjj]  die  Punctation  scheint 
yi;_  und  nyj?  ermöglichen  zu  wollen,  beabsichtigt  war  aber  wohl 
njjjj  (s.  c).  Syr.  ihre  Schläge.  Gr.  xac  £-7.7(077:?  (3,  28  =  n:a).  — 
hSd  1J?  P2'''i]  Gr.  schlecht:  X7.l  x7-sc;-:ps'];£v  st;  ts'Xo?  au-cou;;  vgl, 
lon  V.  14.  Syr.  und  er  schlug  sie  einen  vollständigen  Schlag. 

14.  kdd]  Gr.  Dpovo'j?.  —  c\sji]  so  stand  v.  14 — 16  überall ; 
die  Throne,  die  Menschen  und  die  Länder  können  auf  Fürsten 
und  Völker  nicht  verteilt  sein.  l!\s'j  sind  allerdings  die  Heiden 
(Ps.  94,  2)  wie  cuy  die  Juden.  Gr.  setzt  dafür  hier  dp/ovtwv 
(70  Syroh.  23  Lat.  add.  u-spr/fa'vojy,  vielleicht  aus  Gr.  II),  v.  15 
(Hebr.  vac.)  drückt  Syr.  D^KJ  aus,  Gr.  hat  iUvwy  (248  70  Syroh. 
23  106  Lat.  add.  u-spr/favtov),  v.  16  ist  D"'1J  (Gr.  iövwv)  auch  im 
Hebr.  eingedrungen,  nur  Syr.  drückt  dort  d\sj  aus,  32,  23  liegt 
der  Fehler  in  allen  drei  Recensionen  vor;  vgl.  Soph.  3,  6  LXX. 
Es  fragt  sich  aber,  ob  für  cw  nicht  auch  d"»!]!  gesprochen  und 
geschrieben  wurde.  —  "[cn]  vgl.  Hagg.  2,  22.  Gr.  X7i}st>.£v  =  Syr. 
p|nD;  vgl.  Gr.  zu  v.  13 d.  16. —  C'rhü]  Gr.  6  xupioc,  Syr.  sna.  — 
W'^vl  Gr.  TTpasrc.  Vielleicht  ist  q'):-;  wie  3,  19  zu  lesen. —  248  70 
Syroh.  i.  f.  add.  iv  oo^rj  (248  svooOsv) ;  vgl.  Gr.  zu  40,  3  und  zu 
V.  15.  —  Vgl.  1  Sam.  2,  8.  Luc.  1,  52. 

15.  Hebr.  om.  —  ptCac]  Syr.  die  Wurzel  (snpj?)  =  u^i'^  = 
Sprösslinge  =:  Menschen ;  vgl.  zu  3,9. — £i>v«iv]  vgl.  zu  v.  14. — 
seixiXsv]  Syr.  yv,  vgl.  LXX  Koh.  3,2,  übrigens  pnj  Ez.  17,9. 
248  70  106  S*  iasTXsv,  Syroh.  ans,  23  ic'l^jzy,  Lat.  arefecit  = 
£?7}pc.vsy,  was  nicht  passt  und  aus  v.  17  (s.  d.)  stammt. —  ecpuxsucjs] 
Syr.  am«  (aus  v.  14).  —  248  70  dvx'  au-oiv  (248  add.  iv  So^tti; 
vgl.  zu  V.  14)  T7.KCIV0ÜC.  —  Lat.  christianisierend:  et  plantavit 
humiles  ex  ipsis  gentibus.  —  Vgl.  Ps.  44,  3. 

16.  mnpj?]  Syr.  anipv-  Gr.  hat  /wpctc;  er  las  aber  nicht 
anders.  Denn  16, 3  setzt  er  für  m^pj;,  das  dort  freilich  das 
Ende  bedeutet,  to-oc.  13,  26  findet  sich  vielleicht  ein  Stat.  constr. 
sing,  n^pj;  im  Sinne  von  Spur,  wozu  Syr.  «ri55V..  ^iu  stellen  wäre; 
vgl.  noch  zu  37,  17.  Die  Bedeutung  Spur  würde  auch  hier 
passen,  aber  auch  die  Bedeutung  Ort,  die  Gr.  dem  Worte  gibt; 
vgl.  darüber  auch  zu  26,  18.  —  n^lJ]  vgl.  zu  v.  14.  —  Daaa] 
ist  nicht  anzufechten,  obwohl  die  Hs.  eine  Variante  hatte.  üVä, 
Doa,  ca;3t3  bedeutet  im  Aram.,  Syr.  und  Arabischen  verstopfen, 
aber    auch  überziehen   und  verschütten.     Gr.  und  Syr.  ungenau 


96  Sir.  8,  8—10,  29. 

xaT£3Tpc'j^£v  (vgl.  V.  14)  uüd  yv  (vgl.  V.  15.  16).  —  dm'tkJ  Gr.  6 
(23  70  om.)  x6f>toc,  Syr.  s^-,a.  ~  b  fehlt  im  Syr.  (s.  z.  v.  17).  — 
ü'^iUf)]  Gr.  xal  diKuXsasv  cz'jt7?  (vgl.  6,  3).  Nach  Hebr.  müsste  man 
ü^i^  als  Nomen  mit  Suffix  verstehen,  aber  vpVp  p«  "iJ?  ist  Fehler 
für  px  vpy  IV  =  Gr.  iwc  OsixsXt'toy  yt^?;  vgl.  Am.  9,  3.  Denn 
die  Wurzel  ist  unter  der  Erde.  Lies  dann  aber  auch  ü^i^i^^l. 
Vpvp  ist  sonst  neuhebr.  =  zerstören.  —  Vielleicht  ist  besonders 
Sodom  gemeint  (Ez.  16,  49). 

17.  DnDiJ  das  )  hängt  wohl  damit  zusammen,  dass  Syr. 
(s.  u.)  in  a  drei  Verba  hat.  Man  wird  aber  nicht  cnD  (vgl.  Ez. 
26,4),  sondern  cnDJ  (vgl.  48,  15)  herstellen  müssen;  Gr.  s^^^f-sv 
könnte  freilich  auf  beides  zurückgehen. —  Eines  der  beiden  p«o 
ist  hier  wie  48, 15  falsch.  Dem  zweiten  entspricht  Gr.  d~o  -^t^?; 
vgl.  dazu  Ps.  34,  17.  109,  15.  Job.  18,  17.  Auch  Syr.  hat  für 
V.  16b:  „und  er  hat  vernichtet  (n^is)  von  der  Erde  ihr  Gedächtnis", 
aber  für  v.  17b:  „und  er  hat  aufhören  gemacht  (löj)  aus  den 
Menschen  (=  disd  oder  i^ijnd)  ihr  Gedächtnis" ;  vgl.  dazu  Dt.  32,26. 
Den  Fehler  £?r^pav£v  für£cfjp£v  (vgl.  zu  v.  15  und  zu  19,3),  haben 
B  Syroh.  k  (55  308)  Sah.  Lat. ;  er  hängt  vielleicht  damit  zu- 
sammen, dass  statt  £c  autcov  S<^*  106  k  157  307  A  55  254  155 
Aeth,(?)  auTou;  (C  auxa?)  lesen.  Aber  iz  r/jjxw^  ist  Fehler  für 
£?  avcuv  {■=  av{}pa)-a)v  Vgl.  ZU  46,  12  und  z.  B.  Cod.  C  zu  5,  13. 
10,  11)  und  vor  ihm  otu-o6?  wohl  in  den  Text  zu  setzen.  Also 
gab  Gr.  in  a  Dixa  oder  tJ^i:«D  wieder,  und  entweder  hat  er  oder 
Syr.  bezw.  die  Vorlage  des  Syr.  eins  von  beidem  mit  pKö  ver- 
tauscht. Aber  pxo  passt  besser  in  a;  vgl.  auch  48,  15.—  Di^n'l] 
Gr.  X7.1  ctKtoXsacv  autouc.  —  Syr.  hat  für  a  abweichend:  er  hat 
sie  vernichtet  (in«)  und  sie  ausgerottet  (ipj;)  und  sie  verwüstet 
(?]nD),  wobei  Ambr.  den  zweiten  Satz  am  Schluss  wiederholt.  — 
WQ'  mt^»^')]  vgl.  38,  23.  Dt.  32,26.  Aber  das  Kai,  das  die  Hand- 
schrift punktiert,  ist  zu  verwerfen.  —  Lat.  add.  memoriam 
superborum  perdidit  deus  et  reliquit  memoriam  humilium  sensu. 

18.  Syr.  praem.  weil.  —  niKJ]  vgl.  Prv.  17,7.  19,10  und 
zu  15,  9.  Aber  Gr.  (s/xia-ai)  und  Syr.  (njScnx)  lasen,  wie  ihre 
verschiedene  (vgl.  zu  34,  13)  Deutung  beweist,  beide  phn'i  {■=  zu- 
geteilt), dem  gegenüber  mxj  als  Korrektur  erscheint.  —  Für 
li'w'?  und  ntt>«  -rh-h  (Job.  14,1  u.  ö.)  setzen  Gr.  Syr.  den  Plural. 
Gr.  für  letzteres:  (£v)  ",'£vvr^[xaaiv -(uvautuv.   Dies  ev  ist  anzunehmen, 


Sir.  10,  17—22.  97 

da  (Ir.  oft  iv  für  h  {=  für)  setzt;  vgl.  35,  1.  42,  23.  44,  2.  22. 
45,  15.  19.  —  r^t«  n'v]  vgl.  ?,«  nty  45,  18,  wo  Gr.  i}'j;xk  xal  0,077;. 
Gr.  hier:  0,07/]  il-jaoo  (s.  zu  1,  22),  Syr.  frei:  Höhe  des  Herzens. 
mij?  ist  sonst  neuhebr. 

19.  )i^mh  p(|  Syr.  hier  und  in  c:  l^•isS  Trn  =  der  gesäet 
ist  vom  Menschen.  Aber  p  u  haben  in  a,  und  p  auch  in  c  j;"in. 
Gr.  a-ipaa  ocvilfytu-ou.  i^iJxS  könnte  aus  v.  18  eingedrungen  sein, 
und  h  wäre  zu  streichen,  wenn  yv,  hier  eine  Mehrheit  bedeutete, 
da  dann  j?"i'  und  it^'is  inhaltlich  identisch  wären.  Aber  es  handelt 
sich  um  die  Einzelnen,  und  'sS  ''  ist  daher  =  ein  Menschenspross. 
yTt  wird  gesagt,  weil  die  hier  gemeinten  Gottlosen  (hellenistisch 
gesinnte)  Adlige  sind.  —  Im  Hebr.  sind  von  den  vier  Stichen  des 
Gr.  der  2.  und  3.  wegen  Homoiarkton  ausgefallen.  Aus  dem- 
selben Grunde  finden  sich  in  griechischen  und  syrischen  Hss. 
und  im  Lat.  hier  Lücken.  Im  Gr.  folgt  zunächst:  cirspixa  s'yxitxov 
zoiov;  ot  cpo|':ioü;j.3voi  tov  y.'jf>iov.  Aber  Syroh.  Aeth.  om.  zotov,  254 
liest  6  cpoßo'jusvoc.  Syr.:  der  geehrte  Same  ist,  wer  Gott  fürchtet. 
Dann  folgt  im  Syr.  (aber  u  om.)  ein  sekundärer  Zusatz:  der 
geehrte  Same  ist,  wer  das  Gebot  beobachtet.  —  Gr.  fährt  fort: 
OTrcpjxa  «Tijxov  -oiov;  a-if-ixa  c/.vi>f>a)-o'j.  Im  Syr.  ist  Xit:  =:  -olov 
wohl  ausgefallen.  —  nSp:  yii]  Gr.  azspixa  aTi|j.ov  -oiov,  aber  Syroh. 
S*Aeth.  om.  irotov.  —  nv^ü  nzij?]  vgl.  zu  15,  15.  Gr.  01  -otryot|'jc(iVjy-:e? 
Iv-oXotc,  aber  Syr. :  der  nicht  beobachtet  (h  p  u  w  Maus. :  tut)  die 
Gebote.  —  Ueber  die  zweite  griechische  Uebersetzung  vgl.  Kap. 
4  der  Einleitung. 

20.  cti^Ni]  Syr.  erklärend:  der  älteste  (sti^^ii^p).  Gr.  6  t^you- 
jxcvoc  a<j-io\i  (vgl.  zu  V.  2  und  49,  15b).  —  NTl]  Gr.  Plural.  — 
dm':«]  Gr.  yjjy.ov.  —  ['f^]V^]  verlangt  der  Sinn.  Gr.  h  o'^ö^Xu-or? 
auxoü  =  schlechtem  VT';2.  Schlecht  auch  Syr.:  ist  geehrter  als 
er  (=  wa). 

22.  li'-n  ^^d:  in  u]  Syr.  r\h  ap'^v)  pDon  s'i:ü  S2imn,  Gr. 
TtXouaio?  y.at  Ivooco;  xotl  ttw/oc.  Hebr.  Syr.  sind  im  Recht,  sofern 
sie  vier  Nomina  haben,  Hebr.  aber  auch  wohl  darin,  dass  er  sie 
in  zwei  Gruppen  teilt  und  i:  und  n:j  nicht  unmittelbar  auf  ein- 
ander folgen  lässt  wie  Syr.  Uebrigens  wird  pca  des  Syr.  = 
ti'i  sein,  und  n':  «p'^^y  (vielleicht  =  "iS  iv)  kann  dem  1:  entsprechen, 
das  vermutlich  in  i*  (vgl.  z.  B.  Job.  19,  15)  zu  ändern  ist.  Gr. 
las  wahrscheinlich  ebenfalls  "iJ.     Denn    für  -ao'Jc?'.o?   hat    Syroh. 

Smend,  Siracli-Kommentar.  / 


98  Sir.  8,  8—10,  29. 

(unter  Einfluss  von  V.  21)  rf>ocjX-/jTr-oc  sx  ).r/.wj,  aber  Sah.  -pocfr^Äo-oc 
X7.t  -Xo'jaioc.  Nun  könnte  -p-osr^Äütoc  -/.v.^'  im  Vulgärtext  ausge- 
fallen sein,  X7.1  -Xoüatoc  dem  in,  und  xal  (Lat.  om.)  £voo;oc  dem 
^DJ  entsprechen,  das  in  nn3J  verlesen  war.  Aber  Gr.  kann  in 
auch  übergangen  haben,  und  TtXoüSto?  aus  ttt/jX'jto;  entstellt  sein. 
Ebenso  ist  wohl  Ivoo^o^  aus  <xoo;oc  (vgl.  v.  31)  verschrieben. 
Uebrigens  stellen  Syroh.  Aeth.  i'voocor  und  — a>/or  um,  was  kaum 
von  Bedeutung  ist.  C  stellt  die  Vierzahl  dadurch  lier,  dass  er 
am  Schluss  X7.l  ttcv/^c  beifügt,  was  aber  vielleicht  nur  Variaute 
zu  xott  -ä-co/zk  ist.  —  cmson]  Syr.  schlecht:  sein  Ruhm.  Gr.  -h 
xo(u/-/ifjL7  auT(7)v;  vgl.  zu  9,  16.  —  Gemeint  sind  arme  Juden,  die 
unter  den  Heiden  leben. 

23.  Gr.  stimmt  in  a  mit  Hebr.:  o-j  oiWov  (^  h  ]"'»)  cz-:t|xo(37t 
riw/ov  c'jv"ov  (70  om.  3'jv£Tov).  Aber  Lat.  noli  (al.  non  (est)) 
despicere  hominem  (Brev.  352  om.)  justum  pauperem,  Syr.:  nicht 
ist  zu  verachten  der  gerechte  Arme.  Augenscheinlich  folgten 
beide  einem  griechischen  Text,  wie  Cod.  70  ihn  bietet.  Aller- 
dings hat  Syr.  21,  16  xp^ii  für  auvs-rjc.  —  h  j'si]  Gr.  X7.1  ou 
x7.i)rjX£t  (al.  x7.i>r,x£v).  Lat.  et  noli  (al.  non).  Syr.  (und)  auch 
nicht  zu.  Ist  ou  X7.i}-/;x3t  nicht  später  zugesetzt,  so  wii'd  man 
den  Lat.  hier  vielleicht  auf  Gr.  II  zurückführen  müssen.  —  ^2] 
drücken  die  Versionen  nicht  aus,  es  ist  aber  wohl  echt.  —  Im  Cod. 
stand  wahrscheinlich  U2n  ^^^,  das  aber  aus  DOT  t^^K  verderbt  war; 
Gr.  hat  7vop7  7.[jL7f>T(oXov  (vgl.  zu  15,  12.  35,  17).  Dagegen  Lat.: 
virum  peccatorem  divitem,  und  Syr.:  den  gottlosen  Reichen. 
Auch  hier  gehen  beide  vielleicht  auf  einen  anderen  griechischen 
Text  zurück.  Der  Dan  t^''«  ist  aber  selbstverständlich  ein  Reicher. 
DOT  =  Gottlosigkeit;  vgl.  v.  8.  15,  12.  35,  17.  40,  15.  47,  21. 
49,  3.  Gen.  6,  13. 

24.  Für  die  Lücke  nehme  ich  nach  Gr.  ;x£yi3T7'v  3^3  (vgl. 
zu  11,  1.  38,  3)  =  König  (s.  z.  7,  6)  an;  für  ^l^*  z.  B.  wäre  der 
Raum  zu  gross.  Syr.  (w^2"i)  lehnt  sich  wohl  an  Gr.  an,  bei  dem 
er  vielleicht  gar  [i.£77.c  (Lat.  magnus)  las.  Jedenfalls  handelt  es 
sich  um  drei  verschiedene  Arten  von  Herrschern,  unter  denen 
der  König  nicht  fehlen  darf  (s.  z.  1,19).  —  [tsciiJ^l  Su'iö]  vgl.  zu 
4,  27  und  7,  6.  Gr.  xpixYjc  xai  SuvacTr^c.  —  ns^J]  Gr.  oo;acfi)r^a£':7i 
(248  70  -30VT71,  55  254  Oaufxaa&Vjaov-at,  vgl.  zu  7,  29).  Syr.  ehre 
(=  -33?).  —    ^n:  l"«!]    Gr.    xat  oux  l'cfTiv  «uiwv  -ic  [xsi'Ccov.     Aber 


Sir.  10,  23—27.  99 

c(u-(ov  TU  drückt  Lat.  nicht  aus,  248  TOS  lesen  tu  7.'jTwy,  k  om. 
Ti?.  Syroh.  fürb:  ccjtöjv  os  jxsuojv  o  '^o['>j'j;xsvoc  tov.  •/..  —  nM7kS]  Gr. 
xov  x'jp'.ov  (Lat.  deiira).  —  Syr.  und  nicht  ist,  der  grösser  wäre 
als  der,  welcher  ehrt  den  Gottesfürchtigen.  Ein  13:J  war  wohl 
Variante  zu  SnJ,  dann  neben  diesem  eingedrungen  und  dabei  in 
nnDöö  geändert. 

25.  Zu  a  vgl.  Prv.  17,  2.  -^  S^Dti^ö]  Gr.  309a  =  Syr. 
so^rn,  aber  248  70  S*  23  106  307  auvst.o.  Lat.  sensato  =  h^zu^a; 
vgl.  zu  7,  19.  25,  8.  —  Nach  Gr.  (sXc'jUsjdo'.  XsiTO'jpYrj^ooaiv)  und 
Syr.  (pn'^cj  sisn)  ist  nnr  cmn  zu  lesen.  —  Das  Aequivalent  von 
Gr.  X7.1  7.vr,o  iT:'.jr/;;j.ojv  =  Syr.  wn'^irD  S12J1,  ist  im  Hebr.  aus- 
gefallen. Man  kann  c^m,  paJi  oder  dgl.  vermuten.  Lat.  et  vir 
prudens  (et)  disciplinatus,  aber  disciplinatus  ist  vielleicht  Dublette 
zu  correptus  (s.  u.).  —  Die  Hs.  las  vor  der  Negation  wahr- 
scheinlich 1D13  =  KTino  nr,  das  Syr.  ebenfalls  dort  hat.  und 
Tra'.os'jo'isvoc.  das  248  70  Syroh.  (ohne  Aster.)  Lat.  (correptus)  am 
Schluss  beifügen.  Das  "iD)3  erscheint  als  ursprünglich,  wogegen 
Gr.  dW^rj  leicht  zugesetzt  haben  könnte  (s.  z.  3, 17).  Ich  verstehe: 
wenn  er  zurechtgewiesen  wird.  Mögen  die  Verständigen  daher 
auf  mich  hören!  Allerdings  könnte  "iDi:  auch  auf  a  bezogen 
werden:  er  zieht  daraus  eine  Lehre.  Aber  der  Vers  schliesst 
den  Abschnitt  ab,  wodurch  die  obige  Deutung  empfohlen  wird.  — 
pisn^]  vgl.  Thr.  3,  39.  Syr.  cj?nnj,  Gr.  70770331  (LXX).  —  Lat. 
fügt  noch  bei:  et  inscius  non  honorabitur. 

26.  crnnn  ':s]  das  Hithpael  hier  und  35,  4  in  der  Bedeutung 
„sich  weise  stellen,  seine  Weisheit  auskramen."  Gr.  ar,  so'fi'^o'j 
(35, 4).  Dagegen  Lat.,  der  die  Verba  in  a  und  b  vertauscht, 
noli  cunctari,  Syr.  pnnnn  sS  (:=  sei  nicht  träge).  Aber  Hebr. 
Gr.  sind  vorzuziehen,  und  Syr.  folgte  vielleicht  nur  der  griechischen 
Vorlage  des  Lat.  (^  /oovus?).  —  "jü^cn]  Gr.  to  3,070'/  301»  =  Syr. 
■]13y.  —  "312:]  cr~yo/«)r>t7.;  aoo  (106  k  Lat.  om.  cro-j). 

27.  Im  Gr.  ist  in  a  zu  lesen:  y.rj-h-joy^  3;y7aCo[i.3voc  x7.l 
irsptaasutuv  iv  -aatv;  vgl.  die  Einleitung  Kap.  3.  —  2'::J  Syr.  t:  in  22. 
Ambr.  lässt  TJ  aus,  w  hat  dafür  «-qj.  —  inr]  hier  wie  11,  12, 
wo  Gr.  ebenfalls  -sf^i^^E-jcuv,  im  Sinne  von  Ueberfluss  habend, 
mildem  Genitiv;  vgl.  auch  40,  18  und  das  Hifil  Dt.  28,  11. —  pn] 
Syr.  wiao;  Gr.  sv  7:7.3'.'/  (=  S:2  41,  1?).  —  iDn]  Gr.  a-0,0«)'/  (A 
GaTöf/ü)'/,  vgl.  11,  12). —  |na  ist  Fehler  für  pTi2;   Syr.  wi:.!:  (Maus. 


100  Sir.  8,  8— 10,  29.    10,30—14,19. 

NJlöO,  Ambr.  om.).     Gr.  7'f>T«v  (248  70  Syroh.   106  k  155  afiTou, 
Lat.  pane).     Vgl.  überhaupt  Prv.  12,  9,  wo  cn'?  icm. 

28.  Für  Gr.  oo^7.:;ov  hat  Lat.  schlecht  serva.  —  rh  |m| 
nach  Gr.  Syr.  —  [cj/'jii]  ist  nach  Syr.  ii^f2yc)  zu  lesen,  Gr.  setzte 
-'.|ji/)v  des  Wortklanges  wegen,  und  entsprechend  dem  öocotaov  in 
a  (vgl.  Wellhausen,  Text  d.  B.  Samuelis  S.  lOf.).  —  na  KXnJ 
neuhebr.  ist  13  «ifVD  =  „was  ihm  ähnlich  ist,"  Hier  und  38,17 
ist  der  Sinn  „was  ihr  gebührt."  Gr.  wie  dort:  /.a-rj.  r>,v  d^iay 
(Syroh.  155  Anton.  949  ~dtv^)  c(ut9)c.  Syr.  wie  es  für  sie  erfordert 
(sj;2ne)  ist. 

29.  Syr.  praem.  mein  Sohn.  —  )Ufz:  T^ifi]  Gr.  schlecht: 
Tov 'za7.f/Tavov-:7.  zl:  -r^v  'luyr^'^  7.'jToij;  Vgl.  Gr.  und  Syr.  ZU  19,4,  — 
*it*c3  2*'J  Gr.  TY)v  '^uir^v  «uto-j.  Nicht  unmöglich  wäre  "inTi  (Job. 
33,  20,  28.  Ez.  7,  13).  Aber  Cojr;v  ist  vielleicht  Fehler  für  -Vj/t;/ 
(=  Lat.  animam). 


V.   10,30—14,19, 

In  Anknüpfung  an  das  Vorige  wird  dfe  Weisheit  als  der 
Weg  zur  Ehre  empfohlen  (10,30 — 11,  1  =  3).  Unter  Warnung 
vor  vorschnellem  Urteil  über  Menschen  und  Meinungen  und  vor 
dem  Jagen  nach  Geld  und  Gut  wird  der  Fromme  sodann  auf  sein 
Endschicksal  vertröstet,  das  ihm  im  Glück  die  Rechtfertigung 
bringen  wird  (11,  2—28  =  2.  2.  2.  |  3.  j  2.  1,  3  |  2.  3.  |  3.  1.  i  2. 
2,  2),  Es  folgen  Mahnungen  zur  Vorsicht  im  Verkehr  mit 
Menschen,  und  zwar  Warnungen  vor  Vertraulichkeit  mit  Hinter- 
listigen (11,29—34  =  3.  1,  2),  vor  Wohltätigkeit  gegen  Böse 
(12,  1 — 7  =  3.  3.  1),  vor  Harmlosigkeit  gegenüber  Feinden 
(12,  8—18.  13,  1  =  2,  3,  3.  I  3.  2.  2.  1),  vor  Umgang  mit  Reichen 
(13,  2 — 8  =  2,  1,  2,  2,  2,  1),  vor  Sorglosigkeit  gegenüber  den 
Machthabern  (13,9—13  =  2.  3,  1).  Der  Reiche  ist  gottlos  und 
auf  die  Vergewaltigung  des  Armen  bedacht  (13,  15—^20  :=  2,  3.  1), 
und  alle  Welt  unterstützt  ihn  dabei  (13,  21—24  =  1,  2,  2,  1). 
Aber  glücklich,  wer  noch  eine  Lebenshoffnung  hat  (13, 25 — 14,2 
=  2.  2),  er  soll  den  Geiz  meiden  und  in  Gemeinschaft  mit  dem 
Nächsten  seinen  Besitz  froh  gemessen  im  Gedanken  an  die 
Vergänglichkeit  des  Menschen  und  all  seiner  Güter  (14,  3 — 10. 
11—19  =  2,  3,  3,  !  2.  2.  2.  |  3.  1), 


Sir.  10,28-11,  1.  101 

30.  li'^l  =  mancher  (4,  21),  von  Gr.  mit  Unrecht  über- 
gangen.—  'i'rrti' '^'^jn]  Gr.  oi'  s-isTr^ijLTjy  (16,24.  35,  3)  «u-oo.  Anton. 
889  Ol'  3~t3-r^;i.-/)v  X7.1  suXajÜcKzv,  Lat.  per  disciplinara  et  tiniorem 
suum.  —  u^^)\  Gr.  X7.1  -äo-jcjioc,  Lat.  et  est  homo  qiii,  Syr. 
und  es  ist  ein  Reicher,  Avelcher.  Das  überflüssige  irXouaio?  ist 
vielleicht  erst  später  eingetragen  (für  scjtiv  oc)  und  vom  Syr. 
übernommen. 

31.  Hebr.  hat  den  Vers  in  verstümmelter  Gestalt,  dann 
noch  einmal  in  Form  einer  Erklärung,  die  sich  auch  durch  den 
passivischen  Gebrauch  von  iDrno  als  jünger  verrät.  —  larjj  Gr. 
6  o£  (Syroh.  S.  om..  Toi.  Am.  Sang.  om.  autem)  oo;a^o;xivoc,  248 
70  106  157  307  A  C  296  6  o=oo?a3;xEvoc.  Dahinter  ist  im  Hebr. 
das  Aequivalent  von  Syr.  nm3rDSi2  (=  in  seiner  Armut,  Gr.  nur  sv 
-Ta>/£i'a)  ausgefallen.  Anzunehmen  ist  nach  der  Dublette  und 
nach  hl  (v.  30.  11,  1)  dafür  imSn:.  Das  Wort  ist  sonst  neu- 
hebräisch. —  Tiu^V-]  Gr.  xai  (Syroh.  70  Lat.  om.)  h  -Äo-kto  (307 
add.  ao-oo).  —  n::^«  1^  2*^]  vgl.  Cant.  5,  3.  Esth.  8,  6.  Syr.  x.:::  in 
:=  Gr.  7:037/0)^  (al.  -037.-ÄWC).  —  nSp^mJ  Syr.  S'^Sm,  Gr.  zal  o 
äoozoc  (zu  3,  11).  —  rrj;n]  ist  entweder  Fehler  für  nyz  {=  Va- 
riante zu  im'712)  oder  Fehler  für  nti'j?!.  Jedenfalls  ist  im'^ni  Tiii^yn 
zu  schreiben.  Syr.  in  seinem  Reichtum,  in  seiner  Armut;  Gr.  iv 
TrXouTto  X7.1  (248  70  Syroh.  23  S*  B*  Lat.  om.  z7.'')  iv  -TO)/£ta.  — 
Reichtum  mehrt  die  Ehre  des  Weisen,  und  Armut  die  Schande 
des  Toren.  Auf  dem  letzteren  Satz  liegt  der  Nachdruck:  trachte 
nach  Weisheit,  die  du  erwerben  kannst,  weil  Geld  und  Gut,  die 
Glückssache  sind,  nur  allzu  viel  in  der  Welt  bedeuten.  Unver- 
stand fand  darin  trotz  11,  1  eine  Lobpreisung  des  Reichtums. 
Deshalb  korrigiren  23  S  k  254  296  Sah.  in  a:  sv  7:ao6t(o  X7.i  iv 
Trxwysia,  und  23  S  C  k  296  Sah.  in  b:  iv  -Tcu/s-'a  (xal)  iv  -Xouto). 
Das  letztere  findet  sich  auch  in  den  Polyglotten,  Maus,  und 
Mas.  I  des  Syrers.  Sah.  drückt  dabei  in  beiden  Stichen  7'oo?r>c 
aus.  Umgekehrt  hat  Lat.  auch  in  b:  gloriatur. 

11,1.  h-\\  Gr.  xa-Eivou,  Syr.  wrDtti;  ebenso  Gr.  Syr.  13,21. 
22.  32,21.  —  s"^n]  vgl.  Gen.  40,13.  2  Reg.  25,27.  Syr.  cnn, 
Gr.  avu'}a)(3£i;  vgl.  Hebr.  Gr.  zu  v.  13.  46,20.  Aber  v.  13  steht 
«ti'il  mit  liffHi^,  dagegen  38,  3  lu^XT  cti  und  so  hat  hier  wohl 
auch  einmal  gestanden.  Wenigstens  ist  in  dem  talmudischen 
Citat  die  Verquickung    von  b  mit  Prv.  4,  8    in  diesem  Fall  er- 


102  Sir.  10,  30—14,  19. 

kläiiicher.  —  Hinter  v.zYJ'Lri^  fehlt  wjWj  nur  in  B  (308).  — 
cnnj]  vgl.  zu  1,  6.  Gr.  '/3YiaiT7'v(ov;  vgl.  zu  38,  3  und  zu  8^  8.  Syr. 
s^'^'^tt*.  • —  Vgl.  übrigens  zu  b  1  Sana.  2,8.  Ps.   113,8. 

2.  cns  1"  2"J  Gr.  «yop-a  (S  avDpoj-ov)  —  avUpoi-ov  (SC  avopa). 
—  TiKn2]  Gr.  h  xotXXci  a5-oa.  36,  27.  42,  25.  43,  1.  9.  4ö,  7  steht  das 
"Wort  wirklich  in  diesem  Sinne;  vgl.  Jes.  53,2.  1  Sam.  16,18 
sowie  Gr.  zu  36,  27.  42,  12.  43,  9.  18.  Syr.  der  schön  ist  in  seinem 
Aussehen.  Was  ist  hier  bedeutet,  hängt  davon  ab,  ob  1J?12!2 
echt  ist.  Denn  für  insn^^n  nj?i:!2  hat  Syr.:  der  hässlich  (verhasst) 
ist  in  seinem  Aussehen,  aber  Gr.  nur:  h  o^Aazi  y.u-rjo,  Syroh.  in 
seinem  Nichtaussehen,  Aeth.  in  seiner  Ilässlichkeit.  nyiso  (die 
Wurzel  ist  sonst  neuhebräisch)  findet  sich  auch  13,  22  (wo  Syr. 
wie  hier  kjd).  —  3j;nn]  Syr.  si:n  (tadle,  wegen  a). 

3.  Syr.  praem.  denn.  —  'p^'^x]  =  nichtig.  Gr.  ;xixf/a,  Syr. 
verachtet.  —  Zu  Ppj;  gehören  alle  Flügeltiere;  betr.  des  n  vgl. 
z.  B.  Cant.  1,  8.  —  m^lJn  ti^snj  Gr.  frei  dry/r^  YXux-jjtj-a-wy,  Syr. 
das  Erste  des  Guten  aller  Erträge. 

4.  Gr.  £v  -efvtßoXfi  t|xa-iojv  (Clem.  AI.  Paedag.  2,  10  lixa-wj, 
Lat.  nur  =  in  vestitu)  [xt;  /7.'j/rjcr-(j  (70  add.  tor/ui  aou.  Lat.  add. 
unquam),  x7.1  h  vi;xsf>a  oof/jc  (Lat.  honoris  tui,  70  add.  -7.p7.vo|j.o'j) 
\J.r^  i-airjrjo.  Clem  AI.  für  b:  [x-rfik  £-7.tp0'j  h  ooc-(j  ~^^T(  7--7.f»7Vo;j,(o 
oua-(i,  und  so  Syroh.,  der  aber  richtig  dt-apafiovo)  bietet.  Indessen 
handelt  es  sich  im  Vorigen  und  im  Folgenden  um  die  Beurteilung 
des  Schicksals  Anderer.  Sodann  sind  schöne  Kleider  keine  passende 
Bezeichnung  für  Glück,  wohl  aber  Trauerkleider  für  Unglück. 
Uebrigens  lassen  c  und  d  darauf  schliessen,  dass  vorher  von 
Unglück  die  Rede  war.  Gr.  verlas  '^nnn  in  '^Snnn,  "man  in  \'2na2, 
und  verstand  ühp  in  dem  neuhebr.  Sinne  von  rühmen.  —  "i[c]«  nttyn] 
ich  ergänze  nach  Esth.  4, 1.  Syr.  den,  der  gekleidet  ist  in  Lumpen 
(«V'pn).  Gr.  riet.  —  oSpnJ  Syr.  verachte.  —  er  nnan]  ist  vielleicht 
Singular;  targumisch  und  syrisch  ist  freilich  Ti^2  =  hebr.  lö. 
Vgl.  ""i^ia  (Dt.  32,  24),  tJ^cJ  12  (aram.  stJ^Di  ina)  und  nn  lo  (s.  z. 
4, 1)  und  iö  nr  (Am.  8, 10).  Syr.  frei:  den  Menschen,  dessen 
Kehle  bitter  ist  (s.  z.  4,  6).  —  ms'^cj  vgl.  zu  3,  21.  43,  25.  Syr. 
I^ti'no  (s.  z.  48,  14).  Gr.  Ö7.u[jl73x7  (s.  z.  39,  20).  —  ^^^  '^i^Vü]  Syr. 
die  Geheimnisse  Gottes.  Gr.  xa  irj-^a  xopio-j  (Syroh.  u^isxou,  248 
70  add.  £3Ti),  Lat.  opera  altissimi  solius  et  gloriosa.  —  Gr.  Syr. 
setzen  auch  in  d  den  Plural.  —  cnss]  Gr.  (iv  dvilpcuTroi?)  las  wohl 


Sir.  11,  2-7.  103 

ein  schlechtes  mSD.  Korrigierend  lassen  248  23  S  A  lOß  k  307 
157  254  296  iv  aus;  Syroh.  xti'rj2  p  (wie  Syr.).  —  Lat.  für  d: 
et  absconsa  et  invisa  opera  illius.  —  Vgl.  Jes.  53,  1  ff. 

5.  G^«D1J]  vgl.  Jes.  57,  15.  Syr.  Verachtete  (xö"!^').  Gr. 
x'jpavvoi;  er  verlas  D\s*:nj  oder  c'dij  in  cn:.  —  sd2  hv]  Syr.  auf 
dem  Throne  des  Königtums.  Gr.  ir:  ioa-io-jc  (20,  18.  36,  10), 
was  aber  nach  Lat.  (in  throne)  Fehler  oder  Korrektur  für  s-1 
orfpoü  (38,  33)  ist.  —  2h  hv  [n'hv\  ':2iJ  vgl.  zu  35,  11,  und  betr. 
'rs  vgl.  Prv.  23,  7.  24,  23  und  "'72  IIos.  7,  8.  Die  Ergänzung  n'hv 
ist  an  sich  wahrscheinlicher  als  )hv  und  wird  auch  empfohlen 
durch  Syr.:  und  die  nicht  hinaufkommend  waren  (m  pp'^D)  auf 
das  Herz.  Gr.  xal  6  ctvu-ovor^Toc  (vgl.  zu  25,  7).  — ?|''jl'  rcy]  =  Gr. 
scpopscrs  (40,  4)  öiao-/)fjL7.  (47,  6).  Frei  Syr. :  kleideten  sich  in  Kleider 
der  Ehre.  Vgl.  zu  40,4.  .7:2:  ist  auch  40,  4..  47, 6.  Jes.  62,3  die 
Königskrone. 

6.  D^Kii^jJ  ist  in  der  Hs.  mit  Recht  als  Part.  Nifal  (Jes.  57,  15) 
vocalisiert,  w^ogegen  Gr.  (ouvaa-a-.,  vgl.  zu  16,  11)  und  Syr.fND^c) 
CKty:  verstanden  haben.  —  in'  iSosi^m  0^-2  )hp}\  ist  eine  Dublette. 
Gr.  drückt  die  beiden  ersten  Wörter  aus:  y)T'.3;x7'3i>-/)Ciav  a'foof/a, 
Syr.  zusammenziehend  das  1.  und  4.:  snn:K  Pr^i^s.  Lat.  oppressi 
(al.  pressi)  sunt  valide,  Brev.  552  recesserunt  valde.  —  t;  )in:] 
Gr.  ■Kocp£ooö-/j3av  £ic  /ei.oa^  sxsfxov  (B*  157  itatpoiv,  70  £/i)pa)v). 
Das  blosse  T2  ist  aber  nicht  anzufechten  (2  Chr.  25,  20).  Syr. 
die  verlustig  gingen  ihrer  Ehre  (pn-.p's  p  ni'ansi)  =  Syr.  26, 18. 

7.  -ipnn  man]  Gr.  -fvlv  (tj)  ih-da-i;^-,  vgl.  3,21.  Der  Enkel 
setzt  sonst  bei  -ptv  und  -,olv  }]  den  Infinitiv  (106  k  s^s-aaai).  — 
?]'7Dn]  heisst  hier  wohl  etw^as  für  falsch  erklären  und  als  solches 
tadeln  (vgl.  Syr.  zu  11,  34).  Gr.  ij-3[j.'!;t„  70  add.  01  axor;?.  Lat. 
add.  quemquam.  Syr.  vergesellschafte  dich  (r,mnt^'r);  vielleicht 
las  er  anders.  —  c^:zh  yz]  Gr.  vor^aov  -pwTov,  Lat.  et  cum  inter- 
rogaveris.  —  rpin  nnxi]  Gr.  xal  tote  i-i-iiia  (Lat.  corripa  juste). 
Tj':  aram.  und  neuhebr.  im  Kai  =  schelten,  tadeln,  speziell  auch 
von  der  Zurechtsetzung  durch  den  Lehrer.  ?]'?  aram.,  neuhebr. 
und  svr.  =  fälschen,  neuhebr.  und  syr.  auch  ^m  der  Falschheit 
beschuldigen.  Die  Handschrift  punktiert  n'rn,  wobei  das  Zeichen 
über  *  nicht  deutlich  ist.  Vielleicht  will  sie  neben  dem  Hiftl 
von  T-p  das  Fiel  ^i'*  freistellen.  Im  Targ.  findet  sich  auch  ein 
Imperf.  f\T  von  ?]i:  oder  ?]i:,   wonach    ?]i:n    denkbar   wäre.     Syr. 


104  Sir.  10,30—14,  19. 

snti'  t2V  p\ll    nach  Bar  Hebr.  =  und  dann  schliesse  die  Ehe. 
Vielleicht  las  er  rrn. 

8.  Gr.  Syr.  drücken  ''22  (wohl  aus  v.  10  eingedrungen) 
nicht  aus,  übrigens  stellen  sie  den  Temporalsatz  voraus.  Hebr. 
erinnert  an  Prv.  18,  13  voii*'  CTt23  i2i  2^tro,  welche  Worte  Baba 
bathra  fol.  98  b  im  Zusammenhang  eines  längeren  Spruches  auf 
Ben  Sira  zurückgeführt  werden.  Vgl.  auch  Aboth  V  7  (10),  wo 
unter  sieben  Eigenschaften  des  Weisen  aufgezählt  wird  D33J  lyx'l 
T^i^nh  hr\2:  ii\ST  n^3n  nm  '])rh.  —  nm  s^i^n  Sn]  Gr.  [xr|  otTioxpivoo, 
Lat.  ne  respondeas  verbum.  —  piiT'r]  vgl.  zu  6,  35,  Syr.  Plural, 
Gr.  Xoyojv  (vgl.  zu  13,  11.  44,4).  —  imn '?X|  Gr.  [xy;  t:7.[>£|x|':{71äou 
(248  70  T:ap£[x[3aUs  Xo^ov),  Lat.  ne  adjicias  loqui.  Ob  Gr.  Dm 
(s.  0.)  las,  steht  dahin. 

9.  in^nj  ist  nach  Syr.  (xnnnn)  und  Gr.  (spiCs)  Fehler  für 
nnnn.  —  nn^rj;  |\S2j  könnte  wohl  nur  heissen:  wenn  du  keinen 
Kummer  (36,  25)  hast.  Gr.  irspl  7:f>7!7[x7.Toc,  ou  oux  saiiy  aoi  yjjd'x 
(vgl.  3,  22).  Aber  ypzia  fehlt  in  248  23  SAG*  vid  307  k  296, 
und  es  ist  fraglich,  ob  Midrasch  Tanchuma  p.  73a  hierher  ge- 
hört (vgl.  zu  3,  22).  Uebrigens  wäre  weder  Tupa^ixa  noch  /psta 
sinngemässe  Uebersetzung  von  nnifj?,  vielleicht  hat  Gr.  anders 
gelesen.  Dagegen  hat  Syroh.  irspl  :rp7'Y;x7.Toc  oG  scjti'v  aoi  dhjr.vi: 
[X7J  IpiCs.  Vgl.  Lat.  de  ea  re,  quae  te  non  molestat.  Hier  könnte 
dhjTMq  (durch  Gr.  11?)  auf  nnsfj;  j''S*2  zurückgehn.  Indessen  ist 
Kummer  für  Sirach  kein  Grund  sich  zu  ereifern.  Passend  Syr. : 
wenn  nicht  ist  (lies  n"'S  für  n"«)  m  dir  Kraft.  Er  las  hd^j?  für 
r\2):v;  vgl.  denselben  Fall  38,  18,  sowie  zu  28,  10.  —  mm]  ver- 
stand Syr.  (ijm  =  inmitten)  wohl  als  2'^\2^,  gemeint  ist  aber  mm 
(Gr.  xal  SV  xptsst).  —  D^i]]  Syr.  s'r'ij;,  Gr.  7.[x7p-o)X(uv;  vgl.  die 
beiden  zu  12,  14.  15,  7.  Nur  um  das  Recht  der  Frommen  soll 
man  sich  kümmern.  —  DDipn  hü]  vgl.  35,  9.  Das  Verbum  be- 
deutet an  beiden  Stellen  (ungefragt)  hervortreten,  um  seine 
Meinung  zu  sagen.  Gr.  wohl  frei:  «xy]  auvsopsus.  Syr.  om.; 
vgl.  zu  V.  10. 

10.  n^h]  Syr.  a^hi,  Gr.  [xr^  (s.  zu  8, 1).  —  ptf j?  nmnj  Syr. 
doppelt  yf2)h'i:)  a:ün  (hierdurch  ist  wohl  v.  9  das  Aequivalent  von  Döipri 
verdrängt)  und  "|nii^''3  Njon  =  „mache  viel  deine  Unterdrückung" 
und  „dein  Böses".  Letzteres  ist  Korrektur  für  ersteres,  das 
dem  Hebr.  entspricht.     Syr.    verstand  ptt>'j?.     Dagegen    Gr.    Trspl 


Sir.  11,  8—12.  105 

(Syroh.  155  i-\}  -oXa7.  i'aTtocfav  7.?  -rA^zi:  3oü,  wonach  "[pcv  zu 
schreiben  ist;  vgl.  38,  21  und  zu  3,  22.  —  nDinS  yn)]  vgl. 
r\i^Vr\h  ya  Prv.  28,20  und  unten  27,  1.  Syr.:  und  welcher  Läuft 
viel  zu  machen.  Gr.  wohl  frei  und  ungenau:  ih  (218  70  S  106 
157  55  254  Sah.  Aeth.  add.  77,0,  Lat.  praem.  et)  -Xr^iltSv^,;.  — 
r\pi']  Gr.  7.t)oKoi)r;3-(,  (70  S*  Max.  845):  7.i>(ooc  h'i;^),  Lat.  eris  im- 
munis  a  delicto.     Vgl.  zu  7,8,  übrigens  27,1.  34,5.  Prv.  28,20. 

—  c«  ""J^]  Gr.  x7l  £av,  Lat.  si  enim.  Aber  das  nachfolgende 
Oxymoron  rechtfertigt  die  Wiederholung  von  "JS.  Anderseits  ist 
in  c  und  d  das  erste  üh,  das  freilich  auch  Syr.  las,  zu  streichen. 

—  |*nnj  vielleicht  =  ouuzr,c  (LXX),  aber  eher  wohl  =  oi7op7c, 
so  dass  oioV/.-(,;  sich  zu  ^'pnn  (Syr.  sv-n  s.  z.  27,8)  stellt.  Ebenso 
könnte  r^n  (Syr.  -[-nn)  =  Gr.  y.7T7/.7:|':ir,c  sein,  und  Ki'^n  (Syr. 
n2K'n)  =  ^y.'S'r;r^:,  sofern  Gr.  etwa  xi:n  (6,  35)  gelesen  hätte. 
Aber  eher  ist  x::ön  =  v.oL-ald^r^:  (vgl.  Syr.  zu  7,  1.  27,  8)  und 
y^:n  =  £/cp'>f(,?.  Dann  hat  Gr.  c  hinter  d  gelesen  oder  gestellt. 
Uebrigens  bedeutet  r;n:  du  kommst  zum  Ziel  (vgl.  32,  21). 

11.  pl]  Gr.  X7.1  a-3'jotuv  (vgl.  LXX).  —  Syr.  für  a:  es  ist 
einer,  der  läuft  und  sich  müht  und  plagt  («K^l  ^aj?l,  Ambr.  ^Maus. 
w  ht2V)  mhi);  vgl.  zu  V.  12.  Lat.  est  homo  laborans  et  festinans 
et  dolens  impius.  —  p  n:ij  noch  13,  9,  ist  sonst  nicht  belegt. 
Gr.  xat  To3to  ijLotAXov^  Syr.  und  in  ihm  allem  (vgl.  zu  13,  9).  — 
nnxno]  Gr.  GatspsT-ai  (7,  34). 

12.  2>a^i  ■'^']  Gr.  £3Tiv  v(oi}poc  (vgl.  zu  4, 29).  Syr.  rr-x 
Sovi  KsSn.  Das  ist  eine  Variante  zu  v.  11,  falls  nicht  'V  sSn  für 
'VI  «nSt  zu  lesen  ist  (=  es  ist,  welcher  sich  nicht  müht).  — 
l'^ra  13«?]  vgl.  mpn  13S  41,  2.  Gr.  y.7.1  (nur  in  B  (C  S'^''  296  308)) 
7if>o3o£o;xövoc  (s.  zu  4,  3)  7.vt'.Är/j/sojc,  was  schlecht  passt  und  wohl 
nur  geraten  ist.  Syr.  gar:  mJD  yom  (und  dürftig  an  seinem 
Leibe).  Mit  yon  kann  er  dem  Gr.  gefolgt  sein,  er  setzt  es  aber 
auch  für  Dcx  (41,  2)  u.  a.  ijSno  könnte  vielleicht  mit  ti^c3  "[Sn 
(Koh.  6,  9)  und  nns  3'?  -[Sn  (Job.  31,  7  u.  ö.)  zusammenhängen 
und  das  Streben,  Trachten  bedeuten.  Man  könnte  es  aber  auch 
mit  "f^n  vorankommen  (Jer.  12,2)  kombinieren  wollen.  —  hz  non] 
Syr.  Syroh.  praem.  ),  Gr.  ua—owv  (S'^^''^'^  add.  h)  layßi,  wonach 
ich  n:  annehme;  vgl.  n:  iDn  34,4.  30  und  nr^^v  non  41,2.  — 
^:['\]a  invi]  Syr.  und  reich  {-rn")  an  Armut  =  Gr.  x7.1  --m/zk 
irepiaasusi   (al.  Tspiassotov,    248  Syroh.    253    Lat.    zspiasiucov    zt.). 


lOf)  Sir.  10,  30—14,19. 

Betr.  "inr  vgl.  zu  8,13.  10,27.  Das  Nomen  \ifm  ist  nur  hier 
und  anscheinend  auch  v.  24  belegt,  es  bedeutet  wohl  beide  Mal 
Unglück;  vgl.  Jer.  17,  16.  Gr.  riet  wohl  nur,  und  Syr.  folgte 
ihm.  —  ''''"'  pj-'ij  Syr.  in  targumischer  Weise:  das  Wort  («".OKo) 
des  Herrn.  Gr.  x7.t  ol  ^y^üotXixol  v.'j^ao'j,  aber  248  23  S*  307  Sah. 
Lat,  (o)  oc5i)7.X|xoc  xuptou  (und  i-i'fhz'lv/}.  —  zT^zh  inrci'J  vgl.  46,6. 
Syr.  macht  über  ihm  gut  (rsa:  MlSy).  —  imyrTl  vgl.  Jes.  52,  2. 
Ebenso  Syr.  Mri'c:!  (von  yz:,  vgl.  Bar  Ilebr.j.  Auch  Gr.  (/ai 
c/.vfup!>(o3cy  a'jTov)  führt  kaum  auf  eine  andere  Lesart;  er  übergeht 
V.  13  inO'^Tl  —  n:n'^  'zv^]  vgl.  Joel  2,20.  Den  originellen 
Ausdruck  schwächt  Syr.  ab  zu  „aus  Staub  und  Asche",    Gr.  zu 

13.  iti^xiD  a^i\  1  ist  singulär,  aber  nicht  anzufechten.  Gr. 
Syr.  '/.cd  av6'J/ojc;£v  -/.t^jlr,'^  auiou.  248  70  Syroh.  253  add.  d-o 
auv-pißr^c  (Syroh.  mc'zr:  p).  —  248  70  Syroh.  253  23  i.  f.  add. 
Ocwpr^awTsc,  Lat.  add.  et  honoraverunt  deum. 

14.  Syr.  für  b  schlecht:  Reicher  und  Armer  sind  vor 
Gott  gleich. 

15.  Toi.  Am,  Sang.  Corb.  Theoder.  Theodulf  lassen  den  Vers, 
und  auch  den  folgenden,  aus.  Dass  er  dem  Lat.  ursprünglich  fremd 
war,  geht  auch  daraus  hervor,  dass  hier  -7.,o7.  x'jpiou  und  -7.f>' 
auTou  mit  apud  deum  und  apud  ipsum  übersetzt  sind,  sonst  (z, 
B.  v.  14)  mit  a  deo.  Uebrigens  ist  operum  hinter  bonorum  aus- 
gefallen. Syr.  hat  den  Vers  in  wörtlicher  Uebereinstimmung  mit 
Gr..  dem  er  offenbar  folgte;  nur  setzt  er  sm-:::  (Enthaltsamkeit) 
für  sz'.3Tr^|x-/j.  —  131  pnn  erscheint  als  originell  gegenüber  dem 
'(ym:s\.;  vo|xo'j  (vgl.  19,  19),  ebenso  ist  in  b  "''"''a  besser  als  -7,0' 
7'j-:oO.  Anderseits  führt  '■r;d~r^:s'.:  (vgl.  die  Einleitung  Kap.  4)  auf  azn 
oder  r^2n  gegenüber  dem  offenbar  falschen  Nun,  das  wohl  Er- 
klärung für  ein  fehlerhaftes  in  oder  :in  ist.  Denn  von  den 
Bösen  ist  erst  v.  16  die  Rede. 

16.  Syr.  stimmt  mit  Gr.,  nur  hat  er  für  auvsxTia-:7i  (vgl. 
1,14)  lediglich  nan«,  w^ogegen  er  mit  p"ino  =  die  grosstuenden, 
(von  nsn,  nicht  von  xm)  sehr  wohl  ';r/.'jrA(o'jv^  wiedergeben  kann. 
Anderseits  kann  n)h2iif,  das  dem  no:n  v.  15  entspricht,  kaum 
Original  von  Tzl'-Mr^  (vgl.  Gr.  II  zu  10, 19)  sein,  und  n>n  c^viö  ist 
besser  als  xoTc  oe  -'otypiöiaiv  sttI  x7.zia.  Vielleicht  dachte  Gr.  bei 
D"'j?io  an  j?nn.    Nur  ist  im  Hebr.  ein  Verbum  (=  au-fcr^pa)  aus^ 


Sir.  11,  18—18.  107 

gefallen.  Zu  -tf'n  vgl.  zu  Iß,  Iß  sowie  die  Einleitung  Kap.  4. 
Dass  V.  15.  Iß  secundären  Ursprungs  sind,  beweist  ihre  Ver- 
wandtschaft mit  16,  16  und  anderen  Zusätzen.  Der  echte  Sirach 
würde  auch  kaum  gesagt  haben,  dass  die  Torheit  für  die  Bösen 
erschaffen  sei.  Uebrigens  unterbrechen  die  Verse  den  Zusammen- 
hang von  14.  17.  Es  handelt  sich  um  das  verschiedene  Schick- 
sal der  Guten  und  der  Bösen,  nicht  um  Frömmigkeit  und  Gott- 
losigkeit als  solche.  Dazu  kommt  ihre  schlechte  Bezeugung  in 
der  griechischen  Ueberlieferung. 

17.  Die  Gabe  des  Herrn  ist  das  den  Frommen  recht- 
fertigende Eüdschicksal.  —  Im  Hebr.  war  '*'''',  das  in  )yn  voraus- 
gesetzt ist,  ausgefallen,  wodurch  die  weitere  Entstellung  herbei- 
geführt wurde.  Statt  n'jih  drang  r;h  aus  b  ein.  Gr.  ooaic  (=  |n!3 
vgl.  4,  3)  x'jry'o'j  -c(p7.-xsy£i  (=  1!3>"  Vgl.  ß,  ,Sj  ='jas|^£a'.v  (=  p'^njf 
vgl.  V.  22.  12,  2.  13,  17.  16,  13).  Syr.  hat  hier  nach  Gr.  „den 
ihn  Fürchtenden";  aber  Lat.  hat  ausser  16,  13  an  den  genannten 
Stellen  wie  hier  justus  für  sossl^r^c.  —  In  b  hat  Lat.  £uoo''a 
{=  profectusj  für  soooxia;  vgl.  zu  9,  12.  —  T;h  'hT\  vgl.  39,18. 
Gr.  Syr.  zl;  tov  ortwvz  zWjwiW^-jztoli  (Syr.  ]pn  vgl.  zu  38,14),  248 
e'joöoi  (so  auch  Aeth.;  vgl.  zu  43, 2ß)  zl;  tov  auTjva,  Lat.  successus 
habebit  (-bunt)  in  aeternum. 

18.  lU'vn^]  das  Hithp.  bedeutet  im  Xeuhebr.  reich  werden, 
Gr.  Syr.  -/.o-jTfov.  Der  Sinn  ist  aber  wohl:  er  will  reich  werden. 
—  imjvma]  rauss  hier  bedeuten:  daraus,  dass  er  wie  ein  Armer 
lebt,  Syr.  schlecht:  aus  seiner  Armut.  Gr.  d-o  -j/,'j'i/-f^t  xal 
(Syroh.  253  om.  zott')  az^'.Yc'y.:  (Syroh.  Nni:Cn2,  106  Lagarde  sov/;- 
'fsi'ot;  (leg.  sxvicpsiac))  7.'jto'1  Lat.  parce  agendo.  —  In  b  muss  von 
demselben  Menschen  die  Eede  sein  wie  in  a.  Der  Verf.  kann 
nicht  sagen  wollen,  dass  mancher  zuletzt  zum  Genuss  des 
Reichtums  gelange,  den  er  durch  Geiz  erwii-bt.  Also  ist  Syr. 
im  Unrecht,  wenn  er  hat:  und  es  ist  (einer),  dem  nicht  anhaftet 
(rh  ii)h)  sein  Reichtum.  In  der  Hs.  des  Hebr.  stand  vielleicht 
n:B'  2*ni  li^"").  was  zur  Not  heissen  könnte:  und  einen  anderen 
spricht  schuldig  sein  Lohn  (=  sein  Erfolg).  Vielleicht  hatte 
Syr.  das  vor  sich.  Aber  die  hebr.  Ueberlieferung  schwankte, 
wie  die  unleserliche  Randlesart  zeigt.  Scheinbar  einwandfrei 
Gr.  X7.1  7.'j-:-/)  ■r^  uspic  to-j  aiciilo'j  ccjtoO,  wobei  a'jT/j  wie  31,  13  ff, 
verstanden  werden  könnte.      Aber  die  Lesart   beruht   vielleicht 


108  Sir-  l'^.  30—14,  19. 

auf  Korrektur,  denn  248  70  Syroh.  "ioß  "23  S*  lesen  ■f^  |x£{iic  autoo 
(S*  om.  7.!jT0'j)  drJj  ZOO  }i.iai>oü  ccjtoO.  Ucbrigens  dürfte  Gr.  frei 
übersetzt  haben.  Statt  ^'']  erwartet  man  etwa  p:"  (18,  7),  und 
für  yn^  darf  man  vielleicht  ein  2in''  im  Sinne  von  „in  Schuld 
sein",  „rückständig  bleiben'"  annehmen.  Vgl.  zu  2,  8.  Zu  2"^ 
[=  er  spricht  ihn  schuldig)  vgl.  das  Fiel  Dan.  1,  10,  und  zu  i:::^ 
im  Sinne  von  Erfolg  z.  B.  Jes.  40,  10. 

19.  [löx]  nj?2]  die  Ergänzung  nach  Syr.  laxi  sjij?;  und 
Gr.  £y  T(j)  stTTsiv  otuxov.  —  nm]  Syr.  Lat.  add.  mir.  —  [''n]2ri:[oJ] 
die  Ergänzung  nach  Gr.  Syr.  ix  täv  ayaDöjv  [xod  (248  70  106  add. 
aoiaÄ£''-T(oc,  Lat.  add.  solus). —  [cij"' na]  vgl.  z.B.  man  nö  Jes. 40, 18. 
Gr.  xk  x7.ir>oc  (vgl.  zu  51,  10.  12).  —  ff^n^]  Gr.  -7.f>cXs6a£-:oti  (248 
70  253  add.  au-ov);  vgl.  zu  42,  19.20.  —  Syroh.  für  b:  xal  nov. 
olosv,  Ttc  -oipaXr/J^sToti  ccutov,  Syr.  frei:  und  er  weiss  nicht,  was 
ist  sein  Ende.  Der  Sinn  ist  aber:  was  für  ein  Tag  vorübergeht 
d.  h.  kommt.  Lat.  add.  (al.  om.)  et  mors  appropinquat.  —  )2'V)] 
Syr.  dass  er  es  lässt  (p2^i.  leg.  p2^)?}.  Lat.  et  relinquet  omnia 
(-7vr7. :  c('jT7!).  —  ins':]  Gr.  Syr.  Plural;  vgl.  zu  14,  4.  15.  49,  5. 

20.  [na]y  "[j];]  Syr.  mein  Sohn,  stehe;  Gr.  nur:  cjtyjiIi.  — 
■[pin;]  Syr.  ausdeutend:  auf  deinem  Wege.  Gr.  unA'erständig: 
£v  cit7.i}///.r,  30'j;  vgl.  zu  14,  12.  Gemeint  ist  entweder  das  (vor- 
läufige) Schicksal  (vgl.  zu  14,  12)  oder  wohl  eher  noch  das 
Arbeitspensum  (Ex.  5,  14,  vgl.  auch  unten  zu  43,  10),  d.  h.  die 
Erfüllung  der  Gebote  Gottes.  Hiervon  ist  auch  inrs'jön  zu  ver- 
stehen, nicht  von  der  Lebensarbeit  als  solcher.  Lat.  in  opere 
mandatorum  tuorum.  Syr.  schlecht:  und  in  seinen  (d.  h.  des 
Weges)  AVerken.  —  ^^[njn  'm]  Gr.  x7.1  o-x-lsi  iv  ao-f,  (253  Lat. 
stellen  sv  a-j-rf,  vorauf).  Er  verstand  nach  Prv.  22,  24,  aber  das 
Verbum  hat  hier  die  Bedeutung  „sich  an  etwas  erfreuen",  „sich 
etwas  gefallen  lassen"  (=  aram.  ^^ins).  —  [j^i^j'^n]  Syr.  gehe  und 
altere,  Gr.  -aX7i(üi>-/;-i.  Man  könnte  auch  an  v^i^^n^  denken,  aber 
der  Raum  reicht  kaum  dafür  aus,  und  ]u^^nn  ist  neuhebr.  bezeugt 
(vgl.  auch  9,  10). 

21.  Nach  Gr.  {\a6\i'y.'lz  (vgl.  v.  13;  Lat.  sonderbar:  manseris) 
und  Syr.  lannn  ist  nonn  anzunehmen.  Allerdings  wird  das  Verbum 
im  Kanon  (je  einmal)  mit  p  und  hv  (so  auch  v.  13)  verbunden. 
Auf  2  folgte  wahrscheinlich  ''^in,  das  Gr.  mit  spyoic  wiedergeben 
konnte  (vgl.  10,  6).      Syr.    (an  den  Werken)    kann   ihm    gefolgt 


Sir.  11,  19-23.  1Ö9 

sein.  Vgl.  Prv.  3,  31.  —  Betr.  j;t  =  Gr.  c(;i,7.r>TojXoc,  Syr.  nh)V 
vgl.  zu  12,  ß.  39,  25.  41,  5.  —  '''h  Y'i'iip]]  die  Ergänzimg  ist 
durch  den  Zusammenhang  erfordert.  Das  Verbum  yy  (=  hebr. 
D''Dli»n)  ist  sonst  aram.,  findet  sich  aber  auch  im  Christlich-Pa- 
lästinischen. Syr.  sondern  warte  (x:d)  auf  den  Herrn.  Posch, 
setzt  das  Verbum  aucli  für  nntf^.  Gr.  schlecht:  -''gtsus  oz  xopw). 
—  msS  mpT|  Syr.  ebenso.  Vgl.  Jes.  59,9.  Jer.  13,  IG.  Job.  3,9. 
Gemeint  ist  der  Sonnenaufgang  der  göttlichen  Hilfe.  Gr.  schlecht: 
'/.cd  i'|jLij.£V3  (253  add.  iv)  -tu  -ovco  (Lat.  to-(o)  :;oo.  Er  las  vielleicht. 
'mb  mpi.  —  nDj]  so  und  nicht  riD''  (Adler)  oder  n:j  (J.  Levi)  steht 
in  der  Hs.  Das  talmudische  "'DJ  (Minderung,  Abzug)  würde  auch 
nicht  passen.  Syr.  {yip  =  nahe)  geht  wohl  auf  n::  zurück,  und 
so  vielleicht  auch  Gr.  (xoO'fov).  1133,  „gerade"^  bedeutete  möglicher 
Weise  auch  „leicht";  vgl.  s-jxo/.o^  (LXX  2  Sam.  15,3)  und 
übrigens  zu  6,  22.  Aber  die  gewöhnliche  Bedeutung  ., richtig" 
genügt  (=  es  gefällt  dem  Herrn).  —  csno  J?nc2j  vgl.  Num.  G,9. 
Gr.  oia  -d'/fjo;  s^i-'.va.  Anton.  921  1120  Max.  949  Lat.  om.  oia 
ta/ou?;  vgl.  aber  zu  v.  22.  Auch  Syr.  hat  nur  ""Stt^  |0.  —  Die 
Lücke  im  Hebr.  ist  nach  Gr.  Syr.  -Xoutiao!'.  (vgl.  19,  1)  irsv/j-ra 
zu  ergänzen.  Statt  hl  könnte  auch  ^i  angenommen  werden 
(vgl.  13,  18). 

22.  Syr.  om.  v.  22—26  (vgl.  v.  21c  mit  v.  2ßa).  — 
pn^:  ^"^22]  zu  2  vgl.  Ex.  18,  4.  Prv.  3,  26.  Gr.  ungenau:  iv  aicföw 
3ua£[:toüc  (v.  17).  Lat.  in  mercedera  justi  festinat  (vgl.  b  und  zu 
V.  21  d).  —  nysi]  vgl.  Koh.  10,  17.  Gr.  iv  Äpct  (vgl.  v.  27.  12, 
15  u.  ö.)  "^//'-vr,.  Sah.  om.  "OL/tvfi,  das  vielleicht  unecht  oder 
Zutat  des  üebers.  ist  (vgl.  zu  48,20).  —  mcn  impnj  Gr.  availct'XXei 
(vgl.  46,  12)  zuXo'((oiy  au-ou.  Der  Accusativ  ist  unbedenklich 
(1,  18.  50,  10.  Ez.  17,24),  Syroh.  freilich  tulrj'iirx.  Aber  süXoYia(v) 
ist  schwerlich  richtig.  55  254  haben  £'jc5f>o3'jv-/jv,  Lat.  processus 
(illius  fructificat)  =  soooiV.o^).  was  Uebersetzung  von  mpn  sein 
könnte. 

23.  Syr.  om.  —  "jzn  'n'^v  '3  [nö]]  Gr.  -k  (Syroh.  253 
add.  £ti)  iaxiv  [jlou  yj^zioi.  (248  70  add,  apea/sta?,  Sah.  add.  a-o 
Too  v'jv).  Er  übersetzt  frei,  indem  er  dabei  die  Worte  missver- 
steht (vgl.  13,  6  c).  Vielleicht  las  er  allerdings  für  '•jrcn  ein 
anderes  Wort;  vgl.  aber  Jer.  22,28.  48,38  LXX.  Hebr.  besagt: 
wozu   habe   ich   meine    Arbeit    (in    der   Erfüllung   des  Willens 


HO  Sir.  10,30—14,19. 

Gottes)  gethan?  —  ""h  21T]  d.  h.  was  wird  mir  zum  Genuss 
überlassen  bleiben;  vgl,  Jes.  18,  (>.  Gr.  frei:  zo-i  T''va  a-o  100 
vuy  saxczi  (253  106  ssxi')  jjlou  (248  253  23  S"  307  Lat.  richtig: 
[xoi)  xa  (253  23  8*  om.  id)  d'cxlid. 

24.  Syr.  om.  —  ''ov  ''''^l  Gr.  «üx^p-/.-/;  ;xoi  icjxiv  (vgl.  5,  1). 
Lat.  sufficiens  (mihi)  sum.  248  70  100  add.  X7.1  -r/zld  txoi  (7.) 
£//o,  was  wohl  eine  zweite  Uebersetzung  ist.  Kombiniert  sind 
beide  im  Syroh.:  /ott  o.h-:d[rAT^  ixot  a  i/(o.  —  Die  Ergänzung  [i^jjx 
ist  angenommen  nach  v.  12  (s.  d.).  —  Gr.  für  b  frei:  x^l  -[  d-h 
xoü  vuv  (nach  v.  23)  x7./(oi}/jCjo|x7.i  (248  70  add.  iv  Wq). 

25.  Syr.  om.  a,  dagegen  ist  b  bei  ihm  mit  v.  27  a  verquickt. 
—  QV  nma]  vgl.  14,  14.  Gr.  frei:  iv  r^ji-ipa  7.Y7.{}(Tjy;  umgekehrt 
Gr.  zu  V.  27.  —  nn  n^K^n]  zum  Fiel  vgl.  Tbr.  2,  6.  Gr.  aixv/jata 
X7.xwv;  Lat.  ne  immemor  sis  (Sah.  \ivrp\}r^~i)  malorum. —  [nr]  nyn] 
Syr.  das  Böse  des  Tages,  Gr.  x7l  iv  7i;i.ipa  x7./(ov.  —  nDKTi  2^^] 
Syr.  falsch  verstehend:  n2\i^n  (wird  finden).  Gr.  o-j  [xv/jatlr^Scxctt 
(d-j-aöÄv).  Man  kann  w^ohl  nur  erklären:  er  gedenkt  nicht  des 
Guten,  obwohl  kein  entsprechendes  Subjekt  vorausgeht.  Die  Hss. 
korrigieren:  70  av/jaUriCJovxai,  55  -aofxai,  253  -sst,  157  diiYr^aia, 
Lat.  ne  immemor  sis. 

26.  Hebr.  Syr.  om.  Aber  v.  27  kann  nicht  unmittelbar 
auf  V.  25  gefolgt  sein,  vielmehr  ist  v.  26  in  v.  27  b  voraus- 
gesetzt. Er  ist  im  Hebr.  durch  eine  Variante  von  v.  27b  ver- 
drängt (s.  u.).  —  oxi]  schliesst  sich  eher  an  v.  23  als  an  v.  24.  25 
an.  —  iWvxt]  A  55  254  iv  ocp{>aX;jLoTc  (vgl.  v.  21).  —  Iv  r^fi-ipa 
TsXsuxTic]  vgl.  zu  1,13.  18,24.  —  xaxa  x7.?  0006c]  248  xaxA  xa  spY«. 

27.  Betr.  des  Syr.  zu  a  s.  z.  v.  25. —  n^i  ry]  Gr.  xcixcocric 
&prj_-  (v.  22);  vgl.  zu  V.  25.  Indessen  hat  Chrysost.  4,  352:  Äpa 
xaxtosö«);.  —  HDU^n]  Gr.  wechselt  mit  i-iXr^afjLovr^v  -oicT  zum  dritten 
Mal  den  Ausdruck  (vgl.  zu  v.  25).  —  JlJj^nJ  =  Gr.  xpu'^r^?  (Syroh. 
253  Chrysost.  add.  ttoX^c,  Lat.  luxuriae  magnae);  vgl.  zu  14, 16. 
18,32.  37,20.  41,1. —  mx  nnnsi]  Gr.  xal  iv  a-jvxsAsta  av&ptü-ou; 
248  70  Syroh.  253  23  lesen  /.di  (3uvxsX£ia(v)  d.  —  rhv  mnn]  Gr. 
frei:  77roxd>.u'l;i^  spytov  (vgl.  zu  3,  23)  auxou.  —  Die  Lesart  rT'insi 
vhv  rTnn  m}<  drückt  Syr.  aus.  Ich  ziehe  nnnx  unbedingt  dem 
f]lD  vor,  ebenso  mnn  dem  dafür  gesetzten  ri\  Der  Fehler  .Tnn 
wie  27,  6,  wo  das  Verbum  ebenfalls  mit  hy  stand.  Die  ganze 
Ausführung  v.  20 — 28  ist  einer  der  charakteristischsten  Ausdrücke 


Sir.  il,  24—30.  lH 

des  jüdischen  Eechtfertigungsglaubens.  Das  Interesse  dieses 
Glaubens  geht  aber  auch  hier  mehr  noch  auf  die  Bestrafung  der 
Gottlosen  als  auf  die  Rechtfertigung  der  Frommen. 

28.  nii'sn]  Gr.  jj-axctpia-f^c,  Syr.  natf^n,  ebenso  25,7.23.  34,9. 
37,  24  (vgl.  zu  45,  7).  —  "Qj]  Gr.  [irfizva,  aber  Euseb.  praep. 
ev.  p.  610,  Basil.  102,  3.  Theodoret  IV  916.  Orig.  6,  180  avopa, 
Lat.  hominem  quemquam.  —  in'^insm]  Gr.  wie  16,  3,  aber  falsch 
verstehend:  X7.i  sv  ts/vou  au-ou  (vgl.  zu  25,7.  35,22).  Erdrückt 
1  aus;  das  Verhältnis  der  beiden  Stichen  ist  wie  v.  29.  7,  19. 
Zu  verwerfen  ist  ^2  (vgl.  Lat.  quoniam),  das  Saadia  hat  und  das 
in  der  Handschrift  nachgetragen  zu  sein  scheint.  —  "12J"']  vgl. 
Thr.  4,  8.  Saadia  l2Jn^;  vgl.  Prv.  20,  11.  —  Syr.  drückt  genau 
die  Variante  aus.  Doch  vgl.  auch  Cassiod.  zu  Ps.  50  p.  169  a: 
in  fine  suo  laudabitur  omnis  vir. 

29 — 31.  Von  den  5  offenbar  unechten  Stichen,  die  die  Hs. 
zwischen  v.  30a  und  30b  einschaltet,  hat  Syr.  den  2.  3.  4.,  und 
zwar  hinter  v.  30 b.  Die  fünf  gehören  im  Ganzen  als  Variauten 
und  Erweiterungen  zu  den  echten  Stichen,  mit  denen  ich  sie 
parallelisiert  habe,  stehen  aber  auch  untereinander  in  Beziehung. 
Ich  bespreche  sie,  soweit  das  nötig  ist,  bei  den  echten,  zu  denen 
sie  gehören. 

29.  JT'n  Ssj  Gr.  Syr.  zl;  or/ov  croo.  Der  Infinitiv  spricht 
eher  gegen  ■[n''D;  vgl.  freilich  das  Talmudzitat.  —  121  nm]  Gr. 
Syr.  TToXXa  -;d[j  (Syr.  TJ);  vgl.  zu  7,  19.  —  ^yi'c]  ist  durch  das 
Talmudzitat  geschützt;  vgl.  Prv.  27,  6.     Gr.  £vsor>7.  =^  Syr.  sjscd. 

—  hzT]  heisst  im  Kanon  der  Kaufmann,  h'^^i  neuhebr.  der  Ver- 
leumder. Gr.  ooXtou  (vgl.  LXX  zu  Lev.  19,  16,  Hexapla  zu 
Prv.  11,  13.  20,  19.  Ez.  22,  9),  Syr.  i^:nh)22.  Schechter  (JQR 
III  701)  glaubt  irgendwo  in  einem  rabbinischen  Zitat  S:u  ge- 
funden zu  haben.  Dagegen  lesen  248  106  oiajBoXou,  wozu 
0.  Stählin  (Clem.  Alex,  und  die  LXX  p.  50)  die  Hexapla  zu 
Prv.  11,  13.  Jer.  6,  28  vergleicht.  Das  v^l^  "V^'^  der  Variante 
komuit  nicht  in  Betracht.  Syr.  hat  für  die  Variante  zu  b:  wie 
viel  sind  die  Sünden  der  Frevler  («Sij;^). 

30.  Lat.  praem.  sicut  enim  eructant  praecordia  (36,  5  = 
a-üXdy/ya.)  foetantium  (so  Toi.  Sang.  Corb.  Theoder.j;    vgl.  31,5. 

—  iinx  ?]lj;3]  Syr.  wie  ein  gefangenes  (Ki^i:)  Feldhuhn,  oder  nach 
anderer  Aussprache:    wie    ein   jagendes  (KTy)  Feldhuhn  =  Gr. 


112  Sir.  10,  30—14,  19. 

TTspoi?  OspE'jTr^?  (aber  Co.  70  D-zif/su^si?,  Aeth.  }>-/],o3osToti),  Lat.  (et) 
sicut  perdjx  indiicitur.  Gr.  imd  Syr.  verstanden  nn«  (=  einge- 
sperrt) falsch,  obwohl  sie  ?]iy  wohl  richtig  deuteten.  Vgl.  Aristot. 
hist.  anim.  IX  8  (9).  Es  handelt  sich  hier  wie  Jer.  5,  27  um  einen 
Korb,  in  den  ein  Vogel  mit  Futter  als  Lockvogel  gesetzt  wird. 
Der  Korb  ist  mit  einer  Klappe  versehen,  durch  die  andere 
Vögel  hineinkommen  können,  die  ihnen  aber  den  Rückweg  ver- 
schliesst.  Das  Tertium  ist  die  Gefährlichkeit  des  scheinbar 
Harmlosen.  —  yh22]  Gr.  iv  xotp-aXXto  (S*  add.  7.'jto':),  Lat.  add. 
et  ut  capra  in  laqueum.  —  2h]  Gr.  praem.  outcoc.  —  n«j|  Gr. 
Syr.  u-sp-/)97'vo'j.  Das  Wort  bedeutet  hier,  wenn  richtig,  den 
Boshaften  schlechthin.  —  Wie  die  Hs.  las  schon  der  Talmud 
Jer.  5,  27  in  diesem  Zusammenhang,  wenngleich  an  etwas  anderer 
Stelle.  —  Im  dritten  Stichns  des  Zusatzes  las  Syr.  (?]i:m)  statt 
DOim  vielleicht  rp)n).  Uebrigens  ist  aus  siS:  zunächst  zh^,  weiter 
aber  an;  und  nKi2  entstanden.  —  hi^t:2^]  Gr.  xal  «>;  (0)  •mmav.o-o; 
(LXX)  =  Syr.  Kpn  yü-\.  —  my  nur]  vgl.  Gen.  42,  9.  12  rmv 
neben  Sjnc.  Gr.  frei:  i-i'^U-zi  —waiv  =  Syr.  xnV.coS  nxm.  Lat. 
add.  proximi  sui.  Gemeint  ist  allerdings  wohl  eine  schadhafte 
Stelle  an  der  Stadtmauer. 

31.  ma]  Syr.  praem.  denn,  Gr.  add.  77>.  —  pnj  -[ctJ  vgl. 
betr.  piJ,  das  Syr.  übergeht,  zu  34,  24.  Gr.  <xiT7.3tps9ojv  ivsorysosi, 
Lat.  convertens  insidiatur;  aber  Aug.  spec.  insidiator,  Am. 
Theodor,  convertit  insidiator.  — -[n/rnöni]  gemeint  sind  die  Tugenden. 
Syr.  und  an  die  Geräte  des  Begehrens,  Gr.  xai  h  zoX;  alrjt-oX; 
(vgl.  Syr.  zu  20,  25).  —  ]n']  Gr.  inUr^asi  (7,  6).  —  ntJ'pJ  stände 
hier  in  der  Bedeutung  Frevel;  vgl.  zu  7,8  und  zu  13,  12.  Syr. 
Anstoss  (KnSpin).  Er  dachte  vielleicht  an  ti^pio  (s.  z.  9,  5)  oder 
las  so.  Gr.  [xojaov  (70  add.  -ix|:;ov),  vielleicht  nach  gangbarer 
Redensart;  vgl.  v.  33  und  zu  44,19,  übrigens  zu  7,6.  J.  Levi 
meint,  dass  yifia  in  der  Variante  zu  v  29  b  auf  ein  v^i  wie  7,  6 
hinweist.  —  In  der  Variante  hat  Syr.  und  er  richtet  Verwirrung 
an  {^:m)  für  nnaia  Sd'?  an  D^ii^ai. 

32.  p^Jö]  Gr.  d-o  aTTivÖTjpo?  irupo;  (248  jJ-ixpac),  Lat.  a 
scintilla  una  (Sang,  om.)  ^  [i-iac?  Aber  (jtcivötjp  ist  sonst  masc. 
Syr.  von  wenig  {h'bp)  Werg  (sppnD  =  mij;:?).  —  rhu:  n2T]  könnte 
nur  heissen:  macht  er  (der  Verleumder)  viele  Kohlen.  Talm. 
n'jm  i^yao  ps:"«,    Syr.    brennt    das    Feuer.     Aber  Gr.   Tzlr^i^'y^t-oa 


Sir.  11,30-34.  113 

(al.  7:X-/)i>uv»>r^(3£Tai)  otvUpaxia,  Lat.  augetur  ignis.  Ob  Syr.  Lat.  auf 
ein  tys  oder  auf  Gr.  -orjo:  zurückgeheo,  ist  zweifelhaft.  In 
letzterem  Falle  müsste  man  annehmen,  dass  dvi)p7.xic(  vor  xczi 
avi),oo)-oc  ausgefallen  war.  —  Der  Sinn  ist  wohl:  spiele  nicht 
mit  Feuer.  Danach  ist  aber  rßin  oder  |*irj  ^:  herzustellen.  Vgl. 
Alfab.  I  desBenSira:  |\S^JD  |^?i^n:  npiö  phi  iTj,  übrigens  Jac.  3,5. 
—  SySn  tf>"'sij  Gr.  x7.1  avWptoTjj;  ^.ixotpTtoXoc.  —  niN"'  üih]  vgl. 
Prv.  1,  11.  —  Lat.  setzt  vor  b  hinzu:  et  ab  uno  doloso  augetur 
sanguis,  womit  vielleicht  eine  Verbindung  zwischen  a  und  b 
hergestellt  werden  sollte.  —  Syr.  für  b:  so  ein  frevelhafter 
Mensch  vergiesst  Blut  wie  Wasser. 

33.  IIJ]  Syr.  fürchte  dich.  Aber  es  heisst.  wenn  richtig, 
hier  (anders  als  im  Kanon):  hüte  dich  (Gr.  -f/oas/s);  vgl. 
Hos.  10,5  und  Gr.  Syr.  zu  18,27.  —  rhv]  vgl.  Jes.  59,4  und 
oben  zu  8,  18.  Syr.  schlecht:  (denn  zum  Bösen)  ist  er  geschaffen 
{im  :=  nSr?).  Gr.  (in*  wunderlichem  Anklang  an  -(v-m):  -zy->x(\>zr, 
vgl.  27,22.  —  nr^h]  Gr.  [xr^Trots  (8,1).  —  cna]  Gr.  «iw.jLov;  vgl. 
18,  15.  20,  24.  30,  31.  44,  19.  47,  20.  Lat.  subsannationem  =  .jLmxov 
(Herk.);  vgl.  zu  31,  21  f.  —  HU^n]  Gr.  frei:  o(o  aoi,  Lat.  inducat 
super  te. 

34.  Hebr.  hat  den  Vers  in  der  vom  Syr.  wiedergegebenen 
Form  hier,  in  anderer,  die  für  a  die  Vorlage  des  Gr.  noch  er- 
kennen lässt,  hinter  12,1.  Für  "[rn  rf:^')  (vgl.  Prv.  19,3)  hait 
Syr.:  damit  er  nicht  schmähe  (hpbp:  vgl.  zu  v.  7  und  zu  14,  1) 
deinen  Weg.  Gemeint  sein  könnte  nur  die  Religion  bezw.  die 
Frömmigkeit,  weil  auch  "irT'naa  -[rciTi  dahin  verstanden  werden 
müsste,  dass  der  Böse  den  Frommen  von  der  Religion  abwendig 
macht.  Aber  die  n^i2  des  Einzelnen  war  die  Religion  nicht,  und 
in''"i30  ist  entstellt  aus  "[JT^^ö  (s.  u.).  Um  häuslichen  Verkehr  mit 
Heiden  handelt  es  sich  nach  dem  Zusammenhang  auch  nicht.  — 
In  der  älteren  Gestalt  des  Hebr.  hat  der  Fehler  T.T  den  Fehler 
plt^a  nach  sich  gezogen,  wofür  pt^'n  =  Gr.  Ivoixiaov  zu  schreiben 
ist.  Syroh.  253  haben  freilich:  i'voixoc  7./J.oTpio?  oiaaTps-i/si  as, 
aber  das  ist  Korrektur.  Sodann  ist  das  sinnlose  -i\nr  vir  in  Tn  ll 

•  T  -T 

(vgl.  itio  4,  30.  Ps.  69,  9)  oder  (Tmn)  iiin  i:  zu  ändern.  Es  war 
ein  Wortspiel  beabsichtigt,  Gr.  hat  dagegen,  um  den  Gleichklang 
zu  vermeiden,  die  Verba  der  beiden  Stichen  vertauscht.  Er  setzt 
hinter  aXXoxpiov  in  a  xat  öi7.a-p£(]>£i  as  und  in  b  xal  a-a/Ao-pituaei  as. 

.Sraeud,  Siracli-Kuramentar.  8 


114  •  Sü-.  10,  30—14,19. 

Das  erstere  Verbum  könnte  an  sich  ebenso  gut  auf  "jZOiTl  (vgl. 
Prv.  21,  8)  zurückgehen  wie  auf  "jim.  Aber  der  Zusammenhang 
entscheidet  für  -irr'  (vgl.  zu  4,  17).  Im  Neuhebr.  bedeutet  das 
Piel  öfter  entfremden.  Für  yz'M  (das  auch  als  Singular  ge- 
nommen werden  kann)  hat  Gr.  sv  T7.f>a/ottc  (al.  ■zapayr^^  vgl.  40,5), 
was  vielleicht  auf  ein  schlechtes  Tin  führt.  Dagegen  hat  Gr. 
für  -nanöa  wohl  mit  Recht  töjv  (248  praem.  ix,  Lat.  a  proi>riis) 
to-Vov  (30U  =:  -iT'Zö  (LXX),  woraus  das  "[D^iSö  der  Variante  ver- 
derbt ist.  -''icnn2  könnte  im  Sinne  von  Hos.  9,  16  Korrektur 
für  ■[n''2a  sein,  ist  aber  wohl  nur  aus  v.  31  eingedrungen.  Das 
T(ov  oowv  aou  des  cod.  155  stimmt  wohl  zufällig  mit  "CDm. 

12,1.  Tin  2"ii2  es]  =:  wenn  du  dem  Guten  Böses  tust. 
Syr.  wenn  du  Gutes  tust  dem  Bösen  =  yt  ran  es.  Ersteres 
passt  leidlich  zu  i^en  ^üh  (=  wem  willst  du  (dann  überhaupt) 
Gutes  tun),  aber  nicht  gut  zu  b  (nach  dem  Wortlaut  des  Hebr. 
und  Gr.  =  damit  Hoffnung  (Gutes)  sei  für  dein  Gutes).  Die 
Vorlage  des  Syr.  passt  aber  zu  beidem  nicht.  Er  (oder  seiae 
Vorlage)  fährt  mit  willkürlicher  Aenderung  fort:  gar  nichts  tust 
du  (damit),  auch  ist  kein  Gutes  deinem  Guten.  Richtig  dagegen 
Gr.  iav  s'j  TToifiC,  '(W)x}<.  {-(v.  -rj'.zX;)  =  yi  y^p.  CS.  Offenbar  ist  die 
Lesung  der  Hs.  aus  der  des  Syr.,  und  diese  aus  der  des  Gr. 
verderbt.  Die  Lesart  des  Syr.  wollte  einen  formellen  Gegensatz 
zu  V.  2  a  schaffen.  —  in2iaS  mpn  'iTl]  Gr.  y.yX  l^-ox  /a'pic  (Syroh. 
253  add.  Iv)  xol?  dyaöoT^  sou,  Lat.  et  erit  gratia  in  bonis  tuis 
multa;  vgl.  Syr.  imraS  'C^e.  Gr.  (vgl.  zu  20,13  und  zu  3,  31) 
las  wie  Syr.  -riDiaS  nriU  =  so  wirst  du  Gutes  für  dein  Gutes 
empfangen.  Diese  Lesart  ist  auch  v.  3  vorausgesetzt,  mpn  da- 
gegen nur  (richtige)  Erklärung  von  nzii:,  das  das  Gute  der  Ver- 
geltung, d.  h.  den  Dank,  bedeutet;  vgl.  v.  3.  20,  1  und  bes.  20,16. 

2.  pn;:S]  Gr.  £u3£[:i£r;  vgl.  11,  17.  —  Si:öl]  Syr.  Impf.,  Gr. 
Fut.  —  naiSi^n]  Syr.  sjj?"nc,  Gr.  rx'no.rJjwyj.  (Lat.  retributionem 
magnam);  vgl.  zu  14,6.  32,13.  48,18,  wo  Gr.  überall  wie  hier. 
32,13.  48,8  steht  niaiWn;  der  Plural  kann  auch  hier  und  14,6 
angenommen  werden.  Andernfalls  muss  man  an  diesen  beiden 
Stellen  n^^Sa^ö  sprechen.  Das  Wort  hat  hier  und  32,.  13  gute, 
14,  6.  48,  8  schlimme  Bedeutung.  Vgl.  aram.  «aiSa^fi,  talmud. 
ciSi^n.  —  es]    Gr.  xal  st.  —   •'^"o]    Syr.  von  seinem  Herrn.     Gr. 


Sir.  12,  1-B.  115 

dkXcc  (307  add.  xoti'j  -7.f>a  (toü)  u-^igtou  (Syi'oh.  253  Lat,  xupiou); 
vgl.  43,  2.  48,  5. 

3.  |\s]  Gr.  o'jx  sa-iv  (al.  i'a-ai),  Lat.  non  est  (enim).  — 
naiö]  schlägt  auf  V.  1  zurück.  —  v^'\  nmh]  lies  mr:h ;  vgl.  zu  3, 6. 
Syr.  dem,  welcher  ehrt  ("ip^'^i  ]Kh  =  ii^nh)  den  Bösen.  In  seiner 
Vorlage  war  auch  hier  die  Korrektur  durchgedrungen,  die  sich 
3,  G  bei  ihm  und  dem  Hehr,  findet.  Gr.  verstand  hier  den  un- 
gewöhnlichen Ausdruck  nicht.  Er  hat  tm  svosXs/t'Covxi  stc:  (vgl. 
21,  12)  xotxa.  Er  dachte  wohl  an  iTiJ  im  Sinne  von  verweilen. 
yti'"!  wird  scheinbar  durch  pnr  v.  2  gestützt;  aber  Gr.  Syr.  lasen 
wahrscheinlicli  yi  (vgl.  v.  7).  Das  Missverständnis  des  Gr.  ist 
bei  dieser  Annahme  auch  erklärlicher.  —  Gr.  verstand  b  falsch 
als  Fortsetzung  von  n^^t^h:  xai  xm  zkzr^ixoa'jyr^v  [xr^  yo(pi!^oji.£V(o.  Syr. 
las  vielleicht  anders:  und  wer  (es)  dem  Gerechten  tut,  verdirbt 
(l3"iö)  nicht  (seil,  sein  Vermögen).  —  npi):  nähert  sich  hier 
wenigstens  der  Bedeutung  Almosen  (s.  z.  3,  30).  —  Vgl.  auch 
das  zu  7,  1  angeführte  Zitat  aus  Koheleth  R.  V  97  b. 

4 — 7.  Die  Ordnung  der  Stichen  ist  im  Hebr.  und  Syr.: 
5de|5bc|6|7  5a  (om.  v.  4).  Nun  gehören  5  b  c  freilich 
vor  5  d  e,  übrigens  wird  Gr.  ursprünglich  dieselbe  Reihenfolge 
gehabt  haben.  Denn  alle  griechischen  Hss.  haben  den  Stichus  7 
(=  4),  der  5a  hinter  sich  erfordert;  nur  Sah.  lässt  7  aus.  Des- 
halb wird  4  des  Gr.  schlechte  VorM-^egnahme  von  7  sein,  und 
7.  5a  werden  im  Gr.  ursprünglich  ebenfalls  hinter  v.  6  ge- 
standen haben,  wo  sie  als  Abschluss  des  Abschnitts  gut  passen. 
Also  ist  für  Gr.  anzunehmen :  5bcde  6  7  5a.  Dagegen  hat 
Lat.:  G  a  X  4  6  b  Y  7  5  6.  Er  hat  6  zweimal.  Da  aber  4 
im  Lat.  deutlich  später  eingetragen  ist  und  dabei  den  Zusammen- 
hang von  6  a  und  6  b  sprengt,  scheint  4  den  v.  6  an  erster  Stelle 
vorauszusetzen  und  G  an  zweiter  Stelle  sekundär  zu  sein,  so 
dass  im  Lat.  ursprünglich  auf  einander  folgten:  6  7  5.  Aber 
die  (ursprüngliche)  Anordnung  des  Gr.   ist  ohne  Zweifel   besser. 

5  b  C  d  e.  üTih  "'Sa]  Gr.  sfj-Trooiaov  xou?  ap-ou;  autou  (S*  om. 
auTou,  248  23  Sah.  aou)  xat'.  Er  nahm  ^^3  für  kSd  (im  Kanon 
öfter  =  hSd);  vgl,  dag.  iv  au-oX^  =  nn.  Syr.  die  G^eräte  deiner 
Waffen,  was  nicht  notwendig  auf  ■]n?:n':iö  "'S:  führt.  Jedenfalls 
wäre  aber  crh  besser  als  r\f2nhr2,  auch  das  ..dein",  worin  Syr. 
vielleicht  nur   griechischer  Lesart  folgte,    bleibt  besser  fort.  — 

5* 


IIQ  .  Sir.  10,  30—14,19. 

noS|  Gr.  vyj.  \xri  (vgl.  ZU  8,  1).  —  yhü  h'2p'\  S^npn  hier  =  an- 
greifen (arab.  J^  IV).  Vgl.  das  Partizip  Ex.  2G,  5  (=  gegen- 
überstehen), syr.  S;pK  (entgegen  gehen)  und  das  Nomen  Snp 
Ez.  26,  9  (=  Mauerbrecher).  Syr.  frei:  er  kämpfe  mit  dir.  Gr. 
ungenau:  as  ouvaaTsucc^j  (5,3.  48,12).  —  D^Ji^  ^cj  vgl.  18,32  (Ilebr.), 
48,  12  (Hebr.),  39,  6  (Syr.).  Gr.  onzUaioi  7ap.  2  Reg.  2,  9. 
Zach.  12,  8  bedeutet  der  Ausdruck  zwei  Teile,  hier  und  18,  32 
doppelt  (so  Syr.  überall  pn  nn),  ebenso  auch  wohl  39,6.  48,12. 

—  TU^D]  Gr.  supr^ssu:  (6,  16),  248  70  Syroh.  253  Anton.  1149 
supr^asi  Goi  (70  Syroh.  253  add.  x^uciioK).  Vgl.  dazu  Syr.  für  d: 
der  Böse  findet  dir  {"(7).  T'^n  heisst  hier  erlangen,  bekommen, 
12,  12.  34,  22  mit  ^lox  verstehen.  —  -[IIJ:  np]  fehlt  im  Gr.  und 
ist  Glosse,  die  im  Syr.  e  verdrängt  hat.  —  rhu  r^nj  Gr.  frei: 
oT^  av  7:oir^a-(jC  7.ü-a  (70  Syroh.  253  add.  a7-7.utjc).  —  Vgl.  auch 
das  rabbinische  Zitat  zu  7,  1. 

6.  DJ  "dJ  Syr.  und  (Mas.  II  om.)  auch.  —  Ss]  Gr.  0  u^j>ia-o; 
(4,  10).  —  Witi'l  Gr.  ItxiV/jcJsv.  —  c'^yi]  Gr.  atxotpTojXo-jc  (v.  7. 
39,  25.  27.  41,  5).  —  cpj  r:^i  vgl.  32,  23.  —  Syr.  für  b:  und 
über  die  Frevler  bringt  er  (^n\s  vgl.  zu  29, 5)  seine  (w  om.) 
Vergeltung. 

7  (4).  5a.  ]r\]  Syr.  hat  nn  an  Stelle  von  vpn  in  b,  hier 
dagegen  DStos  (tue  wohl).  —  zr^h]  Gr.  v.  7:  tw  d-^a^im,  dagegen 
V.  4:  T(o  sucrspsi.     Das  erstere  ist  ursprünglich  (vgl.  sonst  39,27). 

—  VJOlJ  =  Syr.  "'S:!,  Gr.  frei:  xal  «xt;  dvrdaß-(|.  —  yiö]  Gr.  (toO) 
ajxotpxwXoö  (253  -ov-/]poü);  vgl.  zu  v.  6.  —  Tpn]  vgl.  mn  ip 
Prv.  17,27,  neuhebr.  mn  mip  (Gemütsruhe),  npnj  (sich  beruhigen), 
saraarit.  nps  (beruhigen),  sowie  die  Orthographie  ypr\  Jer.  6,  7. 
Wahrscheinlich  ist  ypn  nach  n''Jn  v.  3  als  erquicken  zu  erklären. 
Gr.  £0  TM-qaov  {=  Syr.  dnjss'  s.  0.).  —  -p\  sonst  nicht  belegt  = 
demütig.  Vgl.  targ.  ^^dö.  Syr.  w:ö,  Gr.  xa-sivto.  —  |nn  ^sij 
Syr.  'h2)  (nach  v.  7).  —  tS]  Gr.  aasßsT;  vgl.  zu  9,  12. 

8.  yni'']  =  Syr.  DDnni  und  Syroh.  253  106  sirrj'vtoaO-T^cjsTai, 
S  '^'^  '(voia^azzal,  Lat.  Slav.  agnoscetur.  Die  gewöhnliche  griechische 
Lesart  ist  exSix-zj^asTczi,  die  mehrfach  korrigiert  ist  (248  155 
ix[:5X-/)Urja£TC(t,  A  h{i^^l3^ml,  Aeth.:  nicht  entflieht  dir,  70  Sah.(?) 
sxcpavr^astai,  55  254  nach  b:  xpu[':i-/^c;£-oti).  Wie  schon  Gaab  sah, 
könnte  sie  auf  nne^  (:=  er  wird  vermisst)  zurückgehen.  Aber 
zu  b  und  zu  v.  9  a   passt  yiT   besser.  —    ams]    ist    der   wahre 


Sir.  12,6—11.  117 

Freund,  im  Unterschied  von  j?"i,   der  nach  v.  9  im  Orimde  viel- 
leicht ein  Feind  oder  wenigstens  unzuverlässig  sein  kann. 

9.  nniBD]  Syr.  add.  denn  (TJ).  —  yn  ni)'^  n:]  Gr.  in  grobem 
Missverständnis :  oi  i/J>f>ol  ao-oo  sv  hj—q  (vgl.  zu  38,  18.  18,  15), 
was  Syr.  wörtlich  kopiert.  —  d:i]  Gr.  z7.t  (155  Lat,  Syr.  om.).  — 
m;J  vgl.  Jes.  14,  51.  Gr.  oia/ajpi3i>y;a£T0(i  (Lat.  agnitus  est  = 
6i7.7V(upi3!}r^af3T7.!)  =  Syr.  if>-ionK  (w  Maus.  Mas.  I  li^'cna).  —  Vgl. 
Prv.  19,  4. 

10.  üm*2\  Gr.  add.  aou.  —  nj?S]  vgl.  zu  7,  36.  —  s^^'^nn] 
rosten  (vgl.  j-^i^n),  sonst  nicht  belegt.  Erz  rostet  immer  wieder, 
und  die  Bosheit  des  Feindes  ist  immer  neu.  —  Gr.  für  b:  vk 
T^P  ^^  '/j^y^y^  Ir/j-ax^  o'jTfjoc  (xaQ  y;  Trov/jpia  auxou.  Danach  hätte  er 
N'''?n''  falsch  verbunden.  Aber  Lat.  drückt  nu-«)?  nicht  aus.  — 
Syr.  denn  wie  Erz  ist  der,  welcher  seinen  Gefährten  befleckt. 
Er  verstand  ij?T  und  las  vielleicht  hhn". 

11.  "^S  v^)i>^\  versteht  Syr.  ("]S  yantt*»)  richtig  als  Nifal 
(42,  23),  und  zwar  bedeutet  es  hier  unterwürfig  sein,  sich  unter- 
würfig stellen  (vgl.  Aruch  s.  v.).  Gr.  frei:  ta7r£tvoji>-().  —  nma  "['^iTl] 
vgl.  sss'?  i'^n  und  üi<  'n.  Gr.  -mi  rjtrjz'rr^^'jx  a'JYxsxocpo');;  vgl.  Syr.: 
und  er  geht  vor  dir  gebeugt  (rpc:);  vgl.  38,  30  Syr.  Man  könnte 
danach  an  ;^C3  Jes.  58, 5  Ps.  57,  7.  145,  14.  146,  8  denken. 
Aber  der  Ausdruck  des  Hebr.  erscheint  als  originell,  und  viel- 
leicht ahmt  Syr.  mit  pj-c^  das  a'JYxs/.'j'fojc  nach,  wobei  Gr.  die 
Wurzel  nm  im  Sinne  hatte.  —  "[nS  |n]  Gr.  £-t'cj--/)aov  ttjv  '}u/rjv 
rtoo;  vgl.  zu  4,  17. —  STAlSj  vgl.  4,30.  Gr.  xotl  cp6Xa?7i;  vgl.  zu 
4,  20.  —  Lat.  om.  c  und  d.  —  nMj  Gr.  x7.1  sVc^.  —  n  n'::»:]  ist 
falsch.  Sirach  kann  unmöglich  empfehlen,  dass  man  sich  auch 
nur  stellen  solle,  als  sei  man  ein  Verräter.  Gr.  (oc  £x;xsa7./(o^ 
sVj—pov.  Syroh.:  wie  ein  abgewischter  Spiegel.  Gr.  las  richtig 
\s"i  (Spiegel),  das,  wo  möglich,  n  geschrieben  war;  die  Fehler- 
reihe könnte  aber  auch  ■'sn,  isi,  n  gewesen  sein.  Das  Bild  wird 
fortgeführt.  Mit  dem  Rost  des  Kupfers  wird  man  fertig,  indem 
man  den  kupfernen  Spiegel  immerfort  putzt,  mit  der  Bosheit 
des  Feindes,  indem  man  sich  immerdar  vor  ihm  hütet.  Augen- 
scheinlich heisst  rhi  im  Fiel  hier  putzen;  vgl.  arab.  ^1>  und  ^b* 
=^  blank  putzen  (vom  Schwert,  Silber,  Spiegel).  Ob  |rS3  Jes.  3,23 
Spiegel  bedeutet,  ist  unsicher.  —  -[n^n^^nS  «2:0"  ^'\  las  auch  Syr., 
aber  die  Worte    fehlen  im  Gr.    und  sind   offenbar  eine  Glosse, 


IIQ  Sir.  10,  30—14,19. 

bei  der  übrigens  die  syrische  Bedeutung  von  nn^,  nniy«  (=  rosten) 
im  Spiel  sein  kann  (Nestle).  —  nii:p  nnnx  ym]  =  Syr.  Lies  nsSn 
nach  Gr.:  xci  7V(()ar„  o~i  oux  (Syroh.  om.)  zl;  liXoc  x7.tio)3£v  (253 
xatuijxs,  A  Y.d.Tuo-y.i).  Ich  halte  o-jx  nach  Syroh.  für  unecht.  Der 
Sinn  des  Hebr.  war  jedenfalls:  dann  erkennst  du,  wie  man  mit 
Rost  fertig  wird. 

12.  nöS  1*^  und  2f']  Syr.  ahl  und  soSi,  Gr.  .xv^  (248  70 
Sah.  [xr^üOTs,  253  iva  ixVj)  und  [xr^iroxs;  vgl.  zu  8,  1.  —  1  "[CliTj  = 
Gr.  avatpl'J^otc  (vgl.  zu  13,23;  al.  avaa-fvE-^ac,  xaTaaTfy£'l;czc)  as,  Lat. 
conversus.  Syr.  "[cnni  =;  dvaaxpl'];«?.  —  i"'nnn]  Gr.  i-l  (Syroh.  253 
Lat.  £tc)  xoy  -o-ov  co'j  =  Syr.  -[nann;  vgl.  46, 12.  49, 10  und 
Zach.  14,  10  LXX.  —  -pu^ir^]  Gr.  tt^v  xotDIof.ay  aw  (248  70  106 
add.  Xaßstv),  Syr.  i^DilD.  —  TinsSi]  vgl.  zu  6,  28.  —  y^n]  Gr. 
s-i",'vwc>-(]  (106  k  supr^astc,  vgl.  zu  34,  22  und  zu  6,  16)  =  Syr.  V^n. 
Das  Verbum  heisst  allerdings  hier  und  34, 22  verstehen.  — 
"nmx':')]  Gr.  xal  stI  -äv  {jr^iiAroy/  ixou,  Syr.  ncsazi.  Die  Emendation 
Tnas':')  ist  wegen  des  voraufgehenden  ni2N  (vgl.  34,  22)  unwahr- 
scheinlich. Näher  liegt  Tiins  (Job.  13,  17).  —  ra«rn]  vgl.  zu  25,  18. 
Gr.  xotTavD-f/^ari;  vgl.  zu  47,  20.  Syr.  (lainn)  las  vielleicht  nann. 

13.  Zu  no  stimmt  das  passivische  jnr,  es  ist  aber  nur  in 
Folge  des  fehlerhaften  ni2  aus  ])n''  entstanden.  Gr.  Syr.  Tic  (Syr. 
add.  y:)  iler^azu  —  iiti^jj  Gr.  erklärend:  ocpioor^x-ov,  danach  Syr.: 
den  gebissen  hat  die  Schlange.  —  Sdi]  Syr.  so  auch  jeder.  — 
Iti^n-n  ha]  ebenso  39,30,  und  öfter  im  Syrischen  xjii'  m"n.  Gr.  {>r^pioic. 

14.  |d]  Syr.  so  auch  (w  Maus.  om.  auch)  jeder. —  nmn]  in 
der  von  ihm  beliebten  Spielerei  setzt  Sirach  denselben  Ausdruck 
in  anderem  Sinne  (vgl.  13,  1)  als  v.  13.  Syr.  der  sich  ver- 
gesellschaftet, Gr.  Tov  TTpoaTTops'jotxsvov  (253  Syroh.  (?)  -pouaYov-a). 
Lat.  qui  comitatur.  —  pi*  n^ü  '^x]  leg.  Uf'ü.  Gr.  dvopi  atxapxouXw, 
Lat.  cum  viro  iniquo,  Syr.  ab)V  «"Qj'?;  vgl.  zu  11,  9.  15,  7.  Zu 
IV  vgl.  40,  30.  —  hh:m)\  bedeutet:  und  sich  besudelt  (Jes.  9,4). 
Das  meint  auch  Gr.  mit  au[x'^'jpo[x£yov  (vgl.  2  Sam.  20,  12.  Job. 
30,  14  LXX).  Cod.  A  aüfxcpspojxsvov,  253  a'ja-spicsspotxevov  (om.  £v), 
Lat.  obvolutus  (Aug.  spec.  cod.  M  oblutus)  est.  Der  Sünder  ist 
unrein  und  verunreinigt  jeden,  der  ihm  nahekommt.  —  Im  Hebr. 
folgt  hier  23,  16 f;  auch  Syr.  hat  die  Worte,  darüber  aber  v.  14b 
verloren.  Die  Beifügung  von  23,  16 f  ist  durch  die  Lesart  nif'K 
veranlasst. 


Sir.  12,  12—16.  119 

15.  Wahrscheinlich  las  Syr.  auch  diesen  Vers  schon  in 
doppelter  Gestalt,  wie  Hebr.  ihn  bietet,  und  zog  in  Rücksicht 
auf  Gr.  die  vier  Stichen  in  zwei  zusammen.  Er  übersetzt  wörtlich 
den  ersten  Stichus  des  Hebr.  und  die  erste  Hälfte  des  zweiten, 
aber  den  Schluss  entnimmt  er  anscheinend  dem  vierten  Stichus 
des  Hebr. :  rh'n  njK  si'o  ah  =  '^D^rnn  statt  h':h2r\\ —  Uebrigens  sind 
die  beiden  ersten  Stichen  eine  Abwandlung  der  beiden  letzten, 
die  dem  Gr.  vorlagen,  "f?  nSjn''  stellt  sich  zu  y^v,  'jicn  zu  awj 
(leg.  cion),  •f7')irh  h'ß'  (leg.  Ssr)  zu  h^b^rw  Gr.  hat  für  a  offenbar 
unvollständig:  (»Spav  iiz-a  aoo  oiaixövcr,  248  Syroh.  253  23  add. 
SV  cttaast  oixcd'a  (23  om.).  Im  Hebr.  sind  iy  und  nj?  (wie  öfter) 
Varianten,  nach  4,  17  und  nach  «opav  (11,  22)  ist  wohl  nj;  anzu- 
nehmen. Allerdings  stand  schon  in  der  Vorlage  des  Gr.  der 
Fehler  noj;  statt  noyn  (vgl.  44, 13),  deshalb  ist  r;  nicht  geradezu 
ausgeschlossen.  Daneben  las  Gr.  noch  "pv,  das  auch  durch  das 
"py  XU'  der  Variante  bezeugt  ist.  Im  Hebr.  ist  es  durch  Haplo- 
graphie  ausgefallen,  man  muss  es  mit  VZT  ah  verbinden,  das 
nach  neuhebr.  Sprachgebrauch  zu  bedeuten  scheint:  er  offenbart 
sich  nicht.  —  Für  aiDJ  ist  nach  dem  h)zn  der  Variante  und  nach 
2xx>viV(js  des  Gr.  JDWn  zu  schreiben;  vgl.  zu  15,  4.  —  h'ihzn'']  vgl. 
43,  3  nnd  im  Kanon  des  Pilpel;  hier  offenbar  =:  an  sich  halten. 
Gr.  v.o!.[j-a[jr^a-q  (Syroh.  253  23  add.  dizb  aoixiac). 

16.  Gr.  praem.  xai'  (Syroh.  253  157  55  254  Lat.  om.).  — 
nanan'']  Gr.  7X'jxo(vöT;  vgl.  27,23.  Danach  ist  zu  lesen  pTiö''  und 
"ivn  oder  mit  J.  Levi  pnan"'  {=  er  stellt  sich  süss),  das  Hithpael 
ist  im  Aram.  allerdings  nur  in  der  Bedeutung  süss  werden  be- 
legt. Der  Fehler  nanan'  stammt  wohl  aus  27,  23  b.  Syr.  uner- 
klärlich :  er  gibt  ein  Zeichen  (üd"!).  —  Hinter  a  setzen  B  *  '^  68 
hinzu:  xal  -o/.Xoc  <\/ix}>j[j(azi  (vgl.  v.  18)  xat  spst  am  xaXa  li'^uiv  (vgl. 
zu  13,  6).  Dasselbe  liest  Slav.  an  Stelle  von  b.  —  Zfi^n"]  Gr. 
ßouXcuacTai  (37, 8  vgl.  LXX),  Lat.  insidiatur.  —  P)p)^v  mnana] 
vgl.  Ps.  140,  11.  Unsere  Stelle  bestätigt  die  Deutung  des 
Symmachus,  des  Hieronymus  und  der  mittelalterlichen  Rabbioen. 
Syr.  frei:  tiefe  Plane,  Gr.  frei:  rha-rA'bai  (al.  o(V7.axr>l'];ai;  vgl.  zu 
V.  12)  GS  SIC  ßoöpov  (55  254  ßoüuvov).  —  ns  DJi]  Gr.  om.,  70 
Syroh.  253  xo»'.  —  y^^r]  das  Hifll  ist  sonst  unbekannt.  —  2')a\ 
Gr.  0  s/!>.ooc  (248  70  Syroh.  253  23  Aid.  om.).  —  Syr.  für  c: 
auch  wenn  er  von  seinen  Augen  herabgehen  macht    Tränen.  — 


1 20  .  Sir.  10,  30—14,  19. 

c«  2"\  -/.Ott  (55  254  om.)  iocv.  —    nyj  Syr.  frei:  «"ins.  —  Dn|  Gr. 
7.'f'  ctrixa-o?,  Syr.  von  deinem  Blut.  —  Vgl.  Prv.  26,  24  f. 

17.  üUf  S2:oj]  Syr.  du  wirst  ihn  finden  dort.  Gr.  supr^cjs'.c 
7.'jTov  -poTspov  sxsi  Gou.  Im  Cod.  26  fehlt  -f/o-epov,  308  (e  sil.) 
hat  i'/.zi  t.[j6~z(j6v  cjou,  die  übrigen  npoTspov  aou  ixsr.  Die  unsichere 
Stellung  des  rpoxspov  aou  weist  auf  seine  Unechtheit  hin,  vielleicht 
ist  es  ursprünglich  Fehler  für  —ipvav  aou.  —  "jc'D  li»"«:]  Gr.  xat 
6i:  (248  Syroh.  253  add.  avUpio-oc)  |5or,U<Ji)v  (Syroh.  add.  aoi). 
Ein  )  ist  wohl  einzusetzen.  —  zpv  tJ^cn"*]  das  von  Anderen  ge- 
lesene 'y  ti'cn''  könnte  nicht  heissen:  er  erforscht  den  Ausgang 
(der  Sache),  eher:  er  trachtet  dir  nach  der  Ferse  (vgl.  Gen.  3,15). 
Aber  nach  dem  Zusammenhang  scheint  hier  gesagt  zu  sein,  dass 
er  auch  tatsächlich  das  Mass  des  Unglücks  voll  macht.  Wahr- 
scheinlich steht  in  der  Hs.  ^Sin\  das  den  Ansprüchen  genügt 
und  event.  zu  vei'muten  wäre.  Gr.  u-ocr/ctasi  (296  308  sinnlos: 
uT:ocr/c(Xa3r„  307  'j-rjT/.z/dati,  253  23  'j-oT/a'l/si,  Lat.  suffodiet, 
Syroh.  PTin  nci"  =  o-or/.-f/jz:?)  -xirj^^yy  (253  -a:  r-spvac)  cio'j.  Syr. 
und  er  wird  suchen  zu  lähmen  (npj;i2'7  :=  u-oTÄr/Mi)  deine  Fersen. 
Im  Targum  heisst  Den  auch  graben,  LXX  setzt  Ps.  77,  7  i'axot/.s 
für  \i*zn\  Danach  ist  'j-fjT/A<!jzi  zu  lesen,  u-oa/otoröt  und  u-otazIicsv. 
beruhen  auf  Korrektur.     Das  erstere  Verbum  ist  nur  hier  belegt. 

18.  Ausser  B  (254)  haben  alle  griechischen  Hss.  und  Lat. 
in  der  Wortfolge  des  Hebr.  und  Syr.  -7;v  XicpaAr^v  gcOtoO  y.'.v/,oi3'. 
(106  k  157  296  308  add.  i-\  arA;  vgl.  13,7).  —  Syr.  mit  seinem 
Kopfe  (s.  ebenda).  —  rpan*]  Gr.  wohl  willkürlich:  s-izpoTv^afit.  — 
itJ  Gr.  -oX:  yz[j:sh  (Syroh.  Lat.  rf  /s'-pQ  aOroO  (248  70  Syroh. 
253  23  S*  307  Lat.  Sah.  om.  a'jToO).  Syr.  mit  seiner  Hand.  — 
U'nS  nz'nh)]  Syr.  und  viel  zischelnd  (ti'nSo),  Gr.  xott  -o/.Xa  oicz-i/iDupCsci 
(Syroh.  253  Lat.  oiot-LiUupuwv  (om  xai  3")).  Lies  Z'rhü  zrhl.  — 
Die  Orthographie  wiJ^"'  (vgl.  13,  25  und  zu  19,  6)  hatte  schon 
Syr.  (WDO;)  vor  sich.  Gr.  d/v/.oia)3£!  (wie  13,  25.  33,  6.  40,  5). — 
CJcJ  Gr.  Syr.  ~h  T^rjfj'sui-rjv  aü-oü. 

13,  1.  2  yjij]  =  Syr.  h  2y  (31,  30).  —  IT  p2ir\]  Syr.  es 
(das  Pech)  klebt  an  seiner  Hand.  "iTS  ist  anzunehmen,  auch 
wegen  b.  Gr.  ixrA'jvbr^az-zc/.i  (248  Syroh.  add.  sv  7.'jtt,,  Lat.  add. 
ab  ea).  Wahrscheinlich  ist  ao/.'jvi>r^cj-/;-7.'.  Korrektur  für  y.o/lrjbr^'jz-ci.'. 
(Syroh.  pzi:};  vgl.  2,3.  19,2.  —  -iZim]  Gr.  xotl  o  xoiy«)V(üv(v.  2. 17. 
6,  lOj.  —  yh]  =  Gr.  O-s.or^-favco  (3,  28)  und  Syr.  sSij;  (8,  11).  — 


Sir.  12,17—13,  2.  121 

lD"n  noS^]  rir.  (oixoi(oU-/;crsT7.i  7.u-(r))  könnte  dasselbe  gelesen  haben. 
Aber  Syr. :  er  kleidet  sich  (li^^S)  von  seinen  Wegen.  Er  las 
wohl  ]if2h^;  vgl.  Lat. :  indiiet  (Theoder.  induetur  =  houWr^azxai?) 
superbiam.  Wenn  der  Vers  überhaupt  hierher  gehört,  so  kann 
er  nicht  besagen,  dass,  wer  mit  dem  Uebermütigen  umgeht, 
selbst  übermütig  wird,  sondern  nur,  dass  er  dadurch  zu  Schaden 
kommt.  Nun  kann  131T  ^zh''  sehr  wohl  heissen:  ihn  wird  der 
Weg  (das  Tun)  des  Uebermüti,gen  bedecken  (d.  h.  überwältigen) ; 
vgl.  Judic,  6,  34  und  syr.  ti^iV.  Dagegen  ist  lüh^  Korrektur,  die 
ti':S  (vgl.  auch  hierzu  den  syr.  Sprachgebrauch)  vielleicht  nur 
erklären  wollte  (Jer.  12,  16).  Korrektur  ist  aber  wohl  auch 
6[j.ot(ui>-/]a£T7.i  ao-m  für  das  griechischen  Lesern  unverständliche 
iyo'jasTa'.  (£voüllr^53T7.i)  fj|':i,otv  (?),  das  Lat.  las.  —  In  der  Hs.  ist 
hinter  v.  1  ein  Abschnitt,  der  vielleicht  auf  Uebeiiieferung  be- 
ruht und  den  Vers  zum  Vorigen  zu  ziehen  rät. 

2.  m  1"  und  2'']  Gr.  «j-t]  =  Syr.  ah;  vgl.  zu  8,  1.  — 
sii'nj  Syr.  hebe  auf  {h)p'^r\,  w  Maus. :  suche,  KV3n),  Gr.  a.o-fj?  (248 
add.  £v  Coifj  (3ou).  —  -pr:^  y^y  '^kiJ  Gr.  xal  iT/y^jonirAn  (Syroh.  253 
TrXoL»aiojT3p(o)  avj  /sA  rXoucjiojxspw  (Syroh.  253  la^^upfoxsfxo,  Max.  745. 
Anton.  804  oni.  xal  -Äoucr.,  248  Syroh.  253  S  307  A  254  add. 
aou).  Lat.  für  a  und  b:  pondus  super  se  tollet  (-it),  qui  ho- 
nestiori  (se)  communicat,  et  ditiori  te  ne  socius  fueris.  Das 
letztere  ist  Dublette,  denn  auch  honestiori  ist  =  TrXo'jsttoTspoj 
(z.  B.  11,  14.  21  u.  ö.),  also  ist  x7.i  ta/ufXjuTsp«»)  aou  Korrektur 
bezw.  Variante  für  x7.t  ttXous.  aoü.  —  izrin''  2"J  ist  aus  isn'' 
korrigiert,  ebenso  in  dem  apokryphen  Zusatz.  In  v.  1.  12,  14 
steht  das  Kai,  v.  17  das  Pual.  —  TD  ha  nnc]  Gr.  '/'JWJ-  ~p^^? 
X3ßr^T7,  Syr.  erklärend :  der  Topf  («np)  von  Ton  dem  Kessel  (si"«) 
von  Kupfer.  Aber  für  die  jüdischen  Leser  war  diese  zweifellos 
richtige  Erklärung  überflüssig,  was  allerdings  für  die  Bedeutung 
der  beiden  Wörter  von  Wichtigkeit  ist.  Vgl.  zu  dem  Impfernen 
TD  Ez.  24,  3.  6;  aber  auch  im  Tic  wurde  gekocht  (Num.  11,  8). 
—  Kin  T^xJ  geht  auf  TD,  Gr.  nur:  au--/;.  —  in  li^pi:]  Gr.  nur: 
-poa/.pofjofci;  vgl.  zu  9,  5.  Man  wird  12  wohl  streichen  müssen, 
zumal  sonst  der  Sinn  wäre:  er  stösst  sich  an  ihm  (41,  2).  — 
Syr.  für  d:  der  sie  stösst  und  sie  zerschlägt.  —  Der  Zusatz, 
den  Hebr.  Syr.  am  Schluss  haben,  ist  Glosse.  Es  müsste  auch 
heissen  Tii'v  ha  h^  nann^  noi.    Vgl.  zu  v.  17.' 


122  •  Sir.  10,  30—14,  19. 

3.  n:r]  ist  nach  myj  in  b  und  Gr.  Syr.  (y;oi/r^a£,  san)  in 
my  oder  wenigstens  in  mr  zu  ändern,  das  als  Kai  oder  Hifil 
genommen  werden  könnte.  In  b  ist  nach  Esth.  1,  16  das  Nifal 
mit  hy  möglich.  Vielleicht  ist  aber  h"^)  zu  streichen;  Gr.  drückt 
wenigstens  l  nicht  aus.  Er  gibt  sodann  die  beiden  Verba  mit 
YÄv.rflz  und  YjUr^-ai  wieder;  aber  248  hat  auch  an  zweiter  Stelle 
yj-'z-zi^s,  wonach  Syr.  beide  Mal  xan.  Uebrigens  ist  myj  (und  event. 
mj?)  Perfectum  oder  Participium^  in  beiden  Stichen  wird  an  einen 
Konditionalsatz  ein  Nachsatz  ohne  1  angeschlossen  wie  v.  21 — 23. 
Gr.  hat  freilich  für  NM  1^'  und  2"  Z7.i  7.'jtoc,  Syr.  nur  l.  —  mjnn] 
sonst  neuhebr.  =  er  tut  schön  und  gross  damit.  Gr.  wohl 
willkürlich:  -jipocrsvsßfiijjLr^aa-o;  ebenso  willkürlich  Syr. :  er  kümmert 
sich  nicht  darum  (Kano).  248  70  nach  b  korrigierend  -pocjosr^- 
Uvjaov-ai  (mit  7.u-oO  für  otuioc).  —  pnn'']  Gr.  irpososr/ilr^crsioti,  248  70 
S  Palaest.  korrigierend:  -f/ocjaTtsiXr^Dr^as-ai,  Lat.  tacebit  (?).  Syr. 
missverstehend:    er  betet  (s'ri:«). 

4.  ih  T2':n]  =  Syr.  rh  y)i^2  sinn;  w  Maus.  om.  rh.  Gr.  nur: 
/f>r^cit;i3'J3r,c;  vgl.  7,  22,  10,  4.  Lat.  schlecht:  largitus  fueris.  — 
-2  i;r]  Gr.  irj'io-ai  h  aoC;  vgl.  30,  13.  34.  —  Für  p:n  hat  Gr. 
SaTspr^Tr,;  und  für  "[''Sj?  Sön''  xaTaXei-l^öi  3s.  Syr.  scheint  ihm  zu 
folgen  mit  pDtjnn  (vgl.  26,  28)  und  yim.  Vielleicht  liegt  nur 
freie  Uebersetzung  vor.  Nach  dem  hebräischen  Wortlaut  scheint 
das  Bild  von  a  weitergeführt  zu  werden:  erst  wenn  du  wie  ein 
überangestrengter  Sklave  oder  wie  ein  Stier  vor  dem  Pflug  zu- 
sammenbrichst, hat  er  Mitleid  mit  dir.  Man  hätte  aber  lieber 
noch  für  j?"irn  in  reinem  Gegensatz  zu  "t^2n :  wenn  du  untauglich 
für  ihn  bist,  yh'^  hr^XT  kann  auch  bedeuten:  er  spart  dich 
(Jer.  50,  14),  d.  h.  aber  vielleicht:  er  verzichtet  auf  dich,  lässt 
dich  links  liegen,  so  dass  Gr.  den  Sinn  träfe. 

5.  Lies  -jS  ^^  nach  Gr.  (s/j|c)  und  Syr.  ("jS  n^N);  vgl.  14,11. 
25,  21.  Aber  ^^  bedeutet  hier  vielleicht  Vermögen;  vgl.  42,  3. 
25,21.  Prv.  8,21  (LXX  i^r.aiAiz).  —  -jov  n2T  3^0^^]  Gr.  (aujxßiojac-at 
aot)  verstand  "i2l  vielleicht  als  Sache;  in  der  Tat  ist  der  Sinn 
wohl:  er  lässt  es  sich  bei  dir  wohl  sein.  Doch  vgl.  auch  Gr. 
zu  V.  6  c.  ■ —  ■ji^'iyT'i]  das  Piel  in  diesem  Sinne  nur  hier.  Gr.  /.ai 
aTToxevojcjsi  as  =^  Syr.  "[pncil.  —  'h  2N:']  =  Gr.  -ovsasi  (vgl.  zu 
3,  27,    Lat.    dolebit  super  te),    Syr.    er  wird  leiden  (k'to).      Der 


Sir.  13,  3—7  b  c.  123 

Sinn  ist  aber:  er  erleidet  keine  Verluste;  vgl.  :\^Dn  2  Reg.  3,19 
und  dazu  syr.  222,  nDS*  (Simonis). 

6  a  b.  ipv  )h  -[^j:]  Gr.  /p3''7.v  hyr^yd  aw.  -[ni:  korrigieren 
die  Punkte  in  yi^.  Wäre  "j^i:  richtig  (vgl.  39,  16  Eand),  so 
müsste  man  ein  Nomen  i\p%  annehmen,  es  ist  aber  wohl  Fehler 
für  -[ni:;  vgl.  39,  33.  42,  23.  Meistens  haben  die  Handschriften 
übrigens  -jm::.  —  "jS  j;''ti'rr!|  zu  Grunde  liegt  wohl  y)!^,  das  aram. 
im  Kai  und  Pael  schmeicheln  bedeutet,  während  im  Kanon  das 
Pilpel  und  Hithpalpel  im  Sinne  von  scherzen,  liebkosen,  vor- 
kommt. Vgl.  noch  zu  41,  21.  Gr.  (xal  d-o-Xavr^ast  at)  las  viel- 
leicht K'ti^n  oder  dachte  daran.  Syr.  für  a  und  b:  wälirend  er 
tut  sein  Belieben  (Kr^v  vgl.  29,  3.  35,  17.  39,  16.  42,  23)  mit 
dir,  wird  gemeint  von  dir  ("f:  üv^n}),  dass  er  tut  dir  das  Belieben. 
—  if?  \>nw)\  h  wie  sonst  hü  Job.  29,  24;  übrigens  ist  pnm  zu 
schreiben.  Gr.  X7.i  -f/ocJYcXaorsxai  aoi;  vgl.  v.  11. —  ■[n"'i22nij  =  Gr. 
xal  oojast  (301  ilrdoo.  (Lat.  drückt  beide  am  nicht  aus). 

6c  7a.  Hebr.  om.  In  der  Hs.  beginnt  hier  eine  neue 
Seite.  —  Ka\r^:izi  aoi  (70  S  om.  aot)  xaXa]  Syr.  wohl  genauer: 
ihjy]  (und  er  täuscht  dich).  Vgl.  übrigens  Hebr.  zu  v.  5  und 
die  griechische  Variante  zu  12,  16.  —  xod  ipsi-  ti'c  r;  /psia  aou| 
Syr.  und  einen  tüchtigen  (iSTti'a)  Mann  wird  er  dich  nennen.  — 
£v  ßp(ü[xaaiv  auxou]  vgl.  D^t2V'^r2  36,24.  Aber  Syr.  wohl  genauer: 
mit  seinen  Zurüstungen  (MiJpinn);  vgl.  y2r]  35,  2,  pD3  Neh.  8,  10 
und  neuhebr.  ru:n. 

Tbc.  i^i^  nj;]  heisst  hier  „während".  Gr.  schlecht:  Ito?  o5. 
Falsch  und  vielleicht  rein  willkürlich  ist  ferner  sein  £~'  ss/otio), 
das  sich  mit  ]22)  in  d  kaum  verträgt.  Auf  Willkür  wird  wohl 
auch  beruhen,  dass  er  die  Verba  der  beiden  Stichen  vertauscht. 
Dem  "[2  'jriiT  'j^J^V  (Syr.  nachlässig:  sein  Belieben  er  tut  an  dir; 
vgl.  zu  v.  6a)  entspricht  xatatjKoxr^asxat  ao-j,  also  auch  wohl  dem 
■[nr  (=  Syr.  er  überwältigt  dich,  yhy  ]\ifvn:;  vgl.  z.B.  Ps.  54,5. 
86,  14  Pesch.)  d-ox3V(oa-/r]  crs,  das  hier  anders  gemeint  sein  wird 
als  V.  4.  Aeth.  versteht  es:  er  wird  dich  täuschen.  Chrysostomus 
(bei  Schleusner)  erklärt  [xr^  dTroxsytocJd?  Theod.  Symm.  Ps.  141,  8 
(MT  mj?)  mit  \i-r^  d-pr/x-ov  «xö  dcpYjC  d-sXDerv.  Also  etwa:  er  wird 
dich  leer  ausgehn  lassen,  oder  geradezu:  er  wird  dich  täuschen. 
Ist  ']T'\T  richtig,  so  muss  es  nach  arab.  (j^-c  Jem.  betrügen 
(vgl.  syr.  3;*)«  Jem.  begegnen,  ihn  angreifen)  verstanden  werden. 


124  .  Sir.  10,  30—14,  19. 

Von  „in  Furcht  setzen"    kann    keine  Rede  sein.  —    u^h^  coyc] 
Gr.  oU  rt  tpu:  (vgl.  Job.  33,29),  Syr.  pnm  KnJ37(vgl.  Neb.  13,20). 

7  de.  pi]  vgl.  35,2  und  zu  40,6,  sowie  Kob.  S,  10. 
Estb.  4,  Iß.  Syr.  fTH,  Gr.  [xETa  (24«  70  Lat.  praem.  xoti)  -otOtot. 
—  -p  nnvnm]  vgl.  zu  5,  7  und  das  Kai  14,14.  Gr.  y.-j-'ylt>?jt<.  3s, 
Sab.  er  wird  dich  vergessen,  Syr.  er  wird  sieb  verstecken  vor 
dir.  —  Der  Zusatz  des  Lateiners  gebort  zu  v.  8. 

8.  lati'n]  Syr.  mix,  Gr.  rposs/s  (6,  13).  —  nxa  ;,Tnn  hn\ 
Gr.  [xt;  a-o-Xctv/) !)-?]?,  248  Syrob.  253  23  add.  -f,  rAyyrj(r,_  ^jo-j  (248 
23  om.);  vgl.  d^dh")  Ps.  40,5  (LXX  ;x7.Tc/.io-r^-£c).  Die  Bedeutung 
„töricbt  sein,  irren"  ergibt  sieb  für  Dm  leicbt  aus  der  der  Ueber- 
stürzung.  Syr.  scblecbt:  nicbt  Averde  tibergeben  (ZiTiiP)  in  seine 
Hände.  —  '2  nonn  hü)\  könnte  nacb  bekanntem  Sprachgebrauch 
wobl  nur  beissen:  damit  du  nicbt  umkommst  (Nifal).  Aber  das 
wäre  zu  stark.  Denkbar  wäre  nnn,  auf  das  Gr.  (xotl  ixrj  Tot-£'.yoj!}f,c) 
zurückgeben  könnte  (vgl.  LXX  und  11,  5).  Näher  läge  nain, 
das  aram.  und  syr.  im  Pael  zu  Boden  werfen,  erniedrigen,  ver- 
ächtlich machen,  bedeutet.  —  yi2  ^rcn;]  Gr.  ev  zu'z>[jrj(s'yn^i  (248  70 
Syrob.  253  23  add.  xctpotV.-  vgl.  30,  22.  50,  23)  aou.  Aber  253 
Sab.  Lat.  sv  r^,  7/f  poa'jvr,.  Syr.  in  dem  Mangel  seines  Verstandes 
(nyn^  nn^Dns).  Danach  könnte  n^cnz  Fehler  für  iD'm  oder  T,D'n2 
(neubebr.)  oder  mTDnz  (aram.)  sein.  Aber  am  einfachsten  liest 
man  trotz  Gr.  "\ürh  und  erklärt  nacb  35,  8.  Vgl.  )vic  iDn^  3, 13 
und  zu  19,  24.  —  Lat.  bat  v.  8  in  2— 3  facber  Uebersetzung: 
attende,  (1)  ne  seductus  in  stultitiam  humilieris.  (2)  noli  esse 
bumilis  in  sapientia  tua,  (3)  ne  humiliatus  in  stultitiam  seducaris. 
Die  letzte  Uebersetzung  beruht  auf  einer  Vorlage,  in  der  dr.o- 
7i/vayr^i>f,c  und  T7.-siv(oi}-?jc  umgestellt  waren,  und  so  las  auch  wohl 
Syr.  in  seinem  griechischen  Text.  Für  das  ihm  unverständliche 
nein  bat  er  xyan  =  7.-o-X7.v/i!>f;. 

9.  2ip]  Gr.  (-fyosxaXsfTtatxEvou  ae)  las  vielleicht  ein  schlechtes 
ay.  Syr.  add.  dir.  Die  Uebersetzer  verstehen  mit  Recht  ein 
Partizip  (die  Hs.  nnpj.  —  nj]  s.  z.  7,  6.  —  pim  .Tn]  ist  im 
Kanon  wobl  ohne  Beispiel.  Gr.  G-o/ojpiov  y-'vo'j.  Syr.  add.  von 
ihm.  —  jD  ''121]  Gr.  x7.t  Toam  |xaUov,  Syr.  und  in  jeder  Zeit  h^Z) 
]2V,  vgl.  zu  11,  11.  — -[ly^j^]  Gr.  frei:  TrpoaxaXicjETai  as,  Co.  Syrob. 
253  add.  TcAsovaCtov. 


Sir.  13,  7 de— 12.  125 

10.  ;npnn]  Gr.  frei:  six-t—s.  —  pmrn  1^'J  Gr.  dirwaOf? 
(248  70  add.  a/piTwc).  Man  muss  das  Hithpael  hier  nahezu 
passivisch  verstehen:  damit  du  nicht  fern  treten  müssest.  — 
anpnn  im  jerus.  Talmud^  pmnn  neuhebr.  und  aram.  —  pmnn  2*^] 
Gr.  [i-ocxpav  occpia-öi;  vgl.  zu  9,  13.  —  ay^r\]  Gr.  £-iX-/jai>f,?.  Danach 
ist  xirjn  (Nifal  von  n^'i,  vgl.  zu  12,  18)  zu  schreiben;  vgl.  Jes. 
44,  21   und  Schechter  z.  St. 

11  ab.  nann]  =  Gr.  s-s/s;  vgl.  zu  5,  1  und  oben  v.  6. — 
B^cnSj  Gr.  laY;rjrjz(ai)'xi,  woraus  Syr.  blosses  „zu  reden"  {'hhf2tih) 
macht.  Der  Sinn  ist  wohl:  bilde  dir  nicht  ein  bei  ihm  sicher 
zu  sein.  Es  liegt  wohl  das  Kai  des  Pual  von  Lev.  19,  20  vor. 
—  in'K']  Gr.  Xo",'oi;  otüTO'j;  vgl.  zu  6,  35  und  11,8. 

11  cd.  mnno]  das  p  ist  auch  durch  Gr.  (s/)  bezeugt.  Syr. 
erleichternd:  denn  die  Menge  seiner  Gespräche  sind  Versuchungen. 
Erleichternde  Korrektur  ist  312  (Saadia).  Zu  der  Verbalform 
mmna  stimmt  aber  |rD3  (4,  17)  schlecht,  und  nach  Gr.  Ix  yap 
T.oXkr^^  lyKa;  r.tirA:izi  33  ist  "['cr  n''Uf  für  ]Td:  )n'\i^  zu  schreiben; 
vgl.  im«  iiDJö  n'^  bei  Saadia.  Zu  laXia  =  n'U^  (s.  z.  6,  35)  vgl. 
20,  5.  32,  17.  35,  4.  —  -f)  pn^)]  vgl.  v.  6.  Gr.  X7.i  (oc  (Lat.  om. 
o)?)  TrpoaYcXfov  (Syroh.  add.  coi).  —  "[ipni]  Gr.  ihxdati  (3,  21)  as, 
248  70  106  Syroh.  253  23  iU-dazt  -y.  y.pu—a  aou,  Lat.  interrogabit 
te  de  absconditis  tuis.  —  Syr.  für  b  willkürlich  frei:  und  er 
ermüdet  dich,   bis  dass  er  weiss  dein  Ende  ("[mn). 

12.  ni:s]  Gr.  avsXsy^ijLtuv  (vgl.  zu  32,  22.  37,  11).  —  hu^)f2  ]r\'\ 
Gr.:  0  ^Tf  auv--/jp(ov  (=  |n''?)  Xo-j-ou?  (=  hf^r2?).  Syr.  er  rächt  sich 
(j?"iCiiö,  Ambr.  'crj)  (mit)  Rache.  Für  |n:  steht  j;icn«  auch  47,  7 
und  Ps.  28,  4  Pesch.,  übrigens  las  er  vielleicht  (oder  riet  auf) 
□iv»2/.  Aber  zur  Rache  hat  der  Tyrann  in  diesem  Falle  keinen 
Grund.  Syroh.  253  Lat.  7.v3As-/i(i.6vto;  (vgl.  Syr.  «am  ahi)  ol  (Lat. 
immitis  animus  illius  :=  dvcXerjU-wv  votjc)  auv-r^rj-f^azi  Xoyouc  aou  (aou 
hat  auch  23).  Aber  das  ist  Korrektur;  auv-ripsiv  kommt  übrigens 
im  A.  T.  nur  in  gutem  Sinne  vor.  Subjekt  ist  h\^)Ki  (so  auch 
Schechter),  das  öfter  (vgl.  auch  4,  27)  den  Tyrannen  bedeutet, 
Objekt  dagegen  ^roi^,  das  auch  Jes.  13,  9.  Prv.  12,  10  in  säch- 
lichem Sinne  steht.  Zu  |nj  vgl.  36,  25.  Prv.  10,  10.  —  Gr.  Syr. 
ziehen  ^an''  s'ri  zu  b,  wobei  Syr.  lu^p  '\\i^)p  übergeht.  Gr.  hat 
für  b:  OL»  [j-Tj  cpsia-zj-ai  -spl  (307  k  «tto)  xaxtoastu?  (248  add.  aou) 
xotl  Sssfitüv.     Er  las   wohl   ebenfalls   ■Hi'p   lu^ip   oder   wenigstens 


126  .  S"'-  10»  30—14,  19. 

eines  dieser  beiden  Wörter  (vgl.  zu  7,  8).  Dagegen  scheint  er  \i>z: 
cn")  übergangen  zu  haben.  Ueber  i^p  ntt^ip  vgl.  zu  7,8.  11,31. 
13.  THT  iTmJ  das  Wort  scheint  hier  vorsichtig  zu  bedeuten; 
so  aram.  Ezr.  4,  22  und  öfter  im  Neuhebr.  (vgl.  zu  42,  8).  Gr. 
'/.cd  -[J)':izyz  acpoopÖK  (vgl.  zu  39,  16);  248  106  add.  tou  otxoosiv, 
Lat.  add.  auditui  tuo,  was  falsche  Deutung  von  TTf/oas/s  ist, 
übrigens  in  Beziehung  zu  dem  unechten  v.  14  steht.  —  Gr.  für 
b:  oTi  }i.£Ta  TTTwctstoc  aou  TispiTrot-sic.  Ebenso  Syr.,  nur  dass  er  für 
[xcta  TTxtocjsoj;  ao'j  „mit  Räubern  (xcian)"  hat.  Vgl.  zu  4,  19, 
wonach  DJsn  ^li^JK  kaum  anzufechten  ist.  Aber  auch  h^'s  lässt  sich 
gegen  Zx\  halten.  —  nj;  '^r\\  vgl.  4,  17. 

15.  Hier  und  in  den  folgenden  Versen  klingen  im  Hebr. 
die  parallelen  Stichen  'stark  an  einander  au,  was  augenscheinlich 
ursprünglich  ist.  Dagegen  wechselt  Gr.  im  Ausdruck  ab.  — 
-iiynnl  zum  Artikel  vgl.  14, 17.  16,  14.  Gr.  C^ov  (umgekehrt 
44,  23  aapq  für  Ti).  —  ir^l  =  Syr.  noJJ,  Gr.  xo  ^^jxotov  (so  auch 
V.  16.  27,  9  vgl.  LXX)  a'j-w.  In  der  Tat  ist  ira  hier  =  seines 
Gleichen;  das  ist  wohl  auch  die  Grundbedeutung  des  Wortes 
(vgl.  raion  Abbild).  Daraus  hat  sich  die  Bedeutung  Geschlecht 
(ysvoc,  so  LXX  im  Pentateuch;  vgl.  zu  v.  16),  Volk  (christlich- 
palästinisch), Ketzer  (talmudisch)  entwickelt.  —  ms  S:"iJ  Talm., 
der  b  als  zweiten  Stichus  zu  27, 9a  zitiert,  DIN  pl  =  Syr. 
NtJ^J-121.  Gr.  xotl  (Lat.  praem.  sie)  ttSc  (254  Chrys.  3,  28.  771.  6,  550 
om.  t5c)  rzv{}p(o-oc  (248  add.  7.701-0!).  —  iS  nom  ns]  Talmud 
lS  nnnS.  Gr.  wähl  willkürlich:  xov  -X-zjatov  autou  (55  254  om.). 
Das  ist  sclilecht,  denn  ein  nj?"i  oder  dgl.  braucht  nicht  gleichen 
Standes  zu  sein. 

16.  Gr.  gibt  in  a  den  gut  hebräischen  Ausdruck  frei 
wieder:  -aaa  aapc  xaxa  ^svo?  (Syroh.  55  254  add.  auxr^c,  Lat.  ad 
similem  sibi)  auvo(-,'£X7.t  (307  besser  auvocTrxsxat,  Lat.  conjungitur). 
Er  verwendet  statt  'h'^^it,  aus  v.  17  '72:sj,  das  er  dort  auslässt.  — 
Syr.  verlas  p  in  ja.  —  '\2T^\  Gr.  7rf/o3xoXX-/;i)r^!3£xo'.i  =  Syr.  pmno; 
vgl.  6,  34.  Aber  imn''  ist  durch  v.  17  geschützt.  Das  Pual  steht 
hier  reflexivisch;  vgl.  Ps.   94,20   und  übrigens  Koh.  9,4  Keri. 

—  cnx]  Lat.  omnis  homo.  Gr.  willkürlich:  7.vr^p. 

17.  Gleich  und  Gleich  ist  das  Natürliche,  das  Gegenteil 
•bedeutet  Unrecht  und  Verderben.  —  nsiri'']  Gr.   xoivtovv-asi  (v.  1). 

—  "j^]  ist   neuhebräisch,    lies    aber  p.     Gr.  oüxu>;    (Syroh.    253 


Sir.  13,  13—22.  127 

schlecht:  ouSe).  —  p'''^^^]  Syr.  dem  gerechten  Manne,  Gr.  -poc 
£Üa£|37j,  Syroh.  253  cuasßöi,  Lat.  justo  (s.  z.  11,  17).  —  Glosse 
sind  die  Worte  iy\s  ha  "^t^j?  pv,  vgl.  den  Zusatz  zu  v,  2.  Reich 
und  Arm,  Gottlos  und  Fromm  sind  freilich  Wechselbegi'iffe.  Hin- 
ter if''«  (vgl.  8yr.)  ist  wi  oder  Si  ausgefallen,  falls  nicht  ti^""« 
in  ^1  zu  ändern  ist.  Echt  ist  aber  b'jia:,  das  nach  Sv«  und  arab. 
J^AOj  sich  anschliessen  bedeutet  (anders  46,  8).  Gr.  übergeht  das 
Wort,  das  er  v.  16  verbraucht  hat;  ihm  folgt  Syr. 

18.  ^'^q]  Gr.  tu:.  Lies  ty^  no  (vgl.  ]i^^a  =  -^^  2  Sam.  14,19. 
Mi.  6,  10.  Prv.  18, 24).  —  ai^]  zur  Genitivverbindung  vgl. 
Jer.  16,5.  —  Syr.  in  a  und  b  frei:  was  ist  friedlich  (o'^'^'n).  — 
V)Z)t]  Gr.  uotiVifj  (Lat.  sancto  homini)/  Syr.  Nj;--X-  Vgl.  LXX  zu 
Jer.  12,9  und  neuhebr.  vi^'ü.  —  |\so]  wäre ^  ^  von  wo?  Wahr- 
sclieinlich  ist  aber  ein  ^  vor  u^  ausgefallen  und  st'"'  nöl  zu  schreiben 
(Gr.  xc(i  x(:,-  Syr.  oder  was,  Lat.  aut  quae). 

19.  Srsa]  Gr.  frei:  x-jv^j-ta  (106  corr.  x7.t  i)-/^^^.).  —  Für 
nx  und  T'ti'j?  setzt  Gr.  den  Plural  (aber  Lat.  leonis).  —  "laio  \s"i£| 
vgl.  Jer.  2,  24.  Job.  24,  5.  Gr.  oW^pot  (Lat.  onager)  iv  ior^ixw; 
vgl.  zu  Iv  37,  26.  42,  11.  45,  26.  46,  1.  47,  5.  48,  24.  50,  26.  — 
rfviö]  Gr.  votiaX  (Syroh.  253  voar^). 

20.  Syr.  om.  —  ,T(SJj  Gr.  'j-cp-/j9av(o  (218  253  k  —  ciotvtov). 
—  nnj?im]  Gr.  oo-co;  ^oi/,'r;yi'x]  Vgl.  36,24.  48,  3  Hebr.  Syr.,  22,24. 
23,20.  31,31.  49,12  Syr.,  38,27  Hebr.,  aber  auch  39,27. 

21.  -[202  tsia  ist  in  -püi  öio:  zu  ändern;  vgl.  b  und  Gr.: 
aotXsuojisyoc  a-.rjr^rAZz->xi  (5,  10).  Gr.  setzt  für  tDlöJ  in  b  7:t'— siv,  v.  22 
d's^dlXzobai.  Syr.  hat  in  a  und  b  SsJ  nach  Gr.  in  b.  —  yiö]  Gr. 
beide  Mal  u-o  ^t'Ätov.  >n  ha  ist  schlechter  Zusatz,  der  aus  dem 
Missverständnis  via  entsprang.  Syr.  fand  ihn  vor  {^^2  p  xmna 
^^zh),  anscheinend  stand  in  seiner  Vorlage  aber  auch  j,n  ha  nm: 
für  yia  -CDJ.  Gr.  -posa-wiJsrtai  (für  nmj)  erklärt  sich  aus  der 
Verbindung  mit  isioi;  vgl.  auch  7:oo33-s-:!'tx-/;aotv  v.  22.  —  '?!]  vgl. 
V.  23  und  zu  11,  1. 

22.  Entweder  ist  n;na  in  a  oder  ISIOJ  in  c  falsch;  Gr. 
drückt  beide  Mal  aiöJ  (aber  307  hat  in  c  ildlr^csz),  Sjt.  beide 
Mal  iina  aus.  Aber  bei  der  Lesart  aiaj  würden  a  und  b  sowie 
c  und  d  nur  dann  zusammen  passen,  wenn  'C)r2j  hier  die  sonst 
nicht  nachweisbare  Bedeutung  „töricht  reden"  hätte.  Das  ist 
aber  wegen  v.  21  unannehmbar.    Also  ist  aiw  aus  v.  21  (vielleicht 


128  .  Sir.  10,  30—14,  19. 

unter  Einwirkung  von  hpm  v.  23)  eingedrungen.  Vielleicht  stand 
übrigens  I2iö  als  Variante  am  Rande  der  Hs.  —  in*j?lj  vgl. 
Ezra  10,  15.  Gr.  drückt  1  nicht  aus.  Dagegen  setzt  er  in  b 
(konform  mit  d)  für  nnn  (om.  ),  ebenso  in  d)  und  D'^oino  Verba 
finita  im  Aorist,  die  er  mit  7.7.-'  verbindet.  —  Die  neuhebräischen 
Pluralendungen  auf  l  sind  in  c  zu  ändern.  —  Für  nj^i-C  hat  Syr. 
hier  wie  11,  2  WD.  Gr.  frei:  7.~opf//)T7.  (Lat.  superba).  Den  Aus- 
druck □''i^lDO  W^yi  belegt  Schechter  z.  St.  Das  Wort  bedeutet 
11,  2  hässlich,  wodurch  D'cia  bezw.  D'^Dinö  (=  Syr.  y'^^ZiU^n)  ge- 
schützt wird;  Gr.  frei:  £0ix7.uoa7.v  duTov.  Das  Hifil  von  nc  ist 
sonst  nicht  belegt;  vgl.  aber  syr.  ''cix.  —  h'fjXz\  wie  Am.  5,  2, 
dagegen  A  Anton.  784  scfa'Xr^;  aber  h's>r/Xz  ist  wohl  aus  zKr/Xr^st 
korrigiert  (s.  o.).  Lat.  deceptus  est.  —  a^^  y:  y:]  =  „pfui,  pfui'- 
wird  laut.  Für  xi^l  ist  nach  Hab.  1,3  ü^^  anzunehmen.  Syr.: 
und  sie  sagen  zu  ihm  pfui  {vM).  Das  letztere  ist  auch  sonst  als 
syrisch  belegt  (vgl.  Payne-Smith  s.  v.).  Gr.  frei:  X7l  -r^oafsTrsxi'txr^sav 
7.u-to.  —  Stu^ö]  vgl.  Ps.  47,  8  und  die  Psalmüberschriften,  wo 
das  Wort  aber  speziell  technische  Bedeutung  hat.  Gr.  a-jvss'.v, 
Syr.  was  schön  ist.  —  cipD  "h  yn)]  Gr.  x^l  ou-/.  ioot)-/;  a-kfo  to-oc, 
Syr.  und  nicht  geben  sie  ihm  Raum.  Vgl.  zu  4,5,  aber  schwer- 
lich isl    [ri?   einzusetzen;  vgl.  zu  Iß,  14.  —  Vgl.  Koh.  9,  16. 

23.  inn]  Gr.  beide  Mal  zKöXrpz^  aber  das  Partizip  ist 
durch  V.  22  a  c  geschützt.  —  in:DJj  vgl.  riDOn  Dt.  27, 9.  Die 
Wurzel  ist  sonst  arabisch.  Syr.  frei:  sie  horchen  (fn^  Ambr. 
add.  auf  ihn).  —  iSrif^  nsi]  Gr.  frei:  x7.1  tov  Xoyov  auToO.  Syr. 
sonderbar:  „und  seine  Gönner"  (eigentl.  seine  gutmachenden, 
Mi:3iSSDö);  nachher  ergänzt  er  „ihn".  J.  Levi  erinnert  daran,  dass 
Syr.  25,8.  40,23  2a  für  h'2^^  setzt;  vgl.  zu  7,  19.  21.  —  t; 
IJ?^:"-  2V]  vgl.  Job.  20,  6  und  unten  32,  21.  Gr.  dvu-^tuaav  Iok  -öiv 
vccpsXwv,  aber  253  Lat.  fw?  t&v  vs©.  dvu'j^oioiav  (Lat,  perducent  = 
«vr^YaYov?  vgl.  Lat.  zu  46,3).  —  liöK"'  ni  "ö]  Gr.  umstellend:  X7.1 
slTiav  ik  loiTiv  ouToc.  Syr.  und  sie  sagen:  was  sagt  er?  —  Spn:] 
das  aram.  Verbum  findet  sich  nicht  im  Kanon;  vgl.  aber  unten 
15,  12.  35,  20,  und  das  Nomen  34,  7.  Vgl.  übrigens  zu  19,  16.  — 
imciiT  DJ  Dn]  Syr.  nur:  nilcnDJ.  Aber  DJ  dh  steht  im  Gegensatz 
zu  dem  Subjekt  in  hpn:.  Gr.  dem  Sinne  nach  richtig:  -f.037.v7.- 
xps^J^ouaiv  (12,  12)  au-ov. 


Sir.  13,23—14,1.  129 

24  schliesst  ab  mit  einer  Restriction.  —  |''K  DSj  Syr.  ohne, 
Gr.  w  irf^  iaxiv  (248  253  S""  -poassxiv,  70  -apscjTiv,  Syroh.  n\s*  s'^T 
,13  =  EVEGTiv?).  —  -c  '^vj  Syr.  neben  [2^:  hv),  Gr.  iv  ortotxaTi.  Der 
Sinn  ist  aber  „gemäss,  verursacht  durch".  —  pT]  Syr.  Sünden; 
Gr.  ^iorsßoö.-;  vgl.  zu  9,12.   12,5. 

25.  KJ5t*\]   vgl.    12,18.   —  EST  — CK]    =    Gr.   sotv  xs  —  lav -s. 

Bereschith  R.  pi  —  p.    Das  ist  neuhebräiscbe  Ausdrucksweise; 
vgl.  aber  zu  42,  4. 

26.  Der  in  einigen  Hss.  des  Gr.  vorausgeschickte  Stichus 
ist  wohl  eine  Variante  zu  a  aus  Gr.  II  (doch  vgl.  Prv.  15,  13). — 
r^ipy]  Syr.  hat  Pluralpuukte,  Gr.  i/voc;  vgl.  zu  10,  16. —  sia  aS] 
Gr.  y.7.[jo(rj.  SV  7.77.1)0:;  (vgl.  zu  3,  11).  —  cms*  cjc]  vgl.  1  Sam. 
14,  27.  29  und  zum  Partizip  50,  6.  Prv.  4,  18.  Gr.  -üpoawirov 
iXapov;  vgl,  26,4  und  zu  7,24.  —  In  b  lasen  Gr.  Syr.  ungefähr 
dasselbe  wie  Hebr.  —  n^\^^  T^)]  Gr.  xal  s'jpsatc  irocpaßoXwv,  wobei 
rsi*  mit  ri^'n  (vgl.  zu  6,  16)  zusammengebracht  und  n'^t:'  frei 
wiedergegeben  ist  (vgl.  zu  47,  15).  Syr.  (und  die  Menge  der 
Gespräche)  las  oder  dachte  an  "Jir.  —  hüv  r\2^'r[f:i]  =  Gr.  ota- 
XoYi!3ij,ol  (Syroh.  253  23  Sah.  -\io:)  [xsxa  (s.  z.  51,  20)  xottou  (al. 
xoTOov);  vgl.  zu  9,  15  und  6,  19.  Syr.  willkürlich  (um  Anschluss 
an  14,  1  zu  gewinnen):  die  Ueberlegungen  der  Sünder.  —  Im 
Lat.  ist  der  ganze  Vers  rationalisiert:  vestigium  cordis  boni  et 
faciem  bonam  difficile  invenies  (A  s-jpscjstc)  et  cum  labore.  — 
Auf  keinen  Fall  beschwert  Sirach  sich  hier  über  die  Mühe,  die 
ihm  die  Erfindung  seiner  Sprüche  macht.  Vielmehr  war  in  den 
früh  entstellten  Worten  ganz  allgemein  von  Kummer  und  trüber 
Miene  die  Rede,  womit  freilich  14,  1.  2  vorbereitet  war.  Hinter 
Say  mt^'na  steckt  vermutlich  ü'tv  nDama  oder  ü^yy  ü'^T^m;  vgl. 
zu  25,  23  und  Thr.  5,  17.  Ps.  69,24  sowie  LXX  zu  Prv.  15,13. 
Zu  lesen  ist  wohl  wu^i  r::>i.  Allerdings  kann  von  rii^  und  n"^ 
im  Sinne  von  1  Reg.  18,  27  hier  niclit  die  Rede  sein,  wenn  die 
gewöhnliche  Erklärung  jener  Stelle  richtig  ist.  Indessen  heisst 
iT'ti*  auch  Sorge,  Kummer,  und  vielleicht  hat  rt^  eine  ähnliche 
Bedeutung. 

14,  1.  Der  Aufforderung  zu  frohem  Lebensgenuss  wird 
ein  Vorbehalt  vorausgeschickt:  es  gibt  freilich  einen  hoffnungs- 
losen Kummer.  —  u^m]    vgl.  v.  20.    Job.  5,  17.      Gr.  dW^p    = 

Smend,  Sir;icli-Kumiueiitar.  0 


13Ö  •  Sir.  10,  30—14,  19. 

Syr.  Nn3J;  vgl.  zu  v.  20.  37, 14.25.  —  i.Tc  )2:£y  ah]  vgl.  1  Reg.  1,6. 
Gr.  8s  oux  toXiail'/jasv  h  aiofxaxi  otoxoS;  vgl.  dazu  25,8  Sc  iv  yXwcjcj-^j 
oux  «)Xtai>-/ja£v.  Was  Gr.  meinte,  zeigt  28,26  (vgl.  auch  22,27); 
übrigens  wird  er  )2'av  (vgl.  zu  3,  12)  falsch  ausgedeutet  haben. 
Syr.  hat  hier  und  25,  8  nhphp,  das  der  Araber  „er  straft  ihn", 
Gabr.  Sion.  „perturbat  eum",  Barhebr.  „er  lässt  ihn  in  der 
Versuchung  fallen"  deutet.  Es  heisst  aber  „er  schmäht  ihn" 
(vgl.  zu  11,34  und  Payne-Smith  s.v.).  —  naxj  ist  unverständlich. 
Syr.  rät:  es  ist  verborgen  ("'DDns).  Gr.  xaiEvu^r^,  wonach  man 
m«  (vgl.  zu  12,  12.  47,  20)  vermuten  könnte.  Indessen  ist  das 
Kai  nur  im  Syrischen  (vgl.  Brockelmann  s.  v.)  belegt,  und  Sirach 
gebraucht  das  Hithpael.  Ich  vermute  ruK  nach  Jes.  19,  8.  Allerdings 
muss  dann  auch  vhv  in  hv  geändert  werden.  —  inS  p  rSy]  Syr. 
das  Gericht  von  seinen  Augen  (weg).  Gr.  iv  Xuhtj  7.[jiaf>Tt'otc  (al. 
oifjLapTiÄv).  p  ist  hier  wie  30,  21.  23.  37,  2.  38,  18.  Fehler  für 
|n  (=  |n,  p).  Schechter  und  Taylor  weisen  das  Wort  als 
Variante  zu  r\:ai  Aboth  2,  8  nach;  vgl.  bes.  Taylor  zu  30,  21, 
ferner  aram.  ji^,  syr.  83p.  Das  letztere  hat  Syr.  30,  21.  23, 
wo  er  also  wohl  noch  pn  fand.  Sodann  ist  )2b  falsch.  Es  handelt 
sich  um  Gewissensbisse,  die  mit  dS  pn  nicht  bezeichnet  sein 
können.  Gr.  Syr.  führen  unabhängig  von  einander  auf  pj?  oder 
wy.  Vermutlich  ist  )2h  als  Variante  zu  in^o  oder  it^'cj  v.  2  in 
den  Text  geraten.  —  Selbstanklage  und  Trauer  über  die  Sünde 
sind  durch  Unglück  hervorgerufen. 

2.  li^^s]  vgl.  34,  8.  50,28.  Gr.  om.  (A  Sah.  avr/p);  vgl.  zu 
25,9.  28,19.  50,28.  —  imon  ah]  Gr.  ou  o-j  xofxs'Yvto  (Lat.  non 
habuit  tristitiam  =  xaiavu^r^  v.  1)  =  Syr.  nmD3.  Vgl.  5,  14 
xctTa'Yvwcrts  =:  nein.  Lies  imon.  —  Syr.  für  b:  und  nicht  haben 
aufgehört  (i'^ön)  alle  seine  Taten  (MlJiyiD).  Gr.  frei:  xotl  o;  oux 
Izsasv  «710(253  om.)  x%  iXirtSo?  ocutou;  248  70  Syroh.  253  23  106 
add.  xr^?  sTil  xupiov.  Vgl.  £x-tTrx£iv  Judith  11,6  und  unten  31,7, 
zu  nn^i^  16,  13.  44,  10.  Die  rhmn  geht  wie  in  den  Proverbien 
auf  das  rechtfertigende  Endschicksal  (=  mpn). 

3.  |öp  s'jVI  aS  steht  in  persönlichem  Sinne  (3,  26),  übrigens 
ist  der  Ausdruck  einzigartig.  Gr.  erklärt  aber  gewiss  richtig: 
avopt  (s.  z.  3,  17)  [AixpoXo-y«)  (Lat.  viro  cupido  et  tenaci).  —  i^h 
mw  l^j  Gr.  ou  xotXoc  (Syroh.  253  oux  d-ya&o?);  vgl.  zu  15,  9.  Lat.  sine 
ratione.  —  fi^^üih)]  Gr.  xoti  av^ptuTiu)   (248  dvopC).  —  pj?  J?i]  =  Gr. 


Sir.  14,2—7.  13i 

^aaxaVo  (LXX);  vgl.  Prv.  23,6  und  zu  18,18.  37,11.  Es  be- 
deutet eigentlich  den  Missgünstigen,  dann  aber  den  Geizigen. 
Vgl.  nj?"  ]y  (s-  z-  V.  10).  —  .TiSi  sS  2"J  Gr.  besser:  iva  -(=r\':]üh 
(vgl.  LXX  und  39,  21).  —  pnnj  Syr.  n:wo  wie  34,  5.  Gr.  xP'^tV-'^^^^ 
aber  Lat. :  aurum.  Wahrscheinlich  ist  yrjr^ixr/.Ta  aus  /pustov  korri- 
giert; vgl.  zu  V.  5. 

4.  j?:id]  Gr.  o  awd-(tov,  gleichmacherisch  mit  auvc(7£t  (für 
j'sp"').  Uebrigens  steht  cj-jvotysiv  auch  Job.  20,  13  für  yjo;  Prv. 
11,26  freilich  3uv£/£iv,  aber  danach  auvs/«ov  zu  schreiben  (Peters), 
ist  unratsam.  —  )Z'z:\  Gr.  Syr.  d-h  -r^;  -j^u/r,?  auioo  (Lat.  add. 
injuste)  =  lti>cjo,  mit  Recht,  weil  vm  und  pp""  dasselbe  (zu 
subintelligirende)  Objekt  haben  müssen;  vgl.  12,  7  (4).  —  "in«':J 
Gr.  Syr.:  Plural  (schlecht);  vgl.  zu  11,19.  —  yDjJan"]  aram.  V)2 
=  aufjauchzen;  vgl.  das  Kai  16,2,  neuhebr.  und  aram.  )}2y2  := 
aufsprudeln.  Syr.:  (er)  wird  sich  freuen.  —  Gr.  tp-j'^r^cjouitv  (8*=* 
155  IvTpucp.).  —  "lij  Gr.  £T£poi,  aber  Lat.  alius. 

5.  ra"''']  Gr.  schlecht:  d-;ar}>jc  ia-mi  (=31:'"'?);  vgl.  v.  7. — 
ny  k':')]  Syr.  mpj  sSl  =  er  wird  nicht  geniessen  (so  schon  der 
Araber).  Gr.  x7.l  ou  jx/j  s'jcppaviir^^öTcc.  Vielleicht  ist  nach  Syr. 
ny  zu  schreiben,  obwohl  mp  im  Hebr.  und  Aram.  nicht  belegt 
ist,  und  Syr.  das  z  nicht  ausdrückt,  das  aber  bei  einem  Verbum 
des  Geniessens  unbedenklich  ist.  Vgl.  arab.  ^Xi  angenehm  sein 
(von  Speisen).  Nach  Gr.  könnte  man  nin^  (Bevan)  vermuten. 
Nicht  unmöglich  wäre  aber  auch:  er  wird  sein  Glück  nicht 
finden  (Nifal  von  ny).  —  "irzitsn]  Gr.  iv  toic  /pr^aaaiv  (aber  Syrob. 
253  23  Lat.  aYotUoTc)  aoTou;  vgl.  zu  v,  3. 

6.  "iti'cjS  yi]  Gr.  -00  JlJ^axczrvov-ro?  sa-jTov  ■=:  wer  sich  selbst 
nichts  gönnt;  vgl.  Dt.  28,  54.  56  LXX.  —  Vgl.  34,  13.  —  W) 
noiSt^n]  betr.  r\r2)h^'n  vgl.  zu  12,  2.  Syr.  und  er  empfängt  eine 
schlimme  Vergeltung.  Der  Sinn  ist  aber  vielmehr:  er  straft  sich 
selbst.  Gr.  schiecht:  y.cd  touto  (253  155  add.  -ö)  d}Kn.TJ>wyi  xtX. 
—  Vgl.  Prv.  11,  17. 

7.  Hebr.  om.  —  x'oJv  sS  TroifJ  Syr.  und  wenn  es  sich  trifft 
(u>ij)  und  er  wohltut.  —  sv  Xr^t>Tj  (248  ou/  i'xioy,  Lat.  ignoranter 
et  non  volens)  -oisT]  Syr.  ein  Irren  (Vergessen)  er  irrt  (vergisst) 
(kVB  in  )X^ui).  Vielleicht  stand  da  njti^"'  njty.  —  X7.l  i-'  is/ocTwv] 
Syr.  und  an  seinem  Ende.  —  ixcpatvst  (248  S  55  254  sxcpavsi) 
TY)v  xocxiav  ccjtoOJ  Syr.  er  wird  ansehen  (n  x'm)  seine  Bosheit  (oder: 


132  •  Sir.  10,  30-14,  19. 

sein  Unglück).  Man  könnte  danach  inv"i3  nsT'  vermuten,  das  Syr. 
nach  Num.  11,  15  falsch  verstanden  hätte  (Kai  statt  Nif al).  Aber 
Gr.  führt  eher  auf  iny,  nSr;  vgl.  zu  19,  25. 

8.  Hebr.  Syr.  om.  —  o  [riaT/.^tWv  (248  70  add.  losTv)  ocp- 
{}aX}xü>  (A  -|xov  sau-oD)  ist  wieder  =  yy  yi;  s.  z.  v.  6.  Lat. 
schlecht:  oculus  lividi.  —  dron-jis^wv  (Syroh.  Lat.  praem.  xat) 
7:f>o3«>T:ov.  Lat.  avertens  faciem  (suam).  —  xal  uTTspopwv  (38,  16) 
'}u/a?  (aber  Lat.  Aeth.  animara  suam).  Der  Sinn  ist  ohne 
Zweifel,  dass  der  Missgünstige  sich  selbst  schadet.  In  b  ist 
deshalb  wohl  zu  lesen:  xai  dTroa-fyicpo^v  rpoaw-ov  (nl.  vom  Nächsten) 
uTTspopwv  •{'O/rjV  eauTou.  Wahrscheinlich  hat  nur  Gr.  in  der  Ueber- 
setzung  im  Ausdruck  gewechselt,  so  dass  etwa  dastand:  ühyn^) 
Itt'cJö  oSyno.  Aehnlich  ist  für  a  zu  vermuten:  yv  Vi  wcih  vi- 
Vielleicht  stand  das  soiu-o-j  des  Cod.  A  ursprünglich  als  £7.ut(j> 
hinter  7rov/;po?  (vgl.  v.  5).  So  würde  sich  zugleich  der  Ausfall 
von  V.  7.  8  im  Hebr.  (vgl.  v.  6  iuit.)  erklären. 

9.  p2]  auch  Gr.  hat  den  Singular  (s.  u.),  Syr.  freilich 
den  Plural.  Es  heisst  sonst  immer  "rys,  aber  der  Singular  er- 
klärt sich  hier  durch  den  Zusammenhang.  —  Su'Id]  passt  weder 
im  Sinne  von  „arm"  (neuhebr.),  noch  in  dem  von  „alt"  (41,  2. 
42,  8).  Syr.  (sS:d)  las  oder  riet  auf  hzuf  bezw.  S^D2,  das  auch 
nicht  taugt.  Gr.  (tiXeovs/t/;?)  las  vielleicht  vs:i3,  das  zu  b  gut 
passte.  Aber  unerklärlich  bleibt,  wie  b2f)D  entstand.  —  Kin  isye 
(=  Syr.  M  S''"nj?')  klingt  aramäisch  (vgl.  zu  37,  16.  7,  15);  doch 
vgl.  Hagg.  2,  6.  —  Gr.  für  a  frei:  -Xsovixtou  ocpöaXfio;  oux  £[jl- 
ruTzlaioLi  jxspiot  (253  Max.  853  praem.  iv,  308  add.  irovrjpa).  — 
inyi  phn  npiSiJ  =  Syr.  und  wer  nimmt  das  (seil.  Teil)  des  Ge- 
fährten. Gr.  schlecht:  v.oa  dZv/Sa  uOYr^^A.  Wahrscheinlich  las 
aber  er  für  phn  np)h  einen  kürzeren  Ausdruck,  wie  ptry  oder  dgl. 
—  IpSn  i3Nö]  ist  falsch.  Es  handelt  sich  nicht  um  den  Besitz, 
sondern  um  seinen  Genuss.  )pbn  ist  aus  a  eingedrungen,  besser 
Syr.  nu^c:  nnio  =  i^e:  13«ö  (vgl.  20,22),  aber  das  besagt  zu  viel. 
Gr.  dva^T|patvei  ^u/t^v  (248  70  Syroh.  23  Lat.  add.  auioo),  was 
Schechter  mit  Recht  auf  itt^cj  it'n^o  (vgl.  Num.  11,6)  zurückführt. 
Das  ist  anzunehmen;  vgl.  fi^y  in  dem  hebr.  Zusatz  zu  v.  10. 
Vielleicht  bildet  ein  n-'sna  (4,  1)  das  Mittelglied  zwischen  n3K0 
und  trro.  Der  Sinn  ist  natürlich :  er  gönnt  sich  nichts.  —  Lat. 
hat  für  V.  9    in  gemischtem  Text:     iusatiabilis  oculus  cupidi  in 


Sir.  14,  8-11.  133 

parte  iniquitatis,  non  satiabitur,  donec  consumat  arefaciens  animam 
siiam.     Vgl.  noch  zu  v.  10. 

10.  Hebr.  setzt  am  Schluss  zwei  Stichen  hinzu,  die  trotz 
ihres  originellen  Ausdrucks  wohl  sekundär  sind.  Syr.  hat  statt 
der  vier  Stichen  zwei,  von  denen  der  erste  aus  den  Anfangs- 
worten des  ersten  und  den  Schlussworten  des  dritten  besteht, 
der  zweite  eine  Umbildung  des  vierten  ist.  Er  hat:  das  böse 
Auge  macht  viel  Brot,  und  trockenes  liegt  auf  seinem  Tische. 
—  \'v  VT  fy]  ist  vielleiclit  Fehler  für  nyi  yv  (34,  13),  das  Syr. 
Gr.  (o'^UaXfjLoc:  -ovr^poc)  und  das  nma  p  (vgl.  32,  10)  des  hebr. 
Zusatzes  empfehlen.  —  cnS  ^^j;  ü^n]  vgl.  1  Sam.  14,  32  und  unten 
34,16,  wonach  Gr.  (cpöovspö?  eiz  apK«))  die  Worte  auf  das  Ver- 
halten bei  Tisch  bezieht  (vgl.  34,  23.  24),  während  die  Erwerbs- 
gier gemeint  ist.  Auf  demselben  Missverständnis  beruht  in  b 
nmiöl  (vgl.  Prv.  15,  16),  wofür  p«  naixöl  (vgl.  18,  33)  zu  lesen 
ist.  Das  ist  indirekt  bezeugt  durch  den  zweiten  Stichus  des 
Zusatzes,  übrigens  auch  durch  Gr.  xal  eklnzr^c,  das  wohl  auf 
apxo?  zu  beziehen,  vielleicht  aber  in  xal  IUittss  zu  ändern  ist.  — 
Lat.  für  V.  10:  oculus  malus  ad  mala  non  satiabitur  pane  (vgl. 
zu  V.  9),  (sed)  (indigens)  (=  xal  IXKi-nir^?)  et  in  tristitia  (=  xal 
iXXuTTo?  oder  x.  iv  X67r-(])  erit  super  mensam  suam.  —  onhn  n^ifi] 
=  erwirbt  viel  Brot.  Im  folgenden  Stichus  ist  der  Sinn  natürlich : 
er  kommt  zu  reichem  Genuss,  auch  wenn  er  von  Haus  aus  nichts 
hat.     Sind  die  Stichen  echt,  so  ist  wohl  mh^:^  zu  lesen. 

11.  OK]  Gr.  (xailoj^  sa'v)  las  kaum  anders.  —  "f?  Uf'']  vgl. 
zu  13,  5.  —  Syr.  drückt  "ji^^cJ  mt^  aus,  aber  der  Talmud  liest 
"[S  n'^tsM,  das  auch  Gr.  bezeugt:  zo  -roiet  asauxov  (al.  cjöauuo,  Lat. 
tecum).  Betr.  "f?  liegt  die  Sache  hier  und  38,  21  anders  als 
7,  7  (s.  d.),  weil  man  im  Kai  "•S  aia  und  "'S  vi  sagt.  —  Syr.  setzt 
für  b  die  hebr.  Variante  von  a,  dagegen  Gr.  im  Missverständnis 
(vgl.  38,  11):  xal  Tipoacpopa?  xupHo  dciio?  TTpoGays.  Unecht  ist 
wahrscheinlich  a^t'toc.  Syroh.  106  lassen  es  aus,  70  stellt  es 
vor  xupi(i),  253  hinter  -pooraYs,  Lat.  las  wohl  a;ia?.  —  Die  Stelle 
zeigt  deutlich,  dass  -[T  SkS  (5,  1)  „gemäss  der  Kraft  deiner 
Hand"  bedeutet  oder  wenigstens  so  verstanden  wurde.  —  ]^in] 
ist  Hithpael  oder  Nifal;  vgl.  die  Punktation  Jes.  34,  6,  übrigens 
unten  26,  2,  38,  11.  43,  22.  Prv,  15,  30.  —  Vgl.  Prv.  3,  27.28. 


^34  .  Sir.  10,  80—14,  19. 

12.  'nSlJ''?  p'n)\  Gr.  xctl  o'^Urj/.-/;  aoo-j;  vgl.  zu  oiaör^xr^  für 
pn  11,  20.  14,  17.  16,  22.  42,  2.  44,  20.  45,  5.  7.  17.  47,  11.  Syr. 
smö  m''7:i  =  der  Beschluss  des  Todes.  In  der  Tat  hat  pn  hier 
diesen  Sinn  (wie  41,  2).  Man  stiess  sich  aber  daran,  dass  die 
Hölle  über  die  Lebensdauer  der  Menschen  bestimmen  sollte,  und 
verstand  pn  lieber  im  Sinne  von  11,20  als  zugemessenes  (Glück), 
änderte  dann  aber  auch  in  Slst^^S  oder  Sisii^z  (Talm.).  Damit 
hängt  zusammen,  dass  man  die  Worte  Ji:vn  h)ü\i^2  ah  aus  v.  16 
nach  a  versetzte,  wobei  übrigens  der  Talmud  von  unserm  Text 
abhängen  dürfte.  In  a  ist  nach  Gr.  on  i>7Vy.Toc  oo  /[>ovi£i  zu  lesen : 
n^nr^n'  ah  mia  "d.  —  Syr.:  „dass  du  bis  jetzt  den  Tod  nicht  ge- 
sehen hast."  Er  dachte  vielleicht  an  san  sehen.  —  unj  Gr. 
oneMyßr^  =  Syr.  n^inns;  vgl.  46,  20.  48,  25.  49,  8.  —  Lat.  i.  f. 
add.  testamentum  enim  huius  raundi  morte  morietur  (=  v.  17b). 
Vgl.  aber  auch  saeculum  (aevum)  sanctum  17,  27.  24,  33. 

13.  Gemeint  ist  hier  und  im  Folgenden  nicht  zum  wenigsten 
der  gesellige  Verkehr  in  Gastmahlen.  —  nms':]  Syr.  Lat.  add. 
deinem.  —  T  nrii^m]  vgl.  zu  32,  12.  Femininische  Infinitive  der 
Art  finden  sich  öfter  auch  im  Kanon;  vgl.  auch  nsnn  51,  17,  so- 
wie Ewalds  Grammatik  §  156  d.  239  b.  Gr.  xotl  xaxa  -tjv  ts/ov 
3o'j  IxTcivov  X7.1.  Danach  ist  vielleicht  "[T*  nJW3l  (vgl.  32,  12) 
herzustellen.  Dagegen  geht  Ixxsivov  xai  kaum  auf  ein  l  isiyin  (s. 
z.  4,  31)  zurück;  es  ist  wohl  nur  (doppelte)  Wiedergabe  von 
T.  Syr.  wunderlich:  und  das,  um  was  er  dich  bittet.  —  )h] 
Lat.   falsch  ausdeutend:  pauperi. 

14.  VJsn]  ist  Nifal;  vgl.  sonst  Prv.  3,  27.  Gr.  dooaT^pr^(S■^^; 
(LXX),  Lat:  defrauderis  (vgl.  zu  37,20).  Syr.  vsSsnn.  —  DVnDlUtt] 
vgl.  1 1 ,  25.  Gr.  umstellend :  d-h  dy^br^z  rju-spac.  —  ns  np'7n2l] 
nach  Gr.  (xotl  |xspi?  STri^ujxt'oe;  dyaör^c  \xr^  ors  TrapsXöctxco)  und  VI  Tl^JH 
im  hebräischen  Zusatz  möchte  ich  herstellen  ms:  i)m  phn2).  Vgl. 
nnwn5,2,  wogegen  n^an  neuhebräisch  ist  (doch  vgl.  Job.  20,20), 
und  zu  nm  V.  3.  41,16.  Für  msj  ist  15,9.  41,16  nx:  geschrieben, 
woraus  m  sich  um  so  leichter  begreift.  Dass  iian  in  n  zusammen- 
schrumpfte, beruht  vielleicht  auf  einer  Variante,  die  vom  Rande 
her  eindrang  (s.  z.  35,  10).  Nach  yi  nian  im  hebräischen  Zusatz 
und  nach  ayaör^c  des  Gr.  könnte  man  freilich  auch  auf  ma  man 
schliessen.  Vgl.  im  Alfabeth  des  Ben  Sira:  Kma  |a  -j^pSim  3i5  '•in 
j?3ön  ah.  Aber  31^  ist  nach  naiB  in  a  nicht  gerade  wahrscheinlich^ 


Sir.  14,  12-17.  135 

lind  m  ist  dann  schwieriger  zu  erklären.  —  Im  Kanon  kommt 
übrigens  "Oj;  in  der  Bedeutung  an  etwas  vorübergehen  mit  3 
nicht  vor,  vgl.  aber  das  Hithpael  13,  7  und  zu  5,  7.  Gr.  hat  die 
Konstruktion  willkürlich  geändert.  —  Syr.  übergeht  b,  gibt  aber 
den  unechten  Zusatz  des  Hebr.  wieder.  Vgl.  Syr.  und  Gr.  II 
zu  23,5. 

15.  «Sn|  Syr.  denn  (tj).  —  in«'?]  Gr.  kxipm  (vgl.  zu  11,19); 
manche  Hss.  haben  aucli  hier  (vgl.  Lat.)  ixc'poic,  Syr.  Pluralpunkte. 

—  l'^'^nj  Syr.  "["033.  Gr.  (to'jc  -ovouc  aw)  verähnlicht  den  Ausdruck 
dem  nachfolgenden,  wobei  vielleicht  der  Gedanke  an  '^Sin  (37,  30) 
oder  S*n  (Hexapla)  einspielt;  vgl.  aber  auch  Gr.  Syr.  zu  28,  15. 

—  -jv^r]  =  Syr.  imxS,  Gr.  touc  xottou?  aou  (LXX).  —  hl):  ^ivh\ 
Syr.  denen  die  Lose  werfen,  Gr.  frei:  zk  oiaipsortv  (al.  oiatpsasi?) 
xXVjpou  (307  xXripojv).  Sil:  HT  findet  sich  Jos.  18,  6,  aber  ':  ^t 
dreimal;  vgl.  ausserdem  Jer.  50,  14  r\),  sowie  Thr.  3,53.  Zach. 
2,4.  —  Vgl.  Ps.  49,  11. 

16.  Lässt  man  yn)  fort,  so  ergibt  Hebr.:  gib  dem  Bruder 
und  gönne  dir  selbst  Leckerbissen.  Aber  nah  ist  Fehler  für  nph 
(vgl.  zu  V.  14),  übrigens  sind  die  Lesarten  nph]  |n  (=:  Gr.  Syr.) 
und  |m  np'?  mit  einander  vermischt.  —  p^jci]  =  Syr.  «D"im;  aber 
Gr.  xotl  '^-ar/iaov,  das  248  70  106  Syroh.  253  23  8«=*  296  und 
Maximüs  bei  C.  Gesner,  loci  communes  p.  546  in  xal  aytasov 
(Lat.  justifica).  Arm.  in  x7.i  aYaTf/icjov  korrigieren;  vgl.  zu  30,  23. 
Aber  auch  p'JCT  (vgl.  30,  7  Syr.  und  Prv.  29,  21)  wird  Korrektur 
für  nnei  sein  =^  rede  ihr  zu.  —  Lat.  schickt  dem  zweiten  Stichus 
voraus:  ante  obitum  tuura  operare  justitiam.  —  .niyn  u^pih]  Gr. 
Cvjtr^aat  ipucpr^v.  Talm.  om.  ^p2h,  womit  codd.  296  308  (^pu'fVj,  om. 
CTjTTJaai)  wohl  nur  zufällig  stimmen.  Lat.  invenire  cibum  (Co. 
Tpocpr^v);  vgl.  zu  11,27.  Syroh.  253  jxvrj(3f>7)aai  C«>r|V;  vgl.  11,  25 ff. 

—  Syr.  übergeht  b  und  gibt  dafür  das  Plus  des  Hebr.,  das 
deutlich  Glosse  ist. 

17.  ififin  h^]  vgl.  zum  Artikel  13,  15.  Syr.  denn  alle 
Menschensöhne  (vgl.  Syr.  zu  28,5.  30,38  usw.).  —  1J33]  wie 
Jes.  50,  9.  51,  6  u.  ö.  Lat.  sicut  foenum  (Am.  vestimentum,  vgl. 
Jes.  40,6);  Syr.  las  vielleicht  nSn  (inf.  absoL).  —  dS^j?  pim]  = 
ein  unabänderliches  Gesetz.  Gr.  r|  yap  oiotflr^xr^  (s.  z.  v.  12)  di: 
otuovoc;  Lat.  (hinter  v.  12):  testamentum  enim  huius  mundi.  Syr.  und 
(lie  Geschlechter  («n  aus  v.  18)  der  Ewigkeit,  —  lyiJ^  v^J]  ist  in 


13ß  .      Sir.  10,  30— 14,  19.     14,20—16,23. 

Anführungszeichen  zu  denken,  (iv.  Davati»)  a-oDav/,,  aber  das  ist 
Korrektur.  Codd.  23  S*  haben  aTrcOavstroti,  106  TsXsuta,  Lat. 
morietur,  Syroh.  a7:of>o!vst'v.  —  Vgl.  Gen.  2,  17. 

IS.  rhv  mcrj  Gr.  w?  'fjÄXov  Ua/./.ov  (LXX).  mc  ist  Nomen 
wie  Num.  17,23.  —  py-]  Gr.  oocj-jc  (LXX),  Lat.  viridis.  —  Syr. 
für  a  nur:  wie  die  Blätter  der  Bäume.  —  m^\  Gr.  to  «xiv  (nach- 
her: aXXot  02),  Syr.:  diese  (und  diese).  —  hzM]  Syr.  ungenau: 
sie  fallen  ab  (pn3)  =  Gr.  xaTotßot/J.st.  Allerdings  setzt  auch 
Pesch.  ipi  öfter  für  'r::.  Lat.  mit  Vertauschung  der  beiden  Verba: 
dejiciuntur  und  generantur  (Toi.  Sang.  Miss.  353  dejicit  und 
generat).  —  Der  Fehler  '^su  für  noil'  entstand  in  der  Hs.  durch 
die  nachträglich  bemerkte  Auslassung  von  c  und  d.  —  p]  Gr. 
o'j-ojc  (xai).  —  nnn]  Gr.  -svsa,  aber  der  Singular  ist  durch  das 
Folgende  ausgeschlossen.  Lies  vsvs^t.  Vgl.  Koh.  1,4.  —  om  11^2] 
nicht  im  Kanon;  vgl.  17.31.  —  nnxi  nnx]  Syr.  ein  Geschlecht  — 
und  ein  anderes,  Gr.  yj  ab  —  i-ir^a  rA.  Vgl.  aber  z.  B.  Ex.  18,3.  4. 
—  hf2):]  ist  wohl  richtig:  vgl.  Jes.  18,  ö.  1  Reg.  11,  20.  Gr.  freilich 
Y£vyaT7.'.  und  Syr.  ih^^.  —  Syroh.  253  i.  f.  add.  oia  KiioSTaYiJ-aToc 
xupto'j.  —  Vgl.  Ilias  6,  146  k  21,  464  ff. 

19.  Der  Sinn  von  b  ist  deutlich:  wie  der  Mensch  selbst, 
so  vergeht  auch  sein  Werk,  d.  h.  sein  Hab  und  Gut.  Deshalb 
soll  er  es  geniessen.  Gr.  hat  in  a  für  T^yfi  nur  i'pyov,  aljer  auf 
ein  rwyü  {=  Kreatur?)  kann  das  Suffix  in  VT  nicht  zurückgehen. 
Also  ist  Vii'yia  richtig.  Dann  fehlt  aber  am  Anfang  ein  „auch". 
Das  '^n  des  Syr.  beweist  das  freilich  nicht,  der  Fehler  ist  älter 
als  Gr.  —  'i2pv  3ip-i]  Gr.  3-/;-o|i.£vov  (LXX)  t/lBi-zi  (Syroh.  253 
Lat.  ivltvbzf.,  Syroh.  add.  NniT3j?3,  253  add.  /.i-y.  koiV^siv).  Das 
Participium  ist  wie  oft  in  der  LXX  Wiedergabe  des  Infinitivs; 
übrigens  wechselt  er  im  Ausdruck  ab  wie  z.  B.  16,  19.  Syr. 
sie  werden  geprüft  (^''pnsnö)  vor  ihm  (d.  h.  vor  Gott).  Er  denkt 
an  das  jüngste  Gericht  und  rät  mit  Umstellung  der  Buchstaben 
auf  ein  pt2.  —  VT  Sj?ci]  Gr.  schlecht:  xal  0  i[j-(y.iyjiiv^rj:  auto.  — 
yi^ü']  vgl.  Job.  21,  33.  Gr.  ol-zIzuszzoli,  Syr.  h)a.  —  Tina]  Gr. 
asT  aoTO'j.  was  durch  die  Abwandlung  des  Subjekts  bedingt  sein 
kann  und  nicht  Fehler  für  u.st'  au-o  zu  sein  braucht. 


Sir.  14,  18—21.  137 

VI.    14,  20  — 16,  23. 

Abgesehen  vom  Eingaog  (14,  20 — 15,  8  =  4  X  2  |  4  X  2) 
handelt  diese  Rede  von  der  göttlichen  Vergeltung,  d.  h.  zunächst 
von  der  Strafe  für  die  Sünde.  Sie  besteht  zu  Recht,  weil  der 
Mensch  freien  Willen  hat  (15,  9—20  =  2.  2.  1.  |  2.  2.  2.  1), 
und  sie  trifft  den  Einzelnen  noch  gewisser,  als  sie  von  jeher 
die  Völker  getroffen  hat  (16,  1—14  =^  2.  2.  1.  [  2.  2.  2.  1.  |  2.  2). 
Nur  Toren  zweifeln  daran,  dass  Gott  sich  um  das  Tun  und 
Lassen  der  Einzelnen  kümmere  (16,  17 — 23  =  2.  8.  3.  1).  — 
Die  Empfehlung  der  Weisheit  (14,  20 — 15,  8)  ist  hier  von  be- 
sonderer Wärme.  Identisch  mit  der  väterlichen  Religion  ist  sie 
die  Lehre  der  Wahrheit,  an  die  der  Einzelne  gegenüber  dem 
Hellenismus  sich  anklammert.     Vgl.  zu  c.  24. 

20.  u^m]  Gr.  cüvr^p  (s.Z.  V.  1).—  nj,T]  im  Gr.  ist  -zlto-r^azi 
(307  TsXsuxa)  Fehler  oder  gar  Korrektur,  herbeigeführt  durch 
missverständliche  Beziehung  der  Worte  auf  das  Vorhergehende. 
248  70  106  Syroh.  253  [xöXcTr^asi  vmA  (wobei  xald  späterer  Zu- 
satz ist,  S''^  nur:  \xzKZTr^az\.),  Syr.  wi  xinj;  vgl.  zu  6,37.  — 
mianai]  Gr.  xotl  ö?  (Syroh.  253  om.)  h  süviasi  otuxou.  Sah.  liest 
auxr^c,  aber  Syroh.  253  v  lassen  au-oo  mit  Recht  aus,  dem  ent- 
sprechend fehlt  sua  im  Cod.  Reg.  des  Spec.  Aug.  und  im  Miss. 
Moz.  949.  —  nysr^]  Gr.  oiocXs/Ur^acxat  (248  70  Syroh.  253  23  add. 
^yiof).  Ob  er  r)yn\i>^  (44,  8)  nur  im  Sinne  hatte  oder  es  las,  steht 
dahin.  Es  ist  aber  wohl  herzustellen.  Vgl.  sonst  zu  2  nv^ 
Ex.  5,9.  Ps.  119,  117.  Syr.  SJnn:.  —  Lat.  für  b:  et  qui  in 
justitia  sua  meditabitur  et  in  sensu  (suo)  cogitabit  circumspectionem 
dei.  Der  erste  Satz  könnte  auch  Variante  zu  a  (qui  in  sapientia 
morabitur  s.  morietur)  sein;  zum  Schluss  vgl.  zu  7,  11.  DS  für 
a  und  b:  felix  sapiens,  qui  in  sapientia  sua  veritatem  et  justitiam 
meditabitur.  —  Vgl.  50,  28. 

21.  Dti^n]  Syr.  k:cji.  —  Gr.  für  a:  6  oiwoo'jiisvoc  -otc  ooo-jc 
o.'jzr^:  £v  xotf/oia  ot'ko'j;  Vgl.  zu  21,  17.  —  .TnJIsnsij  ist,  wie  auch 
das  Suffix  zeigt,  falsch  und  aus  v.  20  eingedrungener  Fehler 
für  .Tmrnjn  =  Syr.  n^h'iufz.  Gi'.  iv  toT;  a-oxjüu'fotc  7.fj-r,c,  was 
vielleicht  auf  schlechtes  .TnrnDJ3  (s.  zu  3,  22)  zurückgeht;  vgl. 
sonst  4,  18  sowie  zu  39,  3.  7. 


138  ..  Sir.  14, 20—16,  23. 

22.  Syr.  praem. ).  —  Gr.  setzt  rhetorisch  Imperative  (Lat. 
Participia)  für  die  beiden  Verbal  formen.  —  npnr]  ist  nach  Gr. 
Syr.  Fehler  für  yrj.  Das  Verbiim  bedeutet  2  Sam.  10,  3 
spionieren,  und  auch  hier  ist  vielleicht  der  Spion  und  nicht  der 
Jäger  gemeint  (Gr.  t/veutr^c).  Zu  Grunde  liegt  dann  das  Bild 
des  Strassenräubers.  —  h^)]  vgl.  zum  Accusativ  Ps.  68,  17.  Gr. 
xai  £v.  Syr.  hy),  aber  Codd.  p  u  hz).  Allerdings  belegt  der  Aruch 
auch  das  hebr.  Verbum  nm  mit  hy.  Zu  lesen  ist  im  Syr.  daher 
vielleicht  h:)  hy).  —  .T«'i2öJ  =  Strassen,  Syr.  n^S^aty.  B  (C  308) 
sind  mit  th^jw.:  gegen  das  ooou  aller  übrigen  Ilss.  im  Recht; 
vgl.  auch  3  Ezra  8,  60  (=  Ezra  8,  31).  —  iiTTj  =  belauert; 
vgl.  Gesen.  Thes.  und  den  Aruch  s.  v.,  der  das  Verbum  =  n"iK 
setzt.     Gr.  ivsopsusi,  Syr.  p3  Ninj. 

23.  Syr.  praem. ).  —  rui'^n  nj;2]  Gr.  o'A  kTjv  Dupioojv  ctutT^c, 
Syr.  pD  p  n'bv  (vgl.  p  21/23.  Gant.  2,9).  —  nmrj  das  Verbum 
neuhebr.  =  horchen.  Vgl.  Aruch  s.  v.  nn::  und  Schechter  z.  St. 
Gr.  7.xr>o7!:>3T7.'.,  Syr.  rxi'  Nirii.  —  Das  hier  Gesagte  ist  an  sich 
unanständig  (21,  23.  24).  Vgl.  aber  Gen.  26,  8,  unten  51,  19 
sowie  Prv.  8,  34. 

24.  n:inn]  vgl.  4,  13,  15.  Gr.  o  xaxotX'jojv,  Syr.  »^k'ji.  — 
mrsDj  Gr.  frei:  suvs-fj-uc.  —  s-'nnj  vgl.  Syr.  zu  27,  2.  Gr.  frei: 
xott  -r^h,  —  Syr.  ^ip2. —  inn^]  ist  Fehler  für  nn^  =  Syr.  \"n:D; 
Gr.  nur  TraacjotXov.  Gemeint  sind  die  Zeltpflöcke.  —  nTp3]  Gr. 
Syr.  haben  den  Plural,  aber  der  Singular  ist  wohl  besser.  Es 
handelt  sich  um  die  Hauswand,  die  zu  benutzen  ebenfalls  eine 
Frechheit  ist.  —  248  70  Syroh.  253  23  Lat.  Syr.  haben  gegen 
Hebr.  Gr.  die  Wortstellung:  xai  ev  -ou  Tot/otc  otoir;;  -r^hi  -a33C().ov. 

25.  Syr.  Sah.  om.  a.  —  naiJlJ  Gr.  cs-J^ati  (70  breast);  vgl. 
LXX.  —  Co.  70  Syroh.  k:  xaxa  /sipa  (statt  /sipa?)  au-r,c.  — 
ptri]  Gr.  xorl  xotTotA-jasi,  ebenso  v.  27.  27,  9.  43,  17.  47,  12.  — 
2153  p^]  das  Nomen  wie  Dt.  12,5.  Syr.  las  wohl  ebenso  (sniro3 
N2a);  Gr.  sv  x7.-aÄu[j.ati  ayaöÄv  (aber  Syroh.  253  23  Aeth.  ayotöoli), 
Lat.  in  casula  (Toi.  aula)  illius  bona  per  aevum.  Aber  2):::  ist 
falsch,  es  zerstört  das  Bild  und  greift  unerträglich  dem  Fol- 
genden vor. 

26.  Q'^')]  vgl.  Num.  24,  21  u.  ö.  Syr.  Kö~.3T  (w  Maus.  Ambr. 
«anii),  Gr.  Or^asi,  al.  (xctl)  a-r^azL  —  ijp]  Gr.  ausdeutend:  ta  tsxv« 
autou  =r  Syr.  ^"nTK  (leg.  ^^^'7'').     Es  handelt  sich  aber    um  den 


Sir.   14,  22-15,  6.  139 

Mann  selbst;  vgl.  auch  3(3,31.  —  .Tcij^^]  vgl.  Ps.  104,12. 
Dan.  4,  9.  11.  18.  Gr.  ausdeutend:  h  (Lat.  sub)  x-(j  a/iiTTj  «uttjc. 
Syr.  auf  seine  Aeste  (.tdiD  Sy).  Er  denkt  an  syr.  «civ,  aber  ''dj; 
ist  an  den  Danielstellen  deutlich  =  Laub.  —  iTcjyrij  s.  z.  50,8. 
Gr.  X7.1  u-o  TOü?  xXa'oo'jc  ccjiTjC,  Syr.  und  zwischen  ihren  Zweigen 
(niTc''j;~iD).  —  pl':'»"!']  gibt  Gr.  mit  7.rj/a3i>r^cj3T7.i  wieder,  Syr.  mit: 
er  wohnt  (löj;  sin:). 

27.  HDim]  Gr.  (3x£7raaf{>r^!5£t7.'.  (LXX),  S*  Cod.  Toi.  Syr. 
praem.  y.oL  —  Syr.,  der  die  Verba  von  a  und  b  vertauscht,  hat 
S'Da  iSnru,  was  erklärt  wird:  er  spaziert.  Lies  aber  h'^^  (Part. 
Pass.  Afel)  =  Gr.  —  rh)i2\  vgl.  Koh.  7,  12.  Gr.  6-'  (al.  diz) 
auxY)?;  lies  mit  Syroh.  253  23  h  a/sTrirj  auTr^c.  Lat.  Cod.  Toi.  in 
tegmine  illius. —  .Tmi^s^i]  =  Syr.  .TTiös.  Das  hebr.  Wort  bedeutet 
hier  aber  wie  öfter  die  Zuflucht.  Gr.  ev  tyj  oo;-o  auvr^z.  Das 
ist  wohl  freie  Uebersetzung,  bei  der  er  an  Jes.  4,  5  f.  dachte. 
Vgl.  auch  40,  27  und  zu  45,  2. 

15,  1.  '':]  Gr.  Syr.  om.  —  ^^^j  Syr.  Gott.  —  ns:]  Lat.  bona 
=  ayaijov  in  älteren  Ausgaben.  —  min  li'cim]  so  heissen  Jer.  2,  8 
die  Priester,  jetzt  alle  Frommen.  Syr.  frei:  und  der,  welcher 
lernt  das  Gesetz.  Gr.  x7t  6  i-p/p^r/jc  (vgl.  6,  27)  xou  vo.xou,  248 
70  X7i  0  £"j'x.  Yvojcicojc  voijLO'j.  Syroh.  253  23  xat  6  siXr/iw?  yvwsiv 
vo;i.o'j  (vgl.  11,  15).  Lat.  et  qui  continens  est  justitiae  (vgl.  zu 
1,  26).  —  nJ^T]  das  Verbum  bedeutet  hier  und  v.  7  wie  Jdc. 
20,  43  und  aram.,  syr.  und  arab.  „erreichen".  Gr.  xr/-oX-q<^^tz>yx 
(ebenso  v.  7),  dag.  248  70  Syroh.  253  23  supr^ofci  ayr/^v.  Syr. 
schlecht  verstehend:  er  wird  gehen  in  ihr  (ebenso  v.  7). 

2.  innoipi]  Syr.  (der  die  beiden  Verba  vertauscht)  Mvmpn. 
—  D'myj  nit>K:iJ  Gr.  xal  w?  --uvr^  -^pUcviotc;  vgl.  30,  20  und  LXX 
Jer.  3,  4.  Joel  1,  8.  Gemeint  ist  hier  wie  sonst  das  Weib  der 
ersten  Liebe  des  Mannes,  das  ihm  zeitlebens  mit  besonderer 
Treue  anhängt.  —  Vgl.  Prv.  7,  4. 

3.  Gr.  om.  1  VK  —  h'2'^\  Syr.  schlecht:  Knö:n;  ebenso  Gr. 
schlecht  aocptac  für  niinn  (vgl.  zu  50,  27).  —  Vgl.  Prv.  9,  5. 

4.  laiö^]  Syr.  h^y,  Gr.  xAtÖ-(i  (vgl.  LXX  und  zu  12,  15).  — 
nts3]  Gr.  £'f£c£i  (s.  z.  5,  1). 

5.  inyno]  der  Plural  wie  z.  B.  1  Reg.  16,  11.  Syr.  über 
alle  seine  Gefährten,  Gr.  -apa  (43,  28)  to-jc  -Ir^rsloy  ccjtou.  —  Zu 
b  vgl.  21,  17.  38,  33  und  Prv.  24,  7. 


140  •  Sir.  14,  20—16,  23. 

ß.  sifC"  r.nüiif)  pirii^]  Syr.  (mit)  Freude  und  Jauchzen  (Kni) 
erfüllt  sie  ihn  (MVT'On),  Gr.  £'j'.p(ioa'jv>)v  xal  oxi'favov  dYaXXict|xaTo?, 
(248  70  106  k  S*  A  add.  £'jf>r^3si),  Lat.  (et)  adimplebit  illum 
spiritu  sapientiae  et  intellectus,  et  stola  gloriae  vestiet  illum, 
jucunditatem  et  exsultationem  thesaurizabit  super  illum.  Der 
erste  dieser  drei  Sätze  stammt  aus  39,  6,  der  zweite  aus  6,  31, 
der  dritte  geht  auf  einen  griechischen  Text  zurück,  der  etwa 
£Ü'ff>o3'jv/)v  y.cd  iyjjJS'j.^xa  iJ/^^aUjOiciii  i-'  7.otov  lautete;  vgl.  Lat.  zu 
3,  4  und  zu  4,  18.  Aber  hinter  Ur^aauptaei  steckt  wohl  sOpr^ct;'., 
so  dass  die  Vorlage  des  Lateiners  mit  Hebr.  stimmte.  Das 
NlvSan  des  Syr.  stammt  vermutlich  ebenfalls  aus  einem  griechischen 
Text,  der  ifx-XT^asi  (=  Lat.  adimplebit)  statt  sup^cjei  hatte.  Der 
griechische  Vulgärtext  (oder  schon  seine  Vorlage?)  ist  nach  1,11 
bezw.  6,31  entstellt.  —  ührj  c:i>l]  vgl.  Jes.  56,5.  Gr.  xai  ovojao-. 
aitoviov  (al.  ursprünglicher  7.ia)voc;  vgl.  zu  45,  15).  —  "Ui^nn]  Gr. 
xaTaxXr^poyo[irjöst,  wozu  '248  S*^^  Lat.  richtig  aotov  hinzufügen; 
vgl.  zu  4,  16  und  24,  8.  36,  16b.  46,  1. 

7.  m:nT]  vgl.  zu  V.  1.  —  si::*  \-iö]  vgl.  Ps.  26,  4.  Job.  11,  11 
und  oben  zu  7,  16.  Gr.  7'yi)poj-oi  otsuvs-ot.  Syr.  K'ttn  (Sünder), 
wofür  vielleicht  ^'"^'^  {==  Gr.)  zu  l^sen  ist;  vgl.  Gr.  Syr.  zu 
21,  18.  —  pT  ''i:»:«!]  Gr.  xotl  orvops;  (manche  Hss.  und  Lat.  7v- 
&pa)-oi)  ötixotp-ojXot'  =  Syr.  xSij;  i<^'JNi;  vgl.  11,9.  12,14.  Lat. 
homines  stulti  (aus  a).  —  msT]  vgl,  51,  19.  1,  9. 

8.  n'')ih^'\  Syr.  snnn  ja  (von  den  Empörern),  was  vielleicht 
in  das  dem  Syr.  geläufige  Kma  (12,  5.  20,  7.  27, 13.  48,  18)  zu 
ändern  ist.  Gr.,  der  vorher  und  nachher  das  Konkretum  für  das 
Abstractum  hat,  setzt  hier  umgekehrt  das  Abstractum:  •j-£pr/.5otv'''a; 
(Syroh.  Co.  70  106  praem.  a-o);  vgl.  zu  3,28.  Lat.  a  superbia 
et  dolo  (om.  xaQ.  Aeth.  von  den  Stolzen.  —  yc  "^lyjxi]  vgl.  v.  20. 
Der  Ausdruck  bedeutet  dasselbe  wie  )XW  "nis.  Denn  2?d  ist  hier 
wie  z.  B.  Am.  2,  4  die  objective  Lüge,  die  Illusion,  die  falsche 
Lehre.  Gr.  schlecht:  xocl  avopsc  -J/cuatai',  besser  schon  Syr.:  und 
die,  welche  sagen  Böses.  —  rin':T  xS]  vgl.  24,20.  Syr.  njiam)  kS, 
lies  ninDii. 

9.  Die  Verse  9.  10  knüpfen  an  das  Vorige  an,  sind  aber 
wie  18,  28  f.  die  Einleitung  zum  Folgenden.  — nnxj  sSj  so  steht 
in  der  Hs.,  wie  J.  Levi  gesehen  hat  (nicht  ia«J  vh).  Gr.  Syr. 
oh/  wparoc.    Das  Verbum  msj,  ursprünglich  Nifal  von  m»,  fällt 


Sir.    15,6—12.  141 

im  Neuhebräischeii  in  nsj  zusammen,  ebenso  das  adjectivisch 
gebrauchte  Partizip  ms:  (so  10,  18.  14,  '6)  in  nw  (41,  16  vgl.  zu 
32,  26).  Man  muss  nach  14,  3.  Ps.  33,  1.  147,  1  erklären,  ohne 
welche  Parallelen  man  freilich  auch  an  das  Nifal  von  ms  denken 
könnte.  —  rhnn]  ist  der  Preis  der  Heriiichkeit  Gottes.  Syr. 
schlecht:  xna:n  (Auibi'.  w  Maus,  om.);  vgl.  freilich  auch  Lat, 
für  b:  quoniam  a  deo  profecta  est  sapientia.  —  )h  npSraJ  vgl. 
7,  15.  Job.  39,  17  und  zu  10,  18.  8yr.  sie  ist  gegeben  ihnen. 
Gr.  frei:  d-taxdlr^  (248  70  106  add.  auTw).  —  Vgl.  20,  20.  Ps.  50, 16 
sowie  Sap.  8,  21.  Hier  sind  aber  Schriftgelehrte  gemeint,  die 
mit  dem  Hellenismus  pactiren. 

10.  c:n  n«;n]  zum  Ausdruck  vgl.  3,29.  Prv.  11,9.  Syr. 
freilich:  denn  im  Munde  der  Weisen,  Gr.  gar:  sv  -ao  ao'^t'a.  Lat. 
versteht  darunter  die  Weisheit  Gottes:  sapientia  (al.  sapientiae) 
enim  dei  astabit  (=  :5-c/.\}r^:57Tr/.i)  laus.  Er  fügt  hinzu:  et  in  ore 
fideli  abundabit,  wozu  Schlatter  31,8  vergleicht,  Herkenne  da- 
gegen bei  Gesner,  serm.  286  p.  913:  Iv  3to<x7-i  £u3s|iü>v  -X-zjil'jv- 
{>V;a£xai  avi)po>-o?  [=z  avoc  statt  aivoc).  Vielleicht  stammt  das  aus 
Gr.  II,  indessen  könnte  iv  yap  ao<pta  auch  auf  Korrektur  beruhen. 
—  mnoS"*  nn  h^Qi]  d.  h.  der  Weise  (vgl.  45,  17),  die  Verbalform 
ist  Piel.  Gr.  -/cd  6  x6p'.oc  s-jootussi  ct-kov,  aber  Lat.  et  dominator 
dabit  eam  (sc.  laudem)  illi  =  y.al  6  x'jf/ie-jojv  owati  a-jTov.  —  Der 
fromme  Lehrer  ist  inspirirt  und  hat  um  so  mehr  die  Ptlicht  zu 
lehren;    vgl.  c.  24,30fr.  36,16a.  30,  25 ff.  39,  6 ff.    Matth.  7,29. 

11.  haf2]  Gr.  oxt  ma  xupiov,  Syr.  dass  von  Seiten  Gottes. 
Zu  o-i  (Lat.  om.)  vgl.  zu  7,  16.  Zu  p  vgl.  Prv.  20,  24,  und  zu 
Ol«  2  Macc.  6,  25.  —  '>"*i'cj  Gr.  v-sar/jv  (Lat.  abest  =  7'-s3t'.v 
Cod.  155).  Syr.  schliesst  sich  an  den  verbalen  Ausdruck  des 
Gr.  an:  ich  habe  gefrevelt  (nmo)  und  gesündigt.  —  nv^v  ah]  Gr. 
ou  -oiT^ast?  (Lat.  ne  feceris).  Natürlich  ist  Hebr.  im  Recht. 
Uebrigens  hat  Cod.  307 :  5  --«f/  3t:o''-/;3cv  ou  u.i3-/;cr3t,  was  ein 
-oir^ofs'.  vorauszusetzen  scheint. 

12.  je]  =  ja  nicht;  vgl.  z.  B.  Jes.  36,  18.  —  sin]  Syr. 
dass  er,  Gr.  oxi  (248  70  253  23  S.  106  307  Lat.  om.)  «ü-o;; 
vgl.  zu  V.  11.  —  ''jS"'pnn]  vgl.  zu  13,  23.  Gr.  |xs  l-XaV/;3£y,  — 
2  "ji!!:  ya  ""a]  vgl.  38,  12.  Ebenso  wird  -fir^  im  Aram.  konstruirt. 
Wörtlich:  es  besteht  kein  Nutzen  an.  ')y^  bedeutet  targumisch 
^uch  Nutzen,    und    wahrscheinlich    ist  es  hier   so  gemeint;    vgl. 


142  •  Sir.  14, 20—16,  23. 

37,  8.  Syr.  hat  auch  38,  12  «m.  Gr.  (o-j  -(OLfj  /psi7.v  r/v.)  und  ihm 
folgend  Syr.  (n  w:n  tj  nS  n"*^  =  nicht  ist  ihm  nämlich  Nutzen 
an)  wenden  die  Worte  ausdrüci<lich  auf  Gott.  —  Dan  ""ti^JKaJ  Gr. 
otvopo?  7.[jio(p-(uAo'j  =  Syr.  an  dem  frevelhaften  Menschen;  Lat. 
freilich:  homines  impii.  Vgl.  zu  10,23.  —  Vgl.  Job.  22,  'd. 
Nach  dem  älteren  Glauben  war  Jahve  allerdings  oft  die  Ursache 
der  Sünde  (2  Sam.  24,  1).  Schechter  erinnert  übrigens  mit  Recht 
an  Stellen  wie  Jer.  G,  21.  Ez.  3,  20. 

13.  r\2vr\)  nyi]  Gr.  -av  ßosXyfjxa  (Lat.  orane  exsecramentum 
erroris).  Syr.  addiert  Hebr.  und  Gr.:  alle  Bosheit  und  Frevelmut 
(xmmo);  er  lässt  dafür  ''^''  aus.  —  n::a^]  vgl.  Ex.  21,  13.  Syr. 
frei:  er  gibt  sie;  Gr.  iaxtv  d7a7r-/jxov,  wozu  man  vielleicht  d^Acj/M 
Prv.  12,  21  vergleichen  könnte.  Dass  aber  rr(>xTa^x6v  in  den  Zu- 
sammenhang nicht  passt,  leuchtet  ein.  Ansprechend  emendiert 
Knabenbauer  z.  St.  a-ctvr/jTov.  —    Tü^h]  Syr.  den  ihn  liebenden. 

14.  dm'?«]  Syr.  nach  Lagarde  «nSx,  die  Polyglotten  haben 
aber  in,  und  so  auch  die  Mosuler  Ausgabe.  Eine  der  beiden 
Lesarten  wird  auf  Korrektur  nach  griechischem  Text  beruhen. 
Gr.  auTo?,  aber  Lat,  deus.  —  n'iiwaa]  diese  Verbindung  ist  sonst 
aramäisch,  Syr.  n''^*i2  |0,  Gr.  i;  cip/Tp.  Man  darf  fragen,  ob 
nicht  ursprünglich  n^ity'")?  (=  als  ein  Wesen  von  freiem  Willen) 
dastand.  —  sna]  Gr.  l-or/jasv;  vgl.  zu  39,  28.  45,  19.  —  In  b 
hat  Hebr.  zwei  Varianten,  Syr.  übersetzt  anscheinend  die  zweite: 
und  er  übergab  (ch^ii;)  sie  (d.  h.  die  Menschen)  in  die  Hand 
ihres  Willens  {]'i7]'^T),  Pesch.  setzt  oh^n  öfter  für  |n3.  Gr.  gibt 
z.  T.  die  erste  Variante  wieder:  /.cd  otcsrjxsv  auTov  sv  y£if>l  oiotßo'jXio-j 
auTou.  Dem  otc([douXiov  entsprach  aber  17,6  wahrscheinlich  das  Ver- 
bum  ir,  das  Nomen  ir  findet  sich  auch  27,  6.  37,  3  und  stand 
vermutlich  auch  17,  30.  31.  21,  11.  23,  2.  Ich  habe  deshalb  nr  T2 
aufgenommen.  Ob  icmn  „seinen  Willen"  bedeuten  konnte,  ist 
sehr  zweifelhaft.  Ich  habe  früher  die  Emendation  i2!inn  (=  seine 
Entscheidung)  vorgeschlagen.  Indessen  erinnert  Hebr.  an  Syr. 
4,  19  Koian  T'i  ^^röSl:'s^,  und  50^  4  sind  rpn  (vgl.  zu  35,21)  und 
llf  einander  parallel.  J.  Levi  hält  *cmn  für  Variante  eines  Fehlers 
TO.  —  Lat.  add.  adjecit  mandata  et  praecepta  sua. 

15.  mi'ö]  Gr.  svtoXac.  Syr.  seine  Gebote.  Aber  der  Singular 
ist  gut;  vgl.  Hebr.  und  Gr.  zu  10,  19.  35,  23.  37,  12.  45,  5. 
Prv.  19,  16.  Koh.  8,  5.     Syr.  drückt  statt  b  die  schlechte  Glosse 


Sir.  lo,  13—19.  143 

des  Hebr.  aus.  Vgl.  Hab.  2,  4.  —  Für  n:)2n  ist  nach  Gr.  y.yX 
~hvy  nmn)  zu  lesen,  das  auch  durch  die  Glosse  ("i:)  psn  CK) 
bezeugt  ist;  vgl.  zu  1.  4.  Uebrigens  verkannte  Gr..  dass  py,r:ü 
Prädikat  zum  Folgenden  ist,  und  verband  es  willkürlich  mit 
imn  =  y.'Jx  r-'jT'.v  7:oir,3C(i  z'jW/m:.  Betr.  ü'i'1  s.  z.  1,  27.  —  Vgl. 
Piv.  12,  22. 

16.  ^icS  p2:ia]  vgl.  das  Hifil  Jos.  7,  23.  2  Sam.  15,  24. 
Syr.  überlassen  (pp'ai^*)  sind  vor  dir.  Gr.  mit  Umsetzung  in  das 
Activum:  -otp£Ö-/;yiv  ooi.  —  yT  rh^'\  Syr.  streke  aus  deine  Hand, 
Gr.  ixTsvsrc  (248  Lat.  Origen.  23,  45.  Chrysost.  6,  868  Ixts-.vov) 
'V  Vß^?'^-  (-^3  tac  /stp'zc)  ao'j.     "j^T-  kann  aber  Singular  sein. 

17.  ciK  ''Jc'?]  Syr.  frei:  gegeben  sind  nämlich  den  Menschen. 

—  Lat.  setzt  am  Schluss  von  a  hinzu:  bonum  et  malum.  Vgl. 
Dt.  30,  15.  19.  Jer.  21,  8.  —  ib'n]  Gr.  praem.  x7.t  (Lat.  om.).  — 
|*cn'']  Gr.  c'joozr^sY)  (LXX).  —  Syr.  für  b:  damit  sie  erwählen 
das  Leben  (vgl.  Dt.  30,  19)  und  fahren  lassen  den  Tod. 

18.  Am  Anfang  ist  nach  Gr.  Syr.  ■:  einzusetzen,  das 
übrigens  in  der  Hs.  über  der  Zeile  nachgetragen  zu  sein  scheint. 

—  npcD]  vgl.  zu  39,  16.  Syr.  übermächtig  (si::;),  Gr.  -oUr^;  vgl. 
Gr.  zu  34,  12.  —  ^^^J  Syr.  Gottes,  Cod.  106  .OsoS.  —  pesj  248 
70  106  Lat.  Syr.  praem.  /a-'.  Aber  das  ist  wohl  falsch.  Die 
Allmacht  und  Allwissenheit  Gottes,  die  die  Vorbedingungen  einer 
vollkommenen  Vergeltung  sind,  sind  in  seiner  Weisheit  einbegriffen. 

—  nma:]  Gr.  h  SovasTsia;  vgl.  33,3.  43,29.  —  cS;]  ist  nach 
44,  3  (doch  s.  dort)  in  hz  zu  ändern.  Gr.  -o.  -A^n^j..  Lat.  omnes 
sine  intermissione.  Das  c  ist  aus  *:  entstanden,  Gr.  hat  vor 
V.  19  wohl  mit  Recht  ein  xoti'. 

19.  Syr.,  der  augenscheinlich  schon  keine  Interpunktion 
in  seiner  Vorlage  fand,  zieht  cS:  nüm  zum  Folgenden  und  hat 
dafür  und  für  19  a:  und  alles  (mo  hi)  seine  Augen  sehen.  Da- 
nach scheint  er  rtJ'V'^  nicht  gelesen  zu  haben.  Auch  Gr.  drückt 
es  nicht  aus,  es  stösst  sich  übrigens  mit  «>^s  ^yca.  Ursprünglich 
ist  es  wohl  Variante  zu  dem  ungewöhnlichen  '7j?co  (noch  16,  12), 
das  im  Kanon  nur  Prv.  8,  22.  Ps.  46,  9.  66,  5  vorkommt  und 
da  überall  von  Gottes  Werken  gebraucht  wird.  Füi*  den  Rest 
'XT  7«  "yy  hat  Gr.  xal  ot  o^OaXti-ol  au-roo  £7:1  to'j?  cpo^io'jixsvou?  aüTov. 
Also  ist  der  Ausfall  von  S«  oder  ''''  hinter  ""ry  wohl  alt.  Lat. 
freilich :  oculi  domini  (al.  dei)  ad  timentes  eum.   In  der  That  ist 


144  •  Sir.  14,  20—16,  23. 

entweder  anzunehmen:  rsv  hü  '''  "rj;!  (vgl.  Ps.  3.S,  18.  34,  16 
und  unten  31;  19)  oder  auch  ^^''  pvi  (nach  11,  12.  Ps.  33,  18  vgl. 
unten  Syr.  zu  31,  19),  oder  noch  besser  Sk  ^yy),  woraus  sich  der 
Fehler  am  leichtesten  erklären  würde.  —  t:""  Kim]  auch  35,  3 
steht  )7\  am  Rande,  7,  15  M  im  Text.  Gr.  xoii  czu-o?  ird^^^Hoat-m, 
Syr.  nur  D:m.  —  tr^K  fjvco  h^]  Syr.  steigernd:  alle  Gedanken  der 
Menschen  (S  155  k  c/.vi}p(07r«jv). 

20.  B  (308)  und  Syr.  praem.  xai'.  —  xanS]  Gr.  acrcpsrv.  — 
D^Snn]  noch  49,  10,  wo  Gr.  (wie  LXX  Jes.  38,  IH.  Ps.  126,  1) 
es  mit  -otpotxaXs«),  Syr.  aber  mit  ''DX  (heilen)  übersetzt.  Targ. 
hat  Jes.  38,  16  ""nK,  Ps.  126,  1  'DK.  Lat.  hat  49,  10  corroborare, 
das  möglicher  Weise  nicht  auf  -rraf/axcfXsoj,  sondern  auf  eine  andere 
griechische  Lesart  zurückgeht;  vgl.  indessen  zu  17,  24.  LXX  setzt 
TtapaxotXsü)  aber  auch  für  j';:k  und  p;n,  und  der  Zusammenhang 
gibt  hier  und  49,  10  die  Bedeutung  „stärken"  an  die  Hand.  — 
2"D  ^ti^:s]  vgl.  zu  V.  8.  —  Gr.  übersetzt  frei:  xat  oux  sötoxsv  avsaiv 
ouosvt  cfixotpravciv,  ähnlich  Syr. :  und  nicht  hat  er  gesagt  den 
Fieischessöhnen,  dass  sie  freveln  sollten  (p'^lj-'Ji).  Das  letztere 
ist  einigermasseu  passend,  Gr.  ist  dagegen  jedenfalls  im  Unrecht. 
Es  handelt  sich  nicht  um  die  Erlaubnis,  sondern  um  den  Zwang 
zu  sündigen  (v.  11.  12).  —  Was  Hebr.  weiter  hat,  drückt  Gr. 
nicht  aus.  Das  auch  vom  Syr.  übergangene  TiD  rtSjo  hv)  beruht 
auf  Missverständnis  von  2'o  'U^JS,  der  Rest  ist  schlechte  Variante 
zu  b.  Syr.:  und  nicht  erbarmt  er  sich  über  die,  welche  tun 
Treulosigkeit  (Ktpit:'). 

16,  1.  Es  handelt  sich  im  Folgenden  um  die  individuelle 
Vergeltung  überhaupt.  Geredet  wird  aber  zunächst  von  dem 
Schicksal  der  Sünder,  das  wichtiger  erscheint  als  das  eigene.  — 
IKW]  heisst  hier  und  42,  12  der  Anblick.  Gr.  falsch:  ttXt/ijo;, 
und  danach  Syr.  an:)D.  Denn  „viele"  und  „nichtsnutzige"  geht 
hier  nicht  zusammen,  übrigens  ist  von  der  Menge  erst  v.  2  die 
Rede.  —  sii^  nj;:]  der  Ausdruck  ist  gebildet  nach  Niii>  '>no  (vgl. 
zu  15,  7)  und  iiW  ly  (Dt.  5,  20).  Gr.  xsxvtuv  dypr^aTwv  (37,  19), 
Syr.  sündiger  Söhne.  —  nSij?  ':22]  vgl.  2  Sam.  3,  34.  7, 10.  Gr. 
£t:1  uloXq  dasßiaiv  (vgl.  v.  3),  Syr.  an  allen  Söhnen  der  Treu- 
losigkeit (xipiir). 

2.  Gr.  om.  d:i,  das  er  nicht  gebrauchen  kann  (s.  z.  v.  1). 
—  TiD]  Syr,  rJD  =  Gr.  irXrjt^uvcuaiv  (al.  irXrjÖuvÖüiaiv;  vgl.  zu  41,  9).  — 


Sir.  15,20—16,4.  145 

V2r\]  Vgl.  zu  14, 4.  Gr.  su'fpcttvou  =  Syr.  sinn.  —  Chrysost. 
1,760.  6,  188  in  der  Wortfolfje  des  Ilebr. :  zi  «xr^  ssnv  [xst  «utäv 
csoßo^  i>£ou.  Syr.  ungenau :  weil  sie  nicht  sind  in  der  Furcht  Gottes. 

3.  aT''n2  pKn  '^x]  vgl.  Job.  24,  22.  —  Syr.  vertauscht  in 
a  und  b  die  Verba. —  nmspyn]  =  auf  ihr  (gutes)  Ende,  (auf  ihre 
Zukunft).  So  wird  das  Wort  in  der  Glosse  richtig  erklärt.  Zu 
sprechen  ist  etwa  ni2pj?  (nach  npy).  Auch  Ps.  89,  52  ist  dies  Wort 
gemeint ;  Massora  wohl  falsch :  rüpj?. .  ßaschi  erklärt  freilich  auch 
das  letztere  mit  loiD;  vgl.  Buxtorf  s.  v.  Gr.  i~\  tov  -ottov  (Lat. 
xoTTov)  au-Äv,  so  richtig  B  (308),  wogegen  alle  anderen  Hss.  so- 
wie Sah.  Aeth.  -o  -Xy^fioc  korrigieren.  Gr.  sprach  Dni3py3;  vgl. 
yjiipa  10,  16.  Syr.  übergeht  das  Wort  und  zieht  b  mit  der  Glosse 
zusammen:  und  glaube  nicht,  dass  ist  ihnen  ein  gutes  Ende.  — 
S'^^  fügt  bei:  axsvacsic  (leg.  c;tsv7'?£i?)  yap  TtevUsi  aojfxo  v.cd  icatW/j? 
otuTwv  auvt3X£i7.v  '(VMa=.TCf.>.  (leg.  YvcuOTTj?).  —  pi^n  nti^yj  lässt  der 
griechische  Vulgärtext  aus,  aber  Chrysost.  1,  161.  318.  760. 
4,  553.  752.  764  hat  ttouov  -o  ^Hhr^^oi  xoptou,  248  70  haben  oixaio;, 
Anton.  1052  uioc;  oixatoc,  S'^'^  öixaioc  ttokov  üs^ixa  xupi'ou,  Lat. 
timens  deum  (vgl.  v.  4  Hebr.).  Aber  so  stark  bezeugt  die  Worte 
auch  sind,  sie  sind  gleichwohl  sekundär.  Für  ?]Sxa  haben  S*^^ 
Chrysost.  r^  [xupioi  (statt  /O.ioi)  und  setzen  konsequent  Trapotvofxoi 
hinzu,  ebenso  70  aixotpxcoXot',  Anton.  1052  uiol  aasßsT?,  Lat.  filii 
impii.  —  nwij  Gr.  xcd  (ZTio&avsiv,  S'^*  ötxaiov  (vgl.  10,  23)  c/.iroi}avsrv, 
Lat.  et  utile  (est)  mori.  —  n''3i  las  auch  Syr.,  es  kann  aber 
zwischen  [nj^jn  und  rh)V  nicht  stehen  und  ist  wohl  Variante  zu 
rh)y.  Wegen  des  T|  lysiv  des  Gr.  (Lat.  quam  relinquere)  scheint 
das  vom  Syr.  übersetzte  rh)y  [cm]  "-jn  iS  rr\\i^  "'aa  gegenüber  dem 
vom  Syr.  übergangenen  |n7  nnnx;2[i]  im  Vorteil  zu  sein.  Aber 
)h  Ynuf  ''öü  ist  allzu  prosaisch  und  rhythmisch  kaum  erträglich. 
Ich  ziehe  deshalb  plT  nnnsö  vor,  das  ebenso  wohl  mit  xsxva  (s. 
z.  11,  28)  daz[ir^  (s.  z.  9,  12)  wiedergegeben  sein  kann  als  ''J2[n] 
rh)y  (v.  l),  und  das  im  Vergleich  mit  diesem  als  origineller 
erscheint. 

4.  nnso]  Gr.  diro  -(«p  (Lat.  Sah.  om.)  Ivoc,  ebenso  Syr.  (tj). 
—  "'Tny]  Gr.  Syr.  om.;  es  ist  aus  v.  3  eingedrungen.  —  ^''''  KT] 
Syr.  der  Gott  fürchtet;  Gr.  suvsxoG.  In  dem  aus  R.  Nissim 
stammenden  Stück  bei  Jellinek  steht  pn,  was  auf  pia  hinweist; 
vgl.  po  p   Prv.  28,  7.     Also    ist    "''^  xi-    wohl    Korrektur;    vgl. 

Smend,  Siraoli -Kommentar.  10 


146  Sir.  14,  20—16,  23. 

Syr.  zu  9,  15.  —  TV  2^r\]  Syr.  frei:  wird  angefüllt  die  ganze 
Stadt.  —  nncti^Oöl]  =  Gr.  'f uXfi  ZL  Syr.  und  von  der  IVIenge.  — 
cnjn]  Gr.  <zvo|X(ov  (248  70  y.az[iviv),  Syr.  der  frevelhaften  {nh)v) 
Menschen.  —  2-nnJ  d.  h.  sie  wird  menschenleer;  dabei  gehen 
natürlich  die  Dn:3  selbst  zu  Grunde.  —  248  lOG  Anton.  55  i.  f. 
add.  £v  'riyzi. 

5;  rha^  m3"i|  vgl.  Job.  16,  2.  —  'i'v  nnsn]  Gr.  stupctxct  ev 
6cpÖaX}xou  |j.ou,  lies  aber  mit  248  Syroh.  253  23  S  k  (vgl.  70  307) 
Sab.  Aeth.  Lat.  iojpaxsv  o  ocpOaX'jLoc  jxo'j.  —  nSs:  movvi]  Gr.  Syr. 
x7.t  [3/'jp.otcfya  -ou-tov.  Sie  lasen  richtig  n'^KO.  Denn  nSs  geht 
auf  V.  1 — 4,  und  was  da  gesagt  ist,  hat  Sirach  selbst  erlebt, 
aber  noch  stärkere  Beweise  für  seine  Behauptung  liefert  die 
Tradition  (zu  v^^'  vgl.  Ps.  44,2.  48,9).  Mit  Unrecht  drückt  Syr. 
auch  in  a  nSso  aus. 

6.  Da  im  Folgenden  die  zeitliche  Ordnung  eingehalten  ist, 
darf  man  hier  nicht  an  Num.  11,  1.  2.  c.  16  denken;  vielmehr 
haben  die  Worte  allgemeine  Bedeutung,  wobei  mj;  und  'IJ  die 
Gottlosen  innerhalb  und  ausserhalb  Israels  bezeichnen.  Dafür 
spricht  auch  das  Partizip  mpr  (Gr.  Ixxaoilr^cjcTat),  wonach  auch 
nni':  (Gr.  kizy.y.'j\)r,)  mit  Syr.  (KaS?i'  vgl.  Dan.  3,  27)  als  Partizip 
verstanden  w^erden  kann. —  ü'";]i-"\  niv]  vgl.  21,9  und  zu  7, 16.  — 
\^'ü  mpr]  vgl.  Jes.  65,  5.  —  ?]in  •'1:3]  vgl.  Jes.  10,  6.  Gr.  Iv 
lövsi  cz-ciOsi  (vgl.  Syr.  zu  47,  21).  Cod.  307  hat  dat'^jzX,  Syr.  an 
einem  Volke,  das  zum  Zorn  reizt  (i:^üi).  —  nun]  Gr.  opyr^  (vgl. 
33,  8  und  LXX). 

7.  Mitit^s  (Gr.  Syr.  om.)  wird  das  Folgende  als  Explikation 
von  V.  6  eingeführt.  —  h  x^'J  ah]  Gr.  oux  i;i/.aac(To  utrA.  Die 
Konstruktion  ist  ohne  Beispiel;  Lat.  daher  nach  Korrektur:  non 
exoraverunt  pro  peccatis  suis  (vgl.  Lat.  zu  3,3)  antiqui  gigantes. 
2  Chr.  30,  18  (wo  u-sp)  liegt  ein  verderbter  hebräischer  Text 
zu  Grunde.  Der  Uebersetzer  sagt  wie  LXX  vom  Priester 
sciXocaxssöai  Trspl  tivoc  (=  Jem.  versöhnen  45,  16.  23)  und  daneben 
auch  sciXoccjxsafiai  c.  acc.  r.  (=  eine  Sünde  vergeben  5,  6;  vgl. 
aaaxsaöai  c.  dat.  pers.  2  Reg.  5,  18).  Wohl  nur  des  volleren 
Wortklangs  halber  (vgl.  v.  8)  gebraucht  er  den  ersteren  Ausdruck 
hier  von  Gott,  schwerlich  dachte  er  dabei  daran,  dass  Gott  be- 
züglich der  Riesen  der  Erde  nicht  vergeben  habe.  Er  las  aber 
auch  kaum  anders  als  Hebr.  —  mp  ^z'Dih]  ist  eine  rationalistische 


\ 


Sir.  16,  6—9.  147 

BezeichnuDg  der  Titanen  von  Gen.  6,  1  ff.,  bei  denen  Sirach  viel- 
leicht an  den  Nimrod  (Schechter  vermutet  deshalb  CTiian)  dachte. 
Uebrigens  versteht  Gr.  das  Gen.  6,  1  ff.  Erzählte  richtig  als  die 
Ursache  der  Sündflut.  Syr.  den  alten  (s''"2np)  Königen,  Gr.  itspl 
-tüv  ap/7Uüv  YiYavTfov  (so  LXX  für  ü^b^^in  und  Dmajn  aus  Gen,  6,  4). 

—  onr-sn]  Gr.  rR  d-ia-r^ayy  (LXX).  —  ühr;]  überfüllt  den  Stichus 
im  Vergleich  zu  v.  8 — 10  und  fügt  sich  nicht  in  den  Satz.  Syr. 
daher:  die  erfüllten  (iSm)  die  Welt.  Es  ist  Glosse  (aus  Gen.  6,  4) 
zu  cnp,  die  an  den  falschen  Ort  geriet.  —  Dminjs]  vgl.  cmajn 
Gen.  6,  4.    Gr.  iv  -f,  13/61  (248  70  lOG  add.  tt;?  czcposüv/jc)  auTtov. 

—  Lat.  für  b:  qui  destructi  sunt  (al.  destruxerunt)  confidentes 
(=:  Aeth.  iTTfaTsuctotv)  suae  virtuti. 

8.  kSi]  Gr.  drückt  )  hier  (Lat.  dag.  et  non)  und  v.  9  niclit 
aus,  es  ist  aber  nach  "Wii  x.  7  am  Platze.  Aus  demselben 
Grunde  ist  die  Wiederholung  von  ht2n  v.  9  erträglich,  allerdings 
wechseln  Gr.  (icpsiaa-o,  klir^^v^)  und  Syr.  (on,  nm)  im  Ausdruck 
ab.  —  ''niji2  hv]  das  Wort  bedeutet  hier  den  Aufenthaltsort  wie 
Job.  18,19.  Gr.  t.z[A  (vgl.  23,  2  i-C)  -r,:  -^.r.or/a'orc  (vgl.  zu  41,6). 
Syr.  die  Bewohner  der  Stadt.  —  □''nnyna,i]  vgl.  zu  5,  7.  Syr. 
lytyisi;  vgl.  syr.  iDj?ns*  (übertreten).  Gr.  o'k  iCtioz/.'jryTo,  was  etwa  = 
D"'2j;riön  (Pual)  wäre.  Aber  der  Relativsatz  muss  entsprechend 
dem  von  v.  7  von  der  Sünde  reden,  wie  die  Relativsätze  von 
V.  9.  10  von  der  Strafe.  Denkbar  wäre  daher  D^rynan  (vgl. 
Ez.  16,49  nnvin),  aber  die  Greuel  Sodoms  treten  auch  Ez.  16,49. 
3  Macc.  2,  5  zurück.  Gemeint  ist  wohl  die  Sorglosigkeit  der 
Sünder,  die  von  den  Schwiegersöhnen  Lots  auf  die  ganze  Stadt 
übertragen  ist.  —  nmKJD]  vgl.  psj  Ez.  16,  49  und  3  Macc.  2,  5. 
Gr.  017.  (vgl.  zu  37,  31,  Syr.  p,  w  Maus,  hliü)  ty)v  'j-s^or/favtav 
(70  add.  Tojv  Ifj^ojv,  Lat.  add.  verbi  =  to-j  /.oyou)  aüiTtov. 

9.  ah)]  Gr.  o5x  (Syroh.  106  (155)  praem.  xat');  vgl.  zu  v.  8. 

—  mn  cy  hy]  =  Syr.  xann  anv  hv,  vgl.  46,6.  Gr.  lOvoc  d-toXst'o:? 
(S<=^  yoLvoLciLv);  vgl.  Jes.  34,  5  LXX.  —  D'^ti'-n:,!]  der  stehende  Aus- 
druck ist  ti^mn  (39,  23),  für  das  im  Passivum  das  (in  diesem 
Sinne  sonst  freilich  nicht  vorkommende)  Nifal  statt  des  Hofal 
in  der  Ordnung  ist  (Ewald  §  133  a).  Also  c'it^nijn.  Gr.  hat  roh? 
lcr^p[xsvou?,  Syr.  und  er  bestimmte  über  sie  unterzugehen  (i2KoS) ; 
vgl.  zu  32,  23.  —  DJiya]  vgl.  Gen.  15,  16.  Gr.  Syr.  haben  den 
Plural. 

10* 


148  Sir.  14,  20— 16,  2ä. 

10.  Hier  wiid  der  Steigerung  wegen  die  zeitliche  Reihen- 
folge verlassen.  —  p]  Gr.  praem.  xat;  Syi-.  falsch  verstehend: 
in  dei'selben  Zeit. —  Gr.  setzt  den  Accusativ  und  lässt  das  Verbum 
aus  V.  9  (vgl.  zu  V.  8)  nach\vii'l<:en,  aber  nötig  ist  das  nicht.  — 
D'CDWn]  Syr.  ebenso  zweideutig:  "iDcpns,  aber  Gr.  falsch  verstehend: 
xouc  eT:iauv7./{)£y-otc;  vgl.  zu  8,  7.  —  czh  pT3j  vgl.  IlTm  Dt.  1,  43. 
Gr.  iv  <3vXr^^jr)'mijrÄ'x  otuTÄv,  Syr.  wegen  ihres  Murrens  (jiiT3't2"is  Sao 
=  üm-hni  Num.  14,  27?). 

Hab.  IJI  ""D  f]Kl]  d.  h.  wie  viel  weniger  darf  ein  Einzelne!" 
ungestraft  trotzen.  Undeutlich  Syr.:  und  auch  Einer,  wenn  er 
hart  macht  seinen  Nacken.  Falsch  (Jr. :  x7.v  -(j  st?  a/X-/]f*oTf>a/-/;Xoc 
(248  70  106  (?)  add.  Iv  Xaoj).  —  n^n]  ebenso  33,6.  43,25.  48,14; 
vgl.  Dan.  3,  32.  33.  6,  28. 

11  cd.  c  =  5,  6c.  —  löV]  B  Aeth.  ~rx[J  auxou  (S<=^  xuptou), 
aber  alle  anderen  irap'  auiui  (248  add.  Sia  ta/ouc);  A^gl.  zu  5,  6c. 
—  nSiDI  SK^IDl]  Gr.  SuvGtcyxr^?  i^iXaa;Awv.  Da  er  ouva(3xy)c  auch  für 
W  setzt  (s.  zu  46, 6),  könnte  man  an  n'in'''7D  h^  denken  (vgl. 
Neh.  9,  17.  1  Sam.  2,  3).  In  der  LXX  steht  ouvaiT/;;  aber  auch 
für  SnJ,  21  u.  a.,  wonach  man  auf  'D  m  schliessen  könnte.  Syr. 
und  viel  machend  zu  vergeben;  vgl.  18,12.  Jes.  55,7.  Vielleicht 
ist  ouvaa-y;;  aber  doch  =  siJ'J  (vgl.  Gr.  zu  11,6).  Der  Ausdruck 
des  Hebr.  erscheint  auch  als  originell.  Nur  würde  man  das 
erste  i  lieber  vermissen.  —  "im  (lies  mr)  iTr  D^ti^i  hvi]  ist  aus 
5,  6  an  Stelle  des  Aequivalents  von  xotl  sx/swv  opyr^v  eingedrungen. 
Ich  habe  nach  33,  8  nan  ipw\  angenommen,  sonst  werden  auch 
DJ?',  P|«  "i^^T]  und  mnj;  mit  ■[cij'  verbunden.  Syr.  und  auch  strafend 
Sünden  (aus  v.  12). 

12.  innsw  p]  Gr.  w-mk  x7.t  ttoXJjc  (248  254  Clem.  AI. 
Paedag.  I  8,  72  Sah.  Lat.  om.  tto/jjc)  6  TKzj/ot  a'jxou.  Syr.  so 
auch  bestraft  er  (j?2n)  Sünden.  —  rSjJSöi]  vgl.  zu  15,  19. 

13.  '7i:D]  nur  B  (307  308)  ev  apTraYixasiv,  die  übrigen  (auch 
Lat.)  £v  c(pTia7[j.7.-L  —  Syr.  für  a  falsch  verstehend:  nicht  lässt 
er  entkommen  die,  welche  verüben  Untreue  (xipiiy  =  '?iy  vgl.  16,1) 
und  die  Eäuber.  —  n'Kn  rT'nti^''  sSl]  Gr.  y.oX  oh  ]i\  xaOunxsprjSsi 
uTioaovr^v,  ausser  B  (308)  haben  alle  (auch  Sah.)  u-ofxovr^,  Lat.  suffe- 
rentia,  aber  Toi.  Corb.  1  sufferentiara.  37,  20  ist  das  Verbum  wie 
im  klassischen  Griechisch  intransitiv  gebraucht,  Ex.  22,  28.  1  Chr. 
26,  27  aber  transitiv,  und  den  Accusativ  empfiehlt  Hebr.  Auch  Syr. 


Sir.  16,10—16.  1.^9 

(^122:)  scheiDt  (v<;l.  a)  r\^2^^  gelesen  zu  haben.  Nach  44,  10  Hebr. 
ist  msn,  das  an  sich  möglich  wäre  (vgl.  Prv.  10/24.  11,23.  Ps. 
112,  10),  in  mpn  (Syr.  pn^no)  zu  ändern;  vgl.  auch  v.  22.  41,2. 
36,22.  —  pny]  Syr.  Plural,  Gr.  süasßoic  (11,17),  Lat.  miseri- 
cordiam  facientis  (vgl.  zu  v.  14).  —  d'jij;'?]  Gr.  om.;  es  überfüllt 
den  Stichus. 

14.  ni^iyn  SzJ-zum  Artikel  vgl.  zu  13,15.  —  Gr.  scheint 
HK^iy  Avillkürlich  umzustellen:  ~da-q  sAsr^iAoauvifj  -olr^a^>.  tottov;  vgl. 
zu  13,  22.  Aber  Lat.  (s.  z.  v.  13)  bezeugt  die  Lesart  des  Hebr. 
und  kSyr.  Nur  las  Gr.  für  irti',  das  nicht  anzufechten  ist,  vielleicht 
etwas  anderes.  —  eis  h^)]  Gr.  nur  IxaaToc  (248  70  106  add. 
"i'otp),  aber  )  ist  unentbehrlich,  da  b  auch  auf  die  Bösen  geht.  — 
KrJ  ist  nach  Gr.  Syr.  (sup-/;asi)  Fehler  für  s'y.^\  —  v:zh\  d.  h. 
vor  Gott.  Gr.  om.,  aber  wohl  mit  Unrecht.  —  Lat.  für  v.  14: 
omnis  misericordia  faciet  locum  unicuique  (kvAa-oi)  secundum 
meritum  operum  suorum  et  secundum  intellectum  {awht:?)  pere- 
grinationis  (?)  ipsius. 

15.  16.  Syr.  hält  die  Mitte  zwischen  Hebr.  und  Gr.  mit: 
„der  Herr  verhärtete  sein  Herz,  damit  er  ihn  nicht  erkannte, 
damit  gesehen  würden  seine  Werke  unter  dem  Himmel.  Sein 
Erbarmen  ist  sichtbar  (pnna)  allen  seinen  Geschöpfen,  und  sein 
Licht  und  seine  Finsternis  hat  er  zugeteilt  den  Menschensöhnen. " 
Zu  a  vgl.  Ex.  7,  3.  —  Syr.  kann  darin  Recht  haben,  dass  er 
nv'\^,  der  nicht  ausdrücklich  genannt  zu  werden  brauchte,  aus- 
lässt.  Denn  so  gehen  ))!T — ''''''  besser  in  einen  Stichus.  Unent- 
behrlich ist  dagegen  das  von  Gr.  übergangene  2h  nx.  Uebrigens 
folgt  Syr.  dem  Gr.  darin,  dass  er  lyn'  sS  nit'K  (vgl.  Ex.  5,  2)  und 
IJl  TV^v^^  fälschlich  final  versteht.  Beide  Mal  liegen  Relativsätze 
(oder  an  erster  Stelle  ein  Causalsatz)  vor.  Sie  illustrieren  die 
Schuld  des  Pharao,  durch  die  er  es  verdient  hatte,  dass  der 
Herr  ihn  verhärtete.  —  ,T"i2  (vgl.  nsnn  Num.  16,  30),  das  Ge- 
schöpf, ist  aramäisch.  —  Für  inntJ'l  ist  natürlich  )2^n'i  (11,  16) 
zu  lesen,  und  der  Sinn  ist  wohl,  dass  Gott  nach  Verdienst  den 
Menschen  das  eine  oder  andere  gibt  (vgl.  39,  24 ff.).  Im  Gr.  ist 
xoj  «zoof^xavTi  wohl  Fehler  für  t(o  'Aoa'ti,  (vgl.  40,  1  und  zu  32,24). 
Aber  dann  las  Gr.  vielleicht  nur  cnsS  (Peters).  Die  Stichen  sind 
gewiss    nicht   ursprünglich.     Inhaltlich   passt   diese    langatmige 


150  "  Sir-  14,  29—16,  23. 

Restriction  nicht  in  den  ganz  anders  gehaltenen  Zusammenhang, 
und  der  Rhythmus  der  Stichen  ist  für  8irach  zu  schlecht. 

17.  noKn]  Gr.  add.  on  (248  Lat.  om.),  Syr.  add.  n;  vgl. 
zu  7,  16.  —  ■'mnoi]  Gr.  xpußr^aoixai,  Syr.  '^läm.  —  cnosi]  Syr. 
add.  des  Himmels.  Gr.  .xy;  (so  nur  B  (55  254  296  308),  die 
übrigen  und  Sah.  Lat.  x7.t)  iz  O'-j/o-jc  (Sah.  sv  'j-j^si).  —  CV2]  Syr. 
praem.  ),  307  add.  -(d^j.  —  nn:]  vgl.  Num.  20, 20.  Gr.  -Xsiovi, 
Syr.  ss^JD.  —  VI«]  B  (248  55  254)  ixvr^ai)(o,  die  übrigen  mit  Lat. 
-j'vojaUä).  —  noij  Gr.  tic  7a(>,  Syr.  oder  was.  —  "Ji  S:  mmi  mifpz 
cisj  ebenso  Syr.  (nur  nrn  für  mifpn),  aber  Saadia  lässt  üiü  ""JS  S: 
aus,  und  Gr.  (frei:  sv  «[XEtpr^xti)  xTiaei)  las  die  Worte  wohl  auch 
nicht,  die  den  Stichus  überfüllen. 

18.  Das  Pathos  von  v.  18.  19  spricht  dafür,  dass  hier  der 
Verf.  selbst  am  Wort  ist.  Der  Zweifler  erwidert  dann  y.  20 
mit  c:).  —  D^ot^'n  'ti^)]  Tgl.  Dt.  10,  14.  1  Reg.  8,  27.  B  (55  308) 
add.  -ou  rhou,  was  offenbar  unecht  und  vielleicht  Glosse  zu  iv 
T^i  £7ris/.o-T|  atjTO'j  ist.  —  nnm]  Gr.  om.  ).  —  psi]  Gr.  xai  77), 
Lat.  et  universa  terra,  248  70  106  Max.  941  Lat.  add.  xal  -a 
£v  ct-j-oic.  —  lu^jnn  npc:  n'^mcy  cn''':j;  imi:]  für  ciwj;  ist,  wie  F. 
Perles  schon  früher  unter  Vergleichung  von  Ez.  29,  7  vermutete, 
Clj^io  zu  lesen.  Während  übrigens  die  Hs.  (auch  in  ihrer  Inter- 
punktion) in  V.  18  zwei  Disticha  bietet,  hat  Gr.  nach  B  (308) 
für  das  zweite  nur  saXsuiJr^aovT^i  sv  xf,  £7113x0-7)  ^'-»"ou  oder  nach 
den  übrigen  Hss.,  Max.  941  und  Lat.  iv  T-irj  s-iT/o-f^  auxou  aaXsu- 
OVjaoviai  (Syroh.  253  23  S'^''  aaXöuov-c(i),  was  dem  verderbten 
litTin  "npcn  entspricht.  Vielleicht  war  dem  Gr.  dei*  Anthropo- 
morphismus  des  ersten  Satzes  anstössig.  Syr.  schliesst  den 
gewöhnlichen  Compromiss  zwischen  Hebr.  und  Gr.,  indem  er, 
übrigens  in  abgeschwächtem  Ausdruck,  nur  den  ersten  Satz 
wiedergibt:  bei  seiner  Offenbarung  (nr'^jn),  die  über  ihnen,  stehen 
sie.  Man  muss  npc3l  lesen,  und  nach  Ps.  18,  8  lu^v^ri"'  oder  "i^yT 
oder  besser  'iti'j;i[n]''  nach  aram.,  syr.  und  neuhebr.  Sprachgebrauch. 

19.  ein  ^2^p  P]K]  vgl.  Jona  2,  7.  Gr.  schlecht  «[xa  xa  op^. 
Syr.  om.  ?]«.  —  'rnn  niD"*]  Gr.  OsixiXia  xr^  fr^q  (10,4);  vgl.  zu 
24,  6.  —  DH^K  ):s'2n2]  vgl.  Ps.  104.  32.  Syr.  schlecht:  wenn  er 
erscheint  über  ihnen.  —  )^vy  ^y^]  Syr.  nur  |T',  Gr.  xpo;x(p 
<3uaa£tovxoti  (vgl.  z.  B.  14,  19).     Vgl.  Nah.  1,  5. 


Sir.  16,  17—23.  1.51 

20.  Gr.  für  a  schlecht:  xal  i-'  aÖToic  (vgl.  34,15  =  vhv?)  oO 
oiavor^>}y-3£-o('.  y,y.[jfAOL.  Schlecht  auch  Syr. :  und  auch  ich,  nicht 
nehme  ich  zu  Herzen  {^zh  h';  ^''l^'^').  —  ^zi"]!)]  Gr.  (xal  -a;  oo^oc 
c/.'jTO'j)  hat  vielleicht  willkürlich  die  dritte  Per6on  statt  der  ersten 
gesetzt  (s.  u.). 

21.  Gr.  hat  für  a:  zotl  (248  70  Max.  941  om.)  xaTai-L:  r,v 
ofjx  oi^zzoLi  avi)f>co-o;  (S*^"  add.  s-sÄeuaiToci  ccjTfo).  Aber  Lat.:  et 
procellam  (al.  —  la),  quam  nee  oculus  videbit  hominis.  Sodann  hat 
S*^**  vor  a  die  Dublette:  X7.1  xaUo  -o-si  ötvUofoTroc  o-I-stcc.  o  o'fUa/.aoc 
ct'jTO'j.  Das  ist  entweder  die  Urform  von  a  oder  Variante  aus 
Gr.  II;  lies:  xav  xaxo-oif,  (vgl.  19,28)  7'vUr>ojzoc  o-jx  ö'']/et7.'.  o 
o'ft>aX;xoc  a'jTO'j.  Das  ist  ^  Hebr.  mit  Umsetzung  der  ersten 
Person  in  die  dritte  und  Zutat  Aon  aviipw-oc  (3,  17).  —  Gr.  für 
b  ganz  frei,  falls  er  nicht  anders  las:  -ä  oe  -/.siova  (Lat.  nam 
plurima)  twv  irj-^or^  (vgl.  zu  3,  23)  a-koü  iv  ä-oxo-rio-c.  —  lizxj 
vgl.  Jes.  57,  11.  —  Vgl.  23,  18.   19. 

22.  Syr.  om.  —  "piir  rt^y-":]  der  Singular  ist  durch  Tjt:^ 
geschützt.  Es  bedeutet  etwas  Höheres  als  die  n)pTJ  Ezechiels 
(vgl.  11,20).  Gr.  spTa  o,y.«-oa':v/,c  (248  70  Syroh.  106  k  (Lat.) 
add.  a-j-oO).  —  liTr  "'ö]  gedacht  ist  etwa  an  Engel:  vgl.  Job.  33,23. 
—  na  mpm]  :=  und  was  von  Hoffnung  (besteht):  vgl.  34,27. 
Jer.  8,9.  Gr.  frei:  r,  tu:  ozoixsysi  (vgl.  zu  v.  13.  36,21);  aber 
A=^  u-ojjLovEi  (ö  sup.  ras.)  = 'jro|xov-/)?^ — pin  p))ia  t]  unverständlich 
ist  piī.  Gr.  a7.xpav  -'ar>  r,  oi7.i)-/;xr,  (vgl.  zu  14,  12:  70  106  add. 
Tiau  Lat.  add.  a  quibusdam).  Man  muss  danach  und  nach  Mi.  7, 1 1 
p)n  pni^  ":  schreiben  =  fern  ist  die  Frist  (vgl.  Job.  14,  13), 
d.  h.  die  Endzeit.  Er  will  sagen:  man  soll  mich  mit  meiner 
mpn  auch  nicht  auf  das  Gericht  am  Ende  der  Tage  vertrösten, 
das  ich  ja  doch  nicht  erlebe.  pi2:s  ist  vielleicht  ein  Compositum 
aus  pnT  und  Tu'K.  Das  letztere  würde  voraussetzen,  dass  ein 
Leser  p)n  als  Gesetz  (z.  B.  42.  2)  verstand.  Aber  für  sich  allein 
kann  p)n  diese  Bedeutung  kaum  haben. 

23.  Gr.  hat  auch  in  a  den  Singular.  —  i";']  heisst  hier 
wohl  „meinen,  urteilen"  (Gi'.  oi'-jyotX-'-j.i),  obw^ohl  das  Verbum  in 
dieser  Bedeutung  sonst  nicht  vorkommt.  Syr.  (sagen)  denkt  an 
die  Bedeutung  „lehren".  —  rhi^]  Gr.  -zauxu,  70  uctxa'.a  (om.  xai') 
=  Lat.  inania.  —  nr[i]c]  Syr.  schlecht:  ahr;,    Gr.  acp^oojv  (34,  7j 


152  "  Sir.  16,  24—18,  27. 

xat  TrXav(o[i-£vo;  (106   cii£at[>7.;j.|xEvoc,    k  -7.p7'votxo;),    248   om.   v-oti    und 
stellt  -X(3cva)[xcvo?  hinter  oictvoErTai.  —  rsij  8yr.  so,  Gr.  «xcopa. 


VII.    16,24—18/27. 

Nach  neuei-  AuflTordenmg  zu  hören  (16,  24.  25  =  2)  wird 
das  Thema  von  der  göttlichen  Vergeltung  weiter  ausgeführt, 
dabei  wird  aber  auch  die  Möglichkeit  der  Bekehrung  erörtert 
(16,26 — 18.14).  Die  grössten  Wunderwerke  rrottes,  die  Gestirne 
am  Himmel,  gehen  unermüdlich  und  unentwegt  die  von  Gott 
vorgeschriebene  Bahn    und  halten  dabei  Frieden  unter  einander 

—  zum  Vorbild  für  die  sterblichen  Menschen  (16,26—28  —  2.  2). 
Auch  ihnen  hat  Gott  eine  Machtstellung  gegeben  (16,  29 — 17,  4 
=  2.  2.  2),  auch  sie  hat  er  wunderbar  ausgerüstet,  um  Gott  zu 
verherrlichen  (v.  5  —  10  =;  2.  2),  auch  ihnen  gab  er  Gebote  der 
Nächstenpflicht  (y.  11 — 14  =  2.  2).  Genau  beobachtet  er  die 
Erfüllung  seines  Willens  und  vergilt  den  Menschen  nach  ihrem 
Tun,  nur  dass  der  Sünder  sich  bekehren  kann  (v.  15 — 24  = 
2.  2.  2).  Darum  soll  er  es  rechtzeitig  tun,  und  Gott  verzeiht 
ihm,  damit  er  ihn  dafür  preise  (v.  25—28  =  2.  2).  Er  hat 
Nachsicht  mit  ihm,  weil  keine  Kreatur  und  am  wenigsten  der 
Mensch  als  sterbliches  Wesen  von  Fleisch  und  Blut  sündlos  sein 
kann  (v.  29 — 32  =  2.  2),  gerecht  ist  allein  der  ewig  lebende 
Gott  und  der  allmächtige  Schöpfer  aller  Dinge  (18, 1 — 7  =  1.2.  2). 
Deshalb  erweist  Gott  Gnade  und  Erbarmen,  und  wohl  dem,  der 
sie  sich  zu  Nutze  macht  (18,  8—14  =  1.  2.  2.  2.  1).  In  der 
physischen  Auffassung  von  Sünde  und  Gerechtigkeit  erinnern 
diese  Ausführungen  stark  an  die  Freunde  Hiobs.  —  Auf  eine 
Ermahnung  zur  Willigkeit  im  Wohltun  (18,  15—18  =  2.  2)  folgt 
zum  Abschluss  abermals  eine  Warnung  vor  Sorglosigkeit  gegen- 
über dem  göttlichen  Gericht  (v.  19—27  =  3.  2.  3.  1).  —  We- 
nigstens an  falscher  Stelle  steht  17,  17. 

24.  ^hü  1V^^]  vgl.  23,  7.  41,  14.  Gr.  ciy^rjo^ö^^  .xou  -ixvov; 
vgl.  zu  6,  23.  —  'h2^  inpl]  vgl.  8,  9.'  Gr.  xotl  ixaf)c  (vgl.  8,  9) 
iTtiarVjtxy^v  (vgl.  10,  30).     Syr.  und  nehmet  hin  meine  Lehre  (8, 9), 

—  hv)\  Syr.  b^h).  —  2h  10''ti']  Gr.  irpoos/s  z^  xapota  aou  (vgl. 
LXX  Dt.  32,  46). 


Sir.  16,  24—26.  153 

25.  nr^sj  vgl.  50,  27.  Prv.  1,  23  und  7ai  10,  13.  Syr. 
ich  will  sagen,  Gr.  mit  seinem  Allerweltswort:  s/zfaivw;  vgl. 
38,  33.  24,  27.  39,  8.  Uebrigens  lesen  so  nur  B  Syroh.  (296 
307  308);  155  3//f7.ivojv,  die  übrigen  mit  Sah.  iv/^ayö).  Lat.  (Dubl.) 
dico  und  dicara.  —  'nn]  Syr.  willkürlich:  meine  Worte,  Gr. 
-atosiav.  Danach  könnte  man  "npS  (vgl.  8,  8  und  das  vorher- 
gehende h)  vermuten,  zumal  hpiz'^z  (vgl.  21,  25.  28,  25)  trotz 
Job.  28,  25  zu  TM  nicht  besonders  passen  will.  Indessen  ist  Tin 
nicht  nur  durch  Prv.  1,  23  gestützt,  sondern  auch  durch  Lat. 
bezeugt,  der  in  Dublette  .,disciplinam"  und  „Spiritus  virtutes" 
hat.  —  vy-i^zi]  =  Gr.  xal  iv  ay-fy-liisicf.  (vgl.  35,  3),  Syr.  schlecht: 
und  in  Weisheit.  Das  Hifil  bedeutet  hier  und  35,  3  etwas  sorg- 
fältig abmessen,  und  42,  8  steht  j;i3^  (Gr.  oeooxiaaaixsvoc)  parallel 
mit  yni.  Vgl.  dazu  34,  22  Gr.  sv-ps/r^c  und  Mi.  6,  8  LXX  Syr. 
£-oi}xoc,  Hexapl.  da's>'-A>Zfji}'y.i,  'ffiov-i'C3iv,  Vulg.  soUicitus,  Frv.  11,2 
Hexapl.  a-'.iizlr,:,  z->.zv/J,:.  Im  Syrischen  bedeutet  die  Wurzel 
bes.  schlau  sein,  im  Arabischen  zurüsten,  unterrichten.  Indessen 
entspricht  j;!;::  42,  8  vielmehr  dem  uhzn  von  41,  16  und  tJ^in  von 
42,  1,  und  34,  22  (s.  d.)  bedeutet  es  bescheiden  (Syr.  jzc), 
massig.  Prv.  11,  2  bedeutet  es  demütig  (Gegenteil  j'T,  LXX 
Syr.  t'-j-zv/jc,  Vulg.  humilitas).  Vgl.  aram.  j?'J2:,  neuhebr.  yiJS:  = 
demütig,  bescheiden  und  schamhaft.  Targ.  setzt  y^:::  auch  Mi.  6,8. 
Dagegen  scheint  j?Ji'n  im  chaldäischen  Tobit  4,  15  dem  Ts-aiosu- 
|i.svoc  (B)  oder  dem  -rnzh  xa  7.77.1)7'  (S)  zu  entsprechen.  Als  Grund- 
bedeutung erscheint  für  das  alles  die  des  Abmessens,  woneben 
sich  aram.  und  neuhebr.  die  des  Aufbewahrens  und  Verbergens 
findet.  —  'vi  mns]  vgl.  Job.  32,  6.  10.  17.  Für  "yi  hat  Syr. 
meine  Lehre.  Gr.  d-y.y;zloi  (42,  19.  44,  3)  s-'.atr^arjV  (vgl.  zu  38,3 
und  zu  40,  29),  Codd.  248  70  106  (Lat.)  add.  7.uto-:. 

26.  ha  S13:]  Gr.  iv  v.rÄazi  x'jpiou;  lies  xTias»  (43,25.  49,16). 
Lat.  (Dublette  in  v.  25):  quas  (sc.  virtutes)  posuit  deus  in  opera 
sua  ab  initio.  Vgl.  zu  iv  für  :  38,  23.  46,  5.  45,  15.  50,  24.  — 
Gemeint  sind  nach  dem  Folgenden  zunächst  die  Gestirne.  — 
mi^\  vgl.  34,  27.  36,  20.  39,  25.  32  und  zu  24,  9.  —  cn^-n  hv] 
Syr.  |pnn2  cj?  (=  mit  ihrer  Schöpfung).  Lies  cnrn  cj;;  vgl.  zu  cy 
40,14.  Esr.  1,  11,  und  zum  Piel  von  iTn  im  Sinne  von  ins  Leben 
rufen,  schaffen  z.  B.  Job.  33,  4.  Gr.  vielleicht  frei:  xal  7-0 
TToir^as«)?  au-ojv,  Lat.  et  ab  institutione  ipsorum.  —  oiza-zikzv  y-zrAor/.; 


]  54  ■  Sir.  16,  24—18,  27. 

ao-öjv]  ebenso  44,  23,  wo  er  ganz  frei  übersetzt.  Dag.  Syr.  jSe 
p.TDlö3.  Er  las  vielleicht  ompn  p'rn;  vgl.  pn  43,10  sowie  11,20. 
39,  31.  47,  11  und  c^2:ri  nr  mpn  Jer.  31,  35  und  übrigens 
Ps.   148,  6. 

27.  izocj.xr^cjsv]  das  Verbum  in  LXX  (Koli.  1,  15.  7,  13)  für 
ipn  (s.  auch  Syr.  zu  29,26),  dagegen  an  der  Parallelstelle  42,21 
für  |:n,  das  wohl  auch  hier  stand ;  vgl.  r::no  Ex.  5,  8.  Syr.  (und 
er  gab)  scheint  falsch  |n''T  gelesen  zu  haben.  —  auxou]  253  S 
richtig  ocÜTöiy,  und  so  Lat.  Syr.  —  ek  otiojva]  Syr.  bis  zum  Ende 
(xmnS  saiv):  vgl.  l'p  43,  6.  —  -ac  o.[//h.z  ^ütäv]  Syr.  ihre  Herrschaft 
(pniLs'^lir) ;  vgl.  n^ti'öo  43,  6.  Gen.  1,  16.  —  zk  Tsvsac  aumv  (248 
70  106  Ycvs&v)]  Syr.  für  alle  Geschlechter  der  Ewigkeit.  —  Syr. 
für  c:  sie  hungern  nicht  und  sie  dursten  nicht  und  sie  ermüden 
nicht  und  sie  ermatten  nicht.  Aeth.  für  c:  was  nicht  durstet  und 
was  nicht  hungert.  A  liest  STTovscrav  für  i-stvasav;  vielleicht  ist 
im  Archetypus  unserer  Hss.  von  einem  auf  das  andere  über- 
gelesen, wozwischen  o'j'ts  sot'-V/jaav  ausgefallen  war.  Dagegen 
setzen  S  157  hinter  v/.r)-io.m.v  hinzu  oOte  -/;ai>Evyja7.v.  248  add.  h 
TToir^aotaiv  otuioo,  106  add.  ~uv'r^\i.^j-'-j.  a-jT^-j  (vorher  z-thrizv^  und 
exo-iotdc).  Jedenfalls  ist  Syr.  im  Recht.  —  Syr.  las  für  d  etwa: 
cminjö  (c^iDn)  ra\  x'^i;  Gr.  schlecht  nminj?«.  —  248  aotou  für 
auituv.  ■ —  70  106  für  d:  xal  o-jx  IüzLk-z  (so  auch  23)  xwv  (auch 
253  lässt  7.-0  aus)  sp^ojv  aüto-j  o-jilsv.  —  Vgl.  43,  10. 

28.  £i)/a'!/£v]  Syr.  sie  hassen  (wohl  ungenau  für  111:  oder 
dgl.).  Gemeint  ist,  dass  die  Sterne  nicht  auf  einander  stossen. 
—  253  23  157  -.B  pr^.xoi-i,  70  106  t(o  Xo-.,,)  (s.  z.  2,  15).  —  Syr. 
sie  übertreten  (irj^x)  sein  Wort  nicht;  ebenso  Syr.  39,  31  für  nS 
VC  nö\  —  Vgl.  Ps.  148,  6. 

29.  X7.1  P]  om.  Lat.  Syr.  (Ambr.  praeb.j.  —  £•?]  307  A 
55  It.\.  (s.  z.  B.  V.  19),  Syr.  ^j?.  —  248  stellt  x-jpioc  hinter  das 
Verbum;  Syr.  om.  —  Aeth.  für  b:  und  er  sättigte  sie  von  (allem) 
seinem  Segen.  Syr.  und  er  segnete  sie  in  allen  ihren  Erträgen 
{r\7Hi^).  Das  letztere  Wort  steht  meist  für  n«13n,  aber  auch  für 
n«S??  (Ex.  22,  28.  Dt.  22,  9).  Mit  i<ov  ayjS)w,  rjSj-ryj  könnte  wohl 
nur  die  Vegetation  gemeint  sein,  abei'  die  ist  vor  den  Gestirnen 
erschaffen,  und  man  sieht  auch  nicht  ein,  w^as  sie  hier  soll.  Ist 
Syr.  mit  dem  Verbum  im  Recht,  so  muss  es  sich  vollends  um 
die  lebenden  Wesen  handeln,  die  allein  Gen.  1  gesegnet  w^erden. 


Sir.  16,  27—17,  3:  155 

Ich  glaube,  dass  Syr.  ,isSö  Diissverstanden,  und  Gr.  den  ganzen 
Satz  hn'?»  ^22  nnn  schlecht  wiedergegeben  hat.  Vielleicht  war 
nnri  in  der  Vorlage  des  Gr.  entstellt. 

30.  'Vjy/jV  -avtk  ^wvTocJ  vgl.  rrn  rc:  Gen.  1,  20f.  24.  Der 
Accusativ  (vgl.  17,  7)  erklärt  sich  daraus,  dass  aha  mit  doppeltem 
Accusativ  verbunden  wird  (vgl.  LXX  zu  Ps.  105,40.  147,14); 
dagegen  ist  'Vj/f^  Korrektur.  —  Im  Lat.  ist  denunciavit  Fehler 
für  denudavit  (Toi.  Sang,  denudabit),  das  vielleicht  auf  ein 
schlechtes  ä-ay.dK'j'lz  statt  iy.dko'lt  zurückgeht.  Syr.  hat  für 
letzteres  aha,  und  Gr.  übersetzt  37,  3  nha  mit  xctAy—civ.  Uebrigens 
hat  Aeth.  „er  erfüllte".  —  r^  d-oa-pry^r^  aCiTöJv]  etwa  =  cn2ltt*n: 
vgl.  17,  1.  40,  1.  —  Syr.  für  b  schlecht:  und  er  sammelte  in 
ihre  Mitte  (nnn  ha?)  alle  ihre  (:=  der  Lebenden)  Werke.  —  Die 
Worte  leiten  zum  Folgenden  über:  Auch  der  Mensch  gehört  zu 
den  vergänglichen  Erdbewohnern,  gleichwohl  hat  Gott  ihn  aufs 
höchste  ausgezeichnet. 

17,1.  Lat.  liest  3  b  hinter  a  und  v.  3  a  hinter  b.  —  ix 
yr^c]  Syr.  a^zy  p,  aber  w  Maus.  Arabr.  syiK  p.  Da  avOpfOTrov 
nach  Syr.  =  cns  ist,  so  hat  der  Verf.  sich  das  n.'^ns',"'  ]a  von  Gen.  2,7 
schwerlich  entgehen  lassen.  Also  ist  s~c>'  wohl  schlechte  Korrektur 
nach  Gen.  2,  7.  3,  19.  Vgl.  auch  i-'  v-jT-r^c  in  v.  2.  —  -dhy] 
nach  Syr.  =  Inf.  absol.  —  ä-iaTos'ysvJ  Sah.  a-o^rpi'!;;',  Syr. 
Imperf.  —  3t?  ocutt/^]  Syr.  in  ihre  Mitte  (wie  16,  30). 

2.  Tjfxifyotc  otpiDij-oo]  Lat.  Syr.  numerum  dierum.  Vgl.  [c]'!^"' 
■ICDO  41,  13.  37,  25  und  dort  die  Varianten  c"'0"'  -iCDö.  Aber  Gr. 
wird  hier  obendrein  durch  xal  xaif/ov  (Syr.  om.)  empfohlen.  — 
£0(ox2v]  Syr.  jSc  (s.  z.  v.  6).  —  ct-kou  1^]  70  add.  iv  •j-y.rjzt'- 
Syr.  add.  dass  sie  sein  sollten  bestehend.  —  x7.i  soojxsv  au-or? 
ezoodav]    nach  S}T.    ]m  'ch^ai  =  '^nh^^Q^):    vgl.  Ps.  8,  7    und  zu 

30,  11. —  Tojv  ir   7.'jt7p]  70   106  -T/TOiv  Twv  sz    7.'jTr,c  -'Svr/aEvojv.   Lat. 
eorum  quae  sunt  super  terram.  Syr.  über  alles. 

3.  Syr.  in  seiner  Weisheit  kleidete  er  sie  in  Kraft  (Kmi2:j 
=  T})!:)  und  bedeckte  sie  ("D:)  mit  Furcht  (d.  h.  Furchtbarkeit). 
—  x7.i^'  ia'jxo'jc]  Lat.  (der  v.  2  für  otutoT;  beide  Mal  illi  und  hier 
für  a'j-ouc  beide  Mal  illum  hat):  et  secundum  se  (s.  z.  v.  1). 
Grotius  emendirte  mit  Recht  xaU'  ia-j-ov.  Uebrigens  stand  da 
schwerlich  inaz,   woraus  das  Wö2n2  des  Syr.  sich  nicht  erklären 


156  *   Sir.  16,  24—18,  27. 

würde,  sondern  imcnr  (Gen.  1,  20).  —  In  b  hat  (ir.  offenbar 
richtig  x'/T  ci'xova  oiutoO  (al.  iaoToO,  wohl  =  loSi:),  das  im  Syr. 
fehlt;  umgekehrt  wird  im  Gr.  ein  Gegenstück  zu  ts/ov  vermisst, 
das  Syr.  bietet.  Uebrigens  kommt  Gi'.  auf  ein  hässliches  Ily- 
steron  Proteron  hinaus.  Man  wird  beide  Texte  kombinieren  müssen: 
und  nach  seinem  Bilde  bedeckte  er  sie  mit  Furchtbarkeit.  Es 
stand  da  wohl  STiis  (Gen.  9,  2),  das  Gr.  etwa  in  xna  verlas. 

4.  xal  (nur  in  B  (308))  £i}-/jx3v]  8yr.  ""öiKV,  also  etwa  c^") 
(vgl.  33,  2.  14,  26)  oder  ]m  (7,  6.  Dt.  11,  25).  —  a-koO]  Syr.  Plural; 
aber  ot-koo  spricht  dafür,  dass  auch  v.  3  (vgl.  Lat.)  der  Singular 
stand.  —  '/.cd  (307  k  om.)  y.y-y:/.'jrAz<jt<y\  Lat.  schlecht:  et  domi- 
natus  est  (Toi.  domiuatur  =  23  x7.Tax'jr>i£'j£i) ;  Syr.  om.  Vgl. 
Ewald,  Lehrb.  §  351c.  —  248  70  add.  ev  6|xoia)fi.ot-i.  Lat.  add. 
creavit  ex  ipso  adjutorium  simile  sibi  (ipsi).  —  Vgl.  Gen.  9,  2a. 

5.  Grotius:  videtur  ad  marginem  annotatum  fuisse  ab 
aliquo  Stoicorum  librorum  lectore.  Nam  Stoici  ad  quinque  sensus 
notissimos  tres  annumerabant  alios,  quorum  hie  omissum  est  xo 
a-£p|j.aTtxov.  Die  Unechtheit  des  Zusatzes  beweist  schon  seine 
verkehrte  Stellung. 

6.  Syr.  stellt  0.  7  um.  —  o'.7.|':io'jÄiov  gehört  offenbar  nicht 
hierher.  Aeth.  hat  für  a:  und  er  gab  ihnen  Stimme  und  Zunge 
und  Auge  und  Ohr.  Syr.:  und  er  schuf  ihnen  Mund  und  Zunge 
und  Augen  und  Ohren.  Ohne  Zweifel  stand  da  piJ'S'i  nc  urh  ir 
Gr.  verstand  "ir  falsch  (s.  z.  15,  14);  übrigens  gehört  wTa  (Lat. 
(et)  aures)  offenbar  zum  ersten  Stichus.  —  Syroh.  om.  x7.i'  3".  — 
oi7.vo£rcji>7.i  ist  eng  mit  X7.fy0''7.v  zu  verbinden ;  Syr.  )h2r\üüh  KiS  = 
yzrh  ih  (vgl.  1  Reg.  3,  9).  —  £0(üx£vJ  Syr.  :hz ;  beides  könnte  auf 
phn  zurückgehn,  das  hier  dann  auch  schaffen  (s.  z.  34,  13)  be- 
deuten könnte  (doch  s.  z.  v.  2). 

7.  £-i:jT-/;ar//]  zum  Accusativ  s.  zu  16,  30.  —  Syr.  für  a: 
mit  Weisheit  und  Verstand  füllte  er  ihr  Herz.  Lat.  dreifach:  et 
disciplina  intellectus  replevit  illos,  creavit  illis  scientiam  spiritus, 
sensu  implevit  cor  illorum.  Der  letztere  Satz  stimmt  einigermassen 
mit  Syr.  Vermutlich  ist  ^u-o-j?  Korrektur  für  xa.ooia'v  a-j-wy;  vgl. 
ähnlich  48,  20.  —  155  Syr.  om.  x7i  l'>.  —  utAoziUv]  Syr.  er 
lehrte  {^f?i^).  Vielleicht  stand  da  mm  oder  auch  nain  (vgl.  3,  23).^ 
Merkwürdig  ist  das  Missverständnis  von  Gen.  2.  3.    Uebrigens 


Sir.  17,  4—10.  157 

ist  die  Wissenschaft    vom  CTuten  und  Bösen    hier  wie  sonst    im 
A.  T.  die  Weisheit,    von  der  Moral    ist  erst  v.  11  ff.    die  Rede. 
8  —  10.  lauten  im  Syr.: 
8b     um  zu  zeigen  ihnen  die  Grosstaten  (sminj)  seiner  Werke, 

8  a     damit  sie    überdächten  (p'^rrDJn)    seine  Wunder   (nnt:>nc), 

9  damit  sie  erzählten  in  der  Welt  seine  Furcht, 
10      und  den  Namen  seiner  Heiligkeit  priesen. 

Er  stellt  9  vor  10  (so  auch  248  70  106),  was  auch  der  griechische 
Wortlaut  empfiehlt,  ebenso  stellt  er  8  b  vorauf,  dem  er  8  a  in 
etwas  abgeänderter  Gestalt  folgen  lässt. 

8.  307  k  157  A  155  296  308  xocl  sÖ-/jxsy.  —  tov  ocpOotXfxoy 
auTou  (S  Sah.  Sang.  Corb.  1.  Theoder.  Brev.  276  korrigieren 
7'j-(oy)  ist  unverträglich  mit  öcT^ai,  man  muss  xov  cpoßov  0.0x00  mit 
Syroh.  marg.  55  155  Aeth.  lesen.  In  Syr.  haben  „seine  Furcht" 
und  „seine  Wunder"  die  Stelle  gewechselt.  Ferner  ist  sö-zj/s  Itv. 
-ac  'Aorjoirj:  a-jTfov  falsche  Uebersetzung  von  C2S  Ss  CtZ^h  =  „da- 
mit sie  in  ihr  Herz  fassten"  (Syr.  pSrncjn  =^  damit  sie  über- 
dächten). Ist  das  richtig,  dann  hat  Gr.  die  beiden  Stichen  um- 
gestellt. —  157  T«  [XE^aXcTa  und  so  Lat.  Syr.;  nach  letzterem 
stand  dannn:  =  Wunderwerke  (vgl.  zu  18,  4,  Syr.  Hebr.  zu  38,  6. 
42,21.  43,25).  —  248  om.  b  (s.  u.). 

10.  9.  ayirzaixoLij  248  70  add.  autcu,  und  so  Syr.  —  olM- 
soucfiv]  248  70  106  55  254  add.  ixXsx-ot'  (s.  z.  1, 15).  —  t7.  ^zyj-Ma 
(23  55  254  -co  \iv(akzXry/j  -töv  sp-j'tov  ot-kou]  248  70  106  Tot  trj'^a 
a-jxoö  auvsToi'  (248  -töjc).  Der  Gleichklang  von  8  b  und  9  ist 
höchst  verdächtig.  In  157  fehlt  9.  248  liest  für  8  b,  70  106 
^'^  55  254  add.  hinter  8b,  Sah.  hinter  9,  Lat.  hinter  10:  xotl 
(248  70  106  om.,  248  70  106  55  254  add.  löcoxs  01'  attovwv 
(70  -(OVO?))  X7.u/aal)7.i  1-1  (S'"^  Sah.  Lat.  sv)  -01?  i}c(ujj.c(3totc  autou. 
Dem  entspricht  beim  Syr.:  damit  sie  erzählten  in  der  Welt 
(si^Sj;^)  seine  Furcht  (oder  vielmehr:  seine  Wunder;  s.  0.  zu  v.  8). 
Man  darf  danach  für  9  vielleicht  kombinieren:  damit  sie  sich  in 
Ewigkeit  seiner  Wunder  rühmten.  Denn  01'  ctuovoc  =  c'7l>'S 
(z.  B.  Dt.  5,  26),  was  Syr.  in  rh)V2  verlas.  Uebrigens  sind 
Dauitaaia  und  iSnu^'^lc  vermutlich  =  ns'rc:.  Die  Lesart  v.aoyßabon 
£v  erinnert  an  38,  6  (s.  d.),  oirf,'(Lvtai  an  42,  17.  —  An  die  Stelle 
der  Menschen  treten  schon  hier  stillschweigend  die  Juden  und 
ihre  Geschichte. 


158  •  Sir.  16,  24—18, 27. 

11.  z,oo3i()-/jX£v  (A  praera.  X7i')  ctuTou  i-iair^fir^v]  Syr.  er  legte 
(cd)  vor  sie  den  Bund.  Danach  liest  Edersheim  mit  Recht 
7:poi))r;/3v  (=  cn^'Jc'?  DS^'  Vgl.  Dt.  4,  44).  Dagegen  darf  man  den 
Bund  nicht  annehmen.  Vgl.  45,5,  wo  n:i2n  (Gr.  i-i:>-■f^\^r^:)  neben 
c^'n  nmn  (vgl.  auch  38,  34.  39,  8  Syr.)  steht.  Syr.  hat  sodann  für 
£zX-/),oooor/;asv  ?|':s(er  lehrte).  Es  stand  aber  wohl  da  cS'n:n;  vgl.  24,23. 

12  =  cymn  roci^e  nsi  aoy  m:  oSiy  nns.  Vgl.  zu  a  44,18  a. 
Syr.  hat  v^lü  für  uttsosi^s,  übrigens  nyn  =  eW^ss. 

13.  [xz'irj.M'-jv]  Lat.  et  magnalia.  Syr.  und  die  Pracht 
(Knmnti^m).  Vielleicht  stand  da  Sl3  (Dt.  5,  21);  vgl.  Gr.  zu  45,24. 
44,  2,  Gr.  Syr.  zu  49,  11.  48,  22.  —  oo^-/jc]  Lat.  honoris  eius 
(und  so  Sah.  Syr.).  Vgl.  bes.  Ex.  24,  16.17  und  unten  45,  3. — 
sToov  ot  ocpÖaXtxol  otu-wv]  Lat.  vidit  oculus  illorum.  Syr.  sahen  sie 
mit  ihren  Augen.  —  xotl  oocctv  cptuv?,;  au-oG]  Lat.  om.  au-oo.  Syr. 
nSSaa  y).  Vgl.  )h)p  nin  Jes.  30,  30  und  unten  45,  5.  —  Lat. 
audierunt  aures  illorum,  vSyr.  hörten  sie  mit  ihren  Ohren.  Es 
stand  wohl  in  a  und  b  der  Singular. 

14.  «xTco  -otvToc  dot'xou]  Syr.  und  seid  nicht  treulos  ("i^nrn). 
Da  vom  Dekalog  die  Rede  ist,  so  muss  hier  zunächst  der  Götzen- 
dienst gemeint  sein.  -rjo:siyt-z  (Syr.  limus)  ist  =  'nfi^n  (6,  13); 
im  Pentateuch  wird  die  Warnung  vor  Götzendienst  öfter  so 
eingeleitet.  Man  kann  übrigens  an  2"3  (16,  21),  li^na  (Jos.  24,  27 
u.  ö.),  yuf  (Jes.  63,  8)  denken.  -  Zu  b  vgl.  16,  28.  Der  Haupt- 
sache nach  ist  die  Religion  auch  für  Sirach  Moral.  —  Syroh. 
(Lat.)  Syr.  i.  f.-  add.  czutoO. 

15.  SC  155  IvwTitov.  —  öia  iravioc]  Syr.  yb:;  aber  das  ist 
w^ohl  Zutat,  um  derentwillen  er  das  Aequivalent  von  oia  -avToc 
übergeht;  vgl.  zu  v.  19  und  übrigens  39,  19.  Jes.  49,  16.  —  ou] 
Syroh.  k  Syr.  praem.  xai.  —  Syr.  für  b:  und  nicht  gehen  sie 
weg  (p2j?)  von  vor  seinem  Angesicht.  Vgl.  123?  Jes.  40,  27  und 
Tl^n  unten  42,  20,  aber  auch  für  Gr.  unten  39,  19. 

17.  Syr.  für  a:  über  alle  Völker  stellte  er  Gewalthaber. 
Vielleicht  ist  yiyoujxsvov  (wie  44,  4)  =  "ti*.  Dasselbe  ist  vollends 
für  Syr.  üilä'hi*  möglich  (s.  z.  8,  8).  Vgl.  Dan.  10,  13.  20.  21. 
—  Lat.  et  pars  dei  Israel  facta  est  manifesta.  Das  letzte  Wort 
gehört  aber  zu  v.  19,  wo  in  Toi.  Sang,  et  am  Anfang  fehlt.  — 
[ispk  xupiou]  vgl.  zu  24,  11.  —  Die  Worte  befremden,  sofern 
schon  V.  11  die  Juden  an  die  Stelle  der  Menschen  getreten  sind. 


Sir.  17,  11-23.  159 

sie  unterbrechen  aber  auch  den  engen  Zusammenbang  von  v.  15 
und  19  und  stehen,  wenn  überhaupt  echt,  an  falscher  Stelle. 
Vgl.  sonst  Dt.  32,  S.  9,  wo  LXX  im  Recht  ist,  sowie  ausser 
Dan.  10  ff.  noch  Ps.  58.  82.  —  Zu  der  erweiterten  Textgestalt, 
die  in  gewissen  griechischen  Hss.  vorliegt,  vgl.  Gen.  6,5.  8,21. 
Ez.  11,  19.  3G,  26.   Sir.  36,  17.  Ex.  4,  22. 

19.  248  70  praem.  oio,  106  praem.  oioti,  Lat.  praem.  et 
(Toi.  Sang.  om.).  —  Vgl.  23,  19.  —  ivav-iov  «zutou  (248  Syroh. 
23  70  106  add.  33tiv)]  Lat.  in  couspectu  dei.  Syr.  klar  {]T:'T\) 
vor  ihm;  vgl.  Lat.  zu  v.  17,  aber  auch  das  zu  v.  15  Bemerkte. 
Aus  diesem  Grunde  kann  ich  auch  in  b  den  Syr.  nicht  unbedingt 
vorziehen,  wo  er  hat:  und  enthüllt  (p'?:)  sind  ihm  alle  ihre  Ueber- 
legungen;  vgl.  Syr.  zu  42,  18.  —  248  70  svosas/ujc,  Lat.  sine 
iutermissione  inspicientes. 

20.  Lat.  für  a:  non  sunt  absconsa  testamenta  per  (al. 
super)  iniquitatem  eorum.  Verderbt  war  7.t  o.w/Jsjx  in  oictilr^xat, 
dann  wurde  nach  der  richtigen  Lesart  ungenau  korrigiert.  — 
octt'  7.0X00]  55  254  7.tc  o'^iJ^Aij-wv  o.^j-r/j.  Vgl.  dag.  V.  15.  19.  — 
aor/.-'cd]  Syr.  ungenau:  Schulden  (.snin).  —  Syr.  für  b:  und  die 
Sünden  aller  Menschen  sind  aufgeschrieben  vor  ihm.  Aber 
„aufgeschrieben"  ist  eingetragen  auf  Grund  falschen  Verständnisses 
von  V.  22.     Vgl.  sonst  Jes.  65,  6.  Dan.  7,  10. 

21.  Vgl.  Ps.  103,  14.  Dt.  31,  6.  8. 

22.  iX£y;[i.o3ovy)  (248  add.  yj.rj^  70  add.  oi)  und  //io'.c  von 
der  menschlichen  Tugend  wie  40,  17,  wo  Hebr.  ,ipnÄ  und  iDn 
(s.  z,  44,  1).  Syr.  hat  hier  für  das  erstere  Km:'.  — •  Für  dvorio; 
und  ocvtipco-oo  Syr.  beide  Mal  ungenau:  aller  Menschen.  —  wc 
acipa-^i'c]  Syr.:  ist  versiegelt  und  niedergelegt;  vgl.  Job.  14,  17. 
Aber  b  entscheidet  für  Gr.;  vgl.  49,  11.  Jer.  22,  24.  Hagg.  2,23. 
Gant.  8,  6  sowie  Dt.  32,  10.  Zach.  2,  12.  Ps.  17,  8.  Prv.  7,  2. 
Abgesehen  von  der  letztgenannten  Stelle  werden  die  Bilder  sonst 
überall  von  der  Wertschätzung  von  Menschen  gebraucht.  — 
aov--/if>r^aöi]  vgl.  ^^v^  Ps.  17,8.  Syr.  ist  aufbewahrt  vor  ihm.  — 
Sah.  hat  hier  einen  Vers,  der  in  der  Hs.  zerstört  ist.  Erhalten 
sind  nur  vom  zweiten  Stichus  die  Worte:  „Grösse  seiner  (?)  Werke". 

23.  S*  157  Lat.  w  Maus,  praem.  xat. —  ]iz-Jj.  -czoxa]  d.  h. 
bei  der  grossen  Abrechnung  am  Ende  der  Tage,  das  aber  jeder- 
zeit   eintreten  kann.    Deshalb  kann  die  individuelle  Vergeltung 


IQQ  Sir.  16,  24—18,  21. 

unter  die  grosse  allgemeine  subsummirt  werden.  —  i^avotaTr^aetaiJ 
Syr.  ungenau:  er  wird  sich  offenbaren.  —  aoToTc]  Aeth.  otü-(f>. — 
auxÄv  2"]  A  C  ^?  auTO'j.  —  7.vT7.-oorjtx7.]  hlcr  wohl  =  h)Ki:  (vgl.  LXX 
und  zu  3,  31);  Syr.  Schulden  (szin).  Vgl.  überhaupt  Joel  4^  4.  7. 

—  ctTTootoasi]  248  70  S  C  avtotTrootuaci.  Syr.  er  wird  geben. —  Lat. 
om.  ccjTou  (so  Toi.)  y.7.''  und  c/Z-mv  V\  und  hat  für  d-ooMStr.  et 
convertet  in  interiores  (al.  inferioi-es  vgl.  zu  24,  33)  partes  terrae. 

24.  iiz-<yyrjrjuaiv]  Syr.  «rnS,  wohl  =  W^Vfh  (vgl.  48,  15).  — 
eTTotvooov]  vgl.  22, 21.  Lat.  viam  justitiae.  Syr.  sniTn,  wohl ^  reiten. 

—  szXsi'irov-a?  u-oji-ov/jv]  Vgl.  7.-oXojX£xoari  Tr;/  u-oixovt^v  2,  14.  41,  2. 
An  ersterer  Stelle  sind  die  Abtrünnigen  gemeint,  an  letzterer 
(Hebr.  mpn  12«)  steht  der  Ausdruck  wie  Ez.  37,  11  ff.  in  neu- 
tralem Sinne,  der  auch  hier  angenommen  werden  darf,  zumal 
izXsi'-ovT^c  auch  =:  "'"Drt  sein  kann.  —  r.rj.rjz-Kr/lzsz]  Lat.  confirmavit. 
Toi.  Theoder.  corroboravit,  Sang,  conrogavit;  vgl.  Lat.  zu  30,  23. 
32,  21.  49,  10  (vgl.  zu  15,  20).  Vielleicht  stand  hier  wie  49,  10. 
15,20  D'-Srin.  —  Syr.  und  er  wird  verderben  alle,  welche  die  Ge- 
rechten betrüben  (pnö  i^p^i'hi  h2  nm:i).  Auch  2,14.  41,  2  verstand 
Syr.  mpn  ''13«  nicht.  Er  hat  also  vielleicht  die  Verba  umgestellt. 
Dabei  könnte  er  ührn  in  ühz^)  verlesen  haben;  vgl.  in«  =  c^hzn 
Idc.  18,  7.  1  Sara.  25,  7.  15.  Ruth  2,  15. 

25.  26.  s-fatpscps]  248  70  add.  o5v.  —  d-rJAziizz]  vielleicht  = 
-isn:  vgl,  3,13  und  34,30.  —  23  oiixapTtav. —  zotTa  ■i:f>o3to-ov]  Lat. 
ante  faciem  domini  (Toi.  Sah.  eins.  Sang.  Aug.  spec.  om.  domini). 
Vielleicht  ist  ao-ou  ausgefallen;  vgl.  39,5  svav-i  G'|ii'3tou  0£r^{>T^asTat, 
wo  ebenfalls  von  der  Bitte  um  Sündenvergebung  die  Rede  ist.  Es 
ist  wohl  ein  Ausdruck  wie  "'''  ^3cS  (pnnn)  '^Sonn  schlecht  wieder- 
gegeben; anderer  Art  ist  26,5. —  3[xtzf>uvov]  etwa :=  tsv^n ;  vgl.  zu 
32,  10.  —  Trprjazo[x[jL7.]  Lat.  offendicula  (al.  —  lum),  Sah.  deine 
Anstösse.  Man  könnte  glauben,  gemeint  sei  das  Unglück  (vgl. 
31,  19),  und  der  Imperativ  habe  verheissende  Bedeutung.  Aber 
dagegen  spricht  der  Parallelismus  von  27  b,  hpn  und  das  Hifil 
werden  13,23.  15,12  von  der  Verfehlung  gebraucht;  vgl.  S'ttTn 
Mal.  2,  8.  —  u^icjTovJ  Lat.  dominum.  —  /.cd  d-octpöcps  d~h  doixiac] 
vgl.  8,  5.  —  [xis/jcjov  '^Ul'r^iia]  vgl.  15,  13.  —  Syr.  hat  für  v.  25. 
26  nur:  Kehret  um  zum  Herrn  und  ihr  werdet  umkehren  vom 
Untergehen,  kehret  um  vom  Sündigen  und  nicht  zum  Zornig- 
machen ('nn-:'?).     Das    letzte  Wort    entspricht    anscheinend    dem 


Sir.  17,24—30.  161 

Schluss    von  v.  26;    übrigens    fragt  es  sich,    ob  hiei*    v.  25.  26 
zusammengezogen  sind  oder  v.  25  ausgefalleQ  ist. 

27.  Sofern  eine  Gedankenverbindung  mit  dem  Vorigen 
besteht,  wird  man  erklären  müssen:  bekehre  dich,  damit  du 
gerettet  im  Lobe  Gottes  deine  Aufgabe  in  der  Welt  erfüllen 
kannst.  Sonst  stossen  sich  27.  28  auch  hässlich  mit  29.  — 
106  u^icjTov;  aber  der  Dativ  auch  51,  12.  Jer.  20,  13  und  öfter 
in  LXX  (weil  1^^)71  und  SSn  mit  h).  —  In  Gr.  fällt  die  Stellung 
der  Worte  auf,  übrigens  schliesst  b  (mit  avtf)  sich  schlecht  au, 
Syr.  für  a:  denn  welchen  Nutzen  hat  Gott  an  allen,  die  umkamen 
in  der  Welt.  Der  Wortlaut  stimmt  nicht  mit  der  Peschita  zu 
Ps.  30,  10.  Uebrigens  ist  es  an  sich  nicht  wahrscheinlich,  dass 
Syr.  oder  seine  Vorlage  einen  dem  Gr.  entsprechenden  Text  in 
dieser  Weise  abgewandelt  hätte.  Eher  wird  Gr.  den  Ausdruck 
nach  Ps.  6,  6  abgeschwächt  haben.  Nur  kann  die  Uebersetzung 
des  Syr.  am  Schluss  nicht  wörtlich  sein,  vom  Totenreich  war 
ohne  Zweifel  die  Rede.  Also  stand  etwa  da:  yni  no  (oder  nS^n 
vgl.  zu  41,  14)  h)aiif  "»Tm  'rxS.  Vielleicht  verlas  Gr.  "Tin  in 
niT  "0.  —  oiöovTiüv  (Lat.  add.  deo)  avi}o;AoXoY-/]aiiv]  vgl.  iqoixoXoYrjat? 
v.  28.  18,  28.  47,  8.  Syr.  srmDtf'n  nS  pn",  aber  w  Maus,  haben 
xnmn;  vgl.  nmn  |nj  47,  8  und  mi)r\  ':  51,  7. 

28.  Syr,  om.,  wohl  aus  religiösem  Bedenken.  —  dm  (70 
106  add.  "(dp)]  vgl.  |tf  13S.  —  tbc  ixyjos  ovtoc]  Lat.  quasi  nihil, 
Aeth.  und  (der)  nicht  wie  etwas  ist.  Sie  lasen  vielleicht  \irfiiv. 
—  (i'(vf^c]  248  70  add.  -(  xotpoia.  Aber  C«Jv  Z7.l  O-j'ir^?  ist  wohl  = 
^n^n;  vgl.  Jes.  38,  19  und  zu  30,  14. 

29.  sXsr^fjLoauvrJ  =  Syr.  Kom;  so  nur  hier  und  vielleicht 
29,  8  im  Sirach.  —  xou  xupiouj  248  106  add.  to-j  bzou  vjjjlujv.  — 
xal  (155  om.)  Icdaatxrk  (5,  5) ]  Syroh.  und  seine  (aber  nur  Suffix) 
Vergebung.  Lat.  add.  illius.  Syr.  der  vergibt.  —  248  106  i.  f. 
add.  oat'tuc. 

30.  Syr.:  denn  nicht  ist  wie  dieses  im  Menschen,  auch 
ist  nicht  sein  Denken  wie  das  Denken  der  Menschensöhne  (w 
Maus.  Fleischessöhne).  Ben  Seeb,  (dem  J.  Horowitz,  Monats- 
schrift 1865,  198  wohl  nur  folgt),  hat  hier  einmal  ungefähr  das 
Richtige  geraten.  Für  a  vermutet  er  hü  m«  ps  ah  ''D.  In  der 
Tat  setzt  b  beim  Syr.  voraus,  dass  in  a  von  Gott  die  Rede  war. 
Aber    „denn    Gott    ist    nicht   wie    der  Mensch"    ist   nicht   das 

Sraend,  Sirach-Kommentar.  1 1 


162  Sir.  16,  24—18,  27. 

Urspi1)n,i;li5]ie.  Die  Stellung  der  Negation  im  Gr.  und  Syr.  spricht 
gegen  Gott  als  Subjekt.  Syr.  fiilii't  auf  [njSsD,  das  Gr.  (Travxa) 
für  hz  nahm.  Uebrigens  ist  anzunelimen  tyi:x2  '^s:  sS  T  =  denn 
nicht  ist  wie  (in)  Gott  im  Mensclien.  Es  iiandelt  sich  um  die 
sündige  Natur  des  Menschen  wie  in  IH.  32,  wobei  dem  Verf. 
besonders  Gen.  6,  5.  8, 21  vorschwebt.  Gott  nimmt  Rücksicht 
auf  sie,  darum  gewährt  er  Verzeihung.  Gr.  hat  auch  in  b  den 
Menschen  zum  Subjekt.  "  Im  Syr.  geht  hier  sn^yin  nach  v.  31 
(vgl.  Syr.  zu  27,  6)  auf  "^r  zurück,  und  anzunehmen  ist  ah  "2 
(11^3)  ms  "J:''  T\T2  {ühi};  was  Gr.  mit  on  oux  dDavato^  uto?  avOpoj-o'j 
wiedergibt,  indem  er  ir  falsch  auf  die  Physis  des  Menschen 
bezieht,  statt  auf  seine  moralische  Natur.  Ihn  leitete  dabei  wohl 
18,  1.  —  Vgl.  noch  18,  13  und  übrigens  Ps.  103,  14.  —  Lat.  i. 
f.  add.  et  in  vanitate  malitiae  placuerunt. 

31.  Syr.  wenn  (t  sd)  vorübergeht  die  Sonne  vom  Tage 
(Ambr. :  der  Tag  von  der  Sonne),  auch  er  (oder:  sie,  pu  sogar: 
NT  und  M  ^^)  es  ist  ihm  (ihr)  Finsteinis,  so  auch  der  Mensch, 
der  nicht  bezwingt  {^22)  seine  Begierde  (.Tr),  weil  Fleisch  er 
(ist)  und  Blut.  —  Syr.  verstand  TjK  (—  'ituxsivoTspov  vgl.  13,  26 
Hebr.)  falsch  als  Tag,  im  Gr.  ist  h0.t[-t^  nach  Syr.  vielleicht  = 
jzTi.  Gemeint  ist  die  Sonnenfinsternis.  —  In  b  ist  zu  lesen  xott 
rjjYf^[jV^  £vi)u;x-/jf}r,3c-ai  dapc  X7.l  7.r;j.of,  nach  Syr.  =  Dil  "11^*3  ir  VIT 
(vgl.  Gen.  6,  5.  8,  21).  Betr.  der  griechischen  Varianten  vgl.  die 
Einleitung  §  7.  Gr.  gibt  -»r  ungenau  mit  dem  Verbum  wieder 
(vgl.  zu  V.  30.  15,  14.  27,6).  Syr.  hat  die  schlechte  Lesart  xotl 
rh\{j  ö^  £vi>'jti.7;ör^3e-cti  mit  dem  hebräischen  Text  kombiniert. 
Uebrigens  hat  er  oder  seine  Vorlage  nach  21,  11  (s.  d.)  geändert. 
Zu  cn  ■i:^'2  vgl.  zu  14,  18.  —  Cod.  157.  Lat.  i.  f.  add.  xal  tooto 
iXö7/j)r.asT7.i.  —  Vgl.  Job.  15,  15.  25,  4—6. 

32.  o'jva;aiv  (307  Iwd^itiz)]  Syr.  die  Heere ;  vgl.  rsDir  42,17 
und  zu  24,  2.  —  u6ou?J  Syr.  om.  In  der  Tat  hat  Gr.  entweder 
ü'Vjuc  oder  oufiotvou  zugesetzt,  wahrscheinlich  aber  oupavoCi;  vgl. 
auch  DTO  SDif  43,8.  Jes.  24,21.  —  i-ia/sTTTs-cti]  =  npo;  vgl. 
Jes.  24,21.  Syr.:  richtet  (wie  2,  14)  Gott.  —  Syr.  für  b:  auch 
(Ambr.  praem.  und)  die  Menschensöhne  (w  Maus.  Fleischessöhne), 
die  da  Staub  und  Asche.  Am  Anfang  stand  wohl  p^k,  das  Gr. 
ungenügend  wiedergab,  um  dann  das  Manko  mit  tt^'v-sc  schlecht 
auszugleichen.  —  yr,  xotl  37:060c]  vgl.  zu  10,  9. 


Sir.  17,  31—18,  5.  163 

18.  1.  2.  70  106  £u-  -rjh:  7U0V7.C.  —  xo'.vY,  (70  o'hfl.)]  55  254 
iv  X070)  y.r/.l  -dUi.  Vgl.  50,  17,  wo  Svr.  wie  hier  snn:«^  Hebr.  innv 
—  Syr.,  der  1.  2  lunler  4.  (5j  stelll,  hat  für  1:  die  Welt,  sie 
ganz  wird  geprüft  (sp^no)  allzumal.  Am  Anfang  war  h  Ti  ausge- 
fallen oder  zu  hz  entstellt.  Aber  auch  bezüglich  des  Verbums 
spricht  der  Zusammenhang  mit  dem  Folgenden  für  Gr.  Das 
absolute  Recht  Gottes  folgt  vor  allem  aus  seiner  Allmacht 
(=:  Weltschöpfung).  Dass  von  ihr  hier  die  Rede  war,  ist  v.  3 
vorausgesetzt.  Vielleicht  darf  man  im  Syr.  si;r^:  herstellen. 
Zugleich  wird  allerdings  die  Ewigkeit  Gottes  der  Vergäng- 
lichkeit der  Menschen  (17,  32.  18,  9.  10)  gegenübergestellt.  — 
öix-auoör^act7.iJ  248  70  106  öt'xaio?  =  Syr.  "rT. 

3.  Zum  ersten  Stichus  vgl.  Jes.  40,  12. 

4 — 6.  Syr.  hat  dafür  nur:  wer  kann  anzeigen  seine  Werke 
oder  wer  kann  (Ambr.  w  Maus.  Mas.  I  om.  kann)  zählen  seine 
Grosstateu.  Das  ist  =  v.  4  des  Gr.,  abgesehen  vom  Verbum 
des  zweiten  Satzes  (s.  u.). 

4.  ouösvl  (248  70  -ivi)  zh~rJlr^a^v]  Lat.  quis  (DS  cui)  sufflcit, 
Syr.  wer  kann.  Lies  daher  Tt'vt.  Das  Verbum  sx-oisiv  steht  in 
der  LXX  1  Reg.  20,  10.  2  Chr.  7,  7.  Ez.  ^6,  7  für  pz^,  Sr 
und  T^'n,  unten  42,  17  svc-otV^crsv  für  ip-cDH  und  zwar  wie  hier  in 
unpersönlicher  Konstruktion.  Da  die  beiden  Stellen  inhaltlich 
einander    genau   parallel  sind,    ist  hier    p"cDn    zu  vermuten    und 

42,  17  i^sTtoiVjCisv  zu  schreiben.  —  s^ayYsD.ai]  Syr.  V\nK>h,  wohl  = 
TjnS.  —  i;i/vtaa£i]  =  ■npri';  das  Verbum  bedeutete  hier  aber  wie 

43,  28  (vgl.  zu  1,  3)  erschöpfend  darlegen.  —  -a  [jLSYotXsra  ocj-to-j 
(Syroh.  C  -oo  xupto'j)|  Sah.  seine  Weisheit  (lovsaiv).  —  Syr.  «JOJ 
pim''^2:,  indem  er  4b  und  5a  (cf.  i^otpiöfAr^asTcc.)  zusammenzieht; 
vgl.  zu  17,  8. 

5.  xpctTOv  fx£YotAtua6v-/;c  ccjtoü]  könnte  =  iniliJ  'V  sein.  — 
£;apii>;x7^cj£-:ott  (70  106  -[jL-/j3£t)  ist  richtige  Wiedergabe  von  ieD' 
(vgl.  42,  17).  —  T:prjaö-/;a£i]  Gr.  las  oder  vermutete  "^CV,  anzu- 
nehmen ist  aber  ?]'D'  (oder  ?|''D'')  =  wer  wird  zu  Ende  kommen 
(oder  beendigen).  Vgl.  zu  43,  27.  Syroh.  hat  wohl  nach  Kor- 
rektur: sS"""  SÄonj  (wird  im  Stande  sein).  —  ilir,]  passt  ebenfalls 
nicht,  die  Barmherzigkeit  (v.  11)  darf  nicht  vorweggenommen 
sein.     307  hat  aber  u.t'ict.k=xce.,  C  £,0701.     Aeth.  add.  genau. 

11* 


164  Sir.  16,24—18,27. 

6.  Die  Werke  Gottes  (d.  h.  die  von  ihm  geschaffene  Welt) 
sind  absolut  vollkommen;  vgl.  42/21,  wo  die  Worte  einen  etwas 
anderen  Sinn  zu  haben  scheinen.  —  i^iyyir/.az>.\  wie  v.  4.  — 
Wx'ju.y.aial  Sah.  vielleicht:    i'p»7a. 

7.  TOTs]  Syr.  sie  {pri};  vgl.  50,  17.  —  oxav  -'■xüar^zai]  Syr. 
(der  im  ganzen  Verse  den  Plural  hat)  wenn  sie  zurückkommen 
(pninj  =  yi^"),  d.  h.  wolil:  wenn  sie  es  noch  einmal  versuchen. 
Ich  ziehe  das  vor;  möglicher  Weise  hat  Gr.  211^''  mit  TMTr^-ot.<. 
(vgl.  LXX)  wiedergegeben  und  nicht  etwa  r2K>''  gelesen.  — 
ct-of>r/i)r^a£-7.i]  nach  Syr.  (pnianj)  vielleicht  =  nön\  —  70  i.  f.  add. 

t:oi>s'.  rjxöi. 

8.  106  155  haben  in  a  beide  Mal  xic,  S  das  erste  Mal, 
und  248  253  307  k  296  das  zweite  Mal.  —  xi  r^  yjyrpi:  (Lat. 
gratia  :=  /otpic?)  autoo]  Syr.  (der  auch  in  v.  8  überall  den  Plural 
hat)  was  ist  ihr  Schaden  (pnrDin)  und  was  ist  ihr  Gewinn  (pn:inr). 
Die  Meinung  ist:  w^as  trägt  ihr  Schaden  oder  ihr  Gewinn  für 
Gott  aus?  Das  ist  jedenfalls  besser  als  Gr.,  nach  dem  der  Sinn 
zu  sein  scheint:  was  hat  Gott  vom  Menschen?  Denn  dabei 
sclüiesst  sich  der  zweite  Stichus,  der  nicht  nach  Job.  35,  6  f. 
gedeutet  werden  darf,  schlecht  an.  Uebrigens  könnte  /PV'.; 
auch  schlechte  Uebersetzung  von  pm''  sein.  —  Tt'  3'^J  Lat.  Syr. 
praem.  et. 

9.  Lat.  hominum.  —  -üoXXaJ  Aeth.  om.,  Lat.  ut  multum, 
Syr.  wann  er  viel  macht  zu  leben.  Es  stand  da  wohl  d";!  es. 
Beim  Wortlaut  des  Gr.  ergibt  sich  nur  ein  Stichus.  Vielleicht 
ist  aber  sav  vor  hr^  ausgefallen  (Herkenne). 

10.  a>;  a-d'(Mv  uoaTo?  d~>j  ^}'yXd:sTr^:]  Syr.:  wie  wenn  man 
füllt  einen  Schlauch  aus  dem  Meere.  Im  Gr.  ist  üöctTo;  wohl 
Zutat  des  Uebersetzers.  Aber  Wassertropfen  und  Sandkorn 
stimmen  zu  einander.  Der  Schlauch  des  Syr.  beruht  wohl  auf 
Glossierung  seiner  Vorlage  nach  Jes.  40,  15  {"hiK)  lö),  —  '{'Vf^^^ 
(Co.  Lat.  praem.  toc)  aajxou]  Syr.  xSn  |o  smic  ya.  —  Syr.  fürb: 
tausend  Jahre  von  dieser  Welt  sind  nicht  wie  ein  Tag  in  der 
Welt  der  Gerechten.  (VgL  Lat.  zu  17,  27.  24,  33.  Einl.  §  8). 
Auch  248  70  lesen  yßdoi  für  üd-^rj..  Aber  man  sieht  nicht  ein, 
was  die  Steigerung  von  100  Jahren  auf  1000  soll;  auch  fragt 
sichs,  ob  man  dem  Verf.  eine  solche  Meinung  zutrauen  darf. 
Vielleicht    ist   /Oaa    aus    okr;oL,    das  Sah.   nicht  ausdrückt,    nach 


Sir.  18,  6—14.  165 

Ps.  90;  4  korrigiert.  Ursprünojlich  stand  dann  im  Gr.  wohl: 
oXt^a  ta  izr^  ctuToü.  Aber  aucli  nach  der  gewöhnlichen  Lesart 
nahm  Sirach  wohl  eine  längere  Weltdauer  an  als  4000  oder 
7000  Jahre.  —  -^jai.oa]  lies  nach  248  70  Syroh.  253  23  k  C  Aeth. 
TjfAspaic;  vgl.  zu  1,  2.  Indessen  scheint  nacli  Syr.  der  Singular 
alt  zu  sein. 

11.  Syroh.  hat  den  Vers  doppelt,  einmal  mit  Kan:2  für 
xno  und  mit  Auslassung  von  s-'  cckor?,  und  sodann  in  völliger 
Uebereinstimmung  mit  dem  griechischen  Vulgärtext.  —  248  Aeth. 
korrigierend  [x7./fyo!)'jjx£r  (=  Lat.  Syr.).  —  155  Lat.  haben  sv  für 
£TC  1".  —  Syr.  für  a:  deshalb  macht  er  lang  seinen  Zorn  (mn, 
vgl.  zu  2,  4)  mit  ihnen  (pnnj?,  Maus.  p.T'73?).  Nach  Berger  (a.  a.  0. 
S.  67)  hat  der  Codex  vjn  Alcala  für  v.  11:  quae  in  praecordiis 
posuerunt.  similiter  se  bonorum  et  malorum  percepturos  tempora, 
patri  laudes  decantantes  omnium.  Die  Worte  gehören  wohl 
zu  V.  12. 

12.  ciOi  (308  oiosv)  xal  i-i';\/ui\  Syr.  weil  er  weiss.  —  ttjv 
xaxotSTpocpYjv  auTÄv  (307  aüxo'j)]  Syr.  ihr  Ende;  vgl.  zu  9,  11.  Die 
Asterisken,  die  S"^  vor  v.  12  liat,  weisen  wohl  darauf  hin,  dass 
in  griechischen  IIss.  Ahnliches  stand,  wie  die  Dublette  des  Lat. 
(vgl.  die  Einleitung  §  8).  —  tov  £qiX7.3|xov  (5,  5)  a-jxoOj  Lat.  pro- 
pitiationem  suam  in  Ulis,  Syr.  ihre  (der  Menschen)  Vergebung. 

13.  SKI  TOV  -/.-/jcj'.ov  oi'jToO]  Svr.  vielleicht  ursprünglich:  auf 
den  Verwandten  (np)  seines  Eleisches;  so  Pesch.  Lev.  18,  6. 
25,  49  für  T\^2  lü^  (Ryssel).  —  i~\  irasav  ora'pxa]  Syr.  auf  alle 
seine  Knechte  (oder  nach  w^  Ambr.:  Werke).  Gemeint  sind  zu- 
nächst aber  die  Juden,  11^2  hz  öfter  =  das  ganze  Volk.  — 
iXsY/füvj  wohl  =  ^2)^2]  Lat.  ^ltr^llw>,  Syr.  weise  machend  (c:no). 
Beide  zerstören  die  logische  Folge  der  Partie ipia.  —  öiocza/wv] 
Syr.  add.  sie.  —  Lat.  Clem.  AI.  paedag.  I  9,  81  om.  xal  Itti- 
axps'jxuy  (=  saiK^ai). —  Vgl.  mj;  nyn:  Jes.  40,  11.  —  Syr.  für  d: 
und  wendend  sie  wie  ein  guter  Hirte,   der  hütet  seine  Herde. 

14.  xo'jc  £x8syo[i.£voucJ  vgl.  zu  6,33.  —  Clem.  AI.  paedag. 
I  9  für  b:  xal  roh:  xaxa^-o'joa'^ovxac  tl:  vAWrpvj  a'jxti);  vgl.  die 
Einleitung  §  9.  Syr.:  selig  sind,  die  hoffen  (p2Dö)  auf  sein 
Erbarmen  und  die  annehmen  (|"'S3po)  seine  Rechte.  Lat.  für  a: 
miseretur  excipientis  doetrinam  miserationis.  Gr.  verlas  '"lU'N  in 
lli'K,  gab  Ttaiosiav  zu  und  setzte  rom  in  das  Verb  um  um.  Uebrigens 


1(36  •  Sir.   16,  24—18, 27. 

entsprechen  einander  tooc  izoi/o'i-ivo'jc  und  yhzpfi,  also  hat  einer 
der  beiden  Uebersetzer  die  Participia  umgestellt  und  zwar  augen- 
sclieinlich  Gr.  Denn  von  der  Annahme  des  Erbarmens  kann 
nicht  die  Rede  sein,  wohl  aber  von  der  Annahme  der  Rechte 
Gottes.  -A  xpt'[xotta  ot'jTO'j  =  rcc?ro:  das  Wort  steht  41,lß(s.  d.) 
nahezu  für  Lehre.  V^;-!.  nii'JS  nph  Prv.  10,  8.  Dagegen  beruhen 
to'jc  x^xacjTrs'joovT-^c  und  |''"i2D0,  falls  Syr.  richtig  übersetzte,  wohl 
auf  verschiedener  Vorlage. 

15.  Die  Gedanl{:enverknüpfung  ist  wohl  in  v.  13  zu  suchen. 
In  a  scheint  Gr.  wörtlich  übersetzt  zu  haben.  Der  Geber  soll 
seine  Wohltat  (=  -a  7.77.U7!  =  r\2"c  wie  ]'2,  1)  nicht  dadurch 
beflecken  (vgl.  zu  7,  6.  11,  83.  44,  19),  dass  er  sie  mit  ver- 
letzenden Worten  begleitet.  Lat.  meinte  vielleicht,  der  Beschenkte 
sei  angeredet,  und  setzt  daher  für  [Xfoi^ov  querelam.    Syr.  verstand 

.  die  Worte  dagegen  von  der  Beurteilung  des  Wohltäters  durch 
einen  Dritten  (vgl.  11,  31)  und  übersetzte  frei:  Mein  Sohn,  den, 
der  wohltut  seinem  Genossen,  halte  nicht  zurück.  —  XoyfMvJ  248 
70  106  Lat.  /.070'j  -ov-/)po.j.  —  Syr.  für  b:  und  auf  (3)  den,  der 
gibt  {]r\):  :  |no),  sei  (d.  h.  blicke)  nicht  böse  dein  Auge.  Das 
sieht  aus  wie  genaue  Wiedergabe  von  yv  V^n  (vgl.  v.  18),  aber 
dann  war  "rj?  falsch.  Es  muss  vor  v.  16  ausdrücklich  von  dem 
beleidigenden  Worte  geredet  sein.  Vielleicht  stand  da  v^P  *'« 
n^T  oder  -\2i  jrii;  vgl.  X6-r^  für  yi  12,  9.  38,  18. 

16.  Syr.  für  a:  denn  wie  der  Regen  (sneo)  ein  Ende  macht 
(Sei'S)  der  Hitze  (oder:  dem  Ostwind,  K2i;y).  xot'jaojy  wird  wie 
43,  22  =  2")^,  opoaoc  wie  ebenda  =  Sa  im  Sinne  von  Regen, 
und  7.v7.-c(rjgci  =  n''2it'0  (vgl.  38,  23)  sein.  Der  Regen  ist  Bild 
des  freundlichen  Wortes  (vgl.  Pj^en  vom  Reden),  und  die  Hitze 
Bild  der  Beschämung,  die  das  Geschenk  dem  Armen  verursacht. 
—  Max.  772  hat  o  koyjc  ayotiloc  für  das  blosse  Xoyoc;  aber  nach 
a  braucht  das  Wort  nicht  ausdrücklich  als  das  gütige  bezeichnet 
zu  sein.  Uebrigens  ist  im  Gr.  der  Gleichklang  vom  b  mit  17a 
verdächtig.  Dagegen  hat  Syr.:  so  das  Wort  umwendet  (oder 
verwandelt.  ii2zn^)  die  Gabe.  Er  las  wohl  2"'i^ö,  das  aus  rL3"'0 
verderbt  war,  so  dass  Gr.  schlecht  übersetzte.  Vgl.  den  ähnlichen 
Fehler  42,  14. 

17.  ouz  (Chrys.  6,  27  om.)  toou]  vielleicht  =  «Sn  (z.  B. 
Gen.  13,  9  LXX),  oder  auch  =  |n  (16,  18).  —  70  Chrys.  3,454 


Sir.  18,  15—20.  167 

lesen  ayaOoc,  ebenso  Max.  772,  der  es  vor  Xoyoc  stellt,  aber  auch 
d^(oi\}rjv  ist  wohl  Prädikat  zu  X070C.  —  Syr.  für  a:  es  ist  (p  u  wenn) 
näoilich  ein  gutes  Wort,  das  besser  ist  als  die  Gabe.  —  avopi'J 
248  70  Lat.  yyWrjio-jn.  —  ■/3/ar;rT(y;i.EV(o]  v,i;l.  ZU  9,  8.  12,  3.  Was 
im  Hebr.  stand,  ist  nicht  auszumachen.  Wegen  v.  18  liönnte 
man  yv  3V0  vermuten.  Syr.  hat  st^'2,  pu  STti'2;  vgl.  zu  v.  18.  — 
Für  -otpa,  das  man  zunächst  =-  cy  setzen  möchte,  hat  Syr-.Sy; 
jenes  =  er  hat  es,  es  steht  ihhi  zur  Verfügung,  dieses  ^  es 
liegt  ihm  ob.  Letzteres  ist  besser;  vgl.  übrigens  Ilebr.  Syr. 
zu  50,  12. 

18.  a/apis-ojc]  Lat.  acriter,  aber  Hss.  des  Spec.  August, 
achariter.  Syr.  während  er  nicht  tut  Güte.  Es  stand  vielleicht 
da  nirc  sb;  vgl.  //ipi?  =  nnic  8,  19.  20,  13.  —  oveioieTJ  Syr.  ncno; 
vgl.  yni  an  der  Parallelstelle  41,22.  übrigens  20,15.  Jac.  1,5. 
—  ßaaxavouj  Lat.  schlecht:  indisciplinati,  Syr.  schlecht:  syi^m. 
Es  stand  da  ]y  yi  (14,  3).  —  sx-r^/si  o'f{>o[X;xo6?J  vgl.  n^rv  rxnn 
4,  1.  Man  sagte  aber  auch  D-rj?  rh^  (z.  B.  Lev.  26,  16).  Syr.:  sie 
hält  zurück  (srTi^,  pu  ai^nf^):  vielleicht  hat  er  nhz  und  sS^  ver- 
wechselt. Der  Ausdruck  wird  sonst  gebraucht,  wenn  eine  Gabe 
verweigert  wird.  Der  Missgünstige  macht  es  nicht  besser,  wenn 
er  gibt,  als  wenn  er  überhaupt  nichts  gäbe,  denn  seine  Gabe 
bereitet  dem  Armen  dieselbe  innere  Qual. 

19.  Er  kommt  hier  auf  das  Thema  des  ganzen  Abschnitts 
zurück:  Rüste  dich  auf  die  Abrechnung  mit  Gott!  —  Syr.  bevor 
du  kämpfst  (irn^nn),  suche  dir  einen  Helfer,  und  be\  or  du  krank 
wirst,  suche  dir  einen  Arzt.  Am  Schluss  hat  er  wohl  wörtlich 
übersetzt;  das  Oxymoron  Us[>7.t:3'Jo'j  kommt  eher  auf  die  Rechnung 
des  Griechen,  als  auf  die  des  Originals.  Was  Gr.  in  a  bietet, 
passt  nicht  zum  Thema.  Sein  Missverständnis  lässt  sich  aber 
kaum  aufklären,  deshalb  ist  auch  die  Ursprünglichkeit  des  vom 
Syr.  Gebotenen  fraglich. 

20.  £?£xaC£  3£7.u-ovJ  etwa  =  ■[K'c:  npn.  Man  sagt  yn  von 
der  richterlichen  Untersuchung  (vgl.  auch  13,  11  imd  nS  ipn  von 
Gott).  248  70  haben  ito^xaCs,  und  248  creaoTov  x7.AÄi£fi-'£rv,  Lat. 
hat  vor  19  die  Dublette:  ante  Judicium  para  justitiara  tibi.  — 
Syr.  hat  für  a  in  willkürlicher  Umschreibung:  bevor  dich  trifft 
die  Not,  bete.  —  xal  sv  &rjrt]  Syr.  üiyih).  Es  stand  da  nvh)  oder 
r\y2)  (vgl.  zu  11,22).  —  £7rtaxo7:9icj  wohl  =  mps;  vgl.  16,  18  und 


168  Sir.  16,24—18,27. 

vSyr.  zu  31;  0.  Syr.  liier  frei:  i^rpi'^i.  —  cOpr^asic  £;i/.7.ajxov]  letzteres 
wohl  =  r!"'''7C  (5,  5);  S3T.  du  wirst  sie  (3.  fem.,  wen?)  finden^  und 
sie  wird  dich  erhören.    \^l.  Piyc  yw  in  der  Variante  zu  35,14. 

21.  -ryy  äppcyofTTjaat'  (55  254  7.3i)cVYia7.i')  as  (155  om.  ae)] 
Syr.  bevor  du  anstössest  {hpnn  =  Sif^rr).  LXX  übersetzt  'ju': 
gewöhnlich  mit  asUsvi«).  Von  Krankheit  kann  hier  nach  v.  19 
kaum  die  Rede  sein,  wohl  aber  von  dem  Verderben,  das  das 
Gericht  bringt.  —  totTreivtoör^Ti  (248  70  106  add.  sYxpaxstcf)]  Syr. 
bete  und  flehe  ("^21  sSif),  w^ohl  aus  v.  20  falsch  wiederholt.  — 
xal  £v  xaip(i)  a[j.apr/;aa-ojv  (Lat.  infirmitatis)]  vgl.  v.  27.  49,  3.  — 
ocuov  £~ia-f-ocpr^v]  soll  wohl  bedeuten:  lass  sie  öffentlich  vor  der 
gottlosen  Welt  sehen.  —  Syr.  für  b:  und  bevor  du  sündigst, 
gib  Almosen  (KnpT).  Im  Anfang  ist  der  Wortlaut  dem  von  a 
schlecht  konformiert.  Sodann  kann  hier  vom  Almosen  nicht 
wohl  die  Rede  sein.  Aber  mit  Knpni  =  np"i2:  ist  Syr.  vielleicht 
im  Recht,  e-iaxpo'fr/^  des  Gr.  kann  aus  dem  Folgenden  stammen 
(s.  z.  V.  22). 

22.  Syr.:  Säume  nicht  (sSrnn  ah)  abzulegen  (zu  entfernen) 
deine  Sünden  (Ambr.  w:  deine  Schulden)  und  sei  nicht  nachlässig 
i^nt:),  bis  du  in  Not  kommst  ("[S  pu-n  =  -[S  ir).  Gib  (verschiebe) 
nicht  (die)  Zeit,  umzukehren  von  deinen  Sünden  (vgl.  Gr.  v.  21); 
bedenke,  dass  der  Tod  nicht  zögert.  Statt  der  zwei  Stichen  des 
Gr.  sind  vier  des  strophischen  Gleichmasses  wegen  willkommen. 
Aber  jedenfalls  war  schon  vor  v.  23  vom  Gelübde  die  Rede. 
Im  Syr.  ist  der  letzte  Stichus  nach  14,  12  abgewandelt,  und  der 
vorletzte  nach  dem  ersten.  Dagegen  können  die  beiden  ersten 
Stichen  echt  sein.  Nur  ist  x'rrnn  wohl  =  sa-ooiai)-?,?  =:  «Ssn; 
Vgl.  Hebr.  zu  12,  5  sowie  Ex.  36,  6.  Aber  zwei  Disticha  konnten 
gleichlautenden  Anfang  haben,  woraus  sich  der  Ausfall  im  Gr. 
um  so  eher  erklären  würde.  —  a-oooOvai  s'j/t^v  =  ["['']"nj  ühvh.  — 
c'jxatpcüc]  ist  wohl  nicht  =  nj?;,  sondern  Zutat  des  Uebersetzers. 
—  [leiVfjc]  wohl  =  -in«n;  vgl.  Syr.  und  Dt.  23,22.  Koh.  5,3. 
Lat.  verearis;  al.  veteris,  wozu  Herkenne  20,  21  qui  vetatur  = 
x(oX'jo[x£voc  vergleicht.  —  oixauoUyivott]  =  ri)p:r\h  (vgl.  zu  1, 22), 
d.  h.  deines  Gelübdes  ledig  zu  werden  (vgl.  np:  Gen.  24,  8.  41). 

23.  aiauxfjv]  ist  Korrektur  für  ttjv  '^u/r^y  aoo  {=  Lat.  ani- 
mam  tuam),  und  dies  Fehler  für  Tr|V  to/r^v  aoü  (so  8*="  und  Aeth.). 
Hebr.  Syr.  yii:   (w  -jn:).     Aber  auch  yiii    kann  Singular  sein. 


Sir.  18,21—27.  169 

Die  Korrektur  von  t)  -{/'j/y;  oto-oO  in  iot'jxoc  findet  sich  auch  37,8, 
ebenso  ist  30,  39  einmal  cr-j  dafür  gesetzt,  ein  anderes  Mal  ist  -r^: 
(j^u/rj?  aou  gestrichen.  Vgl.  zu  letzterem  v.  30.  20,  8  und  zu  25,1. 

—  (!>?  TTöipa^wv  -ov  x'jpiovj  Syr.  wie  ein  Mann,  welcher  versucht 
(SDiö)  seinen  Herrn.  Wahrscheinlich  ist  nj;n!2:  (vgl.  Prv.  10,  17) 
falsch;  es  ist  vielleicht  aus  ncjo:  entstellt,  was  den  Ausfall  von 
ha  zur  Folge  hatte.  Vgl.  Dt.  6,  16.  —  Syr.  wiederholt  hier  7,  8. 

24.  Syr.:  bedenke,  dass  der  Zorn  am  Ende  aller  Sünden 
ist,  und  in  der  Zeit  der  Not  wird  er  nicht  abwenden  ("(cnj)  von 
dir  das  Aogesicht.  Danach  ist  töXsuTr;^  =:  n'^nns',  und  es  stand 
wohl  da  CöM  r''inS3,  womit  aber  die  letzten  Lebensjahre  des 
Einzelnen  gemeint  waren.  Wahrscheinlich  ist  r^iiip'x.  (70  106  k 
307  SC*  Lat.)  hier  Korrektur  für  r^ixi^jai; ;  doch  vgl.  zu  1,  13. — 
xaipov  £xoixr^c>i(oc]  vgl.  5,  7  cpj  nj?.  —  sv  cic-o3r,oocp-if(  -poaojTrou]  viel- 
leicht =;  C'':2  ritM3.  Man  müsste  dann  wohl  nach  41,20  und  dem 
Gebrauch  des  Ausdrucks  im  Kanon  erklären.  Indessen  kann  auch 
D':c  Tnonn  dagestanden  haben;  vgl.  LXX  und  Pesch.  zu  Dt.  31,  18. 
Sah. :  an  dem  Tage  des  Gerichts. 

25  ist  ebenfalls  als  Warnung  vor  dem  plötzlich  eintreten- 
den Gericht  zu  verstehen.  —  Lat.  und  Syr.  drücken  xaipov  nicht 
aus.  —  £v  xc(ip(oJ  70  Chrys.  6,  539  iv  r^ixspa,  A  55  254  h  Tjtxc'paic. 
Syr.  in  den  Tagen.  —  7r^a;|xrjvr,c]  Syr.  syiD  =  V2^  oder  r\V2U^.  — 
TTTCD/siav  v.a\  £vo£iav]  Lat.  et  necessitatum  (-tem)  paupertatis.  Syr. 
snvi:yi  Km::D0i.  —  248  Chrys.  1,  598  Lat.  r^ix^pa. 

26.  dtzo  Trp(oiÖ£v  ZOK  iaTTEpotcJ  vgl.  zu  21,  4.  Job.  4,  20.  — 
[x£TaßaXX£t]  Syr.  Wti'!3.  —  -av-a]  248  70  Lat.  Syr.  add.  xaüxa.  — 
T7/ivaJ  Sah.  Nicbtse,  Syr.:  schön.  Das  letztere  ist  schlechte 
Korrektur;  vgl.  Koh.  3,  11.  —  Das  Glück  vergeht,  aber  der 
Richter  bleibt. 

27.  £v  TTotv-l  zliloi'^r^^r^(s^-al]  Syr.  schlecht:  er  ist  wegen  aller 
dieser  (Dinge)  besorgt  (fji:«:).  Vgl.  vielmehr  zu  37,  12.  Prv.  28,  14. 

—  Zu  den  Tagen  der  Sünden  (Syr.  syi^'Ti)  vgl.  v.  21.  —  Syr. 
für  b :  und  in  den  Tagen  der  Gottlosigkeit  fürchtet  er  sich  nicht 
vor  dem  Bösen.  Sah.:  und  er  hält  sich  fern  vom  Tage  der  Süude. 

—  -npoaibi]  Syr.  bnir,  vgl.  zu  11,33.  —  248  70  106  add.  xotl 
acppu)v  ou  auvtr^pr^a£i  xaipov;  vgl.  zu  20,  7. 


170  ■  Sir.   18,  28—20,26. 

VIII.    18,  28  ~  20,  26. 

Auf  die  Selbstempfehliing  des  Lehrers  (v.  28—29  =  2) 
folgen  Warnungen  vor  sinnlichen  Begierden  {v.  30—19,  3  = 
2.  3.  2),  vor  Klatscherei  (v.  4 — 12  =  2.  3.  3)  und  vor  Leicht- 
gläubigkeit gegenüber  Zuträgern,  die  den  Freund  verdächtigen 
wollen  (v.  13  — 17  =^  3.  2).  Daran  schliesst  sich  eine  Be- 
trachtung über  wahre  und  falsche  Klugheit,  die  in  eine  Warnung 
vor  dem  Hinterlistigen  ausläuft  (v.  20 — 30  =  2.  3.  3.  2).  Weiter 
folgen  Warnungen  vor  ungehörigem  Tadeln  (20,  1—4  =  3)  und 
Reden  (v.  5—8  =  2.  2),  sodann  Sprüche  über  die  Unbeständigkeit 
von  Glück  und  Unglück  (v.  9.  10  =r  2),  über  das  Ungeschick 
und  den  Geiz  des  Toren  in  Wohltätigkeit  und  Freigebigkeit 
(v.  10.  12 — 17  =  3.  3.  2)  und  über  die  Nichtigkeit  seiner  Reden 
(v.  18 — 20  =  3),  über  Vorteil  und  Gefahr  der  Armut  und  Be- 
scheidenheit (v.  21 — 23  =  3)  und  über  Lügenhaftigkeit  (v.  24 — 26 
=  3).  —  Dieser  Abschnitt  ist  im  Unterschied  vom  gesamten 
übrigen  Buche  dadurch  charakterisiert,  dass  kürzere  Ausführungen 
oft  ohne  jede  innere  Verbindung  aneinander  gereiht  sind.  Vgl. 
die  Uebersehriften  zu  18,  30.   19,  29.  20,  27. 

28.  Vgl.  zu  dieser  Einleitung  15,  9.  10.  —  auvcTocJ  Syr. 
Cini  =:  D2n.  Gr.  wollte  neben  3ocpi'<xv  nicht  ao'foc  setzen,  entgegen 
der  Absicht  des  Verfassers.  —  sYvto  cjo'f'av  (307  i'csi  3'jv£tjiv)J  248 
70  106  (ab  al.  m.)  add.  x7.1  -ccociVv.  —  Syr.:  jedem,  der  weise 
ist,  (liegt  es  ob),  zu  lehren  Weisheit,  und  ihren  Kennern  (n'yiT'S 
vgl.  27,  29),  zu  geben  Bekenntnis  (siT^Tin  =  £?o}jloXo",'7]3iv  vgl.  zu 
17,27).  Ambr.  schlecht  NiT'inn.  Man  gibt  der  Weisheit  Bekenntnis 
wie  Gott  (39,  6.  47,  8.  51,  17  Hebr.).  Vielleicht  stand  in  beiden 
Stichen,  jedenfalls  im  zweiten,  der  Infinitiv  mit  h  (Ew.  §  237  c). 
Gr.  verstand  in  b  die  Konstruktion  nicht,  übrigens  ist  lyvcD,  das 
ein  idem  per  idem  ergibt,  schlecht  für  ((V'nn'?  oder)  TiT  gesetzt. 
Sodann  kann  süpovxi  =  xinoS  (51,  16.  20)  oder  =  i'^u^ah  (6,  18), 
aber  auch  =  pö'?  (35,  16)  sein.     Aber  Syr.  las  wohl  anders. 

29.  aovsTol  £v  (s.  z.  9,  17)  ^oyoic]  der  Sinn  muss  sein:  die- 
jenigen, welche  die  überlieferte  Weisheit  begriffen  haben.  Man 
kann  deshalb  po  Dan.  1,  4  und  121  Prv.  13,  13.  16,  20  ver- 
gleichen. Vgl.  36,3.  Aber  Syr.  hat  iCühr  "'O-zn;  vgl.  44,4  Syr. 
Id'?"  SD"':n  =  n^uf  "»rn.    Es  stand  wohl   wie  28    eine  Form   von 


Sir.  18,  28—30.  171 

c:n  da.  Allerdings  hab^n  n^'^'  "»^arn  14,  4  und  na^a  c:n  9,  17  eine 
andere  Bedeutung,  aber  iieulK'br.  heisst  c:n  auch  kundig  (aram. 
c:n  auch  =  erkennen).  —  icjo'fw-vio]  Syr.  p^srnn:  =  'i<'3:nn\  Das 
Verbum  bedeutete  hier  aber  „als  Weisheitslehrer  auftreten"  (vgl. 
sonst  zu  ß,  32.  10,  26).  —  '■jytW^ryr^'jyy]  Lat.  (Üubl.)  intellexerunt 
und  iuipluerunt.  Syr.  sie  wissen.  Zu  avo|xj5pia>  vgl.  39,  6  (Syr. 
er  bringt  heraus),  50,  27  und  Theodot.  Prv.  18,  4  (=  v^^^]  vgl. 
Prv.  1,  23  u.  ö.).  Vgl.  ferner  i^r,^i-i^ii»  1,  19.  10,  13  {=  v'2n)- 
Wenn  Syr.  und  Lat.  nicht  etwa  auf  eine  griechische  Variante 
zurückgehen,  stehen  i;?T  und  lyr  einander  gegenüber.  Aber  Gr. 
ist  im  Recht.  —  -^.po'.jii^c  dv.^A'^zl:  (218  70  add.  ti;  -jur^vj]  Lat. 
(Dubl.)  veritatem  et  justitiam  und  proverbia  et  judicia  (beide 
Mal  =  X7.t  zf;t33ic).  'i^z^*t2)  wäre  nicht  undenkbar;  vgl.  zu  25,  4. 
41,  16.  Zu- axpt,3su  könnte  man  yy^nz  (vgl.  zu  16,  25)  oder  röK 
(vgl.  zu  34,  24)  vergleichen.  Aber  Syr.  las  vielleicht  mzn  ''h^ii. 
Er  hat  nämlich:  bis  zum  Ende  (=  aufs  äusserste?)  Worte  der 
Sprüche  und  Worte  der  Weisheit  (39,  6)  und  Lehre  der  Seele 
(Ambr.  om.  der  Seele).  Hier  ist  der  Text  mit  zwei  Ueber- 
schriften  vermischt  (s.  z.  v.  30). 

30.  üie  Ueberschrift  i-j-xpaTa-a  'W/r^:  fehlt  in  Co.  Syroh. 
253  23  106  157,  dagegen  haben  55  254  307  -spt  sYxpor-ci'otc  '{.ü/^ 
(307  add.  X070C  -o-j  r/Sj-00  3'jvaoo|x£vo;  os'jx£f>oc).  Toi.  Sang.  Corb. 
de  continentia  animae.  Ryssel  hat  mit  Recht  vermutet,  dass 
diese  Ueberschrift  auch  in  dem  Plus  des  Syr.  zu  v.  29  steckt. 
Uebrigens  setze  ich  sein  «u^cji  üizhv  wie  hiv-iA-tia.  'J>'j/r,c  =  idiö 
it'cj;  vgl.  Hebr.  zu  34,  12.  41,  14,  sowie  zu  26,  14.  Ferner  ist 
„Worte  der  Sprüche"  (sSnon  kS?2)  =  /.0701  -afyotßo^fTjv,  was  grie- 
chische Hss.  vor  19,29.  20,27  haben.  Vgl.  auch  Syr.  zu  20,27. 
19,  20.  —  Syr.  praem.  mein  Sohn.  —  ci-istu  t»7)v  £-ii>u[xt(«v  aou] 
Syr.  hinter  dem  Verlangen  (nWtf')  deiner  Seele.  Ein  xr^?  '\'uyr^c 
setzt  auch  Chr}^sost.  2,  461.  837.  3,  755  hinzu.  Das  ist  anzu- 
nehmen wegen  v.  30.  Vgl.  zu  v.  23  und  5,  2,  wonach  hier  wohl 
rnan  oder  i)ün  stand.  —  7.-0  twv  opiztoy^  (23,  6)  aou  xwÄuo'j]  Syr. 
von  ihrem  Begehren  (nn:i)  halte  sie  zurück  (.tS:,  Mas.  II  i.  f. 
add.  KK'cj);  vgl.  zu  19,  28.  Zu  vermuten  ist  etwa  nviü  (4,23). — 
Lat.  für  b:  et  a  voluntate  (al.  volumptate)  tua  avertere  (al.  vetare; 
vgl.  Lat.  zu  20,  21). 


172  Sir.  18,  28—20,  26. 

31.  iav]  55  254  Max.  964  Syr.  add.  -j-aVy.  —  e-jooxtav 
eriOuixtotc]  Syroh.  253  euooxi'oc?  c7rii)u}x!'otv,  248  70  i7:iO'j;i.''c(v  soooziac 
ocjTTpr.  Lat.  nur:  concupiscentias  (-am)  eius.  —  Syr.  für  a:  denn 
wenn  du  den  Willen  (Nr:if,  vgl.  Syr.  zu  5/2,  aber  auch  zu  39, 18) 
deiner  Seele  tust.  Gr.  versuchte  sich  wohl  in  Eleganz.  —  Syr. 
für  b:  (so  bist  du)  wie  der,  der  tut  den  Willen  seines  Feindes. 
Das  wird  seiner  Vorlage  entsprechen,  in  der  hebräischen  Hs.  ist 
nur  NJiti'  am  Schluss  des  Verses  erhalten,  Gr.  stimmt  mit  6,  4. 
42,  11.  Indessen  lesen  statt  -oir^asi  (23  praem.  xoti)  at  248  70  k 
S'^  A  Max.  964  -oir^asic,  und  vielleicht  ist  die  Stelle  nach  jenen 
Parallelen  korrigiert.  —  twv  3/j>,o'ovJ  70  Lat.  i/Ufvorc  (vgl.  zu  6,4. 
42,  11);  übrigens  haben  Toi.  Sang.  Aug.  spec.  nur  inimicis  (ohne 
tuis).  —  248    i.  f.  add.  o"  ßotsxotvoOai  ai. 

32.  Jijyn  p^  hü]  Gr.  i-\  (23  iv)  -oä/.-^j  xr>'->'f(i  =  Syr.  s«j^D2 
«p'JEm.  Aber  hii  scheint  hier  wie  Hos.  9,  1,  Job  3,  22  zu  stehen. 
Betr.  Tfi'j'fr;  vgl.  zu  11,27  und  zu  37,29.  34,3,  und  betr.  pK' 
zu  JO,  10.  Lat.  in  turbis  {=  vjplir,?)  nee  in  modicis  (Toi.  nee 
modicis  delecteris,  August,  spec.  nee  immodicis  delecteris), 
Clem,  AI,  (paedag.  II  1, 8)  i-l  {wx^o  t^u'^t,  aber  die  Hand- 
schriften haben  i-i'.xpa;  vgl.  25,  18  Lat.  modicum  =  »x-.xpa  (s.  d.). 
Diese  Deutung  von  piy  ist  sicher  falsch,  da  Sirach  den  Jljyn  als 
solchen  (14,  16.  37,  20)  empfiehlt.  —  it:'^  c:?:'  "c  i^*ü\  =  dessen 
Armut  doppelt  ist  d.  h.  was  doppelt  schnell  zur  Annut  führt. 
Gr,  wilUvürlich  (mit  Voraufnahme  seines  Ausdrucks  in  v.  33): 
jxr^os  (Syroh,  253  A  307  [xr^,  70  xal  [xr^,  155  xal  [xyjoe,  23  xoti) 
7rpoc;o£%  (106  aüvocU-(.c,  aber  248  23  157  S*A  C  155  254  Aeth. 
T:poao£r^i>fc;  vgl.  4,3.  11,12)  auixßoXy)  otDir^c  =  damit  du  nicht 
arm  Avirst  durch  die  Sclilemmerei  darin.  Dem  c'3i^  "^c  (vgl.  zu 
12,  5)  geht  Gr.  auch  39,  6.  48,  12  aus  dem  Wege.  Lat,  assidua 
(Toi.  Corb,  ad  duas.  Sang,  adduus)  enim  est  commissio  illorum. 
Mit  n'':^  "»e  hat  ad  duas  kaum  etwas  zu  tun,  es  ist  wohl  Fehler 
für  assidua.  Lat.  las  etwa  suvr^ilr^?;  vgl.  Lat.  in  assiduitate  = 
Iv  £i>ia[iü)  23,  14.  Syr.  folgt  in  der  Satzform  dem  Gr.:  damit  du 
nicht  doppelt  arm  wirst. 

33.  «2im  'jSi:]  vgl.  Dt.  21,  20.  Prv,  23, 20,  21,  —  Gr, 
(und  nach  ihm  Syr.)  bringt  ungehörig  das  ArniAverden  aus  v.  32 
hinein:  \ir^  -(mju  tttw/oc  ai)[xßoXoxoTC(ov  (=:  hh)'  vgl.  zu  9,  9)  ix 
8av£ta}xou;    auch  das   letztere  ist    ein  schlechter  Zusatz,    dem  zu 


Sir.  18,  31—19,  3.  173 

Liebe  er  ^2)0)  als  synonym  mit  SSi:  übergeht.  Syr. :  werde  nicht 
arm  und  ein  Käufer  und  ein  Prasser  ('^'S:)  und  ein  Schwätzer 
{ppzi  =■  sain,  Variante  zu  s;iD':^).  —  D'32|  Syr.  -p'22.  Gr.  add.  aoi. 
19,  1.  ns*  SvicJ  ist  platt,  dagegen  Gr.  £p-,'a-:rp  [xsOoaoc,  Syr. 
X"""n  nSvc.  In  diesem  Sinne  steht  Vß  37,  11  g  (auch  targmn.  und 
ueuhebr.),  ipY^'l?  (37,  11  ist  es  wohl  ausgefallen)  noch  40,  18 
{=  -^2^^).  Was  für  }x£i>u(3o?  (vgl.  26,  8,  wo  Syr.  wie  hier)  dastand, 
ist  ungewiss.  —  Vgl.  Prv,  21,  17.  —  D'ölj?«  nn2i]  sprich  o'^mya 
(neuhebr.  =  geringes).  Gr.  o  (253  om.,  248  70  k  Lat.  praem.  xai) 
IcoufisvÄv  ~a  oXqa.  Dagegen  Syr.:  und  wer  Fleisch  liebt;  vgl. 
Prv.  23,20.  —  nv^J?[n^J]  vgl.  Jer.  51,58,  wo  das  Verbmn  zer- 
stört, niedergerissen  werden  zu  bedeuten  scheint,  danach  vielleicht 
Gr.  T.zazi-'xu  Aber  für  ipj;  Ps.  102,  18  hat  LXX  -ar.zmk,  Syr. 
w:do,  Aq.  Synim.  Hieron.  vacuus  (vgl.  Symm.  zu  Jer.  51, 58), 
und  ..er  wird  arm"  wird  hier  der  Sinn  sein.  Vgl.  Syr.  (freilich 
wohl  nach  anderer  Lesait):  er  wird  erben  Armut.  Uebrigens 
schickt  Gr.  xa-a  p.ixpov  voraus,  was  (etwa  =  'C';ü2  =  schnell, 
plötzlich)  ursprünglich  sein  kann. 

2.  d'?  ir|n2']]  die  Ergänzung  nach  Syr.  pnco;  vgl.  8,2  und 
das  Nomen  ine  im  Sinne  von  Unzucht  41,  17,  ebenso  das  Partizip 
des  Kai  42,  11,  ferner  Syr.  zu  23,  5.  6.  15—17.  Die  Wurzel  hat 
syrisch  auch  die  Bedeutung  der  Schamlosigkeit.  Gr.  d-rj^vf^aouaiv 
suvExo'Jc.  Lat.  (Dubl.):  apostatare  faciunt  sapientes  et  arguent 
(vgl.  zu  34,  26)  sensatos.  —  Hebr.  om.  b.  —  xal  6  xoXXwjxsvoc]  = 
Syr.  pnnnom;  vgl.  2,3  und  6,34.  13,16.  —  Tropvai,-  (307  ^ropyi^)] 
Syr.  ohne  Pluralpuukte.  —  -roXii-r^poTsf/oc  (al.  ToXixripoc,  toX}jir^poT«To?, 
Lat.  nequam  =  -ov/jpoc  vgl.  zu  v.  3)  ss-oti  (Clem.  AI.  paed.  II 
10,  101  iz-l^at-ni  vgl.  30,  8)]  Syr.  er  koimnt  um  (n3Ni),  was  gut 
zum  Folgenden  übeiieitet.  Vielleicht  verlas  Gr.  n^X"'  in  "iaN\ 
Vgl.  sS  n''3«  Jes.  46,  12  und  icvj?  nrs  bei  Buxlorf  s.  v.  —  Vgl. 
Hos.  4,  11.  Prv.  31,  Iff. 

3.  Hebr,  Syr.  om.  a.  —  ^W''i]  die  Lesart  ar^-e?  (al.ar^'j^ic, 
ar^~zc)  ist  wohl  eüi  Fehler,  der  durch  axtuX-/jx£c  (70  Clem.  AI. 
axtuXrj;  vgl.  7,  17.  10,  11)  herbeigeführt  wurde  (Herkenne).  — 
x>.-/ipovo[jLr^3ou3iv]  vgl.  10,  11.  —  b  =  6,  4  a.  —  nv  ti'cJi]  Syr.  xii^eji 
sno^ifn,  Gr.  '{/u/r^  -oX^xr^pa  (55  106  Kov/)pa  vgl.  6,  4),  248  70  Clem. 
Alex.  1.  1.  Lat.  lassen  die  Worte  aus.  =  rT^yn  nTiU^n]  Gr.  frei: 
i^apÖTjOfSToit    (248    ^/jpavöv^asTott,    70   add.   xai    ^/jpavörjasxoti    vgl.    zu 


174  Sir.  18,  28—20,26. 

10,  17),  248  70  108  Cleiii.  AI.  add.  iv  -o.[j'y.ozi';[>.o-i:5iioi  (vgl,  zu 
23,  1)  [Xct'Covi.  —  Lat.  für  h  (Diihl.)  extolletiir  in  exeinpliiiu  majus 
et  tolletiir  e  iiumero  auima  eins. 

4.  6  T7./'j  £|i-icjT£'j(ov]  =:  Syi".  h^V-  jöMöni ;  es  stand  wolil 
da  psnS  inoö;  vgl.  6,  7.  —  xoO'foc  (in  diesem  Sinne  in  der  Bibel 
nur  liier)  /apoiaj  wohl  =  nS  ine:  (Jes.  32,  4.  35,  4).  Lat.  levis 
corde  (est  et)  minorabitur.  Das  bringt  Herkenne  zusammen  mit 
Syr. :  „er  ist  mangelhaft  (Ton)  an  Ueberlegung  (wv)".  indem 
er  auf  aS  ■^on'*  schliesst.  Aber  selbst  wenn  es  eine  solciie  he- 
bräische Lesart  gab.  wäre  sie  wegen  des  Gleichklangs  mit  6 
(s.  d.)  verdächtig.  —  o  7.;xa[>T7'vo>v|  70  korrigierend:  oox  sYxpatr^c.  — 
TzlrfixixzKr^'jZi  (S"  -Xrj;j.;x£X£r)]  Sab.  wird  bereuen  {=  ;x£Ta[X£Xr,a£TOti). 
Lat.  (üubl.)  insuper  habebitur  und  poenitebit.  Es  handelt  sich 
um  üble  Naclirede  über  Andere.  Das  Prädikat  ist  irrig  zum 
Subjekt  gemacht  und  übrigens  waren  etwa  pjt^  und  n^  (weiter 
erzählen,  s.  z.  v.  6)  verwechselt.  —  Syr.  für  b:  wer  schuldig 
spiicht  (dtiot;  Ambr.  w  sündigen  macht,  senoil)  seine  Seele,  wer 
wird  ihn  für  unschuldig  erklären!  Dieser  Wortlaut  ist  im  Syr. 
oder  in  seiner  Voi'lage  entstellt  nach  10,  29,  wo  Gr.  iti'c:  ri^iö 
mit  Tov  7.[x7p-:avov-a  zl;  rr^v  'Vj/r^v  7.'jto'j  übersetzt.  Vielleicht  stand 
hier  im  Urtext  dasselbe,  woraus  sich  die  Entstellung  im  Syr. 
um  so  leichter  erklären  würde.     Vgl.  sonst; 't^'c:  sjs'n  Prv.  20,2. 

5.  6.  x7.pota]  Syroh.  253  23  7:ov-/)pta  (S*  r.ovr,pa),  106  add. 
£7:1  -oy/jf>i7,  248  70  £7Tt  x7xo£;ia,  55  254  XotXia,  Lat.  (Dubl.)  ini- 
quitate  und  in  malitia,  Syr.  über  Böses  (sn:i^''3).  Man  darf  trotz 
dieser  Varianten,  zu  denen  im  Cod.  A  x7po''a  für  xaxia  kommt, 
xapöta  und  X7xi'a,  wie  längst  vorgeschlagen  ist,  vielleicht  nicht 
umstellen.  Denn  x7xt'7.  kann  in  b  im  griechischen  Text  an  seinem 
Platze  sein,  und  die  griechischen  Varianten  zu  y.arjoia  und  x7xta 
und  die  Lesart  des  Lat.  in  5  können  aus  Gr.  II  stammen. 
Im  Urtext  standen  aber  die  Aequivalente  umgekehrt.  Vgl. 
£u<p,o7ivo;ji£voi  --(.oazi  27,29. — x7T7yv(03i}7^3£':7iJ  vgl.  zu  5,14.  14,2. 
Syr.  schlecht:  es  wird  sein  (eintreten)  sein  Verderben  (Bruch,  man). 
—  6  [xtatov]  Syr.  wer  wiederholt  (sjm).  Wie  schon  Döderlein  sah, 
hat  Gr.  nsß»  (das  übrigens  vielleicht  sr^'  geschrieben  war;  vgl. 
zu  12,  löj  als  «jÄ»  missverstanden  wie  LXX  Prv,  17,  9.  Aller- 
dings hat  er  das  Wort  in  7  richtig  erkannt.  —  IXa-TovouTai  xocxia] 
Lat.  (Dubl.)  minuetur  vita  und  exstinguit  malitiam.  Syr.  mangel- 


Sir.  19,4—9.  175 

haft  an  Ueberlegimg  ist  er  (in  xrj?"i  ron  =  zb  non  vgl.  Gr.  Syr. 
zu  V.  4). 

7.  [x/jOs-oTsJ  nach  Syr.  =  ^s  üh'ivb;  vgl.  zu  7,36.  —  |xt) 
osuTspio(3-(|^  Aoyov]  vgl.  42,  1  "CT  nwo.  Cod.  253  add.  iv  TTposcu/fj 
lo'j,  S-^  add.  iv  s'j/-?i  (nach  7,  14).  —  Lat.  ne  iteres  verbum 
nequam  (leg.  unquam?)  et  durum.  —  Syr.  für  b:  und  ein  Mensch 
wird  dich  nicht  schmähen  ("iDm).  Gr.  verlas  -nnT  in  -iDn"'  (vgl. 
Prv.  25,  10  und  zu  20,  2);  übrigens  stand  wohl  S:  da  im  Sinne 
von  irgend  einer. 

8.  [lr^  oirj-j'oij]  248  70  add.  [ilrjuc  dXXoTpiouc,  Lat.  (der  iv 
nicht  ausdrückt)  add.  sensum  tuum.  Vgl.  aber  2  "im  Num.  21,7. 
Es  handelt  sich  um  Nachrede  über  Freund  und  Feind,  gleichwohl 
erklärt  Syr.  falsch:  lüge  nicht.  —  6i[±ctpv>j.]  106  157  /ps-'c.  — 
Syr,  für  b:  und  wenn  sind  dir  Sünden,  bitte  wegen  ihrer,  (und) 
in  Ewigkeit  verleumde  nicht  einen  Menschen.  Wunderlich  auch 
Lat.:  et  si  est  tibi  delictuni.  Aber  Sünde  wäre  es,  den  Ver- 
brecher nicht  anzuzeigen. 

9.  Vgl.  zu  22,  26.  —  7.y.r^y.osv  ';dirj  cjo-j]  ist  falsch,  es  ist 
vielmehr  von  dem  die  Rede,  an  den  mau  die  Nachrede  weiter 
sagt;  vgl.  Prv.  25,  9.  10.  Syr.  richtig:  damit  nicht  der,  der  es 
hört.  —  Falsch  ist  auch  iv  y.airjoi  aiT/^as'.  (A  ai3st',  155  ;x-/;3ct, 
Sah.  £[i.ta£i)  33.  Missleitet  war  Gr.  dabei  durch  sein  falsches  Ver- 
ständnis des  ersten  Stichus,  wonach  er  den  Hass  des  von  der 
Nachrede  Betroffeneu  eingetragen  haben  wird.  Denn  der  Dritte 
hat  zum  Hass  gegen  den  Zuträger  keinen  Grund.  Man  sieht 
aber  auch  nicht  ein^  weshalb  der  üble  Erfolg,  den  der  Zu- 
träger bei  dem  Dritten  hat,  nicht  sofort,  sondern  in  unbe- 
stimmter Zukunft  (iv  z7.ip(o)  eintritt.  Dagegen  hat  Syr.  für  xal 
i'fuXot^'ZTo  y.-k.:  er  dich  hasse  und  wie  einen  Bösewicht  (smiD) 
dich  rechne  (-2ti*m).  Den  letzteren  der  beiden  Sätze  hat  Syr. 
auch  hinter  22, 26,  wohin  er  wohl  schon  in  seiner  Vorlage 
übertragen  war.  Dort  geht  aber  vorher  "[JO  nmw  =  Gr.  cpuXot- 
h-cii  7.-'  c/uToij.  Dadurch  wird  hier  i'-puXaca-o  as  bestätigt. 
Uebrigens  wird  Syr.  im  Recht  sein.  Den  Irrtum  des  Gr.  kann 
ich  freilich  nicht  aufklären.  Lat.  et  quasi  defendens  peccatum 
odiet  te  et  sie  aderit  (Toi.  si  suasserit)  tibi  (leg.  sie  oderit  te) 
semper.    Sodann  hat  Syr.  einen  schlechten  Kompromiss  zwischen 


176  Sir.  18,28—20,26. 

Hebr.  und  Gr.  geschlossen,  indem  er  "x:dj  (=  ai3/,a£i  53)  setzte 
und  das  Aequivalent  von  y.ai  i'fuXa^otro  as  über^^ing. 

10,  A070V]  Lat.  add.  adversiis  proximiim  timni.  —  auvaro- 
Davi-w  (Syroh.  253  70  Chrysost.  4,  540.  ß,  479  richtig:  ivaTioDa- 
vixo))  cjot]  Syr.  es  sterbe  in  deinem  Herzen.  Lat.  commoriatur 
(=  Korrektur  für  moriatui")  in  te.  Er  soll  es  nicht  bis  zum 
Tode  in  sich  tragen,  es  soll  nur  nicht  wieder  aus  ihm  heraus- 
kommen, Reiimann  (bei  Cowley-Neubauer  p.  XXX)  vergleicht 
Mibchar  ha-peuinim  No.  318  (=  p.  34,3-  ed,  Filipowski): 
iiap  ^ih  "naty  iöx  tidh  mnon  inis  nznh  )hii^).  —  Uap-ast]  Lat.  fidens, 
248  xal  £ui}a(>3r;?  ^tvou.  Vielleicht  stand  da  pK,  p'u  oder  hjh2n7] 
(vgl.  12,  15  sowie  S'^rn  Am.  7,  10)  oder  dergl.  —  248  70  ou  yx^j 
u-v;,  Lat.  quoniara  non,  —  az  pr^^sij  etwa  =  "[Vpy.  Syr,  für  b: 
es  ist  kein  Pfeil,  der  dich  durchbohren  nnd  (wieder)  heraus- 
kommen wird.     Das  ist  schlechte  Vorwegnahme  von  v.  12. 

11,  23  (uoivr^asv.  Syr.  hat  das  Participium.  —  Syr.  für  b: 
wie  in  Wehen  liegt  die  Gebärende  von  vor  ihrem  Kinde.  Lat. 
tanquam  gemitus  partus  infantis. 

12,  Syr.  (Aug.  spec.  Sang.  2)  praem.  wie,  —  oapxocj  Syr, 
jedenfalls  besser:  eines  Mannes  (l.  avSpo??),  —  ev  xoiXta  (155 
xotpöia)]  Lat.  in  corde,  Syr.  Mlj?02  =  ^v^2;  vgl.  zu  51,21. 

13,  Durch  Indiskretion  kann  man  jeden  Freund  verlieren, 
aber  man  selbst  soll  dem  Freunde  die  Indiskretion  und  andere 
Versehen  verzeihen,  —  sX37?ov]  =  nnn;  vgl.  Lev.  19,17.  —  \i-r, 
-0X3  ouz  i-oirjasv]  Syr.  damit  er  nicht  tue,  was  böse.  Aber  Gr. 
ist  wegen  v.  15  im  Recht.  Es  stand  da  wohl  kS  dx,  —  Lat.  ne 
forte  (Toi.  add.  quum  fecerit  injuriam  et)  non  intellexerit  {= 
Ivor^as)  et  dicat  non  feci,  —  xi  nur  in  B  (S*  A  C  296  308).  — 
[X75  TToxs  20]  S  106  k  Chrysost.  4, 239  Tvot  [xr;  (vgl.  v.  14).  — 
7:po3Ö-(J  Syr.  rpii  =  ?]^Dr. 

14,  xov  cpiXov]  ausser  B  (A  55  155  308)  alle  xov  irÄr^aiov,  und 
so  Lat,  Syr,  Vermutlich  stand  aber  im  Urtext  v,  13.  14  dasselbe 
Wort.  —  Syr.  wie  v.  13 :  damit  er  (es)  nicht  sage.  —  o£uxspa>aTr|] 
Syr.  Nin:  =  nu^\ 

15,  T.rAldiy.i; — oiaßoX"/;]  Syr.:  denn  wie  oft  ist  leere  Ver- 
leumdung (248  öiapo^Yj  uLotxaia),  F.  Perles  vermutet  coyo  nes. 
Vgl.  aber  auch  20,  17. — -laxsus]  248  106  -laxeos-to  -f;  xotpS»'«  aou, 
und  so  Syr. 


Sir.  19,  10—23.  177 

'  16.  oXiaOaiWv]  248  70  106  add.  (iv)  Xo^to,  Lat.  add.  liugua. 
Diese  Zusätze  eutstanunen  der  richtigen  Empfindimg,  dass  oh- 
aUaivf.jv  auf  das  Wort  geht  (vgl.  20,  18.  "ii,  7.  25,  8.  28,26);  es 
handelt  sich  aber  in  a  um  die  Tat.  Indessen  sind  im  Gr.  die 
Verba  der  beiden  Stichen  vertauscht;  richtig  liat  Syr.  für  oXt- 
(Si)amov  „der  sündigt"  und  für  7][i.c(f>-3v  „der  strauchelt"  {hpr^no  vgl. 
hpn:  13,  23).  Uebrigens  hat  248  (oAi3i>r,cf£v  statt  fjtxotp-öv,  und  248 
70  106  (308)  Lat.  leiten  b  ein:  xotl  -t?  lativ  öc  o'j/'  (oux);  vgl. 
34,10. —  d-h  'i>u/Y)c]  Syr.  von  seinem  Herzen;  vgl.  zu  4,17.  — 
Syr.  für  b  übi'igens  schlecht:  und  es  ist,  der  strauchelt,  aber 
nicht  mit  seiner  Zunge. 

17.  Tov -!TArja'>jv]  Syr.  den  Bösen  (Missverständais  von  p). — 
248  70  Syroh.  23  S  v  Lat.  Syr.  om.  aou.  —  :rptv  r^  a-£tX7)aai]  die 
Bedeutungen  ..schelten".  ..drohen"  genügen  hier  nicht.  Das  Ver- 
bum  findet  sich  aber  auch  für  crann  (Gen.  27.  42.  Num.  23,  19) 
und  DJ?'  (Jes.  66,  14),  d-zihf^  für  c*;'  (Hab.  3.  12)  und  für  ?|j?i  (Prv. 
19,  12).  Syr.  der  Vielen  (3"ii^':  ntt?)  Unrecht  getan  hat  (cSi:). 
Danach  könnte  dr.tOSf^arj.i  vielleicht  auch  Fehler  für  drjv/.r^a'xi  sein; 
vgl.  Syr.  an  der  verwandten  Stelle  10,6,  wo  Gr.  ähnlich  wie  hier 
übersetzt.  —  oh:  -ro-ov]  vgl.  zu  4,  5.  —  vojxwj  Lat.  timori  (vgl. 
zu  1,  26).  Gemeint  ist  das  Gebot  Lev.  19, 17  f.  —  248  70  i.  f. 
add.  a[x-/;vrp  (=  7';x7jvic)  ^svojasvoc.  —  Syr.  für  b:  und  nicht  auf 
jedes  Wort  glaube  ihm  (aus  v.  15). 

20.  21.  Lat.  praem.  ([uia.  —  Syr.  praem.  Worte  der  Weis- 
sagung (snrnjn)  und.  Vgl.  das  Verderbnis  in  v.  17  b.  Vielleicht 
stand  da  als  Ueberschrift  nsu:  "^21  (vgl.  24,  33  und  zu  50,  27). 
Indessen  steht  s'nr;:  47,  17  für  nrSo.  —  xupioul  Syr.  Gottes  (Ambr. 
w  Maus,  des  Herrn).  Lat.  add.  et  in  iila  timere  deuni.  Vgl.  Syr. 
für  b:  und  die  Furcht  Gottes  —  die  ist  V/eislieit.  —  sv  braucht 
nicht  auf  ein  2  zurückzugehen  (vgl.  zu  21,  6). 

22.  248  70  157  308  Syr.  om.  x7.i  1«.  —  Syr.  für  a:  nicht 
ist  weise,  wer  Jjöse  ist.  —  70  106  k  157  307  S""AC  254  155 
308  Sah.  Aeth.  Lat.  Syr.  om.  o-ou.  —  ßouXrj|  wohl  =  nifj?  (Ps. 
1,1  u.  ö.).  —  'f pov/jaicj  Syr.  einsichtsvoll. 

23.  laTiv]  =  ^"^  (Syr.  n'ü:).  —  Tcov/jpi'a]  253  23  70  richtig: 
•KavoupYta,  Theoder.  prudentia  uequitiae,  Syr.  smö'^tj?  =  nü"^)!-  — 
xat  auTTj  (so  ist  zu  accentuieren)  ßSsXuYfia]  Lat.  et  in  (Toi.  Sang. 
om.  in)  ipsa  exsecratio.  Syr.  welche  schafft  Sünde.  —  aocpi'a]  Syr. 

Smend,  Sirach-Koiumentar.  12 


178  Sir-  18,  28—20,  26. 

offenbar  sinn*;eniäös:  (an)  Sünden.  Iramerliin  ist  zweifelhaft, 
welchen  Ausdruck  er  las,  da  er  v.  23.  24  aus  Nachlässigkeit 
«nen  immer  wiederholt. 

24.  rjXTojfjLsvoc  (B'*''  68  -/;XaT-(u[xsvoc)  iv  auvissij  Syr.  KJ?no  TDn, 
also  wohl  j?no  iDn;  vgl.  3,  13.  13,  8  und  zu  25.  2.  —  s|x'foßoc|  nur 
hier  im  Sinne  von  gottesfürchtig.  Syr.  frei:  snen  |0  NScnon,  - — 
7r£j:>t33E'ju)y  iv  <ppiovr,(J3t  (A  a'jvsasi)  ]   Syr.  SyiO  Tn\   etwa  =  yiü  "im\ 

—  Kotf/otßoti'viov  vo|j.ov  (Lat.  add.  altissimi.  248  vo}ii[xot  u'{/i3tou)]  vgl. 
nii'n  nmj?  10,  19,  wonach  man  für  a  '"'''  NT  vermuten  darf.  Syr. 
verflachend  Nt;m.  —  Uebrigens  hat  Syr.  für  den  ganzen  Vers: 
es  ist  ein  Mangel  habender  an  Verstand,  welcher  entgeht  den 
Sünden,  und  es  ist  ein  Ueberfluss  habender  an  Verstand,  welcher 
sündigt.  Ich  nehme  danach  und  nacli  23.  25  an,  dass  a  und  b 
durch  K'"')  —  Uf''  eingeleitet  waren. 

25.  7.7.f/ißrjc]  vgl.  zu  16,  25.  35,  3.  —  Acceutuiere  ao-r,.  — 
äoixoc]  es  stand  da  ein  Abstractum,  wenn  -avoup-i-tot  =:  noij?;  vgl. 
V.  23  ab.  20,  11  ab.  —  Syr.  für  a:  es  ist  (einer),  der  klug  (onj;) 
ist  und  will  täuschen  (*SjiaS).  Vgl.  zu  17,  14,  wonach  wohl  ein 
Wort  wie  y^  dastand.  —  Siocatps^pajv]  Syr.  Dpj;na,  vielleicht  = 
'rncna.  Vgl.  LXX  Ps.  18,  28  oictcnps^sic  =  Sncnn.  —  /apiv  to-j 
£xcp5v7.t]  hier  ist  /ofpiv  =  h  oder  y^f^h  (38,  14),  beides  konnte 
nicht  nur  final,  sondern  auch  sxßatr/ccoc  gesetzt  sein.  Syr.  n'jjo'?, 
vielleicht  =  niSiS;  vgl.  8,19  {nh:D)  und  zu  14,7  sowie  Ps.  98,2. 

—  xpt'jxaj  =  actj'o,  d.  h.  Rechtschaffenheit. 

26.  -ov/jpsuo[i.£voc]  Syroh.  106  k  157  -opsuotxsvoc;  vgl.  12,11 
TTopsuYjtat  auYxsxu^oj?.  Syr.  einer  der  erscheint.  —  auYxsxucptb; 
ti-cXotvia]  Syr.  wie  ein  demütiger  {üT2f2)  und  wie  ein  zerbrochener 
an  Seele.  Man  könnte  an  ?jC2  denken,  vielleicht  stand  aber 
auch  hier  rraa  'hn.  Zu  «xsXavia  vgl.  mp  Ps.  42,  10  und  p^y^ip 
Mal.  3,  14  (Pesch.  n"«:":^^).  Er  geht  im  Habitus  der  Frommen 
einher.  —  Lat.  für  a:  est  qui  nequiter  humiliat  se  et  est  (Sang. 
Theoder.  Corb.  1  add.  justus)  qui  se  nimium  submittit  a  multa 
humilitate.  —  x«  ivxo?  auToüJ  Syr.  das  Innere  seines  Herzens. 
Ebenso  Syr.  1,30  für  xoipota,  also  stand  hier  wohl  laSl.  —  ^:Xr^pr,z 
(S*  106  k  TTAr^prJ  öoXou]  Syr.  ühz:  s'?«,  wohl  =  ,1010  abü.  — 
248  i.  f.  add.  -upwoouc. 

27.  Lat.  praem.  et  est  (Sang.  Corb.  1  Theoder.  add.  justus), 
Syr.  praem.  es  ist.    In  der  Tat  ist  wohl  von  einem  anderen  als 


Sir.  19,  24—30.  179 

in  26  die  Rede.  —  au7X'>fcov  (Grot.  au-f/ucptüv)]  B*  S  ^  ^°'"'®  "''  ctuy- 
xpu'fwv,  55  ctuYxszucpojc,  70  lOß  au^xuirrcov;  vgl.  LXX  Job.  9,  27. 
Lat.  qiii  inclinat.  Syr.  pnoi.  Pesch.  übersetzt  mit  p"i«  Lev.  20,4. 
Prv.  28,  27  (p)  D^'^yn,  und  vielleicht  stand  das  da.  Jedenfalls 
ist  der  Sinn,  dass  der  Hinterlistige  sich  blind  und  taub  stellt.  — 
106  k  7rf>o3(u7rto.  —  iTspoxwftovl  248  253  23  k  besser  sDsXoxwcpuiv, 
Lat.  fiogit  se  nou  videre.  Zu  vermuten  ist  ^innKi,  das  Jdc.  16,2 
in  etwas  anderer  Bedeutung  steht.  Syr.  schlecht:  und  er  sinnt 
(Kj?nnm)  Böses.  Er  dachte  an  np  l^n^.  —  okou  o6x]  248  70  oü 
sav.  —  -irpo'fUctctsi  tjs]  248  Syroh.  add.  xaxo-oi?(3at,  70  xotxo-oi/jCJci 
as  (aus  V.  25).  —  Syr.  für  b:  und  an  dem  Orte,  wo  sie  ihn 
nicht  kennen,  nennen  sie  ihn  einen  Rechtschaffenen.  Lat.  nur: 
quod  ignoratum  est.  Gr.  hat  eine  Form  von  ay  richtig  (vgl. 
üt.  25,  18),  Syr.  (oder  seine  vielleicht  glossierte  Vorlage)  sie 
falsch  verstanden.  Uebrigens  könnten  beide  nyn  'Sna  schlecht 
wiedergegeben  haben;  vielleicht  stand  aber  yjv  i^h  "Hi^sa  in  der- 
selben Bedeutung  da. 

28.  x7.t  (S"  om.)  savj  Syr.  richtig:  es  ist  (einer),  der  u.s.w. 
—  uTTo  £XaiTa)[xato?j  Syr.  n2  r\''hl  f?BO.  —  xwXutlrj]  vgl.  20,  21. 
Syr.  xS^no;  vgl.  zu  4,  23.  18,  30.  —  sav  sG^tj  xaipov  (Lat.  tempus 
malefaciendi)]  Syr.  und  wenn  er  findet  böse  zu  tun.  —  xocxoTroirjast] 
307  add.  aoi,  70  A^  add.  as. 

29.  70  Sah.  praem.  X0701  irapa^ioXÄv  (70  add.  toü  otuioo); 
vgl.  zu  20,  27.  —  Auch  das  Gegenteil  ist  wahr:  ein  kluger 
Mann  erkennt  die  Leute  an  ihrer  äusseren  Erscheinung.  —  Syr. 
für  a:  es  gibt  (einen),  den  vom  Aussehen  seines  Gesichts  unter- 
scheidet (i^'^c  =  mi?)  der  Mann.  Aber  der  Mann  soll  eben  er- 
kannt werden;  Activ  und  Passiv  sind  verwechselt.  —  drJj  dizoiv- 
xr^ato);  (vgl.  zu  34,  31)  -poaw-ouj  Syr.,  der  TrpoawTrou  in  a  aus- 
drückt, hat  hier  nur  h)2p  p,  wonach  ich  ne  nj:o  vermute;  vgl. 
SU  21,7.  —  s-iYvojail/jasTot'.  vor^jj-iuv]  Syr.  offenbar  richtig:  es  erkennt 
ihn  der  Weise.  —  Cleni.  AI.  paed.  III  3,  23:  xal  d-h  dr.ayzfiazu); 
avöpwTTou  £'ät','vtua&-/;cj£tai  avöpoj-oc,  wozu  0.  Stählin  31,3  Lat.  (s.d.) 
vergleicht. 

30.  cjToÄiatxoc]  Syr.  das  Aussehen  (aus  v.  29).  —  xai  ysXojc 
68ovtu)v]  ist  höchst  anstössig,  und  zwar  sowohl  deshalb,  weil  das 
Lächeln  zwischen  dem  Kleide  und  dem  Schritt  steht,  als  auch 
deshalb,    weil  in  den  drei  parallelen  Ausdrücken    der  erste  und 

12* 


180  Sir.  18,28—20,  26. 

dritte  7.vo,oo?  und  civflf/w-ou  bei  sich  haben.  (Jlem.  AI.  paed.  III 
5,  23  und  Chrysost.  ß,  7o(i  stellen  deshalb  das  Lächeln  der 
Zähne  hinter  die  Schritte.  Uebrigens  korrigieren  70  106  k  307 
Clem.  AI.  Chrys.  7.v!)f.a)-o'j  in  zoooc,  S'"  praem.  -oooc,  296  308 
lesen  ocvofjoc.  Für  [jr^ixot-a  (so  Syroh.  (23)  S  B  A  (55  254))  haben 
die  übrigen  (auch  Clem.  AI.  und  Chrysost.)  ßv;}!.«.  Aber  Syr.  hat 
für  xoti  ';iho:  oöovtojv  vielmehr  Mn2j?  sinö.  Gr.  verlas  etwa  mn'' 
Y^yr:{\gi.  zu  11,27)  iu  nit'ö  "['m  oder  nt^'o  "jinji.  Vgl.  sonst  21,20. 
—  Ausser  B  (70  k  296  308)  alle  7.v7.vvs).cr,  307  7.-7773X3?,  70  C 
add.  aoi.  Syr.  sie  zeugen.  Verwechselt  sind  wohl  nT  und  HT, 
rabbinisch  ist  hy  Tvr\  =  über  Jem.  aussagen.  —  Syroh.  253  23 
om.  xa,  das  auch  Lat.  Syr.  nicht  ausdrücken. 

20,  1.  Lat.  für  a:  est  correptio  raendax  in  ira  contumeliosi 
et  est  Judicium,  quod  non  probatur  esse  bonum.  —  3X37/0;]  Syr. 
NmJD:D;  vgl.  nn:in  16,  12.  —  (oc>7.roc]  Syr.  n\s\  Zu  vermuten  ist 
nnsj  (vgl.   15,  9)  =  die  sicli  (nicht)  ziemt. 

2.  r,\  vgl.  20,25.  22,15.  41,  12.  —  f>o[xouaÖ7i]  248  70  106 
add.  xpu-xöjc.  —  Gr.  ist  in  a  sinnlos.  Denn  nach  1  handelt  es 
sich  um  Fälle,  in  denen  Schweigen  das  Beste  ist.  Ein  gegen- 
teiliger Fall  müsste  anders  eingeführt  sein.  Syr.  nicht  ist  Güte 
(sniTis  =^  r\2rc)  dem,  der  zurechtweist  den  Frevler  {ühv;).  Gr. 
verlas  n^i^S  nnitt  i^s  in  n^2^rh  nr.iD  -\s;  vgl.  12,  3,  wo  nz'iD  den 
Dank  bedeutet  (s.  z.  12,  1).  Dagegen  könnte  hinter  r^  ti'jijLoOaÖat 
ein  ijnc  stecken,  das  aus  'iV)r2  (10,12)  verlesen  war.  —  Umgekehrt 
soll  dem,  der  seine  Sünde  bekennt,  die  Demütigung  der  Zurecht- 
weisung erspart  bleiben  (vgl.  8,  5).  —  a-o  akoL—wazwc]  Lat.  in 
oratione;  leg.  in  minoratione  (Thielm.).  Es  stand  da  nono  (==  vor 
Schimpf  vgl.  zu  41,  22),  das  Gr.  wie  v.  11.  19,  7.  22,  3  in  ncno 
verlas.  —  yMhAyr^a—.ai]  etwa  =  yjo''  ^=  er  soll  verschont  werden ; 
vgl.  Jer.  2,  25  und  zu  19,  28.  —  Syr.  schlecht:  und  der  gelobt 
wird  (nnni^'ö  =  Missverständnis  von  m'Ja  oder  mina)  von  wo  ihm 
nicht  ziemt  (=  xna?)  gelobt  zu  werden. 

3.  Hierher  hat  man  mit  Recht  das  unechte  Distichon  ge- 
stellt, das  248  70  hinter  v.  8,  Lat.  hinter  v.  4  hat. 

4.  Die  zweite  Vershälfte  findet  sich  ira  Hebr.  hinter  30, 20, 
ebenso  in  Codd.  B^  ^^'^-  Syroh.  253  23  70  106  68  55  254,  wo 
sie  vermutlich  aus  Gr.  II  stammt.  Die  Uebertragung  hat  ihren 
Grund    in  der  Aehnlichkeit    von    20,  4  a  mit  30,  20  b.     Deshalb 


Sir.  20,  1-6.  181 

war  aber  wohl  schon  zur  Zeit  des  Gr.  II  auch  v.  4a  nach  30,20 
übertragen.  Denn  oO,  20  Hebr.  ist  das  '2  'V  ]h  pyi  p  =  20,4a, 
obwohl  diese  Worte  30,  20  hinter  20,  4b  stehen  (so,  wie  ich 
sehe,  vor  mir  schon  Peters).  Syr.  hat  zu  30,20  nur  diese  Worte 
übersetzt,  nicht  das  121  d^d  it:'«:,  das  er  wie  das  Ul  ntflj?  p  in 
Anpassung  an  Gr.  übergeht.  —  pX3  pj  Syr.  zu  30,  20  kjömö  "["'S 
(=  W2),  dagegen  hier:  es  begehrt  ein  Eunuch  (zu  schlafen  bei  etc.) 
=  Gr.  sTriUutx-ra  suvo'j/oü.  Danach  lautete  der  Anfang  etwa  ':  iDn. 
Wenn  pxJ,  wie  J.  Levi  und  nach  ihm  Andere  behaupten,  auf 
Uebersetzung  des  hebr.  Textes  aus  dem  syrischen  Texte  beruhte, 
so  wäre  das  nur  aus  unbegreifliclier  Gedankenlosigkeit  zu  er- 
klären. Wahrscheinlich  haben  aber  die  Hebräer  |?2SJ  nach  dem 
aram.  XJ.':^'^o  gebildet,  auch  Dnn  ist  ein  Fremdwort.  —  nSinn  üv  f?] 
Gr.  d-o-otp U3V(ocrai  vsavioot.  Er  nimmt  den  Begriff  von  ph)r\2  in 
die  Wiedergabe  von  ]h  (p'^S?)  auf.  —  o:)ü2]  das  Wort  ist  auch 
aram.,  syr.  und  neuhebr. ;  vgl.  das  Verbum  34,21  und  Esth.  1,8. 
Dan.  4,  6.  Syr.  XJüfSw:,  Gr.  iv  ßia.  Die  Randlesart  hu2  beruht 
vielleicht  darauf,  dass  ü2ii  im  Targ.  für  hi:  steht  und  ein  Leser 
Aramaisierung  des  Textes  vermutete.  —  eci^'aj  Gr.  xpt;j.ata  (70 
zu  30,  20  -paY;xot-a,  aber  hier  xpt'jxot,  Lat.  Judicium  iniquum).  — 
Die  Glosse  in  30,20  )rf2  '^*p2t2  ^^^)  (vgl.  1  Sam.  20,  16)  las  schon 
Syr.  (mit  iT3  wie  der  Rand),  sie  beruht  auf  der  irrigen  Meinung, 
dass  vom  Richter  die  Rede  sei.  In  Wahrheit  handelt  es  sich 
ganz  allgemein  um  den  Versuch,  das  Richtige  mit  Gewalt  durch- 
zusetzen (namentlich  durch  unzeitgemässes  Reden),  und  das 
Tertium  ist  die  innere  Unmöglichkeit.  Deshalb  kann  die  gött- 
liche Strafe  nicht  in  Betracht  kommen, 

5.  Beim  Hebr.  finden  sich  v.  5 — 7  im  Cod.  C.  —  ^^] 
=  mancher  (vgl.  zu  4,21).  —  [ü2n]  3t^•m^  ty[''inöj]  Syr.  der,  wenn 
er  schweigt,  gehalten  wird  (nt^'nnö)  für  weise,  Gr.  aifoTttov  zdpia- 
xojxsvoc  orocpoc.  Aber  supiaxojxcvoc  ist  zu  stark;  vgl.  vielmehr 
Prv.  17,28.  Indessen  fragt  sichs,  ob  Gr.  anders  las  (vgl.  zu  35,16). 
—  D«^3:]  =  Gr.  [xi3-/iToc  =  Syr.  Njnoo;  vgl.  zu  37,  20.  —  mn 
\)n^]^]  lies  nr:.  Syr.  nn^iti^T  SXJ1D2,  Gr.  d-h  tüoXXtjC  lotlm  (248 
70  Sah.  add.  ctoxotj);    vgl.  zu  6,  35  und  zu  13,  11. 

6.  pNö]  Gr.  oü  Y7.p  i'/ci.  —  njj;c]  die  Rede  des  Weisen  ist 
meistens  Antwort  auf  Fragen;  Lat.  freilich:  sensum  loquelae. 
Vgl.  Prv.  15,  23.  16,  1.  —    nsi  ^d]   =    denn    er   bedenkt.     Gr. 


182  Sir.  18,  28—20,  26. 

nach  öfter  vorkommender  Verwechslung:  ctowc.  —  Syr.  für  v.  6: 
es  ist  (einer),  welcher  redet,  wo  es  sich  nicht  schickt  (sSl)  zu 
reden.  Das  ist  vielleicht  eine  Glosse  zu  v.  7  b,  durch  die  v.  6 
verdrängt  wurde. 

7.  crn]  Gr.  avUpwTro?  (s.  z.  3,  17)  aocpo^.  —  8yr.  für  a  frei 
nach  b:  und  ein  weiser  Mann  (=  Gr.)  beobachtet  die  Zeit.  — 
h'ü^l]  Gr.  0  fjz  Äa-iatT)?  (B*™«''K-  adnot.  '{/sü^xr^c,  Syroh.  wc'^pa  = 
Ä£7:i3TT^c,  70  157  296  308  k  '^°"-  aaÄiriaTr^c,  Lat.  lascivus)  xal  acppojv. 
Syr.  der  übermütige  (sma  vgl.  zu  15,8)  und  der  frevelhafte  (Ambr. 
w  Maus,  der  frevelhafte  und  der  übermütige)  Mann;  vgl  |>Sl  11 
35,  18.  Aber  auch  XotTriaxTp  7.y.(  ist  schwerlich  Zutat  des  Gr. 
Vgl.  zu  23,  8.  Uebrigens  findet  sich  XanatTjC  nur  hier,  /Amaiia 
einmal  bei  Cicero.  —  lat^'"'  ah]  Syr.  ebenso,  Lat.  non  servabunt; 
dagegen  Gr.  uTrsfißrjasxat,  aber  ou  auvxr^f^r^asi  hat  sich  in  248  70 
106  zu  18,  27    erhalten  (s.  d.). 

8.  Äo-j'fo]  k  Chrysost.  V  433  (nach  Parsons)  iv  Xoy«>,  A  106 
157  296  308  Clem.  AI.  paed.  11  6,  52  Xoyov;  Syr.  nnw.  Es 
stand  wohl  da  n^ii^  oder  n2i;  vgl.  Gr.  Syr.  zu  11,8.  13,11.  22,13 
und  zu  37,  20.  —  ßoeXu/Or^acxat]  Chrysost.  ixtar^flr^sexai.  Clem. 
AI.  wohl  ursprünglicher  ßoc/jjxxe-oti  X7;v  ']'u■/r^v  aoxou,  Lat.  laedet 
(-it)  animam  suam.  Vgl.  zu  18,  23.  Syr.  für  a:  es  ist  (einer), 
welcher  wegen  der  Menge  seiner  Reden  gehasst  wird.  —  sv- 
ö^o'jaiocCofxövo?]  Syr.  KSjno;  vgl.  zu  35,9. —  jxtar^ör^cjcxczi]  Syr.  wohl 
genauer:  es  wird  gehasst  sein  Leben;  vgl.  25,  2. 

9.  c'joota]  vgl.  nnSi'a  38,  13.  —  avopi  (248  70  106  add. 
a[xapx(uXw)]  Lat.  viro  indisciplinato.  Die  Verkehrtheit  des  Zu- 
satzes leuchtet  ein.  —  Syr.  für  a:  es  ist  etwas,  das  zum  Bösen 
des  Mannes  ist.  Das  ist  abgesehen  von  dem  Fehler  am  Anfang 
richtig,  und  Gr.  danach  zu  erklären,  sofern  sv  (Syroh.  om.)  =  '7; 
vgl.  zu  10,  18.  —  £'jf>E]x7.  (29,  6)J  Syr.  snw  (Reden),  lies  «nn:«^ 
(Fund);  so  hier  Syroh.  und  29,  6  Syr.  —  d;  iXaxxojsiv]  Syroh. 
add.  auxou  (Suffix),  Syr.  welcher  zu  seinem  Mangel  (ruiDinS). 

10.  11.  Statt  dieser  Verse  hat  Syr.:  (denn)  wie  du  einen 
Stein  auf  Vögel  wirfst  und  sie  verscheuchst,  so  vernichtest  du 
die  Liebe  deines  wahren  Freundes  und  nicht  findest  du  sie. 
Vgl.  dazu  22,  20.  Offenbar  gehört  das  nicht  hierher.  Aber  die 
Ordnung  der  Verse  ist  auch  im  Gr.  gestört,  v.  10  steht  an 
falscher  Stelle,    wahrscheinlich  gehört  er  vor  v.  12,  wo  es  sich 


Sir.  20,  7-13.  183 

wie  hier  um  Wohltat  handelt  (s.  u.).  Somit  gehören  10.  12.  13 
ebenso  zusammen  wie  14.  15.  —  Xusi-c^asij  s.  z.  14.  —  Lat. 
drückt  (301  nicht  aus. 

11.  IXot'xTwaic  =  lün,  und  dies  Fehler  für  lün  (Schimpf); 
vgl.  zu  V.  2.  —  A  Sah.  lesen  i/vocxxwv;  vgl.  aber  zu  19,  24.  — 
fv£X£v]  =  Tiayn  oder  '^'7:2  =  verursacht  durch. 

12.  23  (Parsons)  x7.i  sanv  aTuo-'.vvjtov,  Theoder.  et  est  res- 
tituens.  —  enrTotirAaatov]  vgl.  32,  13.  —  Man  versteht  den  griechischen 
Vulgärtext  dahin,  dass  mancher  viel  für  wenig  zu  kaufen  meint, 
aber  nachher  siebenfach  bezahlen  muss  (=  Unglück  in  vermeint- 
lichem Glück).  Aber  das  anfängliche  Meinen  des  Käufers  ist 
durch  nichts  angedeutet,  und  wenn  er  für  geringen  Preis  gekauft 
hat,  kann  er  nicht  nachträglich  siebenfach  bezahlen.  —  Syr.  für 
a:  mancher  leiht  (mS:  rtJp)  viel  wie  (::  2)  wenig;  d.  h.  er  nimmt 
eine  grosse  Wohltat  hin,  als  ob  es  eine  kleine  wäre.  Für  mS 
scheint  zu  sprechen,  dass  ühu^,  das  in  b  gewiss  stand  (vgl.  32,13. 
8,  13),  im  Kanon  für  die  Bezahlung  eines  Kaufpreises  nicht  vor- 
kommt, wohl  aber  für  die  Bezahlung  von  Schulden  und  für  die 
Erwiederung  von  Wohltaten;  vgl.  Ps.  37,21.  Zu  vergleichen 
ist  aber  auch  Mibchar  ha-peninim  ed.  Filipowski  p.  59, 50  ''Ö 
JDVM  3in  n:pti^.  Hiernach  halte  ich  dyj^A'^uy^  für  richtig  und  lese 
in  b  mit  23  Theodor.,  obwohl  da  vielleicht  nur  eine  glückliche 
Korrektur  vorliegt,  Syr.  mit  der  Vulgärlesart  stimmt,  und  oben- 
drein a'jxa  (Syr.  rh)  als  schlechte  Zutat  betrachtet  werden  muss. 
Käufer  und  Zahler  ist  beide  Mal  der  Wohltäter. 

13  findet  sich  im  Hebr.  in  Cod.  C  hinter  37,26;  Syr. 
om.  —  253  nur  aocpoc.  —  in  12^122]  =  mit  wenigem.  Gr.  h  Ä070), 
aber  so  nur  B  (308),  die  anderen  (auch  Lat.)  sv  loyAz  (Syroh.  M"iSo2), 
dagegen  253  sv  oX-'^otc.  Danach  ist  wohl  iv  oXqoic  )/>,'0'c  anzu- 
nehmen. Vgl.  den  ähnlichen  Fall  37,  20.  —  Wc:  [rns"]]  von  iii'c: 
kann  3MS''  kaum  getrennt  werden.  Der  Abschreiber  setzte  es  aus 
Versehen  an  den  Anfang,  korrigierte  es  dann  in  D:n;  ob  er  nMK"' 
irgendwie  nachtrug,  lässt  der  Zustand  des  Blattes  nicht  erkennen. 
Vgl.  zum  Ausdruck  4,7  und  3,17.  Gr.  hier  wie  4,7:  sctuxov 
KpoacpiXry  -rjir^azi  (307  Lat.  -oisi,  253  nur  -poscpiXsr  sauxov).  — 
licti'^  — nma]  Gr.  //ipixc?  (v.  16.  12,1.  8,19  vgl.  29,15)  — 
£x/'jf)r^(3ovxai.  Der  Fehler  "['icti^''  statt  "rci:''  ist  in  falsclier  Analogie 
aus  a  eingedrungen,  "[ctr  hier  wohl  =  wegwerfen  (vgl.  Thr.  4, 1). 


184  ■  Sil'-  18, 28—20,  26. 

—  Hinter  "["icti>''  ist  eine  Inleipuiiktion  nicht  deutlich  zu  erkennen, 
aber  der  Zwischenraum  ist  so  gross  wie  bei  einem  Versende. 
Es  ist  deshalb  nicht  zu  billigen,  wenn  J.  Levi  na^n  als  c:n  zum 
Vorigeu  zielit,  zumal  auch  Gr.  nicht  dafür  spricht. 

14.  X-joftteXT^asi]  Syr.  x^iti»,  d.  h.  sie  ist  gleich;  aber  Syr. 
liat  wohl  mti^  (=  sie  nützt;  vgl.  Esth.  8,  8  und  targ.  i^w)  un- 
verständig übernommen.  —  croij  24<S  70  add.  ly/fiöv-i,  24b  70  106 
add.  6[xo»juc  OS  X7.1  ß7.3/avo'j  oi'  7.v7'yx-/jv  (248  106  add.  aOtoü). 
Syr.  hat  für  aoi  (vgl.  v.  10)  offeubar  richtig  „ihm"  (vgl.  15d. 
16.17.).  —  avi}'  hh;  r,r,)Xr,i  (70  -oXXa,  248  70  106  praem.  st;  lo 
Xaßstv)]  Lat.  septemplices  sunt,  Syr.  sind  siebenfältig  gerichtet 
(p-D)  auf  die  Vergeltung  (sm:j,mE'7).  Vielleicht  beruht  sie  xo  XotpsTv 
nur  auf  (richtiger)  Korrektur,  aber  nach  Syr.  stand  da  wohl  hv 
üihp  oder  dgl.  (vgl.  Jer.  22,  17).  Uebrigens  ist  entweder  avU' 
svoc  -oXXot  aus  SK-7.i:X7Citov£c  geändert,  oder  Lat.  fusst  auf  Gr.  II. 
Vgl.  sonst  Hexapla  zu  Ps.   119,  164. 

15.  Zu  a  vgl.  J.  Berachoth  IV,  2  'r\yr''Q  cnc^m  rEij?«  crun^K^. 

—  ovstoiasi]  vgl.  zu  18,  18.  —  (u;  '''-^/P'^^J  ^^h.  praem.  gegen  dich 
(vgl.  22,  22).  Syr.  und  er  redet  was  böse  ist  und  schwatzt  (2iD 
vgl.  4,  25).  Nach  Gr.  könnte  man  T^^*^  (vgl.  Am.  4,  5)  oder 
einfach  'Tc  (Dan.  3,  4)  vermuten.  Das  Ausposaunen  der  Wohltat 
ist  die  schlimmste  Beleidigung  des  Empfängers.  —  Lat.  für  b: 
et  apertio  oris  illius  inflammatio  (DS  inflatio)  est.  —  a-7.'.Tr^3s'] 
Syr.  ynn,  etwa  =  K^n.  —  Syr.  setzt  hinter  c  hinzu:  und  seine 
Wohltat  (Kn^2J)  ist  eine  Wohltat  der  (d.  h.  auf)  Wiedervergeltung. 

—  av^pwTTOc]  307  avUpojTToic,  248  70  106  xupioi  (106  i)s(i3)  xat  avÜpo)- 
uot?.  Syr.  für  d :  diejenigen,  die  so  sind,  Gott  und  den  Menschen 
sind  sie  verhasst.     Vgl.   10,7.  12,6. 

16.  17.  Lat.  für  a:  fatuo  non  erit  amicus,  und  in  b  und 
c  illius  für  ;xou;  S  hat  in  b  ^uto-j  (Aenderungen  nach  v.  17).  — 
o'jx:  u-«p/stj  Syr.  r\''h  —  |\s\  —  Zu  b  vgl.  12,  1.  Syr.  irü  n^Sl 
^T\yi^vh  =  'toibS  nai53  psi.  —  oi  saiiov-s?  lov  ocp-ov  [xouj  Syr.  ''»nS  "'S:»; 
vgl.  Ps.  41,  10.  —  cpauXoi  YÄtosaiTj]  vgl.  cpau/aaixoc  /si/iojv  Jes.  28,11 
für  TVLii^  "Jj;'?,  und  970X01  für  \)h  Job.  6,  3.  Aber  Gr.  ist  hier 
schlecht,  der  Tor  darf  nicht  wissen,  dass  seine  Gäste  ihn  ver- 
höhnen. Gut  dagegen  Syr.:  sc«n  n>w  i\s  (wie  steiniger  Fels) 
=  v'^D  |U^:  (vgl.  zu  40,  15).  Die  Tischgenossen  sind  steiniger 
Boden,  unfruchtbar  =  undankbar.  Vgl.  Mibcharha-peninim  11,71 


Sir.  20,  14-19.  185 

(ed.  Filipowski):  c^jzsn  h';  c'Z':r.  hv  ni^'s:  r))22hn  h];  rhz):  innnr. 
—  -037//.'.?  xc(l  oao']  Syr.  nnrs  nSs  (aber  wie  ihn?).  Die  Adversativ- 
partikel ist  wohl  schlechte  Zutat;  der  Ueber^ani;-  aus  der  Rede 
des  Toren  in  die  eiirene  braucht  nicht  eingeleitet  zu  sein. 
Uebrigens  vermute  ich  nsDl  nss.  Vgl.  zu  19,  15  und  z.  B. 
Ps.  78,  40,  die  Verdoppelung  findet  sich  im  Neuh'  bräischen.  — 
xotTaYsXasoyrai]  Syr.  pp'i^l  —  aoToO]  Aeth.  |xo'j. 

18.  Schon  Höschel  hat  den  Spruch  des  Zeno  bei  Diogen. 
Laert.  verglichen:  /.iOcittov  civzt  t(o  -ool  oXiaUatVi'.v  y,  ty  •;ho'j'j'y. 
(vgl.  weiter  Mei.ssner  ZDMG.  94,  183).  Reifmann  (bei  Cowley- 
Neubauer  p.  XXX)  vergleicht  Mibchar  ha-peninim  Xo.  357  (= 
p.  38,27  ed.  Filipowski):  f.Siy:2  mo  sSi  .r/i^h  pS?i':2  msn  m«  iok 
u>''"2  |.":;S  xc-i^  "iS;"i  i'.Sif':!  AUfui  rü'  u'^^'h  pSK>:3  "r  .lS:"i.  Aber  nach 
dem  Folgenden  handelt  es  sich  hier  um  Harmloseres.  Uebrigens 
ist  d-rj  eoaciouc  nicht  anzufechten;  der  eine  fällt  über  einen 
Gegenstand  am  Boden,  der  andere  über  seine  Zunge  (vgl.  zu 
19,  Iß).  Ist  Gr.  wörtlich  übersetzt,  so  war  ein  \Tin2  oder  dgl. 
zu  subintelligieren.  Lat.  schlecht:  lapsus  linguae  fal^^ae  quasi 
qui  (in)  pavimento  cadens.  Ganz  abweichend  Syr.:  wie  Wasser 
das  ausgegossen  wird  auf  einen  steinigen  Felsen,  so  ist  die 
Zunge  des  Frevlers  inmitten  der  Frommen  (sp'T).  Aus  v.  16 
war  in  seiner  Vorlage  vhz  ]'^  hv  eingedrungen;  es  ist  kaum 
denkbar,  dass  Sirach  jenes  Bild  hier  wiederholt  hätte.  Am 
Anfang  sind  vielleicht  pSti>:  und  jiCti*:  verwechselt,  in  b  pSi^'z 
und  p;i*S.  —  o'jtojc]  =  das  eben  Gesagte  gilt  für  einen  Sturz 
der  Göltlosen,  den  die  Frommen  immerfort  erleben  können.  — 
xaT7.  3-o'joYjV  -?;?£'.  (55  254  om.)]  vgl.  21,5.  Die  Differenz  mit 
Syr.  ist  nicht  aufzuklären. 

19.  a/^-f^'-;]  vgl.  dyarÄ'j-Mz  18,  18  und  sie  a/7f>i3Ta  29,  25, 
bes.  eucharis  im  Lat.  an  der  sinnverwandten  Stelle  6,  5.  Gr.  las 
danach  vielleicht  \n  nS:;  vgl.  /apt?  37,  21  und  zu  21.  Iß.  Jeden- 
falls ist  ax7.i,ooc  (vgl.  22,  6.  35,  4)  =  nj?  s'72.  Aber  Syr.  hat  für 
den  ganzen  Vers:  wie  nicht  kann  ein  Fettschwanz  (Kn''Ss)  gegessen 
werden  ohne  Salz,  so  ist  ein  Wort,  das  nicht  gesagt  wird  zu 
seiner  Zeit.  nSc  «Sa  .tS«  klingt  oi-iginell,  und  es  ist  nicht  un- 
denkbar, dass  Gr.  es  mit  avtlfioi-oc  a/ar>»c  wiedergab.  Uebrigens 
bietet  Syr.  nur  eine  Erweiterung  von  a,  und  Gr.  wird  in  b  nicht 
dadurch   verdächtigt,    dass  24b    ebenso  lautet.     Demi  das  kann 


Ige  Sir.  18,  28— 20,  26.     20,27—23,27. 

Schuld   des  Uebersetzers  sein.^ —  S  7.71011026x00,  23  307   dr.aiozori^ 
(s.  z.  V.  24). 

20.  d-h  !3TO|iaToc]  d.  h.  viel]eicht:  von  ihm  ausgehend; 
aber  Syr.  Sali. :  im  Munde  (vgl.  Prv.  26,  7).  —  a-oGoxiaacjUr^aexcti] 
Syr.  hpm  (strauchelt;  vgl.  13,  23.  Prv.  26,  7).  Gr.  hat  wohl  frei 
übersetzt.  —  -7.f;o([:ioXrJ  Syr.  NnSo  (1.  sSno?).  —  Vgl.  15,  9. 

21.  ztuÄuotxsvoc]  vgl.  19,28.  18,30.  Lat.  qui  vetatur  (s.  z. 
18,  22.  30);  Syr.  der  bewahrt  ist  (is'7cnö).  —  Na(;h  Gr.  könnte 
b  höchstens  bedeuten:  er  hat  auf  seinem  Bette  keine  Gewissens- 
bisse. Aber  der  Ausdruck  befremdet,  und  der  Sinu  wäre  unbe- 
friedigend. Es  wird  nichts  gebessert,  wenn  man  nach  Lat.  oü 
fortlässt.  Syr.  für  b:  wer  ist  der,  der  ein  Gerechter  (sp^lT)  ist 
und  auf  seinem  Reichtum  ruht.  Vielleicht  ist  a-koO  Fehler  für 
irXouTou,  und  xaTav^yr^astai  Fehler  für  xateuiluvör^asioti  (49,  2),  so 
dass  da  stand:  piT  ^ö  iifj;  nmjom;  vgl.  süöuveiv  für  pni:  49,  9, 
imd  zu  dva-ctoai:   11,  19. 

22.  55  254  /ocpiv  alayßvr^q,  Syr.  nrnro  ja.  —  drJj  acppovo? 
TTpoawTT'ju]  248  Anton.  1041  Sah.  aro  Xrfyeu);  Trfyoaojrou ,  Lat. 
(Dubl.)  ab  imprudenti  persona  und  personae  acceptione.  Syr. 
wegen  (p)  Bedeckung  (^Dis)  seines  Gesichts.  Das  Gesicht  ist 
aber  nicht  das  eigene;  übrigens  könnte  ^D)2  =^  mos  (Gen.  20,  16) 
sein,  das  aus  niDJ  (Ps.  4,  7)  =  JM<\if  verlesen  war.  Vgl.  4,  20. 
22.  42,  1.  —  dizrAeX  auxr^v]  Syr.  er  kommt  um  (löJ). 

23.  ydfAv]  Syr.  p;  vgl.  29,  7.  —  '^(km]  Syr.  man;  s.  z. 
37,  6.  —  Er  kann  sein  Versprechen  nicht  halten,  b  =  29,  6d.  — 
ixir^aaToJ  Syr.  KJp;  vgl.  mp  6,7. 

24.  [xtoixoc  TTovr^poc]  Syr.  etwas,  das  böse  (fi^'yi  Dio).  Viel- 
leicht war  DW  geschrieben  DIN»  (Dan.  1,  4.  Job.  31,  7),  das  er 
mit  noiSö  verwechselte.  —  Syroh.  253  23  k  avOpojirotc.  —  248 
106  £v  ö^  atotxaTt,  Lat.  Syr.  et  in  ore.  —  68  70  aTrottosui«),  Syr. 
des  Toren  (vgl.  zu  v.  19).  —  svosXs/isOrjasTott]  Syr.  sie  ist  viel; 
vgl.  zu  23,  10. 

25.  Syr.  er  begehrt  (:iJinö)  zu  stehlen,  auch  zu  lügen, 
und  seine  beiden  Wege  werden  Schande  erben  lassen  (pmu  vgl. 
6,  1  Hebr.).  —  Danach  ist  atpstov  vielleicht  =  nom  (vgl.  zu  11,31). 
—  Tj]  s.  z.  V.  2.  —  6  svoeXs/^wv  -j^cuosi]  vgl.  cyo  n^c\  3*3  i3n, 
-3  ^{j?i^.  _  a~(uXciav  ist  trotz  Prv.  19,  5.  9  zu  stark  wegen  v.  26. 
Es  ist  w^ohl  blosse  Uebertreibung  des  Gr.;  vgl.  5, 14 — 6, 1,  wo 


Sir.  20,  20—26.  1  87 

wie  hier  Lügner  und  Dieb  ziiftainmeügeötellL  bind,  und  sonst 
4,  13.  37,  26.  Dagegen  gehen  „die  Wege"  des  Syr.  vielleicht 
auf  rjOos  V.  26  zurück. 

26.  r;f)o?]  Syr.  denn  das  Ende  (mms:  nnnx).  Das  ist 
offenbar  richtig,  da  ms  auch  im  Sinne  von  Schicksal  hier  nicht 
passt;  vgl.  vielmehr  3,  26.  Syr.  zu  1,  13.  21,  10.  7,  13.  —  a-iixiotj 
Syr.  schlecht:  zum  Fluch;  ])hp  (vgl.  6,  1)  war  verlesen  in  nhhp. 
—  Syr,  für  b  schlecht:  und  seine  Schande  kommt  mit  ihm  um 
(Tan:  n3«n?).  —  Vgl.  41,  6. 


IX.    20,27  —  23,27. 

Die  AVeisheit  wird  empfohlen  durch  den  Hinweis  auf  den 
Erfolg,  den  ihre  Jünger  am  Fürstenhofe  haben  (20,  27  —  31  =^ 
3.  I  2).  Die  Rede  handelt  von  der  Gefahr  der  Sünde,  d.  h.  des 
Unrechts  (21,  1—10  =  1.  2.  2.  1.  |  2.  3.),  sodann  von  der  Un- 
belehrbarkeit des  Toren  (v.  11 — 17  =  2.  2.  2.  2),  seiner 
Zuchtlosigkeit  im  Auftreten  und  im  Reden  (v.  18 — 28  =  2.  (1). 
1  I  3.  I  2.  2).  Die  väterliche  Erziehung  soll  nach  Möglichkeit 
diesem  Unheil  vorbeugen,  der  Weisheitslehrer  kann  aber  keinen 
Toren  bessern,  man  muss  ihn  aufgeben  und  ihn  meiden  (22,1  — 15 
=  2.  I  3.  I  1.  2.  I  3.  I  3.  I  2).  Ihren  Abschluss  finden  diese  Be- 
trachtungen in  der  Gegenüberstellung  der  Furchtlosigkeit  des 
Weisen  und  der  Verzagtheit  des  Toren  gegenüber  der  Gefahr 
(v.  16 — 18  =  2.  1.  2).  Es  folgen  Mahnungen  zur  Treue  gegen 
den  Freund,  die  namentlich  durch  böse  Nachrede  verletzt  wird 
(v.  19—26  =  2.  3.  !  2.  (1).  2).  Hieran  schliesst  sich  ein  Gebet 
um  Bewahrung  vor  unbedachtem  Reden  und  vor  Sünden, 
namentlich  vor  fleischlichen  Begierden  (22,  27 — 23,6  =  2.  1.  |  2. 
2.  1.  I  2).  Mit  neuem  Aufruf  an  die  Hörer  fügen  sich  hieran 
Warnungen  vor  leichtsinnigem  Schwören,  Gotteslästerung  und 
Zoten  (v.  7—15  =  2.  3.  3.  |  2.  3.  2),  Unzucht  und  Ehebruch 
(v.  16—27  =  4.  I  3.  4  1.  !  3.  3.  2).  —  Im  Ganzen  hat  dieser 
Abschnitt  strafferen  Zusammenhang  als  der  vorige,  aber  er  zer- 
fällt dabei  in  viele  kleine  Stücke,  die  in  sich  geschlossen  sind. 
Vgl.  die  Ueberschrift  zu  20,  27. 

27^ — 29  handeln  von  dem  Einfluss,  den  der  Weise  am  heid- 
nischen  Königsshofe    gewinnt    und    der   unter  Umständen    dem 


188  Sir.  20,27—23,27. 

jüdischen  Volke  zu  gute  kommt.     Vielleicht  wird  damit  auf  be- 
stimmte zeitgeschichtliche  Vorfälle  angespielt. 

27.  Die  Uebei'schi-ift  Xo-j'ot  -o!f>7.|5oXwv  fehlt  in  Co.  Syroh. 
253  23  70  106  157  Lat.  Sah.  (vgl.  zu  19,29),  dagegen  hat  307 : 
Xo^ot  i'tspoi  (vgl.  zu  18,30)  xo-j  autoG  KC(f<7.[iio/.*oy.  Syr.  für  a: 
der  voll  ist  von  Sprüchen  (s'Sro  ühf2)  der  Weisheit  soll  wie  etwas 
geringes  bezeigen  seine  Seele  (nii'cj  sin:).  Wahrscheinlich  ist  am 
Anfang  zu  lesen:  sSron  übf2  (=  Worte  von  Sprüchen;  vgl.  zu 
18,  29.  30),  dann  ist  freilich  der  wahre  Anfang  des  Stichus  zer- 
stört.—  £v  X0701C  ist  wohl  mit  aocpoc  zu  verbinden  (vgl.  zu  9,  17 
und  18,29).  Las  Syr,  aya:;  dar^n  war  seine  Vorlage  wahr- 
scheinlich nach  V.  13  entstellt.  —  -podhi  (23  -poavakt,  70  (A) 
Aeth.  7rf>D3a;ci)]  der  Ausdruck  bedeutet:  Jem.  zu  Ehrenstellen 
befördern.  Vermutlich  liegt  bei  beiden  Uebersetzern  freie  Wieder- 
gabe vor.  —  7.pE3si]  Syr.  er  wird  herrschen  über  (vielleicht  ver- 
schiedene Deutung  von  y^f^).  —  tisYiaxocvs;  (Syr.  danach  wnilt) 
sind  die  heidnischen  Oberherren  (vgl.  zu  8,  8). 

28.  Syr.  vac.  —  248  Sah.  Lat.  yt^v  auxou;  vgl.  Prv.  12,  11. 
—  Zu  a  scheint  b  schlecht  zu  passen.  Lat.  hilft  nach  durch 
den  Zusatz:  et  qui  operatur  justitiam  ipse  exaltabitur.  Aber  0 
dpscjxwv  [xöywxaciiv  ist  wohl  nachlässig  (nach  v.  27)  gesetzt  für 
„wer  die  Gewalthaber  richtig  behandelt."  —  ia}Acszxai  (Lat. 
effugiet)  äouiav  (70  k  A  aoixt'otc)]  244  55  254  add.  ay-o-j.  Aeth. 
gar:  er  nützt  sich  selbst.  Aber  es  handelt  sich  nach  dem  Zu- 
sammenhang schwerlich  um  die  Schuld  des  Weisen,  sondern 
um  die  des  jüdischen  Volkes. 

29.  Vgl.  Prv.  17,  8.  21,  14,  wo  ebenfalls  die  Begütigung 
der  heidnischen  Oberherren  gemeint  sein  dürfte.  —  csvia]  vgl. 
LXX  zu  2  Sam.  8,2.  6.  Hos.  10,16  (==  nmr:):  Syr.  wsmp.  — 
Swpa]  Syr.  snmti^;  vgl.  Dt.  16,  19.  —  dTroxucpXoTJ  Syr.  schlecht: 
sie  beschämen  (|Tn20  =  W'''?r  :  T2'Sr?). —  cjo'fwv]  Lat.  judicum,  Syr. 
om.  Wahrscheinlich  liegt  eine  Glosse  aus  Dt.  16,  19  LXX  vor, 
womit  Gr.  wörtlich  stimmt.  —  Syr.  für  b:  und  er  (oder  es) 
verschliesst  ("»zd)  den  Mund  und  macht  ein  Ende  (StiZ's)  der  Zu- 
rechtweisung. Der  Singular  der  Participia  ist  ohne  Beziehung. 
Vielleicht  stand  da  CDna  {=  'fiixoc),  das  Syr.  als  Participiimi  ver- 
stand; Gr.  könnte  wc  zugesetzt  haben  und  der  Knebel  des  Mundes 
Bezeichnung  des  Geschenkes  sein.     Aber  vielleicht  ist  der  Plural 


Sir.  20,27—21,4.  1^9 

iu  a  von  Gr.,  dem  Syr.  lol<ite,  eiugetragen.  üün  heisst  neuhebr. 
auch  Jein.  das  Wort  abschneiden.  —  iv]  106  k  s-t'.  —  a-otpsrsij 
das  Verbum  im  A.  T.  nur  hier;  70  c/.-oaTf)i'!>ci,  55  254  Chrysost_ 
'2,  829,  Antoji.  1041  dr^oax^A'^zi.  Das  letztere  Verbum  in  LXX 
öfter  für  n'^iti^n,  dem  das  h'C2f2  des  Syr.  (Syroh.  |'''7a2ö)  entsprechen 
würde.  Vgl.  sonst  n'iin  35.  17,  das  dort  freilich  anderen  Sinn 
hat.  —  ilz'dirjo;  (al.  ili'^yrjo:)]  es  stand  wohl  da  nn;in,  aber  im 
Sinne  Ton  Strafe. 

30.  31  kehren  41,  14.  15  wieder.  Vgl.  dort  den  hebräischen 
Wortlaut.  Zu  verstehen  sind  die  Worte  als  Selbstempfehlung 
des  Lehrers. 

21,  1.  Syr.  om.  —  aou  (248  om.)]  70  add.  oÄos/spto;  =ra- 
3Tps'];7.c.  —  Lat.  i.  f.  add.  ut  tibi  dimittantur. 

2.  (u^  d-h  -rvoaoj-ou]  vgl.  ''jc.^3  Lev.  16,37.  —  Syr.  für  a: 
mein  Sohn  (s.  zu  v.  1),  sehr  fliehe  vor  der  Sünde.  F.  Perles 
meint,  im  Syr.  sei  a  mit  v.  1  a  verquickt  und  ri-js»  mil  n-'j'uf  ver- 
wechselt. Basilius  M.  220,  15:  d-h  rcijoaio-oo  -juvotixo^  w^  7.1:0 
7rpo3tt)7rou  öcp£(o^  cpsu-j-s;  vgl.  Syr.  zu  v.  3.  —  iav  -j'apj  Syroh.  253 
23  55  254  Chrys.  3,  61.  4,394,  Ant.  817  om.  yap,  Lat.  Syr.  et 
si.  —  7:po33X%]  vgl.  12,  13  (mp).  248  lOG  add.  aux-Tj,  Chrys.  Tipo? 
aoTr/./,  Lat.  add.  ad  illa  (sc.  peccata),  Syr.  add.  zu  ilir.  —  70 
307  Ant.  817  Xsovtojv,  —  Vgl.  zu  c  Joel  1,6.  —  Syr.:  wie  die 
Zähne  des  Löwen  ist  die  Lüge.  —  dv7if>or;v-£c|  Max,  865  praem. 
xat',  Syr.  und  sie  bringt  um.  —  Vgl.  27,  10. 

3.  ü>c]  Syr.  om.  —  poia^otia  o-'j-ofi-o?]  Syr.  MT^iC  pm  sC'D; 
vgl.  LXX  zu  Jdc.  3,  16  (nrc  ^iit^  r\h)  2^n)  Ps.  149,6  (nrc'D  -n), 
Prv.  5,4  (nro  'n). —  -73a  dvojita  (70  106  Ant.  817  6t;x7.p-t7)J  Syr. 
die  Hure;  vgl.  zu  v.  2  und  Prv.  5,4.  —  xf  ~^T?iJ  A  Syr.  praem. 
x^r.  —  Vgl.  3,  28. 

4.  Syr.  vom  Morgen  bis  zum  Abend  (vgl.  zu  18,  26)  ver- 
wüstet (smna)  sie  (die  Kure,  resp.  er,  der  Frevel)  die  Wohnungen 
(sinö)  und  viele  Paläste  zerstört  sie  (Kipy).  —  x7-ot-X-/)Y[j.oc  findet 
sich  nur  hier  (wie  v.a-7.'];£uGrjxoj  26,  5).  Das  Wort  kann  ebenso 
gut  in  transitivem,  (was  der  Zusammenhang  verlangt),  wie  in  in- 
transitivem Sinne  Erschrecken  bedeuten.  Syroh.  snrSmpD  (Feind- 
schaft), Aeth.  Stolz  (oder  Zank),  Lat.  objurgatio  (Toi.  Sang,  cata- 
plectatio).  —  23  155  55  254  Lat.  u[3p£i?.  —  -kXoutov  ist  auffallend, 


190  Sir-  20,  27—23,  27. 

man  erwartet,  ..Palast  •,  .J^>iirg"  oder  ,, Stadt  ^  V^l.  -6f>",'ov  49,  12. 
Uebri^ens  sind  Gr.  und  Syr.  in  a  nicht  zusammenzureimen. 
o'jTU)^  kann  einem  blossen  )  entsprechen  (s.  z.  13, 20),  viel- 
leicht ist  es  aber  auch  nur  Ditto.üra[)hie  von  (tzXjojjtov.  —  248 
106  k  157  S«*  A  155  Sah.  u-£p-v.fot'v(ov.  ~  Lat.  für  b  (Dubl.): 
et  domus  quae  nimis  locuples  est  annuUabitur  superbia  und  sie 
substautia  superbi  eradicabitur.  Toi.  Sang.  Am.  haben  nur  den 
letzteren  Satz.  Nach  eradicabitur  und  Nipj;  des  Syr.  ist  für 
£pr^}j.(u&r^3s-c(i  zu  schreiben  s/piCaiör^asiai;  vgl.  3,  9.  49,  7.  Im  Sah. 
ist  ein  überschüssiger  mit  -/.yX  be.<<innender  Stichus  zerstört. 

5.  Der  Sinn  niuss  sein:  das  Gebet  des  vom  Reichen  unter- 
drückten Armen  wird  von  Gott  gehört  (:=  es  geht  vom  Munde 
zum  Ohre),  damit  ist  gegeben,  dass  Gott  ihm  zu  seinem  Rechte 
hilft.  Für  £x  az^iioL-o:  hat  Syr. :  wie  von  seinem  Munde.  Da 
Gott  vorher  nicht  genannt  ist,  so  sollte  au-roO  entweder  fehlen 
(Toi.'"  Corb.  1  om.  eius)  oder  hinter  3TO[iot-oc  stehen. —  xa-a  aTrouoTiv 
■/)c£t]  vgl.  20,18,  und  zu  to  xp-'act  cckoO  {=rczu^r2?)  Ps.  17,2. 
Aber  Syr.  hat  für  b:  und  vor  den  Richter  der  Ewigkeit  (oder 
der  Welt)  steigt  es  auf.  Abgesehen  von  ..der  Ewigkeit"  kann 
das  ursprünglich  sein.     Vgl.  Syr.  zu  32,  21. 

6.  iv  r/v£i]  Lat.  richtig  deutend:  vestigium  est;  vgl.  37,  25. 
43.1  und  zu  44,23c.  Aber  n:^  (vgl.  36,2)  war  als  Infinitiv 
und  nicht  als  Partizip  zu  verstehen.  Uebrigens  stand  viel- 
leicht rnpv  da  (vgl.  13,  26).  —  Syr.  für  a:  es  hasst  die  Zurecht- 
weisung der  frevelhafte  Mann.  —  x-jpiov  (A  xov  f)£ov)]  Syr.  Gott 
(w  vor  dem  Herrn,  Maus,  den  Herrn).—  zmazrji^izi  iv  xapoirt.  (248 
add.  auToü,  70  £x  xapot'oc*  «ütoü)]  Clem  AI.  paed.  I  8,  62  £-i3tp£''.5£i 
im  xapotav  autou,  Lat.  convertetur  (Am.  convertit)  ad  cor  suum. 
Sah.  wird  sein  Herz  bekehren.  Syr.  bekehrt  sich  von  seinem 
Herzen.  Es  stand  wohl  da  (iph  Ss  riy  ^  er  nimmt  es  sich  zu 
Herzen. 

7.  0  ouva-oc  Iv  -('Xiuaa/j]  könnte  hier  wohl  nur  den  Beredten 
bezeichnen,  den  alle  Welt  bewundert,  während  der  Einsichtige 
sich  durch  seine  Redekunst  über  seine  Irrtümer  (=  o)aai)or.tv£iv ; 
vgl.  19,  16)  nicht  täuschen  lässt.  Aber  im  Zusammenhang  ist 
von  anderen  Dingen  die  Rede.  Syr. :  der  Weise  gegenüber  {h)2p  p) 
von  seinen  Augen  erkennt  (vnriK'ö),  und  er  erforscht  (sp2)  im 
Augenblick     die     Frevler.        Danach     dürfte     aaxpoÖEv     falsche 


Sir.  21,  5—10,  191 

UebersetzuDg  von  nji^  sein  (vgl.  zu  19,  29);  übrigens  steht  öovotTo^ 
47,5  für  j?ir,  und  Gr.  könnte  Wj;'?  imj'itt'S  verlesen  und  dabei  die 
Worte  umgestellt  haben.  In  b  hat  er  wohl  ganz  frei  übersetzt. 
Syi:  Kp2  könnte  =  ipn  sein;  vgl.  zu  11,  7.  13,  11. 

8.  £v  /p/jfxaaiv  dXXoTfiiou]  8yr.  mit  dem  Vermögen  (x'7^^ 
vgl.  5,  1)  seiner  Genossen  (Mran;  vgl.  inyi  Jer.  22,13).—  coc  (Syr. 
om.)  ist  wohl  Zutat.  —  7.otou  -o-j?  Xt'üouc]  so  nur  B  (23),  dagegen 
248  (106)  lauTtü  (auxtu)  ICdooc,  308  -ou?  XiÖouc  auTto  und  253 
157  k  S  A  55  254  155  296  xoo?  /a'Öoac  oti:,-o':,  70  Xi'Öooc,  Sah. 
Sang.  Am.  Syr.  lapides.  Vermutlicli  gehört  oloxou  an  das  Ende; 
es  ist  umgestellt,  weil  es  zu  etc  /siawvot  nicht  passte.  Für  letz- 
teres haben  248  70  106  zk  yß>ii-''J-  ("/)?)  t-x^Tj?  czüto-j.  Syr.  für 
seinen  Steinhaufen  (iTü^S).  Natürlich  ist  -r^;  -ctcpr,^  zu  streichen. 
Vielleicht  stand  da  h:  (Jos.  7,  26.  8,  29.    2  Sam.  18,  17). 

9.-  ati--6ov]  =  nnj;j;  vgl.  Jes.  1,  31.  Mal.  3,  19.  —  Hinter 
auvr^7|xsvov  möchte  man  ein  Nomen  wie  ..Haufen"  vermuten,  das  an 
das  Aequivalent  von  auva^toYT^  anklang.  —  suva-ctu-f);  dvojjLcuvj  vgl.  zu 
7,  16  und  16,  6.  —  9X0?  -upoc]  vgl.  zu  8,  10.  —  248  106  i.  f. 
add.  zk  dmolziav.  —  Syr.  wie  ein  Aufstieg  von  Sand  (=  sandig) 
an  den  Füssen  des  alten  Mannes  (^  Entstelli'ng  nach  25,20),  so 
ist  die  Stärke  (pncpin)  der  Frevler  beim  (niS)  Feuer.  Danach 
ist  auv'ilziu  vielleicht  =  mpn;  vgl.  zu  43,  7  und  zu  7,  17. 

10.  ajfj.o(>aaa£v-/j  ix  /a'iiojv]  Übersetzt  man:  er  ist  mit  Steinen 
gepflastert.  Aber  ein  hebiäisches  "W  (Jes.45,  2)  oder  muf  (Jes. 
28,25)  mit  p  könnte  diesen  Sinn  nicht  haben.  Gepflasterte  Land- 
strassen kennt  der  alte  Orient  auch  nicht.  Indessen  könnte  sx 
Xi'öoiv  Missverständnis  von  pKO  (Jes.  62,  10)  sein;  obendrein  liest 
248  uTto,  Max.  1013  airo  für  ix.  Dann  ist  der  Weg  von  Steinen 
frei  gemacht.  Allerdings  hat  Syr.  für  a:  und  der  Weg  des 
Frevlers  (sy'iyi)  ist  Anstoss  (sn'^pin)  für  ihn.  Aber  das  scheint 
im  Vergleich  zu  Gr.  auf  einen  korrigierten  Text  zurückzugehen. 
Auch  scbliessen  die  Anstösse  auf  dem  Wege,  die  selbst  schon 
den  Untergang  herbeiführen,  und  die  Grube  am  Ende  des  Weges 
sich  eigentlich  aus.  Vgl.  Prv.  14,  12.  16,  25.  —  X7.1  i-'  ia/rhoi 
otüxr^c]  Syr.  weil  sein  (des  Weges)  Ende.  Vgl.  nnnnxi  Prv.  11.  11. 
—  ßoöpo,-  äöoü]  Syr.  tiefe  Grube  (Prv.  22,  14.  23,  27).  —  Lat. 
für  b:   et  in  flne  illorum  inferi  et  tenebrae  et  poenae. 


192  Sir.  20,27—23,27. 

11.  yo[j.ovJ  248  TU  106  add.  -/.uf/tou.  Lat,  justitiam  (s.  z. 
Ij22).  —  zaxofxpaxet  (24<S  70  Anton.  !)70  zf;7.-£r)  xol»  swor^fj-otioc  auToo] 
Syr.  mT  yhi^  (er  über\välti<;t  seinen  Willen).  Wahrscheinlich 
stand  hier  "inr  ^2)2;  vgl.  Syr.  zu  17,31.  Das  ist  um  so  eher 
zu  vermuten,  als  die  Vorlage  des  Syr.  zu  17,  31  wohl  nach  dieser 
Stelle  korrigiert  war.  £vvo-/j}j.a  in  der  Bibel  nur  hier;  vgl.  otavor^a^ 
23,  2  und  zu  15,  14.  üei'  Ausdruck  nr  ii»2:  findet  sich  Pirke 
Aboth  4,  1  (2)  und  öfter  in  der  neuhebräischen  Literatur.  — 
ao'fta]  218  ao'^r/c  -pocKr/j^t?;  vgl.  (ir.  II  zu  10,  21.  Lat.  sapientia 
et  sensus.  —  Gr.  ist  in  b  schlecht.  Das  Aequivalent  von  cruvTs/.sia 
hat  er  falsch  mit  dem  Folgenden,  statt  mit  dem  Aequivalent  von 
tjocpia  verbunden.  Syr.  ebenfalls  schlecht  und  wohl  nacli  anderer 
Vorlage:  und  wer  den  Herrn  fürchtet,  nicht  fehlt  (nom)  ihm 
etwas  (vgl.  35,  24  Gr.).  Ich  setze  auvTsÄsia  =  S'S:  (vgl.  45,  8), 
und  so'fta  (vgl.  Syr.  iDm)  =  nm»,  und  vermute  somit  S'Sd  "iDWl 
dmSx  nsT.  Vgl.  die  Wortstellung  37, 17.  So  ei-gibt  sich  zugleich 
ein  guter  Uebergang  zu  v.  12.  —  Lat.  om.  y.chL  —  Ben  Zeeb 
zitiert  den  Spruch  Kidduschin  30b:  ]'h2r\  min  "nsiz  pn  ir  TXi^ 

12.  Syr.  om.  —  •üotvoupY'^?]  Lat.  sapiens  in  bono.  —  is-i  2*^] 
248  add.  77'p,  die  übrigen  (ausser  B)  add.  oL  —  -iz^otav  (A''  -7.1 
0317.V,  70  k  X7.zr7.v)]  etwa  =  ^^Q.  Vgl.  zum  Ausdruck  31,  11.  — 
Lat.  für  b:  est  autem  sapientia  (al.  insipientia),  quae  abundat  in 
raalo  et  non  est  sensus,   ubi  est  amaritudo.    —   Vgl.   19,22.  23. 

13.  xataxÄü3;j.oc]  ist  trotz  47,  14  unmöglich;  Syr.  eine 
Wasserquelle  («"öl  J?l3a).  Offenbar  ist  b)2f2  aus  j;^^  verlesen.  — 
~r^'(r^  (248  add.  7.77?))  ^(lir^c]  Syr.  richtig:  lebendiges  Wasser 
(^  n'"'n  D'ö).  Das  Quellwasser  versiegt  nicht  wie  das  der  Cisterne 
(v.  14).  Uebrigeus  stimmt  b  bei  dieser  Lesung  zu  a  (-X-/;i)üvi)r^- 
a£T7i).  Lat.  setzt  dem  Sinne  nach  zutreffend  am  Schluss  hinzu: 
permanet.  ~  Vgl.  Jer.  2,13.  F.  Perles  vergleicht  M.  Aboth  II  10 
nnjn^  pj?»:  und  Aboth  VI  1  nnjnati'  m^)  pD',c  )i'n^  fya^  nv^v^). 

14.  s-f/a-a]  in  der  LXX  und  bei  Aqu.  und  Syimn.  für  3ip 
und  D''VO.  Aber  Lat.  cor  und  so  Syr.;  vgl.  ta  svxrk  =  Syr.  siS 
19,26.  —  <i.topoO]  Syr.  i^v^'^i  (ebenso  v.  16);  vgl.  Syr.  i^u^^z 
(22,11)  und  N'7r;(36,  5.  6).  —  d-Ci^Xoy  rjuvxsxpiafisvov]  Syr.  richtig: 
eine  löcherichte  (gebrochene)  Cisterne  (12:  "12);  vgl.  Jer.  2,  13 
on^K'i  nr\a2.     Derselbe  Fehler  Prv.  5,  15  LXX.  —  248  106  om. 


Sir.  21,  12—18.  193 

xotu  — -/.oatr^cjs'.]  wohl  =  S^r ;  vgl  Jer.  a.  a.  0.— 248  70  106  i.  f. 
add.  £v  Cwf  ot'j-oü.  Vgl.  dazu  den  übrigens  frei  übersetzenden 
Syr.:  und  alle  Tage  seines  Lebens  (Ambr.  sein  ganzes  Leben) 
wird  er  Weisheit  (xnazn  vgl.  36,  8 ;  Lat.  sapientiam,  DS  scientiam) 
nicht  lernen. 

15.  Xo-j-ov  aocpov]  wäre  wohl  =  n?p5n  la"].  Aber  Aeth.  Syr.: 
das  Wort  des  Weisen,  sprich  mit  106  Xo-jtjv  aocpmv  oder  lies 
ao'fotj.  —  s-tsTr^jxiuvj  wohl  =  h^2^f2  oder  p:j,  Syr.  verflachend 
KO^Dn.  —  aivsasi]  Syr.  xiio,  also  wohl  =  mr  =  er  gibt  Be- 
kenntnis. —  Für  ar.or.fxhq  hat  Syr.  27,  13  «mmo  (=  Frechheit); 
vgl.  zu  15,  8.  Gr.  las  wohl  yh  oder  ni.  Dagegen  hat  Syr.  hier: 
„und  es  hört  es  der  Tor;"   vgl.  248  70  106  T^xooasv  au-hv  dauvsxoc. 

—  xotl  aTir^pscjcv  otuToj]  Syr.:     wohl  besser:  und  er  lacht  darüber. 

—  dT:£aTps']>sy]  Syr.  er  wü'ft.  Tielleicht  ist  drs'ppt-j-sv  (Lat.  pro- 
jiciet  vgl.  6,  21)  zu  lesen,  aber  mch  dr.h-^jv^izv  könnte  =  in^'^Sif"! 
sein;  vgl.  2  Chr.  7,20  LXX  und  überhaupt  1  Reg.  14,9.  Ez. 
23, 35.  Nah.  9, 26.  —  o-i3(o  tou  vtuxou  a-j-ou]  Syr.  zu  einer 
von  seinen  Seiten.  Vielleicht  las  er  inx  Sk  für  nn«  ha  (2  Reg. 
9, 18  f.  u.  ö.)  und  verstand  z:  (so  Ps.  128, 3  statt  ):)  syrisch 
als  Seite. 

16.  s^r^yyjai?]  Syr.  «n'^yis:',  wohl  =  n''^  wie  oir^-f/jaic  und 
Olr^'(•q\^.a  (vgl.  zu  6,35).  —  [xwf-O'j]  Syr.  ayt^ri  (g.  v.  14).  —  S* 
om.  w?.  —  ©opTi'ov]  Syr.  eine  schwere  Last.  —  Ant.  928  x^'^'i' 
106  Lat.  yeikzciu  —  55  106  Lat.  ary^ou.  —  X^^tpic]  vgl.  |n  von 
Anmut  der  Rede  6,5.  Ps.  45,  i.  Prv.  22,  11.  Koh.  10,  12,  sowie 
Xdpi?  in  demselben  Sinne  37,21.  20,19  (s.  d.).  —  Syr.  für  b: 
und  alle  (Sj?:  Sd)  Rede  (sS'joo  s.  z.  23,  8)  des  Gerechten  (s.  z. 
10,23)  ist  Anmut.  —  DS  setzt  hinter  16a  hinzu:  contribulant 
minae  cor  sapientis,  stultus  autem  flagellatur  et  non  sentit,  qui 
docet  puerum  stultum,  contumeliam  facit  aequitati. 

17.  öiavor^ör^asTot!  (248  Syroh.  253  23  157  SAG  k  155  254 
Aeth.  Lat.  -aovxai)  h  xapoia]  Syr.  (und  auf  seine  Rede)  richten 
sie  (pö"'D:)  ihr  Herz;  vgl.  zu  14,  21.  —  Vgl.  übrigens  zu  38,33. 

18.  oTxo?  Yiavia[x£vo;]  Syr.  ein  Gefangenhaus  («TDK  IV2). 
Gr.  verwechselte  wohl  "loti^o  und  lüVfQ.  —  Syr.  om.  ouTtuc.  — 
dcuvsTou]  Syr.  richtig :  dem  Toren.  —  dSis^s-aa-oi  Xo-j-oi]  ist  auch 
falsch.  Nicht  besser  Syr. :  wie  Kohlen  (kioij)  des  Feuers.  Viel- 
leicht hatten  beide  einen  verderbten  Text  vor  sich.     Durch  das 

Smend,  Sirach-Kommentar.  13 


194  Sir.  20,  27—23,  2l 

Vorhergehende  und  Nachfolgende    ist  ein  Synonymon    von   „Ge- 
fängnis" oder  „Ketten"  erfordert.     Ursprünglich    stand  etwa  da 

19.  Syr.  praem.  wie. —  Trsocti]  Syr.  wie  ein  Netz  («riT^fö): 
vgl.  zu  6,  24.  —  70  106  k  157  S  C  55  254  155  296  Sah.  Syr. 
avov;Tou,  DS  stultorum  (stulti),  Lat.  stulto.  - —  S*  cm.  «i)?.  — 
/stpoTiEoaiJ  setzt  LXX  für  Cp*  und  ^23;  Syr.  NilD«.  —  sttI  /sipos 
Ss^iac]  Syr.  an  (auf)  seiner  Rechten.  —  Vgl.  6,  24  if. 

20.  7:c(vouf>Yoc]  Basil.  454,  25  aocpoc^  und  so  Lat.  Syr.  (vgl. 
zu  37,19.  31,11).—  \x6h:]  Syr.  ora.;  vgl.  zu  26,29  und  zu  29,6. 
—  T^au/fJ  Syr.  in  Ruhe  {m^:2  vgl.  nm2  12,  11).  —  {xstoiocast]  das 
Verbum  bei  Aq.  Am.  5,  9  und  bei  Symm.  Ps.  39,  14  für  Z'^hzi; 
Syr.  er  lacht.  —  Vgl.  Gr.  zu  19,  30.  —  Der  Vers  stört  den 
Zusammenhang  von  v.  19.  21  und  scheint  verstellt  zu  sein. 
Besser  stände  er  schon  hinter  v.  21,  Luther  stellt  ihn  hinter  v.  26. 

21.  xoaaoc]  vgl.  nj?  6,  30.  —  Im  Syr.  sind  Schmuck  und 
Spange  schlecht  vertauscht,  übrigens  hat  er  schlecht  „Hand"  für 
„Arm"  (vgl.  zu  v.  19). 

22.  23  werden  in  :i>npm:"'2*n  ap'iz  (ed.  Schönblum)  14a  zitiert. 

22.  B.  Nidda  16b  wird  aus  dem  Buche  des  Ben  Sira  ein 
Spruch  angeführt,  wonach  von  vier  verhassteu  Menschen  am 
verhasstesten  ist  cxno  'n'zn  n''2S  Djrii.  —  mnö]  ist  wohl  das  Ad- 
verbium, das  auch  Koh.  8,  11  als  Prädikat  zu  stehen  scheint. 
Gr.  ta/u?  (23  "V'^)-  —  ^Ji"-  für  a:  Die  Füsse  des  Toren  gehen 
schnell  hinein  in  das  Innere  (ebenso  v.  23)  des  Hauses.  —  u^^ii] 
ma'ic]  Gr.  (zyi)f>tü-o?  03  (Syroh.  om.)  -o/.'j-sipoc,  Syr.  und  der  weise 
Mann.  —  C''21  V^^^'']  Gr.  otis/uvör^OöTai  d-o  irpocrtü-ou  (248  dr'  auxoü, 
Sah.  add,  dvöpw-ojv),  Lat.  confundetur  a  facie  potentis.  Syr.  er 
beugt  nieder  (|nj)  sein  Gesicht.  Danach  ist  ^21  wohl  Fehler 
für  CJC.  Die  Bedeutung  sich  schämen  (vgl.  zu  4,  25)  passt  zum 
Hifll  und  zu  dem  blossen  d''JD  nicht.  Dagegen  wird  man  Syr. 
erklären  dürfen:  er  wartet  in  bescheidener  Haltung  die  Einladung 
ab.  Vgl.  das  Stehenbleiben  Gen.  18,  2.  Indessen  erscheint  es 
als  unumgänglich,  22b  mit  23b  zu  vertauschen.  Die  Umstellung 
ist  wohl  durch  den  Anklang  von  23  b  an  24  a  (s.  u.)  veranlasst. 

23.  nnzü]  vgl.  zu  14,  23.  Gr.  dr.o  Oupa^,  Lat.  schlecht: 
a  fenestra.  —  I2^2^J  Syr.  p-'i»,  Gr.  TrotpaxuTrxsi  (248  253  23  70  106 
-xu<j^£i,  Lat.  respiciet);  vgl.  14,23.  —  tf»"«^  ni22l]  vgl.  Prv.  20,3. 


Sir.   21,19—28.  195 

Syr.:  und  die  Ehre  des  Mannes.  Aber  Gr.  «vyjp  ös  TcsiraioeufAivo;, 
was  auf  ^^ah  "IDIOI  führen  könnte  und  zu  v.  24  a  passt.  Für 
Tf2V  rC22  (im  Hause  seiner  Verwandten)  hat  Gr.  scw  axr^aexon  und 
Syr.  „dass  er  steht  draussen  und  redet".  Das  letztere  ist  augen- 
scheinlich Zutat,  man  wird  aber  noyS  inn  oder  dgi.  herstellen 
müssen;  vgl.  Job.  39,  4. 

24.  dvBptüTTou]  Syr.  dem  Menschen  (vgl.  zu  v.  23).  — 
cppovifxoc]  Syr.  aü''2n,  ebenso  v.  25.  —  dxifjLia]  ausser  B  (308)  alle 
dxifjLiav.  —  Syr,  und  dem  Weisen  ist  schwer  {a^p)  seine  Schande. 
Ursprünglich  stand  aber  wohl  da  Vi's*  T2T  (Zach.  1,  11),  was 
etwa  in  |ri3  T22^  (vgl,  Esth.  1, 18)  verlesen  war. 

25.  y.st'm  Syr.  der  Mund.  —  dXXoxpiwv  (S'=*  dXXoxpta)]  248 
Anton.  993  iroXuXdXwv,  Sah.  von  Vielen  {=  ttoXXäv),  Lat.  wohl 
ratend:  imprudentium,  Syr.  ay^tif'.  Verwechselt  hat  Gr.  n*  mit  IT 
(s.  z.  35,  18).  —  ßapuv&r;a£xai  (106  k  C  -lovxoti)]  ist  aus  v,  24 
eingedrungen,  dafür  248  Syroh.  253  23  70  157  S  55  254  155 
Sah.  Lat.  Anton.  993  oi-zjYr^aovxai  (-asxat),  Syr.  er  redet.  —  iv 
xouxoi?]  Sah.  zu  ihm,  248  Anton.  993  xa  oux  otuxwv,  Lat.  stulta, 
aber  Syr.  mit  seiner  Seele  selbst  (nit^oJi  KOii^lJS).  Es  stand  da 
nti'cis  (lii^c:n)  =  mit  Leidenschaft,  oder  ein  vollerer  Ausdruck, 
wie  iiro:  mnn  Mi.  1,  3.  Vielleicht  ist  xoüxot;  (S*  xauxoic)  Fehler 
für  sauxoTc.  —  Syr.  für  b  z.  T.  wohl  genauer:  und  in  Gewicht 
(=  wohl  Abgewogenes)  redet  der  Weise.     Vgl.  28,  25.  16,  25, 

26.  Sah,  [ifopou  und  otuxoGi  (für  auxwy  P). —  Syr.  der  Mund 
des  Toren  ist  sein  Herz,  und  der  Mund  des  Weisen  ist  in  seinem 
Herzen.  Danach  haben  248  70  Lat.  Recht  mit:  sv  ok  xotpSia 
ari(fi(x)v.  —  aoziviv]  A  (ppovt'[xa)v. 

27.  dssj":;/,]  Syr.  der  Tor.  —  xov  saxavdv  (B'^  aaxava)]  Syr. 
den,  der  (an)  ihm  nicht  gesündigt  hat.  Für  den  Satan  oder  einen 
beliebigen  Gegner  des  Gottlosen  kann  nicht  Partei  genommen 
sein.  Vielleicht  ist  craxavdv  nur  Schreibfehler  (für  cjüvsxov  oder  dgl.). 
Vgl.  Prv.  26,  2.  Gen.  12,  3.  27,  29.  Num.  24,  9. 

28.  Wie  der  ungerechtfertigte  Fluch  auf  den  Fluchenden 
zurückfällt,  so  die  üble  Nachrede  auf  den  Verleumder.  —  ij.oXuv£r 
xYjv  ^u/Tjv  sauxoü]  vgl.  n:>c:  '^yjo  40,  29.  —  ö  -LiUupi'Ctuv  (12,  18)] 
248  70  Lat.  o  -^i'Oupo?  (vgl.  zu  5,  14).  Anders  als  an  den  ge- 
nannten Stellen  stand  hier  vielleicht  ^""DT  oderpiJ  (s.  z.  11,  29.  31). 
—  Ausser  B  (S  A  157  308)   lesen    alle  xal  (55  254  om.)  oo  i^v 

13* 


i96  Sir.  20,  27—23,  27. 

•Kczpoizr^a-^j;  vgl.  41,  19.  29,24.38,32.  mj,  das  vielleicht  auch  hier 
stand,  bedeutet  auch  verweilen  schlechthin;  vgl.  auch  Hebr. 
zu  42,  11.  —  Lat.  für  b:  et  in  omnibns  odietur  et  qui  (cum  eo) 
manserit,  odiosus  erit.  tacitus  et  sensatus  honorabitur.  Der 
letzte  Satz  bei  Anton.  989:  6  aqrjpoc  xal  vor^txwy  Ttarjc  a^itoör^asToti. 
—  Syr.  unwillig  {üp''''V  etwa  =  b^io)  ist  die  Seele  des  Weisen 
(=  falsche  Deutung  des  Suffixes)  wegen  des  Toren,  weil  er  nicht 
weiss,  was  er  ihm  sagen  soll.     Vgl.  Syr.  zu  29,  24. 

22,1.  T^pSaXfOfilvo)]  Syr.  ein  stinkender  (snjni:);  vgl.  Payne- 
Smith  s.  V.,  aber  auch  nm  Joel  2,  20  und  oben  11,  12.  Ge- 
meint sind  die  lapides  latrinarum,  die  die  Alten  benutzten.  — 
auvcßXv^ft-/)]  253  23  korrigieren  töricht  £|3XrjÖr^  (ebenso  v.  2),  S '^^ 
IXi&oßoXri&T],  Lat.  lapidatus  est  (ebenso  v.  2),  und  vorher:  in  la- 
pide  luteo,  dagegen  70  T.ape^^lr^>}r^.  Vgl.  av-i-apaßa'ÄXsiv  23,12. — 
exaupisr]  Lat.  loquentur.  —  Syr.  umschreibend:  wie  ein  beschmutzter 
Stein,  der  geworfen  ist  (s'öi  =  tot:  iTOT?)  auf  die  Strasse  und 
Jedermann  flieht  (piy  vgl.  piiy  =  izsupisT?)  vor  seinem  Geruch  — 
so  ist  der  Tor  und  Jedermann  entfernt  sich  von  ihm.  Allerdings 
ist  in  b  vom  Faulen  die  Rede,  aber  das  Bild  geht  fort  (s.  z.  v.  2). 
Vielleicht  gab  Gr.  wsn  schlecht  wieder. 

2.  ßoXßiTo)  xo-pi'a)v]  LXX  £v  [irA[ii-r,i;  xoTijittov  Ez.  4,  12  für 
na:i  ''b'^JD.  —  ua?  6  dvaipoujxsvoc]  Lat.  et  omnis  qui  tetigerit.  — 
Syr.  schlecht:  wenn  hinausgeht  (riKV)  ein  Mann  nach  draussen 
auf  die  Strasse  (spii^'?  =  pii:»  :  mtr?)  und  verunehrt  (lyifö)  sich 
selbst  und  jeder,  der  ihn  sieht,  schüttelt  (rjnaö)  seine  Hände 
(Lat.  manus).  Das  Schütteln  der  Hände  ist  Geberde  des  Hohns 
wie  das  Zischen;  vgL  12,  18  und  Soph.  2,  15  "T  Ti'  piK^'-  Danach 
könnte  man  geneigt  sein,  avaipouixsvo?  zu  verwerfen;  aber  nach 
Gr.  sxTivacei  (=  Syr.)  stand  wohl  da  lyr;  vgl.  Jes.  33,  15. 

3.  SV  YEvvVjasi  dTraiSsuTou]  Lat.  de  filio  indisciplinato  (Anton. 
1052  £v  -j'svvr^ixati  d-aiosu-tp),  Syr.  für  a:  Schande  (snnrD  :=  nti*3) 
ist  dem  Vater  ein  törichter  Sohn.  Gr.  schrieb  cv  '(^wf^cszl  vielleicht 
wiegen  b,  wo  yivsTai  (70  ^swatai)  nach  Syr.  =  mSi:  oder  ih)r\. 
Vgl.  sonst  auch  '7^03  •]h;  Prv.  17,21.—  i-'  sXa-xwasi]  Syr.  wiDin'?, 
wohl  =  "Dn'7,  das  Fehler  für  lünh  {=  zum  Schimpf)  war;  vgl. 
zu  20,  2.  —  Im  Folgenden  kommt  er  auf  die  törichte  Toch- 
ter hinaus,  und  anscheinend  will  er  sagen,  dass  die  törichte 
Tochter   noch  schlimmer  ist  als  der  törichte  Sohn  (vgl.  26,  10  ff. 


Sir.  22,  1—7.  197 

42,  9  ff.);  non  besagt  auch  wohl  mehr  als  p\i^2.  Aber  anstössig 
ist  das  blosse  iluyar/jp  (Sah.  korrigiert:  \}o-('-hr^[j  os  -wr^^d),  wofür 
Syr.  i^T\2'p^  =  napj  hat;  denn  na  oder  nzpj  könnte  für  sich  allein 
nach  vorhergehendem  h^üz  (p)  oder  dgl.  schwerlich  die  törichte 
Tochter  bezeichnen.  Man  könnte  meinen:  stand  r\2'pi  da,  so  war 
es  verderbt  (vgl.  z.  ß.  rhi:  Job.  2,  10);  stand  n3  da,  dann  war 
dahinter  ein  Wort  ausgefallen.  Vgl.  aber  Alf.  Sir.  II  (unter  n): 
mnpjrt  ''2^h  ''IK.  Was  beim  Sohne  möglich  ist,  ist  bei  der  Tochter  Regel. 

4.  Syr.  om.  —  zXrjpovo|XT;ci£i  avopa  (248  avöpoc)  ccjttjc]  Lat. 
haereditas  viro  suo  (vgl.  26,  3.  Ps.  127,  3).  Allerdings  steht 
•/).yjpovoaE(«  in  LXX  für  ^Tun.  Danach  könnte  man  erklären:  sie 
hilft  ihm  zu  einer  rhm  (vgl.  Prv.  31,  10  ff.).  Aber  Gr.  setzt  für 
S'mn  xaTax///)povo[xsoj  (vgl.  zu  15,  6.  4ß,  1),  also  wird  xXr^povo[x'>y. 
avopo;  (oder  otvöpi)  zu  lesen  sein.  —  xaij  Lat.  nam.  —  ■?;  xataia- 
Xuvouaa]  vgl.  mcno  42,  14  und  nti>''30  Prv.  12,  4.  —  YswT^aavio?] 
Syroh.  ihres  (Suffix)  Erzeugers. 

5.  TTct-spa]  70  |x-/)-£pa. —  avopa]  Syr.  schlecht:  ihre  Mutter. 
Syroh.  hat  bei  -a-cspa  und  avopa  das  Possessivsuffix,  —  xa-aiT/üVci] 
vgl.  ty''3in  42,  11.  —  r^  OpaasraJ  vgl.  zu  4,  29  und  zu  42,  11. 
Sah.  die  hartwissende,  Syr.  die  törichte.  —  xal  u-o  au/foisptuv] 
vgl.  10,  7.  —  Lat.  für  b:  et  ab  impiis  non  minorabitur,  ab 
utrisque  autem  inhonorabitur. 

6.  Syr.  praem.  wie.  —  ixouaixa']  Syr.  K107.  Vgl.  Gr.  zu 
35,3  (=  Tii';  vgl.  Prv.  25,  20)  und  zu  49,  1  (=  -no70;  vgl.  zu 
35,  5.  6).  —  axaipo?]  Syr.  7\T\V2  S^T;  vgl.  zu  20,  19.  —  oiyjytjcjic] 
vgl.  zu  6,  35  und  35,  4.  Gemeint  ist  die  Lehrrede  des  Weisen, 
wogegen  in  b  die  väterliche  Erziehung  gemeint  ist.  Also  gehört 
der  Vers  zum  Vorigen,  wenngleich  a  das  Folgende  vorbereitet. 
Ausser  B  (70  251  308  Lat.)  alle  [xaGirfs?  os  xal  Tratosia,  wofür 
Syr.:  und  Zurechtweisung  (Km"nö)  und  Lehre.  —  248  106  Sah. 
lassen  Ttavit'  aus  (schlechte  Korrektur),  dagegen  lesen  S*  Sah. 
(letzterer  freilich:  und  Weisheit)  mit  Lat.  Syr.  richtig  aocpia. 

7.  Syroh.  253  23  oaxpaxa,  S  döxpaxcDy.  Syr.  wie  ein  Mensch, 
der  aneinander  klebt  (p3lö)  Scherben,  so  wer  usw.  Lat.  quasi 
qui  conglutinat.  —  icsYsi'poiv  (248  xal  s^sYsipct)  xafJs'joovTa  (Co. 
Syroh.  23  70  106  -xac)]  Syr.  und  wie  ein  Mensch,  welcher  weckt 
einen  Schlafenden.  Lat,  qui  narrat  verbum  non  audienti  quasi  qui 
excitat  dormientem.  Vgl.  aber  Herkenne  z.  St.—  Co.  106  C  ßaiJEQc. 


198  Sir.  20,  27—23,  27. 

8.  otriYoufisvoc]  wohl  =  iTl!2  oder  lüSö.  —  'i-'up'f)]  Lat.  add. 
sapientiam. —  e;ri  öuvTsXöta]  vgl.  zu  38,  28.  Lat.  in  fine  (narrationis). 
—  Tt  (253  296  Tt?)  sattv]  Lat.  (juis  est  hie  (Toi.  quid  est);  vgl. 
13,23. —  Syr.:  und  wie  ein  Mensch,  welcher  isst  Brot,  während 
er  nicht  hungert^  so  wer  belehrt  (rf^t)  den  Toren  und,  wenn  zu 
Ende  sind  deine  Worte,  sagt  er  dir:  was  hast  du  gesagt? 

11.  Syr.  für  a  und  b:  über  den  Toten  ist  zu  weinen,  da 
er  abgesclmitten  ist  (''S:ns)  vom  Licht,  und  über  den  Toren,  der 
(da  er)  abgeschnitten  ist  von  der  Weisheit.  Vermutlich  las  er 
kSd  statt  n?:  (=  scsXitte),  wohl  mit  Unrecht;  aber  danach  ist  die 
Lesart  auvssiv  (statt  auvsai?)  trotz  ihrer  guten  Bezeugung  (Syroh. 
253  23  k  S  B''^  A  C  155  296  Sab.)  und  trotz  17,  24.  3,  13  zu 
verwerfen;  vgl.  zu  3,25.  —  ^oiov  (Chrysost.  5,421  oXt-yov,  Lat. 
modicum)  xXauaov]  Sah.  gut  ist  zu  klagen,  Syr.  es  ist  nicht  zu 
weinen.  Herkenne  fragt  mit  Recht,  ob  r^cyaov  zu  lesen  sei.  üebrigens 
dürfte  Syr.  dem  Urtext  entsprechen  (s.  10, 23).  —  otvsirausaxo] 
Syr.  n-jnna;  vgl.  46,19.  39,11.  47,23,  aber  auch  r)2\i^  38,23.— 
os'J  248  70  Syroh.  253  23  S"  A  -{d^j  und  so  Lat.  Syr.  —  248 
cm.  TOvripa.  —  Syr.  für  d:  denn  böser  als  der  Tod  ist  ein  böses 
(s.  z.  21,  14)  Leben.  Vgl.  Lat.  nequissimi  enün  nequissima  vita 
super  mortem  fatui.  Augenscheinlich  ist  fatui  späterer  Zusatz. 
Aber  die  Lesart  des  Syr.  und  Lat.  beruht  wohl  auf  Correctur; 
vgl.  30,  17  und  zu  38,  19,  wo  das  böse  Leben  etwas  anderes 
bedeutet. 

12.  -svOoc]  155  add.  Y^p  und  so  Syr.  —  [x(opou  oh  xal 
acfsßou?]  Lat.  fatui  autem  et  impii  (August,  quaest.  172  in  Genes, 
om.  et  impii),  Syr.  und  die  Trauer  des  Toren.  Ein  Wort  wie 
^3K  muss  auch  in  b  gestanden  haben,  da  die  Genitive  im  He- 
bräischen nicht  für  sich  allein  stehen  konnten.  Aber  Gr.  wollte 
Tisvöoc  nicht  wiederholen  und  setzte  dafür  xal  aösßou?  (falls  es  im 
Gr.  echt  ist)  hinzu.  —  auxoü  (A  Sah.  (?)  auitov)]  Lat.  illorum 
(August,  a.  a.  0.  eius,  Toi.  suae).  —  Bickell  streicht  v.  12  wegen 
des  scheinbaren  Widerspruchs  mit  38,  17.  Während  aber  dort 
empfohlen  wird  nur  einen  oder  zwei  Tage  zu  trauern,  ist  hier 
von  der  bestehenden  Sitte  die  Rede. 

13.  [XT]  TtXrji^uvTQ?  Xoyov]  vgl.  Aboth  1,  5  n^ü  üy  nrw  nain  ha, 
übrigens  zu  9,  9  und  zu  20,  8.  Syr.  mache  nicht  schön  Gespräche ; 
vgl.  Syr.  zu  42,  12.  —  r.foq  dauvstov]  Lat.    cum   insensato;    vgl. 


Sir.  22,  8-16.  199 

4,  18  Syr.  und  44^  18  Hebr.  —  Syr.  für.  b:  und  mit  einem 
Schweine  gehe  nicht  auf  die  Reise  (auf  dem  Wege)  =  Tin  c>'l 
•j"n2  i'^n  'rs;  vgl.  8,  15.  Ich  nehme  das  an  wegen  d;  Gr.  schwächte 
den  Ausdruck  ab.  —  's6latoLi\  Syr.  schlecht:  pmx  (aus  e).  — 
xoTTov  l/jjc]  Syr.  wohl  genauer:  "[h  p73  =  er  dich  beenge.  — 
IjLoX'jvU-^;]  Syr.  er  dich  verunreinige.  —  iv  -:<p  (106  h.  -ou)  ivtiva-c- 
\u\)  (Syroh.  253  70  155  wohl  riciitig  sx-iva-c^i.«),  106  £-/-tvaY[jLO'j) 
auTou]  Lat.  in  peccato  (Sang,  pactu)  illius,  Syr.  wenn  er  sich 
schüttelt  (i'cjnö).  Es  stand  da  etwa  nyjnn^;  vgl.  LXX  und 
Pesch.  zu  Jes.  52,  2.  —  sx/aivov]  Syr.  pniK.  —  7.x-/)0'.orar,c]  Lat. 
acediaberis.  Syr.  er  dich  ermüde  ("'n'?:),  wohl  ^  -ah^  (vgl.  zu 
29,  5).  —  £v  T-()  a-ovoia  a-koCi  (23.  om.)]  Syr.  durch  die  Menge 
seiner  Gespräche.     Das  ist  zu  schwach. 

14.  Syr.  für  a:  denn  viel  schwerer  als  Blei  (ist  es).  Toi. 
Sang.  Theodulf  Metzer  Bibel  om.  quid  =  v'  l'\  Doch  vgl. 
10,  19.  —  dl):  r;j  Syr.  i^hü,  wohl  =  ds  "2.  —  Vgl.  21,  Iß. 

15.  Sand]  vgl.  Prv.  27,  3.  Hiob  6,  3.  —  Co.  296  k  Max. 
981  oTXa?  (253  v  (zXXotc);  vgl.  zu  39,26.  —  ßwXov]  Syr.  Last 
(SiJJJS).  —  £'jxo-ov]  al.  s'jxo-wtcoov,  Max.  981  Ant.  920  axo-roTsoov; 
Syr.  n''j  (vgl.  rabb.  m:  und  n:  =  leiclit).  —  r^  (20,  2)  c/yiirjoi-v^ 
dauvstov]  Syr.  als  zu  wohnen  bei  einem  törichten  Manne  (vgl.  25, 16). 

16.  70  Sah.  Achmim.  Theoder.  Theodulf,  Metzer  Bibel, 
Brev.  514)  praem.  uk,  und  so  Syr.  —  hir/y-oyai;]  =  Syr.  «npij; 
(Riemenwerk).  Gemeint  ist  die  Deckenlage  [ny^  Koh.  10,  18 
vgl.  I'CD  1  Reg.  6,  15);  denn  im  Vergleich  entspricht  das  Mauer- 
werk der  weisen  Uebeilegung.  —  svososasvrj  ^  Syr.  KTDX.  Vgl. 
mx  1  Reg.  6,6.  Ez.  41,  6  und  LXX  2  Chr.  9,  18.  —  ek  oixooo- 
[xr^v]  Lat.  in  fundamento  aedificii,  Syr.  Kn''2i  ar\'')'i  sds3  (in  die 
Wände  der  Seiten  des  Hauses);  vgl.  n''2n  mTp2  1  Reg.  und  Ez. 
a.  a.  0. —  Syr.  om.  b. —  iv  cjassi^ixö)  (Max.  732  asicraö),  Lat.  om.)J 
nicht  =  beim  Erdbeben,  w^as  eine  widersinnige  Uebertreibung  wäre, 
sondern  bei  irgend  welcher  anderen  Erschütterung.  Gr.  hat  den 
Ausdruck,  der  ähnlich  wie  in  d  lautete,  gekürzt.  —  £ar/)p'.Y;x£vrJ 
vgl.  p:i  (6,  37)  und  -[IM  (5,  10).  Syr.  schlecht:  das  klug  gemacht 
ist  (siina).  —  i-l  oiavo-z^tj-axo?  ßouXr;?]  Syr.  umgekehrt  und  wohl 
richtiger:  nrpi  «a'^as  (im  Rat  seiner  Ueberlegung). —  h  (248  70 
106  add.  Trav-i)  xotifxo  (248  add.  '-po|5(o)  ou  otihAati]  Lat.  (Dubl.) 
cogitatus  sensati  (vgl.  zu  v.  17)  in  omni  tempore  (vel)  metu  nou 


200  Sir.  20,  27—23,  27. 

depravabitur,  und:  omni  tempore  non  metuet  (s.  zu  v.  18).  Syr. 
und  keine  Furcht  erschreckt  es.  Vielleicht  geht  cp6ßo>  auf  den 
Infinitivus  absolutus  desselben  Verbums  zurück^  dessen  Finitum 
mit  oeiXtctaet  wiedergegeben  ist  (vgl.  zu  lf'>,  19). 

17.  Lat.  om.;  vgl.  aber  zu  v.  16  (Theoder.  Theodulf, 
Metzer  Bibel:  sicut  ornatus  arenosus  in  pariete  limpido).  — 
yjopaa}j.£vr|]  Syr.  weise  (aber  w  Maus.  KTlii'  =  fest).  Vielleicht 
sind  p2J  und  p2:  verwechselt.  —  s-l  oiavoia?  auveaswc]  Syr.  snai^non 
riypl.  —  (|ia[x[j.u)T6c  (253  23  vor  x6tj[xoc)]  ist  der  Bildung  nach 
ein  Unwort  und  sinnlos,  da  man  Quadermauern  nicht  mit  Mörtel 
bewirft  und  der  Verputz  auch  nie  so  haltbar  ist,  dass  er  ein 
Bild  der  Unbeweglichkeit  sein  könnte.  Es  ist  Schreibfehler  für 
7Xu|xjiaTos  (38;  27.  45,  11)  =  Syr.  Kc'^J-i  (w  Maus.  Mas.  I  «c^'^jn). 
Syroh.  hat  Ko^'^J,  vielleicht  folgte  er  nur  der  Peschita.  Vgl. 
ü'mr\s>  45,  11  und  sonst  r\)vhpf2.  —  -ot/o-j  (248  Syroh.  253  23 
praem.  iirt)  Iustou]  wohl  =  rT'TJ  T^p  hv,  Syr.  ungenau:  auf  ver- 
zierten Wänden.  Zu  verstehen  ist  geschnitztes  Holzgetäfel  wie 
das  an  den  Wänden  des  Tempels,  das  wohl  geradezu  gemeint 
ist.     Analog  ist  dann  auch  v.  16  zu  erklären. 

18.  /apotxss]  248  "'^'"fe'-  70  106  k  157  A  C  55  254  296 
richtig  /a'Xixs?;  Syr.  ein  kleines  Bündel  («iiif),  vermutlich  Miss- 
verständnis von  nnif  (vgl.  2  Sam.  17,  13).  Lat.  (Dubl.)  sicut  pali 
(Theoder.  paleae),  und  et  caementa.  Sah.  wie  Halme,  Aeth.  wie 
Halme  (oder:  T\ie  Spreu,  hasar).  —  km  {xexswpou  xei'jxsvoi]  Lat. 
(Dubl.)  in  excelsis,  und  sine  impensa  posita.  Syr.  auf  einem 
Stein,  welcher  hoch  ist,  und  was  (=  quidquid)  sehr  leicht  ist. 
Das  Letztere  ist  offenbar  Zutat  des  üebers.  —  oü  {xrj  GTroixsivwaiv] 
Syr.  DpoS  nsti^o  i6  (ebenso  in  d).  —  Syr.  add.  wie  Kleider  von 
Linnen  und  weisser  Wolle  (Ryssel  =  "loi::  "inif)  vor  dem  Sturm 
nicht  Stand  halten.  —  outcu?  xapoia  oeiX^j  (2,  12)  iid  oiavor^fxaxo? 
jxtopou]  wegen  des  Gegensatzes  zu  oiavor^fxaxo?  ßouXr^?  wird  dem 
}X(üpou  ein  Abstraktum  zu  Grunde  liegen.  Allerdings  hat  Syr.: 
so  ist  das  Herz  des  Toren  in  seinem  Innern  zerbrochen.  Sodann 
entspricht  osiXt;  bezw.  sein  Aequivalent  dem  laxrjpqixEv-/;:  so  das 
Herz,  das  schwankt  auf  törichter  Ueberlegung.  —  (poßou]  Syr. 
Not  («npv).  —  Lat.  add.  sicut  (al.  sie  et)  cor  trepidum  in  cogi- 
tatione  fatui  omni  tempore  non  metuet  (vgl.  v.  16),  sie  et  qui 
in  praeceptis  dei  permanet  semper. 


Sir.  22,  17—22.  201 

19.  0  wnaiov  ocpUaXtxov  und  o  v633(oy  xapotav]  8yr.  „Schlag 
auf  die  Augen  (der  Augen)"  und:  „Schlag  aufs  Herz  (des  Herzens)." 
Vgl.  zu  letzterem  zu  25,  13.  23  und  übrigens  Prv.  30^  33.  voasto 
bedeutet  auch  „schlagen"  und  nsn  auch  „stechen".  Gr.  setzte 
aber  willkürlich  für  riDO  das  Verbum.  —  iy/iaiWi]  LXX  setzt  das 
Verbum  Prv.  29,  11  für  s^m  (vgl.  Syr.  zu  39,  8),  das  auch  aus- 
treiben heisst  (vgl.  Ezr.  10,  3.  19).  Syr.  hat  hier  xnnyo  (wie  v.  20). 

—  aiofOr^aiv  ist  sinnlos.  Syr.  smam  (so  auch  v.  20).  LXX  setzt 
ai'aör^at?  für  n^T;  25,  9  stehen  cppovr^aic  und  Köm  einander  gegen- 
über. Gr.  hat  an  beiden  Stellen  niv"i  (arara.  und  neuhebr.  = 
Freundschaft)  verkannt.    Vgl.  auch  zu  25,  1. 

20.  arocfoßöi]  Lat.  dejiciet  (Aug.  spec.  Hss.  decidet.  Toi. 
abigit),  Syr.  er  macht  sie  fliegen  {rh  mctj).  -—  6  ovsioiCwv]  Syr. 
schlecht:  wer  beraubt  (th:).  Gemeint  ist  die  schwere  Beleidigung, 
besonders  in  Gegenwart  Dritter  (s.  z.  22).  —  cpO^ov]  Syr.  rr\2rh] 
vgl.  zu  37,  6.  —  oiaXuoci  cpiXtay  (Syroh.  23  add.  auxoij)]  Syr.  hier: 
«nwm  I2j?a  (wie  v.  19.  22),  dagegen  20,  10.  11  (s.  d.)  nnwm  nmn. 
Erfordert  ist  aber  ein  Wort  wie  verjagen  (T3j?r!?).  —  Syr.  add. 
gegen  deinen  Freund  sage  nichts  weiter  {^hnrwi^n  =  nwn?),  und 
wenn  du  weiter  gesagt  hast,  hoffe  nicht,  dass  dir  bei  ihm  Liebe  ist. 

21.  iavj  Syroh.  253  23  Chrysost.  3,  813  add.  xoti  und  so 
Lat.  Syr.  —  248  70  [xa/ottpay.  —  hxi  -(-ap  Ittocvogoc]  vgl.  17,24. 
Schlecht  Syr.:  denn  ihm  ist  ein  Ausweg.  —  Vgl.  übrigens  27,21. 

22.  GTOjxot]  Lat.  OS  triste,  Syr.  deinen  Mund;  vgl.  Job.  3,1. 

—  Gemeint  ist  der  Zank;  vgl.  zu  27,  21.  —  Syr.  schlecht:  weil 
ihm  nämlich  ist  eine  Versöhnung.  —  tcXtjv  oveiSiafioü]  vgl.  34,31. 
41,  22.  Lat.  (Dubl.)  excepto  convitio  et  improperio.  —  xat  urspr^- 
cpaviac]  überlastet  den  Stichus.  Die  Worte  fehlen  bei  Chrysost. 
3,  813.  4,  834  und  ebenso  bei  Syr.,  der  für  c  und  d  bietet:  ein 
Sohn  der  Schmähung  (d.  h.  der  Schmähung  wert)  ist  wer  offen- 
bart ein  Geheimnis  und  ein  Schlag  der  Verborgenheit  entfernt 
die  Liebe.  Das  letztere  stammt  wohl  aus  v.  20.  Uebrigens  ist 
|ö  Nion  in  wohl  Fehler  für  snon  p  inS  (vgl.  Syr.  33,  5)  und  da- 
nach das  Weitere  entstellt.  Sodann  ist  -Xr^Tr;  ooXia  nach  Syr. 
(NinDT  Nmnö)  =  nro  nzü,  also  ist  auch  Dt.  27,  24  inca  iiiyn  nso 
(LXX  6  TUTTTtov  Tov  irXr^aiov  orjXo))  der  Verleumder,  wie  schon 
Paulus  Fagius  erklärte.  Vgl.  auch  27,  25.  —  Zum  Verrat  des 
Geheimnisses   vgl.  27, 16 — 21.  42,  1    und  zu  v.  26,    sowie  Prv. 


202  "  Sir.  20,  27—23, 27. 

25,9.    11,  13.  20,19.—  Co.  70  h  too-m;  yocp.  —  106  Chrysost. 

Om.     TTÖtC. 

23.  -taxiv  xiTjOfai]  ist  sonderbar.  Bretschneider  conjicirte 
TToiriaai,  möglich  wäre  nur  -oir^aai  =  n)'^vh.  Aber  wenn  LXX  für 
|ö»j  -la-iv  s/civ  sagt  (Jer.  15,  18),  dann  konnte  der  Enkel  eben- 
dafür auch  wohl  -mativ  xxac;!)7.i  sagen,  was  freilich  ein  Missver- 
ständnis war.  Syr.  für  a:  unterstütze  (■["'^D)  deinen  Freund  (w 
Maus,  deinen  Genossen,  Lat.  cum  amico,  al.  cum  proximo)  in 
seiner  Armut  (Lat,  in  paupertate  illius).  Betr.  [xs-a  vgl.  zu  51,  20. 

—  ivocj  Lat.  ut  et,  Syr.  damit  auch.  — sv  ocYatJoi?  auxou]  vgl.  6,  11. 

—  otxo'j  -Xrjcji}-i^c]  lesen  nur  B  (308),  alle  anderen  (auch  Lat.  Sah. 
Aeth.)  sucppocv&fi?.  Syr.  du  teilnimmst  (?inin:i^n).  Das  setze  ich  = 
6}xoü  ~Kr^a\y7fi.  Ob,  wie  man  gemeint  hat,  ein  nnn  einmal  als 
•nn;!!  und  das  andere  Mal  als  nnn  verstanden  ist,  steht  dahin; 
vielleicht  ist  su^pavf^fjc  blosse  Korrektur.  —  OXt'j^sw?]  Lat.  Syr. 
add.  seiner.  —  oiati-evs  auxmj  Lat.  permane  illi  fidelis,  Syr.  sei 
ihm  Genosse.  —  au^Ar^povoiir^a-Qc]  Syr.  mxn. 

24.  a-ixk  xaij-ivou  xctl  xotTtvoc]  Lat.  camini  vapor  et  fumus 
ignis  inaltatur.  Syr.  nur:  Rauchqualm  (W3n  Ttsy).  Das  übrigens 
unpassende  xocjxi'vou  ist  wohl  Zutat.  —  oü'roj?]  Syr.  und  (s.  z. 
13,20).  —  -po  o(i|xaTojv]  Syr.  Köt  lU^ü  Dip;  vgl.  27,  15.  —  Xoioo- 
piai]  vgl.  Syr.  xnKö  27,  21.  29,  6.  Auch  LXX  setzt  das  Wort 
und  seine  Verwandten  für  nn,  |nö  und  dgl.  Vgl.  auch  28,  11. 
Lat.  maledicta  et  contumeliae  et  minae.  Syr.  hier  allerdings: 
Schimpf  (Kiyi:);  aber  damit  kann  er  dem  Gr.  folgen.  —  Der  Vers 
unterbricht  den  Zusammenhang  und  steht  jedenfalls  an  falscher 
Stelle.  Das  Missverständnis  des  Gr.  in  v,  25  spricht  aber  dafür, 
dass  er  schon  ihn  hier  fand. 

25.  axcTraaoti]  Lat.  salutare  (=  dcsTzdaaabai?).  —  Syr.  für  a: 
wenn  verarmt  dein  Freund,  so  beschäme  ihn  nicht  (indem  du 
ihn  aufgibst).  Vielleicht  stand  da  !]ö  (z.  B.  Lev.  25,  25),  das  Gr. 
in  -^D  verlas.  Sodann  drückt  er  mit  otta/'jvi>r^ao[xai  falsch  das 
Simplex  statt  des  Causativums  aus.  Uebrigens  ist  hier  und  in 
b  sowie  in  v.  26  nach  Syr.  überall  die  2.  statt  der  1.  Sing, 
anzunehmen.  Toi.  hat:  non  te  abscondas.  —  Zu  b  vgl.  6,  12. 

26.  X7t  £1  xaxa  [xoi  au[xßr;a£Tai  ist  etwa  =  ''^T'^n  nyi  CK! 
(vgl.  6,  12),  ursprünglich  stand  aber  da  iJrtt'n.  Zu  a  fehlt  im  Gr. 
ein   entsprechender  Nachsatz    (Lat.  add.    sustinebo).     Denn  dstm 


Sir.  22,  23—23,  1.  203 

der  treulose  Freund  zuletzt  sich  selbst  schadet,  ist  kein  Trost. 
Schlecht  ist  ot'  auiov;  vielleicht  stand  da  eine  Form  von  inj? 
(vgl.  iiynn  13,  7),  die  Gr.  mit  iiiys  zusammenbrachte.  Jedenfalls 
ist  der  Sinn:  und  du  dich  ihm  entziehst.  —  Ganz  abweichend 
Syr. :  wenn  enthüllt  dein  Gefährte  ein  Geheimnis  (n:  yn),  so 
bringe  es  nicht  aus  (Mrpcn).  ]\Ian  erwartet  aber  von  einem  An- 
lass  zu  hören,  bei  dem  man  einem  Freunde  untreu  werden  kann. 
Die  Vorlage  des  Syr.  war  wegen  b  nach  19,  8.  9  entstellt.  — 
8yr.  hat  für  b:  damit  nicht  jeder,  der  dich  hört  (p  u:  der  hört), 
sich  vor  dir  hüte  und  wie  einen  Schädling  dich  rechne.  Der 
letzte  Satz  wird  ebenfalls  aus  19,  9  (s.  d.)   eingetragen  sein. 

27.  Vgl.  Ps.  141,  3  ^zh  m^uf  ni,T  nn^tt».  —  owaei]  Syr.  n^pj 
(vgl.  Syr.  zu  42,  11).  —  106  k  157  S  A  55  155  296  308  Chrysost. 
6,  856  om.  [xot,  das  auch  Lat.  Syr.  nicht  ausdrücken.  —  cpuXaxr^v] 
vgl.  26,  10.  42,  11  (iDti^o),  Syr.  Wächter  (so  auch  26,  10). —  c^potYiöa 
TiavoupYov  (k  S  A  155  296  308  iravoup^wv,  Lat.  certum)]  vgl.  42,  6 
DDn  cmn,  das  man  auch  hier  vermuten  könnte  (vgl.  zu  37,  19). 
Aber  crn  ist  dort  sehr  verdächtig.  Uebrigens  spricht  „der  Stecken 
der  Zucht"  23,  2  (s.  d.)  dafür,  dass  Travoup^ov  =  nan^;  (Klugheit) 
ist.  Gemeint  ist  übrigens  mit  omn  hier  und  42,  6  ein  Schloss. 
Lat.  signaculum  certum,  Syr.  unerklärlich:  >?"ip''KT  sonn.  —  Tziao)] 
Syr.  ich  List  sage  («^73:  112«).  —  diz  a-j-r,?  (23  au-wy,  248  106 
add.  dcpviouoc)]  Lat.  ab  ipsis,  Syr.  pro.  Es  stand  vielleicht  da  ona 
(vgl.  20,18).  Aber  Sah.:  durch  meinen  Mund.  —  ixou  3°]  248 
Syroh.  253  23  106  add.  \ir^;  auch  Syr.  wiederholt  die  Negation. 
—  106  i.  f.  add.  h  d(3yjrijxo5uv-(j.  —  Vgl.  noch  28,  24ff. 

23,  1.  -a'tsp]  =  "nK  (Syr.).  Der  Ausdruck  ist  merkwürdig; 
vgl.  V.  4.  4, 10,  anders  ist  51,  10.  Vgl.  Hebr.  zu  51,  1. —  oicsTtn-T. 
(A  Aeth.  i>s£;  vgl.  v.  4)  Cwt^c  [jlou]  Syr.  Herr  meines  Lebens 
(''"m  ])n'\fi).  Vgl.  jedoch  osa-oxr^?  und  Syr.  anhü  31,  29,  und  osaTrotyjc 
6  Ueoc,  Syr.  NnSx,  Hebr.  dm^k  33,  1.  Also  vielleicht  =  ^^n  hn]^«; 
vgl.  {>££  V.  4  und  Ps.  42,  9.  Gleichwohl  möchte  ich  nach  51,  1 
(s.  d.)  ■'"n  nj?o  vermuten.  —  [lou]  248  70  arAaqc.  —  Der  Stichus 
jxrj  lyzaTaXiTT-fj?  [xs  Iv  ßouX-^  auxojv  ist  hier  überzählig,  während 
V.  4  ein  Stichus  fehlt.  Im  Syr.  fehlt  er  hier  und  steht  dort, 
Lat.  hat  ihn  an  beiden  Stellen,  aber  Sang,  und  August,  spec. 
und  DS  lassen   hier  h  ßouXf  auxcov,    und  DS  auch  «xtj  acpf,?  aus. 


204  Sir.  20,  27—23,  27. 

—  1X7)  (248  70  106  k  157  ii""-  A  155  Lat.  praem.  -/.oli)  acpf,?  \xb 
TTECfsiv]  Syr.  "iSpnn  ah;  vgl.  Hebr.  Syr.  15,12.  —  iv  aÜToi?  (70 
106  add.  iv  rapaosqiJLaTiaiKo  vgl.  zu  19,  3)]  Syr.  ihretwegen. 

2.  sTriaxr^aEt]  Origen.  15,180  oo^ssi,  Syr.  c^pj    (vgl.  22,27). 

—  sTTi  Tou  oictvor;[xa-o?  |xou]  Syr.  ''n''X?nn  Sy.  Ich  vermute  n^:"'  bv; 
vgl.  Gr.  Syr.  zu  21,  11  (ewor^jj-a  und  «nr),  sowie  zu  17,  31.  27,  6. 

—  \id<3xr(ac  (22,6)]  Syr.  xaii^.  —  -otiostav  co'^iac]  Syr.:  einen 
Stecken  (santi')  der  Lehre  (wohl  =  im»;  vgl.  Prv.  22,  15).  Die- 
selbe Freiheit  wie  hier  Gr.  erlaubte  sich  Syr.  22,6;  vgl.  auch 
Job.  37,13  LXX.  —  srij  Syr.  hv,  vgl.  zu  16,8.  Dass  meto- 
nymisch die  Sünden  statt  des  Sünders  genannt  sind,  ist  wohl 
unbedenklich.  Der  Sünder  soll  eben  verschont  werden.  ■ —  |xou 
3°]  23  om.,  Lat.  las  otu-wv  (ignorationibus  eorum  non  parcant 
mihi,  aber  mihi  ist  Correctur).  Trotz  des  Syr.  (s.  u.)  möchte 
ich  dem  Lat.  folgen.  Es  handelt  sich  zunächst  um  die  Sünden 
des  Herzens  und  des  Sinnes,  für  die  Stock  und  Peitsche  ver- 
langt werden.  Das  sind  die  bösen  Gelüste,  die  erst  in  Taten 
übersetzt  Sünden  des  Menschen  werden.  —  cpstsw/catj  248  '-pstaTQ 
au  xupis;  vgl.  Syr.:  dass  er  der  Herr  schonte  meine  Schulden. 
Gemeint  sein  können  ebenso  gut  Peitsche  und  Stock  wie  der, 
der  sie  bestellt,  d.  h.  im  Grunde  Gott.  In  d  bringt  auch  der 
Vulgärtext  mit  zapifj  Gott  hinein,  aber  die  Uebereinstimmung  von 
248  und  Syr.  beweist  nicht  für  den  Sing.,  und  noch  weniger, 
dass  Gott  ausdrücklich  genannt  w^ar.  —  Der  Lesart  von  248 
entspricht  die  2.  Person  in  dem  Zusatz,  den  106  nach  'föiswv-ai 
hat  und  der  in  248  den  4.  Stichus,  der  auch  im  Sah.  fehlt,  ver- 
drängt hat.  Auf  diesen  Zusatz  bezieht  sich  wohl  der  Asteriskus, 
den  S'=*  vor  den  4.  Stichus  setzt.  —  ^'^'-pxi]  Lat.  appareant  (er 
dachte  an  7:apet[xi).  Origen.  12, 300  citiert  praetereantur  und 
mea  (stat  auxÄv),  aber  sein  Citat  ist  nicht  zuverlässig  (vgl.  15,  180). 

—  Syr.  für  d:  dass  sie  in  ihrer  Versammlung  nicht  erben  und 
nicht  sich  erbarmen  zu  verderben  {ihznf^h  pemj).  Der  erste  der 
beiden  Sätze  scheint  auf  eine  schlechte  Dublette  zurückzugehen. 
Für  den  zweiten  vermute  ich  cmn^^t^^  hv  )^ny  sSi  (vgl.  30,  11 
und  zu  24, 22).  Gr.  gab  mn''nty  in  c  durcli  ayvoT^ixara  wieder, 
dagegen  *om"'  frei  mit  Ttapfi. 

3.  Ausser  B    (308)    alle    TrXr^öuvÖÄaiv    (vgl.    zu    16,2).  — 
a'Yvoiai  (30,  11)]  Syr.   Schulden    (v.  2).  —  TiXeovaaoxjt]   Syr.    pJK'j^J 


Sir.  23,  2-6.  2Ö5 

=  "li32:3;''(?).  248  70  add.  zk  auvipißriv.  —  •Ksaoup.ai]  Syr.  sie  mich 
offenbaren  {"^Th::  leg.  ''JJI^w  =  "yh'^s^''  ?).  —  täv  uTrsvavxi'cyv]  155  add. 
[xou,  Lat.  add.  meorum  (al.  om.).  —  Syr.  om.  [xou  2^. 

4.  i>£sj  Syr.  Herr  (v.  1).  —  Als  zweiter  Stichus  ist  Ib 
(s.  d.)  hierher  zu  setzen.  —  l^xaTaXCirTjc:  [j-e]  Syr.  "wirf  mich 
(—  ^:Tb\^n?);  vgl.  zu  20,10.  —  Iv  [':iouXf|  auxÄvJ  Syr.  in  ihren 
Irrtum  (=  Ausdeutung).  Gemeint  ist  der  Rat  des  eigenen  Sinnes 
und  Herzens,  v.  4  geht  auf  v.  2  zurück  wie  v.  1  auf  22,  27.  — 
ji£T£topia[xov  (26,9)  ocp^aX}i(ov  (Lat.  add.  meorum)]  Syr.  ein  hohes 
Auge;  vgl.  D^:"'J?  on  Prv.  21,4  und  LXX  zu  Ps.  131,1.  Der 
Uebermut  ist  der  Anfang  aller  Sünde  (Ps.  18,  28.  Prv.  6,  17),  na- 
mentlich auch  der  Unzucht. 

5.  ETTiöufxtav]  ist  ungenügend.  Lat.  omue  desiderium,  Syr. 
ein  übermütiges  (sino)  Herz;  vgl.  19,  2  und  Y^avitoori  'j^u/'/jv  in 
der  Lesart  von  248  (106  und  Clem.  AI.).  Vgl.  die  Einleitung 
§  8.  —  d7iocj-p£-|ov]  Syr.  pm«.  —  Syr.  i.  f.  add.  und  (w  Maus. 
Mas.  I  om.)  etwas  das  schön  ist,  möge  mir  nicht  entgehen 
(vgl.  14,  14). 

6.  xoiXi'oc?  of>£;i?  (18,  30)  xal  auvoumocajxo?]  Syr.  nur:  Aus- 
gelassenheit (Kinc  Tgl.  mo  41,  17)  des  Fleisches.  Lat.  für  a: 
aufer  a  me  ventris  concupiscentias  et  concubitus  concupiscentiae 
ne  apprehendent  me.  Wahrscheinlich  ist  xal  suvouaiacijjLoc  Zutat.  — 
[XTj  xatotXo'.ßETwaav  jis]  Syr.  möge  mich  nicht  ausgelassen  machen 
("^iHCJ;  vgl.  zu  19,2).  Aber  ''Jims",  wie  Gr.  etwa  las,  ist  besser 
als  ''irnc\  —  Syr.  für  b:  und  eine  freche  Seele  («n^vn  K«^c:  = 
niy  tt^cj;  vgl.  6,4.  19,3.  40,30)  möge  nicht  herrschen  (öWn) 
über  mich  {'2).  Gr.  verlas  wohl  '2  Si^ön  (48,  12.  47, 19)  in 
''J0"'':tf'n.  Uebrigens  ist  hier  '\>o■/■r^  =  ti^ci  =  Gier  (vgl.  zu  6,  2), 
und  zwar  besonders  die  geschlechtliche  (vgl.  v.  16.  26, 15.  Jer, 
2,  24).  —  {X£]  248  106  add.  xov  otVixr^v  aou.  —  Der  Parteikampf 
mit  den  Weltkindern,  in  dem  die  Frömmigkeit  sich  durchsetzen 
und  behaupten  muss,  gibt  ihr  bei  Sirach  wie  in  den  Psalmen 
die  Farbe.  Immerfort  sind  ihre  Wortführer  wie  Jeremia  von 
ihren  Gegnern  umlauert,  die  ihnen  aus  jedem  verfänglichen  Wort 
einen  Strick  drehen,  und  ihnen  dabei  wo  möglich  an  das  Leben 
wollen.  Zu  Fall  können  die  Frommen  aber  auch  durch  allerlei 
Sünden  kommen, '  vor  denen  sie  sich  keineswegs  sicher  fühlen, 
und  die  Gegner    sind  überall  bei  der  Hand,    daraus  Kapital  zu 


206  Sir.  20,  2l—2B;2l. 

schlagen,  gegen  sie  selbst  und  namentlich  gegen  die  gute  Sache. 
Aus  dem  letzteren  Grunde  soll  Gott  die  Frommen  vor  Unbedacht- 
samkeit und  vor  Sünden  behüten,  aber  auch  sie  selbst  empfinden 
den  Triumph  des  gottlosen  Gegnei's  als  das  Bitterste  an  ihrem 
moralischen  Fall  wie  an  ihrem  taktischen  Missgeschick.  Der 
sachliche  Gegner  ist  zugleich  persönlicher  Feind,  aber  das  letztere, 
weil  er  das  erstere  ist.  —  23,  7 — 15  sind  nicht  mit  22,  27 — 23,  1 
paraUel,  wohl  aber  23,  7—27  mit  23,  2—6. 

7.  Die  Ueberschrift  •kohosic/.  axojjiaxos  fehlt  in  Co.  Syroh. 
253  23  106  157  S  A  Lat.,  findet  sich  aber  im  Sah.  Achmim. 
und  ist  wohl  =  nc  "iD'o;  vgl.  34,  12.  41,  14.  18,  30.  —  aTO[i,aToc] 
248  166  157  add.  dXTjÖivou  (42,  1),  Aeth.  Syr.  meines  Mundes. 
Aber  iraiosia  a-rjijLaTo;  ist  die  Lehre,  die  den  Mund  betrifft;  vgl. 
zu  41,  14.  —  248  stellt  c/.xo6aaT£  xsxva  (vgl.  zu  16,  24.  41,  14) 
an  die  Spitze.  —  6  cpüX^aaojv  (Sah.  Lat.  add.  illam)]  Syr.  "imJOl; 
also  =  6  cpuXoccftjotjLsvoc  =  "ioit*jn  (37,  31).  —  aX(5]  Syr.  er  wird 
geschmäht  werden  (lonnj).  Vielleicht  ist  das  Uebersetzung  von 
ühT,  das  „er  wird  zu  Schanden  werden"  bedeutete.  Dagegen 
las  Gr.  wohl  idS^  (9,  4). 

8.  £v  ToT?  /öiXscjtv  au-ou]  gehört  offenbar  zu  v.  8.  Syr.  durch 
sein  Reden  [rhhoü  vgl.  zu  21,  16)  nämlich.  —  Lat.  add.  nee 
scandalizabitur  in  operibus  nequissimis.  —  x7.-a>.£icpi}r^a£Tat  (70 
157  Sah,  xaxaXr/f  dr^astat) }  Lat.  apprehenditur,  Syr.  nnnnj  =  ins'' (?). 
248  Lat.  schicken  voraus,  und  157  setzt  hinter  a[j.apxa)Ao^  hinzu: 
SV  xfj  d(ppoa6v-(j  (Lat.  vanitate)  auxou.  —  Xoioopo?  xai  uirspricpavo;] 
Aeth.  Lat.  superbus  et  maledicus;  vgl.  yh)  T  35,  18.  Syr.  nur: 
der  Tor.  Dieselbe  Korrektur  wie  hier  im  Syr.  findet  sich  20,  7 
im  Hebr.  —  ax7.vootXiJi>rjaovxai  (23  Lat.  -ssxoci)  Iv  auxor?]  Syr. 
durch  seinen  Mund  strauchelt  er  (Spnn:).  Vgl.  ^i^p):  9,  5.  35,  15 
und  Prv.  6,  2.  11,  6. 

9.  opxu)]  Syr.  Plural.  —  £i^ra-(,c]  Lat.  assuescat  (DS  -scas), 
Syr.  lehre  {^hn;  vgl.  f]'?«  Job.  15,5);  ebenso  Syr.  v.  13.  15  für 
auv£i>iC<ü  und  auv£&t'Cojxai.  —  ~o  axo[j,a  aou]  Lat.  add.  multi  enim 
casus  in  illa  (sc.  juratione).  —  ovoji-aaia]  254  ovojjiot,  Chrys.  4,  669 
xto  ovofxctxt.  Vielleicht  stand  da  TTinS,  ebenso  T3'D  für  ovo[j.aCwv 
V.  10.  —  «Yiou  (S*''^  A  xou  u'];t3xou)]  vgl.  zu  43,  10.  47,  8.  45,  2. 
Nach  Syr.  (s.  u.)  könnte  «710 u  übrigens  Zutat  des  Uebersetzers 
sein;    vgl.  zu  48,20.     70  106  add.  i~\   li-axaiü).  —    Lat.    für    b: 


Sir.  23,  7—11.  207 

nominatio  vero  dei  non  sit  assidiia  in  ore  tuo  et  nominibus 
sanctoriim  non  admiscearis  (lies  assuescaris?),  quoniam  non  eris 
immunis  ab  eis.  —  Syr.  für  b:  und  zwischen  den  Richtern  sei 
nicht  sitzend.  Das  ist  möglicher  Weise  nur  Umschreibung  und 
natürlich  eine  falsche.  Vielleicht  steckt  aber  hinter  den  Richtern 
ein  cncti'  (=  axoixrz)  und  hinter  dem  Sitzen  ein  |:d  (Herkenne). 

10.  Syr.  om.  ÄSTrsp.  —  Syroh.  253  23  106  157  55  254 
Aeth.  om.  77'p.  —  rJl/.hr^q  eQ£TaCoji.£voc  ivosXs/w^J  Syr.  schlecht: 
jeder  Mensch  (^  laj:  13J??),  der  viel  macht  zu  schwören.  Danach 
scheint  IvosXs/ioc  =  nmo  oder  dgl.  (vgl.  zu  20,  24)  zu  sein,  dazu 
passt  aber  ein  Passivum  sclilecht,  und  der  Zusammenhang  scheint 
zu  erfordern,  dass  der  Sclave  auch  etwas  Böses  tut,  nicht  aber, 
dass  er  nur  etwas  erleidet.  Dann  ist  IcsTotCoixsvoc  entweder  ver- 
derbt oder  schlechte  Uebersetzung.  Man  erwartet  etwa:  der 
immerfort  aufbegehrt  (leg.  £;ouataCo;x=vo;?).  —  ixwXotto;  (28,  17)] 
Ant.  1157  txacjTiYoc,  aber  Syr.  Schlag.  —  lAarrcoOr^asxott]  die  ent- 
sprechenden hebr.  Verba  (ncn  u.  a.)  werden  mit  |o,  auf  das  Gr. 
otro  und  Syr.  |a  schliessen  lassen,  kaum  verbunden.  Vgl.  aber 
Koh.  4,  8  und  aram.  Km^l  |ö  TDn  Targ.  Koh.  5,  15.  70  korrigiert 
ai)wojf)r^3cTC(i  =  Syr.  Kr*,  das  Syr.  auch  für  x7.i)otpiai}f|  setzt. 
Chrysost.  6,  559  liest    in  a  xotöotpiaHr^asTai  und  in  b  dOtowörjasxcti. 

—  248  Syroh.  253  23  254  155  Anton.  1157   Lat.  Syr.  om.  xat'. 

—  ö  oixvuiov  X7.1  ovoix^Cwv  017.  7:7.v-o?  (157  S'^^  A  55  254  Chrys. 
Aeth.  add.  To  oVj.xa  xopiou)]  Syr.  schlecht:   der  lügt  und  schwört. 

—  /7f}7pic)i>-(i]  vgl.  nna  Prv.  20,9,  und  betr.  x7{}7piC£ai)7i  zu  31,  4. 

—  In  7.;x7pTt7c  (Syr.  Schulden)  ist  wie  in  pj?  u.  dgl.  der  Begriff 
der  Strafe  eingeschlossen. 

11.  TToXuopxoc  (27,  14)]  auch  Syr.  hat  Ein  Wort  [ü'ü').  — 
7.X-/i3&r^a£Tai  7.vo[xtac]  Syr.  ungenau:  er  erwirbt  Schulden.  —  dizo- 
ar/ja£T7i]  Syr.  12^,  vielleicht  =  ti^io ;  vgl.  Syr.  Gr.  zu  32,21  und 
Prv.  17,  13.  —  [xacr-ic]  Syr.  KK>n:o;  etwa  =  y::  (vgl.  zu  30, 14) 
oder  nza  (s,  z.  40, 9).  —  £7'v  T:lr^ii\izXr,ar^^\  Syr.  umschreibend : 
wenn  er  in  Irrtum  schwört.  Aber  vielleicht  stand  da  n::u^2  CK. — 
7.;x7pTi7  7.u-o?j]  Syr.  Sünde  (w  seine  Sünde).  —  et:'  «utoO]  =  er 
ist  straffällig.—  Der  Weisheitslehrer  verfällt  hier  einigermassen 
in  die  juristische  Distinction  des  Schriftgelehrten;  vgl.  v.  16.  17. 
23.  Es  werden  wie  Phocyl.  16.  17  drei  Fälle  unterschieden: 
1)  der   fahrlässige  Falscheid,    2)  der  Meineid,    3)  der  unnötige 


^08  Sir.  20,  27—23,  2t. 

Eid.  Also  ist,  wie  auch  der  Nachsatz  zeigt,  uTTsptoTTj  Uebersetzung 
etwa  von  Svo"  oder  hyc2  (Lev.  26,  40.  Num,  5,  12.  31, 16  LXX). 

—  Syr.  für  d  ganz  verkehrt  und  wohl  in  willkürlicher  Ab- 
wandlung: und  wenn  in  Wahrheit  (d.  h.  wahr,  seil,  er  schwört), 
nicht  soll  er  schwören.  —  yap]  schlechte  Uebersetzung  von  '': 
(=  sondern).  —  £7:a7or,'«)v  (248  Sah.  Lat.   —  ^r^?)]  vgl.  zu  2,  2. 

—  Syr.  für  e  wiederum  schlecht:  „denn  jeder,  der  schwört  zu 
jeder  Zeit,  hässlich  (s'^jd)  ist  es,  und  er  ist  nicht  schuldlos." 
Den  letzten  Stichus  lässt  er  aus. 

12.  Syr.  für  a:  „auch  wenn  ist  ein  anderes  (Lat.  est  et 
(al.  enim)  alia  loquela),  das  gleich  ist  ihm."  Danach  ist  für 
dvxmsptßeßXr^jisvr^  (106  irspiß.)  mit  Syroh.  253  23  70  k  zu  lesen 
avTi7rapaßsßXr|[j,£vr^  (Lat.  contraria),  und  vorher  wohl  einzusetzen 
oXXy],  das  vor  oder  für  ctv-i  ausfiel.  Ferner  muss  OavaTw,  das 
durch  Syr.  zu  c  (s.  u.)  bestätigt  wird,  bedeuten:  so  gefährlich 
wie  der  Tod.  Danach  ist  aber  etwas  ganz  Spezielles  gemeint. 
Allerdings  redet  Gr.  in  c  von  einem  ganzen  Genus  (xaGI-a  Trocvict), 
aber  Syr.  drückt  ~a:rcoi.  nicht  aus.  Gemeint  ist  wohl  irgend  eine 
Art  von  Gotteslästerung,  denn  die  iraiösia  OTojxato;  erstreckt  sich 
gewiss  nicht  nur  auf  v.  7 — 11.  —  Iv  xXr^povotxia  'laxioß]  gemeint 
ist  zunächst  das  heilige  Land;  vgl.  Jes.  58,  14.  —  Syr.  für  c: 
und  auch  wer  verschliesst  ("iJi,  pu  Mas.  II  ]h:)  seine  Seele  vor 
(von)  diesem  wird  leben.  Im  Gr.  erscheint  dTroan^aeTat  als  un- 
genau, übrigens  ist  er  dem  Syr.  wohl  vorzuziehen.  —  i^xuXia^V]- 
GovraiJ  da  LXX  xuXi'siv  für  S'?:  setzt,  darf  man  an  das  Hithpael 
(vgl.  12, 14)  im  Sinne  von  „sich  beflecken"  denken.  Syr.  er 
wird  sich  vermischen  (a'^nnj)  führt  etwa  auf  3"ij?nn  Ezr.  9,  2  u.  ö. 

—  Bei  £v  d[j.apTi'octc  fehlt  eine  nähere  Bestimmung,  man  erwartet: 
der  Heiden. 

13 — 15.  In  V.  13  ist  von  einer  leichteren  Sünde  die  Rede 
als  in  V.  12;  ebenso  ist  das  Verhältnis  von  v.  15  zu  v.  14.  Da 
aber  v.  13.  15  jeder  für  sich  allein  nicht  bestehen  können,  an- 
derseits auch  V.  12  isoliert  dasteht,  dürfte  v.  13  hinter  v.  14  zu 
stellen,  v.  12  mit  v.  14,  und  v.  13  mit  v.  15  zusammenzufassen 
sein.     Vgl.  auch  13a  mit  9  a. 

14.  Syr.  für  a  wohl  ungenau:  bedenke,  dass  ein  Vater 
und  eine  Mutter  dir  ist.  —  ^dp  (106  om.)]  ist  wohl  falsche 
Uebersetzung  von  "'D  =  wann.  —  [xs-^iaTavs;]  =  heidnische  Könige 


Sir.  23,  12—16.  209 

(s.  z.  8,8).  —  ouvs8p£U£t?j  vgl.  -nnon  42,12.  11,1.  —  Syr.  für 
b  ganz  abweichend:  und  von  welchem  Schrecken  (Furcht)  wirst 
du  entgehen.  Er  verlas  wohl  mnon  in  iTiDn,  und  cn^jj  in  onwc. 
—  £7riXaO-(j|  ist  unrichtig,  da  man  als  Objekt  unmöglich  die  Eltern 
subintelligieren  darf.  Lat.  obliviscatur  te  (deus).  Syr.  wohl  richtig: 
du  zu  Fall  kommst  (Spnn  =  h'\i^2r\).  —  iötap-oc  ist  nach  Syr.  (sjdSv) 
wohl  =  "iDlD.  —  jx(üpav&fic]  etwa  =  Sdd:  (LXX),  Syr.  vielleicht 
frei  übersetzend:  du  geschmäht  wirst.  Vgl.  aber  Lat.:  infatuatus 
improperium  patiaris.  —  Syr.  für  e  z.  T.  wohl  genauer:  und  du 
wirst  sagen:  wenn  ich  doch  nicht  geschaffen  wäre.  Vgl.  den 
Fehler  37,3.  —  fi-yj  xaTotpaV/]]  [xtj  nur  in  B*^''  68  253  ««■■'••  Toi. 
Saug.  —  Vgl.  Jer.  20,  14.  Job.  3,  3.  —  Es  handelt  sich  wohl 
um  Verleugnung  der  jüdischen  Religion  durch  gottlose  Reden. 
13.  dTraiosuatav  aauprj  der  Accusativ  (vgl.  den  Dativ  v.  9. 
15)  könnte  auf  der  Konstruktion  des  entsprechenden  hebräischen 
Verbums  beruhen.  Indessen  las  Syroh.  wahrscheinlich  den  Dativ. 
Uebrigens  haben  S*^*^  55  dTraiösuata  opxou,  248  dxoXaata  opxou, 
Lat.  indiscipliuatae  loquelae,  aber  Toi.  Am.  Sang,  und  Hss.  des 
Spec.  Aug.  haben  nur  indisciplinose  (-sae),  Syr.  und  auch  die 
Torheit.  Danach  ist  daup^  wohl  Zutat  des  Uebersetzers  oder 
Glosse.  254  '°*'"s-  hat  dafür  ais/pa  dxoXdatcov.  —  cwe^h-qq]  Lat. 
assuescat;  vgl.  zu  v.  9.  —  ^oyo?  (23  Xoyiafxoc,  s.  z.  27,4)  djxotp- 
Tiac]  Syr.  Worte  der  Untreue  («npiti*).  Es  stand  da  wohl  h'iV  oder 
ähnliches  {=  sündliches  Wesen);  vgl.  Gr.  Syr.  zu  16,  13.  — 
Gemeint  sind  etwa  Zoten. 

15.  dvi>p(07:cicj  Syr.  denn  ein  Mann.  —  awtbi!^rj\ie\)o?]  Syr. 
welcher  lernt;  s.  z.  v.  9.  —  Xo^oic  ovsioiaaouj  Syr.  ungenau: 
nichtige  («nSaii)  Worte.  Anders  als  34,  31.  41,  22  wird  der  Aus- 
druck (etwa  =  nein  "^nm)  hier  unanständige  Reden  bedeuten.  — 
Syr.  alle  Tage  seines  Lebens.  —  7raiocui>TfJ  Syr.  er  wird  Weisheit 
lernen.  —  Syr.  add.  und  keine  Lehre  nimmt  an  der  Mann,  der 
Unzucht  treibt  (ino  vgl.  zu  19,  2)  an  der  Scham  (siyj:^)  seines 
Fleisches;  vgl.  Syr.  zu  v.  16 e. 

16.  Die  auch  in  den  Proverbien  öfter  vorkommende  Form 
des  Zahlenspruches  findet  sich  noch  25,  1.  25,  2.  25,  7 — 11.  26, 
5.6.  26,28.  50,25.26.—  siorj]  Syr.  pi;  vgl.  49,8  Hebr.,  übrigens 
25,  2  (wo  Syr.  wie  49,  8  pjj)  und  LXX  Jer.  15,  3  (mnoti'o).  — 
ttXyjOuvoucjiv  djxapTidc]  Syr.  hasst  meine  Seele;  vgl.  25,2.  —  Syr. 

Smend,  Siracli-Kommentar.  14 


210  Sir.  20,  27—23,  27. 

für  b:  und  auf  drei  (hat)  Aufsteigen  des  Zornes  (statt);  wMaus.: 
und  das  dritte  («nSmi  wie  50,  25  statt  «n'?n3V,  vgl.  zu  26,  5) 
macht  aufsteigen  Zorn.  Es  stand  da  ?]X  (nSyo)  nSy;  vgl.  Ps.  78,31. 
Prv.  15,1.—  'j/'j/r/  v>2p;A"'^/J  ist  hier  nicht  die  zornmütige  (Dt.  19,6), 
sondern  die  wollüstige  (Gen.  30,38.39.41.  31,10.  Ps.  51,7) 
Seele  oder  vielmehr :  die  heisse  Begierde  (vgl.  zu  6,  2  und  zu 
V.  6).  Auf  die  Seele,  die  öfter  als  die  Verwüsterin  und  Mörderin 
des  Menschen  (6,  2  ff.  19,3)  erscheint,  müsste  ou  —  xa-a-oi)-^ 
bezogen  werden,  aber  dann  erginge  es  dem  zweiten  Sünder 
ebenso  oder  gar  noch  weniger  schlimm  als  dem  ersten.  Subjekt 
kann  auch  nur  das  Feuer  sein,  auf  das  xaTct-oür,  nicht  passt. 
S  '^^  Lat.  lesen  passend  v-oLzoLizi-q  xt.  Gemeint  sind  die  Objekte  der 
Wollust;  doppeldeutig  war  allerdings  das  etwa  zu  vermutende 
ySnn.  —  Im  Syr.  fehlen  c  und  d,  aber  der  Ausfall  erklärt  sich 
aus  der  Aehnlichkeit  von  d  und  f,  und  c  und  d  sind  unentbehrlich, 
damit  drei  Arten  von  Sündern  herauskommen.  Denn  v.  18 — 21 
(oder  gar  v.  18 — 27)  in  den  Zahlenspruch  einzubeziehen,  geht 
nicht  an,  da  die  Ehebrecher  dort  nicht  umkommen,  den  letzten 
der  drei  aber  (wie  in  v.  17)  die  schwerste  Strafe  treffen  muss. 
Die  drei  Arten  von  Sündern  sind  aber  1)  der  Wollüstige,  2)  der 
Blutschänder,  3)  der  Ehebrecher.  —  avi)poj-o;  (Syroh.  253  23  70 
Lat.  praera.  vmi)  t,6[jw;  (Lat.  schlecht  -ov/jpoc)]  Syr.  ein  Mann, 
der  Unzucht  treibt  (:noT  vgl.  zu  19,2).  —  h  ^tofiati  aotpxo?  auxou] 
Syr.  an  der  Scham  («ij;;:)  seines  Fleisches.  Fritzsche  hat  Recht, 
wenn  er  nach  Lev.  18,6.  25,43  auf  "nxty  1B>32  schliesst  und  hier 
die  Verwandtenehe  findet.  —  Der  folgende  Stichus  ist  im  Cod.  A 
des  Hebr.  hinter  12, 14  erhalten,  wo  er  sich  auch  im  Syr.  findet, 
—  nnj;""  i^h]  Gr.  ou  [j.-/]  -aoar^-ai  =:  Syr.  n':nni  sS.  Aber  "oy  wird 
durch  den  Anklang  an  ^3;an  empfohlen;  auch  Syr.  hat  zu  12,  14 
"inj?J.  Vgl.  -i2V  Dt.  26,  13.  Esth.  9,  27  sowie  Targ.  Job.  28,  28 
und  unten  zu  28,  6.  Der  Ausdruck  bedeutet  aber  wie  das  ent- 
sprechende ou  |j.y]  xo-nraVd  v.  17  nicht  das  Beharren  im  Frevel 
oder  seine  Wiederholung,  sondern  die  Unfähigkeit,  sich  seiner 
zu  enthalten.  —  ti^«  13  ij;^  iv]  Syr.  hier  und  12,  14  ebenso, 
Gr.  i'to?  av  h.y.aocsr^  (aber  23  ixxauöfj,  Syroh.  ay)  Tup.  Gemeint 
ist  das  Feuer  der  göttlichen  Strafe. 

17.     Syr.  für  a    schlecht:     dem  Fleische    des    hurerischen 
(Kino  19,2)  Mannes,  jedes  Fleisch  ist  süss  ihm.  Vgl.  Prv.  9,17.— 


Sir.  23,17—18.  211 

zoTraoTo]  Syr.  er  wird  sich  abhalten  lassen  («Srnj  vgl.  zu  19,28). — 
iu)c  av  TeXsuTTjOifj]  Syr.  bis  dass  er  umkommt.  Das  ist  besser,  da 
so  der  Tod  als  vorzeitiger  und  als  Strafe  bezeichnet  wird.  Als 
der  letzte  der  drei  muss  der  Ehebrecher  gemeint  sein,  von  dem 
im  Folgenden  weiter  geredet  wird.  Also  haben  Gr.  Syr.  mit 
7:opyo?  und  N^iiD  wohl  ungenau  übersetzt. 

18.  -^r^aßatvojv  drJj  zr^;  x>aV/)c  (A  -Mkr^:)  auTou]  kann  den 
Ehebrecher  nicht  bezeichnen,  und  der  Zusatz  von  Tropvo?  hinter 
av&ptoTO?  (so  A)  beruht  auf  Korrektur.  Lat.  omnis  homo,  qui 
transgreditur  lectum  suum  contemnens.  Clem.  AI.  paedag.  II 
10,  99:  0  avflr.ojTToc  rj  rj.W^rjhwj  l-i  TTjC  zA.  «.  Syr.  der  Mann,  der 
Untreue  übt  (-ipti^a)  auf  ('^j?)  dem  Lager  seines  Bettes  (noiyT  xn^itiTi). 
Vgl.  Ambros.  I  627  in  lectu  suo;  auch  Sah.  las  h  oder  IrS. 
Augenscheinlich  ist  7.-0  Korrektur,  verursacht  durch  die  Un- 
deutlichkeit  des  7:apa,3c(tv(ov;  LXX  setzt  aber  das  Verbum 
Num.  5,  12.  19.  20.  29  für  rm^  (vgl.  zu  42,  10).  Dass  das  Ver- 
brechen (anders  als  Job.  24,  15)  im  Hause  des  Ehebrechers 
stattfindet,  ergibt  sich  auch  aus  dem  Folgenden.  Für  z/aV/j  stand 
im  Hebr.  ein  zusammengesetzter  Ausdruck  wie  rviv""  ti'ij?  Ps.  132,3. 
—  XsYojv  (55  Clem.  AI.  praem.  0,  Syr.  praem.  und)  h  z\  '}uyj, 
au-ou]  Lat.  (contemnens)  in  animam  suam  et  dicens.  —  Gr.  setzt 
'];u/r^  öfter  für  2S  (s.  z.  4,17),  aber  Syr.  folgt  ihm  darin,  soweit 
man  sehen  kann,  nicht.  Da  auch  Syr.  hier  niJ'cja  hat,  so  ist 
Esth.  4,  13  zu  vergleichen.  Vgl.  übrigens  Job.  24,  15.  —  In  c 
und  d  hat  Gr.  gekürzt  und  wohl  auch  umgestellt.  Vgl.  Syr.: 
siehe,  die  Wände  meines  Hauses  verbergen  mich  ("•'^j;  pnoo)  und 
der  Schatten  meiner  Balken  (Mas.  I  w  Maus.  Ambr.  der  Schatten 
meines  Hauses;  vgl.  aber  Gr.  Syr.  29,  22)  beschützt  (pa)  mich. 
Vgl.  Basil.  M.  III  615  szoxo?  ■*.rCtJi--v.  as  z7.i  ot  Toi/ot  zuzX«>  }j,oü. 
Ambros.  1,377,  777:  tenebrae  cooperiunt  me  et  parietes  circum- 
dant  me.  Für  zuzXw  ijlo'j  hat  übrigens  auch  Lat.  circumdant  niey ' 
und  für  (j.s  zaX'j-TO'jai  Clem.  AI.  azs-r;  [xou.  —  S '^^  setzt  einen 
Asteriskus  vor  zoti  ouvlslc  —  suXaßoutxat.  —  ~i\  A  Lat.  ttvot.  — 
Clem.  AI.  für  den  Rest  des  Verses:  zal  ouösl?  jii/i-si  -Ai  oAi.'j.pxw::; 
[xou-  Ti  £'jA7,3o!ji;j,ai;  jxtj  [i-v/jaör^asToci  6  ü'^/is-oc;  dagegen  hat  Syr.: 
und  es  ist  nicht,  der  mich  sieht,  was  hält  {^hz)  mich  ab,  dass 
ich  sündige  (den  letzten  Stichus  lässt  er  aus).  Das  Aequivalent 
von    -wv  «;xotf/-:iu)v    [xo'j    (etwa   N^na)    gehörte    zum  Vorigen,    und 

14* 


212  Sir,  20,  27—28,  27. 

eiXaßotjjxai  beruht  auf  schlechter  Uebersetzung.  Uebrigens  gehört 
der  letzte  Stichus  mit  v.  19  a  zusammen.  Es  war  zu  übersetzen 
Tou  u^iazou  (so  richtig  Bickell). 

19.  Syr.  om.  a.  Der  erste  der  von  ihm  übergangenen 
Stichen  hatte  denselben  Anfang  (sSl)  und  wohl  auch  denselben 
Schluss  (Sx)  wie  19  b.  —  Lat.  für  a:  et  non  intelligit  quoniam 
omnia  videt  oculus  illius,  quoniam  expellit  a  se  timorem  dei 
huiusmodi  hominis  timor,  et  oculi  hominum  timentes  illum.  — 
yopiou]  248  Clem.  AI.  add.  (xoö)  u'^taiou.  —  fjLupioTrXaawo;]  Lat. 
multo  plus.  —  (pwtsivoTspol]  248  70  Clem.  AI.  add.  sbtv,  Syr. 
grösser.  —  k  xal  STrißXsTToyTEC,  248  oi  iTrißXsTiovts?,  Clem.  AI.  1.  1. 
o"  iTrißXsTroucJt  und  xaxavoooaiv.  —  70  S '^^  im  tA^(xz.  —  xotl  xaxa- 
vooSvxe?]  Lat.  et  profundum  abyssi  et  hominum  corda  intuentes; 
vgl.  42,  18.  Prv.  15,  11.  —  A  om.  sie.  —  Syr.  für  c  und  d: 
und  er  sieht  die  Wege  aller  Menschen  und  bemerkt,  was  (w  Maus. 
Mas.  I  om.)  in  der  Finsternis  die  Gestalt  («SSsip  =  iNn?)  ihrer 
Werke.  Hier  wird  „in  der  Finsternis"  durch  cpwtsivoTöpoi  des 
Gr.  empfohlen.  Dagegen  könnte  man  mit  aTroxpucpct  jxlpTj  ipn 
nnriDJ  42,  19  vergleichen.  —  Vgl.  übrigens  17,  19. 

20.  253  23  stellen  -o.  täv-o.  hinter  au-q),  248  wiederholt 
es  dort.  —  Lat.  für  a:  domino  enim  deo,  antequam  crearentur, 
omnia  sunt  agnita.  Syr.  für  a:  weil  während  (noch)  nicht  ist 
jedes,  enthüllt  (s'jj)  ist  es  vor  ihm.  Von  der  Schöpfung  war 
danach  nicht  die  Rede.  Vgl.  zum  Ausdruck  48,  25.  Dagegen 
bringt  Syr.  in  b  das  Weltende  hinein:  und  (vgl.  zu  13,  20)  auch 
nach  der  Vollendung  der  Welt  richtet  er  sie.  Im  Gr.  fehlt  am 
Schluss  ein  Verbum;  248  70  Lat.  add.  xaöopa  xa  Ttavxa;  Aeth. 
add.  er  setzt  es  (leg.  «  statt  d  =  er  sieht  es?).  Vgl.  dazu  15,18. 
Das  ist  mindestens  ebenso  gut  wie  das  Plus  des  Syr. 

21.  Um  das  Hysteron  Proteron  zu  beseitigen,  liest  A 
xoXaadVjasxai  für  Triaa&r^aExoti;  Syr.  hat  die  Stichen  umgestellt. 
Uebrigens  hat  Syr.  für  exSixTjör^asxoti,  das  auf  ungenauer  Ueber- 
setzung zu  beruhen  scheint,  KDion:  (er  wird  schaugeführt  werden; 
doch  vgl.  auch  zu  42, 10).  Das  war  die  Strafe  des  Ehebrechers 
und  der  Ehebrecherin  bei  den  Arabern.  Posch,  hat  dasselbe 
Num.  25,  4  für  ypin  (LXX  TrctpaosqfxaxiCtü),  obwohl  da  etwas 
ganz  anderes  gemeint  ist.  Lat.  fügt  hier  bei:  et  quasi  pullus 
equinus  fugabitur.  Muhammed  warf  den  Juden  vor,  dass  sie  mit 


Sir.  23,  19—24.  213 

den  Ehebrechern  nicht  dem  Gesetz  gemäss  verführen  (Lev.  20, 10. 
Dt.  22, 22).  In  der  Tat  ist  auch  hier  weder  bei  dem  Ehebrecher 
noch  V,  24  bei  der  Ehebrecherin  von  der  Todesstrafe  die  Rede, 
was  für  das  Verständnis  von  Joh.  8  von  Interesse  ist.  —  Lat. 
fügt  am  Schluss  bei:  et  erit  dedecus  omnibus,  eo  quod  non 
intellexerit  timorem  domini. 

22.  o5to>?]  106  om.,  w  Maus.  1.  —  Y"^i]  Lat.  mulier  om- 
nis.  —  xaraXiTTouiaa]  vgl.  Prv.  2,  17.  Syr.  verdeutlicht:  welche 
sündigt  (Kmo)  gegen  ihren  Eheherrn  (vgl.  zu  25, 22).  —  248 
(Syroh.?)  106  157  155  Sah.  Lat.  tov  av8pa  «u-t^c.  — -  TzapiazSiSct. 
(vgl.  V.  23.  51,  2)]  nach  Syr.  =  no^po  (Gen.  38,  8.  Dt.  25,  7).  — 
iz  aXXoTpiou]  248  Syroh.  253  23  korrigieren  hier  und  v.  23 
(Sah.  hier):  ic  aXXou;  Syr.  wnn«  |0.  Lat.  frei:  ex  alieno  matri- 
monio.    Vgl.  ni  t^^N  Dt.  25,  5. 

23.  TTpiuxov  (x£v  yotp]  Syr.  1  am  (Mas.  I  om.  i).  —  sv  v6|xq) 
6'}taTOu  (106  k  xupiou)  r^Trsi^rjCfs]  Syr.  sie  w^ar  untreu  (sie  log) 
gegen  (n)  das  Gesetz  Gottes.  Vielleicht  stand  da  nii'nD  mit  3 
oder  dgl.;  vgl.  zu  1,  28.  —  ek  avopa  kauxr^  i■Kkr^\lll£k•tla^  (26,  11)] 
vgl.  Syo  Gr.  10,  7  und  Num.  5,  12.  27.  Syr.  schlecht:  gegen  (s) 
den  Eheherrn  ihrer  Jugend.  —  h  Tiopvsia  Ijxoij^süöyj]  Syr.  schlecht: 
in  der  Hurerei  des  Ehebruchs  (d'csj:  now?).  —  Ausser  B  (296 
308)  alle  xal  i;;  Sjt.:  weil  sie  von  etc.  —  dXXoxpiou  (zu  v.  22)] 
Lat.  alio,  Syr.  hier:  «nsiJ;  vgl.  zu  26,  19.  Vielleicht  stand  da 
••IDJ;  vgl.  n^DJ  Prv.  2, 16.  5,  20  usw.  und  zu  9,  3.  —  Die  juri- 
stische Distinction  ähnlich  wie  v.  11. 

24.  Für  zk  £xxXrj(jtav  lesen  248  Syroh.  70  Iv  ixxXr^aia 
(Cod.  Theodor,  in  ecclesia),  und  Syroh.  hat  für  e;a/i^r^aeTai  (155 
a/Or^aexai,  Lat.  adducetur)  hpbpDn  {=  sie  wird  beschimpft  werden?). 
Syr.  für  a:  und  (Ambr.  w  om.)  auch  sie  wird  aus  der  Gemeinde 
herausgehn.  Man  könnte  dazu  S'^ifin  Ezr.  10,  3.  19  vergleichen, 
aber  die  Frau  gehörte  überhaupt  nicht  zum  hnp.  Man  sagt  K'^ifin 
aber  auch  von  der  Hinausführung  vor  die  Stadt  oder  vor  das 
Haus,  event.  zur  Todesstrafe  (vgl.  Gen.  38,24.  Dt.  22,21); 
übrigens  las  Gr.  wohl  b:^.pn  Sk  oder  dgl.  —  LXX  setzt  sTriaxoTrr^ 
sativ  mehrmals  für  npcj.  Syr.  hat  für  b  verdeutlichend:  „und 
gegen  (Sv)  ihre  Kinder  wird  ihrer  (d.  h.  der  Mutter)  Sünden 
gedacht  werden."     Aber  die  Sünden    der  Mutter   hat  Gr.  wohl 


214  Sir.  20,  27— 23,  27.    24,1—27,3. 

Übergangen.     Es  handelt    sich    hier   übrigens    darum,    dass    die 
Kinder  von  Gerichts  wegen  für  unecht  eiklärt  werden. 

25.  ta  Tsxva  auxr^c]  248  uiol  aüttuv.  Man  erwartet  des  Pa- 
rallelismus halber  eher  von  „Sprossen"  zu  hören.  Vgl.  z.  B. 
CXifX^:  41,  20  und  dazu  Gr.  Syr,  —  248  Syroh.  70  om.  st?,  das 
auch  Lat.  Sah.  Syr.  nicht  ausdrücken.  Also  ist  oiaowaouat  (Syr. 
nicht  werfen  ihre  Kinder  eine  Wurzel  in  die  Erde)  auf  die 
Kinder  zu  beziehen^  (wie  auch  b  verlangt),  und  das  Verbum  steht 
wie  24,  15.  39,  14.  —  otoaouai]  lesen  nur  B  (308)  Lat.,  dagegen 
23  TToir^aouaiv  (Syr.  sie  werden  machen)  und  die  übrigen  ohooau 
Im  Hebräischen  findet  sich  so  n^v  und  n\i^:.  —  Vgl.  Mal.  3,  19. 
Jes.  37,  31.  Lev.  20,20.21. 

26.  23  praem.  xai.  —  Syr.  für  a  schlecht:  und  hinterlassen 
wird  zum  Fluch  ihr  Gedächtnis.  —  Vgl.  Jer.  29,  22.  —  xo  ovsioo? 
auxr^c]  Syr.  schlecht:  ihre  Schulden  (s.  z.  3,11).  —  IcaXctcpÜT^cjöxai] 
Syr.  ptsyni  (s.  z.  41,  11).  Denkbar  ist  danach  mD3,  aber  auch 
nn^J  (vgl.  39,  9.  44,  13)  oder  mti^J. 

27.  Syr.  und  es  werden  erkennen  alle  Bewohner  der  Erde, 
und  einsehen  werden  alle  die  übrig  sind  in  der  Welt  (^""Sri),  dass 
nicht  ist,  das  besser  usw.  Aus  rhythmischen  Gründen  ist  das 
anzunehmen,  obwohl  San  vielleicht  eingetragen  war.  Vgl.  cnxii'in 
Dt.  19,  20.  —  xupiou  1^']  106  157  55  254  296  Usou.  Lat.  Syr. 
dei.  —  xoij  Trpoasysiv]  Syr.  i^üh  p  (ebenso  35,  24.  32,  2)  =  iüf}p, 

—  xüpiou  2^]  248  70  253  55  254  (xou)  Usoö,  Syr.  seine  (Gebote). 

—  Vgl.  46,  10. 


X.    24,  1  —  27,  3. 

Der  Abschnitt  wird  c.  24  durch  ein  Lob  der  Weisheit  ein- 
geleitet, für  das  zunächst  die  Weisheit  selbst  das  Wort  nimmt 
(vgl.  4, 11  ff.  Prv.  8.9).  Als  die  göttliche  Intelligenz  ist  sie  die 
vornehmste  Dienerin  Gottes,  identisch  mit  dem  Schöpferwort  und 
Schöpfergeist  und  das  Medium  der  göttlichen  Weltregierung,  aber 
sie  ist  auch  die  von  Gott  bestellte  Weltherrscherin,  die  von 
Anfang  an  in  der  ganzen  Schöpfung  waltete  (v.  1 — 6).  Sie,  die 
anfänglich  im  Himmel  thronte,  wollte  aber  auch  unter  den 
Menschen,  d.  h.  unter  einem  bestimmten  Volke,  wohnen,  und 
Gott    wies    ihr    Israel   und    Jerusalem   zur   Wohnung    und   zu 


Sir.  23,  25—27.  215 

besonderem  Eigentum  an.  Hier  ist  und  wirkt  sie  seitdem  auf 
ewig  und  zwar  als  die  Wahrheit  oder  die  Religion,  die  die  gött- 
liche Ordnung  für  die  Menschen,  d.  h.  für  die  Juden,  ist.  Sofern 
die  Religion  im  Cultus  in  die  Ersclieinung  tritt,  war  die  Weis- 
heit in  all  ihrer  Herrlichkeit  die  Gott  wohlgefällige  Priesterin 
der  Stiftshütte  und  des  Tempels  (v.  7 — 11.  12 — 15);  den  Menschen, 
d.  h.  den  Juden,  ist  sie  die  Führerin  zum  Heil  (v.  16 — 22).  Für 
die  Menschen  ist  sie  deshalb  identisch  mit  dem  Gesetzbuch 
Moses,  der  unerschöpflichen  Fundgrube  aller  Wahrheit  (v.  23 — 29). 
Aber  zu  Wort  kommt  sie  aucli  im  Munde  des  Schriftgelehrten, 
der  zuerst  für  sich  selbst  die  Weisheit  suchte,  sie  mm  aber  wie  ein 
gotterleuchteter  Prophet  seinen  Hörern  predigt  (v,  30 — 34).  Das 
Ganze  ist  ein  stolzer  Ausdruck  des  geschiclitlichen  Selbst- 
bewusstseins  des  Judentums.  In  abstracter  Form  wird  hier 
für  Israel  derselbe  Ansprucli  erhoben,  den  das  Lob  der  Väter 
Israels  c.  44 — 49  concret  darlegt.  Denn  die  Identifikation  der 
Weisheit  mit  der  jüdischen  Religion  ist  gegen  den  Hellenismus 
gerichtet,  in  dessen  Bekämpfung  der  Schriftgelehrte  sich  als  ein 
Nachfolger  der  Propheten  weiss.  Im  Einzelnen  lehnt  das  Stück 
sich  mehrfach  an  Prv.  8,  22  ff.  an.  —  Die  Rede  zerfällt  deutlich 
in  6  Strophen  von  je  6  Distichen.  In  den  vier  ersten  redet  die 
Weisheit  selbst,  in  den  beiden  letzten  der  Verfasser.  In  sich 
selbst  sind  aber  die  Strophen  sehr  verschieden  gegliedert 
(2.  2.  2.  I  3.  3.  I  1.  3.  2.  |  2.  2.  2  |  1.  3.  2.  |  3.  3). 

Mit  dieser  grossartigen  Einleitung  (vgl.  zu  v.  32)  contra- 
stiert der  Inhalt  der  nun  folgenden  Lehren.  Es  finden  sich  hier 
freilich  eindringliche  Empfehlungen  der  Weisheit  und  Gottes- 
furcht, aber  vor  aUem  ist  von  dem  Glück  und  Unglück  die 
Rede,  das  die  Frau  für  den  Mann  bedeuten  kann.  An  der  Spitze 
stehen  zwei  Zahlensprüche  (25,  1.  2  vgl.  v.  7 — 11.  26,5.  6.  28). 
Der  erste  preist  Mann  und  Weib,  die  sich  in  einander  schicken, 
der  zweite  schilt  den  ehebrecherischen  und  törichten  Alten 
(25.  1.  2.  =  2.  2).  Hieran  schliesst  sich  die  Mahnung,  in  der 
Jugend  nach  Weisheit  zu  trachten,  damit  man  im  Alter  das  Lob 
der  Weisheit  habe  (v.  3 — 6  =  1.  2.  1),  und  eine  Aufzählung 
von  zehn  Glücklichen,  von  denen  der  Gottesfürchtige  der  glück- 
lichste ist  (v.  7 — 11  =  1.  5.  1).  Dann  folgen  bittere  Klagen 
über  die  bösen  Frauen  (v.  13 — 26.    26,  5 — 12),  untermischt  mit 


216  Sir.  24,  1—27,  3. 

Lobsprüchen  über  die  guten  (26,  1—4.  13—18  =  2.  2.  2.  1. 
1.  I  2.  2.  1.  2.  I  2.  2.  I  3.  I  3.  I  2.  2.  |  3.  |  3).  Eine  Warnung 
vor  Rückfall  in  die  Sünde  (v.  28  =  3),  von  der  übrigens  na- 
mentlich der  Kaufmann  selten  frei  bleibt  (26,  29 — 27,  3  :=  3.  1), 
beschUesst  den  Abschnitt. 

24,  1.  2.  ctivsat?  aocpiac]  al.  aocpiotc  aiveaic,  Co.  Syroh.  253 
23  106  157  om.  Es  stand  wohl  da  nö2n  n2\if  (vgl.  44, 1).  —  23 
g*-vid.   iQQ   Qjjj    ^^^   —   1^  jj^^3„^    i^rju    auxTj?]    SjT.    iumitten   des 

Volkes  Gottes.  Gemeint  sind  aber  nicht  die  Juden,  sondern  die 
himmlischen  Genossen  der  Weisheit.  Sie  steht  unter  den  über- 
irdischen Dienern  Gottes  unvergleichlich  da.  Allerdings  hat  Lat. 
für  Ib  neben  zwei  anderen  Uebersetzungen  auch:  et  in  deo 
honorabitur.  Das  geht  vielleicht  mit  dem  Syr.  auf  dieselbe 
griechische  oder  auch  hebräische  Vorlage  zurück.  Aber  dann 
war  ''''  Dj;  Fehler  für  noj;,  entstanden  aus  Missverständnis  von  2  a. — 
xauyj^aexat  1^  und  2^]  Syr.  ip^nn  und  nnritiTi,  etwa  =  nsenn  und 
hhr\r\n.  —  ev  ixxXr^ata  (Lat.  ecclesiis)  u-^wtou]  =  Syr.  arhüi  KnmJ22 
=  b^  mys  (vgl-  Ps-  82,  1).  —  i'vavxt  ouva;x£(üs  (Sah.  8uva|x£(üv) 
auTou]  Syr.  nmVn  1J2,  wobei  ):  aus  v.  1  eingedrungen  ist.  Vgl. 
r«32:  42,  17  und  zu  17,  32.  —  Betr.  der  Zusätze  des  Lat.  vgl. 
die  Einleitung  §  8. 

3.  Als  Medium  der  Weltschöpfung  wird  die  Weisheit  mit 
dem  Worte  Gottes  identifiziert.  —  u'^fotou]  auch  Syr.  hat  «""Sy.  — 
ofxi/Xr^  (43,  22  =  ]^V)]  in  LXX  öfter  für  Scnj;,  Syr.  hat  hier  nSq-ij;. 
Auch  damit  ist  die  Weisheit  als  Medium  der  Schöpfung  bezeichnet; 
vgl.  den  brütenden  Geist  Gen.  1,  2  und  i«  Gen.  2,  6,  was  On- 
kelos  mit  KJjy  wiedergibt.  —  yt^v]  Lat.  omnem  terram. 

4.  £v  utl/r^XoT^j  Syr.  in  den  höchsten  Höhen.  —  xaxssxr^vwaa] 
Syr.  wohl  genauer:  ich  schlug  auf  (nti^pj)  meine  Wohnung.  Hat 
Sirach  '•JN  üfff  Prv.  8,  27  missverstanden?  —  ev  aiokta  vecpiXifj?] 
Syr.  auf  den  Säulen  der  Wolken.  Gemeint  ist  aber  die  Wolken- 
säule des  Exodus.  Sie  ist  in  den  Himmel  versetzt,  weil  sie 
auch  zu  den  Gütern  der  Zukunft  gehört.  Deshalb  muss  sie 
aber  auch  im  Himmel  präexistiert  haben.  Bei  Philo  (quis  rer. 
div.  haeres  §  42)  ist  die  Wolkensäule,  die  die  Israeliten  von 
den  Egyptern  trennt,  die  Weisheit  selbst.  Als  die  oberste 
Dienerin  Gottes  hatte  die  Weisheit  im  Himmel  einen  Thron 
und  herrschte  sie  über  die  ganze  Welt. 


Sir.  24,  1—9.  217 

5.  Die  Weisheit  durchwandelte  die  ganze  Welt,  damit 
bewies  sie  sich  als  Weltherrscherin.  Gedacht  ist  aber  wohl 
auch  daran,  dass  sie  überall  in  der  Welt  schöpferisch  w^altete. 
Yupov  oOpavou]  Vgl.  i2''0tt'  Jin  Hiob  22,  14.  Prv.  8,  27  und  zu  43, 12. 
—  exuxXtoaa]  vgl.  v\''pr]  43,  12.  —  Syr.  für  a  schlecht:  im  Himmel 
mit  ihm  zusammen  wohnte  ich.  —  sv  ßotösi  aßuaacov]  vgl.  zu  1,3. 
Syr.  wohl  genauer:  Nöinm  X"ipV2:  vgl.  cM  ^u^i'^  Job.  36,30.  — 
Lat.  ungenau:  et  profundum  abyssi  penetravi;  vgl.  zu  v.  6. 

6.  Syr.  über  (n)  die  Quellen  des  Meeres  und  über  die 
Fundamente  der  Welt  {h^2r\)  und  über  alle  Völker  und  Nationen 
herrschte  ich.  Augenscheinlich  ist  sxxr^aafxr^v  Fehler  für  ^ricjajxr^v, 
wie  S*=*  und  Lat.  lesen.  Es  stand  da  w^ohl  isSk'  (so  Syr.)  oder 
h^Ki.  Prv.  8,  31  spielt  die  Weisheit  mit  den  Menschen.  Uebrigens 
scheint  Syr.  genauer  zu  sein.  Vgl.  CM  "233  Job.  38, 16  und 
mnn  mrj?»  Gen.  7,11  und  own  mry  Prv.  8,28,  und  ^2n  mo^ 
16,  19,  ps  nWD  Prv.  8,  29  und  '^an  nnmo  Ps.  18, 16.  —  xal  iv 
TtaOTO  xfj  y-^]  Lat.  add.  steti. 

7.  [i-exa  (Co.  70  praem.  xai)  xouxtuv  zavxwvj  Aeth.  und  nach 
diesem  allen,  Lat.  (et)  in  his  omnibus,  Syr.  und  in  allen  diesen 
(fem.  plur.,  wohl  bezüglich  auf  Nationen).  Jedenfalls  sind  die 
Völker  gemeint.  —  avarauaiv]  =  nrriia  im  Sinne  von  Jes.  11, 10.  — 
eCi^xr^aa]  Syr.  add.  mir.  —  Syr.  für  b:  in  welchem  Erbe  ich 
wohnen  sollte  («iii^K).  Danach  ist  auXiaÖT^aofiai  vielleicht  ^  pti'K 
(vgl.  LXX).  Die  Ausdrücke  nm:«  und  pii*  werden  in  diesem 
Sinne  auch  von  Gott  selbst  gebraucht.  —  Vgl.  Bar.  3.  37 ff. 

8.  6  xxfoxr^?  ctTcavxu>v]  vgl.  51, 12  *  Hebr.  bjn  iTi",  Syr.  hz  kiö 
(leg.  N12?).  —  0  xxisot?  jxs]  Syr.  "'^nsyi  p.  —  xaxsTrauasJ  wohi  = 
ü'}^'i  Syr.  "iii'Xl  (und  er  stellte  fest),  aber  Ambr.  w  Maus.  Mas.  11 
"-iiTKl;  vgl.  Ez.  40,  2  Pesch.  —  xal  (254  Syr.  om.)  sTttcv]  55  254 
Lat.  Syr.  add.  |xot.  —  xaxaoxT^vtuaov]  Syr.  '''\\if.  —  xaxaxXr^povofir^ihjxi  = 
haeres  constituere;  vgl.  hmnn  36,  16b  sowie  Dt.  19,  14  LXX  und 
oben  zu  15,  6.  Syr.  nintr«  (werde  befestigt),  wonach  ^'mn  denkbar 
wäre;  vgl.  Job.  23,  11  Pesch. 

9.  Ttpo  xou  ai&yoc]  steht  42,  21  für  D^iyo,  ebenso  LXX  zu 
Prv.  8,  23,  wo  übrigens  if^siö  (=  ar  ap/r^;  s.  z.  16,  26)  neben 
rh)yD  steht.  Lat.  ab  initio  (et)  ante  saecula.  Syr.  hat  nach  Gr. 
kürzend  nur  a£hy  mp  |o  (vor  den  Ewigkeiten).  —  Ixxias  »xs]  Lat. 
Syr.    creata  sum.    —    £«>?  aiÄvo?  (253  23    S  A    atwvwv)]   Aeth. 


218  Sir.  24,  1-27,  3. 

immerfort  und  für  Ewigkeit  der  Ewigkeit,  Syr.  für  Ewigkeit  der 
Ewigkeiten.  - —  sxXnrto  (248  ä/Xeorw  vgl.  zu  42,24)]  besser  Syr.: 
wird  aufhören  mein  Gedächtnis  =  ^D*  nifi^"  (vgl.  38,  23);  d.  h.  man 
wird  immerdar  nach  mir  fragen  (vgl.  v,  20  und  dazu  Lat.).  Dass 
die  Weisheit  oder  ihr  Ruhm  ewig  bestehen  wird,  bedeutet 
übrigens,  dass  Israel  auf  ewig  die  Wahrheit  hat. 

10.  Die  Weisheit  ist  das  Gesetz  und  das  Gesetz  auch 
Cultusgesetz  und  sofern  im  Cultus  wie  in  der  Gesetzeserfüllung 
überhaupt  das  Gesetz  in  Action  tritt,  kann  die  Weisheit  als 
Priesterin  (=  eXsiToup-^r^ofa  ^  Tiii^)  der  Stiftshütte  und  des  Tem- 
pels gedacht  Averden  (vgl.  v.  15).  —  orjxojc]  ist  wohl  wie  35,  1  = 
pD  (darauf).  Syr.  3in  (abermals).  —  £a;x/)piyj}r^v]  Syr.  nöp.  Zu  ver- 
muten ist  eine  Form  von  3r  (vgl.  39,  32  Gr.),  und  zwar  wohl 
arm  im  Sinne  von  dienen  (zu  ergänzen  rJoS) ;  vgl.  8,  8.  38,  3. 

11.  r^YJ.^zr^llivr^^  (248  Aeth.  Lat.  YjYiaaasv^j)  o|jloio>?J  Syr.  wohl 
richtig:  die  geliebt  ihm  wie  ich.  —  jis  (23  S  om.)  xaxsTrauae]  Lat. 
Aeth.  nur:  requievi,  und  so  Syr.  Lies  xoctsTrautja  (vgl.  5,  6,  und 
zu  44,23).  —  rj  scouaia  (A  ecouaiav  [xou]  Syr..  Sin  ''T^hw.  Zu  "ver- 
muten ist  'nh^nt:  (10,  4). 

12.  ippt'Cwaa  (3,  28)]  Syr.  ich  wuchs  hoch  (aus  v.  13).  — 
iv  fxcpioi  xupiou  (vgl.  17,  17)]  =  "^  phn2  Dt.  32,  9.  Zach.  2,  16.  — 
xXyjpovo[j.tac  (k  x^povo[ita,  Lat.  haereditas)  autouj  Aeth.  und  in 
seinem  Erbe,  Syr,  imd  inmitten  seines  Erbes,  Israels.  Man  wird 
dem  Syr.  (abzüglich  des  „Israels")  folgen  müssen. 

13.  dvü'{^a)i>r|v]  Syr.  JT'mn«,  ebenso  beide  Mal  v.  14.  Vgl. 
6'];ou{jL|vyj  50,  10  (=  nmo?)  und  nm  Ez.  16,  7.  Job.  39, 4.  — 
xoTrapiacjoc]  vgl.  50,  10,  w^o  |Hebr.  pii'  yv  (Oleaster)  =  KntfOT  SiS^«, 
das  Syr.  hier  wie  dort  hat.  Vgl.  LXX  Neh.  8,  15  und  die  Hexapla  zu 
1  Reg.  6,  23.  32.  —  A  Lat.  op=i.  _  ^Ispjxcuv]  Lat.  Sion  (=  |«^tf 
Dt,  4,  48).  Augenscheinlich  ist  'Aspfiwv  innergriechische  Korrektur, 
die  für  den  seltenen  Namen  den  gewöhnlichen  setzte.  —  Syr. 
auf  (om.  opeaiv)  Senir  (Dt.  3,  9),  dem  Schneeberge.  —  Die  Orts- 
bestimmimgen  gehören  hier  und  im  Folgenden  überall  zum  Verbum, 
d.  h,  im  ganzen  Volke  Israel  gedieh  die  Weisheit. 

14.  £v  aqiaXoic]  106  £v  YaXyotXoic,  23  xoti  sv  xXaöoic,  253  S  *^* 
296  308  £v  EYYaoot?,  248  sv  yaoöi,  Syr.  Syroh.  nj  yv2.  Dagegen 
Lat.  in  Cades.  Vgl.  Cant.  1,  14  und  die  Gleichsetzung  von  pirn 
lön  und  nj  yv  2  Chr.  20,  2.—  <puTa  pooou  (39,  13.  50,  8)]  Syr.  Rosen- 


SÜ-.  24,  10—15.  219 

weide  («nn  ri2ij?),  wohl  =  Oleander,  der  zur  Gegend  von  Jericho 
passt.  Vgl.  Low,  Pflanzennamen  132,  Barhebr.  erklärt  mit  dem 
unbekannten  ^^ühh^.  Vgl.  sonst  die  Weiden  50,  12.  Jes.  44,  4.  Lev. 
23^40.  Job.  40,22.  Gegen  cUe  Rose  muss  man  übrigens  wegen  der 
Abweichung  des  Syr.  zu  39,13  und  des  Hebr.  zu  50, 8  (doch  s.  d.) 
misstrauisch  sein. —  su-psirr^?]  nach  50, 10  (s.  d.)  =  |jj;"i.  Syr.  hat 
dafür  rT'mnK  (=  dvj'^^wör^v),  das  er  aber  in  d  noch  einmal  setzt.  — 
SV  TTöOHo  (248  add.  a>pa«o)]  Syr.  «nj?pc3,  beides  öfter  für  nSci^TT,  wo  noch 
jetzt  die  besten  Olivenbämne  wachsen.  Vgl,  irsoiov  1  Macc.  3,  24. 
4,  14.  15  u.  ö,  —  -Xa-avoc]  nach  LXX  =  panj?,  Syr.  NiSn;  vgl. 
Low,  a.  a,  0,  107.  —  248  70  157  Syr.  i.  f.  add.  s-f'  (248  ot-^') 
uSatoc;  Lat.  add.  juxta  aquas  in  plateis,  letzteres  wohl  =  iv 
irXaisiai?,  das  aus  oj?  -Xct-ravo;  entstellt  war. 

15.  osocüxa  (k  oiiooiy.a)  ocj[i.T;^]  vgl.  39,  14.  Aber  die  Worte 
fehlen  in  248  Syroh.  253  23  Syr.,  offenbar  mit  Recht.  Sie  sind 
wohl  nur  Variante  zu  oilotuxa  sutuowtv.  Denn  a  und  b  gehören 
ebenso  eng  zusammen  wie  c  und  d.  In  c  und  d  werden  näm- 
lich die  Ingredienzien  des  heiligen  Räucherpulvers  von  Ex.  30,  34 
aufgezählt,  ebenso  müssen  in  a  und  b  ursprünglich  die  des  hei- 
ligen Salböls  von  Ex..  30,  23  f.  genannt  gewesen  sein.  Es  sind 
.  das  im  12  (LXX  cjfjL'jpvr^  ixXiX-T]),  ctt*2  ]')f2:p  (LXX  xivvaij-wfjLov  cuwosc), 
ü^2  rup  (xaXajxo?  suwor^c)  und  nip  (ipi?,  Pesch.  K'Dp).  Für  die 
beiden  letzteren  findet  sich  hier  daTzdloi^oq  (Syroh.  253  23  S*^^ 
praem.  wc,  248  (b?  TC^.XotDoc)  7.rxo[x7'Twv.  Nach  Low  (a,  a,  0.  340) 
ist  das  der  Stachelginster  (Genista  acanthoclada),  dessen  Wurzel 
nach  Plinius  zu  Salben  benutzt  wurde.  Aber  die  Lesart  schwankt. 
Lat.  hat:  balsamum  (Toi.  Sang.  Am,  aspaltum,  Brev.  1283  as- 
palathum)  aromatizans,  Sah.:  sötef(=  unbekanntes  Wort)-  Holz 
und  da-aXai^o?  dp.,  Syr.  wohlriechendes  Räucherwerk  (s;:bm  SToy). 
Vielleicht  ist  (da)-dX7.i>oc  Fehler  für  (o>c:)  xdXafxoc,  und  das  Aequi- 
valent  von  nip  durch  osoojxa  oatxr/^  verdrängt.  —  Für  ctixupva 
exXsxTTj  hat  Syr.  ungenau:  gute  Myrrhe.  —  o-ioojxa  s'jtoo-'av]  Syr. 
wohl  genauer:  ich  machte  süss  meinen  Geruch.  Vgl.  39,  14  und 
zu  30,  31.  —  (k  3^"]  157  A  55  254  155  296  308  Lat.  Syr.  praem. 
xat.  Brev.  1283  om.  et.  —  In  der  Deutung  der  Xamen  folgt 
der  Uebersetzer  auch  hier  der  LXX.  —  /otXßdvrJ  =  n:3'7n.  Syr. 
xrT'a'jn  (Pesch.),  —  ovuc  (auch  Syr.  wie  Pesch. :  Nagel)]  =  nSnii'. 
—  aiax-Tj]  =:  ritsj,  Syr.  Balsam,  —  Syr.  stellt  übrigens  den  Weih- 


220  Sir.  24,  1—27,  3. 

rauch  aus  b  vor  yrt)J^6:n^  und  für  b  hat  er:  und  wie  gutes  Oel 
(|3ti>ö:  jotr?)  gab  ich  meinen  Geruch.  —  Lat.  schaltet  vor  xa^ßav>] 
ein  storax  et,  wohinter  Herkenne  nach  Gen.  30,  37  ein  schlechtes 
njn'?  vermutet,  für  axji,i;  las  er  aioixoc  (248  155  dx[xo;)j  was  Her- 
kenne mit  Unrecht  vorzieht,  und  für  h  axr^v^j  bietet  er  schlecht: 
habitationem  meam,  und  fügt  hinzu:  et  quasi  balsamum  non 
mistum  odor  mens.  Nur  dürfte  „mein  Geruch"  ursprünglich 
sein.  —  Betr.  des  Versbaus  vgl.  zu  1,2.  —  Die  Worte  "wollen 
übrigens  besagen,  dass  die  Weisheit  Gott  ehrte  und  ihm  gefiel 
(vgl.  V.  10).  Im  Weiteren  wird  gesagt,  w^as  sie  den  Menschen 
bietet. 

16.  xepsixivöo;]  Syr.  wciTi  :=  Oleander.  Aber  die  Tere- 
binthe  darf  kaum  fehlen.  —  ecsxsivoc  xXaoou;  [xou  (Miss.  Moz.  166 
om.  meos)]  Syr.:  ich  schlug  meine  Wurzeln;  vgl.  1,20.  Uebrigens 
sagte  man  rh^  von  den  Zw^eigen  (Ez.  17,  7),  wie  von  den  Wurzeln 
(Jer.  17,8).  —  xXaooi  2°]  lassen  248  Syroh.  253  23  Lat.  (aber 
nicht  Brev.  1283)  mit  Unrecht  aus.  —  x°'P^'^°^l  Syr.  Ehre;  vgl. 
aber  4,  21  Soca  xat  yd^Jiz  =  p1  1)22. 

17.  ßXoccTxr^aaaa  (ausser  B  (308)  alle  (auch  Sah.  Lat.) 
sß^vaaxr^aa)  x^tpiv  (248  Lat.  suojöi'av)]  Syr.  (ich  bin)  schön  von 
Schönheit  (sidw  n"'«'').  Es  stand  etwa  da  "e''  nmo.  —  xa  avfir^ 
txou  xapTTo?]  Toi.  Brev.  1283  flores  mei  flores,  Syr.  meine  Sprossen 
(sind)  Sprossen.  Wie  v.  16  stand  wohl  beide  Mal  dasselbe  Wort 
da.  Syr.  las  vielleicht  ni::,  aber  avÖTj  lässt  eher  auf  ••1:3  (Gen.  40, 10) 
schliessen.  —  o6$7j?]  Syr.  KV*,  das  öfter  für  nn  und  Ttn  steht.  — 
ttXouxou]  =  Lat.  honestatis  (13,  2),  Syr.  Pracht  (imn).  Zu  dem 
Wert,  den  die  Weisheit  für  die  Menschen  hat,  gehört  auch  der 
Reichtum,  aber  die  Ausdrücke  in  16  b  und  17  b  waren  vermutlich 
synonjm,  Gr.  verlas  w^ohl  mn  in  |n. 

18.  TrpocjsXOexe]  nach  Syr.  itSD  stand  da  w^ohl  rw  (vgl.  zu 
51,  13).  —  TTpoc  [xsj   S  Lat.   Syr.   add.   iravxsc.  —  d-h  xöiv  Y£vrj|xaxa)V 

;xou]  Syr.  von  meinen  guten  Früchten  {Thhy  wie  1,  17).  — 
ilXT:^a^■z^  (106  155  296  308  Aeth.  sfi-TrXr^a^r^seaÖs)]  Syr.  ihr  sollt 
euch  erlaben  (pp:cnn  =  ijj^^nn?). 

20.  ixvr^iJLoauvov]  vgl.  15,  8.  41,  1  und  zu  v.  9.  Lat.  (Dubl.) 
Spiritus  und  memoria,  Syr.  ungenau:  Lehre.  —  xotl  tj  x^povoixfa 
\i.ou\  Syr.  schlecht:  und  denen  die  mich  erben.  —  Nur  B  (308) 
lesen  xr^poö,    106  k  296  xr^piov,    die  übrigen   xr^piou.    Lat.  super 


Sir.  24,  16—25.  221 

mel  et  favum,  auch  A  setzt  vor  xr^ptou  ein  xott'  hinzu,  wozu 
Herkenne  Ps.  19,  11  LXX  vergleicht.  Syr.  Nn''"i32  |o.  Es  stand 
da  wohl  D^ci::  nc:  (vgl.  Ps.  19,  11).  —  Lat.  i.  f.  add.  memoria 
mea  in  generationes  saeculorum.    Vgl.  zu  v.  9. 

21.  Mit  Recht  fügt  Syr.  zu  den  Verba  beide  Mal  hinzu: 
nach  mir  {"b).    Anders  Joh.  4,  14. 

22.  6  u-axoüwv  fxou]  Syr.  "h  JJOI^T;  vgl.  "'S  VüW  4,  15.  — 
aia^uvör^astai  (248  add.  StairavTrk)]  Syr.  er  wird  fallen.  —  Syr. 
für  b:  und  alle  seine  Werke  (oder:  seine  Knechte?)  werden  nicht 
vernichtet  werden  (pSnnnj).  Gr.  setzt  epi'aCssöott  für  ly;  und  hb^, 
und  beides  könnte  auf  ytiu^  gefolgt  sein.  Man  kann  am  Ende 
auch  die  Weisheit  „tun"  wie  das  Gesetz;  vgl.  ipYotCsaöat  27,9. 
Aber  es  ist  wohl  wie  3,  7  zu  erklären.  Uebrigens  ist  ajxapTv^souaiv 
wohl  =  )r\^n^^  (s.  z.  1,  36),  das  Syr.  missverstand  (s.  z.  23,  2). 

23.  Nun  nimmt  der  Verf.  selbst  das  Wort.  —  Beide  Stichen 
erscheinen  als  überlang.  Im  ersten  kann  freilich  Osou  6<];[atou  = 
blossem  p"'Sj?  sein  (41,8);  Syr.:  des  Herrn.  —  xaDia  Travia]  = 
alles  bisher  Gesagte  trifft  zu  für  das  Gesetz.  —  Lat.  für  a:  haec 
omnia  liber  Aitae  (et)  testamentum  altissimi  et  agnitio  veritatis. 
Syr.  frei:  alles  dieses  ist  im  Buche  des  Bundes  des  Herrn  ge- 
schrieben. —  voijLov  (248  70  Syroh.  253  Sah.  vou-oc)]  könnte  aus 
LXX  zu  Dt.  33, 4  nachträglich  eingedrungen  sein,  aber  der 
Uebersetzer  selbst  folgt  ihr  nach  Möglichkeit.  —  Blosses  Ivz-zCka-o 
haben  nur  B  (308),  alle  anderen  (auch  Sah.  und  Hss.  des  Aeth.) 
fügen  hinzu  r^iih,  wofür  23  106  157  296  schlecht:  utxTv  (letzteres 
=  Dt.  33,  4  LXX).  —  Sah.  xXr^povojxia.  —  auva^tü-^aT;  (248  70 
praem.  h)]  Sah.  Aeth.  cuva70JYf|(?).  Dt.  33  steht  im  MT  n^np.^ 
in  der  LXX  auvaYwyau,  wobei  der  Uebersetzer  an  die  Synagogen 
dachte.  Sirach  schrieb  wohl  n'^npS,  da  das  kaum  anfechtbare  sv 
(s.  z.  10,  18)  sich  nur  so  erklärt.  Vgl.  Syr.  für  b:  das  Gesetz, 
das  uns  befahl  Mose,  Erbteil  ist  es  für  die  Gemeinde  Jakobs. 
Dass  er  den  Singular  las,  beweist  v.  25  (s.  d.). 

25.  6  t:i;x:tXu)v]  falsche  Uebersetzung  von  nsSon.  Syr.,  (der 
das  Attribut  freilich  unrichtig  auf  rhnph  statt  auf  rrnn  bezog), 
s^SoT  =  das  voll  ist.  —  w?  <I)tau)v]  Syr.  piy^o  sin:  I^K.  —  aocpiav] 
248  iravxa  rr^:  socpia^  auTou.  —  sv  7)[X£pai?  vscuv]  Vgl.  50,  8.  Syr. 
unbestimmt:  in  den  Tagen  seiner  Früchte.  LXX  setzt  via  (vgl. 
TcpüJxa  45,  20)  nicht   nur   für  oniDa  (Num.  28, 16),    sondern    auch 


222  Sir.  24,  1-27,  3. 

regelmässig  \ir^v  täv  vitov  für  3"'2Nn  ^in,  und  2''n«  ist  hier  voraus- 
zusetzen. Denn  es  gibt  nur  einen  d''"i'id2  er,  und  obwohl  der 
Tigris  im  Mai  —  Juni  {=  Pliogstzeit)  seinen  höchsten  Stand  hat, 
muss  hier  die  Osterzeit  gemeint  sein  wegen  v,  26.  27.  Die  Auf- 
zählung der  Weltströme,  unter  denen  freilich  auch  der  Jordan 
erscheint,  bedeutet,  dass  das  Gesetz  die  Weisheit  aller  Welt  in 
sich  fasst. 

26.  o  avaTT^ptüv]  beruht  wiederum  auf  schlechter  Ueber- 
setzung.  Syr.  kb^lsot  =  nc^::»,!  (vgl.  47,  14  Syr.  Gr.  Hebr.  und 
39,  22).  —  xoti  (uc  'iopoavr^c]  Lat.  qui  multiplicat  quasi  Jordanis. 
—  Ö£picf}xrju]  =  Ti:pn  (Jos.  3,  15),  Syr.  des  Nisan  (Jos.  4, 19. 
1  Chr.  12,  15). 

27.  0  Ix^aivwv  (Lat.  qui  mittit)]  ist  vielleicht  durch  das 
Missverständnis  des  Folgenden  herbeigeführt.  Syr.  sycti'öi  = 
das  überwallt.  Vgl.  aram.  v^^i^,  neuhebr.  v'ci^n,  und  njjqe^'  im 
Kanon.  Vgl.  aber  auch  zu  16,25.  —  wc  cpaic]  beruht,  wie  schon 
Drusius  bemerkte,  auf  Verwechslung  von  "nXD  und  "^w:  (vgl. 
V.  32  und  Am.  8,  8).  Syr.  wie  ein  Strom  (Nim).  —  Ttaiostav]  248 
add.  Yvtoasto?.  —  w?  IV^tov]  248  Syroh.  254  praem.  xat,  ebenso 
Lat.  (et  assistens  quasi  Gehen)  und  Syr.  Man  wird  das  an- 
nehmen müssen,  obwohl  Sirach  dann  den  Gihon  allerdings  nicht 
mit  dem  Nil  identifiziert  hat,  wie  das  schon  Jer.  2,  18  LXX 
geschieht,  und  gerade  der  Nil  um  diese  Zeit  den  höchsten  Stand 
hat.  Aber  zwei  verschiedene  Flüsse  sind  jedenfalls  gemeint,  und 
das  Fehlen  des  xat  beruht  auf  gelehrter  Korrektur.  —  TpuY-/jtotj]. 
Syr.  «cisp ;  vgl.  zu  50,  8. 

28.  aÜT/jV  und  autr^c]  sind  hier  und  v.  29  schlecht  gesetzt, 
nach  vorherigem  Trtjj-KXojv  etc.  Es  ist  immer  noch  vom  vouoc  (min) 
die  Rede.  —  Syr.  für  a  schlecht:  nicht  werden  vollenden  die 
Ersten  die  Weisheit.  Er  verstand  einen  Infinitiv  fälschlich  als 
Nomen.  —  outcoc  b  sa/axoc]  Lat.  nur:  inflrmior  (Thielm.  infimior), 
auch  Sah.  drückt  ouiwc  nicht  aus;  Syr.  die  letzten.  —  Isi/viaasv] 
ist  Fehler  oder  falsch  gesetzt  für  iziyyidati,  Lat.  investigabit 
(Sang,  und  Brev.  57  —  avit),  Syr.  sie  werden  erreichen.  Es 
stand  wohl  da  npn"  (vgl.  42,  18.  1,  3). 

29.  Syroh.  om.  yap.  —  oltio  ^otXdaar^q]  Syr.  als  das  grosse 
Meer  (vgl.  b).  —  oiavor^txct  (ausser  Syroh.  B  (S  155)  alle:  oiwor^- 
[xctTct,    aber  Lat.  cogitatio)  au-r^^]  Syr.  die  Weisheit,    ebenso  Syr. 


Sir.  24,26—32.  223 

zu  35,  18.  42,  20.  Es  dürfte  aber  b^u^  oder  nnJi3r  dagestanden 
haben.  —  r^  ßouXr)  au-rjc]  Syr.  Knnti'na:  vgl.  Gr.  Hebr.  37,  16. 
—  d-nh  dßuööou  [x£Yot/.-/;c]  Syr.  nm  Koinn  p:  vgl.  Gen.  7,  11.  Ps. 
36,  7.  —  Vgl.  überhaupt  1,  2  tt'. 

30.  X  a-j'o)]  248  und  Lat.  (Dubl.  s.  u.)  schlecht:  £-,'<u  r^  aocpi'ot. 
Vgl.  die  griechischen  und  lateinischen  Zusätze  in  der  Einleitung 
§  8.  —  Syr.  und  auch  ich.  —  öuup'j;  d-h  -oxaixoijj  Syr.:  ein 
Strom,  der  bewässert  (sptt^oi  am).  Freilich  heisst  sin:  auch 
Kanal;  vgl.  nm:  Ez.  32,  14  und  dazu  die  Hexapla.  Aber  v.  31 
stand  nru  (=  Gr.  To-afxoc,  Syr.  Niru)  im  Sinne  von  Strom,  da- 
gegen muss  hier  dasselbe  Wort  gestanden  haben,  das  Syr.  v.  31 
mit  ahm,  Gr.  ebenda  mit  Situpu?  wiedergibt,  und  als  solches  ist 
Sm  (vgl.  LXX  Jer.  31,  9)  zu  vermuten.  Ist  nun  ap^Q  =  np^t:, 
so  wird  man  annehmen  müssen,  das  Gr.  hier  npt^o  mit  oiwpu;  und 
(wie  40,  13.  16  und  öfter  LXX)  hm  schlecht  mit  Tto-ctaoc  über- 
setzt hat,  und  Syr.  ihm  gefolgt  ist.  —  Lat.  für  a:  ego  sapientia 
effudi  (106  otojpu;«)  tlumina,  ego  quasi  trames  aquae  immensae 
de  fluvio,  ego  quasi  fluvii  dioryx.  — uopctYorj'oc]  in  LXX  für  n'^^'n 
und  n^a  xriö,  aber  Syr.  hat  a^üi  NöN;  vgl.  Pesch.  Neh.  2,14 
sd':ci  «f:x  für  "[ht^n  n:i3.  Neuhebräisch  heisst  der  Kanal  auch 
nas;  vgl.  die  Hexapla  zu  2  Sam.  2,24,  8,1.  Danach  möchte 
ich  Co  nos  vermuten.  £cv.v>ov  si^  Tcapctosiaov]  Lat.  exivi  de  para- 
diso,  aber  Syr.:  der  herabgeht  zu  Gärten.  Das  ist  vorzuziehen, 
weil  V,  21  vom  Garten  des  Verf.  die  Rede  ist.  Sah.  di'ückt 
IqeXOwv  aus. 

31.  TTOxio)]  Syr.  Kpr^K.  —  [xou  xov  y.yiTrov]  248  add.  xov  aptatov. 
Lat.  liortum  meum  plantationum  (Brev.  57  om.).  —  Der  Garten 
bedeutet  Sirachs  persönliche  Lebensführung.  —  [xsU^ao)]  Syr.  «ns ; 
vgl.  39,  22.  —  jj-ou  ty;v  -rrpasiav  (248  add.  -rjv  oixaiav)]  Lat.  prati 
mei  fructum.  Syr.  meine  Beete  ("ni:::'»).  —  toou]  Syr.  add.  auch 
(w  Maus.  Mos.  II  add.  auch  er).  —  sk  -üo-c([jlov]  Lat.  abundans,  Syr. 
om.  —  70  106  om.  jxou  3^  —  sysvs-o  (106  157  add.  jxoi)  zk 
OaXaaaav]  Lat.  appropinquavit  ad  mare,  Syr.  er  gelangte  (kko) 
zum  {hv)  Meere.  Vermutlich  stand  da  xsfa  =  er  reichte  hin  zu 
einem  Meere,  er  wurde  fast  so  gross. 

32.  hl]  damit  ist  angedeutet,  dass  c.  24  einen  neuen  Ab- 
schnitt einleitet;  vgl.  39,  12.  —  -üaiSsiav]  Syr.  meine  Lelire.  — 
(ü?  opöpov]  Syr.  am  (2:  2)  Morgen.  —  'fco-'tü  (Lat.  add.  omnibusjj 


224  Sir.  24,  1—27,3. 

Syr.  ich  will  sagen  (TK«:  iqn?);  vgl.  zu  39,  12  sowie  35, 16.  — 
Syr.  (der  32  b  und  33  b  vertauscht)  für  b:  und  ihr  Ende  (nn''"inN) 
bis  fernhin.  Vielleicht  geht  ix'^avw  aufmnK  zurück  (vgl.  zu  27,6). 
—  auxa]  S  aÜTotc,  248  70  106  Lat.  Aeth.  auxr^v.  —  st;  jxaxpavj 
ist  natürlich  örtlich  zu  verstehen;  gemeint  ist  wohl  die  Diaspora. 

33.  SiSacfxotXfev]  Syr.  meine  Lehre.  —  w?  T:pocpT^T£tav]  aber 
besser  Syr.:  NnV333;  vgl.  zu  50,  27  und  Syr.  zu  19,  20.  Gut  Bar- 
hebraeus:  nicht  wie  die  Ueberlegung  der  griechischen  Weisen. 
Mau  sieht  hier,  dass  der  Begriff  des  Kanons  für  den  Verf.  noch 
nicht  ganz  „festsitzt".  Allerdings  war  die  mündüche  Lehre  der 
Schiiftgelehrten  vom  schriftlichen  Gesetz  nicht  zu  ti'ennen  und 
sie  wurde  je  länger  je  mehr  damit  identifiziert.  Aber  das  per- 
sönliche Selbstbewusstsein  Sirachs  ist  damit  nicht  erklärt.  Es 
hat  seine  besonderen  Gründe;  vgl.  oben  S.  215.  —  Ix^eto]  Syr. 
schlecht:  ich  will  sagen.  Zu  vermuten  ist  -jcrj*«;  vgl.  Gr.  Syr. 
zu  35,  4.  —  ek  -{evz^.;  (Syroh.  70  157  SA  296  308  Tsvsav)  otftivwv 
(Syroh.  253  23  70  106  amw:)]  Syr.  abschwächend:  für  viele  Ge- 
schlechter. —  Lat.  für  b:  et  relinquam  illam  quaerentibus  sapi- 
entiam  (=  sxCr^xouaiv  au-rijv  v.  34)  et  non  desinam  in  progenies 
illorum  (=  ek  -j'svsa?  auttuv)  usque  ad  aevum  sanctum.  Vgl.  zu 
letzterem  die  Einleitung  §  8. 

34.  Der  Vers  kehrt  30,  26  fast  gleichlautend  wieder,  im 
Syr.  fehlt  er  an  beiden  Stellen.  Er  ist  hier  dui'ch  das  Gleichmass 
der  Strophen  geschützt,  übrigens  ist  die  Wiederholung  unbe- 
denklich. —  auTT^v]  Lat.  veritatem ;  vgl.  30,  26  TratSstav  (al.  aocpiav). 

25, 1.  Betr.  der  Form  des  Zahlenspruchs  vgl.  zu  23, 16.  — 
Syr.  für  a:  nach  (S)  drei  Dingen  (pav  me  26,  28)  verlangt  meine 
Seele.  In  Gr.  ist  «ipaiaOr^v,  dem  S*  glossierend  Ixotfir^J^r^v  (1.  Ixo- 
a\l■f^%r^\^)  betfügt,  Korrektur  für*  wpaiai^r^  r^  <]iuy;^  \loo  (s.  z.  18,23).  Vgl. 
Lat.  in  tribus  bene  placitum  est  spiritui  (s.  z.  7,  17)  meo.  Dass 
hier  von  der  Seele  die  Rede  war,  ist  übrigens  dui*ch  v.  2  ge- 
sichert. Sodann  düifte  entsprechend  dem  folgenden  wpaTa  (= 
mw)  eine  Form  von  m«  (Fiel  oder  Hithpael)  dagestanden  haben, 
die  Gr.  wunderlich  missverstand  (als  ob  der  Verf.  sich  selbst 
des  Besitzes  der  drei  Güter  rühmte).  Betr  ev  =  h,  das  bei  m«nn 
vorkommt,  vgl.  zu  5, 9.  —  xotl  dvlatr^v  (70  add.  a>?)]  Lat.  (et) 
quae    sunt,    Syr.   und   sie  (sind).     Die  griechische  Lesart  dürfte 


Sir.  24,  33—25,  4.  225 

aus  -/Ott  sctTiv  (so  liest  253)  und  t"  h-M  gemischt  sein.  —  248 
otx'-jvototv  und  'ftXt'ctv.  —  Syr.  für  c:  |\":m  mcnTi  |'ns  mnx  =  mn« 
C71  ri'ij?m  c^nj?.  Vgl.  mna  Zach.  11,  14  und  betr.  myi  zu  22, 19. 
25,9.  —  YuvYj  xoti  otv-/-pJ  248  70  Syroh.  253  23  Chrysost.  1,  820 
avYjp  xal  -(O'/r^  und  SO  Lat.  Syr.  —  sccjtoi?  c>'jijL7:£|itc5£po[j.svoi]  =r 
:r?i»xnn?  Vgl.  LXX  zu  Prv.  5,  19.  Lat.  (bene)  sibi  consentientes. 
Syr.  wenn  sie  friedlich  (pSti*)  sind.  —  Chrysost.  3,  861.  4/396. 
883  Yuvr;  avofii  (3'j|x-s{yrf£r>o]jLivr/,  vgl.  Jer.  31,  22  und  unten  zu  40,  23. 
2.  23  Lat.  ora.  oL  —  siorj  vgl.  zu  23,16.  —  Trpoawyöiaot] 
Syr.  ^h  npy  mit  folgendem  3,  was  auf  ''h  i'j,  aber  eher  noch  auf 
pp  (vgl.  zu  6,  25)  zu  führen  scheint.  —  Tf,  Cojfi  ccjtwvJ  vgl.  20,8 
Syr.,  sowie  "'"ns  Gen.  27,  46.  —  Die  Stichen  c  und  d  finden  sich 
B.  Pesachira  fol.  113  b.  —  n«j  Sn]  vgl.  Jl,  30.  Syr.  k*s:  si:D^, 
Gr.  T-iayb^  u7:3r>Yf avov.  —  t^•^:a]  Syr.  X2n:,  Gr.  -^s-jitt/^.  Der  Sinn 
ist  „geizig";  vgl.  Hos.  9,2.  Hab.  3,  17  und  st:  ti'W  Prv.  19,22. 

—  pi]  Gr.  Yspovta  (248  70  106  praem.  ■/</.'',  und  so  Codd.  Sang. 
Theoder.  Corb.  1  des  Lat.).  —  p,wa]  Gr.  txoi/ov,  S<=*  [jlo-./ov  xotl 
uLfopov,  Syroh.  23  ;i.ojpov,  Lat.  fatuum  ^  Syr,  K-Bti'.  Aber  die 
Torheit  des  Alten  muss  spezialisiert  sein;  vgl.  42,  8.  Also  ist 
txwpoc  (wie  in  23  70  55  254  zu  36,  6)  innergriechischer  Fehler, 
der  dem  Syr.  schon  vorlag  und  dem  er  in  Wohlanständigkeit 
folgte  (vgl.  zu  V.  17).  —  3/-7.~o'ja£vov  (253  add.  h)  -j'ydzv]  Lat. 
et  insensatum,  Syr.  Nj,n?2  rem,  wonach  yna  icn  anzunehmen  ist: 
vgl.  Hebr.  zu  3,  13  und  Syr.  zu  19,  24. 

3  findet  sich  Aboth  de  R.  Nathan  c.  24.  —  "iTmyiZ  es] 
das  Wort  ist  Jer.  32,  30  als  Plural  vocalisiert,  sonst  neuhebr. 
nnvi;  vgl.  30,  12.  51,  14.  Syr.  nur  -[nr^us,  Gr.  h  ysorr^Tt,  248  70 
Lat.  add.  aoo.  70  106  k  157  A  55  254  155  296  praem.  a.  Lat. 
praem. quae (Sang. Corb.  om.).  Aber  ctist  ebenso  wiecs  zu  verwerfen. 

—  n!:sp  (Var.  n2:2:p,  cni'cn)  ist  nach  Gr.  (cjuva-cVjoxa?)  und  Sjt.  {nm^ 
Knern)  Fehler  für  ni"3p;  vgl.  Gen.  41,  48.  Mi.  4,  12.  Prv.  13,  11.— 
I'x]  Gr.  vsA  (70  Lat.  om.)  -öjc.  —  D:''ti^n]  Syr.  wirst  du  sie  (sc. 
die  Weisheit)  finden,  Gr.  h  supoi?  (Toi.  Sang.  add.  eam,  Theoder. 
add.  ea);  vgl.  6, 18  und  lies  T^r\.  —  "i^n^p/nj  Variante  ^\m;p:2.  Neu- 
hebräisch ist  ni:pr,  aber   der  Plural  n:ip*  ist  nach  nnyj  denkbar. 

4.  zoXictTc  (6,  18)1  Syr.  süc':  =  o^nt^S;  vgl.  zu  8,  9.  —  xoiau:] 
=  iseif'a  =  richtige  Beantwortung  vorgelegter  Fragen :  vgl.  aber 
auch    41,  16  Hebr.    und    zu    18, 29.  —  -psaßu-spoic]    Syr.    "pTyS 

Smend,  Sirach-Kommentar.  15 


226  Sir.  24,  1—27,  3. 

»nar  (vgl.  Dan.   7/J.  13.  22).  —  i-iyvö^vcz'.    [':io'j),r/^]  Syr.  Einsicht 

5.  v£f-ovxojv]  Lat.  veteranis,  Syr.  den  Fürsten  (NinTiiS  = 
ü'2\if:    cw   vgl.    zu  1,  14),     Der  Parallelisraus    spriclit    für    den 

S)T.   —   Ototvo-zju-x  7.7.1    '(iO'jKr,]   Syr.   Nr>'*i   «J2J?J:. 

6.  aT3Ci7.voc]  Sy]'.  die  Ehre:  vgl.  zu  '65,  2,  —  TiOhjT.e^jia] 
Syr.  Menge  von  üeberlegung  (njt)  =  2i  +  x  {?).   Vgl.  zu  31,9. 

7.  Betr.  der  Form  von  v.  7 — 11  vgl.  zu  23^  16.  —  u7:ov'jy;[j.aT7. 
(157  oiotvor^ixara)]  S''-^  (zvj7:ovo-/jta  =  Lat.  insuspicabilia  und  Syr. 
''iSS  hy  ahi  (die  nicht  kommen  in  mein  Herz),  Nun  könnte  avu-o- 
vor^Tot  (11,  5)  nur  bedeuten,  dass  der  Leser  an  die  neun  nicht 
denkt,  sondern  allein  der  Autor.  Aber  so  unbekannt  waren  die 
im  Folgenden  Aufgezählten  nicht.  Obendrein  entspricht  dem  "aSS 
des  Syr.  iv  xapota  |j.ol>,  wie  die  griechischen  Hss.  ausser  B  (23 
155  2y6  308  v)  lesen.  Lat.  freilich:  insuspicabilia  cordis,  aber  das 
beruht  auf  Willkür,  denn  Herz  und  Zunge  gehören  demselben. 
Also  ist  dvu-ovo'/jta  Correctur,  der  Syr.  folgte.  Uebrigens  hätte  der 
Uebersetzer  sv  x.  ao-j  fortlassen  sollen.  Es  stand  da:  mSj?  j?<^n 
''^\^'^i<  "zh  hv  oder  -a  ''i'?  r\)hvf2  vvn;  vgl.  crrn  n^'^ys:  Ez.  11,5. 
Jedenfalls  muss  man  nach  Syr.  femininische  Zahlwörter  annehmen 
(vgl.  Prv.  30,  21).  Zu  iJr:ovor,y,7.  vgl.  ci7vo-/;|x7  51,  19.  —  Syr.  über- 
trägt die  Negation  sogar  nach  b:  und  zehn,  die  ich  nicht  sage. 
Auch  mit  dem  Cardinale  gegenüber  to  osxoctov  hat  er  schwerlich 
Recht  (vgl.  zu  2Q,  5).  —  k-i  7X^33/^;]  248  Sah.  iv  r?)  -j-XtuaTo  [xou, 
Lat.  in  linguä  hominibus  (=  Dittographie,  Herkenne):  vgl.  hy 
Ps.  15.  3.  —  avOfytoTiocJ  Syr.  N12;,  offenbar  falsch,  da  im  Folgenden 
drei  Paare  unter  je  einem  '"■Vü  begriffen  sind.  Also  war  ^^if 
entstellt  aus  ""'As*.  —  e-jcryaivouivoc  s-l  ts/vo-c]  =  Syr.  nn''~nN2  ni-t, 
vgl.  rrr.ü  16,  3  und  zu  11.  28.  35.  22.  Natürlich  sind  die  Kinder 
gemeint.  —  Syr.  für  d:  während  er  lebt,  wird  er  sehen  (nxm:  nxi'') 
den  (z)  Fall  seiner  Feinde.  —  Es  stand  ursprünglich  da  Tn, 
obwolü  Gr.  nur  ^lov  hat.  —  Lat.  inimicoruni  suorum  (al.  om, 
suorumi. 

8  ist  stark  verstümmelt  im  Cod.  C  des  Hebr.  erhalten, 
der  aber  a  hinter  b  (?)  und  c  des  Gr.  stellt  und  hinter  a  einen 
Stichus  bietet,  den  auch  Syr.  erhalten  liat.  [''-1^'«]]  nach  Gr.  Syr. 
—  h';2]  versteht  Syr.  als  Nomen.  Gr.  (s'jvjixwv  vgl.  zu  42,  9)  besser 
als  Partizip. —  [nbsK^Ja]  =^  Gr.  a-jv^-rrj;  vgl.  zu  40,23  und  7,  19. 


Sir.  26,6—9.  227 

21.  10,  23.  25.  Syr.:  einer  guten  (40,23).  —  Gr.  fülirt  nur 
neun  Glückliche  auf.  Syr.  add.:  und  der  nicht  pflügt  (wie  nai) 
mit  Ochs  und  Esel  zugleich  =  [iwm]  nii^'D  t^iin  {i^hi\.  Ob  Syr. 
am  Schluss  wie  Dt.  22,  10  nn''  las,  für  das  auch  im  Cod.  C  Raum 
wäre,  ist  nicht  zu  entscheiden.  Sodann  ist  wohl  li^'n  (vgl.  laj;) 
herzustellen,  da  für  I3\si  kaum  Raum  wäre.  Dagegen  mag  ich 
"W^  nicht  anfechten.  Der  Satz  hat  hier  natürlich  bildlichen 
Sinn.  Die  Juden  streiten  darüber,  ob  das  deuteronomische  Ver- 
bot auf  die  Vermeidung  der  Zwieschlächtigkeit  ziele  oder  ob  es 
den  Esel  vor  Ueberanstrengung  schützen  wolle.  Vgl.  auch 
£-£po^jYouv-£?  2  Cor.  6,  14  und  Spencer,  de  leg.  Hebr.  rit.  p.  618  ff. 
Dagegen  denkt  Schechter  (Jewish  Q.  R.  1900,  464)  und  nach  ihm 
J.  Levi  daran,  dass  Jemand  neben  seiner  Frau  noch  mit  der  Magd 
verkehrt,  oder  eine  Heidin  zur  Frau  hat.  Aber  Ochs  und  Esel 
zusanmiengespannt  ist  bei  den  Klassikern  überhaupt  Bild  der 
Mesalliance  (Spencer  1.  1.  620  f.),  und  hier  scheint  der  Sinn 
eher  zu  sein:  Glücklich,  wer  keine  reiche  Frau  geheiratet  hat 
und  somit  nicht    der  Esel    neben  dem  Ochsen  (mti^:)  ist  (vgl.  v. 

22.  23).  So  auch  Barliebr. :  die  nicht  mit  ihm  ist,  wie  die, 
welche  einander  nicht  gleichen  in  ihrer  Natur.  Bei  der  Lesart 
-\W2  könnte  man  aber  auch  an  zwei  unverträgliche  Frauen  denken 
(s.  zu  V.  14).  —  xal  0^1  aber  Aeth.:  und  glücklicli  wer,  Syr. 
^^^2^J3  =  niJ^«  (Hebr.).  —  iv  -hoarr^  (70  add.  olutI;,  Lat.  (in)  lingua 
sua)  00/  loXiaÖTjCs]  Syr.  wie  14,  1  nhphp  ah  m^hi.  Aber  Zunge 
und  Mund  sind  verschieden,  und  von  der  Verzweiflung,  um  die 
es  sich  handelt,  kann  hier  nicht  die  Rede  sein.  Zu  erklären  ist 
vielmehr  nach  28,  26.  22,  27  (anders  sind  13,  23.  19,  16).  Der 
Grundtext  ist  kaum  noch  zu  erraten.  —  [uoo]  rhpi  inj?]  Gr.  ioouXsuas 
otvotct'«)  sauToü,  Syr.:  dient  dem,  der  geringer  (Ti5;i)  ist  als  er. 

9.  S*  [xaxapto?  7.V7JP  o?;  ebenso  Syr.  Vgl.  zu  14, 2.  — 
'fpovrjCiiv]  kann  wegen  10a  nicht  richtig  sein.  Syr.  Kam  (d.  h. 
Erbarmen),  1.  siam  (einen  Freund),  Lat.  amicum  verum.  Entweder 
ist  cppovr^atv  korrumpiert  oder  es  liegt  hier  derselbe  Uebersetzungs- 
fehler  vor  wie  22,  19  (vgl.  auch  zu  40,  20),  wo  myn  und  myn 
verwechselt  zu  sein  scheinen.  Im  letzteren  Falle  müsste  Lat. 
auf  Gr.  U  zurückgehn.  —  o  oi-/jyou[jl£vo?j  Syr.  ^ynti^üT,  Lat.  add. 
justitiam.  Es  handelt  sich  um  den  Weisheitslehrer.  Chrysost. 
5,  113.  145  hat  6  Xs-j-tov,    Hieron.  IV  288  b:    beatus  qui  in  aures 

15* 


228  ^ir.  24,  1—27,  8. 

loquitur  audientis,  wozu  Stählin  bei  Clem  AI.  Strom.  II  4,  17.  V  1,  1 
nachweist:  [laxotpio?  o  \i-itw  zlc  (uia  dxouovxwv.  Aber  für  letzteres 
hat  Syr.  syotri  wi«'?  =  Lat.  auri  audienti;  vgl.  3,29  Hebr. 
sowie  Abarbanel,   Nachalath  Aboth  200  (P>uxtorf,    Floril.  p.  29) 

10.  Unerträglich  ist  die  Untersclieidung  von  Weisheit  und 
Gottesfurcht,  es  sollte  zwisclien  Kluglieit  und  Religion  unterschieden 
sein  (19, 20  ff.).  Lat.  hat  für  ao'f'o'.v:  sapientiam  et  scientiam. 
Vielleicht  ist  scientiam  Korrektur  nach  cppovr^aiv  v.  9,  die  an  die 
falsche  Stelle  geriet.  Indessen  könnte  'fpovr^criv  ursprünglich  hier 
gestanden  haben;  vgl.  dazu  19,24.  —  Ganz  abweichend  und 
schlecht  Syr.  für  a  und  b:  Glücklich  der  Mann,  den  nicht  zer- 
brach die  Armut  und  den  nicht  zerbrach  die  Demut  (KrTW)-  — 
Lat.  hat  hinter  v.  IIa  die  schlechte  Variante:  beatus  (homo), 
cui  donatum  est  habere  timorem  dei. 

11.  'foßoc]  248  hat  in  Korrektur  nach  v.  12  (vgl.  die 
Einleitung  §  8):  ^'(dTzr^ai?  oL  —  o-Kkp  -otv]  al.  (o-sp)  -avra;  Syr. 
über  alles  dieses.  —  uTzspsj^aXsv]  Syr.  sie  ist  erhoben  (nonriHK). 
248  add.  eic  cca)Tta;xov;  vgl.  zu  17,  26  (Einl.  §  8).  —  6  xpctxwv] 
al.  praem.  y.y.(.  —  Syr.  für  b:  ergreife  sie  (die  Gottesfurcht), 
mein  Sohn,  und  lass  sie  nicht  fahren,  denn  es  ist  nichts  ihr  gleich. 
Das  ist  wohl  vorzuzielien ;  vgl.  (5,  27  und  betr.  des  o[xoi(üi}r,as-:c(i 
Gr.  und  Syr.  zu  27,24.  Uebrigeus  kehrt  v.  11  im  Syr.  in  dieser 
Gestalt  hinter  40,  26,  und  ähnlich  hinter  50,  29  wieder. 

13  liebräisch  im  Cod.  C,  und  in  geschmackloser  Ab- 
wandlung B.  Schabbath  IIa.  —  n:o]  Syr.  Sclüäge  (Ambr.  b  w: 
Schlag)  und  ebenso  im  Folgenden:  Bosheiten,  Bedränguugen, 
Vergeltungen.  —  2h  [n:!2]r]  Syr.  wie  der  Sclilag  des  Herzens; 
dagegen  Gr.  (x7.1  av;)  -Xtjytjv  xotpoi'cic.  Ebenso  ist  das  Verhältnis 
von  Hebr.  Syr.  zu  Gr.  in  b,  und  das  von  Syr.  und  Gr.  in  v.  14. 
Nach  Hebr.  Syr.  wäre  der  Sinn:  es  gibt  viele  Wunden,  aber 
keine  ist  so  schlimm  wie  die  Herzenswunde.  Ich  folge  Gr., 
dessen  Lesart  auch  durch  den  Talmud  bezeugt  ist.  Lat.  et  non 
plagam  videbit  cordis.  Hier  geht  videbit  wohl  auf  den  Gottes- 
fürchtigen  v.  11,  so  dass  diese  Version  v.  12  nicht  voraussetzt 
(Herkenue).  Voraus  schickt  Lat.  aber  die  Dublette :  oranis  plaga 
tristitia  cordis  est  et  omnis  malitia  nequitia  mulieris.  Dieser 
Text  ist  lückenhaft.     Sah.:  jedes  Leid  ist  besser  als  Herzeleid, 


Sir.  26,  10—17.  229 

jede  Schlechtigkeit  ist  besser  als  Weiberschlechtigkeit  (ebenso 
Sah.  in  v.  14).  —  Der  Ansdrnck  2h  n3'2  findet  sich  auch  Ko- 
heleth  R.  VII  fol.  104c  (Frankfurt  a.  0.  1705).  Er  bedeutet 
aber  nicht,  wie  man  nach  1  Sam.  24,  6  meinen  könnte,  den 
Gewissensbiss.  Denn  v.  23  wird  das  böse  Weib  selbst  Herzens- 
wunde genannt;  vgl.  auch  Syr.  zu  22,  19  sowie  26,  6. 

14.  157  S  A  55  254  155  296  308  Lat.  praeni.  xm.  ^ 
£7ra7(üYr^  (2,  2)]  Syr.  Bedränguug  (xiifSiK).  —  «xiao'jvxwv,  s/öpöiv  (k 
t/ßprjo)]  Syr.  des  Hassers  («k:d),  des  Feindes  (snmSy^,  beide 
Mal  ohne  Pluralpunkte).  Aber  jede  Aufeindung  und  jede  Rache 
geht  von  einem  Feinde  aus,  es  kommt  mir  auf  die  Art  des 
Feindes  an.  Offenbar  waren  (□'')wiy  und  (d'')"i::  Fehler  für  rt^ip 
(7,  26)  und  nn^  (37,11).  Es  handelt  sich  um  die  Missverhältnisse 
der  Vielweiberei,  die  nach  26,6.  37,  11  damals  noch  vorkam. 

15.  xscpaXr^  und  xscpaX/jv]  so  auch  Syr.,  beide  Uebersetzer 
verkannten  das  seltene  ti'sn  (=  Gift).  —  Syr.  es  gibt  keinen 
grausameren  (xn^ia)  Kopf  als  den  Kopf  der  Sclilange  und  keine 
Feindschaft,  die  grausamer  ist,  als  die  des  Weibes.  Es  stand  da 
p  (TIS?)  lö;  vgl.  Dnon  '"ö  (Num.  5,  18  f.  23  f.).  —  Für  t/p[joo, 
das  vielleicht  aus  v.  14  eingedrungen  ist,  hat  auch  Lat.  richtig: 
mulieris.  —  Für  &u[xo?  stand  da  wohl  nön  (vgl.  28,  19  Syr.),  das 
auch  Gift  bedeutet. 

16.  auvoixTJcyoti]  Syr.  zu  wohnen  bei.  Vgl.  Prv.  21,  19. 
25,  24  und  Syr.  zu  22,  15.  —  SpaxovTi]  Syr.  K:''jn.  —  suooxriaco] 
248  euoov.li),  Chrysost.  7,  545  cuooxr^aa,  308  suSoxr^aac,  A  v  " 
suöoxr^as,  23  70  106  k  S  <^*  55  254  155  296  v  i  Max.  909  Ant. 
1089  suGoxT^aai,  Lat.  placebit.  Der  Infinitiv  wäre  an  sich  möglich 
(vgl.  zu  28,  13),  ist  hier  aber  kamn  denkbar.  Syr.  hat  npc,  das 
er  an  den  Anfang  stellt  und  das  er  30,17  (wie  öfter  Pesch.)  für 
3112  setzt.  Doch  vgl.  auch  30,  15.  —  evoixr^cjai]  so  nur  BS* 
(254  308),  dagegen  106  ohr^aai,  die  übrigen  (auch  Max.  909, 
Ant.  1089)  auvo'.zr^aai,  Syr.  zu  wohnen.  —  [i-sta  ^uvctixk  Tiovr^pac] 
Sah.  mit  einem  bösen  und  wütenden  Weibe,  Chrys.  7,  545  add. 
xai  YXwaacooouc,  Syr.  add.  inmitten  eines  Hauses. 

17.  Die  Verse  17—24  (ausgenommen  23^^)  in  Cod.  C. — 
n^ii]  Syr.  einer  bösen  Frau.  —  Tn^"]  das  Hifil  imd  die  Redens- 
art belegt  der  Aruch  s.  v.  Gr.  setzt  wohl  der  Abwechslung 
wegen    dWoioX  (248  dX^oxpioi)  =  entstellt.      Syr.    dagegen   pnn 


230  Sir.  24,  1-27,  3. 

(=  macht  blass);  vgl.  ^py  Jer.  80,6  unrl  neuhebr.  p""!!.!.  —  HKIO 
t^-N]  Syr.  das  Gesicht  ihres  Elhemanjies.  Er  nimmt  CJb  aus  b 
vorauf.  Aber  Gr.  ty]v  opasiv  (248  157  -o  -fyoa(o-ov.  Lat.  Sah. 
faciem)  auxr^c.  Vom  Aussehen  de«  Manoes  darf  mit  so  viel 
Worten  nicht  die  Rede  sein,  wohl  aber  davon,  dass  die  Schönheit 
der  Frau  in  ihrer  Bosheit  verschwindet,  yn  und  riKlö  müssen 
derselben  Person  geliören.  Ferner  wird  nicht  der  Mann,  sondern 
.die  Frau  mit  einem  Bären  verglichen  sein  wie  v.  16  mit  Löwe 
und  Drache.  Schechter  weist  hin  auf  den  Vergleich  der  Frau 
des  Potiphar  mit  einer  Bärin  in  Gen.  Rabba  87,  4;  vgl.  Aruch 
s.  V.  Also  ist  Uf^a  schlechte  Glosse,  die  vielleicht  durch  36,  27 
herbeigeführt  ist,  und  in  b  nach  Gr.  (xo  -pocjojTrov  aüirj?)  ,T30  her- 
zustellen. —  2)lh\  B  (308)  WS  aa'xxov  (vgl.  Jes.  50, 3),  alle 
übrigen  Hss.  (auch  Sah.  Aeth.)  w?  apxoc.  Lat.  (Dubl.):  et  obcaecat 
vultum  suum  tanquam  ursus  et  quasi  saccum  ostendit.  Aber 
auch  Syr.:  wie  die  Farbe  eines  Sackes.  Augenscheinlich  sind 
u>;  apxo?  und  oj?  tjctxxov  innergriechische  Varianten,  Entweder 
muss  also  Hebr.  oder  Syr.  von  Gr.  beeinflusst  seüi.  Das  letztere 
ist  für  viele  Fälle  erwiesen,  das  erstere  nirgendwo,  ynh  ist  wohl 
Fehler  für  2)1^,  der  mit  dem  vorhergehenden  Fehler  Viz>  zu- 
sammenhängt. Uebrigens  ist  2)1  comm.  gen.;  vgl.  2  Reg.  2,24. 
2  Sam.  17,  8  u.  ö. 

18.  c^rj  Syr.  seiner  Gefährten,  Gr.  xou  (248  Syroh.  253 
23  Lat.  xwv)  TiX-zjaiov  au-ou.  —  rhv2  2^^"]  Syr.  sitzt  der  Ehemann 
der  Törichten.  Gr.  dva-sssi-ai  (35,  2)  6  avTjp  auxr^;.  Lat.  ingemuit 
vir  eins,  aber  die  Worte  fehlen  im  Toi.*  Am.  Sang.  Theodulf 
imd  sind  falsche  Ergänzung  einer  Lücke.  —  loyjj  sSil]  Syr.  und 
was  nicht  in  seinem  Wülen.  Gr.  xotl  dxouaa;  (296  dxouaasa,  aber 
248  dxouaio);,  in  LXX  =  nj?T  ''Sna  und  nJJtyn).  oyis  heisst  neuhebr. 
Grund,  Schechter  belegt  Nöj^tt  n'Sd  aus  B.  Gittin  14a.  Falsch  ist 
aber  das  Suffix.  Nun  hat  Gr.  am  Scliluss  Tcixpd  (70  155  Tiixpw?,  S* 
[xsixpa  =  Lat.  modiciun;  vgl.  v.  19  üiit.  und  zu  18,  32);  vgl. 
dazu  Ez.  21,  11.  Jes.  33,  7.  Danach  ist  löyis  wohl  in  10  DVö  zu 
erweitern.  —  raxn"]  das  Hithpael  auch  12,  12.  30,  20,  sonst  neu- 
hebräisch und  aramäisch.  Gr.  dvsaxsvacs,  248  otvaaxsvd^si.  —  248 
i.  f.  add.  Ol'   auxT^v. 

19.  Gr.  für  a  frei:  [iixpa  raaa  xaxia  Tipo;  (Lat.  super) 
xaxiocv  -(uvotrz/jg;    vgl.  betr.  irpoc  (=  3)  zu  27,  16.  46,  4,    sowie  zu 


Sir.  25,  18—21.  231 

38,  1.  Frei  auch  Syr. :  viele  Bosheit,  und  nicht  wie  das  Geringste 
der  Bosheit  des  Weibes,  d.  h.  die  grösste  Bosheit  des  Mannes 
reicht  nicht  an  die  geiingste  der  Frau;  vgl.  42,  14.  —  Xö'nJ  Lat. 
peccatorum,  Syr.  der  Sünden  (Pluralpunkte),  auch  Syroh.  der 
Sünde.  —  Anton.  1089  i-i-irsr^  i-'  aütr/^  —  Die  Sünder  sollen 
sie  belcommen,    damit  die  Frommen   mit  ihr    verschont  bleiben. 

20.  n'rj,''^:]  Gr.  av7:-j7.3'.c  (248  70  Sah.  Lat.  praem.  «>?).  — 
d\L\u}ior^:\  Syr.  iihni  =  hn.  —  iv  (Co.  irS)  ttog-'v]  Syr.  i  Mi'jjna  = 
''h:-\2.  —  -psaßuTspouJ  Syr.  iSiy-Kp,  danach  Hebr.  tf^iy  (vgl.  8,  6 
und  zu  42,  8).  —  [p'^'^]  i^^*^^]  Gr.  o-jxw^  yuvyj  Y/.waiojor^c,  Syr.  so 
ist  ein  Weib,  dessen  Zunge  lang  ("j'^is)  ist.  Vgl.  Jes.  57,4  und 
übrigens  zu  8,  3,  —  ocvopl  r^a'jy(\)\  Syr.  bei  einem  demütigen  (S3'':o) 
Manne.  Am  Schluss  stand  wahrscheinlich  ein  Buchstabe  mit 
oberer  Horizontale,  nach  Syr.  nehme  ich  mit  J.  Levi  "]0  an; 
vgl.  zu  12,  5  a. 

21.  h'zn  ':x]  =  Gr.  [xr;  -(io3~33(|C  (Lat.  respicias).  Aus- 
deutend Syr.:  lass  dich  nicht  betören  (SnnKTi);  er  dachte  mit 
Recht  an  eine  Falle  (Koh.  7,  26.  Prv.  22,  14.  23,  27).  Es  folgte 
nämlich  wohl  hy.  Gr.  i-l  (106  om.,  248  d:,  Syroh.  253  23  70 
TTpo?)  yAIIo;  yuvar/oc,  Lat.  in  mulieris  speciem,  Syr.  wegen  (h) 
der  Schönlieit  einer  bösen  Frau.  Vgl.  zu  hv  hsi  Am.  3, 5. 
Jes.  24,  18.  —  Gr.  für  b:  x7.t  yovarxa  iir^  £7:i7roi)-r]a-(is;  aber  so 
lesen  nur  B  (253  23).  Dagegen  setzen  106  k  157  SA  55  254 
155  296  308  Aeth.  hinter  -juvctixa,  und  Syroli.  hinter  i7ti-oi)r^T(j; 
hinzu  SV  X7/Act,  248  70  hinter  £-'-oi>r^ar,c  aber  tk  -{jw^r^'^.  Beide 
Zusätze  sollen  den  unvollständigen  Stichus  auffüllen.  Syr.  für 
b:  und  auch  wenn  ihr  ist  Geld  («D3J),  nicht  begehre  sie.  Man 
braucht  nicht  anzunehmen,  dass  er  anders  las  als  .  .  .  h^  rh  ^''  hyi. 
Wegen  a  muss  man  erklären:  und  über  dem  Vermögen,  das  sie 
hat.  Betr.  u^"»  vgl.  zu  13,  5.  Nun  ist  hy  wohl  im  Anklang  an 
a  gesetzt,  es  fügt  sich  aber  nicht  zu  i;:nn,  das  man  nach  Gr. 
Syr.  ergänzt.  Ich  nehme  an,  dass  hier  wie  Am.  3,  5.  Jes.  24,  18 
idS:  neben  ScJ  stand,  und  lese  ns'^n  (vgl.  oben  9,  3.  4  sowie 
Koh.  7,  26),  zumal  "s"'  hy  S'icn  der  Illustration  durch  einen  pa- 
rallelen Ausdruck  bedarf.  Die  reiche  Frau  ist  Lockspeise  und 
Falle  zugleich;  vgl,  zu  hy  34,  6.  Syr.  wird  dem  Gr.  gefolgt  sein, 
weil  ihm  das  Bild  zu  stark  war.  Es  handelt  sich  um  Erbtöchter 
und  reiche  Witwen;  vgl.  Jes.  4^1  und  Wellhauseu^  GGN  93, 465 ff. 


232  Sir.  24,  1—27,  3. 

22.  Für  mj?2  las  Gr.  (op-f/,,  Lat.  ira  mulieris)  m3j?;  Syr. 
(wnSlE)  richti.i;  nizv,  wozu  nacJi  Syr.  (x'ti'p)  und  Ex.  1,  14.  6,  9. 
Dt.  26,  C)  n^p  für  die  Lücke  iu  der  IIs.  zu  ergänzen  ist.  Gr. 
(xo(l  otvaiosia)  dachte  vielleicht  an  '"H^p.  —  Gr.  lässt  "'S  aus  und 
liat  statt  dessen  für  r\'^)2)  xotl  atayuvr^  [xs^ocXr^,  Syr.  und  böse 
Schande.  Aber  ixzyRr^  kann  Zutat  des  Uebersetzers  sein  (vgl, 
zu  41, 12.  44,  19.  50, 1);  übrigens  felüt  es  im  Sah.  —  rhzh^ü  nufü 
rhv2  [nx]]  die  Ergänzung  nach  v.  23.  Gr.  y'jvy)  iciy  iTrt/opr^YTi  "^'f 
av5pl  cz'jxfjC.  Syr.  schlecht:  ein  Weib,  das  frevelt  (smo)  gegen 
ihren  Ehemann;  vgl.  23,  22  Syr.,  wonach  die  Vorlage  vielleicht 
entstellt  war.  Lat.  mulier  si  primatum  liabeat  (vgl.  zu  24,  6), 
contraria  est  viro  suo.  Anton.  1089  wird  v.  23  ab  mit  dem  Zu- 
satz {^(WTi  TTov/jpot)  avxiTaciao;j.svr^  zm  avopt  auTY)?  zitiert  (Herkenne). 

23.  Im  Ilebr.  fehlen  a  und  b.  —  Syr.  im  Anschluss  an 
v.  22:  und  das  Herz,  das  bei  ihr  ist  (noj?i),  bedeckt  sie  (s"'cno); 
Finsternis  (SDiK'n)  und  Herzenswunde  usw.  —  xotpoia  -ar.zvn^ 
(Anton,  -ovr^pa)  etwa  =  njp  ih  oder  rayo  2S  vgl.  Jes.  58,  10. 
53,  4.  —  -pocjtü-rjv  ax'ji>pa>-ov]  =  w^wn  D'^jc,  welchen  Ausdruck 
der  Aruch  belegt;  vgl.  D^niK  n'jc  13,  26.  —  ''^^"rj  xapoi'otc]  vgl. 
V.  13.  —  >'  jrci  (Jer.  47,  3)  und  -n  pSt^D  (Prv.  16, 18)  gibt  Gr. 
nach  geläufigem  Ausdruck  mit  /sTpsc  -ocpsi'xivai  und  -covaxot  Tiotpa- 
XsXuixs'va  wieder  (vgl.  2, 12).  Syr.  steigert  pSiTD  zu  Ki3n  (Bruch). 
—  ntJ'«]  Gr.  r^Ti?  (70  Sah.  Lat.  praem.  ^'{wr^).  —  nti'Kn]  d.  h. 
sie  stärkt  oder  unterstützt  ihn  (vgl.  zu  4, 18).  Syr.  ehrt  und  lobt 
(Knnit^D,  s.  z.  11,  28),  Gr.  [xaxapisr  (248  TroipczxaXsaci).  —  248  i.  f. 
add.  £v  STsvwasi;  vgl.  DS  quae  non  consentit  in  angusto  viro  suo. 

24.  nn"'j  Gr.  tAvtzc  =  Syr.  wir  alle.  —  Vgl.  42,  13  und 
1  Tim.  2,  14. 

25.  uoati]  Lat.  aquae  tuae.  Gemeint  ist  ein  Teich.  — 
öie^oSov  (Lat.  exitum,  nee  modicum)]  =  Nina;  vgl.  z.  B.  2  Reg.  2,21 
LXX,  —  £;0'j3i7.v]  248  Tcctppr^aiav  £;oooi>,  Lat.  veniam  prodeundi, 
Syroh.  253  23  S  70  106  k  157  A  254  155  Sah.  Aeth.  -iiappr^aiav, 
Anton.  1089  (zwei  Zitate):  avssiv  (15,20.  26,10)  und  Trotppr^atav. 
Dagegen  Syr.  Gesicht  («c«)  und  Gewalt  (wa'jiii^).  Payne- Smith 
(s.  V.)  erklärt  nen  im  Sinne  von  Freiheit,  sofern  dem  Weibe 
gestattet  werde,  sich  ohne  Schleier  zu  zeigen.  Uebrigens  wird 
ecouöiotv  (=  Selbstherrlichkeit)  richtig  sein;  vgl.  zu  30, 11.  — 
Syr.  fügt    bei:     „denn   wie    der  Durchbruch    (snvnn  =  ps)  des 


Sir.  26,  22—26,  3.  233 

Wassers,  der  geht  und  gross  (=  immer  grösser)  wird,  so  ein 
böses  Weib  geht  und  (=  immer  mehr)  sündigt."  Das  Distichon 
wird  auf  eine  hebräische  Glosse  zurücligehn,  wie  die  Ausdrucks- 
weise zeigt. 

26.  xata  /s^pa  (S  "/^ip^V)  soa  wolil  =  "j''T  hv,  vgl.  14,25. 
Neh.  13,  13.  Jer.  5,  31.  —  Syr.  für  a:  und  wenn  sie  nicht  ist 
kommend  hinter  dir  (her).  —  Lat.  fügt  hinter  a  hinzu :  (et)  con- 
fundet  te  in  conspectu  inimicorum  (vgl.  42,  11).  —  dryj-zt\iz  ot-jtr/^J 
Lat.  add.  ne  semper  te  (leg.  se,  vgl.  26,  10)  abutatur.  248  add. 
oioou  zal  7.-oX'jcyjv.  Syr.  für  b:  dein  Fleisch  schneide  ab  (oder 
zerschneide?  "irp),  gib  ihr  und  entlass  sie  aus  deinem  Hause. 
Das  wird  richtig  sein,  nur  dass  «-o  (254  £x)  -wv  anpy.w^  (70 
aapxoc)  festzuhalten  ist.  Es  handelt  sich  um  die  Morgengabe  ("Hi;), 
die  der  Mann  bei  der  Scheidung  auskehren  muss,  oder  auch  um 
das  Vermögen  der  reichen  Frau  (v.  21.  22).  Die  Abfindung  der 
Geschiedenen  kann  dem  Manne  so  sauer  werden,  als  ob  er  sich 
ein  Stück  Fleisch  aus  dem  Leibe  schneiden  müsste.  Vielleicht 
ist  248  aus  Gr.  II  ergänzt.  In  sofern  ist  es  fraglich,  ob  man 
oLo-r^v  zu  streichen  hat.  —  Vgl.  LXX  zu  Prv.  18,  22. 

26, 1.  Hebräisch  in  Cod.  C  und  im  Talmud.  —  Zur  Kon- 
struktion vgl.  Prv.  14,  21.  16,  20  und  zu  31,  17.  —  iCDDij  Syr. 
denn  die  Zahl  (w  Maus.  Ambr.  Mas.  II  om.  die  Zahl).  —  Vö'J 
Gr.  xwv  r)[x£pä)v  (k  Lat.  stäv,  Sah.  add.  C^r^)  a-j-oo;  Syr.  der 
Tage  seines  Lebens.  Vgl.  v.  26,  wo  die  Varianten  wiederkehren. 

2.  Der  erste  Stichus  hebräisch  in  Cod.  C.  Syr.  stellt  v.  2 
hinter  v.  3,  woraus  sich  das  Fehlen  von  v.  2  im  Talmud 
erklärt.  —  h'n  nu^x]  Gr.  Y^yr^  cüvo^s^a  (28, 15)  =  Syr.  «nnj« 
«n^jnS^n.  —  jti^in]  d.  h.  sie  pflegt  (14,  11  vgl.  Prv.  15,30),  das 
Verbum  steht  43,  22  ohne  h.  Gr.  sucppaivei  =  Syr.  cDDn.  —  xctl 
xa  hri  (248  Lat.  add.  xr,?  'Imr^c)  auxou]  Syr.  und  die  Jahre  seines 
Lebens.—  TrX'/jpwasi]  vgl.  ahfi  Ex.  23,  26.  Jes.  65,  20.  Syr.  chu^:. 
—  £v  £tp7;v-(J  Syr.  in  Freude. 

3  hebräisch  im  Talmud.  —  nsiJS  njnej  Syr.  om.;  Gr.  \±zpk 
rlYx^,  wonach  nJD  möglich  wäre.  —  p'ni  (vgl.  2  Sara.  12,  8  und 
oben  zu  9,  1)  ist  nach  Gr.  (Iv  ji-sptoi,  Codd.  Am.  Sang.  Corb.  1 
Theoder.  Miss.  747.  Brev.  1127  in  parte  bona)  wohl  Fehler  für 
phn2;  zu  2  vgl.  z.  B.  Num.  26,  53  und  unten  Syr.  zu  v.  23.  — 
NT]  Gr.  'foj':Jou;j.3vtyv.  —  Lat.  für  b  in  gemischtem  Texte:  in  parte 


234  Sir-  24,  1—27,  3. 

timentium  deiim  dabitur  viio  pro  bonis  factis.  Vgl.  Syr.,  der  für 
V.  3  hat:  ein  gutes  Weib  wird  gegeben  dem  Manne,  der  Kich 
fürchtet  vor  dem  Herrn,  für  {^pn)  seine  guten  Werke. 

4.  H'^'"'  Sali.  om.  oe.  —  Syr,  für  a  genauer:  wenn  reich 
er  und  wenn  arm,  sein  Herz  ist  gut.  —  «zyotHr^l  248  add.  irpo? 
x'jpiov.  —  -ryoaojTCov  iXapov  (vgl.  Clli*  13, 25)J  248  7r[>oG((orov  s/ovxsc 
tXctpov  yaupiaaouaiv  (s.  z.  11,  16),  Lat.  vultus  illorum  hilaris,  Syr. 
und  sein  Gesicht  ist  heiter  (]TnJ). 

5.  cuXotßr^Or/l  Syr.  bebt  [vi).  —  xapoia]  70  •l'U/rj.  —  stti  tw 
T£Tap.x(|)]  Syr.  schlecht:  vor  (p)  vieren;  vgl.  zu  23, 16.  25,7.  26,28. 
—  -poswrat)  £03r^t)-/ivJ  lesen  nur  B  (254  308),  dagegen  Syroh.  23 
S*  TTp.  sooil'/jv,  die  übrigen  (auch  Aeth.)  Trp.  i'^oßr^ilr/^,  Lat.  facies 
mea  metuit,  Sah.  ich  senkte  mein  Gesicht,  Syr,  sehr  fürchte  ich 
mich.  Das  letztere  ist  dem  Zusammenhang  angemessen,  und 
danach  s'^oßr^il/jv  zu  lesen,  obwohl  -irpocjtoTro),  das  mit  -s-apKo  kaum 
verbunden  werden  darf,  dazu  nicht  passen  will.  Perles  meint, 
Gr.  habe  so  'Jeö  wiedergegeben,  was  in  der  Tat  möglich  ist; 
vgl.  Gr.  zu  34,  13.  Schwierig  ist  dann  nur  ird  für  p,  das  auch 
Syr.  ausdrückt;  indessen  setzte  Gr.  es  vielleicht  der  Abwechslung 
halber  (vgl.  auch  zu  43,  18.  7,33).  Allerdings  könnte  Syr.  auch 
einem  schlechten  s'foßr^Uryv  gefolgt  sein  und  danach  das  Uebrige 
gemodelt  haben.  Aber  hinter  7:pocioj-(o  £03r|i>r|V  steckt  schwerlich 
derselbe  hebräische  Ausdruck  wie  hinter  osr^Or^n  xaxa  TrpoatoTiov 
17,  25,  was  hier  auch  sonderbar  wäre.  —  In  c  standen  gewiss 
ähnliche  oder  dieselben  Ausdrücke  wie  42,  11c;  d.  h.  etwa  nm 
cy  nVnpl  "17.  Der  Accusativ  hier  wie  dort  und  40,2.  Syr.  schlecht; 
das  Murren  («"Jroi  s.  z.  42,  11)  der  Versammlung  in  der  Menge 
des  Volkes.  —  Syr.  om,  d,  der  Araber  hat  freilich  für  6b:  und 
der  Schlag  der  Zunge,  das  alles  ist  bitterer  als  der  Tod,  Aber 
das  ist  wohl  eine  Ergänzung  nach  Gr.  Bei  xal  xaTO('];£ua|j.ov  (Lat. 
(et)  calumniam  mendacem)  wird  eine  nähere  Bestimmung  im 
Genitiv  vermisst,  und  anderseits  ist  u-sp  öavaiov  offenbar  falsch. 
Denn  „schlimmer  als  der  Tod"  kann  nur  das  schlimmste  Uebel 
sein;  von  dem  ist  aber  erst  v.  6  die  Rede.  Auf  das  Gerede  der 
Stadt  und  die  Zusammenrottung  des  Volkes  muss  als  drittes  die 
Gerichtsverhandlung  folgen.  Vielleicht  ist  xa-a'];cua;xoc  =  ruaii',  und 
uTCsp  öavotTov  =:  HIJS«,  das  aus  iT'r'iJ:  verderbt  war  (s,  z,  38,  19). 
xata'{;£ucj;jio^  nur  hier,  wie  xa-c(irX-/j7[xo?  21,4.  —  |xo7i>r^pa]  wohl  =:  bay. 


Sir.  26,  4-10.  235 

6.  Syr.  om.  a.  —  äÄ-oc  (248  ä'/Oo?,  Syroh.  253  add.  os) 
-/.apoia?  (Sah.  om.)]  vgl.  2':  2W  Jes.  65,  14.  —  -j-uvr;  avxt'Cr^Xo;  £7:1 
(248  om.)  Yuv7.'.y.l  zal  [xactTi?  xt/..]  Lat.  miilier  zelotypa ;  in  muliere 
zelotypa  (al.  infideli)  tlagellum  etc.  «vt^r/ocj  =  rn:: ;  vgl.  37,11 
und  zu  25,  14.  —  Wahrscheinlich  ist  e-l  Y'jvaixi  Zutat  des  Ueber- 
setzers.  —  Syr.  für  b  besser:  und  Schlag  der  Zunge  ist  das 
alles  {=  die  vier)  zusammen.  Es  stand  da  wohl  |Vwt*S  isit:'  (51;  2. 
Job.  5,  21). 

7.  ßooCuyiov]  Lat.  sicut  boum  jugum  (und  dann:  ita  (et) 
mulier  etc.).  ßooC'jyiov  heisst  sonst  das  Ochsengespann,  70  kor- 
rigiert u-oCuYtoy,  106  0):  ^-ri'iov.  Nach  Syr.  (xt:)  stand  da  hy.  — 
Für  das  sinnlose  aoiXsuojxsvov  hat  Syr.:  ein  hartes  (s"'?i>p  vgl.  zu 
28,  20).  Er  könnte  n;:  (vgl.  Syr.  zu  3,  26.  27  und  1  Reg.  12, 11) 
oder  auch  niyp  (vgl.  1  Reg.  12,  4)  gelesen  haben.  Dagegen 
könnte  aot/vsuoixevov,  falls  es  nicht  verderbt  ist^  auf  (hv)  nua  (Lev. 
26,13.  Ez.  34,27)  zurückgehn.  —  0  xpa-rwv  aOtr^?]  muss  jedenfalls 
bedeuten:  wer  sie  heiratet.  Diese  Bedeutung  haben  die  ge- 
wöhnlichen hebräischen  Aequivalente  von  xocztsoj  nicht.  Gr.  scheint 
in  Rücksicht  auf  das  folgende  Bild  frei  übersetzt  zu  haben.  Syr. 
hat  nämlich:  und  wer  sie  erträgt  (iroa),  was  falsche  Uebersetzung 
von  nst'j  (=  wer  sie  heiratet)  ist.  —  w?]  Syr.  om.  —  of/a33o;x£vo? 
(31,  2)i  Syr.  beide  Mal  nnx. 

8.  [j.Ei}ü3o?  (19,  1)]  248  add.  xal  psaßac  (DS  add.  et  erronea) 
=  Syr.  xnMoi.  Vgl.  [jt^'^izüm  und  ös|x[3o[xai  LXX  Jes.  23,  16  für 
22D,  Symm.  Gant.  1,  7  für  ,Tüy,  Aq.  Jer.  31,22.  49,4  für  nzaiii'n, 
Quinta  Hos.  8,  6  für  D^^nit'.  Indessen  ist  der  Zusatz  wohl  se- 
kundären Ursprungs.  —  xa-']  Syr.  ;m.  —  Lat.  für  b:  et  contumelia 
et  turpitudo  illius  non  tegetur.  Ihi*e  Schande  bringt  sie  selbst 
zum  Kummer  ihres  Mannes  überall  aus. 

9.  SV  a£T3<Jup'.3jxorc  (A  Glem.  AI,  paedag.  III  11,  70  tx£t£a>- 
piap-ol,  Lat.  extollentia)  o^flaXiJtwv]  hier  nicht  „in  der  Hoffart  ihrer 
Augen"  (23,  4),  sondern  „in  ihrem  Augenaufschlag",  wie  Sah. 
deutet.  Vgl.  Syr.  n'r;  maian.  —  xotl  svj  Syr.  pi.  —  Vgl.  übrigens 
Prv.  6,  25. 

10.  Im  Gr.  kehrt  a  gleichlautend  42,  11  wieder,  während 
Syr.  einigermassen  abweicht.  Gr.  wird  dabei  im  Recht  sein.  — 
OuYaxptj  S}T.  om.  r\2,  stand  hier  im  Sinne  von  Weib,  da  vorher 
und   nachher    von  der   Frau    die  Rede    ist.     Anders   42, 11.  — 


236  Sir.  24, 1-27,  3. 

aSiaTpsTT-to]  Syr.  KnCi'n,  nach  42,  1 1  stand  da  nh^v,  nSs:,  oder  ninc. 
—  axspswaovj  ==  pim  (42,  11),  Syr,  mache  viel.  —  cpuXaxr^vJ  =  noiro; 
vgl.  auch  22,27.  Syr.  wie  22,27:  Wächter.  —  sGpoOaa  avsaiv 
(55  254  7.v7'-aoaiv) ]  Lat.  inveota  occasione,  ähnlich  Sah.  —  sau-f, 
ypr^arl■zoil]  das  Verbum  bedeutet  geschlechtlichen  Umgang  pflegen; 
iau-fj  dann  =  nach  Belieben.  Sah.:  sie  tut  was  sie  will.  Indessen 
darf  mau  ohne  weiteres  auxr,  lesen  und  das  auf  vysa'.v  beziehen. 
Vgl.  auch  Lat.  zu  25,26.  Syr.  für  b:  denn  nicht  ist  ihr  Ruhe 
(xrfJ  =  avaTTocüaiv  ?),  ausser  wenn  sie  gestohlen  (oder  getäuscht) 
hat  (rDJj).  Man  sagt  im  Syr.  aber  aucli  2::  mit  it'c:  für  „sich 
wegstehlen";  vgl.  llebr.  3:jnn  2  Sam.  19,4  und  T«  2JJim  Gen. 
31,  27  für  „du  täuschtest  mich,"  (indem  du  dich  heimlich  fort- 
machtest). Für  den  Syr.  spricht  die  Eigenart  des  Ausdrucks,  der 
aus  dem  Original  übernommen  sein  dürfte.  Vgl.  auch  23,  16.  17. 

11.  S"  k  ocp{}a).[xÄv^  Syroh.  253  23  schlecht  korrigierend: 
o(pi>aXiioic.  Natürlich  gehört  o'föaXixoCi  oder  o'fUaXawv  zu  dvxiooOc 
(Syr.  a'yy  ncirn) ;  ein  genau  entsprechender  hebräischer  Ausdruck 
ist  unbekannt.  Vgl.  aber  D'^Jc  '5;.  —  '^'Anzm]  das  Medium  hier 
wie  oft  iu  LXX  im  Sinne  von  „beobachten."  nati^  war  prägnant 
mit  ''"in«  verbunden:  beobachte  sie  ihr  überall  nachgehend.  Lat.: 
ab  omni  irreverentia  (Ambros.  I  710,  6  11  2  296,  4  irreverenti) 
oculorum  eius  (Hss.  und  Ambr.  oculis)  cave.  Syr.  hat  für 
cpuXa;ai  ungenau:  „laufe",  und  für  r)ai)|xot3-(j?  „zögere",  d.  h.  er 
verstand  oder  las  nanann  für  nann.  Natürlich  ist  xal  \ir^  =  damit 
nicht.  —  iav  de  33  TrXr^atxsXr^aifjJ  Syr.  damit  sie  nicht  treulos  sei 
(Vjin)  gegen  dich;  vgl.  zu  23,23. 

12.  oöonropo?]  vgl.  42,  3.  —  to  aio|j,a  avoiyei  (ausser  B  S"^ 
(308)  alle  dvoi'cst,  248  add.  suptuv  tht^yt^v)]  Lat.  ad  fontem  os  aperit 
(al.  aperiet),  Sah.  dessen  Mund  geöffnet  ist.  Syr.  für  a  und  b: 
wie  ein  Durstiger,  der  hineingeht  von  dem  Wege  und  sein  Mund 
ist  geöifnet  zu  kaltem  (xinp  =  ü^y:  n'^anp)  Wasser  und  von  jedem 
Wasser  trinkt.  —  svavTi  [BsXouc]  Lat.  contra  omnem  sagittara.  — 
cpaf>=-pc(v]  Lat.  add.  donec  deficiat;  vgl.  23,  16.  17.  —  Syr.  ver- 
stand c  und  d  nicht  und  erweiterte  daher  die  Worte:  und  auf 
[hv]  jedes  Holz  stützt  er  sich  und  vor  jedem  Pfeil  ist  geöffnet 
sein  Köcher,  so  ist  das  ehebrecherische  Weib,  das  jedem  Menschen 
geöffnet  ist  sein  Sclioss.  r.dsayXo:  (=  in")  hat  obszönen  Sinn,  und 


Sir.  26,  11—17.  237 

y.a^r^as.-al    ist   nach  Syr.  wohl  wie  9.  9    ungenaue   Uebersetzung 
für  nan. 

13.  Syr.  om.  —  /.^'f>i?]  =  p,  im  Sinne  von  Anmut  (7,  19 
u.  ö.).  —  "'p'Lst]  s.  z.  1,  12.  —  7'jvar/^jc]  Lat.  mulieris  sedulae 
(Brev.   1127    castae).  —  tol    o3t7.    «utoS    -lavsTJ    vgl.  Prv,    15,  30 

14.  xuptoo]  Syr.  «nöl.  —  S'.'f/ifvor  (248  70  adtl.  y.rn  sovo-jc)] 
Lat.  sensata  et  tacita,  Syr.  schiecht:  eine  gute.  —  avtaX/.a-'a^l 
Syr.  N'^ön;  vgl.  zu  6,  15.  —  -sTrottosufjisvrj?  «{"JX^i?]  hier  müsste 
'l^'j/TjC  Genetiv  der  Restriction  sein,  aber  auch  so  fügt  sich  der 
zweite  Stichus  schlecht  zum  ersten.  Syr.:  für  die  Wenigkeit 
(mT2:2)  der  Kehle.  Augenscheinlich  ist  'l^'v/jC  aus  v.  15  ein- 
gedrungen. Dagegen  gehen  -cTra'.osutxsv/;?  und  v.  15  i-f/cpct-cou?  wohl 
auf  dasselbe  hebräische  Wort  zurück.  Syr.  hat  auch  v.  15  mTl-. 
Ich  vermute  piJi  nic.'J?  und  st'cj  '».  Vgl.  18,  30,  wo  i-cAiA—'-y.  'l>'y/r^: 
wohl  =  lyo:  "iDio,  In  der  Vorlage  des  Syr.  kann  etwas  anderes 
gestanden  haben. 

15.  /cff^t^  £~t  /.^-P^"']  bedeutet  wohl  die  höchste  Anmut 
(v.  13).  Syr.  xriiz^ö  hv  i^r\)Z"a  (s.  z.  4, 21).  —  oti3/uvT-/;pa  (vgl. 
^'i2  35,  10.  42,  1)]  248  add.  7.7.I  TJ.a-r^,  Lat.  sancta  et  pudorata.  — 
a-:a[>!xoc]  Syr.  sSpne;  vgl.  zu  6,  15.  —  irac  (Anton.  1085  om.)  7'^.oc] 
ist  wohl  Zutat  des  Uebersetzers,  Syr.  ora.  Vgl.  sonst  sSo  (Gen. 
23,  9)  und  mi^  (Prv.  3, 15),  was  beides  LXX  mit  o^^ioc  wiedergibt. 
—  i'iY-rjrx-rjü:  -Vj/v:  (248  Syroh.  253  23  S'"'*  Anton.  1085  Sah. 
add.  7.'j-r,c)J  tt'cj  =  die  sinnliche  Begier  (s.  z.  6,  2  imd  zu  23,  6). 
Syr.  schlecht:  für  die  Wenigkeit  des  Mundes. 

16.  rjXioc  .  .  .  y.ai'J  Lat.  Sah.  Syr.  sicut  sol  .  .  .  sie.  — 
otvaTsXXojv  (157  Lat.  add.  7.o3[x(p)]  Syr.  rT'm;  es  stand  da  nm" 
(42,  16),  das  Gr.  missverstand.  —  iv  Gits-oi?  xupiou]  =  hü  ''K>)if:2 
(43,  9) ;  Syr.  erklärend :  am  Firmament  (K^pi)  des  Himmels.  — 
£v  xocfaio]  Syr.  S3mo3  (an  dem  Wohnort);  vielleicht  stand  da  Dirnn 
(vgl.  Gr.  42,  21.  LXX  Nah.  2,  10).  Das  Wort  bedeutet  auch 
Standort,  Thron.  —  aoTo-j]  ist  Fehler  für  7.'j-:r,c,  wie  die  meisten 
Hss.  lesen.  —  Zutat  ist  vielleicht  «Yai}-?,?,  das  freilich  auch  Syr. 
ausdrückt. 

17.  Sah.  Syr.  praem.  wie;  Syr.  om.  v.m:  Toi.  Brev.  1128 
om.  et.  —  a  etwa  =  u^y  miiö  hv  (oder  i\^ö)  ilK  u.  —  Syr.  für 
b  ungenau   und  gleichmacherisch  nach  v.  16:    ist  die  Schönlieit 


238  Sir.  24,  1—27,  3. 

der  (w  Maus.  add.  guten)  Frau  au  dem  Ort  (cpön,  w  Maus,  amoa) 
ihres  Hauses,  y^.vdo.  dürfte  =  TOip  (Ez.  13,  18  LXX,  Cant.  7,  8 
Syuim.),  und  atotarixr^  schlechte  Uebersetzung  von  ruirJ  (=  auf- 
recht) oder  dgl.  sein.  —  Dem  irJ.  mit  dem  Genitiv  entspricht 
im  Syr.  Sy,  dem  mit  dem  Dativ  2;  ebenso  v.   18. 

18.  ßaasojc  apyupac]  248  Syroh.  Lat.  ßaasaiv  ap^upat;.  — 
Syr.:  wie  goldene  Basen  auf  einer  silbernen  Säule  sind  schön 
ihre  Fersen  auf  (3)  dem  Gestell  (jpna,  p  u  add.  in  der  Wohnung) 
ihres  Hauses.  —  (opotToi]  Lat.  finni  (=  crTEpsoi).  —  Jedenfalls  ist 
für  atspvoic  nach  Lat.  ir-spvai?  (vgl.  S*  Trxspvoic)  zu  lesen,  und 
vielleicht  für  süa-aOoDc  mit  248  süataösai  (308  Euaxailsr?)  oder  mit 
S*  £'j3-ai}ixoic  (Lat.  super  plantas  stabiles  mulieris).  Der  Fuss 
raüsste  wie  sonst  wohl  den  Schenkel  einschliessen.  Aber  wie 
Gold  und  Silber  entsprechen  sich  nicht  Beine  iUnd'^Fersen,  sondern 
eher  die  Füsse  und  der  Boden  des  Hauses.  Nun  hat  Syr.  freilich 
Silber  für  Gold  und  Gold  für  Silber.  Aber  das  ist  wohl  ein 
durch  *e  '•JiK  Cant.  5,  15  verursachter  Fehler.  Vgl,  vielmehr 
Jes.  52,  7.  Ich  vermute,  dass  n*3pj?  hier  im  Sinne  von  Ort, 
Boden  (s.  z.  10,16)  stand  und  suaTaU-xou:  r=  nnJi^o  (41,1.  44,6 
vgl.  dazu  Syr.)  ist.  Vielleicht  ist  obendrein  rJjrjtc  =  ,T3pj?  =  Syr. 
ihre  Fersen,  so  dass,  wie  so  oft,  ein  Wortspiel  beabsichtigt  war. 

19.  Syr.  für  a  wohl  genauer:  Mein  Sohn,  nimm  dich  in 
Acht  in  der  Zeit  deiner  Jugend.  —  dXXoTpioic]  Syr.  snD'i:'?;  vgl. 
zu  23,  23.^  T7)v  ta/uv  aou]  Syr.  "f^^n;  vgl.  Prv.  31,  3  und  zu  v.  21. 

20.  Syr. :  Suche  dein  Loos  von  jedem  guten  Talland,  um  zu 
säen  deinen  Samen  mit  (n)  deinen  Zeugungen  ("[mSin)  getrost.  Syr. 
verstand  ■]''m'7in  besser  als  Gr.,  der  obendrein  r?,  suYevsi'a  (vgl. 
22,  10)  (30U  falsch  mit  TiSTioiötoc  verband.  Uebrigens  ist  xXrjpov  := 
^nj  oder  dgl.  im  Sinne  von  Acker;  gemeint  ist  das  Weib. 

21.  Syr.:  und  so  sind  (es)  deine  Früchte,  und  nicht  überall 
ist  dein  Stamm  ("[Jsn^tf').  Also  bedeutet  ::spiovTa:  sie  bleiben  dir 
erhalten.  Vgl.  Prv.  5,  15 ff. 

22.  Vgl.  auch  Lat.  zu  9,  8  (s.  d.).  —  jxi3i>ia]  Syr.  schlecht: 
eine  ehebrecherische  (»m"'j).  —  is/j  j'.aÄoj]  vgl.  LXX  Jes.  40,  15 
toc  aisXo;  =  p-i3;  ]\IT  pn:.  Syr.  für  nichts  (cno  kSS)  =  p^nS? 
Vermutlich  stand  da  p"""! ,  das  Gr.  in  pi  verlas. —  u-av8poc]  Syr.  das 
Weib    des  (eines)  Mannes;    vgl.    ^^»   n^K  Prv.  6,26.  —  Trup-.o? 


Sir.  26,18—27.  239 

•lotvaToo]  Syr.  praem.  wie.  Der  Ausdruck  ist  wohl  nur  Bezeich- 
nung eines  Gefängnisses^  in  dem  alle  Gefangenen  auf  irgend 
eine  Weise  umgebracht  werden.  Nestle  (bei  Ryssel)  vergleicht 
den  2  Macc.  13,  5  ff.  beschriebenen.  —  toi?  /ptuasvotcj  Syr.  denen 
die  sich  an  sie  hängen  (na  ppiina ;  vgl.  19,  2  Syr.). 

23.  Yuv-/^]  Syr.  add.  p  (w  Maus.  om).  —  dyoixco  [xspic]  Syr. 
wohl  in  genauerem  Anschluss  an  das  hebr.  Original:  in  dem 
Anteil  des  frevelhaften  Mannes;  vgl,  zu  v.  3.  —  ^uat[ir^z  o;j  Syr. 
Knpni  p  KnnjK:  vgl.  zu  11,  17. 

24.  Syr.  verwechselt  in  a  Subjekt  und  Objekt:  ein  Weib 
(=  Accusativ),  das  sich  nicht  schämt  (snn;  abi  =  dcjyr^ijLwv),  die 
Schande  reibt  (iT'raj)  es  auf.  Es  stand  da  etwa  das  Piel  von 
nSn,  übrigens  verstanden  beide  Uebersetzer  ein  Wort  wie  m*2 
als  „Schande"  statt  als  „Scham  ■  (vgl.  zu  27,  16.  29, 14).  — 
OuYotTrjp]  hier  wie  v.  10  ^  Frauenzimmer. — ^  £tl»a/rjtxtov|  vgl.  LXX 
Prv.  11,25.  Syr.  dem  Gr.  folgend:  «n'':no2DK.  Der  Sinn  war 
jedenfalls  „die  schamhafte",  und  nach  a  stand  da  etwa  nu^is; 
vgl.  zu  v^.  15. 

25.  doid-pzT-rj:  (v.  10)]  Syr.  die  sich  nicht  schämt.  — 
Nach  Gr.  ist  b  zu  verstehen:  die  schamhafte  Frau  ist  gottes- 
fürchtig  und  somit  der  höchsten  Ehre  wert.  Mau  darf  dabei 
auch  daran  denken,  dass  ..Hund"  Bezeichnung  der  Heiden  war, 
Syr.  vertauscht  schlecht  Subjekt  und  Objekt:  und  die,  welche 
sich  vor  dem  Herrn  fürchtet,  es  ist  in  ihr  Scham. 

26.  ciyorjrx  Toiov]  Syr.  nur:  n':y2.  —  rAa>.  P  und  2*^1  Syr. 
erweiternd:  ij^jk  ^dS.  —  ^avyjas-cai]  Syr.  sie  wird  gerechnet  = 
lo'i'.abr,as.-on  (vgl.  v.  25),  das  70  für  Yvojcti^r^asTai  liest.  —  248  stellt 
'■hz'^r^;  vor  sv  G-sfir/favia,  Syr.  vor  o-iu.r/.l/j'ja'x.  —  Syr.  in  ihrem 
Hochmut.  —  7V(M3i>rjasTa'.]  =  j?n|in ;  vgl.  Prv.  10,  9.  —  Zu  c  und  d 
vgl.  y.  1.  —  70  wohl  besser  o  dvY)p  «utt)?  =  Hebr.  v.  1  ^ifi^ü 
rhv2.  —  "wv  s-tov  7.'jTotj]  70  ~wv  Tjjxcpäiv  TTj?  ^füTjC  «uToo,  Syr.  der 
Jahre  seines  Lebens;  vgl.  zu  v.  1.  —  Syr.  add.:  das  Streiten 
des  (add,  guten?)  Weibes  ist  in  Demut,  und  wie  leichtes  Fieber, 
so  erseheint  es.  —  snp'^pi  «nu^N]  versteht  Barhebr.  als  hektisches 
(Dip''t2pK)  Fieber;  gemeint  ist  aber  ein  vorübergehendes. 

27.  ij.s77.Xo'itovoc]  Syr.  xn^jbnp.  Perles  vermutet  wohl  mit 
Recht  hebräisches  n'':h)p  (neuhebr.  =  schreierisch).  —  Y^tusawor^] 
Syr.  sn"'J2£  (s.  z.  b,  3).  —  Syr.  für  b  wohl  besser:  wie  das  Hörn, 


240  Sir.  24,  1-27,  3. 

das  aufreizt  («n''Jl53'?o)  des  Krieges  wird  sie  j^esehen.  Es  stand 
da  etwa  ncnSo  nyrn  pp.  —  Syr.  für  c  und  d:  die  Seele  aber 
jedes  Menschen,  der  existiert,  wird  diesem  allem  ähnlicli  gemacht 
(Ambr.  richtig  «öinn  für  soinn),  in  Kriegslärm  (szipT  N^:i>iJty2j  wird 
das  Leben  in  Bedrängnis  geführt.  —  Es  handelti  sich  natürlich 
um  einen  Mann,  der  ein  zanksüchtiges  Weib  hat.  Also  ist 
op-oioTpo-oc  -o'j-oic  falsch.  Grotius  wollte  nach  älterem  Vorgang 
otjLOTfyo'foc  herstellen:  dann  müsste  Syr.  einem  griechischen  Sclireib- 
fehler  gefolgt  sein.  Erfordert  wäre:  die  Seele  jedes  Mannes, 
der  eine  solche  Frau  hat,  —  in  Kriegslärm  wird  ihr  Leben  elend 
verbracht.  Uebrigens  hat  Syr.  wohl  mit  Recht  „das  Leben" 
für  das  jedenfalls  verkehrte  -r;,/  'loyr^v.  —  v,  19 —  27  werden 
auf  ein  hebräisches  Original  zurückgehen.  Ein  stringenter  Be- 
weis lässt  sich  dafür  vielleicht  nicht  führen  (doch  s.  z.  v.  20. 
23),  da  Syr.  hier  in  hohem  Grade  dem  Gr.  folgt.  Aber  es  besteht 
auch  kein  Grund,  diese  Verse  von  den  übrigen  griechischen  Zu- 
sätzen zu  trennen.     Jedenfalls  sind  sie  sekundären  Ursprungs. 

28.  Reifmann  (bei  Cowley-Neubauer  p.  XXX)  vergleicht 
Mibchar  ha-peninim  58  (=  p.  10,  60  vgl.  p.  52,  53  ed.  Filipowski): 
nöKi  :  c^xncn  p  Ser^  orn  hyi  .ti^njtJ^  -i^tfy  'ryi  .Sp:t^  122:  hv  ihün  insi 
h'D2  p  rhv  Scjti'  c:n3  .rhv  SwnS  -(^rju^  "o  |\y.  Syr.  für  a:  über 
zwei  Dinge  (pni:  wie  25,  1)  ist  erstaunt  (iin)  mein  Herz.  —  e-t 
-M  TpiTo>]  Sjr.  schlecht:  über  drei  (vgl.  zu  v.  5).  —  Outxoc  jioi 
i-y.xhy]  Syr. :  sehr  missfällt  (:i>K2ns)  mir.  Da  Pesch.  ^ü2  für  iTin 
setzt,  so  darf  man  vermuten:  lüü  "'S  mn.  —  avy,f>  -oXsii-iatrjc]  ist 
falsch.  Es  handelt  sich  um  drei  Arten  von  Leuten,  deren  Lage 
sich  ins  Gegenteil  verkehrt,  und  der  Gegensatz  von  Armut  ist 
Reichtum.  Also  wird  falsche  Uebersetzung  von  h^n  t^'"«  oder 
'n  ^2:1  vorliegen.  Syr.  über  (schlecht  wiederholt  er  bei  allen 
Dreien  die  Präposition)  den  Mann  Kisn  12;  vgl.  D'-in  p  Koh.  10,17. 

—  u5-:£{i(ov  Ol'  hozinv]  Syr.  besser:   "[naifxi  pMnKi;  vgl.  zu  13,  4. 

—  avopsc  auvsTot']  ist  ebenfalls  verkehrt.  Es  handelt  sich  nicht 
um  Verkennung,  sondern  um  Wechsel  des  Geschicks.  Syr.  {avfjü 
Nöti'  ^no)  las  cti'  ^^*:a  (44,  3);  vgl.  ovoixacjTot  39,  2.  44,  3.  Nicht 
weit  ab  liegt  alvz-oi  —  lav  axuj^otXiaöwsiv]  Syr.  pTip"*«  p  Tii:2rNT; 
vgl.  Syr.  zu  11.6.  —  srotvaYojv]  vgl.  17,26.  Lat.  praem.  et.  — 
Syr.  für  e  und  f:  und  über  den  der  umkehrt  von  der  Furcht 
Gottes;    der  tut  Frevel  iüh)v),    übergib    (vgl.  zu  2,  1)    ihn    dem 


Öir.  26,  28—27,  3.  241 

Tage    des  Mordens    (vgl.  Jer.  12,3).     In  e  stand   danach  wohl: 
b)v  ni^'^T  npi)if2  2\i*;  vgl.  Ez.  3, 10  u.  ö. 

29.  Lat.  praem.  duae  species  difficiles  et  periculosae  mihi 
apparuerunt.  —  ji-oXicj  Syr.  mit  grosser  Schwierigkeit  (sn3"i  xnrii'pi); 
vgl.  pmn  3ö,  7  und  sonst  21,  20.  29,  6.  —  s^^Xsixai]  ist  (gegen  den 
gewöhnlichen  Sprachgebrauch)  passivisch  gemeint  (vgl.  36,  1  und 
zu  51,  12).  Syr.  x::cno,  er  wird  gerettet  (oder  entgeht).  —  d-h 
TrXrjtxji-sXst'ot;  (70  «[xctprt'ot?)]  Syr.  von  Sünden  (aus  b),  Toi.  a  men- 
dacii  crimine,  DS  a  mendacio.  Syr.  add. :  sondern  in  diesem  und 
jenem  strauchelt  er  (Spnne).  —  Zv/MOibr^azxai]  Syr.  piTO.  —  drJj 
otii-apttac]  Lat.  a  peccatis  (labiorum).  —  Syr.  hat  für  sfxTcopoc  «un, 
für  xaTryjXo^  K^OT.  Es  stand  hier  wolil  IJD  (42,  5)  und  imo  (37,  11). 
—  Vgl.  Talm.  Erub.  55  b:  cnjn3  sSi  cnnD3  ah  mm  «i:an  ah  und 
zu  38,  24. 

27,1.  yd[Av  dotct'foporj  (zu  7,18)]  Lat  propter  inopiam; 
Syr.  umschreibt:  weil  nicht  war  (ist)  in  ihnen  Furcht  (=  Re- 
ligion). —  0  Cr^Twv  7rXr|i)uvai]  Syr.  wer  begehrt  (X2i:)  viel  zu  machen 
Sünden.  Vgl.  r\)2^rh  |*k  U,  10.  —  dizoaxp^Bi  ocpöaXixov  (248  70 
Lat.  add.  auroD)]  Syr.  er  wendet  ab  (xerra)  seine  Augen.  Es  stand 
da  wohl  V'j'v  c^'jyo  wie  Prv.  28,  27 ;  vgl.  LXX  zu  Prv.  1.  1.  und 
Pesch.  zu  Jes.  1,  15.  Wer  seine  Augen  abwendet,  ist  unbarm- 
herzig, nl.  gegen  die  Armen  (4,  4.  5.  14,  8),  denen  gegenüber  die 
Gewinnsucht  des  Krämers  besonders  sündlich  ist. 

2.  Lat.  praem.  sicut,  und  vor  b  sie.  —  ava  [j,saoy  dcpjxÄv 
(Syroh.:  Sing.,  Lat.  compaginis)  Xtficov  (248  253  70  k  S«*  XiÖiWv)] 
nach  dem  augenscheinlich  genau  übersetzenden  Syr.  stand  da 
nPi'?5nS  \^^  fs.  —  TraYT^astai]  Syr.  er  dringt  ein  (K^«y);  vgl.  zu 
14,  24.  —  rrpctas«)?  xcd  ct-j'Cipota'xou]  Syr.  wohl  besser:  Käufer  und 
Verkäufer.  —  auv-pißr^asrai  (55  add.  iraaa)  ajxapxia]  ist  falsch. 
Lat.  (Dubl.):  angustiabitur  peccatum  (al.  peccatis),  conteretur 
(cum  deliuquente)  delictum.  Danach  emendiert  Fritzsche  auvöX'.- 
ß7)a£Tat  (vgl.  34,  14  und  16,  28,  wo  Lat.  angustiabit  für  (£e)£&Xi4/£). 
Das  könnte  auf  ein  "iliif  {=^  ist  eingezwängt)  zurückgehen.  Syr. 
NiTisn  pcpnna,  das  heisst  wohl  nicht:  es  sind  stark  die  Sünden, 
sondern  (von  ?]pj):  es  haften  die  Sünden  (Nestle). 

3.  iav  iJLTj  '/paxr^aifj]  ist  beziehungslos,  auch  wenn  man  v.  2 
dem  Syr.    folgt.    70  add.   6  xifjLiouXxwv    (vgl.    Field,    Hexapla    zu 

Smend,  Sirach-Kommentar.  16 


242  Sir.  24,  1—27,  3.     27,  4—29,  28. 

Prv.  11,2.6).  Lat.  si  non  teuueris  (te).  Vgl.  dazu  .Syr. ;  mein 
Sohn,  Aveim  du  die  Gottesfurcht  ühertrittst  {'75?  i^yn)  ein  wenig 
ih^hp),  so  wirst  du  viele  Zeit  Mangel  haben  (lonn  =  icn:  Din?). 
Man  Avjrd  danach  die  2.  Pers.  annehmen  müssen,  und  wird  Lat. 
mit  domus  tua  gegen  auToo  0  oTxo;  im  RecJit  sein.  Dass  im  Syr. 
dem  letzteren  nichts  entspricht,  hängt  wolil  mit  dem  Ausfall  von 
V,  4  zusammen.  —  h]  ist  auffällig,  auch  wenn  man  2  p'inn  (vgl. 
6,  27)  voraussetzt.  Der  Uebersetzer  verbindet  sonst  /.rjci-ii»  mit 
dem  Genitiv  wie  LXX.  Indessen  könnte  er  mechanisch  sv  gesetzt 
haben,  um  den  doppelten  Genitiv  'foßou  -/upiou  zu  vermeiden; 
und  Syr.  di'ückt  denselben  Sinn  aus.  Allerdings  ist  der  so  sich 
ergebende  Gedanke  etwas  unbestimmt.  Man  könnte  deshalb 
erklären  wollen:  wenn  du  nicht  in  der  Gottesfurcht  stark  (vgl. 
1  Ezr.  4,38),  d.  h.  reich  wirst.  Vgl.  z.  B.  n3J  Job.  21,7,  sowie 
'^  rsTn  Prv.  15,  16.  —  xa-a  c-o-jo/;/]  ist  mir  zu  erklären,  wenn 
man  es  zum  Nachsatz  zieht  (vgl.  mna  hp  u.  dgl.). 


XL    27,4—29,28. 

Die  Sinnesart  der  Menschen  wird  durch  Erprobung  erkannt 
(27,4 — 7  =  3.  1),  ihr  Schicksal  bestimmt  sich  nach  ihrem  Ver- 
halten zur  Religion  (v.  8 — 10  =:  3).  Uebrigens  ist  es  leicht, 
guten  und    schlechten  Umgang   zu   unterscheiden  (v.  11 — 15  = 

2.  3).  Die  Rede  ergeht  sich  in  Warnungen  vor  dem  Verrat  von 
Geheimnissen  (v.  16^ — 21  =  2.  3.  1)  und  vor  dem  Umgang  mit 
falschen  Freunden,  die  dem  Nächsten  nachstellen  (v.  22 — 29  = 

3.  1.  I  3.  2),  aber  auch  vor  Unversöhnlichkeit  (27,  30 — 28,  7  = 
3.  3.  2)  und  vor  Einmischung  in  fremden  Streit  (v.  8 — 12  = 
2.  2.  2).  Heillos  ist  die  dritte  Zunge,  die  Unfrieden  zwischen 
den  Leuten  stiftet  [(v,  13 — 16  =  1.  2.  2),  sie  ist  überhaupt  der 
sclüimmste  Feind  (v.  17 — 23  =  2.  2.  2.  3).  Sichern  kann  man 
sich  vor  ihr  nur  dadurch,  dass  man  mit  seinen  eigenen  Worten 
vorsichtig  ist  (v.  24 — 26  =  2.  1),  Hieran  schliessen  sich  längere 
Ausführungen  über  Leihen  (29,  1—13  =  3.  3.  3.  1.  |  3.  3)  und 
Bürgen  (v.  14 — 20  =^  3.  2.  2)  sowie  über  die  Annahme  von 
Gastlichkeit  (v.  21—28  =  1.  3.  3.  1). 

27, 4.  Syr.  om.  —  Lat.  praem.  sicut.  —  iv  asisaan  (ABS 
ar,a|j.cc:i,  253  atr^a^-i)]  vgl.  ^"'in  Am,  9,  9.  —  xoa/tvou]  gemeint  ist 


Sir.  27,4-5.  243 

das  Riemensieb  und  zwar  das  heut  zu  Tage  kirbäl-el-kaniahi 
(vgl.  aram.  syr.  x^2"ij;,  i^hiiii,  arab.  i3Ljri)  genannte,  mit  dem  das 
ausgedroscheue  und  bereits  geworfelte  Getreide  zum  ersten 
Male  gesiebt  wird.  Da  bleibt  der  Schmutz  (xoTrp-'a,  vgl.  ncx  Mal. 
3,  21  und  Job.  2,  8  LXX)  im  Siebe  zurück,  während  das  Korn 
durchfällt  (ZDPV  91,  2).  Anders  die  mn:  Am.  9,  8.  —  axoßaXa] 
248  70  öxuXa  (=  Hülsen),  Lat.  falsch  erklärend:  aporia.  Es 
stand  wohl  ein  Wort  wie  |*!2,  h:h:  oder  dgl.  da.  Gemeint  ist 
die  moralische  Schlechtigkeit.  —  sv  XoYiajxu  (253  70  sv  oiaXo^ia- 
;jL(o)  auToü]  vgl.  V.  7.  Cime  Zweifel  stand  da  "i^^au^nn  (vgl.  auch 
zu  9, 15),  wofür  der  Abwechslung  halber  v.  5  ev  SiotXoytcjii.«  (S  ''^ 
A  55  155  XoYicr<i.(o)  ol'j-oo,  v.  6  Xo^oc  (248  70  Syroh.  253  23  Xoyiajxoc), 
ebenso  42,  3  X070;  gesetzt  ist.  Syr.  hat  v.  5.  6  ebenfalls  wnii'in. 
Das  Wort  bedeutet  aber  v.  4 — 7  nicht  die  Ueberlegung,  das 
Nachdenken  des  Mannes,  sondern  etwas,  das  mit  ihm  vorgenommen 
wird,  das  wie  das  Sieben  beim  Getreide  und  das  Brennen  beim 
Töpfergeschirr  seine  Erprobung  ist.  Im  Aram.  und  Syr.  bedeutet 
]2U^)n  die  Rechnung,  hier  und  42,  3  ist  es  s.  v.  a.  Durchrechnung, 
Ausforschung;  vgl,  arab,  ^^Z.:^s  den  Zustand  und  die  Lage 
Jemandes  genau  erforschen. 

5.  Hebräisch  finden  sich  v.  5.  6  in  Cod.  A  hinter  6,  22.  — 
Cod.  254  om.  v.  5,  106  stellt  v.  5  hinter  v.  6.  - —  Syr.  für  a: 
wie  viel  Rauch  oberhalb  (p  '7j?S  =  hv^h?)  des  Feuers  (kiij,  lies 
wie  38,  28  vgl.  34,  26  NT.:  =  |'^dd).  Am  Anfang  las  er  wohl 
■inr  fti^j?-,  das  aus  li'r  nu^VQ  (vgl.  ti»aiS  nit*Vö  34,  26)  =  Variante 
zu  ni:r  "»Sd  (=  a/sSoc  xspotjxstoc)  verderbt  war.  —  155  "'^  praem. 
WC.  —  |t:o:  nj;a^J  vgl.  zu  38,30.  Dagegen  Gr.  Soxitj-aCsi  (A -[xass'.) 
xctfjLivoc;  vgl.  34,  26.  2,  5.  '2  nyzS  heisst  entweder  „gemäss  der 
Heizung  des  Ofens"  —  und  das  passt  nicht  —  oder  ..für  die 
Heizung  des  Ofens'"  —  und  das  wäre  ein  sehr  ungeschickter 
Ausdruck.  Nun  hat  Gr.  für  b  offenbar  richtig:  xal  Tzsipaatj-o? 
dvöptuTTou  £v  oiocXoYiaixm  ctutoD.  Er  las  wohl  jT'DJl  (vgl.  4,  17)  oder 
nun),  wogegen  inö2l  (=  Syr.)  unerträglich  hart  erscheint.  Dann 
ergibt  sich:  die  Erprobung  des  Menschen  geschieht  auf  Grund 
seiner  Ausforschung.  Hiernach  ist  dann  aber  "^v^h,  das  vielleiclit 
aus  38,  30  eindrang,  in  inn'?  (=  Soxiij-aCsi)  zu  ändern,  was  ich 
übersetze:  „er  muss  prüfen".  Vgl.  "jWna  Jes.  48;  10,  li"in2K 
oben  4,  17,    ]n)2  34,  26.     Lat.    nach    abgewandelter  griechischer 

16* 


244  Sir.  27,4—29,28. 

Vorlage:  et  homioes  justos  (sc.  probat)  tentatio  tribulationis 
(vgl.  2,  5).  Syr.  denkt  bei  'i)2\:fn  an  die  Ueberlegung  und  danacli 
frei:  so  die  Reden  («iTV'lti')  der  Menschen  über  (Sy)  der  Ueber- 
legung. 

6.  """iD  stellt  metonymisch  für  das  Kosten  der  Frucht,  und 
für  M^  (derselbe  Fehler  11,  27)  ist  nach  Gr.  ixccatvsi  (55  254 
h/^yytX)  mn''  ZU  lesen;  vgl.  zu  24,  32.  —  miy  ist  die  Art,  in  der 
der  Baum  seine  Frucht  produziert,  wie  IT,  das  an  i^V  v.  5  an- 
klingen soll,  die  Denkweise  und  Sinnesart  des  Menschen  (s.  z. 
17,  30.  31.  15,  14).  Gr.  für  a  unrichtig:  -,'-^p7iov  $6Xou  ^x'fat'vst 
rj  v.a.p-h:  7.'j-o5,  Lat.  schlecht:  sicut  rusticatio  de  ligno  ostendit 
fructum  illius,  Syr.  nicht  besser:  wie  die  Zucht  (KJnSlc)  des 
Baimies  macht  Früchte  (w  Maus.  Mas.  I:  seine  Früchte).  —  Gr. 
verband  in  b:  oG'k«;  X^yo;  (s.  z.  v.  4)  svi>üix7;;xa-o;  (Grotius  sv- 
i)'jjjLr^;jLaT7.,  Aeth.  svöujjLr^ijLOt)  xotpoia;  (A  x^f^oia,  248  sv  xotpota,  Syroh. 
23  Sah.  xoLpo>yjy)  wöfywTiou.  Die  Emendation  des  Grotius  war 
richtig;  y.y.rjrÄy.:  ist  Zutat  des  Uebersetzers  oder  eines  Späteren. 
Lat.  sie  verbum  ex  cogitatu  (Toi.  Sang.  Aug.  spec.  Cod.  P^  ex- 
cogitatum)  cordis  hominis  (Toi.  Aug.  spec.  P^  hominis  cor).  ■ — 
Syr.  wörtlich:  so  ihre  (d.  h.  der  Menschen)  Ueberlegung  über 
den  Gedanken  (|inn''yin)  der  Menschensöhne.  —  inx  könnte  viel- 
leicht =  Jemand  sein,  aber  wegen  |*j?  ist  mit  Gr.  Syr.  mx  an- 
zunehmen.    Vgl.  Matth.  7,  16  ff. 

7.  Syr.  om.  (Homoiotel.).  —  irpo  W(i3[ioo]  Lat.  ante  sermonem 
=  irpo  Koyj'j  (vgl.  zu  v.  4).  Aber  jedenfalls  stand  da  pstf^n  "'izh. 
—  23  k  avüpcu-ou. 

8.  TG  oi'xatovj  in  LXX  für  pi^,  npi^t  (z.  B.  Dt.  16,  20. 
Jes.  5,23)  und  acit^a  (Prv.  29,26),  das  Adjectivum  ot'xaio;  freilich 
auch  für  ncK  (z.  B.  Zach.  7,  9),  und  Syr.  hat  hier  wie  v.  9 
xniy'p  (doch  s.  d.).  —  sav  oia)xr,c]  Syr.  wenn  du  suchst  (sj?2n). 
Zu  vermuten  ist  u>p2D;  vgl.  zu  11,10  und  Soph.  2,3.  —  Y.ciTakrfyr^ 
(248  (70)  Lat.  add.  auxo)]  Syr.  du  Avirst  sie  finden.  Zu  vermuten 
ist  Si-an;  vgl.  zu  11,  10.  —  Zu  b  vgl.  6,  29.  31.  Vermutlich  ist 
7:oo-/)pr^  (Syr.  unbestimmt  snm)  =  h^v^^i;  vgl.  45,  8  und  den  h^va 
npni:  Jes.  61,  10  sowie  Job.  29,  14.  —  Lat.  i.  f.  add.  et  inhabi- 
tabis  cum  ea  et  proteget  te  in  sempiternum  et  in  die  agnitionis 
invenies   firmamentum. 


Sir.  27,  6—13.  245 

9.  Der  erste  Stichus  ist  in  einem  talmudischen  und  rab- 
tinischen  Zitat  mit  13,  15b  verquickt.^  r^ij;]  Gr.  -s—'.vv',  Anton. 
234  TTcTcivov,  Syr.  die  Vögel  des  Himmels.  —  iro'r]  Gr.  •äp.o;  -h 
oixo'.a  a-koi?,  Syr.  zu  (m'?)  seinem  Geschlecht;  vgl.  zu  13,  15  f.  — 
prvi^"']  Gr.  xa-aXo^s'.  (14/25),  al.  xaTaÄ-js'.,  Lat.  conveniunt.  Syr.  «:•>:'. 
—  rik■'r^^v.v.\  Svr.  NTiJ'ip.  Nach  aller  Wahrscheinlichkeit  stand  hier 
dasselbe  Wort  wie  v.  8  für  zh  oi/cc.ov.  Für  r'^'Vi  oder  pii',  dem 
auch  4,  28  aXr^ös'.a  und  Nnsi>ip  gegenüberstehen  (s.  d.).  spricht 
ausser  dem  Bilde  in  8  b  auch  der  Gegensatz  von  ^j.^yirj-J.'j.  v.  10. 
pnj:  ist  Frömmigkeit  und  Rechtfertigung  zugleich  wie  äjicto-r-'a 
Sünde  und  Strafe.  Vielleicht  hat  Gr.  deshalb  £-avr];£'.  gesetzt, 
wofür  Syr.  einfach:    sie  geht. 

10.  i)-/;pav  (B  155  »l'jpav  nach  Gen.  4,7)]  Syr.  S"i2n^,  beides 
wohl  =  rpaS.  —  v.tjL'zfiTia'.]  ausser  B  (254  2^6  308  k)  alle  (auch 
Max.  868)  richtig  aa7[>-''ot,  Syr.  s'^'y.  —  svsope'jsi]  Lat.  add.  semper, 
vielleicht  =  o-a  -avTo?  v.  11  (Herkenne).  —  </o'.x7.]  253  23  70 
S '^'^  7.oix''av,  248  xax''7.v,  Lat.  iniquitatem,  Syr.  sncrr.  —  Vgl.  21,2. 

11.  oir^Y'l^-']  ^^yi*-  ^^HTi!^;  vgl.  zu  6,  35.  —  soaSjVjoc]  A  :?o'foo, 
Syr.  der  Weisen.  —  ao'f''7.J  248  70  Anton.  913  Lat.  Syr.  h  ao'^ia 
(vgl.  aber  22, 6).^ — Ant.  913  füra:  7'yi)[>oj-o?  s'j33^!lr,c  iv  ao-f'a  asve-. 
(üc  0  r^X'.o?  =  Lat.  homo  sanctus  in  sapientia  manet  sicut  sol. 
August,  ep.  55  (ed.  Goldbacher  p.  177):  sapiens  sicut  sol  permanet. 
Man  hat  dahinter  eine  hebräische  Variante  (nsnr  :  ni2:n)  gesucht. 
Auf  alle  Fälle  liegt  aber  wohl  ein  Zusatz  vor  (Grotius).  — 
ctUoioo-7'.]  Syr.  Ti^nnii^c;  vgl.  mnii^n  43,8.  —  Vgl.  zum  Sinn  5,  10. 
—  Syr.  stellt  v.  11  hinter  v.  12. 

12.  Syr.  zwischen  den  Toren  ist  abzuwarten  (Inf.  mit  V) 
die  Zeit  und  zwischen  den  Weisen  ist  zu  reden  immerfort.  Also 
ist  £'c  (vgl.  auch  12,  3)  ascjov  beide  Male  =  p.  —  aovTrjO-zj^ov 
x7'f>ovJ  Lat.  serva  verbum  tempori;  vgl.  zu  4,  20. —  o'-ctvoo-jasW/] 
etwa  =  D'':';2J,  Syr.  KCrn.  —  ivos/i/tCs]  Syr.:  ist  zu  reden 
immerdar.  Es  stand  wohl  da  T'sn  nncnS.  Syr.  verstand  das 
Verbum  falsch:  vgl.  42,  12  und  zu  9,  4.  8,  17.  7,  14. 

13.  «xojpojvj  Lat.  peccantium,  aber  Syr.  wie  Gr.  —  -oo- 
a6/0ia}xa]  Lat.  odiosa  (sc.  narratio),  Syr.  verhasst.  Es  stand  da 
wohl  n3j?in;  vgl.  z.  B.  2  Chr.  34,  33  Posch.  —  iv  (S  w?)  :i-a-A'K-r^ 
(21, 15)  aaotoTi'v.c]  Lat.  schlecht:  in  deliciis  (Sang.  Corb.  1  Theoder. 


246  Sir.  27,4—29,  2S. 

delictis)  peccati.     Syr.  nur:  Uebermut  (smmis  vgl.  zu  15,  8);    iv 
kann  Zutat  sein  (vgl.  zu  21,  6). 

14.  Ä7./.ia  TToXuopxou  (Syroh.  70  -oXuop/ojv,  vgl.  zu  23,  11)  J 
Lat.  l()(iuela  multum  jurans  (DS  jurantis),  Syr,  der  Schwur 
(snnmo,  lies  xnaw)  des  Gottlosen.  —  Ausser  B  (248  253  23  S) 
alle:  avopDojast;  vgl.  -isp  Job.  4,  15.  —  -/;  aa/-/;  7.ijxa)v  (307  Sah. 
a-jTO'j)]  Lat.  irreverentia  ipsius.  —  ijxcprya-'aoc  oniojv]  heisst  na- 
türlich: ihr  Zanken  ist  etwas,  vor  dem  man  sich  die  Ohren 
zuhält;  vgl.  132»  D^3E  inDö:  Jes.  53,  3.  —  Syr.  hat  für  14b  15 
schlecht :  imd  w^er  Blut  vergiesst,  hört  auf  die  Worte  der  Frevler. 
Zwischen  den  Gottlosen  sitze  nicht  und  Avenn  sie  lachen,  ver- 
stopfe deine  Ohren. 

15.  i'x/'jitc  rmyj-rjz  (vgl.  zu  22,  24)]  d.h.  nicht:  der  Wort- 
streit führt  zu  Blutvergiessen,  sondern:  ihr  Wortstreit  ist  so 
schlimm  wie  Blutvergiessen.  Schlecht  hat  Lat.  in  rixa  für  ixa/r,. 
—  oi7.Xoioop-/j3icJ  vgl.  zu  V.  21.  22,24.  —  [xo/{>-/]paJ  23  S"^  -ov/jpa. 

16.  Vgl.  zu  22,  22.  —  ly-MLzm  r.hzv/]  Syr.  er  verdirbt 
(n2W)  seine  Treue  (ebenso  29,14:  er  verdirbt  die  Scham).  Jeden- 
falls ist  die  Treue  des  Umträgers  gemeint;  vgl.  mMf  Ez.  28,  17. 
Am.  1,  11,  aber  auch  mpn  n3«  41,  2  =:  Gr.  'iTjj)Mi\zyJm  uTtoixovr;/. 
Uebrigens  werden  die  Uebersetzer  Subjekt  und  Prädikat  nicht 
verwechselt  haben.  —  syp-zr/J  Syr.  add.  für  sich.  —  -po;  tv;v  'Vj/7,v 
a-jTO'j]  Syr.:  wie  seine  Seele  (d.  h.  wie  er  ihn  sich  wünscht); 
vgl.  Dt.  13,  7,  Hebr.  zu  37,  2,  Gr.  7,  26  sowie  37,  12,  und  betr. 

Trpo;    :i:=    2    ZU    25,    19. 

17.  3Tsp;ov]  ist  augenscheinlich  falsch.  106  azeva^ov,  Syroh. 
-nti^  =  arr^picov  oder  aTspitortov  (29,  3).  Aeth.  beobachte,  oder: 
rette.  Syr.:  erprobe  («dj).  Man  erwartet  aber:  Bewahre  das 
Geheimnis  deines  Freundes.  Man  könnte  an  ats^ov  (vgl.  8,  17) 
und  '73;  ,102  (Dt.  13,  9)  denken.  —  Uebrigens  hat  Syr.:  Erprobe 
deinen  Gefährten  ("["lan  s.  z.  37,  6,  Lat.  proximum)  und  vertraue 
(=  pxn  als  Hifil  statt  als  Nifal)  auf  ihn,  wenn  er  aber  enthüllt 
(Partizip)  das  Geheimnis  der  Treue,  so  gehe  nicht  hinter  ihm 
her.  Gegen  Syr.  entscheidet,  dass  er  v.  18  wie  Gr.  den  Ver- 
räter angeredet  sein  lässt.  Wegen  v.  16  und  29,  3  wird  Syr. 
auch  im  Unrecht  sein  gegenüber  dem  7:i5xoj&-/jti  ;x£x  aytoy;  vgl. 
Ps.  78^  8. 


Sir.  27,  14—22.  2  17 

18.  7.-a)Ä33sv  avi>p(oTTo;]  Lat.  homo  qui  i)erdit,  Syr.  ein 
Mann,  der  zu  Grunde  gerichtet  hat.  —  i/fipov  aoro-jj  Lat.  amicum 
(1.  inimicLim)  suum,  Syr.  seinen  Anteil  (nnj'2).  »Schon  Böttcher 
emendierte  richtig  xXr^pov.  Gemeint  ist  das  Erbteil  oder  das 
Vermögen.  —  d-Mlzaa;]  248  70  Syroh.  253  23  S'-  296  308 
d-a)Xc3£v,  Lat.  qui  perdit.  —  r>,v  cii/aav  too  7r/,-/;5''ov]  248  tov  -ätj^-'ov 
auToO,  Lat.  amicitiam  proximi  sui,  Syr.  die  Liebe  deines  Freundes. 

19.  248  70  307  d-ohjisa:.  —  Lat.  für  a:  et  sicut  qui  di- 
mittit  avem  de  manu  sua.  —  -ov  -lr^:sw]  296  Lat.  add.  soo.  — 
OL)  flr^ps'jssicj  k  C  155  o'j/  z(j[jr^at>.:.  —  Syr.  verkürzend:  und  wie 
einen  Vogel  hast  du  ihn  aus  deiner  Hand  fliegen  lassen  und 
wirst  ihn  nicht  erjagen. 

20.  253  Lat.  (z-cSti;  vgl.  aber  13,  10.  —  Syr.  om.  a7.y.p7v 
a-sc3Tr^  xai(Lat.  enim).  —  ■kol'c'oo;  (155  -aY-'oojv,  S'^''  [irjöyor/)]  Syr. 
add.  und  wie  ein  Vogel  aus  der  Schlinge.  Lat.  add.  quoniam 
vulnerata  est  anima  eins  {=  v.  21  init.).  —  Vgl.  Prv.  6,  5. 

21.  OT».  -rpa-jav.  hvy  /sj-vst-r^-yjx  (30,  7)]  Lat.  ultra  eum  non 
(1.  vuluera  enim?)  poteris  colligare,  Syr.  denn  für  die  Wunde  gibt 
es  eine  Binde  («217  vgl.  neuhebr.  niyiinn).  —  Äoioop-'ac]  Syr.  für 
den  Streit  (xnä'.^).  Also  ist  Xoioopt'a  hier  für  ;''"'i  oder  dgl.  gesetzt; 
vgl.  zu  22,  24  und  zu  29,  6,  und  übrigens  zu  22,  22.  —  S  C  307 
155  308  [jL'jciTr^p'.ov.  —  a-T-z-tasv  (22,  19)]  248  aTrojXsss  tt-'^xiv  (Kor- 
rektur).—  Lat.  für  b:  denudare  autem  amici  mysteria  desperatio 
est  (animae  infelicis),  Syr.  aber  zu  verraten  ein  Geheimnis  ist 
Verzweiflung  (in  «izc  ^z^).    Vielleicht  stand  da  mpn  irs  (41,  2). 

22.  A  307  praem.  -/.oL  —  oiavi-jojv  (A  Iws'jojv)  ocpfia/jAcr 
(k  o'fÖotXjxoi?)]  vgl.  p;  xy  Prv.  6,  13.  10,  10.  Ps.  35, 19  und  ni7 
rrv  Prv.  16,  30.  Syr.  wessen  Auge  hoch  ist  («an,  1.  •■'21  =  Gr.). 
—  -öXTotivsi  (S^^  55  254  TsxtaivsTat)  X7.x7:  (248  253  23  70  -ovr^.oa)] 
vgl.  yn  li^-in  Prv.  3,  29.  6,  14  und  zu  7,  12,  sowie  11,  33.  Syr.  es 
wird  sein  sein  Bruch  (mzn).  Aber  dabei  lässt  Syr.  b  und  v.  23 
aus;  also  ist  min  vielleicht  =  axavoctXov.  —  aoxov]  ausser  248 
70  Syroh.  (253  23  S)  B  aUe:  otuta.  —  oc-kou]  A  aoTÄv.  —  Lat. 
für  b:  et  nemo  eum  abjiciet.  Aber  248  70:  xal  ö  siow?  aÖTov 
7-oaT-/)as7oti  7.-'  auTO'j.  Das  wäre  unter  der  Voraussetzung  an- 
nehmbar, dass  Gr.  ynv  it^"«  (vgl.  40,  29)  durch  Zusatz  von  oJj-M 
verdreht  hätte.    Vgl.  sonst  36,  25. 


248  Sir-  27,  4—29,  28. 

23.  Syr.  om.  —  -('Xuxczverj  vgl.  12.  16.  —  lo  atojia  ao-jj 
ausser  B  254  155  308)  alle  (auch  Lat.  Aeth.)  richtig  t.  cit.  auToo. 
Es  stand    da  wohl  rncir    (Ben  .Seeb);    vgl.  12,16.    Prv.  16,21. 

—  irJ]  307  ctTio.  —  £xOau|xo(a£i]  vgl.  den  Fehler  nenon''  12,  16.  — 
6iaaTp£'{^£i  -0  aioixa  auxoij]  vgl.  DTCU'  ^pv  Prv.  12,  1.  —  axotvSotXovJ 
vgl.  zu  11,31  und  übrigens  7,6. 

24.  («ij-oiojcra  auTto]  d.  h.  ich  mache  es  ilim  gleich  in  meinem 
Mass.     Syr.:  wie  ihn;  vgl.  zu  25,  11.  —  xai  2°J  Syr.   und  auch. 

—  llla■f^a^t.  autov]  Syr.  hasst  ihn  und  verflucht  ihn.  Ohne  diesen 
Zusatz  erscheint  der  zweite  Stichus  zu  matt  und  zu  kurz. 

25.  £t?  u'|/ocJ  drückt  Syr.  nicht  aus,  es  ist  schlechte  Zutat 
des  Uebersetzers.  —  i-\  x£cpaXyiv  otüxou  ßaXA£i]  super  caput  eins 
(DS  in  ipsiim)  cadet,  Syr.  auf  ihn  kehrt  er  zurück.  Das  Letztere 
scheint  genauere  Uebersetzung  zu  sein;  vgl.  Prv.  26,27.^ — "^T'i 
ooXi'a]  Syr.  wer  schlägt  im  Verborgenen  (siron  «nöT  =  inD2  nDa) ; 
d.  b.  der  Verleumder  (s.  z.  22,22).  —  Lat.  für  b:  et  plaga  do- 
lusa  (Sang.  DS  om.)  dolosi  dividet  vulnera.  Gr.  meint  mit  oi£).£r 
Tp7.'j[xa-a  wohl:  er  teilt  die  Wunden  mit  dem  von  ihm  Verwun- 
deten. Vgl.  oiaip-zjai;  xXrjpo'j  14,  15.  Aber  der  Verleumdete  muss 
unverletzt  bleiben.  LXX  setzt  oiaiptiv  und  o'.atp£Qii?  auch  für 
'^'mn  und  nSm.  Danach  möchte  ich  vermuten:  in:o  n'^m  =  dessen 
eigene  Wunde  ist  unheilbar.  Syr.  hat  in  freier  Uebersetzung: 
dem  Verderben  wird  er  gegeben. 

26.  0  op'jcjatov  ßoOpoy]  Syr.  s::oi:  tcm;  vgl.  pi:  'zn  Koh. 
10,  8  und  sonst  Prv.  26,  27.  Ps.  7,  16.  —  £t?  ao-ov  £|X7r£3£i'xai] 
Syr.  mit  seiner  Länge  (nnaip2)  wird  er  sie  (sc.  die  Grube)  füllen. 
Letzteres  wird  man  vorziehen  müssen,  obw^ohl  Gr.  mit  Koh.  10,  8 
stimmt.  —  Lat.  add.  et  qui  statuit  lapidem  proximo,  oifendet  in 
eo.  —  akwasTai  (23  dr.oKziT'xi)]  Lat.  peribit.  S}t.  er  wird  ge- 
fangen (nnnni). 

27.  6  ^Toiöiv  Tiovr^fjd]  Lat.  facienti  nequissimum  (consilium), 
Syr.  wer  böses  schmiedet  {hufn).  Es  stand  da  wohl  ^in  (vgl.  zu 
V.  22  und  Prv.  ß,  14  Pesch.),  das  Gr.  falsch  übersetzte.  —  d: 
(248  It:',  Lat.  super)  au-ov  (ausser  248  23  BS*  alle:  auxd) 
y.u}da^a^-.al  (106  157  55  254  tiy.ulia'x\r,aBTOii;  vgl.  zu  37,3)]  Syr. 
auf  (oder  durch,  3)  es  (sc.  das  Böse)  fällt  er.  Er  hat  13  falsch 
bezogen.  —  Am  Schluss  wiederholt  Syr.:  das  Böse. 


Sir.  27,  23—28,  1.  249 

28.  Syr.  om.  —  Von  zwei  Nominativen  (=  iimar^ixb;  -ml 
ovsiotatjioc)  konnte  im  Hebräischen  ein  Genetiv  (=  uTrspr^cpotvojv) 
nicht  abhängen.  307  liest  G-spr/^avo),  wozu  aozov  (307  auKjj) 
stimmt,  dagegen  lesen  248  23  70  hierliii*  auiou?  (k  aoiotc).  Aber 
uTCspr/javci)  erscheint  nach  v.  29  a  als  Korrektur,  der  Urtext  redete 
allerdings  von  dem  Hohn  und  Spott,  der  die  Gottlosen  trifft, 
wenn  sie  in  ihrer  eigenen  Falle  gefangen  werden.  Vielleicht 
ist  aber  uirspy/favwv  schlechte  Uebersetzuug  von  d'KJ^  oder  dgl. ; 
vgl.  zu  29a.  —  Zu  b  vgl.  v.  10. 

29.  TTTCüGci  (vgl.  19,  5)]  248  praem.  iv  (vgl.  14,  5),  70  296 
308  praem.  im  (vgl,  16,  1).  —  Der  erste  Stichus  ist  in  Gr.  zu 
lang,  um  als  wörtliche  Uebersetzung  gelten  zu  können.  Syr.  hat 
dafür:  Schlingen  und  Netze,  diese  sind  (yhn)  für  die,  die  mit 
ihnen  bekannt  sind  (j^iTyn^S  vgl.  zu  18,  28,  dag.  Ambr.  pTiiiy^ 
=  die  sie  machen).  Vgl.  j;ir  mit  nen'jo  47,  5,  mit  MJ  Am.  5,  16 
und  Aehnliches.  Syr.  scheint  allerdings  den  Ausdruck  verkürzt 
zu  haben,  Gr.  verstand  ihn  falsch  in  Konsequenz  seines  Miss- 
verständnisses von  28a.  Für  Syr.  spricht  dagegen  die  Gleich- 
förmigkeit mit  dem  zu  vermutenden  Urtext  von  28  a.  —  In  b  könnte 
man  nach  Gr.  nur  erklären:  Jammer  reibt  die  Gottlosen  auf,  so 
dass  sie  eigentlich  schon  tot  sind,  ehe  sie  sterben.  Aber  dann 
müsste  hinter  Tipo  öava-ou  autäiv  ein  Ausdruck  stecken  wie  ca'"  üh2 
(Job.  15,32)  oder  dgl.,  so  dass  der  Sinn  war:  Jammer  reibt  sie 
auf  vor  der  ursprünglich  bestimmten  Zeit  ilires  Todes.  Indessen 
hat  Syr.  für  b:  und  die  (pm  =  |m :  pm)  werden  ihnen  anhaften 
(pSj)  bis  zum  Tage  ihres  Todes.  Das  erscheint  als  ursprünglich. 

30.  [Jir^vic]  Syr.  «nwp.  —  ßosX-jYjxara  (23  70  155  '^oihj'dia)] 
wohl  =  n2j?in;  Syr.  jSOö  (vgl.  Pesch.  Ps.  88,  9).  —  sY/patri?  saxai 
(B*  ?  C  307  Sah.  i'^y.pa.zr^azzai)  ctuxöiv]  vgl.  zu  6,  27.  Das  klingt 
schwach,  aber  vielleicht  hat  Gr.  mit  ajj,apTa)Xoc  einen  stärkeren 
oder  spezielleren  Ausdruck  wiedergegeben.  Syr.  hat  für  b:  und 
der  heimtückische  (wn'?!::)  Mann  verdirbt  seinen  Weg.  Vgl.  z.  B. 
1211  na  nTiW  Gen.  6,  12.  Hinterlist  und  Rachsucht  liegen  nahe 
bei  einander. 

28,  1.  0  (106  praem.  xai)  ixotxÄy]  Syr.  und.  —  Syr.  für  b: 
und  (Ambr.  w  Maus,  weil)  alle  seine  Sünden  in  Bewahrung  be- 
wahrt (jTjDi  naJs)  ihm  sind.  —  oiaa-r^piÄv  oiaar/jpiasi]  248  (106  55 
254)  Lat.  oiar/jpÄy  (55  om.)  ötotr/jpyjast.  Vgl.  lOU^  Ps.  130,  3. 


250  Sir-  27,  4—29,  28. 

2.  248  70  k  om.  sou  1*^.  —  Lat.  für  a:  relinque  proximo 
tiio  nocenti  te.  Syr.:  lass  fahren  (piDlf)  was  in  deinem  Herzen 
ist,  und  darnach  bete,  und  alle  deine  Sünden  werden  dir  ver- 
geben werden.  Also  ist  -mi  tote  Ivr^x^hxrjz  aou  =  hhzr\T\  p3i. 
Dann  gehören  aber  diese  Worte  auch  in  den  ersten  Stichus,  wo 
Gr.  den  Wortlaut  erweitert  hat.  Vgl.  35,  1.  2. 

3.  Syr.  ein  Mensch,  der  (Anibr.  p  u  om.  der)  dem  Menschen 
bewahrt  den  Zorn,  von  Gott  was  bittet  er  Heilung.  —  Die 
Heilung  ist  zunächst  die  Befreiung  von  der  Krankheit  (und  vom 
Leiden  überhaupt  vgl.  Jer.  17,  14),  darin  ist  freilich  die  Sünden- 
vergebung eingeschlossen. 

4.  Syr.  om.  —  248  praem.  y-o.i 

5.  aa'pcj  Syr.  umschreibend:  ein  Mensch  (s.  z.  14,  17). 
Das  Fleisch  ist  sündig  (17,31).  —  oia-r^pii  txyjviv  Syr.  umschreibend: 
er  will  nicht  vergeben.  —  xk  (218  70  296  Ant.  1145  praem.  xot''j 
ecdaacxai  (5,6)]  Syr.  wer  wird  vergeben.  —  Lat.  für  b  (Dubl.): 
et  propitiationem  petit  a  deo  (=  3b?)?  quis  exorabit  (vgl.  z.  B. 
Lat.  3,  3)  pro  delictis  illius? 

6.  10.  lyaxa  (Syroh.  70  Anton.  J 140  add.  aou)]  vgl.  zu 
7,36.  Syr.  falsch  deutend:  an  den  Tod.  Auch  in  b  ist  die 
Erinnerung  an  den  Tod  nicht  auf  die  Vergänglichkeit  des 
Menschen,  sondern  auf  eine  mögliche  Strafe  für  die  Unversöhn- 
lichkeit  zu  beziehen.  —  xotl  7:ctuaai  e/Opa''v(ov]  Syr.  und  tue  ab 
die  Feindschaft  (sm;2i'7j?2  livsi  vgl.  zu  23, 16).  —  xa-acpöopav  xal 
öavaxov]  Syr.  »JiisSl  hr'^h.  —  stxjxcvs  svioXaic]  vgl.  zu  2,  10.  Syr. 
enthalte  dich  ("^Dn«)  vom  Sündigen.  \  Man  möchte  dem  Syr.  folgen, 
weil  durch  die  Erwähnung  des  Gesetzes  in  v.  6  der  Parallelis- 
mus von  V.  6.  7  einigermassen  gestört  wird;  vgl.  aber  Syr. 
zu  37,  12. 

7.  ivToXÄv  (Anton.  1140  sv-oXr,?)]  Syr.  wnpic.  Lat.  timorem 
dei;  vgl.  zu  1,  26.  Es  stand  wohl  der  Singular  .Tiire  da.  —  [xt^ 
\lr^^ÄQ■rfi  (s.  z.  10,6)  -(«  TrXr^stov  (S  Syroh.  (?)  Sah.  Anton.  1145 
add.  tjrju)]  zu  vermuten  ist  nan  nach  Lev.  19,  18,  welche  Stelle 
Sirach  im  Sinne  hat.  Syr.  ungenau:  hasse  deinen  Nächsten 
nicht.  —  -mi  oiaörjX-/)v  u'^taiou]  Lat.  memorare  testamentum  altis- 
simi,  Syr.  vor  (cnp,  1.  D''p  =  Gr.)  Gott.  —  -ot'pios  «Yvototv]  wohl 
=  mriTTli^S  Nt:^;  vgl.  30,  11.  Syr.  schlecht:  gib  ihm  was  ihm 
fehlt.  —  Selbsthülfe   dem  Volksgenossen   gegenüber  galt   schon 


Sir.  28,  2-10.  251 

im  alten  Israel  für  bedenklich  (1  Sam.  25,  26  ff.),  dagegen  wird 
man  hier  an  Mt.  6,  15.  18,  35.  Mc.  11,  15  f.  Jac.  2,  13  erinnert. 
In  Betracht  kommt  für  die  Vergebung  aber  nur  der  Fromme, 
nicht  der  Gottlose.     Vgl.  auch  30,  6. 

8.  9.  dTzr'iG/rju  7.-0  \i.dyrf]  Syr.  «mn  ]ü  pm«;  vgl.  zu  ersterem 
bei  9,  13,  zu  letzterem  Prv.  15,  18.  17,  19  Pesch.  (=  |na,  nitö 
MT).  Der  Sinn  ist:  mische  dich  nicht  in  fremden  Streit.  —  xat 
iXaiTwasi?  ajjLctpxia?  (254  -i'ctv)]  Syr.  vielleicht  besser:  und  es  bleiben 
fern  von  dir  Sünden.  Bei  keinem  Streit  geht  es  ohne  Sünde 
zu,  um  so  mehr  soll  der  Unbeteiligte  ihm  fern  bleiben.  —  Syr. 
der  9a  auslässt,  hat  für  8b  9b:  Nm23iSi?2  sri  nnm  sSiy  tj  ^"^tü. 
sn'x  n^n  «oi.  Er  hat  auch  8, 16  für  Üutxojoy;?  (Hebr.  ?]«  hyz) 
s'Sij;  snsj,  und  v.  10.  11  für  \iÄ/r^  wn  (beides  =  nn  vgl.  6,9). 
Ob  er  bei  cmn  durch  cp-lou?  beeintlusst  ist,  steht  dahin.  Jeden- 
falls ist  ixxauast  nicht  anzufechten;  vgl.  LXX  Ps.  78,38  (Tj?n) 
und  Prv.  26,  21  (3''"!  imn).  Nun  passt  aber  8  b  nicht  zu  8  a,  wohl 
aber  9  a  zu  8  a,  und  9  b  zu  8  b.  Auf  eine  Störung  der  Reihen- 
folge weist  das  Fehlen  von  9  a  im  Syr.  hin,  der  8  b  und  9  b  in 
einen  Satz  zusammenzieht;  ebenso  das  xa-'  des  Gr.  in  9a  (es 
fehlt  in  248  70  Anton.  944).  —  -apa'lsi]  d.  h.  er  reizt  sie  gegen- 
einander auf.  —  stpr^veuovtojy]  vgl.  V.  13.  41,  1.  Syr.  las  vielleicht 
anders.  Dagegen  kann  oi-xpo^v,  falls  nicht  Korrektur  vorliegt 
(Lat.  inimicitiam),  schlechte  Uebersetzung  von  rDüit^  (Gen.  26,  21) 
=  *<n'i3m':j?3  sein.  Man  könnte  freilich  auch  an  nm  «"^fin  denken. 
253  B  C  £xß7:U3i,.  Syroh.  23  106  sxjSocXsr,  (296  308)  sixßaXXsi,  die 
übrigen  (auch  Lat.)  i\i'^a.'kz~.. 

10.  Syr.  für  a  in  schlechter  Umschreibung:  alles,  was  du 
wirfst  ins  Feuer,  brennt.  —  x4.usser  B  (155  296  308)  setzen 
alle  Hss.  mit  dem  Aeth.  und  dem  Syr.  die  Worte  xal  xaxa  ttjv 
axspiojaiv  xr,?  [xa/'/j?  Ixxctui^r^asxai  richtig  hinter  a,  Lat.  läset  die 
Worte  aus,  im  Sah.  fehlen  b  c  d.  Im  Syr.  lauten  die  Worte: 
und  alles  was  (w  Maus.  Mas.  I:  und  wie)  du  viel  machst  im 
Prozess  (Ki'ns),  viel  werden  (Inf.  absol.)  wird  (er)  viel.  —  Hinter 
axspsoiai;  steckt  wohl  r\m^  (vgl.  zu  11,9),  das  Syr.  falsch  ver- 
stand. Gemeint  ist  die  Macht,  über  die  einer  der  Streitenden 
verfügt.  Hinter  [i-ocy/);  setzen  70  k  55  254  oü'xw?,  S  aou  oSxwc, 
248  xö  TTup  hinzu.  Richtig  lesen  248  70  axjlr^SSrflzifxi  (=  Syr.) 
für  ixxaü&riasxott,    das  aus    a  eindrang.  —  xaxa  (S  k  55  254  2S6 


252  S»'-  27,  4—29,  28. 

Lat.  praejn.  xoti)  xyjv  isyuvj  Syr.  wie  die  Ehre  (»nmaiiTi)  der  Hände. 
Es  ist  wohl  zu  lesen  KnwzK'ö  oder  mn2\if;  vgl.  -[t  nrirn  14, 13. 
32,  12.  —  dvilpojTTou]  Lat.  Syr.  add.  sie  (Am.  Sang.  Aug.  Spec. 
om.).  —  xara  xöv  ttXoIjxovJ  Syroh.  70  S  add.  aoioo,  248  add.  toO 
dvi}p(OT.oo.  —  Syr.  hat  für  den  Stichus:  und  wie  die  Menge  seines 
Reichtums  (mid::)  so  ist  hoch  sein  Geist  (nn  =  Zorn).  —  Vgl. 
Prv.  26,  20.  21. 

11.  spi?  xa-asTTsuo'jjxsv/j]  ist  offenbar  falsch.  Syr.  Harz  und 
Pech  (Nrts'j;!  srs:  =  ncn  ""i::),  wonach  Bretschneider  gar  pr^xivr, 
xotl  -1337.  emendieren  wollte.  Es  kommt  aber  hier  nicht  auf  den 
Brennstoff,  sondern  auf  das  schnelle  Anzünden  an,  und  dazu 
passen  Harz  und  Pech  nicht  besonders.  Auch  wird  in  a  wie  in  b 
ein  Nomen  mit  einem  Participium  gestanden  haben,  das  beide 
Mal  dasselbe  war,  wenn  Gr.  es  auch  etwas  verschieden  wieder- 
gibt. Es  stand  da  wohl  nifj,  das  35,  10.  43,  13  vom  Blitz  gebraucht 
wird.  Wahrscheinlich  geht  ipt?  auf  pifj  oder  ein  anderes  Wort 
derselben  Wurzel  (vgl.  aram.  x:::)  zurück,  das  Gr.  mit  njfj  (streiten) 
zusammenbrachte.  Vgl.  11,32,  wo  pr:  in  ähnlichem  Zusammen- 
hang erscheint.  —  Syr.  für  b  schlecht:  und  viele  Prozesse  (wi) 
vergiessen  Blut,  \idyq  wird  auch  hier  =  an  sein;  vgl.  zu  v.  8, 
übrigens  zu  22,  24.  —  Lat.  i.  f.  add.  et  lingua  testiflcans  adducit 
mortem. 

12.  Vajikra  Rabba  cap.  33  init.  wird  aus  Ben  Sira,  da- 
gegen anonym  Jalkut  Levit.  §  460,  Psalm.  §  767,  Job.  §  501 
zitiert:  nn23i  na  ppi  rnvai  na  ncj(i)  rhn:  (1.  i^ioS?)  nzh  nn\n.  —  Syr. 
schlecht:  wenn  du  blasest  in  ein  Feuer  (vgl.  Lat.),  so  brennt  es 
und  wenn  du  spritzest  auf  es  Wasser,  so  erlischt  es,  und  das 
beides  ist  von  dir.  —  307  eji-'f üar]sTr,(c) ;  vgl.  zu  43,4.  —  a7rivi>T,pa] 
248  70  106  k  157  307  A  C  55  254  Sah.  Lat.  praem.  ek.  — 
Ixxotr^aeToti  (248  xar^astai)]  Lat.  quasi  ignis  exardebit.  —  70  om. 
xai  10.  _  ^t:']  307  A  C  254  ek.  —  Sah.  Aeth.  Lat.  om.  aou.  — 
Mit  V.  11.  12  kehrt  der  Verf.  auf  den  Ausgangspunkt  von  v.  8 
zurück.  —  Ein  Vers  von  drei  Stichen  ist  bei  Jesus  Sirach  un- 
erhört. Man  darf  aber  nicht  mit  Bickell  den  letzten  Satz  streichen 
(vgl.  auch  18,  17.  20,  25.  10,  7.  22,  5),  vielmehr  sind  die  beiden 
ersten  Sätze  in  einen  Stichus  zusammenzuziehen.  Vgl.  das 
Asyndeton  in  Cod.  70  und  im  rabbinischen  Zitat.  Sodann  fehlt 
im  Sang.   Theoder.  Corb.  1    und  in  August  spec.    in  scintillam. 


Sir.  28,  11-lS.  253 

Danach    ist  vielleicht  cj-ivÖT^pa    zu  streichen    und  in  b  a-jTr-v  (= 
|j.oi/-/)v)  zu  schreiben.     Es  stand  da  '3  (^  z^^l). 

13.  'V'!)'jf>ov  (5,  14)  y.yl  orcXojacrov  (5,  14)J  SjT.  wenigstens  in 
der  Hauptsache  richtig  für  a:  und  auch  die  dritte  Zunge  (v.  14) 
sei  verflucht.  Es  stand  hier  derselbe  Ausdruck  wie  v.  14,  Gr. 
wollte  durch  seine  Uebersetzung  auf  ihn  vorbereiten. —  zctTapasöat] 
die  infinitivische  (vgl.  zu  25,  Iß)  Aussprache  wechselt  in  den 
Hss.  mit  der  Imperativischen  (xoc-apv.ails).  Beide  könnten  auf 
hebräisches  Original  zurückgehen.  Lat.  maledictus.  —  a-to^vsototv] 
70  106  k  157  307  A  'S  55  155  Aeth.  8ah,  ormuXsasv,  Lat.  turbabit 
(-Vit).  —  Syr.  für  b:  da  sie  viele  Erschlagene  (sSep,  1.  N^'^ap) 
hingeworfen  hat.  Vgl,  Prv.  1,  26  nb^zn  cSSn  cai  '•3,  Ich  ziehe 
das  vor  und  halte  elpr^'nw/-7.:  (vgl.  sonst  v.  9.  41,  1)  für  will- 
kürliche Zutat.     Vgl.  zu  29,  18  und  übrigens  30,  23.  34,  25. 

14.  Von  der  dritten  Zunge  ist  in  den  Targumen  und  in 
der  talmudischen  und  rabbinischen  Literatur  öfter  die  Rede; 
vgl.  die  Wörterbb.  unter  ]\i>^h.  So  heisst  der  Zwischenträger, 
der  zwei  Parteien  verfeindet,  indem  er  ihre  Worte  verdreht 
hinterbringt.  Aus  Unverstand  korrigieren  einzelne  Hss.  hier  und 
V.  15  -p(-T^  in  ois^r^.  —  hdlvjat]  etwa  =  «?'jn  oder  T:n  (LXX). 
Syr.:  sie  hat  in  Gefangenschaft  hinausgeführt  (s.  zu  v.  15).  — 
oisctTr^oisv]  Lat.  dispersit,  Syr,  113.  Vgl  ,Ti,  y^sn  etc.  Die  Kon- 
struktion ist  prägnant.  —  70  55  254  Lat.  om,  /at  2°,  —  Syr. 
für  c:  und  auch  die  geehrten  Männer  der  Städte  hat  sie  aus 
ihren  Häusern  vertrieben.  Hier  scheint  c  mit  15a  verquickt  zu 
sein.  Lat,:  civitates  muratas  (DS  om.)  divitum  (Brev.  394  om.) 
destruxit.  —  \iviia-mui\>]  Syr.  der  Könige  (38,  3  vgl.  zu  8,  8),  — 
7.aTe(3T,o£']/c]  Syr.  schickt  den  Inf.  absol.  voraus.  — ■  Lat.  add, 
virtutes  populorum  concidit  et  gentes  fortes  dissolvit,  —  Zu 
denken  ist  an  gegenseitige  Verleumdungen  der  Völker  SjTiens 
bei  ihren  Oberherren  (vgl.  z.  B.  Ezra  4  und  unten  51,  2.  5,  6), 

15.  -j'uvaTxa?  avSps-'ac]  vgl.  zu  26,  2.  —  £c£,3aAs]  vielleicht  = 
nu^ii.  —  S}T,  hat  für  a  dasselbe  wie  v,  14a.  Vgl,  aber  zu  v,  14c. 
Danach  ist  wohl  „aus  ihren  Häusern"  einzusetzen.  —  IstspTjssv] 
Syr,  sie  hat  entfernt  (pmx);  vgl.  Jes.  6,  12.  —  täv  ttovcov  au-r^:] 
vielleicht  stand  da  v^y  im  Sinne  von  Erwerb,  Syr,:  von  ihrem 
Vermögen  (jinT::  p);  vgl.  Gr.  Syr.  zu  14,  15. 


254  Sir.  27,  4—29,  28. 

IG.  8yr.  oni.  —  Lat.  für  b:  nee  habebit  amicum,  in  quo 
requiescat;  aber  Toi.  Sang.  Am.  nee  babitabit  eiim  requie.  — 
Zunächst  ist  wohl  an  den  Ehemann  gedaeht. 

17.  iids-iyj:]  Syr. :  des  Stoekes  (snain).  Aber  wegen  des 
Tropus  iwh  Dltt»  ist  Gr.  wohl  im  Reelit.  - —  ixtoXoiTra?]  ausser  B 
(296  308)  alle  (auch  Lat.):  !Jia>/.o>Ka  (23,  10).  Syr.  schlecht:  ein 
Geschwür,    —    a-JY/Xassi  oaiaj    Syr.  xa"ij  ^?^2n•,   vgl.  Prv.  2b,  15 

18.  Syr.:  viele  sind  die  Getöteten  des  Schwertes,  aber  nicht 
wie  die  Getöteten  der  Zunge.  Das  ist  z.  T.  wohl  genauere  Ueber- 
setzung,  aber  mit  iv  (3-o[xaTi  wird  Gr.  Recht  haben.  —  oi  r.zr.zoi- 
xoTcc]  Lat.  qui  interierunt  (Brev.  394  ceciderunt). 

19.  [x7.x7'f>ioc]  Syr.  wohl  dem  Manne!  Vgl.  zu  14,2.  —  6 
cxsTraaösi;]  Syr.:  der  gerettet  wurde  ("'^cn«).  Vgl.  aber  Ps.  31,21. — 
d-r  au-Tp]  so  auch  Syr.,  dagegen  248  70  a-o  -poatuTroi»  au-T,c, 
Lat.  a  lingua  nequam.  —  o;  P]  S*^*  254  Syr.  praem.  zai.  — 
oiT(XÖ£v]  Syr.  sich  vermischte  ("laj?:  2ij;?).  —  Iv  toj  i)u|j,(o  auxr^c] 
Syr.  nnans.  —  o:  2°]  157  xo»',  55  Lat.  praem.  xat',  Syr.  richtig: 
wohl  dem  Manne,  der.  Es  ist  nämlicli  in  c  und  d  von  einem 
anderen  die  Rede  als  in  a  und  b.  Denn  a  und  b  und  21  gehen 
auf  den,  der  durch  den  Zwischenträger  ins  Unglück  kommt,  c 
und  d  und  20  auf  den,  der  auf  ihn  hört  (v,  16).  —  -zhv  Cuyov] 
307  SV  TU)  CuYtö,  so  auch  Syr.;  vgl.  Sj?3  "[^'a  Dt.  21,3.  —  k  157 
AG  155  om.  Iv  2°.  —  Die  Stricke  sind  die  des  Joches. 

20.  Zum  eisernen  Joch  vgl.  Jer.  28,  13 f.  —  Syr.  vertauscht 
hrz  und  n'^m,  und  für  letzteres  hat  er  schlecht  «"t^^p  (vgl.  zu  26,7). 

21.  Wunderlich  verstehen  die  Ausleger  unter  dem  Tode 
den  bürgerliehen;  der  Sinn  kann  nur  sein,  dass  der  Tod,  den  die 
böse  Zunge  bereitet,  bitterer  ist  als  sonst  der  Tod.  —  Syr.  hat 
für  b  besser:  und  Ruhe  (vgl.  v.  16)  ist  in  der  Scheol  besser 
(vgl.  zu  29,  11)  als  bei  ihr.     Vgl.  zu  v.  19. 

22.  xpatr^oi^j]  vielleicht  stand  da  aSti^;  vgl.  Dan.  3,27 
(Perles).  —  Syr.  für  a  schlecht:  nicht  brennt  sie  an  den  Ge- 
rechten (s.  z.  11, 17).  Lat.  (Dubl.):  perseverantia  illius  non  per- 
manebit  (=  xap-spr^ntTj?),  sed  obtinebit  vias  injustorum  (=  d^SjSwv). 
—  Syr.  für  b :  und  die  Strahlen  des  Feuers  (vgl.  zu  8,  10)  werden 
dich  (Ambr.  ihn)  nicht  verbrennen.  Lat:  et  in  flamma  sua  non 
comburet  justos. 


Sir.  28,  16—26.  255 

23.  Syr.  praera.:  alle.  —  y.-jpiov]  Syr.  erklärende  die  Furcht 
Gottes.  —  stc  7.'jtrjv|  =:  in  die  Flamme.  —  i/xar^sötat]  Syr.  es 
wird  brennen  ein  Feuer.  —  Iza-o'^zrCKr^^t-ai  (al.  £-a-o3tc(Ar^3£Ta'.)] 
Lat.  praem.  et.  Syr.:  und  sie  hat  Gewalt  (nW:  aSi^')-  Vgl.  aber 
2  Reg.  17,  25  u.  ö.  —  Äo|xav£i-ai]  Syr.  d;dd:  (sie  wird  zerfleischen). 

24.  25.  Aber  auch  durch  Vorsicht  soll  man  sich  vor  der 
dritten  Zunge  schützen.  —  248  70  Lat.  haben  v.  25b  sowohl 
hinter  v.  24a  als  auch  hinter  v,  25a,  Syr.  hat  den  Stichus  nur 
hinter  v.  24a,  wohin  er  augenscheinlich  gehört.  —  Syr.  für  24a 
25b:  denn  wie  du  einzäunst  (Partie,  mit  Pron.  pers.)  deinen 
Weinberg  mit  Dornen,  so  auch  deinem  Munde  mache  Türen  und 
Riegel.  Xoz  (=  nxi;  Lat.  om.,  70  307  sü  U)  ist  kaum  anzu- 
fechten, aber  mit  Recht  hat  Syr.  statt  des  Imperativs  (irsp'/fpa^ov) 
das  Präsens  verstanden  (ebenso  in  24b).  —  xT7j[xa  (Syr.  "joi:)] 
setzt  LXX  öfter  für  DID ;  vgl.  Hebr.  Syr.  zu  36,  30.  Lat.  aus- 
deutend aures.  Dem  entsprechend  setzt  er  hinter  d/avöat;  hin- 
zu: linguam  nequani  noli  audire.  —  Oopav  xal  [i.o/).ov]  248  70 
Lat.  au  erster  Stelle  wie  Syr.:  i)upu)txaTa  xal  fxoyAo.j-.  Vgl.  zu 
49,  13,  wo  Hebr.  nn^l  DTi^i.  Lat.  hat  fiir  25b  an  zweiter  Stelle: 
et  frenos  ori  tuo  rectos.  —  Vgl.  übrigens  22,  27.  —  Das  Tertium 
des  Vergleiches  ist  lediglich  das  Verschliessen,  das  eine  Mal  soll 
übrigens  nichts  hinein,  das  andere  Mal  nichts  heraus.  —  Lat. 
stellt  das  Gold  voran.  —  xaTaö-/;aov]  Lat.  confla(?).  —  Syr.  für  24b: 
deinem  Silber  und  deinem  Gold  machst  du  ein  Siegel  (sarn). 
Es  stand  da  cnin  nii*j?,  w^as  aber  bedeutete :  mache  ihm  ein  Schloss 
(vgl.  zu  22,  27).  Vielleicht  hat  Gr.  x7.Taö-/j3ov  ebenso  verstanden. 
Das  Verschliessen  des  Geldes  hat  zur  Voraussetzung,  dass  es 
vorher  abgewogen  ist.  —  -oX-  Xoyoic  (248  xou  Xoyou)  ao-j]  Syr.  deinem 
Wort.  —  Cu"i'ov  xotl  a-otöfjLov]  248  CuYoa-:ai>[xoy,  Lat.  stateram,  Syr. 
Gewicht.     Vgl.  42,  4.  16,  25.  21,  25. 

26.  Für  6>acji)-/;3-(|?  (vgl.  zu  25,  8)  hat  Syr.  Scn,  dagegen  für 
-h-fiz  Könnn.  —  Iv  au--?;]  248  70  106  k  157  307  55  155  h  au-oTc, 
Lat.  in  lingua,  Aeth.  (dass  dich  nicht  ausgleiten  mache)  deine 
Zunge,  SjT.  om.  —  IvsopsuovToc]  Syr.  (vor)  deinem  Feinde,  Lat. 
inimicorum  insidiantium  tibi  et  sit  casus  tuus  insanabilis  in 
mortem.  Hier  ist  inimicorum  vielleicht  nur  Zutat  des  Ueber- 
setzers,  übrigens  stehen  in  Gr.  und  Syr.  31N  (8,  11)  und  y«  (23,3) 
einander  gegenüber. 


256  Sir.  27,  4-29,  28. 

29,  1.  307  praem.  -spl  oavou;.  —  6  -otöiy  iXsoc]  vgl.  46,  7 
non  ni^7;  aber  Syr.  {aik  «SSin  Noi  vgl.  zu  3,  6)  drückt  eher  h^i 
"iDn  oder  3'b  'J  aus.  Uebrigens  nimmt  Syr.  die  Worte  richtig  als 
Piädikat.  - —  t(u  rAr^si'ov]  Syr.  add.  suo.  ebenso  Lat.  (al.  om.).  — 
0  £kI(3/uojv  tyj  /£ipi  auTO'j  (23  Lat.  om.  auToD)]  Syr.  wer  ergreift 
(inK)  die  Hand.  Es  stand  da  p'inö  (Lev.  25, 35)  oder  p:no 
(Ezr.  1,  6)  und  vielleicht  blosses  T3.  —  rr^psT  (A  -koisT)  ivTo/.ac] 
Syr.:  beobachtet  das  Gebot;  vgl.  v.  9  und  z.  B.  37,  12  ic'K' 
m:;^:,  übrigens  Dt.  15,  7  ff.  Ps.  37/26.  —  Ueber  das  Zinsnehmen 
schweigt  der  Verf. 

2.  ~i[  -X-/j5''ov]  Lat.  Syr.  add.  tuo  (Hss.  des  Lat.  tibi).  — 
/psiac]  nach  Syr.  (Km:"")!:)  stand  hier  wohl  -["»y.  —  In  b  ist  der 
Schuldner  angeredet.  —  TaXiv  dTroooc]  vgl.  2'^r\  4,31.  Syr.  schlecht: 
versprich  (Snrs).  Vielleicht  ist  das  Glosse  zu  v.  3.  —  d;  tov 
-/aipov]  Syr.  (der  die  Worte  zum  Folgenden  zieht):  und  in  der 
Zeit  des  Termins  («J2l  ppi);  vgl.  Wifi'ü  n^nv  Ezr.  10,  14  u.  ö., 
sowie  zu  4,  20. 

3.  STspsojGov  Xo-j'ov  (248  70  add.  aou)]  Syr.  doppelt:  mache 
fest  (oder:  wahr,  iifK)  dein  Wort  und  mache  stehen  (cpx)  dein 
Wort.  Vielleicht  stand  da  das  aram.  und  neiihebr.  "iit'X  (s.  z. 
4,  18),  das  speziell  von  der  formellen  Uebernahme  einer  Schuld 
(vgl.  42,  7)  gebraucht  wird.  Dafür  spricht  der  Ausdruck  des 
Gr.,  allerdings  setzt  Pesch.  ifi^ü  oft  für  cpn.  —  «xst  autoo]  Syr. 
richtig  erklärend:  mit  deinem  Nächsten.  —  Vgl.  zu  27,  17.  — 
T>jV  /.os-'w  Go'j]  Syr,  deinen  Wunsch  ("i'2i*)  von  ihm.  Auch  hier 
ist  'pyj  zu  vermuten;  vgl.  zu  13,6. 

4.  In  a  scheint  Gr.  frei  und  falsch  übersetzt  zu  haben. 
Er  suchte  hier  denselben  Gedanken  wie  v.  6  b.  Es  ist  aber  kaum 
denkbar,  dass  der  Verf.  dasselbe  von  dem  gewissenlosen  Schuldner 
und  dem  schlecht  befriedigten  Gläubiger  gesagt  haben  sollte. 
Syr.  für  v.  4:  denn  viele  Entleiher  (gibt  es),  welche  suchten 
ein  Darlehn  und  sie  haben  Not  gemacht  (mx)  ihren  Darleihern. 
Vielleicht  stand  da  n^a  XJföS  )'^p2  (vgl.  supr^asic  v.  3),  was  Gr. 
missverstand.  Uebrigens  übersetzte  Gr.  BTiSa  ungenau  mit  -oX: 
ßor^ör^crasiv  aoToic  (vgl.  zu  v.  20).  —  ~6vov  (Anton.  1073  -ovou?)] 
so  nur  B  (55  254  308),  die  übrigen  xottov  (vgl.  22, 13). 

5.  stüc  ou  >^oi^i;]  Syr.  denn  zur  Zeit,  da  er  entleiht.  Zu  ver- 
muten ist  rnp  njJ2;    vgl.  v.  6.  4,31.   —  /sTpa  (al.  /sTpotr)    auToo] 


Sir.   29,1-6.  257 

Lat.  manus  dantis,  Syr.  die  Hand  des  Darleihers.  —  ird]  Syr. 
hv,  d.  h.  so  lange  er  es  noch  nicht  hat.  —  -7.-sivwasi]  vgl. 
Jes.  29,  4.  Syr.  schlecht:  er  erhebt.  —  xctl  iv  xaipto  c/.-oooai(o;J 
vgl.  2U^r\  ny2)  4,  31.  Syr.  und  in  der  Zeit,  da  er  bringt  (Ti"« 
vgl.  zu  12,  6)  das  Darlehn.  —  TrapsXxuasi  (Lat.  postulabit)  /povov 
(Sah.  om.)]  passt  schlecht.  Syr.  nif'w  n^oo,  d.  h.  aber  nicht: 
er  bläst  seine  Seele  auf,  sondern:  er  macht  den  Gläubiger 
keuchen  (vgl.  zu  4,  2).  Gr.  hat  ganz  frei  übersetzt.  —  dy.rfi(a^ 
müsste  die  Wirkung  der  Worte  bezeichnen.  Aber  Gr.  ante- 
zipiert  hässlich  v.  6  e  f .  Dagegen  hat  Sjr.  für  d:  und  nach 
langer  (wörtlich:  zu  vieler)  Zeit  gibt  er  ihm.  Danach  scheint 
xoti  Tov  z7.if>ov  ahidat-ai  schlechte  Uebersetzung  von  nan  njj.'p 
zu  sein.  Sodann  steht  für  7.x-/;o'.7.v  beim  Syr.  22,  13  'sbx  (=  nsSn). 
Ich  vermute,  dass  Xo^ou?  7.x-/;ot7.c  =  mSa  oder  nrhr:  oder  m'hn 
(neuhebr.  =  Darlelm)  ist,  das  Gr.  verkannte.  Syr.  nahm  das 
Wort  im  vorhergehenden  Stichus  vorweg.  So  schliesst  sich  v.  6 
gut  an  V.  5  an. 

6.  iav  icJX'Jöfj]  248  70  sav  os  Ir/ßar^i  o  oo'jc,  Syr.  und  wenn 
(1.  |N1  st.  jxn)  er  kann;  d.  h.  wenn  er  alles  zurückzahlen  könnte. 
—  [jLoXicJ  Syr.  om.;  vgl.  zu  26,29.  21,20.  —  xo]j.i3£-7i]  geht  auf 
den  Gläubiger.  Syr.:  er  wird  bezahlt.  —  Lat.  für  a:  si  autem 
potuerit  reddere,  adversabilur  solidi  (al.  adversatus  solide  vgl. 
Thielmann,  VIII  510)  vix  reddet  dimidium.  —  wc  £up£;xa  (20,9)] 
Syr.  als  hätte  er  es  findend  (Inf.  absol.)  gefunden.  Er  ist  froh, 
überhaupt  etwas  zu  bekommen.  —  Syr.  für  c:  es  (w  Maus, 
praem.  und)  steigen  auf  seine  Hände  von  seinem  Gelde  leer. 
Das  ist  zu  originell,  um  vom  Uebersetzer  erfunden  zu  sein. 
Nach  Gr.  zi  os  (Sah.  om.)  ar^  soll  in  c  und  d  von  einem  anderen 
Fall  die  Rede  sein  als  vorher.  Aber  das  in  c  und  d  Gesagte 
gilt  ohne  Frage  auch  für  den  in  a  gesetzten  Fall.  Ist  der 
Schuldner  übrigens  ausser  Stande  zu  zahlen,  so  fragt  sichs,  ob 
er  dafür  verantwortlich  ist.  Gr.  hat  also  st  os  «xr^  zugesetzt, 
weil  der  Ausdruck  in  c,  den  er  übrigens  frei  wiedergibt,  zuviel 
zu  besagen  schien,  da  der  Schuldner  ja  die  Hälfte  bezahlt.  — 
ou  otopsa'v]  orj  findet  sich  nur  in  B  S";  dagegen  Syr.:  und  wenn 
doch  {=^h  statt  iV?)  umsonst!  Vgl.  den  gleichlautenden  Stichus 
20,  23.  —  ysj.z6.rjrj-  X7i  XotSopia?]  Syr.  Gezänk  (Nni"!:a)  und  Geschrei 
(xn^m:;).    Pesch.  setzt  2  Sam.  16,12.  1  Reg.  2,8  «n-^m::  für  nS'rp, 

Smend,  Sirach-ICoramentar.  1 ' 


258  Sir.  27,  4—29,  28. 

und  betr.  L^j'ZrjrArjx  vgl.  oben  zu  27,  21.    —    7.vTt  oo^r^]  Lat,  pro 
honore  et  beneficio.  —  Syr.  oni.  cüroow^si  oSj-iu  2". 

7.  -oXXot]  Syroh.  253  23  S*  307  Lat.  Syr.  setzen  richtig 
ein  oü  hinzu,  ausser  B  (308)  alle  anderen:  ouv. —  /^'ptv]  Syr.  p 
(20,23).—  6.TÄ'3-rjz'brjy\  106  157  55  254  add.  ytX[ja,  248  add.  tov 
öcvifpco-ov,  70  add.  /t~.{j''J.  tov  7'vi)r>(tj-ov.  Lat.  erklärend:  non  foene- 
rati  sunt;  ähnlich  Syr.:  sie  Hessen  sich  abhalten  (r'^mx)  darzu- 
leihen. Man  kann  an  cSj.'nn  (vgl.  4,  4),  nach  Syr.  auch  an  kS:: 
oder  j?:ci  denken.  —  a-ocj-:£fy-/ji)r^vai]  70  praem.  xa»',  248  Syroh. 
253  23  55  add.  Zi  (Lat.  sed).  —  Syr.  für  b:  sondern  weil  sie 
sich  fürchten  A^or  unnützer  Plage  (xmn  vgl.  zu  v.  4). 

8.  307  praem.  Trspl  £Xs-/;|xo!juv/jc.  ^  sttI  xaTrsiv«)]  Syr.  xj:do  cj; 
(s.  z.  11,  1).  —  ;xo[zpoau[i.r^aov]  Syr.  ■]nn  ijx  (s.  z.  2,4).  —  Syr. 
om.  b.  —  B  (155  296  308)  £-'  =),s-/];jLocr6v/;v,  307  £-1  iltr^^yrsWqz, 
Syroh.  o.-h  £A£-/j;xo3'jvrp,  die  übrigen  £-1  iXr/jaoaovr,,  Lat.  pro  elee- 
mosina.  Dahinter  setzen  ausser  B  alle  richtig  hinzu  [xr].  —  a-kov] 
Syroh.  23  a£7.uxov.  Ob  IXr/jaoa'jvyj  hier  =  iDn  oder  Ccm  (vgl.  zu 
17,29  und  £X£o;  v.  1)  oder  ^  npiir  (vgl,  v.  12)  ist,  trägt  für  den 
Sinn  nichts  aus,  es  handelt  sich  jedenfalls  um  Mildtätigkeit.  Ist 
nun  7.-0  £Ä£r^[xocuvr,;  augenscheinlich  Korrektur  und  £~t  £X£r([jLoau'/-o 
richtig,  so  ist  acctotoy  yorzuziehen.  Vgl.  7, 10  n3>T.n  h^  T\'p'\':i2\ 
Oefter  steht  £-i'  c.  dat.  für  2.     Vgl.  sonst  r.i^ih/.ti^  4,  1.  3. 

9.  /apiv  £v-oXtjc]  ebenso  32,  7,  etwa  =  mir«  mnpa.  Syr. 
wie  um  zu  beobachten  das  Gebot.  —  Vgl.  Dt.  15,  7fF.  —  7.yTiXc(ßo'j 
-sv/ytoc]  Syr.  bezüglich  des  Verbums  genauer:  ^T^T1X  (mache  ihm 
Raum).  —  In  b  lautet  Gr.  etwas  geschraubt.  Vgl.  aber  Dt.  15,8 
TSTiO  n.  Man  hätte  xar,  das  im  Syroh.  fehlt,  lieber  vor  \xr^. 
üebrigeus  fehlt  x£vov  in  248  23.  Ist  es  unecht,  dann  müsste 
otuTov  wohl  =  rjc  sein.  Nach  anderer  Lesart  Syr. :  und  wenn  sein 
wird  ein  Verlust  (wiDin),  so  nimm  (''n\s*  =:  rt^'n)  es  nicht  zu  Herzen 
{-^2  bv).    Er  verstand  -nona  im  Sinne  von  Prv.  14,  23.  21,  5. 

10.  dKoX£3ov]  Syr.  1-%S;  vgl.  n^KM  8,  12.  — ■  ap-fjpiov]  Syr. 
dein  Silber.  —  oi'  do£//fov  xal  cpiXov]  Lat.  add.  tuum  (al.  om.). 
248  Sang.  Sia  cpiXov  xal  doiXcsov  (vgl.  Ps.  35,  14)  ^  Syr.  wegen 
(Sj;)  deines  Bruders  und  wegen  deines  Genossen  ("jnzn  s.  z.  37, 6). 
Also  citXoc  wie  oft  =  >n  oder  =  nin.  —  i'tuör^-tu  (vgl.  Jac.  5,  3)] 
248  70  xa-dxpuߣ  a-jTo,  Lat.  abscondas  illam  (sc.  pecuniam),  Syr. 
lege  es.   Vielleicht  sind  248  70  nach  Gr.  II  geändert,  aber  eher 


Sir.  29,  7—14.  259 

möchte  ich  i«)B-/;tco  für  Aenderung  halten.  —  u-o  -ov  Xi'Oov  eI; 
drAolzirjyj  Syr.  unter  Stein  und  Mauer.  Das  letztere  erscheint 
origineller. 

11.  -ov  Orjcaupov  aoo]  Svr.  dir  einen  Schatz.  —  xax  iviroXa; 
u'}t'ciTou]  Lat.  in  praeceptis  altissimi,  Syroh.  /«z-svotvTi  {h2p)h)  u'\i(aioo. 
Gr.  meint:  in  Wohltaten,  die  du  Anderen  erweisest.  Aber  das 
wäre  sonderbar  ausgedrü(*kt.  Denn  so  könnte  auch  ehrlich  er- 
worbenes Geld  bezeichnet  sein.  Besser  daher  Syr.:  mit  (3)  Ge- 
rechtigkeit und  Liebe.  Aber  smp^n"  =  npi^  =  Mildtätigkeit  (v.  12). 

—  XuaiTsX-AJasi  aoi  txaUov  r^]  Syr.  ist  besser  für  dich  als;  vgl.  zu 
28,21.  —  To  /puaiov  (155  czpY-jpiov) |  besser  Syr.:  alles,  was  du 
hast  (vgl.  zu  7, 19). 

12.  Syr.  für  a  offenbar  genauer:  Schnüre  ein  (ili:)  Ge- 
rechtigkeit (srpnt;  vgl.  zu  3,30)  und  lege  (sie)  in  deine  Schatz- 
kammer. —  Lat.  für  V.  12:  conclude  eleemosiuam  in  corde 
pauperis  (=xcz7rsivou?)  et  pro  te  exorabit  {=^  kzO^dae-zai)  ab  omni  malo. 

13.  xpa-ouc]  dürfte  wie  47,  5  =  ly  sein;  vgl.  31,19. 
Ps.  28,  7.  —  B  A*  Syroh.  Max.  764  dl^c,  alle  übrigen  richtig 
oXxr^;  (Lat.  om.);  vgl.  zu  letzterem  hpM^'Q  1  Sam.  17,5.  2  Sam. 
21,  16.  Ersteres  ist  Korrektur  nach  xpotTouc.  —  u-irsp  aoo]  vgl. 
•\h  4,  28.  —  Syr.  ein  starker  Schild  und  eine  Lanze  und  eine 
Mauer  zum  Kriege  und  gegen  Viele  wird  sie  dir  Ruhe  geben 
(dich  ruhig  machen).  Er  hatte  in  seinem  Texte  n.^n  als  schlechte 
Variante  neben  n':n,  und  las  -f:  n^:n  für  -'7  cnSn.  Dagegen  kann 
N«''JD  auch  Fehler  für  SXJD  (=  Gr.)  sein.  Anderseits  könnte  Gr. 
UiTsp  r^  und  2^  zugesetzt  haben.  Cod.  23  hat  nämlich  v.al  sW-i 
(vgl.  37,  5)  für  x7.tIv7.v-i. 

14.  Während  in  den  Proverbien  vom  Bürgen  überhaupt 
abgemahnt  wird  (z.  B.  6,  Iff.  17,18  u.  ö.),  wird  es  hier  für 
gewisse  Fälle  empfohlen,  wenn  auch  nicht  in  dem  Masse  wie 
das  Leihen  (vgl.  auch  8,  13).  Das  erklärt  Gasser  (S.  57)  wohl 
mit  Recht  aus  einem  Fortschritt  der  wirtschaftlichen  Entwicklung. 
Syr.  für  a:  ein  guter  Mann  (ist)  wer  bürgt  für  seinen  Nächsten. 

—  dTToXwXiXojc  aia/uv/)v]  vgl.  zu  27,  16.  —  '/.a-rAzv\iti  ccjtov]  Syr. 
er  flieht  von  seinem  Bürgen  (nsnj?  =  imy).  Betr.  des  Verbums 
vgl.  zu  V.  16.  Jedenfalls  hat  Gr.  mit  czutov  gekürzt.  Lat.  wieder- 
holt V.  14  hinter  v.   16  in  anderer  Uebersetzung. 


260  Sir.  27,  4—29,  28. 

15.  Syr.  om.  (Homoiarkton).  —  ydrAz^j.;]  vgl.  zu  20,  13.  — 
Zu  b  vgl.  7,  20. 

1().  17.  ayailocj  ist  wie  z.  B.  12,  1  schlechte  Uebersetzung 
von  n3'i2,  das  hier  wie  v.  15  Güte  (Syr.  «mz^'v:)  bedeutete.  — 
otva-ps'l^öt  (68  7.vaaTp£'}£i,  Lat.  schlecht:  sibi  ascribit)]  kann  =:  fiiiT 
(vgl.  zu  12,  12)  sein,  d.  h.  er  behandelt  sie  verächtlich  (vgl. 
Prv.  10,3)'.  Sah.:  er  vergisst  (nach  v.  15);  Syr.  p2^  (nach 
V.  17).  —  248  hat  hinter  a|jL7.r>TojXo;  als  Zusatz  die  Variante 
s-CYutuv  (1.  z'ciorjy)  cpsücstoti  a[xo(f>Tu)Xoc,  und  Lat.  hat  vor  a  die  Du- 
blette: repromissorem  fugit  peccator  et  immundus;  vgl.  Syr.  zu 
V.  14.  —  d/czp»i3To;  (248  a/pr^a-oc  vgl.  16,  1.  37,  19)  oiavoia]  Syr. 
wer  verlässt  seinen  Schöpfer.  Wahrscheinlich  ist  oiavota  =:  ^-^t. 
(vgl.  LXX  und  zu  21,  11),  wofür  aber  i-i^'  zu  sprechen  war 
(s.  z,  4,  6).  Willkürlich  setzte  Gr.  dann  dya-rAa-o;  für  2:3;.  — 
Toy  puctatjLsvov]  248  70  Lat.  Syr.  add.  ccjtoo. 

18.  ^YY'^'l]  vgl.  nan^J.  Prv.  17,  18.  —  xa-suöuvovxac]  ist  ver- 
dächtig. Ein  ü'H'b'jr:  (LXX  Dan.  8,  24)  oder  cnK'NO  (vgl.  Prv. 
3,  18)  würde  nicht  passen,  Citf^''  (LXX  Prv.  15,  9)  wäre  wegen 
V.  19  unannehmbar.  Syr.  hat  kein  Aequivalent,  und  nach  30, 23. 
34, 25  würde  man  das  Wort  gern  vermissen.  Gr.  dürfte  es 
ebenso  willkürlich  gesetzt  haben  wie  28,  13  sipr^vsuovxa^.  —  xal 
hdlz'jazv  auxo'jc]  Syr.  schlecht:  und  sie  Hessen  (w  Maus.  Ambr. 
'p2^))  ihr  Geld  (p,TD::).  Vielleicht  stand  da  cr:n],  das  in  on'^jni 
verlesen  war.  Uebrigens  erklärte  Syr.  das  Objekt.  —  avopa; 
o'jva-o'j;]  Syr.  und  (w  Maus.  Mas.  I  om.)  auch  Besitzer  von  Geld 
(KD::).  Es  stand  da  h'n  ^ti^JS  (vgl.  Syr.  zu  5,  1.  40,  13)  =  ver- 
mögende Männer.  —  a-ojxicrs]  Lat.:  gyrans  migrare  fecit.  Syr.: 
sie  hat  leer  gemacht  {Dp')t).  Ich  lese  danach  a-Exsvuxjs  (vgl.  Gr. 
Syr.  zu  13,5)  =  sie  hat  arm  gemacht.  —  Syr,  für  b:  und  sie 
gingen  zu  einem  fremden  Volke. 

19,  BS*  Syroh.  sjjnrsswv  (auch  Syr.  hat  das  Partizip), 
253  23  k  i\i-=.ai-ai,  296  308  siJ-TTc'aoi,  die  übrigen  (auch  Sah.  Lat.) 
£|XTcsö£rTa[.  —  aii-apTtoXos]  248  70  Lat.  add.  TTapaßczivtüV  svcoXa? 
xupiVji),  ebenso  Syr.  Vermutlich  geht  dieser  Zusatz  auf  Gr.  II 
und  vielleicht  auch  auf  einen  erweiterten  hebräischen  Text  zu- 
rück. —  £1?  E-fi'ur/,']  nach  Syr.  stand  in  beiden  Stichen  D  hzi:, 
danach  ist  der  Sinn:  in  die  Zahlungspflicht  der  Bürgschaft.  — 
o-a)X(üv]  Syr.  rm:  vgl.  34,5.  Jes.  1,23.  Prv.   11,19.  —  lpToXa,3£t7.c| 


Sir.  29,  15—22.  261 

setzt  man  ^  y$2',  vgl.  die  ähnlichen  Ausdrücke  1  Sam.  8,3. 
Jes.  56,  11.  Ez.  33,  31.  Syr.  unbestimmt:  um  auf  sich  zu  nehmen 
Sünden.  Man  könnte  aber  auch  an  rpn  ?|Ti?3  denken,  das  Prv. 
12,  11.  28,  19  vielleicht  Handelsgeschäfte  bedeutet.  Der  Sünder 
übernimmt  Bürgschaft,  um  daraus  unrechtmässigen  Gewinn  zu 
ziehen.  Die  Gebote  des  Herrn,  von  denen  der  erweiterte  Text 
in  a  redet,  sind  die  Zins-  und  Wucherverbote,  deren  Uebertretung 
event.  auch  gerichtliche  Strafen  nach  sich  zog.  —  23  155  Sah. 
Lat.  eiV  xptatv,  Syr.  in  (w  Maus.  Mas  I  add.  ihre  d.  h.  der  Bürg- 
schaft) Strafen  (Wi).  —  Syr.  add.:  viele  Sünden  bringt  die  Bürg- 
schaft, wer  sich  unnötig  (pc)  verpflichtet  (so  versteht  Gabriel 
Sionita  ^'jsna)  und  findet  einen  Prozess  (sn).  Das  ist  wohl  nur 
eine  Variante  zu  v.  19,  die  man  aber  zur  Erklärung  von  v.  19 
heranziehen  darf,  pa  könnte  für  c'pn  sprechen,  ybi^r.::  übrigens 
=^  pK^j?na  =  pcvna  sein. 

20.  c?.v-iXaßoö]  ist  ungenau  (vgl.  zu  v.  4),  Syr.  richtig:  bürge. 
—  Vgl.  8,  13.  —  -rjfj'jtyz  azoLuxoi\  Syr.  rette  deine  Seele.  Ich 
vermute  yi'z:  "^ü'^  (vgl.  35,  24).  —  \xr^  3|x-st(,c]  Syr.  vor  Doppeltem. 
Er  las  ':£:a  statt  hz:f2,  das  Gr.  schlecht  übersetzte. 

21.  Vgl.  39,  26.  —  «[v//]  ^'gl-  zu  39,  26  und  zu  1,  14.  — 
>V:]  248    Syroh.    70  106   157    A*  55  254    155  296    Chrysost. 

I,  228  Anton.  143  add.  ocvilryw-o-j^  und  so  Lat.  (al.  om.)  und  Syr. 
Aber  das  kann  aus  39,  26  eingetragen  sein.  Uebrigens  wird  Ifwr, 
(=  c'n)  hier  den  Lebensunterhalt  bedeuten  (s.  z.  4,  1.  39,  26). — 
23  106  k  157  307  A"^  296  308  Aut.  143  Chrysost.  (1. 1.)  Aeth. 
stellen  mit  Syr.  das  Brot  voran.  —  xotl  (254  om.)  ip-otTiov  wird 
von  Gr.  und  Syr.  falsch  zu  a  gezogen,  xaÄ'jTiTwv  (Syr.  Noro)  be- 
ruht w^ohl  auf  falschem  Verständnis  von  noro  (hier  =  Decke).  — 
aa/r|ao3'jv/^v  (S*^*  add.  ocvopoc,  70  add.  a-jToO)]  Syr.  X">'Ä,  beides 
=  nnj?.  —  Vgl.  Hos.  2,  11. 

22.  ktoj/oO]  drückt  auch  Syr.  aus:  aber  "^y;  war  w^ohl  als 
Abstractum  gemeint.  —  u-o  a/i-y)v  oox(«v]  =^  imp  h'j  rnp;  vgl. 
Syr.  nn'yi  nSSü  n^nn  (d.  h.  der  eigenen).  Vgl.  Syr.  zu  23,  18 
und  Gen.  19,  8.  —  Syr.  für  b:  als  viel  («""JC)  Reichtum  in  der 
Fremdlingschaft  («nvic:«:).  Also  ist  sv  dXXo-fy'oi;  wohl  =  ^^1)2^22, 
obwohl  xa  dX>.oTpia  so  nicht  belegt  ist;    vgl.  aber  -y.  -oia  =  n"; 

II,  34;  xa  Traxpixd  =:  ;x  n'2  42,  10.    Syr.  verlas  sodann   D'ej.'tso 


262  Sir-  -^7,  4—29,  28.     30,  1—24.    33,  13—36,  13. 

(vgl.  ZU  33,  13b c)  in  D''Jöi20,    dagegen  geht   ««^:d    vielleicht   auf 
XaixTrpa  zurück  (vgl.  zu  33,  13);  100  157  lesen  aber  r.rAXd. 

23.  Syr.:  Bei  (dv)  viel  und  bei  wenig  (d.  h.  ob  einer  viel 
oder  wenig  hat),  niemand  weiss  (es),  und  was  er  tut  in  seinem 
Hause,  niemand  sieht  ihn  (oder  es).  —  ird  ixixptj)  xcti  |xs77'/«(oJ 
Syroh.  im  iJ.t'(y.hn  7.7.I  ixv/.[jm  (vgl.  Syr.).  Lat.  für  a:  minimum  pro 
magno  (al.  super  minimum  et  magnum)  placeat  tibi.  Die  unge- 
wöhnliche Konstruktion  des  Gr.  ist  wohl  dadurch  veranlasst, 
dass  üV  nif"i  (Ps.  50,  18.  Hiob  34,  9)  da  stand.  —  Als  zweiten 
Stichus  bieten  8yroh.  253  nach  1  Sam.  2,  6  saxi  yocp  6  xa-nzv/w^ 
xal  u'i^ojv,  dagegen  248  70  S ' '^  k  xotl  ovc'.oisfxov  otxiac  orou  txrj  dxo'jarjc, 
Lat.  et  improperium  peregrinationis  {=  -otfyoixtac)  non  audies. 
Jedenfalls  ist  nach  Lat.  ou  statt  aoo  zu  lesen,  aber  auch  Trapoixt^c 
wird  trotz  v.  28  und  trotz  des  Syr.  anzunehmen  seiu.  Es  geht 
kaum  an,  unter  or/i'ac  ohne  weiteres  das  fremde  Haus  zu  ver- 
stehen. Der  Fehler  or/tac  wird  aus  v.  24  eingedrungen  und  von 
hier  nach  v.  28  übertragen  sein.  Das  vorauszusetzende  CilJö 
bedeutete  dann  hier  wie  v.  22  den  Aufenthaltsort  (vgl.  Iß,  8). 

24.  Ausser  B  Syroh.  (70  307  308)  haben  alle  Hss.  -7.poi- 
xTjtjsic,  und  dieselben  (ausser  155)  auch  dvotceic.  Lat.  Syr.  haben 
freilich  ebenfalls  die  3.  Pers.,  die  aber  wegen  v.  23.  25  zu  ver- 
werfen ist.  —  o'j  -apoi/r^cTEi;]  vgl.  zu  21,  28.  und  41,  19  D^n  Dipa. 
Lat.  add.  non  fiducialiter  aget.  Syr.,  der  auch  21,  28  anstösst,  hat 
für  b :  und  gegen  {hy)  viele  Gerichte  (oder:  Streitigkeiten,  wn)  nicht 
kann  er  auftun  seinen  Mund.  —  Vgl.  n'^zh  n^na  Buxtorf,  Floril.  80. 

25.  Syr.  für  a:  ein  Fremdling  (x'^jd^x,  ebenso  v.  26  für 
Trdpoixe)  bist  du  und  trinkst  Schmach.  Zu  letzterem  Ausdruck 
vgl.  Prv.  26,  6.  Dagegen  kann  -otisTc  zk  (106  k  157  307  S*  A 
55  254  155  308  om.)  dyrxrAazc/.  (106  Lat.  dyjxpiazouq)  nur  heissen: 
du  tränkst  zu  Undank.  Dabei  ist  sie  d/dpiaxa  Abmilderung  von 
r\Zi'\n.  Nun  wird  der  Fremdling  v.  26  freilich  aufgefordert,  seinen 
Wirt  zu  bewirten.  Aber  das  ist  nichts  als  Hohn;  der  Fremd- 
ling ist  dazu  ausser  Stande.  Man  könnte  daher  csvisT?  nach 
Analogie  der  drei  Stellen,  an  denen  es  sonst  noch  im  A.  T.  vor- 
kommt, intransitiv  verstehen  und  -otisT  als  2.  fut.  med.  in  passi- 
vischem Sinne  herstellen  wollen.  Sah.  drückt  ^svisi,  Lat.  U'azX 
(hospitabitur  et  pascet),  ttotiöi  und  dxo'jasi  (so  auch  155)  aus. 
Aber  zk  d/dptcrT7.    (anders    d/a.rAa-wc  18,  18)    erfordert   vor    sich 


Sir.  29,  23—28.  263 

-oTisu  (oder  zoTiEi  in  activischem  .Sinn),  der  Undank  ist  nicht 
auf  Seiten  des  Fremdlings.  Gr.  hat  dann  aber  den  Sinn  der 
Worte  verdreht,  weil  er  v.  26  falsch  verstand.  —  -po?  e-1  to'jtoic] 
Syr.  nach  ("inn)  diesem;  vgl.  in«  Neh.  5,  15. 

26.  -d[.t}M]  Syr.  ly;  (vgl.  Hebr.  Gr.  14,  14),  d.  h.  tritt 
hin.  —  rA[jrjr/.z]  Syr.  schlecht:  ein  Fremdling  bist  du  (aus  v.  25). 
—  xocrjx-/)crov]  Syr.  jpn  (s.  z.  16,27).  Im  Kanon  ist"i"i>'  geläufig;  vgl. 
z.  B.  Ez.  23,41  und  dazu  LXX.  —  Syr.  für  b:  und  iss  (D';h), 
das  was  ist  in  deiner  Hand.  Aber  'Voaiaov  '<j.t  (Lat.  ciba  caeteros) 
ist  besser. 

27.  ~drjrjiv.t\  Syr.  om. —  ^j'^?/;?]  Lat.  fügt  in  richtiger  Deutung 
bei:  amicorum  (meorum),  —  248  70  Lat.  stellen  in  b  das  /.o3''a 
-y;c  oix''7.;  vorauf.  —  Syr.  für  b  nur:  denn  ein  Reisender  (nis 
statt  ns)  ist  eingekehrt  (('ij;)  zu  mir.  nx  =  ein  mir  näher 
Stehender. 

28.        ß0tp£7.]       Syr.    |Tp\     T7.0t7.]      vgl.      31,   13.     —     7.vÖr,oj-(0 

(248  om.)  e/ovTi  cp^ov/jatv]  Syr.  dem  weisen  Manne.  Vgl.  >n"''  ?i'\s' 
40,  29.  —  i-i-i|xr^ar!?  oi'xt'otc]  Syr.  (1.  «n^zn)  sn^nn  snx:.  Es  stand 
hier  aber  ursprünglich  wohl  -'■j.rjrjv/.ia;  (s.  zu  v.  2.3);  Syr.  folgte 
dem  Gr.  — •  ovs'.o'.crjxoc  Zr/yt'.'j-jyj]  Syr.  schlecht:  das  Darlehn  (sncr 
=  n'l'70:  raihz'f)  des  Darleihers.  —  Die  Worte  greifen  auf  v.  1 — 13 
zurück  und  schliessen  diese  Verse  zusammen.  —  Syr.  add.: 
„Reichlich  gib  dem  Armen,  und  von  dem  was  in  deiner  Hand 
ist,  speise  ihn.  Und  wenn  er  nackt  ist,  kleide  ihn,  weil  du 
(damit)  dein  eigenes  Fleisch  bedeckst.  Und  Gott  selbst  leihest 
du,  und  er  bezahlt  dir  siebenfach."  Diese  Verse  sind  gewiss 
hebräischen  Ursprungs,  aber  sekundär;  vgl.  Jes.  58,  7  und  zum 
Schluss  32,  13. 


XU.     30,1  —  24.  33, 13  b  — 35, 13. 

Ein  neuer  Ansatz  ist  hier  nicht  nur  durch  den  Wechsel 
des  Themas,  sondern  auch  durch  die  Art  des  Themas  angezeigt. 
Neben  der  Mahnung  zu  strenger  Kinderzucht  (30,  1 — 13  =  3.  3. 
1.  I  3.  3.  1)  hat  die  Rede  den  Lebensgenuss,  namentlich  den  in 
Essen  und  Trinken,  zum  Inhalt.  Seine  Vorbedingungen  sind 
das  unvergleichliche  Gut  der  Gesundheit  (30,  14 — 20  =  3.  1.  |  3), 
der  Frohsinn,  der  vielfach  vom  eigenen  Wollen  abhängt  (30,21 — 24. 


264  Sir.  30,  1—24.    33,  13—35,  13. 

33, 13b  c  =  2.  2.  2),  und  der  Reichtum  (34,  1—4  =  2.  2),  der 
aber  auch  grosse  Gefahren  in  sich  birgt  (35,  5—11  =  3.  2.  2.  1). 
Beim  Gastmahl  soll  man  um  des  Auslandes  und  der  Gesundheit 
wiUen  im  Essen  Mass  halten  (v.  12—24  =  3.  2.  2.  1.  |  3. 
1.  I  2.  2).  Masshalten  soll  man  auch  beim  Weingelage,  so  wenig 
man  auch  die  Fröhlichkeit  Anderer  dabei  stören  darf  (v.  25 — 31 
=^  2.  2.  2.  1.  I  2.).  Der  Vorsitzende  darf  nicht  auf  seine  Ehre, 
sondern  nur  auf  die  Freude  der  Gäste  bedacht  sein  (35,  12  =^  3), 
die  Alten  sollen  neben  der  Weisheit  der  ]\lusili  ihr  Recht  lassen 
(v.  3 — 6  =  2.  2),  die  Jungen  sollen  sich  gegenüber  den  Alten 
und  Angesehenen  nichts  herausnehmen,  rechtzeitig  nach  Haus  gehen 
und  dort  ihre  Laune  befriedigen,  bei  allem  aber  des  Gebers 
aller  guten  Gaben  eingedenk  sein  (v.  7 — 13  =  2.  2.  2,  1). 

30,  1.  Co.  Syroh.  253  23  106  157  om.  -spl  xlxvwv.  307 
Äo^oc  ZTzrjfj:  -r/j  auxo'j  tts^i  tsxvojv.  —  svosXs/Tjast  ijLaoiTtYa?  ot'jTio] 
Syr.  z.  Th.  vielleicht  genauer:  ^^"np*  mra  (er  erneuert  seine 
Ruten).  Vgl.  i^nn  Hiob  10,  17  und  übrigens  Prov.  13,  24.  29, 15. 
—  £-'  ir/d-w^  atjToO]  gemeint  ist  wohl  die  eigene  n''in«  des 
Vaters;  die  des  Sohnes  erlebt  er  nicht.  — ^  Lat.  i.  f.  add.  et  non 
palpet  proximorum  ostia. 

2.  WrptTox]  Syr.  Nim  (ebenso  v.  1),  'Ovtvaa&ai  in  der  Bibel 
nur  noch  Philem.  20,  und  zwar  in  derselben  Bedeutung  wie  hier. 
Im  klassischen  Griechisch  wird  es  besonders  auch  Aon  der 
Freude  an  den  Kindern  gebraucht.  Dass  es  hier  mit  i-i  ver- 
bunden wird,  erklärt  sich  aus  hebräischem  12  (Syr.  T\z)  oder  Th'^. 
Vermutlich  stand  da  ty"»?:^^  oder  ein  anderes  Synonymon  von  rxi^''. 
Manche  Hss.  korrigieren:  106  vic^as-ai,  248  70  Anton.  1044 
£'>fP<avUr^(3cT7i,  S"^^  Sah.  Aeth.  Lat.  aivsOr^asxai.  —  -j'vwpi'jxtuv]  Syr. 
Mrrn.     Vgl.  n^j?T  f-  25,  18,  sowie  2  Sam.  3,  8  LXX. 

3.  7:7.f>C(Cry>.a)(j£i]  Syr.  pa,  wohl  =  N''jp\  —  S*106  xov  s/öpov 
7'jTO'j,  Syr.  hat  das  Suffix.  —  svav-i]  Syr.  pS;  vgl.  zu  7,  33.  — 
aYotX/.ricjsxai]  Syr.  nnnii^:  (ebenso  v.  2).  Es  standen  da  wohl  hh7\T\'' 
und  iNcn"'  (vgl.  zu  1,  11). 

4.  xal  oj?  o'jy.  (z-£i)c(V£v]  Syr.  n"«  nSt  "lim,  was  nicht  mit 
Gabriel  Sionita  übersetzt  werden  darf:  superest  alter  haud  mor- 
tuus.  Man  muss  vielmehr  nach  4  Ezr.  7,  10  Syr.  erklären:  und 
beinahe    ist    er   nicht  gestorben.       In   demselben   Sinn  ist   die 


Sir.  30^  1—9.  265 

Emendation  "cri  vorgeschlagen.    Vgl.  Payne-Smith  s.  v.  So   liest 
übrigens  Maus,  —  ofiowv  auKjiJ  Öyr.  nm^s';  vgl.  45,  6.  48,  4. 

5.  sioc]  Syr.  er  sah  ihn.  Aber  es  stand  da  wohl  nur  n«"i. 
Zu  subintelligieren  wäre  nicht  „ihn",  sondern  „etwas".  Ebenso 
schlecht  setzt  248  nach  s-Vf  pa'vilr^  ein  i-'  aOnj)  (Lat.  in  illo)  hinzu. 
—  Lat.  i.  f.  add.  nee  confusus  est  coram  inimicis. 

6.  Lat.  für  a  frei:  reliquit  enim  defensorem  domus  (contra 
inimicos).  —  Syr.:  „den  Freunden  vergilt  er  Güte  uud  an  den 
Feinden  rächt  er  sich  (mit)  Rache.".  Da  ein  Aequivalent  des 
unentbehrlichen  xaiiXi-sv  fehlt,  wird  die  Umstellung  dem  Syr. 
zur  Last  fallen. 

7.  Das  sinnlose  r.zpl  -Vj/wv  (B  S  A  307  Sah.  Aeth.  Lat.) 
ist  in  7:£pi']j6/o)v  (248  -spf^^/j/ojv,  Syr.  pjca)  zusammenzuzielien. 
Vgl.  pjci2  Prv.  29,  21.  Da  bei  Syr.  S|T:En  =  Hebr.  :):vr\,  könnte 
man  auch  jjjj.a  vermuten.  —  y.o.xaozaiitoazi  Tpau[xaTa  auxou]  etwa  = 
rr^fc  u^2n';  vgl.  27,21.  34,30.  Gemeint  sind  natürlich  die 
Wunden,  die  der  Knabe  sich  beim  Spiel  und  Zank  holt.  Syr. 
versteht  falsch  die  Wunden  des  Vaters:  wer  verzärtelt  seinen 
Sohn,  viel  werden  sein  seine  Wunden  (vgl.  Job.  9,  17).  — 
Totpot/ö/jSSTczi  (51,  21)  T7.  s-XocY/va  ctutoü]  Syr.  er  entleert  (piD3, 
lies  TiiDJ  =  es  erschrickt)  sein  Herz  (s.  z.  36,  5). 

8.  aTToßatvsi]  ausser  B  (308)  alle:  Exßccivci,  das  in  b  wohl 
nur  der  Abwechslung  halber  gesetzt  ist.  Möglicher  Weise  stand 
da  rT.T  (LXX),  vielleicht  ist  aber  dr.r/^aivti  cjxXr^po;  auch  nur  = 
nii'p^  oder  dgl. ;  vgl.  LXX  Job.  9,  20.  —  avetjxsvo;]  wolil  =  rhu^ü 
(Prv.  2d,  15).  —  TtpoaXr^cJ  heisst  sonst  unbesonnen,  erfordert  ist 
hier  aber  „widerspenstig."  Es  stand  da  nio  mö  oder  dgl.  Vgl.  Syr., 
der  freilich  sonst  ungenau  zu  übersetzen  scheint:  wie  ein  junges 
Pferd,  das  nicht  gebändigt  ist  (it>3:o,  so  Pesch.  Jer.  31, 18  für  naS),  so 
ein  widerspenstiger  (STiiö)  Sohn,  der  nicht  hört  auf  seinen  Vater. 

9.  Tii>r>-/jaov]  vielleicht  stand  da  ja«  (vgl.  LXX  Thr.  4,  5, 
und  Tii>-/]Vfj^  =  Jos  und  nj^s)  im  Sinne  von  Thr.  4,  5.  Jes.  60,  4. 
Vgl.  auch  17,  18.  Syr.:  erziehe  ('T,k).  —  xal  ixOajxßr^ösi  az]  Syr., 
der  vielleicht  anders  las:  damit  du  nicht  verspottet  wirst  (p'^ann). 
Ambr.  praem. :  und  er  wird  dir  Ruhe  geben  ("[n'^Ji).  —  aujATiaicov 
auTto]  Syr.  und  wenn  du  lachst  mit  ihm.  Vielleicht  ist  pnti> 
verschieden  gedeutet.  —  X7.1  lu-r^azi  asl  vielleicht  =  "]3^ri  (vgl.  zu 
3,  12).  Syr.  "jpjti*:  (er  wird  dich  quälen).  Vgl.  Pesch.  zu  Job.  9,  28, 


266  Sir.  30,  1—24.    38,  \^—?b,  13. 

10.  {ir,  au^iztArr^z  olüt(o]  kann  unpassend  erscheinen.  Nach 
b  erwartet  man  von  einem  Geniessen  zu  hören.  Indessen  ist 
der  Genuss  die  verfrühte  Freude  an  dem  Sohn,  entsprechend 
der  verfrüliten  Freude  an  den  Trauben.  Syr.:  nicht  gehe  mit 
ihm  gemäss  seinem  Willen  {r\T2'^).  Das  könnte  =  löj;  ni:in  h» 
(vgl.  Ps.  50,  18.  Job.  34,9)  sein;  vgl.  zu  29,23.  —  aüvoouvr^Uf.c] 
ist  falsch.  Es  kommt  hier  nicht  darauf  an,  dass  auch  der  Sohn 
in  Leid  geräth.  248  70  Syroh.  253  23  Lat.  oouv/)i>-^c,  was 
wenigstens  sinngemässe  Korrektur  ist.  Syr.  "[iJiJ.  Das  Verbum 
steht  in  der  Peschita  oft  für  Cj;:;!  (vgl.  3,  15).  —  xal  ztz  iaydxwj] 
Syr.  i^rmh^,  wohl  =  n^nnxni  (vgl.  34,  22).  —  Yo^'^iaasicj  70  Anton. 
1045  yofjL'f  i7'asi  (Co.  55  -aa^j).  Syr.  er  wird  stumpf  machen  {^T\^'i,  so 
auch  in  Syroh.  statt  P'p:^  zu  lesen)  deine  Zähne.  Es  handelt  sich 
um  den  Tropus  von  Ez.  18,  2.  Jer.  31,  29  f.  und  es  stand  da 
r\'np  (Ez.  18,  2  LXX),  von  dem  aber  auch  ein  kausatives  Hifil  im 
Talmud  vorkommt  (vgl.  Aruch  s.  v.).  Dem  entsprechend  kann 
der  Uebersetzer  auch  7o;j.'fiaC«>  kausativ  gebraucht  haben. 

11.  Hier  beginnt  Cod.  B  des  Hebr.,  der  zunächst  bis  36,  3 
reicht.  —  rh^ii^r^jy  h^]  =  Syr.  inrö'^s^'n  »h,  Gr.  [xy;  o(oc  auTto 
E^ouatav;  vgl.  zu  45,17.  47,19.  10,4  und  v.  28.  17,2  und  25,25. 
—  myjs]  Gr.  £v  v£or/;ti  (Syroh.  nnr'^Bn).  —  Wegen  Homoioteleuton 
sind  in  allen  Hss.,  ausgenommen  248  70  (254  307),  die  übrigens 
im  Lat.  und  bei  Anton.  1045  erhaltenen  Stichen  ausgefallen: 

IIb     xoti  [X7]  7:7pio-(jc  xa;  d'^micn^  auTou. 

12  a     xot[i.t];ov  Tov  xpdyr^Xov  otuxou  ev  ViO~/j~i. 

Die  Sixtina  hat  die  Stichen  hinter  v.  13.  —  sti^n]  Syr. 
nh  p)2fi^r\,  Gr.  -apioir]?.  —  rmn'nti''?]  das  Nomen  ist  aram.  und 
neuhebr.,  liegt  auch  wohl  Dan.  6,  5  vgl.  2,  9  vor.  Die  Rand- 
lesart •\i^ti[h]  führt  auf  kein  belegbares  Wort.  Syr.  alle  seine 
Verschuldungen  (MUnniD),  Gr.  xot?  a^vota?  (Lat.  cogitatus  =  ivvoi'otc) 
auxo'j;  vgl.  5,  15  Hebr.  Gr.  und  noch  28,  7  Gr. 

12.  Von  den  beiden  ersten  Stichen  des  Hebr.  ist  ohne 
Zweifel  der  zweite,  nach  Schechter  auch  der  erste  Variante  zu  b. 
Er  sucht  hinter  ]nz'2  ein  icriD  und  hinter  j?jcn  ein  ypnn  (vgl.  Ez. 
29,  7),  dann  ist  vielleicht  auch  ''n  hv  =  'n  nj?.  —  ^'3]  vgl.  zu  4,7. 
Syr.  F|i:,  Gr.  xottx-^ov.  _  itrsn]  vgl.  4,  7.  Jes.  58, 5.  Gr.  w^ohl 
ungenau:  xov  xrjdyr,loy  aoxou;  doch  vgl.  v.  35.  7,23.  —  innyJ3] 
Gr.  iv  v£ox/^xi.    Das  auch  51,  14  und  25,  3  im  rabbinischen  Citat 


Sir.  30,  10—13.  267 

vorkommende  Wort  ist  neben  viij?:;  v.  11  etwas  unbefiuem.  Syr. 
ahii  xin  IV;  aber  damit  (=  r;:  •i:rr;u-')  zieht  er  nur  den  2.  und  3. 
Stichus  des  Hebr.  zusammen.  Ferner  scheint  y^'j")  durch  fj/.'iciov 
(248  70  Lat.  praem.  y.y.i)  gegen  vpz)  (=  schlage  wund,  ?>yr.  >'ps*) 
gestützt  zu  sein.  Ich  mag  aber  vpz),  zumal  das  Verbum  auch 
liS,  28.  30  (vgl.  4  ^lacc.  10,  8  Pesch.)  bezeugt  zu  sein  scheint, 
A'om  Folgenden  nicht  trennen.  Vgl.  Ez.  29,  7,  ferner  neuhebr. 
rpc  =  körperliche  Züchtigung,  übrigens  -Äsopav  aiixv^ai  42,  5.  — 
v:n^]  T^c  -Iz'j^A;  rt-'j-M.  1  Reg.  8,  19  steht  -'i.vjyJ.  für  z'"jh~, 
Ps.  48,  3  TAe-j.oov  für  n:i\  —  pp  SiH'^:]  al.  i>':  i:t.j,"^*,  Syr.  vi  nj? 
ny:,  Gr.  «>;  (106  A  155  iwc)  ssti  (70  sti)  vr;-'.o;  (70  add.  scjti).  — 
toS]  Syr.  sSi,  Gr.  ar^roTs;  vgl.  zu  8,  1.  —  Zwischen  ri^"^",  n^pii>- 
imd  n^it'p^  steht  in  der  Mitte  ^l^•p■',  das  nach  Syr.  (jti^j?:)  und  Gr. 
(3/X-/;p'jvi>£icj  anzunehmen  i.st.  Es  ist  vielleicht  Hifil  (vgl.  Ex. 
13,  15).  —  -3  .t;:i]  vgl.  16,  7.  Syr.  rnai,  Gr.  otze-Ji-z-ar,  ao-..  — 
Nur  248  70  106  Anton.  1045  Lat.  haben  den  4.  Stichus:  -/m 
hzoii  30».  (106  Anton,  add.  i;  ocjtoO)  ooov/;  'Vj//,?  (70  xotl  saTcc.  oo'jvy; 
f(j  'Vj/f^  ao'j).  —  X7.1  33-:7.'.  kann  sehr  wohl  =  ihvj]  sein  (vgl.  zu 
5,  14),  wohinter  das  unentbehrliche  "S  ausgefallen  ist.  Zu  ib): 
vgl.  noch  8,18.  11,33.  Im  Syr.  sind  die  Aequivalente  von 
m^ — 12  ausgefallen.  —  ti^cj  res]  vgl.  zu  4,  2.  Syr.  a^ifcii  üztz. 
13.  irj  vgl.  7,23.  Prv.  29,17.  Syr.  falsch  erklärend: 
lehre.  —  "hv;  izzn']  vgl.  40,  1.  1  Keg.  12,  10.  Syr.:  und  mache 
hart  (ii^pa)  auf  ihm  (=  ?h';  vgl.  6,  30).  Gr.  vielleicht  frei:  xal 
zp';a::rj.'.  iv  aoTtf  (13,  4);  doch  vgl.  zu  6,  30.  51,  17.  —  in':*;»^]  Syr. 
nmSrc;,  Gr.  sv  tTj  7.3/r,|j.o3uvTfj  (LXX  Gen.  34,  7  =  nhij)  au-o-j 
(nur  B  (55  308)  crou).  Auch  Anton.  1045  Sah.  Aeth.  Lat.  haben 
oi'j-o'l  —  Nur  B  (254  308)  haben  zoot/.o'V(„  alle  anderen  (auch 
Anton.  Aeth.  Lat.)  -[ioaxo-Vr,?,  Syr.  ']hpp:.  Das  führt  anscheinend 
auf  "p'pnn  oder  hpnn  (vgl.  15,  12  und  zu  13,  22).  Aber  Syr. 
kann  dem  Gr.  gefolgt  sein.  Zu  v^r.^  stimmt  nämlich  auffällig 
arab.  vhn,  den  Kopf  aus  etwas  herausstrecken,  worin  er  bis 
dahin  war  (von  Menschen  und  Tieren),  dann  (in  der  VI.)  stolz 
mit  hochgetragenem  Kopfe  einhergehen.  So  geht  das  Bild  vom 
Joch  weiter.  Ich  halte  h';n\  (vgl.  Jer.  51,  3)  für  Korrektur  zu 
ySn'.  Die  Schreibung  -ny'^r.''  könnte  übrigens  auf  "[2  2j?':n''  hin- 
führen. Grimme  vermutet  "2  SSyn'';  vgl.  Num.  22,29,  wo  das 
vom  Esel  gesagt  wird. 


268  Sir.  30,  1—24.    :?3,  13—3.'),  13. 

14.  B»"'  k  (296  307  308)  praem.  -äsf/t  ß[>(«[xaT(«v,  55  254 
praem.  Trsf/i  uyistac;  vgl.  zu  v.  16.  18.  34,  12.  —  Syr.  schlecht: 
denn  (i^J)  besser  usw. —  "m]  so  Ex.  1,19  und  oft  im  Neuliebr. ; 
Tgl.  zu  V.  15  und  zu  1,  18.  34,  20.  Gr.  üyit^?  x7.l  is/uwv  =  Syr. 
V'iu^)  Tn.  Aber  blosses  "m  ist  durch  y::)  geschützt,  und  Syr. 
folgte  wohl  deru  Gr.,  der  mit  xat  layomv  ioi:j?n  vorwegnimmt 
(Peters).  —  wsrp]  vgl.  v.  16.  Tbr.  4,  7.  Syr.  noii'lja,  Gr.  r?j  i^si 
(vgl.  Symm.  Thr.  4,7.  LXX  Jdc.  14,9);  Lat.  viribus,  was 
möglicherweise  auf  eine  andere  Uebersetzung  von  iDlf^a  zurück- 
geht (Herkenne).  —  VJJ'i]  Syr.  der  geschlagen  ist  (K^Tin)  =  Gr. 
|i,£|xaaxi7(ü[i.£vo^  (vgl.  zu  23,  11).  Lat.  inibecillis  et  flagellatus.  — 
T\U^22]  Gr.  £i;  aÄixa  (48,  13.  51,  2)  otuxolj.  Lat.  malitia. 

15.  nii'  ^''u]  =  Syr.  «"nti^i  ^"n  (Araber  vielleicht  aii^)  v). 
Gr.  Gyeia  xal  sk^ta.  Beide  lasen  "iti^  (Gr.  aber  schwerlich  "iti'l  CTt), 
das  Gr.  in  dem  aus  v.  16  deutlichen  Sinne  verstand.  Die  Aus- 
sprache (ob  -it^  oder  ia>)  ist  nicht  festzustellen.  Es  entsprechen 
dann  einander  C'n  und  mn,  und  der  Sinn  ist  ,.ein  Leben  in  Ge- 
sundheit". Nicht  unmöglich  ist  freilich  die  Randlesart  lü^  (vgl. 
7,  24.  38,  16  und  '^1if  Prv.  3,  8),  die  weiter  in  nii'S  (so  richtig  J. 
Levi)  korrigiert  wurde;  vgl.  ü^^^^  "'"n  Prv.  14,30  und  zu  34,20. 
Lat.  Salus  animae  in  sanctitate  justitiae.  —  '•n'^ix]  vgl.  "rnro  Ps. 
84,  11,  und  zu  25,  16.  Syr.  nam,  Gr.  ßsX-t'cov  (S  ß^xiov,  70  ßsXxiw). 
—  (CD]  Syr.  «nm  p,  Gr.  frei:  iravxoc  ypuatou,  Lat.  omni  auro  et 
argento  (s.  z.  2,  5). —  nnia  nni]  anders  Neh.  9,20,  hier  wie  21»  a'?. 
Gr.  (xai  a(u[j.a  s-jfxocJxov)  las  vielleicht  anders,  aber  Hebr.  ist  durch 
22h  yitä  V.  16  geschützt.  Die  Aenderung  Trveutxa  liegt  nahe.  —  c^Jcc] 
vgl.   7,  19.  34,6.  Gr.  frei:  r^  oXßo,-  a[x£xpr/^^^-  (16;  17). 

16.  B  (improb.  B')  248  155  praem.  r.spt  ßpwixaxwv  (155 
xpr|[xaxa)v,  248  ßpa)[xaxoc),  A^ '°^- "^"p-  C  "''•  ®^='"-  praem.  T:ept  uysia?; 
vgl.  zu  V.  14.  18.  —  CJV  Iti'  ^^)V  hv]  Gr.  ßsXxuov  uysia?  aa)|j,axöc, 
Syr.  wie  die  Festigkeit  des  Leibes  (xiJoi  xmTiti^).  Beide  drücken 
ni^lV  2^  nicht  aus.  Es  ist  aber  durch  den  Parallelismus  in  b 
einigermassen  geschützt,  und  Lat.  hat  für  a:  non  est  census 
super  censum  salutis  corporis.  —  nsia]  Gr.  schlecht:  s-j'^posuvr^ 
=  Syr.  xnnn.  Denn  Freude  ist  immer  Herzensfreude,  übrigens 
ist  roil3  durch  32S  21J2  gedeckt.  Gr.  nahm  den  Sinn  des  letzteren 
vorauf,  und  Syr.  folgte  ihm.  —  22b  3112  hv]  vgl.  Dt.  28, 47. 
Jes.  65, 14.   Gr.  uTisp  /apav  xapoiac,  Syr.  wie  ein  gutes  Herz.  — 


gir.  30,  15-19.  269 

Reifmann  (Haasif  III  250)  zitiert  aus  z^T:zr\  "inaa  (vgl.  Cowley- 
Neubauer  S.  XXX)  No.  457  (==  p.  49,20  ed.  Filipowski):  |\s* 
31B  3'72  nw^yj  xSi  niNnz:  ii^iy.  Vgl.  schon  J.  Buxtorf,  Floril.  303. 

17.  3ii2j  Syr.  npz  (25,  16).  —  moS]  Gr.  {}avaTo?.  —  Syr. 
drückt  wy'i  WTir:  aus,  ebenso  Gr.  Denn  itixpav  (vgl,  Ex.  1,  14)  ist 
durch  falsche  Auflösung  aus  zvpav  (=:  -ovr^pav  Cod.  254)  ent- 
standen. Vgl.  29,  24  und  Oava-ro?  rovr^po;  28,  21.  Dahinter  ist 
ist  nur  in  70  S*=*  Lat.  erhalten:  y.ctl  dva-ausi?  (zituvioc  ^  dSij?  nm:) ; 
vgl.  zu  39,  11.  46,  19.  48,  13,  und  betr.  attov.oc  zu  45,  15.  Ver- 
mutlich Hess  man  die  Worte  wegen  ihrer  religiösen  Bedenklich- 
keit fort.  —  nmj]  sonst  nicht  belegt.  —  Syr.  nach  der  Variante: 
und  liinabzusteigen  in  die  Scheol.  Aber  das  passt  schlechter 
zum  Folgenden  und  ist  gleichmacherisch  zu  a  fingiert.  —  2S2] 
Syr.  K2X2,  Gr.  apr>to3r/;[xa  (vgl.  zu  7, 35).  —  Syr.  (o'^p)  drückt 
eher  if2)V  aus,  das  auch  durch  i'fijxovov  (vgl.  7,  22  sowie  6,  8.  11,  17. 
42,  23.  44,  13)  mehr  empfohlen  wird  als  pw  (44,  11).  Vgl.  sonst 
Dt.  28,  59.  —  In  der  Variante  ist  nnS  (ebenso  ist  IT^  auszu- 
sprechen) neuhebräische  Infinitivbildung. 

18.  296  308  Sah.  praem.  ~tp\  l^ptojxa-tov ;  vgl.  zu  v.  14.  — 
nricii^  naitt]  =  Gr.  olyjM  ixxs/'jasva  (248  (x)cxXsi3u.£va  r=  Syr. 
pröl).  Das  letztere  ist  schlecht,  da  nnsK'  durch  n:i'0  gedeckt 
ist.  Lat.  bona  abscondita  (=  xsxpu[xtx£va?).  Entweder  gehen  248 
Lat.  Syr.  auf  einen  jüngeren  hebr.  Text  zurück  oder  Syr.  folgte 
dem  griechischen  Text  von  cod.  248.  —  nc]  ist  gegen  CiD  wohl 
festzuhalten.  —  nci^n]  in  allgemeiner  Bedeutung  wie  Num. 
18,  11.  Gr.  ösiiaxa  ßpo>[j.at«>v  (106  r^  ßpwjxaTcuv  7re}x[ia-a).  Nur  B 
Syroh.  haben  i>£|xot,  letzterer  las  übrigens  vielleicht  -czpaxsiixEvwv. 
Lat.  quasi  appositiones  epularura,  Syr.  wie  Speisen  (=  ßptujxaxtüv), 
—  Vl^J  ''JbS  n}^Ki]  Gr.  'i:apax£''}x£va  iizi  (248  om.,  70  155  iv)  xacp«), 
Lat.  cii'cumpositae  sepulcro.  Syr.  die  gelegt  sind  auf  ein  Grab. 
Der  Singular  h'h:  nur  hier.  Gr.  las  (oder  dachte  an)  hh):,  s'^'^u, 
wie  neuhebr.  und  aram.  der  Schlussstein  des  Grabes  heisst. 
Aber  nach  nci:n  und  v.  19  ist  Hebr.  im  Recht.  Vgl.  auch  zu 
7,  33.     Auch  im  Kanon  hat  ri'n  öfter  kultischen  Sinn. 

19.  Gr.  für  a:  ~(  a'j[i.'^£p£i  xapTTüJsic  eiowXu),  Syr.  welcher 
Nutzen  ist  den  Bildern  der  Völker.  Auf  ••  no  folgt  ein  Buch- 
stabe, der  schwerlich  als  j:  oder  \i^,  sondern  wohl  nur  als  y  (so 
auch  J.  Levi   und  Peters)  gelesen  werden    kann.     Nach  Gr.  2B'' 


270  Sir.  30,  1—24.    33,  13—86,  13. 

(so  Schechter  vgl.  37,  28)  oder  h^T  (=  '^T»';  so  J.  Levi)  zu 
ergänzen,  hilft  nichts,  da  ein  Subject  fehlt.  Ich  ergänze  isnr  (vgl. 
die  Nomina  38,  11.  50,  14),  da  bei  l'rr  die  Spitze  des  h  sichtbar 
sein  würde.  Gr.,  dem  »Syr.  teilweise  folgt,  hat  das  Verbum  mit 
auficpspei  xa'pTTwai;  übersetzt  und  dafür  ClJ  übergangen.  —  ''Si'^jS] 
so  ist  eher  zu  lesen  als  ^'^^'jx'?,  für  das  der  Raum  nicht  reicht. 
Syr.  NöSir':,  Gr.  sioojAu)  -(und  danach  b  im  Singular).  —  »S  "ii^s) 
Gr.  o'jTs  '(dp. —  pSr«''|  Syr.  add.  und  nicht  trinken  (w  Maus.  om.).  — 
[pn^]T]  Syr.  pnns,  Gr.  oacppT/i)-^;.  —  Vgl.  Dt.  4,28.  Ps.  115,4—6. 

—  "^f^fv;  iS  Uf'"tif  •'0  p]  wird  vom  Syr.  wörtlich  wiedergegeben, 
dagegen  hat  Gr.  für  c  und  d:  ou-oj;  6  £y.ouoy.o;xsyrj;  (Syroh.  yanno 
=  £xoixou;j.svoc)  uro  xüptofj  (Lat.  add.  portans  mercedes  iniquitatis). 
Hier  kann  ni^ij;  in  )W))!  verlesen  sein,  das  mit  x-jf^oc  auto-j  wieder- 
gegeben wurde  (vgl.  zu  46,13.  3,16).  Aber  £xouoxo;x£voc(=K>jK>ö?) 
bezw.  ixSixoufisvo?  kann  ich  nicht  erklären.  Zu  letzterem  darf  man 
schwerlich  die  Glosse  iTö  it^pno  ''''"'T  vergleichen,  die  hinter  v.  20 
mit  20,  4b a  im  Hebr.  folgt.  Vgl.  sonst  zu  5,  3.  —  rurü]  das 
Verbum  ist  sonst  neuhebr.,  aram.  und  syr.  —  'OOö]  ist  nach  Syr. 
n3  angenommen. 

20.  [n:Knöi]  rryn  [nsn]]  Syr.  und  sehend  mit  seinen  Augen 
und  seufzend  (runnia),  Gr.  (iXi-vy>  sv  ooOctAfxoi;  (106  C  add.  a-koo) 
xotl  a-£vaC<uv.  Ich  nehme  raxnai  (s.  z.  25,  18)  an,  nach  b,  wo  es 
aus  a  eingedrungen  freilich  schon  dem  Gr.  vorlag,  dann  aber 
auch  das  Particip  nxn.  —  mj;:]  Gr.  TiapHsvov  (vgl.  zu  15,  2  und 
LXX).  Es  ist  in  der  Tat  wie  41,  22  (s.  d.)  schwerlich  eine  Sklavin 
gemeint;  vgl.  auch  20,  4.  —  Im  Syr.  fehlt  b,  der  dafür  den  hier 
eingedrungenen  Stichus  20,  4a  übersetzt;  s.  dort  über  das  Weitere. 

21.  Zu  a  vgl.  38,  20  Gr.  —  p';)]  leg.  \)ih  =  Syr.  winS, 
Gr.  ek  XuTir/v;  vgl.  v.  23  und  zu  14,  1.  —  Lat.  für  a:  tristitiam 
non  des  animae  tuae;  vgl.  Cod.  155  [xr)  oa)3-(j;  Xu-r^v  xfj  ^uyji  aou. 

—  Syr.  für  b:  nnd  nicht  stosse  an  {hpnri}  an  dem  Rate  deiner 
Seele  =  "jn^f^n  h^^n.  Der  Fehler  -[iij?;  ist  aus  Ps.  31,  11  ein- 
gedrungen. Aber  nach  Gr.  y.al  [j.)j  (155  [irfii)  ^Ivb-^fi  asotuxov  (= 
Syr.  deiner  Seele)  h  ßouXrj  aou  muss  man  die  hebr.  Lesarten 
kombinieren  zu:  "[n^v^n  "S-iyrn.  Zur  Konstruktion  vgl.  zu  7,  7. 
nsfy  =  Kummer  wie  Ps.  13,  3.  h''\^2n  ist  hier  =  ermüden,  plagen 
(Gr.  ftX':<}if^?);  vgl.  2h  h)\i^2n  (1  Sam.  25,31)  oder  vielmehr  = 
töten    (34,25.    Dan.    11,33).     Neuhebräisch    bedeutet    das    Piel 


Sir.  äO,  20—23.  271 

auch  schwächen,  das  Nifal  verwundet  werden.  Vgl.  auch  St^lD 
41,  2.  42,  8. 

22.  cn]  Syr.  y:  pjx  (sc.  K^n),  Cod.  248  aorr^  (sc.  su^posuvr^). 
Grimme  will  SM  herstellen;  allerdings  sind  die  von  Ewald 
§  319  c  angeführten  Beispiele  anderer  Art.  —  Gr.  dvöpwTrou  für 
it'^s,  und  avopoc  für  üiü,  Syr.  beide  Mal  siyjna.  —  Lat.  schaltet 
hinter  a  ein:  et  thesaurus  sine  defectione  sanctitatis.  Dazu  ver- 
gleicht Schlatter  Clem.  AI.  Paed.  III  12^87:  aocpia;  oh.  {>r|afaupol 
7.v3xX£i-Toi,  und  Stählin  Strom.  V  4,23:  ^r^aauprA  Zk  xoS  Osou  xotl 
-XotjToc  avcxXiTTYic  "z)  ousUr^paxoc  icjTi  öo'^rot. —  S''j]  Syr.  das  Nachdenken 
(SiTVin).  Vielleicht  las  er  nyrn,  das  er  miss verstand.  —  lex  yii^n] 
der  Fehler  ist  wohl  durch  Missverständnis  von  pcifp  (v.  23)  her- 
beigeführt; vgl.  auch  Prv.  19, 11  (Schechter). —  Gr.  [xa/por^iaspsuctu 
(1,  12.  20),  Syr.  mehrt  sein  Leben.   Zu  vermuten  ist  D''a\ 

23.  noj  Syr.  ':iti^,  Gr.  dylr.a,  aber  so  nur  BAS*  k  (55 
157  248  296  v),  die  übrigen  (auch  Aeth.)  drAxa  (Sah.  tröste); 
vgl.  zu  14,  16.  —  r"'E'i]  Syr.  ebenso  rci.  Gr.  Tap^xocXsi.  Im  Sy- 
rischen und  Arabischen  bedeutet  das  Pael  kühlen,  erquicken,  im 
Aram.  und  Neuhebr.  wird  das  Kai  im  Sinne  von  erschlaffen, 
nachlassen  (so  auch  vom  Rausch),  gebraucht,  im  Pael  und  Afel 
bedeutet  es  schwächen,  verschwinden  machen.  Vgl.  nJlo  und 
m:icn  Thr.  2, 18.  3,  49.  Hier  kann  das  Verbum  aber  nur  nach 
der  Uebersetzung  von  Gr.  Syr.  verstanden  werden  (ähnlich  yn 
12,5a);  vgl.  noch  zu  34,2.  Der  Ambrosianus  hat  jScsi;  vgl. 
hierzu  Targ.  Jer.  II  Gen.  45,  26  und  Targ.  Prv.  14,  30).  —  Lat. 
für  a:  miserere  animae  tuae  confidens  deo  et  contine,  (et)  congrega 
(vgl.  zu  17,  24)  cor  tuum  in  sanctitate  eins.  —  ]'^^^p'^]  Syr.  »nnDl, 
Gr.  xotl  XuTT'/jv.  '^'iZi^ip  findet  sich  neuhebr.  neben  rjjrp.  LXX  über- 
setzt das  Verbum  oft  mit  luTzzXabar,  vgl.  neuhebr.  nciJfp  (Trauer, 
Klage),  syr.  ?]^2:p  und  sc::p.  2  Reg.  3,  27  setzt  LXX  für  das 
Nomen  ?j2:p  jjLsxajxsXo? ;  vgl.  unten  35,  19  ?]2:pnn.  Der  Bedeutungs- 
wechsel von  Zorn  und  Kummer  findet  sich  auch  bei  F]yi,  mn,  ti'cj  "lö. 

—  pn"nj  Gr.  [X7.xpav  oLTzotSTr^csov;    vgl.  Gr.  Hebr.  zu   13,  10.  9,  13. 

—  Zu  c  vgl.  zu  V.  21.  —  p]  leg.  pi;  Syr.  Win,  Gr.  -q  l6--q 
(vgl.  zu  V.  21).  —  rhyn]  wie  41,  14.  Sprich  nSvn  oder  rhvß; 
vgl.  neuhebr.  nSyin  und  Schechter  z.  St.  Gr.  beide  Mal  tucpsXeia. 
Vgl.  auch  38,  21.  — ■  ])^^p^]  Gr.  Iv  au-fj,  weil  er  Xutty]  verbraucht 
hat.  —  Syr.  für  d:  und  umgebracht  hat  (maisi)  sie  die  Traurig- 


272  ^'i"-  30,  1—24.    33,  13—36,  13. 

keit  (Knm).  Ob  er  in  seiner  hebräischen  Vorlage  anders  las, 
ist  zweifelhaft.  Anderenfalls  aber  ist  er  wohl  von  einem  grie- 
chischen Texte  beeintlusst.  Nämlich  für  c/.-i/.xc'.vsv  (=  rn)  haben 
70  106  k  157  8AC  155  296  Sah.  a-ojAsasv,  dagegen  248,  der 
d  auslässt,   aTrwXsasv  xal  a-r/.xs'.vsv. 

24.  p][kJi  nK:p]  vgl.  40,5  (emend. )  nwpi  ?]K:  Syr.  NTJm  am, 
Gr.  ^r^lo;  y.cd  Ö'j[j.rk.  —  räp'j  vgl.  Ps.  102,  24.  Gr.  IXoctxoücjiv,  dag. 
Syr.  i^Sio  (Ambr.  p':ane).  —  nj;  x'raij  Syr.  pT:3:2  sSn,  Gr.  xotl  -po 
xaipou;  vgl.  zu  51,  30.  —  |'p*n]  das  Hifil  so  nicht  im  Kanon.  Gr. 
77(^7.;  «Yst  (Lat.  adducet,  al.  adducit),  Syr.  danach  nrrm  apzü.  — 
n:si]  =  Gr.  »xspi.jLvoc,  Syr.  xnc2:  (34,  1.  2.  42,  9). 

33,  13  bc.  Zu  nw  vgl.  34,  20.  Prv.  6,  10.  24,  33.  Da 
das  Distichon  zum  Folgenden  gehört,  ist  es  in  der  Ordnung, 
dass  schon  hier  vom  Schlafe  die  Rede  ist.  Gr.  XajxTrpd  -/apo-'c« 
X7.t  7.77.1)-)]  £7:'  £oici|j.a(jiv  Twv  ßp(o;xaVov  7ijTrjC  £Triix3Xr^3£T7t.  Er  lässt 
mJK^  aus  und  zieht  die  beiden  Stichen  in  einen  Satz  zusammen. 
Dabei  scheint  er  ma  doppelt  mit  Xajx-pa  (vgl.  34,  23)  und  ocyailr^ 
zu  übersetzen,  rnn  mit  iru.  Er  übergeht  )  und  versteht  vhv  rhy 
nach  Analogie  von  11,  5.  25,  7.  Dagegen  erklärt  Syr.  in  b 
richtig:  und  alles,  das  es  isst,  geht  hinauf  auf  sein  Fleisch.  nS 
steht  nämlich  im  persönlichen  Sinne  (s.  z.  3,  26).  In  a  stimmt 
Syr.  wesentlich  mit  dem  Gr.,  mit  Umstellung  der  Worte:  ein 
gutes  Herz,  viel  (vgl.  zu  29,  22)  sind  seine  Speisen.  Lat. 
splendidum  cor  et  (Am.  Sang.  Theoder.  om.  et)  bonirni  in  epulis 
(est),  epulae  enim  eius  diligenter  fiunt.  —  Möglich  ist  immerhin, 
dass  Gr.  und  Syr.  lasen:  D^öj?t2a  ;t  irc  ih,  d.  h.  ein  frohes  Herz 
ist  so  gut  wie  viele  Leckerbissen.  —  Vgl.  Aboth  de  R.  Nathan 
c.  26  iciJ  hv  n'hv  cTi^^  n^'p^lK  (nach  Schechter  z.  St.),  und  übrigens 
Prv.  15,15  (J.  Levi).  —  c^ör^ö]  vgl.  34,21.  36,24.  37,29.  40,29. 
Gr.  hat  36,  24  ßptoaata  (Syr.  NOpa),  sonst  soiaiicuza  (Syr.  KnS:«ö), 
aber  das  Wort  scheint  überall  wie  im  Kanon  Leckerbissen  zu 
bedeuten.     Vgl.   auch  Gr.  29,  22. 

34,  1.  y\£f]  nur  hier  und  42, 9,  wo  der  Fehler  yuf  wieder- 
kehrt; vgl.  das  neuhebr.  nrp\^  38,  26.  Syr.  sinti^,  Gr.  avpoTr^'a 
(vgl.  V.  2.  38,  26.  27.  28.  30.  42,  9.  Prol.  7  sowie  d'ipoTtvsCv  30,25). 
Die  Bedeutungsverwandtschaft  von  ip^  und  n:'^  yncn  kann  ich  im 
Deutschen    nicht    wiedergeben.  —    y^v]  so  auch  Syr.,    dagegen 


Sir.  30,  24—34,  2.  273 

Gr.  -Xou-ou  und  für  mti'  aapxac.  Sah.  freilich  „des  Reichen" 
und  „sein  Fleisch".  Aber  in  seiner  griechischen  Vorlage  kann 
spontan  derselbe  Fehler  entstanden  sein  wie  im  Hebr.  (vgl.  v.  3). 
Nach  iTna  n:sn  v.  2  und  nr:Nn  42,  9  muss  injiKi  die  Sorge  um 
den  Reichtum  sein,  es  ist  deshalb  lU-y  zu  lesen.  —  nna"]  Syr. 
nno  =  Gr.  £xtr;/.£i,  Lat.  tabefaciet  (tabefacit);  vgl.  38,  28,  wo 
freilich  die  Lesart  unsicher  ist.  Vielleicht  las  Gr.  hier  nDö\ 
Das  Verbum  wird  im  Targ.  öfter  von  der  Abnahme  des  Körpers 
gebraucht  (z.  B.  Num.  5,  21.  22.  27.  Lev.  26,  39),  wogegen  nna 
zur  Sorge  weniger  zu  passen  scheint.  —  "n^ti^]  lies  ist:'  (s.  o.), 
das  1  gehört  zum  folgenden  Wort.  —  In  b  stand  dasselbe  wie 
42,  9  b,  im  Text  der  Hs.  ist  der  Stichus  nach  2  a  entstellt,  der 
Rand  stellt  richtig  her:  injsm  =  xal  yj  ixspijxva  ocj-ou;  Syr.:  und 
die  Sorge  («ncÄl  vgl.  30,  24).  Dagegen  ist  der  Text  im  Recht 
mit  vncn  =  Gr.  acpisia  (vgl.  Hebr.  Gr.  zu  38,  20.  42,  9.  47,  23). 
Das  Hifll  heisst  hier  und  42, 9  aufstören  (vgl.  Ex.  5,  4).  Syr. 
smcö.  —  Für  nm  hat  aber  Gr.  ü'ttvov,  Syr.  seinen  Schlaf  (nnJif^), 
und  n:'^  ist  auch  nach  42,9  anzunehmen,  wogegen  naiJ  aus  2  a 
eingedrungen  ist. 

2.  iTne  nj.si]  =  Syr.  wiim  xnci;;  Gr.  dagegen  [X£pi[xv7. 
d'irju-\>(ac.  Aber  «YpuKviW  ist  aus  v.  1  eingedrungener  Fehler. 
Lat.  cogitatus  praescientiae ;  Am.  Sang.  Theodor,  praesentiae, 
wonach  Herkenne  -npouaiac  vermutet.  —  :ncn]  Gr.  'y-y.kr^a^i,  das 
schon  Bretschneider  nach  Lat.  (avertit)  in  aroofTr^asi  änderte,  vgl, 
Lat.  zu  38,  10.  47,  23.  24.  AUerdings  hat  Lat.  v.  1  auferet. 
Aeth.:  beendigt.  Es  ist  zu  vermuten,  dass  Gr.  Avie  in  Ib  yncn 
las.  Syr.  hat  Kpm,  vielleicht  =  :ncn.  —  nau]  =  Syr.  xnoiJ, 
Gr.  v'jcjTaYfjLov ;  vgl.  Prv.  23,  21.  Lat.  nach  Korrektur:  sensuni, 
ebenso  in  b:  animam  für  u-vov.  —  p:n  ^hm)]  wofür  der  Rand 
"in  rhuü)  (s.  z.  38,  9),  Syr.  und  eine  starke  Krankheit,  Gr.  xctt 
appcuaTr^jxct  [iapu.  Aber  diese  Uebereinstimmung  ist  nicht  be- 
weisend, und  'n  '•'jnD  kann  heissen :  mehr  als  eine  schwere  Krank- 
heit. —  noi3  (R.  jnen)  yncn]  Syr.  an'^  snea,  Gr.  iwr^^ti  (Syroh. 
Y^n  =  i-A-imUi?)  u-voy,  so  B*  ^  ^'d-  C  307  k  68  296  308  Aeth., 
wogegen  die  anderen  mit  Sah.  schlecht  u7r,/oc,  weil  sxvr/fsw  sonst 
intransitiv  gebraucht  wird.  Ohne  Zweifel  ist  n:"^  anzunehmen, 
weil  noii  in  a  steht.  Uebrigens  las  Syr.  w^ohl  v^isn,  Gr.  dagegen 
etwas  anderes.     Offenbar  soll  der  Ausdruck  von  Ib  in  2  a,  und 

Smend,  Sirach-Kommentar.  18 


274  Sir.  30,  1—24.    33,  13—36, 13. 

beide  in  2b  überboten  sein.  Tn  2a  geschieht  das  durch  Aenderung 
des  Objelits,  wenn  wir  doi-t  nach  (4i-.  j;''icn  annehmen,  in  2b 
durch  Aenderung  des  Verbums,  wenn  wir  hier  nach  Gr.  yicn 
verwerfen.  Levy  s.  v,  l)elegt  ncn  als  neuhebräisch  mit  einer 
Stelle,  an  der  es  bedeuten  soll,  dass  der  Baum  seine  Früchte 
schwinden  lässt,  und  arabisch  bedeutet  die  Wurzel  in  der  Tat 
entfernen.  Hier  müsste  das  Wort  etwa  verjagen,  völlig  beseitigen, 
bedeuten.  Dagegen  führt  Gr.  ^xvr/j/si  vielleicht  auf  r'cn.  Vgl. 
Ixv//];ic  für  n2]Z!  und  m:icn  Thr.  2,  18.  3,  49.  Diese  Bedeutung 
hat  die  Wurzel  auch  im  Aramäischen  und  Neuhebräischen;  vgl. 
zu  30,  23,  wo  das  Fiel  freilich  anderen  Sinn  hat.  —  Das  im 
Hebr.  folgende  Distichon  gehört  keinenfalls  hierher,  ist  auch 
schwerlich  echt.     Vgl.  ähnliches  22,  22  ff.  27,  16  ff. 

3.  'hr2V]  Rand  und  Syr.  ^öj;,  Gr.  sxo-iacjs  (v.  4.  11,11). — 
h2ph]  ist  aus  b  eingedrungen.  Syr.  (iti'j^aS)  und  Gr.  (iv  süvaYWYT, ; 
vgl.  zu  5,  9.  11)  =  ppS;  vgl.  14,  4.  25,  3.  Uebrigens  hat  der 
Infinitiv  mit  h  hier  und  v.  4  zuständliche  Bedeutung.  —  pn]  Syr. 
xor:,  Gr.  -/p-zjixaTtov.  —  mr  csi]  Syr.  hier  n'-innai,  v.  4  n^^nni  |ni, 
Gr.  beide  Mal:  xocl  iv  r(j  dva-auasi  (248  v.  4  add.  otu-ou).  —  ^^p^] 
Gr.  dem  Sinne  nach  richtig:  £[jL-t[X7rXaxai,  d.  h.  er  ruht,  indem  er  das 
tut. —  :i:j?n]  Gr.  -c^jw^-qiid-oiv  (zuiou  (s.  z.  18,  32).  —  Vgl.  41,  1  d  Hebr. 

4.  Von  den  4  Stichen  des  Hebr.  geben  der  dritte  und  der 
zweite  den  ursprünglichen  und  von  Gr.  gelesenen  Text,  Auch 
Syr,  übersetzt  nur  sie.  —  "iriD  "iDn^]  ist  nach  v.  30  Inf.  Fiel  (vgl. 
ppS  V.  3  und  zum  Ausdruck  auch  zu  11,12).  Gr.  frei:  iv  (v.  3) 
zXrxx-mazi  ßiou  =  indem  er  sein  Leben  (d.  h.  seine  Lebenszeit) 
mindert.  Syr.  folgt  ihm:  moiy  nn^Dn'?.  Dagegen  ist  in'^a  falsche 
Erklärung  von  ins,  als  ob  es  hier  Vermögen  Messe.  —  bnv  statt 
j?:""  ist  durch  v.  3  empfohlen.  —  "[ni:  iTiTJ  nach  dem  Aramäischen 
und  Syrischen  wäre  T]ns  (vgl.  35,  7)  zu  sprechen;  doch  vgl. 
zu  42,  21,  wonach  r^y^  ebenso  möglich  ist.  Gr.  i-iosr/?  -yivsTai. 
Der  Sinn  ist  aber:  er  hat  nichts  zu  essen.  —  )h  nmj  vgl.  v,  21. 
Job.  3,  13  'h  mr  und  Ew.  §  295  a. 

5.  Gr.  Syr.  drücken  in  a  Dm«  und  in  b  rpn  aus.  Das 
ist  vielleicht  richtig,  da  so  eine  Steigerung  entsteht  und  n:^'' 
besser  zu  ?]iri  stimmt.  Vgl.  sonst  Prv.  28,  20.  —  p"in]  Gr. 
/fi»3tov,  Syr.  wioa  (s.  z.  14,  3).  —  n:i^^  in  Tno]  Syr,  r\2  «rip  ira 

sr^iJ.      Gr.    oiacpöopotv,    ao-h:    (S  248    outo?,    70  otuxa)    7:'kr^a^^f^c:^-0il 


i 


Sir.  34,  3—7.  275 

(296  308  add.  ctuxr;?),  Lat.  consumptiouem  veplebitur  ex  ea. 
Aber  DS  für  b:  et  qui  seqiiitur  multa  in  illis  implanabitur 
(ähnlich  Paulinus  bei  Sabatier).  Schon  Grotiiis  eniendierte  Siacpopov, 
Bretschneider  7rXavr|i}-/5a£Tai.  Vielleicht  ist  oi7/fopa  sv  ototoTc  TzXavr^- 
Or^as-ai  herzustellen.  Vgl.  zu  7,  18.  TnQ  ist  wie  dort  =  Geld. —  Rand 
Tian  ist  vielleicht  Erklärimg  von  m.  Bacher  vergleicht  Koh.  5,  9. 

6.  Syr.  für  a  willkürlich :  Viele  nämlich  (T*:,  w  Maus,  om.), 
welche  waren,  Reiche.  Gr.  iroXXol  sGoör^aotv  stc  --öüixa  /«piv  ypuaiou. 
Lat.  om.  //>-piv;  es  erklärt  sich  aber  wohl  aus  Einwirkung  von 
b}}  (35,  2)  in  b.  Man  könnte  das  ''SSn  des  Randes  zur  Not  nach 
28,  18  (Gr.  TciTTTEiv)  verstehen  und  annehmen,  dass  Gr.  Wendungen 
wie  Dan.  1,  11.  Ez.  31,  14.  Esra  9,  7  im  Sinne  hatte.  Aber  die 
richtige  Lesart  ist  augenscheinlich  sBs&rjaav  (so  cod.  248)  =  ^h)y]. 
Das  Verbum  bedeutet  hier  aber  nicht  wie  im  Aram.  und  Neuhebr. 
„verwunden",  sondern  wie  arab.  J.xr>  „ein  Tier  in  einer  Schlinge 
fangen".  —  Syr.  für  b  ungenau:  und  sie  vertrauten  auf  ihr 
Vermögen  (piTDDi).  Gr.:  xal  £Y£V7)i}y]  (•?;)  dTrwXsia  «utäv  xaxa  7:poacu-ov 
otuTojv.  Er  zog  IM  aus  a  herüber  und  verlas  c^ic  (zu  7,  19)  in 
DiTJc.  Mindestens  freie  Uebersetzung  ist  dvMkzia  au-üiv,  so  dass 
unklar  bleibt,  was  er  statt  des  offenbar  verderbten  nisizm  las. 
Wahrscheinlich  stand  da  eine  dem  ''Sinn  synonyme  Verbalform, 
zumal  das  Bild  von  der  Falle  v.  7  weitergefülirt  wird.  Da  die 
Nomina  h^n  und  nc  öfter  parallel  sind  und  entsprechend  dem 
syrischen  |nc,  Monx  (vgl.  das  freilich  unsichere  ncn  Jes.  42,  22) 
auch  ein  hebräisches  Denominativum  von  na  angenommen  werden 
darf,  könnte  man  auf  incn  oder  nsiom  schliessen.  Fast  identisch 
sind  a,T  und  sm.  Betr.  hv  vgl.  zu  25,  21.  —  Das  im  Hebr. 
folgende  Distichon  findet  sich  auch  im  Syr.  und  zwar  in  der 
Gestalt  der  Texteslesart  (nur:  „am  Tage  ihres  Endes"  für  cm 
mny).  Es  ist  Glosse  (vgl.  Prv.  11,  4),  die  den  Fehler  nainm 
voraussetzt.  J.  Levi  vergleicht  zu  letzterem  das  Plus  des  Lateiners 
hinter  v.  8:  nee  speravit  in  pecunia  et  thesauris. 

7.  rhpn  ^2]  vgl.  zu  13,23.  Gr.  ^uXov  TrpoaxojjLfxaTo;  ist  wohl 
ursprünglich,  und  rhpr\  yv  =  "Fangholz  =  u^p)^;  vgl.  zu  9,5  und 
Slirna  tu:  Jes.  8,  14.  —  «in]  Syr.  erklärend  siiaa.  —  S^ix]  Gr. 
ToT;  ivöuaia'Couciiv  (248  253  23  OuaiaCouctv)  ocutio,  was  offenbar  falsch 
ist.  106*  k  157  S*  308  Aeth.  lesen  IvÖouatotCouaiv;  vgl.  Aquila 
zu  Soph.  3,  9  (C'ino).    Das  Ursprüngliche  hat  vielleicht  307  mit 

18* 


276  Sir.  30,  1—24.    33,  13—35,  13. 

lvoucjic(Cou3'.v.  Ein  solches  Verbum  ist  freilich  nicht  belegt,  könnte 
aber  „vermögend  sein"  bedeuten.  Auch  dann  bleibt  aber  unklar, 
was  Gr.  las.  Vielleicht  ist  auT(o  erst  in  Folge  des  Fehlers 
IvÖ'jaia'Cooaiv  in  den  Text  gesetzt  (Peters),  Lat.  drückt  es  nicht 
aus.  Er  hat  für  a:  lignum  offensionis  est  aurum  sacrificantium, 
vae  illis  (=  h  ^is?  vgl.  41,  5),  qui  sectantur  illud.  —  nme]  vgl. 
16,  23.     Syr. :  welcher  irrt.  —  u^pr]   Gr.  aimat-m:    vgl.  zu  9,  5. 

8.  u^"'«]  Gr.  Syr.  -Xousioc.  Indessen  haben  Lib.  com.  285 
und  Brev.  Moz.  1305  vir  (Brev.  1182  vir  dives).  Ich  halte  ti'"« 
für  ursprünglich;  Gr.  ist  in  dieser  Phrase  öfter  korrigiert  (s.  z. 
14,  2.  25,  9).  Hier  ist  die  Korrektur  dann  freilich  älter  als  Syr., 
der  ihr  folgte.  —  D''f2r\]  Gr.  7';j.to;j.oc,  wonach  Syr.  m)f2  i^hi.  Vgl. 
44,  17.  —  poo]  das  Wort  ist  hier  zuerst  bezeugt.  Syr.  ebenso, 
Gr.  ypuatou  (s.  z.  7,19).  —  n'^j]  Syr.  «J?I3;  Gr.  ungenau:  sTropsui)-/;. 
—  lieber  den  Lat.  vgl.  zu  v.  6. 

9.  n:  ü)n  "a]  Gr.  xk  sanv  (248  70  106  Lat.  add.  ou-oc).  — 
Iv  Xatp  au-ou]  Lat.  schlecht:  in  vita  sua.  —  Syr.  für  b:  da  er 
viel  Grosstaten  (smnj)  getan  hat  in  seinem  Volke.  —  Vgl.  50,22. 

10.  piTjiif  n:  sin  ^ö]  Syr.  ebenso,  aber  Gr."  richtig:  ~(; 
£8oxifjLacj{>7]  (=:  pi3iti>).  In  dieser  Bedeutung  ist  das  Verbum  sonst 
aram.,  syr.  und  neuhebr.  n:  j^in  ist  aus  v.  9  eingedrungen  (Peters), 
es  fehlt  in  den  Varianten.  Deshalb  sind  auch  ]if  und  n  anfecht- 
bar. —  )2]  Syr.  n':,  aber  w  Maus.  Ambr.  Mas.  I  haben  nn.  — 
dV^I]  =  Gr.  s-öXciüJi}-/}.  Aber  Gr.  denkt  mit  Unrecht  nur  an 
die  Sünde,  nSti^'^i  schliesst  die  Strafe  ein  (vgl.  Job.  9,4).  M^l 
ü)h^  )h  ist  richtige  Erklärung,  nach  der  Syr.  übersetzt.  — 
nii^zrh  )h  n\m]  Syr.  ebenso,  Gr.  xal  la-o)  (254  106  sa-oti,  Syroh. 
23  70  S  <=^  Icrxoti  autoj)  sie  y.a6/-/;aiv,  Lat.  (et)  erit  illi  (in)  gloria 
aeterna.  —  Für  t.d  hat  Syr.  «ya.  —  nvi  Virh)]  Gr.  xal  TMr^aai 
7.0x6.  (248  Sah.  xaxt'ocv).  Aber  besser  Syr. :  und  böses  tun  seinem 
Gefährten  (=  inv"i).  —  nns]  Gr.  I-oiV^gs.    Syr.   er  tat  böse. 

11.  p  Sj?]  geht  eigentlich  auf  v.  10a  b.  Gr.  om.,  aber 
248  70  oia  -ouTo,  Lat.  ideo.  —  Lies  pm''  (vgl.  2  Reg.  14,  5)  nach 
Gr.  a-spscof^r^asiat  (vgl.  42,  11.  50,  1),  Syr.  ]^v^.  —  imts]  vgl.  45,26. 
44,  11.  —  in'^nm]  Gr.  xal  Ta;  sXsr^jj-ocj'Jya?  a-jTou,  was  möglicher 
Weise  auf  ein  schlechtes  inpni:  (=  seine  Frömmigkeit)  zurück- 
geht; vgl.  aber  44,  15.  39, 10.  —  hnp  icD^]  Syr.  Plural  (christlich). 
Lat.  enarrabit  (omnis)  ecclesia  sanctorum. 


Sir.  3i,  8— 13bc.  277 

12a  b.  nn^  pi  cn^  now]  254  -trA  [3r>to[i.aT(üv;  vgl.  zu  30,  14 
und  zu  V.  17.  —  ""J^J  Gr.  om.  —  rtn2^^  —  es]  Gr.  nur:  Ixailiaa^ 
(vgl.  35,  1),  248  korrigiert  xafliaa,-  (vgl.  zu  1,  26).  —  Sm  ]nh'2f  hv] 
=  Gr.  i-\  ■zrjrj.T.iy^c  |x37C(X-/)c.  Dagegen  Syr. :  am  Tische  eines 
reichen  Mannes  =  Rand  h)i:  tt'\^  |nW  hv ;  vgl.  8,  1 .  Einigermassen 
ist  U'W  überflüssig,  da  auch  h)i2  ]rh]i^  als  Stat.  constr.  verstanden 
werden  müsste  {h)-\:  wie  z.  B.  Lev.  19, 15).  Allerdings  kommt  es 
darauf  an,  dass  auch  andere  Gäste  da  sind.  Aber  bei  einem 
vornehmen  Manne  sind  regelmässig  viele  zu  Gaste.  Uebrigens  ist 
Sn:  u^^ü  auch  8,  1  das  Ursprüngliche.  —  "[iij]  Lat.  add.  prior 
(aus  v.  18). 

12c.  13a.  lösn  ^s]  Gr.  Syr.  praem.  xcti'  (Lat.  om.),  A  C 
307  om.  [j-v  —  vhv  p)z6]  Gr.  iroXXa  (15,  18)  72  -y.  £-'  oc'jr?,c. 
Syi'.  schlecht:  nicht  ist  ausreichendes  (p-zD)  mir.  pv;D  ist  vielleicht 
das  neuhebr.  pieo  (Ueberfluss).  Denkbar  wäre  aber  auch  ein 
piep  =  P'^d;  im  Kanon  findet  sich  pM.  —  nj?i  p  n5?i]  vgl.  zu 
14,  10.  Gr.  xaxov  (Lat.  malus)  Wdahxh:  -rm^rJiZ.  Vermutlich  ist 
yi  Fehler  für  yi,  und  dies  Variante  für  nyi  1^';  vgl.  z.  B,  zvu 
Prv.  15,  17.  17,  1.  —  Syr.  für  13  a:  denn  die  Bosheit  des  Auges 
hasst  Gott  =  Ss  Siiii'  p'  j,n. 

13  b  c.  Syr.  übersetzt  das  c^icai  pj?  j,n'n  ^r  "ico  n:  ""d 
>'ann  nj;ön.  Aber  für  das  unsinnige  n*  T,  das  wohl  aus  nt  'ry 
(Esth.  6,  3)  und  ^:  gemischt  ist,  hat  er  x:n  h'C't:^  =  p  ^y.  Die  starke 
Variirung  der  Stelle  erldärt  sich  aus  der  Schwierigkeit  des 
Ausdrucks,  aber  auch  aus  dem  Anstoss,  den  man  an  dem  Ge- 
danken in  a  nahm.  Gr.  hat  das  ursprüngliche  Sx  p'^n  sS  j^ya  yi 
wie  40,  1  umschrieben  mit  -ov-/;poTSf/ov  (70  praem.  X7.Q  ocpöaXixo-j 
(307  add.  T:ovyj;>oO)  -J.  3XT'.3Tot'..  p'jn  bedeutet  hier  schaffen;  vgl. 
die  Variante  snz  kS  iJ^a  ym,  und  v.  27  die  Variante  "ii'i3  zu  p^m, 
übrigens  Gr.  zu  v.  27.  7,  15.  38, 1.  39,  25.  40,  1.  44,  2  und 
Dt.  4,  19  Hieron.  (creavit).  Spuren  dieses  Sprachgebrauchs 
finden  sich  auch  in  der  neuhebr.  und  samaritan.  Literatur;  vgl. 
Peters  zu  39,  25.  Das  koranische  phv^  stammt  also,  wie  zu  er- 
warten war,  von  den  Juden.  Aber  an  allen  anderen  Stellen 
kann  oder  muss  sogar  pSn  im  Sinne  von  zuteilen,  einsetzen,  be- 
steUen  verstanden  werden;  vgl.  7,15.  15,9.  16,16.  34,27.  38,1. 
39,  25.  40,  1.  44,  2  (vgl.  auch  zu  10,  18j.  Feinfühlig  bemerkt ' 
Grotius  zu  38,1  (ähnlich  zu  39,25.  40,1):  creavit  i.  e.  ordinavit, 


278  Sir.  30,  1—24.    33,  13—35,  13. 

qiiomodo  xTusiv  aliquoties  habuimus.  Die  Bedeutung  „schaffen" 
geht  übrigens  wohl  nicht  von  der  des  Zuteilens,  sondern  eher 
von  der  des  Glcättens,  Gestaltens  aus  (wie  wohl  auch  bei  K13).  — 
Eine  zweite  Variante  zu  a  ist  hü  ü:w  yv  P-  —  Für  b  ist  nach 
Gr.  017.  TO'jTo  C/.ZO  -ay-h:  -po3(o-o'j  (Lat.  ab  omni  facie  sua)  oaxpuEi 
(Lat.  lacriniabitur)  aus  den  Varianten  zu  kombinieren  "'ico  p  hy 
yam  v^i  hz.  Gr.  drehte  aus  Unverstand  hz  'Jca  um;  vgl.  zu 
26,  5  und  Prv.  30,  30.  Für  nyon  ist  der  Inf.  absol.  erforderlich 
(Jer.  13,17).  Das  Auge  ist  eine  Hauptursache  der  Sünde  (Num. 
15,  38 f.  Job.  31,  1),  es  wird  von  Gott  dadurch  gestraft,  dass  es 
von  allem  Unglück  in  besonderem  Masse  betroffen  wird,  indem 
es  weinen  muss.  Die  Varianten  yv  y'in  (al.  T'^  s-  z-  37, 27) 
und  Th  Ci  (Dt.  34,  7)  drücken  die  Ursache  und  die  Folge  der 
Tränen  aus.  Dabei  bildete  vielleicht  ein  fehlerhaftes  mya  das 
Bindeglied  zwischen  nym  und  vi^n  (Peiies).  Aber  r:n  heisst 
neuhebr.  auch  schwitzen,  also  yi*  vielleicht  auch  feucht  sein.  — 
Vgl.  sonst  noch  14,  6. 

15  gehört  vor  v.  14,  da  a^T  und  'Wy  sonst  beziehungslos 
sind.  Auch  schliesst  sich  v.  16  unmittelbar  an  v.  14  an.  — 
-ti^c::  "yi  nj?i]  das  Verbum  steht  hier  wie  38, 1  von  der  aufmerk- 
samen und  rücksichtsvollen  Behandlung;  vgl.  arab.  ^.  oder 
vielmehr  aram.  nj^n  =  hebr.  rtin,  freundlich  behandeln.  Gr.  vosi 
-a  toO  -Ar^aiov  (Syroh.  253  add.  6);)  ix  aeautou.  Er  denkt  an 
aram.  nj;n  im  Sinne  von  überlegen,  denken.  Syr.  wisse  (vi)  das 
deines  Gefährten  wie  das  deine.  Das  stimmt  eher  zu  -[VW  VT 
■j'iö:,  ist  dabei  aber  wohl  von  Gr.  beeinllusst.  Jedenfalls  passt 
b  zu  n>n  besser  als  zu  (n)yi.  und  nj;i  und  j?t  sind  eher  als  Ent- 
stellungen von  nj;i  zu  begreifen  als  umgekehrt.  —  Lat.  Syr.  om. 
b.  —  Gr.  X7.1  i-\  -7.V-1  ufjd'dicfci  (248  {triii-oL-i)  oiavooO.  Danach  ist 
das  auch  durch  16,20  empfohlene  ^331  festzuhalten;  übrigens  ist 
Gr.  jedenfalls  im  Nachteil. 

14.  tt^r  Dips]  vgl.  42,11;  Gr.  oO  iav  (vgl.  35,4.  42,6; 
Lat.  cum  =  oxav)  ira[-iKi'l>-^^  (S*  155  -'j^if,?),  Syr.  danach:  was  du 
siehst.  —  'C'^)r]  vgl.  4,31.  —  r]  248  Syr.  add.  ao-j,  Lat.  add. 
tuam  prior  (letzteres  aus  v.  18).  —  ifiy  in'TiJ  Gr.  frei:  auvöXt'ßou 
aut<^  (70  avT  autoG,  Origen.  2,454  ast  au-ou);  Syr.  nach  Gr.  und 
ungenau:  dränge  (f*i3r;r)  deine  Hand.  —  nrc2]  d.  h.  in  den  Korb, 
Gr.  dagegen  frei:  h  Tpuj^Aa»^  ebenso  Syr.  snj'73.  —  Lat.  füi'  b: 


Sil-.  34,  14—18.  279 

et  invidia  contaminatus  erubescas,  ne  (al.  uec)  comprimaris  in 
convivio. 

16.  Syr.  übersetzt  das  Sxi  y:zh  (wii^i)  cuf\if  "oi  tj>^«2  "jirxO) 
(xjnDn)  DXön  ja  (pjj)  p:i;  n'nn.  Annehmbar  wäre  wohl  -fc:  (vgl. 
Ex.  14,  2.  Ez,  46,  9),  das  einerseits  zu  n:j  verdarb,  andei-seits 
zu  "ina:,  was  die  Aenderung  3Dn  (vgl.  35,  1,  wo  aber  das  Kai 
steht)  zur  Folge  hatte.  Uebrigens  Avar  es  Erklärung  ^on  ("Ci) 
y:zhn^V^\i^.  Gr.  hat'fays  —  -a  -r/s^oy.v.\s.vrj.  aoi  (vgl.  30,  18). —  t:^\s':J 
vgl.  min:n  Koh.  10, 17.  —  cj^n  'tki]  ^  fahre  nicht  gierig  zu  (über 
das  vor  dir  Liegende  hinaus):  vgl.  14.  10.  Als  Erklärung  dazu 
erscheint  zunächst  pij  iTnn  h)X\.  Das  Wort  ist  aram.,  syr.  und 
neuhebr.  =  Schlinger.  Gr.:  xc/.!  ;xr,  o'.aixaaw.  Das  Verbum  be- 
deutet sonst  kauen,  er  gebraucht  es  wohl  im  Sinne  von  schmatzen. 
Lat.  manducas  multum. —  Syjn]  das  Nifal  (?)  anders  als  2  Sam.  1,21. 
Gr.  ;xicj-/)i}f(?  (=  Syr.),  was  dem  v.  17  folgenden  cx;2n  (vgl.  zu 
20,  5)  entsprechen  könnte.  Denn  TT^oa/o-Lr,;  v.  17  stimmt  eher 
zu  Sj?jn,  das  etwa  in  ':pnn  (13,  23)  verlesen  war.  Da  sich  nun 
DNan  auch  v.  16  als  Variante  findet,  könnten  die  Verba  im  Hebr. 
vertauscht  sein.  Indessen  fehlt  v.  17  b  im  Syr.,  und  es  fragt 
sich,  ob  p:n:  iTnn  h)X\  Variante  zu  t;vn  '^si  oder  zu  yS-n  ':si  ist. 
Auch  Gr.  könnte  mit  xal  \i.\  oiaixauäi  jxyj  [x'.T/ji^-Tic,  weil  er  Dj?n  SxT 
nicht  verstand,  nach  v.  17  übergegriffen  haben. 

17.  55  praem.  ts.oI  l'{y-r,r/.-vsj.z\    vgl.  v.  12    und  zu  18,  30. 

—  Syr.  füi"  a:  sei  vorsichtig  (intis)  wegen  der  Zucht.  —  iciaj 
vgl.  35,  2.  37,  31.  —  Die  Ergänzimgen  im  Hebr.  ergeben  sich 
aus  Gr.  Syr.  und  den  Buchstabem^esten.  Uebrigens  scheint  in  b 
)hT\  (Gr.  d7:Xr|(jt£'jo!j)  gestanden  ZU  haben:  vgl.  Abd.  16.  Job.  39,30 
und  arab.  «Jj  vom  Hunde,  der  den  Kopf  in  den  Topf  steckt 
und  ihn  ausleckt.   Indessen  könnte  v^'ri  auch  auf  r\^h  zurückgehn. 

—  Vgl.  übrigens  zu  v.  16. 

18.  nSnn2  n^  rhw  ya^  h'\MT\  nn«  "^^  hv  o'im'  vn  c^jt^ 
Derech  erez  rabba  VI.  —  r\2'^'']  Syr.  add.  zu  essen.  —  j?i  ""izh] 
Gr.  (und  nach  ihm  Syr.)  schlecht:  -poTspo?  aoTojv.  Das  wäre  = 
vor  allen  zuerst.  Er  will  aber  nur  sagen,  dass  man  auch  in 
grosser  Gesellschaft  die  Bescheidenheit  üben  soll,  die  man  sich 
in  kleinem  Kreise  schon  leichter  auferlegt,  yi  ist  deshalb  un- 
anfechtbar. —  t]  Gr.  Syr.  -r^v  ytXrA  sou,  Clem.  AI.  paedag.  II 
7,  55  nur  /s^pct.  —  Lat.  i.  f.  add.  nee  prior  poscas  bibere. 


280  Sir.  30,  1—24.    33,  13—86,  13. 

19.  n  ahn]  Gr.  w?  (Syroh.  om.)  izavov,  Clem.  AI.  paed.  II 
2,  34  To  txavov,  und  naohlier  oivo;  (Lat.  vinum  exiguum)  für  to 
o/a'Yov.  —  Sah.  für  a:  wie  gut  ist  das  Genügende  füi-  einen  ge- 
bildeten Menschen. — p2Jj  Gr.  ttstt^'.os'jjxsvio  (vgl.  zu  40,29.  4^24. 
21;  23).  Syr.  verbessernd  für  a:  etwas  weniges  nämlich  ist  das 
Mass  des  Gerechten  («pn*).  —  r^li'"  hv)]  ist  gesichert  durch  Syr. 
{n22^ü  hyi)  und  Gr.  (i-l  xr^;  xo-'r/jc  a-koo).  —  p'^tt*'']  Syr.:  er  ist  in 
Unruhe  (V'^ni),  Gr.  «aO-xaivst  (C  da'dtvzX,  308  aaösv/j,  296  aaUor.iv/;). 
Lat.  für  b:  et  in  dormiendo  non  laborabis  ab  illo  et  non  senties 
(=  ata&a'ys'.  Herkenne)  dolorem  (aber  dolorem  gehört  zu  20  c). 
Clemens  AI.  korrigiert  o'>/  aaDtj-ocivai  in  avotTraoGfc-ai.  Vielleicht 
steckt  hinter  p''^^''  eine  Form  von  pjty  (vgl.  v.  20),  das  targumisch 
im  Pael  Jemanden  ersticken  bedeutet.  Das  Kai  imd  Afel  sind 
nicht  belegt;  könnten  aber  =  czaUixatvct  sein.  J.  Levi  denkt  an 
r,tyj,  also  etwa  f]'ity^  (vgl.  r^au^  Jer.  2,  24  ii.  ö.). 

20 cd.  Wie  Hebr.  stellen  auch  Syr.  und  Lat.  20a  b  hinter 
20  c  d,  mit  Recht,  denn  v.  21  schliesst  sich  an  20  b  an.  —  Gr. 
für  c:  TTovo-  (S  Clem.  AI.  add.  oi)  aypuTrviot?  xal  yoXipa^  (248 
Clem.  AI.  /o>ipot);  Lat.  dolorem  (s.  o.),  vigilia  (Am.  Sang.  add. 
et)  Cholera.  —  -nrovo?  =  21K2ö  (Syr.  2Sd)  wie  3,  27.  —  m'^ri»''  mj  ist 
nach  Gr.  d^puTTvia;  (=  Syr.  ii'in^i)  in  n:''\if  "^ini  zu  ändern  (vgl. 
Targ.  Job.  7,  4  KnJt^  mii,  sowie  Gen.  31,  40.  Esth.  6,  1).  — 
p':'^n)  ny^lj  =  Syr.  xpjiii^T  xpnti^i  (Qual  und  Plage).  Aram.^  christlich- 
pal, und  neuhebr.  ist  "y^'^  (Qual),  neuhebr.  und  syr.  ist  p^y^n 
(Ersticken^  Atemnot).  Allerdings  heisst  letzteres  syrisch  Qual; 
vgl.  aber  syr.  «piti^  Schwindsucht  (eigentl.  wohl  Atemnot).  Auf 
yo>ipa(c)  des  Gr.  ist  nichts  zu  geben  (s.  z.  37,  30),  aber  vielleicht 
las  er  nur  eines  der  beiden  Wörter.  Der  Stichus  erscheint  als 
überfüllt.  Indessen  könnte  auch  ru^if  ''iiJ  auf  blosses  cnj  zu- 
rückgehen. —  m^lcn  ''JDl]  die  Variante  Cisi]  ist  an  sich  nicht  un- 
möglich, da  D''Jo  im  Neuliebr.  oft  femininisch  behandelt  wird 
(vgl.  Ez.  21,  21,  aber  auch  oben  13,  26).  Uebrigens  könnte  niDlcn 
„entstellt"  oder  „Entstellung"  bedeuten.  Aber  Syr.  hat  "pro 
(w  N^i:)  Ki:  =  Wendung  der  Eingeweide,  Gr.  nur  xal  axpo'fo?,  Lat. 
et  tortura,  aber  Cod.  Toi.  et  tortiu-a  ventris.  Vielleicht  ist  im 
Gr.  vasTpoc  ausgefallen.  Von  Entstellung  der  Mienen  ist  indessen 
schwerlich  die  Rede,  imd  den  Bauch  kann  c-Js  (=  Inneres?) 
kaum   bezeichnen.    Vielleicht   stand  da   msicn  d^öI.    Vgl.  auch 


Sir.  34,  19—21.  281 

syr.  K^:icn  und  dazu  ZfAssyr.  97,  272.  —  h'C^  \i^'a  cy]  Gr.  <it-y. 
dwph;  otTrXr^cjTou  =  Syr.  üiv^  üiz:  cv  (x:^  =  gierig).  Aber  S'd: 
ist  durch  p33  geschützt.  —  Betr.  des  Versbaus  vgl.  zu  1,  2. 

20a  b.  mjt^]  wie  33,  13b.  —  c''n]  Gr.  (j'^izfrx;  =  Syr.  xma^^m. 
Das  Wort  bedeutet  hier  wie  Prv.  14,  30  Gesimdheit;  vgl.  zu 
30,  15,  ferner  "n  30,  14  (s.  d.),  und  iTn  (iin  Sinne  von  gesund 
werden)  öfter  im  Kanon.  Der  Sinn  ist  aber  nicht  „gesunder 
Schlaf",  sondern  Gesundheit,  d.  h.  Kraft,  gebender  Schlaf.  — 
hh))i  3"ip  hy]  =  Gr.  i-'  £vts,o(o  iit-rAm^  auf  (hy  =  er  kommt  über 
ihn)  einem  massig  essenden  Bauch.  Aber  S':i:  bedeutet  im  Neu- 
hebr.  und  Aram.  (vgl.  auch  syr,  und  arab.  hh::)  sicli  abklären  von 
Flüssigkeiten,  in  denen  die  Hefe  sich  senkt  (vgl.  S*?^  Ex.  15, 10). 
Aramäisch  (vgl.  Aruch  s.  v.)  und  neusyrisch  bedeutet  es  auch 
nüchtern  sein.  Hier  ist  der  Sinn  ein  gut  verdauender,  oder 
verdaut  habender  Leib.  Syr.:  bei  (dj;)  einem  Manne,  der  sich 
wohl  betiadet  (rzy  n"'KC''D2i),  was  wohl  der  Variante  p:j  u^\^ü  cy] 
entspricht.  Lat.  in  homine  parco,  wo  homine  wohl  aus  Gr.  II 
stammt.  Die  Variante  ist  deutlich  sekundär,  sie  will  den  Sub- 
jektswechsel in  b  beseitigen  und  schliesst  sich  im  Ausdruck  an 
V.  19  an.  —  ip^S  np)]  =  Gr.  '■hia-r^  -pojC,  dagegen  Lat.  (nach  Gr. 
II)  dormiet  usque  mane,  Syr.  bis  zum  Morgen  schläft  er  =  yh'' 
ip2  IV,  wovor  übrigens  in  der  Hs.  wohl  noch  231^''  a)n  stand.  — 
Lat.  fährt  fort:  et  anima  illius  cum  ipso  delectabitur. 

21.  üü  n:)]  =  auch  wenn  es  dir  trotz  deiner  Massigkeit 
schlecht  bekommt.  —  nncisj]  vgl.  zu  20,  4,  Gr.  £|"iiaa{}/ic,  Syr. 
('':xnn.  —  c^oyt:i22]  vgl.  33, 13  b.  —  mp  mp]  das  erste  mp  wäre  als 
Inf.  absol.  nicht  unpassend,  ist  aber  nach  Gr.  in  Dip  (=  stehe 
auf  vom  Bette)  zu  ändern,  das  zweite  =  Nip;  vgl.  Jer.  25,  27 
Kethib.  Dabei  könnte  hinter  n  auch  ein  Suffix  stecken ;  vgl.  die 
Variante.  Zur  Sache  vgl.  B.  Schabbath  147  b  (Schechter)  und 
die  Lexica  s.  v.  prci5pc>?.  Gr.  av7'3-:a  ijLscro-oryojv,  aber  70  23 
dvacj-cac  Ijjlssov  (23  sttsoiov),  Sah.  stehe  auf  und  speie,  248  avaa-a 
;x£3o-of>oiy  s;xs3rjv,  Basileensis  altera  (?) :  avaaia  -opi'jou  sfAscfov,  Lat. : 
surge  e  medio  evome  (al.  et  vome),  k  «va^-ra  3;xs3ov  -or>f>oi  (=  heraus), 
worin  wohl  der  Schlüssel  zu  Ttopöuo'j  und  ixzao-ofjtw  gegeben  ist. 
Syr.  folgte  einem  verderbten  griechischen  Texte:  ziehe  (u)  deine 
Seele  aus  der  Mitte  der  Gesellschaft  (w:  nyi'-":  p?),  ebenso  Syroh. 
nur  'ö  p  mp.  —  Gr.  xal   7.y7.-a'j3-(j,  Syr.  n'Jnm   führen   eher   auf 


282  Sir.  30,  1—24.    33,  13—36,  13. 

■jS  n"iJ''i   (vgl.  ZU    V.  4)   als  auf  nm    SiTöm.  —  Lat.  add.  et   non 
adduces  coi'pori  tuo  iniirmitatem  (:=  22 d). 

22.  "JD  V^^]  vgl.  zu  6;  23.  Gr.  äxooaov  |xoo,  ts/vov.  —  Gr. 
X7.1  [xr;  l^o-JOSvojafT,;  ]j.s  ist  eher  =  '''7  )")2n  hül  (19,  1),  als  = 
^b  (iyhn)  :^vbr.  ha\  zumal  Gr.  ncw  npT  (6,  23.  16, 24)  auslässt. 
8yr.  ''bv  ^C2n  ab)  =  Gr.  Vorher  liat  er  aber  (Ambros.  om.) 
'bf2  b^p),  w  Maus.  ':zbT  bipi  =  ^^d*q  npi  —  cupr^asic  (55  254 
£-i7V(oar|  vgl.  12,  12)  kann  ebenso  wohl  =  yufn,  wie  =  a^i^n  sein, 
aber  nach  12,  12.  6,  18.  25,  3.  35,  14  ist  das  erstere  anzunehmen, 
ebenso  '^yza  nach  12,  12.  Das  Verbum  bedeutet  hier  wie  dort 
verstehen.  —  y^)!^:]  vgl.  ebenso  32,  11.  Es  ist  wohl  der  Singular 
gemeint;  vgl.  47,  8,  übrigens  auch  35,  19.  ■ —  vi:if]  verstand  Gr. 
als  ivx[jzyr^c,  Syr.  als  W2D;  vgl.  zu  16,25.  Im  Talmud  (vgl. 
Aruch  s.  V.)  kommt  es  als  Gegenteil  von  prj  (s.  z.  v.  16)  vor 
(J.  Levi).— pDS]  vgl.  zu  38,18.  Gr.  7.f4>toa-r,[j,ot,  Syr.  li>^3. —  12V:'\ 
=  Syr.  "S  mpnn.  Dagegen  las  Gr.  (aoi  d-^vir^a-^j)  vielleicht  j;:^ 
(36,  1).  —  Zum  Lat.  vgl.  auch  zu  v.  21.  —  Vgl.  37,  27  ff. 

23.  cnb  bv  sri:]  Gr.  Xa.x-.o^.v  (33, 13b)  s-'  är^zm;  (55  254 
ap-to  vgl.  V.  24.  14,10).  Syr.  abändernd  für  a:  das  Auge  (das) 
gut  über  dem  Brode  ist  gesegnet.  Diese  Lesart  ist  vielleicht 
von  Prv.  22,  9  beeinflusst  (Knabenbauer).  cnS  by  heisst  übrigens 
hier  beim  Gastmahl  (vgl.  41,  19)  wie  v.  25  ]''^n  by  beim  Wein- 
gelage. —  ncii']  Gr.  y.si'^,  Lat.  add.  multorum.  —  Gemeint  ist 
aber  nicht  der  freigebige  Wirt,  sondern  der  sich  gut  betragende 
Gast.  —  inia  nnj?]  Gr.  xal  (248  om.)  [xoip-üpia  xr^^  xotXXovr^;  (6,  15) 
nu-oo;  Syr.  schlecht:  und  ein  gutes  Zeugnis. 

24.  Syr.  om.  —  106  157  ap-roic.  —  y;)if2  iJTj  Gr.  oiaY^Y^uac-. 
-oÄi;  (7,7),  wonach  (vgl.  LXX)  ]:v  (vgl.  11,31)  zu  lesen  ist  (so 
auch  Peters).  Vermutlich  liegt  ein  Pual  vor,  entsprechend  dem 
Piel,  das  der  Aruch  aufführt.  —  nv]  Gr.  X7.1  yj  tj-apTupfa  ^  r\)iv. 

—  raosi]  Gr.  der  Abwechslung  halber  axpißr^;  gegen  rj.axr^  v.  23. 

—  Er  will  sagen:  man  nimmt  den  Leuten  hieran  das  Mass. 

15.  pn  bv  ü:)]  Gr.  sv  owo.  —  nn^rn]  Gr.  avSpi'^ju;  vgl. 
Jes.  5,  22.  —  Lat.  für  a:  diligentes  in  vino  (DS  vinum)  noli 
provocare.  —  b'^i^^n]  vgl.  zu  30,  21  und  z.  B.  30,  23.  Syr.  I2)ii 
=^  Gr.  a-toXsasv,  Clem.  AI.  II  2,  31  r^yjjzmav^,  Lat.  exterminavit. 

—  V)yr\]  Gr.  6  olvoc,  aber  Syr. :  der  alte  [üp'nv  vgl.  zu  9,  9.  40,  20. 
50,  15.). 


Sir.  34,  22—27.  283 

26.  Nach  Syr.  (xii:i  y:  n:i:x)  ist  p23  verschrieben  aus  "!i::, 
und  dies  anzunehmen,  weil  Gr.  (xaixivoc,  aber  70  praem.  wr, 
Clem.  AI.  paedag.  II  2.  26  praem.  w?  af>a)  in  diesem  Fall  öfter 
3  Übergeht.  Lat.  willkürlich:  ignis.  —  li'ü^S  nii^v^]  vgl.  Gen. 
4,  22.  Syr.  das  Werk  des  Schmiedes  (sTpi  mzy).  Gr.  stoatoaa 
iv  ßacp-fj,  Lat,  Aeth.  ferrum  durum.  Entweder  beruht  iv  |':ic('f-^ 
auf  schlechter  Korrektur  oder  es  ist  schlechte  Glosse.  Denn 
nicht  Eintauchen  und  Trinken,  sondern  Ofen  und  Wein  sind 
parallel.  —  Syr.  für  b:  so  ist  der  Wein  der  Aufhetzer  (srn:,^) 
des  Frevlers  (sSiy,  s.  z.  8,  11).  Gr.:  outoj?  oIvo?  xapo''7.c  (308 
-oiav,  154  iv  xapo''7.c  z7.()  iv  (s.  z.  5,  9)  \j-'^/t;i  uzcpr^'^avojv,  W'Obei 
zotpot'otc  Zutat  ist  Clem.  AI.  1.  1.:  oh^jc  ZI  X7.fi0i'c(v  'j-cryr,'f7!v(uv, 
248   70  Aeth.   ou-w;  olvoc  X7r>0i7.?  (248  Aeth.   iv  v.a.rjry.'J.)   {irspr^'^vivojv 

£v  ixsö-0  (Aeth.  om.  i.  \x.).  Lat.  sie  vinum  corda  superborum 
arguet  (19,  2)  in  ebrietate  potatum  (DS  om.  i.  e.  p.).  —  "7  hat 
temporalen  Sinn.  —  irti'  ziehe  ich  dem  pn  (vgl.  zu  v.  27)  vor, 
und  ebenso  nxi^h  dem  zn'?. 

27.  Mt  Umstellung  ist  zu  lesen:  c^n  \"3S.  Gr.  e-iaov  (253 
BS  sW.v,  307  106  k  157  ETt-.aoc,  70  s-'  Wr^:;  vgl.  zu  9,  10)  C^v, 
Syr.  schlecht:  wie  lebendiges  Wasser.  Gr.  las  wohl  V22,  Syr. 
[d]''»:,  indessen  ist  ^^h  nicht  anzufechten.  Das  Lebenswasser 
kommt  im  Kanon  nicht  vor,  nur  die  Lebensquelle  (c^'^n  mpo).  — 
I^IJh'?]  nur  B  (308)  7.vi>pu)-o>,  die  übrigen  dvilpoj-o'.c.  —  Lat.  für  a: 
aequa  vita  (aber  Toi.  Am.  Sang,  aequavit  (-bit)  in  vita)  hominibus 
vinum  in  sobrietate.  —  unii^'']  Gr.  -<:/■f^z  7'j-:ov.  —  ini:nö3]  Syr. 
nr^h^z,  Gr.  aEtpco  (ausser  BS*A  (155  308)  alle  h  -j..)  a-ko-:. 
Lat.  add.  eris  sobrius.  —  c  und  d  sind  im  Hebr.  hinter  v.  28 
in  ursprünglicherer  Gestalt  wiederholt.  Denn  na  ''"'n  (vgl.  16,  22) 
ist  dem  C'n  nti  vorzuziehen,  it^iTn  (Gr.  olvoc,  aber  so  auch  v.  25) 
dem  pn  (Syr.  si.^n),  xim  (=  Gr.)  dem  iü^TW  {=  Syr.),  pSn:  (Gr. 
sx-icf-rat,  Syr.  nsns;  vgl.  zu  v.  13)  dem  i2;iJ.  Ebenso  ist  i^Ki.'a 
(s.  zu  16,  26)  bei  Sirach  der  gewöhnliche  Ausdruck,  und  h^'h 
(Gr.  SIC  c'j9poa;'jvr,y)  ist  eher  in  r"'::'^'^  korrigiert  als  umgekehrt. 
Auch  in  der  Wortstellung  stimmt  Syr.  in  d  mit  der  ersten  Ver- 
sion, Gr.  mit  der  zweiten.  —  Die  Lesart  lon  setzt  vorher  viel- 
leicht ■'Ti  voraus,  Syr.  übersetzt  dem  entsprechend.  70  hat 
£A7.a3ou|x£v/)  (Am.  Sang.  Theoder. :  quae  est  vita  quae  minuitur 
vino),  254  aber  sÄaaaoujxsvou  und  307  k  A  254  296  oivou,    S"*  h 


284  Sir.  30,  1—24.    33,  13—35,  13. 

oiv(|).  Aber  xn'^  ist  festzuhalten.  —  Lat.  add.  quid  defraudat 
vitam?  mors.  —  Für  b  hat  er:  vinum  in  jueundidatem  creatum 
est  (et)  non  in  ebrietatem  ab  initio.  Alle  griechischen  Hss. 
haben  für  i^ws  (Syr.  n^tinz  p;  vgl.  zu  Ib,  14)  <zv'Jr>a)-oi;  (S*  70 
dvOpwTTtov),  aber  das  ist  wohl  Fehler  für  </-'  ap/r^c,  das  auch 
Clem.  AI.  (s.  z.  v.  28)  las.  —  Vgl.  Jdc.  9,  13.  Ps.  104,  15. 

28.  ""inj?!  ]WUf)]  Gr.  xal  eo'fpoa'jv/;  (vgl.  32,  11,  dagegen 
d'cxkliaixy.  für  r\m^)  '^uy/jC,  was  willkürlich  erscheint  (doch  vgl. 
das  dunkle  ny  Ps.  103,  5).  Syr.  und  Labsal  (sp^:cn)  und  gute 
Zeiten  (nTlS  wnj:i).  Danach  kann  man  |nj?  (neuhebr.  =  Wonne) 
vermuten.  —  ''XTi  inp]  am  Eande  mit  Recht  nj?2.  Gr.  iv  xairxo 
(70  add.  o'.'jTcij)  a-j-apxr^c.  Syr.  nur:  in  seiner  Angemessenheit 
(nn^'^'i:  wie  v.  27b,  w  Maus.  Mas.  1  sn^'pir),  weil  er  „Zeit"  in  a 
verbraucht  hat.  Gr.  dachte  vielleicht  an  '•i  (11,24),  aber  "Nn 
ist  =  n  Job.  37,11  (vgl.  ,TTi  Ps.  23,5)  wie  nai  Job.  10,15. 
Jes.  53,  11  =  nn;  vgl.  auch  1  Macc.  6,34  xal  ISsi^av  =  "iNi"!  = 
sie  tränkten.  Dagegen  kommt  das  neuhebr.  ""iXi  (=:  passend, 
würdig)  schon  Avegen  der  engen  Verbindung  mit  r;  nicht  in  Be- 
tracht. —  Lat.  exsultatio  animae  et  cordis  vinum  moderate  po- 
tatum.  sanitas  et  animae  et  corpori  (sobrius  potus).  Vgl.  Clem. 
Alex.  paed.  II  2,  23:  dYa>Jaa;j,oc  '}u/tjc  x7.1  xctpoiac  oivoc  Ixtiax^.'.  d-' 
dp/YJc  (vgl.  zu  V.  27)  -ivojjLSvo;  7.ü-dpx-/jc. 

29.  Im  Hebr.  ist  ny;h  Fehler  für  2yh,  ein  Leser  dachte 
bei  m-^  an  Gift  (Dt.  29,  17.  Thr.  3,  19).  Gr.  stiess  an,  er  hat 
für  a  nur  rixpia  (=  3«:  4,  6)  "^^oyj^:,  letzteres  nach  v.  27.  Syr. 
hat  für  a  doppeltes  tf^Xl  2K2  (vgl.  tt>n  18,  32):  Schmerz  und  Armut 
und  Kopfsclimerz.  —  nnti^i  p]  Gr.  willkürlich:  olvo? -ivoixsvo?  toX-jc. 
—  Dv*:i  mnraj  vgl.  zu  mnn  40,5  und  aram.  «minn.  Syr.  nur:. 
W"in2,  Gr.  £v  spsUtsijLa  y.cd  dvxi-Twtxa-:'..  Letzteres  Wort  steht  hier 
Avohl  (anders  als  35,  20)  im  Sinne  von  Streit  (vgl.  dvn-iT-rciv  Num. 
27,  14).  Allerdings  hat  Gr.  dann  schlecht  übersetzt.  Clem.  AI. 
paed.  II  2,  24:  sv  -ay-\  -rwaatf.  —  Lat.  vinum  multum  potatum 
irritationem  et  iram  et  ruinas  multas  facit  (er  zieht  mit  Clem. 
AI.  TrXr/l'jysi  aus  V.  30  herüber).  Das  Weitere  (amaritudo  animae 
vinum  multum  potatum)  ist  Korrektur. 

30.  Syr.  für  a:  die  Menge  des  Weines  macht  dem 
Toren  Anstoss.  Er  verstand  vielleicht  nsia  als  Nomen  (Jes. 
33,  23).     Gr.  erleichternd:    zXr^öuvei  ixsö/j  Ö'j[xov   (248  Öu[xov  [d^] 


Sir.  84,28-35,  lab.  285 

a'fpovo?  SIC  -f)oaxoix;x7..  Lat.  (vgl.  zu  \.  29):  ebrietatis  animositas, 
im pi'u dentis  offensio.  —  isn]  vgl.  Dt.  32.  14.  Jes.  21,  2.  —  tfpioj 
vgl.  zu  9, 5.  —  iDn^  (vgl.  zu  v.  4)  ist  wie  pcDü  (aram.  und 
neuhebr.;  zu  39,  16)  Partizip  des  Piel.  Gr.  für  letzteres  -poa-oiwv. 

—  5?vc]  vgl.  Prv.  23,  29.  Gr.  Tpo(u[j.ot-7.  (70  296  308  Tpo!ü;jLct).  _ 
Syr.  für  b  frei:  klein  wird  (ij;*,  aber  Ambr.  w  Maus.  Mas.  I  II 
lOn)  seine  Kraft  und  viel  werden  seine  Wunden. 

31.  nnn  wird  gesichert  durch  Buchstabeureste  und  Gr. 
£X=7?-(ic  uud  Syr.  D:n,  ebenso  ist  inJin  wahrscheinlich  nach  den 
Buchstabenresten,  und  inncti^n  nach  Gr.  und  Syr.,  wogegen  £;ou- 
9£y/;T(j;;  uud  Syr.  Mnnn  als  schlechte  Uebersetzungen  erscheinen. 
Die  Variante  )nsrnn  ist  wegen  des  sofort  folgenden  nein  "m 
(22,  22.  41,  22)  zu  verwerfen.  Für  letzteres  hat  Lat.  verba  im- 
properii,  Syr.  wiDim  ahf:.  Letzterer  las  entweder  "lon,  das  aus 
non  =  nein  verderbt  war,  oder  KJID""  ist  innersyrischer  Fehler  für 
snDin,  xncn  (vgl.  zu  41,  6). —  Gr.  [j-tj  sk-^,?  otutto  und  Syr.  n'7  laxn  k*? 
lassen  iS  iD«n  S«  vermuten.  Nach  Syr.  noy  «i:n  kSt  ist  n^n  '7x1 
wy  (vgl.  8,  3)  angenommen.  Aber  der  Text  der  Hs.  las  etwas 
anderes,  Gr.  \lr^  ^^}d'll■t;^;  ^.-kov,  wonach  man  inii^n  (vgl.  14,  1  und 
zu  3,  12)  vermuten  könnte.  Am  Schluss  hat  Syr.  xif^is'  ''J3  pS 
=  Dl«  ^i3  'r;h,  Gr.  iv  a-ai-r^asi,  (253  23  ct-a-r^asi),  aber  248  sv 
a-7.vir^a£i  (19,  29)  auTO'j,  wobei  auxou  wohl  durch  au-wv  aus  7.vwv 
^  ocvi^ptoTTojv  verderbt  ist  (vgl.  zu  10,  17).  LXX  setzt  dr.d^Tqat.; 
auch  für  '':sh  und  '':o  ha.  Augenscheinlich  ist  d-y.i-:r^3ti  Korrektur, 
die  auf  Missverständnis  von  i>Xt''l'-(jC  beruht. 

35, 1  a  b.  B^^  '^  "'S  (23  248)  praem.  -zrA  Vi'OD|i.£vtov.  —  Gr. 
TjYoufxsvov  az  xof:£3r/i37.v,  Syr.  yifi^pn  S2".  Syr.  fügt  hinter  a  hinzu: 
und  an  der  Spitze  (ti^'^nn)  der  Reichen  lass  dich  nicht  nieder 
("[önon).  Danach  ist  u^Hi  anzunehmen,  auf  das  Spuren  in  der  Hs. 
hinweisen,  und  das  auch  wohl  von  Gr.  'gelesen  wurde  (vgl.  zu 
10,  20).     Es    folgte  vermutlich  '(im    (vgl.  Hos.  2,  2.  Ps.  18,  44). 

—  Gr.  [XYj  i-airjrj'j,  Syr.  cinn  ab.  Ich  nehme  sti*:rn  nach  den  Spuren 
am  linken  Rande  an;  freilich  war  in  derHs.  a  kaum  wiederholt. 
Möglich  wäre  auch  carinn  (Dan.  11,36).  —  Gemeint  ist  der 
auix-oaiap/o?,  der  dp/iTptxXivo;  von  Joh.  2,  8.  Vgl.  übrigens  2  Macc. 
2,27.  Grotius:  pertinent  autem  haec  ad  convivia  ex  symbolis.  — 
nrh]  Syr.  -f?,  Gr.  Iv  a-koT;  (248  S  k  Anton.  1109  om.  Iv,  vgl. 
aber  zu  10, 18). 


286  Sir-  30,  1—24.    33,  13—35,  13, 

Ic  2  a.  crh  jsn]  =  Gr.  cpf/oviiTov  ao-wy;  vgl.  50,4.  Syr. 
praem.  1.  —  inST  l'*J  Gr.  xal  o-jko  =  pm  (13,  7)  in  2a,  da»  Gr. 
vorwegnimmt.  —  nicn]  =  nimm  Platz  in  der  Tafelrunde  (2Di3): 
vgl.  zu  9,  9.  34,  16,  übrigens  1  Sam.  16,  11  und  Aruch  s.  v.  Syr. 
"jönDX,  Gr.  y.ailtsov.  —  (ins"))  p;i  d:iv  \''2n]  Syr.  und  (Ambr.  i  statt 
2}  all  ihr  Bedürfnis  richte  zu  (|pn);  vgl.  Gr.  xai  Traotav  xyjv  ypsiav 
aou  (Sab.  om.  ooo)  71017^37.;  (70  Ttoir^sov,  248  Tior/jcrov  xal  £uooxi[i.rja7.r). 
Gr.  kürzte  und  Syr.  folgte  ihm.  —  pin]  Syr.  ym,  Gr.  dva-Eas: 
vgl.  25,  18.  pn  und  j?2i  so  auch  aram.  und  neuhebr.  Gemeint 
ist  das  Liegen  beim  Weingelage;  \gl.  zu  9,9.  — Dm333]  Gr.  01' 
7.uT0'jc  =  DilDp  (vgl.  40,  10.  44,  22.  47,  12).  —  Syr.  für  b:  des- 
halb auch  an  ihrer  Freude  (lies  pnnnnn  für  pnnnnKS)  wirst  du 
dich  freuen.  —  In  c  ist  SsK'  wohl  aus  v.  3  eingedrungen,  jedenfalls 
ist  es  fehlerhaft,  Syr.  hat  ay^a  =  1133,  an  das  noch  mi::2  er- 
innert; vgl.  nnn  am  und  |n  «ti^j  Esth.  2,  9.  5,  2,  übrigens  Luc. 
14, 10.  Dagegen  hat  Syr.  KTinc  '^yi  (und  am  Tische)  für  noia  hv) 
(vgl,  34,  17),  das  er  vielleicht  in  ddw  hv  oder  nno  hv  verlas. 
Gr.  xal  £'jxo3[xt7.;  X'z,otv  ^-^vT/^  axscpavov.  Er  setzt  45,  7  i'jxoafa''7 
für  1123,  hier  entspricht  das  Wort  aber  im  Sinne  von  Anstand 
dem  iDio,  wogegen  a-s'-favo?  wie  25, 6  einem  1133  entsprechen 
wird.  Einen  Kranz  trugen  alle  Zecher  (Jes.  28,  1 — 4.  Sap.  Sal, 
2,  7  f.  Joseph.  Antt.  19,  9,  1).  Sirach  will  sagen:  man  bestellt 
dich  zum  Zechmeister  vielleicht  nur  deshalb,  weil  du  als  an- 
gesehener Mann  nicht  zu  umgehen  bist,  setze  dich  aber  in  wahren 
Respekt  durch  bescheidenen  Anstand.  — Lat.  für  c:  et  ornaraen- 
tum  gratiae  (1.  ornamenti  gratia?)  accipias  coronam  et  dignationem 
consequaris  corrogationis. 

3.  Syr.  om.  —  2^]  vgl.  zu  8,  9.  —  -j^  sin  ^3]  Gr.  -üpl-si 
ya'p  aoi,  Lat.  add.  primum  verbum.  —  ^31^  yjlfm]  vgl.  zu  16,  25. 
Gr.  ev  dxpißsi  £"ia-/;[x-o  (10,  30),  248  sv  dxpißsia  Ss  STria-n^fir^c,  Clem. 
AI.  paed.  II  7,  58  du'  ot-apotTroSi'sxo)?  XdXr^sov  xal  sv  dxptßsfa  k-i- 
3-r^|j.-/;c.  Vielleicht  las  Gr.  yyjn2  wie  16,  25,  das  gefäRiger  wäre. 
Möglicher  Weise  war  das  auch  die  vom  Abschreiber  ausgelassene 
Variante.  Ungeschickter  Ausdruck  ist  beim  Wein  doppelt  ge- 
fährlich. n3'7  ist  Glosse  nach  Mi.  6,  8.  —  v^on  hü)]  Gr.  xal  \i.-\ 
zii-ooCtq:,  248  Chrysost.  XII  395  (Ben.)  om.  [i-v  —  Ttr]  Gr. 
txouaixa'  (vgL  v.  5.  40,  20  und  zu  22,  6),  aber  hier  und  v.  5  be- 
deutet das  Wort  Gesang,  der  freilich  von  Musik  begleitet  wurde. 


Sir.  35,  Ic— 6.  287 

4.  Syr.  übersetzt  den  1.  und  3.  Stichus  des  Hebr.:  am 
Orte,  an  dem  Wein  getrunken  wird,  sage  (s.  z.  24,  33)  nicht 
Gespräche,  und  in  jeder  (=  Srm?)  Zeit  bezeige  dich  nicht  weise. 
Aber  hn  ist  nach  Gr.  (7./7/o(oc  vgl.  zu  22,  6.  20, 19)  Fehler  für 
ah2),  in  das  es  in  i^x  sSai  an  falscher  Stelle  korrigiert  ist. 
Ebenso  ist  no  im  2.  Stichus  des  Hebr.  aus  dem  3.  eingedrungen. 
Umgekehrt  ist  pn  schlechte  Variante  von  'K:'>r2 ;  Gr.  ^.xf-oajxa  (= 
Ohrenschmaus),  das  nicht  auf  j?2ti^  (vgl.  Ps.  150,  5)  oder  dgl. 
zurückzugehen  braucht.  In  Folge  falschen  Verständnisses  von 
7.x|>oc«a7.  haben  106  '""■  Lat.:  ubi  non  (Toi.  Sang,  om.)  est 
auditus.  —  cipM]  Gr.  ozoo  (vgl.  zu  34,  14).  —  112:2:  das  im 
Kanon  nur  in  den  Psalmüberschriften  vorkommt,  bedeutet  hier 
und  V.  6.  49,  1  das  w^eltliche  Lied  (anders  44,  5.  47,  9).  —  naj 
Gr.  ;xr^,  Syr.  «S;  vgl.  zu  8,  1.  —  n''^  -c*^n]  anders  als  32,  17. 
Ps.  102,1;  Gr.  ix/ir^z  l^Avjy  (s.  z.  6,35.  13,11).  —  D:nnn]  Gr. 
5o<5i:ou  (10,  26).  —  Vgl.  B.  Thanith  5b:  nTj?c;  pTa  fK  (Cowley- 
Neubauer  p.  XXV).  Schon  zu  Sirachs  Zeit  bestand  der  pietistische 
Rigorismus,  der  auch  in  den  Korrekturen  zu  v.  5.  6  zum  Aus- 
druck kommt. 

5.  6.  Syr.  übersetzt  nur  die  Varianten,  die  Hebr.  dem 
V.  5  und  V.  6  vorausschickt.  Er  setzt  dabei  für  ^K  "i^iJ^:  so  ist 
das  Lob  Gottes,  und  für  TCDi  "o:  im  nach  Gr.:  und  Siegelringe 
und  Smaragde.  Uebrigens  lässt  er  d^n:  aus.  In  den  beiden 
Varianten  sind  v.  5.  6  nicht  einfach  abge\vandelt,  sondern  zu- 
gleich mit  einander  vermischt.  Beide  schliessen  wie  v.  5,  so- 
dann redet  auch  die  zweite  Variante  von  einer  Halskette  mit 
Edelsteinen  (wie  v.  5).  In  der  ersten  ist  D"*:  Fehler,  der  auf 
einem  Missverständnis  von  cnin  beruht,  h'^  bedeutet  .,zu"  (wie 
in  b),  Gesang  und  Saitenspiel  gehören  zum  Weingelage  und  sind 
das  Beste  dabei.  —  In  dem  echten  v.  5  des  Hebr.  ist  '013 
(Ex,  35,22.  Num.  31,50),  das  eigentlich  eine  Kugel  zu  bedeuten 
scheint  (vgl.  J.  D.  Mich,  suppl.  s.  v.),  nach  Gr.  ^'^oa^r?  und 
nach  der  hebräischen  Variante  in  cmn  zu  ändern.  Für  sTiS  hat 
Gr.  avt}f>a;,  das  LXX  für  allerlei  Edelsteinnamen,  gelegentlich 
auch  für  -[cj,  aber  nicht  für  cmx  setzt.  Gleichwohl  kann  letzteres 
ursprünglich  sein.  —  Für  2iJ  hat  Gr.  unbestimmt  xoaao;;  was 
er  las,  ist  nicht  auszumachen.  Gemeint  sein  muss  eine  Halskette, 
was  i'i  wenigstens  im  Syrischen  bedeutet.     Ob  212  oder  2":  diese 


288  Sir-  30,  1—24.    83,  13—35,  13. 

Bedeutung  hatten^  steht  daliin;  das  erstere  Wort  findet  sich  im 
Targum  für  mo.  —  y^  actf'D]  ist  der  kunstgerechte  Gesang; 
vgl.  pn  hv  "ilölö  44,5.  Gr.:  a'>f/.|>i]xa  (Lat.  praem.  et)  [Ao-jat/wv: 
(vgl.  zu  V.  3).  —  hv  2-]  Gr.  ungenau:  h. 

6.  Gr.  für  a  frei:  sv  y.y.-(/.'jy.t'j'xa\xa-i  /.o'->3(i)  (al.  /posoi}, 
ypusiVju)  o'fpaYk  a\i<x^jd'(orju.  Auch  LXX  setzt  u.  a.  sjx^f/oiYooc  für 
npi:;  sodann  scheint  Gr.  schlecht  rosSa  für  mxiSa  gelesen  zu 
haben.  Im  Kanon  findet  sich  übrigens  neben  dem  Singular  nsSa 
als  Plural  nur  C«'?»  (wie  unten  45,  11).  Bei  der  Goldfassung 
ist  an  einen  Siegelring  zu  denken.  —  mo'O  h)p]  vgl.  47,  9.  Gr. 
•liXo;  ;xo'j3r/.tov  =  das  mit  Musikbegleitung  gesungene  Lied.  Der 
Genitiv  |j.ou3ix«)v  (s.  z.  v.  3)  ist  semitisch  gedacht.  —  li^iTn  cyiJ  'rj? 
Gr.  i'f    r^osi  oivu).     Lat.  in  jucuudo  et  moderato  vino. 

7.  Syr.  om.  —  nn«  "[""li:  dk]  Gr.  siypsiaaou;  vgl.  christlich - 
pal.  yi'ü  n;s  n'^b  =  tut  non  opus  est  (Payne-Smith  s.  v.).  Aber 
hier  ist  der  Sinn  doch  wohl:  wenn  du  musst.  Betr.  y'i'a  s.  z. 
34, 4.  —  p'nnj  wohl  =  p|n3  (vgl.  anders  np:na  im  Kanon),  es 
gehört  zu  yyj  und  bedeutet  „durchaus".  Die  Lesart  ~nK  würde 
wohl  "TiÄ  erfordern,  wäre  aber  auch  dann  schlecht.  Gr.  schlecht] 
jxoXic,  das  bei  ihm  zum  Folgenden  zu  ziehen  ist.  —  li^b^)  ca^'c] 
ist  sonderbar  der  Konjunktion  vorangestellt,  wahrscheinlich  aus 
rhythmischen  Gründen  (vgl.  zu  36,  28.  49,  15).  Der  Sinn  kann 
nämlich  nur  sein:  lass  dich  zuvor  zwei-  oder  dreimal  fragen. 
Gr.  übergeht  mit  Unrecht  u^h^,  übrigens  behält  er  die  Wortfolge 
bei:  [xoX<^  SU  Mv  k-z[jioTr,\}-r^;  {=  TiSstt''» :  Clem.  AI.  paed.  II  7,58 
£-spojT-/)i}ct'c).  —  Lat.  adolescens  loquere  in  causa  tua  (70  sie 
X,03t7.  (sie)  Gfou)  vix.  si  bis  interrogatus  fueris  (vgl.  70  iav  lirsfxu- 
-r^b-^i^  [jLoXi?  Ol?).  Er  schickt  voraus :  audi  tacens  et  pro  reverentia 
accedet  tibi  bona  gratia  (vgl.  v.  10). 

8.  Syr.  om.  —  Gr.  xs^aXartosov  Xoyov]  danach  ist  wohl 
10S  ¥72  abzuteilen.  S'::  bedeutet  neuhebr.  freilich  im  Kai  =  zu- 
sammenfassen. Aber  hier  wird  das  Piel  auch  durch  ayai,  das 
nur  als  Piel  (vgl.  3,  18)  verstanden  werden  kann,  empfohlen. 
Dem  Sinne  nach  richtig  Gr.:  sv  oXr.'oic  tjj'üA  (Clem.  AI.  Aeth. 
om.  tjjüsj).  —  h  nail]  Gr.  frei:  71VOU  wc.  —  Lat.  habeat  caput 
responsum  tuiim.  in  multis  esto  quasi  inscius  et  audi  tacens 
simul  et  quaerens. 


Sir.  36,  6— lU.  289 

9.  Gr.  [x£7ici-av(oy  ist  wohl  =  nnti'  (vgl.  zu  8,  8),  ebenso 
Syr.  i<rt2'''7tJ^  (s.  ebenda).  vSodann  haben  für  x7.l  itspou  Xrjov-oc  248 
Syroh.  23  xal  ottou  (23  ou)  Xs^ov-sj,  Sah.  und  an  der  Stätte  der 
Greise,  Lat,  et  ubi  sunt  senes,  \¥onach  xal  oVju  ylpov-sc  (so  Compl.) 
zu  lesen  ist.  Syr.  für  b:  und  die  älter  (pKD)  sind  als  du,  wolle 
nicht  schmähen  (ij?!:).  Hebr.  hat  vielleicht  n'^jp:  und  n'-ity  ver- 
tauscht, denn  die  Verba  begünstigen  nnti^  für  a  und  ü':p'  für  b. 
Ein  ü^2^  (vgl.  V.  3)  könnte  dabei  im  Spiel  sein  (vgl.  zu  7,  14). 
—  DOipn]  vgl.  zu  11,  9.  Gr.  l^iaaCou,  S  Ibuaict'Cou  (20,  8),  Lat. 
praesumas.  Syr.  mnnn.  —  Syr.  las  statt  2in  wohl  n^sn  und  über- 
setzte "naS  frei.  Gr.  hat  wie  an  der  Parallelstelle  7,  14  d?jrAzayzv^ 
und  möglicher  Weise  stand  an  beiden  Stellen  dasselbe  Verbum, 
dann  aber  schwerlich  nc.  Nach  Analogie  von  -^u^,  v^2r\,  rj'^an 
könnte  ma  tropfen,  beständig  fliessen  (so  im  Arabischen),  aller- 
dings wohl  „schwatzen"  bedeuten;  vgl.  Prv.  19,  13.  27,  15.  Man 
könnte  ferner  bei  □"'Jpn  ein  p  aus  a  subintelligieren  (Ewald 
§  351a)  oder  aber  nach  Gr.  'i  cipam  oder  ':  ni^'^sm  (vgl.  v.  4. 
42,  6.  36,  31)  schreiben  wollen.  Der  Ausfall  könnte  durch  die 
Umstellung  verursacht  sein.  Aber  schon  Syr.  hat  in  b  kaum 
ein  mpon  oder  ']U^H2  vorgefunden,  sondern  wohl  auch  ü^ip')  gelesen. 
Deshalb  ist  mts  nach  dem  Neuhebr.  und  Aram.  wohl  als  be- 
helligen (iSiriED  besonders  :=  jemand,  der  mit  Fragen  lästig  wird) 
zu  erklären.  Von  „viel  schwatzen"  kann  nach  v.  7  überhaupt 
nicht  die  Rede  sein.     Mit  "])!)£  hat  Syr.  freilich  wohl  nur  geraten. 

10.  Syr.  om.  —  n::y]  Gr.  hier  und  43,  5:  xa-aa-s'josi,  43,13: 
Tot/uvsT  (bezw,  xaxscrTreuae),  Vgl.  1  Sam.  21,  9  LXX  xatota-sGoov, 
x7.-:a  a-äouor^v  für  pm.  Im  Hebr.  findet  sich  43,  5  als  Variante 
nnfr,  43,  13  m*n.  Die  Bedeutung  eilen  kann  der  des  Durch- 
dringens,  Leuchtens,  Emporkommens,  Siegens,  zu  Grunde  liegen. 
Uebrigens  scheint  n2:r  hier  ein  intransitives  Kai  oder  ein  Nifal 
oder  Pual  oder  Hofal  zu  sein,  an  den  beiden  anderen  Stellen 
scheint  es  dagegen  aktivische  Bedeutung  zu  haben.  —  Tia  ''i^b] 
Gr.  lipo  ßprjvTTjs,  aber  das  ist  wohl  Korrektur;  denn  Lat.  hat: 
ante  grandinem.  Nicht  nur  Donner  und  Blitz,  sondern  auch 
Hagel  und  Blitz  sind  unzertrennlich  (vgl.  auch  43,  13  ff'.),  aber 
der  Blitz  ist  schneller.  Es  liegt  wolil  eine  sprüchwörtliche 
Redensart  vor.  Ebenso  hängen  Bescheidenheit  und  Gunst  zu- 
sammen,   aber  die  Gunst  wird  dem  Bescheidenen    zu  Teil,    ehe 

Smend,  Siiach-Kummeutai-.  IJ 


290        S»'-  30.  1— S'i-    33,  13—36,  13.    35,  14—36,  16a.  30,  26—40. 

er  sie  nocli  an  den  Tag  gelegt  hat.  —  s:i  (vgl.  Jes.  50,  15)  könnte 
vielleicht  den  Bescheidenen  bedeuten,  aber  Gr.  (ats/uvxr^pou)  führt 
auf  W'2  (42,  1),  das  bei  Sirach  Bescheidenheit  im  weitesten  Sinne 
bedeutet;  vgl.  bes.  41, 14  ff.  Das  wunderliche  ^^)2  erklärt  Bacher 
wohl  richtig  daraus,  dass  '"  ^*)2  einmal  Kandlesart  war,  wobei 
nyr  in  '•'  abgekürzt  war  (vgl.  zu  32,20).  —  Gr.  hat  für  nxy  2" 
7:,orj£A£!j3£-ai  (Lat.  auch  in  a:  praeibit),  der  Abwechslung  halber. 
Lat.  für  b:  et  ante  verecundiam  praeibit  gratia,  et  pro  reverentia 
accedet  tibi  bona  gratia.  Aber  nur  der  letztere  Satz  ist  ursprüng- 
lich (vgl.  zu  V.  7),  den  ersteren  lassen  Toi.  Sang,  und  Aug.  spec. 
aus.     Indessen  darf  man  nach  Lat.  noch  nicht  ntJ^2  vermuten. 

11.  Syr.:  in  der  Zeit  des  Tisches  mache  nicht  viel  zu 
reden  und,  während  in  dir  Besinnung  («iimv)  ist,  gehe  fort  zu 
deinem  Hause  ("[n^iS  nee).  Das  entspricht  der  zweiten  Rezension 
von  v.  11  im  Hebr.  und  dem  Anfang  von  v.  12,  A\ie  die  hebräische 
Handschrift  ihn  las.  Dagegen  deckt  Gr.  sich  mit  dem  Rest  des 
Hebr.  Er  hat  für  a:  sv  Äpa  {=  dV2  vgl.  11,22)  IssYeipoü  x7.t 
ixT^  rjurA';z\.  {=  nnxnn  vgl.  7,  34),  Clem.  AI.  paed.  II  7,  56  sv  Ä.oa 
c/.v7.3TC(a3(oc  tjLTj  oupa-j-st.  Lat.  et  (S*  x£v)  hora  surgendi  non  te 
trices.  Vielleicht  stammt  dieser  Text,  der  sich  dem  Hebr.  enger 
anschliesst,  aus  Gr.  Tl.  Wahrscheinlich  sind  ipcö  und  |nSB^  Varianten, 
die  aus  r^z^  und  mkip  (Entlassung)  verderbt  sind.  Dann  Avar 
aber  mSti»  wohl  Erklärung  von  "ijscö.  Die  Wiederaufnahme  von 
naca  (wohl  =  das  Aufbrechen)  in  ■]n''2S  ikc  hätte  nichts  befremd- 
liches. Vgl.  1  Sam.  19,  10.  Gr.  d-otps/s  d:  oTxov,  Clem.  add. 
aov,  Lat.  praecurre  autem  prior  in  domum  tuam. —  "ph  hv  rh^V  DSl 
im  ist  Glosse  zu  p::"i  üh)if  v.  12,  an  sie  schloss  sich  auf  Grund  des 
Verderbnisses  ]rh^  die  andere  cidt  n2in  Vx.  Durch  diese  Glossen 
wurden  die  zAveite  Hälfte  von  IIb  und  die  erste  von  12a  ver- 
drängt. —  X7.1  llr^  paöujj-si.  ist  vielleicht  =  amn  hü'i  (vgl.  Gen.  42,  1 
LXX).  Aetli. :  und  dort  sei  fröhlich,  Lat.  et  illic  avocare,  was  aber 
auch  Variante  von  et  illic  lüde  =  l/si  r^aC^e  v.  12  sein  kann.  Aeth. 
lässt  Exst  V.  12  aus.  Er  will  sagen:  gehe  wirklich  nach  Hause,  treibe 
dich  nicht  weiter  umher,  sondern  lasse  deine  Laune  zu  Hause  aus. 

12.  Am  Anfang  stand  im  Hebr.  -n^a'?  Ttio,  das  Syr.  hier 
ausdrückt  (s.  o.).  —  pi'i  oSti'l]  erscheint  als  originell  gegen- 
über dem  xal  ttoisi  ta  lv&'j|xr(|jiaTa  aou  und  dem  aus  Hebr.  und 
Gr.    komponierten    ..und    tue    deinen    Willen    (-J'-i;)"    des    Syr. 


Sir.  35, 11—14.  291 

c^u^  =^  befriedige,  pai  wird  im  Talmud  von  der  Laune  des  Gastes 
gesagt  (vgl.  Biixtorf  s.  v.).  —  Gr.  für  b:  y.c/X  [xr^  ajxafyxr,? 
(A  aiJ.otfiTrjCjr,c,  Syroh.  253  23  S*  Sah.  atxafyf'a  v.m,  248  Lat.  iv 
atxotp-i'otic  xott')  Xoyco  uTTspr/ictvto.  Ob  er  riNIsns  sSl  und  etwa  lDn2 
las^  steht  dahin.  Im  Hebr.  ist  für  das  sinnlose  Sd  (Dt.  28,  48.  57), 
das  Syr.  übergeht,  zh  zu  sehreiben. 

13.  r\hi<  hj  hv)]  Gr.  /al  k-\  to-jtoic,  aber  Lat.  et  super  his 
Omnibus.  —  "[la]  gemeint  ist  vielleicht  ein  Danksagungsgebet, 
das  man  zu  Hause  noch  sprechen  soll.  Schechter  vergleicht 
Dt.  8,  10.  —  yi^)V]  Lat.  dominum,  qui  fecit  te.  Syr.  den  Namen 
Gottes.  —  "jTion]  Gr.  praeni.  /au  —  inzrcf:]  Gr.  Plur.,  Lat.  ab 
Omnibus  bonis  suis,  was  beides  für  das  Original  nichts  beweist. 


Xm.     35,  14  —  36,  16  a.     30,  25—40. 

Weisheit  ist  vor  allem  Vorsicht  gegen  die  Gefahr.  Der 
Gottlose  ist  ihrer  unfähig,  wegen  seines  Uebermuts  und  seiner 
Unbeständigkeit,  aber  der  Fromme  findet  den  rechten  Weg  in 
Erforschung  des  Gesetzes  und  in  Aufmerksamkeit  auf  seine  Lehrer 
(35,  14—36,  6  =  2.  2.  2.  2.  2.  |  3.  3).  An  diese  Betrachtung 
fügt  sich  eine  andere,  die  die  Auserwählung  Israels  aus  den  Hei- 
den begründet  (36,  7 — 15^3.  2.  2.  2),  und  sie  schliesst  mit  einem 
Aufruf  an  die  Häupter  des  Volkes,  zu  hören,  der  an  Selbstgefühl 
dem  von  c.  24  gleichkommt  (36,  16  a.  30,  25—27  =  2.  2).  Mit 
der  Länge  und  dem  Gewicht  dieser  Einleitung  kontrastiert  auch 
hier  der  Inhalt  der  Lehre.  Bis  zum  Tode  soll  der  Hausvater 
die  Herrschaft  über  sein  Haus  und  sein  Eigentum  unverkürzt 
behaupten  (30,  28 — 32  =  2.  2.  2),  und  er  soll  die  Sklaven  in 
strenger  Zucht  halten,  sie  freilich  auch  menschlich  behandeln, 
wie  das  schon  sein  eigenes  Interesse  erfordert  (v.  33 — 40  =  1. 
2.  2.  1.  I  2.  1). 

35,  14.  Hebr.  hat  den  Vers  in  dreifacher  Gestalt;  nimmt 
man  die  Randlesarten  hinzu,  sogar  in  vier-  bis  fünffacher.  An 
erster  Stelle  sind  die  beiden  Stichen  in  einen  zusammengezogen, 
doch  hat  sich  hier  das  ursprüngliche  pi'i  (=  Gr.  suoo/t'av,  Lat. 
benedictionem  =  zu\o'(iw)  statt  des  schlecht  ausdeutenden  ruj:a 
(vgl.  Syr.  zu  18,  20)  erhalten.  Ob  Gr.  (6  9o[:io'j[xsvo;)  NT  für  )ifrn 
(Ps.  34,  11   u.  ö.)  las,   steht  dahin.     Im  Uebrigen    deckt  er  sich 

19- 


292  ^ii-  35,  14—36,  16a.    30,  25—40. 

mit  der  zweiten  Version.  Man  könnte  höchstens  zwischen  iDia 
und  nph  (Gr.  iraiostav,  248  Aeth.  Lat.  schlecht  tyjv  -atoet'ctv  aüxoC») 
schwanken  (s.  z.  8,  8).  Das  Verbiim  nph  (Gr.  iy.oizt-y.i  vgl.  zu 
6,  23)  heisst  hier  lernen  (vgl.  zu  6,  33.  8,  9).  —  imnii^ai]  Gr. 
•/7.1  rjl  op/i)rjtCovT3c  (70  307  Sah.  Aeth.  Lat.  add.  Tf-oc  ct-kov);  vgl. 
zu  4,12.  Syr.  Miönp  sS^fST;;  vgl.  zu  39,  5.  —  TU^'\  Gr.  s6(>r^aou!Jiv ; 
vgl.  zu  6,  16.  —  Die  dritte  Version,  die  Syr.  («jnSlc  =  Dienst, 
für  "i'cn)  übersetzt,  ist  deutlich  eine  Abwandlung  der  zweiten. 

15.  Syr.  om.  —  t^nn]  vgl.  zu  2,  16.  —  np^s>']  Gr.  i\x- 
7:^a^a^->y.l  aozou  (vgl.  zu  4,  12).  —  nSnSnöl]  das  Wort  findet  sich 
noch  Prv.  26,  18  in  verderbtem  Zusammenhang,  wo  im  Targ. 
ein  vielleicht  fehlerhaftes  nnn'ö  (=  erniedrigt)  steht.  Dagegen 
hat  SchulteDS  nSn'^ra  als  den  Scherzenden  nach  arab.  L^J  gedeutet 
(vgl.  J.  D.  Mich,  suppl.),  wonach  man  es  liier  als  Spötter  ver- 
stehen könnte.  Aber  Gr.  xal  o  u-o/.ryivo;xcvoc  (vgl.  1,  29.  36,  2), 
wofür  arab.  »^  (=  täuschender  Schein  von  Wasser)  und  »"isS 
(med.  ^^  =  verhüllt  sein)  in  Betracht  kommen.  —  lf>pr]  Gr.  oxc^v- 
ootXiaÖYjaö-a!.;  vgl.  zu  9,  5. 

16.  Zu  a  vgl.  Prv.  28,  5.  —  ''KT]  auch  Gr.  Syr.  haben 
hier  und  in  b  den  Plural.  —  ''']  Syr.  Gott.  —  irr]  Syr.  po:nn:: 
dagegen  Gr.  £'jf>-/)3ou3iv  (vgl.  zu  20,5.38,33). —  ttci^'ö]  Gr.  xpC|X7.; 
Syr.  Mijna  =  rcz^o.  —  man  m^::m,  das  Syr.  ausdrückt,  ist  Kor- 
rektur für  nSinnm,  wofür  Gr.  xal  oua-.tütxaxa  (vgl.  zu  4,17).  Das 
WorL  steht  hier  in  gutem  Sinne  (Prv.  1,  5  u.  ö.),  dabei  aber, 
wie  es  scheint,  in  der  ursprünglichen  Bedeutung  Steurung,  bezw. 
Richtpunkte  der  Steurung  (vgl.  das  Bild  vom  Schiff  36,2).  Denn 
ciSa  "ix^L'r  (=  Syr.)  ist  Korrektur  für  i«"'i:r  rp:o,  die  vielleicht 
von  37,17  (snS  m'^^nn)  beeiuflusst  ist.  Ob  Gr.  (wc  9«)?  £?g('}ou5iv) 
r|ti>i2  las,  steht  dahin;  er  kann  auch  ?^m^  frei  wiedergegeben 
haben,  das  übrigens  auch  im  anderen  Fall  vielleicht  vorzuziehen 
wäre.  Aber  augenscheinlich  las  Gr.  in^T.  Neuhebräisch  wird 
rT'Än  auch  vom  Anzünden  eines  Lichtes  gesagt  (vgl.  Aruch  s.  v.). 
Nach  einer  Vermutung  von  E.  Schw^artz  hat  Sirach  den  Pharus 
in  Alexandria  im  Sinn,  den  er  höchst  wahrscheinlich  gesehen  hat. 
Vgl.  sonst  24,  32.  39,  12. 

17.  Dcn  li^^i^i]  d.  h.  der  gottlose  Mann,  Gr.  avöpcuTro?  aaap- 
-wXoj;  vgl.  zu  10,  23.  Syr.  der  kluge  (üQ^^y)  Mensch  =  D:n  ti>\s. 
—  mnnn  na"]  Syr.  schlecht:  er  verbirgt  (s*^*ea)  die  Lehre.     Der 


Sir.  85,  15—18.  293 

Sinn  ist:  er  lehnt  sie  ab.  Aber  der  Grundbedeutuug  (er  biegt 
sie)  entspricht  in  b  l'H^f2\  das  Gr.  (supr^asi,  248  ih'~>[j(T/.t>.,  leg. 
zÄxuasi?)  schlecht  wiedergibt.  —  in^r  nns]  Svr.  nrii:  nns  (hinter 
seinem  Willen),  Gr.  x7.ta  to  Mlr^ixy.  cckoGI.  Syr.  braucht  hier  nicht 
dem  Gr.  gefolgt  zu  sein  (vgl.  zu  13,  ß).  Vielleicht  bedeutete  -li: 
Avirklich  auch  „Wunsch,  Wille".  Deshalb  ist  e.s  auch  nicht 
sicher,  dass  Gr.  i:iÄn  (vgl.  zu  16,  3)  las.  Ich  möchte  'p'j  aber 
hier  im  Sinne  von  Nutzen  verstehen  (vgl.  zu  15,  12).  Uebrigens 
scheint  hier  von  dem  Unrecht  die  Rede  zu  sein,  mit  dem  die 
Grossen  richten  und  regieren.  —  min  (so  steht  da)  verlas  Syr, 
in  m'x  (wie  v,  24.  9,  15),  er  setzt  deshalb  für  '^ü''  (er  zieht) 
„er  macht"  (12J?).  Dagegen  hat  Gr.  aoY/.o-jxa  und  das  führt  auf 
BSK'a  (vgl.  V.  5),  das  auch  durch  den  Gegensatz  von  v.  16 
empfohlen  wird.  ,T',r  ist  aus  v.  18  eingedrungen.  —  Vgl.  21,6. 
18.  Syr.  übersetzt  die  erste  Version  des  Hebr. :  ein  w^eiser 
Mann  lässt  nicht  fahren  die  Weisheit  als  verborgen  (=  nc:"'  -|- 
-afytorj),  und  ein  Frevler  (ah))}  vgl.  8,  11)  hütet  nicht  seine  Zunge. 

—  DDn  ist  aus  V.  17  eingedrungen,  übrigens  c:n  tJ>'S  nach  Gr. 
avTjp  |3oüÄr,c  (1  Macc.  2,  65)  korrigiert  aus  r\T;  iJ^\s*  (Jes.  40,  13. 
46,  11.  Ps.  119,24).  Denn  v.  19  setzt  nr;  xSn  ein  niry  voraus, 
und  D:n  ty\s  ist  zu  unbestimmt,  um  den  Ratgeber  zu  bezeichnen. 
Gr.  verdient  um  so  mehr  Beachtung,  als  er  den  Sinn  von  'i*'a 
rijtj;  nicht  begriff en  und  noT  ah  (vgl.  ähnlich  41,  14 f.)  in  verkehrter 
Analogie  nach  b  und  v.  17  in  o-j  »xtj  -üotpioTo  verdreht  hat.  rp"'  h'S 
ist  aus  b  (vgl.  auch  16,  24)  eingedrungen.  Nach  o'7.vo-/;aa  (vgl. 
42,  20)  ist  hz^i^  anzunehmen,  das  in  in^  und  nf:zn  korrigiert 
wurde.  Ferner  ist  nach  (/./.Xoto'.oc  •/.7.1  u-3f>Yi7.voc  |*Sl  n*  (Gr. 
schlecht  "i:  vgl.  zu  21,25)  richtig.  Schliesslich  verlas  Gr.  np"*  in 
nw  (xot-a-TTj^ei)  und  min  in  sTiC  (c5o|5ov  vgl.  zum  Accusativ  9, 14). 
Ich  nehme  nicht  mj:»,  sondern  min  an,  das  freilich  aus  v.  17 
stammen  könnte,  aber  eben  dort  nicht  ursprünglich  ist.  Auch 
wird  min  als  Lehre  des  Weisen  eher  in  nil'^'S  korrigiert  sein  als 
umgekehrt.  Eine  andere  Korrektur  war  die  von  np^  in  ii^^^  die 
vielleicht  aus  20,  7  (s.  d.)  eindrang  und  bei  mm  an  das  göttliche 
Gesetz  zu  denken  erlaubte.  Vollends  töricht  änderte  man  nS 
':wh  ifi^''  (vgl.  Prv.  21,  23)  in  vermeintlichem   Gegensatz  zu  a. 

—  Die  Worte  xal   aera  to  -oirjora».   ;x£t    a-j-oü   avcu   (jOuXtjC  fehlen  in 

70  155  und  sind  von  S  '^«  mit  einem  Asteriskus  versehen.     Sie 


294  Sir.  36,  14—86,  16  a.    30,  25—40. 

ständen  mindestens  mit  Unrecht  vor  v.  19;  sie  sind  ferner  sinn- 
los, auch  wenn  man  mit  Lat.  beifügt:  et  suis  insectationibus 
arguetur  ^  und  er  wird  durch  seine  Verspottung  angeschuldigt (?). 
Die  Worte  sind  z.  T,  richtige  Korrektur  zu  v.  19  b,  wo  ev  zw 
falsch  statt  [xs-a  xo  steht,  jxs-:  otO-oü  ist  aber  Fehler  für  [x£Tctij.£Xo'j, 
und  avcu  ßou/.y;?,  das  106  307  auslassen,  ist  aus  dem  Folgenden 
vorweggenommen,  um  irgend  einen  Sinn  zu  gewinnen. 

19.  Lat.  Aeth.  praem.  tili.  —  nni  — Ss]  Syr.  ini:— kS,  Gr. 
[x-zjüsv.  —  -["lyj?«  insij  vgl.  zu  34,  22.  Syr.  und  nachdem  du  ge- 
tan hast  (niK  i^Vt),  Gr.  xai  ev  ko  -oir^sai  az  (248  155  om.  as), 
aber  Lat.  et  post  factum;  vgl.  zu  v.  18.  —  ?]3:pnn  ha]  vgl.  zu 
30,  23.  Syr. ']':  Kirn  ah,  Gr.  jxtj  (Syroh.  ora.)  ixsxotixeXoo.  Den  Sinn 
trifft  Lat.:  non  poenitebis.  —  Vgl.  37,  16. 

20.  nwpio]  vgl.  zu  9,5  und  Fs.  141,  9.  Gr.  avTnrTa)[xa-o? 
(anders  34,  29),  Syr.  smnti^n  (der  Schwierigkeit).  —  Spnnj  vgl. 
zu  13, 23,  wonach  auch  hier  das  Nifal  anzunehmen  ist.  Gr. 
Trposxo^j^^ic.  —  Cöyo  F]:i3]  Gr.  nur:  iv  Xiötuosoiv;  vgl.  dfxjxwSr^?  25,20. 
Aber  Syr.  am  Steine  {^=  Gr.)  zweimal.  Er  will  sagen:  du 
kannst  überall  zu  Fall  kommen,  doppelt  gross  ist  aber  die  Ge- 
fahr auf  einem  klippenreichen  Wege;  vgl.  18,32.  Die  von  mir 
früher  vorgeschlagene  Aenderung  ■[''öyc  ist  unnötig  und  schlecht. 

21.  22.  Syr.  deckt  sich  mit  der  zweiten  Version  des  Hebr., 
Gr.  steht  der  ersten  näher.  —  Nach  v.  23  kann  vom  Wege  der 
Gottlosen  nicht  die  Rede  sein.  Also  ist  D"'j?ii>"i  "["ni  schlechte 
Erklärung  von  'pnf:i  "["nz.  Gr.  £v  6o(o  d-irpocixoTKo,  was  heissen 
soll:  auch  auf  ebenem  Wege  kannst  du  zu  Fall  kommen.  Aber 
dass  der  Gedanke  von  v.  20  so  fortgeführt  sein  sollte,  ist  un- 
wahrscheinlich; der  ebene  Weg  ist  der  tatsächlich  sichere.  Uebrigens 
hat  Gr.  ?)nnö  nur  schlecht  übersetzt;  vgl,  ~-a»ai?  =  r|nn  50,  4. 
Aber  nach  50,  4  {^pm  'DvS  jxnn  =^  welcher  Sorge  trug  für  sein 
Volk,  so  dass  es  sicher  war  vor  f'pn)  ist  hier  zu  erklären:  Sei 
nicht  sorglos  auf  dem  Wege  dich  sicher  wähnend  vor  ?jnn.  Das 
Wort  findet  sich  Prv.  23,28,  wo  Hieron.  es  mit  latro  übersetzt, 
LXX  aber  mit  auviojxiuc,  Targ.  mit  WV  fjTt;«,  was  wohl  plötzlich 
(eigentl.  Augenwink)  bedeutet.  Vgl.  aram.  und  neuhebr.  ?]i5n,  etwas 
eilig  tun,  syr.  n^'Ncan  schnell.  Ob  die  Punktatoren  bei  r|nn  an 
ein  Konkretum  dachten,  ist  zweifelhaft.  Sir.  50,  4  ist  ..UeberfalL" 
ebenso    gut  möglich    wie  „Räuber"  (s.  d.),    auch  hier  wäre  das 


Sir.  35,  19—36,  1.  •  295 

ei'stere  angebracht.  Vgl.  targum  S£'i:n.  =  Käuberei;  s.  übrigens 
noch  zu  15,  14.  ■ —  Lat.  für  a:  nee  (307  A  k  296  praem.  xai') 
credas  te  viae  laboriosae  (=  -poT/co-rto?),  ne  (Brev.  239  nee) 
ponas  animae  tiiae  scandcüum.  —  Gr.  für  b:  xoti  a-o  züiv  -iyj'^wj 
aou  (p'jXa;ai  (Lat.  add.  et  a  domesticis  tuis  attende).  Gr.  las 
-jT'nK!:'!,  wobei  er  rr^nns*  nach  16,3  (vgl.  zu  11,28)  verstand; 
aber  der  Gedanke  passt  nicht  (vgl.  sonst  6,  13).  Nach  Gr.  II. 
hat  Brev.  239 :  et  a  viis  tuis  cave  ==  ■j\ims*21,  woraus  also  i^mszi 
entstellt  ist.  Aber  auch  das  ist  falsch.  Denn  die  eigenen  Wege 
können  so  nicht  einmal  den  Wegen  der  Gottlosen  gegenüber- 
gestellt sein.  Ich  vermute  "in  n-iKöl,  und  verstehe  -'n  als  Nach- 
stellung (vgl.  Olshausen  zu  Ps.  10,  7). 

23.  Lib.  com.  praem.  tili.  —  "[^ti^yo]  vgl.  zu  34,22.  Gr. 
£pY(o  (248  308  add.  a-j-aOto,  Lat.  add.  tuo,  Toi.  Am.  Sang.  Lib. 
com.  Brev.  239  om.).  —  -[i^'cj  mx:tf]  vgl.  Dt.  4,  9.  Prv.  13,  3. 
16,  17.  19,  16.  22,  5.  Gr.  Ttiaxsus  t^  tbuyri  aoo.  Er  dachte  wohl 
an  37,  13.  14;  aber  l)f2^  ist  durch  b  geschützt;  vgl.  bes.  Prv. 
19,  16  Wz:  it2W  mi'ö  'inw  und  unten  zu  v.  24.  36.  3.  Das  Ge- 
setz ist  der  Weg  zum  Glück,  deshalb  ist  die  richtige  Selbstliebe 
auch  Gesetzeserfüllung.  —  rti  rw))!  ''dJ  Gr.  -/.cd  (Lat.  om.)  Y7.p  to-jto, 
Syr.  denn  jeder,  der  so  ist  (vgl.  nha  ,Twt*iy  h2  ":).  —  n'ir-^  iisit^] 
Gr.  saxi  TT^pr^aic  svtoXäv  (157  k  55  254  155  ivToXr,;);  vgl.  zu  15,  15. 

24.  min  y^i):]  vgl.  Prv.  28,  7.  Gr.  o  -is-sutov  (vgl.  v.  23; 
296  308  7rpo33/(ov)  vojx(o  (248  xupuo,  Lat.  deo).  Syr.  Aver  behütet 
(TtSjn)  seinen  Weg  (nmis);  vgl.  zu  v.  17,  aber  auch  Prv.  16,  17 
I3n  ni'ii  itt^c:  ^i^w.  —  Wz:  i-"3isi'j  Gr.  -possxsi  (6, 13)  hzolnX:  (248 
253  23  S  307  IvtoX-(;,  A  Iv-oXr^c).  Vielleicht  ist  Gr.  durch  v.  23 
beeinflusst;  Syr.  folgt  ihm:  hält  (toj)  das  Gebot  Gottes.  Die 
Umkehrung  von  v.  23,  die  im  Hebr.  vorliegt,  ist  ganz  am  Platze, 
—  '''2]  Gr.  xDpuo  (248  Lat.  £-'  uu-m).  —  trir]  vgl.  Ps.  22,  6. 
Gr.  sXatT«)&r^(3£TG(i  (=:  "icn"'?)  Syr.  kommt  (nicht)  um  (i;n:)  auf 
ewig.  Vielleicht  ist  ti^ir  Korrektur  für  ncn''  =  Fehler  für  IDIT' 
(J.  Levi).  Vgl.  Syr.  zu  21,  11. 

36,1.  V'  J?>2']  vgl.  1  Reg.  5,18.  —  ^icj;j  neuhebräischer 
Bildung,  auch  44,20,  bisher  nicht  belegt;  Avogegen  4,17.  6,7. 
13,  11  jrDJ.   Hier  und  44,  20  von  der  Versuchung  durch  Gott.  — 

löSoiT  z\^)]  Syr.  "tiSEnJTi'icnii.  Gr.  x^l  -c/.hy  s^sXsr-ai  (vgl.  zu  26,29, 


290  Sil--  35,  14— 3G,  16  a.    30,  25—40. 

dagegen    248  i^^if/siToit  a-j-ov.    70  k  8  "'*    add.   «utov),    Lat.    deus 
illum  conservabit  et  liberabit  a  malis. 

2.  Syr.  om.  —  Gr.  für  a:  dcvr^p  (s.  z.  3,  17)  ao'fo;  ou  [xiar^aöi 
(70  307  <u(3tX)  yo<j.ov  (Lat.  mandata  et  justitias;  vgl.  zu  1,  26). 
Aber  b  spricht  für  Hebr.  —  aaionai]  das  Verbimi  wird  auch  vom 
Schifte  gebraucht  (Aruch  s.  v.).  (ir.  schlecht  6  ok  G-oxpivojj,£vo? 
(35,  15)  SV  oL'jTuy,  Lat.  nach  Korrektur:  et  non  illidetur.  —  nycan 
fn''j]«[2]l  das  Nomen  lyDö  (=  mvD)  ist  sonst  nicht  belegt.  Die 
Ergänzung  nach  Gr.  (uc  iv  -/a-aiYtoi  ttXoTov. 

3.  Syr.  ora.  —  ty^x]  Gr.  ocvO[ioj-o?,  k  dvr^p.  —  nm  p"]  Gr. 
£;jL-i3-£6a£i  (70  23  307  155  Lat.  -£-.;  vgl.  zu  35,  23)  vo.i.«)  (Lat.  add. 
dei).  Für  im  steht  vojxo?  Ps.  119,57.  105.  —  Gr.  für  b  ganz 
abweichend:  X7.i  o  vojj.oc  7jjt(J)  ttigtoc  (=  nT'ti'pV)  w;  IpojTr^jxa  otjXojv 
(nur  B  o'./7.[ojv).  Er  schämte  sich  der  rcöD  als  eines  Amulets,  das 
noch  in  taLiiudiscJier  Zeit  für  verdächtig  galt,  übrigens  auch  an 
der  Hand  getragen  wurde  (vgl.  die  rabb.  Lexx.  s.  v.).  rrT'ti'p  im 
Jerus.  Talmud  =  Band;  vgl.  iwp.  Die  o9)Xoi  hat  Gr.  auch  45, 10 
eingetragen.  —  Uebrigens  ist  nach  Gr.  "h  mim  zu  lesen.  Denn 
der  p33  (7,  25)  ist  kein  Lehrer,  und  min  muss  hier  das  Gesetz  sein. 

4.  Syr.  om.  Im  Hebr.  folgt  hier  bis  32,  11  eine  Lücke, 
die  68  Distichen  des  Gr.  entspricht.  Es  fehlen  also  zwei  Blätter 
d.  h.  72  Zeilen.  Da  Gr.  vollständig  zu  sein  scheint,  so  hatte 
Hebr.  auch  hier  einzelne  unechte  Distichen  oder  echte  Distichen 
in  verschiedener  Gestalt.  —  EToi'txaOTv]  etwa  =  pn;  vgl.  18,23 
Hebr.  Der  Lat.,  bezw.  seine  Vorlage,  versteht  v.  3  oc  und  or^Aüiv, 
zieht  das  zu  v.  4  und  stellt  hier  überall  die  3.  sing.  fut.  her.  — 
X7.1  O'JTOKJ  wohl  =  |:2T  (35,  2)  =  und  dann.  —  axoua&VjaTf]]  beruht 
wohl  auf  Verwechslung  von  Hifü  und  Nifal.  —  auvo-/)aov]  vgl. 
ni'  Jes.  8,  16.  Lat.  et  conservabit  {=  awzrjprfary^?).  —  xal  d-o- 
xpiör^xt]  so  B  A  (155  296  308),  aber  248  Syroh.  253  23  157  55 
254  Sah.  Lat.  praem.  tots,  70  106  k  307  S  praem.  oGtcdc.  Vgl. 
nnsi  11,  7.  35, 1.  —  Der  Lehrer  antwortet  auf  Fragen. 

5.  xpo/k  da7';r^c]  vgl.  Jes.  28,  28  nb:v  '^j'?:.  Syr.  wie  ein 
schnelles  Rad.  —  aTrXdy/va]  Syr.  das  Herz;  vgl.  zu  30,  7  und 
21,  14.  —  \iu)[jrju\  Syr.  sSi:?,  ebenso  v.  6  (s.  z.  21,  14).  —  7';(ov] 
ist  anstössig,  sofern  die  Wagenachsen  (wenigstens  gewöhnlich) 
unbew^eglich  waren.  Das  Wort  steht  aber  Ex.  14,  25  für  |ciK, 
und  übrigens   könnte  der  Uebersetzer  es  gebraucht  haben,    weil 


Sir.  36,  2—6.  297 

ihm  neben  xpo/oc  kein  zweiter  griechischer  Ausdruck  für  Rad 
geläufig  war.  Syr,  hat  aber  für  b:  und  wie  ein  Schwein  (sn''in) 
sind  alle  seine  Gedanken.  Man  könnte  danach  mit  Bendtsen  an 
iirn  (Kugel),  oder  besser  an  "^"n  (=  sich  wendend,  Perles)  als 
Attribut  zu  jcis*  denken. 

6.  Für  zk  o/£iav,  das  nur  B  8  ^^  (248  254)  und  Clem.  AI.  (s.  u.) 
lesen,  haben  die  übrigen  zk  oyßov  (253  lao/stoc,  307  lao/tojv), 
Lat.  emissarius  (Sang.  Am.  Turic.  a(d)missariiis).  • —  Für  [xäxos 
lesen  23  70  [j-oiyo-  (55  254  t»;  cpiXo.j-oi/oc).  Vgl.  Origen.  16,  89 
(adulter)  und  Clem.  AI.  paed.  I  13,  1  (anroc  £tc  oyeiay  h  'f.XrjOovo; 
x  l  [j-oi/oc  aXoYt'cjto)  xTr^vst  -7.,ooij.oia)i)£i'c).  Aber  S  *^''  hat  ji-tupo;  (die- 
selben Varianten  finden  sich  25,  2).  Syr.  für  a:  wie  ein  ge- 
satteltes (eigentl.  gerüstetes,  kttj?,  dagegen  Ambr.  STnn  =  stolzes) 
Ross  ist  die  Liebe  des  Frevlers  («Siy  s.  z.  v.  5).  Offenbar  ist 
ix(opo?  richtig,  die  Lesart  [xoi/oc  ist  durch  den  Vergleich  herbei- 
geführt; cpiXoc  beruht  auf  Verkennung  eines  entsprechenden 
Abstraktums.  Ferner  ist  zk  h/zi<T>  falsche  Ausdeutimg  des  bereit 
gestellten  Pferdes.  Nicht  nur  der  geile  Hengst,  sondern  jedes 
Pferd  wiehert  zum  Ausdruck  der  Freude;  das  orientalische  Pferd 
namentlich  auch  beim  Angriff.  Es  ist  aber  für  das  Pferd  cha- 
rakteristisch, dass  ihm  die  Person  seines  Reiters  gleichgiltig  ist. 
Noch  weniger  ist  an  die  geile  Stute  zu  denken,  die  eben  niclit 
wiehert,  wenn  sie  besprungen  wird.  —  Für  o)?,  das,  wenn  echt 
(S*^*  om.),  an  falscher  Stelle  steht,  hat  Sah.  „so",  Lat.  sie  et, 
aber  Sang.  Theoder.  sicut.  —  Syr.  hat  für  £7:ix7.{>-/jix£voü  schlecht 
ausdeutend:  der  ihn  liebt.  —  Während  v.  5  deutlich  hierher 
passt,  erscheint  v.  6  zunächst  als  etwas  fremdartig,  und  Bickell 
will  ihn  streichen.  Aber  v.  5  müsste  dann  auch  wohl  gestrichen 
werden,  und  es  ist  ein  Hauptstück  der  Frömmigkeit,  dass  man 
nur  mit  den  Frommen  Freundschaft  hält. 

7 — 15.  Der  unergründlichen  Weisheit  Gottes  hat  es  be- 
liebt, die  gesamte  Schöpfung  in  lauter  Gegensätzen  auszugestalten, 
und  so  namentlich  die  Menschenwelt.  An  und  für  sich  sind  alle 
Menschen  ebenso  einander  gleich  wie  die  Tage  des  Jahres,  aber 
wie  Gott  die  Festtage  im  Jahre  ausgezeichnet  hat,  so  hat  er 
Israel  vor  allen  Völkern  ausgezeichnet  und  die  Heiden  sogar 
verflucht,  sie  erniedrigt  und  vernichtet.  Die  Ausführung  richtet 
sich  gegen  die  Hellenisten,  die  die  Auserwählung  Israels  bestreiten. 


298  Sir.  35,  14— 36,  16a.    30, '25— 40. 

—  Vgl.    sonst   B.  Sanh.  65b.  Midr.   Tanchuma  Exodus,  j    nann 

p.  109  b:  ."Di:  nöi  iS  na«  .p2):r2  nsj  nai  'i'?  los  c^oro  er  nanSias 

7.  Syr.  für  a:  warum  gibt  es  (n"'«  =  v^)  einen  Tag  im 
Jahre,  der  von  einem  Tage  (w  Maus.  Mas.  I  Tagen)  verschieden 
ist  (tJ'nsi).  Dasselbe  Verbum  hat  Syr.  v.  8.  11  für  ois/ojpiaUrjCjav 
und  oicya)pi3£.  Vermutlich  stand  im  Urtext  überall  ti'ic,  das 
neuhebr.  und  aram.  „trennen^'  und  „unterscheiden"  bedeutet. 
Zu  ti'"  vgl.  zu  4,  21.  Also  etwa:  u^no  cra  er  it'"'  naS.  —  Syr. 
für  b  schlecht:  weil  alle  Lichter  die  Tage  des  Jahres  bedienen. 
Er  sprach  •i'öB'D,  aber  mit  „die  Tage'^  hat  er  Recht.  —  Lat. 
für  b :  et  iterum  {-dliv)  lux  lucem  (sc.  superat)  et  annus  annum 
a  sole. 

8.  SV  Yvoicjsi]  Syr.  nnarn;  ü^z.  Er  hat  auch  21,  14  KnD:n 
für  YvÄaic,  übrigens  hat  er  v.  11  d"Q  mit  3i2  verwechselt,  das 
vermutlich  auch  hier  stand.  —  ois/cupiaör^aav  (zu  v.  7)]  Lat  add. 
facto  sole  et  praeceptum  custodiente.  —  sopxac]  Lat.  dies  festos 
ipsorum,  er  fügt  bei:  et  in  illis  dies  festos  celebraverunt  ad 
horam.  —  Syr.  für  b:  und  er  machte  (v.  11.  38,  27)  von  ihnen 
Zeiten  und  Termine  (wii  «:i'y,  w  Maus.  SJiyi  w:i).  Es  stand  da 
cnjjioi  üTiV.    Uebrigens  ist  r^XXotwas  (=  riip;  vgl.  zu  12, 18)  besser. 

—  Nach  antiker  Vorstellung  sind  die  Tage  reale  Wesen  (Job.  3). 
Es  handelt  sich  hier  aber  überall  um  den  Unterschied  von  All- 
tagen und  heiligen  Tagen. 

9.  ayo'lioi'sev  xoti  7)Yiaa£v]  Syroh.  253  23  yjuXoYrjas  xotl  avu'}(u3ö 
(vgl.  V.  12),  S  Aetb.  rjiotacv  -/al  dv6'];(orT3v,  Syr.  er  segnete  und 
heiligte.  Letzteres  ist  wegen  Gen.  2,  3  vorzuziehn,  äv'j'{;o)C5iv 
wird  aus  v.  12  eingedrungen  sein.  —  Syr.  für  b:  und  von  ihnen 
machte  er  zur  Zahl  von  Tagen.  Jedenfalls  ist  (zpiOjxo;  Tjtxspöiv 
=  Alltage. 

10.  xai  P]  Syr.  und  auch. —  «reo  sSa'fou?]  Syr.  von  Lehm 
(Kri5  vgl.  -lan  Jer.  18,  4.  Job.  10,  9  u.  ö.)  sind  sie  geschaffen.  — 
£x  77)?]  Syr.  sicj;  |o  (vgl.  10,  9.  40,  3).     Lat.  add.  unde. 

11.  iv  TTXv^öei  ^racszr^llr^c\  d.  h.  aus  unbekannten  Gründen. 
Syr.  aber  (d"C  s.  z.  v.  8)  in  seiner  Weisheit.  —  ois/copiaev]  s,  z. 
V.  7.  —  Syr.  für  b:  und  er  machte  sie  (v.  8)  zu  Bewohnern  der 
Erde.  Vielleicht  sind  cn^mx  und  ün)i'\ü  (vgl.  1  Reg.  1 8,  6  LXX) 
verwechselt.     Jedenfalls  ist  -ac  6006?  :=  Schicksale, 


Sir.  36,  7—14.  299 

12.  rpoc  aijToy  Yf,'icj3v  (70  -f/oasXaßöto)]  Syr.  bis  zu  ihm 
gelaugten  sie  (vaa  nm':  sonj?).  Gleichwohl  kann  (y"\pn)  2y  rhu 
dagestanden  haben,  freilich  auch  J?^jn  Thü.  Da  a  unmöglich  auf 
Heiden  bezogen  werden  kann,  kann  b  nicht  auf  die  Juden  (Ps. 
65,  5.  148,  14  vgl.  unten  51,  12  ^»^j  gehen.  Vielmehr  geht  a  auf 
Israel,  b  auf  die  Priester  (Num.  16,  5.  Ez.  40,46.  42,13.  45,4). 

—  ctTr'  auTÄvJ  296  Lat.  Syr.  praem.  xott.  —  itaTtstvtoae]  Syr.  er 
stürzte  um.     Er  hat  wohl  das  folgende  Verbum  vorweggenommen. 

—  dv£(5tf>£'];£v  (Co.  157  besser:  dvizpö-j/sv;  vgl.  12,  12)]  Syr.  er 
rottete  sie  aus.  Es  handelt  sich  zunächst  aber  wohl  um  existierende 
Völker,  und  auch  der  Gegensatz  zu  b  empfiehlt  die  Lesart  des 
Gr.  Innerhalb  Israels  wird  zwischen  Laien  und  Priestern  unter- 
schieden, die  Heiden  sind  Eine  massa  perditionis.  —  oltzo  GTrhzoi; 
auTÄv]  man  könnte  an  22:0  oder  lövo  (Jes.  22, 19)  denken.  Lat. 
a  separatione  ipsorum  (A  octto  dTroofidasoj?  c/Z-wv).  Syr.  aus  ihren 
Wohnungen  (p,TTno  p).  —  Vgl.  bes.  Gen.  9,  25—27. 

13.  Syr.  zieht  a  und  b  zusammen:  wie  der  Ton,  der  ge- 
staltet wird  in  der  Hand  des  Töpfers.  Da  von  den  0001  des 
Tones  keine  Rede  sein  kann,  ist  hiernach  statt  -aaai  ai  600I  ocOto-j 
mit  70  zu  lesen  irXdcjai  aüto  (resp.  au-ov).  Vgl.  Lat.  (Dubl.): 
plasmare  illud  und:  omnes  viae  eius.  Vgl.  Jer.  18,  6.  4  iöhd 
nvrn  1^2  und  mtfyS  li'rn  'yyi  nti'^  ik^«:  nn«  ^hz  init'j;"i.  —  ^v  yv.fA  2°] 
vgl.  10,  4.  5.  —  248  70  106  haben  dvUpw-oc,  248  70  308  a-kov 
für  auTouc,  und  70  aüxw  für  a-j-roic  (254  (Z'jto'jc),  Lat.  Syr.  haben 
überall  den  Singular.  —  Syr.  für  d:  um  ihn  zu  setzen  in  alle 
seine  Werke.  Er  verlas  "(Sck^öd  in  v^V'iZ.  Uebrigens  stand  da 
wohl  inK  nrh  =^  ihn  zu  etwas  zu  machen,  und  das  zu  vermutende 
Ii50ii^ö3  bedeutete  in  Parallele  zu  b:  entsprechend  der  Bestimmung 
Gottes.  Knabenbauer  bemerkt:  error  Calvini  excluditur.  Aber 
für  den  Urtext  ist  das  Gegenteil  gewiss,  von  Vergeltung  war 
da  keine  Rede.  Nur  dass  Sirach  hier  zunächst  (vgl.  jedoch  v, 
14)  die  Völker  im  Auge  hat. 

14.  Man  darf  die  beiden  ersten  Sätze  zu  einem  Stichus 
zusammenziehen.  Willkürlich  setzt  Syr.  zu  jedem  der  drei  hinzu: 
ist  erschaffen.  Uebrigens  hat  er  für  den  dritten  schlecht:  und 
gegenüber  dem  Licht  ist  erschaffen  die  Finsternis.  Vgl.  dag. 
37,  18.  248  70  Syroh.  253  23  haben:  oS-w^  dTrsyavti  (xoü)  daap- 
tojXoO  (6)  euasßr^c,  worauf  248  beifügt:  xctl  oG'tcoc  dir.  dvopoc  s'jasßoui; 


300  Sir.  35,  14—36,  16  a.    30,  25—40. 

0  rj.\io.[j-MuM  (so  Lat.  für  b).  Aber  die  Inversion  bringt  das 
rhythmische  Verhältnis  der  Sätze  zum  Ausdruck.  Uebrigens  ist 
suasßrj?  ==  p-'ns:  (s.  z.  11,  17),  und  gemeint  sind  hier  die  Frommen 
und  Gottlosen  unter  den  Juden. 

15.  Syr.  für  a:  so  hat  gezeigt  (""/n)  Gott  alle  seine  Werke. 
Vgl.  aber  zu  Gr.  Koh.  7,  13.  Verwechselt  sind  wohl  nin  und 
mn  wie  44,  3.  —  Zu  b  vgl.  42,  24,  wo  aber  Hebr.  anders  liest. 

16a.  xa-j-o)]  Syr.  auch  (w  Maus.  Mas.  I  und  auch)  ich. 
Ein  enger  Anschluss  an  das  Vorige  ist  in  der  Tat  möglich.  Es 
ist  Sirachs  Aufgabe,  den  Unterschied  Israels  von  den  Heiden  ins 
Licht  zu  stellen.  —  sa/atoc]  Syr.  zuletzt  (nnns).  —  -/)Yp!j7r^-/i3a]  der 
Sinn  ist  ungefähr:  ich  habe  studiert,  geforscht  (vgl.  Prol.  7  und 
zu  34,  1).     Dagegen  Syr.:  ich  bin  gekommen. 

30,  25.  (uc  x(zXa[xw[j,cvoc]  Syr.  sr>'2^ :  zu  vermuten  ist  also 
SSiya.  Syr.  add.  sai:i.  Lat.  praem.  et.  —  -rj^r{f^zmv\  =  cn^ns.  — 
£v  zolo-(('x  x'jpiou]  Syr.  sn'^Ki  xrittm,  wozu  man  Gr.  zu  45,  1,  so- 
wie 35,  13  vergleichen  könnte.  Aber  es  stand  wohl  da  hü  nrnr: 
oder  "'''  Z2  (vgl.  4,  13).  Gemeint  ist  wohl  auch  hier  der  Bereich 
der  Gnade,  obw^ohl  vielleicht  der  Gedanke  an  die  Ernte  (Jes. 
65,  8)  liineinspielt.  —  s'föaaa]  Lat.  speravi,  wofür  schon  Bret- 
schneider  superavi  emendierte.  Die  Bedeutung  „zuvorkommen" 
passt  hier  nicht.  Allerdings  ist  Sirach  der  Meinung,  dass  ein 
Späterer  es  Früheren  zuvortun  könne  (s.  z.  39,  6).  Aber  hier 
will  er  wohl  nur  sagen,  dass  er  es  den  Früheren  gleich  getan 
habe.  Syr.  hat:  ich  stand  (nop).  Vielleicht  las  auch  Gr.  'nap 
oder  ''moy.  Der  Gedanke  ist  übrigens  derselbe  wie  24,  30  ff.  — 
Xr^vov]  Syr.  meine  Kelter  ("mirvo). 

26.  Syr.  om.  Vgl.  zu  24,  34.  —  dlld]  S«^^  155  296  308 
add.  xat.  —  raiosi'otv]  k  C  155  296  aocpiav. 

27.  Xaoü]  55  254  schlecht:  Äctwv,  Syr.  der  Völker  (w  Maus. 
Ambr.  des  Volkes),  Lat.  et  omnes  populi.  Der  Plural  wäre 
beim  griechischen  Uebersetzer  an  sich  freilich  nicht  unmöglich 
(vgl.  zu  39,  10).  —  Syr.  hat  für  (j-sYiaTavcc  ayc'h^,  für  yi7oy|x3voi 
a:2Tr.,  für  ivto-foaaös  ^Jims:.  —  Die  Anrede  geht  wie  45,26.  50,22 
an  die  Häupter  des  Volkes,  die  vor  allem  fremder  Lehre  sich 
zuneigen. 

28.  ;x7i  o(oc  £;o'j3''av]  Syp.  tt'^irn  nh  =  bu^fin  '^x;  vgl.  zu 
V.  11.  —  X7.1  ar^J  Syr.  (der  übrigens  c  d  hinter  v.  29  stellt)  om. 


Sir.  36,  15.  16  a.    30,  25—34.  301 

y.at';  ebenso  Sang.  Es  handelt  sich  (vgl.  auch  v.  31,  32)  beide 
Mal  um  dieselbe  Sache.  Man  gibt  einem  Anderen  Gewalt  über 
sich  selbst,  indem  man  ihm  seiu  Vermögen  überlässt.  —  sTsp»»)] 
vgl.  zu  11,19.  Syr.  Anderen.  Amiat.  aliis.  —  Syr.  für  d:  um- 
zukehren und  zu  bitten  von  ihnen.  Also  ist  \l^-'Xlxzlr^li^k  falsche 
Uebersetzung  von  2'^h.  Uebrigens  stehen  vielleicht  crSy  und 
cna  einander  gegenüber. 

29.  -vor^]  55  254  praem.  ixu  254  praem.  h-u  —  -7'Tf,  ay.rjy.C] 
8«=»  k  157  A  C  55  254  155  Sah.  praem.  sv  (Syroh.  2),  253  307 
praem.  i~i  —  Indessen  ist  7.XXaq,c  wohl  schlechte  Uebersetzung. 
Sah.  räth:  vertraue  dich  nicht  an.  Lat.  für  b  schlecht:  non  im- 
mutabit  te  omnis  caro.  Dagegen  Syr. :  gib  nicht  Gewalt  [läh^n) 
über  dich  irgend  welchem  Fleisch.  Vgl.  dazu  47,  19.  48,  12. 

30.  Zu  b  vgl.  40, 29.  Ps.  123,2.  Syr.  frei:  als  dass 
du  bittest  von  ihnen. 

31.  u-z^'r(oj^  (C  Sah.  u-sp^voj)]  Syr.  'h';T2;  vgl.  Dt.  28,13 
phv^h  ,Tn  und  Pesch.  Ps.  74,5.  —  \ir^\  248  70  Syroh.  S«''  Syr. 
praem.  X7.t.  —  Vgl.  zu  44,  19. 

32.  Für  £v  r,ti.spa  (106  Syr.  praem.  y.'-j.C)  hat  Syr.  W3n, 
dagegen  für  xal  iv  v.y.irAo  af2V2.  Das  erscheint  als  besser.  — 
Y^asptov  Cw/;?  sou]  Syr.  Zahl  deiner  Tage:  vgl.  18,9.  26,1.  — 
■r3/.s'jr?|c]  Sah.  Syroh.  Syr.  deines  Todes. —  oiaoo?  xXyjpovoa''7.v]  Syr. 
mache  erben  dein  Geld  deine  Söhne.  Wahrscheinlich  stand  da 
nSm  Sran  (Jes.  49,  8)  oder  dgl.  Vgl.  zu  24,  15.  —  Schriftliche 
Testamente  waren  hiernach  nicht  üblich.  —  Alfab.  B.  Sira  II: 
xunn  ha  -jma  er  iv  y^^vbi  in:.^ai  -^^nn  -[xca  ':2  ])z'j. 

33.  TTspl  oouXtuy  (307  ot/sxÄv)  findet  sich  nur  in  (248)  k 
A  B^^?  b?  C^  (55  254  296  308).  —  /optaaaaTa  (A  254  Sah.  /o.o-crajiot)] 
Syr.  xnDD.  Zu  vermuten  ist  siqdo.  —  f-a|':Joo;]  Syr.  S2lti>:  vgl.  Prv, 
26,  13,  aber  auch  Num.  22,  27.  —  Syr.  stellt  „Züchtigung"  (= 
-rxiozirj.  =1  -,Diö)  schlecht  vor  „Brot".  —  Edersh.  verweist  auf  Aristot. 
Pol.  1,  10:  tpo^Ti  xcn  xoXacji?  xal  sp^ov.  Aber  das  Citat  ist  falsch. 

34.  i[j^(oiarj.i  £v  Traioi'  (248  23  Lat.  7:7.to3ta)]  Syr.  om.  (Homoiotel. 
=  I2y2  135?  :iny':);  vgl.  13,4.  und  Gr.  zu  30,  13.  —  xal  supr^cjci; 
av<z-a'jcjiv]  gibt  keinen  guten  Gegensatz  zu  b.  Lat.  et  quaerit  (248 
^r-J^azi;,  Co.  'ir^-J^-izi)  requiescere.  An  die  Ruhe  des  Sklaven  denkt 
auch  Syr.:  und  nicht  gib  ihm  Ruhe.  —  (zvsc  yt'YJ.^  otuxuij  Syr. 
las  anders:    rw^^2  nö''"iN  jST  (-"in  rc^n'?).  —    sXs'jilsp-'ctv]  vgl.  7,21. 


302        Sir.  35,  14—36,  16a.  30,26—40.  31,1— 33,  18a.  36,16b— 22. 

35.  Syr.  om.  —  Ausser  B  248  (308)  Lat.  stellen  alle 
(auch  Anton.  1068)  in  a  das  Verbum  ans  Ende.  —  i\ioi;]  vielleicht 
=  r\)2V;  vgl.  Jes.  5,  18.  Job.  39,  10  LXX,  aber  auch  rh2n\r\] 
6,25.  29.  Gedacht  ist  an  das  Zugtier;  vgl.  v.  12.  7/23  nnd  sonst 
Prv.  29,  19.  —  /.ct/oup.Ya)]  vgl.  11,33  (Hebr.  p)  und  ot'xstr^?  7:ov/jpo; 
42,  5.  Lat.  für  b  (Dubl.):  et  servum  inclinant  operationes  assiduae, 
servo  malevolo  tortura  et  compedes.  —  3-pe[iXai]  Syinni.  setzt 
Jer.  20,2  aTp£i'iXoj-7^(>iov  für  nrcna;  vgl.  Jer.  20,3.  29,26.  2  Chr. 
16,  10.  —  Zu  ['ictcjor.voi  vgl.  ßaaavi'Csiv  =  "^r  4,  17.  Allerdings 
könnte  hinter  [:iaaavoi  auch  ein  Concretum  stecken.  Vgl.  pu"'!:  Jer. 
29,  26  (neben  n^cno)  und  1D  Job.  13,  27.  33,  11. 

36.  37.  s[x[':iaX£  autov  st;  Ip-j'aaiotvj  die  Rückbeziehung  auf 
das  Vorhergehende  ist  schlecht;  es  handelt  sich  im  Folgenden 
um  den  Sklaven  überhaupt.  Also  besser  Syr.:  arbeite  (m'^c) 
mit  (2)  deinem  Sklaven  =  '12^2  nsy;  vgl.  v.  34.  —  dp^f]  Syr. 
iTOi;  aber  apyta  spricht  für  Gr.  Es  stand  wohl  h::^  und  rh*v 
da.  —  £oioa;£v]  Syr.  macht. 

38.  £'';  spY«  xataaxr^aov]  Lat.  Syroh.  (Suffix)  add.  eum.  Syr. 
■jn-^ia  m^isSk'x,  was  man  vielleicht  =  "jn^zz  liTfpcn  setzen  darf 
(vgl.  z.  B.  Gen.  39,  4.  5  Pesch.).  Der  Sinn  ist  dann  aber:  stelle 
ihn  an  die  Arbeit  in  deinem  Hause  (vgl.  Num.  1,  50).  Gr.  st? 
spY«  ist  freie  Wiedergabe.  —  papuvov  -ac  Trsöac  autoü]  aü-ou  nur 
in  B*  8'=''  (248  70)  Syroh.  (Suffix).  Lat.  curva  (Toi.  Sang,  grava) 
illum  compedibus  (307  -zcdc  Ttsocdc).  Syr.  mache  viel  seine  Bande 
(Mn'DN).  Vgl.  Thr.  3,  7  'n'^m  r22n,  aber  auch  oben  zu  3,  27.  — 
Syr.  für  c:  nicht  aber  so  gegen  jeden  Menschen  (s.  z.  14,  17). 
Also  lesen  23  k  157  307  SAG  55  254  Lat.  für  Iv  (248  70  om.) 
wohl  mit  Recht  i-(.  Für  TspiaasuaY];  (Aeth.  T.ia-zoT^^^?)  stand  da 
vielleicht  Tmn  (vgl.  zu  10, 27.  11,  12),  das  im  Neuhebr.  sich 
übermütig  benehmen  bedeutet.  —  avsu  xpioe«)?]  =:  Syr.  «D10J3  kSt; 
es  stand  da  '£s>'^ü  nSs  (vgl.  Gr.  Syr.  zu  35,  19.  51,  25). 

39.  Syroh.  106*  155  Aeth.  om.  a  und  b.  —  Syr.  hat  b 
an  Stelle  von  d  und  umgekehrt.  Man  muss  ihm  folgen,  da  Gr. 
(oder  Gr.  II)  ursprünglich  wohl  ebenso  las.  Denn  Lat.,  der  ca  d 
auslässt,  hat  vor  b:  quasi  fratrem  sie  eum  tracta  =  cß.  —  si 
h-M  aoi  oix£T-/jc]  Lat.  add.  fidelis  (Theodor,  bonus,  Turic.  sensatus). 
Anton.  1064  add.  d^d-r^aov  au-6v,  xai  £i  la-iv  aoi  )^pii^ai[xo?.  Diese 
Zusätze    sind    Avillkürlich,    aber    sie  entstammen    dem    richtigen 


1 


Sir.  30,  36—40.  303 

Gefühl,  dass  hier  unmöglich  eine  ganz  andere  Behandlung  für 
jeden  Sklaven  gefordert  sein  kann,  als  vorher.  Syr.  hier  und 
in  c:  wenn  Einer  ist  dein  Sklave.  Es  ist  wohl  beide  Mal  zk 
für  £t  zu  lesen.  —  oj?  a6J  248  Lat.  aoi  {»:  r^  'V»//^  aou,  was  = 
Gr.  II  oder  überhaupt  die  ältere  Lesart  ist.  Vgl.  zu  18,  23, 
und  übrigens  7,  21  Hebr.  —  Syr.  für  d  schlecht:  denn  wie  du  so 
ist  dein  Mangel  (oder  Verlust).  Der  Sinn  ist  jedenfalls  =  wie 
dich  selbst  würdest  du  ihn  vermissen.  Das  konnte  ausgedrückt 
sein:  denn  wie  du  selbst  ist  sein  Verlust.  Also  wohl  iJiDn  oder 
auch  imcnn.  Allerdings  lesen  alle  Handschriften  iTdosr^azi;  (C 
i^J.ozr^c!z^  und  SO  Anton.  1064,  der  wc  auslässt)  autw.  Man  wird 
aber  au-oo  herstellen  müssen,  übrigens  hätte  der  Uebersetzer 
T-?,c  'lio/r^c;  ao'j  setzen  sollen.  —  a^s  au-covj  Syr.  NTa^UTi.  —  asauTov] 
so  nur  B  (308),  alle  anderen  (auch  Aeth.  Sah.  Anton.  1064)  mit 
Lat.  Syr.  dösXcpov.  —  Syr.  für  b:  und  nicht  kämpfe  gegen  (3) 
das  Blut  deiner  Seele  (=;  dein  eigenes).  Lat.  hat  in  sanguine 
animae,  also  ist  -r^  '^''^'/Jt?  (sou)  in  Gr.  ausgefallen  oder  auch 
gestrichen;  vgl.  zu  18,  23.  Dagegen  ist  h-f^aui  (etwa  =  wp 
oder  irupn)  durch  sTriSsTiast?,  und  ebenso  o-i  durch  Sit  geschützt. 
Er  will  sagen:  der  einzige  Sklave,  den  du  besitzest,  ist  für  dich 
von  solchem  Wert,  dass  du  für  ihn  das  Teuerste  hingeben  müsstest. 
Aber-'öna  bedeutete  nicht  Iv  aitiax»,  sondern  „für  den  Preis"  (Drusius). 

40.  iotv]  Syr.  praem.  denn.  —  xazioTf,?  auxov  (248  70  Lat. 
add.  döixu)?)]  Syr.  MVCian  (s.  z.  7,  20).  —  xal  «Trapa?  «Troopa]  Syr. 
er  geht  hinaus,  geht  verloren  (n3NJ  pici).  —  Lat.  in  fugam  con- 
vertetur  (Sang.  Toi.  om.  in  fug.  conv.)  et  si  (Sang.  Toi.  Theod. 
om.  si)  extollens  discesserit.  —  sv  7:01a  bom]  Sah.  Lat.  Syr. 
praem.  und.  —  Für  «mi  haben  w  Maus,  richtig  xmiK.  —  C/iT-zjasic] 
Syr.  ro'^n;  vgl.  Gen.  19,  11  LXX.  —  Entlaufene  Sklaven  wur- 
den nach  dem  Gesetz  nicht  ausgeliefert  (Dt.  23,  16.  17) 


XIV.     31, 1  —  33, 13a.     36,  16b— 22. 

Toren  lassen  sich  durch  Träume  in  ihren  Entschlüssen  leiten, 
zuverlässige  Führer  zum  Glück  sind  allein  das  Gesetz  und  die 
Weisheit  des  Lehrers  (31,  1—8  =  3.  1.  j  3.  1).  Ein  Lehrer 
kann  aber  nur  sein,  wer,  wie  Sirach,  weit  umhergereist  ist 
und  reiche  Erfahrungen    gesammelt    hat,    und    seine  persönliche 


304  Sir.  31,  1—33,  13a.    36,  16b— 22. 

Erfahrung  ist  die,  dass  die  Gottesfurclit  vor  allen  Uebeln  behütet 
und  vom  Tode  errettet  (v.  9—20  =  2.  2.  3.  3).  Die  Gottes- 
furcht fordert  vor  allem  die  Erfüllung  der  Moralgebote.  Die 
Vornehmen  und  Herren,  die  das  arme  Volk  plündern  oder  es 
wenigstens  darben  lassen,  mögen  opfern  und  fasten  so  viel  sie 
wollen,  es  ist  vergeblich  und  Gott  verhasst  (v.  21 — 31  =  2.  3. 
2,  3).  Das  wahre  Opfer  ist  eben  Gerechtigkeit  und  Mildtätig- 
keit. Freilich  soll  der  Fromme,  weil  es  einmal  geboten  ist, 
den  Opferkultus  üben  und  willig  dem  Heiligtum  alles  geben, 
was  das  Gesetz  vorschreibt.  Gott  wird  ihm  dafür  reichlich  ver- 
gelten (32, 1—13  =  3.  I  3.  2.  2).  Aber  die  gottlosen  Bedrücker 
der  Armen  irren  sich,  wenn  sie  mit  ihren  Opfern  den  gerechten 
Richter  bestechen  wollen.  Die  Klagen  der  Armen,  der  Waisen 
und  Wittwen  kommen  vor  ihn,  und  endlich  tritt  das  Gericht 
ein,  durch  das  Gott  auch  dem  armen  Israel  gegenüber  seinen 
heidnischen  Unterdrückern  zum  Recht  verhilft  (v.  14 — 26  =  2. 
2.  2.  2.  5.  1).  Bei  diesem  Gedanken  bricht  Sirach  in  ein  leiden- 
schaftliches Gebet  aus,  in  dem  Israel  das  endliche  Kommen  der 
messianischen  Zeit  ertleht.  Gott  soll  die  Macht  der  gottlosen 
Heiden  brechen  und  Israel  wiederherstellen  (33, 1  — 13.  36, 16b — 22 
=  2.  2.  3.  2.  I  2.  2.  2.  2).  Merkwürdig  ist  hier  der  Hinweis 
auf  die  Griechen,  als  das  Volk,  von  dem  Israel  unterdrückt  wird 
(vgl.  zu  33,  3).  Gemeint  sind  speziell  die  Ptolemäer  oder  die  Se- 
leuciden,  wahrscheinlich  die  letzteren.  Das  Gebet  richtet  sich 
nämlich  zuletzt  gegen  Einen  griechischen  König,  dessen  Untergang 
die  bessere  Zeit  heraufführen  soll  (33,  12).  Ebenso  beachtens- 
wert ist  32,  14 — 26  der  unvermerkte  Uebergang  von  den  jüdischen 
Tyrannen  auf  die  heidnischen.  Man  kann  kaum  den  Punkt  fest- 
stellen, an  dem  er  gemacht  wird.  Vgl.  hierüber  zu  10,8.  Wahrschein- 
lich ist  das  Stück  31,  21 — 36,  22  einmal  im  Tempel  vorgetragen. 
31,1.  Syr.:  wer  sucht  Nichtigkeit  (smpnD),  findet  Lüge 
(d.  h.  etwas,  das  ihn  betrügt),  und  der  Traum  (ist)  eine  nichtige 
(«np^D)  Freude.  Syr.  erscheint  in  a  als  originell,  aber  in  b  war 
seine  Vorlage  verderbt.  Er  hat  nämlich  v.  2  an  Stelle  des  nicht 
anzufechtenden  öiwxtuv  avsjj-ov  ssij?  mco  (er  scheucht  Vögel  auf). 
Das  tat  man  wirklich,  um  aus  der  Art  des  Auffliegens  ein 
Augurium  zu  bekommen;  vgl.  Wellhausen,  Reste  arab.  Heident."^ 
S.  200.  202f.,    sowie  LXX   zu  Prv.  9, 12.     Nun   ist   ssu'   mco 


Sir.  31,  1-4.  505 

augenscheinlich  Variante  zu  c?.va— epoucj'.v  rj.':>rjrjvj.z,  das  nach  arani. 
n;'?  ms  (sein  Herz  flog  fort,  d.  h.  es  war  beum-uhigt)  und  «2^1  sn'^ic 
(Beiuiruhigung  des  Herzens)  zu  erklären  ist.  Nur  handelt  es 
sich  hier  um  freudige  Exaltation.  Vgl.  sonst  Gtva-Tspo'jv  Prv.  7,11. 
Cant.  6, 4.  Gr.  ist  also  in  1  b  im  Recht,  dagegen  scheint  er 
mit  xsvai  zküiozc  X7.i  'L^uosrc  in  a  seinen  Text  ganz  frei  wiederge- 
geben zu  haben.  Wahrscheinlich  hat  er  sodann  mit  dauvi-cu  dvöpi 
(vgl.  zu  15,  7)  und  acppova^  ein  Nltt»  Tiö  doppelt  übersetzt.  Na- 
türlich ist  hier  wie  sonst  der  nichtige  Mann  der  gottlose.  Vgl. 
2)2  und  Siti*  Ez.  13,6.  Prv.  30,8.  —  Sirach  bekämpft  den  Glauben 
an  Träume  übrigens  nur  in  sofern,  als  die  Träume  Wegweiser 
zum  Glück  sein  sollten.     Vgl.  zu  v.  6. 

2.  SpaaaotjLsvoc]  Syr.  TnST  l^J«  (26,7). —  Siwxwv  7V£|a,ovJ  vgl. 
Hos.  12,  2  cnp  T-\y\  nn  n>n,  und  übrigens  zu  y.  1.  —  i-i/oy^ 
ivuTivwic]  Syr.  s'"':':!  NlinS  pMi2  (w  Maus.  ora.  i^'hhi),  Lat.  attendit 
ad  Visa  mendacia  (s.  z.  v.  5).  k-i/z<y  bedeutet  im  Sirach  immer 
vertrauen. 

3.  Für  TO'jtou,  das  wohl  unter  Einfluss  von  b  entstand, 
haben  ausser  B  A  C  (254  155  308)  alle  (auch  Sah.  Lat.)  toüto. 
Vgl.  die  ähnlichen  Ausdrucksweisen  36,  15.  42,  24.  25.  Hier  ist 
zu  vermuten:  ni:  nt.  —  Syr.  für  a:  so  ist  das  Gesicht  (xiin)  und 
der  Traum  der  Nacht  (w  Maus.  oni.  der  Nacht).  Am  Anfang 
hat  er  gekürzt,  im  Urtext  w^erden  aber  zwei  mit  1  verbundene 
Nomina  gefolgt  sein.  In  b  wechselt  Syr.  im  Ausdruck  ab: 
«SST  Nn"i?2T  Ncimo  'rzpiSn.  Gemeint  ist  das  Bild  im  Spiegel,  des- 
halb musste  aber  der  'Spiegel  vorher  ausdrücklich  genannt  sein. 
Ich  nehme  daher  an,  dass  oV^aa-.?  und  si:ri  falsche  Uebersetzungen 
von  nma  =  Spiegel  sind.  Er  will  sagen:  der  Traum  ist  das 
Spiegelbild  de?seu,  Avas  man  wünsclit  (vgl.  v.  5),  und  eben  des- 
halb kein  Wegweiser.  —  irpootoTrou]  Lat.  beide  Mal:  homiuis; 
vgl.  zu  19,29. 

4.  Syr.  für  a:  (u  h  add.  :dj)  pc}  (Mas.  I  rhr:^-;)  naj;  '^n  pi 
xm:*,  lies  'i  p-:;  '^ö  >s7''"iin  pl  =  und  von  dem  Gottlosen,  w^er  wird 
herausbringen  Reinheit?  Das  passivische  xaöofry'Csaöai  findet  sich 
(vgl.  oixaloosöai)  öfter  im  Sinne  von  rein  sein;  vgl.  z.  B.  Ez.  36,25. 
1  Sam,  20,  25  und  oben  23,  10.  —  Sjt.  für  b :  oder  (w  Maus, 
und)  welcher  Lügner,    der  unschuldig  wäre  (S3"3)?    Er  hat  ^IT 

Smend,  Siracli-Koramentar.  20 


306  Sir.  31 ,  1—83,  13  a.    86,  16  b— 22. 

falsch  verstanden.  Gegen  Syr.  wird  man  für  sdb  sächliche  Be- 
deutung vermuten,  dann  aber  auch  in  b  dem  Gr.  folgen  müssen. 
Vgl.  Job.  14, 4.  Man  soll  sich  durch  Träume  überhaupt  nie 
leiten  lassen,  weil  sie  in  vielen  Fällen  notorisch  schlechte 
Führer  sind. 

5.  'xotvTstai  (248  55  254  Lat.  [xotvisia)  zotl  ouovta|xoi']  Syr.  ^2 
KDifpi  SK^m  =  CDpT  u>n:;  vgl.  Num.  23,23.  —  [xaxaia]  Syr.  Irrtum 
(Knrj?JO).  —  Lat.  für  a:  divinatio  erroris  et  auguria  mendacia  et 
somnia  malefacientium  vanitas  est  (s.  z.  v.  2).  —  Syr.  für  b : 
und  wer  glaubt  au  sie,  dort  (|on)  ist  sein  Herz.  Sinnlos  ist  xotl 
Vi;  tooivoucj'/jc,  es  beruht  auf  Missverständnis  von  hh)nn  (niy»)  "iiyK  oder 
SSinnn,  das  .,was  du  hoffst"  oder  „du  erwartest"  bedeutete;  vgl. 
die  Anrede  v.  6  (248  70  Lat.  lesen  übrigens  aou  -J)  xotpota)  und  Ps. 
37,  7.  Job.  35, 14. —  cpocvta^sTai]  ist  vielleicht  =  nin;  vgl.  lyo^  pin 
(Gr.  opaai?  zctpotac)  40,  6.  Das  |ön  des  Syr.  geht  vielleicht  auf  ein 
schlechtes  {)2h)  cri'  zurück;  vgl.  v.  6.  —  Zu  b  vgl.  auch  Lat. 
zu  11,30. 

6.  Eine  Ausnahme  wird  gemacht  für  die  von  Gott  „zur 
Heimsuchung"  gesandten  Träume,  nämlich  angstvolle  Träume, 
durch  die  der  Mensch  auf  seine  Sünden  aufmerksam  gemacht  wird 
(Job.  33,  15).  —  dr.oa-rxl'l]  man  sagte  vom  Traum  sn  (Koh.  5,  2), 
also  wohl  auch  nb\if  (wie  nm  rh'^).  —  h  iTtiaxoTrfj]  248  70  add. 
30Ü,  106  Lat.  iraaxrmr^,  307  ek  s7ric5/0TTr|V.  —  Syr.  für  a:  und  wenn 
von  Seiten  Gottes  es  bestimmt  ist  (npsns),  zu  irren  in  den  Ge- 
danken der  Nacht.  Die  Auslassung  der  Negation  ist  offenbar 
falsch,  und  es  ist  ein  zweifelhafter  Vorzug,  dass  Syr.  die  Be- 
ziehung von  £t?  7.uTa  (Syr.  pnS)  erleichtert. 

7.  TToXXoüc]  ausser  B  S  (254  308)  fügen  alle  mit  Sah.  Aeth. 
Lat.  Syr.  -(dp  hinzu.  —  Syr.  für  a  frei:  denn  viele  (sind),  die 
durch  Träume  (Ambr.  Pluralpunkte)  irrten  rücksichtlich  des  Weges 
(snms  ivö).  Zu  £TrXocv-/]a£  vgl,  nj?nn  3,24.  —  Syr.  für  b:  und  sie 
strauchelten  (i'^prnK,  Mas.  II  p  u  praem.  ab)  auf  ihren  Wegen 
(p.T'7'D?:'n).  Ich  vermute  danach  "h^T"],  Gr.  las  aber  wohl  richtig 
DnSmn2,  dem  entsprechend  er  IxTrt'-Tsiv  (vgl.  zu  14,  2)  setzte. 

8.  avsu  'j;£u3ou?  (=  3*3  «Sn  oder  dgl.)  weist  zurück  auf 
V.  1.  4.  —  cuvTsXsa&T^ssxai  v^fioc  (Lat.  verbum  legis,  s.  z.  32,  1)] 
kann  nur  verstanden  werden:  die  Verheissung,  die  das  Gesetz 
dem  Frommen  gibt,  erfüllt  sich.     Vgl.  rh^  Ezra  1,  1.  Dan.  12,  7. 


Sir.  31,  B— 11.  307 

—  Syr.,  der  z.  Th.  wohl  anders  las,  hat  für  a:  an  dem  Orte, 
an  dem  nicht  sind  Sünden,  hat  Gefallen  (sj;"i)  Gott.  In  l)  las 
Syr.  dagegen  nicht  selir  verschieden  von  Gr.:  weil  die  Weisheit 
der  Frevler  [i^hr;)  in  der  Nacht  geglaubt  wird  (wömpö).  Er  las 
[n]h^h2  für  b''h'2  (=  xzlzmai;),  übrigens  stehen  bei  ihm  „weil"  (''d) 
und  „Frevler"  dem  a-oiio-i  des  Gr.  gegenüber,  k  liest  a-op.a-oc 
TTta-o'j,  was  Korrektur  ist.  Lat.  mit  Clem.  AI.  Strom.  II  5,  24  (der 
TiX£i'w3t^  auslässt)  £v  atoaa-t,  was  wohl  anzunehmen  ist,  und  viel- 
leicht auch  7ci3tou  (aber  Toi.  Aug.  spec.  fideli  für  fidelis),  Syroh. 
253  23  296  808  Clem.  AI.  Strom  II  5,  24  -laxÄv.  Lat.  hat  für 
xsXcuosi;  sonderbar  complanabitur  (nach  Herkenne  ^  'Kz<M\}r^^t->y.i). 
Schwerlich  war  h'^h^  Prädikat  zu  na^n,  sondern  eher  Adverbium 
(wie  37,  18)  zu  [n]jONJ,  das  im  Sinne  von  46,  15  (zuverlässig  be- 
funden werden)  stand  und  zu  nc,  nicht  zu  no:n  gehörte.  Danach 
darf  man  vermuten:  |axj  h^h::  TO:n  'ci.  In  der  Vorlage  des  Syr. 
war  ■'CT  in  ''D  entstellt,  die  Frevler  sind  in  Folge  des  Fehlers 
[n]h^h2  zugesetzt.  —  Vgl.  übrigens  Lat.  zu  15,  10:  et  in  ore  lideli 
abundabit. 

9.  avYjp  KS7:7.iosu|j.ivoc]  =  der  wohlerzogene  Mann  (21,  23. 
34,  19),  ist  hier  zu  schwach.  248  Syroh.  23  70  k  307  S  A*  ^^^-  tts- 
7:X7.v-/)[j.£voc  =  Sah.:  ein  Mann,  der  sich  umwendet.  Das  ist  anzu- 
nehmen, weil  das  Gereistsein,  auf  das  dem  Verf.  viel  ankommt 
(v.  IL  12.  39,4.  51,13),  nicht  erst  in  v.  11  genannt  sein  darf. 
Es  stand  da  wohl  nj;n,  das  neuhebräisch  auch  reisen  bedeutet. 
Gen.  20,  13  ist  das  Hifll  vielleicht  ebenso  zu  verstehen.  Lat. 
(vir  in  multis  expertus)  las  vielleicht  Trsirsipati-svo?  (vgl.  zu  v.  10) 
oder  TToX-j-ctpo;  wie  b,  wo  er  freilich  hat:  qui  multa  didicit  (nach 
Herkenne  =  K3TC7.toc'j;ji,Evoc).  Syr.  ungenau:  ein  weiser  Mann.  — 
spoi  (307  £7:=Yvw)]  Lat.  cogitabit,  Syr.  er  erforscht.  Vielleicht 
hat  er  Trn  so  verstanden.  —  X7.1  6  r.rjhjr.t'.ijo;]  da  9  a  und  11,  und 
9b  und  10  einander  entsprechen,  dürfte  -oX'j-s'po;  hier  (anders 
als  21,  22.  36,  25)  =  21  hdjö  oder  ^3  'O  sein  (vgl.  auch  zu  25,  6). 
Syr.  hat  für  b:  Si:3  cio  (w  Maus,  h^}  S2S  1^21):  und  wer  tüchtig 
ist,  alles  untersucht  er.  Er  hat  wohl  Subjekt  und  Prädikat  ver- 
tauscht und  letzteres  schlecht  wiedergegeben.  Vgl.  h'^^^Q  nm 
13,  22. 

10.  IL  l-3'.r>7i>r,]  Lat.  (der  v,  10  in  dreifacher  Uebersetzung 
hat)  est  expertus  und  tentatus  est.     Wegen  39,  4  ist  anzunehmen, 

20* 


5Ö8  Sir.  31,  1—33,  13  a.    36,  16  b— 22. 

dass  der  Uebers.  die  Verbalform  in  passivischem  Sinn  gebrauchte. 
Aber  der  Verf.  beabsichtigte  das  Aktivum  (Syr.  ''Dj).  Der  Sinn 
ergibt  sich  übrigens  v.  11  und  39,  4.  Vgl.  das  hebr.  Sprüchwort  ps 
\tü:  bv^^  c:n  (bei  Buxtorf  s.  v.  |rD3). —  o/i^aj  Lat.  quid  und  qualia 
und  pauca.  —  -s-Xav/jasvoc]  106  157  55  254  schlecht:  -s7r7.ios'j|jivoc. 
Syr.  nach  dem  Vorigen:  der  versucht  hat.  —  TrorvoujiYiay]  (Dubl.) 
schlecht:  malitiam  und  nequitia  (^  Trov/jfy'av  vgl.  zu  19,  23).  Syr. : 
Weisheit  (vgl.  zu  37,  19).  —  Der  Ausdruck  wie  21,  12. 

12.  £v  T/j  dTTOTrXotvv^cjEt  (23  Totr^Sci)  ti-ou]  Syr.  nach  dem 
Vorigen:  als  ich  versuchte.  —  248  23  S  70  lesen  xotl  xa  -Xsiov«, 
106  om.  [i-oü  2°,  70  om.  jxou  3*^.  Schlecht  ist  aber  auvssic.  Lat. 
für  b:  et  plurimas  verborum  consuetudines  (=  a-jvssic).  Dagegen 
Syr.:  viele  (w  Maus,  praem.  und)  Dinge  (snia::)  gingen  an  mir 
vorüber  (oder:  über  mich  hin,  "IDJ?  "'hy).  Es  Flniid  da  wohl  2"l 
'bv  nnj?  onm.  Vgl.  Job.  13,  13.  Nah.  3,  19.  So  ist  v.  13  vorbe- 
reitet.    Gr.  las  vielleicht  ii2J;  vgl.  zu  1,4. 

13.  £oj?  OotvocTou  ixivouveuaa]  Syr.  wohl  genau:  zum  Tode 
gelangte  ich  (n^ais).  Vgl.  51,  6,  wo  Syr.  n'£J2)  für  yjm.  —  to6t(uv 
(307  TO'JTOL»)  ydrjiy]  weist  auf  das  Folgende  hin  (29,  28,  und  zu 
11,  18).  Syr.  wegen  derselben  (Dinge).  Lat.  (Dubl.)  gratia  dei 
und  herum  causa. 

14.  15.  TTvs'jijLc/.]  führt  zunächst  auf  mi,  das  als  Subjekt  des 
Lebens  auffällig  wäre;  vgl.  aber  ^mi  ^^n  an  der  freilich  verderbten 
Stelle  Jes.  38,  16,  übrigens  unten  zu  38,  23. —  ^r^at-m]  Lat.  schlecht: 
quaeritur,  al.  quaeretur  (C/jTsr-at). —  Syr.  für  14:  den  Willen  (srni:) 
der  ihn  Fürchtenden  tut  der  Herr.  Er  las  am  Anfang  etwa  pT 
oder  l'cn,  und  sodann  iTnn  für  ,Tnn.  —  Lat.  add.  et  in  respectu 
illius  benedicetur  (-centur)  =  eulo'(r^br^(szxai;  vgl.  suXaßrjOr^as-ai 
V.  16.  —  Syr.  für  15.  16:  denn  gross  ist  seine  Hoffnung  und  er 
rettet.  Nach  dem  Sing,  zu  urteilen,  stecken  darin  Elemente  von 
V.  16.  —  Lat.  i.  f.  add.  et  oculi  dei  in  diligentes  se  (Dublette 
zu  V.  19a). 

16.  Ueber  Syr.  s.  o.  —  ou  [xr^  1°]  so  nur  B  (254  308), 
dagegen  A  TroXXa,  die  übrigen  (auch  Sah.  Lat.)  ouosv,  das  253 
auch  für  ou  \xr^  2^  hat. 

17.  18.  7)  'l'oyj,]  157  add.  aüToS,  Lat.  add.  eins  (al.  om.), 
Syr.  nrniV  2, 17).     Uebrigens  stand  da  nti'K  (Syr.  ,TaiJ2);  vgl.  zur 


Sir.  31,  12-22.  309 

Konstruktion  zu  26^  1.  —  dv-iaxr^prj'jxczj  so  nur  B'^^  (308),  die 
übrigen  3-r|prj'[xc(;  vgl.  zu  3,  31.  Syr.  ein  Stützender. 

19.  Zu  a  vgl.  zu  15^  19.  —  xorAou]  Syr.  des  Herrn.  — 
TO'jc  ctY^-foyiac  (307  'foßoujxsvo'jc  =  15,  19)  auxov]  vgl.  zu  1,  10. 
Lat.  timentes  eum  (vgl.  aber  zu  v.  15),  Syr.  alle  seine  Knechte. 

—  uTTcpaaTnajAo;  ouvaaisiotc]  vgl.  7.3~lc  xpcttooc  29,  13.  Syr.:  und  er 
beschützt  (p^)  und  rettet  (p-.ci);  vgl.  y^'  pa  Ps.  18,36.  —  xal 
aTrjpqtj-a  is/uocj  vgl.  Syr.  zu  1,  19.  Dagegen  Syr.  hier:  und  eine 
grosse  Zuversicht  (Nj':2:n)  ist  er.  Vielleicht  las  ernona;  übrigens 
las  Sah.  etwa  tti'cjtcojc  für  hy'jo:.  —  Syr.  für  c:  und  ein  Beschützer 
(wiriDo)  vor  dem  Feinde  und  ein  Befreier  (xpnc)  vor  dem  Gegner. 
Er  verlas  wohl  n^ip  in  G'^p  und  onni:  in  nni:.  Dagegen  ist  das 
zweimalige  a/d-r^  ungenau  (Sah.  hat  für  das  erste  schlecht  s.l~k, 
Lat.  tegimen  imd  umbraculum).  Uebrigens  drückt  Syr.  in  c  und 
d  wohl  mit  Unrecht  Participia  statt  der  Abstracta  des  Gr.  aus. 
An  erster  Stelle  stand  in  c  wohl  mnDD  oder  "ino,    an  zweiter  h)t, 

—  Syr.  für  d:  und  ein  Retter  (NJ^Tlti^o)  ist  er  vor  dem  Schlag 
und  stützt  {-pD)  vor  dem  Fallen.     Er  verlas  wohl  *]::  in  J?JJ. 

20.  Syr.:  Freude  des  Herzens  und  Licht  der  Augen  und 
Heilung  (f^nrcs)  des  Lebens  (vgl.  zu  1,  18)  und  Segnungen.  Gr. 
setzt  '{^u/Tj  öfter  für  2h  (s.  z.  4,  17),  und  hinter  avu-j^tov  suche  ich 
eine  Form  von  h''2,  das  Gr.  hier  wie  40,  26  mit  rhwyjw  {=  hi2?} 
übersetzte.  Sodann  fehlt  im  Syr.  ein  Aequivalent  von  01006; 
(vgl.  zu  1,  12).  Also  hat  Gr.  in  a  wohl  mit  Unrecht  Participia 
statt  der  Abstracta  des  Syr.  Zu  cpojxi'Ctov  ist  dann  nicht  Ps.  19,  9, 
sondern  TiNO  Prv.  15, 30  zu  vergleichen.  —  Am  Schluss  fügt 
Syr.  die  Glosse  bei:  dies  alles  wird  doppelt  über  die  Gerechten 
kommen  (vgl.  40,  8). 

21.  22.  Ueber  den  Zusammenhang  von  31,  21 — 36,  22  s.  0. 
S.  304.  —  UuGiaCwvJ  Cyrill.  AI.  VP  311:  Ü-ja-:«,  was  freilich  wohl 
Korrektur  ist. —  Syr.  für  21 :  die  Brandopfer  der  Frevler  sind  von 
Frevel  (pK  ah)V^  «Sin  pnm'^j?).  Vielleicht  stand  da  Sj).;»  nSiy;  vgl. 
pti^j;»  n2'  32,  15  und  h));f2  h'n,  das  40, 13  herzustellen  ist.  Das 
Weitere  hat  Syr.  fortgelassen  und  dafür  das  Aequivalent  von 
dv6[i-«)v  V.  22  als  Abstractum  nach  v.  21  herübergenommen.  — 
ijL£ixo)xrjasvr|]  70  106  k  157  A  Sah.  Aeth.  Lat.  ;xs|i.oj[xr^;x£v-r;,  (vgl. 
Lat.  zu  11,  33),  was  anzunehmen  und  vielleicht  =  n2  ü)r2  ist  (vgl. 
Lev.  22,  20  ff.)  —  ek  suoo/fav]  =  pr'?  (Lev.  22,  20)  =  Syr.  pSpno 


;-5]0  Si>-  31,  1—^3,  I3a.    36,  l6b-22. 

(Pesch.  -  |x(yxrj|j.aTa]  das  den  Anlass  zu  [j,s|j.(o/.-/)|x£v-/;  gab,  ist  sicher 
falsch.  106  k  157  S<"*  A  Sah.  |X(u[j.r^!xczTot  (296  808  |Aojjx-/j-a),  was 
aus  Anlass  von  ;x£ix(»|j.r^}xsv/;  entstand.  Dagegen  248  70  S"*  "*'■'"■ 
Aeth.  oojfvT^aata  =  Syr.  piT^JlTip  (Suffix  statt  des  7.vo|X(yv);  vgl.  zu 
1, 9.  —  Lat.  i.  f.  add.  Dominus  solus  sustinentibus  se  in  via 
veritatis  et  justitiae.  —  Vgl.  Prv.  1.5,  8.  21,  27. 

23.  Syr.  hat  pnm'7j?2  an  Stelle  von  iv  -fyoc'fo(>7.rc  und  pn^oziip 
an  Stelle  von  JI-jcjiojv;  Agl.  zu  46,  16  {rhvr])  und  zu  v.  24.  32,25 
(n;i),  aber  auch  zu  32,  8.  50,  13.  —  Hinter  a  fügt  Lat.  bei:  nee 
respicit  in  oblationes  iniquorum;  vgl.  7,9.  —  Syr.  für  b:  und 
auch  nicht  für  (3)  die  Menge  ihrer  Darbringungen  (Sah.  Lat. 
sacriticiorum  eorum,  aber  eorum  fehlt  Brev.  212)  vergibt  er  ihnen. 
Zu  £;i).aaxc-7.'.  vgl.  5,  6. 

24.  Wie  bei  Arnos  werden  die  Opfer  der  Gottlosen  mit 
ihrem  imgerechteu  Erwerl)  in  P>ezielumg  gebracht.  Es  erklärt 
sich  das  daraus,  dass  die  Kelchen  grosse  Opfermahlzeiten  gaben, 
die  einen  guten  Teil  ihres  Aufwandes  ausmachten.  Sie  stellten 
damit  nicht  nur  ilu-e  Frömmigkeit  sondern  auch  ihren  Reichtmn 
und  ihi'  Wolillebeu  zur  Schau.  —  Syroh.  Ckrys.  2,  336  praem. 
<h:.  Syr.  praem.  ^vie  ein  Mensch,  der.  —  6  TrposaYo^v  OusiavJ  Syr. 
Sj2iip  2ip^"T  |<"3  «:rn.  —  Gott  ist  der  Vater  der  Armen,  Witwen  und 
Waisen.  —  ix  /f;-/j[xa-o>v  Trsvr^xtov]  Syr.  nur:  SJrDöT  |0. 

25.  «pTo;  i-io£0[xsv(ov]  Syr.  Brot  der  Barmherzigkeit  (sncn).  Es 
stand  da  -icn,  das  Gr.  falsch  verstand.  —  tttoj/wv]  70  irtoj/ou, 
Aug.  spec.  und  Hss.  des  Lat.  pauperis.  —  ao-r^v]  248  S*^*  Lat. 
7.'jTov,  vrie  der  Uebers.  allerdings  hätte  schreiben  sollen.  Cw/j  (= 
c'"-)  könnte  er  aber  auch  im  Sinne  von  Lebensunterhalt  ge- 
meint haben  (s.  z.  4,  1),  wie  es  in  der  Tat  wohl  vom  Verf.  be- 
absichtigt war.  —  Syr.  füi'  b  frei:  und  wer  es  zurückhält  (sSs) 
von  ihnen,  vergiesst  unschuldiges  Blut  (vgl.  zu  v.  17).  Ich  nehme 
an,  dass  airosTcpsco  hier  wie  7, 21  a-z^ioi  füi"  J?i0  steht.  Die 
Hartherzigkeit,  die  der  Armen  vergisst,  ist  nicht  besser  als  der 
Frevel,  der  sie  plündert.  —  avOpojTtoc  «[[xotTojv]  =  c'^öi  Vü  Ps.  5,7. 

26.  27.  a'j;X|3uua'.v]  ist  unpassend;  der  Zusammenhang  er- 
fordert .Lebensunterhalt-.  253  23,  S  A  CIuts.  4,558  lesen 
£tX|3»üaiiv.  Vermutlich  stand  da  r\'nf2  Avie  38,  14,  aber  im  Sinne 
von  34,  2.  Lat.  qui  aufert  in  sudore  (=  ot'iiopootxsvoc?)  panem.  Syr.: 


Sir.  31,  23-31.  .'^11 

wer  den  Nächsten  tötet,  nimmt  in  Besitz  [rw  =  \i^v)  sein  Ver- 
mögen (^^1D^J).  Er  denkt  an  Ahab  imd  Naboth.  —  Syr.  zieht  27 
in  drei  Stichen  auseinander:  imd  wer  vergiesst  unscliuldiges  Blut, 
Gott  beranbt,  nnd  wer  lairzt  {rh^  =  pu>v  Mal.  3.  5)  den  Lohn 
des  Tagelöhners,  verkürzt  seinen  Schöpfer,  und  er  empfängt  eine 
böse  Vergeltimg.  In  der  Tat  könnte  hier  ein  Distichon  ausgefallen 
sein,  aber  Syr.  gibt  dann  schwerlich  seinen  ursprünglichen  Wort- 
laut wieder.  —  A  155  lesen  schlecht:  xat  a-osxspüjv.  Lat. :  qui 
effimdit  sanguinem  et  qui  fraudem  facit  (Toi.  Saug.  add.  mercedem) 
mercenario  (fratres  sunt).  Auch  Sah.  lässt  xai'  1°  aus.  Vgl.  Baba 
mezia  fol.  ir2a:  Wfi  w^:  Sssii  ]hü2  V2^  n:i^  ti^nirn  h^.' 

28.  (ocpsXr^aavJ  A  155  Chrys.  7,647  w'fc'XyjScv,  Syroh.  253 
23  vyfzlr^mu  Aber  das  Tertium  ist  nur  die  Vergeblichkeit  als 
solche.  Uebrigens  hat  das  Aktivum  nach  Analogie  von  ':''j?irr  hier 
und  V.  30.  31  die  Bedeutung  Nutzen  haben. —  izMov  r]]  Syr.  ühü, 
wolil  =  D^?  ^3.  —  xoxo'j]  so  B  253  23,  Chrysost.  6,  82  xottov,  die 
übrigen  xottouc.  Syr.  leere  Mühe.  —  Lat.  für  b:  quid  prodest 
Ulis  (al.  Uli)  nisi  labor,  vgl.  zu  v.    30. 

29.  £'j//j[x-voc]  Syr.  besser  ']'\2ri.  Der  Opfernde  segnet  sich 
selbst.  —  0  ossTcoTTjcj  Lat.  Syr.  deus;   vgl.  zu  23,  1.  33,  1. 

30.  ßaTTTiCoixsvo;]  Syr.  snci;  zu  vermuten  ist  |^n"i.  Vgl. 
Num.  19,  11  ff.  —  ocTTo  vcxpoG]  Sah.  add.  und  rein  ist.  —  ra'Äiv 
a7T-o;j,£voc  auTouJ  Syr.  umkehrt,  ("cn,  ebenso  v.  31)  ihm  nahe 
kommt  (mp).  Es  stand  da  )2  J?J1J1  :i^);  vgl.  zu  13,  1.  Lat.  et 
iterum  tangit  illum.  Die  Worte  fehlten  zur  Zeit  des  Augustinus 
in  vielen  Handschriften,  gegenwärtig  finden  sie  sich  in  allen 
lateinischen  und  griechischen  Codd.,  fehlen  aber  in  den  besten 
Hss.  vonDS;  vgl.  auch  Cypr.  446,22.  772,  10.  — -öi  XouTpui]  248 
70  23  106  k  307  SA 55  254  155  Anton.  1117  praem.  iv;  vgl. 
V.  31.  Syr.  von  seiner  Waschung.  —  Lat.  für  b:  quid  proficit 
lavatio  (Cypr.  Aug.  spec.  proficiet  lavatione)  illius  (s.  z.  v.  28). 

31.  ouioj?  rjy\}[jomoq  (Brov.  242  om.  homo;  s.  z.  3,  17) 
vTjaicuojvJ  Syr.  und  (s.  z.  13,  20)  welcher  fastet.  —  stti]  k  airo, 
Syr.  |a  (Ambr.  hv). —  Sah.  Lat.  Syr.  om.  7rop£üO[XiVo?  xat'. —  Syr. 
hat  für  ~ä  rjjjxd  nur  pn'?.  —  xaQ  Syr.  oder.  —  iv  toj  xa^z^vJ^a%r^v'x\ 
auTov]  Syr.  dass  er  fastete  (Ambr.  welcher  fastet).  Es  stand  da 
wohl  irnj^nns,  das  Syr.  richtig  verstand.  Natürlich  handelt  es 
sich  um  privates  Fasten. 


312  Sir-  31,  1—33,  13a.    36,  16b— 22. 

32,  1.2.  Für  legem  haben  Am.  Corb.  1.  Theoder.  verbum 
(s.  z.  31,8).  —  23  307  Lat.  -por^opav.  —  Syr. :  wenn  du  tust 
(s.  z.  44,  20),  was  geschrieben  ist  im  Gesetz,  machst  du  viel  den 
(Gottes)dienst  (NJnS'E).  —  \)<jyÄ'lw/  atuT/^ry'oo]  Syr.  Heil  seinem 
Geist.  Entstellt  war  vielleicht  ns;  in  nr,  und  ih^  wurde  miss- 
verstanden.  afoxrjfv'ou  wird  gesagt  für  i>ua''a  sojir^piou  oder  auch 
für  -3.01  a(oTr,r/o'j  (vgl.  LXX  1  Chr.  16,1.  2.  21, 2ß),  ebenso  v.  4 
7.tvi3£(uc  (vgl.  LXX  2  Chr.  29,31).  —  6  -poai/wv  ivroXoti?]  vgl. 
35, 24.  23, 27.  —  Im  Lat.  folgen  drei  verschiedene  Ueber- 
setzungen  von  v.  5  b. 

3.  4.  7.v-7.7roo'oo'jc  /7,otvJ  ist  schlechte  Uebersetzung  von 
(n)Dia  '7011  Syr.  gute  Vergeltungen  legt  auf.  Vgl.  betr.  dvt7.T:oo'.oo- 
V7.1  =  h^:,  zu  3,6.  31,  und  betr.  ydry.:  =  (n)2ia  zu  3,31.  12,1. 
—  -rjo^'s^irjoy^]  248  praem.  ok.  Syr.  2"ipö.  —  a£;xioa)av]  ist  wohl 
^  nni-^,  was  Syr.  schlecht  mit  s:3iip  wiedergibt.  —  £X£-/i;xocr'jv/)v] 
Syr.  J^npT  =  r\prj  =  Mildtätigkeit;  vg].  12,3  und  zu  3,30, 
übrigens  aber  Prv.  21,  3.  —  O'jatv'^djv  cfhhzo):]  Syr.  er  beobachtet 
das  Gesetz  (min:  mw). 

5.  s'jooxta]  =^  p'f"!,  aber  hier  im  kultischem  Sinn.  —  7.-0- 
crTr,v7'.  7.-0  -ovy;p''ac]  Syr.  ZU  weichen  von  allem,  was  böse.  Vgl. 
j?"S  TjD  (Job.  28,  28)  =  es  überhaupt  nicht  tun.  —  £;iX7a;jL'-jc] 
wohl  =  nn''':D  (5,  5).  —  Syr.  für.  b :  und  halte  zurück  deine 
Kraft  (-[S'^n  ''hz)),  dass  du  nicht  tust,  was  verhasst  ist. 

6.  7.  Vgl.  zu  7,  29—31.  —  Vgl.  Ex.  23,  15.  34,  20.  Dt. 
16,  16  und  dazu  LXX.  —  sv  -po5oj-to  (248  70  svto-ioy  =  LXX) 
/uptou]  Syr.  vor  ihm.  —  Syr.  für  7  schlecht:  denn  jeder,  der  tut, 
was  schön,  ist  ein  Beobachter  des  Gebotes.  —  /7'piv  evto^c]  vgl. 
29,  9.  Man  soll  den  Kultus  üben,  Aveil  er  einmal  geboten  ist. 
Er  ist  eine  Uebung  im  Gehorsam,  deshalb  gibt  ihm  aber  auch 
allein  die  religiöse  Qualität  des  Opfernden  seinen  Wert  bei  Gott, 
wie  im  Folgenden  gesagt  wird. 

8.  Syr.,  der  hier  und  im  Folgenden  den  Text  ins 
Christliche  ausdeutet:  die  Darbringungen  der  Gerechten  ist  das 
Gebet  ilires  Mundes  und  ilire  '\^''orte  den  Himmel  zerreissen 
(iVViD).  Allein  die  letzten  Worte  könnten  auf  hebr.  Vorlage  zurück- 
gehen (vgl.  zu  V.  21). —  A'.-7.iy£i  (vgl.  38,  11)]  kann  nicht  besagen, 
dass  der  Fromme  fette  oder  viele  Opfer  bringt.  Vielmehi'  handelt 
es  sich  um  ein  Zeichen,  aus  dem  anf  die  gnädige  Annalune  des 


Sir.  82,  1—9.  313 

Opfers  gesclilosspii  wurde.   Viil.  Ps.   20,  4.  —  c/Sj-y,:]  k  155  7.'jiou, 
Lat.  om. 

9.  8yr. :  die  Gabe  des  guten  Menschen  wird  angenommen^ 
und  das  Gedächtnis  der  Gerechten  wird  nicht  vergessen  in  Ewig- 
keit. Also  ist  tlucr-'a  =:  nnJO.  Sodann  ist  [xv/jixoauvov  wie  38,  11. 
45^  16  =  mrix.  dem  Teil  des  Speisopfers,  der  A^erbrannt  wird 
(Lev.  2^  2).  Ebenso  geht  z'^ooir,.  y.  8  (=  mn"*:  n^i)  auf  die  Fett- 
stücke, die  zu  süssem  Geruch  verbrannt  wurden  (Lev.  1,  9.  3,  5). 
Uebrigens  ist  m:tx,  das  eigentlich  Duftopfer  Ijedeutet  (vgl.  Dill- 
niann  zu  Lev.  2,  2),  spielend  mit  "in  „gedenken"  in  Verbindung 
gebracht.  —  ozv-r^  (Syr.  hzpi^n  s.  z.  31,  22)]  =  nmn  oder  ]))i^h.  — 
c('j"r,?]  k  ocuTO'j. 

10.  Lib.  com.  praem.  hli.  —  iv  aYaöco  ociOaXjjiw]  vgl.  zu 
14,  10.  34,  13  a. —  oo?7.aov]  vgl.  7,  31.  —  a-otp/riv  /sipöiv  (70  X-'-P^^*) 
aou]  =  -[T*  nann  (7,  31).  —  Syr.  mit  gutem  Auge  gib  dem  Armen 
und  Averde  niclit  erschüttert  bei  deinen  Gaben.  Er  verlas  wohl 
I3j;s3n  in  ly^^sn. 

11.  Hier  setzt  Cod.  B  des  Hebr.  meder  ein,  von  dem 
fortan  nur  noch  38,  27  c  —  39,  15  b  fehlen.  —  i''ti>j?D  h22]  vgl. 
34,  22.  Gr.  wohl  nur  erklärend:  iv  -da-i;^  oossi,  ebenso  Syr.  ^7:2 
"[nZiTif:.  —  CJC  ixrt]  vgl.  7,  24.  Gr.  lld^Aoaw  ih  -fioatoTiov  sou,  Syr. 
es  sei  leuchtend  dein  Gesicht.  —  jii^t^'iij  Gr.  xai  h  ö'j'ipoa'Vo 
(34,  28).  —  Syr.  für  b  rationalisü-end :  imd  in  Freude  leilie  dem, 
der  dir  nicht  zahlt  (vgl.  Luc.  6.  34  f.).  —  itJ^yo]  Lat.  decimas 
tuas;  vgl.  die  Eandlesarten.  Hier  wird  der  Zehnte  ausdrücklich 
genannt;  vgL  dag.  7,31.  45,  20  f.  —  Vgl.  2  Cor.  9,7. 

12.  Für  das  beziehungslose  iS  ist  nach  (}\\  (u-J^-'a-cto),  Syr. 
(sm'^sS)  die  Variante  h^h  (vgl.  zu  4,  10)  anzunehmen.  —  "f)]  Gr. 
om.,  der  Bequemlichkeit  halber.— Zu  irno2  vgl.  41,  19.  22.  42,  7. 
—  P  31122]  setzt  Gr.  um  in:  xal  h  aYocöm  ocpi>7.Äu(o,  ebenso  Syr. 
(ohne  xai).  —  T  nj^Mn]  vgl.  14,  13,  sowie  neuhebr.  n'  Jit'n. 
D  nach  Ez.  46,  7  und  Gr.  xa^'  supsjxa  /sipo?.  Syr.  Kn2i  si^snzi 
(er  dachte  vielleicht  an  sjui»).  —  Syr.  stellt  v.  12  schlecht  hinter 
V.  13.  Das  hängt  wohl  zusammen  mit  dem  Eindringen  der  hinter 
V.  12  von  ilun  übersetzten  Glosse:  denn  (TJ)  wer  gibt  dem  Armen, 
Gott  leiht  er;  denn  (TJ)  wer  ist  ein  Bezahler.  wenn  nicht  er! 
VgL  Prv.  19,  17. 


314  Sir.  31,  1—33,  13a.    36,  16b— 22. 

13.  n'iSiSsi'n  n)hü]  betr.  'ZT>  vgl.  zu  12,2.  Uebrigens  er- 
wartet raaii  mS«  wie  v.  15,  die  Abweehslunji;  im  Ausdruck  ist 
störend.  n)ha  findet  sich  freilich  auch  Neh.  9,  17.  Ps.  114,  7. 
Dan.  11;  88  f.  im  Stat.  constr.,  aber  45,  28  ist  es  in  \ti'7K  korri- 
giert.  Gr.  xofy.oc  7.v-7.-oo'.oo'jc  =  Syr.  sj^no  KnSs\  Vgl.  Jer.  51,  56. 

—  c\n>';K'J  vgl.  7,8.  20,12.  Ps.  79,12.  Syr.  übertreibend:  zehn- 
tausend mal  zehntausend. — Z"«*']  Gr  c/.yTa-oo(ociö'.;  vgl.  v.  23.  24. 
36,  25.  Syr.  po  "n.  —  248  om.  aoi.  —  Zu  n)h)f2i  hv2  in  der 
Glosse  vergleicht  Bacher  Jes.  59,  18  Targ. 

14.  15.  nna^n]  vgl.  Job.  6,  22.  Gr.  otopoxo^si;  vgl.  3  Macc. 
4,  19  und  oojpozo-t7.  Aq.  Dt.  10,  17.  Prv.  6,35.  Syr.  -mnu^n  (= 
"HKn?).  —  p'^>j?ö  ";*  h';]  vgl.  zum  Ausdruck  zu  31,  21.  Gr.  Oua-'a 
otoi'xqj  (10,  7).     Syr.  auf  Opfergaben    des  Raubes    («"E'isrn  «izmp). 

—  l;cl^^'^  m'ts]  Gr.  -/.o.oio?  xp-.tr^c.  Ob  er  anders  abteilte,  ist  zweifel- 
haft; vgl.  LXX  Jes.  30,  18.  JedenfaUs  ist  Hebr.  wegen  v.  18 
im  Recht.  Denn  ein  Ricliter  lässt  sich  bestechen,  aber  nicht  ein 
CEii'a  mSk.  —  Syr.  denn  Gott  übt  Gericht.  —  wy]  Syr.  Mwnp.  — 
rjc  ii)^ti]  =  Syr.  scnz  Dca.  Dagegen  Gr.  schlecht  übersetzend: 
oo;ot  r.rjrj:sdi~rju.  Uusere  Stelle  bestätigt  die  Vokalisation  in  2  Chr. 
19,  7.   —  Vgl.  überhaupt  Dt.  10,  17.  2  Chr.  19,7. 

16.  üuf'l  248  Lat.  Är/LsTv.-.  y.'jrAo:.  —  hl  hü]  vgl.  4,22,  wo 
besser  ^>'.  —  Syr.  für  a  umdeutend:  es  steigt  auf  vor  ihm  das 
Gebet  des  Armen;  vgl.  zu  v.  21.  —  ^jwn]  Gr.  osr^siv  (51,  U), 
wonach  Syr.  Knp.  —  pKö]  Syr.  snn  yv^;  Gr.  r^o'-xr^fisvou  wie 
4,  9,  wonach  pii^  zu  schreiben  ist. 

17.  U'ts^]  Syr.  pn«^,  Gr.  -j-spiö-c,  (A  -ap%|);  vgl.  zu  8,8.  — 
npj;!']  Gr.  '.y.z-z(av:  Syr.  snp:«  (wie  der  Rand).  Lat.  preces,  aber 
für  n^\i^  loquelam  (Gr.  ÄvX-'av  vgl,  zu  6,35.  13,11)  gemitus.  — 
nznnj  vgl.  1  Sain.  1,  12.  Jes.  1,  15,  aber  Gr.  sx/sr,  (vgl.  auch 
35,  4)  las  wohl  anders.  'C2n  wird  anscheinend  46,  6  vom  Hagel, 
Nüin  und  '^^zr,  syrisch  von  starkem  Regen  gesagt,  wonach  t22nn 
ursprünglich  sein  dürfte.  —  Syr.  für  b  frei:  und  das  Gebet  der 
Witwen  hört  er.  —  Vgl.  Ex.  22,  21.  22. 

18.  19.  Syr.  om.  —  nv^l]  Gr.  octxpua  (248  70  oaxpuov,  248 
in  V.  19  7'jTo).  ahn  deutet  vielleicht  an,  dass  hier  die  praktische 
Anwendung  auf  das  unterdrückte  Israel  gemacht  wird.  Die 
Tränen  Israels  kommen  öfter  in  den  Psalmen  vor;  aus  Miss- 
verstand fügt  Gr.  7/^,07.?  bei.     Vgl.  übrigens  Tlii-.  1,  2.  —  nmsi] 


Sir.  32,  l:!— 211).  '  315 

=  lind  es  besteht  Seufzen:  v<;i.  47,  20.  Gr.  setzt  für  nniSl  hier  das 
stärkere  v.nX  r^  xar7.|Vj-/;3ic  (248  Syroh.  Sah.  Lat.  male  add.  ccj-y;c)^ 
dagegen  v.  20  für  npv'^i  nur  ösr^st^  (doch  vgl.  zu  4,  6).  —  i-\  xti) 
xa-aYa-,'ovTi  ozd  =  .TiiTa  Sj?.  —  Lat.  add.  a  maxilla  enim  ascendiint 
usqiie  ad  coelum  et  dominus  exauditor  nou   delectahitur  in  illis. 

20.  pi:i  """iTionJ  könnte  man  vielleicht  verstehen:  die  wohl-- 
gefällige  (Jes.  58,  5),  d.  h.  die  richtig  vorgebrachte  Klage.  Gr. 
(i}spa-£'ja)v  SV  c'jooxta,  Lat.  qui  adorat  deuni  in  oblectatione)  las 
mögliclier  Weise  ^pnan  (vgl.  \hrja-z(a  Esth.  2,  12  LXX).  Syr. 
die  Bitterkeit  der  Seele  der  Armen.  Ob  er  anders  las,  oder 
„der  Armen''  aus  v.  21  ergänzte,  steht  dahin.  Aber  das  schon 
von  Gr.  gelesene  p^n  stösst  sich  mit  nrün,  das  mit  Schechter  als 
Inf.  Hifil  (Esth.  2, 18,  auch  neuhebr.),  im  Sinne  von  Darbringung 
von  mm  nn  zu  nehmen  ist.  Betr.  der  Form  vgl.  zu  14,13.  Gr. 
(os/i)r(as-a'),  Syr.  (er  liört)  übersetzen  frei,  aber  sinngemäss.  nn:n 
soll  dabei  wohl  anklingen  an  nn:s  v.  19.  Man  wird  daher  mit 
Schechter  YT;:!  (vgl.  zu  35,  14)  und  in  b  ^y;  rip>'i'i  für  npv^'i  her- 
stellen müssen.  Unklar  bleibt,  wie  die  femininischen  Suffixe 
der  Varianten  entstanden.  Gr.  z<zi  r,  of/jai;  (s.  z.  v.  19)  a'jtoo, 
Syr.  und  ihr  (d.  h.  der  Armen,  wie  w  Maus,  lesen)  Gebet.  — 
nnii^Ti  pj;]  ist  unverständlich.  Syr.  sinnlos:  es  drückt  die  Wolken 
hernieder  (sj:"12  =  nncn?l.  Dem  Zusammenhang  entspricht  da- 
gegen Gr.  £wc  vs'isXcyv  3'jv7!'!/i'..  Ich  vermute  danach  npit'n.  Das 
Verbum  heisst  sonst  (mit  2)  an  etwas  hängen,  ilim  verbunden 
sein;  vgl.  aber  arab.  'Ji^=>  das  Ziel  erreichen  (vom  Pfeil). 
Weiter  ab  liegt  p^u>n  Ez.  3,  13.  np^'n  und  nc'^n  v.  21  sind  wohl 
Perfecta,  nicht  Participia. 

21  a  b.  nriti^J  Gr.  -posEo/r^  =  Syr.  smSi'.  —  ^n]  s.  z.  11,  1.  — 
py  ist  wegen  v.  20  unwahrscheinlich,  und  nach  Gr.  (vE'fsXa; 
o'.7)Xi)s)  nshn  W^v  anzunehmen.  Vgl.  Syr.  zu  v.  8.  hn  ist  wohl  ab- 
gekürztes nzhn  (s.  z.  35,  10)  und  ov  entstelltes  zv  (Peters).  Syr. 
frei:  über  die  Wolken  steigt  es  auf.  —  r^n]  vgl.  11,  10;  Gr. 
auvE^YiVd  (vgl.  37,30.  51,6).  —  mjn]  Gr.  ausdeutend:  ~'y.[ja:/lr^\}r^; 
vgl.  Lat.  zu  44,  23a.  Lat.  hier:  consolabitur.  Toi.  corroborabitur, 
Sang,  conrogabitur  (s.  z.  17,  24).  —  Syr.  für  b:  und  vor  den  Herrn 
der  Herrlichkeit  kommt  es  {ühüV  ^^mai  si^  Dipl);  vgl.  zu  21,  5.  — 
Vgl.  Thr.  3,  44  und  Zohar  Lev.  u-  (3  p.  62)  aphc  «nS.^  N^^^ 
|TpT  xj?p;i     So  Cowley-Neubauer;  ich  finde  die  Stelle  nicht. 


316  Sir.  31,  1—33,  13a.    36,  16b— 22. 

21c.  22  a.  s'?]  Gr.  praem.  -m'..  —  ti^lön]  Gr.  dTrosT-^;  vgl. 
38,  12.  Syr.  sn^j?.  —  nj?]  Gr.  io^  (70  55  add.  oo,  248  23  106 
157  307  add.  av).  —  W]  Gr.  o  '3'V.3toc  (4,  10),  A  Aeth.  xopio?.  — 
Syr.  (bis  er  Dachforscht)  wegen  ihrer,  d.  h.  der  Bitte.  Aber  iTSj; 
ist  wohl  Fehler  für  s^Sy  =  o  'j'jytaToc  (vgl.  24,  3).  —  Gr.  für 
22  a:  x7.1  (248  70  om.  Lat.  sed)  x.oivsr  o-xatw;  (so  B  S  «^^  A  (296  308), 
wogegen  248  70  Sah.  Lat.  oixa-'o'jc,  die  übrigen  mit  Aeth.  otxa''o'?) 
X7.t  TToir^aö'.  y.fjiy.'K  Dazu  stimmt  einigermassen  die  Randlesart  rw\'$. 
Gleichwohl  ist  die-Textlesart  des  Hebr.  haltbar.  Syr.  für  a:  und  der 
Richter  (oder:  ein  Gericht)  der  Wahrheit  richtet  (Partizip).  —  Vgl. 
Gen.  18,  25.  —    Schlecht    stellt  Lat.  22  a  hinter  b.  Sah.  om.  b. 

22  b  c.  Syr.  snD,  wohl  =  pns  (10, 7),  das  ich  dem  ':« 
wegen  c  vorziehe.  Gr.  o  xopioc.  —  nisn'sn"']  Gr.  ß.oa86'/;fj;  Syr.  frei: 
er  wird  verschmähen.  —  Gr.  für  b:  oooe  \i\  aaxpoO'Jixr^Tr,  hz 
v.'jToic,  248  70  add.  u  xTjrn.rt.vK.  Lat.  et  fortissimus  non  habebit 
in  illis  patientiam.  Aber  das  beziehungslose  s-'  adtoic  ist  wohl 
verderbt  aus  o  xpa-caioc  (=  yci  46,  1).  mnj:  ist  schlecht,  na  besser 
als  xS.  Zu  pcXiT  vgl.  Jes.  42,  14.  ß3,  15.  64,  11.  —  Syr.  für  c  kor- 
rigierend: er  wird  nicht  vernachlässigen  (pist^J)  und  nicht  ungiltig 
sein  lassen  (SisiJ). 

22  d.  23  a.  ':nö  |>n?:^]  vgl.  Dt.  33,11.  Gr.  a-jvt.ot-V^j  os-foy. 
Syr.  er  straft  (>'3nJ,  lies  nnrj  =  Gr.)  die  Macht  (w  Maus,  kor- 
rigieren: die  Werke,  pu  die  Macht,  die  Werke).  —  '•"'rNJ  Gr. 
7.v3/.E-/i;jLovojv  (vgl.  13,  12),  Syr.  der  Frevler.  Lat.  ipsorum.  —  v\h, 
das  auch  Gt.  Syr.  ausdrücken,  ist  alter  Fehler  oder  vielleicht 
nur  orthographische  Variante  für  c^wSl;  vgl.  zu  10,  14.  —  riy^ 
cpi]  vgl.  12,  6.  Gr.  avTa-ooojas-.  (v.  13)  sxoixr^a-.v.  —  Vgl.  Dt. 
32,41.  43. 

23  bc.  Si>nr]  =  Gr.  sripr,  (vgl.  16,9);  Syr.  er  wird  ver- 
tilgen. —  'ci'd\  Gr.  •KXrji>oc^  Syr.  die  Stärke.  Dass  aber  das  Wort 
hier  neben  naa  (=  Scepter)  Volksstamm  bedeuten  sollte,  ist  nicht 
anzunehmen.  Auch  wäre  tt3iy  oder  ^'^Ll^,  das  als  Korrektur  er- 
scheint, trotz  Jes.  19,  13  eine  sehr  sonderbare  Bezeichnung  der 
Griechen  oder  der  Heiden  überhaupt.  Deshalb  wird  ti>""ir  ein  alter 
Fehler  für  t^'it^T  (beachte  das  folgende  t^')  oder  ti'lT'  sein;  vgl. 
Jer.  5,17.  Mal.  1,4  und  syr.  ^^  und  l^♦ti>^  =  zerschlagen.  Vgl. 
Jes.  14,5.  ^h^^  azt^  D^ii^i  nao  "^  ^i^.  —  |it]  vgl.  10,13.18. 
Gr.  W^^Knxwi  (8,  11),  Syr.    der  Sünder.  —  j?ti^i    ntso]  Gr.  axT^Tt^pa 


Sir.  32,  21  c— 26.  317 

(Syroh.  cix9)7:Tpov?)  <xotx(ov,  was  aber  für  cyti'T  nichts  beweist.  Aller- 
dings ist  neben  Ps.  125,  :3  yiJ'in  'cz^*  und  Ez.  7,  11  *>'ti>i  rü^s  auch 
Jes.  14, 5  zu  vergleichen.  Aber  v^"^  i«t  durch  pii  geschützt. 
Syr.  ausdeutend :  die  frevelhaften  Gewalthaber  (sjt:^'?'^').  —  yir  ynj] 
vgl.  Zach.  11,  10.  14.  Gr.  3'jvTrvt'V(,.  —  Vgl.  auch  Ez.  30,  18  LXX. 

24.  lyijs'?]  =  Heiden  (vgl.  Ps.  56,  2).  Syr.  korrigirend: 
den  Bösen.  —  "hvz]  Syr.  pnSrin,  womit  er  wohl  auf  ^^t::"  vorgreift. 
Gr.  /.oi-y.  -a:  r.rjdhi;  rjSj-rj\j\  aber  h'ioy]  (=  /.r/X  77.  s.oyct)  erfordert 
vor  sich  blosses  'Sjrc.  307  setzt  konsequent  zc(tc/.  2'^  (wofür  155 
ym)  vor  ta  IpY«.  Man  könnte  allerdings  leicht  SaJT  herstellen. 
Lat.  für  b:  et  secundum  opera  Adae  et  secundum  praesumpti- 
onem  illius.  Für  eis  hat  freilich  Gr.  twv  ävO.ooj-wv,  aber  248  am 
Schluss  7.'jT0'j  für  oi'jTwv.  Danach  stand  im  Gr.  oder  im  Gr.  II 
wohl  'Aoa'tj,;  vgl.  zu  16,  16.  —  inoiör]  Gr.  v.r/rJj.  -Jj.  svi)'j;x-/-a7.-:7. 
a-j-äiv.  —  Syr.  für  b:  und  den  Frevel  (=  ps  für  ciK?)  tuenden 
ihre  Gedanken.  —  Vgl.  Prv.  24,  12. 

25.  Die  Ergänzung  nach  Gr.  i'ojc  zrv'vr,  rr//  ■/.ryi'jtv  toG  XaoO 
au-oc;  =  Syr.  ,1)2^1  Nn  jn:i  N^iy.  Vgl.  Mi.  7, 9.  Jes  51, 22 
u.  ö.  —  "nVi^^^^]  Gr.  h  TW  Ikiv.  atjTO'j;  vgl.  LXX  Jes.  45,8,  Gr. 
zu  33,  1  und  Syr.  zu  2,  9.  Syr.  hier:  nniipTicr,  wohl  entstanden 
aus  n:j?TiC2,  njpn'c;.  —  Lat.  justos  für  7'jto'jc..  —  Vgl.  Jes.  25,  9. 

26.  Gr.  für  a:  (upaw  (248  70  S  Sah.  praem.  w?)  sXso; 
(Sang.  Am.  add.  dei)  h  x7if>(o  fiX-'-^/sojc  7'jto'j;  248  Syroh.  S  Sah. 
Maxim.  764  Lat.  om.  auToO,  das  hinter  sXsoc  stehen  sollte.  70  hat 
'ßj^sxz  (vgl.  Syr.  in  b)  für  i>}a''!>s«)c.  Man  darf  annehmen,  dass  Gr. 
1J1!:t  nw  (vgl.  zu  15,  9  und  zu  50,22)  las.  Syr.  für  a:  und  er 
beschämt  den  Feind  (oder:  und  es  schämt  sich  der  Feind)  in 
der  Zeit  der  Bedrängnis,  was  mit  Hebr.  1°  und  Gr.  nicht  leicht 
(x  +  "112:?)  zusammengebracht  werden  kann.  Vermutlich  las  Syr. 
wie  die  zerstörte  Dublette.  —  Zu  |.^:  vgl.  43,  7  und  zu  4,  20.  — 
nj?:]  Gr.  w?  vs'fsXai  (k  Maxim.  764  vs'fiÄ-/;),  Syr.  x:jj?  -\^,  wonach 
nj?D  zu  schreiben  ist.  —  CTin]  vgl.  40,13.  Gr.  ustou,  ebenso  40, 13, 
Syr.  hier  siaai,  dagegen  40, 13  K:jy.  Die  übliche  Deutung  „Blitz" 
ist  ets'mologisch  unbegründet  und  durch  den  Zusammenhang 
nirgendwo  erfordert  |vgi.  Job.  28,  2%.  38,  25.  Zach.  10,  1),  der 
vielmehr  überall  der  Deutung  „Wolke"  oder  „Regen"  günstig 
ist.  uöToc  hat  Svmmachus  nach  dem  Svroh.  Job.  28. 26,  .L/s 
der  Araber  Job.  38,  25,  nives  Hieronymus  Zach.  10, 1,  scci  der 


318  Sir.  31,  1—33,  18a.    33,  16b— 22. 

/      Syrer  ebenda.     Die  Rabbinen  erklären  „Wolke",  und  so  ist  das 

)       Wort  im  Targ.   Cant.  2,  9  gebraucht.     Ebenso   erklärt  G.  IIolT- 

S      mann    (zu  Job.  28, 26),    der    aram.    syr.    «n'^ün    (Krätze,    öchorfj 

',       vergleiclit.     Aber    die  Bedeutung<'n    Wolke    und  Regen   können 

[      neben   einander  bestanden  haben,   und  a.  u.  St.   und  namentlich 

40,  13    scheint  die  letztere    angenommen  werden  zu  müssen.  — 

mrjzl  =  Gr.  ri-i>[^'i/yj.^  (LXX).  Verderbt  daraus  war  -[TJ  (vgl.  8,  9j 

=  Syr.:  zur  Zeit,  da  er  erfordert  ist  (syano). 

33,  1.  2.  Dem  c  der  hebräischen  Hs.  entspricht  307  otp/yj 
XoYO'j.  —  uj^'i^nn]  Gr.  l/ir^sov  -?i|j.7.c :  vgl.  Gr.  zu  32,  25.  —  Srn  mSkJ 
vgl.  45,  23.  50,  22  (Gr.),  sowie  Rom.  9,  5  und  syrisches  S:  >frr. 
(Allherr).  Syr.  hier  schlecht:  o  Gott,  uns  alle.  Gr.  oscf-0T7.  o 
ijsoc  Trv'vTwv  (70  6  -^ytoxf^aTcop),  307  x'jrv.s  osa-oTot  -7'vTfov,  aber  A 
und  Lat.  nur:  0  Oso?  irav-ojv.  Augenscheinlich  sind  oEcr-o-a  und  6  Wzüt 
Varianten  (vgl.  zu  23,  1.  31,  29),  und  zwar  letzteres  Korrektur 
für  ersteres.  —  Gr.  add.  xctl  s-iJdXs'yjv  (Lat.  et  respice  nos),  was 
wohl  nur  Dittographie  von  xal  s-i'ßotXs  (155  sTtipXs'^^ov)  xov  ist.  Lat. 
add.  et  ostende  nobis  lucem  raiserationum  tuarum  (al.  lumen 
miserationis  tuae).  —  n'^ii'';]  Syr.  und  bringe  (sn'Sl),  Gr.  X7.i  i-tp- 
7.A3.  —  cun  b:  '^j;]  vgl.  1  Chr.  14,  17.  Syr.  auf  die  Völker,  die 
dich  niclit  kennen  (Jer.  10,  25),  Gr.  l-X  r^rh-o.  (Lat.  om.)  -ra  s«)'//;. 
248  Lat.  add.  -7.  |j.-}j  £x:-/j-oOv-7  as  (Ps.  14,  2  vgl.  39,  23  Lat.).  — 
Lat.  add.  ut  (al.  et)  cognoscant,  quia  nou  est  deus  nisi  tu  et 
enarrent  magnalia  tua;  vgl.  v.  3.  5.  10  und  zu  v.  7  und  zu  v.  13. 
Cod.   307   om.   IrX  r.oy-a  bis  '/^'.[jr/.   30 'j. 

3.  Nach  Gr.  Syr.  (deine  Hand)  ist  T  in  den  Text  zu 
setzen.  Gr.  übersetzt  ?)''jn  (vgl.  z.  B.  Jes.  11,15)  wie  47,4 
(vgl.  37,  7)  mit  s-apov,  wonach  Syr.  an«.  —  "irj  cy  hy;]  muss  die 
Griechen  bedeuten;  vgl.  zu  v.  12.  Gr.  setzt  den  Plural  (i-t  l{)Yr^ 
d/vÄotpt7.),  vermutlich  unter  Einwirkung  von  IKT'I  (Gr.  xal  lolTtoaav, 
Syr.  pj?n:i).  Indessen  hat  Aeth.  den  Singular.  —  TM^I^^]  ist 
Singular.  Gr.  tyjv  oovaa-EtV.v  aou  =  Syr.  "nrüiJ;  vgl.  freilich  auch 
15,  18.    —    Syr.  fügt   am  Schluss  hinzu  «o^j?-  (w  Maus.  Ambr. 

om.);    vgl.    S*    X7.i    £-1    £l>Vr^    T7.V    O'JV    cjt.    3. 

4.  D2  in  a  und  1:2  in  b  =  Gr.  Syr.  —  Für  ivoj-iov  2^ 
haben  248  70  23  ivavTiov.  —  Syr.  hat  auch  für  -\Z27\  (Gr.  asya- 
AovUsr/;,-,  23  S"  C  -^,')  )i^ym.  —  Vgl.  Ez.  38,  23. 


I 


Sir.  33,  1—10.  319 

5.  Gr.  für  a:  v-tX  l-iYvwxtuaav  az  xaOa-so  xo-l  rjjxet?  (307  om. 
X.  ■?;.)  £-c'-,'yoj|xcv  (248  253  '2'6  pz  i'-,'v<»;j-sv,  alle  anderen,  ausser  B 
8yroh.  Lat.,  add.  at).  Aber  es  handelt  sich  hier  nicht  um  die 
Bekelu'ung  der  Heiden.  —  Gr.  i.  f.  add.  xo^oie. 

6.  7.  n"K]  Gr.  8yr.  T/jasTc«  (55  T/)|x£rov).  —  nitif^i]  8yr.  ebenso, 
Gr.  xoti  aXXouusov  (vgl.  zu  12,  18).  Hier  heisst  n:*wJ>  aber  wieder- 
holen, und  40,  5.  45,20  verdoppeln.  Deshalb  ist  die  Vokalisation 
7\}v\  auffällig:  die  Masora  kennt  in  dieser  Bedeutung  nur  das 
Kai.  —  Man  könnte  wegen  48,  12  an  nc'o  gegen  nisn  festhalten 
wollen.  Aber  das  im  Kanon  gewöhnliche  ncii^  hat  das  Vorurteil 
gegen  sich.  8yr.  hat  NATcn  und  Gr.  Oaujxaciia,  das  er  43,  25. 
48,  14  für  TOn  setzt.  Auch  Dan.  3,  32.  33.  6,  28  stehen  ns  und 
nan  nebeneinander.  Vgl.  betr.  des  letzteren  auch  zu  16, 11.  — 
Vgl.  Jes.  51,  9  f.  10,24—26.  —  Gr.  Syr.  für  7:  or^^a^ov  (Syr. 
mache  stark,  *pr)  '/y^y^.  xotl  |do7./iov7.  os^-.ov  (Syroh.  307  u'i^y^Xov). 
Danach  ist  j'^si  (vgl.  42,17),  das  in  der  hebr.  Randlesart  fehlt, 
Variante  für  -nsn(Ex.  15,6  s.  z.  43,  11).  Vgl.  übrigens  Jes.  51,9. 
53,  10.  62,  8.  63,  12.  —  248  70  add.  Ä3-sp  (70  o-wc)  l\-r^'[wr.i.i 
-Ä  i)a'j|xa3ta  ofo'j;  vgl.  v.  10  und  Lat.  zu  v.  2.  Bickell  betrachtet 
die  Worte  als  die  Hälfte  eines  übrigens  verloren  gegangenen 
Verses.  In  der  Tat  vermisst  man  ein  Distichon,  aber  diese  Worte 
sind  v.  10  b  (vgl.  dort  248)  zu  ähnlich. 

8.  9.  ?,s  Tvn]  vgl.  Jes.  42,  13.  Ps.  78,  38.  —  nan  ->:::>•.] 
vgl.  16,  11  Gr.  und  Jer.  10,  25.  Gr.  xctl  i'xysov  opYr;/  (16,  6).— An 
Stelle  von  j?"::,!!  hat  Gr.  hier  l;ot,oov  (Syr.  n^r)  und  au  Stelle  von 
r|m  ixtpi-l/ov  (Syr.  Se2).  Aber  46,  18.  47,  7  hat  Gr.  für  y^jzn  wie 
Neh.  9,  24  LXX  sx-.ot.Ss-y  (Syr.  beide  Mal  I2n)  und  47,  5  für  r,nn 
i^a-'pc'.v.  Also  hat  Gr.  die  Verba  umgestellt,  Syr.  der  ihm 
übrigens  folgt,  redressiert  das.  —  Zu  ?]n:n  vgl.  Ps.  68,  3. 

10.  li^-nn]  vgl.  Jes.  5.  19.  60,22.  Syr.  sonderbar  j?2S  =  lass 
hervorquellen,  wogegen  Bar  Bahlul:  „mache  offenbar"  versteht. 
—  |>p]  Syr.  ebenso,  Gr.  xaioov  (so  öfter  LXX  für  |»p).  —  npci] 
heisst  hier:  bestelle  sie,  gib  ihr  Befehl,  dass  sie  kommt.  Syr.  sae 
(lass  herannahen),  Gr.  ixvr,3Ö/iTi  (vgl.  LXX  Jes.  26,  16).  —  nyioj 
Syr.  wni,  Gr.  opxiatxoa  (248  0^77^),  aber  Syroh.  S  23  richtig 
opicjtxoy,  Lat.  finis.  Möglicher  Weise  hat  Gr.  [die  Nomina  ver- 
tauscht. Vgl.  übrigens  |'p  und  "ij^is  bei  Daniel.  —  Zu  b  vgl. 
Koh.  8,4.  Job.  9,  12.  Gr.  hat:  xal  exor/jYr^aaaöcuaav  (248  add.  aoi!) 


320  Sir.  31,  1—33,  13  a.     36,  16  b— 22. 

TV.  asY^AcTct  (248  i)au|x7!cji7'  \i;\.  zu  v.  7)  3o'j.  Er  las  schwerlich 
anders,  aber  er  verstand  den  Sinn  nicht:  Gott  kann  das  Ende 
der  Tage  jeder  Zeit  kommen  lassen,  auch  wenn  er  es  eigentlich 
für  einen  späteren  Termin  angesetzt  hat;  vgl.  Mc.  13,20.  Diese 
Vorstellung    hatte  man  vielleicht    aus  Jes.  60,  22  herausgelesen. 

11.  Hehr.  om.  —  Syr.  für  a:  im  Zorn  und  im  Feuer  ver- 
tilge {i2)a)  den  Feind  (swd).  Wahi-sciieinlich  gibt  Gr.  {'/.'■xza'fi(ji>A)r^-tii) 
das  hebr.  Verbum  (S:s  vgl.  45, 19),  aber  auch  die  passivische  Verbal- 
form richtig  wieder.  Ist  auch  iv  op,-,'-/;  Ttypo;  wörtliche  Uebersetzung, 
so  müsste  es  wohl  =  it's  nans  sein,  das  aber  Glut  des  Feuers 
bedeutete.  Dagegen  steht  45,  19  u>s  2'2^.  Sonderbar  ist  das 
vom  Syr.  schlecht  imischriebene  6  (S"  Sah.  add.  [xr^,  S''^  add. 
dasjjTp  o)  awl/Jixtvrjc  (Brev.  734  860  peccatores  s.  z.  8,  10),  es  ist 
aber  deshalb  als  wörtliche  Uebersetzung  anzusehen.  LXX  setzt 
a(o^ju,£vo;  öfter  für  T'^M^.  Augenscheinlich  hat  Sirach  Abd.  18. 
Num.  24,  19  im  Sinne.  Zu  3'jpoi37.v  aTrwXsiczv  ist  deshalb  vielleicht 
n2*x  ^r;  Num.  24,  20  zu  vergleichen.  —  aoixoüv-sc  lesen  nur  D  68, 
dagegen  70  A^  ''^^  C  308  zatoiy.oOvTsc,  106  ""''■  -/ot-s/oytEc,  die  übrigen 
X0C-/.OOV-Ö?.  Syr.  hat  an  Stelle  von  b:  S2C>n  s:i:^'7ii>l  W3ir  ^in. 
Aber  das  ist  Variante  zu  12  a. 

12.  Syr.  für  a:  mache  aufhören  die  Krone  (xjn)  des  Feindes. 
3N1Ö  ist  nach  Syr.  und  Gr.  (s/i^pojv,  Sah.  iyßrjw,  Co.  70  106  157 
si)vwv,  155  silvojv  £/i>ptov  vgl.  Syr.  v.  11  üf2f2V)  Korrektur  nach 
Num.  24,17,  die  die  Lesart  TSc  voraussetzt.  Das  letztere  Wort 
verstehen  die  alten  Uebersetzer  au  jener  Stelle  als  Fürsten,  und 
es  ist  sehr  wohl  denkbar,  dass  schon  Sirach  es  so  gebrauchte. 
Im  Neuhebr.  ist  es  in  dieser  Bedeutung  freilich  nicht  sicher  be- 
legt (vgl.  Lfcvy  s.  V.).  Nun  deckt  sich  der  Wortlaut  von  Gr. 
xscpaXa?  (aber  Sah.  xöcpocXr;/,  Lat.  caput  =  Hebr.).  <xf>yrjvt(üv  l/Of/wv 
mit  LXX  Dt.  32,  42,  wo  MT  2^1«  mjjnc  tJ\s-ß.  Man  könnte  meinen, 
auch  Syr.  habe  so  gelesen,  da  Pesch.  Dt.  32,  42  XJn  für  mjJic 
setzt.  Die  Griechen  trugen  langes  Haar:  vgl.  iv^  ipip  Ps.  68,22. 
Ferner  hat  Gr.  auvtpi6ov  für  n2irn,  was  auf  n2i:>  zu  führen  scheint; 
vgl.  Ps.  74,  13  f.  110,6.  Hab.  3,13.  14.  Aber  "nsc  ist  nicht 
nur  durch  sxw,  sondern  auch  durch  die  Nachbarschaft  von  Num. 
24,  17  mit  der  v.  11  benutzten  Stelle  Num.  24,  19  geschützt, 
und  Gr.  kann  es  mit  äp/ovTojv  wiedergegeben  haben  wie  LXX 
mit  7.p/y;"j'0'jc.     Man  darf   aber   auch   rz^z'n,    das  Syr.  schon   las. 


Sir.  33,  11— 13a.    36,  16b— 18.  521 

nicht  in  'iZW  ändern,  da  die  Entstehung  von  r\2\i'*n  nicht  leicht  zu 
erklären  wäre  und  das  Verbum  auch  für  vertilgen  gebrauclit 
wird  (vgl.  z.  B.  Ps.  8,  3  und  das  Kai  38,  23.  44,  9).  Jedenfalls 
bedeutet  t^si,  wenn  TiSQ  festzuhalten  ist,  einen  Fürsten,  dann 
hat  Sirach  aber  einen  bestimmten  griechischen  König  im  Sinn, 
sei  es  Antiochus  den  (grossen  oder  Seleukus  IV.  oder  gar  Antio- 
chus  IV.  Eine  solche  Zuspitzung  des  Gebets  ist  auch  nicht 
verwunderlich.  Auch  bekommt  TiSi'  v.  11  so  vielleicht  einen 
guten  Sinn,  wenn  Sirach  nach  der  Schlacht  bei  Magnesia  schreibt. 
Auf  den  König  muss  nun  aber  auch  (gegen  Gr.  Xsyovtojv)  b  be- 
zogen werden.     Vgl.  Jes.  47,  8.  10. 

33,  13a.  36,  16b.  Lat.  hat  hinter  13a  denselben  Zusatz 
wie  hinter  v.  2.  —  "iSrnn"'!]  Gr.  xal  7.c(tsxA-/)povo[x-/;sa  (so  auch  106, 
nur  70  -aov,  Lat.  haereditabis)  auTooc.  Der  Fehler  entstand  aus 
dem  Anschluss  an  36,  16a.  Gr.  gebraucht  das  Verbum  wie  15,  6; 
üb  er  a'^Tum  las,  ist  zweifelhaft.  Gemeint  ist  die  Wiedereinnahme 
des  ganzen  heiligen  Landes,  von  dem  die  Juden  seit  dem  Exil 
nur  einen  kleinen  Bruchteil  innehatten.  —  üip  ''»"rj  Syr.  schlecht: 
wie  du  gesagt  hast  seit  (|d)  den  ersten  Tagen.  Schlecht  auch 
Gr.  /.GtfWoc  7.-'   dtpyr^c. 

17.  cm]  Gr.  iXIr^sov  (106  add.  [xs),  dagegen  v.  18  oixT3tp-/;aov, 
der  Abwechslung  halber.  Denn  die  Wiederholung  von  cm  er- 
scheint als  beabsichtigt  wie  die  von  |n  v.  20.  21.  Sonderbar  Syr.: 
freue  dich  (nn);  vgl.  ^'w  Jes.  65,  19  u.  ö.  —  oy  hy]  Syr.  über 
dein  Volk;  Gr.  Xaov,  xüpts,  aber  Syroh.  70  106  296  stellen  x-jpis 
vor  X7.0V,  253  23  S  Sah.  Lat.  lassen  es  aus,  —  -ött'2  sipjj  nl.  mit 
Ss  in  hi^")^'^;  vgl.  47,  18.  Gr.  -/.z/Xr^^iiw^  ii:  v^6\ia-(  ao-j  (vgl.  v.  20). 
Dagegen  Syr.:  über  welchem  genannt  ist  dein  Name,  Lat.  super 
quam  (sc.  plebem)  invocatum  est  nomen  tuum.  Die  Abweichung 
kann  beide  Mal  spontan  nach  Dt.  28,  10  entstanden  sein.  — 
Ssit:^'']  Gr.  praem.  xai'  (male).  —  nn"::  mnrj  vgl.  Ex.  4,  22  und 
zu  44,  23.  45,  2.  47,  6.  Gr.  abschwächend  (im  Rückgang  auf  fs): 
ov  TiptuTOYovw  (Lat.  add.  tuo)  w|xoro3c(c  (45,2),  248  157  korrigierend: 
öv  Trpto-oyovov  u)y6[i.aaa^  Syr.  den  du  genannt  hast  deinen  Erst- 
geborenen. 

18.  yi^y]  Gr.  'z-j'iaaij.a-o^  aou;  vgl.  45,12.  49,6.  —  p:;^] 
B  (308)  Lat.    -oXiv,    die    anderen    mit  Sah.    to-ov.  —  pziJ']  vgl. 

Smend,  Sirach-Koiuraeutar.  21 


322  Sir.  31,1— 33,13a.  36,  16b— 22.  36,  23—37,  lo. 

1  Reg.    8,39.    43.    49.    13.    Ex.  15,17.  Syr.  ■]nr:itn;    Gr.  y/y.T7- 
tMj\fj.-JiZ  öoy,  wegen  des  Anklänge  von  :sr''  an  mii'  (10,  17.  38,  23). 

19.  "[Till  dnJ  ist  wegen  der  Abwechslung  mit  b  besser  als 
'^'r\T\'!:i  (Syr.  imzn  'p);  Gr.  xr,?  (/.pcT7./.07i7.c  ao-j.  Das  Wort,  das  sonst 
auch  ]*ossenreisserei  bedeutet,  bei  Symni.  Ps.  30,  6  für  nsn;  vgl. 
Deissmann,  Bibelstudien  p.  88.ff.  Uebrigens  liest  so  mir  B*,  wo- 
gegen Syroli.  253  307  J^at.  rjjjrjf~,rj_  (307  v.psTcz)  X0717'  aoo,  Sah.  mit 
der  a[jzxi^  deiner  Wunder,  Aeth.  mit  dem  Segen  deines  Wortes, 
die  übrigen  apat  -b.  X0717'  aou.  —  i'^^m]  Gr.  tov  /.7.0V  aoo,  lies 
v7.ov;  vgl.  zu  49,  12.  50,5.  —  Vgl.  Ilagg.  2,  7. 

20.  Syr. :  mache  wahr  (c'ps)  die  Zeugnisse  deiner  Knechte 
(oder:  deiner  Werke)  wie  im  Anfang  (ti'n  |tt),  damit  eintreffen 
die  Weissagungen  deiner  Propheten,  welche  reden  (w  Maus. 
Mas.  I  geredet  haben)  in  deinem  Namea.  Er  nimmt  in  a  das 
Verbum  aus  b  vorweg,  möglicher  Weise  las  er  für  "["ti'yo  anders.  — 
--li'yn  rsiaS]  vgl.  16,  2().  Gr.  xotc  h  7f>-/-^  (Lat.  ab  initio)  xTra[i.7.a': 
(38, 31)  ao'j.  Geraeint  ist  nach  dem  Parallelismus  von  v.  21 
Israel;  also  ist  ■[''K'yo  Singular,  der  Ausdruck  {=  'ya  u'niö  iu'sS) 
übrigens  ohne  Schwierigkeit.  —  mij?  |n  (Gr.  00c  aapt'j.oiov)  ^  be- 
kenne dich  zu  ihnen.  Schechter  vergleicht  Gen.  Rabba  1, 4, 
wonach  Israel  eines  der  sechs  Dinge  ist,  die  Gott  vor  der  Welt 
schuf.  —  -joii^a  nai  pm]  nri  ist  Pual.  Gr.  7rpo'f-/jTst7.c  (44,  3)  t7.c 
(248  Aeth.  7:po'^-/^t7c)  =-'  ovojxaxt'  aou  (v.  17),  Lat.  praedicaliones, 
quas  in  nomine  tuo  locuti  sunt  prophetae  priores;  vgl.  Syr. 

21.  Syr,  praem.  l.  —  -""np  rh'iz\  vgl.  Job.  7,  2.  Gr.  fxis&ov 
toT?  GTToixsvouot''  as,  wonach  Syr.:  Lohn  dem,  der  hoffen  wird  auf 
dich.  —  Zu  '.res"  (Nifal)  vgl.  46,  15. 

22.  Vgl.  Dan.  9,  17.  —  yoK'r]  Syr.  praem.  T,  Gr.  add.  x'jp-.s 
(Lat.  om.).-^-p2j;]  =  Syr.;  Gr.  v/.vzw^  (aber  Co.  70  253  23  106 
S  A  155  Aeth.  Lat.  otxsTÖjv).  An  sich  könnte  -[iny  (=  Israel) 
ursprünglich  sein;  doch  vgl.  Dan.  9,17.  1  Reg.  8,30.  —  y\i'\2 
l^y  Sv]  vgl.  50, 22  und  zu  48, 5.  Nach  Ps.  106, 4  -[ej?  pifna 
liest  der  Rand  "[rA'iD.  Dagegen  Syr.  -[övt  «rny  -j"«;  Gr.  xaxa  ttjv 
£'jXo717v  'Aarvojy  ■üspl  -o5  X^oo  sou,  aber  307  hat  richtig  suooxtav 
(derselbe  Fehler  42,  15),  wonach  'Aar.ojv  schlechte  Glosse  ist.  — 
Lat.  add.  et  dirige  nos  in  viam  justitiae.  —  iVTi]  so  Gr.  Syr. 
Zu  is-n  vgl.  Jes.  52,  10.  —  p«  ^Dcs  hz\  Syr.  alle,  die  an  den 
Enden  (n*c"C2)  der  Erde  sind.     So  im  Anschluss  au  Gr.:    r.ayxs? 


Sir.  36,  19—24.  323 

ot  i-\  Tf^c  Y/jC,  Lat.  omnes  (|ui  habilant  terram.  ---  cSlj;  'tn]  vgl. 
Gen.  21.33.  Jes.  40,28.  Syr.  Gott  allein  (w  Maus,  om.)  für 
Ewigkeit  der  Ewigkeiten.  Gr.  für  d:  "jv.  (248  70  Syroh.  (253  23) 
S  k  (55  251)  add.  ao)  /opioc  (55  254  xupis,  308  om.)  et  (248  70 
253  23  k  om.,  308  zU,  ^  zl  -/-jpto.-)  o  (248  296  om.)  »so?  (248 
om.)  Twv  atwvojv.  Lat.  quia  tu  es  .deus  conspeetor  (3,  31)  secu- 
lorum.  Ursprünglich  ist  wohl:  o-i  sl»  xupto;  täv  ata>v(uy  [^=  248), 
und  c/  Oco?  Korrektur  für  xupios.  —  Vgl.  1  Reg.  8,  60.  —  Be- 
merkenswert ist,  dass  vom  Messias  hier  nichts  gesagt  wird 
(vgl.  zu  47,  22). 

XV.     36,  23  —  37, 15. 

Ohne  besondere  Einleitung  handelt  das  Stück  von  Gefahren 
und  Vorteil,  die  aus  der  Gemeinschaft  mit  Menschen  erwachsen, 
und  von  der  Auswahl,  die  man  danach  unter  ihnen  treffen 
soll.  So  ist  die  Rede  36, 23  —  25  (=  3  Disticha)  von  der 
Tücke  der  Menschen,  v.  26—31  (=  3.  2.  2)  vom  Glück  der 
Ehe,  37,  1 — 6  (=  3.  3)  von  schlechten  und  guten  Freunden, 
V.  7 — 15  (=  4.  6.  2.  2.  1)  von  schlechten  und  guten  Ratgebern. 
Die  vier  Abschnitte  haben  ähnlich  lautende  Anfänge. 

23.  SaisJ  =  Gr.  'sd'(smv.  Syr.  sSnpD  (vgl.  v.  26).  uiD  (?)  wäre 
=  er  verschliesst  in  sich,  er  nimmt  auf;  vgl.  38,  15.  —  mJiJ]  der 
Singular  findet  sich  im  Kanon  nicht.  Als  Femininum  passt  es  zu 
Ssis  nicht,  und  Gr.  (xoi/aa)  und  Syr.  (siJ^c:)  haben  es  beide  nicht 
gelesen.  Zu  vermuten  ist  i^nD  (Jer.  51,  34),  das  vielleicht  am 
Rande  stand.  Dagegen  ist  mji;i  mildernde  Korrektur.  —  ^''  "[sj 
Gr.  saxiv  OS,  aber  Syr.  n^N  02.  —  S:iNO  '7:1s  (Rand  '::«aD  ^:«d)] 
Gr.  Syr.  ßpwjxa  ßpojfxatoc.  —  Q'Pfj]]  Syr.  ND''Dn,  Gr.  xaXXiov.  Nach 
V.  26  kommt  auch  cyr  in  Betracht,  aber  eine  völlige  Gleich- 
mässigkeit  mit  v.  26  ist  nicht  erwünscht  (s.  d.). 

24.  yn]  Gr.  cpotpu^c  (70  praem.  w?),  Syr.  willkürlich:  soic. 
—  nj;ta^J  =r  Syr.  dvid,  Gr.  ysysiai  (S  ^suasTott);  vgl.  Job.  12,  11. 
34,  3.  Richtige  Deutung  ist  die  Variante  |mn.  —  iDi  "D^a^'s]  vgl. 
zu  40,  29,  und  zu  nn"  Gen.  30,  20.  Gemeint  sind  entweder  die 
Leckerbissen,  die  man  am  Tische  eines  vornehmen  Mannes  be- 
kommt, oder  die  m:ö  von  Neh.  8,  10.  12.  Esth.  9,  19.  22.  Gr.: 
[ipiüijLccra    (s.  z.  33,  13b)  Or^pac.    was  wol)l  Speisen  von  Wildpret 

21* 


324  Sir.  36,23—37,  15. 

bedeuten  könnte,  sofern  er  etwa  caye^j  wegen  Gen.  27,  4  ff.  so 
verstand  oder  auch  Ti*  las.  Jedenfalls  ist  aber  eine  solche 
Spezialisierimi;-  nicht  am  Platz.  Vielleicht  meint  (iv.  aber  auch: 
Speisen  der  Nahrung  (Ps.  132,  15),  was  auf  eine  schlechte  Ver- 
allgemeinerung hinauskäme.  Dasselbe  gilt  von  '\zi,  das  neben 
;::  übrigens  auch  kaum  „Sache"  bedeuten  könnte.  Die  Leckereien 
einer  fremden  Küche  hat  man  Ursache  zu  beschmecken,  vor  allem 
aber  die  Liebenswürdigkeit,  die  Andere  uns  in  Worten  beweisen. 
Syr.:  den  Geschmack  (S2>e)  der  Speisen,  was  vielleicht  nur  ein 
schlechter  Kompromiss  zwischen  Hebr.  und  Gr.  ist.  —  pa  2S"| 
Gr.  outojc  (Lat.  et  vgl.  zu  VA,  20)  xotoo-'a  3'jVi-r^,  Syr.  und  das  Herz 
der  (oder:  des)  Weisen.  Aber  Hebr.  und  Gr.  sind  schon  wegen 
V.  25  im  Eecht.  —  2*2  ''a^'ao]  Gr.  Xoyouc  'bt'jozX:  (51,  5),  Syr.  die 
Worte  der  Frevler  (oder:  des  Frevels).  Aber  das  erscheint  als 
Erklärung,  ^f:';'C}2  drückt  dagegen  den  täuschenden  Schein  der 
Lüge  aus.  Die  Lesart  izi  in  a  klingt  wohl  nur  zufällig  an  Gr. 
Syr.  an. 

25.  2"p3?  2h]  vgl.  Jer.  17,  9  (Targ.  h'z:).  Gr.  xapot'a  aips^Xr^, 
Syr.  ein  verstecktes  (si^ci:)  Herz.  —  r\2^y  in"]  vgl.  Prv.  10,  10, 
zu  ]r\,  oben  13.  12,  und  zu  n2T;  38,  18  Hebr.  Syr.  Letzterer  hier: 
viel  ist  seine  Sorge  (nnci');  Gr.  Swasi  ao— /;y.  —  t:'''xi]  Gr.  y.y). 
avöpo)-oc.  —  p^ri)]  sonst  neuhebräisch;  vgl.  arab.  ^^ß*,'  eigentlich 
==  fest,  dann  tüchtig,  gewandt,  Gr.  -oXo-sipoc,  Syr.  KöTn.  — 
'2  n;2'ii'"]  d.  h.  er  wendet  den  Kummer  auf  ihn  zurück,  indem 
er  seinen  Anschlag  durch  Vorsicht  vereitelt.  Vgl.  zu  zh  in  per- 
sönlichem Sinne  zu  3,  26,  und  zu  2  die  Wendung  •)ii'S-i2  2'^n. 
Gr.  ungenau:  otvTc.-ooojasi  (Lat.  resistet)  au-m.  Syr.  schlecht:  er 
gibt  Acht  (hzpst:)  auf  dieses.  Er  dachte  an  zh  rttM  oder  las 
etwas  der  Art. 

26.  Hebr.  hat  den  Vers  mit  Unrecht  hinter  v.  23,  hier 
dagegen  eine  sinnlose  Variante,  die  aus  v.  23.  26  komponiert 
ist.  Im  Syr.  fehlt  v.  26  (wie  auch  v.  28),  aber  wohl  nur  des- 
halb, weil  er  an  seinem  derben  Inhalt  Anstoss  nahm.  —  12']  ist 
in  der  Variante  zu  n2J  entstellt.  Gr.  (zppsva.  Die  Worte  ent- 
sprechen formell  denen  von  v.  23  nicht  genau,  hier  handelt 
sichs  um  das  Subjekt,  dort  um  das  Objekt.  —  Gr.  für  b:  ia-i 
ok  b'ria-r^rj  y)'r;oL-rjo^  xpst'cfswy.  Das  ist  wohl  Freiheit;  er  wollte 
Yuv/-  nicht  wiederholen. 


Sir.  3(),  25  —  30.  325 

27.  nsinj  Gr.  Syr.  xvlÄo-  (vgl.  zu  11,  2).  —  S^S.t]  ist  an- 
zunehmen und  als  Hifil  zu  verstehen;  vgl.  hm  Job.  31,  26  u.  ö., 
sowie  pp'  37,30.  Gr.  iAc(puv£i,  wogegen  Syr.  r^z-i*:  :=  hhn\  —  c'jcj 
307  add.  avopoc,  Lat.  add.  viri  sui.  8yr.  schlecht:  ihr  Gesicht. — 
]^V]  Gr.  otvöpojTToo  (Sah.  om.);  py  icna  auch  45,  12.  —  irr]  vgl. 
39,  21.  34.  Syr.  |iJ^j;n.  Gr.  o-BrA'(t>.  (Lat.  superducit  desiderium); 
vgl.  36,  7.  —  Vgl.  26,  16  ff. 

28.  Syr.  om.  —  Die  Stellung  von  n>l  hat  wohl  rhythmischen 
Grund  (vgl.  zu  35,  7).  —  n2  ist  kaum  entbehrlich.  —  p^":  xci^] 
vgl.  Prv.  15,4.  —  Gr.  für  a:  zl  hvy  im  pMarr^;  ^Sj-r,;  {Co.  om.) 
ilzoi  xai  7rp7.u--/)c;  248  70  add.  x^l  Taste,  was  ursprünglich  oder  andere 
Uebersetzung  von  scio  ist.  Vgl.  Lat.  si  est  lingua  curationis 
(est)  et  mitigationis  et  misericordiae.  —  n'i^.f]  steht  da,  und  es 
ist  möglich,  dass  man  auch  so  aussprach.  —  ''320]  Gr.  xai}'  uloo:, 
wohl  =■  ''222,  was  vielleicht  vorzuziehen  ist.  —  Vgl.  26,  14.  15  Syr. 

29.  Gr.  für  a  frei:  6  xTcoti-svo;  YovzTxa  (Aeth.  Lat.  mulierem 
bonam,  Toi.  Sang.  Am.  om.  bonam)  h6.[y/y.ox  y-fpzoiz^  Syr.  am 
Anfang  deines  Erwerbes  ("j3''ip)  erwirb  ein  gutes  Weib.  Für  den 
Impt.  spricht  die  Parallele  Prv.  4,  7  (wo  mit  Lagarde  ]''2'p  oder 
dgl.  für  ni2:n  1'^  zu  lesen  ist),  aber  das  Partizip  ist  auch  in  der 
hebr.  Randlesart  (und  ebenso  auch  in  Cod.  D)  bezeugt  und  die 
dann  sich  ergebende  Konstruktion  gut  hebräisch.  Allerdings 
scheint  Syr.  in  b  Suffixe  der  2.  Person  gelesen  zu  haben,  aber 
Gr.  würde  schwerlich  in  a  das  Partizip  angenommen  haben, 
wenn  er  nicht  in  b  ein  Suffix  der  3.  Person  gelesen  hätte.  — 
rT'ti'Nn]  =  das  Beste  wie  Prv.  4,  7.  —  lifDJSl  liy]  Gr.  ßo-/)Hov  xaT 
auTov  =  hjj:  ^'v  Gen.  2,  18.  20,  wo  LXX  ebenso.  nyn^D  17  (R 
und  D)  ist  aus  Jer.  1,  18  eingedrungen,  aber  in  Cod.  B  ist  das 
ursprüngliche  n'y  erhalten.  —  Syr.  für  b:  eine  Hilfe  ist  sie 
nämlich  wie  du  und  eine  Säule  ist  sie  dir  gegenüber.  Das  führt 
vielleicht  auf  eine  schlechte  Lesart:  -[Ij::  moyi  "[Ij::  i'V-  —  ]V^*^] 
Gr.  ungenau:  avot-auaswc,  Lat.  ut  (Thielm.  del.)  requies  (nach 
Thielm.  =  Genitiv).  Vgl.  Mibchar  lia-peninim  p.  49,  19  ed.  Fi- 
lipowski:    .-[«Da  n'^^n  Ss  nun  .2rc  -cm  .nma  nti's  •phr^'2  i^ip  ciy 

30.  I^sd]  vgl.  zu  8,  16.  —  mj]  Syr.  STD,  Gr.  9f>ot7txoc 
(LXX).  —  lyD'!  das  Pual  kommt  im  Kanon  in  dieser  Bedeutung 
nicht  vor;    vgl.  zu  6,2.    —    cid]  Syr.  NaiD,  Gr.  xr?,;x7.;    vgl.  zu 


32ß  Sir.  3«,  23— 37,  lo. 

28,24. — -i:)  yjj  Vgl.  (ien.  4,  12.  14,  wo  LXX  cszivor/  x7t  tpsiiojv. 
Gr.  aT£va;2i  (106  Lat.  arsva^et)  TrXavojixevoc  (Lat.  egens  =  exgens). 
Vgl.  aber  auch  LXX  Nah.  3,  7  (axsv^Cstv  =  nij).  Syr.  "11201  üb: 
=  ein  Verbannter  (?)  und  Verjagter  (?).  —  Vgl.  Jes.  5,  5.  Prv. 
24,30.  31. 

31.  '«]  Gr.  Syr.  add.  yoco.  —  n;v  inJ2]  vgl.  1  Chr.  7,  4. 
Syr.  S'^SttS  Non  sihjS  =  dem  Jüngling,  der  einer  Gazelle  gleicht. 
Er  verstand  inJ  in  syrischer  Bedeutung  und  hatte,  falls  er  nicht 
ähnliches  las,  Cant.  2,  9  '2:ih  nn  non  im  Sinne,  wo  v.  7  ns3i:2 
und  v.  8  jSna.  Gr.  öuC^vco  lr^i'^-%.  LXX  setzt  X^jaxr^c  (auch  im 
Sing.  Hos.  7,  1)  für  i)i},  s-K'^voc  für  pSn  und  iJ^ion,  Aquila  da- 
gegen £'jC"->voc  (s'jCwvt'Ctü)  für  Tn:  (mj).  Uebrigens  ist  die  Krieger- 
schar gemeint,  griechische  Truppenabteilungen,  die  durch  das 
Land  zogen.  Der  einzelne  Räuber  zieht  nicht  von  Stadt  zu  Stadt.  — 
jSnanJ  Syr.  -\W  ',ni,  B  (308)  a'fo(XÄo;j.%,  248  106  155  £'fa/.Xo;x£v(;), 
die  anderen  (auch  Sah.)  rj/r,fy.}loixino  (Lat.  exsiliens).  —  |p]  vgl. 
14,26  und  Prv.  27,8.  Syr.  erklärend:  ein  Weib.  —  TJ^en]  Gr. 
X7.1  zotTctX'jovti.  —  2"ir]  wohl  =^  wo  er  sich  am  Abend  gerade 
befindet.  So  wird  1  Sam.  17,16  uad  neuhebr.  das  Hifil  gebraucht, 
aber  auch  das  Kai  hat  kein  Bedenken  (Jdc.  19,9.  Jes.  24,  11). 
Gr.  o'j/Car,.  —  Syr.  für  d:  an  dem  Orte,  da  er  gefunden  wird 
[nzn^:),  stirbt  er.  Wahrscheinlich  ist  moj  Fehler  für  mn:  =  wo 
er  sich  befindet,  übernachtet  er.  —  Kein  Weib,  kein  Haus;  vgl. 
Wellhausen,  GGN  1893,  445. 

37,  1.  "ran«]  Gr.  ecpiXiaaa  oLu-m  zayoj,  aber  7.ut(j>  steht  nur 
in  B  (308)  und  ist  Dittographie  von  xä-'o).  das  übrigens  Zutat 
des  Uebersetzers  ist.  Syr.  hat  für  sniK  Sd  (Gr.  irac  cpiV^c):  und 
zu  seinem  Freunde.  —  dhik  üu^]  d.  h.  er  ist  (nur)  der  Name  eines 
Freundes.  Erleichternd  Syr.:  dessen  Name  Freund  ist,  Gr.: 
ovo|xa-i  jxovov  (Anton.  723  om.)  '^iloq.  —  Vgl.  Prv.  20,6. 

2.  |n|  vgl.  zu  14,  1.  —  ma  ha  r^»]  d.  h.  wohl  nicht: 
dieser  Kummer  dauert  bis  zum  Tode,  sondern:  er  kommt  dem 
Tode  nahe,  er  ist  nahezu  so  schlimm  wie  der  Tod.  Vgl.  v.  30. 
Ps.  88,  4.  Gr.  Ivi  io^;  Oc/v^xou,  Syroh.  (253  23)  S*  B*  A  (308) 
lesen  svi  (Lat.  inest),  die  übrigen  (auch  Syroh. '"^''e)  [asvsi.  Syr. 
für  a:  und  (Ambr.  w  Maus,  welcher)  nicht  reicht  er  bis  zum 
Tode.    —   t^w:  j?ij  vgl.  zu  7,  21  und  zu  27,  16.     Gr.  ItaTpo;  xcd 


Sir.  M,  31—37,  4.  327 

zCkrjc.  —  r;£h  'zm\  vgl.  39,  27.  Gr.  tps-oji-övo;  (KSyroh.  Lat.  Plural) 
d;  3/;i)r>'zv  (70  307  A  254  155  296  308  Aeth.  i/ö.oov);  vgl.  6,  9. 

—  Syr.  für  b:  ein  wahrer  Freund  (sT.t^T  s^m)  wie  deine  Seele 
sei  dir.     Ob  er  r^h  zu  v.  3  gezogen  hat,  ist  unklar. 

3.  Syr.  für  a:  Feind  und  Böser,  wozu  sind  sie  geschaffen? 
Auf  alle  Fälle  hat  er  gekürzt.  Dagegen  Gr. :  to  Tcov/jpov  £vi>'Jtxr^|xot, 
~o{>ev  ivcxuXtaf)-/;;  (vgl.  27,  27,  Cod.  248  ix-j/a3i)r,c).  Recht  hat  er 
mit  der  2.  Person  gegen  TiiiriJ  des  Hebr.  Denn  wegen  b  kann 
weder  der  Verräter  noch  der  Verratene  in  Tniri:  Subjekt  sein. 
Der  einzelne  Verräter  kann  ja  auch  unmöglich  die  ganze  Erde 
mit  Treulosigkeit  erfüllen.  Also  ist  mri3  zu  schreiben.  Der 
Fehler  ist  wohl  aus  23,  14  (s.  d.)  eingedrungen.  Dagegen  ist 
der  Ausdruck  des  Gr.  rationalisierend,  Gott  soll  auch  nicht 
indirekt  als  der  Schöpfer  des  Bösen  bezeichnet  sein.  Indessen 
hat  Lat.:  unde  creata  es.  Das  kann  auf  Gr.  II  zurückgehen, 
aber  svsxuXiailr^s  kann  auch  Korrektur  sein  für  hrJai)r^:,  die  durch 
Verdoppelung  des  vorhergehenden  £v  nahegelegt  war.  Mit  TnÄlJ 
fällt  1ÖS''  (■.':isiJ')  als  aus  v.  1  eingedrungen.  Ursprünglich  stand 
da  yi  ir  '')n,  woran  nrj):  anklingen  sollte.     Vgl.  betr.  £vi>'j[x-/;;x7. 

—  ir  27,6  und.  zu  17,31.  Vielleicht  las  Syr.  noch  ähnlich  (nif). 
Gemeint  ist  die  Heimtücke  des  falschen  Freundes,  die  überall 
in  der  Welt  ihr  Wesen  treibt.  —  ühüh]  Syr.  erleichternd :  wenn 
nicht  um  zu  füllen;  Gr.  xaK-j-Vai  (vgl.  zu  16,30).  —  hzn  ''Jo]  Gr. 
c-/jfiav  (vgl.  zu  39,  22),  Syr.  die  Erde.  —  n'ann]  Gr.  sv  orAiorr^xi 
(Lat.  malitia  et  dolositate  illius);  Syr.  frei:  i<h))}i  xiij?  (Werke 
des  Frevels). 

4.  Gr.  für  a:  £-7.1,00;  cpiXou  (248  70  Lat.  wie  v.  5  'z^Cuo, 
307  155  'ftXoc)  £v  (106  om.)  s'Vfpos'jvrj  rfiz-7.1  (307  iot-ai  vgl. 
30,  19,  248  auvoiatxa  (Co.  add.  iv)  sOcppos-W,,  Lat.  coiucundatur 
in  oblectationibus).  Er  verstand  >na  falsch,  (Syr.  richtiger:  tt'"'a), 
übrigens  umschrieb  er.  —  "fh^:^  ^x  I2''2i2]  vgl.  zu  40,  29.  Syr.  frei 
(wegen  b):  xmncS  n'^ipi.  —  (nj,'2)  nr^i]  Gr.  Syr.  xod  (Am.  om.  et)  £v 
x7.if>(o.  —  löj?^  i::f2]  vgl.  V.  9.  2  Sam.  18,  13.  Abd.  11.  Gr.  hzon 
(vgl.  zu  5,  14)  7.7r3V7.v-i.  Es  heisst  aber:  er  tritt  fern.  Auch 
2  Sam.  18,13  ist  der  Sinn:  oder  ich  hätte  um  den  Preis  meines 
Lebens  (vgl.  1  Reg.  2,  23)  Verrat  (gegen  den  König)  geübt,  und 
nichts  wäre  dem  König  verborgen  geblieben,  und  du  wärest  fern 
getreten  (=  hättest  mich  im  Stich  gelassen). 


328  Sir.  36,  23—37,  15. 

5.  Syr.  (gut  ist  der  Freund)  las  vielleicht  am»  21K;  sodann 
lässt  er  n*  dj;  aus.  Gr.  hat  für  a:  k-r/ipo;  '^Om  (2H  155  cpt'Xoc) 
G'jtx-ovör  /ctptv  "j'aarpoc.  Das  ist  mit  Hebr.  nicht  zu  reimen,  passt 
aber  auch  nicht  zu  b.  Es  scheint,  dass  (iy.  wie  am  Anfang  so 
auch  am  Schluss  von  4a  beeinflusst  ist.  Vielleicht  ist  Text- 
verderbnis im  Spiel  bei  ihm  selbst  oder  schon  in  seiner  Vorlage. 
Sonst  könnte  man  cro'xTroysr  mit  der  Variante  bm:  kombinieren 
wollen.  Aber  der  hebräische  Text  scheint  in  Ordnung  zu  sein. 
—  nj:i|  Syr.  (Ir.  hyyxi  (248  Sah.  Lat.  praem.  /.'■/(}.  —  C'j;]  neu- 
hebr.  (aram.)  ist  nj?  =  yj,  das  Wort  ist  wegen  47^  7  vgl.  1  Sara. 
28,  16  nicht  anzufechten.  Syr.  srm'^j;^,  Gr.  -o/itxo'j  (248  Lat. 
richtig  TToXsixiou).  —  p"'in''J  vgl.  Ps.  35,  2.  Gr.  Xr/j^öxat. 

6.  nzu^r]  Syr.  schlecht:  nnt^n.  —  T2n]  Gr.  'ftXou,  Syr.  sam; 
vgl.  20,  23.  22,  20.  27,  17.  29,  10  Syr.  —  2-ip2]  =  im  Kriege. 
Gr.  [iv  T-(J  '];u/f,  sou),  Syr.  (s:"np2)  verstanden  falsch.  —  in:::;nj 
Gr.  verdeutlichend:  a|xvrj;xovsuT(j;  aSj-oo;  Syr.  'riTaSi^'n,  was  falsche 
Ausdeutung  sein  kann.  Vgl.  Gen.  39,  6.  —  "jS'rK'nJ  d.  h.  wenn 
du  Beute  machst.  Gr.  sv  •/[>v;;x73''  a^u.  Vielleicht  las  oder  riet 
er  l^^z;  Syr.  scheint  sich  ihm  anzuschliessen  mit  "[H'^d;. 

7.  T  Ppr]  könnte  heissen  ..er  meldet  sich  zum  Wort" 
(vgl.  im  N.  T.  und  klassisch  xa-^aststv  -r,  /£if>'')-  Aber  es  handelt 
sich  hier  um  keine  Volksversammlung,  sondern  um  privaten 
Verkehr.  Auch  ist  im  Folgenden  und  v.  9  vom  Wege  die  Rede. 
Deshalb  ist  nach  Jes.  13,  2  zu  erklären:  „er  zeigt  einen  Weg." 
Gr.  £;o!i'fysi  (Lat.  prodit  :=  s^epct  23  296)  [iJo-j^v.  Er  setzt  33,  3. 
47, 4  ir.rf.ipoi  für  ?i''3n,  auch  steht  6, 2  [■ioulr^  für  T.  Aber  er 
versteht  wohl:  „er  schwenkt  den  Rat"  im  Sinne  von  „er  bietet 
ihn  dar."  Hin  nwx  ist  Erklärung.  —  Syr.  willkürlich:  jeden 
Ratgeber  siehe  an  ("•in),  aber  es  ist  ein  Rat,  der  schön  gemacht 
ist.  —  vh';  "jn]  d.  h.  einen  Weg  gemäss  ihm  d.  h.  nach  seinem 
Interesse,  yh  hii  ist  wohl  Fehler  für  vha.  Gr.  nur:  zk  aau-ov 
(Lat.  in  semet  ipso).  —  Man  hat  mit  Recht  verglichen:  Trn  ""»m 
im  'zh  ]'>'rna  (Derech  Erez  zutta  8),  aber  das  ist  =  B.  Sanh.  76  b. 

8.  |*j?re]  Syr.  add.  einem  frevelhaften  (x'riy);  Corb.  Toi. 
add.  malo.  —  jj'e:  ^t:k'J  vgl.  35,  23.  —  i:m  ne]  d.  h.  was  sein 
Vorteil  ist;  vgl.  zu  15,  12.  Syr.  was  er  erstrebt  (sys);  vgl.  z.  B. 
Syr.  zu  38,  1.  —  rrn"  ri'Zjh]  Gr.  s7.'jt(o  (Syroh.  nSi  ys  =  <«?  iauTw?) 
pouXs'jss-cd  (12,16).  )'^^ih  schlägt  auf  a  zurück.   Lat.:  animo  suo 


Sir.  87,  5— Hb.  ;V29 

cogitabit;  vgl.  zu  18/23.  Zu  "itt'cjS  vgl.  Ps.  40,18,  zu  iti'c: 
Mal.  3,  16.  Syr. :  n^zii,  wozu  man  vielleicht  iv  kau-io  (S  157) 
vergleichen  darf  (s.  aber  z.  3,  7).  —  '^IC  vSk  n*  no':]  darf  man 
nach  V.  7.  Ruth  3,8  wohl  erklären:  wozu  soll  es  nach  ('7s  ^  Sy) 
seinen  Wünschen  gehen!  Zu  Grunde  liegt  natürlich  das  Bild 
des  Lesens.  Gr.  jj-r^-o-e  (8,  1)  ßaXy]  s-1  aol  xXyjpov,  Lat.  ne  forte 
mittat  sudem  in  terram.  Herkenne  setzt  sudem  =  cjxäXov.  Viel- 
leicht las  Gr.  h'^'  ^^'^y  (vgl.  Job.  6,27.  1  Sam.  14,42),  aber  das 
besagt  nach  v.  9  zu  viel.  Dasselbe  gilt  von  Syr.  (der  vielleicht 
vom  Gr.  beeinllusst  ist):  damit  er  nicht  werfe  auf  dich  bösen 
Schaden  (sti^^s  N*:in). 

9.  "[2"n  mtto]  =  Syr.  "[nns  M  snxü  so.  Im  Kanon  geht  die 
Zusammenziehung  von  na  mit  dem  folgenden  Wort  nicht  so  weit 
wie  hier.  Gr.  nur:  x7.Xr,  v;  600c  aoo.  —  ijja  cpi]  Gr.  xal  atr^ssioti 
iz  EvotvTi'ct?;  vgl,  zu  v.  4.  —  -t^n]  vgl.  zu  4,  29.  Syr.  deine  (an 
deiner)  Schande  {y^V^',  vgl.  41,6  Gr.).  Gr.  xo  au[i.j3-/i(36p,£vov  am. 

10  steht  in  248  70  Lat.  vor  v.  7,  248  wiederholt  ihn 
hinter  v.  9.  —  y^n  nv]  im  Cod,  B  stand  ein  ganz  anderes  Wort, 
aber  "["an  wird  ursprünglich  sein,  Gr.  [xsta  roo  UKoßXsroixsvo'j  at 
(70  3o'j),  Lat.  cum  eo  qui  tibi  insidiatur.  Gr.  dachte  wohl  an 
aram.  xan  (=  sehen;  vgl.  zu  43,1),  und  es  ist  sehr  wohl  denkbar, 
dass  man  nm  im  Sinne  von  py  (1  Sam.  18,  9)  gebrauchte. 
Dagegen  Codd.  Sang.  Corb.  Theoder. :  cum  socero  tuo  (wohl  = 
Gr.  II).  Aber  der  Schwiegervater  des  Mannes,  der  aram.  freilich 
auch  üfin  (hebr.  |nn)  heisst,  gehört  nicht  hierher.  Syr.  verstand 
das  Wort  nicht,  er  setzt  njfsi  "Won  für  xjpjsai  ym  ny.  Ich  habe 
das  Wort,  das  auch  rpn  gesprochen  werden  könnte,  früher  mit 
dem  arabischen  <J^4.=>  (=  unzuverlässige  Führer)  verglichen.  Aber 
dies  Wort  ist  im  Arabischen  unsicherer  Bedeutung.  Sodann  spricht 
das  Fehlen  eines  Suffixes  in  sjpjsa  (Gr.  add.  as)  dafür,  dass  in 
-'an  ein  Suffix  steckt.  Namentlich  wäre  aber  ,, unzuverlässig" 
zu  schwach.  Uebrigens  ist  wpa  hier  der  gegenteilig  Interessierte. 
—  TiD]  Syr.  ya-i,  Gr.  ßouX-Z^v;  vgl.  zu  6,  6.  8,  17. 

Hab.  Lat.  praem.  cum  viro  irreligioso  (al.  religiöse) 
tracta  de  sanctitate  et  cum  injusto  (al,  justo)  de  justitia.  —  hy 
nmy]  Gr.  T.z[A  (B  om.)  7.vTtC/,Xoü  «u-r,?;  vgl.  zu  25,11.  26,6.  Der 
Sinn  wird  sein:  wegen  einer  zweiten  Frau,  die  du  zu  ihr  hinzu 
nehmen  willst.   Syr.,  der  es  mit  der  Monogamie  zu  halten  scheint: 


damit  du  nicht  mit  ihr  die  Ehe  brichst  (tTTiJn).  —  Für  b  hat 
8yr. :  und  mit  dem  Feinde,  damit  du  nicht  kämpfest.  Er  drückt 
wie  Gr.  (Ttept  -o/i;xoL))  das  Suffix  in  in^nSo  nicht  aus.  Aber  diese 
Lesart  ist  f^egen  non'?.^  des  D  durch  das  freilich  schlechte  rc?:': 
des  D  und  namentlich  durch  nnii:  geschützt.  Es  handelt  sich 
allerdings  um  das  eigene  Tun  (anders  nur  in  inrxS;:),  aber  ent- 
sprechend dem  nni';  bedeutet  ir^nSa  wie  46,  6  den  Krieg  mit 
dem  Vorhergenannten.  Fast  immer  hat  der  Genitiv  nach  n^rhü 
diesen  Sinn.  Also  ist  «i-s-a  os-aoO,  das  Gr.  für  ma  setzt,  falsch. 
In  "110  und  ruipa  wirkt  die  Konstruktion  von  10b  nach  wie  in 
a  c  e  die  von  10a.  Im  Weiteren  fallen  beide  Präpositionen  fort. 
Gr.  las  etwa  "[lo  (vgl.  Dt.  20,8).  Gemeint  ist  aber  ohne  Zweifel 
der  Kriegsfeind,  es  ist  deshalb  liö  herzustellen  (vgl.  v.  b). 
Ebenso  läge  die  Sache  übrigens  bei  der  Lesart  nf:rhü.  Nicht 
erklären  kann  ich  iDl'^a. 

11  c  d.  B*  k  Syr.  praem.  y.o.(.  —  Entsprechend  dem  "Cfi« 
(Gr.  T.rAazM:),  das  wie  Lev.  25,  27.  29.  50  das  Verkaufen  bedeutet 
(anders  42,  5),  muss  hinter  [ijunn  im  Nomen  ijno  (=  Kaufeu) 
stecken;  vgl.  aram.  snjnö  bei  Levy,  übrigens  ijn  (Kaufmaon) 
42,  5.  Gr.  TTspt  ixz-rx^rjKrx;  (23  S  157  [x£-aßoXrp:,  70  T^aijcr^irj^;).  — 
TOipoi]  Gr.  xott  as-a  ^zYopcz'ovtoc.  —  Syr.  hat  schlecht:  und  mit 
dem  Kaufmann  wegen  seines  Handels  (nnriiST)  und  mit  dem  Ver- 
käufer (W33ia)  wegen  seiner  Ware  (n32"). 

11  ef.  j?i  li*"«  üv]  Syr.  oder  mit  einem  Frevler  (x'riy). 
Nach  Gr.  [xe-ca  (307  praem.  xa-'j  [ias/cavoo,  Lat.  cum  viro  (Toi.  om) 
livido,  scheint  l""}?  ausgefallen  zu  sein  (vgl.  14,  3).  Indessen  könnte 
Gr.  den  Ausdruck  auch  willkürlich  specialisiert  haben.  —  SöJn  hii 
lün]  vgl.  SiöJri  Ps.  116, 12.  nnn  mS^oj  ist  targumisch  und  neu- 
hebräisch. Vielleicht  ist  das  eine  Korrektur,  die  das  Missver- 
verständnis  SiöJn  Sn  abschneiden  soll.  Gr.  Tispl  s-j/aptart'^c,  was 
er  als  Gunsterweisung  verstanden  haben  muss.  Syr.:  zu  tun 
was  schön  ist.  —  nirx  dj?i]  Gr.  xal  [x;t7.  ävsXcT^txovoc,  wonach  Syr. 
N!2m  rh  n'hi  dj?i  (vgl.  zu  13, 12).  —  iii';  2rc  hv]  d.  h.  wegen  des 
Glückes  von  irgend  welchen  Menschen.  Gr.  frei:  Trspl /pr^a-or/Jstac. 
Syr.  zu  tun  P)armherzigkeit.  Lat.  add.  et  cum  inhonesto  de 
honestate. 

11  gh.  siK^  ^vicj  vgl.  hviz  19,1.  Gr.  [xEia  o/vr^po-:,  Lat.  cum 
operario   agrario  (Sang.  agri).     Herkenne   vermutet  danach    [xsta 


Sir.  37,  Uc— 12.  33  J 

ipYa'-o'j  «YpoO,  wobei  cJ-YpoO  aus  ap-j-o'}  verderbt  und  dies  aus  i 
eingedrungen  wäre.  Jedenfalls  dürfte  Ip^aTou  im  Gr.  einzusetzen 
sein  (vgl.  19,  1.  40,  18).  Syr.  und  mit  einem  Tagelöhner  («t:s), 
welcher  lügt  (Sjnoi  =  y^if  vgl.  r:^  in  D).  —  inrN^a  hv]  Gr. 
-z[A  -avToc  spYO'j.  —  njti>  Trii>]  Gr.  xczl  (S*  Iv  Lat.  om.)  [xsxa  ixiailioo 
acpsa-iou;  so  liest  B.  dagegen  Syroh.  (253  23)  icßiCJnou,  S*  C 
(155  308)  sirsaitou,  die  übrigen  (307  om.)  richtig  mit  Lat.  i-tidou 
(vgl.  Dt.  15,  18  LXX).  Syr.  x'^iy  Nn^:s  nv)  =  i^w  T:ii^.  —  hv 
^1)  KixJ  d.  h.  das  Hinausgehen  der  Saat,  nl.  auf  den  Acker 
(umgekehrt  nxinn  =  Ernte).  Das  war  nach  u.  St.  der  Termin, 
zu  dem  die  auf  ein  Jahr  gemieteten  Arbeiter  frei  wurden.  Sie 
blieben  aber  keinen  Tag  länger  als  sie  mussten  (Jes.  16,  14), 
Gr.  frei:  -spl  auvTs^s-'ac  (Lat.  add.  anni).  Syr.:  nicht  flicht  (TiUpn) 
Geheimnis  d^iüi  =  n  vgl.  j;i  in  B). 

11  ik.  Hebr.  om.  —  Syr.  für  i:  und  mit  einem  Sklaven, 
welcher  sucht  (Nj?m)  zu  unterdrücken  (ch'ctih)  seinen  Herrn  (mtiö'?). 
Danach  darf  man  vermuten:  (n*)  '^n:  p\i>v  hv  h'j';  nnj;  =  mit  einem 
faulen  Sclaven  wegen  grosser  Mühe.  Vgl.  bm  poy  40,  1,  noS 
ip^^v  71217)  11,  10.  Syr.  verstand  p^y.  In  oixsr(j  wechselt  Gr.  die 
Konstruktion  in  Rücksicht  auf  k.  —  Syr.  für  k:  nicht  sei  ihm 
Mann  (Sj?n)  des  Rates.  Dem  Zusammenhang  würde  entsprechen: 
nicht  seien  sie  dir  Männer  des  Rates.  xVber  die  2.  Sing,  ist 
auch  durch  Gr.  bezeugt,  byi  (6,  6)  war  wohl  verderbt  aus  h2l 
{tzc[j(  =  2  11,9.  41,2).  Uebrigens  hat  C:  iid  -Arq  a'jijtßou^'cf, 
Lat.  in  omni  consilio.  A  om.  rAar^:.  Gr.  setzt  sr.s/siv  meist  für 
nan,  5,  1  für  p?i>j,  aber  31,2  hat  Syr.  |0M  =  psn;  vgl.  v.  13. 
Also  Gr.  vielleicht  =  C2  |oxn  hii. 

12.  "[K]  Syr.  om.,  Gr.  7.U'  r,  (44,  10),  Lat,  sed  (Toi.  Sang. 
Theodor.  Aug.  spec.  om.).  —  Der  Fehler  c>?  zog  tf>''  für  ti>'N  nach 
sich.  —  Gr.  verkannte  Ten  inzti  (=  Prv.  28,  14  vgl.  oben  18,  27): 
jxcxa  avopoc  suorsßoo?  iwzU/i'U,  wonach  Syr.  IfiV  ri''in  Sp''1i  Slt'JS  DJ?. 
—  n)^^]  Gr.  ivtoXotr  (308  ivToXr^y,  248  Syroh.  add.  xuptou);  vgl. 
zu  15,  15.  Lat.  timorem  dei:  vgl.  zu  1,  26.  —  Syr.  für  b:  welche 
sich  fürchten  zu  sündigen  vor  Gott;  vgl.  zu  28,  6.  Gr.  oc  sv  rTj 
'liu/fj  (4,  17)  aiixrjo  (70  Sah.  Lat.  o?  icr-iv  y;  -^u/tj  «-j-ol»)  =:  i?:'K 
133^3  d.  h.  der  dasselbe  will  wie  du.  Vgl.  aber  betr.  cj;  auch  zu 
38,  23.  —  Syr.  für  c :  und  deren  Herz  gleicht  deinem  Herzen 
(aber  w  Maus.  ■[3':  oy).  —  '^li^rnj  Gr.  T-y.h■r^:  (70  ~i:sr^;),  Lat.  add. 


332  Sir.  3ß,  2;3— 37,  15.     37,  16—38,  23. 

in  tenebris.  —  Nach  Gr.  awc/l-cr^av.  (23  a'jv7./,/,73'.)  ao».  ist  "2  "iry 
(Nifal)  anzunehmen,  woraus  sich  die  Varianten  leicht  ableiten 
lassen.  Das  Nifal  ist  so  allerdings  nicht  belegt,  aber  unbe- 
denklich anzunehmen.  —  .Syr.  für  d:  und  wenn  er  dir  übeltut, 
seiner  Seele  übeltut,  und  wenn  er  dir  wohltut,  seiner  Seele  wohltut. 

13.  pnj  Gr.  schlecht  a-a^w/  =  pn  (47,  9).  —  Lat.  füi-  a: 
(et  cor  boni  consilii  statue  (tecum).  Die  Herstellung  in  b  nach 
Gr.  ou  ';a.p  s3T''v  3oi  -'aToxcfyoc  7.'jty;:,  Lat.  non  est  enim  tibi  aliud 
(Am.  alius)  pluris  (al.  plus,  Am.  fidelior)  illo.  —  pc«]  vgl.  den 
Plural  Ps.  12,  2.  32,  24.  —  Syr.  ganz  abweichend  für  v.  13: 
denn  seine  Treue,  die  macht  leben,  und  auch  treu  ist  er  wie 
du.  —  Vgl.  Alfab.  Sir.  I  pi2K^n  ah  -[Si^c:  r\)2'hü)  "jS  p,T  p'^Sa  pi:». 

14.  zh]  Gr.  'loyr^  (Y.  12)  -(dp  (23  70  Lat.  om.).  —  ]i^m] 
Gr.  ay?jrjrj;  (s.  z.  14,  1);  Lat,  viri  sancti.  —  rnvT^  rr]  Gr. 
dTraYYsXXsiv  sv'oTc  siojOsv,  157  add.  to  dÄ-/)i>3c,  106  '°*''^'-  zu  ot-ot-'-'eX/.siv : 
TOüTstJTiv  dXr^&iyd.  In  der  Vorlage  des  Lat.  war  si'cuDsv  wohl  durch 
dXriDivd  verdrängt:  enunciat  aliquando  vera.  Gr.  dachte  übrigens 
an  nr^*  =  Stunde,  Zeit,  und  das  ist  jedenfalls  der  Sinn.  Nur 
heisst  nv^  neuhebr.  auch  Glück  und  Unglück,  und  namentlich  die 
rechte  Zeit  etwas  zu  tun,  und  die  Lebensweisheit  besteht  darin, 
zur  rechten  Zeit  zu  handeln.  In  b  werden  Astrologen  (das  be- 
deutet hier  c^cii')  gemeint  sein,  an  die  sich  damals  wohl  auch 
Juden  wandten.  Ob  die  Form  vnTV^  richtig  ist,  steht  dahin. 
Anderen  Sinn  hat  das  Wort  38,  25.  Man  erwartet  hier  ?mr>^. 
Syr.  freut  sich  («im  =  St)  an  seinem  Wege  (=  Tn'h^2U^?);  vgl. 
V.  15.  —  nciro  ha]  Gr.  i-\  [xsTstopou  xa^r^jxsyoi  (248  S  Lat.  xoti). 
£-1  txs-.)  37:1  a/.o-r^c.  Wahrscheinlich  hat  er  mit  s-l  us-sojpou  (22,  18) 
und  i-\  axo--7jC  nziiiii  Sj?  doppelt  ül)ersetzt,  xaf>-<-|xEvoi  dürfte  eben- 
falls Zutat  sein.  —  Syr.  für  b :  mehr  als  der  Reichtum  (=  nyaK>?) 
der  Welt  {üh)V  :c^cii*?j,  welcher  nicht  nützt  CiS^'  :]'^?).  —  Vgl. 
Prv.  26,  16. 

15.  n'^K  h2  DJ?l]  Gr.  xotl  km  raai  toutoic;  vgl.  hv  35,  13,  ÜV 
beim  Syr.  18,  11.  29,  8.  23.  —  B  inj?,  R  und  D  inyn;  vgl.  das  Hifil 
38,  14.  —  ha]  Gr.  u.^icfxoc  (4,  10).  —  im]  vgl.  38,  14.  Gr.  Tva;  vgl. 
38,  14.  45,  24.  47,  13.  —  "i^nj^if]  D  inj?^,  was  vielleicht  auch  B 
meint;  vgl.  Jer,  10,23.  Prv.  16,9.  Ps.  37,23.  Prv.  20,24.  Gr. 
(und  nach  ihm  Syr.)  ttjv  ooov  soo. 


Sir.  37,  13— 18a.  333 

XVI.     37,16  —  38,23. 

Wort  und  Nachdenken  bedingen  alles  (gedeihliche)  Tun, 
Weisheit  und  Torheit  bringen  Gutes  und  Böses,  Leben  und  Tod, 
Gewalt  über  das  Schicksal  der  Menschen  hat  aber  die  Zunge 
des  Lehrers  (v.  16 — 18  =  3  Disticha).  Wohl  dem,  der  die 
Weisheit  für  sich  selbst  anzuwenden  weiss!  Aber  noch  besser 
wer  andere  und  sein  ganzes  Volk  mit  ihr  beraten  kann  (37,  19 — 26 
=  1.  2.  2.  3)!  Krankheit  kann  durch  Selbstbeobachtung  und 
Massigkeit  vermieden  werden  (v.  27 — 31  =^  2.  2.  1).  Uebrigens 
soll  der  Kranke  die  ärztliche  Kunst,  die  von  Gott  den  Menschen 
gegeben  ist,  nicht  verabscheuen  und  sie  neben  dem  Gebet,  der 
Bekehrung  und  dem  Opfer  zu  seiner  Rettung  aufbieten  (38,  1 — 15 
=  3.  3.  2.  I  3.  3.  1.).  Den  Toten  soll  man  beklagen  und  ehren- 
voll bestatten,  sich  aber  nicht  lange  der  Trauer  hingeben,  die 
nur  den  eigenen  Tod  beschleunigen  kann  (v.  16 — 23  =  5X2). 
Der  Abschnitt  37,  27 — 38,  23  umfasst  im  Ganzen  30  Disticha. 

16.  Cod.  155  "'^'"s-  praem.  -zrA  ta-pwv  dosX'foi  (sie).  —  Syr. 
hat  für  V.  16.  17:  vor  den  Menschen  und  vor  allem  und  jedem 
fmo  h2  cyi)  der  Herr  hat  geschaffen  alles.  Auch  Lat.  verähnlicht 
V.  16a  mit  b:  ante  omnia  opera  (al.  omnem  operam)  verbum 
verax  praecedat  te  et  ante  omnem  actum  consilium  stabile.  —  "imj 
R  und  D  laso;  vgl.  3,  8.  —  Für  ti^xn  ist  nach  Gr.  (xcd  -po)  mit  R 
(und  D)  'i^h)  zu  lesen.  —  hv)^\  Gr.  Trpacsoj?;  vgl.  32,  24.  —  nnti^na] 
Gr.  ■^rjulr, ;  vgl.  Syr.  24,  29.  —  Das  aramaisierende  SM  verbietet 
die  Worte  als  Mahnung  zu  verstehen  (vgl.  35,  19).  Es  ist  aber 
nicht  zu  streichen  (vgl.  zu  14,  9). 

17.  18a.  Da  V.  18a  nähere  Bestimmung  zu  v.  17  b  ist,  müssen 
V.  17.  18a  b  Einen  Satz  bilden.  Denn  v.  18b  kann  nicht  von  v.  18a 
getrennt  werden.  Auch  Gr.  hat  so  verstanden:  v/yoq  aXXoituas«)? 
xapotVy;  (B*  S*  13  70  Sah.  xocpoia,  248  /apac,  248  155  C  (?)  add. 
TrpoaojTTöv  nach  13,  25.  26)  xiaaapa  \dpri  avatsAAsi.  Lat.  verbum 
(=:  Xo^o??)  nequam  immutabit  cor,  (ex  quo)  partes  quatuor  oriuntur. 
Aber  dva-ikkzi  ist  transitiv.  Gr.  setzt  i/vo?  14,  26  für  napj?,  42,  19 
für  yn,  er  las  aber  wohl  nspy,  da  er  an  13,  26  erinnert  wurde. 
Festzuhalten  ist  daher  mpj?  =:  Plural  von  y)i ,  das  Lev.  25,  47 
im  Sinne  von  Sprössling  vorkommt  (aram.  yv,);  hier  ist  die  Grund- 
bedeutung   „Wurzel"   anzunehmen.      Auch    für   mSlDnn   las    Gr. 


334  Sir.  87,  16—38,  28. 

vielleicht  anders  (nis"''7nn?),  er  dachte  an  die  Verschiedenheit  der 
Denkweise  und  des  Schicksals.  Für  ranit'  ist  das  aramaisirende 
c'"C''2'W  kaum  vorzuziehen,  es  bedeutet  wie  neuhebr.  t£2t:'  Ranke, 
Rebe,  Zweig  ((Jr.  frei  i-iip^).  Statt  der  vier  Zweige  liätte  man 
ebenso  gern  zwei,  aber  ^m  3ii2  sind  moralisch  gemeint. 

18b  c.  Vgl.  36,14  und  Prv.  18,21  {]wh  T3  mal  D^^n).  — 
Gr.  Syr.  drücken  das  T  vor  c""'n  nicht  aus,  Iq  248  fehlt  x^i'  auch 
vor  xoty.ov  und  vor  i)av7.Toc.  —  ^''Sr  ü2  rhu>)f2)]  Gr.  xotl  (Syroh. 
248  70  106  307  157  A  C  55  155  add.  r^)  xupisüoüaot  ivosXsytuc 
(307  om.)  auTuiv  (248  70  296  C  Lat.  «ot.  svo.).  Zu  S^S:  vgl. 
45,  14.  Jes.  2,  18.  —  Syr.  für  b  schlecht:  und  wer  Gewalt  hat 
über  seine  Zunge  wird  gerettet  vom  Uebel.  Gemeint  ist  die 
Zunge  des  Lehrers,  die  die  Herzen  regiert. 

19.  u^"*]  vgl.  zu  4,21.  —  c:n]  Gr.  dvrj.o  (Syroh.  253  om., 
s.  z.  3,  17)  -otvoupYoc.  Er  setzt  dies  Wort  (wie  öfter  LXX)  für 
D:n,  \veil  aocpo?  ihm  hier  nicht  zu  passen  schien  (vgl.  Syr.  zu  21,  20. 
21, 11).  —  D:m  ü'yh]  Gr.  -koX/.öjv  (B  (308)  praem.  xai')  -aiSsuT-/;? 
(vgl.  zu  V.  23).  Das  Nifal  von  D:n  ist  sonst  nicht  belegt,  aber 
natürlich  unanfechtbar  (=  sich  als  weise  bezeigen),  entsprechend 
dem  Ski:.  Er  ist  auch  v.  22  nach  D  und  v.  23  nach  R  anzu- 
nehmen. —  l^zih)]  Gr.  T-rl  Irjirj.  '^y/r^  (ebenso  v.  22).  —  Ssii]  Gr. 
ungenau:  a:/[jr^a-rj<i  (23  -/[jr^a-rjc,  Lat.  Dubl.  suavis,  Am.  insuavis); 
vgl.  16,  1.  Syr.  schlecht  für  v.  19:  jeder  (w  Maus,  praera.  und), 
der  weise  ist  in  seinem  Denken,  der  ist  ein  Tor. 

20.  tt^'l]  Gr.  om.  ),  Syr.  es  ist  nämlich  (tj).  —  Gr.  ver- 
bindet T\212  mit  Dsn:  sstiv  ao'fiC''V-'">?  ^'''  aoyoi?  (Syroh.  add. 
xotQ  [it(3-/;To?  (vgl.  zu  20,  5),  Lat.  qui  sophistice  loquitur  odibilis 
est.  Richtig  Syr.:  welcher  weise  und  in  seinen  Reden  verhasst 
ist.  —  Gr.  für  b:  ouxoc  (C  praem.  xat)  Traar^c  Tf/o'fT);  xotOos-sprjCrsi, 
Lat.  in  (al.  hie)  omni  re  (?)  defraudabitur  (vgl.  zu  14,  14).  248 
70  Syroh.  253  23  S"  106  157  lesen  schlecht  ary^ia;  für  -[jry^r,; 
(nach  V.  21),  dagegen  Sah.  richtig  ^rvucpr^  (=  Jijj?n).  Derselbe 
Fehler  findet  sich  41,  1  (vgl.  zu  11,  27).  Dem  neckischen  Zu- 
fall, dass  xpocpr^c,  das  bei  Sirach  freilich  nicht  vorkommt,  dem 
'72S0  entsprechen,  und  also  :'y;r\  '^rsö  =1  ipry^Tjc  +  -p'^^r^:  sein 
könnte,  steht  die  Aehnlichkeit  von  '::ni3  mit  Sra  gegenüber.  Allem 
Anschein  nach  ist  Sdxo  schlechte  Dittographie  von  ^:ia  (vgl.  v.  28. 
29  Syr.).    Uebrigens  könnte  der  Fehler  schon  dem  Gr.  vorgelegen 


Sir.  37,  18b-23.  335 

haben,  so  dass  -po^pr^?  Tpu'fr^c  bei  ihm  zu  lesen  wäre.  Vgl.  den 
ähnlichen  Fall  20,  13.  Jedenfalls  ist  i'oyn  ^:Sö  sachlich  unmög- 
lich, da  die  Schriftgelehrten  jener  Zeit  keine  blossen  Schmarotzer 
waren.  Dagegen  ist  :i:j;n  =  Lebensfreude  in  weitestem  Sinne 
(vgl.  V.  24).  —  Syr.  für  b:  und  von  jeder  Ehre  hält  er  zurück 
(sS:)  seine  Seele.  Das  ist  entweder  willkürliche  Uebersetzung 
von  V.  20b  oder  aber  Wiedergabe  von  v.  21b. 

21.  Hebr.  Syr.  om.,  wohl  wegen  der  Aehnlichkeit  von 
V.  20b  mit  v.  21b.  —  Lat.  om.  yotp,  aber  Am.  Saug.  Corb. 
Theoder.  haben  enim,  das  auch  in  b  für  o-t  steht.  —  /.^'p^?]  vgl. 
zu  20,  19.  21,  16.  —  ao'-pi'otc]  passt  nicht.  Man  erwartet  „Frucht  der 
Weisheit"  oder  „Ehre"  (ni3:);  vgl.  Jljyn  und  1)23  v.  24.  26,  jm  m32 
4,  21,  ferner  zu  iaispr^a-zi  Vi^  7,  21,  und  überhaupt  Ti2Da  mn"  •]yJO 
Num.  24,11.  Syr.  hat  auch  7,21  ah2,  und  es  ist  deshalb  nicht 
unwahrscheinlich,  dass  er  (s.  z.  v.  20)  den  ursprünglichen  Wort- 
laut von  V.  21b  erhalten  hat. 

22.  Den  beiden,  die  die  Weisheit  für  sich  und  andere 
nicht  zu  verwerten  wissen  (v.  19 — 21),  werden  zwei  gegenüber- 
gestellt, die  das  verstehen  (v.  22—26).  —  Syr.  stellt  v.  22.  23 
unif  —  Gr.  für  a:  scr-i  aocpo;:  --(^  loia  '{/u/y]  (v.  19),  aber  Lat.  est 
sapiens  animae  suae  sapiens,  Syr.  und  es  ist  ein  Weiser,  der 
für  seine  Seele  weise  ist.  —  "inj;n  ns]  Gr.  zal  oi  x^p-ol  xt^c  cuviasojc 
GcuTou  (ebenso  v.  23);  Syr.  willkürlich:  und  die  Früchte  seiner 
Werke.  —  'm:  hv\  Gr.  sttI  axofiaxo?  (Lat.  om.  L  ax.)  Tiiaxot'  (296 
om.,  248  70  otbz-rA,  Lat.  laudabilis,  106  <=""•  -riaTojv,  253  -KiaxoS), 
lies:  ETTi  cojjxaxoc  7.uxou  (Tiiaxoi  ist  aus  v.  23  eingedrungen).  Syr.: 
vom  Anblick  seines  Angesichts  (Mlcxn).  Vielleicht  ist  er  dabei 
von  ax6;j.axoc  beeinflusst.  —  Vgl.  Prv.  12,  14.  13,  2.  18,  21. 

23.  Gr.  für  a:  dvrjp  (ti^'^K:  '^^))  xov  iauxoo  Xaov  Traiosusst 
(248  70  253  Lat.  r^aiotuti);  vgl.  zu  v.  19.  Syr.  schlecht:  (und) 
es  ist  ein  Weiser,  der  in  jeder  Zeit  (=  'inj;'^?)  weise  ist.  — 
Dn^i:n  wi  no]  Syr.  schlecht:  und  die  Früchte  der  Weisen  sind  für 
sie  selbst  (pnit^ciS).  Dagegen  Gr.  xal  oi  xotpTrol  xr^;  auvscrsto?  auxou 
TTiaxoi'  {=  ja«:  vgl.  44,  1 1).  Gr.  ist  im  Recht.  Denn  on^lJn  ist  schon 
wegen  des  3  (statt  hv)  verdächtig,  übrigens  muss  gesagt  sein, 
welchen  Erfolg  der  Weise  selbst  von  der  Belehrung  seines  Volkes 
hat.  Er  hat  ihn  aber  nicht  nur  in  seinem  zeitlichen  Lebensglück 
{=  '.n^ij  h';  V.  22),  sondern  in  ewigem  Ruhm  (v.  24 — 26). 


336  Sir.  37,  16—38,  23. 

25.  Syr.  om.;  vielleicht  nahm  er  Anstoss  am  Inhalt  des 
Verses.  Im  Hebr.  steht  der  Vers  bei  B  und  D  vor  v.  24,  (' 
hat  wenigstens  v.  24.  2(5  nach  einander  aufgenommen,  ohne 
V.  25.  In  der  Tat  ist  er  zwischen  v.  24  und  v.  26  uner- 
träglich, wogegen  er  zwischen  v.  22.  28  und  v.  24.  26  nicht 
übel  passt.  —  u^^H  wird  durch  avopoc  einigemiassen  gegen  ^*':a 
geschützt  (doch  s.  z.  14,  1).  Dagegen  wii'd  d'O''  "icdo  durcli  die 
Randlesart  41,  13,  sowie  durch  sv  (vgl.  zu  21,  6)  d^A)\xo)  -a;ij.£(>(7jv 
hier  und  apii>[jLo;  -/^[xspwv  41,  13  gegen  lEDö  D''»''  (vgl.  Num.  9,  20) 
keineswegs  gesichert.  Der  ungewöhnliche  Ausdruck  (vgl.  ICDC  Tö) 
hat  au  sich  den  Vorzug,  er  wird  ferner  durch  b  sowie  durch 
17,  2  (s.  d.)  empfohlen.  Nur  ist  hier  nach  41,  13  "ö''  herzustellen. 
—  In  b  hat  Gr.  gekürzt:  7.7.I  <xt  rjjxspctt  -o-j  'iaparjX  avapi^ji-zj-oi. — 
irw  erscheint  als  origineller  gegenüber  dem  Ssnti^''  dv,  auch  'hpar^X 
kann  sehr  wohl  auf  ersteres  zurückgehen.  Zu  icDö  |\^  'D''  vgl. 
44,  13.  —  Nach  der  Glosse  in  D  csi*  statt  |nu>"'  in  den  Text  zu 
setzen  (J.  Levi),  hat  man  wegen  41,  13  noch  kein  Recht.  —  Vgl. 
2  Macc.  14,  15. 

24.  "iti*QjS  QDn]  ebenso  Syr.  (praem.  1),  Gr.  schlecht:  7.vr,p 
(s.  z.  3,  17)  ao(s6:.  —  juyp]  vgl.  v.  20.  Syr.  «p^jcn,  Gr.  ver- 
schönernd: suXoYiac.  —  In  b  entsprechen  Gr.  und  Syr.  der  Wort- 
stellung von  B  und  D.  —  l.TNn]  ist  durch  innti^s^T  herbeigeführt, 
aber  nicht  anzufechten.  Vgl.  Nah.  2,  4.  Hab.  3,  10.  Job.  24,  23. 
Prv.  29,  18.  Gr.  01  6pwv-£?  (106  k  add.  a-kov).  Vgl.  Job.  29,  11. 
Gant.  6,9. 

26.  üV  orn]  Gr.  erleichternd:  0  aocpo?  sv  (13,  19)  äoko  «u-oO 
(Lat,  om.).  —  1)22]  Gr.  rds-iv,  aber  248  70.  So^av,  Lat.  honorem. 
Vielleicht  ist  raa-civ  aus  ~i\ir^y  (3,  11  u.  ö.)  verderbt.  —  Vgl. 
Prv.  3,  35.  —  Qh)V  ^^n'?  i^r;]  Syr.  ebenso,  Gr.  Cr^ss-oti  (248  70 
satai)  zk  xov  aluiva.  Danach  ist  "'Tin  zu  verwerfen.  —  Vgl.  39,9. 
41,  13.  44,  13.  14. 

27.  "lann  ist  wohl  Schreibfehler  für  "j^^ns.  —  Zu  b  vgl. 
6,  36  (J.  Levi).  —  hii)  (D)  =  Gr.  x7.1  fxr;  hü  (B)  =  Syr.  xS 
(Ambr.  s'^'i).  —  Lat.  für  b  schlecht :  et  si  fuerit  nequam,  non  des 
illi  potestatem. 

28.  hjh  Srn]  =  Gr.  -dvxa  -aaiv;  dagegen  Syr.:  «nSirsö  S: 
(Sd«:  'jd^);  vgl.  zu  v.  20.  —  «':i]  =  Gr.  Syr.  xai  ou.  —  in^n  p  S:] 
Gr.  Iv  ~av-l  s-jöoxsr  (248  70  suöoxtijLsr).  Ps.  144,13.  2  Chr.  16,14 


Sif.  37,  26—30.  337 

steht  |(  in  ähDÜclier  Bedeutimg,  es  hier  mit  p:."2  ziisammenzu- 
briogen  ist  unnötig.  Vgl.  noch  zu  49,8.  Syr.  schlecht  ausdeutend: 
«"yino  h^hp2  (sie  hat  an  wenigem  Gefallen). 

29.  Gr.  (ji-T;  d-hr^:j-z6ou  dv  (s.  z.  5^  9)  -aarj  ~p'->?"(()  bezeugt 
das  in  D  und  R  fehlende  h^,  er  hat  übrigens  v.  30b  r,  '■}.-'Kr^:i-h. 
für  nmon  bezw.  jJ'ion,  das  er  dann  freilich  v.  31  für  "Ott  sS 
wiederholt.  Es  ist  aber  klar,  dass  v.  29  a  und  30b  wie  v.  29  b 
und  30  a  einander  entsprechen.  Sodann  ist  r\2'^r2n  v.  30  nach  ;n 
'7:1s  unpassend  und  augenscheinlich  Korrektur  für  das  unver- 
ständliche 3;^t^n.  Also  stützen  T'^n  {=  R  und  D)  und  j?Tn  (=  B) 
sich  gegenseitig,  um  so  mehr,  als  R  und  D  a".  29a  mit  Unrecht 
bz  auslassen.  Die  Lesarten  Ss  [i]i:n  und  hü  i'n  (weiche  nicht 
ab  zu,  sei  nicht  übermütig  zu)  sind  entartet  aus  h';  i:r.  und 
weiter  aus  hzh  p"n.  Es  fragt  sich  nur,  ob  v.  29  T'^  oder  v.  30 
yniö  zu  lesen  ist.  Arabisch  heisst  p  ^6  die  Hand  begehrlich  aus- 
strecken, in  der  IV.  mit  den  Armen  fassen  (=  syr.  j?-n  im  Pael), 
in  der  V.  sich  iu  der  Rede  ausbreiten.  Aber  vorzuziehen  ist 
wohl  T:n  als  Hifll  in  verstärkter  Bedeutung  des  Kai  von  vi'  = 
in  Unruhe  sein,  sich  hastig  über  etwas  hermachen.  Vgl.  auch 
arab.  p!:  Speisen  an  sich  heranziehen.  38,  27  scheint  y'in  von 
rastloser  Arbeit  gebraucht  zu  sein.  Vgl.  noch  rr  neben  yir  in 
der  Variante  zu  34,  13,  sowie  zu  38,  29.  43,  16.  Syr.  für  a  un- 
genau: nicht  mache  viel  ihr  Speisen  (Mas.  I  w  Maus.  Ambr. : 
Speise;  vgl.  zu  v.  20)  und  Leckereien.  —  'Zfi^r]  =  Gr.  k/:/'/&l: 
(vgl.  Ep.  Jud.  11).  Man  hätte  lieber  -cnti^n,  Bevan  erklärt  in- 
dessen nach  Ps.  73,  2  (Pual).  Dagegen  ist  j:rnn  wohl  Fehler 
für  Jjynn,  das  Korrektur  für  "Eif'n  war.  —  ü'CV'cr:  hz  hy]  R  und  D 
'ö  hü  bezw.  '."2  hy,  Gr.  £-1  koz::iid-vy^,  aber  Lat.  super  omnem 
escam.  Betr.  lösa;;j.aT(«v  vgl.  zu  33,13b.  —  Syr.  für  b  frei:  und 
nicht  sei  missgüustig  (li^üin)  dein  Auge  über  vielen  Speisen. 

30.  Für  3i:i?n  (B)  ist  S:is  (R  und  D)  nach  Gr.  {^^üy^xciaiv) 
anzunehmen.  —  Statt  pp^  (Piel)  ist  pp^  (D)  anzunehmen,  das 
Hifil  ist  nach  dem  syr.  |ps  möglich.  Vgl.  zu  36,27.  Neuhebräisch 
ist  wie  im  Kanon  nur  das  Piel  belegt.  pT  ist  Schreibfehler. 
Gr.  vermied  den  Tropus:  sv  -oaXoT?  -j'ap  lüfxoaasiv  h-y-i  voso;  (Lat. 
infirmitas,  Sah.  Krankheit,  nur  B  (C  308)  -ovo;),  wonach  Syr.: 
denn  aus  (Sah.  ix?)  der  Menge  von  Speisen  ist  Krankheit;  A*gl. 
zu  5,  14.  —  j;^iom]  s.  zu  v.  29.  —  Syr.  für  b  ungenau:  und  wer 

Sraend,  SiracU-Koramentar.  ■'- 


338  Sir.  37,  16-38,  23. 

viel  macht  (=  ,ii"it:.ti)  zu  essen  wird  krank.  —  xi:  hü  y:"]  \g\. 
V.  2.  Gr.  sYYisi  (vgl.  32,  21)  iw?  //jU^jol;.  Mit  yoXs'pa  (=  Brechruhr, 
vgl.  34/20)  übersetzt  auch  LXX  Ni'  Nura.  11,  20,  wo  Targ.  «Spn, 
Syr.  Kincf«  ('föofxi).  Die  allgemein  übliche  Deutung  nausea 
(Hieron.)  ist  Num.  11,20  aus  dem  Zusammenhang  schlecht  er- 
raten. Auch  das  dortige  d:cno  «r  nt^'s  ly  kann  kaum  heissen: 
bis  ihr  Widerwillen  daran  habt.  Der  Zusammenhang  verlangt 
hier  und  dort  vielmehr  die  Bedeutung  einer  schweren  Krankheit, 
denn  «i*  muss  Steigerung,  bezw.  Spezialisierung  von  "»Sin  sein; 
vgl.  auch  zu  39,  27.  Die  Dysenterien  sind  im  Orient  sehr  ge- 
fährlich, üebrigens  will  der  Verf.  wohl  an  Num.  11  anspielen. 
31.  iü)t2  xSa]  vgl.  34,  17.  Prv.  5,  23.  Gr.  nach  v.  30:  oi' 
dTrXTjatiav,  wonach  Syr.  für  a:  viele  nämlich  (t:),  welche  gestorben 
sind  wegen  vieler  Speise.  Betr.  Sri  vgl.  zu  16,  8.  —  "lyu]  Gr. 
|-£Ä£u--/;aav,  ))!)y)  lj?ir  ist  Dittographie.  —  löK'jm]  Gr.  o  os  Trpoas/tov, 
Syr.  -imiam;  vgl.  zu  6,  13.  —  c^^n  rj^or]  vgl.  Prv.  9,  11.  Gr. 
7:poai>r^a£t  C^^v;  vgl.  48,  23. 

38,  1 .  nj^i]  wie  34,  15.  Dagegen  Gr.  naot,  Syr.  y\  ent- 
sprechend dem  rabbiu.  nn:  und  Tpi«.  Gleichwohl  möchte  ich  an 
nyi  festhalten.  —  -jDii:  •':cS]  las  Syr.  {-f?  «yin:  xS  nv),  auch  die 
rabbin.  Zitate  setzen  dies  oder  1312:  ''JcS  voraus.  Aber  Gr.:  Trpo; 
toc?  xpsta?  (Syroh.  253  k  307  SA  155  254  add.  autoo)  tifiats  (70 
106  296  om.  Tijxau)  autou,  Clem.  Alex,  paedag.  11  8,  69  hat  nur: 
Tipoi;  /pstav  auTou,  S''* :  irpo?  t«?  /,f>£''^?,  Lat. :  propter  necessitatem. 
Das  ist  =  1315:  ''zh;  vgl.  betr.  -poc  zu  25,  19,  und  betr.  des 
Suffixes  V.  12.  ^:zh,  das  wohl  unter  Einwirkung  von  18,  19  ent- 
stand (Taylor),  ist  falsch.  Denn  der  Verf.  redet  zu  Leuten,  die 
aus  religiöser  Scheu  (2  Chr.  16,  12)  den  Arzt  überhaupt  nicht 
gebrauchen  und  also  auch  nie  ehren  w^ollen.  —  ^2]  =  Gr.  Syr. 
—  phr]  Syr.  «nn,  Gr.  Ix-iasv;  vgl.  zu  34,  13. 

2.  ha  m6]  Gr.  rapa  yap  (S*  k  om.  -{dp,  Toi.  Sang.  Aug. 
spec.  om.  enim)  u-i/ia-rou  (4,  10).  Clem.  hat  hier  xuptou,  dagegen 
V.  1  u6ia-o?. —  KCTi  MiT]  Gr.  trei:  iaziv  l'otcj'.c,  Lat.  est  (omnis)  me- 
dela.  —  msi^ö]  Gr.  oojj.«  (248  253  23  Sah.  oo;av,  ebenso  S}Toh. 
im  Text,  am  Rande  aber  ooti.7.). 

3.  nj-n]  Gr.  i-i:s-r^\lr^  (vgl.  zu  16,25).  —  Syr.  für  a:  wegen 
(p)  der  Klugheit  (nnnx?n)  des  Arztes  erhöhen  sie  ihn.  —  "jc'j  2Tr\rt] 


Sif.  37,  31— 38,  8  a.  339 

Vgl.  ZU  8,8.  —  D'^nj]  vgl.  zu  7,6.  —  Gr.  für  b  frei:  sWti 
<x£Yi5tc(vtuv  (vgl.  zu  11,  1)  i)7.'j;xc(ai}v;(3£-ai  (=  er  wird  geehrt;  vgl. 
zu  7,  29).  Syr.  und  vor  die  Könige  (vgl.  28,  14)  stellen  sie  ihn. 

4.  Nach  Gr.  (Ix-iasv)  ist  «in,  aber  nicht  Coli'  (=  D-CD  des 
rabbin.  Zitats,  Syr.  ü^^r^ü)  anzunehmen,  das  aram.  und  syr.  Heil- 
mittel bedeutet.  Zu  N''ini2  vgl.  Gen.  1,  12  und  das  rh';n  des  Zitats. 

—  hu]  Gr.  ou.  —  Dsa^]  Syr.  KD3i,  Gr.  rryocro/Öisr  (vgl.  LXX).  — 
Gedacht  ist  zunächst  natürlich  an  vegetabilische  Heilmittel. 

5.  ahn]  Syr.  T^i  —  yv^]  Gr.  dr.h  cüXo-j;  dagegen  Syr.  r2 
KD'p,  w  Maus.  SD'-ps  (=  yv^).  —  D^^]  Syr.  xi^^ö  «^e,  Lat.  aqua 
amara  (Toi."  om.).  Vielleicht  ist  beides  durch  Gr.  II  vermittelt. 

—  Zu  iinyn  mit  h  und  dem  Infinitiv  vgl.  1  Chr.  19,  3  (Strack). 

—  Gr.  für  b:  zk  xo  Yvoj3i>y)v7.i  -rjv  tV/'jv  otu-oS.  Ebenso  Syr.  Sj5!3 
shSni  nS'n  yiTin.  Aber  Lat.  ad  agnitionem  hominum  virtus  (al. 
virtutis)  illorum.  248  70  setzen  am  Schluss  6-o  (248  d-h)  vvörxG-oo 
hinzu.  In  der  Tat  kann  ^m  h^  kaum  entbehrt  werden,  vmnS 
(Nifal)  zu  schreiben  empfiehlt  sich  nicht.  Schw^erlich  geht  das 
illorum  des  Lat.  auf  cm:  zurück,  es  bezieht  sich  wohl  auf  ho- 
minum, obendrein  hat  Aug.  spec.  illius.  Uebrigens  ist  Gottes 
Kraft  gemeint  (v^gl.  v.  6),  wie  Syr.  richtig  erklärt.  —  Vgl.  Ex. 
15,  23  ff.  Sirach  versteht  die  Stelle  richtig,  das  Wunder  w^urde 
durch  die  Natur  des  Holzes  bewirkt. 

6.  |n''l]  Syr.  niTn,  lies  2iT".  Gr.  wohl  erklärend:  y-vl  aZ-b: 
£0(üx£v.  Der  Sinn  ist  übrigens  eher:  und  er  gab  auch  den  Menschen 
Verstand.  —  imu:!]  Syr.  nnr:::,  Gr.  iv  xoic  fy7.uijLC(5toi?  7.l»-o5. 
Der  Plural  (rmi3J3)  ist  durch  cr\2  v.  7  erfordert.  Gemeint  sind 
die  Heilmittel;  vgl.  zu  nniz:  =  Wunderwerke  zu  17,  8.  Das 
Suffix  geht  natürlich  auf  Gott,  dagegen  sind  in  nscnnS  die 
Menschen  Subjekt;  vgl.  39,  8.  50,  20.  17,  9. 

7.  8a.  Gr.  für  a:  sv  a'jToi?  sikpairsuasv  X7.i  r^psv  xov  (248 
om.,  23  TOü?,  157  A  C  155  r.rjy,  70  307  -av-a)  -ovov  (23  -ovo-jc, 
157  "^  voatüv)  abxoo  (Syroh.  70  106  k  157  307  S-^^  55  254  296 
Sah.  Aeth.  au-öiv),  Lat.  in  his  curans  mitigabit  (Aug.  spec.  -vit) 
dolorem  (x\ug.  spec.  add.  ipsorum).  VieUeicht  zog  Gr.  das  1  von  |:t 
zum  Vorigen.  Betr.  irovo?  vgl.  zu  3,  27.  Ob  Lat.  für  £f}3f>a7:£U!3£v 
xai  rjp£v  (Hebr.  n''^,  Syr.  n^i;2)  anders  las,  steht  dahin.  Jedenfalls 
versteht  Gr.  nach  dem  vorliegenden  Text  die  Worte  von  Gott 
selbst,    während    Sirach    sagen  will,    dass  der  Arzt   mit  Gottes 

22* 


340  Sir.  37,  16—38,  23. 

Wunderkräften  heilt.  —  pi]  vgl.  9,  8.  Syr.  ?]N1,  Lat.  et,  Gr.  hat 
ZV  TO'jToic  (s.  0.),  was  mit  cn2l  des  rabbinischen  Zitats  überein- 
kommt. Aber  beides  kann  selbständige  Deutung  von  pl  sein, 
das  in  der  Tat  diesen  Sinn  hat.  —  npTi]  Gr.  jj.upc']/o?  (49, 1).  — 
ni^ij:]  Gr.  iroiTjasi,  Syr.  \pr\f2.  —  nnpie]  Syr.  n:i2D3,  Gr.  \i.r(\xoi,  Lat. 
pigmenta  (al.  -tum)  suavitatis,  Dubl.:  unctiones  sanitatis  (al. 
suavitatis). 

8bc.  üh  |yaS]  Gr.  X7.1  oi:,  ^r^.  —  n)2^^]  Syr.  Sjsni,  Gr.  auv- 
-sXscfi}-?;,  ebenso  Sah.  Lat.,  nur  B  (55  155  308)  auvtsXscr^j.  Betr. 
nrty  vgl.  zu  45,  26.  —  iniyyej  Gr.  i^j~(cf.  otuToG  (Syroh.  auxtuv,  308 
om.),  Syr.  nur:  das  Werk.  Aber  der  Sinn  ist:  Gottes  Wunder- 
werk setzt  sich  fort  in  der  Kimst  des  Arztes.  Der  Gedanke, 
dass  auf  der  Erde  immer  Arbeit  und  Weisheit  sein  solle,  wäre 
eine  schlechte  Rechtfertigung  der  den  Frommen  verdächtigen 
Arzneikunst.  —  n'^in]  Syr.  KrD:n,  aber  Gr.  besser  dpr^vri  {=  Heil). 

—  (li'IS)  mx  (""iCö)  ''J2Ö]  Syr.  NJ,nK  "CK  jö,  Gr.  :r7.f>'  «Ütou  lanv  etti 
TTpoatuTiou  xr^?  ^Tic.  Lat.  für  c:  pax  enim  (77'p  für  r.ap)  dei  super 
faciem  terrae.  Danach  ist  zunächst  die  Randlesart  vorzuziehen. 
Da  aber  ""Jed  (statt  "'jc  h)!f2}  im  Kanon  so  kaum  vorkommt,  so  ist 
als  ursprünglich  nach  Gr.  zu  vermuten  lins  "•jd  hy  IJCO  iTti^ini. 
Zwischen  lins  (vgl.  43,  17  a.  Prv.  8,  31)  und  ans  bildete  ein  nais 
das  Mittelglied. 

9.  Betr.  ^h)n2  imd  nhnf22  vgl.  zu  34,  2.  Gr.  Syr.  sv  appw- 
axr/}xa-i  aou.  —  i3j?nn]  vgl.  zu  5,  7.  Gr.  iiapaßXs-s,  Lat.  add.  te 
ipsum  (Toi.  Sang.  om.).  —  S'^cnnj  Gr.  praem.  dlld.  Das  Fiel 
SSo  (R)  ist  für  „beten'-  nicht  belegt.  —  Syr.  verkürzend:  Mein 
Sohn,  auch  in  deiner  Krankheit  bete.  —  KOT  KP  "3]  vgl.  Ex. 
15,  26.  Syr.  SDSa  rim,  Gr.  xal  auxo?  laasxai  os. 

10.  Siyo  DD]  Gr.  d-oaxr^aov  7rXr(|x[j.£X£tav  (vgl.  10,  7 ;  248  70 
-Xsta?),  Lat.  averte  a  delicto.  Vielleicht  las  Gr.  Vya  Ton;  vgl. 
die  Randlesart.  Syr.  scheint  Hebr.  und  Gr.  zu  kombinieren: 
ühiy  nnvs.  —  cje  i^nöl]  Syr.  ungenau:  ny)U^).  Zum  ungerechten 
Richten  hat  der  Kranke  kaum  noch  Gelegenheit.  Dagegen  ist 
£'jf>uvov  yeipaq  durch  b  gesichert.  Man  muss  danach  D''sr  "I3m 
herstellen  (Ps.  73,  1  zo\)'k  =  nn).  —  Q'V^c]  Gr. :  Singular. 

11.  Syr.  om.,  gewiss  mit  Absicht.  —  Gr.  für  a:  oh;  öucu- 
8iav  xat  [ivr^ixoauvov  asixiSaXso)?.  Im  Hebr.  stand  nach  nm^iS  (R)  zu 
schliessen  vorher  ein  Nomen  femiu.,  das  wohl  nur  nrao  gewesen 


Sir.  3S,  8b— 14  c.  341 

sein  kann.  Es  handelt  sich  um  das  Opfer  von  Lev.  2,  Iff.,  bei 
dem  auch  32,  9  (s.  d.)  nn:f2  und  mr'K  unterschieden  sind;  vgl. 
auch  45,  16.  mriiS*  ist  freilich  überhaupt  der  Teil  des  Opfers, 
der  auf  dem  Altar  verbrannt  wurde.  Hierzu  gehörte  aber  aller 
Weihrauch,  der  deshalb  im  Unterschiede  von  nra^s  (Mehl  und 
Oel)  a  potiori  als  rnD*J<  bezeichnet  werden  konnte.  Clr.  hat  frei 
übersetzt,  asij.ioa7.sto?:  ist  eigentlich  =:  nnjö.  —  1^^]  vgl.  zu  14,11. 
—  "[inj;]  kann  Infinitiv  (vgl.  zu  30,  19),  aber  auch  Nomen  (rrnv 
zu  sprechen?)  sein.  Vgl.  das  Nomen  "]ny  Ex.  40,  4.  23,  übrigens 
auch  m^iVf^  unten  50,  14,  w'o  Gr.  wie  hier  Ttpoofcpopa.  —  y,r\  ''c:r3] 
ist  Singular.  Schechter  versteht  ''CJ:  als  das  Aufgesparte,  es  ist 
aber  wohl  eher  s.  v.  a.  das  Aeusserste,  das  Letzte.  Gr.  w^  [xr^ 
u-ap/tov  (vgl.  17,  28)  ist  verderbt.  Denn  xa  (>-dpyo\>-a.  (41,  1)  = 
])n  (vgl.  Prv.  6,31.  11,4).  Aeth.:  wie  es  dir  möglich  ist.  Er  las 
etwa  oi^  To  uTcap/ov  (vgl.  1  Sam.  9,  7),  was  Unverstand  korrigierte. 

12.  Die  Lücken  des  Hebr.  in  a  sind  zu  ergänzen  nach 
Gr.  Syr.  xat  laxpro  ooc  tottov  (vgl.  zu  4,  5).  Gr.  add.  xotl  yap  auzhv 
sxTiasv  xupioc,  was  aus  v.  1  eingedi'ungen  ist.  Im  Cod.  Toi.  des 
Lat.  fehlen  die  Worte.  Anton.  953  ordnet  die  4  Sätze,  die  v.  12 
im  Gr.  bildet:  1.  4.  3.  2.  —  K>l^^  ah)\  Gr.  xal  [xrj  dTOtur^Tw  (32,  21) 
aou.  Danach  muss  nsD  (R)  in  "[nso  geändert  werden.  Im  Syr. 
fehlt  der  Satz.  Uebrigcns  scheint  it^lö  hier  (vgl.  zu  40,  10)  nicht 
„weichen,  fortgehen",  sondern  „fern  bleiben"  zu  bedeuten.  Denn 
es  handelt  sich  nicht  darum,  dass  der  Arzt  fortgeschickt  wird, 
sondern  dass  man  ihn  überhaupt  nicht  holt.  —  "yi)^  in  nj  ^2]  der 
Ausdruck  wie  15,12.  Gr.  xal  yotp  auxotj  /pstot,  Syr.:  weil  auch 
an  ihm  Nutzen  (s.  z.  15,  12)  ist. 

13.  14a.  itJ^s  nj;  ti^^  ^3]  Syr.  ebenso,  Gr.  saxiv  (Lat.  est 
enim)  xaipoc  oxs  xai  (70  Lat.  om.  xat).  Man  würde  "»D  gern  ent- 
behren, aber  R  berechtigt  nicht  es  zu  streichen.  —  pnb^f:  'iT'n] 
das  Nomen  rnh'nt:  (Gelingen)  ist  sonst  nicht  belegt.  Syr.  erklärend: 
durch  seine  Hand  gelingt  Heilung.  Gr.  sv  yspalv  auxÄv  suoota; 
vgl.  20,  9.  Auch  in  V.  14  hat  Gr.  den  Plural.  Lat.  schlecht 
ausdeutend:  in  manus  illorum  incurras  (70  suooouxai).  —  Syr. 
für  14a:  dass  er  bete  {üh'üi'i)  zu  Gott.  Er  nimmt  iti^s  aus  b 
vorweg. 

14bc.  nbr  irt*«]  sollte  Hifil  sein.  Gr.  v/a  (37,  15)  s-joSwa^j 
(11,  17.  41,  1  vgl.  zu  43,  26),  Syr.  jpnil  (11,  17),  w  Maus,  schlecht: 


342  S'»"-  ^'^.  16—3«,  23. 

^r^yi^  —  ■j'jj  .Sy]'.  nr2  (aus  v.  13).  —  mii^o]  im  Kanon  und  sonst 
findet  sich  hebr.  und  aram.  das  mascul.  itt'Q,  Das  Wort  muss 
hier  die  Diagnose  bedeuten.  Gr.  rät  woM  nur  (zva-aoaiv,  und 
danach  Syr.  air2h)n  (Heilung).  Vielleicht  schrieb  Gr.  aber  ctv^Xüaiv, 
vgl.  X63'.?  =  nti'o  Koh.  8,  1,  und  Sap.  8,  8.  —  .Tne  |roS  mscii| 
Gr.  xai  iotatv  /aptv  i;xßwu3cojc;  vgl.  zu  31,26.  Lat.  et  Sanitätern 
propter  conversationem  illorum.  rTna  steht  im  Sinne  von  Gen.  4.5,5. 
Syr.  erleichternd:  und  dass  komme  Heilung  durch  seine  Hand 
und  Leben. 

15.  inti^lj?]  Syr.  Gott.  —  liTD"]  das  Hithpoel  nur  hier; 
vgl.  das  Pual  36,  23  am  Rande.  Syr.  2,Tnö,  Gr.  i;x-£aoi,  23  55 
254  £[jt7r£a£Ttai,  Lat.  incidet,  Am.  Sang,  incidat.  —  ''T  hv\  =  Gr. 
Syr.  £i;  X£t'p<zc;  n  ^iz^h  in^n''  könnte  bedeuten:  er  tritt  hochmütig  auf 
gegenüber  dem  Arzt.  Das  widerspricht  aber  dem  Zusammenhang. 

16.  2''"n]  das  Hitil  sonst  nicht  belegt.  Gr.  xaTa-,'a-i'£,  Syr. 
mache  viel.  —  -nam]  im  Kanon  das  Fiel  n^  (z.  B.  Jes.  22,  4), 
im  Hithpael  aber  nicht  Tiann,  sondern  n!2iönn,  in  etwas  anderer 
Bedeutung  (Dan.  8,7.  11,11).  Syr.:  und  sei  betrübt  (-[S  2S:3l), 
Gr.  frei:  xoit  wc  ZtvA  rAyoy^  —  n:y  nra]  Syr.  und  sage  die 
Toteuklage,  Gr.  svap^ai  Opr^vou.  —  Gr.  Syr.  drücken  das  Suffix 
an  iMcti^er  aus.  —  P|"DS]  =  Syr.  i^ir,  Gr.  r.tfAa-zilov;  vgl.  LXX 
Jes.  58,8.  ?jD«  heisst  hier  aber  einfach:  die  Leiche  ins  Grab 
bringen,  wie  das  Getreide  in  die  Scheunen  (vgl.  2  Reg.  22,  20 
und  das  Nifal  rpw).  — 'n«ti>]  Gr.  -h  söjtxa  olutoo;  vgl.  zu  7,24. — 
cSvrn]  vgl.  4,  4,  hier  absolut  wie  Dt.  22,  3.  "innn  ist  wohl  ent- 
stellt aus  insnn  (Ryssel) ;  vgl.  7,  34.  —  onriJa]  das  Nomen  ist 
sonst  neuhebräisch.  Gr.  Syr.  drücken  wie  in  c  das  Singularsuffix 
aus,  das  auch  wegen  v.  17  herzustellen  ist.  Von  dem  Moment 
an,  wo  der  Kranke  starb,  wirkte  die  Leiche  verunreinigend  auf 
ihre  Umgebung.  Deshalb  mochte  Mancher  in  diesem  Augenblick 
fortgehen.  Vgl.  die  von  Schechter  angezogene  Stelle  B.  Moed 
katon  27b.  Die  Aenderung  in^l^ö  ist  willkürlich.  Gr.  (xal  \xr^ 
uTrepio-dc  t->|V  ta'frjV  a-jToO)  entscheidet  nichts.  Syr.  folgt  ihm:  xSl 
nminp  hv  s*D2n,  indem  er  xa^r^  wohl  richtig  als  Begräbnis  versteht. 

17.  ^22  lan]  vgl.  Zach.  12, 10.  Gr.  -ixp«vov  xXotu&[jLov.  — 
Für  ann  und  nnn  ist  nach  Gr.  {Urj\iavov)  cnn  zu  sclu-eiben.  Der- 
selbe Fehler  findet  sich  43,  4.  Das  J_  wie  42,  3.  18.  Hier  kann 
es  sich  um  kein  Cholem  handeln,    was  42,  3.  18  denkbar  wäre. 


Sir.  38,  15—19.  343 

Man  erhitzte  sich  durch  das  Rufen,  das  Schlagen  auf  die  Brust 
usw.;  vgl.  übrigens  Aruch  s.  v.  —  Syr.  für  a:  Wein  und  Speisen 
den  klagenden  Menschen  =  icDö  nn(?)  nr^T  i/sn.  —  n'i^^i]  das 
Verhum  steht  im  Kanon  selten  in  dieser  Bedeutung;  doch  vgl. 
Ex.  10,  1.  PIos.  6,  11.  Ps.  104,  20.  Gr.  xal  -otrjaov  =  Syr.  i^V); 
vgl.  sonst  n^y  Gen.  50,  10.  Jer.  6,  26.  Ez.  24,  17.  —  ihiü]  Syr. 
Gr.  drücken  das  Suffix  nicht  aus;  aber  Lat,  (Dubl.):  luctum 
illius,  —  12  Nl'r:]  Syr.  7]pr>2]  vgl.  zu  10,  28.  —  nj?ai]  Syr.  der 
Menschen,  Gr.  oi7.ßoXrjC,  wonach  n2T  zu  lesen  ist  (51,  2  vgl.  42,  11). 
—  ])V\  Syr.  s"n  (=  pn?).  Gr.  hjr.r^;  =  |n,  das  durch  v.  18  er- 
fordert ist.  —  Die  sieben  Tage  22,  12  sind  hiermit  nicht  im 
Widerspruch.  Sirach  will  der  herrschenden  Sitte  etwas  abdingen. 
Schechter  vergleicht  B.  Moed  katon  27  b:  Drei  Tage  für  das 
Weinen  ("'rs),  sieben  für  die  Klage  (ncDö)  und  30  für  Haar  und  Bart. 

18.  I^itt]  ist  nach  Gr.  Syr.  (7.7:0  lu-r^z)  in  pna  (s.  z.  14, 1) 
zu  ändern  und  davor  nach  Gr.  Syr.  ''2  zu  setzen.  —  «s:v]  Syr. 
n^TX.  —  pDK]  Syr.  schlecht:  xnpj?,  was  vielleicht  aus  v.  19  statt 
sniö  eiügedrungen  ist.  Dagegen  Gr.  i>7'va-:oc.  Den  Sinn  des 
durch  einen  Unfall  herbeigeführten  plötzlichen  Todes  hat  das 
Wort  41,  9  (Gr.  d-wXsia),  aber  auch  Gen.  42,4.  38.  44,29;  auch 
Ex.  21,  22.  23  wird  es  so  verstanden  werden  müssen,  indem  man 
V.  24.  25  vom  Vorigen  trennt.  Onkelos  hat  überall  N'nia,  ebenso 
versteht  Hieronymus  Ex.  21  das  Wort.  Auch  hier  ist  das  der 
Sinn,  wie  p  (Gr.  schlecht:  xa()  zeigt.  Man  wird  danach  auch 
34,22  verstehen  müssen.  —  nn':  5?n]  Syr.  umstellend:  ü^^2  «2^, 
Gr.  XuTryj  (12,  9)  x7.poiW.  —  rD^j;  nir]  ist  nach  Gr.  yAix'\it<.  it//j\> 
(anders  v.  30)  in  n^^  nJV  zu  ändern.  Derselbe  Fehler  scheint 
bei  nzyj;  11,  9  vorzuliegen.  Vgl.  nfi'^v  im  Sinne  von  Lebenskraft 
41,  2.  46,  9.  Jes.  40,  29  und  ^ra  n:v  Ps.  102,  24.  Lat.  (Dubl.) 
„cooperit  {-/.oiXu^s.i)  virtutem"  und  „flectit  cervicem  (au/svot)".  — 
Ueber  Syr.  vgl.  zu  v.  19. 

19.  Hebr.  om.  —  Ausser  B  (55  254  308)  lesen  alle  i-ayojY'^ 
(Lat.  abductione:  vgl.  obductio  2,2.  5,8)  und  ausser  B  (55  155  308) 
alle  (auch  Lat.)  -ap^fisvs'..  Der  Fehler  7:7.f>7.ß7''vöi  ist  wohl  unter  dem 
Einfluss  von  ixßatvsi  v.  18  entstanden.  Uebrigens  lassen  70  307 
S'^'*  Lat.  xai  P'  aus,  248  70  55  254  haben  x7Tao7.  xapoia?  (Lat. 
secundum  cor  eins).  Gr.  ist  in  a  ganz  unbefriedigend.  Syr.  hat 
für  V.  18  b  19:  so  nämlich  ein  böses  Herz  mehr  als  (|o  Tn')  der 


344  Sir.  B7,  16— 8S,  23.     3S,  24—41,  13. 

Tod  zerbricht  durch  Kumincr  (sTci';)  den  Armen  und  bringt 
herbei  Not  (»^npj;  sn'aV),  denn  das  Leben  des  Armen  ist  zum 
Fluche  des  Herzens.  Es  scheint,  dass  Syr.  v.  18b  und  19a 
vermengt  hat.  Denn  «rci:  ist  36,  25  =  nsi'V,  dagegen  sollte  vom 
Tode  in  v.  19a  die  Rede  sein.  Ich  vermute  für  v.  19a:  moö  yi 
ifsij?  pi  =  schlimmer  als  der  Tod  ist  dauernder  Kummer  (vgl. 
30,  17).  Syr.  könnte  p  in  n  verlesen  haben,  Gr.  hätte  j?"i  über- 
gangen und  m^^  {=  Syr.)  in  m:?3  (vgl.  3,28)  verlesen.  Er 
setzt  6,  8.  11,  17  7:7.fy7.ij.3Viiv  für  if2';.  Unklar  bleibt,  wie  Syr.  zu 
s'n'JS  kam.  Vgl.  aber  auch  Aeth.:  und  es  führt  herbei  den  Tod 
Trauer  und  Kummer.  —  In  b  dürfte  ttko/o-j  Missverständnis  von 
'jy  (Elend)  oder  dgl.  sein. 

20.  ;S  Thü  y^*n  ha\  ist  singulär,  müsste  übrigens  (wegen 
my)  wohl  heissen:  Avende  dein  Herz  nicht  auf  ihn  zurück.  Aber 
Gr.  Syr.  sprechen  für  n^^n  (vgl.  v.  26).  Uehrigens  rationalisieren 
Gr.  Syr.  die  hartherzigen  Worte.  Gr.  [xy]  off?  zi;  X6--/)v  tt^v  /apototv 
(807  '>'J//jV)  cro'j  stimmt  fast  wörtlich  mit  30,21.  Er  bezog  rh'; 
auf  das  für  v.  19  zu  vermutende  pi,  Syr.  dagegen  vielleicht  auf 
den  Fluch:  nicht  gib  dein  Herz  den  Schwüren  (snoiöS).  Aber 
dies  Wort  ist  vielleicht  verderbt.  —  Ebenso  rationalisieren  sie 
in  b.  Gr.  7.~oafr/;ciov  (vgl.  zu  34,  1)  autr^v  [xvr,cii)slc  xa  £3/ata.  Syr. 
mit  Umstellung  der  Sätze:  gedenke  der  Not  und  schaffe  fort  die 
Sünden. 

21.  Hebr.  stellt  v.  21  mit  Unrecht  hinter  v.  22.  Im 
Gegensatz  zu  einander  stehen  itTrin  S«  v.  21  und  )pn  112"  v.  22, 
aber  ersteres  muss  dem  letzteren  vorausgehen.  —  Gr.  hat  für 
imrin  ha  [xr^  k-Kild^^.  Das  ist  wohl  willkürliche  Umkehrung, 
um  unmittelbaren  Anschluss  an  n^'inti  n:'"!  zu  gewinnen.  Sodann 
setzt  er  für  mpn  erklärend  sTravooor,  dabei  übergeht  er  "iS  in  a, 
um  es  in  b  auszudrücken:  xat  toGtov  oux  (ocpöÄr^astc.  Jedenfalls 
ist  bei  S^w  ein  'h  durchaus  entbehrlich.  —  Betr.  nc  vgl.  zu  8,  1. 
—  "[Sj  Gr.  asauxov  (vgl.  zu  14,  11).  —  Syr.  nach  korrigierter 
Vorlage:  „und  vertraue  nicht  auf  Reichtum,  denn  auf  ihn  ist  kein 
Verlass  (sn^D  =  mpn).  Denn  wie  die  Vögel  des  Himmels,  die 
auffliegen  und  sich  niederlassen,  so  ist  der  Reichtum  vor  den 
Menschenkindern.  Dich  erfreut  er  und  einem  anderen  schadet  er." 

22.  Nur  B"'-'  hat  dem  Hebr.  entsprechend  o-i  vor  oo-ojc 
{=  ]2),    das  bei  ihm  (und  308?)  in    o-j-w    ok  entstellt  ist.     Vgl. 


Sir.  3S,  20—23.  :^45 

Lat.  «ic  enim  erit  et  tiium.  Ebenso  haben  B  (253  308)  dem 
Hebräer  entsprechend  wjzr/j  (S  om.),  alle  anderen  (auch  8ah. 
Lat.)  [xo'j,  das  aus  b  eingedrungen  ist.  —  xp'jxa  =  pn  wie  41,  2.  3. 
43,  10.  Vgl.  Syr.  für  a:  und  bedenke,  dass  es  Bestimmung 
(sjpoz)  für  dich  ist.  —  iSj  (Ir.  s;xot  (=  ^S).  Aeth.  konsequent 
korrigierend:  heute  ich  und  morgen  du. 

23.  :]  Gr.  sv  (vgl.  zu  16,  26).  —  n2ti']  vgl.  44,  9.  —  mnt^^] 
Gr.  (xa-aTrauaov)  könnte  r\2pr}  (10,  17)  gelesen  haben.  Vgl.  Syr. 
h'^z  und  zu  21,9.  —  Dram]  Gr.  add.  h  (248  55  254  Sah.  i-') 
ctüKo.  Lat.  et  consolare  illiim.  —  cj?]  Gr.  sv;  vgl.  v.  25.  40,  14. 
26,  und  übrigens  zu  16,  26.  —  VwJ^cjJ  vgl.  Gen.  35,  18.  Gr. 
-vs'j[j.7.toc  a'jto'j,  was  auf  imn  führen  könnte;  vgl.  Ps.  146,4.  — 
Vgl.  überhaupt  2  Sam.  12,  23. 


XVIL     38,24  —  41,13. 

Die  Selbstempfehlung  des  Lehrers  steigert  sich  hier  zu 
einem  längeren  Loblied  auf  den  Stand  des  Schriftgelehrten,  der 
sich  hoch  über  alle  profanen  Berufsarten  erhebt  (38,  24 — 39,  11 
=  1.  3.  3.  4.  4.  2.  2.  2.  |  2.  2.  2.  2.  |  4.  2.  2.).  Der  Abschnitt 
ist  von  Interesse,  sofern  hier  neben  den  Bauern  die  Handwerker 
des  damaligen  Jerusalem  aufgezählt  werden.  Es  sind  das  in 
der  Reihenfolge  der  Vornehmheit:  der  Gemmenschneider  und  der 
Buntw^eber,  sodann  der  Schmied  und  der  Töpfer.  Der  Gold- 
arbeiter tritt  hinter  den  Gemmenschneider  zurück,  die  gewöhnliche 
Weberei  und  die  Tischlerei  werden  wohl  deshalb  übergangen, 
weil  sie  für  das  alltägliche  Bedürfnis  von  Jedermann  betrieben 
wurden.  Aber  von  besonderer  Wichtigkeit  ist  das  Stück  deshalb, 
weil  wir  allein  aus  ihm  über  die  älteren  Schriftgelehrten  Näheres 
und  Sicheres  erfahren.  Sie  waren  im  Unterschiede  von  den 
späteren  zumeist  (doch  vgl.  11,  1.  Koh.  9,  16)  von  vornehmer 
Herkunft  und  von  dem  arbeitenden  Volke  der  Bauern,  Handwerker 
und  Künstler  durch  eine  grosse  Kluft  getrennt.  Sie  bedurften 
keines  Erwerbs,  sie  führten  aber  das  Wort  in  der  Volksversamm- 
lung, sie  gaben  ihr  Urteil  in  Rechtsfragen  und  sassen  sogar  auf 
dem  Richterstuhl  (38,  33).  Danach  gehörten  sie  selbst  dem  je- 
rusalemischen Adel  und  als  Richter  jedenfalls  auch  dem  priester- 
lichen Adel   an.     Sie   waren    also    desselben  Standes   wie    ihre 


310  Sir.  3S,  24—41,  13. 

Jünger  in  den  Proverbien  und  bei  Jesus  Sirach.  Wie  diese 
traten  sie  oft  in  die  Dienste  der  heidnischen  Könige,  bei  denen 
sie  zugleich  natürlich  die  Vertreter  ihres  Volkes  waren.  Ur- 
sprünglich war  die  Schriftgelehrsamkeit  aus  der  Thora  der 
Priester  hervorgewachsen,  und  die  Sehriftgelehrten  daher  Priester. 
So  war  es  auch  noch  zur  Zeit  Jesus  Sirachs.  —  Hieran  schliesst  .sich 
als  Lehre  diesmal  ein  Hymnus  auf  die  göttliche  Weltregierung, 
die  sich  überall  als  weise  und  gerecht  bewährt  (39,  12 — 35,  im 
Ganzen  30  Disticha  =  3.  3.  |  1.  2.  2.  |  2.  2.  |  2.  2.  1.  |  2.  2.  2.  | 
3.  1).  Indessen  erleidet  dieser  Glaube  Abstriche,  die  seine  Zu- 
versicht erheblich  mindern  (40,  1 — 41,  13;  s.  d.). 

38,  24.  no2n  n^in]  =  Syr.  xnö:n  nh  rpin ;  dagegen  Gr. :  sv 
suxotipia  a/oXr,c  (d.  h.  durch  den  glücklichen  Umstand  der  Müsse: 
Lat.  schlecht:  in  tempore  vacuitatis).  Die  Floskel  geht  schwerlich 
auf  eine  andere  Vorlage  zurück,  vielmehr  verstand  der  Ueber- 
setzer  nfizn  als  gelehrte  Müsse,  er  hätte  nur  diese  Bedeutung 
dem  Worte  an  erster  Stelle  und  nicht  an  zweiter  zumuten  sollen. 
Schechter  vergleicht  B.  Baba  b.  21a  nfizn  nain  cnciD  ns:p.  — 
poy  iDm]  d.  h.  wer  keine  (schw^ere)  Arbeit  hat;  vgl.  betr.  püy  zu 
3,  22.  Gr.  x<zl  6  iXasao'jtxsvoc  -pa^si  (11,  10)  au-oü.  Syr.  frei: 
Nnp'nD  p-EO  «Sm  =  qui  non  studet  vanitatibus  (Gabr.  Sion.);  vgl. 
1  Tim.  5,  13  Pesch.  —  Gr.  übergeht  sin;  betr.  C2nn'  (Gr.  aocpi- 
aövjas-ai,  248  70  praem.  ou)  vgl.  zu  6,  32.  —  Aboth  4,  10  (14): 
niinz  prj?l  püV2  cj;!2i"3  ''in.  In  der  späteren  Zeit  galt  es  dagegen 
als  Regel,  dass  die  Schriftgelehrten  ein  Handwerk  betrieben. 
Vgl.  auch  Aboth  2,  6  (5) :  c^:nö  minD2  m-\f27]  hz  n':v  Vgl.  oben  zu 
26,  29,  Aber  von  der  Kaufmannschaft  ist  im  Folgenden  nicht 
die  Rede.  Sie  bedeutete  entweder  zu  wenig  oder  sie  war  mit 
der  Schriftgelehrsamkeit  eher  zu  veieinigen. 

25.  na]  Syr.  add.  y:,  —  n!:'?«  -p)r\]  Gr.  o  xpaTwy  (4,  13) 
d[jrj-rjrjo,  Syr.  w>:i  sann  n^ns  d.  h.  der  die  Pflugschar  hält.  Man 
vermisst  ungern  den  Pflug  (doch  s.  z.  v.  26),  zumal  beim  Pflügen 
der  Ocbsenstecken  vor  allem  gebraucht  wird.  Indessen  fragt 
sichs,  ob  Gr.  anders  las.  ifihr:,  nur  noch  Jdc.  3,  31,  wird  dort 
von  Targ.  Syr.  als  Ochsenstachel  gedeutet,  aber  von  LXX. 
Theodot.  apaipoTrouc,  Vulg.  vomer,  Symm.  t/izlr,  (Pflugsterz).  Gr. 
könnte  wie  diese  Uebersetzer  verstanden  haben  und  Syr.  ihm 
gefolgt  sein.     Sachlich  wären  hier  ifohf:  und  'ö  rT'jn  nach  Ryssel 


Sil-.  3S,  24—26.  347 

SO  verschieden,  dass  letzteres  nur  die  eiserne  Spitze  bedeutete 
(vgl.  Jes.  2,4).  Vgl.  ZDPV  1889,  160  f.  —  Syr.  om.  b.  — 
iscnei]  Gr.  xal  xau/ojixevo^  (48,  4.  50,  20),  übrigens  haben  y-'-ji  nur 
B  (70  308)  Lat.  —  T^^]  ist  wohl  falsch,  da  n^:n  femin.  ist,  und 
der  zitternde  Spiess  eine  sonderbare  Bezeichnung  des  Ochsen- 
stachels wäre.  Nach  Gr.  h  rj/j^azi  yiv-pou  ist  wohl  yi-^a  (neuhebr.) 
zu  lesen.  —  JTO' r|te]  vgl.  Ps.  144,14.  Gr.  [iootc  sXa-jvojv.  —  ;;v2^^i 
Tli^:]  die  Lesart  wird  dadurch  empfohlen,  dass  sie  das  Vnr^'ti^  in  b 
gut  vorbereitet.  Syr.  las  IWZ  (i^rio  «nnm).  Gr.  wohl  willkürlich: 
•/.7.1  avotaxps'foaevoc  sv  £[>yo'.c  7.'j-o>v  (106  ccjto-j).  11^1  ist  aus  v.  26 
eingedrungen.  —  rnryti^j  aram.  und  syr.  findet  sich  sn^'iy  im 
Sinne  von  Gespräch,  Erzählung.  Vgl.  zu  87,  14  und  nynti^n  44,  8, 
wo  Gr.  ixo'.Yi'srailat  wie  hier  -/;  oirj-Ajcrtc  7.'jto'j  (S*  B*  307  a-j-ojv).  — 
1)^  ^j2  DJ?]  die  Lesung  wird  gesichert  durch  Syr.  «"iin  ''j;  cj?,  Gr. 

£V    (V.    23)    UIOIC    T7.'jp0JV. 

26.  Die  Umstellung  im  Hebr.  ist  verkehrt,  wie  )  und  die 
Analogie  von  v.  27  if.  beweist.  —  n^iy^  3^J  vgl.  v.  20.  Prv.  27,  23. 
Gr.  xotpoiav  7.'jtol>  oojisi  (vgl.  \.  20).  Syr.  frei:  sein  Herz  sinnt 
(«j"):  er  fährt  fort:  nv^ti  xnSjn,  was  wohl  nicht  „über  sein  Saat- 
feld", sondern  „über  seine  Saatstreifen"  bedeutet.  Denn  in  ein- 
zelnen Streifen,  die  für  sich  gepflügt  und  besäet  werden,  wird 
in  Palästina  der  Acker  bestellt.  Vgl.  zu  an:h  targum.  und  neuhebr. 
n::':,  arab.  '»,x^^  (vgl.  Nöldeke  bei  S.  Fränkel,  Aram.  Fremd- 
wörter S.  130,  'und  Dalman,  ZDPV  1905,  31  ff.).  Das  Targum 
gibt  Jes.  28,  25  rniif,  ]f:ü:  und  ^rhz:  mit  drei  anscheinend  syno- 
nymen Ausdrücken  wieder:  Weizen  auf  prS  und  Gerste  auf 
pa'iD  und  Spelt  auf  pinn.  Uebrigens  erklärt  Bar  Bahlul  (vgl. 
S.  Fränkel,  ZDPV  1905,  221  f.)  xn:'?  mit  smmo  (Rand).  Hiernach 
würde  ar\:h  des  Syr.  genau  dem  von  mir  gelesenen  rhz:  entsprechen. 
Ich  bemerke  der  Sache  wegen,  dass  ich  längst  vor  dem  Erscheinen 
der  beiden  Abhandlungen  von  Dalman  und  Fränkel  so  gelesen 
habe.  Gr.  hat  i/.oo'jva'.  a'jl'yy.y.;.  Mit  letzterem  bestätigt  er,  ob- 
wohl a'jÄa;  auch  Acker  bedeuten  kann,  anscheinend  die  Deutung 
von  n'^rj  bezw.  sn:S  auf  Saatstreifen,  wogegen  ixo^Ovai  schlechte 
Wiedergabe  von  iiu^h  wäre,  das  v.  25  über  der  Zeile  steht.  Ein 
Infinitiv  folgt  auch  v.  27.  30  in  den  entsprechenden  Stichen. 
Er  redet  vom  Eggen,    weil  damit    die  Bearbeitung    des  Bodens 


3-18  Sir.  38,  24—41,  13. 

beendet  wird.  iA/.'ja7.i  (Job.  39,  lOj  liegt  weiter  ab  als  das  von 
Edersheim  vorgeschlagene  und  von  Sah.  gelesene  subOvcti.  —  inrpiy] 
sonst  ueuhebr.;  Syr.  mniy,  Gr.  -/j  ctYp-j-via  (34, 1)  7.'j-:o'j.  —  p^iö  rfhzh] 
Syr.  (zu  vollenden  sein  AVerk)  verstand  prio  nicht,  oder  las  wie 
V.  27.  28.  Gr.  stc  /o(>-7'cj;j.7.-a  o^.awXstov.  Er  verstand  vielleicht 
p2if2  als  Maststall  und  dann  als  Vieh,  und  dachte  an  Sr'?^  oder 
n'?:«.  Aber  m'?:'?  ist  durch  Tc/iiai,  3'jvr3Äsi7.,  aüvis/iaai  v.  27.  28. 
30  gesichert,  und  p3"iö  bedeutet  hier  wie  j\Ial.  3,  20  die  Mast. 
Vgl.  aram.  sp2"i,  sowie  LXX  Jer.  46,  21  aitsuToc,  Vulg.  saginatus, 
Targ.  1  Sam.  28,  24  c^ttc,  Posch.  Mal.  3,  20  NCüc. 

27 ab.  n^j;  r^sj  Gr.  frei:  ouio)?  (s.  z.  13,20)  -occ.  —  ij>nn| 
2iJ'jm  =  Gr.  Tc'x-ojv  7.7.1  7.f>/i-£x-a)v  (LXX).  2^)11  Ist  zunächst 
■wenigstens  der  Buntweber  oder  -Sticlver,  li^^n  umfasst  an  sicli 
neben  dem  Steinschneider  (vgl.  Ex.  28,  11)  den  Schmied,  der 
aber  v.  28  besonders  behandelt  wird.  —  car:  n^"'^  ii^'k]  die  Er- 
gänzung nach  Gr. :  oa-'.c  v6xT0)f>  WC  7i|xsfia  (soB(55  307  308),  aber 
248  r/xsfyav  (Lat.  diem),  die  übrigen  r^\drja;).  —  [i]rLr]  ]  neuhebr. 
bedeutet  r'n  schwitzen,  aber  das  ist  hier  zu  stark.  Vielmehr 
wird  ein  Hitil  Aon  ';)'  in  verstärkter  Bedeutung  des  Kai  vorliegen 
(vgl.  zu  37,  29).  Syr.  hat  für  a  und  b:  so  auch  alle  (=  Gr.)  Hand- 
werker sind  in  Unruhe  (p'^innii)  allzumal,  und  Nachts  und  bei 
Tage  hierüber  {)n  ])n2)  sinnen  sie  (p'^).  Augenscheinlich  hat  er 
2^)n  {=  pi)  und  ij;^r  (=  pj?^inna)  mit  einander  vertauscht.  Gr. 
hat  oi7'y£i,  was  an  TrJ"  (Rand)  anklingt.  Aber  letzteres  ist  wegen 
V.  25  nicht  wahrscheinlich,  und  Gr.  hat  wohl  frei  übersetzt. 
Vgl.  sonst  JHJ  Koh.  2,  3.  —  Gr.  hat  in  c  den  Plural,  aber  in 
b  d  e  f  den  Singular,  Syr.  hat  überall  den  Plural,  aber  ursprüng- 
lich stand  vielleicht  überall  der  Singular. 

27c-f.  Im  Cod.  B  des  Hebr.  folgt  hier  bis  39,  15  c  eine 
Lücke,  die  37  Distichen  des  Gr.  entspricht.  Es  fehlt  also  ein 
Blatt  =  36  Zeilen,  und  der  Text  der  Handschrift  deckte  sich 
in  seinem  Umfang  hier  fast  genau  mit  Gr.  Auch  Syr.  gibt  36 
Disticha  wieder,  indem  er  38,  27 e  f.  28g  h  übergeht  und  39,13. 
14  zwei  Stichen  zusetzt.  —  Syr.  hat  für  den  Rest  des  Verses: 
]''j?Dna  pnmj^'.NT  in  ai2v^  p,T:3K>in  ?]nt  xr^jj-i^m  sj?;am  «cSjt  hizv2 
(p  u  ipna)  d.h.  (sie  sinnen)  über  das  Werk  der  Eingrabungen  und 
der  Siegel  und  der  Perlen,  und  auch  ihre  Uebcrlegungen  sind 
für  das  Werk    ihrer  Kunst  erfordert.     Ich    setze  ]^v;n."2  =  ti^m, 


Sir.   38,  27—28.  349 

das  als  tt'^n  nacli  v.  28  gehört  (s.  d.).  In  c  las  Syr.  wohl  mehr 
als  Gr.,  aber  ursprünglich  stand  da  schwerlicli  mehr  als  nncD 
cmn  ^mnc  (vgl.  45^  11).  —  u-o[j.ovrJ  nur  in  B  (254  308),  die 
übrigen  £7ri|j/jvr;  (Lat.  assiduitas),  k  korrigiert:  iraixiktio:.  Es  stand 
da  vermutlich  ein  Nomen  der  Wurzel  ps*,  vielleicht  mj?3ix  (= 
Handwerk,  Kunst),  das  nicht  nur  syrisch,  sondern  auch  aramäisch 
und  neuhebräisch  ist  und  vom  Gr.  missverstanden  wurde  (vgl. 
zu  V.  31.  34).  8yr.  scheint  nämlich  die  Aequivaleute  von  -oi/tXiV.v 
und  sTrijjLovr^  vertauscht  zu  haben.  Gr.  setzt  45,  10  wie  LXX 
TToixtX-r^c  für  2'^)n,  LXX  Tror/.i/aa  für  HDi^'no  (Kunsti^ewebe),  das 
Syr.  hier  mit  sjn:i>:n  wiedergab.  Für  ctXXotoOv  (wohl  =  r\i^}  hat 
Syr.  auch  36,8.  11  13J?.  Uebrigens  war  d  wohl  durch  DJl  (Syr. 
?]Sl)  eingeleitet.  —  Beide  Arten  von  Künstlern  arbeiten  nach 
Mustern  {^=  otxotwaa'.),  und  L,or(rjrj/s,irr^  ist  wohl  zu  erklären  nach 
Cw7,oc(cp3(ü,  das  Ez.  23,  14.  Jes.  49,  16  für  npn  und  ppn  steht. 
Vgl.  7}pm  Ez.  8,  10.  1  Reg.  6,  35.  —  TsXssai  (248  253  23  70 
S'^'^v  auvTcXsaat)]  vgl.  m^D^  v.  26. 

28.  /aXxsucJ  es  stand  da  nur  iJ^in,  das  Folgende  charak- 
terisierte ihn  aber  als  den  Schmied.  —  Syr.  für  a:  erfordert 
sind  (s.  z.  V.  27)  zu  sitzen  am  Ofen  («IID  hv).  Es  stand  da  hv 
HD  oder  1)2  Si"«:  Gr.  verlas  Ti2  in  ID  (neuhebr.  =  Amboss).  Am 
Amboss  sitzt  der  Schmied  nicht,  auch  hat  er  da  von  der  Plitze 
weniger  zu  leiden.  Wohl  aber  sitzt  er  am  Feuer  und  wartet, 
bis  das  Eisen  heiss  ist.  —  xal  x7.t7.;xc(v!}7'v(ov]  Syr.  iSrnDJsSl.  Zu 
vermuten  ist  eine  Form  von  pi^nn  (9,  5)  im  Sinne  von  betrachten, 
beobachten.  —  ^-PT^?!  ist  fehlerhaft  und  findet  sich  nur  in  B, 
dagegen  23  spY«),  248  Syroh.  richtig  sv  iVi'to;  vgl.  n  pinnn  und 
Syr.  ahpnfi  "json.  Die  übrigen  korrigieren  i'pvov  und  If-yct,  155 
£p77.ciioiy;  ausser  B  lesen  übrigens  alle  (auch  Sah.  Lat.)  aio-/jf>oo. 
Es  stand  da  wohl  hp^t2  ^^23,  wobei  das  Sitzen  des  Schmiedes 
sich  um  so  besser  begreift.  Gr.  übersetzte  frei;  s'oyov  und  WNO 
scheinen  auch  v.  29  einander  zu  entsprechen.  —  a-[jiic]  Syr. 
sn^^ri'^ti^;  vgl.  43,4,  wo  Hebr.  ])'^h.  —  -rcr^^si]  lesen  B  (23  253 
308),  die  anderen  (auch  Sah.)  Tr^U'.  (Lat.  ungenau:  uret).  Das 
letztere  wird  durch  34,  1  empfohlen,  das  erstere  stimmt  schein- 
bar besser  zu  Syr.  IPpc«,  das  auf  ';p2  schliessen  lässt  (vgl.  zu 
V.  30  und  zu  30,  12).  Indessen  steht  Mi.  1,  4  auch  xTf/cofiai  für  X?p3nn 
(Ryssel).  —  xocjiivou]  Syr.  STiJn,  lies  sm:T  wie  34,26  vgl.  zu  27,5. 


350  Sir.  38,  24-41,  13. 

—  oia[xc«/r,asT'>!i]  ist,  wie  auch  Edersheim  sah,  falsclie  Uebersetzung 
von  mnnn  (Syr.  y).  —  Syr.  für  e:  gegenüber  {hzp'h,  aus  f  ein- 
gedrun<;en)  der  P^insicht  («S:iD  =  mo:n:  moSn)?)  neigt  er  seine 
Hand  {nn^,  lies  mit  Thorndyke  n:ia  =  sein  Ohr).  Im  Gr.  ist 
x7.ivtsr  Fehler  für  xX-vsT  (4,8.  6,83.  51,16),  wie  ebenfalls  Eders- 
heim schon  bemerkte.  Es  ist  also  'fwvyj  zu  accentuieren.  — 
6[xo'(o|j.7.-:oc]  Syr.  Kmü';  vgl.  mi::  Ez.  43,  11.  —  ot  ocp{>otX|xot  ccjtoo] 
Syr.  add.  sie  sind  gerichtet  (pjfj).  —  Syr.  om.  g  und  h,  —  zk 
auYzü.z\.yy]  =  mSaS,  das  hier  und  v.  30  im  Unterschied  von 
V.  26.  27  im  vorletzten  Stichus  stand.  —  Den  letzten  Stichus 
versteht  man  von  der  Politur,  mit  der  die  Arbeit  ihren  Abschluss 
findet.  Aber  xo^siir^ai  würde  dann  wohl  allgemeiner  im  Sinne 
von  verzieren  verstanden  werden  müssen.  Uebrigens  passt  l-i 
rt'jvTE/.si'otc  (vgl.  22,  8.  43,  7)  nicht  zu  ot-j'pu-via  (^  ständige  Sorge). 
Es  ist  entweder  verderbt  oder  falsche  Uebersetzung.  Lat.  hat 
in  perfectionem  (Toi.  in  consummationem,  Sang,  in  consum- 
malione).  Vgl.  sonst  47,  10.  Indessen  gebraucht  Gr.  xo3|xsTv  ge- 
wöhnlich im  Sinne  von  abmessen,  zurichten  (16,  27.  42,  21). 

29.  o'j-(uc]  Syr.  add.  ?)K.  —  Syr.  hat  für  sv  i'pYM^  auxo-j 
sSr;  h';,  dagegen  für  -po/ov  s:s:3.  Die  Vertauschung  fällt  dem 
Gr.  zur  Last;  vgl.  v.  28a  und  zu  spYov  =  XJNC  zu  v.  28b.  — 
aoj-rA'Z'W^]  lässt  an  ;ds  (Jes.  28,27)  denken,  aber  Syr.  hat  j?";": 
(er  bewegt);  vgl.  zu  43,  16.  —  h  -oofiv  au-ouj  Syr.  wohl  genauer: 
nnD>23  (mit  seineu  Fusssohlen).  —  ivapiöp-ioc  (55  155  iv  dpiötxw, 
307  k  £v  <xf>if>ii,orc)j  kann  wohl  nur  bedeuten,  dass  er  auf  eine 
möglichst  grosse  Zahl  von  Produkten  bedacht  ist,  die  Qualität 
ist  überall  dieselbe.  106  liest  dvapt&ixr^To;  (Am.  Sang.  -  Theoder. 
innumera),  was  Korrektur  ist.  —  Im  Syr.  sind  c  und  d  ver- 
stümmelt und  entstellt:  und  (w  Maus.  Ambr.  Mas.  I  om.)  seine 
Augen  sind  auf  die  Gefässe  aller  seiner  Arbeit. 

30.  T'j-cocisi]  passt  schlecht  zu  iv  ,3r>a/iovi  aotoS;  denn  auf 
der  Drehscheibe  formt  der  Töpfer  den  Ton  mit  den  Händen. 
Syr.  für  a :  und  seine  Arme  reissen  auseinander  (^vpoD)  den  Ton. 
Aber  nach  dem  Folgenden  war  hier  von  etwas  die  Rede,  das 
der  Töpfer  erleidet,  nicht  von  etwas,  das  er  tut.  Beide  Ueber- 
setzer  verwechselten  Subjekt  und  Objekt;  übrigens  stand  da 
wohl  )!p2  (vgl.  zu  V.  28  c  und  zu  30,  12),  das  Gr.  willkürlich 
wiedergab.     Bar  Bahlul  (bei  Payne- Smith  s.  v.)  erklärt  richtig: 


Sir.  38,  29—32.  351 

seine  Hand  springt  auf  von  der  Arbeit.  —  Mau  deutet  b  vom 
KneteQ  des  Lehms,  aber  der  Lehm,  wird  mit  den  Füssen  ge- 
stampft (Jes.  41,  25)  und  in  x^jx-i^s-.  la/hv  au-oo  ist  offenbar  der 
Töpfer  der  Betroffene  (vgl.  v.  18).  Ueberdies  kommt  blosses  -f>o 
im  räumlichen  Sinne  bei  den  älteren  Uebersetzern  der  LXX 
nicht  vor,  sie  sagen  dafür  stets  -[Jj  irposoj-o-j.  Zu  lesen  ist  -r/o 
ttoXkov  (vgl.  6,  18.  25,4).  Syr.  für  b:  und  ehe  er  stirbt  [ah  r;] 
nxa)  ist  er  gebückt  und  krunmi  (ptJi  ^ic:).  Vielleicht  las  er 
schlechtes  mo  "JcSl  für  nz^iJ*  "'ic'ri,  dagegen  hat  Gr.  p^v:):  (vgl.  zu 
12,  11)  und  ein  Synonymen  schlecht  Aviedergegeben.  Frühzeitig 
krumm  wird  der  Töpfer  dadurch,  dass  er  immerfort  am  Rade 
sitzt  und  vor  dem  Ofen  hockt.  —  Hinter  xctpoiav  setzen  70  Syroh, 
23  S  Sah.  Lat.  a-j-rotj  hinzu,  Syr.  hat  na'?;  vgl.  aber  Hebr.  zu 
V.  26.  —  /.p^3[i.a]  ist  wohl^nntJ'a;  Syr.  sein  Werk,  ebenso  Aeth. 
(falsch  nach  v.  27.  28).  —  xada^hai]  ist  unpassend.  Der  Ofen 
des  Töpfers  bedarf  keiner  Reinigung,  da  der  Russ,  der  sich 
bildet,  durch  die  Glut  völlig  zerstört  wird.  Dagegen  kommt  für 
die  Güte  der  Ware  alles  darauf  an,  dass  der  Ofen  in  die  höchste 
Glut  gebracht  und  beständig  in  ilir  erhalten  wird  (vgl.  27,  5 
]^22  -^V^h).  Also  ist  y.7.{}apia(xt  (vgl.  LXX  Dt.  19,  13)  falsche 
Uebersetzung  von  nj;2  (Hos.  7,  4.  Jer.  36,  22).  Das  Richtige  hat 
auch  Ryssel  gesehen,  ohne  sich  dafür  zu  entscheiden.  Syr. 
schlecht:  zu  bauen. 

31.  £'';  /^rfiac  a-jTwv  iy=-i3-:303av]  gibt  an  sich  einen  er- 
träglichen Sinn,  aber  nach  dem  Zusammenhang  liegt  ein  Miss- 
verständnis von  |öK  (kunstgerecht  arbeiten)  oder  \m»  (geschickt) 
oder  dgl.  vor.  Syr.  ])n^\i^)2  h'^r2  d.  h.  wegen  ihrer  Geschicklichkeit 
(oder:  ihres  Vorteils).  Vgl.  zu  40,  12.  —  h  zrj-^o)  oco-oü]  Syr. 
wohl  vollständiger:  pnm:i2iST  si2j;2;  vgl.  zu  v.  27 d.  —  ao'-pi'Csxai] 
Syr.  pa:nn3. 

32.  or/t3!}-/-3£TC(i]  Syr.  «nn^ia;  vgl.  16,4.  —  xcd  o-j  -apor/.-/;- 
aouaiv]  Syr.  paj?T  ins';.  Es  stand  da  wohl  mr,  das  aber  im  Sinne 
von  ., wohnen  •  gemeint  war;  vgl.  zu  21,  28.  —  o-jos  -sp'.Ttatr^^o'jS'.v] 
Syr. :  nicht  hungern  sie ;  d.  h.  sie  sind  überall  unentbehrlich  und 
finden  daher  überall  ihr  Brot.  Nach  Edersheim  hätte  Gr.  I^VT 
und  T\2V^  verwechselt.  Aber  das  sinnlose  o-jos  Trspt-aTT^aousiv 
kann  Gr.    kaum  geschrieben  haben,    und  bei  dem  Zustande  des 


352  Sir.  38,  24-41,  13. 

griechischen  Textes  ist  auch  denkbar,  dass  die  Worte  aus  oo  \xr^ 
TTE'.v^TO'ja'.v  entstellt  sind. 

33.  248  70  S'*  praeni.:  a/.Ä'  (24«  70  om.)  d:  [^ouÄr^v  (248 
70  £y  '{ioolr^  XvoO  o-j  (70  S'^"  om.)  C-lTr)i>r/(3ov-ai  =  Syr.  bi^hoh  D"i3 
(1.  py2n:)  p2»nj  sS  x^p.  Vgl.  21.  17,  und  betr.  iv  =  h  zu  10,  18. 
Uebrigens  stand  da  wohl  "ti^iT  =:  sie  werden  befragt.  —  Sah. 
ordnet  die  folgenden  Stichen:  a  c  b.  —  'j-ifya/.oovtcd]  Syr.  l^inr:, 
etwa  =  'f2)y,  der  sonderbare  Ausdruck  des  Gr.  ist  kaum  anzu- 
fechten. —  o'.ai)-/,x-/)v  ■/,o['.j.7-o;|  ist  nach  Syr.  (wm  sö'p)  schlechte 
Wiedergabe  von  'cz]i-'f2)  pn;  vgl.  Gr.  Syr.  zu  45,17.  Auch  Posch, 
setzt  s^'p  öfter  für  pn,  und  betr.  oiotOrjzr^  des  Gr.  vgl.  zu  14,  12. 

—  oiotvo-/ii)r^aov-<zi]  das  Verbum  bedeutet  hier  wie  39,  7.  42,  18 
(Hebr.  pnnn)  verstehen.  Syr.  pS:nDi  —  oixotio36v/iv]  haben  nur  B 
Syroh.  ^"^'"^  (253  308),  alle  anderen  (auch  Sah.  Lat.)  -ctiocifav  = 
Syr.  a'z,h)\  Vgl.  EX'fai'vsiv  -ccos-v^v  16,  25.  24,  27.  Uebrigens  ist 
oix7.'.o3'jv-/jv  trotz  Prv.  2, 9  hier,  wo  es  sich  um  die  Weisheit 
handelt,  nicht  am  Platz.  Es  ist  wohl  unter  Einfluss  von  xal 
v.rjvyj.  eingedrungen.  Sodann  hat  Syr.  für  x7.1  xpt';xa  besser: 
srörm.  Vgl.  Taiostav  wjc/.ta'-j.K'-j.;  r/.'jzou  39,  8,  wo  Syr.  ebenfalls 
N*n.::n  s':cSr,  sowie  S:ty  nciia  50, 27.  Allerdings  ist  xal  x,o''a7. 
nicht  leicht  zu  erklären,  aber  nach  dem  Vorhergehenden  kann 
hier  weder  pn  noch  iSEti'S  (vgl.  sonst  zu  18,  29)  gestanden  haben. 

—  sxcpavcuai]  vgl.  auch  39,8;  Syr.  prani  Vielleicht  las  er  "i"'2'' 
statt  r;'y  (vgl.  16,  25).  —  sv  -a.oaßoXau]  Syr.  vollständiger: 
Sö^zm  i^hpf22;  vgl.  Hebr.  Syr.  zu  3, 29.  —  t'jrjz^avr.'-xi]  Syr. 
pS:nD:;  vgl.  Hebr.  Syr.  zu  35,  16.  —  Alles  hier  Gesagte  gilt  von 
den  Schriftgelehrten,  und  sie  waren  hiernach  wenigstens  zum 
Teil  auch  Priester,  denn  denen  kam  das  Gericht  zu  (vgl.  45,17). 

34a  b.  dXld]  Syr.  i  h'£f2.  Es  stand  da  ":,  das  Syr.  wohl 
richtiger  verstand. —  xtisixoc  atöivoc  ar/;f>iao'j3'-v]  Syr.  in  den  Arbeiten 
der  Welt  sind  sie  klug  (piMJ  ]yjr\  «öS:?!  nnT'DVi).  Beide  scheinen 
Lih'V  gelesen  zu  haben,  das  aber  weder  im  Sinne  von  Ewigkeit 
noch  von  Welt  annehmbar  ist.  Es  stand  da  ein  dem  h  spyj-aia 
-iyyr^z  (Syr.  pnmJöiNi  snrys  vgl.  zu  V.  27)  paralleler  Ausdruck. 
\^ermutlich  war  nSy  aus  cSvo  verderbt,     x-t'aaa  steht  36,  20  für 

tt:t  '  ' 

niJ'j;^,  und  afr/)ptVju3iv  geht  wohl  auf  12'':''  zurück,  das  aus  irz' 
verlesen  war  (vgl.  zu  6,  37).  Syr.  gab  das  letztere  des  Objekts 
wegen  frei  wieder.    —    Vom  Gebet  (os-/;3'.c)  erwartet  man  nicht 


Sir.  38,  33—39,  4.  353 

ZU  hören.  Syr.  hat  dafür  s''j"i  (Nachdenken),  beides  geht  etwa  auf 
mn  zurück,  das  Gr.  falsch  verstand. 

34c  d.  TT^v]  Syr.  cna.  —  zoo  imoovxo?]  Syr.  3.TT,  vgl.  7,20. 
51,  26  und  zu  v.  30.  —  xyjv  •i'U)(Yjv  autoü]  Syr.  fügt  mit  Recht  bei: 
zu  fürchten  Gott.  Schwerlich  war  aber  nxT7  als  Infinitiv  gemeint. 
Syr.  hat  indessen  auch  für  xai  otavocutj-svou  den  Infinitiv  lS:nDaSl. 

—  £v  vo[x(o  u'];i3-ou]  vgl.  zu  6,  37.  Syr.  ü'ni  sdwj;  vgl.  zu  v.  8 
und  17,  11.  —  Vgl.  die  Charakteristik  Ezras  Ezr.  7,  10. 

39, 1 .  Syr.  drückt  riDsna  aus,  das  vielleicht  aus  noDnb  ver- 
derbt war. —  ap5(at«)v  (296  308  dv&ptuTro)v,  70  add.  avöpouTrtuv;  vgl. 
zu  44,22c)]  Syr.  «"anp;  vgl.  d^j^tki  41,3.  44,22,  übrigens  Ps. 
78,2.  —  ixCr^Tr^ctci]  wohl  =  i^iT;  vgl.  v.  3  und  zu  2,  16.  — 
dT/o'kr^br^aaxrxi\  vgl,  dtsyolia  40,  1  (=  pDj;).  —  Syr.  für  b:  und  zu 
(rch)  den  alten  (s'oip)  Propheten  sich  wendet  (wcnj).  Vielleicht 
las  er  hü  njc.  —  Lat.  hat  in  prophetis  (vgl.  Lat,  zu  44,  3.  46,  1). 

—  Das  Gesetz  und  die  Weisheits-  und  Prophetenbücher  sind 
die  eine  Quelle  der  Schriftgelehrsamkeit,  die  andere  ist  die 
mündliche  Tradition  der  Gelehrten,  von  der  v.  2.  3  die  Rede  ist. 

2.  Sirfcrjasic]  so  nur  B  (248  70  308),  die  übrigen  (auch 
Sah.  Lat.)  otr^yr^aiv,  Syr.  xnwi;  vgl.  zu  6,35.  8,9.  —  dvSpiuv 
ovofjLaaxcüvJ  :=  üzf  ""it':«  (44,3),  hier  =  berühmte  Lehrer.  Dagegen  Syr.: 
SöSj;!  KK'J«  h^i.  —  auvTr^pr^ast]  =  id"^^  (vgl.  mnotfö  44,  4)  oder  == 
is:r  (vgl.  z.  B.  Prv.  3, 1).  Syr.  schlecht  pj'^k:  (s.  z.  v.  3).  —  iv 
a-pocpaTc  TrctpotßoXaiv]  vgl.  sxpocpal  Xo^wv  Prv.  1,3.  Sap.  8,8.  Syr. 
ip'cynn;  vgl.  ri'i^r:;)!  Job.  12,  22.  Edersheim  meint,  cpv  (aram.  und 
neuhebr.)  und  pay  seien  verwechselt.  —  auvsiasXsuasxoti]  vgl.  k12 
Ps.  73,  17.  Syr.  zwnj. 

3.  Syr. :  die  Weisheit  der  Sprüchwörter  erlernt  (?|Sxj  s.  z. 
V.  2)  und  über  alles  Verborgene  (xriTTiD)  nachdenkt  (Sdhd:).  — 
d-oxpucpa]  wohl  =  minDJ  (vgl.  zu  4,  18).  Entweder  hat  Gr.  oder 
Syr.  das  Wort  umgestellt.  —  Iv  aiV-yfiacji  -apalÜoXwvl  vgl.  -a^af^oKaX 
ottVcjj-dTcuv  47,  15,  übrigens  niTi  47,  17.  Prv.  1,6.  —  dvaaTpacpVjasxai] 
vgL  zu  8,  8.  50,  28  und  überhaupt  8,  8. 

4.  Syr.  für  a  und  b:  und  (w  Maus,  om.)  inmitten  der  Ge- 
waltigen (sjis'Ss^)  geht  er  ("j'^n:)  und  inmitten  der  Könige  und  der 
Grossen  (xjnin)  dient  er.  Auch  hier  könnte  einer  der  Uebersetzer 
m>-y''  oder  dgl.  umgestellt  haben.     Ferner  könnte    ocpÖT^asxat  freie 

Smend,  Sirach-Kommentar.  -3 


354  Sir.  88,  24—41,  13. 

Uebersetzung  von "['?"'  oder  iSnn"  sein;  v<;l.  Zach.  3,7.  Ez.  19,6. 
Doch  s.  Syr.  zu  c.  Vgl.  daher  ferner  8,  8  c"'iiy  "JdS  2Tr\nb,  wo 
Gr.  AEtToup-j-TjCfai,  sowie  38,  3  yrn""  csnj  "izh,  wo  Gr.  {)7.'j;j.7.ci}}-/)acTai, 
auch  11,1  i:;^t:>in  mj  p.  —  T,7ou<jLivo'j  lesen  B  A  (248  155  308). 

—  £v  YfJ  Syr.  NnrieD,  ebenso  Syr.  für  ps  48,  15.  —  dXXoTpi'ojv 
äilvöjvj  Syr.  KoSn  (1.  Naö>n?).  —  otsXsosExai]  Syr.  "{Sni  —  S*  Syr. 
om.  Yotp.  —  Gutes  und  Böses  =  was  nützt  und  was  schadet, 
d.  h.  aber:  alles.  —  iirEipotasJ  ist  auffallend,  da  lauter  Futura 
vorhergehen  und  folgen.  Lat.  tentabit;  Syr.  KD33.  —  Vgl.  31,9 — 12. 

—  Schon  hier  ist  vom  Erfolg  des  Studiums  die  Rede.  Bildung 
und  Schriftgelehrsamkeit  waren  gleichbedeutend,  Schriftgelehrsam- 
keit deshalb  auch  die  Vorbedingung  für  den  Dienst  am  Königs- 
hofe. Aber  das  höchste  Ziel  ist,  dass  der  Schüler  selbst  ein 
Lehrer  wird  und  als  solcher  in  der  Gemeinde  zum  höchsten 
Ansehn  gelangt. 

5.  r/jv  x7.[>o[ay  ocjtou  STriooxJsi]  Syr.  n'Di  HD^av,  vgl,  aber  2^ 
n^ti>^  38,  26.  —  opöpiaai]  =  nnit>S  (vgl.  zu  4,  12).  Syr.  rSaeS  (wie 
35,  14). —  TCpoc  xupiov  Tov  TJA-'rp'j.^-'-j.  7.u-ov]  Syr.  om.  248  70  stellen 
rr.ooc  x'jptov  vor  opBpfcai.  Augenscheinlich  ist  -/üpiov  Zutat  eines 
Lesers  oder  des  Uebersetzers.  —  Syr.  für  b:  und  von  vor  (s.  z.  1, 1) 
Gott  erbittet  er  Erbarmen.  Vgl.  17,  25.  —  Gott  muss  die  Sünden 
vergeben,  ehe  er  Ausserordentliches  gewähren  kann.  Aber  die 
Hauptsache  ist,  dass  nur  der  Schriftgelehrte  wahrhaft  fromm 
sein  kann. 

6.  £ocv]  106  157  296  308  add.  7ot>.  —  y.üpio,-  6  {xr,'«;]  vgl. 
46,  5,  wo  Hebr.  |r'rj;  Sn.  —  Syr.  lässt  a  aus,  er  hat  aber  für  5  d : 
und  wegen  seiner  Sünden  erbittet  er  Gutes.  Danach  ist  sav 
OEAr^Gr-zi  vielleicht  =  "rp  31a  CK  (vgl.  Esth.  3,11  LXX).  —  Syr. 
für  b:  und  durch  den  Geist  der  Einsicht  wird  er  weise  (ornnj). 
Danach  ist  £|X7tXr^ai>rja£T7.i  festzuhalten  gegen  Itx-^ssi  au-ov  (106 
k  157  307  S«^  A  155  296  308  Sah.  Lat.);  zu  vermuten  ist  «Sa: 
(vgl.  zu  48,  12).  —  Syr.  für  c:  pn  nn  K^nä  pcj  in.  Unter  Ver- 
gleichung  von  avofxßprjOsi  pr^ti-axa  (s.  z.  18,  29)  und  von  48,  12 
Hebr.  ist  anzunehmen:  d"'J^  "e  i^^ji^'^  T'^  Nin.  Betr.  c'Jif^  "o  vgl. 
zu  12,5  und  zu  18,32.  Die  Aldina  lässt  ccj-oü  hinter  rrocpta?  aus, 
ebenso  Brev.  553  suae.  —  au-o;]  d.  h.  er  überliefert  nicht  nur 
die  Weisheit  der  Väter,  sondern  bringt  auch  eigene  vor.  Vgl.  zu 
24,33.  —  Syr.  für  d:   nn'yi'ra  rh  |"m:i    (und  sie  geben   ihm  Be- 


Sir.  39,5—11.  355 

kenntuis  wegen  seiner  Gedanken,  oder:  seines  Rates).  Wahr- 
scheinlich war  -Yj;  aus  v.  7  (s.  d.)  eingedrungen,  ih  vielleicht 
Fehler  für  ''^h  (S  om.  xupuo),  nr,  das  dem  v.  9  vorgreift,  Fehler 
für  p1T)\  —  Zu  £v  -[joazoyr^  vgl.  nScra  51,  11. 

7.  xa-£uÖuv£T]  Syr.  richtig:  S:nDJ  (p^:  pr  vgl.  37,  15).  — 
ßouXrjV  auTou  xctl  s-iaxr^jxr^v]  vgl.  19,  22.  ctuTou  fehlt  mit  Recht  in 
S  254.  Syr.  (s.  z.  v.  6)  schlecht:  Sprüchwörter  der  Weisen  (w 
Maus,  und  Weisheit,  Thorndyke:  der  Weisheit).  —  aüxoü  2^ 
drückt  Syr.  nicht  aus,  es  ist  wohl  Fehler  für  «utäv  oder  aur?j?; 
vgl.  14,21.  Betr.  aTroxpu'^a  (Syr.  auch  hier  »riTno)  vgl.  zu  4,  18. 

8.  sxcpcdvci]  vgl.  zu  16,  25.  Syr.  pcj;  vgl.  zu  22,  19.  — 
TMiozioiv  oioaaxa/aac  aüTou]  Syr.  Lehre  der  Weisheit  (w  Maus. 
Weisheit  der  Lehre);  vgl.  zu  38,  33 e.  —  sv  vojjwp  3ta&7)xr^?  xuptou] 
ist  eigen;  A  liest  xuptoo  giaö-z-xr^c.  Vielleicht  waren  vo[xtp  und 
oi7.i)r|Xr|  ursprünglich  Varianten.  Syr.  x^m  iiü\:r22,  worauf  kein 
sicherer  Verlass  ist  (s.  z.  v.  1).  —  Zum  Ausdruck  vgl.  38,  6. 
50,  20. 

9.  atvicjoustv]  Syr,  willkürlich:  es  lernen  (pcSss).  —  cuvsaiv 
auTou]  Syr.  von  seiner  Weisheit.  —  iwc]  ausser  B  (308)  schicken 
alle  xai  voraus  (so  auch  Lat.  Syr.),  —  i^alzi'fbr^aemi]  Syr.  richtig: 
ni2it^  syan:  =  laiJ^  mr  (vgl.  41, 11:  44,  13).  Wahrscheinlich  ist 
im  Gr.  to  ovoixa  czutoü  ausgefallen.  —  drosTr^as-ai]  könnte  =  Sin*' 
sein  (LXX  Job.  7,  16),  aber  Syr.  San:  (vgl.  r\2^  38,  23).  —  Cr^asxai] 
Syr.  umschreibt:   N7an3  sS  (nach  b).  —  Zu  d  vgl.  44,  14.  37,  26. 

10.  Der  Vers  lautete  (abgesehen  vom  Numerus)  ebenso 
wie  44,15,  b  ganz  wie  34,  IIb.  Die  Eitelkeit  des  Uebersetzers 
setzt  44,  15  für  mv  fälschend  Xaoi'  (vgl.  Xaoc  =  my  46,  7),  ebenso 
hier  s^lv/j  (B'^  S*  106  sövsi).  Syr.  hat  für  my  hier  snii^lJ:,  indem 
er  an  die  christlichen  Gemeinden  denkt,  für  hnp  hat  er  dagegen 
Söy  wie  44,  15.  50,  13.  Für  oir^7yjaovtai  (248  253  23  S  106  307 
296  A  C  rAY(r^at-oii,  155  oir^'izXxai)  hat  er  pnj  =  r\^n  44,  15,  für 
lrrj.Y(tlzi  verflachend  noS3. 

11.  Syr.  sinnlos:  wenn  er  will  (s*32:j),  in  tausend  wird  er 
gelobt  (nzntr:),  und  wenn  er  schweigt  (pinti^i,  p  u  pnnsi^:),  in  kleinem 
(siiyi)  Volke.  Nach  Gr.  handelt  es  sich  um  (langes)  Leben  und 
(frühen)  Tod.  £»i.[x£iV(,  ist  wohl  =  nar  (vgl.  Gr.  Hebr.  zu  7, 22, 
30,17  und  ncy  37,26.  42,23.  Ex.  21,21);  Syr,  las  vielleicht 
nttn\  rjyrj.-r/.'jTr-,ai  (106  157  307  SAG  55  254  r.a.oar-.'xi}  kann  auf 

23* 


356  Sir.  38,  24-41,  13. 

my  (22, 11.  46,  19),  aber  auch  auf  nati»^  (38,  23.  44,  9)  oder  22\^' 
(47,23)  zurückgehen;  Syr.  stimmt  am  besten  zu  D2'^\  —  ovojxa 
xataXs^'J^ct  r^  /t>aoiJ  lasst  sich  nicht  retrovertieren,  ist  auch  dem 
Sinne  nach  unpassend,  da  hier  von  der  Ehre  des  Lebenden  die 
Rede  sein  muss.  Jedenfalls  ist  xatotAsr-j/et  falsche  Uebersetzung; 
ich  vermute,  dass  Gr.  igjtt^  (=  Syr.;  vgl.  37,24  und  zu  11,28) 
in  "^avf  verlas.  Dabei  wäre  fi^sc  (Gr.)  und  r|Ss2  (Syr.)  denkbar. 
Dagegen  dürfte  Gr.  in  Folge  dieses  Missverständnisses  ovoto-a 
aus  b  vorweggenommen  haben,  avo  er  es  in  otuioli  wiederauf- 
genommen hat.  Hier  könnte,  wie  auch  Ryssel  und  Herkenne 
bemerkt  haben,  sixTroisi  xu  oyo]j.c(-i  a-jxo'j  nach  42,  17  =  ICU'  p'ZD'^ 
sein,  im  Sinne  von  „es  genügt  sein  Name";  d.  h.  im  Gedanken 
an  das  Gedächtnis,  das  er  hat,  kann  er  getrost  sterben.  Auch 
hier  wäre  dann  aber  IxTiotsi  herzustellen.  Im  Syr.  beruht  «oy2 
«liy;  auf  törichter  Korrektur  der  Vorlage. 

12.  £Ti]  S  Sah.  add.  oL  Syr.  om. ;  vgl.  aber  24,  32.  33. 
—  otavorjös''?]  vgl.  v.  32.  Syr.:  merket  auf  (iS^nDS,  aber  Mas.  II 
SanDX  =:  Gr.).  Die  Anrede  beginnt  v.  13.  —  sxoir^Yr^aofxctt]  Syr. 
und  ich  will  meine  Lehre  sagen.  Nach  b  stand  hier  ein  Verbum, 
das  eigentlich  „Licht  geben"'  bedeutete,  etwaTKK;  vgl.  zu  24,32. 
35,  16.  —  xai  (248  70  oti,  Lat.  eniiu)  wc  oi/ou.-/jvt7  s-Är^pwör^v]  Syr. 
wie  der  Mond  am  zwölften  Tage.  Zu  vermuten  ist  nach  50,  6  nT2 
i^y  n'^t^'a  nSö.  Der  zwölfte  Tag  ist  vielleicht  daraus  zu  erklären, 
dass  man  den  Neumond  ungenau  beobachtete.  Wellhausen  ver- 
weist mich  auf  Kitab  al  Agh.  XIV  156,  9,  wo  sogar  von  der 
11.  Nacht  des  Mondes  die  Rede  ist.  Vielleicht  galt  der  Mond 
aber  auch  während  mehrerer  Tage  für  voll,  vom  12.  an.  Er 
meint:  ich  will  mein  Bestes  sagen. 

13.  Lat.  praem.  in  voce  dicit  (Am,  om.).  —  uiot  oaioi]  248 
Syroh.  om.  uloi,  253  23  dafür  oL  Lat.  divini  fructus.  Syr.  nur: 
«pn]  (ebenso  v,  24).  Es  handelt  sich  um  eine  Bezeichnung  der 
Juden  gegenüber  den  Heiden,  oder  der  Frommen  gegenüber  den 
Gottlosen.  —  xal  ßXaa-r^aaxs]  zieht  Syroh.  mit  Recht  zu  a.  Lat. 
stellt  freilich  mit  dem,  AI.  Paed.  II  8,  76  ßXaaTT^sa-s  an  den 
Schluss  von  b,  Aeth.  drückt  es  an  beiden  Stellen  aus.  Syr.  und 
es  soll  sprossen  (j?iDi,  vgl.  mo  50,  8)  euer  Fleisch.  Richtig  ver- 
steht er  die  Worte  verheissend;  vgl.  Hos,  14,  6  ff.  Ps.  1,  3. 
92,  13.  14,  —  (u?  poSov  (fuotxsvov]  Clem,  AI.  w;  pooov  -£'iUTiU[i.£vov. 


Sir.  39,  12—15.  357 

Lat.  quasi  rosa  plantata.  Syr.  wie  Lilien  und  wie  Zedern,  die 
gepflanzt  sind  d^'^^iti^i).  Da  die  Lilien  aus  v.  14  eingedrungen 
sind,  steht  dem  pooov  nx  gegenüber.  Vielleicht  hat  Gr.  aus  der 
Zeder  willkürlich  eine  Rose  gemacht  (s.  z.  24,  14.  50,  8).  Für 
die  Zedern  am  Wasser  vgl.  Num.  24,  6.  Ez.  31,  3 ff.  —  im.  psu- 
fiaxo?  «Ypou]  ausser  B  (55  254  70  155)  alle  Gypou.  Clem.  AI. 
im  psu[xat«)v  uoaTojv.  Lat.  super  rivos  aquarum.  Syr.  am  Wasser. 
Vgl.  ü'ü  ^'^r  50,  8  und  d^ö  ^j'^d  Ps.  1,  3. 

14.  xal  1°J  Clem.  AI.  Lat.  om.  —  Syr.  für  a  wiederum 
erweiternd:  und  wie  gute  Wohlgerüche  (=:  minS)  soll  angenehm 
sein  (dD33)  euer  Duft,  wie  der  Duft  des  Libanon  in  seinen  Zedern. 
Vgl.  50,8.  Hos.  14,  7.  Cant.  4,  11.  —  xal  (Lat.  om.)  dvUv^aate 
avöo?  (24,17.  50,8)  «>?  xptvov]  vgl.  50,8.  Hos.  14,6.  Syr.  nur: 
wie  die  Wurzel  der  Königslilie  (vgl.  zu  50,  8).  —  oiocoots  (23,  25) 
f^jcjfxr^v  (vgl.  24, 15)]  Lat.  (et)  date  odorem.  Das  ist  offenbar 
falsch  und  aus  dem  Vorhergehenden  entstanden.  Dort  handelt 
es  sich  um  Verheissung,  hier  um  Aufforderung.  Syr.:  erhebet 
eure  Stimme.  Die  Aenderung  cpcuvr^v  liegt  nahe.  —  aiviaats  o^<3\in] 
ist  schwerlich  wörtliche  Uebersetzung.  Syr.  und  lobet  allzumal. 
Lies  o[\ia.  Lat.  et  frondete  {dvbriaot.-ö)  in  gratiam  et  collaudate 
canticum.  —  suXoyy/aaTs]  vgl.  iDia  v.  35.  Clem.  AI.  Lat.  praem. 
xai'.  Syr.  und  lobet  (msi  =  mm;  vgl.  v.  15b).  —  i~\  iraat  xoTc 
epYoi?]  ausser  B  (253  307  308)  setzen  alle  (auch  Sah.  Aeth.) 
hinzu:  autou.  Clem.  AI.  im  ta  spy«  auxou.  Lat.  in  operibus  suis. 

15 ab.  Syr.  hat  dafür:  Zählet  auf  seine  Grosstaten  (nniiaj) 
in  Lobliedern  und  Bekenntnis  (xn'^mn).  —  ooxs  [xs^aXwcTuvr^v]  vgl. 
hi:  m  Dt.  32,  3.  —  Clem.  AI.  Paed.  II  4,  44  und  Lat.  haben  nur 
otuxto  für  £v  ottvEssi  auxou;  dagegen  setzt  Aeth.  auxto  hinter  £;o|xoX. 
hinzu.  Das  ist  wohl  anzunehmen  und  auxou  zu  streichen.  Ver- 
mutlich stand  da  nSnnD. 

15c  d.  Von  hier  an  bis  zum  Schluss  des  Buches  ist  Cod. 
B  des  Hebr.  vollständig  erhalten.  —  ^3J  niTU^n]  Gr.  sv  isiocä^ 
/siXswv,  Lat.  in  voce  labiorum  vestrorum  (et)  in  canticis  labiorum. 
Ob  yeikiiMv  Fehler  bezw.  Korrektur  für  das  in  der  Bibel  nicht 
vorkommende  ysXüwv  oder  für  vaßXöiv  ist  oder  ob  es  auf  Willkür 
des  Uebersetzers  beruht,  steht  dahin.  Die  Abweichung  beruht 
wohl  auf  der  Eigenartigkeit  des  hebräischen  Ausdruckes.  Das 
zu  h^:  und  D'^^t:  ''h^   gesungene  Lied  ist  aber  das  im  feierlichen 


358  Sir.  38,  24—41,  13. 

Chorgesang  vorgetragene,  dabei  auch  wolil  da.s  den  heiligen  Me- 
lodien angepasste  (vgl.  zu  47,  9).—  cro  "SnJ  vgl.  Ps.  150,  4.  45,  9. 
Gr.  xat  £y  xivupaic.  —  Lies  TiCKn  nach  spet-s,  —  njJTinD]  vgl. 
Ps.  33,3.  Gr.  iv  eaotxoXoyr^ssi ;  vgl.  Job.  8,21  LXX,  33,26  The- 
odot.  und  unten  zu  51,  11.  —  Syr.  für  c  d  nur:  und  mit  er- 
hobener (koi)  Stimme  imd  so  saget. 

16.  D^ma  cSa]  Gr.  -'iv-ot  o-i  (248  Lat.  om.  on)  vmA  cjcpoopv., 
Syroh.  253  23  on  xaXa  -a'/xa  crcpoopa,  Syr.  alle  (Werke  Gottes  sind) 
schön  allzumal  (snn:«).  Möglicher  Weise  geht  ozi  auf  ein  T  zu- 
rück, diu'ch  das  Cr©  hervorgehoben  werden  sollte  (doch  vgl.  zu 
7,  16);  dagegen  ist  3'foopa  Zutat,  vielleicht  nach  Gen.  1,31  (vgl. 
auch  oben  zu  13,  13).  Syr.  folgt  dem  X7.).a  (v.  33  ayaUa)  des 
Gr.,  dessen  scpoöpa  er  dabei  schlecht  wiedergibt.  Gr.  x7./.oc  für 
mi3  wie  41,  2.  46,  10,  Lat.  bona  für  ymA,  wie  ebenda.  Für  nS: 
hat  der  Rand  auch  v.  33  hzn,  das  setzt  wohl  den  Singular  nwe 
voraus,  der  v.  33  im  Text  steht.  Gegen  m*v^  spricht  aber  nicht 
nur  ü^2)'£,  sondern  auch  v.  17.  21.  34. — Die  Randlesart  yyj  ist 
wohl  Fehler  für  Tni*;  vgl.  v.  33  und  zu  13,6.  —  Für  p-cD"' 
(v.  33  p'ZD^),  das  durch  n^vf^  oder  durch  iryn  verursacht  ist,  hat 
der  Rand  mit  Recht  den  Plural,  da  ohne  Zweifel  die  Werke 
Subjekt  sind.  Das  Nomen  picD  findet  sich  34,  12,  das  Verbum 
15,  18  anscheinend  im  Kai,  ebenso  34,  20  das  Piel,  sicher  das 
Hifll  42,  17.  Es  fragt  sich  daher,  ob  hier  das  Kai,  oder  v.  33 
das  Hifil  zu  lesen  ist.  Wegen  des  sächlichen  Subjekts  möchte 
ich  das  erstere  vermuten.  Denn  42,  17  heisst  das  Hifil  wohl 
„etwas  genügend  tun."  Im  Kanon  finden  sich  das  Kai  und  das 
Hifll  mit  te>  (1  Reg.  20, 10.  Jes.  2,  6),  aber  das  Nomen  pcD  auch 
Job.  20,22  neben  pcti' Job.  36, 18.  Das  Kai  bedeutet  1  Reg.  20,10 
mit  h  für  etwas  ausreichen,  das  im  Neuhebr.  häufige  Hifil  Jes.  2,6 
mit  2  an  etwas  Ueberfluss  haben,  von  ihm  voll  sein.  Im  Aram. 
finden  sich  Kai,  Pael  und  Afel,  öfter  mit  "[ri'  im  Acc.  im  Sinne 
von  befriedigen.  —  Gr.  las  v.  33  augenscheinlich  wie  Hebr. : 
xat  TTÖcaav  /pstav  sv  wpa  (248  70  xotipoi)  auxr^c  (70  otÜTOu)  yopr^'ir^ati. 
Dagegen  hat  er  hier  ganz  abweichend :  x7.i  -av  r.poax'x-^ii'x  ev  xotipoT 
auTou  IcfToti  (Lat.  lässt  b  aus).  Indessen  lauteten  v.  16  b  und 
33b  ursprünglich  gewiss  gleich;  Gr.  hat  hier  frei  übersetzt. 
Abzuteilen  ist  wohl-po?  xa-j'ixa  (=  gemäss  der  Einrichtung) ;  betr. 
des  saxai  vgl.  zu  5,  14.     Syr.  hier  nachlässig:  und  sie  alle  sind 


Sir.  39,  16— IS.  359 

für  ihre  Geschäfte  (pnm^i:':)  geschaffen,  v.  33:  und  jedes  Ding 
(122:)  ist  für  seine  Zeit  geschaffen;  vgl.  zu  v.  26  und  zu  13,  6. — 
Ob  Gr.  Syr.  ^31  oder  hzh  lasen,  ist  zweifelhaft.  Indessen  wird 
^^'^  durch  V.  21.  30  empfohlen. —  Der  Weltbestand  ist  gut,  d.  h. 
er  entspricht  der  Gnade  Gottes  und  seiner  gerechten  Vergeltung. 
Denn  Gott  ist  allmächtig  gegenüber  der  Natur  und  den  Menschen 
(v.  17 — 20),  und  alle  Dinge  haben  ihren  besonderen  Zwecli:  und 
sind  ihm  angemessen  (v.  21).  Gottes  Segen  beglückt  die  Welt, 
aber  sein  Zorn  vernichtet  auch  Völker  und  Länder.  Dabei 
unterscheidet  er  zwischen  den  Guten  und  den  Bösen.  Jene 
geniessen  das  ihnen  zugedachte  Gute,  für  diese  lässt  er  das 
Gute  zum  Unheil  ausschlagen,  obendrein  hat  er  aber  Rachegeister 
und  Strafmittel  für  sie  geschaffen  (v.  22 — 31). 

17.  Betr.  a  und  b  des  Gr.  vgl.  zu  v.  21. —  niinj  nach  8yr.  Gr. 
Ersterer  hat:  durch  sein  Wort  lässt  er  aufgehen  die  Sonne  und 
durch  sein  Wort  lässt  er  sie  untergehen.  Gr.  Iv  Xo^w  auxou  saT/j 
o>c  i}r|[x«)V!.a  oodip  y.'xi  £v  pv^fxotxi  aToji,aToc  auxou  aTroSo/cTa  uoaTwv 
(50,  3).  Syr.  las  n)  "[rj;^  (vgl.  Lev.  24,  4.  Ps.  132, 17),  Gr.  las 
1:  und  er  dachte  dabei  an  Ex.  15, 8.  Ps.  33,  7.  Aber  beide 
Deutungen  sind  kaum  zu  begreifen,  wenn  "li  bezw.  li  nicht  näher 
bestimmt  waren;  auch  der  Verf.  konnte  sich  kaum  so  rätselhaft 
ausdrücken.  Ich  glaube,  dass  DTO2  folgte  (vgl.  43,  1.  26,  16), 
DllD  wurde  vom  Gr.  40,  11  in  ähnlicher  Weise  verkannt.  Zu 
u  \gl.  noch  43,  7.  —  Gr.  bezog  das  Suffix  in  nvi«  grammatisch 
falsch  auf  das  Wasser  (Ps.  33,  7).  Es  kann  auch  auf  "iJ  nicht 
gehen,  da  der  Verf.  nur  einen  iriX  zu  kennen  scheint  (v.  30. 
43,  14.  48,12).  Man  muss  es  also  auf  Gott  beziehen  (Dt.  28,12. 
Jer.  50,  25).  Vor  nyis  ist  2  aus  a  zu  subintelligieren,  dagegen 
NViam  (vgl.  Dt.  8,  3)  nach  Gr.  Syr.  anzunehmen. 

18.  Ein  Femininum  )nm  passt  nicht  in  den  Satz,  es  ist 
verderbt  aus  irnn  (=  auf  der  Stelle,  wie  2  Sam.  3,  12),  das 
Cowley-Neubauer  ohne  weiteres  lasen.  Ryssel  vermutet,  dass 
Syr.  («nnnn  =  in  Freude)  eine  Form  von  riTin  las  oder  annahm. 
Dagegen  könnte  Gr.  iv  7rpo3TaY[xaTi  auxoü  auf  imin  (doch  s.  z.  6,37) 
beruhen.  Clem.  AI.  paed.  II  4,  44  und  Lat.  praem.  on.  —  )})::•} 
n^^^rj  vgl.  11,17.  43,26,  wo  beide  Mal  nhT  steht,  das  auch  hier 
herzustellen  ist.  Syr.  sein  Belieben  wird  getan.  Gr.  iraaa  -f] 
(70  S*'"  om.  -/j)  £u6o/ta  (157  add.  auxou).  Clem.  AI.  liest  vielleicht 


360  Sir.  38,  24-41,  13. 

mit  Recht:  Tiaaa  suooxiot  Yivexai.  Dann  ist  Traaa  wie  sonst  öfter 
Zutat  (vgl.  auch  zu  43,  26).  Uebrigens  hat  Lat.  nur:  placor  fit. 
—  )r\)!Wnh  -nifj^oj  vgl.  1  Sam.  14,  6.  Gr.  oc  sXct-Truasi  to  a«n-/;f>'.ov 
au-o'j;  vgl.  Syr.  r\jip)^h  nmiJ'm  =  der  (oder  das)  verzögert  sein 
Gebot  (1.  ropilo  =  seine  Rettung).  Aber  besser  Clem.  AI.  sXaV 
Toiöic  ek  TO  aojTT^ptov  autou,  Lat.  minoratio  in  salute  ipsius.  Ob 
Gr.  mono  (vgl.  40,  26)  las,  steht  dahin,  jedenfalls  ist  -iivvö  fest- 
zuhalten. —  Die  Rettung  des  frommen  Israel  ist  immer  das 
Hauptziel  des  göttlichen  Waltens. 

19.  WVü]  Gr.  und  Syr.  haben  den  Plural,  nur  Syroh.  den 
Singular  (kein  Ribbui).  —  70  ora.  b.  —  nrojj  zu  -n'Dö  vgl. 
Prv.  27,  5  und  zu  41,  14.  Gr.  x.oußyivai,  aber  Lat.  quidquam  ab- 
sconditum.  —  TTV  12:ü\  vgl.  Am.  9,  3.  Syr.  Miönp  p.  —  Vgl. 
17,  15.  20.  15,  19.  Indessen  will  er  hier  nur  sagen,  dass  die 
Menschen  in  Gottes  Gewalt  sind,  weil  er  von  all  ihrem  Tun 
weiss.  Die  Dinge  kennen  bedeutet  sie  beherrschen.  In  dem- 
selben Sinne  heisst  es  v.  20,  dass  Gott  den  Weltlauf  von 
Ewigkeit  zu  Ewigkeit  übersieht;  vgl.  42,  18 ff. 

20.  Von  den  4  Stichen  des  Hebr.  hat  Gr.  den  1.  und  4., 
Syr.  den  3.  und  4.  Stichus.  —  ühr;  t;)]  Gr.  ek  tov  atöivz,  aber 
253  55  254  iaa;  (254  praem.  xo»')  xou  aiwyor,  Lat.  usque  in  sae- 
culum.  —  js^rj  Gr.  irI^Xz'\ie,  Lat.  respicit.  Ueber  den  Sinn  vgl. 
zu  42, 19.  —  oyöT  ppj  Syr.  ^:di  h'hp  (wenig  und  viel).  —  p?m  nSc:] 
vgl.  zu  3,  21  und  zu  43,32.  Syr.  SK^pi  y^y  (stark  und  schwierig); 
vgl.  zu  3,21.  Gr.  nur  {lauji-asiov,  al.  i>7.'ja7atov;  vgl.  11,4.  42,17. 
43,  29.  —  lioo]  Gr.  svavxtov  (S*  IvfüTiiov  c,cpöaXix«iv,  Lat.  in  conspectu) 
auxou,  Syr.  rh2)ph.  —  Im  2.  Stichus  habe  ich  für  "icbö,  das  auf 
dem  Facsimile  deutlich  ist,  früher  falsch  n^niiD  gelesen,  davor 
lesen  Cowley- Neubauer  und  J.  Levi  ^[Ti],  Schechter  ^  .  .  .,  ich 
glaubte  üh  p  hy  auf  der  Photographie  zu  sehen.  Nun  passt  b 
zu  a  (vgl.  zu  V.  19)  nicht,  eher  zu  c,  wenn  man  b  hinter  c 
stellt.  Aber  b  ist  schlechte  Variante  zu  v.  18  b,  und  c  erscheint 
somit  als  eine  Ergänzung,  die  die  Paarzahl  der  Stichen  herstellen 
sollte.  Dagegen  passt  d  zu  a,  pim  sSci  bedeutet  hier  wie  3,  21 
die  inte] lectu eile  Schwierigkeit.  —  Zu  b  des  Hebr.  vgl,  noch 
Ps.  147,5. 

21.  Die  4  Stichen  des  Hebr.,  von  denen  der  3.  und  4.  als 
V.  34  wiederkehren,  hat  Syr.  sämtlich  hinter  v.  16.  Gr.  hat  dort 


Sir.  39,  19—21.  361 

den  1.  und  4.,  hier  den  1.  und  2.,  aber  Orig.  25, 138  zitiert :  1.  2.  1.  4. 
Lat,,  der  auch  v.  16  b  auslässt,  hat  hinter  v.  16  nichts,  hier  dagegen 
den  1.  und  4.  Gegen  Gr.  spricht  die  Identität  von  v.  17  a  (Gr.) 
und  V.  21a  (Gr.).  Uebrigens  dürfen  die  beiden  üisticha  nicht 
von  einander  getrennt  sein,  ihre  natürliche  Stelle  haben  sie 
aber  vor  v.  22  —  31,  in  v.  17  c  —  20  handelt  es  sich  um  etwas 
anderes.  Ein  alter  Leser  glaubte  v.  21  hinter  v.  16  stellen 
zu  müssen,  weil  am  Schluss  v.  33  (=  v.  16)  und  v.  34  (= 
v.  21c  d)  auf  einander  folgen.  Aber  dass  v.  34  nur  das  zweite 
der  beiden  Disticha  wiederholt  wird,  begreift  sich  eben  daraus, 
dass  sie  nicht  unmittelbar  auf  v.  16  folgten.  Entweder  vergriff 
Gr.  sich  bezüglich  des  3.  Stichus  oder  die  Umstellung  drang 
nicht  völlig  durch.  Syr.  hat  im  Anschluss  an  Gr.  die  Umstel- 
lung völlig  durchgeführt.  Im  Lat.  weist  das  Fehlen  von  v.  16  b 
darauf  hin,  dass  er  einmal  nach  Gr.  korrigiert  war,  dass  später 
aber  v,  17  a  b  des  Gr.  im  Lat.  wieder  getilgt  wurde,  wobei  auch 
v.  16b  verloren  ging.  Zugleich  wurde  v.  21  des  Lat.  nach 
V.  17  a  b  des  Gr.  korrigiert.  Somit  lässt  sich  die  Stellung  der 
Stichen  in  den  4  Rezensionen  erklären,  wenn  ihr  ursprünglicher 
Platz  hinter  v.  20  ist.  Viel  schwieriger  ist  die  Differenz  zu 
begreifen,  wenn  sie  ursprünglich  hinter  v.  16  standen.  Aller- 
dings setzen  sie  voraus,  dass  vorher  von  den  Werken  Gottes  die 
Rede  war,  aber  unmittelbar  brauchten  sie  deshalb  auf  v.  16  nicht 
zu  folgen.  —  ii2hS  pK]  vgl.  Ezr.  9,  15.  Nöldeke,  Syr.  Gramm. 
§  286.  Syr.  leKn  n'-Si,  ebenso  v.  34.  —  n*  n^h  ,-n]  das  erste  ni 
ist  energische  Voraufnahme  (vgl.  10,19),  das  zweite  steht  enklitisch. 
Gr.  schlecht:  -i  xo-j-o,  ek  -(  -ooxo.  Hieraus  entstellt  248  an  beiden 
Stellen:  xi-oo-zr,  hziv.  Vgl.  Czuv.  17:  -( zoo-6  ian,  xt  touto.  Origen. 
(s.  auch  19,116)  oia  -(  xouxo  r^  sfc  -(  xoSxo.  Vgl.  Chrys.  I  903,  The- 
odoret.  IV  686  und  Cod.  296  zu  v.  21:  r^  zk  xt  xoöxo.  Lat.  quid  est 
hoc  aut  quid  est  illud.  Uebrigens  fehlt  v.  17  a  in  der  Sixtina,  aber 
in  keiner  griechischen  Hs.  (ausgenommen  296?).  —  "iniJ  )2''iih  hzn  -:] 
Gr.  Tocvxct  Yap  zk  x,'>2i''ac  otuxöiv  zy-ia-oa;  aber  ausser  B  (253  254 
308)  haben  alle  mit  Sah.  Origen.  Chrysost.  Theodoret.  /pst^zv 
(doch  vgl.  V.  31.  42,23)  und  für  ct-jxÄv  (Chrysost.  I  903,  Theodoret. 
om.)  hat  Chrys.  VII  5  ot-jxoj,  für  szxicixo:'.  haben  Chiys.  Theodoret. 
eysvsxo.  Syr. :  denn  sie  alle  sind  in  Angemessenheit  («n"''7l2)  ge- 
macht.   Die  Randlesart   nsr   'inyi   ist  wohl  aus  d   eingedrungen. 


362  Sir.  38,  24-41,  13. 

Allerdings  würde  bei  Annahme  der  Eandiesart  und  entsprechender 
Korrektur  in  d  vielleicht  die  Reihenfolge  von  v.  17  b  21b  des 
Gr.  hergestellt,  auch  könnte  s/xiatlT]  vielleicht  =  izr  sein  (s.  z. 
43,  25).  Aber  dagegen  spricht  v.  34,  der  in  allen  Rezensionen 
gleichmässig  überliefert  ist.  üebrigens  ist  ja  deutlich,  dass 
Gr.  (und  Syr.)  sinj  statt  ins:  lasen;  vgl.  30c  Hebr.,  wo  der 
Texteslesart  isi33  am  Rande  nnr:  gegenübersteht. —  mo  yi  n*]  Syr. 
ungenau:  dies  ist  schlecht  und  dies  ist  gut.  —  i^r  inj?3  S:n  tJ 
V,  34  steht  T3J''  (vgl.  Ps.  12,  5),  am  Rande  aber  auch  dort  13^. 
Das  Verbum  bedeutet  hier  wie  36,  27  trefflich  sein  (vgl.  lia^). 
Syr.  hier:  denn  sie  alle  in  ihrer  Zeit  beweisen  sich  stark  (|nnjnö), 
V.  34:  und  für  den  Termin  (vgl.  zu  v.  30)  ihrer  Zeit  beweisen 
sie  sich  stark.  Gr.  hier:  Trav-ua  '(äp  ev  xaifxjS  auxou  (248  70 
Syroh.  253  Origen.  au-wv)  C//T-/iÖ7j3£xai  (70  £uooxi;xr|f}r,(3ovTai).  v.  34: 
TT.  7.  EV  y.a.ip(i  (Lat.  add.  suo)  £iJooxi[x-/]i>r|a£TC(i.  Ob  das  letztere 
irgendwie  mit  "innj  in  v.  21b  zusammenhängt  (vgl.  zu  40,25), 
darf  man  fragen;  dagegen  ist  ^r^-r^\}r^a^-ot.l  {=  es  wird  aufgeboten) 
wohl  willkürliche  Uebersetzung.  üebrigens  lauteten  v.  21  d  und 
34  b  gewiss  gleich.  —  Vgl.  Koh.  3, 11. 

22.  inDia]  nach  Gr.  Syr. —  Für  ia\  das  Dan.  12,  5—7  im 
Sinne  von  Fluss  steht,  setzt  Gr.  wie  LXX  xo-otixoc,  Syr.  Kiru 
(ebenso  beide  47,  14).  Aber  der  Verf.  dachte  an  den  Nil  (vgl. 
24,  27),  und  bei  113  an  den  Euphrat.  —  ns^'^^n]  vgl.  47,  14,  wo 
wie  hier  das  Hifil  gemeint  sein  kann,  dessen  Annahme  in  dieser 
Bedeutung  kein  Bedenken  hat.  Vgl.  Syr.  r^'^ia  24,  26.  47,  14. 
Syr.  hier  K''Ti,  Gr.  zr.v/Alo<\>t.  Nach  Lat.  (inundavit,  Sah.  Aeth.  beide : 
er  füllte  sich)  schreibt  Herkenne  zTzivluas,  wobei  er  dieselbe 
Verwechslung  in  LXX-Hss.  Dt.  11,4  nachweist.  Lat.  mag 
sTiiyluaz  gelesen  haben,  aber  Gr.,  der  -ot7.;xoc  für  iii:  verbraucht 
hat,  setzt  rhetorisch  xa-axXtia[xo?  für  "im  Damit  wollte  er  wohl 
zugleich  dem  ncirn  gerecht  werden.  Vgl.  auch  xocX^tttsiv  =  ühf2 
16,  30.  37,  3.  —  '^^n]  Gr.  ^vif^av  (37,  3),  70  ^r^pav  yr^v,  Sah.  7^^ 
Syr.  KöSy.  —  155  Lat.  om.  xat',  aber  Codd.  Am.  Sang.  Corb. 
Theoder.  haben  et. 

23.  Syr.  für  a  frei:  so  er  in  seinem  Zorn  (aber  w:  so 
sein  Zorn)  die  Völker  richtet.  —  Für  o.oyv  lesen  S'^^  Sah.  Aeth. 
richtig  opyr^,  ebenso  Lat.:  sie  ira  ipsius  geutes,  quae  non  exqui- 
sierunt  eum  (vgl.  zu  33,  2),  haereditabit.     Das  Impf,  ti^nv  steht 


Sir.  39,  22—25.  363 

im  prätehtalen  Sinne  wie  oft  in  der  Poesie,  es  wird  bestätigt 
durch  zX-/)ryovo]xr^(3£i.  Gr.  verstand  das  Verbum  vielleicht  im  Sinne 
von  austreiben.  Gemeint  sind  die  Kanaaniter  (vgl.  16,  9).  — 
A  C  106  157  307  k  15.5  296  308  Aeth.  stellen  b  schlecht  hinter 
v.  24.  —  (ju^  ist  schlechte  Wiedergabe  von  "i  (Hebr.  Syr.),  und 
'jootTa  rhetorisch  für  npu^Q  gesetzt,  wofür  Syr. :  ihr  bewässertes 
Land.  —  rhsb]  Gr.  zl;  ^Ihxr^^j,  wonach  auf  rrh^h  (Ps.  107,34)  zu 
schliessen  ist,  das  vermutlich  auch  am  Rande  stand.  Syr.  snSoS 
kann  in  verschiedener  Ausspraclie  ebensowohl  =  nnSoS  wie  = 
rh^h  sein.  —  Lat.  quomodo  convertit  aquas  (in  siccitatem)  et 
siccata  est  terra.  —  Gemeint  sind  Sodom  und  Gomorra  (vgl.  T\p]ifr2 
Gen.  13,  10). 

24.  Syr.  für  a:  die  Wege  der  Gerechten  sind  gerade  vor 
seinem  Angesicht.  Das  ist  Ausdeutung  der  Texteslesart  des 
Hebr.  Dagegen  Gr.  ox  (70  praem.  (uz)  6ool  a-j-ro'j  toIc  oa-'o'-c  (v.  13) 
eüösTai.  Danach  ist  vom  Rande  "iT'mK  einzusetzen  und  sodann 
c^'3nS,  das  übrigens  auch  durch  b  erfordert  ist,  zu  schreiben. 
Der  Singular  steht  auch  v.  25a.  Lat.  für  a  nach  verderbter 
Vorlage:  et  viae  illius  viis  illorum  directae  sunt.  —  pj  Syr. 
und  auch  (ebenso  v.  25).  —  Cl'S]  ist  nach  Gr.  (tou  7.vo;xo'.c)  und 
Syr.  (s^^ti^i^)  wie  öfter  Fehler  für  L^rh.  —  iSSwD^]  =  Syr.  pcn^D, 
aber  der  gegenteilige  Sinn  ist  erfordert.  Gr.  -poT/.oix;xo:T7.,  307 
155  -poT/oauLct.  NachEx.  9, 17  könnte  'SSirc  vielleicht  bedeuten: 
sie  sind  gesperrt  d.  h.  unwegsam.  Man  könnte  sonst  denken  an 
miPD^  (vgl.  Thr.  3,  11),  ihr^zT^,  ".SpSpn*,  iSpvn\  Lat.  add.  in  ira 
eins,  was  wohl  mit  der  zu  v.  23  notierten  Umstellung  zusammen- 
hängt. —  VgL  Hos.  14,  10.  Ps.  18,  26  ff. 

25.  In  das  Loch  am  Anfang  der  Zeile  passt  nit:  =  Gr. 
oy/xM  (70  praem.  wc),  Syr.  «nnt:.  —  nttSj  Gr.  toic  aYaOoi;,  Syr. 
hat  Pluralpunkte  (vgl.  zu  v.  24).  —  pbu[  verstehen  Gr.  (Ix-tsxat, 
Sah.  er  hat  geschaffen)  und  Syr.  (nnrrs)  im  Sinne  von  schaffen, 
nach  V.  28  (r^^iJ)  und  weil  hier  überall  von  den  Werken  Gottes 
die  Rede  ist.  Aber  „zuteilen"  genügt  (s.  z.  34,  13).  —  K^xn;:] 
vgl.  16,  26.  —  n^s^iVj  Gr.  toTc  iaapxtoXoTc  (12,  6),  Syr.  sSiy'?.  — 
yTi  zie]  Gr.  nur:  xaxa,  aber  Lat.  bona  et  mala,  wonach  Nöldeke 
rlyxxia  xai  xaxa  herstellt.  Syr.  sei  es  zum  Guten  (w  Maus.  Gutes), 
sei  es  zum  Bösen  (w  Maus.  Böses).  Der  Rand  hat  vielleicht  T^, 
wonach  v.  25  sich  nur  auf  v.  26.  27  bezöge.  Aber  das  Zeugnis 


364  Sir.  38,  24—41, 13. 

des  Lat.  fällt  für  die  Textlesart  ins  Gewicht,  und  v.  25  ist 
wohl  eher  das  Thema  für  v.  26 — 31.  Uebrigens  wäre  der  Aus- 
druck bei  der  Lesart  yh  schief,  da  ihr  in  a  2)^h  in  anderem 
Sinne  (für  den  Guten)  gegenüberstände.  Sie  beruht  auf  Miss- 
verständnis. 

26.  Gr.  für  a:  dpyr^  Tzd^sr^  yjJZiot.;  zk  Co>TjV  dvi>pa):rou  (70  155 
Lat.  avÖpwTTwv),  Syr. :  SK^:«  "jm  a^nh  pnnon  «rnns:  pn'^lD  ty"*"!.  Danach 
ist  in  die  Lücke  am  Anfang  b^kt  einzusetzen.  Hinter  *?:  könnte 
sodann  im  Hebr.  i"i^  (vgl.  Syr.  «mav  und  zu  v.  16)  ausgefallen 
sein.  Aber  Syr.  ist  mit  «"nS  |""ynnöi  dem  Gr.  gefolgt,  vielleicht 
geht  also  auch  xmni:  nur  auf  yj^^'y-z  zurück,  das  Gr.  zugesetzt 
haben  kann.  Denn  c^'n  kann  Lebensunterhalt  bedeuten  (vgl.  4,1 
und  besonders  29,  21).  —  Vor  irup  setzen  ausser  B  S*  (23  70 
106  308)  Lat.  alle  (auch  Clem.  AI.)  ein  -mi  hinzu,  253  70  S 
lassen  es  vor  aior^po?  aus.  —  a).ot]  248  106  (beide  ex  corr.)  A 
oXa;,  Clem.  AI.  paed.  8,  76  yocXa  (om.  xai  -^dkcn.  in  c),  Lat.  (om. 
xai)  sal  (om.  Toi.  Am.  Sang.  Theodor.)  lac  (om.  xott  -(dloL  in  c). 
248  hat  auch  atorypov  und  S*  C  Clem.  AI.  ae|xtoaXtv,  aber  oXa  ist 
kein  Accusativ;  vgl.  die  NTl.  Wörterbb.  und  Grammatiken,  so- 
wie zu  22,  15.  43, 19.  —  Syr.  fährt  fort:  und  Fett  (wim)  und 
Weizen,  was  schlechte  Uebersetzung  von  can  aSn  ist;  vgl.  Ps. 
81,  17.  147, 14.  Dt.  32,  14.  Wie  an  letzterer  SteUe  sind  Fett 
und  Blut  von  Weizen  und  Trauben  spielend  in  Parallele  gestellt. 
Gr.  frei:  -/.cd  astxt'oaXt?  irupou;  Lat.  et  panis  similaginis.  Dass  er 
von  der  Gerste  schweigt,  ist  bemerkenswert.  Indessen  wollte  er 
10  Dinge  aufzählen.  —  248  70  Syroh.  253  23  S  106  k  157 
307  Sah.  lesen  mit  Hebr.  Syr.  richtig  xat  "caXa  xal  jxsXi.  —  2:v  diJ 
vgl.  Gen.  49,  11.  Gr.  ar[i,a  otocjuXti?  (50,  15).  Der  Ausdruck  ist 
hier  kaum  noch  poetisch  (1  Macc.  6,34).  Lat.  ungenau:  et  botrus 
uvae,  Syi'.:  und  Trauben  und  Wein  (vgl.  zu  50,  15).  —  iJ3lJ 
Syr.  und  Decke  und  Kleid.  Aber  un  ist  beides.  —  Vgl.  über- 
haupt 29,  21. 

27.  Die  Ergänzung  nach  Syr.  und  Gr.  lauia  TravTot.  — 
Q'yitäh]  Gr.  toi?  sucjsßsaiv  (vgl.  zu  12,  4).  —  ira""^]  Syr.  pKtso,  Gr. 
£1?  a.'[abd  (nach  b);   vgl.  zu  7,  13.  —  p]  Syr.  l;    vgl.  zu  13,  20. 

—  ü'^y'h]  Gr.  toT?  atxapxwXoi?  (v.  25),  Lat.  impiis  et  peccatoribus. 

—  Huh  (vgl,  zu  37,  30)  ist  alberne  Variante.  Syr.  steigernd: 
zum  Fluch. 


Sir.  39,  26—30.  365 

28.  Die  Ergänzung  in  a  nach  Gr.  Syr. :  inziv  irvi'jjxaxa  (70 
S*  korrigieren:  Trvs-jixa)  a  (70  o)  zk  izotxr^a'.v  IxTia-at.  Indessen 
steht  ly""  wie  4,  21.  —  X7.t  h  Dujjko  a-jtwv]  =  Syr.  ^Mmim,  70 
gea  106  "»"K-  157  307  korrigieren:  auioo,  ebenso  248  70  8*=* 
lOQm<,rg.  157;  loTspstuas.  —  [ijp^nr  D'-f-nj:]]  statt  omi:  (Job.  14,18. 
18,  4)  wäre  an  sich  auch  cn  (Job.  9,  5)  denkbar.  Syr.  fipy  kiij: 
=  sie  entwurzeln  Berge.  Gr.  sstspscoctay  [j.a3-r,'ac  «utäv;  ob  er 
anders  las,  steht  dahin.  Der  hebr.  Ausdruck  ist  nicht  hyperbo- 
lisch zu  verstehen  (vgl.  das  rabbinische  onn  yiv  bei  Buxtorf  s. 
V.  ipy,  und  Edersh.  z.  St.),  vielmehr  ist  das  Erdbeben  ein 
ständiges  Moment  des  göttlichen  Gerichts.  Die  hier  gemeinten 
Geister  walten  auch  nicht  in  den  v.  29.  30  aufgezählten  Uebeln, 
die  ausdrücklich  von  ihnen  unterschieden  werden  (s.  z.  v.  29), 
sie  sind  also  geradezu  die  Urheber  von  Erdbeben  und  ähnlichen 
Katastrophen.  —  xai  2°]  om.  248  70  Syroh.  253  (23)  106  "^^'^ 
157  307  Lat.  (aber  nicht  Sang.  Theodor.  Corb.)  Syr.  (aber  nicht 
Ambr.).  —  auvTsXsfec]  wohl  =  nS^,  das  die  öfter  eintretenden 
Vertilgungsgerichte  bezeichnet;  vgl.  nSs  nj?3  44,  17.  Syr.:  des 
Zornes;  vgl.  Gr.  zu  44,  17  (opyr^).  Vielleicht  las  Syr.  auch  hier 
so  in  einem  griechischen  Text.  —  layhv  Ix/souai]  ist  auffällig, 
70  korrigiert:  ^V^TV  ^^^^  1^,  11.  33,  8.  Dagegen  Syr.-:  Kraft  sie 
zeigen  (pno),  was  angemessener  erscheint.  —  xal  töv  dujjLov  .  .  . 
xoraaouaivj  Syr.  |n^ja  .  .  .  Nmil;  vgl.  Zach.  6,  8.  Ez.  5, 13.  LXX 
hat  öfter  öujxo;  für  mi.  —  xou  -oiVjsav-o?  «utoo;  (70  au-a)]  Syr. 
pK  sim;  vgl.  15,14,  aber  auch  7,30.  47,8. 

29.  m2T  m]  vgl.  Ex.  9,  22  ff.  Ps.  148,  8.  —  nin  j;n]  Gr. 
xal  h^ioq  xal  ÖavaTO?  (vgl.  40,  9),  lies  nyi  (vgl.  zu  40,  9).  Lat. 
lässt  xai  1°  (so  auch  307  Anton.  1229)  und  2°  aus.  Syr.  kok:i 
«mm  {=  und  Steine  des  Todes),  lies  «mal  wcdt  (=  Gr.).  —  rhu  d:J 
Gr.  Syr.  Tta'v-a  laui-a,  aber  DJ  ist  schon  durch  die  Variante  zu 
V.  30  geschützt,  ferner  wäre  rhu  h2  vor  dem  von  v.  30,  das 
dort  die  Gesamtheit  aller  Strafmittel  bedeutet,  nicht  am  Platze. 
Dann  sind  aber  auch  die  Geister  von  v.  28  hier  in  rhu  nicht 
einbegriffen.  Allerdings  sind  auch  v.  29  kosmische  Mächte  ge- 
meint, im  Unterschiede  von  den  irdischen  v.  30.  —  aoi^^aS]  Gr. 
zl;  sxSi'xr^aiv  (so  mehrmals  LXX). 

30.  \u^  n^n]  vgl.  12, 13.  Gr.  erleichternd:  ^pmv  ooovrs?; 
vgl.  sonst  Dt.  32,  24.  —  ]p&)   i^pj?]  Gr.  axop-ioi   v.al   l/si?,    Syr. 


366  Sü-.  38,  24—41,  13. 

Skorpione  und  Schlangen.  —  mm]  Syr.  ora.  i,  wie  vielleicht  auch 
der  Kaüd.  —  ni^pj]  Gr.  ixotxoöaa;  vgl.  neplJ  21"  Lev.  26/25.  — 
cnnnb]  Syr.  nmo'?!,  Gr.  zk  o/.sflpov.  —  Ani  Schluss  hat  Gr.  aaeßsT; 
(253  23  7.a£ß£3iv,  Corb.  impiis,  Syroh.  czas^wv,  Toi.  impiorum),  das 
er  meistens  für  yi^i  setzt.  Auch  hat  Syr.  «yB'-iS.  —  Der  3.  Stichus, 
für  den  die  Textlesarten  festzuhalten  sind  (c:  stammt  aus  v.  29, 
Tin2:  aus  v.  21;  vgl.  dag.  N"i2  43,  14),  ist  in  Gr.  Syr.  verloren  ge- 
gangen. Er  ist  aber  dadurch  gesichert,  dass  Gr.  und  Syr.  den 
4.  Stichus,  freilich  an  falscher  Stelle,  haben.  Bei  Gr.  findet 
sich  hinter  v.  31a:  -/.oX  i-i  ■zr^z  yr^  zl;  yjjeCot.;  (Lat.  Singular) 
sToiaaci^r^arjv-oti.  253  lässt  die  Worte  aus.  Gr.  verlas  offenbar  nÄ'xn 
in  pK3,  und  ausserdem  nj;':'!  in  'f\)th.  Für  ipo  (vgl.  Lev.  5,  23) 
findet  sich  itoiaa^oj  in  der  LXX.  Im  Syr.  ist  der  4.  Stichus 
mit  V.  34b  verquickt:  denn  sie  alle  sind  gesammelt  (p^cp)  in 
Rüstkammern  (xni'ixa)  und  sie  sind  für  den  Termin  ihrer  Zeit 
(=  Hebr.  riyh)  vgl.  zu  v.  20)  vortrefflich  (pn:no  ]17\:2]  pv^)). 
Die  Randlesarten  des  Hebr.  sind  auch  hier  zu  verwerfen.  — 
Der  iriS  Gottes  ist  auch  43,  14  die  Rüstkammer  des  Gerichts; 
vgl.  Job.  38,  22  f.  und  dag.  Dt.  28,  12  man  n:nx,  übrigens  zu 
V.  17  und  zu  48,  12. 

31.  Ci"T.iS  )r\rJ2]  Syr.  und  zur  Zeit,  da  er  Auftrag  gibt 
(ipon)  ilmen.  Gr.  iv  r/J  ly-roXf,  (Sah.  Lat.  in  mandatis)  auTou.  — 
itr^ri^^]  vgl.  Ps.  19,  6.  Gr.  £ucp,oavf)r;3oyTat  (vgl.  LXX  und  zu  32,  11), 
Syr.  sie  freuen  sich.  —  cpn2"]  Gr.  y.aX  h  xotipotc  ccj-iov,  was  Miss- 
verständnis von  pn  sein  kann.  Syr.  wohl  in  Verbesserung  des 
Gr.:  und  alle  ihre  Tage;  w  Maus.  Mas.  I:  und  in  allen  ihren 
Tagen.  Der  Sinn  ist  aber:  in  ihrem  Teil  (=  der  ihnen  zu- 
gewiesenen Aufgabe);  vgl.  zu  16,26.  Ex.  5,  14.  - —  rc  TO"]  Gr.. 
Trapaßrjaov-ai  (LXX)  Aoyov  (s.  z.  9,  18),  Syr.  snSo  p2J?e  (vgl.  Syr. 
zu  16,  28).  —  Betr.  des  Gr.  vgl.  auch  zu  v.  30. 

32.  ti'Nio]  vgl.  16,  26.—  Tisrnn]  so  nur  hier;  doch  vgl.  ri'n 
44,  23,  aram.  und  neuhebr.  iiZ'^T,  2''T  (=  gewiss).  Gr.  £a-r,p7i>-/;v. 
Das  Verbum  ebenso  für  "[Iöd  5, 10;  LXX  setzt  es  zweimal  für 
r::n.  —  Twann]  steht  entweder  da  oder  ist  herzustellen.  Gr.  vA 
oievoT^dr^v;  vgl.  v.  12.  —  2nr;]  Gr.  iv  7pa'f(i;  vgl.  42,7.  44,5. 
45, 11.  —  "nron]  Gr.  in  schlechtem  Ausdruck  acpr^xa  (6,  3).  —  Syr. 
schlecht:  weil  sie  von  Anfang  geschaffen  sind,  so  bedenkt  es 
ihr  Menschen,  dass  im  Buche  geschrieben  ist  dies  alles. 


SÜ-.  39,31—40,  1.  367 

33.  Schreibe  nach  Gr.  Syr.  ""ti^j?«  und  ipicD""  und  vgl.  übri- 
gens zu  ^■.  16.  —  Syr.  für.  a:    und  alle  seine  Werke  sind  gut. 

—  Betr.  "[m  vgl.  zu  13,  6. 

34.  Ueberall  sind  hier  die  Randlesarten  anzunehmen ;  vgl. 
übrigens  zu  v.  21  und  betr.  des  Syr.  auch  zu  v.  30. 

35.  nny]  Gr.  v.m  vSy.  Vgl.  nnyi  45,  25.  Indessen  steht  auch 
50,  22  (Gr.  xotl  vuiv)  nnj?  in  der  Handschrift,  und  Syr.  hat  45,  25 
nur  h^2D  wie  hier.  —  nci]  vom  Syr.  nicht  ausgedrückt,  ist  nach  Gr. 
in  den  Text  zu  setzen.  —  irm]  Gr.  ujj.vr^aaxs  (vgl.  LXX).  Der  Fehler 
uu,v/;aot[jL£v  findet  sich  nur  in  B'^.  —  t^npri  ct^]  =  Gr.  ovoixa  xuptou. 

—  Syr.  stellt   um:   Deshalb    mit  eurem   ganzen  Herzen   segnet 
Gott  und  preiset  {)n2fi'')  seineu  Namen.  —  Vgl.  Ps.  145,21. 

40, 1 — 41, 13.  Auf  den  volltönenden  Hymnus  von  39, 
12 — 35  folgt  hier  sehr  unerwartet  die  Klage,  dass  das  mensch- 
liche Dasein  leidvoll  sei,  und  zwar  nicht  nur  in  Folge  der  Sünde 
der  Mensclien.  Das  Leiden  ist  auch  ein  Stück  ihrer  von  Gott 
geschaffenen  Natur.  Ruhelos  müssen  sie  ihr  ganzes  Leben  hin- 
durch sich  sorgen  und  ängsten,  und  übrigens  ist  ihr  Dasein  ein 
furchtbarer  Ki'ieg  Aller  gegen  Alle,  dessen  Schrecken  sie  bis  in 
ihre  Träume  verfolgt.  Aber  die  Gottlosen  haben  doch  viel 
mehr  zu  leiden,  als  die  Frommen.  Ihr  Glück  vergeht,  während 
das  der  Frommen  gedeiht  (v.  1 — 17,  im  Ganzen  20  Disticha  =: 
3.  3.  4.  I  2.  2.  1.  I  2.  2.  1).  Die  Gottesfurcht  bewährt  sich  als 
das  höchste  Gut,  wie  in  neun  (ursprünglich  vielleicht  zehn)  Ver- 
gleichen dargelegt  wird  (v.  18 — 27  =  9.  2).  Eine  Lösung  des 
Problems  wird  freilich  nicht  gefunden.  Ebenso  wird  vom  Tode 
geredet,  der  für  die  einen  furchtbar  und  für  die  anderen  will- 
kommen ist,  als  göttliches  Verhängnis  aber  unter  allen  Umständen 
willig  ertragen  sein  will  (41,  1 — 4  =  2.  2.  2.  1).  Uebrigens 
bedeutet  der  Tod  für  die  Gottlosen  (v.  5 — 10  =  3.  3.  1)  etwas 
anderes  als  für  die  Frommen,  deren  Name  ewig  bleibt  (v.  11 — 13 
=  3).  Dazwischen  steht  unvermittelt  eine  Warnung  vor  dem 
Schmarotzertum  (40,  28 — 30  =  3.  1).  —  Geschichtlich  bedeutsam 
ist  hier  41,  5  ff.  die  Apostrophe  an  die  Gottlosen,  die  die  väter- 
liche Religion  verlassen  haben. 

40,1.  h)i:  püv]  vgl.  7,25  und  zu  3,22.  Syr.  schlecht: 
grosse  Dinge  (sni3i').    Ebenso    für   izd   hr;   willkürlich:    starke 


368  Sir.  40,  1-41,  13. 

Arien  («©''pn  ndjj).  —  Gr.  setzt  die  Konstruktion  wie  34,  13  (s.  d.) 
in  das  Passiviim  um  und  verlässt  dabei  den  AVortlaut:  dT/oUa  (39, 1) 
[xsyaXTj  IxtiGTott  ttwii  aviifxorao.  phn  (Syr.  si;)  wird  man  nach  44,  2 
(s,  d.)  erklären  müssen  (vgl.  übrigens  zu  34,  13). —  Ss]  Syr.  anhü, 
Gr.  xupto?;  vgl.  zu  44,  2.  —  ons*  ''jn  Sj:]  Gr.  i-l  uiou?  (S  106  k 
157  296  308  uioT?)  'Aoa-x.  Man  wird  b  als  selbständigen  Satz 
verstehen  müssen.  —  ins^:]  man  erwartet  nnKV.  Syr.  (ipc:n)  hat 
überall  in  c  und  d  den  Plural.  Gr.  (i^ooou)  übergeht  das  Suffix 
hier  und  bei  )2)\if,  dagegen  hat  er  für  las  ix/^xpo?  aux&y  (155  cutoü). 
—  131if]Syr.  poDT  (=132:^'?);  Gr.  aTil  xacp-/],  AC  k  Sah.  s-itccciv:, 
Lat.  sepulturae,  S*^^  s7riaTpa<p-/j,  70  157  sTTiaxpo'fi;?,  und  so  auch 
Co.  (248)  ?to?  STTtSTpocpr^?  r^ll^Ja<;.  Vgl.  dTtoaxpo'fTi  16,  30. —  "n  h2  n«  Sx] 
vgl.  Gen.  3,  20.  Gr.  zk  [xr^xspa  Tia'vxwv,  Syr.  willkürlich:  «yi«S 
K'^m  d,  h.  zum  Lande  der  Lebendigen  (oder  des  Lebens).  R: 
zum  Gott  alles  Lebenden.  Nach  der  Chaosvorstellung  sind  wie 
die  Pflanzen  so  auch  die  Tiere  (Gen.  1,12.24)  und  am  Ende 
die  Menschen  selbst  aus  der  Erde  hervorgegangen.  Das  gilt  aber 
auch  noch  jetzt  von  den  einzelnen  Menschen  (Job.  1,  21.  Ps. 
139, 15).     Vgl.  auch  zu  46,  12. 

2.  Hebr.  om.,  aber  das  Distichon  ist  durch  den  formellen 
und  inhaltlichen  Parallelismus  von  v.  5  gesichert.  —  xouc  oia).o- 
7ta}jiou?  (70  XoYta|xou?)  auxtov]  wohl  =  cnnii^na  (13,  26.  43,23);  also 
Homoiarkton  mit  v.  3.  Syr.  pnnmati^n,  was  auf  hebräischem  oder 
syrischem  Verderbnis  beruht.  Perles  (WZKM  XI  101)  meint, 
nmoio  und  DiWiö  seien  vom  Syr.  verwechselt.  —  ^oj^ov  xapotac] 
Syr.  die  Ueberlegung  («n"'j;"in)  ihres  Herzens.  Das  erscheint  als 
zu  schwach.  Aber  «n'^yin  dürfte  wie  47,23  =  ni.T  sein,  das  auch 
Kummer  und  Sorge  bedeutet;  vgl.  30,21.  Ps.  13,3.  —  Die 
Accusative  in  a  wie  26,5,  dagegen  scheint  b  einen  selbständigen 
Satz  bilden  zu  sollen.  Aber  so  sperren  sich  die  beiden  Stichen 
gegeneinander.  Sodann  kann  yijj-spa  xsXs-jxtiC  weder  in  b  noch  in 
a  und  b  Prädikat  sein;  denn  die  Menschen  denken  nicht  von 
Jugend  auf  immerfort  an  ihren  Todestag.  Man  darf  aber  auch 
TjjjLspa  xsXsuxTj?  nicht  den  drei  vorhergehenden  Ausdrücken  koor- 
dinieren, denn  fj[x£pa  xsXsuxr,?  ist  nicht  s.  v.  a.  der  Tod  selbst. 
Syr.  hat  füi-  b :  und  das  Ende  ihrer  Worte  (prT^oi  «mm)  bis  zum 
Tage  ihres  Todes.  In  seiner  Vorlage  war  dT"DT  nnnx  (=  ihr 
letztes    Schicksal)    vielleicht    Erklärung    des    Aequivalents    von 


Sir.  40,  2-6.  369 

£-tvoict  -f.oaooxi7.^.  Aber  als  ursprünglich  ist  anzunehmen  üT  ny 
cniöj  und  Aäelleicht  ist  auch  im  Gr.  i<oc  Tjjxipa?  herzustellen,  70 
155  lesen  7;|x£p7.;.  Uebrigens  ist  nach  Analogie  von  v,  5  das 
Ganze  als  Apposition  zu  poy  und  hv  anzusehen  und  somit  vor 
b  auch  das  „und"  des  Syr.  anzunehmen. 

3.  rOjS  ND3  nwo]  Gr.  d-o  xaf>-/i]jLEvo'j  s-i  Opovou  iv  oo^d  (so 
nur  B  (155),  dag.  248  s.  0.  So?-/;?,  alle  anderen,  auch  Lat.,  I.  &. 
svoocou),  Syr.  von  denen,  die  sitzen,  (auf)  den  Thronen  der  Könige. 
Beide  übersetzten  frei.  —  >dki  icj;  2wh  nyj  Syr.  und  bis  zu  denen, 
die  sitzen  (in)  Staub  und  Asche;  er  las  wohl  nwS,  was  ent- 
sprechend dem  doppelten  nJiij?  v.  4  anzunehmen  ist.  Unan- 
nehmbar dagegen  ist  lyni':  wegen  v.  4.  Dagegen  Gr.  xal  (A  om.) 
i'uj;  T£-a-stvcuij.3vo'j  iv  7-^  xal  a-oö(o  (vgl.  zu  10,  9).  Vielleicht  las 
er  'Si  >Dj?3  n?'S  iV-  Die  Verbindung  h  iy  ist  iu  den  späteren 
Büchern  des  Kanons  nicht  selten.  —  Vgl.  Ex,  12,  29. 

4.  nisiyö]  Gr.  d-h  'Siorjr/y^-rjz  (11,5),  Syr.  "Ttsp  |ö  (welche 
umbinden).  —  pifi  ^''i):\  Syr.  nur:  Njn  (Krone).  Gr.  Gotxivöov  (al. 
uc(xtvi>ivov)  X7.1  ax£'ic(voy;  er  setzte  ein  Kleid  wegen  b.  Lat.  ab  eo 
qui  utitur  hyacintho   et  portat  coronam.     Vgl.  aber  11,  5.  47,  6. 

—  naiyj  Gr.  der  Abwechslung  halber:  Tr£pi['iaXXo}x3vou,  ebenso  Syr. 
l^iJ^nSi.  —  ["iv]'^  rhr:^*]  vgl.  nyti*  nms*  Gen.  25,  25.  Zach.  13,  4. 
Syr.  frei:  das  Kleid  der  Armut.  Gr.  wjxoXivov,  was  wohl  will- 
kürlich ist. 

5a  b.  -[ü]  lies  ?]K  nach  Gr.  (i>u[i.oc),  Syr.  (xun);  vgl.  30,  24. — 
nnci  njssi  nxip]  Syr.  xnSnm  iS^jai  «nrn:i,  aber  Ambr.  m  xnnri  wjai. 
Gr.  ungenau:  xal  Ct/Xoc  xal  (248  70  Syroh.  253  23  S  C  om.) 
xapa/Yj  xal  aa'Xoc.  —  n'ü  n.^'S]  vgl.  Ps.  55,  5.  Gr.  Syr.  praem.  xat'. 

—  mnnj  vgl.  34,  29.  Syr.  W'nm  (w  Maus.  Mas.  I  om.  i),  Gr.  xal 
(Lat.  om.)  [j.r|Vtati,a  (al.  lJ.v^vi[j.a,  «xr^vic  vgl.  ZU  10,  6).  —  i"*"!!]  Syr. 
snpi,  Syr.  xal  sVvic.  —  Alle  diese  Affecte  sind  als  Leiden  vor- 
gestellt, dabei  handelt  es  sich  aber  im  Unterschiede  von  v.  2 
um  den  Unfrieden  unter  den  Menschen. 

5  c  d.  Vgl.  Koh.  2,  22 f.  —  c  =  46,  19  a,  wo  die  Worte 
aber  anderen  Sinn  haben.  Syr.  hat  den  Plural.  —  nrif]  Gr.  uttvo?. 
Nöldeke  erklärt  die  Orthographie  aus  der  späteren  aramäischen 
Aussprache  r\i%K  —  iriyn  njti'n]  könnte  angenommen  werden  nach 
Gr.  dUoioT  (12,  18)  -jvwaiv  a-j-ou.  Der  Sinn  müsste  sein:  er  ver- 
wirrt seineu  Verstand.  Zu  Yviucriv  bemerkt  Grotius:  i.  e.  meutern. 

Smend,  Sirach-Kommeutar.  ^'* 


370  S""-  40, 1— Jl,  13. 

Nam  sie  vocem  CJialdaeam  S'p:'::,  (juae  respondet  Hebraeae  \nr: 
vel  nj;i;  usurpat  Daniel  IV  31.  33.  Vgl.  auch  ,Tyic  n«  ^jk>  Targ. 
Ps.  34,  1,  und  zu  nVT  in  der  Bedeutung  Verstand  3, 25  und 
Cowley-Neubauer  p.  XXXI.  Aber  dass  der  Schlaf  den  Verstand 
des  Menschen  verwirrt,  besagt  n:^n  nicht;  es  wäre  auch  zu  wenig. 
Ich  nehme  daher  inyi  an  und  erkläre  mv^n  „er  verdoppelt".  Vgl. 
zu  45,  20.  Syr.  im  Schlaf  der  Nacht  beunruhigt  er  sie  {]',rh  n:?:). 
Er  hat  anscheinend  vom  Schluss  von  v.  5  auf  den  Schluss  von 
V.  6  b  übergelesen. 

6 ab.  Gr.  übergeht  prh.  Augenscheinlich  liegt  ein  Infinitiv 
mit  h  vor,  der  durch  das  Impf,  fortgesetzt  wird.  Möglicher  Weise 
bedeutete  pn  vacare,  Ruhe  haben.  Zwischen  pvh  und  der  freilicii 
unsicheren  Iväudlesart  nph  liegt  in  der  Mitte  hrh.  Man  sagte  aber 
)h  nn.  —  ttipti''']  Gr.  iv  (23  om.)  av7.-c('j32i  (wegen  sv  -j-voic 
in  b).  —  pci]  Gr.  x7.1  c?.-'  s/stvou;  vgl.  3  Ezr.  6,  19  (=  pN  p 
Ezr.  5,  16).  Aramäisch  ist  pis,  man  kanii  das  oder  aber  j"::! 
(vgl.  13,7  und  die  Orthographie  35,2)  vermuten. — ^  m^Sn:]  Gr.  iv 
u-voic.  LXX  setzt  öftai'  'j-vo?  für  L'hn,  aber  Armen.  Sah.  lasen 
(sv)  iv'j-v'ou.  —  triJj]  habe  ich  angenommen  nach  Jes.  57,  20,  wo 
es  t:piy  gegenübersteht  (so  auch  Taylor).  Gr.  sinnlos:  «>?  sv  r,\j.iyj. 
(248  70  y)[x3f/7.ic)  ay.o-ior.:.  Wahrscheinlich  ist  axo-iac  Fehler  für 
xo-ia  (Armen.).  Gr.  setzte  unverständig  wc  iv  v)!i.£(ia  hinzu  und 
übersetzte  iyiJ3  frei;  vgl.  Syr.  ])r\h  i:o.  Vielleicht  schrieb  der 
Uebersetzer  aber:  «jc  r^ixifja:  (38,27)  xo-ia;  der  Fehler  entstand  dann 
dadurch,  dass  ;v,  das  vor  svu-v'oic  gehörte,  an  falsche  Stelle  geriet. 

6  c  d.  ya  J2j?o]  ähnlich  las  wohl  Syr.,  der  bei  -[Sanci  an 
öj;-'  (=  |'5,"j  dachte.  Indessen  ist  ',^Vf2  wohl  aus  a  eingedrungen. 
Man  möchte  deshalb  y^iv'^f:  vermuten,  das  als  Pulpal  oder  Hith- 
palpel  mit  njJK  zusammengebracht  werden  könnte.  Gr.  T2i>of/uj':J-/iijLivo? 
hätte  dann  freilich  ungenau  übersetzt.  —  p:no]  Gr.  sv  opaast,  Syr. 
siina,  aber  p  ist  deshalb  nicht  anzufechten.  —  ik^cjJ  Gr.  xapot'otc 
(s.  z.  31,5),  Syr.  frei:  der  Nacht.  —  [nrip  Ti?^:]  Gr.  nur:  «j? 
sxTTSösuYtt)?,  Syr.  pr^i  ii-)22  -\^.  —  "nr  ['>2^J  ]  nach  Syr.  mp  |o 
NCni.  Gr.  airo  -f>oaa)-o'j  7:oäs|j.ou  (leg.  TToXsaiou?),  Lat.  in  die  belli. 

7.  Syi'.  für  a:  wie  der  Wille  {htz'J  (w  Maus.  Ambr.  |S)  -\s) 
in  seinem  Herzen  und  er  erwacht.  Gr.  sv  xaipu)  oturr^pia?  auiou 
s;rj7spi}r^.  Syr.  hat  srzi'  öfter  für  --ili:  (13,  6),  aw-rr^pia;  ist  aber 
wie    4,  23  = /psiac.  "]Tii'  ist  wie  15,  12.  38,  12  mit  2  verbunden, 


Sir.  40,  6—9.  371 

und  was  der  aus  dem  Traum  Auffahrende  noch  (ly)  l)edarf, 
kann  nur  der  Schlaf  sein.  Wie  8yr.  auf  ni':;  kam,  ist  unklar. 
Gr.  scheint  [nJtrJs  übergangen  zu  haben,  denn  schwerlich  darf 
man  au-o2  in  u-vou  ändern.  Vermutlich  verstand  er  "["ii::  von 
der  höchsten  Not  des  Verfolgten.  —  Gr.  für  b:  xat  a-oÖau[j.7'C(«v 
zl;  rjuohc/.  cpoj'tiov.  Das  letztere  ist  =  ])H  na\si  (d.  h.  nichtige, 
grundlose  Furcht),  dagegen  wird  Gr.  im  Uebrigen  willkürlich 
übersetzt  haben.  Syr.  folgt  ihm:  und  er  sieht,  dass  nicht  ist 
an  ihm  (w  Maus,  ihm)  etwas.  Aber  der  Sinn  kann  nur  sein, 
dass  der  böse  Traum  den  Schläfer  nicht  nur  erschreckt,  sondern 
ihm  auch  den  Schlaf  raubt,  ci:  und  ny^  werden  hier  wie  ge- 
wöhnlich (vgl.  zu  34,  1.  2)  unterschieden  sein. 

8.  Gr.  für  a:  ;i£ta  rAnr^z  Qarjv.hq  7.-0  dvöfxo-o'v  sojc  xt/jVOuc. 
Aber  so  fehlt  ein  Prädikat.  Aus  dem  Vorigen  kann  es  nicht 
subintelligiert  werden,  da  das  Gesagte  auf  die  Tiere  nicht  passt. 
"WZ  hz  bedeutet  öfter  auch  alle  Menschen  (z.  B.  o9,  19).  Besser 
Syr.:  bei  (cy)  allen  Söhnen  des  Fleisches,  ihre  Sorge  (pnnci:)  ist 
bei  ihnen.  Er  setzt  Knci'  für  nJXi  (zu  80, 24).  Man  könnte 
sonst  an  Verwechslung  von  T\^''irv:i  und  nr:'n2  denken.  —  In  b  folgt 
der  Trost,  dass  es  den  Gottlosen  noch  viel  schlimmer  ergeht. 
.  .  .  Dj;  ?!«]  Gr.  x7.t  £-1  7.aczfytojX(Tjy  (307  157  106  -Xw).  —  s-TarActaia] 
vgl.  zu  32,  13.  Gemeint  sind  die  v.  9  aufgezählten  Uebel.  — 
-f-oc  -7.'jTC(  geht  natürlich  auf  das  Vorige.  Syroh.  "[''K  für  Trpo?, 
vielleicht  stand  da  2  (s.  z.  25,  19).  —  Syr.  für  b  schlecht:  und 
der  Reichtum  vertreibt  (i3ö)  ihren  Schlaf;  vgl.  34,  1.  Es  fragt 
sich  aber,  ob  die  Worte  hierher  gehören,  da  Syr.  v.  9.  10  auslässt. 
Vielleicht  sind  sie  Variante  zu  v.  7  b. 

9.  Syr.  om.  —  Da  das  2.  und  3.  Paar  eine  Pai-onomasie 
darstellt  und  Gr.  39,  29  (wie  öfter  LXX)  Öocva-o?  für  nn  setzt, 
Avird  man  dies  am  Anfang  ergänzen  dürfen.  Vgl.  an  "i2i  Ez. 
5,  17.  28,  23.  —  nnni  innri]  die  Punktation  wie  Dt.  28,  22,  welche 
Stelle  der  Verf.  wohl  im  Sinne  hat.  LXX  hat  dort  ipsO'arji-oc 
für  imn,  wogegen  sie  mn  scheinbar  übergeht.  Gr.  hier  epic  xal 
pofjL'fa-'a;  vgl.  imn  Prv.  26,21.  Aber  „Streit  und  Schwert"  passt 
im  Dt.  nicht.  Man  spricht  deshalb  dort  nin  und  verstellt  imn  von 
einer  Getreidekrankheit.  Vgl.  Sam.  Targ.:  nJ2Jim  nnp'^pnm.  Beides 
wird  auch  hier  anzunehmen  sein.  —  b  fehlt  nur  in  B",  die 
übrigen  haben  für  b:    i-ct:{iüyj.\.^  (55  add.  xaO    Xijxo*  xal  (S*  om.) 

24* 


372  Sir.  40,1-41,  13. 

ayvTf>t;j.;x7.  ysA  [xv'ati;  (70  S*  Sah.  ;j.7'a-:iYsc,  Lat.  l]a,i:;ella).  248 
korrigiert:  /.i[j.o'j  (so  auch  70  Am.  (Joi-b.  Theoder.)  x7.t  a'jvTfy''[j,|j.7.-o; 
y.7.t  u-acytr/oc.  Für  nyi  ist  nach  /.'.;j.oc,  das  freilich  an  falscher 
Stelle  steht,  3p  (vgl.  zu  39^  29)  zu  lesen,  iin<l  für  mo,  das  hiej* 
nach  "IST  auffallig  ist,  wahrscheinlicli  n:ö  oder  mrc.  Es  fragt  sich 
dann  nur,  ob  l-or{w[rjx  (vgl.  zu  3,  28)  oder  [xotaTi;  =  n'2ö,  hezw. 
jxa'aTu  oder  k~rjr^iM'['jx  =  ik'  ist.  Der  Plural  2-7.710771  könnte  für 
das  erstere  sprechen.  Dann  hätte  Gr.  die  Wortfolge  total  um- 
gekehrt. —  Zu  2>n  ^,2^)  i]if  vgl.  Jes.  51,  19. 

10.  Syr.  om.  —  Vgl.  39,25.  28  ff*.  —  r^n  hv\  Gr.  izt 
7v6|xrju?;  d.  h.  ihnen  zur  Last.  —  npj  Gr.  wohl  willkürlich: 
t7.0t7  7t7vt7;  vgl.  39,27.  30. —  r,"2y2';|  =  Gr.  7.7.1  0-'  aotoüc.  —  nS:] 
Gr.  falsch  ausdeutend:  0  x7.-7/./.'j3|j,oc.  Vgl.  44,  17  Syr.  Es 
handelt  sich  hier  aber  vielmehr  um  die  öfter  wiederkehrenden 
Vertilgungsgerichte.  —  t^'wn  (Gr.  i-j-ivcTo)  ist  wohl  verderbt.  Der 
Sinn  ist  entweder:  sie  tritt  von  Zeit  zu  Zeit  ein,  oder:  sie  ist 
(als  Potenz)  einmal  geschaffen.  Regelmässig  wird  nSs  mit  nirj? 
verbunden,  aber  ni^'yn  liegt  graphisch  nicht  nahe.  Da  Sirach 
ti^ia  im  Sinne  von  fernbleiben  gebraucht  (38,  12),  stimme  ich 
jetzt  dem  Vorschlage  li^'r^n  sS  bei  (vgl.  Prv.  17,  13). 

11.  pKO  hz]  =  Gr.  Syr.  -av-c«  Zaa  d-b  77^;;  vgl.  41,  10 
und  43,30,  sowie  mit  Cowley  -  Neubauer  1  Chr.  29,11.  2  Chr. 
32,  31. —  ilty"]  Gr.  dvas-picssi,  A  Sah.  -a-pEist,  Lat.  converteutur.  — 
Gr.  xal  (70  add.  ocra)  7.-0  'jo7'Ta)v  sie  O7X7.337.V  dyxvAii-zti  (Sah. 
7.v7xa[jL'}£t).  Lat.  et  omnes  aquae  in  mare  reverteutur  (Koh.  1,  7). 
Gr.  verlas  Dia  in  CD  (vgl.  zu  39,  17),  das  er  der  Abwechslung 
halber  verschieden  übersetzte.  Es  handelt  sich  um  die  Rück- 
kehr des  Geistes  zu  Gott  (Koh.  12,  7),  die  zur  Vernichtung  des 
Menschen  gehört.  Dass  alle  Menschen  vergehen,  ist  ein  Trost 
für  das  Glück  der  Gottlosen  (vgl.  10,  11.  Ps.  49).  Die  Rand- 
lesart ''^\  die  Wühl  =  "iiy*  ist,  will  vielleicht  den  Frommen  einen 
anderen  Ursprung  und  Ausgang  vindizieren. 

12.  Hebr.  om.  —  Syr.:  jeder,  welcher  sündigt  {ni'^rn)  und 
betrügt  (oder  lügt,  hiit:),  wird  aufhören  (Si22j),  aber  die  Tüchtigen 
C'T'i^*:)  der  Ewigkeit,  auch  sie  werden  bestehen  (pö'pnj).  Vielleicht 
ist  Scupov  =  in^i^  (vgl.  20,  29  Syr.),  wofür  Syr.  etwa  y^  las, 
was  besser  passen  würde.  i;7Xst'cpc3i}7t  neben  ^22  wie  46, 20. 
Vielleicht  stand  hier  n3t^.     Was  Syr.  für  7:iattc  las,  ist  unsicher. 


Sir.  40.  10-13.  373 

Man  darf  aber  nJi!::s  vermuten  (s.  z.  38,31).     Jedenfalls  hat  Syr. 
mit  Unrecht  Konkreta  an  SteUe  der  Abstrakta  des  Gr. 

13.  Die  Lesart  Sin  ha  Sin^  ist  unter  dem  Einfluss  von 
V.  11  entstanden;  aber  auch  S-no  hTi  kann  nicht  das  ungerechte 
Gut  bedeuten,  da  '^''n  nie  ^  Gewalttat  ist.  Gr.  (/pr/fiaxa  aöwwv) 
und  Syr.  (sipiiJn  sc::)  führen  auf  Siya,  dessen  T  sich  in  der 
Texteslesart  erlialten  hat.  Vgl.  rhr;  (16,  1)  und  h)y  (Frevler, 
16,  13.  41,  6).  —  |n\s*  hmz]  Gr.  wc  r^o-rx^xk  (s.  z.  v.  16.  24,  30) 
;r|pavi>r^3c-oct,  Syr.  pcijni  s'rn:  ""n  d.  h.  sie  werden  wie  ein  Bach 
fortgeschwemmt.  Die  übliche  Deutung  von  |n\s  als  perennierend, 
beständig,  ewig,  nach  arab.  ^jj  (von  perennierendem  Wasser) 
hat  an  den  alten  Uebersetzungen  wenig  Halt.  Allerdings  übersetzt 
Symmachus  das  Wort  meistens  mit  dry/aXo:  (einmal  -c/Xaioc),  ebenso 
Aquila  zweimal  und  Theodot.  einmal,  vielleicht  auch  Targ.  1  Reg. 
8,  2.  Vgl.  auch  Ex.  14,  27  Vulg.  ad  priorem  locum  (=  ):n''i6). 
Bei  Aquila  ist  die  gewöhnliche  Uebersetzung  a-spsoc,  dagegen  im 
Targ.  Syr.  Vidg.  stark;  vgl.  LXX  Gen.  49.  24  (xpaToc),  Xum.  24,21 
(icj/upoc),  Job.  12,11)  (ouv7'3r/)c).  Ein  perennierender  Bach  kann  a.  u. 
St.  mit  |n\\'  Sn:  unmöglich  bezeichnet  sein,  sondern  nur  ein  Winter- 
bach, wie  auch  das  Folgende  zeigt.  Aber  auch  Dt.  21,  4  ist  die 
gewöhnliche  Deutung  mindestens  sehr  unwalirscheinlich,  weil  es 
nur  bei  wenigen  Städten  einen  perennierenden  Bach  gab.  LXX 
hat  dort  'fapay;  7,07.7017.,  Vulg.  vallis  aspera  et  saxosa,  Targ.  Syr. 
ein  unbebautes  {yz)  Tal.  Aehnlich  erklärt  der  Talmud.  Vgl. 
dazu  LXX  Am.  5,  24  7,37-0?  und  jn"-»  Prv.  13,  15,  wo  LXX  iv 
7-wXe'7.,  Vulg.  vorago.  Ps.  74,  15  ist  |n''S  minj  wohl  der  stark 
fliessende  Jordan  (Jos.  3,  15).  So  erklärt  auch  der  Aruch  den 
Flussnamen  |n\s',  und  ebenso  Targ.  Am.  5,  24  (i2jc).  Ex.  14,  27 
heisst  i:n\s'7  wahrscheinlich  „mit  aller  Gewalt"  (Targ.  n'cpinS). 
Die  Grundbedeutung  ist  wohl  stark  (vgl.  Job.  12,  19),  dann  stark 
fliessend  (vgl.  hier  das  parallele  Tix),  dabei  im  Arab.  im  Sinne 
von  immerfliessend,  im  Hebr.  von  plötzlich  fliessend.  Für  ge- 
wöhnlich ist  ein  |n\s*  Sn:  trocken,  steinig  imd  unfruchtbar,  weil 
der  Wassersturz  den  Humus  fortschwemmt.  Vgl.  hier  ^/),07vi>r^- 
a£T7i,  Jes.  51,  12  LXX  £c-/;p7vt}-/;cr7.v  für  ]n}\  Job.  33,  19  Vulg. 
marcescere  facit  für  ]m,  wo  LXX  freilich  =y7'px-/ja£v.  Das  sama- 
ritanische  Targum  hat  für  |n\^  dreimal  Npay  (Tal),  ebenso  Mi.  6, 2 
LXX  Syr.  '•f'0tp7.Yc,   Hp?2lj;.     Für  die  gewöhnliche  Deutung  spricht 


374  V^^^^^^H 

allein  1  Reg.  8,  2,  wo  der  Monat  c"'jns  von  einer  in  der  LXX 
felilenden  Glosse  als  der  7.  ]\Ionat  bezeichnet  ist.  Uebi-ij^ens 
ist  dort  gesaj^t,  dass  in  jenen  Monat  ein  Fest  odei-  das  Fest  (:n) 
fiel,  als  welches  im  weiteren  das  Ilerbstfest  erscheint.  Man  hat 
deshalb  den  Monat  D''JnK  mit  dem  Oktober  identifiziert.  Denn 
Mitte  bis  Ende  Oktober  nimmt  der  Herbstregen  gewöhnlich  seinen  ^ 
Anfang,  während  die  stärksten  Kegenfälle  im  Dezember  und 
Janiiai-  vorkommen.  Im  Spätherbst  haben  daher  allein  die  peren- 
nierenden Bäche  Wasser,  wogegen  die  Winterbäche  im  Dezember, 
Januar  und  Februar  am  stärksten  fliessen.  Heisst  der  Monat 
aber  wirklich  nach  unserem  in'X,  so  ist  damit  noch  nicht  be- 
Aviesen,  dass  ]r^ü  den  perennierenden  Wasserlauf  bezeichnet.  Es 
erscheint  als  unnatürlich,  dass  ein  Monat  nach  einer  Erscheinung 
benannt  sein  sollte,  die  im  ganzen  Jahre  Statt  hat.  Sodann 
fragt  sichs,  ob  der  Monat  von  jeher  dem  Oktober  entsprach,  da 
die  Monate  bekanntlich  oft  von  ihrer  ursprünglichen  Stelle  im 
Jahre  verschoben  wurden.  Habe  ich  Recht,  so  muss  Am,  5,  24 
als  Drohung  verstanden  werden,  was  sich  aucli  aus  anderen 
Gründen  empfiehlt. —  Gr.  für  b:  z^i  wc  i^p'^vTr^  (^  '«:)  jxsy^'ä/^  iv 
-js-:««)  zirjrpv..  Er  verstand  p'CN  nicht  und  hatte  vielleiclit  ypE: 
"i-isuach  46,  17  im  Sinn.  Besser  Syr.:  und  wie  Flüsse,  die  voll 
sind  ^•on  leichten  (KnS''Sp  =  m^p)  Wolken.  Betr.  nVip  Tin  (vgl. 
Job.  28,  26.  38,  25)  s.  z.  32,  26.  Hier  ist  die  Bedeutung  „Donner- 
regen" kaum  zu  bezweifeln.  —  Vgl.  Job.  6,  15  ff. 

14.  Gr.  für  a  sinnlos:  h  (38,  23)  tro  avouai  a-jtov  '/yY^.% 
£'>ipavi>r^cjcTai  (v  -aovxat).  Er  verstand  n-cs  (vgl.  Jer.  4,  29.  Job. 
30, 6)  falsch  als  d."'B3  und  deutete  'nxit^  willkürlich  als  öffnen. 
Uebrigens  stand  der  Fehler  iSt  vielleicht  schon  in  seiner  Vorlage. 
Syr.  hat  für  den  ganzen  Vers :  wenn  sie  weggerissen  (jtSj)  sind, 
hören  sie  auf.  Er  las  vielleicht  h^f,-!  aber  näher  liegt  ^^jv  — 
insti'  DvJ  kann  heissen:  wenn  (s.  z.  16,  26.  38,  23)  er  anschwiRt, 
aber  ich  ziehe  vor:  mit  seinem  Schwall,  bezw.  bei  seinem 
SchwaR  (vgl.  ^f.'hh  cj?,  m  in  cy).  —  Gr.  für  b:  o-jtu);  (=  p)  oi 
-a.oaßai'vovts;  (er  verstand  wohl  CKr.D  als  D^snel  £u  auvisÄsiotv  hXv.- 
'Vj'jsiv.  In  der  Tat  wird  nrh  hier  völlig  bedeuten  wie  an 
mehreren  Stellen  im  Kanon  (vgl.  Gesen.  Thes.  s.  v.).  p  steht 
wie  oft  gegensätzlich. 


Sir.  40,  14—16.  375 

15.  Gr.  für  a:  sx-ova  7.3s,3(T>v  oO  -hr^ihvzX  x>.aoouc,  Syr. :  und 
Nachwuchs  (sc':'n)  wird  den  gottlosen  («rif^i)  Menschen  nicht  sein 
(Mas.  II  Ambr.  bestehen;  vgl.  v.  17).  Nach  der  Randlesart  ist 
nvj  anzunehmen,  12:1:  ist  durch  das  sinnlose  Cf2nt2  herbeigeführt, 
das  wiederum  unter  Einfluss  von  v.  18  entstanden  sein  wird. 
Uebrigens  könnte  üf^nt:  'j  so  wenig  wie  '-  •:  die  Nachkommen 
des  Gottlosen  bezeichnen,  es  ist  vielmehr  hier  wie  v.  Iß  von 
ihm  selbst  (vgl.  Jes.  60,  21)  die  Rede.  Betr.  cr:n  vgl.  zu  10,23. 
Auch  npy'  bedeutet  nicht  seine  Naclikommen,  sondern  seinen 
Trieb  schlechthin,  wie  ihn  jede  gedeihende  Ptlauze  hat  (auch 
LXX  xXaoo?  für  npjr  Hos.  14.  7).  Wie  npr  auszusprechen  ist, 
steht  dahin.  Vielleicht  ist  es  aus  piV  verderbt,  unter  Einfluss 
des  bei  Sirach  öfter  vorkommenden  npT  üh  (=  er  bleibt  nicht 
ungestraft) ;  vgl.  z.  B.  9,  12.  34,  5.  —  ppn  it>Tiir*i]  =  Gr.  x^l  rjC^r/.i 
otxaOotp-oi;  dabei  ist  i^'n'ij«  wie  3,9  die  Pflanze  selbst.  Dagegen 
Syr.:  die  Wurzeln  nämlich  (t:  =:  ':)  der  Sünder.  Sah.:  die 
Wurzeln  der  Unreinen,  dagegen  vorher:  die  gottlosen  Kinder.  — 
vSd  I'^  hv]  vgl.  Job.  39,  28.  1  Sam.  14,  4  und  oben  zu  20,  16. 
Gr.  £-'  axf.o-o|xo'j  (s.  z.  ^8,  17)  -e-pac,  Syr.  erweiternd:  wie  eine 
Aehre,  welche  gewachsen  ist  auf  dem  Zahn  eines  Felsens  (xcpr). 
—  Vgl.  23,25.     Job.  8,  Uff. 

16.  Gr.  für  a:  o:/z'.  i-\  zavtoc  'jo7.toc  xai  /siXo-jc  -OTaaoO 
(s.  z.  V.  13).  El'  las  für  das  sinnlose  m^mp:  ein  x  +  c\'2,  wo- 
bei er  die  Wortfolge  umstellte  und  auf  ä'/s'.  =  "nx  riet,  von  dem 
an  der  Musterstelle  Job.  8,  11  (vgl.  hier  b  und  dort  v.  12)  die 
Rede  ist.  Es  bietet  sich  camp,  das  B.  Erubin  22  a  vorkommt 
als  eine  Art  Schilf,  die  im  Sumpf  (c';::n*)  wächst;  vgl.  Buxtorf 
s.  v.  Dagegen  will  Levy  (s.  v.)  [c]'''2^p  lesen  mit  dem  Aruch. 
Vgl.  aber  Low,  Ptlanzennamen  p.  202  (151),  sonst  neuhebr. 
n'anp  Rohr  und  n'a"*p  eine  Art  Mohn.  Am  Rande  des  Bachtals 
vertrocknet  Schilf  zuerst.  —  rcj]  muss  Ufer  bedeuten,  wie  targ. 
fja,  fjV.,  syr.  und  christl.  palästiu.  p|;i,  neuhebr.  ?|3.  —  Syr.  für  a: 
und  wie  AckerwLnde  (?sS2'72n),  welche  wächst  auf  dem  Vorsprung 
(kc:"i:)  des  Bachtales  (ahn).  —  Nach  Gr.  Syr.  ist  "«JcS  anzunehmen, 
aber  auch  Ti'n  oder  Z'O  statt  "'1:2  (Gr.  //^'■^"'j?,  Syr.  pnr)  zu  schreiben. 
Denn  "üa  hj  passt  nicht,  wenngleich  der  Regen  dem  verdorrenden 
Schilf  aufhilft.  —  ^:>'^:]  geht  auf  c\!DTip.  Das  Verbum  bedeutet 
Job.  6,  17  vertrocknen  vom  Wasser,  nach  u.  St.   aber  auch  von 


376  Sir.  40,  1—11,  13. 

der  Pflanze.     8yr.   stry,    dagegen    Gr.  ix-iAr^asT^t,    was    schlecht 
geraten  ist. 

17.  ncn  und  7]prj  wie  i/.£-/)[j,oa'jv/j  und  ydrA;  17,  22.  Vgl. 
betr.  non  zu  44,  1.  —  8yr. :  und  die  Taten  der  Kechtschaffenen 
(w«n)  sind  in  der  Zeit  (wi3?2)  gesegnet,  und  die  Taten  der  Ge- 
rechten werden  in  p] wickelt  bestehen.  Gr.  für  a:  //ipi?  a>? 
-afyaosiofoc  £v  suXo-i't'otic.  Gr.  las  py:,  Syr.  schlecht  pj?3,  das  er 
aramäisch  verstand.  Beide  Uebersetzer  treten  hier  also  als 
selbständige  Zeugen  dem  Hebr.  gegenüber.  Der  Anklang  an 
V.  27  fällt  dagegen  nicht  ins  Gewicht  (vgl.  auch  b  mit  v.  12), 
vielmehr  steht  v.  17  a  in  diesem  Wortlaut  in  gutem  Gegensatz 
zu  V.  15.  1().  Gr.  lässt  mit  Unrecht  das  "  am  Anfang  aus.  Er 
hat  ferner  iv  s'j/.oy'air  wie  45,1.  46,11.  Aber  hier  stand  schwerlich 
nr'cS,  sondern  wie  v.  27  wohl  nur  n:~D;  vgl.  betr.  des  iv  zu 
21,6  und  Zach.  8,  13  LXX.  Uebrigeus  hat  Anton.  1129  hier 
wie  V.  27  nui'  zulo-^h.;.  Der  Siim  ist  aber:  die  Frömmigkeit  ist 
Gedeihen  (d.  h.  sie  gedeiht)  wie  Eden  (Jes.  51,  3).   —  p:nj  Gr. 

18.  (Jr.  füi'  a  (Syr.  om.):  Cw)]  oiuTotpxou?  i^yaTOu  -j'Xuzav- 
i>r^3£TC(i.  Schon  Grotius  setzte  hinter  ^.oTapxouc  (Sah.  om.)  ein  xa-' 
hinzu,  das  durch  dix'fo-cpa  erfordert  ist.  Lat.  für  b:  et  in  ea 
invenies  thesaurum.  —  Vielleicht  verstand  Gr.  wj-d^jxr^z  als  ver- 
mögend. Er  las  aber  wohl  wie  der  Rand  nnr,  das  diesen  Sinn 
haben  kann;  vgl.  zu  8,  13.  10,  27.  Dagegen  fragt  sichs,  ob 
Ep^axou  wirklich  auf  TDti'  zurückgeht,  das  übrigens  unannehmbar 
wäre.  Man  wird  aber  ein  intransitives  'Q'0  im  Sinne  von  ver- 
dienen vermuten  dürfen:  vgl.  das  Hithpael  Hagg.  1,6  und  im 
Neuhebr.  (=  Gewinn  machen).  Die  Lesart  iru^i  l"'''  ist  aus  v.  20 
eingedrungen,  Sriy  inr  hängt  wohl  mit  nisrn  ^Ti^  zusammen.  — 
DT:t^Dl]  =  und  glücklicher  als  sie  beide.  Verschiedene  Eigen- 
schafts- und  Verbalbegriffe  sind  hier  und  im  Folgenden  bei  p 
zu  subintelligieren.  Syr.  und  wer  ihnen  nahe  kommt  (sipna  = 
DrtTtyö?).  —  N*i*löJ  verstehen  Gr.  Syr.  mit  Recht  als  Partizip.  — 
nn'D]  das  aram.  Wort  steht  als  Randlesart  auch  41,  12  {nt^i^) 
und  41, 14  für  I2:\s. 

19.  Wie  Hebr.  hat  auch  Syr.  4  Stichen:  Ehre  («mai  =  ny: 
Tj??)  und  Ansehen  (Nip"*»  =  y^:  nS''?)  stellen  auf  einen  Namen, 
aber  (besser)  als  beides,  wer  Weisheit  findet.     Ein  Bau  (WJS  = 


Sir.  40,  17— Jl.  377 

otxooo|j.rJ  uad  eine  Ptlauzung  (xnZÄj)  erneuern  einen  Namen,  aber 
(besser)  als  beides  ein  weises  (Ambr.  gutes)  Weib.  Durch  das 
Plus  des  Hebr.  Syr.  kommt  eine  Zehnzalil  von  Sätzen  zu  Stande, 
die  vielleicht  vom  Verfasser  beabsichtigt  war.  Gleichwohl  ist 
das  Plus  zu  verwerfen.  Dass  vom  Namen  zweimal  geredet  wird, 
ist  unpassend.  Dabei  erscheinen  ciy  iTay  und  cuf  'innc,  sowie 
yvi  ^'7■'  und  V'^:)  njit*  als  Varianten  (s.  u.).  Formell  passt  n!2:n  a^i^t: 
zu  yy)  ih^  nicht.  Namentlich  aber  darf  von  der  Weislieit  an  die- 
ser Stelle  noch  nicht  die  Rede  sein.  Jemand  korrigierte  indessen 
ijflN  n::i^  in  nö:~  svi^s,  weil  er  an  der  Glücldichpreisung  des 
Schatzfinders  Anstoss  nahm,  und  aus  dieser  Korrektur  erwuchs 
die  ganze  Wucherung.  —  Tj?'|  Gr.  verdeutlichend:  xai  otzooo;j.Yj 
TToXsoic.  Der  Verf.  denlvt  zunächst  wohl  an  die  Städtegründungen 
der  griechischen  Könige. —  iTnr]  vgl.  37,  26.  Ex.  9,  16,  sowie  c'pn 
Dt.  25,7.  —  nr^']  im  A.  T.  der  Wurf  des  Viehes,  hier  vermutlich 
=:  Nachkommenschaft.  —  y'\2:]  geht  wohl  niclit  auf  Parkanlagen; 
vgl.  vielmehr  zu  3,  9.  —  in^nc^]  vgl.  \r/  (?)  Fs.  72,  17.  —  rp^'m  nit*«] 
Gr.  -,'uvyj  7'[jLOj|i.o?  Xoy'CcTai.  Es  las  vielleicht  ein  schlechtes  n^'w^nj 
(vgl.  29,  6),  in  diesem  Fall  wäre  a;xo>jxoc  blosse  Zutat.  Indessen 
könnte  auch  a|xoj[xoc  für  np'wt'm  geraten  sein  (Syr.  gut,  Ambr. 
weise),  das  wahrscheinlich,  ., anhänglich,  treu"  bedeutet.  Die 
Liebe  einer  kinderlosen  Frau  soll  mehr  gelten,  als  der  Fort- 
bestand des  Namens  in  Kindern.  Allerdings  legt  Sirach  auf  den 
Fortbestand  des  Namens  den  höchsten  Wert,  aber  er  will  ihn 
anders  begründet  wissen.     Vgl.  41,  11  ff.  16,  Iff'. 

20.  '\2tif)  p]  Gr.  (oivoc  -/.7.1  u-o'j^r/.a)  las  schlecht  y^f  (vgl. 
35,3).  Syr.  nur:  alter  Wein  (sp^ny  Hi^r^;  vgl.  zu  34,25. —  irV] 
das  Hifil  nur  hier;  Gr.  socppotivousiv,  Syr.  erfreut,  —  cnn  nans] 
Syr.  die  Freundschaft  (Liebe)  des  Freundes  (Liebenden);  vgl. 
Syr.  zu  25,1.  Schlecht  Gr.:  dYa-r^ai?  socpi^c,  was  vielleicht  spätere 
Korrektur  ist.  Indessen  könnte  Gr.  auch  ein  schlechtes  cyn 
gelesen  haben;  vgl.  zu  25, 9.  Uebrigens  findet  sich  '■j.';d-r,'j<.: 
(abgesehen  von  dem  Fehler  48,  11)  nur  in  den  unechten  Zusätzen. 

—  Vgl.  34,  27  f. 

21.  h'hfi]  nach  Gr.  Syr.  a-jÄoc.—  hz:]  Syr.  j?mcs,  (=  sTTfoo-.a), 
was  Barhebr.    als    Flöte   (^ü)  erklärt;    vgl.  Payne- Smith  s.  v. 

—  y''^  l3nj?n]  vgl.  zu  50, 18.  r'^f  könnte  hier  übrigens  =  Musik 


378  ^i""-  ■^'^'  1— ii,  In- 

seln;   (ti'.  r/rjvooa-.v  .jiXr,,   Syr.  sn«:  pDr!3.  —  mi]  Syr.  s":!;  (Jr. 
r/jsry.,  was  wohl  durch  r/i'jvouci'.v  herbeigeführt  ist. 

22.  Gr.  für  n:  /'Xfyiv  xal  /a'/J.oc  £-i!)u]xr|3i'.  o  o'il)a/v|xoc  ao'j, 
aber  aou  haben  nur  B  S  C  (307  308),  Lat.  (Am.  om.).  Syr.  , 
Schönheit  und  Anmut  (sicitf^i  «nr«-)  ist  die  Lust  («nj"))  der  Augen.  I 
DJ?31  'D"'  sind  beide  unsicher;  aber  |n,  für  das  Gr.  öfter  /api^  setzt, 
stand  nicht  in  der  Hs.  Beide  Uebersetzer  gaben  ein  eigen- 
artiges yv  'T!:n'  frei  wieder.  —  'nci']  der  Plural,  nicht  im  Kanon, 
steht  auch  43,21.  Gr.  /Xor,v  (307  157  C  296  Sah.  /Xor;);  vgl. 
zu  43,  21.  Syr.  die  Halme.  —  ,Ti^']  Gr.  ^-opo-j,  aber  Sah.  des 
Feldes  (=  d-j-poü?).  —  I.at.  virides  sationes,  abei-  Sang,  viride 
sationis.  —  Vgl.  Matth.  6,  29. 

23.  [ym  n'ojy]  Gr.  ('ft'Xoc  -/7.1  sT7.r,ooc)  scheint  die  Worte 
umgestellt  zu  haben  und  Syr.  (xn:m  N^m)  ihm  gefolgt  zu  sein.  — 
i:nr  r\\vh\]  Gr.  zk  x^tpov  7.T:avT(«vTec,  Syr.:  werden  in  der  Zeit 
gesegnet  (p2^2ri,  lies  nach  34,  22  pi'ipnj  =  sie  kommen  heran). 
Das  Verbum  :ni  ähnlich  3,  26.  Uehrigens  wird  ;:nr  nj?n  mit  Gr. 
als  Relativsatz  und  das  Ganze  als  ein  Exclamativsatz  verstanden 
werden  müssen.  —  nS^tra  ntJ's]  vgl.  7,19.  25,8  und  Prv.  19,14. 
Syr.  ein  gutes  (Ambr.  weises)  Weib;  vgl.  zu  25,8.  Gr.  -j-uvr, 
liz-rj.  ocvojio?;  vgl.  das  arviAo^ousa  der  LXX  zu  Prv.  19,  14.  Beide 
Mal  ist  an  ein  Sdi!>  =  arab.  J.3Cä  (vgl.  Gen.  48,  14)  gedacht;  ' 
vgl.  aber  auch  Gr.  zu  7,  19.  25,  8.  —  Vgl.  25,  1. 

24.  ^  lässt  kaum  eine  andere  Ergänzung  als  ^p'iU^  {=  ?|n1a> 
vgl.  die  Randlesarten  41,  IS.  42, 3)  zu.  Bei  cSlti^  würde  die 
Spitze  von  h  erkennbar  sein.  —  Gr.  für  a:  cios//fo!  xctt  ^;i';r^\)t'.y. 
zk  xatpov  (Anton.  723  iv  v.'-nrjin)  })h'']>z(o:.  Nach  ihm  wohl  Syr.: 
Bruder  und  Helfer  in  der  Zeit  der  Not.  Aber  Gr.  meinte  wohl: 
Brüder  sind  auch  eine  Hülfe  usw.  Ich  setze  rpjzhsoi  =  ?]miyi  na,  ^ 
xat  =:  cj,  und  betrachte  ßor(i}si7.  als  erklärenden  Zusatz.  Hehr. 
=  Bruder  und  Gefährte,  die  es  auch  sind  in  der  Zeit  der  Not. 
Es  ist  ein  Exclamativsatz  wie  v.  23.  —  Vgl.  Prv.  17,  17.  — 
253  23  S  A  C  307  157  106  k  155  296  308  p-js-cti.  —  Vgl. 
Prv.   10,2.  11,4.  6.  , 

25..     Gr.  s-tsr/^ao'jai   (Lat.  est  constitutio),    Syr.  c^ö^pa.     Es    1 
ist  Raum  für  er:»,  nicht  für  cN'2''po,  geschweige  denn  d"'T'OVO.  —    j 
Neubauer  vergleicht  B.  Pes.  119a,  wo  R.  Eleazar  sagt:   iJlöö  ni 
vh:^  hy  "iToyot^  liü  h^.  —  fmnr:  ni:};]  ]  nach  Gr.  ßouXr)  £uoozi|x£i'-7.'. 


Sir.  40,  22—28.  379 

(41,  16),  Lat.  consilium  beneplacitum,  Syr.  guter  Rat.  Letzterer 
verstand  das  hebr.  Wort  mit  Unrecht  als  Attribut.  —  Der  Fehler 
"i'uvrj  nur  in  B*  55. 

26.  iSSir]  ein  Polel  von  h^:  kommt  sonst  nicht  vor,  ist 
aber  unbedenklich.  Gr.  ay^joi^rjuai,  wonach  auch  Syr.  I'D"''!». 
Vielleicht  las  Gr.  ih-iT,  was  aber  nur  im  schlechten  Sinne  zu 
verstehen  wäre.  Freilich  Ivönnte  Gr.  7.v'j'!>.  so  gemeint  haben, 
gegen  die  jMeinung  des  Verfassers.  Uebrigeus  steht  31,  20  dem 
7.v'j'{^a>y  'j^o/r^v  beim  Syr.  „Freude  des  Herzeus"  gegenüber.  —  rsT3] 
Syr.  nn'^ms,  Gr.  'f  oj^o),  aber  ausser  B  23  (254  296  308)  alle  mit 
Sah.  Lat.  iv  9o|i(o,  23  cpo|':ioc.  —  Er  will  sagen:  die  Gottesfurcht 
ist  das  eine  volllvommene  Gut.  Vgl.  auch  Ps.  34,  10.  —  ncj?] 
Gr.  SV  auKo;  vgl.  zu  38,23.  Der  Sinn  ist:  neben  ihr,  zu  ihr 
hinzu.  —  Gr.  i'dor;{)3t7.v,  Syr.  einen  Helfer  (iSr-yo);  vgl.  v.  24. 
Vielleicht  folgte  Syr.  dem  Gr.  hier  wie  dort.  Zu  y^^ü,  das  wohl  in 
der  hebr.  Hs.  stand,  vgl.  3,31.  36,29.  —  Syr.  add.:  die  Furcht 
Gottes  über  alles  sich  erhebt,  ergreife  sie,  mein  Sohn,  und  lass 
sie  nicht  fahren,  denn  nichts  ist  ihr  gleich.     Vgl.  zu  25,  11. 

27.  n:i2  pj;:]  Gr.  falsch  verbindend:  (u;  Trapaosirro;  s-Uo^iac, 
Syr.  ist  in  der  Zeit  gesegnet;  vgl.  zu  v.  17.  —  Ti2:  h^  j:i]  Gr. 
■Aal  (jt:z[j  -aac(v  oo^otv,  Syr.  yn  Sd  p  Sj?Sl.  Man  wird  danach 
b>?l  lesen  müssen.  Der  Rand  hatte  vielleicht  hv  '-  (Jes.  4,  5). 
—  nncn]  Syr.  sie  ist  gelobt  ('«n:niy;2),  Gr.  i/Ak'j<W^  cckov,  aber  so 
nur  B  (C  155  308)  Lat.,  die  übrigen  iy.dhrlzv  7..,  Sah.  sie  wird 
ihn  bekleiden.  —  Es  handelt  sich  wohl  schon  Jes.  4  um  eine 
sprüchwörtliclie  Redensart.  Grotius:  Plus  habet  gloriae  quam 
qui  regaliter  vestiuntur. 

28.  \nKi  "^n]  Gr.  CtoYjV  i-7.'.Tr^7coK,  Syr.  wer  dich  bittet,  nicht 
halte  ihn  7urück.  Vielleicht  lasen  sie  nSxtJ^.  —  Syr.  für  den 
Rest:  und  (w  Maus,  om.)  sei  (=  Mn)  nicht  gut  zu  töten,  sondern 
sei  gut  am  Leben  zu  erhalten.  —  Lat,  für  a:  tili  in  tempore 
vitae  tuae  ne  indigeas.  Cod.  106  '°'"'^-  u-m/zi^z  für  l-ai-fpt(M:^ 
aber  Lat.  hat  indigere  auch  für  i-ri.<-zh,  und  inopia  für  hzrdxr^ai^ 
(v.  30).  —  -ex:]  vgl.  zu  8,  7.  Gr.  7.-of)7.ysrv.  —  ^Sircnio]  Gr.  r^ 
i-a\-vy.  Ob  (las  Verbum  diese  Bedeutung  hatte,  steht  dahin. 
Ryssel  bringt  es  mit  nSoo  zusammen:  der  sich  auf  der  Land- 
strasse   umhertreibt.     Vgl.  rcinc?:   Ps.  84,  11.  —  Reifmann    (bei 


380  Sir.  40,1-41,  13. 

Cowley  -  Neubauer    p.    XXX)    vergleicht    Mibchar    ha  -  peninim 
Nro.  504  (=  p.  62,  2'  ed.  Filipowski):  i^in  ah)  ^zpr\  nr:^). 

•i9.  Vgl.  Aboth  de  R.  Nathan  25:  TOn  inSt^  hv  nz'jf:  S: 
nV2  iti'n  üh^v,  ferner  B.  Beza  32  b:  ]r\  'h'ü']  c^n  crs  p'^n  n^'h'Z' 
121 J2  pSif'w  j^-iiD^ti»  \"3i  rhv  rh\i^)r:  )n^a^  -dt  inzn  inSi^'S  ncir?:.  — 
n-Jt^ö]  Syr.:  welcher  hofft  (n:c).  Vgl.  oben  37,4.  —  b  =  nicht 
ist  sein  Leben  zu  rechnen  als  Leben.  Gr.  '■v>/.  i'ciT'.v  o  l^-'oc  7.0-00 
SV  (s.  z.  5,9)  Xo-j-iati.«»)  C^v-  '*^yi'--*  niemand  wird  ihn  rechnen,  als 
ob  er  lebte.  —  Nach  Gr.  (aXiayr^cjEi  t7)v  -I^o/r^v  -xOtoO)  und  Syr. 
(es  hasst  seine  Seele)  ist  Syjo  (abstr.  =  Beflecliung)  zu  schreiben. 
^yjriK  aram.  =  befleckt  werden.  Betr.  vr:';'\ir2  s.  z.  33,  13b.  —  Dass 
Gr.  Syr.  W^}  lasen,  steht  natürlich  nicht  fest.  Es  ist  aber  um 
seiner  selbst  willen  vorzuziehen.  —  Die  Randlesart  nsi  'aj-'eo  wird 
durch  36,24  empfohlen.  Gr.  willkürlich:  h  ioia;x7.3iv  ct/./.o-rryio-.r, 
Syr.  gar:  welcher  liebt  Begehrtes  (oder:  Begierden,  KWJi).  Die 
Leckerbissen  verunreinigen  nicht,  sofern  sie  geschenkt  sind, 
sondern  sofern  sie  erbettelt  sind.  Das  ergibt  sich  hier  aus  dem 
Vorigen,  übrigens  ist  deshalb  'i^*c:  gesagt.  Aber  nSsit»  ist  Korrek- 
tur. —  In  d  wirkt  das  Subjekt  aus  c  nach:  und  einem  ver- 
ständigen Manne  sind  sie  Qual  der  Eingeweide.  Ebenso  Syr.,  j 
wogegen  Gr.  av/^p  ot  i-tcrr/^aor/  (=  ';iT  vgl.  zu  16,  25)  X7.i  -3-7.1- 
öi'jixEvoc  9uX7;£-7'..  Dabei  ist  TiC'  vielleicht  mit  7:s7:7io3u;isvoc  (vgl. 
zu  7,  23)  und  'soldzt-'y.'.  doppelt  übersetzt.  —  Vgl.  auch  29,  28, 
und  betr.  "ID'  (=  Züchtigung,  Krankheit)  vgl.  4,  17  und  die 
obige  Talmudstelle. 

30.     u^''i6  ist  aus  v.  29  eingedrungen,  Gr.  Syr.  (iv  aToiiar-.)     ^ 
lasen  '^2.  —  u>z:  'v]  vgl.  Jes.  56,  11  und  .tiy  tJ'c:  6,  4.  19,  3.  Gr. 
dv7'.oo'3c,    Syr.  «--"i'!-.  —  p^Df2n]  das  Hifil    wie  38,5.  49,1.     Job.     j 
20,  12.  Gr.  -cX'j/7vi>r;32-ai,  Syr.  ccnn.  —  ^a  122  nyrn]  =  Gr.  -uo 
(Syroh.  70  praem.  ojc)  xctr^atiai,  dagegen  Syr.  wie  ein  brennendem 
Feuer  =  Rand.  ■   Vgl.  Jer.  20,  9. 

41, 1.  r\)^h  m]  h  wie  Ez.  13,  18  mit  nachfolgender  Anrede. 
Gr.  Vi  »>7'v7.T£,  Syr.  Kmo  s\  —  "i:"]  nach  Gr.  to  ;xv/);xo3uvov  aou.  — 
Syr.  nur:  wie  böse  bist  du.  —  ^''üh]  Syr.  dem  reichen  Manne. 
—  )r\y)2ü  hv  ispi^j  wie  44,  6  bedeutet  toidö  hier  die  Wohnstätte. 
Gr.  frei:  £tY>r/./£'jovi'  (44,6)  iv  -oTc  u-7p-/oüatv  au-oO  (Syroh.  23  S  i 
307  254  V  a'jT(o).    Danach  Syr.:  welcher  sitzt  auf  seinem  Gelde 


Sir.  40,  29-41,  4.  381 

(M1DD3).  Aber  nJirc  heisst  doch.-  wohl  mir  (fester)  Platz.  —  Thu>] 
wolil  =  Gr.  7.-3[y'.a-7':iT(o:  dag.  Syr.  stark  (pi^'j;). —  h'22]  Syr.  in  aller 
Zeit  (vgl.  V.  2j.  —  J'uynJ  =  Syj-.  Kp'Jcr,  Gr.  xpocpr//  (leg.  xpu'-pr^v; 
vgl.  zu  11,  27  und  zu  37,  20).  —  'n  bzp]  wie  34,3. 

2.  moS  nsn]  die  Konstruktion  wie  v.  1  Gr.  o>  Davits,  Syr.  sniD  IK. 

—  ^2]  Syr.  Ko,  Gr.  om.,  aber  Syroh.  253  8*=^  Sah.  «bc.  Es  ist  wohl  no 
herzustellen.  —  ']y)n  2"^]  pn  wie  14, 12  =  Beschluss.  Gr.  v.r/lhv  (s.  z. 
3U,  Iß)  -0  y.f.t';x7.  (s.  z.  38,22)  3o'j.  Syr.  nur:  njs  Ttt>2. —  cjjs'  •^'\sV|  es 
ist  wolil  D"":?«  zu  sprechen  (wie  Cüj,  cjjy  u.  a.j;  vgl.  syr.  xroiS 
(Trauer),  aber  auch  syr.  xnj:x  (Seufzen),  aram.  «mrjs,  neuhebr. 
nr:x  (Traurigkeit),  und  übrigens  pisnn  im  Kanon.  Dagegen  wäre 
c'Jlx  nach  IIos.  9,  4  zu  erklären.  Gr.  ayOpty-oj  3-to3o;xsvto,  Syr. 
wohl  frei :  dem  Manne,  der  zerbrochen  ist.  —  novy  iDm]  vgl.  46, 9. 
Syr.  unerklärlich:  und  dem  die  Seele  mangelt  {'^z:  Tcm;  s.  z.  d). 

—  hu^)^  ti>\s]  h^')2  hier  und  42,  8  in  der  Bedeutung  alt  (neuhebr. 
=:  schwach,  krank,  arm).  Allerdings  spielt  hier  die  Grund- 
bedeutung „stolpernd"  noch  hinein  (vgl.  zu  30,  21).  Gr.  iayj.-6'(r^rjoi 
(Agl.  zu  42,  8),  Syr.  is'2D  sn2i  —  S:z  ii*pir<]  vgl.  zu  9,  5.  Syr. 
welcher  anstösst  (bpnna)  in  aller  Zeit  (vgl.  zu  v.  1),  Gr.  frei:  -/.al 
■üspia-cufxsvw  (vgl.  d-zrjia-da-o)  v.  1)  -zrA  TravTcuv.  —  2"iD]  Syr.  wohl 
ratend:  und  ermangelnd  (yüni)  des  Geldes  (w:0!2,  aber  w  Maus. 
Mas.  I  iiiVir:.  =  der  Nahrung).  Wie  der  Rand  scheint  er  kein 
blosses  2*iC  gelesen  zu  haben,  und  ich  habe  früher  nach  der 
Randlesart  nsn?:,!  ccs  kombiniert  (15^)  ^zc  ccx;  vgl.  27,21  Syr. 
xn;D  pDc  =  d-r^/.-iJsv.  Dabei  könnte  nsnan  schlechte  Erklärung 
von  1:0  sein.  Indessen  wird  2-^0  durch  Gr.  dizziDryjv-i  empfohlen, 
vielleicht  bedeutet  das  Wort  hier  anders  als  Ez.  2,  6  (vgl.  oben 
4,25)  „missmutig".  —  mpn  (11,12)  i3KiJ  Gr.  xal  d-oXfoXsxoTi 
u-ojxovr^v  (vgl.  16,  22).  Der  Ausdruck  steht  hier  neutral  (vgl.  zu 
17,24)  wie  Ez.  37,  11,  anders  2,  14.  Syr.  und  nicht  ist  Kraft 
zu  arbeiten  (nhzf^h  ühTi  n^h)}.  Vielleicht  ist  er  dabei  durch  nnT;  iDü 
geleitet,  r\)pn  i2ü  verstand  er  auch  2,  14.  17,  24  nicht. 

3.  'Y'^]  vgl.  38,22.  —  'pvl  nl.  in  der  Hölle,  oder:  in 
diesem  Schicksal.  —  Gr.  frei  und  abschwächend:  ;xrj  £uXa[:iou 
xf/ijxa  (v.   2)  i)7vd-ou,  \iyf^adr^-i  TrpoTspwv  aou  xal  ia/dttuv. 

4.  phn  ,T]  vgl.  Job.  20,  29.  27,  13.  Gr.  Tr.CiTo  (248  70  add. 
YJ.rj)  to  x,ota7.  Vielleicht  las  er  ein  schlechtes  pin.  —  248  70  in 
der  Wortstellung  des  Hebr.  TraV^,  w-pxi  rcapd  -/.urAou,  —  Syr.  für  a: 


382  Sir.  40,  1-41,  13. 

denn  «las  ist  das  Ende  aller  ]\reaschenkinder  (aber  Ambr. : 
Fleischeskindei';  vor  Gott.  —  Syr.  om.  b-  d.  -  mina  DKcn]  TJr. 
7.-7.v7.''vT,  (LXX)  iv  £'»>zi</..  nTiH-  ist  falsch.  Es  handelt  sich  um 
die  Bestimmung  des  Todestermins  für  den  Einzelnen,  die  nicht 
als  rrnn  bezeicimet  sein  kann.  Am  nächsten  liegt  es,  fflyi?  (im 
Sinnne  von  arbitriuni)  zu  lesen.  —  In  c  drückt  Gr.  das  h  {=  was 
betrifft,  Ew.  ^  310a)  durch  dreimaliges  zha  aus,  übrigens  kehrt 
er  die  IJeiheufolge  der  Zahlen  um.  —  Auch  in  d  ändert  er  die 
Wortfolge  und  zugleich  die  Konstruktion:  o-j/.  ectiv  iv  aoou  zhz-[<xh: 
Iwr,:.  Der  Sinn  ist:  in  der  Hölle,  wo  sie  alle  tot  sind,  kann 
keiner  dem  anderen  die  Kürze  seines  Lebens  vorhalten  und  damit 
gegen  ihn  grosstun. 

5.  Der  ingiimmige  Zorn  der  hier  folgenden  Apostrophe 
hat  einen  zeitgeschichtlichen  Hintergrund.  Es  handelt  sich  dabei 
z.  T.  gewiss  auch  um  Abfall  von  der  väterlichen  Religion  (vgl. 
V.  8  mit  49,  4).  Dabei  scheint  Sirach  aber  besonders  die  hohe- 
priesterliche Familie  im  Auge  zu  haben  (s.  z.  v.  6).  —  Syr.: 
ein  verachteter  Same  ist  die  Nachkommenschaft  (xmSin)  der 
Frevler  (sS'y,  w  Maus.  Mas.  I  der  Sünder,  S'wn),  und  ein  Stamm 
(sriiK'),  wehe  ihm,  ist  die  Nachkommenschaft  (sm'^in)  der  Sünder 
(w  Maus.  Mas.  I  der  Frevler).  —  cj?")  "isn  Dsa:  p]  Gr.  xr/vo: 
''^otl'jrA  (nur  B  [iothyz-d]  -{iwzTrtx  -iy:jo.  <xao!f>tojXwv  (12,  6).  Für  IZT 
liegt  die  von  mir  vorgeschlagene  Aenderung  Tn  (A^gl.  Ex.  27,21. 
40,  15  u.  ö.)  nahe  (doch  s.  u.). —  Gr.  für  b:  xal  auvavaaTf>£C50|jLöV7. 
-arjoiyXrxi:  7.3s['iwv.  Er  setzt  Trctpoi/.ta  für  ü'"\':^  (16,  8),  wovon  im 
:  des  Hehr,  eine  Spur  erhalten  ist.  Dagegen  geht  auvavasTps'foasva 
vielleicht  auf  eine  Lesart  :hnü  zui'ück.  Syr.  zerlegte  h^)ü,  das 
viel  zu  schwach  ist,  in  h  •'is  und  dahinter  sah  er  ein  Wort  für 
Nachkommen.  Nun  heissen  cnj  sonst  die  Jungen  von  Tieren, 
aber  es  ist  nicht  verwunderlich,  Avenn  der  Verf.  diesen  Ausdruck 
hier  gebrauchte.  Ich  w^age  danach  herzustellen:  mj  nrh  'is  izi) 
ytri.  Die  Raumverhältnisse  passen  dazu.  Wahrscheinlich  steckt 
dann  auch  in  nan  ein  Wort,  das  tierische  Nachkommenschaft 
bedeutet.  Arabisch  bedeutet  ^j  und  ^j  den  Bienenschw^arm 
und  den Hornissensch warm,  letzteres  aber  auch  junge  Heuschrecken. 
Auch  im  Syrischen  hat  k",i;t  allgemeinere  Bedeutung. 


Sir.  41,  5— y.  383 

fi.  Gr.  für  a:  tizvcov  aijL7.,OTa)/.(ov  r/.TJjLzX-nx  yj:r^[ir,'/rt\vsj.^  Syr. 
von  dem  frevelhaften  (sSij?)  Sohne  geht  verloren  (n2S3)  die  Herr- 
schaft (wa'^'itJ').  Syr.  verkannte  den  Stat.  constr.  in  '^•y  pa,  Gr.  hat 
vielleicht  nrSöö  frei  übei'setzt.  Im  Hebr.  fehlt  ein  Verbum.  Man 
darf  aber  das  sinnlose  virr'^s.'s  wolil  ändern  in  >^[pjn  [njSti'oc; 
vgl.  1  Sam.  15,28.  28,17.  1  Reg.  11,  12.  13.  31.  14,8.  2  Reg. 
17,21.  Allci-diug-s  steht  an  allen  diesen  Stellen  nii'Ht^.  Syr. 
wird  bezüglich  des  Verbums  dem  Gr.  gefolgt  sein.  —  Gr.  für 
b :  X7.1  [xsTa  TO'j  a-i^oavTOc  rjSjxwj  ivosAs/ici  (248  70  -/''^-O  ''jvs'.oo; 
(Lat.  assiduitas  opprobrii).  Syr.  und  bei  seinem  Samen  wohnt 
der  Mangel  {^ai^LTi  "»aj;:).  In  der  Wortstellung  weichen  beide 
Uebersetzer  vom  Hebr.  ab.  Aber  am  Anfang  stand  im  Hebr.  wahr- 
scheinlich itn  oder  i^'^-i  (vgl.  18,  ?)'2  u.  ö.  und  die  Randlesart), 
das  37,  9  vom  Syr.  mit  Schande  übersetzt  wird.  Es  fragt  sich 
daher,  ob  w^Din  =  '^'n,  oder  ob  es  Fehler  für  snmn  ist  (vgl.  zu 
34,  31).  Am  Schluss  stand  vermutlich  ^^!:n  (vgl.  Gr.  Syr.  zu 
37,  12).  —  Vgl.  1  Sam.  2,  36.  Die  Beispiele  des  Hauses  Davids 
und  des  Hauses  Elis,  das  ihrem  Hause  vorausging,  mögen  die 
griechenfreundlichen  Sadokiden  sich  merken  I 

7.  -h''  rip"]  Gr.  abschwächend:  (xsa-LcTrzi  tizvct,  Syr.  erweiternd: 
seine  rechtschaftenen  Söhne  verfluchen  ihn.  —  Gr.  für  b:  Zv.  o-.' 
a-jtov  ov3io'.3tir(3ovt7.'..  Aber  Syr.:  weil  seinetwegen  sie  wurden 
Verachtete  in  der  Welt.  Vielleicht  stand  in  seiner  Vorlage 
ein  cSiy^. 

8.  Gr.  für  a:  oual  \j\vy  avops;  aasjieic.  Aber  Syr.  {\'7h  ""l 
vsS'y  S'^ixS)  las  schwerlich  c:S,  das  auch  im  Hebr.  nicht  auf  "1« 
folgte,  sondern  eher  D'^yn  D"'ii^:K'7.  Vgl.  z.  B.  6,  1  und  betr.  S  zu 
V.  1.  —  Syr.  om.  b.  —  Gr.:  oitivsc  SYxatcXinsTS  vo;xov  Oso-j  u-i/t'citou 
(155  u-i^iSTou  Oso'j,  248  S  om.  iJsou,  Anton.  777  om.  O'^iaTou).  Der 
Raum  reicht  für  |?Sy  m:n  ^y^r^;  vgl.  49,4  und  zu  7,9. 

9.  Der  1.  Stichus  des  Hebr.  wird  im  Syr.  umschi-ieben : 
welchen  Krankheit  (xivn  =  pDS)  anhaftet  bis  zum  Tage  ihres 
Todes.  Im  Gr.  ist  er  nur  erhalten  in  Co.  (248)  70  und  bei 
Anton.  777:  iav  7«^  -X-/)i}uvi>7,-s  (Anton.  z:/.-/;i>uv/;-:£;  vgl.  zu  16,2) 
cic  aTTojÄsiav.  Dass  er  im  Gr.  aber  ursprünglich  ist,  deutet  xai 
(Syroh.  253  23  om.)  vor  sav  ^{ZYn^\ir-.z  an.  Mit  dem  1.  Stichus 
des  Hebr.  ist  aber  auch  der  3.  als  ursprünglich  gesichert,  da  der 
4,  für  sich  nicht  bestehen  kann.  —  Für  ncn  spricht  -X-zjOuv&rjTs 


384  Sir.  40,  1—41,  13.     41,  14—42,  14. 

(16,  2):  betr.  pDS  =  otTroUs-.^  vgl.  zu  38,  LS.—-  n^  Vj  vgl.  z.B. 
2  Reg.  10,  24.  Jer.  18,  21.  —  nmah  irSin  üüi\  d1.  über  den 
vorzeitigen  Tod.  Gr.  xotl  sav  '^^■'^vr^\}r^T^  sie  y.y-y.^j'y:/  7ivv/)i)V-ci33i)3. 
Er  setzt  das  Verbum  schlecht  ins  Passivuni  um  und  hat  xax7'f;av 
aus  dem  4.  Stichus  vorweggenommen.  —  Gr.  lässt  den  3.  Stichus 
aus,  Syr.  zieht  ihn,  vielleicht  in  halbem  Anschluss  an  Gr.,  mit 
dem  2.  zusammen:  ein  Weib  gebiert  (=  nSn  es)  zur  Freude 
ihres  Volkes  (=  cy  nnn^'h?).  Zu  ehr;  vgl.  z.  B.  l's.  5,  12.  Jer. 
20,  11.  —  rhbpb]  Gr.  auch  hier  erweiternd:  zk  xata^o^-v  |xsf»i- 
ai>-/;3s3()£.  —  Der  Stichus  fehlt  in  253  70.  Syr.  hat:  wenn  stirbt 
der  gottlose  Vater,  seine  rechtschaffenen  Söhne  trauern  nicht 
über  ihn.     Das  ist  aber  vielleicht  Variante  zu  7  a. 

10.  Syr.  om.  a.  —  des  ha  Dcso  h2\  vgl.  zu  40,  11.  Gr. 
nach  40,  11:  -dv-a  osa  sx  7-?^  sie  yr^v.  Zur  Variante  D"'iW  vgl. 
Prv.  11,  7.  —  ?]:n]  Gr.  aasCisT^.  —  inn  ha  inna]  Gr.  willkürlich: 
7.-0  y.a-drjrj.;  ^.l:  dm!Azf.(/y..  Danach  Syr.  für  b:  der  Gottlose  näm- 
lich,  sein  Ende  ist  zum  Untergang. 

11.  Syr.  om.  a.  —  '^nn]  Gr.  tsvÖo;,  als  ob  er  '^is  gelesen 
hätte.  Dann  wäre  2  =  die  Totenklage  geschieht  an.  Aber  Sin 
passt  besser  zu  b.  —  eis]  Gr.  dv&f/to-ojv.  Vielleicht  las  er  'i; 
eis  (Rand),  was  cn'^m  erfordern  würde.  —  S^'  307  155  Sah.  Lat. 
aw<jL7.~t.  —  m:"  ah  non  q^  -[s]  Syr.  und  der  Name  der  Gutes 
Tuenden  wird  nicht  vergessen  (Nj?t!DJ  vgl.  39,  9,  aber  w  «aynj 
=  wird  nicht  vertilgt)  in  Ewigkeit.  Die  ursprüngliche  Lesart 
des  Gr.  haben  S '^'^  und  der  Armenier:  ovotxa  ol  d-^ai}hv  oüx  Ic/j.- 
Xzus>br^(sz~oLu  Zu  den  Varianten  des  Griechen  vgl.  die  Einleitung 
§  7.  —  Zu  ncn  vgl.  44,  1.  —  Vgl.  Jes.  56,  5. 

12.  nrtö]  Gr.  cppovtiaov  (LXX)  =:  Syr.  ^^a.  —  r.zpi  ovo|j.aToc 
(S'''  add.  x7.Xoü),  Lat.  de  bono  nomine.  —  "['i'?']  vgl.  Koh.  8,  15. 
Gr.  aoi  oi7jjL£vsT.  —  man  nrais  ''shar:]  betr.  der  Verwechslung  von 
na:;n  und  mar?  vgl.  zu  1,  17,  und  betr.  na'D  zu  40,  18.  Syr.: 
mehr  als  tausende  von  Schätzen  des  Unrechts  (oder  des  Truges, 
anyi).  Aber  von  ungerechtem  Gut  darf  hier  nicht  die  Rede  sein. 
Gr.  r,  (vgl.  zu  20,  2)  yCkioi  ixsYaXoi  i>rj37upot  ypustou.  248  253  23 
stellen  [xsYctXoi  hinter  ^r^37upo'',  106  om.  ^iz-^dlo:,  Anton.  1129  om. 
ypuaiou.  Lat.  quam  mille  thesauri  pretiosi  (et)  magni.  Vielleicht 
ist  [xsYaXoi  unecht  oder  Zutat  des  Uebersetzers  (25,  22),  xpusio'j 
wahrscheinlich  freie  Wiedergabe  von  man  (s.  z.  7,  19).  —  Vgl. 


Sir.  41,  10—16.  385 

Prv.  22,  1.  —  Syr.  fährt  fort:  weil  es  (d.  li.  das  Unrecht?) 
bricht  (Sbsö)  Gaben  (Kn:mö,  lies  «nsi^s  =  Eide)  und  Bündnisse. 
Das  ist  =  V.  19b  (s.  d.).     Im  Syr.  fehlen  also  v.  13—18. 

13.  'n  zrc  und  ek'  rrtSi  sind  wolil  Korrekturen,  die  den 
Fehler  ''ö''  "n  für  ''D''  ü'^Tt  voraussetzen.  —  Gr.  7.77.1)7,?  C«>9j?  dpi^p-o? 
Tjixsptov  xott  ayadov  ovotj-a  si?  tov  ctttöva  oiatxsvcT.  Er  kehrte  die  drei 
ersten  Wortpaare  um,  den  Schluss  übersetzte  er  frei.  Ob  er 
mit  R  n't:'  -icce  las,  ist  zweifelhaft:  auf  alle  Fälle  verdient  'c' 
izDü  den  Vorzug  (s.  z.  37^  25).  —  Vgl.  zu  37,  26. 


XVin.     41,  14  —  42,  14. 

Eine  Aufzählung  der  Moralpflichten  unter  dem  Gesichts- 
punkt der  wahren  (41,  14a.  16—42,  1  d)  und  der  falschen 
(42,  le— 8j  Scham.  Die  Aufzählung  erfolgt  in  10  bezw.  8 
Distichen,  die  von  2  bezw.  1  Distichon  eingeleitet  und  von  je 
einem  Distichon  abgeschlossen  werden.  Betr.  v.  14b c  15  s.  u. 
Vgl.  übrigens  4,  20  ff.  Hieran  schliesst  sich  in  10  (=  4.  |  2. 
2.  2)  Distichen  eine  Mahnung  zur  Strenge  in  der  Behandlung 
erwachsener  Töchter  (42,  9 — 14). 

14  b  c.  15.  Hebr.  stellt  diese  vier  Stichen,  die  sich  auch 
20,  30.  31  finden,  mit  Recht  vor  v.  14a.  An  sich  ist  die  Wieder- 
holung nicht  auffällig,  aber  dass  Gr.  die  Stichen  an  falscher  Stelle 
hat  und  vermutlich  auch  fand  (s.  z.  v.  16),  erweckt  den  Verdacht, 
dass  sie  ursprünglich  am  Rande  nachgetragen  wareu.  Im  Gr. 
fehlt  oi  hinter  aocpia  in  248  70  S'''  k  Sah.  —  inD'iö  nr.Ki]  das 
Hofal  von  ino  ist  sonst  nicht  belegt:  betr.  niniüo  vgl.  zu  39,19. 
Gewöhnlich  steht  im  Hebräer  das  Kifal.  Betr.  nn^D  vgl.  zu  40, 18. 
Gr.  ^aoi'jrjh;  7.97.vr,?.  —  rhv)n]  vgl.  zu  30,  23.  —  yz'jr2]  vgl.  4,23 
gegen  iNrais.  —  Vgl.  Buxtorf  s.  v.  n^n  (aus  Mibchar  ha-peninim) 
)i^f2  |''K''i"i?2  |^s"^>  ])r2'cf22  n;  iDr  sSti»  nc:n  S:.  Vgl.  auchMatth.  13,52. 

14a.  16.  Die  hebräische  Ueberschrift  fehlt  in  den  Ueber- 
setzungen.  —  niJ^n  iDloj  Gr.  -atosiav  sv  £ipVjv-(,.  Entweder  ist  zu 
schreiben  cv  ato/uvTj,  oder  Gr.  verlas  nti^;  in  iSif';.  —  "yiaiJ']  Gr. 
aw-r^rJr^aoi-t  =  «nöti^.  Hebr.  ist  durch  23,  7.  16,  24  empfohlen, 
zum  Gr.  vgl.  v.  16.  —  lo^:mJ  Gr.  Toqapoüv  iv-^'i-r-.z.  Hier  ist 
xoqapoov  wohl  ein  Flickwort,  das  das  Eindringen  von  v.  14b  c  15 
voraussetzt.  —  ^'£Z^^  bv]  d.  h.  nach  meiner  Lehrweise.    Vgl.  zu 

Smend,  Sirach-Kommentar.  ^^ 


386  Sir.  41,  14-42,  14. 

18,  29.    Gr.  im  ttj)  pV)[xaTt  (leg.  y.[j(\x>y.T(?)  [xou. —  nHi]  vgl.  zu  15,9. 

—  "in23  dSdh  ^3  ah)]  Gr.  xal  06  ravxa  iraaiv  sv  irtöTet  (S*  Traatöi, 
70  Sah.  Travxi')  EüSoxitj-eixai  (40,  25).  Er  verstand  nSsn  falsch,  las 
aber  dahinter  noch  nasn,  das  nach  v.  42,  1.  8  (Gr.  dort  beide 
Mal  dXr^Oivai?)   einzuschalten  ist. 

17.  tt>l3]  Gr.  aiayovzaih;  vgl.  aber  den  Singular  v.  19.  22. 
42,  1.  8.  —  Für  mj*  (=  Gr.  iropvsta)  setzt  R  mo;  vgl.  zu  19,  2. 

—  Ilfl  N''tt*Jö]  nach  Gr.  X7.i  7.-0  rjYoojxsvou  xal  öuvaSTou  (s.  z.  10,3). 
Gemeint  ist  zunächst  wohl  die  Lüge  vor  Gericht. 

18.  19  a.  nn3:i  |nKo]  bezieht  sich  auf  die  heidnischen  Könige 
und  Königinnen,  in  deren  Dienst  die  jüdischen  Aristokraten  in 
Aegypten  und  vielleicht  auch  in  Syrien  standen.  Wegen  rr\22 
möchte  man  an  Pagendienst  am  Hofe  denken  (vgl.  23,  14).  Gr. 
schlecht  aTTo  (248  praem.  xai')  -/.[azoo  (po?)  x7.l  äp/ovxoc.  —  y^  by\ 
Gr.  Tcspt  TzXr^ii^izkda:.  Er  gebraucht  wie  LXX  das  Wort  in 
recht  schlimmer  Bedeutung;  vgl.  10,  7.  38,  10.  49,  4  und  26,  11 
Syr.  —  Betr.  ^rwü  vgl.  zu  40,  24.  —  lun  mpo^ii]  vgl.  42,  11. 
Gr.  xat  dizo  TOTTou  ou  TTapoixEic;  vgl.  zu  21,  28.  —  Für  das  un- 
verständliche 1)  hv  hat  der  Rand  n^  '75;  oder  T  hv-  Ein  ari 
(Uebermut)  findet  sich  im  Liber  Adami  (ed.  Norberg).  Gr.  Tspl 
xXoTTTjC,  was  geraten  ist.  S  wohl  korrigierend  ttXoxt,?  (Betrug), 
das  zur  Not  freilich  auf  "i*  zurückgehen  könnte. 

19  bc.  Gr.  für  b  offenbar  schlecht:  xal  (248  70  Lat.  om.) 
ocTTÖ  dXribtiag  ösou  xal  oiaör^xr^c.  Er  verlas  nSs  in  rvhü.  Da  rhu 
nnai  hier  Vertrag  bedeuten  muss  (vgl.  Gen.  26,  28.  Ez.  17,  13  ff.), 
so  handelt  es  sich  um  die  Verletzung  der  vertragsmässigen  Ver- 
pflichtung bezw.  um  den  Rücktritt  von  ihr  (Lev.  5,  4.  Ps.  15,4). 
Dazu  passt  das  Piel  von  njti';  vgl.  Prv.  31,5.  Dan.  3,  28  und 
bes.  Ps.  89,  35,  wo  nn3  im  parallelen  Stichus  steht.  Syr.  (vgl. 
zu  V.  12)  kann  nju^  mit  Stsa  übersetzt  haben.  Ob  dkr^bz(a;  ver- 
derbt ist  oder  auf  ein  aus  n'Ul^'  entstelltes  nos  zurückgeht,  steht 
dahin.  —  Syr.  om.  c.  Gr.  xal  (307  A  k  296  Lat.  om.)  a^o 
TTTj^so)?  d^xÄvo?  eil'  apToi?  (B  155  dpTou?).  LXX  setzt  tt^cvuixi  öfter 
für  iTtOJ  und  nisn,  vou  dem  hier  ein  abstraktes  msD  (eigentl.  ein 
Infinitiv)  vorliegt.  Uebrigens  versteht  Gr.  wohl:  den  Ellbogen 
beim  Mahl  aufzustemmen,  d.  h.  zu  Tisch  zu  liegen,  was  in  der 
Tat  der  Sinn  des  Hebr.  ist;  vgl.  zu  9,  9.  Betr.  S'-ifX  vgl.  Jer. 
38,  12.  Ez.  13,  18.  41,  8  (?),  und  betr.  cn'?  hv  zu  34,  23.  —  Die 


Sir.  41,  17— 20b.  387 

beiden  Stichen  passen  inhaltlich  nicht  gut  zu  einander^  aber  das 
ist  bei  einer  solchen  Aufzählung  nicht  befremdlich. 

19 d.  21  ab.  20a.  Bickell  stellte  schon  früher  20ab  hinter 
21a;  so  lesen  im  Hebr.  Text  und  Eaud.  —  Syr.  hat  von  allem 
weiteren  bis  42,  8  incl.  nur  v.  20a  in  der  Paraphrase:  jeder, 
welchen  sie  grüssen,  und  er  schweigt,  der  ist  ein  grosser  Räuber. 
Den  Gruss,  den  du  ihm  gibst,  gibt  er  dir  nicht  zurück.  Das 
Pfand,  das  du  ihm  gibst,  wie  sollte  er  dir  das  zurückgeben? 
Vielleicht  ist  dabei  ein  Missverständnis  von  v.  21a  im  Spiel.  — 
Gr.  für  19  d:  d-o  (106  k  157  A  C  55  254  155  308  Lat.  praem. 
xat')  axopaxiaaou  Ir^'btio:  xcd  ooaso)?.  Er  verstand  J?3iaa  (lies  V)}t2^) 
gegen  den  Zusammenhang  von  der  Verweigerung  der  Annahme 
(statt  des  Gebens)  und  setzte  willkürlich  xa-'  hinzu  (vgl.  zu  21b). 
Vielleicht  las  er  statt  nSsti^  (vgl.  die  Variante  zu  22  d)  nsiti^  (vgl. 
zu  42,  7).  Doch  könnte  er  auch  das  erstere  frei  mit  Xr^'j^ic  über- 
setzt haben.  Die  Umstellung  fällt  ihm  vielleicht  nicht  zur  Last 
(70  Lat.  öoasoj?  xott  Xr/Lsw^).  —  ''CX  Ziyno]  Gr.  X7.'.  7-0  airoatpocpTiC 
■üpfjatuTTou  (vgl.  zu  18,  24).  Im  Kanon  ist  ccx  für  CJC  selten, 
namentlich  findet  sich  dort  n''JD  y'^n,  als  Aramaismus  erscheint 
deshalb  v;k  (vgl.  18,  24  Syr.),  aus  dem  der  Fehler  ^2  yü^n  (vgl. 
zu  13,  6)  entstand.  —  "jj?")]  Gr.  richtig  deutend:  au-cYsvo'Js.  —  Lat. 
add.  ne  avertas  faciem  a  proximo  tuo.  —  n'2{:>no]  nach  Gr.  d-o 
(106  157  Lat.  praem.  xat)  dcpaipsaeto?  (LXX). —  niö  mpSno]  hier  ist 
nipSna  nach  42,  3  =  Verteilung.  Es  handelt  sich  wohl  um  die 
Verteilung  von  Opferfleisch  an  die  Armen  (vgl.  phn  2  Sam.  6,19), 
und  JT'nB'nV  weist  darauf  hin,  dass  die  alte  Sitte  damals  in  Ab- 
gang kam;  vgl.  oben  7,  32.  Wahrscheinlich  stehtauch  das  sofort 
folgende  Grüssen  damit  in  Beziehung  (4,  8.  1  Sam.  25,  5).  Gr. 
[i,£pi8oc  xat  (vgl.  zu  19  d)  ooc£(uc.  Danach  run»  anzunehmen  ist 
mindestens  voreilig.  Vgl.  zu  n^c  1  Sam.  1,  4.  5.  9,  23  u.  ö.  — 
ü)hu^    ''hiO^ß]    vgl.  6,  5.    xat   (Lat.    om.)    d-üo    da-aCojxsvtov    (248  k 

-]JL£V0U). 

20b.  21c.  22 ab.  m*  nu^«  ^K  a^na]  nach  Gr.  dizh  (307  106 
157  A  C  155  296  praem.  xat)  opa'cjsto?  yuvatxo?  sxaipa?  (vgl.  zu 
9,  3).  —  Hebr.  lässt  21c  22a  mit  Unrecht  aus.  Gr.  xat  (Syi'oh. 
253  A  C  254  Lat.  om.)  d-ö  xatavor^as«);  ^uvatxö?  u-dvopou  ist 
wohl  =  rh)V22  pi3n,-iöT  oder  Sj?a  rh)y22;  vgl.  zu  9,  5.  9.  Hebr. 
las  wohl  von  piannai  m*  auf  iaaipnnai  myj  über.  Das  22  a  zu  ver- 


388  Sir.  41,  14-42,  14. 

mutende  myj  bedeutet  nach  Gr.  (TraiotV/r^c  aotoü)  hier  die  Sklavin. 
Aber  statt  ctuxou,  das  Kückbeziehung  auf  ein  hv2  andeuten  könnte, 
lesen  70  Syroh.  253  157  k  55  296  308  Anton.  1153  a-kr,?, 
248  lässt  es  aus.  Nacli  Hebr.  ist  aüxoö  bezw.  «uttjC  unecht  oder 
Zutat  des  Uebersetzers,  und  nach  b  scheint  es  sich  um  eine  Sklavin 
im  eigenen  Hause  zu  handeln,  wenn,  wie  man  zunächst  annehmen 
muss,  e-l  r/jv  xoi--/;v  «utt;?  im  Wortsinne  zu  verstehen  ist.  Der 
Umgang  mit  jeder  Sklavin  im  Hause  war  nach  der  Erzväter- 
geschichte schon  im  Altertum  dem  Manne  nicht  ohne  Aveiteres 
erlaubt.  Indessen  darf  hier  die  Jungfrau  nicht  fehlen;  vgl.  9,  5  und 
mj?i  30,  20.  Dt.  22,  18.  Welches  hebräische  Wort  hinter  dr.b  (106 
157  Lat.  praem.  xai)  Trsptsp-ceia?  (253  S'^''  307  155  157  TrepispYaatV.c 
vgl.  3,23)  steckt,  ist  unklar.  Aeth.  versteht:  verführen.  Man  könnte 
an  pi^y  (Jes.  23,  12)  denken,  das  Gr.  als  püv  verstand.  Syroh.  Nminüfo 
(Anschauen),  nach  dem  Vorigen.  Vgl.  auch  Symmachus  zu  2  Sam. 
11,3.  Uebrigens  lesen  248  70  S-*  y.otl  k</'.oi3z-/j?.  Vielleicht  ist 
vorher  ein  Synonymum  ausgefallen,  aber  dann  lag  eine  Hendiadys 
vor.  —  n2:i:'ö  hv  coipnnc"]  nach  Gr.  xal  jxtj  sTria-qj?  sttI  xr^v  xoir/;v 
(40,5)  auxr^c  (296  308  otüxoo). 

22 cd.     snisa]  Gr.  d~o  'iiXtov  (Co.  55  254  Anton.  1153  'flou). 

—  nenn  (R  121)  ^-üi  hv]  vgl.  34,31  {12%  Gr.  -äspl  Xo^wv  (aber 
70  307  106  k  157  SAG  155  296  308  Sah.  Xr>,'Oü)  ovöiouixor; ; 
vgl.  zu  22,  22.  Uebrigens  erscheint  non  kaum  als  ursprünglicher 
gegenüber  dem  bei  Sirach  gewöhnlichen  nein.  —  rhü^]  ist  richtig 
erklärende  Glosse.     Vgl.  18,  15  ff. 

42,  lab  cd.  248  praem.  xai.  —  nutä'cj  vgl.  Prv.  17,9, 
übrigens  zu  44,15.  Gr.  d-o  os'jxspojsswc;  vgl.  19,7.  —  j^oiiTi  I3n] 
Gr.  xal  (70  Lat.  om.)  Xo-^ou  (70  157  add.  xai')  axor^;  vgl.  43,  24 
und  betr.  xai  zu  19  d.  — rpnü)]  vgl.  6,9.  Gr.  xal  (Lat.  om.)  d-h 
a-oxaXu'}E(jüv,  aber  ausser  B  (55)  254  (308)  alle  a-oxaXu^Lstuc.  — 
n:iV  TO  h2]  vgl.  8,  17.  Gr.  Xo^wv  xpucpitov.     Vgl.  22,  22.  27,  16  ff. 

—  u^)2]  als  Adjektivum  nur  hier  und  35,  10.  Gr.  ata/uvx-/jpo?  (auch 
26,15).  —  ^rx?2]  Gr.  i'vavti;    vgl.  zu  7,33.  —  ^n]  vgl.  42,8.  Gr. 

dvÖptüTIOU. 

lef.  Die  8  Distichen  gruppieren  sich  hier  nicht  so  deut- 
lich zu  Verspaaren  wie  vorher.  Vielleicht  standen  aber  auch 
hier  ursprünglich  10  Disticha.  —  ^k]  Gr.  om.  —  «am]  ist  nach 
xou   ajjLapxa'vstv  in  Sün'?  («ön'2  oder  KpnS)  zu  ändern. 


Sir.  41,  22  c— 42,  5  a.  389 

2.  pim]  =:  Gr.  xal  oiaör^x-/;;;  vgl.  zu  14^12.  Gemeint  ist 
die  Veiiäugnung  der  väterlichen  Religion  vor  den  Griechen.  — 
pnifö  hvi]  Gr.  y.al  r.zrA  xpiij-a-oc  =  aoK'o  hv)  (R).  —  Die  richterliche 
Fuüktion  der  Schüler  wird  als  selbstverständlich  vorausgesetzt 
(vgl.  V.  8). 

o.  mKT  I2)n  ]i3ti'n  hv]  =  Gr.  Tuspl  Xo^ou  (vgl.  zu  27,  4) 
xoivfovou  (70  S  C  Lat.  -vöiv,  vgl.  zu  6,  10)  xal  oooi-opwv  (307  -Ttopou, 
vgl.  26,  12).  pnii'n  bedeutet  auch  hier  die  Ausforschung  (vgl.  zu 
27, 4).  Es  ist  falsche  Vornehmheit,  einen  Reisegefährten  und 
einen  einkehrenden  Gast  nicht  auszufragen,  wer  er  sei.  —  nn'n]  ist 
neuhebräisch,  Sirach  schreibt  sonst  "i3n  ((3,  10.  37,  6).  —  Betr.  ^n)U^ 
vgl.  zu  40,  24,  betr.  des  Zakef  zu  38, 17.  —  n)phnr2  hy^]  wird 
denselben  Sinn  haben  wie  41,21.  Gr.  ungenau:  X7.i  (307  106  k 
157  B*  A  155  296  308  om.)  -spl  ooascoc.  —  m  rhm]  Gr.  wohl 
frei  erklärend:  xXr^povofjiiac  (70  k  praem.  xai)  s-aipwv  (Syroh.  253 
23  70  307  106  SAG  155  kipaiv).  Er  dachte  bei  itaipo^v  wohl 
an  die  Erben.  Indessen  handelt  es  sich  bei  ^^  (vgl.  zu  13,5) 
vielleicht  noch  um  andere  Güter,  zu  deren  Verteilung  man  auf- 
gerufen werden  kann.  Man  soll  sich  diesen  Geschäften  nicht 
entziehen,  wenn  man  auch  meistens  Verdruss  davon  hat. 

4a.  pn^  hv]  Gr.  Trspl  (248  xat)  axpißsiac.  Wahrscheinlich 
liegt  der  Infinitiv  eines  Verbums  vor,  das  mit  pnu^  Jes.  40,  15 
(LXX  poTTTj)  zusammenhängt.  Eigentl.  abreiben,  dann  ins  Gleich- 
gewicht bringen.  Man  soll  die  Wage,  Gewichte  und  Masse  des 
Kaufmanns  prüfen.  Das  meint  auch  wohl  Gr.  mit  axpt'ßsia  (vgl. 
zu  46,  15).  —  Im  Gr.  fehlt:  psi  nc\s  mnan  hvi  (die  Randlesart 
kommt  nicht  in  Betracht).  Neuhebr.  bedeutet  nnon  die  Gewichte 
prüfen,  {nmifi  =  erprobt).  Danach  wird  nipian  oder  vielleicht 
mnan  zu  schreiben  sein.  Die  Grundbedeutung  ist  auch  hier 
vielleicht  abwischen.  Indessen  vergleicht  Nöldeke  ^jc^^a  (prüfen), 
das    ebenso  wie  ya.^^  (schlagen)  aram.    zu  j^nö  geworden  wäre. 

4b.  5a.  rijpa  hv]  hier  =  wegen  des  Kaufens  (vgl.  Jer. 
32,  1 1  ff.).  Gr.  TTspl  xrr^aswc,  ausser  B  (23  55  k  307)  schicken  alle  xat 
vorauf.  Die  Variante  pstiTi  ist  wertlos,  sie  gehört  wenigstens  nicht 
hierher.  —  aj?»'?  m  p]  d.  h.  das  eine  Mal  viel,  das  andere  Mal 
wenig;  vgl.  Num.  26, 56.  Gr.  ttoXXojv  xal  oXi^aiv.  —  Tnaa  hv)] 
Gr.  Trspl  doiacpopou,  aber  die  meisten  Zeugen  haben  oiacpopou,  auf 
das  auch  hier  Lat.  (de  corruptione  =  Sia<pi>opac)  hinweist.     Vgl.  zu 


390  '5"-  41,  14-42,  14. 

7,  18.  Nach  den  ParallelsteUen  sah  Gr.  hier  ein  Wort  wie  Tna. 
Man  wird  danach  "l''^^:n  oder  i-toh  im  Sinne  von  abschätzen, 
Abschätzung,  annehmen  müssen.  —  i:r  "coo]  betr.  i:oo  vgl.  37,  11. 
Aram.  und  neuhebr.  ist  i^n;  vgl.  zu  37,  11.  Im  Unterschiede 
von  imc,  das  eigentlich  den  Hausierer  bedeutet,  ist  "i:n  wohl  der 
Krämer.  Gr.  zpaaeo)?  xott  itx-opojy  (C  ifiiropou),  aber  y.ox  findet 
sich  nur  in  B  (55  308)  und  Lat. 

5b c  fehlen  im  Hebr.  Dass  er  sie  ursprünglich  las,  be- 
weist die  Variante  imo  {=-  rsnoziaz)  zu  5  a.  —  -Xeupav  ai}i.a;ot'.] 
vgl.  zu  30, 12,  wonach  auch  wohl  hier  stand  "Jno  yps. 

6.  Die  Konstruktion  wird  hier  geändei't,  was  dadurch  er- 
leichtert ist,  dass  schon  vorher  von  häuslichen  Dingen  die  Rede 
war.  Dabei  erscheinen  v.  6.  7  fast  wie  eine  Parenthese,  v.  8 
schliesst  sich  formell  an  v.  1 — 5  an.  —  rfj?"i]  ==  Gr.  TovTjpa.  Die 
Variante  na'ca  (e^ea  aram.  ^  töricht,  schlecht;  vgl.  Ps.  119,  70) 
kommt  deshalb  nicht  in  Betracht.  —  c:n:  cmn]  das  in  der  Rand- 
lesart fehlende  DDn  wird  übrigens  durch  die  Interpunktion  ver- 
dächtigt. Gr.  hat  freilich  xaXov  acppa-i-tc,  und  22,  27  steht  d'^pa-j-ioa 
itavo'jpYov.  Aber  letztere  Stelle  (s.  d.)  dient  nicht  zur  Aufklärung 
von  crn,  das  weder  als  Nomen  noch  als  Verbum  sich  in  Zu- 
sammenhang fügt,  da  es  sich  hier  um  ein  gewöhnliches  Schloss, 
wie  in  b  um  einen  gewöhnlichen  Schlüssel  handelt.  Gr.  hat 
xaXov  wohl  nur  zugesetzt.  —  Gr.  für  b :  xal  ottou  (vgl.  35,  4) 
/sTps?  iroXXal  xXstaov.  Aber  ^y  wirkt  wohl  nach.  Uebrigens  ist 
nach  Gr.  m2"i  zu  schreiben  und  für  nncn  vielmehr  nnco.  Letzteres 
ist  durch  das  parallele  cmn  erfordert,  Gr.  übersetzt  frei. 

7.  "V  npcö  mpa  h)}]  vgl.  das  Hofal  yzn  Lev.  5,  23,  Tpcn 
mit  1^2  und  T  hv  Ps.  31,  6.  2  Chr.  12,  10,  jnpc  Lev.  5,  21.  23 
und  T  rm^^n  Lev.  5,  21.  Gr.  für  a:  o  (70  55  xat',  Lat.  praem. 
et,  106  "/;,  248  om.)  sav  irapaoiom?  Iv  dpi&[j.o)  xal  aTad}X(o.  Lat. 
hat  in  konformierender  Korrektur:  numera  et  appende,  ebenso 
describe  für  Iv  7pa'-p"i^.  Nach  Gr.  ist  2iii*nn  falsch,  aber  irctpa- 
oio(j5c  zeugt  nicht  für  npcn.  Gr.  nimmt  auch  wohl  mit  Unrecht 
an,  dass  der  Angeredete  Deponent  (statt  Depositarius)  ist.  Denn 
wegen  der  engen  Verbindung  mit  dem  Vorigen  scheint  es  sich 
um  einen  Vorgang  im  eigenen  Hause  zu  handeln.  Immerhin 
dürfte  Gr.  'jptrci  icDü  T  npcö  '^y  gelesen  haben.  Bei  der  Lesart 
des  Hebr.  müsste  man  icDO  als  Verzeichnis  verstehen,  man  sieht 


Sir.  42,  5  c— 9  b.  391 

aber  nicht  ein,  weshalb  ein  Verzeichnis  gerade  bei  dem  Depo- 
situm liegen,  und  seine  Niederlegung  dort  eine  Zumutung  an  das 
Ehrgefühl  des  Depositarius  sein  soll.  Man  soll  aber  nach  Gr. 
nicht  zu  voraehm  sein,  durch  Feststellung  von  Zahl  und  Gewicht 
des  Depositums  bei  der  Uebernahme  sich  gegen  spätere  Be- 
sch"werden  des  Deponenten  zu  sichern,  mpa  dürfte  aus  dem 
Vorigen  eingedrungen  sein.  Da  die  jüdischen  Aristokraten  oft  ins 
Ausland  gingen,  kamen  solche  Depositionen  wohl  oft  vor.  —  nnai 
npSi|  =  Gr.  X7.1  00(31^  zai  Xr)']>ic.  Ein  Nomen  nsii^'  lässt  sich 
begreifen,  kaum  aber  ein  nnn.  Zu  nno  vgl.  zu  32,  12,  zu  2r\2  zu 
39,  32.     Wahrscheinlich  bezieht  sich  auch  b  auf  das  Depositum. 

8.  "iDW  ist  gegen  das  aram.  nm»  festzuhalten.  —  '^'DDl  nmc] 
Gr.  dvoT^xou  /.cd  txa)po5.  —  Für  sayaioY/^pou  hat  S  sa/aTOYTjpou?, 
B  68  iaxaxoyr^poj?,  106  k  A  C  55  2*54  155  296  308  icr/a-oyT^pc«, 
diese  letzteren  aber  auch  falsch  xpivoiisvo).  Eben  deshalb  stellt 
Fritzsche  mit  Recht  hier  iT/oi-~o';r^pu>  und  41,  2  sayaxoYTJpq)  her. 
—  Für  Tzphg  v£Oü?  haben  70  Syroh.  253  23  307  k  Sah.  Aeth. 
richtig  Tspi  7:opy£''ac.  —  Zu  lesen  ist  im  Hebr.  h^)2  (oder  u^'^u^''))  2^) 
min  n:)V.  Denn  tr^iy^i  (8,  6)  und  zw  (8,  9)  sind  Varianten,  hwz 
(vgl.  zu  41,  2)  verdarb  einerseits  in  hü):,  anderseits  wurde  es 
nach  miy  in  hi^w  korrigiert,  niiy,  vor  dem  nach  Gr.  und  der 
Variante  n^iV  das  )  zu  streichen  ist,  :=  xpivo[xEvou ;  vgl.  Wellh. 
zu  Mal.  2, 12  und  lat.  respondere  vom  Angeklagten.  —  Vgl. 
überhaupt  25,  2.  —  im:]  heisst  hier  wohl  nicht  vorsichtig  (aram. ; 
vgl.  13,  13),  sondern  gebildet  (einer,  der  sich  belehren  lässt), 
Gr.  7r£TrotiS£U[j.£vo?.  —  J?i:j:  li^^Sl]  Gr.  xal  osoox'.jj-aafxEvoc ;  vgl.  ZU  16,25. 

9.  10.  Im  Talmud  ist  der  letzte  Stichus  Zutat,  die  beiden 
ersten  =  9a  b,  der  dritte  =  10a,  der  sechste  =  lOd,  der  vierte 
und  fünfte  =  9cd. 

9 ab.  y^if  niöisiaj  Gr.  in  sonderbarer  Umkehrung:  aTroxpu'fo? 
ctYpuTTvi'ot.  Er  las  aber  richtig  y^  (vgl.  zu  34,  1).  Das  ü)'^  des 
Talmud  setzt  wohl  den  Fehler  iptf'  voraus.  Die  Form  rijaac 
steht  auch  im  Talmud.  —  Syr.  für  a  frei:  eine  Tochter  ist  auf 
ihrem  Vater  sehr  schwer  («Tp"*).  —  Gr.  für  b:  xal  yj  \iipi\iva 
(30,  24)  auTTj?  drpiaxa  (34,  1)  uttvov.  Danach  und  nach  34,  1  ist  zu 
lesen:  n:iy  v'ion  r\n:ai).  8yr.  und  ihre  Sorge  (so  w  Maus.  Mas.  I, 
die  andern:  in  ihrer  Sorge)  vertreibt  (»130,  w  Maus.  Mas.  I 
NTiBö;  vgl.  zu  34, 1)  seinen  Schlaf, 


392  Sir.  41,  14-42,  14. 

9 cd.  "iwn  |c|  Gr.:  a/,-oT£  -o.[Ja■/.\xda■r^,  dass  sie  nicht  ver- 
blühe (und  deshalb  unverheiratet  bleibe).  Vielleicht  las  oder 
vermutete  er  "lUin  (vgl.  das  lalmud.  Zitat)^  aber  ij;  heisst  mannbar 
werden.  Uebrigens  könnte  Gr.  auch  "nj  oder  i::  so  übersetzt 
haben.  Syr. :  dass  sie  nicht  geschmäht  werde  (sriBiTi),  was  wohl 
nur  geraten  ist.  Der  Parallelismus  verlangt  entweder:  dass  sie 
die  jungen  Männer  nicht  anziehe,  oder:  dass  sie  von  den  jungen 
Männern  nicht  angezogen  werde.  Das  erstere  ist  das  wahrschein- 
lichere (vgl.  V.  12).  Neuhebr.  heisst  mj  Jem.  an  sich  ziehen, 
den  Appetit  reizen.  Danach  ist  vielleicht  -nun  zu  lesen.  Mit 
DTi:»"!  kann  ich  nichts  auffingen.  —  .TSinsni]  ist  aus  10  a  einge- 
drungen. Gr.  xai  aw^^}y.r^■x.uly.  (S*^''  Lat.  add.  avopt)  vgl.  2b^  8,  wo 
h)!2.  Syr.  nSj?2  pl.  Danach  ist  nS"ij?3i  wahrscheinlich.  Ebenso 
WKT  nach  Gr.  Syr.  [j-'-t/ji)-?),  «jrcn.  Das  talmudische  XB^3n  ist  wohl 
hieraus  entstellt. 

10.  Hebr.  (Text)  ordnet  die  Stichen  mit  Recht:  a,  c,  b,  d. 
Im  Syr.  fehlen  b  und  d.  —  nnicn]  das  Pual  passt  wegen  des 
Gegensatzes  zu  c  wohl  besser  als  das  Hithpael,  das  im  Kanon 
nicht  vorkommt.  Gr.  ungenau:  ßsßr^Xoji)-^,  ihm  folgt  Syr.  mit 
smcnn  (doch  vgl.  auch  zu  23,  21).  —  rhvi  n^nri]  Gr.  [As-a  (248 
Syroh.  253  23  S  106  55  296  Anton.  ]052praem.  xaQ  avop^.c  ooaa, 
Syr.  rhv2  h';). —  nu^in  (1.  |c)  «'?]  ist  schwerlich  richtig.  Gr.  [xr^iro-e 
7tapaß-(j  (vgl.  23,  18).  Syr.  nviö2  st3ii*n  wScSn  =  dass  sie  nicht 
töricht  werde  in  ihi'em  Verstände.  Er  fügt  hinzu :  und  einem  anderen 
Manne  nachgehe  (ob  =  d?).  Danach  las  er  wohl  msKTi,  das  er 
falsch  deutete.  Erfordert  ist  jedenfalls,  dass  die  Frau  von  sich 
aus  den  Ehebruch  begeht.  —  Gr.  v.cd  h  -oic  Tra-pixoT?  aozrfi  sy/uo? 
-(ivr^Tat  (Lat.  inveniatur).  Es  stand  gewiss  da:  mnn.  Das  xotl 
erklärt  sich  aus  der  Umstellung.  —  rt^^'ü  r\''22)]  Gr.  awoy/.r^v.uX'y. 
(Lat.  certe?).  —  ir^yn]  das  Verbum  ist  im  Nifal  in  dieser  speziellen 
Bedeutung  sonst  nicht  belegt.  Gr.  a-ti^j(j)\)-Q,  nur  B  (253  308) 
und  Syroh.  (^pyn)  axstpwcr,.  Das  griechische  Verbum  findet  sich 
in  der  Bibel  nur  hier.  Ein  Verbum  yv  im  Sinne  von  unfruchtbar 
sein  ist  nur  syrisch  belegt,  das  Kai  hier  in  der  Plexapla,  das 
Afel  sonst  noch. 

lla-d.  Gr.  für  a  wie  26,  10:  im  OuyaTpl  doiaxpeirTt})  atcps- 
(uaov  cpuXctxr^v.  Das  kommt  der  Texteslesart  am  nächsten,  für  die 
statt  nmc  (nit^s)  's  des  R  etwa  rh2i  nn  (vgl.  Job.  2, 10)  oder  r; 


Sir.   42,  9C--12.  393 

rhr;  (Iß;  1)  zu  vermuten  ist.  Dagegen  las  Syr.  wohl  wie  K': 
mein  Sohn,  gegen  deine  Tochter  stelle  auf  (vgl.  22, 27  Syr.) 
eine  Wache.  Das  letztere  ist  ungenau,  tür  lOB'o  p:nn  gesetzt, 
das  vermutlieh  auch  Gr.  las  (atsf^soo)  =  p:-  34,  11.  50,  1).  — 
Gr.  für  b:  \ir^-rj-s  Ttoir^s-^i  aa.  Irdyri.^jyx  s/Ufxji?  (307  55  254  Anton. 
1053  i/.öpwv,  70  add.  sou);  vgl.  6,  4.  18,  31.  Das  stimmt  mit 
11^  '^  'ü  'yn  |c,  was  zunächst  aufzulösen  wäre:  ttnt^a  "ti^yr.  |o 
2'"iah  (oder  Sti'2?).  Indessen  wird  ö  Fehler  für  :i'  =  nn.'iiy  sein, 
aus  dem  mD  c^  entstand.  Dagegen  Syr.:  damit  sie  dich  nicht 
mache  zu  einem  bösen  Namen  (=  Text).  Besser  ist  übrigens 
wohl  mo  (vgl.  syr.  S'-'D  ar:^  =  stinkender  Name,  bei  Payne-Smith) 
als  mo,  obwolil  diese  Wurzel  im  Neuhebr.  stinken  bedeutet.  — 
Lat.  ne  quando  faciat  te  in  opprobrium  venire  (s.  z.  8,  7)  ini- 
micis.  —  Tj?  nmj  vgl.  38,  17.  Gr.  Xot/.'>av  ev  (13,  19)  -oXsi;  vgl. 
26,  5,  wo  wesentlich  dieselben  Dinge  aufgezählt  waren.  Zuerst 
entsteht  ein  Gerede,  dann  rottet  sich  das  Volk  zusammen,  was 
zu  einer  Gerichtsverhandlung  führt.  —  cy  nSnp'J  Gr.  xczl  sz/Xritov 
Ä7.00.  70  k  lesen  schlecht  ivx^-ov  (=  Lat.  objectione).  Das  in 
der  Bibel  nur  hier  vorkommende  IxxXt^to^  ist  =  £xxX-/;3''c(.  Vgl. 
rhr\p  7,  7.  Neh.  5,  7.  —  r;^  mp]  Gr.  iv  TrXVjfisi  ttoXXäv,  nach  7,7 
(s.  d.)  darf  man  iv  TrXr^ösi  -oÄsoo?  vermuten,  obwohl  iv  ttoXsi  vor- 
hergeht. —  Syr.  stellt  die  Wörter  um:  und  zu  Gerede  und 
Murren  (s"3rom  ün'vy^'  =  n;i)  im  Volke  {=  cy),  und  in  der  Ver- 
sammlung (is*iyj:2i  =  n'rnp)  der  Stadt  (=  rv)  sie  dich  zu  Schan- 
den mache  in  dem  Murren  des  Volkes.  Am  Schluss  las  er  wohl 
anders.     Vgl.  auch  den  Fehler  cy  r\2i  51,  2. 

lief.  Die  Stichen  fehlen  im  Gr.,  sind  aber  wohl  echt, 
da  V.  12  für  sich  allein  schlecht  bestehen  kann.  —  Syr.  schlecht: 
am  Ort,  wo  sie  wohnt,  lass  sie  nicht  hinausgehen,  und  in  den 
Häusern  sei  sie  nicht  umhergehend.  —  Tijn  c'pc]  vgl.  41,  19. 
34,  14.  Hinter  'CZf:  n'2  muss  ein  analoger  Ausdruck  stecken.  Ich 
vermute  nrn  nach  aram.  sn;i3  ?^2  =  Nachtquartier.  Allerdings 
ist  n)2  (übernachten)  im  Kai  nur  aramäisch  belegt,  aber  das 
Hifil  ist  auch  neuhebräisch.  Ich  finde  es  wenigstens  in  der 
Bedeutung  Jem.  ins  Haus  aufnehmen  bei  R.  Nissim  (Sefer 
Maasijoth  ed.  Warschau  1-^86  p.  42). 

12.  Mit  <]pv  Randlesart  [cj^'-cn^  kann  ich  nichts  anfangen. 
Wie  16,  1    bedeutet   lan  hier  Anblick.     Gr.  sonderbar  missver- 


394  Sir.  41,  14—42,  14.     42,  15—43,  33. 

stehend:  -avtl  avOpo)::»»  [xt;  s'|j.[:IÄ£-£  ev  vÄtXzK  (11,2),  wobei  er  iNn 
doppelt  übersetzt.  Nicht  besser  Syr. :  Jedem  Manne  nicht  offenbare 
was  in  deinem  Herzen  ist.  —  n'Sl]  nach  Gr.  (x'/i  iv  ixsaci))  und 
Syr.  (nyni)  ist  wohl  p  zu  schreiben,  da  D^ii»:  n^r  (Esth.  2,3.9.13) 
etwas  ganz  anderes  bedeuten  würde.  Die  Jungfrau  soll  aber 
auch  mit  verheirateten  Frauen  nicht  verkehren.  —  Tinon]  Rand 
Tnon;  vgl.  zu  8, 17.  Gr.  cjüvsopeuc,  Syr.  frei:  «n^yii:'  icti'n;  vgl. 
Syr.  zu  22,  13.  —  Vgl.  auch  27,12. 

13.  Betr.  der  Meinung,  dass  die  Motte  ans  den  Kleidern 
komme,  vgl.  Edersh.  z.  St.  —  Syr.  rationalisierend:  denn  wie 
auf  das  Kleid  fällt  die  Motte,  so  die  Eifersucht  des  Weibes  (w 
Maus.  Mas.  I  auf  das  Weib)  von  der  Bosheit  ihrer  Gefährtin.  — 
Für  Yuvaixo?  2°  hat  106  ''O"-  avopo-  (Lat.  viri)  nach  25,  24.  — 
Uebrigens  geht  v.  13  nicht  auf  die  Weiber  von  v.  12,  sondern 
auf  die  Tochter. 

14.  Syr.  om.  —  Gr.  für  a  ungenau:  xpeiaatuv  Ttov/jpta  dvopo? 
Tj  aYaf^oTToio;:  ^uvr^.  Bei  der  Lesart  yn,  die  auch  wohl  Gr.  vor 
sich  hatte,  muss  man  3ll3ü  sprechen.  Im  Text  ist  miDö  richtige 
Korrektur  für  r'üö,  die  aber  an  den  falschen  Ort  geraten  ist.  — 
Gr.  für  b  wieder  ungenau:  xat  "j'uvr;  xaTaicfyuvousa  zk  (7,  13) 
ovsioiap-ov.  —  n^ri  ist  aus  v.  12,  rw^  aus  v.  13  eingedrungen. 
Der  Sprachgebrauch  und  das  Wortspiel  erfordern  mcnD  für  ncino. 
Zu  r^n  vgl.  10,  13. 


XIX.     42, 15  —  43,  33. 

Das  Lob  Gottes  als  des  Herrn  der  Schöpfung  umfasst 
53  Disticha,  von  denen  15  (1.  7X2)  auf  die  Einleitung,  und  8 
(3.  2.  2.  1)  auf  den  Schluss  kommen.  Der  Hauptteil  handelt 
in  30  Versen  vom  Firmament  und  der  Sonne  (6  =  1.  4.  1), 
dem  Mond  (4),  den  Sternen  und  dem  Regenbogen  (4  =  2.  2), 
dem  Gewitter  (4),  dem  Schnee  und  dem  Reif  (4),  dem  Frost 
(4),  und  endlich  vom  Meer  (4  =  3.  1).  Von  der  Entstehung 
des  Himmels,  des  Festlandes  und  des  Meeres  ist  nicht  die 
Rede  (vgl.  nur  die  Besiegung  des  Drachen  und  die  Ent- 
stehung der  Inseln  43,  23),  ebenso  wenig  von  der  Schöpfung 
der  Vegetation,  der  Landtiere  und  der  Menschen.  Die  beiden 
letzteren  werden  überhaupt  nicht  erwähnt,  wohl  aber  die  See- 
tiere (43,25),  und  die  Vegetation  wenigstens  nebenher  (v.  21  f.). 


Sir.  42,  13—17.  395 

Der  Verf.  will  den  Eiuclriick  wiedergeben,  den  die  Natur- 
erscheinungen namentlich  in  ihrem  Wechsel  auf  ilin  machen. 
Hierin  beweist  Gott  sich  ihm  als  der  Beherrscher  der  Natur. 

15.  Zu  a  vgl.  Ps.  77,  12.  Nach  dem  dortigen  Ketib  und 
unten  49,  9  (s.  d.)  t::k  herzusteilen  empfiehlt  sich  nicht.  Vgl. 
dag.  39,  12.  Uebrigens  ist  "I3*s  geschützt  durch  das  l  vor  mccN, 
das  Gr.  Syr.  freilich  nicht  ausdrücken.  Das  ixvr^a^TjCJojxai  des  Gr. 
beweist  natüiiich  nichts,  aber  Syr,  hat  "isnns,  Ambr.  w  Maus. 
Mas.  I  schlecht  iizma.  —  Der  Fehler  U  für  or,  (=  Si)  nur  in 
B  S>Toh.  —  In  b  {=  Job.  15,  17)  macht  Sirach  einen  Vorbehalt; 
vgl.  zu  V.  17.  Vgl.  übrigens  v.  31.  —  In  c  ist  mit  dem  Rande 
riJ^Va  statt  liTJ"]  zu  lesen  nach  Gr.  Syr.  Letzterer  erklärt:  durch 
sein  Wort  sind  geschaffen  seine  Werke;  vgl.  43,26.  —  Syr. 
für  d :  und  alle  seine  Geschöpfe  seinen  Willen  tun  (=  )nph  Ulm). 
Griechisch  findet  sich  der  Strchus  nur  iu  S  -"  :  xotl  ye-j-ovsv  sv  su^oyta 
(leg.  suöoxia;  vgl.  zu  36,22)  aoioi  xpiaa;  vgl.  Sah.:  und  der 
Segen  seiner  Gesetze  ward.  Danach  ist  ipnS  (=  gemäss  seiner  Be- 
stimmung) zu  schreiben;  vgl.  zu  38,  22.  Gr.  hat  die  Präposition 
(sv  wie  oft  =:  h)  vor  das  falsche  Wort  gesetzt. 

16.  nn-ii;]   nach   Gr.  'f(ü-i>v,    Syr.    n^in;    vgl.    zu  26, 16. 

—  nrh::  hz  hv]  d.  h.  sie  ist  überall  sichtbar.  Gr.  ungenau  und 
schlecht:  i-i'^lz'lt.  —  Ausser  BS*  106*  (254  308)  haben  alle 
(auch  Lat.  Sah.  Aeth.)  tyjc  oo;-/;?  xuptou.  —  Syr.  (teile  ab:  ^h:r\a 
Miomi)  las  TDn  für  m^:  (vgl.  zu  44,  1,  aber  auch  Ps.  145,  9).  — 
Viyyc  h2  hv]  Gr.  ungenau:  TiXrjpsc  -o  ip^ov  aüxou. 

17.  Gr.  für  a:  oux  £V£-oiV)3s  toic  ayioi?  xuptoc  (Lat.  schlecht: 
nonne  dominus  fecit  sauctos).  Aber  248  Syroh.  253  S  lesen 
richtig  xupiou  (23  aotoS).  Lies  übrigens  iz^^:o(T^(s^  (vgl.  zu  18,  4, 
übrigens  zu  39,  11).  Auch  S}t.  po'.3  =  ip^ecn;  vgl.  zu  39,  16.  — 
hü  '^)ip]  =  Engel;  vgl.  Job.  15, 15  u.  ö.  —  iz^üh]  vgl.  zu  v.  15. 

—  ^^^  msScj]  S>T.  nn?i>ncT  «nra:,  das  ist  Umkehrung  von  msSc: 
rmiinj;  vgl.  zu  48,14.  Ein  solcher  Ausdruck  ist  hier  am  Platze, 
^''''  neben  hü  ist  dagegen  anstössig  und  ursprünglich  wohl  eine 
Variante  dafür.  Auch  Gr.  (-a'vra  -a  &au[xaaiot  autou)  las  wohl 
wie  E,  er  setzt  öa'j[jLota-a  für  nr,2:  (38,  6)  wie  für  nw'^ci  (39,  20). 
Vgl.  xpaxo;  asYaX(oauv/jc  18,  5.  U^hrigens  ist  nach  Gr.  nicht  etwa 
noch  ein  S:  einzusetzen  wegen  v.  15.  Vielmehr  besagt  a:  'c: 
die  wunderbarsten  seiner  Grosstaten.  Gr.  setzt  dafür  -avTa.  Sirach 


J 


396  S"--  42,  15-43,  33. 

will  hier  die  Restriktion  von  v.  lö.  43,27 — 33  bet^ründen:  nicht 
einmal  die  Engel  können  die  höchsten  Wunder  Gottes  aufzählen, 
sondern  Gott  muss  sie  sogar  in  Stand  setzen,  seine  Nähe 
überhaupt  zu  ertragen.  —  rK3i:J  wie  17,  32.  Ps.  103,  21.  148,  2 
von  den  Engeln.  —  Gr.  für  c  willkürlich  und  in  falscher  Be- 
ziehung: 5  (248  C  om.)  iaxt^Atoat  x'jpio?  o  -yy-ovjjd-to^j.  Aber  er 
las  schwerlich  mX3yn  Tön.  Syr.  stiess  sich  ebenfalls  an  ?SDi:: 
Kraft  gab  er  denen,  die  ihn  lieben  (w  Maus.  Mas.  I:  fürchten). 
—  Gr.  für  d:  avr^p'.yßr^'^cit.  iv  oo^t(]  autoo  xo  -av  (254  ~a  7:avT0t). 
Aber  to  nav  fehlt  in  Lat.  und  ist  wohl  zu  streichen  (Nöldeke). 
Syr.  zu  stehen  (vgl.  Syr.  zu  3,  9)  vor  seiner  Herrlichkeit. 

18.  Allwissenheit  =  Allmacht.  —  yn  zh)  ü)nr\\  bei  cinn 
ist  an  Rahab,  Leviathan  usw.  gedacht.  Die  Dämonen  und  die 
Menschen  sind  in  Gottes  Gewalt.  Es  ist  wohl  eine  sprüchwört- 
liche Redensart;  vgl.  Prv.  15,11.  Job.  26,6  und  Lat.  zu  23,19. 
Bedeutet  j_  ein  Zakef  (vgl.  zu  38,17),  dann  ist  das  Wort  falsch 
betont  und  nach  Job.  38,  16  missverstanden.  —  CrTanj?«  h22)\ 
in  dieser  Bedeutung  kommt  das  Wort  im  Kanon  nicht  vor.  Gr. 
xcf.l  h  7:7.voü[iYS'j;x7.aiy;  vgl.  zu  1,  6.  Das  Wort  hat  auch  hier  wohl 
neutrale  Bedeutung.  Syr.  freilich:  und  alle  Ueberlegungeu 
(pnn''yin,  w  Maus.  i'.nrT'D:,  u  xn-n:  srT^ynn)  der  Menschen  wie  die 
Sonne  offenbar  sind  vor  ihm  (vgl.  Syr.  zu  17,  19). —  Der  Fehler 
oi£vo-/;{>r^v  nur  in  B  (C). —  Hebr.  om.  c  und  d. —  Ausser  B  C'^°''''-  (55 
254  296  308)  Lat.  haben  alle  Hss.  d-j^iaxoc  für  x-jpio?,  und  70 
307  k  S  C  55  254  155  296  308  ^'^-  Sah.  schlecht  auvsior^siv  für 
eioYjaiv. —  Syr.  für  c:  denn  nicht  ist  verborgen  vor  Gott  etwas. — 
Syr.  für  d:  und  offenbar  sind  vor  ihm  alle  (Dinge),  welche 
kommen  in  die  Welt.  Für  or^ixslov  hat  248  ar^ixsTa,  Gr.  ver- 
wechselte mns  und  nvn«  (Jes.  41,  23.  44,  7.  45, 11),  Syr.  ver- 
stand o'r'iy':  falsch.  Die  Worte  bereiten  v.  19  vor;  vgl.  zu  39, 19  f. 
Anders  ist  ar^  [xstov  aiuivo?  43,  6. 

19.  Dass  Gott  Vergangenes  und  Zukünftiges  den  Menschen 
offenbart,  beweist,  dass  er  den  Weltlauf  von  Anfang  bis  zu 
Ende  übersieht  (39,  20)  und  regiert  (Deutero-Jesaja).  Unter  dem 
Vergangenen  ist  zunächst  wohl  die  Weltschöpfung  gemeint.  — 
mn^]  das  Verbum  heisst  hier  s.  v.  a.  offenbaren;  vgl.  zu  44,  3. 
Gr.  otTraYYeXXtuv  (16,  25),  Syr.  om. —  nvm  mcSn]  beide  Ausdrücke 
finden  sich  nicht   im  Kanon,    sind    auch   neuhebr.  nicht   belegt. 


Sir.  42,  18—21.  397 

Aber  nrnJ  steht  ebenso  48,25;  vgl.  dazu  n-i2:  Ps.  102,19  und 
lh)2  Ps.  22,  32.  Gr.  -y.  -«ryeXr^^vuUota  x7.l  ta  i-caojxcya,  SO  nur  B 
253  (296  308),  (Lat.  superventura),  die  übrigen  t«  icjoijLsva  (so  alle 
48,25).  Schlecht  Armen,  (nach  Herkenne):  xcd  s-t  saoixsva.  — 
npn]  Gr.  i/vr^  (LXX);  vgl.  izr/yidlzv^  =  yn  6,27.  —  mnc:]  s.  z. 
3,  22.  —  Syr.  für  b  ungenau:  und  offenbar  ist  vor  ihm  alles 
Verborgene. 

20.  Gr.  hat  in  a:  ou  -af.r/.i)sv  ccj-ov,  in  b:  o-jx  (70  S-''  Lat. 
praem.  xoct',  308  ouxs)  £xpu[ir^  7.-'  au-ro-j.  Da  i:o  f]Sn  als  Korrektur 
erscheinen  kann,  und  Gr.  K7.pef>/e3i}7i  fürrjSn  setzt  (v.  19.  11,19), 
so  scheint  er  die  Verbalausdrücke  vertauscht  zu  haben  (so  auch 
J.  Levi).  Syr.  hat  in  a:  siij;,  in  b:  «^a  (dies  nach  Gr.).  W  ist 
wohl  =  injö  Job.  4,  12.  —  hz^]  Syr.  No:n,  Gr.  u\a:ivr^\m  (wie 
35,  18,  vgl.  zu  24,  29).  —  nai]  Gr.  Xo-'o-,  Syr.  ^sn.  Es  handelt 
sich  natürlich  nicht  darum,  dass  er  jedes  Wort  der  ^Menschen 
kennt,  oder  ihm  selbst  jedes  Wort  zur  Verfügung  stellt.  Viel- 
mehr kennt  Gott  alle  Mittel  und  Wege,  aber  auch  alle  Dinge, 
die  ihm  etwa  hinderlich  sein  könnten. 

21.  Syr.  für  a  und  b:  Gewalt  (Nnn2:j)  und  Weisheit  (lies 
Kno:m  =  der  Weisheit)  vor  ihm  besteht  (sa^p)  in  Ewigkeit.  Er 
verstand  |:n  (=  [sn)  falsch  als  pn  und  zog  die  beiden  Stichen 
in  freier  Wiedergabe  in  einen  Satz  zusammen.  Gr.  für  a:  ~ä 
\^.^-[nXv.'J.  (vgl.  zu  17,  8  und  zu  48,  24)  rr,?  ao'fta?  auxo'j  ixosfir^ss 
(vgl.  zu  16,  27).  Für  den  Text  der  hebräischen  Handschrift  ist 
iin  Unterschiede  von  der  Randlesart  und  nach  dem  Syr.  r,T.2J  zu 
vermuten,  aber  Gr.  verstand  oder  las  wie  der  Rand  rrmr:  =  die 
Riesenwerke  der  Schöpfung,  die  Gott  vermittels  der  Weisheit 
zu  Stande  brachte.  Der  Sinn  wäre  dann:  Gott  hat  die  einzelnen 
Stücke,  aus  denen  er  die  Welt  zusammensetzte,  ki'aft  seiner  Weis- 
heit und  zwar  sofort  in  absoluter  Vollkommenheit  geschaffen.  Er 
brauchte  deshalb  kein  Ding  nachträglich  zu  verbessern,  und  alles 
wird  auf  ewig  so  bestehen  bleiben,  wie  er  in  seiner  Weisheit  von 
Anfang  an  bestimmt  hat.  Vgl.  18,6  und  Koh.  3,14.  Aber  nr«: 
ina^n  wäre  ein  geschraubter  Ausdruck.  Von  dem  ewigen  Bestände 
aller  Werke  Gottes  ist  v.  23  die  Rede,  und  c  ist  wegen  d  viel 
eher  auf  die  Weisheit  Gottes  zu  beziehen,  die  ebenso  unver- 
änderlich ist  wie  sein  Gesetz.  Ich  verstehe  daher :  ,,  das  Riesen- 
werk seiner  Weisheit"  (vgl.  43,  25  und  zu  1,  4),  d.  h.  die  Weisheit 


398  Sir.  42,  15—43,  33. 

selbst,  die  das  erste  und  grösste  seiner  Geschöpfe  und  das  Mass 
für  alle  späteren  ist.  Kin  in«  bezieht  sich  frei  auf  den  ganzen 
Ausdruck  zurück.  —  Gr.  für  b:  6k  (so  haben  253  23  S  Aeth., 
dagegen  B  (308)  xai  loj?,  die  übrigen  mit  Lat.  oc)  h~iv  -rrpo  toS 
cttüivo^  X7.1  eic  Tov  ocuova.  Das  darf  man  vielleicht  übersetzen:  wie 
es  ist  von  Ewigkeit  (so  ist  es)  auch  in  Ewigkeit.  Sah.  hat  da- 
gegen: „er  aber  ist",  was  =:  xai  autoc  ea-'.v  sein  könnte.  Aber 
die  Aenderung  tU  ist  kaum  abzuweisen.  Gr.  dachte  dann  frei- 
lich sehr  unpassend  an  Gott  selbst.  Sodann  ist  rcpö  xou  attovo?, 
das  eben  wegen  der  Beziehung  auf  Gott  gesetzt  ist,  =:  cSiya 
(vgl.  zu  24,  9) ;  dahinter  ist  aber  kaum  üh))}  nyi  im  Hebr.  einzuschal- 
ten. —  Syr.  om.  c  und  d.  —  Betr.  Svw  (Gr.  r^XatKuör^)  vgl.  Ez. 

42,  6,  und  das  Kai  und  das  Hifil  Num.  11,  17.  25.  rplJ  ist  nach 
Gr.  T.rJoa^■ri\}r^  angenommen.  Vgl.  Dt.  4, 2.  13,  1.  Im  Hinter- 
grunde steht  wohl  der  Gedanke,  dass  Israel  der  griechischen 
Weltweisheit  entraten  kann.  —  -ni']  Rand  "Iä;  vgl.  34,  4.  Als 
ein  Perfektum,  das  hier  ohne  Zweifel  vorliegt,  wäre  "ni:  =  t\^, 
—  pö]  gibt  Gr.  frei  durch  aüjxßouXo?  wieder.  Vgl.  Jes.  40,  10. 
Um  die  Dinge  sofort  in  unverbesserlicher  Vollkommenheit  zu 
schaffen,  bedurfte  Gott  keines  Lehrers  (Jes.  40,  14). 

22  ist  im  Hebr.  ausgefallen.  —  Syr.:  und  alle  seine 
Werke  für  Ewigkeit  (Mas.  II  und  alle  Werke  Gottes)  in  Wahrheit 
(»nsj^ipi,  Ambr.  in  Heiligkeit,  Nmt^''np2)  lässt  er  wohnen  (siii'c), 
und  in  Heiligkeit  sind  gelobt  (herrlich,  pnsif'ö,  oder:  loben)  sie 
alle.  Das  „sie  alle"  entspricht  dem  rav-ot  (-rau-a)  v.  23.  Sodann 
ist  Kni^ipa  =  nöN2  (vgl.  z.  B.  42, 1.  8),  i^natf's  wohl  =  nnj  (s.  z. 

43,  1),  parallel  dem  ir^ix^oiir^rd  des  Gr.  in  a.  Aus  v.  21  oder 
V.  23  dürfte  „für  Ewigkeit"  eingedrungen  sein,  das  neben  „in 
Wahrheit"  keinen  Platz  hat.  Falsch  ist  aber  «mtt^''lp3;  man  er- 
wartet eher  1)222  "nsj  (vgl.  43,  11)  oder  eher  nach  Gr.  OstopT^aai 
a''2nS  "nni  (vgl.  43, 1).  Gr.  scheint  den  ersten  Stichus  mit  uj? 
dem  zweiten  konformiert  zu  haben.  Das  sTriOojjLr^-a  könnte  =  nnn: 
(vgl.  39,  21)  oder  auch  =  ms:  sein,  ist  aber  mit  Syr.  snii^o 
schwer  zu  reimen.  Unverständlich  und  offenbar  verderbt  ist  y.cd 
w?  (248  Syroh.  253  23  S  C  k  55  296  iwc)  a-ivör^po-  (106  a-ivÖr,p£?, 
70  a-ivör^pa;)  sa-i  (S  om.)  öecupr^aat  (S  sTriöscopT^aai).  Erfordert 
ist  für  aTTivdr^po?  ein  dem  im^o^ir^id  paralleles  Adjektivum  oder 
Adverbium.     Aber    £7rioo;a  oder  s7rio6;aj;,    das    etwa    dem  pSK^o 


Sir.  42,  22—26.  399 

des  8yr.  entsprechen  würde  (vgl.  46,2.  50,5.  11)  liegt  weit  ab. 
Uebrigens  wird  in  v.  22  wohl  überall  der  Singular  gestanden 
haben. 

23.  »in]  könnte  wohl  nur  auf  Gott  bezogen  werden,  ist 
deshalb  aber  höchst  wahrscheinlich  Korrektur.  Gr.  irav-a  Tauxa. 
Syr.  für  a:  und  (sie)  leben  und  bestehen  für  Ewigkeit.  Aber 
auch  er  scheint  )h2  oder  h^n  gelesen  zu  haben  (s.  z.  v.  22),  das 
sich  in  den  Exclamativsatz  des  Gr.  in  v.  22  b  schlecht  fügt.  — 
löiyj  Gr.  [i.sv£i,  Syr.  D'p;  vgl.  zu  30,  17.  44,  13.  Dass  Sonne, 
Mond  und  Sterne,  Donner,  Blitz  usw.  lebende  Wesen  sind,  ist 
selbstverständlich.  —  Wie  yaif^i  würde  auch  v^u^^  Nifal  sein 
(12,  11).  —  Gr.  für  b:  sv  (s.  z.  10,  18)  izdaaic  yjjtiaxz  xal  Travta 
uTTot/ousi,  aber  Lat.  Sah.  stellen  xoti' voran.  Betr.  "jTi::  vgl.  zu  13,6. 
Syr.  erweiternd:  und  für  alle  seine  Wünsche  (Mirai:  s.  z.  13,  6) 
sie  alle  sind  bereit  und  eilen  (pnxa  s.  z.  43,  5)  sehr-  in  ihren 
Herrschaften  {]vri^hw). 

24.  Für  a  hat  Syr.  nach  Gr.:  und  sie  alle  sind  (je)  zwei 
(und)  zwei,  eines  gegenüber  dem  einen.  Aber  Gr.  hat  D^Jii^  nach 
36,  15  missverstaudeu,  von  zusammengehörenden  Paaren  ist  im 
Folgenden  nicht  die  Eede,  sondern  von  buntfarbiger  Mannig- 
faltigkeit. Vgl.  W'W  und  mJiy  mit  |o  Esth.  1,  7.  3,  8.  —  rw^\ 
Syr.  «13.  —  T'Xfti'J^it'  ono]  Syr.  eins  von  ihnen  unnütz  (n'^xSiss). 
Gr.  ouosv  IXXsrTTov  (A  sXXitlov,  B  exXnrov,  sxXsiTrov;  vgl.  zu  24,  9), 
Lat.  aliquid  deesse  (155  sUittsTv).  Gr.,  dem  Syr.  vielleicht  folgte 
(vgl.  24,  9),  könnte  i^i<t:'n  gelesen  haben  (vgl.  2  Reg.  7,  13),  das 
möglicher  Weise  auch  die  Bedeutung  übrig  sein  und  überflüssig 
sein  hatte.     Ryssel  vergleicht  syr.  "in"',  "iTiV 

25.  Man  darf  a  wohl  übersetzen:  die  (besondere)  Vor- 
trefflichkeit des  einen  Dinges  übertrifft  die  des  anderen.  Aller- 
dings ist  ri'^n  in  dieser  Bedeutung  nicht  belegt,  sie  kann  aber 
leicht  angenommen  werden.  Gr.  ungenau  und  falsch:  sv  tou  ivo? 
saxspscoas  xa  ayjiM.  Syr.  in  Fortsetzung  des  Missverständnisses 
von  V.  24 :  sondern  dieses  mit  diesem  (bildet)  Paare,  Paare  (pli). 
Pesch.  setzt  das  letztere  Wort  für  Tizi'hn.  —  i«in]  vgl.  zu  11,  2. 
Gr.  üo^av  (vgl.  45,  7)  auxoi},  Syr.  ihre  Ehre.  Gemeint  ist  die 
Schönheit  der  ganzen  Welt. 


400  Sir-  42,  16—43,  33. 

43,  1.  Syr.  om.  a.  —  Gr.  hat  hier  für  isin  '{o.'Jijio.u/j..  Aber 
deswegen  und  auch  wegen  des  Gleichklangs  mit  v.  9  (coiy  *,sin 
221D  "nm)  darf  man  "iNin  nicht  anfechten,  da  Gr.  für  nsin  auch 
ooca  setzt  (s.  z.  42,  25),  und  cTio  und  cot:'  verscliieden  sind. 
Die  Wiederaufnahme  des  isin  vom  »Schluss  des  vorigen  Verses 
liat  nichts  anstössiges,  und  -sin  ergibt,mit  nna  die  beliebte  Assonanz. 
Dagegen  ist  nach  Gr.  aT3r>5o>ix7.  v,r/.\)a[A''-a(zrj:  -i,ia  ypn  zu  lesen; 
vgl.  Ex.  24,  10,  welche  Stelle  auch  in  b  zu  Grunde  liegt.  Lat, 
drückt  -,'c«u,ot7.[j.c(  nicht  aus:  altitudinis  firmamentum  pulchritudo 
(eins)  (est).  —  C5:5;\|  Gr.  slooc.  LXX  hat  Ex.  24,  10  in  doppelter 
Uebersetzung  sTooc  aTcpsojaa-oc,  Onkelos  ""in^ö,  ebenso  Targ. 
Thren.  4,  7  irn,  aber  a.  u.  St.  ist  ci'y  wohl  dasselbe  wie  J7"'pi. 
Trotzdem  ist  das  von  Gr.  niclit  ausgedrückte  1  kaum  zu  streichen. 
Für  ü'^o  bezw.  a'^^io  ist  020  zu  schreiben,  wenngleich  das  Wort 
im  Kanon  eine  speziellere  Bedeutung  hat.  Gr.  rhetorisch:  h 
(vgl.  zu  21,  6)  h[A\mxi.  TTinz  kann  nach  Gr.  (oo;-/;?)  und  v.  9  gegen 
T\V\  nicht  aufkommen.  Das  von  Gr.  nicht  ausgedrückte  Suflix 
könnte  auf  cna  bezogen  werden,  weim  man  i;20  im  Sinne  von 
Front  verstehen  dürfte.  Es  ist  aber  doch  wohl  zu  tilgen.  —  Syr. 
für  b  in  Verquickung  mit  v.  2a:  er  hat  gemacht  die  Sonne  um 
zu  sehen  und  zu  loben  (in2iJ*oS  vgl.  zu  42,  22).  Syr.  hat  sodann 
in  V.  2b — 10,  weil  ihm  das  Hebräische  hier  zu  schwierig  w^ar, 
fast  genau  nach  dem  Gr.  übersetzt.  Den  Rest  von  c.  43  hat  er 
fortgelassen,  weil  ihm  der  Inhalt  gleichgiltig  war. 

2.  Gr,  für  a:  r/aoc  h  or.-adri  (vgl.  v.  16)  oi7.773/vXa)v  iv 
scoöu).  Er  entscheidet  für  5?''20  (vgl.  16,  25)  und  inNirn.  Uebrigens 
dachte  er  bei  nan  au  aram.  Kon  =  sehen;  vgl.  zu  37,  10.  Vom 
Licht  der  Sonne  wird  um-  nebenher  (v.  4 cd)  geredet,  aber  das 
Licht  ist  einigermassen  v.  1  ^  orweggenommen,  und  v.  3  scheint 
der  Ausdruck  n'm"'  vorauszusetzen,  dass  vorher  schon  von  der 
Sonnenhitze  geredet  war.  —  Kl";  no]  Gr.  azöijoc  OautiotoiTov  (vgl. 
V.  8.  48,  4)  =  'i  |i2.  Aber  no  ist  dui-ch  v.  8.  48,  4  geschützt; 
vgl.  Ps.  66,3.  —  Dem  ''"'''  steht  6t];raTou  gegenüber  wie  12,2.  48,5. 

3.  Ti"n2:n2]  das  Verbimi  denominativ  von  cm*  fanden, 
woran  Peters  erinnert,  die  Gewährsmänner  des  Hieronymus 
Job.  24,  11  (meridiati  sunt).  Im  Arabischen  findet  sich  ^^|  in 
derselben  Bedeutung.  Gr.  las  wie  Hebr. :  iv  ixsarjtxßpCa  aotoü, 
Lat.  Syr.  lassen  au-o-j  mit  Unrecht  aus.    —   rrnTJ   das  Verbum 


Sir.  43,  1—4.  401 

bedeutet  im  Kanon  sieden,  aram.,  samarit.,  neuhebr.  und  syr. 
aucli  überhaupt  heiss  werden,  samarit.  nm  auch  von  der  Tages- 
hitze. Gr.  abschwächend:  ava^ripaivöi  (253  k  dvct^ripavci).  Er  setzt 
sonst  wohl  zr^pd  für  Szn  (37,  3.  39,  22).  Syr.  ipw,  Lat.  exurit 
(exuret).  Vielleicht  lasen  »Syr.  Lat.  im  Gr.  anders,  sie  könnten 
freilich  auch  beide  spontan  von  ihm  abgegangen  sein.  —  Ssn] 
Gr.  x(ipav  (vgl.  Jes.  18,  3  LXX).  —  Zu  b  vgl.  Ps.  19,  7.  — 
^JsS]  Gr.  Syr.  praem.  xat,  ebenso  Lat.,  aber  nicht  Cod.  Sang.  — 
Sa'jDn'']  vgl.  zu  12,  15;  Gr.  uTOG-n^oe-at. 

4ab.  mc:  y\2]  vgl.  ms3  TD  Jer.  1,  13.  Gr.  xotijiivov  ^uaöiv. 
Syr.  wie  ein  Ofen,  welcher  bläst.  Sah.  ein  Ofen,  der  angeblasen 
wü'd.  Indessen  wii'd  cpuctüv  und  vielleicht  auch  xocaivov  beab- 
sichtigt sein,  indem  Gr.  die  Worte  als  Fortsetzimg  von  3  a 
verstand.  Den  Fehler  cpuXaastuv  (B  S*  C)  hatte  auch  Lat.  vor 
sich.  —  piflD  DHö]  Gr.  willkürlich:  sv  sp^oic  xa'jij.aToc,  er  las  aber 
wohl  richtig  cno.  Das  Hifil  ist  von  der  Ueberlieferung  auch 
38,  17  verkannt.  Syr.  in  die  Werke  des  Schmiedes;  vielleicht 
las  er  im  Hebr.  wie  34,  26.  —  nhw]  Gr.  TpnrXaariojc,  ebenso  Syr., 
aber  „di'eifach"  (=  drei  Mal  so  stark)  wäre  Unsinn,  auch  könnte 
^hiif,  wie  Gr.  vermutlich  las,  das  kaum  bedeuten.  Dagegen  wird 
nSia»  oder  mSiy  etwa  Strahl  bedeuten.  —  p^D""  (=  p'ii'^)  könnte 
nach  V.  21  vorzuziehen  sein. 

4 cd.  Gr.  für  a:  dxfiioa^  Trupwosi;  (=  T)SO)  excpuawv  (:=  nsU'IJ). 
Die  Lesart  ifxcpucrojv  nur  in  B  (55  155  308).  Syr.  frei  nach  Gr.:  ihr 
Dunst  ist  wie  der  Rauch  des  Feuers.  Uebrigens  ist  ])^h  nach 
Jes.  5,  24,  -nso  nach  Gen.  1,  14ff.  zu  verstehen;  n^ii*!:  =  o  f'iJ* 
Ex.  16,  35,  da  gibt  es  Vegetation.  Es  fragt  sich,  ob  dx[x''oac  = 
pi^S  oder  =  lajn  ist.  Letzteres  ist  wohl  ein  von  Kiai:  (Kohle, 
vgl.  zu  8,  10)  denoniinatives  Fiel,  das  neuhebr.  Räucherwerk  ver- 
brennen heisst.  Belegt  ist  ferner  targ.  und  taknud.  das  Ethpaal  im 
Sinne  von  durchräuchert  werden,  talmud.  iojid,  christl.-pal.  STöJa 
Räucherwerk,  syr.  bedeutet  das  Pael  auch  mit  brennenden  Kohlen 
etwas  erhitzen,  arab.  die  VIII.  räuchern  und  nach  Dozy,  Suppl. 
die  II.  einfach  auch  verbrennen.  Jedenfalls  kann  diese  Bedeutung 
hier  vermutet  werden.  —  Gr.  für  b:  /.olI  ixXaa-uiv  dx-rTva;  daaupoT 
ocpÖaXfxo'j^  =  Syr.  imd  leuchten  lassend  seine  Strahlen  und 
blendend  (Jiif^oi)  die  Augen.  Vielleicht  las  Gr.  nn:'',  aber  n':'' 
ist  durch  lajn  empfohlen.     Im  Kanon  findet  sich  das  Nifal  von 

>Smend,  Sirach-Kommentar.  26 


402  S""-  42,  15—43,  33. 

niD,  neuhebr.  das  Kai,  Piel  und  Hifil,  syr.  und  arab.  das  Kai, 
syr,  auch  das  Pael,  christl.-pal.  und  targum.  das  Ethpaal.  Da 
n"vi:p  dem  "liso  entspricht,  so  wird  im  Hehr,  hinter  )  ein  dem 
ptrS  entsprechendes  Wort  (vgl.  Gr.  axiTvot?)  ausgefallen  sein. 

5.  "d]  Gr.  Syr.  om.  —  """"J  Gr.  Syr.  xuptoc,  was  gegen  ]vh)! 
(vgl.  zu  6,37)  spricht.  —  Gr.  für  b:  xai  h  Xo-yot?  auxou  xaT^aTrsuas 
(al.  schlecht  xocxsTrauas;  vgl.  zu  v.  13.  45,  3)  iropeiav.  Ihm  folgt 
Syr.,  der  auxoo  in  (Z7100  (s.  z.  v.  10)  verlas.  Gr.  setzt  Iv  er- 
leichternd (vgl.  V.  16  b  und  die  Dative  v.  13.  23),  vielleicht  las 
aber  auch  er  den  Plural  nan,  wofür  1^21)  zu  schreiben  ist.  Betr. 
way  (Syr.  2rr\D),  neben  dem  nvr  nicht  in  Betracht  kommt,  vgl.  zu 
35,  10.  Nach  v.  13  ist  rTns  Objekt,  gemeint  ist  dann  aber  die 
Sonne.  Also  ist  1T3S  zu  lesen,  was  nach  Ps.  19,  6  vgl.  78,  25 
als  Bezeichnung  der  Sonne  passt"  (so  schon  J.  Levi),  und  wie  R 
vielleicht  hatte.  Von  rnsK  (seine  Flügel)  kann  kaum  die  Rede 
sein.  Gr.  hat  schlecht  gelesen  oder  geraten.  Uebrigens  beseitigt 
er  auch  v.  14.  15b.  16  die  göttliche  Kausalität. 

6.  Gr.  füi'  a:  xal  r^  aeXr/,'-/)  sv  ir^aiv  sie  xccipov  ot-j-r^?  (307 
praem.  stt),  248  70  xotl  aeXr^v/jv  i-noir^azv  d;  axaaiv  (70  iv  a-aast) 
ci;  X.  a.  Syr.  und  der  Mond  steht  zu  seiner  (w  Maus,  om.)  Zeit. 
Die  Lesart  -  von  248  70  ist  wahrscheinlich  aus  Addition  des 
falschen  iv  irocaiv  zu  dem  vielleicht  richtigen  iv  axaasi,  das  auch 
Syr.  im  Gr.  fand,  entstanden,  vielleicht  unter  dem  Einfluss  von 
Ps.  104,  19.  Uebrigens  wird  Gr.  hier  und  am  Schluss  ungenau 
übersetzt  haben.  Verderbt  ist  auch  m"  2°,  die  Aenderung  nir 
liegt  vor  der  Hand.  Das  Verbum  heisst  auch  strahlen  (Job.  9,7. 
Jes.  58,  10),  ebenso  hat  das  Nomen  Jes.  60,  3  allgemeinere  Be- 
deutung, wie  das  syr.  n;n.  msK^  mnj?  erscheint  als  Erklärung  von 
nj?  ny,  das  sehr  wohl  diesen  Sinn  haben  kann.  mrtJ>  ist  natürlich 
Fehler  für  r\)2^.  —  dvaosi?iv  ypovojv,  das  st?  xaipov  a.  fortsetzt,  ist 
freie  Uebersetzung  von  nStf^öO  (vgl.  16,  27.  Gen.  1, 16)  und  wohl 
falsche  von  Yp.  Denn  yp  bedeutet  neuhebr.  freilich  auch  Zeit 
(vgl.  auch  LXX  Job.  6,  11)  und  Termin,  aber  hier  scheint  es 
synonym  mit  cSiy  zu  sein;  vgl.  zu  16,  27.  —  Der  Verf.  versteht 
m«  Gen.  1,  14  als  Zeitmesser.  Als  solcher  dient  der  Mond,  eben 
weil  er  nicht  immer  scheint,  viel  mehr  als  die  Sonne. 

7.  Gr.  für  a:  dizb  azkr^yr^^  ar^txsTov  iopxr^?.  Er  gibt  das  Suffix 
durch  das  Explicitum  und  den  Rest  willkürlich  wieder.     ]2  und 


Sir.  43,  5—8.  403 

53120  haben  neben  einander  nicht  Platz,  aber  ursprünglich  stand 
wohl  WKi  {=  Gr.  a-rro)  an  der  Stelle  von  DD,  wofür  )2  Korrektur 
ist.  Mit  1J?W  (vgl.  Gen.  1,  14.  Ps.  104,  19)  sind  schwerlich  nur 
die  Feste  gemeint.  —  l'cmjj  muss  in  ('cn  i:  aus  einander  gelegt 
werden;  vgl.  nj  39,  17.  Gr.  (cpwcfTr^p)  und  Syr.  (siMi)  übergehen 
yzn  aus  Bequemlichkeit.  —  nciy]  wäre  Part.  Kai  von  nay  =  ^)v, 
der  Rand  hatte  vielleicht  ein  schlechtes  nciyn.  Gr.  [xsioufisvo?, 
Syr.  löjn.  —  incipnn]  vgl.  Ps.  19,7;  Gr.:  eid  auvTsXsiac;  vgl. 
2  Chr.  24,  23  LXX.  Syr.  NnnnsS.  Eigentlich  ist  noipn  aber  die 
Vollendung  der  Lunation. 

8.  t^nn]  Gr.  [xr^v  (:=  Syr.  snT).  Nach  der  gewöhnlichen 
Lesart  verstände  Gr.  schlecht:  Der  Monat  hat  vom  JNlonde  den 
Namen.  Codd.  307  v  lesen  txrjv/j.  Dieselben  aber,  und  ausser 
B  (308)  alle,  haben  c.tjcavojxsvoc.  Das  ist  vielleicht  anzunehmen, 
dann  aber  auch  ccj-coCi  zu  schreiben.  So  könnte  [xr^v  =  Neumond 
sein.  Gr.  interpungiert  übrigens  schlecht  hinter  «p,  übergeht  no 
(vgl.  V.  2)  und  setzt  für  t^inrn  ungenau  au^atvssUai. —  Betr.  'iü'^2  vgl. 
zu  46,  1.  Der  Fehler  'lU'-inz  beruht  wohl  auf  Num.  28,  14.  Jes. 
66,  23.—  daujxaotxÄ?  =  sn:,  wie  v.  2.  48,  4.—  In  b  gibt  Gr.  imjnwn 
mit  SV  dXXoKutJst,  Lat.  in  consummatione  (Thielm.  in  commutatione) 
wieder.  Aber  dann  träte  schon  hier,  wie  freilich  in  c  und  d, 
der  Mond  an  die  Stelle  des  Neumondes.  Indessen  kann  iniintiTls 
auch  heissen:  in  seiner  Erneuerung.  —  K3^  "''72]  ist  das  Feuer- 
zeichen, das  der  Karawane  und  dem  Heereszug  vorausgetragen 
wird.  —  Gr.,  der  für  n'd:;  (vgl.  zu  17,32)  7rotf^s[xßoXu)v  setzt,  über- 
geht ''Saj,  ebenso  Syr.,  der  ihm  hier  überall  folgt.  Aber  das 
Wort  kann  nicht  gut  entbehrt  werden,  da  xnif  dann  in  verschie- 
denem Sinne  mit  ^h2  und  ona  verbunden  wäre.  Es  ist  freilich  uner- 
klärlich und  wohl  nach  Job.  38,37  entstellt.  Die  Aenderung  mn: 
liegt  nicht  zu  weit  ab.    Man  könnte  sonst  an  ''h2i  denken,  nach  arab. 

J.^i  (stark,  vom  Krieger  und  vom  Reittier);  vgl.  LXX  Mal.  1, 14 

ouvaxo?  für  '?Dii.  Peters  schlägt  "hp;  vor.  —  r^jf-in]  nach  ncvi,  arab. 
v^/to^  (vgl.  syr.  Kcj?i),  heisst  das  Verbum  in  Glut  versetzen; 
nach  Dozy,  Suppl.  heisst  aber  auch  ^kSj  II  erleuchten.  Dagegen 
ist  ^nyö  nicht  zu  erklären.  —  htht]  Glanz,  nur  hier.  VgL  syr. 
^?■|^^•.  Statt  \q,  das  unbedenklich  ist,  hatte  R  vielleicht  2.  —  Gr. 
für  d   ungenau:    Iv  a-spswijLa-:'.   oupavoü    £xXa[XT:(«v.     Man  erwartet 

SxXaiXTTOV    (k). 

26* 


404  Sir.  42,  16—43,  33. 

9.  isin]  Gr.  xaXXo?;  s.  z.  11,2  und  zu  v.  1.  42,25.  — 
3313  "nm]  Gr.  86^«  atjxpwv.  Aber  "nm  ist  dem  isin  koordiniert 
(vgl.  V.  1),  Syr.  hat  »23131  »nmnirm,  Cod.  155  xal  oo^a  aar.  Auf- 
fallend ist  der  kollektivische  Gebrauch  von  3313,  wofür  vielleicht 
D"'33l3  herzustellen  ist.  Allerdings  setzen  m«  und  die  Verba  v.  10 
den  Singular  voraus;  vgl.  aber  dort  nmiOB^Na.  Vielleicht  hat  man 
den  Singular  in  den  Text  hineinkorrigiert,  weil  man  die  Worte 
vom  Monde  verstand.  —  Syr.  om.  b.  —  Nach  Gr.  xoatxo?  ist  ""nyi 
anzunehmen,  übrigens  p''ntt'0  (Gr.  <p«)TtCo>v)  auch  wegen  50,7  dem 
gewöhnlicheren  Tnio  (vgl.  Dan.  12,  3)  vorzuziehen.  Nach  dem 
arab.  ör^?  oj^5  (vom  Aufgehen  und  Strahlen  der  Sonne)  ist  das 
Wort  mit  t>  zu  sprechen,  daneben  ist  nur  an  einer  Stelle  syr. 
pitt'K  (von  glänzenden  Kleidern)  belegt.  Obendrein  ist  diese 
Stelle  (vgl.  Payne- Smith  und  Brockelmann  s.  v.)  spät,  und  der 
Ausdruck  dort  möglicher  Weise  aus  dem  Arabischen  entlehnt 
(Nöldeke).  Man  wird  pnt^'is  desiialb  zunächst  mit  pitf  und  p-ie» 
zusammenstellen  müssen.  —  Ss  'ano3]  vgl.  Job.  25,  2  und  zu 
26,  16.  Der  Fehler  x'jp-oc,  der  xocrixov  (23  Aeth.  Sah.)  nach  sich 
zog,  nur  in  B  S*  (296  308). 

10.  ha  imn]  Gr.  iv  Xo^oic  ayiou,  der  Fehler  «7101?  (Corb. 
sanctis)nur  in  B,  au-oS  lesen  23  Sah.;  vgl.  zu  v.  5  und  übrigens 
zu  47,  8.  45,  2  und  zu  23,  9.  48,  20.  —  pn  nor]  betr.  des  Singu- 
lars löV  s.  z.  V.  9.  Der  Accusativ  bei  lüv  auch  Hab.  3,  11. 
Nämlich  pn  ist  der  Platz,  der  jedem  Stern  am  Himmel  als  sein 
Gebiet  angewiesen  ist;  vgl.  Syr.  zu  16,  26.  Gr.  a-cr^csov-on  y.nrA 
xpt{jLa  (s.  z.  38,  22,  Syr.  pnri  -[^x).  Danach  pn3  herzustellen  ist 
unratsam.  Eher  könnte  an  ^v:i  (vgl.  11,  20)  gedacht  werden.  — 
Für  nif"'  bezw.  pt^"'  (vgl.  den  Infinitiv  Koh.  5,  11,  TW  ist  wohl 
Fehler  für  i::^'''),  hat  Gr.  ixXuÖöiaiv  (248  sxxauö&a-.v,  Toi.  Sang, 
exardescent,  Aeth.  sxxXi^öjaiv),  was  vielleicht  freie  Uebersetzung 
von  \w  ist  (vgl.  16,  27).  Syr.  (poSnnti'j)  hat  vielleicht  yw^  missver- 
standen. —  omiöti'xa]  das  Wort,  sonst  im  Sinne  eines  Zeitmasses, 
scheint  hier  den  Wachposten  zu  bedeuten.  Gr.  iv  (suXaxat?  (Syroh. 
253  23  -x-(i)  a5xwv;  vgl.  Bar.  3,34.  Syr.  ungenau:  in  ihrem  Lauf. 

11.  Im  Syr.  fehlt  der  Rest  des  Kapitels.  —  .Tt^y  1i3l]  weil 
er  das  Zeichen  des  Bundes  mit  Noa  ist.  Er  meint  wohl  eine  bei 
diesem  Anblick  übliche  Formel  (s.  Aruch  s.  v.  nJi^p). —  Gr.  om.  "3. — 
Zu  rrmi  vgl.  Ex.  15,  6.  11  und  Tixn  33,  7,  zu  min:  vgl.  46,  2. 


Sir.  43,  9—14.  405 

/.n,5.  Thr.  5,12.  Gr.  wpctiov  (vgl.  LXX  und  Syr.  zu  46/2.  50,5. 
11),  —  11232]  Gr.  iv  a'>,'C(3u.c(-i  aoiou  ist  wohl  freie  Uebersetzung, 
um  nicht  zweimal  nach  einander  öo^a  (vgl.  v.   12)  zu  gebrauchen. 

12.  Gr.  für  a  frei:  iv^pwasy  (=  Jin;  vgl.  "cupo;  24,5  und 
LXX)  oupavov  ev  xu/Awösi  (=  i>2''pn;  vgl,  45,9.  50,12  und  24,5) 
oo;r^c.  —  ha  Ti]  Gr,  x#-^  u-^istou  (4,  10).  —  Gr.  om.  iiniiJi, 
jedenfalls  mit  Unrecht.  —  Der  Regenbogen  ist  hier  kaum  als 
Kriegsbogen  vorgestellt,  da  na:  vom  Kriegsbogen  nicht  gesagt  wird. 

13.  Gr.  gibt  imyj  abschwächend  mit  -poaxa-yjxaTi  wieder, 
wobei  er  die  Kon.struktion  ändert  (vgl.  zu  v,  5),  'miD:  ist  wohl 
aus  V,  12  oder  v.  15  (s.  d.)  eingedrungen.  Sinnlos  und  verderbt 
ist  /^"^va  (vgl.  übrigens  v.  17),  Da  Gr.  asxpci-'X''  ebenfalls  ab- 
schwächend für  mp^i  setzt,  darf  man  hier  kaum  ein  Aequivalent 
von  p"i3  suchen.  Vielleicht  ist  /s'.txojva  (=  Sturm)  zu  lesen. 
Jedenfalls  wollte  Gr.  die  Brandpfeile  umgehen.  Schon  Fritzsche 
vermutete  y£t[x(üva,  aber  nur,  um  das  zu  verwerfen, —  mnn  wird 
vom  Gr,  synonym  dem  n5::n  (s.  z.  35,  10)  verstanden  (xaxlaTrsuae, 
ta/uvei).  Allerdings  ist  ein  Verbum  mn  in  dieser  Bedeutung  sonst 
unbekannt,  arab.  heisst  j^lj  Jem.  zuvorkommen.  —  Zu  mp''T  und 
zy^i  vgl.  für  ersteres  Jes.  50, 11  und  für  letzteres  Prv.  26,  18. — 
Uebrigens  kann  xp-rfia-ro?  auxou  auf  acti^aD  zurückgehn.  —  Der  wahre 
Sinn  der  jüdischen  Naturbetrachtung  blickt  hier  durch.  Jedes 
Gewitter  kann  als  ein  Vorspiel  des  Weltgerichts  erscheinen 
(Ps.  29).  —  Der  Fehler  xaxs-a-jSE  bei  248  70  B*S  k;  vgl.  zu  v.  5. 

14.  uyfsS]  die  Form  findet  sich  nicht  im  Kanon,  steht  aber 
auch  V.  26  neben  injj?ö^  (vgl,  Prv.  16, 4)  und  sinnlosem  jya'?. 
Das  Suffix  könnte  ziu-  Not  auf  ecif'ö  bezogen  werden  (Gr.  oiä 
toGxo).  Aber  näher  liegt  jedenfalls  die  Erklärung  nach  v.  26 
und  Prv.  1.  1.:  für  ihren  Zweck  hat  er  die  Rüstkammer  ge- 
schaffen. Zu  dieser  Deutung  von  iruj?o':  passt  r|Via)/{>-/;3av  f}r|3otopo'' 
schlecht,  Gr,  wollte  «in  (vgl.  39,  30  und  nu^v  v.  5.  11),  bei  dem 
zugleich  an  den  Inhalt  des  i^fis  zu  denken  ist,  damit  verbessern. 
Uebrigens  ist  auch  39,  30  von  nur  einem  li")«  die  Rede  (s.  d. 
und  zu  48,12).  —  ?]r"l]  ist  Hifil;  vgl.  Prv.  23,5.  Gr.  freilich 
3;s-r/;aav,  indem  er  wie  in  a  und  v.  15.  16  das  Passivum  für 
das  Activum  setzt  (vgl.  zu  v,  5),  —  Die  Ergänzungen  nach  Gr. 
vs'ipeXai  WS  Tiexsiva. 


40ß  Sir.  42,  16—43,  33. 

15.  )rr\)2i]  ist  nach  den  Spuren  in  der  Hs.  und  Gr.  h 
ix£-caXetq)  auTou  wahrscheinlich:  vgl.  42,21  Gr.  und  zu  17,8,  und 
betr.  des  iv  zu  v.  5.  —  la/üss  vs'f sXac]  die  transitive  Konstruktion 
von  la/'joj  ist  beispiellos,  aber  nicht  anzufechten.  Syroh.  307  k 
55  254  korrigieren  ts/u?  Iv  vs'^IXai?,  253  23  A  155  laxuae  vscpsXaic, 
248  ta/uaav  vscs sXac,  Lat.  korrigiert  posuit.  Vgl.  Job.  26,  8.  Ich 
habe  p''n  angenommen,  weil  für  |*asn  (vgl.  Prv.  8,28  u.  o.  42,17) 
der  Raum  nicht  ausgereicht.  Ist  in'rs  anzunehmen,  so  stand  da 
wohl  das  nSön  von  Jer.  11,  16.  Ez.  1,24,  das  etwa  das  Donner- 
getöse bezeichnet.  —  Nach  Xi'{>oi  yaXaCr^c  ist  u^''2:hü  "'JDX  zu  ver- 
muten; vgl.  Ez.  13,11.  13.  38,22  und  unten  zu  46,5.  —  ois- 
i)ptSßr^aav  (307  oief^opußr^ör^sav)  wird  auf  ein  Verbum  zurückgehen, 
das  zerbrechen  und  werfen  oder  schleudern  bedeutete.  Danach 
dürfte  yzi^)  dagestanden  haben. 

16.  17.  Gegen  den  giiecliischen  Vulgärtext  und  Lat. 
stellen  248  70  Syroh.  253  23  106  157  Sah.  mit  Recht  v.  16 
hinter  v.  17  a,  ebenso  der  Rand  des  Hebr.,  in  dessen  Text 
V.  16  fehlt.  Nun  haben  im  Gr.  alle  Hss.  das  xai  v.  16a  (Lat. 
om.),  wogegen  es  v.  16b  in  den  meisten  fehlt  (307  157  k  A  C 
254  Lat.  haben  es).  Danach  scheint  im  Gr.  die  richtige  Ordnung 
ursprünglich  zu  sein. 

17a.  16a.  S'-n^  (vgl.  Ps.  29,8)  versteht  Gr.  als  woivr^asy, 
was  B  S  C  23  70  106  157  307  308  in  wvsiöiaev,  Syroh.  253  in  auvs- 
octasv,  Lat.  in  verbera^dt  (Toi.  Sang,  exprobravit,  -bit)  korrigieren. 
—  15f"i«]  Gr.  drückt  das  Sufüx  nicht  aus;  doch  vgl.  zu  38,  8.  — 
iniDai]  Gr.  xal  Iv  ÖTixasicf  auTou,  nur  B  (296)  haben  den  Plural 
(nicht  Lat.  und  Sah.);  vgl.  v.  2.  Vielleicht  las  Gr.  anders,  auch 
wäre  neben  dem  Hören  das  Sehen  wohl  am  Platz  (vgl.  16,  19), 
gleichwohl  möchte  ich  des  Zusammenhanges  wegen  den  Hebr. 
vorziehen;  vgl.  Job.  26,  12.  Ps.  65,  7.  —  d^^  ist  wohl  aus  yv 
(vgl.  48,  12  Hebr.  Gr.,  Koh.  12,  3  und  zu  38, 29)  und  c^l 
gemischt,  letzteres  entstand  vielleicht  in  Analogie  von  Sw  in  a. 
Zu  dem  passivischen  aaXsu^^TJarexai  vgl.  zu  v.  5. 

16b.  17  b.  iwa  ist  auffällig.  Der  Gedanke,  dass  die 
schrecklichen  Sturmwinde  von  Gottes  Schrecken  in  Bewegung 
gesetzt  werden,  hat  etwas  Spielendes.  Nach  Iv  (s.  z.  v.  5)  OeXi^ixctTt 
auToO  (auTou  fehlt  nur  in  B)  habe  ich  früher  imox  (LXX  2,  14 
OsXsoj  für  10«)  vermutet.  Aber  ina-H  ist  durch  den  Anklang  an  lö'Ti 


Sir.  43,  15—19.  407 

einigermassen  geschützt.  —  ?jinn  passt  in  der  gewöhnlichen  Be- 
deutung des  Verbums  (vgl.  v.  13)  nicht.  Aber  syr.  und  christl.- 
pal.  heisst  das  Afel  auch  anstacheln;  vgl.  syr.  f]""!!!,  smcin  schnell, 
Schnelligkeit.  Dieselbe  Bedeutung  hat  das  Fiel  vielleicht  auch 
Jdc.  5,  18.  Die  Aenderung  Fj''Snn  (vgl.  das  Kai  Job.  4,  15. 
Jes.  21,  1)  nach  Gr.  TivstSastott  ist  deshalb  voreilig.  —  mcyS:  passt 
zu  pcy  nicht,  es  ist  wohl  aus  pcv  S'iy'jj;  entstellt.  Man  muss 
deshalb  nach  R,  bei  dem  freilich  jic2:  fehlt,  das  sonst  aram.  SijjSy 
(Sturm,  Wirbelwind)  annehmen.  Gr.  /al  xaxaiyk  ßopsou  und  für 
das  Weitere  rhetorisch:  xal  auaxpocpY)  irvEuixaro?.  Vgl.  myoT  noiD 
Jes.  29,  6. 

17  c  d.  Gr.  für  c:  oj?  Trstsiva  xot^nrxajxsva  -daazi  /lov/.  Bei 
?]iy"i  hätte  man  gern  ein  Attribut  entsprechend  dem  p^iy^  bei  naix. 
Man  darf  aber  ?|"'r  (vgl.  Ps.  68, 10,  Gr.  Tzdaaei),  das  unentbehrlich 
ist,  nicht  in  ^)V^  ändern,  vielmehr  ist  pDtt*^  in  xai^i-xaixsva  vorweg- 
genommen. ^^1,  das  im  Kanon  alle  Uebersetzer  (an  verschiedenen 
Stellen  freilich)  mit  Vogel  wiedergeben,  bedeutet  hier  dagegen  ne- 
ben n3iK  wohl  Vogel-,  wenn  nicht  gar  Insektensch wärme.  Uebrigens 
hat  Lat.  avis  deponens  ad  sedendum.  —  Das  Suffix  in  'i:h\i^  ist 
kaum  anzufechten.  —  \)2\i^^]  Gr.  xaxaXuouaa  (307  xotxotSuouaa,  Lat. 
demergens);  vgl.  zu  14,  25.  —  irrn]  Gr.  tj  xaxa'ßaai;  auxr^?;  vgl. 
Num.  11,  9.  Jes.  32,  19  (?). 

18.  nxin]  Gr.  xa'XXo?  (11,  2),  aber  das  Wort  bedeutet  hier 
Anblick  wie  42,  12.  —  ninS]  müsste  Weisse  bedeuten,  man  hätte 
lieber  ein  entsprechendes  Nomen  mit  Suffix;  vgl.  Gr.  Xsuxoxr^xo? 
auxTi?  und  neuhebr.  fsS.  —  Für  nn:^  oder  nj.T  bieten  Hos.  5,  13 
und  Prv.  25,  4.  5.  Jes.  27,  8  (vgl.  n:w  2  Sam.  20,  13)  die  Be- 
deutungen entfernen,  vertreiben,  wegstossen,  was  hier  genügt. 
Die  Aenderung  nriD''  (nach  aram.  Afel)  ist  bedenklich,  da  Gr. 
kaum  so  gelesen  hat.  Denn  nn':  kannte  er  (s.  z.  v.  4),  er  setzt 
aber  sxOaup-acjsi  (27,  23)  und  in  b  exaxv^aexai.  Das  erscheint  als 
doppelte  Uebersetzung  von  nöiT  oder  non'',  wie  er  vielleicht  las. 
Mit  besserem  Recht  schlagen  Cowley-Neubauer  in:"'  vor,  nach 
syr.  inj,  mjs  (=  blenden).  Uebrigens  ist  nDiT  festzuhalten  (vgl. 
Jer.  4,  19).  —  itDö  steht  hier  in  allgemeinerem  Sinne. 

19.  ä\a]  248  70  253  23  otXa?;  vgl.  zu  39,  30.  —  Gr.  setzt 
hinzu  im  i'r;c;  (248  70  k  -fr^v). —  ■jot^^''  =  ylei;  zu  pDlf'"'  vgl.  v.  17. 
—  Gr.  für  b:  xocl  TiaYeTaa  Yivexai  axoXozwv  axpa.     Er  verlas    T'EDD 


408  Sir.  42,  15—43,  33. 

in  mo::  (vgl.  -äa/vr^v  =  mc:)  und  0^2:^2:  (o^i'i:)  in  c^Jif  (cry).  Da 
l^^lfn  auch  „strahlen'-  bedeutet  (Ps.  132,  18),  und  sifY  Esth.  1,  2 
Targ.  II  (ed.  Lagarde  227,  14)  Name  eines  Edelsteines  ist,  wird 
man  CT):  als  Kry stalle  (Fassetten)  verstellen  dürfen.  Bläuliche 
Farbe  haben  Reif  und  Schnee;  vgl.  auch  Tbd  Thr,  4,7.  Cant.  5,14. 
—  Vgl.  zum  Ausdruck  in  b  nocli  Num.  17,  23,  zu  v.  17 — 19 
übrigens  Ps.  147,  16.  17. 

20 ab.  Subjekt  muss  in  a  nach  dem  Vorigen  Gott  sein. 
Also  ist  die  Verbindung  po::  nin  n:"::  (vgl.  Prv.  25,  13)  in  Ordnung. 
Gr.  »I^oypoc  avsp-oc  ßopia?  -vsuasi.  Vgl.  Ps.  147, 18  inn  2^\  Wie 
in  der  LXX  zu  dieser  Stelle  ist  tcvsuiei  transitiv  (vgl.  Jes.  40,24 
und  dag.  oben  v.  16  Trvsaactai),  und  daher  (j/u^rj?  zu  schreiben, 
aber  man  darf  danach  nicht  etwa  nJ2f  vermuten.  —  Gr.  für  b 
frei:  xal  Tza^rfizzai  xpuaiaXXoc  acp'  (aber  Syroh.  S  307  106*  k  A 
155  296  Sah.  Aeth.  Icp')  uoaroc.  Dem  y.p6ai:oiklo<;  könnte  mp  nur 
im  Sinne  von  Eis  zu  Grunde  liegen,  vom  Kjystall  kann  nicht 
die  Rede  sein.  Aber  das  Eis  darf  nicht  genannt  sein,  denn  in 
b,  c  und  d  ist,  wie  v.  21  voraussetzt,  der  Nordwind  Subjekt, 
mit  dem  das  Eis  übel  konkurieren  würde.  Auch  läge  niph 
ziemlich  weit  ab.  Sinnlos  ist  apn^l,  was  wohl  bedeuten  soll: 
wie  in  einem  Schlauch  (aram.  sapii).  Der  Fehler  ist  vielleicht 
daraus  entstanden,  dass  ein  Abschreiber  wegen  «'op"'  nach  Job.  10,10 
an  das  Gerinnen  der  Käsemilch  im  Schlauch  dachte.  Wellhausen 
und  Bacher  vermuten  j;"'pn3l;  vgl.  neuhebr.  pyipi  Metallplatten. 
Aber  das  besagt  für  das  Eis,  das  in  Palästina  vorkommt,  etwas 
zu  viel.  Naher  läge  DnpD'i;  vgl.  aram.  «anp,  neuhebr.  DTip  Ueber- 
zug,  Decke,  Kruste.  Man  könnte  auch  an  pm  Jes.  41, 7  denken. 
Für  mpa  setzt  Gr.  auch  48,  17  (vgl.  zu  50,  3)  uowp  (Soata);  das 
Wort  ist  freilich  entweder  hier  oder  in  d  nicht  an  seinem  Platze. 
Indessen  hat  das  Suffix  von  impa  hier  keine  Beziehung,  wohl 
aber  in  d  (auf  layö).  Also  wird  mp»  nach  d  gehören.  Auch 
10,  13  stehen  mpD  imd  Tipia  nebeneinander. 

20  c  d.  D"'»  lovö,  so  nur  hier,  ist  gleichbedeutend  mit  mpa 
CD  (vgl.  Gr.  cjovotY'oYYi  G'o7.toc).  —  cipn  muss  hier,  weil  der  Nord- 
wind Subjekt  ist,  überziehen  heisseu,  wie  Ez.  37,  6^  neuhebr. 
und  aram.  das  Kai,  syr.  das  Kai  und  das  Pael;  neuhebr.  ist  das 
Hifil  (wie  öfter  auch  das  Kai  vgl.  Ez.  37,  8)  in  der  Bedeutung 
„eine  Kruste  bekommen"    nachgewiesen.      Das  Wort   ist  durch 


Sir.    43,  20-23.  409 

U^zh''  geschützt  (Gr.  schlecht:  xaTot/.'jasi).  Bei  jeder  Quelle  ist 
regelmässig  ein  Teich,  und  umgekehrt,  daher  |"'j/  =  Quelle  und 
xpr^vy^  LXX  =  nm.  Mit  dem  Teich  wird  auch  die  Quelle 
(mpo,  s.  0.,  Gr.  freilich  auch  hier  xb  Go(up)  vom  Frost  ver- 
schlossen. —  Gr.  (svö'jasxai)  macht  mit  Unrecht  das  Wasser  zum 
Subjekt.     Vgl.  Jes.  59,  17. 

21.  Gr.  (xaiacpaYSTat)  verlas  h)2''  in  h)2\  2  1°  vielleicht  in  i 
(y.al  £p/i[xov),  m:i  etwa  in  nnn  {ä-ors^iasi;  vgl.  zu  3,30).  Betr.  p'-iy" 
vgl.  zu  V.  4,  betr.  /Xor/^  für  cna::  zu  40,  22,  betr.  -öp  für  nanS 
zu  51,  4  und  LXX.  —  Von  der  Kälte  sagt  man  auch  lateinisch 
urere.  —  Vgl.  noch  üu^i  mw  Ps.  23,  2  und  cm  ':i:  Job.  40,  20, 
wo  wohl  ebenfalls  Si2''  zu  lesen  sein  wird. 

22.  h2  KD"io]  Regen  und  Tau  machen  den  Schaden  von 
Frost  und  Hitze,  die  im  Anschluss  an  v.  21  zusammengefasst 
sind  (=  ^3?),  wieder  gut.  Aber  die  Hitze  (vgl.  mti>j  ist  die 
Hauptsache.  —  Das  Nomen  rpj;»  nur  hier;  vgl.  das  Verbum 
Dt.  32,  2.  33,  28.  Gr.  verstand  es  nicht  und  setzt  dafür:  xata 
a-n:ouoT^v  (s.  z.  20,  18),  wobei  j?no  eingewirkt  haben  kann  (s.  u.), 
und  für  ]:)}  ungenau:  oiiiylri  (24,  3).  Vielleicht  stiess  er  sich 
daran,  dass  der  Regen  vor  dem  Tau  genannt  sein  sollte.  Aber 
biä  umfasst  beides.  —  Gr.  für  b:  o^joarj^  drirM-viSOL  d-Ko  xauawvo; 
(s.  z.  18,  16)  iXc(pfo3£'..  Aber  mit'  ist  hier  wie  auch  Jes.  35,  7 
das  verbrannte  Land,  die  Wüste  (aram.  «artt'),  übrigens  hat  Gr. 
|ti>T  (vgl.  zu  14,  11)  frei  wiedergegeben  und  die  Konstruktion 
geändert.  Das  Verbum  pD  scheint  hier  „schnell  tun"  zu  be- 
deuten; vgl.  aram.,  syr.  und  christl.-pal.  ^ic  (schnell),  christl.- 
pal.  auch  viic,  yiciK,  VTisN-  Ob  Gr.  etwa  yjlc  las  oder  ob  er 
a-otvToxja  im  Sinne  von  plötzlich  eintretend  für  ync  setzte,  steht 
dahin  (vgl.  zu  46,  7).  —  Lat.  für  iXapojcrsi:  humilem  (1.  hilarem 
oder  humidum?)  efticiet. 

23.  inntrnö]  Gr.  AoYia[i.(o  auxou  (vgl.  zu  v.  5).  —  p^^V-] 
Gr.  sxoTracjöv,  wonach  man  auf  Tp^n  (Ez.  32,  14)  oder  J2''pit'n 
(Jes.  57,  20)  geschlossen  hat.  Aber  das  passt  zu  3m  nicht,  wie 
für  nm  zu  lesen  ist.  Denn  letzteres  ist  Korrektur  oder  Fehler 
nach  nm  mnn  (Gen.  7,  11  u.  ö.),  da  nm  vor  cinn  nicht  wohl  = 
n  'n  sein  kann.  Auch  nach  pyi^m  ist  nicht  von  der  schöpferischen 
Allmacht,  sondern  vom  Triumph  über  einen  Gegner  die  Rede. 
Vgl.  Job.  26,  12  an  ym  inJinnn.     Das  Hifil  von  pa^y  bezw.  ptj^y 


410  Sir.  42,  15—43,  33. 

ist  freilich  nicht  belegt,  uud  das  letztere  passt  überhaupt  nicht. 
Aber  das  Hifil  könnte  leicht  nach  Analogie  der  voraufgehenden 
entstanden  sein,  und  pa>v  in  der  Bedeutung  übervorteilen  oder  in 
der  von  überwältigen  in  Betracht  kommen;  vgl.  Jes.  23, 12(Pual) 
und  Job.  40,  23,  wo  das  Verbum  herandringeu  zu  bedeuten 
scheint.  —  Gr.  stiess  sich  wohl  an  dem  mythologischen  Sinn 
der  Worte,  er  lässt  nni  aus  und  nünmt  dafür  Cinn  (a[5'j33ov  s.  z. 
1,  3)  aus  b  herüber.  Codd.  70  S*'"^  55  155  Co.  lesen  a|':i'j^3o?.  — 
'S')]  Gr.  xai  EcpuTSüJöv,  wonach  ya^)  anzunehmen  ist  (s.  z.  3, '.)).  — 
Betr.  der  griechischen  Varianten  vgl.  die  Eioleitung  §  7.  Mit 
der  Lesart  'l-/]nio2c  hängt  zusammen  im  Lat.  das  dem  Verse  vorauf- 
geschickte Plus:  in  sermone  eins  siluit  ventus.  Das  ist  aber 
wohl  die  ältere  Uebersetzung  von  a. 

24.  cn  mv]  vgl.  Jes.  42,  10.  Ps.  107,  23.  Gr.  oi  tiXeov-öc 
-r)v  OotXatjaav  (LXX).  Uebrigens  bedeutet  nT  in  dieser  Wendung 
wie  öfter  in  den  historischen  Büchern  (z.  B.  Jdc.  11,  37)  einfach 
ausziehen,  reisen,  marschieren.  —  "riJfp]  d.  h.  seine  Weite,  Gr. 
willkürlich :  tov  xivouvov  c('jTr)c.  —  j;i2li>S]  Gr.  xal  axoat;  (vgl.  42, 1). 

25.  Gr.  praem.  xcti'  (70  Lat.  om.).  —  int^'j?»  ^^on  msSc] 
den  Singular  )r\'^V^  ziehe  ich  nach  48,14  vor.  Gr.  ungenau  wie 
dort:  xa  -a[jaöo;a  xcti  ))7.u|jLa!3ia  IpYci,  106  k  157  307  A  C  155  296 
Ta  Oaüfx.  X.  Tiap.  z.  Betr.  nMihzi  vgl.  11,  4.  3,  21,  betr.  non  zu 
16,  11.  —  pa]  Gr.  TToixtXta.  —  nm]  Gr.  xtjtäv  (70  106  307  SCA 
254  Aeth.  x--/)yü)v,  Lat.  beides),  wonach  n:n  zu  lesen  ist.  —  miUJl] 
=  die  gewaltigen  Schöpfungswerke;  vgl.  zu  17,  8.  Gr.  ungenau: 
x-tau-  (vgl.  49, 16  und  zu  39,21).—  Vgl.  Ps.  104, 25.26.  107,  23.24. 

26.  )r[:v^h]  vgl.  v.  14.  Gr.  auch  hier:  oi'  auxov.  —  nSr 
"[«Sa]  Gr.  suoota  TsXo?  auTou,  wonach  Lat.  frei:  confirmatus  (Am. 
Theoder.  consummatus)  est  itineris  finis.  Aber  248  70  k:  suoooi 
(vgl.  zu  11,  17)  0  «YYeXo?  auxou  (=  hat  Gelingen  sein  Engel), 
was  Hebr.  in  der  Tat  meint.  —  'linm]  ist  nach  Gr.  xal  h  Xo-,-«) 
auxou  zu  lesen.  Denn  das  hier  in  Betracht  kommende  Wort 
Gottes  ist  Eines;  vgl.  nsn  nh^*'  Ps.  147,  18.  In  p!:n  Syc^  ist  Gott 
Subjekt;  vgl.  v.  15  Win  Syic.  Die  Worte  leiten  auf  den  Ausgang 
zurück.     Gr.  sehr  frei:    auYxsixai  xa  -a'vxa. 

27.  rp):]  er  fasst  sich  mit  denen  zusammen,  die  nach  v.  30 
in  seinen  Lobgesang  einstimmen  sollen.  Vgl.  v.  28.  49,  11  und  dag. 
v.  32.  42,  15.  44,  1.     Uebrigens  müsste  man  wohl  P|pi3  sprechen. 


Sir.  43,24—31.  411 

Aber  .,mehr  der  Art  wollen  wir  niclit  hinzufügen"  ergibt  einen 
lahmen  Schluss  und  passt  schlecht  zu  b.  Vortrefflich  dagegen 
Gr.  üoX/.a  if>o'j[i£v  xcti  o'j  jj-r;  scp'.xüJu-sOa  (al.  a'fix. ;  vgl.  v.  30.  47, 16). 
Lat.  multa  dicemus  et  deficiemus  in  verbis.  Gr.  verstand  n> 
n'^xr  richtig:  „wenn  wir  noch  einmal  soviel  als  das  Bisherige 
sagen  wollten",  imd  las  ?lDi  ah"]  =  so  kämen  wir  nicht  zum  Ziel. 
Vgl.  rjiD  Dan.  4,  30.  Derselbe  Fehler^  der  sich  hier  beim  Hebr. 
findet,  stand  18,  5  in  der  Vorlage  des  Gr.  oder  wurde  von  ihm 
in  der  Uebersetzung  begangen.  —  izi  fpi]  vgl.  Koh.  12,  13 
121  ?]1D.  Gr.  X7.1  aw-ilzi.n  Ä070JV.  —  Sm  S'n]  d.  h.  er  ist  alles, 
was  sich  an  Grösse  und  Herrlichkeit  ausdenken  lässt.  Gr.  -0 
-av  sTT'.v  ot'jToc,  aber  248  70  olo-oc  laxi  xo  irav,  Lat.  ipse  est  in 
Omnibus.     Von  Pantheismus  ist  natürlich  keine  Rede. 

28.  Gr.  für  a:  oo^aCovxs^  (vgl.  v.  30)  -o-j  (Syroh.  253 
praem.  o5v)  ta/'jcrojixöv ;  Das  ist  freie  und  schlechte  Uebersetzung, 
wie  zum  Ueberfluss  aus  v.  30 f.  deutlich  ist.  Unentbehrlich  ist 
ir;  im  Gegensatz  zu  dem  von  v.  27.  Denn  'y;  nSnj:  bedeutet, 
dass  er  nicht  mehr  weitere  Wundertaten  Gottes  aufzählen  will, 
als  ob  er  damit  seine  Grösse  erschöpfen  könnte,  sondern  dass 
er  nur  noch  rufen  will:  Gott  ist  gross.  Vgl.  h)p  lonn  v.  30. 
Die  Menschen  können  nicht  mehr  als  die  Engel  (42,  17).  -o-j 
braucht  nicht  =  ys  '2  zu  sein.  —  Sn:  K*ni]  Gr.  verdeutlichend: 
au-o?  Yoip.  0  ix=Yac,  248  Syroh.  253  23  106  157  Sah.  om.  0.  — 
",pnj  heisst  hier  erschöpfend  darlegen  wie  v.  30  (vgl.  zu  18,  4). 
—  Für  |ö  hat  Gr.  -apcH  wie  15,  5.  —  Vgl.  Ps.  145,  3. 

29.  nso  iKö]  Gr.  frei:  xotl  csz>6opa  fiivotc.  —  Gr.  für  b:  xal 
&au[xaaT7j  (39,  20)  y)  ouvaateia  auxou,  aber  danach  ist  noch  nicht 
'«minj  riKScJi  anzunehmen;  vgl.  owaa-da.  für  rmuj  15,  18. 

30.  'h'\:t:]  Gr.  ooH'lo^^zz:  (v.  28).  —  h]p  lann]  Gr.  schlecht 
verkürzend:  u'Wojc/.-:z.  —  iS-'n  S:3]  vgl.  zu  40,  11.  Gr.  xaU'  ojov 
av  o'jvr^aös.  —  Tiy  ^^  Tj  Gr.  frei:  uTrsps^Ei  (36,  7)  77.f>  xcd  s-i.  — 
röOTO]  Gr.  praem.  xai.  —  ü:  ic^Snn]  vgl.  Jes.  40,  31.  41,  1.  Gr. 
frei:  rA'/jO'jya-s  sv  h/y:.  —  Ski]  Gr.  nur  ar^  (schlecht).  —  Tipnn] 
Gr.  d'^txr^aBs,  (248  23  55  296)  308  icp^x.  (vgl.  zu  v.  27).  Lat. 
comprehendetis  (Am.  Corb.  Theoder.  pervenietis). 

31.  Hebr.  om.,  gewiss  mit  Unrecht.  Vgl.  42,  15.  —  Lat. 
i.  f.  add.  ab  initio. 


412  Sir-  42,  15—43,  BÜ.    44—49. 

32.  p'm  sSw]  Vgl,  ZU  39,20.  Gr.  fiir  a  frei:  -oXXa  aTroxpucpa 
(vgl.  Jer.  32,  17  LXX)  sativ  jxstCova  xoutfov.  —  i:j;g]  Gr.  add.  ^ap 
(248  70  Syroh.  253  23  106  157  206  om.).  —  ^r\sn]  vgl.  42,  15. 
Gr.  sfupaxatjiev;  vgl.  zu  44,  1. 

33.  hzrt]  Gr.  add.  -,«>  (307  om.),  Lat.  add.  aiitem  (Toi.  The- 
oder.  enim).  —  Für  xat  -oX:  s'jasßc'a»  hatte  Hebr.  einen  längeren 
Ausdruck.  Wahrscheinlich  stand  da  non  ^^:nh):  vgl.  zu  49,  3.  1,15 
und  übrigens  1,  10.  Damit  wäre  das  Folgende  vorbereitet.  Dass 
die  ganze  Welt  von  Gott  gemacht  und  in  seiner  Gewalt  ist, 
soll  dem  Menschen  genügen,  im  Uebrigen  hat  er  ihm  in  der 
Gottesfurcht  die  Weisheit,  d.  h.  den  Weg  zum  Heil,  gegeben.  — 
Vgl.  noch  zu  50,  29. 


XX.    c.  44—49. 

Mit  dem  hier  folgenden  Lobe  der  frommen  Väter  Israels 
hängen  42,  15 — 43,  33  und  50,  1 — 24  eng  zusammen,  es  steht  aber 
auf  sich  selbst.  Das  Lob  des  Hohenpriesters  Simon  c.  50,  1 — 24 
ist  von  dem  Lobe  der  vorzeitlichen  Väter  scharf  geschieden. 
Sodann  sind  c.  44 — 49  mit  c.  42,  15 — 43,  33  freilich  in  sofern 
parallel,  als  der  jüdische  Gottesglaube  dort  nach  seiner  kos- 
mischen, hier  nach  seiner  geschichtlichen  Seite  dargelegt  wird. 
Indessen  kommt  das  geschichtliche  Walten  Gottes  im  Wesent- 
lichen auf  die  Herrlichkeit  Israels  hinaus,  und  der  geschichtliche 
Gottesglaube  auf  das  geschichtliche  Selbstbewusstsein  der  Juden. 
In  dieser  Beziehung  ist  das  Stück  die  Krone  des  ganzen  Buches. 
Es  ist  dabei  das  Gegenstück  zum  Lobe  der  Weisheit  c.  24,  in- 
dem es  in  konkreter  Unmittelbarkeit  zum  Ausdruck  bringt,  was 
dort  abstrakt  formuliert  ist. 

Israel  ist  innerhalb  der  Menschheit  das  einzigartige  Adels- 
geschlecht, das  in  der  Kette  seiner  Väter  bis  an  den  Anfang 
der  Welt  zurückreicht  und  in  seinen  Helden,  aber  auch  in  seinem 
gesamten  von  Gott  geheiligten  Wesen,  Träger  der  göttlichen 
Wahrheit  und  der  Frömmigkeit,  und  zugleich  der  höchsten  Herr- 
lichkeit ist.  Jede  menschliche  Grösse  war  dem  Volke  von  jeher 
verliehen  (44,  2 — 6),  auch  die  unvergleichliche  Herrlichkeit  des 
ersten  Menschen  wird  für  Israel  in  Anspruch  genommen  (49,  1 6). 
Sodann   ist   all   dieser  Ruhm    dem  Volke  in    seiner  Gesamtheit 


Sir.  43,  32.  83.     44—49.  413 

eigen,  weil  es  in  allen  seinen  Gliedern  die  Nachkommen  seiner 
Helden  darstellt  (44,  1.  46,  12).  Der  Euhm  Israels  beruht  aber 
auch  auf  dem  ewigen  und  immerfort  erneuerten  Gedächtnis,  das 
den  Frommen  in  der  Gemeinde  bleibt,  das  nur  ihnen  gebührt  (vgl. 

44,  15,  sowie  nD"  44,9.  13.  45,1.  46,11.  49,1.  9.  13),  und  das  zu 
pflegen  zum  Dienste  Gottes  gehört  (49, 1).  Denn  nicht  alle  Herr- 
lichkeit, die  es  in  Israel  gab,  hatte  Bestand;  die  der  Gottlosen  ging 
unter,  und  ihr  Name  soll  in  Israel  nicht  genannt  werden  (44, 9. 
47, 23).  Denn  die  Geschichte  Israels  ist  überall  der  Erweis 
der  Gerechtigkeit  Gottes,  der  die  Sünde  der  Väter  an  ihren 
Kindern  wie  an  ihnen  selbst  strafte,  der  aber  auch  das  Verdienst 
der  Väter  den  Kindern  zu  gut  kommen  liess  (44, 9  ff.).  Die 
Gerechtigkeit  der  Frommen  hat  auch  nach  ihrem  Tode  kein  Ende 
(44,  13).  Eben  dadurch  ist  die  Nachwelt  überall  den  Altvordern 
verpflichtet.  Nicht  nur  wurde  Isaak  um  Abrahams  willen,  und 
Salomo  um  Davids  willen  gesegnet  (44,  22.  47,  12),  die  von  den 
Erzvätern  erworbene  Gnade  Gottes  besteht  bis  heute  fort,  um 
Davids  willen  kann  der  Messias  nicht  ausbleiben,  und  um  Pinehas' 
willen  hat  das  Haus  Sadoks  ein  ewiges  Hohespriestertum  (47,  22. 

45,  24).  Ebenso  ist  es  Noas  Verdienst,  dass  die  Sündflut  nicht 
wiederkehren  kann  (44,  17).  Umgekelu't  müssen  die  Juden  noch 
jetzt  über  Salomos  Sünde  seufzen  (47,  20).  Deshalb  ist  im  Ge- 
dächtnis der  Frommen  die  Vergangenheit  wie  gegenwärtig,  Salomo 
und  Elia  werden  förmlich  apostrophiert  (47,  14  ff.  48,  4  ff.). 

Die  Herrlichkeit  Israels  tritt  besonders  in  seinem  Kultus 
in  die  Erscheinung.  So  gering  Sirach  vom  Kultus  als  solchem 
denkt,  als  der  Ausdruck  der  Beziehung  Israels  zu  Gott  ist  er 
die  grösste  Auszeichnung  des  Volkes  und  der  hohepriesterliche 
Ornat  sein  höchster  Ruhmestitel  (45,  13).  Deshalb  tritt  Mose 
hinter  Aharon  zurück,  erscheint  David  in  erster  Linie  als  der 
heilige  Psalmdichter  und  der  Stifter  der  Tempelmusik  (47,  8  ff.), 
und  ist  das  ewige  Hohepriestertum  des  Hauses  Sadoks  wichtiger 
als  der  Messias  aus  Davids  Stamm  (45,  24.  47,  22).  Die  Sünde 
der  Väter  ist  deshalb  auch  der  Götzendienst,  wobei  Sirach  sich 
übrigens  von  der  Schönfärberei  des  Chronisten  durch  sein  Urteil 
über  Salomo  und  die  Könige  von  Juda  erfreulich  unterscheidet 
(47,  18  ff.  49,4  vgl.  auch  47,11).  Die  Zukunft  soll  aber  die 
Herrlichkeit  Israels  erst  vollenden.     Die  Hoffnung  auf  sie  klingt 


414  ^ir.  44—49. 

öfter  durcli  (47,  22.  48,  24.  49,  10.  12),  und  den  Höhepunkt  des 
Ganzen  bildet  die  Apostrophe  an  Elia,  der  in  der  Jiimmlischen 
Kammer  bereit  steht  die  Endzeit  herbeizuführen  (48,  10.  11). 
Deshalb  macht  sich  auch  das  apokalyptisclie  Interesse  und  die 
eschatologisciie  Gnosis  gelegentlich  fühlbar  (49,8.   16). 

Verbürgt  ist  für  Israel  die  Wahrheit  in  der  Succession  der 
Propheten  (46,  1.  47,  1),  vor  allem  aber  in  seiner  heiligen  Schrift 
(vgl.  2w:n  48,  10  =  Mal.  3,  23.  24).  Freilicii  verkünden  auch 
die  gegenwärtigen  Lehrer  Israels  in  göttlicher  Inspiration  die 
Wahrheit  (15, 9.  10.  24, 33.  30, 25.  39, 6),  aber  im  Wesent- 
lichen liegt  die  Ottenbarung  dahinten.  Die  Vergangenheit  Israels 
wird  eben  deshalb  mit  so  viel  Liebe  und  Begeisterung  ver- 
gegenwärtigt, weil  die  Gegenwart  von  ihr  doch  völlig  verschieden 
ist,  die  zu  ihr  als  der  klassischen  und  kanonischen  Zeit  aufblickt. 
Nehemia  ist  der  letzte  Held,  mit  dem  die  Reihe  der  Väter 
schliesst,  die  dann  durch  den  Rückgang  auf  Adam  von  aller 
späteren  Zeit  abgegrenzt  wird  (49, 14  ff.).  Im  Grunde  ist  die 
kanonische  Zeit  damit  als  die  vorgriechische  bezeichnet.  Mit 
offenbarer  x^bsichtlichkeit  wird  dabei  Bezug  genommen  auf  die 
einzelnen  Bücher,  die  Sirach  als  heilige  kennt  oder  anerkannt 
wissen  will.  Es  geschieht  das  freilich  öfter  nur  in  der  Form  von 
Anspielungen  auf  ihren  Wortlaut.  Neben  dem  Gesetz  und  den 
Propheten  kennt  er  die  Chronik  (47,  8  ff.)  und  Nehemia  (49,  13), 
die  Psalmen  (44,  5.  47,  8  ff'.)  und  die  Proverbien  (44,  5.  47,  17), 
Hieb  (49,  9)  und  vielleicht  auch  den  Prediger  (47,  23).  Daniel  war 
zu  seiner  Zeit  noch  nicht  vorhanden,  dasselbe  gilt  aller  Wahr- 
sclieinlichkeit  nach  für  Esther.  Ob  ilim  Ruth,  die  Klagelieder 
und  das  Hohe  Lied  als  heilige  Schriften  galten,  ist  nicht  zu 
erkennen.  Aus  der  Art  wie  er  den  Hieb,  den  er  übrigens  als 
Propheten  zu  bezeichnen  scheint,  einführt,  ist  vielleicht  auf  einen 
Widerspruch  zu  schliessen,  den  das  Buch  fand.  —  Für  Sirachs 
Schriftverständnis  ist  es  bezeichnend,  dass  er  die  Einkünfte  der 
Priester  als  eine  Entschädigung  für  die  Anfeindung  betraclitet, 
die  Aharon  von  Dathan,  Abiram  und  Kora  erfuhr  (45,  20).  Ebenso 
sieht  er  in  der  Zerstörung  Jerusalems  z.  Th.  die  Strafe  dafüi',  dass 
die  Judäer  den  Jeremia  misshandelt  hatten  (49,  6),  und  in  den 
Wundern  Elias  und  Elisas  ein  Mittel,  durch  das  Gott  die  Israeliten 


Sir.  44, 1—2.  415 

bekehren    wollte  (48,  15).     Gelegentlich   findet    sich    eine  Argu- 
mentation, die  eines  Philo  würdig  wäre  (49,  14.  15). 

Das  Ganze  ist  mit  Geschick  angelegt  und  umfasst  211 
Disticha,  die  sich  überall  zu  Strophen  zusammenschliessen.  Auf 
die  Einleitung  entfallen  18  (2.  7.  3.  3.  3),  auf  Henoch  und  Noa  4 
(1.  3),  auf  Abraham,  Isaak  und  Jakob  10  (3.  3.  1.  3,),  auf  Mose  9 
(3  X  2.  3),  auf  Aharon  32  (3.  6X4.  3.  2),  auf  Pinehas  10  (3. 
4.  3),  auf  Josua  10  (3.  3.  4),  auf  Josua  und  Kaleb  8  (3.  2.  3), 
auf  die  Richter  3,  auf  Samuel  13  (2.  3.  4.  4),  auf  Da^id  17 
(2.  3.  3.  2.  I  3.  2.  2j,  auf  Salomo  16  (3.  4.  1.  |  3.  2.  3),  auf 
die  Reichsteüung  5  (2.  3),  auf  Elia  12  (4  X  3),  auf  Elisa  5  (2.  3), 
auf  den  Untergang  Israels  4,  auf  Ezechias  8  (4  X  2),  auf  Jesaia  5 
(2.  3),  auf  Josia  4  (2.  2),  auf  den  Untergang  Judas  und  Jeremia 
6  (3  X  2),  auf  Ezechiel,  Hiob  und  die  12  Propheten  4  (2.  2), 
auf  Zerubbabel  und  Josua  und  Nehemia  5  (3.  2),  auf  den  Schluss  3. 

44,  1.  Für  c'^ij?  n"i2K  nsK'  haben  die  griechischen  Hss.  (auch 
Syroh.  und  Lat.)  -7-spojv  üjjlvoc,  was  in  Co.  253  23  106  fehlt. 
Vielleicht  rührt  die  Ueberschrift  vom  Verf.  her.  Vgl.  zu  24,  1. 
nae^  ist  sonst  neuhebr..  das  Verbum  findet  sich  schon  im  Kanon.  — 
n:  ?hbnü\  Syr.  in  sonderbarem  Missverstäudnis  von  «::  und  auch 
ich  will  loben.  Gr.  atvsaoiixöv  of,.  Er  gebraucht  auch  in  der  Vor- 
rede den  Plural;  vgl.  betr.  des  Hebr.  zu  43,  27.  32.  —  icn  '^iii] 
Gr.  (ivopotc  hooto'j:.  Er  verlas  wol  lün,  das  durch  v.  10  (vgl. 
Jes.  57,  1  und  zu  1,  15.  43,  33)  geschützt  ist.  in  Ti2:  unter  dem 
Einfluss  von  v.  2  (vgl.  Syr.  zu  42,  16,  LXX  zu  Je^.  40,  6j.  Zu 
lün  im  Sinne  von  Frömmigkeit  vgl.  noch  40,17.  41,  11.  46,7. 
49,  3.  Neh.  13,  14.  2  Clii-.  32,  32.  35,  26.  —  -rm^K]  Gr.  praem. 
xai'  (schlecht).  —  cn'nni]  d.  h.  in  geschichtlicher  Pteüienfolge. 
Gr.  unpassend :  r()  '(z^Aciz:  (LXX).  Der  Ausdruck  zeigt  aber,  dass 
unter  den  Vätern  nicht  nur  die  Erzväter  gemeint  sind,  sondern 
alle  im  Folgenden  Aufgezählten;  vgl.  o.  S.  413. 

2.  phn]  Gr.  iV.Tiasv  (vgl.  zu  34, 13).  Die  Lesart  cnS,  das 
entweder  eingeschaltet  oder  für  jVSy  gesetzt  werden  soll,  erfordert 
dagegen  die  Deutung  ..er  hat  zugeteilt".  Vgl.  Syr.  für  a:  viel 
Ehre  wollen  wir  ihnen  zuteilen.  Mit  crh  hängt  aber  h  autoT? 
zusammen,  das  248  70  SjToh.  55  Aeth.  hinter  6  xupio?  hinzu- 
setzen und  das  wegen  des  Iv  (s.  z.  10,  18)  auf  Gr.  I  zurückzu- 
führen ist.     Die  Lesart  ist  somit  alt,  sie  ist  aber  auch  gut,  sofern 


416  Sir.  44—49. 

sie  die  enge  Verbindung  von  v.  1.  2  in  uneiiässlicher  Weise  zum 
Ausdruck  bringt.  Lässt  man  nämlich  crh  fort,  so  muss  iSnjl  als 
Prädikat  auf  die  12  Kategorien  v.  3 — 6  bezogen  werden,  in 
denen  neben  den  frommen  Israeliten  auch  die  gottlosen  ein- 
begriifen  sind.  Das  wäre  formell  hart,  und  sachlich  passt  nwc 
üh))!  auf  die  Gottlosen  nicht,  die  in  v.  3 — ß  neben  den  Frommen 
in  Betracht  kommen,  denn  deren  Herrlichkeit  nahm  sofort  ein 
völliges  Ende.  Dagegen  ist  es  in  der  Ordnung,  dass  hier  im 
Anschluss  an  v.  1  von  dem  göttlichen  Recht  des  Lobes  der 
Väter  geredet  wird.  —  ]Th)!]  erscheint  als  passend,  Gr.  (o  xufyioc) 
las  aber  wolil  anders  (vgl.  zu  6,  37).  Auch  steht  bei  pSn  sonst 
überall  hu  7,  15.  15,  9.  34,  13.  38,  1.  40,  1,  an  letzterer  Stelle 
nur  als  Randlesart  jrSj;,  das  auch  hier  nicht  ursprünglich  sein 
dürfte.  Syr.  scheint  hü  in  hz)  verlesen  zu  liaben  (s.  u.).  —  iSnJl] 
vermutete  schon  Edersheim  als  Urtext.  Gr.  r^  »xsYaXtuauvTrj  au-oij, 
B  S*  A  (254  308)  rqv  |j.£-c7.Xfua6vr^v  au-ou  (Cod.  Toi.  magnificentiani 
suam).  Syr.  und  alle  ihre  Grösse.  —  üh)y  mö''0]  Syr.  konsecjuent: 
auf  ewige  Geschlechter.     Gr.  kürzend:  dr'  «löivoc. 

3 — 6.  Nach  v.  8.  9  haben  die  hier  Aufgezählten  zum  Teil 
ein  ruhmvolles  Gedächtnis  hinterlassen,  zum  Teil  sind  sie  ver- 
gessen. Dann  heisst  es  v.  10  tf.,  dass  im  Weiteren  nur  von 
den  Frommen  der  Vorzeit  die  Rede  sein  solle,  deren  Name  und 
Nachkommen  in  Ewigkeit  bestehen.  J.  Levi  meint,  und  Ryssel 
stimmt  ihm  bei,  dass  v.  3 — 9  allein  auf  die  Heiden  eglie.  Ent- 
scheidend ist  für  ihn,  dass  v.  3 — 6  die  Priester  fehlen.  Aber 
auch  in  Israel  wird  zwischen  denen  unterschieden,  die  ein  Ge- 
dächtnis haben  und  die  keines  haben  sollen  (46,  11.  47,  23),  und 
V.  8  und  V.  10  ff.  müssen  sich  auf  dieselben  Menschen  beziehen. 
Denn  ein  Gedächtnis  sollen  nur  die  Frommen  haben,  zu  denen 
Sirach  schwerlich  Heiden  zälilt.  Unter  den  Heiden  gab  es 
seiner  Meinung  nach  auch  kaum  nKinJ3  hz  ""nn  (v.  3),  übrigens 
hat  er  v.  4c d  5  augenscheinlich  die  Lehrer  und  Schriftsteller 
der  Juden  im  Sinn.  Die  Priester  sind  unter  den  Lehrern  und 
den  Fürsten  einbegriffen.  Man  braucht  nicht  einmal  anzunehmen, 
dass  er  auch  nur  nebenher  Heiden  im  Sinne  hat.  Wenigstens 
lässt  sich  bei  allen  hier  aufgezählten  12  Kategorien  an  Israeliten 
bezw.  Männer  des  A.  T.  denken,  wenngleich  vielleicht  nicht 
für   jede  Kategorie    im  Folgenden    ein  Beispiel    vorkommt    und 


Sir.  44,  3—4.  417 

man  fragen  kann,  unter  welche  Kategorie  Mose,  Aharon  und 
Pinehas  gehören.  Aber  das  erklärt  sich  aus  der  systematischen 
Natur  der  Aufzählung,  mit  der  er  ausdrücken  will,  dass  alle  nur 
denkbare  menschliche  Grösse  Israel  beschieden  war.  Uebrigens 
lehrt  der  Augenschein,  duss  die  v.  3 — 6  Aufgezählten  die  Väter 
der  Vorzeit  von  v.  1.  2  sind.  Auf  die  Beherrscher  der  Erde 
(David  und  Salomo)  und  die  Kriegshelden  (Josua)  folgen  die 
weltlichen  und  geistlichen  (Elisa,  Jesaja)  Berater  der  Könige 
und  des  Volkes,  dann  die  Statthalter  der  Heidenkönige  (Joseph) 
und  die  Volkshäupter  der  Juden  (Zerubbabel,  Josua,  Nehemia), 
weiter  die  Schriftgelehrten,  die  Spruchredner  (Salomo)  und 
Psalmdichter  (David  und  die  Tempelsänger  (?)),  woneben  besonders 
noch  die  Verfasser  von  Spruchbüchern  genannt  werden  (Salomo). 
Den  Schluss  machen  die  vornehmen  Privatleute  (die  Erzväter 
und  vielleicht  Hieb). 

3.  Syr.  om.  a — c.  —  ps  "'nn]  Gr.  nur:  xupisuov-ss.  —  nm:Si23j 
in  ihrer  Königsherrschaft.  Gr.  schlecht:  sv  T7.rc  (253  23  om.) 
ßotatXstaic  czuTwv,  Sah.  hat  den  Singular.  —  ct^  "'K':«]  vgl.  Gen.  6,4. 
—  Das  Suffix  in  cmi3J3  drückt  Gr.  nicht  aus,  ebenso  in  d  und 
4  a.  —  Für  ßoüXsuaovxat  (so  nur  B)  haben  253  23  S  70  ßouXsüovtat, 
A  ßouXsusxai,  296  308  k  Aeth.  ßouXsüTott,  248  Syroh.  106  157  55 
254  155  Sah.  wohl  ursprünglich:  ßouXeuovTs?.  —  Lat.  für  c:  et 
prudentia  sua  praediti.  —  h^  ^nn]  vgl.  nm  46,  15.  48,  24  und 
15,  18.  Aber  Gr.  {dirri'iysXv.oTzc)  las  'm  (vgl.  zu  16,  25.  42,  19). 
Ebenso  Syr.:  und  sie  brachten  hervor  (rim)  in  ihrer  Prophetie 
Zeichen  («nins),  wobei  er  vom  Gr.  offenbar  unabhängig  ist.  ^m 
entspricht  aber  auch  besser  dem  Zusammenhang.  Vgl.  z.  B. 
2  Reg.  6, 12.  Im  Syr.  sniriK  in  «n'iam  zu  ändern  und  hinter  xdSoi 
V.  4  zu  stellen  (Nöld.),  ist  an  sich  bedenklich,  übrigens  deshalb 
zu  verwerfen,  weil  Syr.  kaum  einmal  üno]ü  hat  (24,  6).  Vgl. 
Vielmehl'  Syr.  zu  48,  12.  25.  —  Lat.  Codd.  Toi.  Sang.  Corb. 
(Am.).  Brev.  1025:  nuntiantes  in  dignitate  prophetarum  (46,  1. 
39,  1).  —  Gr.  £v  TTpocpr^TEiat?  wie  46,  1. 

4.  ClJ  ''i^]  Syr.  nur  SdSov  Gr.  fj^oufAsvot  Xaou  (Sah.  Aeth. 
Xatüv).  Lat.  für  a:  et  imperantes  in  praesenti  (Am.  praesentiis, 
leg.  praescientia?  prudentia?)  populo  (Am.  populorum).  —  Qnöi02] 
Gr.  £v  otaßouXioic  auxuiv.  Der  Verf.  denkt  wohl  an  Joseph  und 
seine  klugen  Massregeln.  —  Für  den  Rest  des  Verses  hat  Gr.: 

Smend,  Sirach-Kommentar.  - ' 


418  Sir.  44—49. 

xat(248  70  253  23  S  k  55  Sah.  Aeth.  add.  iv)  awiazi  "cpotfjLij.aTsia? 
(S  -xiatc.  Sah.  Aeth.  Ypai^fAaxer?)  Xaoü  ao'fol  /.oyot  (296  Xo^ot?,  A  ly 
XoYot?,  308  Xo^ouc,  70  X07101)  SV  (A  om.)  Traiosi'a  aü-wv.  Lat.  dafür: 
et  virtute  prudentiae  populis  (Am.  Sang,  populi)  sanctissima 
(sanctus  ist  bei  ihm  ein  Allerweltswort)  verba  in  peritia  sua. 
Syr.  nur:  ., Weise  lehrten  in  ihrer  Weisheit",  was  den  letzten 
Worten  des  Gr.  entspricht.  Sodann  zieht  er  D''StywT  mit  Ueber- 
gehung  von  cnTiürit'cn  zu  v.  5.  Gr.  sagt  sonst  aocpoc  iv  X^yw  (s. 
z.  9,  17,  oder  ^v  X0701C  20,  27),  hier  schrieb  er  aber  vielleicht 
do'fol  Xofo)  (vgl.  20,8),  weil  iv  folgte:  Xo-j-o;  =  JT"^  wie  13,  11. 
11,  8.  Zu  n''^  überhaupt  vgl.  zu  6,  35.  Uebrigens  sind  im  Gr. 
Wim)  und  ü^b^]^)  nicht  ausgedrückt,  der  Rest  der  hebräischen 
Wörter  ist  von  ihm  durcheinander  geschüttelt.  Es  fragt  sich 
freilich,  wie  weit  der  Uebersetzer  oder  aber  die  Textüberlieferung 
liieran  die  Schuld  trägt.  ]\Ian  ist  versucht  herzustellen:  -([jaiiiia-zXz 
Xotou  £v  auv£3£i.  Man  erwartet  jedenfalls  nach  n^):  "".^  ein  DJ?  ""Jin 
statt  des  blossen  c':iTn.  Vgl.  01  ■^poL\>.\i>xTeXz  -od  Xaoui,  das  in  der 
LXX  (vgl.  1  Macc.  5, 42)  öfter  für  uyn  naiii'  steht;  s.  aber 
auch  zu  46,  20.  —  Drmpni::]  das  Wort  ist  unbekannt,  aber  ipn 
ist  Prv.  25,  2  die  Kunst  des  königlichen  Richters ;  vgl.  ipn  mit 
i"*"!  Job.  29,  16,  und  neuhebr.  nTpn  vom  Zeugenverhör.  —  cmcD 
bezw.  nmcDO,  ebenfalls  unbekannt,  ist  Buchgelehrsamkeit.  Die 
Aussprache  ist  nicht  festzustellen;  vgl.  aber  Ps.  71,15  Ypaixjxatsia 
für  miED,  sowie  talmud.  smicD  (Lehramt)  und  nri'CD  (Schreibkunst), 
syr.  smi^cD  (Gelehrsamkeit),  sriiicD  (Schreibkunst  und  Literatur). 
Neuhebräisch  bedeutet  mcD  Literatur.  —  c'^StJ'V'a  sind  hier  natürlich 
Spruchredner  (vgl.  Num.  21,27).  n'nöK'a  kann  Ueberlieferungstreue 
bedeuten;  vgl.  Prv.  4,  21.  7,  1.  22,  18  und  oben  39,  2. 

5.  pin  hv  11010  ^yTt\  Gr.  sx^'/iTouv-sc  ;i.=X-/)  [jLouaixöjv.  Er  setzt 
35,  6  jxeXo?  [jLouöixuiv  für  moie  h)p,  er  hat  also  pin  hy  übergangen. 
Aber  vielleicht  meint  er  dasselbe  wie  Syr.,  der  c'^li^ioi  aus  v.  4 
herüberzieht:  xi:2i  a^ny  'ra:  hv  pnnnsif^nn  ipn2  KJt;''Sii'i.  Danach 
handelt  es  sich  um  die  Anpassung  der  Psalmen  (vgl.  betr.  moia 
zu  35,  4)  an  überlieferte  Melodien.  In  diesem  Sinne  ist  p)n  das 
Metrum,  für  dessen  Gebrauch  unsere  Stelle  im  Verein  mit  47,9. 
Koh.  12, 9  beweisend  ist.  Denn  an  letzterer  Stelle  heisst  es 
sogar  von  den  wbiifü,  dass  sie  durch  fpn  yn  [f.t?  zu  Stande  kommen. 
Statt    des  Piel    steht  hier    das  Partizip    des  Kai,   was  natürlich 


Sir.  44,  6—9.  419 

üichts  austrägt,  npn  heisst  dabei  eigentlich  aiisprobiren  (vgl. 
Prv.  23, 20  Wein  probiren),  daher  wohl  geradezu  scandieren. 
Vgl.  auch  zu  50, 27.  Wie  ich  nachträglich  sehe,  hat  schon 
Peters  (S.  88^)  die  Frage  aufgeworfen,  ob  die  Worte  auf  ein 
Metrum  gedeutet  werden  könnten.  Dass  es  sich  nicht  um  die 
Erfindung  von  Melodien  handelt,  ist  klar.  Denn  "nato  heisst 
nicht  Melodie,  und  die  Psalmdichter  dürfen  neben  den  Verfassern 
von  Spruchbüchern  nicht  fehlen.  —  h^a  \sti>ij]  richtig  Syr.  noKl 
abna.  Gr.  /.cd  SnrjYoufxsvoi  Itt/j;  x7.'-  fehlt  nur  in  B  (248  308).  Das 
im  Hebr.  zuzusetzende  )  steckt  vielleicht  in  ipn  des  R.  —  2n32] 
vgl.  zu  39,  32.  —  Dass  die  Verfasser  von  Spruchbüchern  neben 
den  Spruchrednern  noch  besonders  genannt  werden,  ist  nicht  aus 
der  Selbstschätzung  Siracbs  zu  erklären  (s.  z.  24,  32 f.),  weil  es 
sich  ja  um  die  Männer  der  Vorzeit  handelt.  Er  kann  damit 
wohl  nur  ein  oder  mehrere  Spruchbücher  für  heilige  Schrift  er- 
klären wollen,  was  betr.  des  Gesetzes,  der  Propheten  und  der 
Psalmen  unnötig  war.  Ob  er  den  Plural  (wie  vielleicht  in  a  und 
4a)  amplificativ  setzt  oder  ob  er  neben  Salomo  an  die  „Männer 
des  Hiskia"  (Prv.  25,  1)  und  andere  denkt,  bleibt  ungewiss. 

6.  h'n  ^i^^jx]  S}T.  scpim  xiif'JKn,  Gr.  falsch  deutend:  avops; 
ttXoucjioi.  —  ro  ^J'iüD'i]  vgl.  z.  B.  Gen.  27,  37.  Gr.  y.3/opr^Yr^u.Evo'. 
(155  xal  /op.)  iayßi  (248  S  A  etc.  praem.  iv).  —  Lat.  für  a: 
homines  divites  (Toi.  viri  praediti)  in  virtute,  pulchritudinis 
(Toi,  multum)  Studium  habentes.  —  Zu  b  vgl.  41,1.  —  cn3i:e  Sj;] 
=  Syr.  prupin  hy,  Gr.  iv  -ctpoixiai?  (al.  xatoizta'.?,  Lat.  domibus)  au-wv. 

7.  nynz]  Gr.  sv  -j-sveaic  (70  add.  auxöiv,  Lat.  in  generationibus 
gentis  suae).  —  cmxsn]  Gr.  nur:  /.ccr/r^iLOL  (9,  16). 

8.  cno  ti»'«]  vgl.  48,  16  und  zu  4,  21.  Gr.  sialv  ct-jtwv.  — 
in^il]  vgl.  Koh.  2,18  u.  ö.  Gr.  xa-=Xi~ov.  —  DW^rh]  das  Verbum 
sonst  aram.  u.  syr. ;  vgl.  zu  14,  20,  femer  das  Nomen  rfv^  oder 
n'V^  38,  25.  37,  14.  Syr.  rj?n'^oS,  Gr.  toG  Ixor/jYT^aasOai.  —  cnbraa] 
Syr.  innnaK^n  hy,  Gr.  iTotivcjc.  Letzteres  (vgl.  v.  15)  führt  auf 
nnSnn  oder  cn^nns.  Das  Verbum  wird  syr.  und  targ.  mit  hy,  syr. 
auch  wohl  mit  n  konstruiert. 

9.  Das  hier  Gesagte  bezieht  sich  natürlich  nicht  auf  jede 
der  zwölf  vorher  aufgezählten  Klassen  von  Israeliten,  sondern 
vor  allem  auf  die  gottlosen  Könige.  Auch  die  Chronik  übergeht 
das  Reich   Israel    fast  ganz    mit  Stillschweigen.    —    "h  ya  "^k| 


420  Sir.  44—49. 

Syr.  l'irh  n'^hi,  Gr.  <ov  oux  h-<y.  Danach  zu  ändern  ist  unerlaubt. 
—  ir\2f:f  iSi'KD  imii'"'!]  vgl.  38,  23.  Gr.  frei:  xctl  ^.TrojXovTo  w;  oux 
uTTv'pcotvTec.  —  Syr.  om.  c  und  d,  wohl  des  für  den  Christen  be- 
denklichen Inhalts  wegen.  —  Vgl.  Job.  10,  19.  Ob.  16.  —  Für 
[AST    auTOü;  Syroh.  Aeth.  Lat.  schlecht  \ibt   oc^tojv. 

10.  cS'iN'J  Gr.  dl)'  -}]:  vgl.  31,  12. —  iDU^mn]  vgl.  v.  1.— 
ri[2'-yn  nJ'^  cmpmj  Gr.  «ov  7.1  o'xc('.o3(Sv7.'.  (248  Sah.  add.  autöjv)  oux 
s7t£X-/^ai)r^37v.  Syr.  (der  vorher  srnp^im  Kniz"!:!  «i^JS  hat;  vgl.  zu 
V.  23  f):  ihre  Güte  (pnmTio)  wird  nicht  aufhören  (löjn).  Die  Er- 
gänzung n-iJ^n  wird  empfohlen  durch  14,  2.  lii,  13,  wo  nsi:'  mit 
nSmn  und  mpn  verbunden  ist,  sie  passt  zu  Syr.  und  erklärt  zu- 
gleich Gr.,  der  (vgl.  zu  45,26)  n^i^Ti  und  nstJ^n,  sowie  cmpii'  und 
cmpm  verw^echselt  zu  haben  scheint.  Uebrigens  könnte  IttsXt^- 
ai>-/j(3av  hier  auch  auf  Korrektur  beruhen,  Lat.  hat  dafür:  defuerunt. 
Syr.  hat  einen  Kompromiss  zwischen  Hebr.  und  Gr.  geschlossen, 
weil  auch  er  bei  dem  Ausdruck  cmpn')  anstiess.  In  den  Zu- 
sammenhang passt  aber  Hebr.  besser  als  Gr,  (vgl.  zu  v.  13). 
Die  mpn,  das  End glück  der  Frommen,  hat  in  ihren  Kindern  und 
in  ihrem  Nachruhm  überhaupt  kein  Ende.  Die  Wiederkehr  von 
r\2\i^  nach  v.  9  ist  deshalb  unanstössig,  man  könnte  sonst  freilich 
auch  an  niDn  (Prv.  23,  18.  24,  14)  denken. 

11.  Gr.  wohl  fehlerhaft  überliefert:  [xs-ra  tou  aTrspjxato? 
ctuTÄv  SiajAsvEi  (Syroh.  ^^"^  add.  sam)  äya^  (Lat.  permanent  bona) 
xXrypovojxia  l'xYova  (vgl.  45,  13)  auTöiv.  —  Syr.  wie  Hebr,,  nur 
pmpvi  (und  ihre  Wurzel)  für  onSrai.  ^  cma]  vgl.  34,  11..  45,  26. 

12.  Hebr.  om.,  offenbar  mit  Unrecht.  —  iv  xai?  otaöy/.ai^ 
(70  add.  a^Twv)]  Syr.  pna''p2i  =  cir-iii ;  vgl.  oiaör^xoti  v.  18,  euXoYiat 
V.  23  und  iT^'D  V.  22.  Das  Wort  bedeutet  hier  und  im  Folgenden 
überall  Gnadenverheissung.  Gemeint  sind  übrigens  nicht  nur  die 
Bünde  mit  Noa  und  Abraham  (v.  17.  18.  20),  sondern  auch  die 
mit  Aharon,  Pinehas  und  David  (45,  15.  24.  25).  —  hrr,]  Syr. 
CNp,  w^ohl  =  noy.  Aus  cynr  lüy  hier  und  ci:*  noj?"*  würde  sich 
der  Ausfall  im  Hebr.  um  so  leichter  erklären.  —  Für  xoti  ta 
tsxva  autü)v  hat  Syr.:  pn'Jn  ':m  (vgl.  zu  47,  20).  —  81'  auxoucj  =: 
0113^3    (vgl.    V.  22.  47,  12),    Syr.    schlecht:    in    guten    Werken 

{=  Ü1)2V2). 

13.  Zu  a  vgl.  39, 9bc.  —  nor]  Gr.  [o-svei;  vgl.  12, 15. 
42,23.  —  Dir*]  Gr.  schlecht:  -h  a-£f;[xa  aoTtöv  (=  oyi*  aus  v.  12). 


Sir.  44,  10—16.  421 

—  Dnpi::iJ  Gr.  xai  r^  oo;a  a-jtfTjv,  ebenso  Syr.  piTip^XT;  aber  8yr. 
folgte  wohl  dem  Gr.,  der  wegen  der  Abwechslung  mit  v.  10 
(s.  d.)  frei  übersetzte.  —  Nach  £;7Äsi'fO-/;:;E-a'.  (A  8  Lat.  i'(/.y-'-x- 
Xci'för^afc-ai)  und  Syr.  syarj  könnte  man  m:n  vermuten  (vgl.  zu 
41,  11),  aber  am  Schliiss  des  Wortes  stand  in  der  Hs.  schwerlich 
ein  n,  sondern  wahrscheinlich  n.  Vgl.  also  nno  3,  14.  Nöldeke 
möchte  auch  hier  Sisyn:  lesen;  vgl.  aber  Syr.  zu  39,9. 

14.  Für  cn^u  reicht  der  Eaum,  Gr.  Lat.  Sah.  ta  soja^-a 
ccjTojy,  nur  B  (308)  to  arouot  cn'jxwv,  Syr.  p,Tn:c;  vgl.  zu  41,  11, 
wo  ebenfalls  ,Ti:  und  nti>  neben  einander  stehen.  —  ncDS*:]  nach 
Syr.  itt'Jrnx  (vgl.  38,  Iß),  Gr.  hd^r,.  —  b  =  39,  9 d.  Vgl.  auch 
37,  26.  —  Die  Ergänzung  nach  Gr.  Syr.  —  im  inS]  Gr.  zk 
YcVcot?,  aber  248  Lat.  sk  7cv£7.v  •/.7.I  -(zvzdiv,  70  Toi.  Am.  Sang, 
Corb.  Theoder.  ek  Ysvea?  xctl  -(v^zd;.  S\t.  iih  "n  |o. 

15.  Vgl.  39,  10.  —  Syr.  om.  a.  —  Zu  ,io:n  (=  Religion) 
vgl.  43,  33.  —  n^n]  das  Verbum  hier  in  der  Bedeutung  erzählen 
(etwas  anders  42,  1).  Im  Neuhebräischen  haben  Kai  und  Fiel 
diese  Bedeutung,  ebenso  aram.  (wn)  Kai  und  Pael.  Vgl.  Syr. 
39,  10  pnj.  Gr.  hier  wie  dort  S'.r^Yr^aovTcc.  und  für  mv  fälschend 
X7.01  (vgl.  zu  46,  7),  ebenso  39,  10  eOv/j  (s.  d.).  ~  248  70  106  k 
157  A  296  308  Lat.  xal  tov  s-ottvov  aorcov.  —  ncD^]  70  Co.  106 
A  55  254  296  Lat.  i^ornif.^.  —  hnp\  Syr.  Koy;  vgl.  zu  39,  10. 
46,  7.  50,  13  und  Gr.  zu  a.  —  Zu  b  vgl.  auch  34,  11. 

16.  Syr.  om.  —  Cön  näö:]  ist  aus  v.  17  eingedrungen 
(Gr.  om.).  —  Gr.  für  a:  'Ewr/  zur^phrriaz  xopwo  xat  as-sTsO-/)  (Lat. 
add.  in  paradisum)  nach  Gen.  5,  22.  24  LXX,  wonach  70  auch 
TW  i>£to,  248  x'jpio)  {leo},  Lat.  deo.  Zu  npSj  vgl.  noch  48,9.  49,14. 

—  "im  yrh  nyi  na]  schon  hier  ist  wunderbare  Erleuchtung  als 
der  Sinn  von  Henochs  Verkehr  mit  Gott  verstanden,  und  wohl 
mit  Recht.  Gr.  'j-oosiY'xa  txsTctvoi'otc  xai^  YsvsaTc.  Das  erklärt  Lat.: 
ut  det  gentibus  ])oenitentiam  (vgl.  Ep.  Jud.  14).  Aber  Cod.  23 
hat  nach  Lagarde's  Collation  oiavota;  (=  nynj,  woraus  vielleicht 
das  7.iä>vo;  von  Syroh.  253  entstellt  ist,  und  Corb.  sapientiam 
(am  Rande  poenitentiam).  Danach  ist  aötavotac  (vgl.  zu  17,  24) 
Korrektur  nach  dem  Judasbrief  oder  auch  nach  Philo  (vgl.  de 
Abraamo  Mang.  II  p.  3.  4).  —  Bickell  streicht  v.  16,  weil  der 
Vers  strophisch  vereinzelt  steht  und  im  Syr,  fehlt,  übrigens 
49,  14  noch  einmal  von  Henoch  geredet  Avird.    Aber  vereinzelte 


422  Sir.  44—49. 

Verse  kommen  öfter  (z.  B.  v.  22)  vor^  und  der  Syr.  läset  den 
Vers  wohl  wegen  seines  Inhalts  aus;  er  unterdrückt  auch  49,14b. 
Dass  Henoch  49,  14  noch  einmal  erwähnt  wird,  hat  seinen  Grund 
darin,  dass  dort  zum  8('hluss  auf  die  Urzeit  der  Welt  der  Rück- 
gang genommen  ist,  wobei  naturgemäss  an  Henoch,  von  dem  der 
Ausgang  genommen  war,  wieder  angeknüpft  wird.  Nur  wird 
49, 14  vorausgesetzt,  dass  bis  dahin  von  der  Entrückung  Henochs 
noch  nicht  die  Rede  war.  Aber  deshalb  ist  noch  nicht  der  ganze 
Vers  zu  streichen,  sondern  nur  nphi).  Es  überfüllt  übrigens  den 
Stichus.  Wie  ich  nachträglich  sehe,  streicht  Schlatter  npSil  aus 
diesem  Grunde. 

17.  Zum  Wortlaut  von  a  vgl.  Gen.  6,  9.  7,  1  sowie  oben 
34,  8  D"'ön  NiföJ  und  v.  20.  Richtig  versteht  Syr.:  Noa^  der  Ge- 
rechte, wurde  gefunden  in  seinem  Geschlecht  vollkommen  (n'jti'). 
Schlecht  Gr.:  Nfos  sOf-sD-zj  -;X=ioc  otxaio?;  vgl.  aber  auch  dazu 
LXX  Gen.  6,  9.  —  rhz  r\V2]  vgl.  39,  28.  Gr.  erklärend:  h  (106 
157  Lat.  praem.  y-m)  xaifjui  opY^i^  (^gl-  ^y^^"-  ^iu  39,  28).  Anders 
erklärend  Syr.  hier:    in  der  Zeit  der  Sündflut  (vgl.  Gr.  40,  10). 

—  rj^SnnJ  noch  46,  12.  48,  8;  zur  Bildung  vgl.  Stade  §  265.  Als 
Eigenname  kommt  aram.  Ns:"'bnn  vor.  Das  Wort  bedeutet  an 
diesen  Stellen  Ersatz,  Nachwuchs,  Nachfolger.  Gr.  hier  avxaXXaY}j.a, 
46,  12  rjy-j.Y.axct.lX'y.aaecs^ai,  48,  8  oiaooyo?.  Syr.  hier  Knc'jn,  das  für 
vicarius  vorkommt;  an  den  anderen  Stellen  übersetzt  er  frei. 
Vgl.  übrigens  betr.  einer  Knc'^n  des  Noa  Pajue- Smith  s.  v.  — 
Erweiternd  setzt  Syr.  „für  die  Welt"  hinzu,  wohl  beeinflusst 
vom  Gr.,  der  in  c  -qj  ^fj  beifügt.  —  mnyn]  d.  h.  auf  seinem 
Verdienst  beruht  der  Bestand  der  zweiten  Welt.  Gr.  schlecht: 
oia  Touxo.  —  n'"'>H)i^\  Gr.  xaTaX£i[x}xa,  Syr.  «mnnii'a;  vgl.  zu  47,  22. 

—  Snn]  könnte  nach  Gen.  6,  18.  8, 1  verstanden  werden:  sie 
hörte  auf.  Aber  der  enge  Anschluss  des  Folgenden  und  Gen.  9 
sprechen  für  die  Deutung:  sie  kehrte  nicht  wieder.  So  versteht 
auch  Syr. :  und  es  schwor  ihm  Gott,  dass  nicht  sein  sollte  aber- 
mals eine  Sündflut.  Gr.  für  d:  oia  lou-o  (für  beides  S''''  A  106 
k  157  55  254  155  296  308  Lat.  Aeth.  ots)  t(ive-o  (248  70  A 
106  k  157  155  add,  o)  xaxaxXuajxo?.  Auch  abgesehen  von  oia 
Toö-o  ist  dieser  Text  vielleicht  nach  c  entstellt.  Denn  248  23 
S*  lassen  c  aus,  70  Sah.  stellen  d  vor  c. 


Sir.  44,  17—20.  423 

18.  d'ti:;  m«3]  (vgl.  43, 6  und  Gen.  9,  12.  13.  17)J  lässt 
sich  erklären,  wenn  man  annimmt,  dass  Sirach  wie  ayn  für  ü'^pn 
nnn  (s.  z.  V.  21)  so  auch  m:  für  rr^'n  rn:  sagte.  Aber  Gr.  hat 
ota{>Tjxat  (vgl.  V.  12,  248  70  praem.  xai)  (zitovoc;  danach  und  nach 
Gen.  9,  16  ist  n"'i3  zu  schreiben.  Korrektur  ist  oiaör^xv]  (70  55 
254  Sah.)  und  i-Br^  (55  254  Sah.).  —  msjj  Gr.  hi^acf.^^  (vgl. 
LXX);  dagegen  Co.  253  70  sa-7:»r^cfc(v  (vgl.  v.  20.  45,  24).  Syr. 
für  a  frei:  Sch^\üre  schwor  er  ihm  in  Gewissheit  (vgl.  zu  v.  22. 
45,  24).  m3J  kann  sich  auf  das  femininische  nnn  beziehen.  Es 
wird  durch  sxsOrjaav  nicht  gerade  bezeugt,  aber  auch  durch  Wi 
V.  22  geschützt.  S}T.  las  wohl  eher  m:,  was  als  Erleichterung 
erscheint.  —  "lay]  Gr.  ■Kpk  auxov;  vgl.  zu  22,  13.  —  rntt^nj  Gr. 
übersetzt  ins  Passiv  ssaXsi'fi)-!^  und  fügt  xaTaxXuajjLw  hinzu.  Aehnlich 
Syr.:  dass  nicht  umkommen  sollte  alles  Fleisch.  Gen.  6,17. 
9,  15  steht  das  Fiel,  vgl.  indessen  Gen.  ß,  13. 

19.  DX]  Gr.  TTaxYip  fAsyac;  vgl.  zu  25,22.  —  Vgl.  Gen.  17,4, 
wo  LXX  TraiYjp  ttXt^iVju?  sövöiv.  —  Gr.  für  b:  xai  ouy  supsör^  o[ioio? 
(A  k  Sah.  Lat.  add.  au-ip)  sv  -:-(j  8o?Tf)  (248  70  Sah.  add.  auxou, 
106  add.  aüxqj).  Syr.  und  nicht  wurde  gegeben  ein  Flecken  (xaiö) 
an  seine  Ehre.  Wie  auxou  noch  andeutet,  ist  ixwijlo?  zu  lesen 
(vgl.  zu  11,33);  Ol»/  £uf>=i)y]  ist  freie  Uebersetzung,  wenn  nicht 
Fehler  für  otix  ioo^  (18,15.  30,31.  47,20.  11,33).  Uebrigens 
ist  |nj  Kai  (vgl.  47,  20),  und  xa»'  vom  Gr.,  dem  Syr.  vielleicht  folgte, 
wohl  mit  Unrecht  zugesetzt.  —  Nach  Gr.  und  47,  20  ist  Dia  dem 
"•cn  vorzuziehen.  Gemeint  ist,  dass  die  Heiden  (Pharao,  Abimelech) 
die  Ehre  Abrahams  nicht  antasten  durften.  Vgl.  11,33.  30,31. 
Hiernach  ist  auch  47,  20  zu  verstehen. 

20.  Vgl.  Neh.  9,  8,  zu  a  bes.  Gen.  26, 5.  —  ^m]  Syr. 
iny  (32,  1).  —  myo]  kann  Singular  sein.  Gr.  vojxov  (vgl.  LXX), 
Syr.  die  Worte.  —  «;i]  Gr.  xctl  I^svexo  (LXX).  —  nnna]  in  der 
Hs.  stand  ursprünglich  wohl  nnnns  (vgl.  Gen.  15.  17).  Gr.  Syr. 
SV  8ira{}r;x-(i.  —  Gr.  für  c:  x«i  (248  70  Syroh.  253  23  A  106  k 
157  155  Lat.  om.)  iv  capxl  auxoü  laxr^cjö  (vgl.  LXX  Dt.  28,  69 
und  oben  zu  v.  18)  oiaOr^xr^v  (vgl,  zu  14,  12).  Danach  Syr.:  an 
seinem  Fleische  wurde  ihm  errichtet  ein  Bund  («ö'p).  Aber  es 
darf  nur  von  etwas  die  Rede  sein,  was  Abraham  selbst  tat. 
Also  ist  mD  nach  Ex.  4,  25  zu  erklären,  und  pn  bedeutet  meto- 
nymisch die  BeschneiduDg.    So  auch  J.  Levi.  —  ^'0^:2)]  vgl.  zu 


424  Sir.  44—49. 

36,  1.  —  |ow  «VOJ]  vgl.  zu  V.  17.  —  Wörtlich  kehrt  d  wieder 
1  Macc.  2,  52. 

21.  nv)2^2\  vgl.  Gen.  22, 16.  26,3.  —  iS  nyn  (vgl.  v.  22) 
ist  wohl  verkürzt  aus  nnn  ü'^pn.  Vgl.  aber  auch  d>5  Esth.  9,  21. 
27.  29.  30.  31.  Gr.  eGtrjcjev  auT(j),  Syr.  frei:  es  schwor  ihm  Gott. 

—  "p^h]  bedeutet:  „dass  sich  segnen  sollten",  obwohl  der  Wechsel 
des  Subjekts  ijn  Folgenden  dabei  unbequem  ist.  Gr.  Syr.  setzen 
(wie  LXX  Gen.  22,  18)  das  Passivum,  aber  248  hat  IvcuXoysTv. 
Lat.  für  b  nur:  gloriam  in  gente  sua.  —  W):]  Syr.:  alle  Völker 
der  Erde  (w  Maus.  om.  der  Erde).  Natürlich  ist  das  nur  eine 
Korrektur  nach  Gen.  22,  18.  ^ —  Im  Hebr.  sind  c  und  d  ausge- 
fallen, ebenso  im  Cod.  S^'  des  Gr.,  d  im  Cod.  248.  Das  Zu- 
sammentreffen ist  aber  Avohl  zufällig.  Im  Gr.  enden  b  und  d 
ähnlich,  im  Hebr.  hatten  sie  wohl  ähnliche  Anfänge.  Die  Echt- 
heit ist  zweifellos.  —  irXr^&üvaij  Syr.  praem.  "i  (w  Maus.  om.). — 
autov]  Syr.  nj?"ii.  —  w?  //j^jv  x9js  y?!?]  vgl.  Y'^^'^  *icj?3  Gen.  13,  16. 
28, 14.  Syr.  wie  den  Sand  des  Meeres  («an  x'rn  ya);  vgl.  Sin: 
D\n  noK>  hv  -iii^«  Gen.  22, 17,  dm  'jin:  Gen.  32,  13.  Die  Wahl  ist 
schwer.  Jahve  schwört  Gen.  22,  16,  aber  eben  deshalb  könnte 
im  Syr.  Korrektur  vorliegen.  —  Für  xotl  wc  aatpa  avu'];ojaai  xo 
mtipim  auTou  hat  Syr. :  und  zu  setzen  (geben)  seinen  Samen  ober- 
halb von  allen  Völkern  (vgl.  Dt.  28, 1).  Man  darf  danach  etwa 
kombinieren:  d^3d122  ij;^*  T\rh)  (vgl.  Dan.  12,3).  Der  Wortlaut 
von  Gen.  22,17.  26,4  vgl.  15,5  stand  schwerlich  da.  —  In  e  und 
f  wird  das  Gen.  15,  18  Gesagte  mit  den  Worten  von  Ps.  72,  8. 
Zach.  9,  10  übertrieben:    vgl.  Ex.  23,  31.    Dt.  11,  24.   Jos.  1,  4. 

—  dSmjhS]  Gr.  praem.  xai  (70  om.).  —  ly)  1°]  155  xctl  fwc. 
Syr.  h.  —  ''DCN  ivij  Gr.  itoz  (Syr.  Nonj?)  «xpou  (55  254  axpwv, 
Lat.  terminos). 

22ab.  Vgl.  Gen.  26,  3.  17,  19.  —  puTb]  Gr.  iv  t«1  'laaax; 
vgl.  zu  10,  18.  —  |3  D^pn]  vgl.  V.  21.  Gr.  hxr^aev  out«)?,  Syr. 
nur:  er  schwor  (s.  z.  v.  18).  —  Tiayn]  vgl.  Gen.  26,  24.  5  und 
oben  V.  12. 

22  c.  23  a.  Nach  dem  Vulgärtext  zieht  Gr.  v.  22  c  zum 
Vorigen.  Vgl.  auch  Lat.:  benedictionem  omnium  gentium  dedit 
illi  (dominus)  et  testamentum  confirmavit  (vgl.  zu  17,24.  32,21) 
super  Caput  Jacob.  Aber  253  Sah.  lassen  -mi  vor  xa-e-auasv  aus. 
Sah.  übersetzt  dabei,    als  ob  er  in  22c  Nominative  und  sodann 


Sir.  44,  21— 23e.  425 

xotxe-auaav  gelesen  hätte.  Freilich  gebraucht  Gr.  xaiaTrauw  wie 
LXX  transitiv  und  intransitiv  (24,  8.  5,  6),  aber  hier  liegt  wohl 
dieselbe  Korrektur  vor  Avie  24,  11.  —  Gr.  stellt  mz  und  nn2 
um,  wobei  er  ):n:  nicht  ausdrückt.  Syr.  lässt  auch  den  Bund 
fort:  und  der  Segen  aller  Früheren  («"'öip)  ruhte  auf  dem  Haupte 
Israels.  Indessen  ist  im  Gr.  ein  ioojy.sv  ocu-oT  vielleicht  nur  aus- 
gefallen (vgl.  Lat.).  Mau  kann  dann  aber  für  Gr.  heranziehen 
Gen.  28,4  cnins  n:"i2  pk  "f?  ir^i.  Anderseits  kommt  indessen  für 
Hebr.  in  Betracht  Lev.  26,  45  c^iSi^xi  JT'nn,  und  nm  passt  besser 
zu  nni  als  zu  n''i2.  —  Vielleicht  hat  avilpoj-wv,  das  Gr.  für  pti^si 
(vgl.  41,  3)  hat,  ein  7.p/7.uuv  verdrängt  (vgl.  zu  39,  1),  oder  Gr. 
hat  i'ti'Ki  in  n^^i^iü  verlesen.  Uebrigens  hat  er  am  Schluss  'laxtoß 
(vgl.  zu  48,  10),  umgekehrt  'lapctr^X  für  2pv'  46,  10.  —  )ir\:  ist 
als  Prädikat  zu  '^  hz  rT'iz  möglich  und  daher  nicht  anzufechten. 
Das  Nifal  ist  nach  b  und  v.  21  anzunehmen,  und  psi^KT  bei  n3l3 
zu  subintelligieren. 

23  bc.  rr\)222  nr'i  (=  Syr.  welchen  er  nannte  ihn  mein 
Sohn  mein  Erstgeborener  Israel)  ist  Korrektur  nach  36,  17,  die 
durch  45,  2  beeinflusst  ist  (s.  d.).  Unbrauchbar  ist  aber  auch 
in::!:""),  das  sich  freilich  zu  n"n:32,  nicht  aber  zu  dem  von  Gr. 
gelesenen  n2i32  fügt.  Besser  Gr.  i-s'yvf«  =  'im''r"'l;  vgl.  15,  18 
und  Dt.  21,  17  (so  schon  Edersheim).  —  Zu  Iv  su^oyiat?  auxotj 
vgl.  zu  V.  12  und  zu  46,11.  —  Für  xal  eotoxsv  auxu  iv  xX-/jpovo[xia 
lesen  248  70  k  Aeth.  wie  45, 20  b  x.  s.  au.  xXr^povotxt'otv,  vgl. 
aber  zu  45,  17.  20 d   und  zu  21,  6. 

23 de.  Gr.:  xotl  (253  om.)  oisatsds  (A  oissr/jasv  vgl.  28,14) 
jxöpioot?  (Lat.  partem)  ocjxoü  (70  Lat.  ctoxcT;  vgl.  16,26),  sv  (10,18) 
cpuXaTc:  (248  70  add.  aU)  ifispiasv  osxao'jo.  Er  stellt  die  Wörter 
um  und  übersetzt  phn  zweimal  oder  gar  dreimal,  Lat.  übergeht 
freilich  stj-sptasv.  Uebrigens  versteht  er  wohl:  Gott  teilte  den 
Teil  (jj-sptoa)  Jakobs  den  Stämmen  zu.  Vgl.  45,22. —  Syr.:  und 
er  setzte  ihn  (nö''pxi)  zum  Vater  für  die  Stämme  und  sie  gingen 
aus  (vgl.  f)  und  teilten  sich  zu  zwölf  Stämmen.  Indessen  haben 
Ambr.  w  Maus.  Berol.  Mas.  I  und  II:  und  er  ging  aus  und 
teilte  sich.  „Zum  Vater"  ist  Zutat,  beweist  aber,  dass  Syr.  (wie 
vielleicht  schon  Gr7"^3"'r'i  (vgl.  das  Hithpael  39,  32)  las. 
Gleichwohl  dürfte  nyT)  (=  er  bestimmte  es;  vgl.  Dt.  32,8) 
und  CjU^'?  zu    lesen  sein.     Gen.  49  bestimmt  Jakob«  z.  T.  aus- 


426  Sir-  44—49. 

drücklich  die  Gebiete  der  Stämme.  Allerdings  könnte  auch  an 
die  Gesetze  über  die  Landesverteilung  gedacht  sein,  so  dass  Gott 
Subjekt  Aväre. 

23 fg.  KitVl]  das  an  «i'lö  anklingen  soll,  nach  Gr.  -ml  ir/^yotYcv 
(Lat.  schlecht:  conservavit);  vgl.  Jes.  65,9.  —  "jcö]  Sah.  Aeth. 
schlecht:  zq  olotwv.  Lat.  illi  (illis).  —  ^\s]  Gr.  ötvopa  kUou;.  Die 
Söhne  Jakobs  werden  nicht  weiter  berücksichtigf.  Joseph  wird 
49,  15  nachgebracht.  70  Lat.  Aeth.  korrigieren  avopa;  (und 
euptaxovxa?).  Danach  vielleicht  Syr. :  und  es  gingen  von  ihm  aus 
gerechte  («p''T)  Männer.  Indessen  hat  w  pz:\  wonach  man  „ein 
gerechter  Mann"  verstehen  kann,  und  in  b  hat  Syr.  den  Singular. 
Immerhin  kann  Syr.  dem  griechischen  Vulgärtext  gefolgt  sein, 
so  dass  er  kein  zuverlässiger  Zeuge  für  ein  Aequivalent  von 
IXlouc  (=  iDn)  ist.  Das  blosse  Uf^ü  könnte  genügen  und  iXio'j? 
Zutat  sein.  Aber  die  Randlesart  KlfCl  scheint  auf  ein  Wort  hin- 
zuweisen, das  auf  u^^n  folgte.  Syr.  hat  m^fi,  aber  Ambr.  w 
Maus.  Berol.  Mas.  I  mtJ^s:!.  —  "n  h^]  Gr.  rATr^:  a^pxoc  (s.  z.  13, 15). 
Gedacht  ist  wohl  an  die  Tocliter  Pharaos  und  den  Priester  von 
Midian;  vgl.  aber  auch  Ex.  11,3. 

45,1.  Mt  Unrecht  lassen  Gr.  (r^YaTryjfxsvov)  und  Syr.  (cn^xi) 
die  Worte  von  NlfVl  abhängen,  was  ihr  logisches  Verhältnis  zum 
vorhergehenden  Stichus  verbietet.  Lat.  dilectus.  —  Vgl.  46,  13. 
—  n2"iö'7]  d.  h.  er  wird  zum  Guten,  nämlich  zum  Segen,  gebraucht. 
Ob  Gr.  (ev  EuXoYiai?;  vgl.  betr.  iv  zu  10,  18)  und  Syr.  («nDTisS) 
wie  46,11  lasen,  ist  unsicher.  Im  Neuhebr.  ist  siaS  ii2T  geläufig. 
Vgl.  dazu  Zunz,  Zur  Literatur  und  Geschichte  S.  321  f. 

2.  Die  Ergänzung  nNn'^Kn  )n:T)  (vgl.  ,12212  imi3^T  47,  6)  nach 
Gr.  wfjLot'tuasv  (vgl.  36,  17)  otuxov  oocrj  (S  A  Lat.  praem.  £v)  «yiwv 
(vgl.  43,  10).  Ein  orAa  setzt  Gr.  auch  9,  11.  49,  8.  50,  7  vgl. 
47,  6.  11  hinzu,  hier  passender  als  an  jenen  Stellen.  Vgl.  sonst 
noch  die  Variante  zu  44,  23.  Sirach  hat  Ex.  4,  16.  7,  1  im  Sinn. 
Für  'SD  im2:'"i  reicht  der  Raum  nicht  und  übrigens  scheinen  Gr. 
(ev)  und  Syr.  ein  2  gelesen  zu  haben.  Beide  nahmen  an  dem 
Sinn  Anstoss.  Gr.  schwächte  ab,  Syr.  ganz  Avillkürlich:  und  er 
zog  ihn  gross  (.T2'Ti)  durch  Segnungen.  Er  griff  nach  dem  xat 
etxEYotXuvsv  auTov,  das  Gr.  in  freier  Uebersetzung  für  )r\)Cüi^'')  hat 
(vgl.  zu  V.  3  b).     Dafür  hat  Syr.  aber  nzpri).    Aehnlich  verfährt 


Sir.  44,  23f— 45,  5.  427 

Syr.  in  v.  7.  —  D-xmoa]  gemeint  sind  die  Wunder  in  Egj'pten; 
vgl.  Dt.  4,34.  26,8.  34,12.  Gr.  schlecht:  sv  (poßoTc  iyß[jmv.  Syr. 
|''S'i':m'?.  —  Die  Aussagen  über  Mose  sind  nicht  nach  der  Eeihen- 
folge  der  pentateuchischen  Erzählung,  sondern  sachlich  geordnet. 
Deutlich  gehören  zusammen:  v.  2.  3ab  =  Moses  Macht  gegen- 
über den  Heiden,  (wobei  v.  2  a  besonders  an  Ex.  7,  1  gedacht 
ist),  V.  3 cd.  4  =  Moses  Auszeichnung  innerhalb  Israels,  5a-fdie 
Offenbarung  des  Gesetzes  durr-h  ihn. 

3 ab.  S}T.  om.  a.  —  Gr.  hat  nur  iv  /.oyoi?  autoo,  aber  in 
der  Hs.  stand  mehr  als  rim:,  nach  dem  [i]'c  iimn  des  Randes 
ist  VC  "aiD  zu  vermuten,  das  in  die  Lücke  passt.  Vgl.  zu  46,15. 
—  nm«  nach  Gr^ixst^.,  dagegen  ist  xats-auasv  nach  inö  Fehler  für 
'mThr.tuaev  (vgl.  zu  43,  5).  —  inpin"*!]  d.  h.  er  gab  ihm  Mut  oder 
Kraft.  Gr.  ähnlich  wie  v.  2  (s.  d.)  loo^aasv  (248  praem.  X7t'). 
Syr.  schlecht:  und  er  stellte  ihn.  —  -SoJ  Gr.  Syr.  ßaaiXsojv  (55 
254  Sah.  ßaortXsto?,  Cod.  Ambr.  ohne  Pluralpunkte). 

3cd.  Die  Ergänzung  nach  Gr.  ivs-sila-ro  (106  Lat,  praem. 
y.ai)  oLo-oi  Tcpoc  tov  Äaov  (zuto-j,  Syr.  »Söj?  hv  nipzA.  Für  h';  reicht 
der  Raum  nicht,  und  obwohl  hü  =  hv  sein  könnte,  muss  man 
jedenfalls  nach  Ex.  6, 13  hü  annehmen,  wo  Sirach  wohl  wie  MT 
las  (J.  Levi).  Dagegen  stand  in  der  Hs.  dem  Syr.  entsprechend 
□yn.  —  Gr.  für  d:  v.c/l  sosi^öv  ccj-w  (106  svskX-/j3sv  autov,  70  soioa^sv 
auxtp)  TT-?  fjrjzr,;  autou  =  etwas  von  ihr;  vgl.  Ex.  33,  18 ff.  Aber 
Syr.  hat  blosses  rnp\*<,  so  dass  die  Abschwächung  wohl  nur  dem 
Gr.  zuzuschreiben  ist;  vgl.  zu  v.  5a.  Auch  Lat.  hat  gloriam 
suam.  —  Im  Syr.  folgt  hier  5  a. 

4.  Zu  nJlöK  und  mij;  vgl.  Num.  12,  3.  7  und  oben  1,  27, 
D):n):v  ist  talmudisch.  Gr.  fügt  bei  TiY-'aösv,  auf  das  ausser  (23) 
B  A  k  (155  296  308)  aUe  übrigen  Hss.  (auch  Sah.  Aeth.  Lat.) 
otütov  und  70  Lat.  noch  xa»'  (296  nur  xai')  folgen  lassen.  Aber 
schon  durch  das  Fehlen  von  ccj-ov  y.y.i  in  so  guten  Hss.  wird  das 
Wort  als  späterer  Zusatz  verdächtig,  der  den  Stichus  zu  einem 
vollständigen  Satz  ergänzen  sollte.  —  "i^z  hifi]  nach  Gr.  Ix  TAar^:; 
sapxoc.  Syr.  aus  allen  Menschensöhnen  (vgl.  zu  14,  17),  Gemeint 
sind  aber  die  Israeliten  wie  50,  17  (s.  d.).  —  Vgl.  v.  16. 

5.  'h)p  DN]  vgl.  Dt.  4.36.  Gr.  -r^c  cpwvTJ?  ab-oo;  vgl.  zu 
V.  3d,  aber  auch  Fritzsche  z.  St.  —  ^r]\if^:')]  vgl.  Ex.  20,21. 
Gr.  ungenau:  xai  slarf^a-^zv  aütov.   —   hsr\\'r\  hü]  Gr.  zk  xov  "cvo'fov 


428  Sir.  44—49. 

(LXX).  —  Ob  Gr.  (xal  eocoxsv)  und  Syr.  (iiD)}  hier  ]m  (vgl. 
Ex.  24,  12.  31,  18)  oder  Dt^'^l  lasen,  ist  nicht  zu  entscheiden. 
Für  ITS  (Ex.  82,  15)  hat  Gr.  a-jKo  xaxa  T:f>o3oj-ov,  was  wiederum 
als  Abschwächung  erscheint.  Syr.  folgt  ihm.  —  m::«]  vgl. 
Ex.  24,  12.  Gr.  iv-oXac;  vgl.  zu  15,  15.  Syr.  oni.  —  Er  meint 
den  Dekalog  auch  mit  miam  C'^n  min  (vgl.  zu  17,  11).  Syr.  ver- 
las das  letzte  Wort  in  nD"i2m.  —  2pv^h  ist  durch  hi^i^^^'h  nicht 
gerade  erfordert  (vgl.  zu  ;  Ezr.  7,  10  und  zu  h  Job.  21,  22). 
Syr.  stellt  die  beiden  Nomina  um.  —  Gr.  hat  für  Tpn  oi'xi)r(Xr(V 
(vgl.  zu  14, 12)  und  lässt,  vielleicht  mit  Recht  (s.  z.  v.  17), 
vrinyi  (Syr.  \mö''pi  nach  oi7.»>r^x-/iv)  aus. 

6.  Gr.  setzt  pn«  na  aus  b  an  die  Spitze  und  an  seiner 
Stelle  dcocXcpov  auxou  hinzu.  Lat.  hat  freilich  fratrem  eius  et 
similem  sibi.  —  Zur  Bezeichnung  Aharons  als  u^)ip  vgl.  Ps. 
106,  16.  Num.  16,  3.  5.  7.  —  Im  Hebr.  ist  im03  (=  o[xotov  aut«) 
vgl.  30, 4.  48, 4)  ausgefallen,  das  Syr.  hinter  ci%  Gr.  hinter 
ri^np  ausdrückt.  Aber  logisch  gehört  es  zu  ersterem  (vgl.  v.  23). 
—  naaS]  Gr.  Syr.  sx  'fuXr^;  vgl.  v.  25. 

7.  In  der  Hs.  ist  v.  6  in  einen  Stichus  zusammengezogen, 
in  Folge  dessen  sind  die  4  Stichen  von  v.  7  um  eine  Stelle 
vorgeschoben,  am  Schluss  ist  durch  Beifügung  eines  unechten 
Stichus  die  Paarzahl  wiederhergestellt.  Das  hängt  wohl  irgend- 
wie damit  zusammen,  dass  bei  v.  8  die  am  Eande  verglichene 
Hs.  aufhörte.  Denn  das  im  Hebr.  überschiessende  d"'3WVd  inii>"'nS''l 
ist  eine  wohl  aus  derselben  Ursache  entstandene  Variante  (=  8  a 
init. +  9a  fin.).  Ebenda  tritt  übrigens  im  Syr.  eine  grosse  Lücke 
.ein.  —  ehr;  pnh  )n^''\i>'')]  im  Pentateuch  wird  nh))}  pn  besonders 
oft  von  den  E echten  Aharons  gesagt.  Hier  ist  der  Ausdruck 
auf  Aharon  selbst  übertragen:  in  der  Herrlichkeit  des  Hohen- 
priestertums  ist  er  ein  nSiy  pn.  Vgl.  47,  10,  und  übrigens  das 
D5?  nnnS  iJnxi  Jes.  42,  6.  49,  8.  —  Gr.  sW/jaev  ocuxov  (so  B  S  55, 
die  anderen,  auch  Lat.,  schlecht  autw)  öia&-i^xy;v  (s.  z.  14,  12) 
aiÄvo?  (155  aiojviov  s.  z.  v.  15).  Syr.:  und  er  setzte  ihn  zur 
Gewissheit  (smti^  =  pn?)  des  Volkes  (p  u  im  Volke).  Schwerlich 
las  er  oy  für  üb)';.  Er  wollte  al)er  als  Christ  das  ewige  Hohe- 
priestertum  Aharons,  das  er  freilich  v.  15  bestehen  lässt,  nicht 
anerkennen  und  riet  auf  DJ?,  indem  er  sich  (ähnlich  wie  v.  2, 
s.  d.)  durch  Gr.  leiten  liess,    der  für   )':'\n  "h    auxtf  tspaxetav  Xaou 


Sir.  45,  6—9.  429 

hat.  Das  letztere  ist  wohl  Ausdeutung  (vgl.  betr.  /-aou  zu  46, 20) 
von  mn  )h  (vgl.  10,  5).  Es  gibt  eine  ""'  miD  (Jos.  18,  7),  aber 
nicht  Israels.  Vgl.  zu  mn,  das  wohl  Aharons  besondere  Hoheit 
irü  Unterschied  von  der  Moses  bedeutet,  Num.  27, 20.  Aber 
mn  vhv  erscheint  nach  Grr.  (auxtp)  als  Korrektur  nach  Num.  27,20 
vgl.  1  Chr.  29,  25.  So  las  freilich  auch  Syr.,  der  für  b  und  c 
hat:  und  er  legte  auf  ihn  von  seiner  Herrlichkeit  (n"ip\^  p, 
Berol.  om.  p)  und  pries  ihn  (rtniuf)  =  £[i-axaf>ta£v  auxov,  Ambr. 
w  Maus.  Berol.  schlecht:  nnmtin).  In  nijTX  (|o)  sind  [ijnn  und 
msDa  zusammengezogen.  —  Für  "inm:i>"'i  ist  nach  Gr.  Syr.  imi5^N''T 
im  Sinne  von  25, 23  (s.  z.  4,  18.  11, 28)  zu  lesen,  das  nach 
Bedeutung  und  Wortklang  zu  irn'S''l  passt.  Syr.  hat  für  letzteres 
M-'aJl  (=  er  erwählte  ihn);  vgl.  v.  4.  16.  —  Gr.  hat  an  Stelle 
von  m232  (vgl.  Ex.  28,2)  iv  suxoajjLta,  für  -\H)n  (s.  z.  11,2)  oorq^ 
(s.  z.  42,  25).  CiSi  ist  Korrektur  nach  Num.  23,  22.  24,  8.  Für 
nicyw,  wozu  eigentlich  die  Variante  n5:"j;n  v.  8  gehört,  hat  Gr. 
-sptaToXr^y  (23  A  TTcpis-oX-^,  Lat.  zona,  die  Lesart  gtoXt^v  hat 
höchstens  308).  Das  Wort  sonst  noch  Ex.  33,  6  (=  ny?).  mcyin 
scheint  hier  im  Sinne  von  Pracht  zu  stehen  (vgl.  LXX  o6?a 
Num.  23,  22.  24,  8).  Syr.  hat  ny^üi  Nora.  Die  Tcirgume  setzen 
sori  für  DN1,  die  Peschita  Ps.  95,  4  (vgl.  LXX)  für  mcyin.  Also 
hat  Syr.  wohl  Hebr.  und  Gr.  kombiniert. 

Sab.  Gr.  übergeht  )  (Lat.  et)  und  setzt  für  mscn  h^h:: 
suvTsXstotv  xotü/r^ti-axoc;  vgl.  zu  50,  11.  Syr.  Kleider  von  Purpur 
(vgl.  V.  10).  —  "imxC'l]  =  Syr.  mp^l,  Gr.  xotl  sa-rspsojcjsv  autov. 
Lies  scxs^favtüGsv  nach  Lat.  coronavit.  —  nj;!  in33]  vgl.  Ps.  29,  1. 
96,  7.  Aber  iiDD  ist  schon  wegen  v.  7  unwahrscheinlich.  Lies 
•"ij?  ''h22,  was  übrigens  Anklang  an  '^'^S:  ergibt;  vgl.  Syr.  NJXM 
xcpim,  Gr.  axsusaiv  (Co.  70  Syroh.  S  k  Sah.  Lat.  praem.  sv)  iayuo^. 

8  c.  9.  Syr.  om.  Sc— 14.—  D^DJ^öj  Ex.  28,42.  —  Gr.  setzt 
hier  Akkusative,  in  Anschluss  an  v.  8  a,  dann  fährt  er  v.  10  f. 
im  Dativ  fort  in  falscher  Beziehung  auf  )r]ZY\  v.  12  kehrt  der 
Akkusativ  wieder.  —  h^Q)  m:n3]  Gr.  Tzf-jof^pr^  xal  s-wtxioa.  LXX 
setzt  iv:(j)\i(c  oft  für  lies,  ausserdem  Ex.  28,  7.  39,4  (36,  11)  für 
ncna,  ToSr^pr^?  im  Exodus  je  zw^eimal  für  S'^yo  und  ]^n,  einmal 
für  noK.  Da  27,  8  iroor^pr^?  wohl  =  S''j?a  ist,  so  könnte  Gr. 
fehlerhaft  nons  gelesen  haben.  Er  hat  aber  wohl  sTutufife  für  S"'j;o 
gesetzt,    weil  r&a  am  h^va   befestigt  war,    und  r.oor,^ri<;  für  njns, 


430  Sir.  44—49. 

weil  /'-(ov  ihm  zu  gemein  war.  Uebrigens  könnte  £it«)|xioa  Fehler 
für  oi~Xoioa  (oft  =  h^Vf^  in  der  LXX)  sein.  Jedenfalls  darf  vom 
ncN  hier  nicht  die  Rede  sein,  er  ist  v.  10  am  Ort,  wo  Gr.  freilich 
abweicht.  Anderseits  darf  der  h''Vf^  nicht  fehlen  und  muss  an 
letzter  Stelle  stehen  wegen  des  Folgenden  (vgl.  Ex.  28,  31.  32). 
Nur  wird  man  n:n:  schreiben  müssen  (Ex.  28,  4.  39),  der  Plural 
ist  wohl  durch  coro  herbeigeführt.  —  'r\^Y]\  Gr.  xoil  sx'jxXwasv 
auTov  (s.  z.  43,  12).  —  Nach  Gr.  poio/oi?,  /puaoT?  xojowaiv,  wobei 
ypuöoTc  wie  v.  11  Zutat  ist,  D'':ioj?ci  CJia")  herzustellen,  ist  unrätlich. 
Die  Schellen,  die  auch  Ex.  28,  34.  39,  26  voranstehen,  sind  als 
die  Hauptsache  zuerst  genannt.  Uebrigens  hat  Lat.,  der  potaxoi; 
übergeht:  tintinnabulis  aureis.  —  Für  1)^:],  das  hier  Geläut  be- 
deutet (vgl.  50,18),  Gr.  schlecht  -irXsta-otc.  —  no''j?j  nnS]  das  Nomen 
ist  sonst  neuhebräisch  und  heisst  hier  Wohllaut;  vgl.  D''j?jn47,9. 
Im  Talmud  findet  sich  das  Wort  synonym  mit  nT^ö"  (Aruch  s.  v.). 
Gr.  frei:  vi/^orai  'z>(ov^f^v. —  Gr.  setzt  für  T312  schlecht  sv  vaw  und 
für  'h)p  (Ex.  28,  35)  verschämt  7)/ov  (vgl.  47,  9).  Uebrigens 
rationalisiert  schon  der  Verf.  gegen  Ex.  28,  35.  —  Zu  e  vgl. 
Ex.  28,  12,  wo  aber  von  den  Steinen  des  Brustschildes  die 
Rede  ist. 

10  ab.  nj2j  Gr.  stoa-^j,  er  setzt  auch  6,29.31.  50,11  den 
Singular.  —  Lat.  hat  stolam  sanctam,  70  253  haben  in  b  irop- 
cpupav,  70  spyov,  BS  IpYtuv,  106  sp-j-ot,  ebenso  haben  v.  11c  B 
sp-|'(uy,  23  spyov,  70  ipya,  Lat.  hat  v.  10b.  IIa  opus.  Aber  das 
alles  sind  wohl  Korrekturen  nach  v.  8.  —  ^ip  ''1:2  heissen  Ex. 
28,  2.  4  alle  Kleider,  hier  sind  nur  pn,  mcK  und  d'ü  gemeint.  — 
n^Dn]  Gr.  praem.  xa''.  Aber  so  tritt  die  rhythmische  Trennung  des 
pjixi  vom  Vorigen  nicht  hervor.  Vgl.  zu  49,  4  und  zu  1,  2.  — 
m]  =  Gr.  TtoixtXTou;  vgl.  LXX  und  Syr.  zu  38,  27  d. 

10c.  Ha.  ]ti^n]  Gr.  Xo-^swo  wie  LXX.  —  Für  Dm  Tics 
hat  Gr.,  der  den  Efod  schon  v.  8  brachte,  willkürlich  or^Xcic 
d\r^%z(aq  (vgl.  ZU  36,  3).  Aber  Hebr.  ist  durch  nji  geschützt. 
Uebrigens  heisst  der  Gürtel  Ex.  28,  39.  40  IDi3^?.  Gemeint  ist 
hier  aber  der  2)i^n  von  Ex.  28,  8,  der  aus  denselben  Stoffen  ge- 
macht war  wie  mcs  und  |W  (vgl.  dag.  Ex.  28,  39.  40).  —  Das 
"  vor  ''i^  ist  zu  streichen  und  nach  248  und  Lat.  (torto  cocco) 
xsxXcuatjLsvu)  zu  schreiben.  Uebrigens  steht  im  Kanon  stets  nj?Sw 
''i?^,     LXX  hat  öfter  x£xA(u3u.=voc  für  'Oiy,   so  auch  an  der  hier  in 


Sir.  45,  lOab— 12.  431 

Betracht  kommenden  Stelle  Ex.  28,  15.  —  :niK]  wird  im  Exodus 
nur  beim  S^a  genannt  (28, 32).  Gr.  verschönernd:  ts/vitou  (9, 17). 
Die  Trennung  des  nyh^n  ^ifi^  und  der  |'cn  '':nN*  von  den  Stoffen  in 
a  hat  nur  rhythmische  Bedeutung,  ebenso  der  :i)ü  neben  dem  ntJ^n. 

llb-e.  |*cn  ^:ds]  =  Gr.  /.rUo-.c  TtoXuxcXiai  (vgl.  50,  9.  Jes. 
54, 12).  —  Das  im  Gr.  fehlende  |iJ'nn  hy  bringt  eine  Einschränkung, 
die  vom  Verf.  schwerlich  l)eabsichtigt  war  (vgl.  Ex.  28,  11.  21). 
Es  ist  die  Glosse  Jemandes,  der  nur  die  12  Steine  des  Brust- 
schildes hier  finden  wollte,  sich  aber  daran  stiess,  dass  un- 
mittelbar vorher  von  "iitST  Tcx  die  Rede  war.  Die  Worte  über- 
füllen aber  auch  den  Stichus,  zu  dem  an  ihrer  Stelle  cmn  Tiino 
(=  YX'jfjLjxaxo?  acppaYtoos  vgl.  38,  27  und  LXX  a.  a.  0.)  zu  ziehen 
ist.  —  Für  D[^X'i]'7anJ  hat  Gr.  sv  osasi  /pustou;  vgl.  LXX  zu  Ex. 
39,  13  (36,  20)  auvo£osji.3va  yjjoam,  Ex.  28,  17.  39,  10  (36,  17) 
zaOucpaivsiv  u^aatj-a  und  auvucpatvciv.  Dahinter  ist  ausgefallen  rT^yö 
pK  *^"in  =^  i[j'(i[i  Xiöoupyo'j;  vgl.  Ex.  28,  11  LXX  spyov  XidoupYixT;? 
T£xv-/]?.  Die  Worte  sind  verdrängt  durch  mp'^  ps  h2,  das  wohl 
Glosse  zu  |*£n  ^jrs  ist.  —  nm  3.n:3]  vgl.  zu  39,32  und  Ex.  32, 16; 
Gr.  £v  Ypoccpi^  xsxoXa;j.;j.svTj  (=  LXX  a.  a.  0.). 

12.  '2  may]  vgl.  Ps.  21, 4.  Gr.  atscpavov  /pusoSv.  Vgl. 
Josephus  Antt.  III  7,  6.  Bell.  V  5,  7 ;  betr.  des  Akkusativs  vgl. 
zu  V.  8.  —  ncji'D  hvü]  nach  Gr.  s-avoj  xioapsoj?.  —  Gr.  übergeht 
pvi,  für  das  p::  (Ex.  28,  36)  zu  lesen  ist,  und  hat  für  den  Rest 
des  Stichus:  sxT'jTrwaa  a<pp7.Yrooc  a^iotatxaTo?  (s.  z.  36,  18),  Lat.  ex- 
pressam  (sc.  coronam)  signo  sanctitatis.  Danach  stand  wohl 
t^np  cmn  da,  das  man  als  heilige  Inschrift  deuten  darf.  Das 
^^S  K>ip  des  Exodus  vermeidet  der  Verf.,  um  es  nicht  zu  profanieren. 
Für  sxTUTTujixa  vermutete  ich  früher  nach  Ex.  28,  36  LXX  Tiinc, 
aber  das  stand  in  der  Hs.  nicht,  sondern  wahrscheinlich  min  (J. 
Levi).  Gr.  folgte  also  wohl  dem  Wortlaut  der  LXX.  —  Gr.  hat 
an  Stelle  von  mn  y.rjLii/jiiia,  das  aber  eigentlich  wohl  dem  nhnn 
(vgl.  LXX  und  zu  11,  4)  entspricht,  an  Stelle  des  letzteren  hat 
er  erklärend  sp^ov  (248  spT«),  weil  die  griechischen  Synonyma 
ihm  ausgehen.  —  yy  tonö]  vgl.  36,  27.  Gr.  ir^i^oiir^iiaxa  (253 
23  106  157  £-'.{}u[x-/iTa;  vgl.  1,  17)  öcp^aXfiÄv  (70  55  -aou).  — 
''cr  b'720'i]  ist  nach  Ps.  50,  2  angenommen.  Gr.  xociAoufisva  wpotTa, 
wobei  die  Bedeutung  des  zweiten  hebr.  Wortes  die  Wiedergabe 
des  ersten    bestimmt  hat    (doch  vgl.  zu  16,  27).  —  Das  Pathos 


432  Sir.  44—49, 

der    Stelle    ist   echt,    die    ]\Iajestät    des  Hohenpriesters   ist   die 
Majestät  Israels  und  der  Wahrheit  auf  Erden. 

13.  v:zh]  das  dem  nh)y  ly  entspricht,  stand  wohl  in  der 
Hs.  Gr.  ~po  (70  praem.  xotQ  autoO  (aber  23  autojv).  —  Der  Raum 
reicht  für  p  .Tn,  kaum  für  p:  HM;  vgl.  Ex.  10,  14.  1  Reg.  10,  12. 
Uebrigeus  ist  hier  der  gesamte  hohepriesterliche  Ornat  gemeint. 
—  Gr.  für  b:  sojc  (248  70  8'=''  praem.  -mi)  aiÄvo;  oux  ivsS-jactto 
(Sah.  svoucrs-oct,  S*^^  Lat.  add.  aoTv!)  «ÄXo-jöv/;?.  —  Vgl.  betr.  y> 
V.  18.  Num.  17,  5.  18,  4  u.  ö.  —  Aus  Gr.  tcXyjv  täv  uiöjv  «utoC; 
[xovov  (70  106  k  157  ixovwv)  ist  zu  schliessen,  dass  er  schon  den 
Plural  r33  las,  von  dem  in  der  Hs.  b  nicht  getrennt  werden 
kann.  Es  muss  aber  gesagt  sein,  dass  nur  einer  seiner  Söhne 
(Eleazar)  den  Ornat  getragen  hat,  ferner  ist  ein  verbales  Prädikat 
erforderlich,  das  in  d  nachwirkt.  Ein  Hofal  |o«n  entsprechend 
dem  Hifil  von  Judic.  11,  20  ist  am  Platze,  und  in  kann  sehr 
wohl  „ein  einziger"  heissen.  —  Gr.  übersetzt  hier  aufs  Gerate- 
wohl.—  Für  d  hat  er:  xat  -y.  iV.Yova  (vgl.  44,  11)  au-ou  oia  -avToc. 
Vielleicht  las  er  schlecht  p*.  Uebrigens  ist  der  Ausdruck  hier 
vielleicht  mit  Absicht  unbestimmt  gehalten:  vgl.  zu  v.  25. 

14.  Wie  ihre  gesamte  Beziehung  zu  Gott  so  betrachten 
die  Juden  speziell  die  kultische  als  ihre  Auszeichnung  vor  aller 
Welt.  Besonders  ausgezeichnet  ist  der  Hohepriester  durch  die 
Mincha,  die  er  täglich  zweimal  für  sich  selbst  darbringen  darf. 
Vgl.  Lev.  6,  12 — 16  und  dazu  DiUmann.  Daneben  steht  in 
zweiter  Linie,  dass  die  gesamte  Priesterschaft  mit  ihm  den 
kultischen  Verkehr  Israels  mit  Gott  vermittelt.  —  Gr.  hat  in  a 
schlecht  den  Plural:  xioaiai  (B  duatav)  «ütoü  (248  70  Syroh.  253 
23  S  Sah.  au-tov;  vgl.  r:2)  pns  Lev.  6,  13)  oXoxap-wdr^aovrai.  Es 
ist  nur  Eine  Mincha,  die  zur  Hälfte  Morgens  und  Abends  dar- 
gebracht wird.  Mit  den  Priestern  teilt  der  Hohepriester  die 
Auszeichnung,  dass  seine  Mincha  im  Unterschiede  von  der  der 
Laien  ganz  verbrannt,  d.  h.  Gott  dargebracht  wird.  Urspilinglich 
war  das  freilich  keine  Auszeichnung,  sondern  der  Unterschied 
hatte  einen  ganz  anderen  Grund.  —  ijspn  '^'''rr]  wie  Lev.  6,  15. 
Diese  Mincha  heisst  deshalb  dort  auch  '7''':2  (v.  16)  und  sie  ist 
übrigens  ein  ran.  Das  Wort  ist  hier  und  Lev.  6,  13  deutlich 
Nomen,  wie  Tonn  im  Daniel  (Bevan);    s.  z.  47,8.    Gr.  schlecht: 


I 


Sir.  45, 13—17.  433 

IvGöXs/fo?.  Dagegen  hat  er  für  er  'rn  richtig  x(z&'  r^\xipav  =  Sd 
DV  (Ps.  140,  3)  oder  vielmehr  =  er  '^^n  (s.  z.  47,  8).  Nach  dem 
Hebr.  ist  a  eine  generelle,  b  eine  si)ezielle  Aussage.  Aber  als 
generelle  Aussage  trifft  a  für  alle  Priester  zu  (Lev,  6, 16),  des- 
halb ist  1  unmöglich. 

15.  Vgl.  Lev.  8.  —  IT  na]  Gr.  -a;  yß^r,,;  (248  70  S«''  Sah. 
Aeth.  Lat.  add.  auxoS),  —  Syr.  für  a  schlecht:  und  es  legte  auf 
ihn  Mose  seine  Hand.  —  Die  Salbung  bedeutet  eine  ewig 
gültige  Verheissung  des  Priestertums  für  Aharon  und  seine 
Nachkommen.  Der  Ausdruck  in  c  (vgl.  Num.  18,  19)  ist  ge- 
wählt wegen  v.  24.  —  nnn]  Gr.  Syr.  zk  oictör^xr^v.  Ob  danach 
nnnS  herzustellen  ist,  ist  zweifelhaft;  vgl.  zu  6, 29.  —  Für 
7.i(iviov  haben  248  70  253  23  S  106  157  otfaivo;;  vgl.  15,6. 
44,  18.  45,  7,  aiwvio;  findet  sich  30,  17  und  2,  9  im  Zusatz,  als 
Variante  zu  45,  7. —  TiHlh'i]  Gr.  /7.1  =v  toj  a-s'ptxa-i  au-oS;  vgl.  zu 
10,  18.  Mit  Unrecht  fehlt  iv  in  den  Hss.  ausser  B  (296  308), 
auch  Lat.  hat  es  nicht.  —  ü'm  ^n^3]  vgl.  50,  24.  Ps.  89,  30.  Dt. 
11,21.  Gr.  schlecht:  iv  (16,26)  ■/)[JL£(>7.t^  (248  r^iii^a)  oöpavou;  vgl. 
zu  50,  24.  Aber  Lat.  (nach  Gr.  11?)  sicut  dies  coeli.  —  Gr. 
übersetzt  )h  hinter  rrf^h  und  setzt  dann  ^[xa  (Lat.  Aeth.  om.) 
hinzu,  Syr.  om.  )h  pSl.  —  Schlecht  lassen  A  B  S^  23  155  am 
Schluss  «^»TOLi  aus.  —  Vgl.  Num.  6,  27.  Dt.  10,  8. 

16.  Zu  a  vgl.  V.  4.  Num.  16,  5.  7.  17,  20.  —  D^nSm  rhv\ 
d.  h.  ausser  den  Brandopfern,  die  ganz  auf  den  Altar  kommen, 
die  Altaranteile  der  übrigen.  Syr.  sachlich  richtig:  xnaTj  KmSj;, 
Gr.  schleclit:  xv'pTrojstv  -/.urAvo. —  mD'xi  niT'j  rr^i]  das  erstere  bezieht 
sich  auf  die  Darbriugung  der  Fleischstücke  und  des  Fettes 
(Lev.  1, 8.  9),  letzteres  auf  die  der  Mincha  (doch  vgl.  auch 
Lev.  2,  2.  9).  Syr.  hat  für  den  ganzen  Stichus  nur:  und  Wohl- 
gerüche. Gr.  ganz  frei:  i)u[X!.'a[xa  xal  sutootav  ei?  [j,v/j[xo3uvov.  — 
ncsS'i]  Gr.  om.  ).  —  Ssnii^^  ^3n  hv]  Syr.  für  ganz  Israel,  Gr.  Trspl 
xou  Xaou  cou  (S*  248  om.,  70  23  Lat.  auToD);  vgl.  zu  48,  15. 

17.  rm2:D  ih  jn^l]  Gr.  lotuxsv  au-öv  Iv  Iv-oXai?  auTou.  Aber 
au-ov  haben  nur  B  Syroh.  (253  23),  die  übrigen  (auch  Lat.)  mit 
Ptecht  au-(u.  Dagegen  lassen  Syroh.  253  106  157  254  mit  Un- 
recht SV  aus,  248  70  S  lesen  dabei  schlecht  IvtoXas;  vgl.  zu 
44,  23c.  —  inS^ti^a^l]  vgl.  15,10.  Syr.  .toSk^«!,  Gr.  kürzend:  £?ouaiav; 
vgL  zu  30,  11.   —   acti^ai  pina]  Gr.  schlecht:   Iv  oiaBr>.ai?   (s.  z, 

Smeud,  Siracli-Eommentar.  28 


434  Sir.  44—49. 

14,  12)  '/.[A\xoi-Mv,  von  ilim  beeinflusst  Syr.:  xm  «ö"p3  (vgl.  zu 
38,  33).  —  Syr.  om.  c  und  d.  Gr.  hat  dafür  vielleicht  origineller: 
oioagoii  Tov  'la/ojß  ~a  [xapi'jfiia  (S*'^  add.  autoü)  y.o.\  iv  vo|i,q)  auTOu 
'i(o-[Vyi  (70  Syroli.  253  23  S  B  Sah.  schlecht  'fojvr)aat)  'lapaT^K. 
Er  hat  et\va  gelesen:  hiiiu^^  na  n'mnS  mnm  rnnj;  2py^S  nobS.  Es 
stand  wohl  nicht  Txn'?  (vgl.  Ps.  119,  130),  sondern  nmnS  da, 
für  das  LXX  öfter  'ftoxitsiv  setzt.  naSS  ist  nach  v.  16  wahr- 
scheinlich, rnnj?  ist  v.  5  kaum  am  Platze  und  wohl  von  hier 
dorthin  verschlagen.  Umgekehrt  wird  Hebr.  hier  nach  v.  5  ent- 
stellt sein.  Gegen  ihn  spricht  auch  das  n^"»  "»Ja  nach  v.  16,  wo 
Gr.  freilich  auch  abweicht.  Vgl.  Dt.  33,  10  2py^h  -[^KCl^ö  r\T 
'^xiti'^'?  -mim.  Sii'ach  bezog  Dt.  33,  8 ff.  (vgl.  Dt.  17,  8 ff.)  gewiss 
auf  Aharon,  aber  was  er  hier  sagt,  gilt  natürlich  noch  von  den 
Priestern  seiner  eigenen  Zeit;  vgl.  zu  38,  33. 

18.  "12  Tin''l]  ist  nach  Jes.  41,11.  45,24.  Cant.  1,6  viel- 
leicht Nifal.  Gr.  £7ri3uv3cj-/jaav  «utw.  Er  dachte  wohl  an  Num. 
16,  (3).  19.  26,9  LXX,  wo  MT  h'rjpn  und  r^^n  hat.  Syr.  nnnsi 
nay.  —  cn*]  vgl.  zu  v.  13.  —  la  %sjp''i]  vgl.  9, 11  sowie  Ps. 
106,  16.  —  ]ni  ''t:*:«]  Gr.  avSps?  ot  zspl    (Sah.  Aeth.  om.)    AotOotv. 

—  ccK  niyn]  Gr.  iv  Öu-xw  zal  opy/J;  vgl.  Hebr.  Gr.  zu  10,18. 
Syr.  nur  Kcpin2,  Lat.  in  iracundia. 

19.  Für  ^ii^m  hat  Gr.  abschwächend  zotl  oux  suSoxr^asv, 
ebenso  für  üh^'')  -/.cd  auysxsXssör^aav  (Aeth.  vielleicht:  auvsxsXsacv 
ötÜTou?).  —  Im  Syr.  sind  b  und  d  vertauscht.  —  icK  pina]  Gr.  sv 
»ujxw  (vgl.  zu  48, 10)  orjfr^;.  Syr.  num  scpina  (vgl.  v.  18).  — 
sn^l]  ist  nach  Syr.  (s-i2l),  Gr.  (xotl  sTror/jSsv;  s.  z.  15,  14)  und 
Num.  16,  30  Fehler  für  üiT).  —  Dn*?]  Gr.  otu-oTs,  248  Syroh.  253 
S  106  157  Sah.  praem.  iv,  23  praem.  1-';  vgl.  zu  10,18.  — 
mx]  in  anderem  Sinne  Num.  17, 3.  25.  Gr.  xspata,  Syr.  aus- 
deutend: sm-ö.  —  d'?3S''"i]  Syr.  piK  ym,  Gr.  xaxavotXüiaai  (LXX), 
Lat.  et  consumpsit  illos.  —  WK  3^2ti^3]  vgl.  Job.  18,  5.  Dan. 
3,  22.  7,  9.  Syr.  nur  üim,  Gr.  Iv  -rrupt  ciXoYo?  (55  254  Aeth.  Lat. 
rpXo'fi  TTUf/o?)  ot'jxo'j;  Vgl.  zu  8,  10.  Ausser  B  (70  155)  haben  alle 
Hss.  (auch  Aeth.  Lat.)  auxou?,  aber  das  Suffix  ist  nicht  anzufechten. 

20 ab.  Nicht  nur  das  Wunder  von  Num.  17,  sondern  auch 
das  Gesetz  von  Num.  18  fasst  der  Verf.  als  weitere  Genugtuung 
für  die  dem  Aharon  angetane  Unbill  auf  (vgl.  Num.  18, 1 — 7). 

—  Gr.  für  a:    xctt  rpoosÖT^xsv    (70  add.  tui)   '\apu)v  86$av,    danach 


Sir.  45,  18-22.  435 

wohl  Syr.:  und  er  legte  auf  Aharon  Ehre.  Im  Hebr.  kann 
nicht  ^üT)  gestanden  haben,  Syr.  hätte  es  gewiss  beibehalten. 
Der  angebliclie  Schweif  des  ?]  ist  ein  Riss  im  Papier.  Dagegen 
kann  Gr.  r\:^'^  (vgl.  zu  40,  5)  gelesen  haben  (Job.  29,  22  LXX), 
auch  das  Suffix  wird  durch  Gr.  Syr.  nicht  verdächtigt,  Gr. 
drückt  es  auch  bei  )nhn:  nicht  aus.  Vgl.  v.  7  und  zu  b  44,  23  c. 

20c  21a  20d  21b.  Mit  Recht  hat  Hebr.  die  Stichen  in 
dieser  Reihenfolge,  denn  onh  (vgl.  7,  31)  gehört  mit  pS:«"",  und 
)pbn  mit  njnDl  zusammen.  Dann  gehört  aber  auch  im  Gr.  ä'ptov 
zum  Vorhergehenden.  Syr.,  der  |nj  mit  ]n'"i  v.  20b  zusammen- 
fasst,  hat  für  die  vier  Stichen  in  willkürlicher  Kürzung:  Kn''t:>i 
nvi:'?!  rh  n^nhi  tiiiD)  «ti^iipn  (die  heiligen  Erstliugsgaben  und  die 
Reihen  des  Brodes  ihm  und  seinem  Samen).  —  Gr.  für  20c: 
dTrap/a?  (248  «Trap/r^v)  irpcotoYevvTjixatcov  Ifilpiasv  auxw  (xpiov.  Nur 
B  hat  gegen  alle  anderen  Hss.  und  Lat.  auxoTc  (Sah.  Aeth.  om. 
£;a.  ct'jt.j.  Lat.  setzt  hinter  apiov,  das  er  zu  20  d  zieht,  otoToT? 
hinzu.  —  7,  31  stellt  tr^np  nonn,  aber  hier  ist  wohl  der  Plural 
am  Platze  (Num.  18,  19.  8),  gemeint  ist  namentlich  der  Zehnte. 
Das  7rptü-o7£vvr|]i,c(T«)v  des  Gr.  (für  ^ip)  ist  wohl  durch  n''li^ST  in 
20  d  herbeigeführt,  wie  IjxEpiasv  durch  )phn,  weil  Gr.  lowxsv  nicht 
wiederholen  wollte.  —  Zu  21a  vgl.  Dt.  18,  1.  Gr.  praem.  xat 
7ap.  —  Für  n'U^iii  (vgl.  Syr.  und  Num.  18,12)  steht  1  Sam.  15,  21. 
Am.  6,6.  Job.  8,7  -a  -poj-a  (vgl.  -a  via  und  zu  24,25),  und 
die  richtige  Lesart  ist  iv  -pcotoic.  Das  von  70  253  S  B  A  155 
ausgelassene  iv  erklärt  sich  wie  44,23  c.  Syr.  hat  auf  die  Schau- 
brode  nach  Gr.  geraten.  —  Es  folgen  20  d.  21b  die  mehr  nach 
Belieben  abzumessenden  Gaben  (=  T  norn  7, 31).  —  Nach 
Yjxoiacos  habe  ich  ]T'i  (vgl.  18,23.  47,13)  angenommen,  für  mehr 
reicht  der  Raum  nicht.  —  Für  )phn,  das  er  in  20  c  verbraucht 
hat,  setzt  Gr.  TiX-zisti-ovr^v  (70  106  k  157  praem.  ek,  248  S  A  55 
254  Sah.  iv  TiXT^afiov-/)",  155  7:X-/;a}i.ovfj,  die  Ueb  erlief  er  ung  des  Lat. 
schwankt  zwischen  iv  und  sie).  —  runci]  Gr.  5;  (sc.  Ouariac)  iotuxev. 

22.  Vgl.  Num.  18,20:  cnna  -[S  ,T.T  ah  phn)  hmn  ah  D^-)a2 
hü'\\i^'  ^:3  -wa  -[n'^rai  pSn  ^jk.  —  Syr.  für  a  und  b:  allein  in 
ihrem  Lande  nicht  erbten  sie  (w  Maus,  erbte  er)  ein  Erbe  und 
nicht  teilten  sie  (w  Maus.  Mas.  I  teilte  er)  einen  Anteil  mit 
ihnen.  Aber  nach  Gr.  iv  yi^  Xaou  ist  ny  |*"1S3,  das  in  die  Lücke 
passt,    anzunehmen.    —    Gr.  für  b  fast  wie  Num.   xal  {xlpi?  oux 

28* 


436  Sir.  44—49. 

eottv  (S>i'Oh.  253  23  106  sarai)  au-(o  iv  >mo).  Aber  iv  Xato  ist 
nacli  a  unrichtig  (s.  z.  4.6,  20).  —  Gr.  für  c:  aoioc  yap  (=  '••'''  -wa) 
tj.sryi'^  aou  (253  23  om.,  248  70  Syroh.  Lat.  auToO)  xal  x^povo(xia. 
Nur  in  B  S*  und  248  (xX-/)f>'Jvoa!'7.r)  ("elilt  xai',  Lat.  hat  es.  Die 
Ergänzung  im  Ilebr.  übrigens  nach  »Syr.  nrnriTl  nnio  Nnan  Sbö. 
Zu  dem  Feliler  '^m  (aus  21a)  vgl.  Dt.  18,1.  Jos.  13,14.  — 
Gr.  om.  d.  Syr.  hü^li-'^  n-s  (==  zwischen  Israel),  aber  der  Araber: 
zwischen  den  Söhnen  Israels. 

23.  Dass  Pinehas  als  der  dritte  neben  Mose  und  Aharon 
gestellt  wird,  erklärt  sich  aus  Successionsstreitigkeiten  um  das 
Hohepriestertum,  in  denen  vielleicht  schon  die  Erzählung  von 
Num.  25,  7  ff.  ihren  Ursprung  hat.  Vgl.  50,23.  24  und  unten 
zu  V.  25,  übrigens  1  Macc.  2,  54.  4  Macc.  18, 12.  —  Syr.  für  b: 
für  (3)  seine  Mannhaftigkeit  empfing  er  (2Di,  Ambr.  add.  rh)  drei 
Ehren.  Gr.  verkürzend:  xpiroc  si;  5o?ay,  d.  h.  wohl:  er  gelangte 
als  dritter  zu  Ehren.  Lat.  tertius  in  gloria.  Für  die  Ergänzung 
'^[t^''h\:^  mns  '^Jm  reicht  der  Raum  nicht  (Peters),  wohl  .aber  für 
''{uf'^hu^  -njni;  vgl.  Mm  46,  2.  50,  5  und  dazu  Gr.,  und  für  sk  So^w 
s.  z.  7, 13.  Der  Sinn  ist  dann  aber:  durch  Tatkraft  war  er 
herrlich  als  der  Dritte.  —  iNJpn]  vgl.  Num.  25,11.  13.—  ^:rhüh 
h2  ist  wohl  verderbt  aus  b^n  mS»'?  (s.  z.  33,  1).  Num.  25,  13 
steht  rnbs'?.  Betr.  m'^xS  vgl.  zu  32,  13.  Gr.  h  cpoß<o  xupiou,  was 
als  willkürliche  Abschwächung  erscheint.  Ganz  willkürlich 
Syr. :  in  seinem  Eifer,  den  er  eiferte  an  der  Midianitin  und  dem 
Sohne  Israels.  —  narij  Gr.  xal  a-%mi  (248  106  k  157  A  155 
cxr^vai)  a^xov,  Lat.  et  stare.  Sah.  und  (er)  stand.  —  pM]  vgl. 
Ez.  13,5.  22,30.  Ps.  106,23.  Syr.  Nnyiina.  Dagegen  Gr.  falsch: 
£v  xpo7r-(J  (155  Lat.  h  £VTpo7ü-(i).  LXX  setzt  das  Wort  für  TX, 
nmhn,  n:o.  Gr.  dachte  wohl  an  j^D  Ps.  106, 29.  2  Sam.  6,  8.  — 
DJ?]  Syr.  Köj;2,  aber  w  Maus,  nayn,  Ambr.  Berol.  «ayn.  —  i\i^a 
ub  )2i:\  vgl.  Ex.  25,2.  Syr.  om.;  Gr.  h  ctva^otr^ti  (nti>^:  itifn?) 
TrpoOujxta;  «I^u/Tp  (s.  z.  4,  17)  czuxou.  —  icri]  Syr.  NV21  (und  er 
betete),  wozu  J.  Levi  S^CT  Ps.  106,  30  vergleicht.  —  Gr.  Syr. 
om.  ""ja;  vgl.  aber  Num.  25,  13. 

24.  DJ  ]2h]  Gr.  Syr.  nur:  8ta  tou-fo,  aber  D3  ist  für  die 
Hervorhebung  des  'h  unentbehrlich.  Pinehas  bekam  auch  nur, 
■Was  Aharon  schon  hatte.  —  pn  D'^pn  )h]  d.  h.  er  stellte  für  ihn 
ein  Recht   auf  (vgl.  45,  7).     Gr.  is-dbri    (248  latyj,   Syroh.  nop, 


Sir.  45,  23— 25  d.  437 

Co.  Übrigens  otaOr^xriV,  Lat.  statuit  illi,  vgl.  aber  44,  18)  oLurm. 
Er  übergeht  pn,  das  er  regelmässig  mit  oiaör^x-/;  übersetzt,  um 
das  Wort  niclit  zweimal  setzen  zu  müssen,  —  mSty  nnaj  das 
drückt  auch  LXX  Num.  25,  12  aus.  —  tJ^npa  ^z^dV]  vgl.  Ps. 
55,  23.  112,  5.  Gr.  frei:  TTposta-r^v  d-^iw^  xal  Xatf»  autou.  Lies 
TTfioaTaisiv  nach  106  157  254  Sah.,  und  laoo  nach  70  253  23  S«* 
106  155  Sah.  Lat.  Vgl.  TrpoaxaxsTv  1  Macc.  14,  47  und  TTpoGiatr^s 
2  Macc.  3,  4.  3  Ezra  2,  11  (=  K^tt^j).  Das  xal  XaoS  aSj-nu  ist 
Zusatz  des  Gr.  (s.  z.  46, 20),  der  damit  zugleich  die  Uebergehung 
von  pn  gut  machen  will.  Aber  dass  er  diesen  Zusatz  ohne 
weiteres  hier  machen  kann,  ist  bemerkenswert.  Für  die  damaligen 
Juden  schloss  das  Hohepriestertum  die  Ethuarchie  in  sicli,  und 
auf  die  kam  es  den  Prätendenten  um  das  Hohepriestertum  allein 
an.  —  Syr.  für  a  und  b:  darum  mit  Schwüren  (w  Maus.  Berol. 
om.  mit  SchAvüren)  schwor  ihm  (vgl.  44,  18  Syr.)  Gott,  dass  er 
ihm  einen  Altar  bauen  solle  (oder  wolle?).  — ■  lu^sj  Gr.  iva  (s.  z. 
37,15);  Syr.  1.  —  rh)i:  n:m]  der  Ausdruck  oft  bei  den  Ilabbinen. 
Vgl.  auch  s*nm  an:m  Targ.  Num.  16,  10.  Gr.  rhetorisch:  ispw- 
auvrjc:  [xsYaXEtov.  —  üh)y  IV]  Gr.  et;  xou?  otiöjvac,  248  Sah.  tk  tov 
aiuiva,  Lat.  in  aeternum. 

25  a-d.  nn  DJ?  in^12  CJlJ  Gr.  xal  oiaOr^x-zjv  zu)  Aausio  (Lat. 
add.  regi),  lies  mit  70  106  Sah.  oiaOr^xr^  (oder  oia^x-/;  r,v).  in^in 
wird  durch  mr:  geschützt.  Ueber  den  Bund  mit  David  vgl. 
2  Sam.  23,  5.  Jer.  33,  21.  Ps.  89,  4.  2  Chr.  13,5.  21,7.  Jes.  55,3 
und  übrigens  zu  47,  11.  22.  —  ^ir^  p]  Gr.  um  (70  ^'■■' '"'  A  k 
Lat.  add.  'kasat).  —  HQfih]  Gr.  sx  cpuXr^?  (vgl.  v.  6).  —  u^ü  nhm 
m23  '}zh\  lies  '^^x  (so  jetzt  auch  Peters)  nach  'Jc':»  u^^a  1  Reg. 
8,  25.  Jer.  33,  18.  Gr.  xXvjpovofita  ßaaiXsco?  (Aeth.  der  Herrschaft) 
utou  (23  Aeth.  utöjv)  i;  uloo  [xovou.  Hier  könnte  ßacriÄiw?  =  ti^''« 
mn3  ''ic'?  und  das  Uebrige  Zutat  sein.  Vielleicht  las  Gr.  aber 
auch  anders  (etwa  )i2h  ):2h).  Im  Lat.  fehlt  der  Stichus  wegen 
Homoiarkton.  Syr.  imgenau  nach  Gr.  für  a-c:  und  auch  David 
der  Sohn  Isais  das  Erbe  der  Könige  (oder:  des  Königs)  allein 
er  erbte.  Nur  sieht  er  mit  Recht  in  c  das  Prädikat  zu  a  und  b. 
—  Syr.  für  d:  und  (Ambr.  om.)  das  Erbe  Aharons  (gehört)  ihm 
und  seinem  Samen.  Gr.  xXr^povoji.''a  '\apd)v  (S  «ütojv,  155  au-ou, 
A  k  Aeth.  Lat.  auttp)  xctl  xol  ard[j\iot.zi  au-oü.  Zu  lesen  ist  'Aapwv 
auTÖ)  xat'.     Parallelisiert   wird    die   hochpriesterliche    Succession 


438  Sir.  44-49. 

mit  der  königlichen  nach  Jer.  33,  17 — 26  (vgl.  dort  v.  21  sowie 
dort  V.  18  t^''N  ni:"'  i^h  ü^)hn  CJnsSi  mit  1  Reg.  8,  25),  und  nach 
Gr.  Syr.  will  der  Verf.  nur  sagen,  dass  das  Ilohepriestertum 
allein  dem  Pinehas  und  seinen  Nachkommen  gehört  wie  das 
Königtum  allein  dem  Salomo  und  seinen  Nachkoinmen.  Denn 
Salomo  ist  mit  )i)2z  ''ish  ti>''K  gemeint.  Der  enge  Anschluss 
von  V.  25  (n:))  an  das  Vorige  lässt  auch  nur  dies  erwarten. 
Lies  also  nacli  Gr.  Syr.  )V'\'h)  )h;  vgl.  Num.  25,  13  und  unten 
50,  24  "miSi  'h  ni2'  ah  iti^K.  Dagegen  würde  lj?it  ^dS  bedeuten, 
dass  jeder  Nachkomme  des  Pinehas  Hoherpriester  werden  könne. 
Man  müsste  dann  ti^^«  im  Sinne  von  „ein  beliebiger"  verstehen 
und  daran  denken,  dass  im  Hause  Davids  nicht  immer  der  Erst- 
geborene succedierte  (z.  B.  Salomo  selbst).  Aber  die  Parallel- 
stellen und  der  Zusammenhang  entscheiden  für  Gr.  Syr.  Von 
der  Succession  in  der  Erstgeburt  ist  freilich  auch  v.  13  nicht 
die  Eede.  Auch  Gr.  sagt  hier  nichts  davon.  Aber  Sirach  kann 
auch  nicht  sagen  AvoUen,  dass  das  Holiepriestertum  auf  jeden 
Nachkommen  des  Pinehas  übergehen  könne.  Er  will,  dass  es 
bei  Simon  und  seinen  Söhnen  bleiben  solle,  die  als  Nachkommen 
des  Pinehas  galten,  denen  aber  von  solchen,  die  nicht  von  Pinehas 
hergeleitet  wurden,  der  Besitz  des  Hohenpriestertums  streitig 
gemacht  war  (v.  26.  50,  22 — 24),  nämlich  von  den  Tobiaden. 

25  e  f.  Gr.  om.  Aber  als  Einleitung  zu  v.  26  sind  die 
Stichen  nicht  zu  entbehren.  —  Zu  e  vgl.  50,22.  Syr.  füre  nur: 
also  (vgl.  zu  39,  35)  segnet  Gott;  f  lässt  er  aus.  —  2115,1  ^^^  r«] 
vgl.  2  Chr.  30,  18.  —  nur  oDm  layan]  vgl.  Ps.  8,  6. 

26.  a  =  50,  23  a,  wo  in"*  statt  ]m.  Gr.  auch  hier  nur 
o(o-/j,  Lat.  ut  daret.  Syr.  3,T1.  —  2h  m^n]  Gr.  aocptav  iv  (s.  z.  13, 19) 
xotfvoia  utxojv  (Lat.  in  cor  nostrum,  106  7)jxTv  für  utj-iv;  vgl.  zu  50,23). 
—  Hebr.  om.  b.  Gr.  xpi'vsiv  tov  Xaov  auxou  zv  8txaioauvi(j  (vgl. 
Ps,  72,  2).  Syr.  für  letzteres  schlecht:  in  seinem  Namen.  Ver- 
mutlich war  V2'^2  aus  v.  15  eingedrungen.  —  Falsch  Hebr.  nzu^'' 
{=  Syr.  «vsDnj),  denn  D^mu  (Gr.  Syr.  schlecht:  xoc  a7a0a  a-jKuv) 
ist  nicht  eure  Tugend,  sondern  euer  Glück;  vgl.  auch  34,  11. 
44,  11.  Also  ist  n^^""  Fehler  für  D2)i^\  wie  Gr.  (a'focvia&fj)  etwa 
las;  vgl.  LXX  Ex.  12,  15.  Ez.  34,  25.  Gr.  hatte  44,  10  den- 
selben Fehler  in  seiner  Vorlage,  der  übrigens  38,  8  als  Variante 
erscheint.  —  Im  Folgenden   stand  in  der  Hs.  nicht  D3mi3J1  (das 


Sir.  45,  25e— 46,  1.  439 

Übrigens  nicht  i^assen  -würde;  vgl.  v.  23),  aber  auch  nicht,  wie 
ich  früher  meinte  und  man  nach  44,  7  etwa  erwarten  könnte, 
crmxcm.  Das  Facsimile  zeigt  crmwK.  Gr.  zal  xr^v  oocotv  auxüiv 
(248  70  auTou),  8yr.  jinjijSlti^l.  Ein  Wort  für  Herrschaft  wäre 
hier  am  Platze,  vielleicht  gab  es  in  diesem  Sinn  ein  m'üs*,  so 
dass  D2r:"ni2S"i  zu  lesen  wäre.  Der  Akkusativ  ttjv  öo^ctv  aütuiv  er- 
klärt sich  vielleicht  aus  dem  Wechsel  passivischen  und  aktivischen 
Gebrauchs  des  Passivs  im  Hebräischen.  —  üh)V  nnnS]  Syr.  für 
alle  Geschlechter  der  Ewigkeit.  Gr.  sie  7£Via^  (SA  157  -(evEav) 
a-jTwv  (Sah.  7öv3(7jv)^  Lat.  in  gentem  eorum  aeternam  fecit.  Danach 
ist  vielleicht  auuvo;  oder  auuvtov  für  auKuv  zu  lesen.  —  Diese 
Apostrophe  verrät  ebenso  wie  die  von  50,  22 — 24  das  zeitge- 
schichtliche Interesse,  das  Sirach  am  Pinehasbunde  nimmt.  Die 
pluralische  Anrede  ist  hier  nicht  die  rücksichtsvolle  Form,  in 
der  z.  B.  Jesaja  (Jes.  7,  13)  den  Ahas  behandelt.  Vielmehr 
wendet  Sirach  sich  tatsächlich  an  die  Sadokiden  in  ihrer  Ge- 
samtheit, wie  das  50,  23  die  Ermahnung  zur  Eintracht  deutlich 
zeigt.  Es  handelte  sich  schon  damals  nicht  nur  darum,  ob 
Onias  III.^  sondern  ob  überhaupt  die  Sadokiden  das  Hohepriester- 
tum  gegen  die  Tobiaden  behaupteten.  Durch  ihre  Zwietracht 
arbeiteten  sie  den  Tobiaden  in  die  Hände,  überdies  aber  wirft 
Sirach  ihnen  wenigstens  indii'ekt  grobe  Gleichgilt igkeit  gegen 
die  Keligion  (s.  z.  c.  50)  vor,  hier,  wie  es  scheint,  auch  Un- 
gerechtigkeit in  der  Regierung. 

46, 1.  ^^n  p  1)2:]  Gr.  xpaxa-.r.c  (32,  22)  iv  (13,  19)  -o/i.xoi? 
(248  SAG  106  k  157  155  Lat.  7:o)i[x(i>).  Grimme  streicht  p  1", 
das  Syr.  ausdrückt.  —  pJ  p  j;s^l.T]  Gr.  'Ir^aoö?  (254  016c,  70  Syroh. 
23  106  k  157  A  155  Sah.  Aeth.  add.  uioc,  S*  add.  0,  248  S  «* 
add.  6  Tou)  Nauv^.  —  ntf !3  niii^f:]  vgl.  bes.  Ex.  33, 1 1  sowie 
Ex.  24,  13.  Num.  11,28.  Jos.  1,1,  und  von  Eüsa  1  Reg.  19,21. 
Gr.  richtig  erklärend  X7.l  (Lat.  Palaestin.  om.)  oiaoo/oc  (vgl.  48, 8) 
MtuusTj.  Denn  der  Diener  und  Gehülfe  des  Propheten  in  seinem 
Amt  ist  wie  Elisa  auch  sein  Nachfolger.  Die  Vorstellimg  von 
der  Succession  der  Propheten  (vgl.  zu  47, 1)  findet  sich  schon 
in  der  Chronik,  sie  stammt  aus  Dt.  18,  15.  Von  der  Succession 
der  Propheten  zu  reden  gibt  übrigens  die  hohepriesterliche 
Succession  hier  Anlass.  —  n«lD:3]  Gr.  h  Trpocpr^xsiat?  (44,  3).  Lat. 
(in  prophetis)  in  dignitate  prophetarum  (44,  3.  39, 1).  —  "IJT'U  il^K 


440  Sir.  44—49. 

Wn*?]  Gr.  nur  o;  syevötci.  —  vcnj  ist  nach  Gr.  (z7.xa  xo  ovoixa 
auTou)  vielleicht  Fehler  für  lot^D  (vgl.  43,8).  —  Syr.  für  b— d: 
durch  die  Pro])hetie  wurde  er  behütet  (TtSjns)  zu  sein  wie  Mose, 
der  grosse,  zu  bringen  durch  seine  Hand  (iTi:  ro''2?  vgl.  zu 
48,  23.  49,  6)  Erlösung  für  die  ihn  Liebenden  (47,  22).  Das  ist 
gemischt  aus  Hebr.  und  Gr.,  der  in  d  wohl  frei  übersetzt:  ixs^a? 
£-1  aa>r/jpia  I/Xsxxojy  aüxou  (Syroh.  253  23  om.,  Lat.  dei).  Vgl. 
zu  VTnn^  47,  22.  Num.  11,  28  LXX  Sam.  Vulg.  —  nx  ^epi  cpjnSj 
vgl.  Jos.  10,  13.  Auf  cpj  und  r\f^p:  folgt  sonst  im  Genitiv  der, 
für  den  Rache  genommen  wird,  und  der  Plural  n^opj  ist  sonst 
nicht  belegt.  Gr.  stiess  an:  sxoixvjscd  £-£7£if>o;x£vo'j?  (=  ""Qp^?) 
kyßpou:.  Syr.  und  sich  zu  rächen  an  den  feindliclien  Männern.  — 
h'^mrh)]  vgl.  Dt.  1,38.  3,28  u.  ö.;  Gr.  ottw?  x^poyo;xr^a-o  (aber 
248  70  23  SA  106  157  55  254  155  xaxotxX-/;povo!xr;a-/),  s.  z.  15,6). 
—  Syr.  hat  in  f:  „die  Söhne  Israels"  und  setzt  hinzu:  „das 
Land  der  Verheissung"  (vgl.  zu  v.  7). 

2.  mm  na]  vgl.  50,5.  43,  11  und  zu  45,23.  Syr.  KN^  sa, 
Gr.  w?  £oo?7'aOr^;  vgl.  zu  50,5.  11,  und  betr.  des  Syr.  noch  Gr. 
zu  43,  11.  —  r  inilsJD]  vgl.  Jos.  8,  18  und  bes.  dort  v.  26:  IT 
l'iT'sa  naj  "iti^K.  Gr.  iv  x(j)  sTtäpoti  yßpa^  (Syroh.  155  /s^pa)  auxou. 
Syr.  zieht  pT'D  aus  b  herüber  und  übersetzt  nach  Pesch.  nna  ID 
m^xai  «2^:3.  —  ic^jnn]  Syr.  praem.  r,  Gr.  xal  (248  253  23  S'^* 
A  k  157  155  Sah.  add.  ev)  xw  (70  253  om.)  ixxcTyott  (nur  B 
(C  254)  £xxXTv7.i).  Vielleicht  hat  Gr.  die  Verba  vertauscht,  er  hat 
sTiaipsty  allerdings  nicht  nur  für  ?]''jn  (33,  3.  47,  4),  sondern  auch 
für  HBi  (48,  18),  aber  sxxeivsiv  ist  doch  wohl  =  ni3i.  —  ])rD]  Gr. 
rät  po|xcpatav  (70  155  Lat.  poirfamc).  —  tj;  h)}]  Gr.  übertreibend: 

£7rl    TTOXSI?. 

3.  Zu  a  A^gl.  Jos.  1, 5.  —  Vielleicht  im  Gedanken  an 
Jos.  10,14  verfällt  Gr.  auf  das  grobe  Missverständnis:  xt;  irpoxspov 
(al.  Tcpoxspo?)  auxo'j  oo-oic  söxr^.—  Zu  b  vgl.  1  Sam.  18,  17.  25,  28. 
Gr.  xou?  yap  t:oX£|xiou?  (248  70  Syroh.  253  23  S"""  Pal.  7:oX£[xou?)  xupio? 
(248  70  Syroh.  S'^^A  106  Pal.  xupiou)  aüxo?  i-r^^ia-^ev  (A  aTiVjYaT^v). 
Das  letzte  Wort  ist  wohl  verderbt.    Syr.  12V  {=  auxo?)  in. 

4.  sSn]  Syr.  '^'oa  =  '2  (aus  v.  3).  —  ifiv]  vgl.  Jos.  10, 13. 
Gr.  dvE-ooiasv  (ebenso  48,  23),  k  155  dvzr.oo(a^r^,  A  lys-ooiaör^,  S 
EVETxoSiasv,  Lat.  impeditus  est.  —  Gr.  für  b :  xal  [xi'a  r^\^.ipa  eysyr^dy] 
Txpö;  ouo  (=  Lat.  quasi  duo).    Er  las  .Tn  D'^Jit'D  (vgl.  zu  25,  19), 


Sir.  46,  2— ed.  441 

das  auch  wohl  in  der  Hs.  stand.  —  Syr. :  und  es  wurde  ein 
Tag  zwei  Tage. 

5.  ]vbv  ha  ha  ay  -d]  vgl.  47,  5.  48,  20.  46,  16.  Gr.  sTts/a- 
)iaaxo  (70  add.  77'p)  xov  (S  add.  xupiov)  u»];iaTov  ouvacj-r^v;  vgl.  zu 
V.  6e.  16.  Syr.  denn  er  betete  vor  dem  Herrn.  —  nc:N3j  das 
Verbum  (=  Inf.  Kai)  ebenso  v.  16;  vgl.  Prv.  16,26  (LXX 
£xßiaC£-:7.i)  und  das  Nomen  Job.  33,  7  (Araber:  mein  Angriff). 
Im  Talmud  heisst  das  Nomen  ne?«  Bedrückung,  Zwang.  Gr.  sv 
(16,  26)  1(0  l}Xi''{;7.t,  Lat.  in  oppugnando.  —  ifach  v,  16  folgte 
r2D2  rrx  (Gr.  £xi>r>ok  /uxXoUsv).  —  Syr.  hat  für  b:  und  er  er- 
hörte ihn  und  gab  in  seine  Hand  Kraft.    Er  las  hier  wie  47,  5. 

—  in:ri]  Gr.  xczl  s-r^xoDCJev  auxou,  nur  B  (C  23  155)  lesen  auxojv. 

—  ]']''hv  ^k]  Syr.  om.,  Gr.  der  Abwechslung  halber:  [liyj.;  (Sah. 
om.,  106  157  praem.  6)  xupio?,  Lat.  magnus  et  sanctus  (=  7710;? 
vgl.  zu  43,  10)  deus;  vgl.  39,6.  —  ma]  nach  Gr.  Syr.  /aXaCr^? 
und  Jos.  10, 11.  —  iy''2:'7XlJ  vgl.  zu  43,  15.  Gr.  etymologisierend  (?) 
ouvatxeo)?  xpaxaiag.  Syr.  rät:  und  Schwefel  vom  Himmel  warf  er 
hernieder. 

6a-d.  Gr.  hat  am  Anfang  xv.xippacsv,  Syr.  aam,  wahrscheinlich 
stand  Dt53n  (vgl.  zu  32,  17)  in  der  Hs.  —  Im  Syr.  folgt  Kay  hv 
KS3D,  wonach  im  Gr.  für  £-'  si)vo?  ttoasjxov  mit  Aeth.  Palaestin. 
Lat.  £.  £.  7ro>i[xiov  zu  lesen  ist  =  2'')a  (^IJ)  dj;  hy.  —  Gr.  für  b: 
xal  £v  x7.xajBaa£'.  a-a)X£a£v  7.vi}£3x-/)xox7c,  wonach  zunächst  11)^21 
(Jos.  10, 11)  und  weiter  wohl  T2an  (vgl.  nn*K  des  Syr.  und  zu 
46, 18.  49,  7)  anzunehmen  ist.  Aber  mit  7.vi)£3x-/)xox7c  ist  ]V  nicht 
ohne  weiteres  zu  reimen.  Es  stand  da  wohl  pjD,  das  Gr.  mit 
Absicht  umging.  Syr.  hat  nur  pn^^S  121N1,  vielleicht  deshalb, 
weil  er  an  der  Differenz  von  Gr.  und  Hebr.  anstiess  (s.  z.  v.  7). 

—  '):)  ryn  prih]  vgl.  Jos.  4,  24.  —  mn  '):  hz]  vgl.  16,  9.  Syr. 
setzt  den  Plural:  KOin  saaj?  ])rh2.  Vgl.  Gr.  für  c:  ha.  -^vÄaiv  lOvrj 
iravoTrXiav  auxwv;  aber  auxojv  lesen  nur  B  Syroh.  (248  23  C),  die 
übrigen  mit  Aeth.  Lat.  auxou,  S'^  lässt  das  Wort  aus.  Um  so 
mehr  fragt  sichs,  ob  Gr.  wn  etwa  in  imn  verlas  oder  r.rxvrj-KKav 
etwa  Fehler  für  a-«)X£ia;  (16,9)  ist.  —  Gr.  für  d  ungenau:  oxi 
ivavxiov  xupiou  6  7roX£;j,oc  7uxo5  (aber  23  richtig  ctuxwv).  Danach 
Lat.  frei:  quia  contra  deum  pugnare  non  est  facile.  Syr.:  dass 
Gott  selbst  kämpfte  mit  ihnen.  Hebr.  ist  nicht  anzufechten. 
Das  Suffix  in  onon'?«   geht  auf  die  Kanaaniten  und  der  Sinn  ist 


442  Sir.  44—49. 

wohl:  „der  Krieg  gegen  sie"  (vgl,  37,  11),  obwohl  in  diesem 
Fall  die  Kanaaniter  die  Angreifer  waren.  Zu  nc5:  vgl.  Gen.  31,49 
und  oben  11,  12. 

6e.  7.  DJ!  steht  korrelativ  zu  DJ  v.  8.  Gr.  für  '•2  üi) 
schlecht  xat  -(d^j  (Lat.  om.),  Syr.  und  auch  er.  —  nn«  i66]  vgl. 
Y.  10.  Num.  14,  24.  Jos.  14,  8.  9.  14.  Gr.  e-vxoXo -jDr^asv  (v.  10 
ropcUcsOai)  oTTia«).  —  ^kJ  Gr.  ouvaatou  (v.  5).  —  IDn  JH^V]  vgl, 
49,  3  und  zu  44,  1.  Gr.  eTroCr^aev  sXeo?  (vgl.  29,  1).  —  V1M  2Tr\rh 
hnp]  Gr.  ctyiia-r^vai  svavxt  (al.  evavxtov)  e/Opou  (S*  om.,  70  k  55  254 
£/))p«jv,  248  Syroh.  253  23  exxXr^aibtc).  Ohne  Zweifel  ist  s/Opou 
(vgl,  29,13,  30,6)  Korrektur  für  sxxXr^atW.  Syr.:  snvTin2  cpoS 
sayi.  Hier  kann  XDj;  =  ^np  sein  (vgl.  zu  44,  15),  übrigens  las 
er  vielleicht  wie  45, 23  pc3.  Aber  entweder  seine  Vorlage 
oder  er  selbst  ist  nur  von  45,  23  beeiuflusst,  denn  pM  passt 
nicht,  da  das  Eintreten  Josuas  und  Kalebs  nichts  half  (Eders- 
heim).  Dagegen  hat  Gr.  schwerlich  pcn  gelesen;  vgl,  ocTiocvTaicfa 
43, 22  für  j?-ilc.  Also  ist  yic  wohl  Nomen  (=  Aufregung, 
Empörung)  oder  Inünitiv  intransitiver  Bedeutung;  vgl.  Prv.  8,33 
und  Prv.  29,  18,  wo  Nifal  punktiert  ist,  und  yno  (zuchtlos)  10,3. 
—  myo  pnn  l'^nh]  vgl.  Num.  25,  11.  Gr.  xoj/.uaai  (LXX)  >.aov 
(44,  15)  7.710  {/[xotpiiac.  Das  ist  entweder  absichtliche  Abschwächung, 
oder  er  bezog  iTfi  falsch  auf  das  Volk.  Syr.,  der  den  Zorn  Gottes 
gern  bei  Seite  schiebt  (s.  z.  47,  20),  übrigens  auch  wohl  hier  an 
der  Differenz  von  Gr.  und  Hebr.  anstiess  (s.  z.  v.  6),  nur:  um 
zurückzuwenden  die  Gemeinde.  Das  ist  ein  Kompromiss  zwischen 
Gr.  und  Hebr.  —  n'^^'fi^rh)]  Gr.  xal  xoTiotaai  (vgl.  zu  48,  10).  — 
ny"i  nm]  vgl.  Num.  13,32.  14,36.  37.  Gr.  yoYYuajjiov  irovr^piac. 
Er  hat  vielleicht  LXX  im  Sinne,  die  7077031x0?  Ex.  16.  Num.  17 
für  n)hr\  (vgl.  Num.  14,  27)  setzt.  Syr.  Kt^'^i  K215  und  fügt  hinzu 
„vom  Lande  der  Verheissung"  (vgl.  zu  v.  1), 

8,  DJ  p*?]  vgl.  zu  V.  6e.  Gr.  Syr.  nur:  xat'.  —  D^Jtynj  Gr. 
060  OVIS?.  Syr.  sie  allein  (p.Tnin'^a).  Zu  2  vgl.  Dt.  28,  62.  —  'i'^ywj 
vgl.  das  Kai  Gen.  27, 36,  sowie  n^vsj  Ji'ci  und  SifXJ  niD  bei 
Buxtorf  s.  V.  Gr.  (otsawi^r^aav)  denkt  an  h)i:,  und  Syr.  (r2:cnK)  folgt 
ihm.  —  "'pjn]  Syr.  om.  —  In  Dii^yh  ist  das  Subjekt  (Gott)  ver- 
schwiegen  (vgl.  V.  9  c).  —  on'^m  Ss]  Gr.  et?  xXr^povop-iav. 

9.  Vgl.  Jos.  14, 11.  —  jn^ij  Gr.  add.  6  xuptoc.  —  novy] 
wie  41,2,  —  omnV]  ist  Fehler  nach  üü'^rh  v.  8;  lies  nach  Gr. 


Sir.  46,  6e— 12.  443 

(irißrjvai  autov;  vgl.  zu  9,  2)  und  Syr.  {nn)^hu^t2h)  i:mn'?;  vgl.  i"n 
Jos.  14,  9.  Dt.  1,  36.  —  "nön  hv]  Gr.  i-\  xh  w^j:.  Der  Artikel 
fehlt  nur  in  B  (157).  Syr.  ncpin  hv,  vgl.  zu  9,2  und  zur  Sache 
Jos.  14,  13ff. —  l^'T]  Gr.  xaiiöx^v  (LXX).  Schlechter  Syr.  futurisch 
mw.    Vgl.  Num.  14,24.  Jos.  15,  16 ff.  Jdc.  1,  llff 

10.  apr  yi'  'jsj  Syr.  om.  h2.  Gr.  ungenau:  iravcö^  oi  uiol 
'Ispar^X.  Er  las  gewiss  auch  yiT,  das  absichtlich  aus  v.  9  wieder- 
holt ist.  Betr.  'Icrpotr^X  vgl.  zu  44,  23.  —  2ia]  Gr.  xotXov  (s.  z.  39,16). 
—  iihtib]  s.  z.  V.  6e.  —  Syr.  für  b  schlecht:  welcher  erfüllt 
hatte  (dW»)  das  Gesetz  des  Herrn  und  seine  Rechte  ('nirm).  Er 
verstand  n'^üCit^'m  nicht  oder  verlas  es  in  ceci^'am.  Indessen  hat 
Maus.  KÜm  =  Hebr.  Gr.  —  Vgl.  23,  27.  —  Dass  Kaleb  neben 
Josua  genannt  wird,  ist  auch  darin  begründet,  dass  die  jüdische 
Landbevölkerung  sich  grossenteils  von  ihm  ableitete. 

11.  Wtt'n  ^•\s']  er  will  die  Richter  nicht  mit  ihren  Namen 
aufzählen,  muss  aber  von  ihren  Namen  wenigstens  reden;  vgl. 
v.  12.  44,  8.  Der  Schreibfehler  ex^^ico  in  B  S*.  —  )h  i)i*a  h^ 
)2h  NU'j]  Vgl.  das  Nifal  Jes.  19, 13.  Er  denkt  wohl  an  Simson 
(vgl.  Jdc.  16,  15.  17.  18),  wie  im  Folgenden  an  Gideon  (Jdc.  8,27) 
und  vielleicht  auch  an  Abimelech.  Gr.  oawv  oüx  £;£7ropv£u3iv  r^ 
xc(por7.,  was  wohl  Ausdeutung  auf  den  Götzendienst  Gideons  ist 
(vgl.  Jdc.  8,  27  n::).  Aber  so  sind  b  und  c  tautologisch,  und  c 
obendrein  schwächer  als  b.  Knabenbauer  will  nach  2  Reg.  14,10 
erklären.  Aber  dann  wäre  isti'J  erforderlich;  übrigens  ist  vom 
Uebermut  eines  Richters  nichts  berichtet.  Syr.  \)r\2h  sj?ö  i^hi  hD, 
womit  er  sich  an  Gr.,  aber  auch  an  Hebr.  (vgl.  Gen.  3,13.  Ob.  3 
Posch.)  angeschlossen  haben  kann.  —  hü  ''irtKö  JlDJ  ah)]  bezieht 
man  am  besten  auf  inS  (Ps.  44,19).  Dagegen  Gr.  xal  oaoi  oüx 
dTrsaxpacpr^cjav  d~h  xupiou.  Syr.  und  nicht  kehrten  sie  (aber  Ambr.: 
kehrte  er)  um  vom  Gesetz  Gottes. —  rcnnS]  Gr.  iv  (s.  z.  10,  18) 
suXoYtai;  (Lat.  in  benedictione) ;  vgl.  zu  45,  1.  44,  12.  23,  übrigens 
Zach.  8,13  LXX. 

12.  Hebr.  om.  a;  Gr.  gleichlautend  mit  49,  10b:  xa  oaia 
a'j,x«)v  (fehlt  49,  10,  aber  70  hat  dort:  ava&aXoi  xoc  oaxa  auxöiv)  ava- 
OaXot  £x  xou  (248  hier:  iid  xoS,  70  3-t')  xottou  auxwv  =  Hebr. 
49,  10b  Dn[nn  nin]nc  nm^tv  'nn  —  Syr.  49,  10b  \''^n\fi  p.Tmj  ]m: 
p.Tmnn  =  mögen  ihre  Gebeine  glänzen  unter  ihnen.  Die  Be- 
griffe glänzen  und  blühen  gehen  durcheinander.  Für  xotto^  ==  nnn 


444  S""-  44 — 49. 

zu  12, 12,  und  für  vnnn  =  Grab  48, 13.  Für  cnnnö  (vgl.  48, 13) 
ist  49,  10  in  der  Lücke  kein  Raiun.  Uebrigens  setzt  der  Wort- 
laut in  b  für  a  eine  Verbindung  wie  mmo  Mn  voraus.  Dagegen 
hat  Syr.  hier  für  a:  und  es  mögen  glänzen  ihre  Gebeine  wie 
Lilien  (wt^'lti'),  was  Abwandlung  nach  39,  14  ist.  Der  merkwürdige 
Ausdruclv  kann  bei  Sirach  nicht  von  einer  Auferstehung  der 
Toten  verstanden  werden.  Aber  die  einzelnen  Menschen  gehen 
aus  der  Erde  hervor  und  beim  Tode  kehren  sie  an  ihren  unter- 
irdischen Ursprimgsort  zurück  (s.  z.  40,  1).  Dabei  hat  man  die 
Entstehung  der  IMenschen  vielleicht  aucli  in  Beziehung  zu  den 
Gräbern  ihrer  Vorfaliren  gebracht.  Dann  wäre  der  Sinn,  dass 
die  Richter  in  Nachkommen  Wiederaufleben  sollen.  Vgl.  uocli 
Jes.  66,  14,  wo  der  Ausdruck  für  die  Freude  der  Lebendigen 
gebraucht  ist.  Bei  den  Arabern  wird  den  Toten  oft  gewünscht, 
dass  Regen  auf  ihre  Gräber  falle.  Umgekehrt  heisst  es  in  b, 
dass  der  Name  der  Vorfahren  für  die  Nachkommen  ein  Nach- 
wuchs sein  soll,  d,  h.  dass  sie  in  ihrem  Namen  bei  den  Nach- 
kommen stets  gegeuAvärtig  bleiben.  Undenkbar  ist  es  nicht,  dass 
sich  jüdische  Familien  der  damaligen  Zeit  von  den  Richtern 
herleiteten.  Vgl.  aber  vielmehr  Tob,  4,  12:  utol  -pocpr^-öjv  £3[xcv, 
und  oben  S.  413.  Betr.  ?]'''7nn  vgl.  zu  44,  17.  Syr.  für  b  frei: 
und  sie  mögen  hinterlassen  ihren  guten  Namen  ihren  Söhnen 
und  dem  ganzen  Volke  ihren  Ruhm  (pnnniti^n,  Ambr.  pnnmDii^n). 
Aber  die  letzten  Worte  stammen  aus  v.  13,  dessen  Anfang  auch 
im  Gr.  mit  v.  12  verquickt  ist.  Er  hat  für  b:  xal  -o  ovo.xa  au-cov 
avttxaTaUa(5(56[x£vov  (vgl.  zu  44,  17)  £'f  (248  70  sv)  uioT?  (308 
uioü?)  osoo^aaixsvwy  a-jicov  =  und  ilir  Name  (möge  grünen)  über- 
tragen auf  Söhne.  Er  denkt  wohl  daran,  dass  den  Kindern  die 
Namen  von  Vorfahren  gegeben  werden.  Lat.  et  nomen  eorum 
permaneat  (al.  permanet)  in  aeternum  permanens  (al.  permanet) 
ad  filios  iUorum  sanctorum  virorum  gloria.  Im  Am.  fehlt  perma- 
neat in  aeternum.  Uebrigens  entspricht  das  im  Gr.  überschiessende 
o£oocaa{x£vtuv  (v  und  vielleicht  Sah.  o£oo?aa|x£votc)  auzäiv  einem 
Ausfall  bei  Gr.  in  v.  13,  wo  er  für  )WiV  'lifTi  W  2mK  nur  hat: 
Yj'a7:r/|xsvo;  uro  xupiou  (vgl.  zu  3,16)  «ütoo,  Syr.  nur:  und  geliebt 
von  seinem  Schöpfer.  Augenscheinlich  hat  Gr.  (und  vielleicht 
auch  Syr.)  ain«  (vgl.  45, 1)  an  Stelle  von  ^))n  (vgl.  Dt.  33,  24) 
gelesen,  dagegen  wird  hinter  Ö£oo^aa[x£Vü)v  n2DJ  (vgl.  1  Sam.  9,  6 


Sir.  46,  13—16.  445 

"122:  ti'^xm  und  48;  ß),  und  hinler  auxöiv  entweder  wy  oder  ü'^WiH 
(vgl.  1  Sam.  2,  26  und  4b,  1)  stecken.  Denn  a-jTwv  ist  wohl  wie 
10,  17  (s.  d.)  aus  c(V(üv  =  aviiptoTrojv  verlesen,  ebenso  osoo^astxEvot? 
aus  o£oo;c((3a3vo?.  Lat.  scheint  ein  fehlerhaftes  oo;7.  vorauszusetzen, 
aus  dem  sich  vielleicht  auch  pnnnat^n  bezw.  pnnmnii'n  des  Syr. 
erklärt.  Ich  setze  nach  Gr.  Syr.  nz::  an  Stelle  von  2ma,  und 
letzteres  als  2"AS1  an  Stelle  von  ''I2:n. 

13.  Zu  a  s.  0.  —  '^Niti^öii]  las  vielleicht  schon  Syr.  (SsntJ'Ki), 
erfordert  ist  durch  1  Sam.  1,  28  ^Nti^wn;  vgl.  Wellhausen,  Pro- 
legomeua  (1883)  S.  141.  —  nxi2jn  ^^^  t:j]  Syr.  om.  ^^\  Vgl.  tt: 
ü'rha  Jdc.  13,  5.  16,  17.  Sirach  versteht  1  Sam.  1,  11  (vgl. 
dort  LXX)  falscii  vom  Naziräat.  Dagegen  stösst  er  sich  an  dem 
Friestertum  Samuels  und  setzt  deshalb  abschwächend  |n:öi,  wofür 
Syr.  freilicli  x:nn  hat.  —  Gr.  hat  fürb-dnur:  Sctao'jyjX  Trpo'f r^rz-p 
xupto'j,  und  für  e  nur:  xa-sar/jss  (vgl.  zu  48,  10)  '^t.gCkzit.v.  Dafür 
Syr.  passivisch :  durch  dessen  Wort  festgestellt  wurde  (njpn)  das 
Königtum.  Man  muss  danach  aber  ^x  h-t]-  ergänzen;  vgl.  "lai 
CM^K  1  Sam.  9,  27.  —  n^r::]  vgl.  1  Sam.  9,  16.  10,  1.  13,  14. 
25,  30  u.  ö.  Gr.  ap/ov-ac.  Syr.  K^SoT  wa'^Sä^.  —  oy  hv\  Gr.  add. 
auxoS,  Syr.  atzyh. 

14.  Nach  Syr.  nDiDjn  und  Gr.  sv  vo|j.m  xury'o'j  ist  nicht  imina 
anzunehmen,  sondern  niÄsn  (vgl.  zu  44, 20),  das  in  die  Lücke  passt 
und  an  nci'M  anklingt.  —  nü']  Syr.  npo;  Gr.  vielleicht  will- 
kürlich: iV.pivsv.  Gemeint  ist  das  1  Sam.  7,  2  ff.  Erzählte.  — 
2pT  m'?«  ipc'i]  gibt  Syr.  wieder  mit:  wie  befohlen  hatte  (ipc)  der 
Herr  (ma)  Jakobs.  Gr.  xal  i-s^xi-Vairo  (Lat.  schlecht  vidit)  xupio? 
Tov  'Iccxwß.  Auch  er  hatte  wohl  schon  unseren  Text  vor  sich. 
Man  darf  aber  nicht  zpT  na  nM^x  herstellen.  Ein  Subjektswechsel 
ist  unwahrscheinlich,  und  vom  Siege  bei  Ebenezer  ist  erst  v.  16 
die  Rede.  Deshalb  hat  J.  Levi  mit  Recht  ^'jn«  emendiert  (vgl. 
Num.  24,  5).  Sirach  hat  wohl  1  Sam.  7,  16  f.  im  Sinn,  wobei 
er  an  Visitationen  wie  2  Chr.  17,  7  ff .  denkt. 

15.  Syr.  om.  —  Gr.  für  a:  h  zia—i  autoCi  r^xpißaGÖy]  ^rpo- 
9-/JT-/;c.  Aber  am  Anfang  stand  in  der  Hs.  nicht  iniwsn,  sondern 
Vo  niia»a,  Gr.  hat  also  wohl  gekürzt  (vgl.  zu  45,  3).  Uebrigens 
heisst  Y/pii3acjör^  (=  u^m;  vgl.  1  Sam.  9,  9)  wohl:  er  wurde  auf 
genaue  Probe  gestellt;  vgl.  dxpißsioc  42,  4.  Saul  und  sein  Be- 
gleiter gingen  zu  Samuel  um  seines  Rufes  willen;  vgl.  1  Sam.  9,6. 


446  Sir.  45—49. 

In  der  Hs.  steht  \i>)'\''\,  nicht  wie  v.  20  u^ii:,  das  dort  auch  etwas 
anderes  bedeutet. —  Gr.  für  b:  X7.t  iyvwa^  sv  rjf,ii'y-i  (SAG  106 
k  157  155  Lat.  -[xastv,  B  (308)  ~(a-zi)  au-ou  Triaio;  o^A^szmq  (70 
opa'aei).  Vgl.  48,  22  riaxo;  iv  opaast  auiou.  Lat.  hat  für  opctasoi?: 
quia  vidit  deum  lucis.  Gr.  verstand  nxn  (wie  für  nyil  nach 
1  Sam.  9,  9  ff.  zu  lesen  ist)  falsch  als  Abstractum,  aber  |ow 
verstand  er  richtig  (vgl.  36,  21).  —  Vgl.  1  Sam.  3,  19—21. 

16.  Zu  a  und  b  vgl.  zu  v.  5.  Gr.  übergeht  mit  Unrecht 
Kin,  dafür  übersetzt  er  '^x  ^s*  doppelt  mit  -ov  /opiov  ouvaat/;v  (s.  z. 
V.  5).  Syr.  zieht  a  und  b  zusammen  in:  und  auch  er  besiegte 
(lan)  die  Feinde  auf  allen  Seiten  (Mmn  pnS:  p).  Gr.  für  b :  sv  -m 
&Xt'];at  (248  70  Sah.  Aeth.  add.  auxov,  S*  add.  auxou)  i/^^poü?  auTo5 
(S"^  om.)  xuxXo{>£v.  —  Nach  Syr.  npD03  und  1  Sam.  7,9  ist  ]n'hyn2 
herzustellen;  Gr.  hat  sv  Ttpoacpopa.  Zu  ergänzen  ist  sodann  [2\h[n  n'^jts 
nach  Syr.  saSm  snöK  und  Gr.  «pvo?  7aX7.Ö-/)vrj5;  vgl.  1  Sam.  7,  9 
und  dort  LXX.  —  Uebrigens  fehlt  in  allen  drei  Texten  ein 
Stichus,  der  etwa  gelautet  haben  mag:  ha^u^^  ij?2  S'^cn"'!  (vgl. 
1  Sam.  7,  5)  oder  '''h  S^Sd  nhv  (ebeudort  v.  9). 

17.  Die  Ergänzung  in  a  nach  Gr.  x7.i  sßpovr/^ssv  octt'  oupavoo 
xupto?,  Syr.  «ni2  (Ambr.  Mas.  II  ü'ü'^fz)  K-aif^  p  cr'l,  sowie  2  Sam. 
22,  14.  1  Sam.  7,  10.  —  ypc3]  Syr.  Kjrpcm,  Gr.  xctl  (k  om.)  Iv 
■ff/to.  Das  Nomen  ist  in  dieser  Bedeutung  sonst  syrisch,  neben 
Nj?pD  findet  sich  auch  «ypiö,  daneben  das  Verbum  im  Pael.  Aber 
auch  aram.  heisst  j;pc  lärmen,  öfter  aram.  und  neuhebr.  wie  auch 
syr.  spalten;  vgl.  auch  zu  30,  12.  —  Tnx]  Syi*.  «ron,  Gr.  ij-s^ofAu) 
(248  70  add.  ßpov-V:).  Vgl.  Tix  h)p  50,  16  und  TIK  40,  13  (Gr. 
hat  beide  Mal  [Asya?),  übrigens  hm  Sipi  1  Sam.  7,  10.  —  V^^^] 
Gr.  axoucj-r^v  s-or/j3ö,  Syr.  Vttti'«.  Da  Gr.  in  solchem  Fall  eher 
das  Passivum  für  das  Activum  setzt  als  umgekehrt,  ist  vielleicht 
y^öiy,!  zu  schreiben  (vgl.  auch  50,  16). 

18.  yJD^l]  vgl.  1  Sam.  7,  13.  Gr.  xal  i^s-pi-^sv,  Syr.  I2n 
(Ambr.  12m);  vgl.  zu  33,  9.  —  '2'^:]  er  versteht  1  Sam.  10,  5. 
13,  3.  4  richtig.  Um  die  Zerstörung  einer  Säule  kann  es  sich 
1  Sam.  13  nicht  handeln,  denn  ein  derartiger  symbolischer  Akt 
müsste  von  Saul  oder  vom  Volke  vollzogen  werden.  Vielmehr 
vollbringt  Jonathan  eine  Heldentat.  Gr.  tjyouijisvou;,  Syr.  nach  b 
s:i2^^rr  ])rh2.  —  ly]  muss  wegen  "»a^^fi  nach  47,  7  erklärt  werden 
(J.  Levi).    Gr.  schlecht  Tapt'wv,  Syr.  folgt  ihm  mit  mxn.  —  [i^]»*''')] 


Sir.  46,  16—20.  447 

die  Ergänzung  nach  Syr.  i^m;  Gr.  om.  —  "iiD]  Syr.  WTia,    Gr. 

19.  a  =  40,  5  c.  —  Gr.  xal  Tipo  xaipoo  xoitxT^aeoj^  <zi(uvo?. 
Hier  ist  irpo  abschwächend  gesetzt;  1  Sam.  8,  1.  12,  2  heisst  es 
nur  ip*.  Uebrigens  ist  i^Dii^e  Sj?  im:  (vgl.  Jes.  57,  2  und  2:t:^ 
47,  23)  nach  30,  17  wiedergegeben;  vgl.  zu  48,  13.  —  Wii^OT  ^^^] 
vgl.  1  Sam.  12,  5.  Gr.  abschwächend  nach  1  Sam.  12,  3  svotv-t 
(vgl.  zu  10,  7,  aber  Ivav-i  fehlt  im  Cod.  23)  xupcou  xal  ypia-ou 
(248  70  S''"^  Aeth.  add.  auxo5),  dem  Textfehler  folgt  Syr.  (onp 
Nn"'ti*o  Dipl  sna).  —  d'^vji  ist  nach  Gr.  sowie  1  Sam.  12,  3  LXX 
und  Am.  2,  6.  8,  6  Fehler  für  cSyjl,  das  auch  durch  den  Fehler 
ü'^hin^l  1  Sam.  12,  3  MT  bezeugt  ist.  Sirach  las  dort  noch  wie 
LXX.  Die  Ergänzung  MnpS  "ao  nach  1  Sam.  12,  3.  Gr.  frei: 
ypYjjj-otTa  xal  Ito;  uTioor^ixa'ttuv  (vgl.  Gen.  14,  23)  drJj  rA^r^i  aapxo? 
oux  £ilr/fa,  Syr.  z.  T.  ihm  folgend:  Bestechung  und  Geschenk 
habe  er  von  keinem  Menschen  genommen.  Sie  beide  gehen  der 
harten  Verbindung  n'''7j?Ji  1£13  aus  dem  Wege.  —  Dis  hz]  Gr. 
avi)p«>-oc,  Syr.  iDn  h2  (vgl.  Gr.  zu  c).  —  njy]  Gr.  ivsxaXsssv,  Syr. 
inDK.  —  Das  im  Hebr.  folgende  Distichon  fehlt  im  Gr.  und  Syr. 
und  ist  unecht.  Die  Korrelation  von  v.  19  a  und  20  a  schliesst 
es  aus.  Der  Glossator  vermisste  aber  einen  Hinweis  auf  1  Sam. 
13,  8—15.  15.  16,  Iff.  19,  18  ff. 

20.  Gr.  setzt  in  Fortfürung  des  bildlichen  Ausdrucks  von 
V.  19  für  "imo  ""inx  [xsta  -h  u-vwöai  au-ov,  dagegen  für  VDii  aus- 
deutend xY]v  TsXsuTTjv  auToCi.  Danach  las  er  wohl  iDin,  auf  das 
auch  nnmx  des  Syr.  führt.  r:n  müsste  man,  i:m  könnte  man 
(vgl.  Job.  21,  31),  auf  die  Sünden  Sauls  beziehen.  Aber  Saul 
fragt  wegen  seines  Schicksals,  und  auf  das  muss  die  Antwort 
gehen.  Sodann  hat  Sirach  oifenbar  1  Sam.  9,  6.  8  im  Sinn,  er 
verdreht  das  i3Dm  n«  "VT  in  Hass  gegen  Saul.  Diese  hässliche 
Kehrseite  hat  der  jüdische  Glaube  an  die  Allmacht  des  Guten 
auch  bei  ihm.  —  nn]  Gr.  xal  u-sSsi^sv  (vgl.  zu  14,  12).  —  Das 
Nifal  tt^iu  heisst  im  Kanon  sich  befragen  lassen  und  das  ist 
auch  hier  angemessen,  daher  Gr.  nicht  unrichtig  TrposcpT^Tsuas. 
Syr.  hat  Sxnti^i*.  Vgl.  sonst  1  Sam.  28,  7.  —  iSip  psa  XK'^'ij  ist 
Abschwächung  des  1  Sam.  28  Erzählten.  Gr.  xal  dvut^^wcss  xtX.; 
vgl.  zu  11,  1.  —  Im  Hebr.  ist  d  zumeist  ausgefallen,  vielleicht 
deshalb,    weil   schon   in  einer  Vorlage  der  Hs.    vier  Stichen  in 


448  Sir.  44—49. 

eine  Zeile  zusammengedrängt  waren.  Syr.  hat  Nnen  i^ano'?  Nnr333, 
wonach  nxisjn  zu  d  gehört.  Gr.  sv  -(iocpr^Tsia  (S  -xsiai;;  vgl.  zu 
44,  3)  i^ciXtvlai  (s.  z.  40,  12)  avoixi'otv  /.aoCi.  Al)er  /.'/''/j  ist  gewiss 
Zutat;  vgl.  45,7.  22b.  24.  49,2.  Von  der  Sünde  des  Volltes 
kann  Sirach  hier  nicht  geredet  haben,  sondern  nur  von  der 
Sünde  Sauls,  die  freilich  auf  dem  ganzen  Vollce  lag.  Durch 
die  Niederlage  auf  dem  Gilboa  und  Sauls  Untergang  wurde  sie 
gesühnt,  das  Ereignis  wurde  aber  bewirkt  durch  Samuels  Weis- 
sagung (vgl.  49,  7),  die  zugleich  für  das  Glück  Davids  Raum 
schaffte.  Nach  Syr.  stand  da  r\^2Uf7]h  (49, 2),  und  sodann  can 
(49,  2)  oder  dgl. 

47,1.  nnx]  Gr.  [xsxi  xoSxov,  nurC  (248  55  254)  Sah.  Lat. 
tx.  Tou-0.  —  ni2v]  hier  und  v.  12  im  Sinne  von  aufstehen  wie  öfter 
in  Daniel.  —  in  ^izh  2Tr\rh]    vgl.    zu  8,  8.  Gr.  willkürlich   und 

schlecht:  Trpocpr^-süsiv  (248  70  Lat.  o  7rpo'^r^-r|c)  iv  7j]jL=po'.i;  ootuio. 
Von  ihm  beeinflusst  Syr.:  der  Prophet,  um  zu  predigen  (i^'üU^iih) 
vor  David.  Nathan  nennt  sich  dem  David  gegenüber  "jnaj?  (1  Reg. 
1,  26).  Die  Worte  zeigen  noch  deutlicher  als  46,  1,  wie  sehr  die 
Succession  der  Propheten  für  Sirach  das  Schema  der  Geschichte 
ist.  David  muss  im  Schema  dem  Nathan  untergeordnet  werden, 
obwohl  Nathan  sein  Diener  war  und  weiter  von  Nathan  nichts 
zu  sagen  ist.  Deshalb  kann  von  „den  Tagen  Davids"  des  Gr. 
nicht  die  Rede  sein.  Dass  ein  Prophet  einem  Könige  diente, 
war  ausserordentlich,  daher  v.  2  das  vom  Gr.  freilich  über- 
gangene ''2.  Von  Nathan  wird  übrigens  wohl  deshalb  geredet, 
um  nebenher  die  königliche  Succession  und  so  besonders  auch 
den  Saul  auszuschliessen.     Vgl.  überhaupt  zu  46,  1. 

2.  nns]  vgl.  Lev.  4,  8.  10.  19.  Gr.  acpwpiafxsvov  (LXX).  — 
ti^npöj  Gr.  frei:  arco  a(«--/;ptou  (Lat.  a  carne).  trip  ist  das  Schlacht- 
opfer, aber  D^u^ip  l^np  sind  die  Fettstücke,  die  auf  den  Altar  kommen. 
Aehulich  wird  49,  1  das  Gedächtnis  Josias  mit  dem  hochheiligen 
Räucherpulver  verglichen.  Vgl.  Sap.  Sal.  3,  6.  —  In  b  wirkt 
Diw  nach;  Schechter  (the  Wisdom  of  Ben  Sira  p.  31)  vergleicht 
gut  Ps.  89,  20  D^o  ninn  ^msim.  Syr.  wiederholt  ci.  —  '^Kiii»^»] 
Gr.  drJj  zvbv  uiüiv  'hpa.r^'k  (vgl.  zu  50,  20). 

3.  pnti']  Gr.  sTrai^sv,  B*  A  sTiaiCev;  248  70  254  Ik£$£vu>3£v 
(vgl.  Jes.  11,  6  f.)  aber  70  254  lassen  dabei  &;  h  aus;  C  (308) 


Sir.  47,  1— 6  b.  449 

sTraiasv,  danach  vielleicht  Syr.:  Löwen  tötete  er.  —  pnii'  mit  h 
heisst  im  Kanon  über  Jem.  lachen,  bei  der  Bedeutung  spielen 
lindet  sich  dort  3.  Gr.  hat  beide  Mal  sv,  was  bei  ihm  ebenso  wohl 
auf  h  wie  auf  i  zurückgehen  kann.  —  ''IJd]  Gr.  Syr.  haben 
den  Plural,  der  wohl  herzustellen  sein  wird.  —  |ti^3  "ina]  könnte 
nur  heisseu:  wie  mit  Stieren  (Dt.  32,  14  gehört  c^'^^si  zum 
vorigen  Stichus).  Dagegen  Syr. .  siön  ya;  Gr.  (u?  h  apvaat 
TTpoßatüJv;  vgl.  LXX  Ps.  114,4.  G  (|N^  ^33),  Gen.  21,28  (|si:n  mt^3D). 
Zu  schreiben  ist  js::  ''jn:  oder  eher  ü''^22  'J2D,  obwohl  diese  Ver- 
bindung im  Kanon  nicht  vorkommt;  vgl.  aber  D'IJ?  ^i2  2  Chr. 
35,7.  —  Vgl.  1  Sam.  17,34—37  und  Jes.  11,  6  ff. 

4.  mj?J3]  Gr.  add.  ouyt  (248  70  k  om.).  Vielleicht  las  er 
ein  ahn  (vgl.  46,  4).  —  maj]  vgl.  1  Sam.  17,  51.  Gr.  Yqavxa.  — 
iD^l]  Syr.  inysi,  Gr.  xal  izr^^zv  (LXX).  —  nSiy  nein]  vgl.  Jer. 
23,40.  Ps.  78,66.  Syr.  HDVi  xnon;  vgl.  Jes.  25,8.  Gr.  ovsioiafiov 
sx  Xocou.  Vgl.  Ps.  151,  7  und  1  Sam.  17,  26  hui'^*'  hvf2  nenn  Tom, 
wonach  DJ?  ^j?'^  zu  schreiben  ist.  —  lc^:n3]  Syr.  ri^j«,  Gr.  Iv  xu) 
sTiotpai  (s.  z.  37,  7).  —  IT]  Gr.  /öTpoc  (23  A  k  -/sTpccr).  —  y'rp  Sj?] 
Syr.  erleichternd:  xj?Sp3,  Gr.  sv  Xt'öu)  acpsvoov/jc,  70  iv  Xii>oi?  acpsv- 
oovo^- (sie) ;  aber  Syroh.  hat  für  sv  ^y  =  stti'.  —  n2i:>"'l]  Gr.  y.ocl  (248 
70  23  Sah.  Lat.  om.)  xaxaßaXsTv  (Syroh.  S  106  '=°^'-  v  C  155 
Lat.  xaxIßaXsv).     Ob  er   anders  las,    steht   dahin.  —  niKon]  Gr. 

5.  Zu  a  vgl.  46,  5.  —  Syr.  denn  er  betete  A^or  Gott.  — 
):'!2'2]  Syr.  m^3.  —  ^irh]  Syr.  hupf^h ;  Gr.  icSpai  (vgl.  zu  33,  9).  — 
nwnSö  j?ir]  vgl.  npa  nan^a  if's*  1  Sam.  17,  33.  Gr.  Suvaxov  ev 
(13,  19)  7rrA£[i.tj)  (Sah.  TroXsjxot,-;  vgl.  46,  1);  vgl.  LXX  2  Chr.  35,  3 
(Suvaxo;  =  pao).  —  Zu  d  vgl.  Ps.  148,  14  und  unten  v.  11. 
51,  12  15.  —  D"\ph)]  Gr.  Syr.  om.  )  (254  Lat.  haben  v.ai).  —  Syr. 
i.  f.  add.  ':nD\y. 

6 ab.  Vgl.  1  Sam.  18,  6  ff.  —  Gr.  ouxoj?  Iv  [iupiaaiv  ioo^aasv 
(lies  iSo^aaczv)  auxov  xal  -(jvsaev  (lies  mit  70  S'"  106  157  308  Aeth. 
rjvöaav)  auxov  Iv  siXo^iai?  xupi'ou.  Hier  ist  ouxto;  vielleicht  nur 
schlechte  Uebersetzung  von  p  Sj?  und  Iv  jxupiaciv  und  Iv  soXo-j-tai? 
xuptou  doppelte  von  n22'\2  (n:i33).  Syr.  hat  in  halbem  Anschluss 
an  Gr. :  darum  lobten  ihn  die  Weiber  mit  Myriaden.  Jedenfalls 
ist  Hebr.  beiden  überlegen.  —  Betr.  3  n33  vgl.  zu  45,  2. 

Smend,  Sirach-Kommentar.  29 


450  Sir.  44—49. 

6c.  7.  ?|^J2:  imays]  vgl.  zu  11,  5.  40,  4.  Gr.  zieht  die  Worte 
schlecht  zum  Vorigen:  ev  rm  cpsf/saOat  a-jt«}  oi7»/;|jl7.  (11,  5)  oo;-/;c. 
Er  übergeht  onSj  und  setzt  dafür  ein  nichtsnutziges  oo$-/jc:  hinzu 
(s.  z.  V.  11  und  zu  4r)/2).  Uebrigens  ist  a-jT»!  wohl  nach  2  Sana.  1 
korrigiert  aus  autov  (=  als  er  die  Krone  erlangte);  vgl.  cpopsiv 
für  nisj;  11,5.  40,4.  —  Syr.  ist  für  6  c  verstümmelt  und  verderbt 
u'nrns  h''bp  (wenig  kämpfte  er).  Lies  iih''h2  (Krone),  wovor  etwas 
ausgefallen  ist.  — 12:  (2  Sam.  8,1)  r^rn  r3D5:i|  Gr.  iU~(A<'^z  (•'^3,9) 
Yotp  i'/ß^jrjh:  xü/Xof}£v,  danach  Syr.  Mmn  ])rh2  p  xs:d  (33,  9)  inm. 

—  Cij;  cnu'^cz  p"'!]  Gr.  xoti  i^rjuosvojas  ^l>'jX'.aTici;x  uTrsvcvtiouc.  Da- 
nach hat  er  nnj;  (vgl.  37,  5),  das  vielleicht  au  cSiy  anklingen 
soll,  wohl  schon  gelesen.  Aber  |n''l  ist  verderbt  und  izo'joivuiaz 
passt  in  der  gewöhnlichen  Bedeutung  nicht;  Lat.  setzt  wohl 
"willkürlich  exstirpavit.  Indessen  steht  das  Verbum  auch  Judith 
13,  17  in  Verbindung  mit  s/i>po6c,  dem  Anschein  nach  im  Sinne 
von  zu  Schanden  machen.  Vielleicht  hat  Gr.  jj''j:n  doppelt  über- 
setzt. Syr.  hat  mit  Uebergehung  von  cnj;:  und  er  rächte  sich 
(pcn^?^)  an  (p)  den  Philistern.  Danach  darf  man  aber  nicht  etwa 
Dpj""!  (vgl.  46,  1)  herstellen;  vgl.  dagegen  zu  13,  12.  —  ciip] 
nach  Gr.  Syr. 

8.  nmn  ]r\:]  auch  im  Kanon  wird  der  Inf.  nnin  öfter  (z.  B. 
1  Chr.  25,  3)  wie  ein  Nomen  gebraucht;  vgl.  nsmn  |ns  51,  17 
und  min  |nj  Jos.  7,  19.  Gr.  sowxsv  IsoixoXoYr^aiv;  vgl.  zu  17,  27. 
18,28.  —  ':x'7]  Gr.  6r;(m  (s.  z.  43,  10).  —  ni2[:  nasnjj  die  Er- 
gänzung, für  die  der  Raum  ausreicht,  nach  Gr.  pr^ixot-:'.  (70  C 
pyjfjLaxa,  155  pr^tx^atv)  oor/jc.  Vgl.  Syr.,  der  a  und  b  zusammen- 
zieht in:  deshalb  gebend  war  er  Stimme  in  Worten  (w  Maus. 
Berol.  Worte  in  der  Stimme)   des  Bekenntnisses   und  der  Ehre. 

—  Zu  c  vgl.  Dt.  6,  5.  —  3mx]  lies  2nx.  Gr.  o\lYr^a^  xal  r;(dirr^az ; 
aber  'myr^at  ist  entweder  Variante  (vgl.  39,  35)  bezw.  Dittographie 
von  r,'('-j.-r^'jz  (Schlatter)  oder  ein  Rest  von  d,  und  xat'  vielleicht 
Fehler  für  xv  =  x-jpiov,  das  70  hinter  tov  TM-f^aot^^-y.  autou  beifügt. 
Vgl.  Lat.  laudavit  dominum  et  dilexit  deum,  qui  fecit  illum  et 
dedit  illi  contra  inimicos  potentiam.  —  Im  griechischen  Vulgär- 
text fehlt  d,  aber  hierher  gehört,  wie  zuerst  Schlatter  gesehen 
hat,  was  248  70  hinter  v.  9  lesen:  xat  xocO-'  rf\iirjoiv  (=  dv  h22'\ 
vgl.  zu  45,  14)  aiviöouoiiv  iv  tpoai?  autÄv  (70  om.).  Gr.  hat  wie 
auch  im  Folgenden    den  Plural   (=  die  Tempelsänger)    für  den 


Sir.  47,  6  c— 10.  451 

Singular  (=  David)  gesetzt.  Uebrigens  ist  nach  at'yscsouaiv  SS.T 
oder  hhn  in  Fortsetzung  von  rimn  ]n:  anzunehmen^  wogegen  iv 
(öoaic,  wenn  es  richtig  überliefert  ist,  auf  freier  Uebersetzung 
beruht.  Syr.  hat  nämlich  für  8d  9:  und  an  jedem  Tage  be- 
ständig (n'Kröx)  seine  Loblieder  (nnn2i^*n)  sagend  war  er  vor  dem 
Altar.  Er  zieht  hhn''  und  Tti»  mrj:  zusammen,  weil  auch  er  ]''2n 
nicht  las.  Aber  in  8d  las  er  wie  45,  14  Tsn,  das  indessen  hier 
wie  dort  als  Nomen  zu  verstehen  war:  und  alltäglich  lobsagte 
er  in  einem  ständigen  Opfer  (=  Accusativ  des  Produkts).  Es 
wird  angespielt  auf  1  Chr.  16,  6.  37,  wo  es  von  dem  musikali- 
schen Gottesdienst,  den  David  bei  der  Lade  einrichtete,  heisst: 
'i:t  P"iK  ^jqS  rr2n  und  -iwz  er  i^-ih  r^n. 

9.  Betr.  des  Syr.  s.  o.  —  TU^  mrjjj  können  Zither  und 
Harfe  heissen,  weil  sie  den  Gesang  begleiten;  vgl.  TSi'  ■''72 
1  Chr.  16,  42.  Allerdings  heisst  TB'  vielleicht  auch  die  blosse 
Instrumentalmusik  (s.  z.  40,  21).  Gr.  '}aA-(ooo6;;  dasselbe  Wort 
steht  50, 18  für  Tt^Ti.  —  Nach  Gr.  h-r^'ss.v  ist  y^n  vom  Rande 
aufzunehmen.  —  Ob  zugleich  an  die  Erfindung  der  Instrumente 
durch  David  gedacht  ist  (vgl.  1  Chr.  23,  5.  2  Chr.  7,  6.  29,  27. 
Neh.  12,  36.  Ps.  151,  2),  steht  dahin.  —  no:o  h)p\  ist  wie  35,  6 
=  Liederklang,  hier  metonymisch  für  die  Psalmen  selbst.  — 
ip'n]  bedeutet  wie  Koh.  12,9  und  yn  44,5  (s.  d.)  s.  v.  a.  scan- 
diren,  in  metrischer  Form  abfassen.  —  cSiiS]  d.  h.  entsprechend 
den  überlieferten  Melodien  =  p)n  ''hv  44,  5.  Vgl.  auch  hn:  niTtJ' 
39,  15.  —  ü'y:r\  ist  Variante  zu  |pn  2^62:^);  vgl.  na^j?i  45,  9,  wo- 
nach es  übrigens  auch  bedeuten  könnte:  er  liess  wohltönend 
erklingen.  —  Gr.  hat  die  Wörter  umgestellt:  /al  (157  om.)  s; 
r]'/rju:;  {=  h)p  wie  45,  9)  au-ojv  YXuxotivc'.v  ixe/,-/).  Codd.  (23  55  155 
308)  korrigieren  YXuxa-'vsi  (Lat.  dulces  facit),  aber  die  Fortsetzung 
des  Verbum  tinitum  durch  den  Infinitiv  ist  ein  Hebraismus; 
vgl.  49,  9.  Ich  setze  ji-sX-zj  =  (q^)S2j'7  maw  (vgl.  zu  44, 5  und 
die  Randlesart  S23),  dagegen  ■.'X'jxa-'vstv  =  ipTi  u\  Allerdings 
könnte  YXoxatvs'.v  auch  =  c^in  sein,  aber  die  Wurzel  wird  nie 
so  wiedergegeben,  und  das  technische  jp^i  hat  das  Vorurteil 
für  sich. 

10.  Die  damaligen  Sadokiden  waren  im  Kultus  lax,  auch 
deshalb  wird  wohl  Davids  Bemühung  so  hervorgehoben,  besonders 
wird  aber  der  Musik  der  Festtage  gedacht,  —  Gr.  für  a:  £0(oxsv 

29* 


452  Sir.  44—49. 

(Lat.  praem.  et)  sv  (=  h  vgl.  zu  10,  18)  sopTctTc  (vgl.  43, 7) 
suTrpsTTsio'.y.  Danach  köunte  man  vermuten:  Ti33  cnyioS  ]n'']  =  und 
er  ehrte  die  Festtage.  —  Syr.  hat  für  den  ganzen  Vers:  er  gab 
grosse  Loblieder  («nmn  Knn2ii>n)  jedes  Jahr  an  Jahr  («:ii'2  sjk'  hj). 
Die  Loblieder  stammen  aus  c  und  d  oder  aus  9  b,  dagegen  ist 
am  Schluss  von  b  ruK'S  n:ii^  anzunehmen,  wovor  etwa  für  ein 
Verbum  mit  Suffix  Raum  wäre.  (h-.  hat:  /cd  sxoajx-zjasv  xonpooc 
[j.s/f>i  cuvxsXsiac.  Die  letzten  Worte  sind  vielleicht  Uebersetzung 
von  r^y^2  nju'.  Vgl.  1  Chr.  23,  31,  übrigens  oben  38,  28.  — 
['ijS'?n2]  Gr.  setzt  auch  hier  den  Plural:  iv  im  ahzXv  «utou?.  Aber 
der  Aethiope  (und  er  lobte)  drückt  autov  aus,  und  Miss.  Moz. 
384  hat:  ut  laudaret,  und  in  d:  amplificaret.  —  ip2  "iZih]  kann 
nur  heissen:    vor  dem  Morgen,  nicht:    alle  Morgen  (vgl.  1  Chr. 

23,  30).  Gemeint  sein  müssen  Vigilien  (vgl.  Ps.  57,  9).  Gr.  un- 
genau:   '/.cd  «710  Tpwt,    ausser  B  (55  308)   haben  alle  d-o  Tipwia;. 

—  pT]  vgl.  50,  19.  Gr.  v/sTv  (70  -/j/_£t,  S*'''  praem.  'f«jv-i^),  was 
nach  50,16  auf  das  Heiligtum  zu  beziehen  ist.  —  248  xo  d-,'taatx(z 
au-ou,  Lat.  dei  sanctitatem. 

11.  DJ]  Syr.  P|X1,    Gr.  om.    —    T3ynJ  vgl.  2  Sam.   12, 13. 

24,  10.  Gr.  d'f cTXc,  Syr.  p25J^.  —  r;^z\  Gr.  xa?  dixaptta;  auxou, 
Syr.  -npttn.  —  ):y]  vgl.  zu  v.  5,  sowie  Ps.  89,  25.  132,  17.  — 
riD^oa  pnj  wäre  jedenfalls  herzustellen  statt  des  von  Cowley- 
Neubauer  gelesenen  m'^ö  npn;  vgl.  pn  45,7.  24  und  nsSoo  46, 13. 
47,21.  Gr.  oic(i)r/.-/jv  (s.  z.  14,12)  ßaaiXstov  (55  254  ßctsiXsojs),  aber 
248  70  Lat.  haben  richtig  ßa^iÄsi'oc;  (vgl.  Syroh.  sm^Saa).  Gemeint 
ist  (vgl.  zu  V.  22)  das  ewige  Königtum  des  Hauses  David.  — ■ 
Vgl.  zu  d  2  Sam.  7,  12.  13.  16.  —  pn  1HD31J  Gr.  v.r/1  Opovov  oo?-/;c. 
Ob  er  1133  KC2T  (vgl.  1  Sam.  2,  8.  Jes.  22,  23.  Jer.  14,  21.  17,  12) 
las,  ist  mindestens  zweifelhaft;  vgl.  zu  v.  6  und  zu  45,  2.  — 
Für  ühmi''  ist  nach  Gr.  hi^i^'  herzustellen.  Syr.  hat  für  c  und 
d:  und  er  gab  ihm  den  Thron  des  Königtums  über  Israel  auf 
ewig  (w  Maus.  Berol.  om.  nSj?':). 

12.  "ni3:?2l]  vgl.  zu  44,  12.  Salomo  hatte  kein  ausreichendes 
eigenes  Verdienst  (vgl.  44,  22b  und  1  Reg.  11,  12.  13.  32.  34).  — 
noy]  s.  z.  V.  1.  —  h'2^^]  vgl.  1  Reg.  2,  3  und  D3n  p  1  Reg.  5,  21. 

—  n::^':]  vgl.  1  Reg.  5,  5.  —  Gr.  stellt  um:  [xsxa  (C  praem.  xat') 
xoDxov  dvia-fj  rjihg  e7:iaxrj[i.(ov  xal  o'.'  auxov  xaxsXuaev  (=  |;ti^  14,  25  u.  ö.) 
iv  7:Xaxua[jL(5.     253    70  lesen  xouxo,    sodann  S   70  Lat.  xa-srauasv 


Sir.  47,  11—15.  453 

(aus  V.  13).  Wie  Gr.  auf  iv  -la-uisix«)  vertieL  ist  unklar.  Las  er 
wirklich  2mö2,  so  müsste  das  in  übertragenem  Sinne  gemeint 
sein  (vgl.  Ps.  118,5),  aber  der  Ausdruck  wäre,  wunderlich.  Lat. 
für  b:  et  propter  illum  dejecit  (vgl.  auch  zu  \.  13;  Sang.  Corb. 
perfecit)  omnem  potentiam  inimicorimi.  Syr.  folgt  dem  Gr.  und 
ändert  dabei  Avillkürlich.  Er  hat  für  12.  13  a  und  es  stand  auf 
nach  ihm  ein  mächtiger  (xcpn)  König,  es  wohnte  in  Sicherheit 
(x^'^i^'n  =  mäzh  oder  nih^*!?)  Salomo. 

13.  no'^ii']  Syroh.  add.  oc.  —  n'h^]  vgl.  vStt«  41, 1.  Gr. 
£iprjv/j^.  Betr.  des  Syr.  s.  o.  Man  darf  schwerlich  cih^*  herstellen 
nach  1  Reg.  5,  4.  26.  248  70  add.  xal  soo^iaf)-/].—  hü)]  Gr.  «[,  o 
ööoc.  —  248  xu/Äoihv  a-j-oa.  —  Lat.  für  b:  cui  subjecit  dcus 
omnes  hostes.  —  Vgl.  zu  b  1  Reg.  5,  18.  —  "Wii]  Gr.  schlecht: 
iva  (vgl.  37,  15).  Syr.  ihm  folgend  und  kürzend  für  c  und  d: 
damit  er  baute  ein  Haus  für  seinen  Namen  in  Ewigkeit.  Gr. 
vertauscht  1''2n  (^t/jT^j)  und  iT)  (iioiiias-ifj)  und  setzt  für  lötyS  ir' 
oyrjixaxi  au-oo,  aber  Lat.  (in  nomine  suo)  las  vielleicht  iv  =  h; 
vgl.  zu  10,  18. 

14.  Die  Anrede  in  v.  14 — 20  an  Salomo  und  48,4 — 11 
an  Elia  ist  charakteristisch;  etwas  anderes  ist  es,  wenn  in  der 
Totenklage  ein  eben  Verstorbener  angeredet  wird  (2  Sam.  1,  26. 
3,  34).  —  l^nyjs]  Syr.  add.  ])f2'b^.  —  iK^:  ?^)tni]  vgl.  zu  39,  22. 
Gr.  xal  svörXr^a&r^^  w;  -oxor.|j,oc  (wonach  Syr.  Sini);  vgl.  ava-/.r,pa)v 
24,  26  =  Syr.  kc^üd,  sowie  Gr.  Syr.  zu  39,  22.  —  iDio]  Syr. 
Snarn,  Gr.  öuviorsojc;  vgl.  24,  26. 

15.  Das  Bild  von  der  Ueberschw^emmung  des  Nils  wird 
fortgeführt,  der  Sinn  muss  deshalb  sein,  dass  die  ganze  Welt 
von  Salomo  belehrt  wurde.  Also  ist  der  eigenartige  Ausdruck 
nach  n'^  -jct^  (35,  4)  und  ^S::  'z^  (1  Sam.  1,  15.  Ps.  42,  5)  zu 
verstehen.  Gr.  ändert  die  Konstruktion:  yr;^  s-cxaXo'I^öv  f,  -j^u/tq 
cou  (248  70  add.  Traaav). —  Syr.  hat  für  v.  15,  den  er  mit  v.  16 
verbindet,  nur:  durch  deine  Einsicht  ("j'^irr)  und  durch  die  Höhe 
der  Ehre  der  Könige.  Er  las  also  ür\^2  und  etwa  auch  nruf, 
das  er  mit  T\'^  zusammenbrachte.  —  'chpro]  das  Verbum  bedeutet 
neuhebr.  ganz  allgemein  in  sich  aufnehmen,  in  sich  fassen,  und 
das  letztere  passt  hier.  Gr.  xal  hi~lr^aa^  (248  k  svi-X-/)cjs,  70 
hzTzXriabri).  —  rR'^K^  üT\^2]  unpassend,  weil  zu  speziell,  ist  zunächst 
riTU^,  wofür  man  überdies  y^  erwarten  sollte.     Gr.  hat  av  (248 


454  S"*.  44—49. 

om.)  zctpaßoXcti?  aiviYixaTOJV  (Lat.  aenigmata);  vgl.  atvt'YjxaTa  TrapctßoXwv 
39,  3.  Aber  13,  26  steht  7:apotßoA7.':  für  n'^,  und  man  darf  hier 
T^WU^  (vgl.  ZU  6,  35)  vermuten.  Dagegen  kann  am-nm-wj  =  c"n02 
sein,  das  Gr.  im  Sinne  von  Ps.  10,5  verstand.  Aber  aSpn  mit 
Gr.  transitiv  zu  verstehen  und  aus  a  als  Objekt  die  Erde 
herbeizuziehen  ist  bedenklich,  und  nr^'"^  cna  wäre  auch  dann 
■wunderlich,  wenn  man  cno  im  Sinne  von  Hochflut  nehmen 
dürfte.  Da  24,  29  und  24,  31  auf  den  Fluss  das  Meer  folgt, 
das  man  hier  übrigens  neben  der  Erde  erwartet,  so  ist  üT\ü2 
wohl  ein  alter  Fehler  für  c  lo: ;  vgl.  iod  40,  30  und  die  Ver- 
wechslung von  CO  und  cna  39,  17.  40,  11.  —  Vgl.  noch  1  Reg. 
5,  9  D^'^  nzuf  hv  ntf^K  h)m  nS  nnii   und  überhaupt   dort  v.  9—14. 

16.  Hebr.  om.  —  ek  vr^soo^  iroppw]  Syr.  anp^rfi  arn'^h  Koiv; 
vgl.  ü^pm  C"«  Jes.  66,  19.  —  rzcpt/sxo]  Syr.  KSO,  es  stand  da 
wohl  T^n  oder  einfach  KD.  —  Für  das  sinnlose  xat  r^'(>x-r^\h,<;  h 
f(j  sipr^vicj  ao'j  hat  Syr.  -jVOti^S  pDav  Gr.  verwechselte  wohl  i:n'''i 
mit  "lan^i  und  "iv^u^b  (1  Reg.  10,  1)  mit  ■jOlStJ'^.  Für  iv  =  S  s. 
z.  5,  9.' 10,  18. 

17.  Gr.  setzt  für  die  vier  Nomina  am  Anfang  überall  den 
Plural  und  verbindet  sie  sämtlich  (aber  mit  Unrecht)  mit  xat. 
Dabei  hat  er  für  m^n  ungenau  TrapotßoXai  und  für  ^\':i''hf2^  (vgl. 
Prv.  1,  6)  schlecht  xctl  h  (248  om.)  ipix-AjVErau:  (253  B  68  sp-xr^vcia 
vgl.  p'^an  Gen.  42,  23).  Er  zieht  aber  das  letztere  Wort  mit 
Recht  zu  b  (vgl.  zu  1,  2).  Syr.  hat  dafür  ebenso  schlecht  NnV2J3l, 
und  für  a:  deutend  (ik'q  =  "lU'c:  yu^2)  Sprüche  der  Weisheit  in 
einem  Buch.  Wahrscheinlich  spielt  Sirach  auf  Prv.  1,6  an.  — 
nmyon  coj;]  man  erwartet  nmv'ti'n;  vgl.  das  Kai  im  Kanon.  Syr. 
K12I3V  nnisriK,  Gr.  ungenau:  cz-£i>a'j[xoc3ay  cre,  und  vielleicht  will- 
kürlich: •/wpcti.  Uebrigens  hat  Theoder.  gentes  für  terrae.  Toi. 
gentes  terrae. 

18 ab.  Falls  im  Gr.  nicht  ein  ojvo}xaa{>r^?  ausgefallen  ist, 
zieht  er  a  und  b  mit  c  und  d  zu  einem  Satze  zusammen:  h 
ovo[xaTt  xüptVju  Tou  Osou  (23(?)k  Aeth.  Am.  Corb.  om.  tolJ  i^sou,  248 
70  add.  Ttdar^q  7r^^  -/r,?;  vgl.  z.  2,1)  xou  £-ixsza-/ju,£vou  (248  s-ixaXsf^ajxsvou 
Tou  (Co.  aou),  70  add.  aoi)  ^sou  'lapar^X.  Er  übergeht  ntnpi,  erklärt 
1233.1  und  las  vielleicht  ein  schlechtes  Sk  für  hv.  Das  aoi  ist 
wohl  nur  Korrektur,    die  das  Richtige  ahnt.     Syr.  erklärt  nach 


Sir.  47,  16—20.  455 

Gr.  nSDJn  ct^a   (vgl.  Dt.  28,  58)   durch:   Diit  dem  Namen  Gottes, 
dessen  die  Ehre  ist.  Vgl.  36,  17  und  2  Sam.  12,  25. 

18 cd.  Wenn  Gr.  a — d  wirklich  in  einen  Satz  zusammenzog, 
so  hat  er  den  Sijm  gründlich  missverstanden.  Das  Gold  und 
Silber  Salomos  war  für  Sirach  keinesfalls  die  Hauptsaclie  an 
seinem  Glück.  Im  Gegenteil  zählt  er  es  gar  nicht  zu  seinem 
Glück,  von  dem  v.  18  ab  das  Höchste  und  das  Letzte  gesagt 
ist,  sondern  nach  Dt.  17, 17  (iso  'h  ."DT'  «S  2nn  f]D3i)  zu  seiner 
Sünde,  wenngleich  das  niclit  die  Meinung  von  1  Reg.  10,  27  ist. 
Vgl.  aber  auch  Zach.  9,  8,  wo  ?p2  -\2)£  die  Sünde  von  Tyrus  und 
Sidon  ist,  und  Job.  27, 16,  wo  dasselbe  vom  Gottlosen  gesagt 
ist.  —  Sn^D]  nach  Syr.  («12K  ■[\s)  und  Gr.  (m?  x7.aatT£f>ov}  ist 
vielleicht  SnnD  anzunehmen.  —  mcy^i]  Syr.  sncy  ■i\s'i  =  -idj;2, 
Korrektur  nach  Job.  27,  16.  Zach.  9,  3.  —  1  Reg.  10,  27  heisst 
es  D^i2«3.  —  n^2n]  Syr.  om. 

19.  |nm]  der  Ausdruck  kann  als  Umbildung  von  Prv.  31,3 
verstanden  werden.  Er  will  nicht  geradezu  sagen  "[rcJ  wie  9,2. 
Allerdings  könnte  |nm  leiclit  aus  v.  20  eingedrungen  sein.  Aber 
Gr.  (TTotpavExXivac,  al.  7:7.f>£/./av7.c,  al.  e  sil.  TCapsvsxXiva?,  Lat.  praem. 
et)  hat  wohl  variiert  und  zugleich  abgemildert.  Vgl.  sonst  nan 
jiX  und  2^7  n'^n,  beides  mit  h.  —  T'^DS]  Gr.  t«;  Xa^ovac  aou  (Lat. 
femora  tua);  die  späteren  griechischen  Uebersetzer  setzen  das 
Wort  für  Sdd,  D^^f'rn,  n^iiD,  tt'on;  248  ta  a-Xoty/va  aou;  Syr.  yp)n, 
was  vielleicht  Korrektur  nach  Prv.  31,  3  ("[S'"n)  ist;  vgl.  sonst 
ia/'k  Job.  31,  24  LXX.  —  üh'u^fin)  gibt  Gr.  mit  X7.l  (Lat.  om.) 
£V£?ouaiacjör^?  (20,  8  vgl.  zu  30,  11)  wieder,  womit  er  zur  Not 
meinen  könnte:  und  du  w^urdest  beherrscht.  Vgl.  Syroh.  rwh^nnü 
11JC  |a  mit  der  Glosse  Ti>2  yh)!  'ahm*n.  Aber  23  schreibt  das 
folgende  iv  doppelt  und  zu  lesen  ist  £V£cotjaia'aii>/](37v.  Auch  so 
liegt  eine  Abschwächung  vor. 

20.  ^nm]  Gr.  i'ocoxac  (Syroh.  253  praem.  xai').  —  Vgl.  zu  a 
44,  19  und  das  dort  Bemerkte,  und  zu  b  Gen.  49,  4.  Vom 
Götzendienst  Salomos  redet  er  nicht  ausdrücklich,  er  weist  nur 
indirekt  darauf  hin.  —  yv)^^]  Gr.  wohl  nur  ausdeutend:  -0  STEpfia 
ario;  vgl.  Ezra  9,  2.  Mal.  2,  15.  Man  darf  schwerlich  axpwjxa 
(LXX  Prv.  22,  27,  Hexapl.  4  Reg.  8,  15)  herstellen.  —  N^nS] 
die  Ergänzung  nach  Gr.  siraYayETv,  Syr.  Tn^üh.  —  r|S]  Syr.,  der 
auch  47,  7.  48,  10  den  Zorn  beseitigt:   ah)V.  —   yt^^ü^i  hv]  Syr. 


456  Sir.  44—49. 

I^a  ':2  Vy,  Gr.  ettI  xa  -l/va  aoo  (vgl.  zu  44,  12).  —  ;imi^]  hängt 
nicht  von  «"an'?  ab,  sondern  leitet  einen  koordinierten  Satz  ein; 
vgl.  32,  19.  Gr.  xal  xaisvoYr^v  (23  xaTcvu-f/;),  aber  richtig  248  70 
106  k  Lat.  xal  xa-czvuYT^vat  (Sab.  Herzeleid,  vielleicht  =  •/.'x~aw(r^\>) ; 
vgl.  zu  12,  12  und  zum  Infinitiv  vgl.  zu  v.  9.  —  "[srti^o  hv]  d.  i. 
etwas  weniger  als:  über  dich.  Gr.  erklärend:  £-1  r^  acpposuvrj 
öou.  —  Syr.  falsch  umschreibend:  dass  sie  seufzen  auf  ihren 
Lagern.     Es  seufzen  vielmehr  die  Juden,  die  von  Salomo  lesen. 

21.  Die  von  J.  Levi  vorgeschlagene  Ergänzung  cj?  nrrh 
find.et  am  Facsimile  wenigstens  für  cj?  Unterstützung.  Gedacht 
ist  aber  an  die  beiden  Hölzer  Ez.  37,  15  ff.,  die  dort  (v.  22)  auf 
die  beiden  Königreiche  gedeutet  sind.  Sirach  versteht  darunter 
wohl  mit  Recht  Szepter.  Gr.  ungenau:  -(cviii)«»  oi/ot  -o(iavv[07., 
wonach  Syr. :  sich  zu  teilen  in  zwei  Königreiche.  —  Das  Zeugma 
in  b  beseitigt  Gr.,  indem  er  ap;7.i  einsetzt,  das  er  parallel  mit 
7£Vc'ai)at  wohl  als  „Anfang  nehmen"  versteht.  —  Don  riD'^ao]  vgl. 
nxann  r\:hfir:n  Am.  9,  8.  Gr.  ^y-ailehy  cz-stUr,  (vgl.  16,  6,  wo  ?p}, 
Syr.  ar\'s:n  xmDSo  (p  u  Maus.  Berol.  sncjn).  Betr.  Dan  vgl.  zu  10,23. 

22.  Am  Anfang  hat  Gr.  o  os  x-jpioc,  es  stand  aber  wohl 
da  dSw  (vgl.  44,  10).  —  m^'']  Gr.  xctTaXtTrrj,  al.  s-f/a-^XiVfi  (vgl. 
9,  10),  Syr.  pnti'.  —  non]  vgl.  2  Sam.  7, 15.  Ps.  89,  34.  Gr.  Syr. 
To  sXso?  otÜTO'j.  —  Syr.  für  b  wie  Hebr.  (nur  M^o  für  rnmia). 
Gr.  frei:  xctl  oü  \ir^  oiotcp9ap-ir]  (al.  •  oiacpöetprj,  Lat.  non  corrumpet 
nee  delebit)  dr.o  twv  sp^ojv  ccjto'j.  Hier  ist  l'pyojv  Fehler  für  /.oyojv; 
vgl.  zu  7,  36.  Der  umgekehrte  Fehler  findet  sich  in  248  zu 
3,  23,  und  zu  4,  29  in  S'^*  Anton.  993.  Zum  hebr.  Ausdruck 
vgl.  1  Sam.  3,  19,  dasselbe  im  Kai  1  Reg.  8,  56  u.  ö.  —  s'?] 
Gr.  oöoe  jjiT].  —  Ergänzt  habe  ich  nn:'  nach  Jes.  14,  22  und 
1  Reg.  2,  4.  8,  25.  9,  5.     Gr.  i^aXei-i^  (41,  11  =  rrc);  Syr.  12):. 

—  Nach  IxXsxTO'j  auTou  ist  nicht  notwendig  Ti^nib  herzustellen, 
obwohl  Tnn  Ps.  89,4  (vgl.  2  Sam.  6,21.  1  Reg.  8,16.  Ps.  89,20) 
von  David  gesagt  wird.  Vgl.  aber  auch  Trn2  46,  1  =  Israel. 
Ich  mag  auch  nach  Gr.  xou  ayaTrVjaavro?  auxov  nicht  )y])a  herstellen. 
Denn  nicht  nur  der  Syrer  hat  beide  Mal  den  Plural,  sondern 
auch  der  Aethiope.    Durch  rnms  wird  aber  auch  VTnn  empfohlen. 

—  n:31  p  sind  nach  41,  5  auf  beide  Stichen  zu  verteilen;  vgl. 
Gr.  IxXsxxou  Ixyova  xat  aTripfia  xoO  ocYa-r^aavxoc  auxov,  Syr.  den 
Samen    der  ihn  Liebenden  (vgl.  Syr.  zu  46,  1)   und    die    Söhne 


Sir.  47,  21— 23cl.  457 

seiner  Frommen  (\'n'p''ni).  —  Ti3ti>^]  Gr.  iHpt^i,  Syr.  if:::.  —  Gr. 
lässt  in  f  r\''2  aus.  Es  fehlt  freilich  auch  in  Codd.  Ambr.  w 
Maus.  Berol.  des  Syr.  Mit  Unrecht  versteht  Gr.  "^m  präterital, 
es  ist  futurisch  (aber  nicht  als  Wunsch)  zu  verstehen.  —  Nach 
Gr.  •/aT7lsi[jLixa,  Syr.  «rronirö  ist  n''^s'l^>  wahrscheinlich;  vgl.  zu 
44,  17.  Die  Ergänzung  in  f  nach  Gr.  zz  au-oo  pi'Cocv.  Vgl.  U^'W 
Jes.  11,  1.  10.  Syr.  schlecht:  ein  grosses  Königreich.  Die 
Messiash Öffnung  ist  passend  hier  angeknüpft  nach  1  Reg.  11,39b; 
vgl.  oben  v.  11.  45,  25.  51,  12\ 

23  ab.  2:ii^^'i]  ohne  nähere  Bestimmung  heisst  33tt*  im  Kanon 
selten  sterben;  vgl.  Jes.  14^8  und  oben  46,19.  Gr.  xotl  avsTrctusaxo 
(22,  11).  —  Bei  trsra  oder  tyyva  stiessen  die  Uebersetzer  an, 
Syr.  lässt  das  Wort  aus,  Gr.  setzt  willkürlich  das  ständige  [i-sia 
Tojv  7Tat£f>(uv  (Syroh.  S  A  und  andere  Hss.,  Sah.  Lat.  add.  auxoü). 
l^•l^♦rö  stand  schwerlich  da,  „hochbetagt"  würde  auch  schlecht 
passen.  a>e'^_  wird  freilich  von  Schechter  (the  Wisdom  of  Ben 
Sira  p.  29  n.  4)  belegt.  Zu  ^VT^  vgl.  li'ii'j;  Ps.  31,  11,  woneben 
man  ein  v^v^  in  der  Bedeutung  von  hinschwinden,  schwach  werden, 
vermuten  könnte.  Aber  der  so  sich  ergebende  Sinn  ist  unbe- 
friedigend und  von  Salomos  Altersschwäche  ist,  abgesehen  von 
1  Reg.  11,  4,  nichts  Besonderes  überliefert.  Dagegen  ist  ein 
ti'STö  nach  dem  Fiel  Koh.  2,  20  leichter  anzunehmen,  und  es 
ergibt  einen  guten  Gegensatz  zu  b.  Es  liegt  dann  aber  wohl 
eine  Anspielung  auf  Koheleth  vor,  denn  an  eben  jener  Stelle 
grämt  Salomo  sich  über  die  Möglichkeit  eines  törichten  Nach- 
folgers. —  21T)]  Syr.  schlecht  cpi  (vgl.  v.  24).  —  |i:ö]  Syr.  om., 
Gr.  ix  aTTspjxaxo?  auroö  (=  pö  vgl.  LXX  zu  Gen.  21,  23).  Das 
Wort  scheint  hier  „übermütig"  zu  bedeuten.  Es  findet  sich 
ebenso  noch  Prv.  29,  21,  wo  LXX  mit  oouv/ii}7^a£X7.i  (==  Posch. 
mnnj)  auf  pjsa  rät;  Symm.  hat  dort  707700^.00,  Targ.  unverständ- 
lich: nDiö,  dagegen  Hieron.  contumax.  An  jener  Stelle  muss 
"innnK  wegen  ipa  auf  den  Sklaven  gehen  (s.  oben  zu  8,  18).  Zu 
vergleichen  ist  nicht  nur  äthiop.  pa  (verachten),  sondern  auch 
arab.  ^^  r^A  (eine  Wohltat  schmähen).  Davon  liegt  „übermütig 
sein"  nicht  weit  ab. 

23  c  d.  ann  und  dj;  rahmen  das  Distichon  ein.  Zu  nSiK  2m 
vgl.  :h  2m  1  Reg.  5,9.  Syr.  anh^D  «JDö,  Gr.  offenbar  verderbt: 
Xaou  acppoauvr^v,    Syroh.    Xaov  acppoauv/;?.     Zu  lesen    ist    vielleicht 


458  Sir.  44—49. 

vkoLvy/  a9po(3uv7-|.  —  DX?2n"i]  (h:  add.  o:  (70  S*  om,).  Aber  :m 
und  DJ?  schliessen  die  Kennung  Rehabeams  aus;  ursprünglich 
wird  hier  wie  in  f  nur  "Wü  gestanden  haben  (Schlögl).  Der 
Gottlose  darf  auch  hier  nicht  geradezu  genannt  sein.  —  yicnj 
das  Hifil  heisst  hier  abwendig  machen  (vgl.  Ex.  5,  4  und  das 
Kai  Ex.  32,  25).  Gr.  'hzin-r^az  (vgl.  zu  34,  1);  8yr.  nm.  —  inify^J 
vgl.  1  Reg.  12,8.  13.  14.  Syr.  nn^vms;  Gr.  £x  [iwlr,;  auToü,  aber 
Lat.  fonsilio  suo,  Sah.  Aeth.  durch  seinen  Rat.  —  Dj;J  vgl. 
1  Reg.  12,  5  ff.;  Syr.  novS. 

23  e  f.  Der  Text  ist  hier  früh  glossiert.  Wie  Schlatter 
zuerst  bemerkt  hat,  ist  'C2:  p  cym^  unvereinbar  mit  "i3i  lS  M''  ha, 
das  Gr.  übergeht,  das  aber  gleichwohl  festzuhalten  ist  (vgl.  44,9). 
Auch  ist  das  blosse  xotl  'Ispoßov.;^  uiov  N7.|':ia-  (alle  ausser  B  A  (23 
308)  korrigieren  uio?)  beziehungslos,  da  es  von  2'T1  nicht  abhängen 
kann.  Syr.  hat:  und  nicht  sei  ihm  ein  Gedächtnis,  dem  Jero- 
beam  usw.,  was  auch  nicht  ursprünglich  sein  kann.  Falsch  auch 
Hebr.  cp  nti'S  1V,  was  hier  nicht  passt  und  aus  48, 1  eingedrungen 
ist  (vgl.  zu  V.  25).  Aber  es  ist  wohl  nur  eingedrungen,  weil 
ursprüQglicli  Dp')  dastand,  —  x^an^l  Kisn]  vgl.  1  Reg.  14,  Iß;  Gr. 
nur  i?r/|x7.p-£. 

23  g.  24b.  CicxS]  Syr.  sagt  wegen  der  folgenden  Plurale : 
D''ics  rT'mS.  —  '^iti'DD]  erklärt  Gr.  6<5ov  a|xapTictc,  wobei  er  vielleiclit 
an  py  Slt^ra  denkt.  —  Hebr.  Syr.  haben  v.  24  b  mit  Recht  vor 
V.  24a,  die  Umstellung  im  Gr.  hängt  wohl  mit  der  Wucherung 
in  V.  25  zusammen.  —  cnmS]  vgl.  2  Reg.  17,  21,  wo  der  Aus- 
druck anderen  Sinn  hat.  Gr.  a-oatr^cjoti  auxou?,  Syr.  ]m  T'^Jö^.  — 
cnons."i]  Syr.  pmriK  p  (vgl.  zu  48,  15).  —  Wegen  der  Sünde 
Jerobeams  wird  dem  Nordreicli  sofort  bei  seiner  Entstehung  der 
Untergang  angekündigt  (1  Reg.  14,  15.  16). 

24  a.  25.  inxan  ':n:ni]  Gr.  xal  s-Xr^öuvOr^cjav  ai  0(|x7.pTi7i  7.üTtov, 
Syr.  vermittelnd:  und  er  machte  viel  ihre  Sünden.  Es  ist  nnsan 
zu  schreiben,  weil  wegen  48,  1  von  der  Sünde  des  Volkes  die 
Rede  sein  muss.  Ebenso  inzfinn:  vgl.  2  Reg.  17,  17  und  sonst 
1  Reg.  21,  20.  25.  Gr.  x7.1  -737.7  Trovr^ptav  IWlr^-r^^ay  (Lat.  Sah. 
freilich  £?£!7)-r|a£v).  Syr.:  und  wegen  aller  Bosheiten  beriet  er 
sich  (■j'^anN).  Vgl.  pri  1  Reg.  12,  28,  aber  auch  i^^nns  in  der 
Peschita  1  Reg.  21,25.  2  Reg.  17,17.  —  248  70  om.  v.  25a. — 
Gr,   add.    £«)?  (248  70  add.  opYr;  xai')    h.o('/.r^<ilc    eXOtj    i-'    autou?:. 


Sir.  47,  23e— 48,  4.  459 

Lat.  usque  dum  perveniret  ad  illos  defensio  et  ab  omnibus  pec- 
catis  liberavit  eos  (dominus).  Das  ist  eine  Wucherung  (etwa  = 
S'ü"  cpj  "it^'S  r;),  die  sich  entwickelt  hat  aus  s";:  cp  t^^s  ly  48,  i, 
wofür  Gr.  nur  xal  dviciT-/;  'Hkia.:  r.rjry^r^xr,;  hat.  Sie  ist  wohl  aus 
dem  Bedürfnis  entstanden,  die  durch  die  Glosse  in  v.  23  e  her- 
beigeführte Störung  der  Distichen  auszugleichen.  Um  v.  24 
sodann  mit  v.  25  zu  konformieren,  wurde  v.  24a  vor  v.  24b 
gestellt. 

48, 1.  Gr.  (s.  0.)  bringt  hier  sofort  den  Namen  Elias,  den 
Hebr.  Syr.  mit  Recht  erst  v.  4  nachholen.  —  nm]  ist  vielleicht 
nach  Gr.  Syr.  in  Tian  zu  ändern,  da  Gr.  in  solchem  Fall  öfter 
den  Plural  für  den  Singular  setzt  als  umgekehrt.  —  nyin  nun^j 
vgl.  Mal.  3,  19.  Gr.  verschönernd:  o>c  Xait-dc  s/atE-o.  Syr.  den 
Hebr.  und  den  Gr.  addierend:  es  brannte  wie  ein  flammender  Ofen. 

2.  cn'?  rrcü  urh  iiti'^i]  vgl.  Ez.  4,  16  u.  ö.;  Gr.,  dem  Syr. 
folgt,  erklärend:  ^jq  (Syr.  und)  i-rfj'ocYsv  sz  a-jt^l.^  Xiti-oy.  248  add. 
iayjjrjrjv,  70  hat  in  b:  -m  'yyrjoi  v/;Ä(o.  —  inKipriJ  vgl.  1  Reg.  19,10. 
—  css'-yön]  vgl.  1  Reg.  19,18.  Syr.  sonderbar:  er  zerriss  {v'2) 
sie.  —  Lat.  las  schlecht  otutniv  für  a-ko-j  (106^  aotoj)  und  fügt 
hinzu:  non  enim  poterant  sustinere  praecepta  domini. 

3.  "Div]  bei  c^oti^  auch  Dt.  11,  17  u.  ö.;  Gr.  ^.vscj/öv,  Syr. 
ah":.  —  Zwischen  eil  und  u^h^  ist  nur  für  m",  nicht  für  Tlin, 
Platz.  Ufh\i^  heisst  dreimal  wie  im  Kanon  nns,  nTi^if,  y2^\  Der 
Plural  nwii  ist  neuhebräisch  und  aramäisch,  hier  steht  er  wie 
oft  D^::j?.  Gr.  y.rx-r,YJ.'(v^  (248  70  Syroh.  253  106 «°'-'-  k  55  Aeth. 
Lat.  praem.  xaQ  o3to);  (Syroh.  253  23  S*^**  Sah.  Lat.  om.)  -rA: 
-o[j;  248  70  Syroh.  Aeth.  Lat.  add.  s?  our>c(voO.  Vgl.  Syr.  und 
er  liess  herabkommen  drei  Mal  Feuer  vom  Himmel,  auf  den 
Altar  und  auf  die  gottlosen  Menschen  (1  Reg,  19,  38.  2  Reg. 
1,  10.  12).     Betr.  o-jtw,-  vgl.  zu  13,  20. 

4.  nna  «m:  na]  Gr.  erweiternd:  6jc  soo^asö-/;^  sv  xot?  Oauixa- 
c'oic  (vgl.  43,  2.  8)  300  (70  Lat.  schlecht  ioo^asf)-/;  und  a-koü). 
Die  Apostrophe  wie  47,  14  ff.  —  Gr.  für  b:  xal  -(;  ofxo-.o?  aoi 
vgl.  zu  45, 6)  xocuxaaöat  (55  254  308  xauyr^aacjÖai,  S  A  106  k 
155  296  xauxr^cj£-ai;  vgl.  zu  38,  25).  Aber  Hebr.  erscheint  als 
origineller. 


460  Sir.  44—49. 

5.  VW]  vgl.  zu  8,  7.  —  ^isiyai  moo]  Syr.  nur  hv^  |a;  248 
70  Syroh.  253  add.  •I'u/r^v.  —  Gr.,  der  übrigens  verflachend  iv 
XoY'i>  setzt,  las  vielleicht  ]li:-i3  (vgl.  zu  36,  22),  aber  Syr.  pi:";:.  — 
'•'''']  Gr.  u-j/iaxo-j  (vgl.  12,2.  43,2.),  Lat.  doniini  dei. 

6.  Syr.  übergeht  1  nn^  hy  cd':«  und  deutet  cmeao  (2  Reg. 
1,4.  6.  16;  Gr.  a-o  x/avr^;  autwv)  um:  von  ihren  Thronen.  Doch 
könnte  pnmDii:  Fehler  für  jinnonj;  sein.  —  Gr.  setzt  für  nniy 
aTTwXcia  (s.  z.  9,  9).  —  Die  l*lurale  sind  am])lificativ,  falls  nicht 
auch  an  1  Reg.  21,  19  tf.  gedacht  ist.  —  Lat.  schaltet  vor  b  ein: 
et  confregisti  facile  potentiam  illorum. 

7.  V'f^^^l]  la^  auch  Syr.  (v^\i>ü),  Berol.  yoii^m),  es  ist  aber 
Korrektur  für  yaiCT,  die  auf  einem  Missverständnis  von  mriDin 
(Anklage  statt  Strafe;  vgl.  1  Reg.  19,  10.  14)  beruht.  Aber  b 
verlangt  vawn,  die  beiden  Stichen  besagen  dasselbe  (wie  in 
V.  6).  —  Lies  0  d/.rj6(3iv,  obwohl  6  sich  nur  in  (248  70  308) 
findet.  —  VD2  verlas  Syr.  in  ^idj2.  —  mnnn]  Gr.  iXs^ixov  (248 
70  Syroh.  253  add.  -/-jpto'j),  Syr.  ihre  Zurechtweisung.  — •  Syr. 
om.  b. 

8.  Syr.  nt^oi,  aber  w  Maus.  Mas.  I  nit'isn.  —  sSoj  ist  nach 
Gr.  Syr.  Fehler  für  "2^0.  —  nwiSst^n]  vgl.  zu  12,  2.  Gr.  ek  (6,  29) 
dvxaTCoöo[xa,  Syr.  iihiin  rniJih  (s.  z.  3,  6).  —  ?]''Snn  «"2:1]  vgl.  zu 
44,  17.  Gr.  wohl  willkürlich:  xal  7rpocpr^-a^  öiaooyouc.  —  "^^f^^J 
vgl.  1  Reg.  19,  16.  Gr.  hat  gräcisierend  die  3.  Person:  [xsx  oi-j-ov. 
Vgl.  Syr.:  und  einen  Propheten,  der  nach  ihm  war.  Aber  Lat., 
der  die  Participia  überall  durch  das  Verbum  finitum  wiedergibt: 
et  prophetas  facis  successores  post  te. 

9.  Am  Schluss  ist  nach  Syr.  (x^oi^'?)  und  2  Reg.  2,  1.  11 
Cöiy  zu  ergänzen.  Gr.  übergeht  wohl  absichtlich  rhyfi  und  Cfi^, 
weil  er  an  der  Himmelfahrt  Anstoss  nahm  oder  vor  den  Griechen 
sich  ihrer  schämte  (vgl.  zu  v.  12).  —  nph:n]  vgl.  zu  44,  16  und 
2  Reg.  2,  3.  5.  9.  10.  Gr.  6  dvot^cpf}£i?  (vgl.  49,  14),  Syr.  r,ttnnsi.  — 
."nj?D2]  vgl.  2  Reg.  1, 1.  11.  Gr.  sv  lailcmi  7:upo-._  i^x  nnJ2i]  ist 
origineller  als  Gr.  iv  dp[j.7.T'.  f-Trojv  Tzuptvtuv  (vgl.  2  Reg.  2,  11), 
wonach  Syr.  snin  Nit*:"i2. 

10.  2in:n]  vgl.  Mal.  3,  23.  24.  —  p::]  Gr.  iv  sXsyiioic,  aber 
so  lesen  nur  B  (155  296  308);  vgl.  Lat.  in  judiciis  temporuni. 
Dagegen  S  iv  sXXs-yiiout?  (korrigiert  in  zfle'([iooc)  mit  Auslassung 
von  £t;,  248  nur  sXsyixouc,    alle  übrigen  zkz-]\i6c,    das  aus  stoijjlo; 


Sir.  48,  5—11.  461 

verderbt  ist.  —  nvh]  Gr.  zk  xotipouc  (Syroh.  23  55  254  xaipov).  — 
Syr.  für  a:  und  er,  der  bereit  ist  zu  kommen. —  r\''2^rh]  Gr.  xoTrasai 
wie  46,  7.  —  b[a  pinj  ••Jo':  P|S]  die  Ergänzimg  nach  Gr.  opYTjv 
(248  70  add.  xpiasoj?  xupiou)  7:pö  i}u[i,oü.  Lat.  nur:  iracundiam 
domini.  Für  ^o^irk  =  |nn  vgl.  zu  45,  19  und  LXX.  —  Syr., 
der  auch  hier  dem  Zorne  Gottes  aus  dem  Wege  geht  (s,  47,  20), 
für  b:  bevor  kommt  der  Tag  des  Herrn  (nach  Mal.  3,23).  — 
2'\^r\h\  Gr.  praem.  xat,  aber  es  fehlt  in  24ö  70  Syroh.  106  k 
SA  157  155  296  Lat.  —  Syr.  om.  2h.  —  n'n  hv  r\)2a\  vgl. 
Mal.  3,23.  Gr.  -axpo;  (Syroh.  253  -aTs'p^ov)  zpo;  (253  23  155 
£::t')  utov  (k  utouc,  Syroh.  253  tsxva);  die  Singulare  hat  LXX  in 
Malachi,  die  Plurale  (imd  zwar  im  xsxva)  Luc.  1,  17.  Syr.  um- 
kehrend: die  Söhne  zu  den  Vätern.  —  prnSl]  Gr.  v.ol  xa-7.a-Tj3at 
(vgl.  zu  46,  13),  Syr.  r,2DoSl  =  pnh)?  —  Ssn::'^]  Gr.  Syr.  'I7xa.[i; 
vgl.  zu  45,  23  und  Jes.  49,  6  2pT  "a2\i^  n«  c'prh.  Vielleicht  ver- 
stand Sirach  unter  jenem  Knechte  Jahwes  den  Elia. 

11.  Selig  sind  die  zu  preisen,  die  die  Ankunft  des  Elia 
erleben  und  erst  nach  einem  solchen  Erlebnis  aus  der  Welt 
scheiden  müssen,  das  ihrem  Tode  die  Bitterkeit  nimmt  (vgl. 
Num.  23,  10).  Aber  vom  Tode  dieser  Glücklichen  wird  nur  ge- 
redet, imi  ihm  das  Leben  eines  noch  Glücklichereu  gegenüber- 
zustellen, nämlich  das  ewige  Leben  des  Elia.  Denn  das  Todes- 
geschick aller  Menschen  ist  unwiederbringlich,  nach  unserer  Stelle 
besteht  es  auch  in  der  messianischen  Zeit  fort,  allein  Elia  und 
Henoch  leben  ewig.  Im  2.  Stichus  kann  nur  von  Elia  die  Rede 
sein,  und  man  muss  zunächst  unter  Vergleichung  von  Gr.  Syr. 
(s.  u.)  n'lnn  riTi  '2]  ergänzen,  aber  auch  die  Ergänzung  -[ntt^si] 
erscheint  als  unumgänglich.  In  a  iti*«  io  ^",^s  zu  ändern  ist 
vielleicht  voreilig.  Denn  nti^x  sieht  wie  ein  Dual  aus  und  ist 
das  auch  wohl.  Als  Singular,  den  der  Verf.  übrigens  selbst 
gebildet  haben  könnte,  darf  man  vielleicht  t^s  vermuten;  doch 
vgl.  i^Ä»«?  Gen.  30,  13.  So  käme  die  Steigerung  durch  Singular 
und  Dual  zum  Ausdruck.  —  Syr.  hat  für  a:  Selig  (Mime)  wer 
dich  gesehen  hat  und  gestorben  ist  (n^oi).  Danach  folgte  im 
Hebr.  auf  nai  schwerlich  noch  ein  anderes  Wort,  in  der  Hs. 
wäre  dafür  auch  kein  Raum.  Allerdings  hat  Gr.  für  a:  [xaxapioi 
Ol  [oov-3;  GS  xctl  ot  (254  om.)  iv  d-^uTcrfdei  xsxogjxyjjxsvoi.  Letzteres 
ist   nach  248  Syroh.  253    254  155  296  Sah.  in   xsxoiix-zjjisvoi   zu 


462  Sir.  44—49. 

ändern;  vgl.  xorjxr^atc  v.  13.  46,19.  Aber  sinnlos  und  verderbt 
ist  auch  iv  a-j-aTTT^as'.  (S*  'y'io.-K-r^,  S'-'  czYa-T^asi  aou,  Lat.  in  ami- 
citia  tua),  das  die  Korrektur  xE/.ocijxry'xEvot  hervorgerufen  hat.  Lies  h 
dyrjLr.a.uazi  nach  38,  23  u.  a.  St.  Gr.  hat  das  blosse  rn2l  verschönert, 
weil  er  auch  an  eine  Auferstehung  der  vor  Elias  Ankunft  Sterben- 
den glaubt,  auf  die  er  noi  falsch  bezieht.  Er  fährt  nämlich  in 
b  fort:  xott  Yotp  7)[i.£rc  Ct«"(j  (70  ^««r^v,  S*  A  ~ior^:)  C/i30|xsi)a  (Aetil, 
add.  durch  dicli).  Das  ist  ohne  Zweifel  eine  willkürliche  Ab- 
wandlung, die  schwerlich  auf  späterer  Korrektur  beruht,  sondern 
entweder  ilim  selbst  oder  schon  seiner  Vorlage  zur  Last  fällt. 
Die  Worte  erscheinen  im  Zusammenhang  des  Gr.  als  Begründung 
zu  a,  aber  eigentlich  will  Gr.  überhaupt  nur  sagen:  nicht  nur 
Elia  lebt^  sondern  auch  wir  werden  leben.  Mit  xal  -^ap  riixsi? 
verräth  er,  dass  ursprünglich  in  b  von  Elia  die  Rede  war. 
Denn  in  Bezug  auf  die  vor  der  messianischen  Zeit  Sterbenden 
hat  y.ai  -j'ap  xtX  keinen  Sinn.  Lat.  lenkt  in  richtiger  Empfindung 
auf  Elia  zurück:  nam  nos  vita  vivinius  tantum,  post  mortem 
autem  non  erit  tale  nomen  nostrum.  Die  Hoffnung  auf  ein 
Leben  nach  dem  Tode  ist  in  der  Zeit,  die  zwischen  dem  Gross- 
vater und  dem  Enkel  liegt,  aufgekommen  (vgl.  die  Korrektur 
des  Gr.  zu  7,  17).  Anders  korrigiert  Syr.  oder  vielmehr  wohl 
schon  seine  Vorlage:  aber  er  (der  nl.  deine  Ankunft  erlebt) 
stirbt  nicht,  sondern  er  wird  leben  (xm  sno,  besser  Mas.  I 
w  Maus,  x^^  Kns).  Es  liegt  auf  der  Hand,  dass  der  Verf.  selbst 
sich  so  nicht  verbessern  konnte. 

12a-d.  Gr.  für  a:  'Hlzm  oc  (70  k  oui.,  155  «>?,  Lat. 
quidem,  al.  qui)  Iv  Xr/Aa-i  saxs-acri}/)  (70  £~£-aai>-/)).  Augenschein- 
lich ist  £ax£-aai>7i  wörtliche  Uebersetzung  von  "ino:  (vgl.  axi-rj 
31, 16  =  Syr.  xjinDO,  und  LXX  ax£-aC£iv  =  -ino).  Mit  inDJ  wäre 
mvc^ti',  das  man  nach  Gr.  (vgl.  zu  v.  9)  vermuten  könnte,  viel- 
leicht zu  reimen.  Auch  würde  diese  Buchstabengruppe  in  die 
Lücke  passen.  Indessen  gilt  das  letztere  auch  für  ni*lK3U^,  das 
Syr.  las.  Es  fügt  sich  aber  besser  zu  nnD3  und  verdient  um 
seiner  selbst  willen  den  Vorzug.  Syr.  hat  nämlich:  Elia  in 
die  Kammern  (Nni:iS3)  wurde  eingesammelt  zum  Himmel.  Das 
„eingesammelt"  beruht  wohl  auf  freier  Uebersetzung,  „zum 
Himmel"  ist  erklärender  Zusatz,  aber  rä^?2  geht  ohne  Zweifel 
auf   seine    hebräische    Vorlage    zurück.     Die  Pluralpunkte    darf 


Sir.  48, 12—14.  463 

man  ignorieren^  im  Hebräischen  stand  ivisn,  da  Sirach  nur  einen 
-2:iK  über  der  P:rde  kennt  (39,  17.  30.  43,  14).  Erst  später 
wurden  die  Seelen  der  Abgeschiedenen  in  dieser  Kammer  und 
dann  in  verschiedenen  Kammei-n  gedacht.  Vgl.  Henoch  c.  22 
und  im  IV  Ezra  promptuaria  4, 35.  41.  5, 37.  6, 22,  sodann 
6,  54.  60.  68.  74  bei  Fritzsche  p.  609  ff.,  7,  32.  95  bei  Bensly. 
Vgl.  auch  Apoc.  Bar.  30,  2.  Gr.  schämte  sich  der  Kammer  (vgl. 
zu  9)  und  setzte  dafür  sv  Imkoi-i.  —  Syr.  für  b:  und  es  empfing 
(Snpi)  eine  doppelte  (scyx)  Prophetie  Elisa.  Hier  ist  «2j?x  =  CJti'  ^D 
in  c.  Dagegen  hat  Gr.  für  b:  ymX  YXiaoixz  evsTr^aDr^  7:v£u;x7.-rj^ 
auTO'j  (248  70  Syroh.  A  ol-^ioo).  Das  ist  als  wörtliche  Ueber- 
setzung  anzusehen  wegen  39, 6  7:v£'jjjlc(-:i  suvssew?  lixTr^aüricrsToti, 
wo  im  Hebr.  ebenfalls  u^:^  ^d  folgte  (s.  d.).  Vgl.  2  Reg.  2,  9.  15. 

—  w:'^  ""c]  wird  vom  Verf.  auch  hier  augenscheinlich  anders 
verstanden  als  2  Reg.  2,  9  (vgl.  zu  12,  5).  —  Gr.  lässt  c  und  d 
aus.  Syr.  hat  dafür  unordentlich:  und  viele  Wunder  und  Zeichen 
(sninKi  wrDJvgl.v.  25)  redete  seinMund.  «:rD:  =  aram.  sdj,  neuhebr.  Di. 

12 e  f.  ra^ö]  vgl.  Job.  38,  12.  Syr.  ^^1I2^  p,  Gr.  xat  (Lat. 
om.)  £v  Yjjxspai?  auTotj.  —  y',\  das  Verbum  steht  hier  wohl  nicht 
wie  Dan.  5,  19.  6,  27  im  Sinne  von  sich  fürchten,  sondern  wie 
Esth.  5,  9  in  der  Bedeutung  weichen.  Syr.  ebenso,  Gr.  laaXsuö-/] 
(s.  z.  43, 16).  —  Sdöj  wird  von  Syr.  mit  Niy;K  12  p,  von  Gr. 
u-b  (248  55  d-6)  czp/ovto?  (248  70  ap/ov-wv)  vielleicht  nach 
2  Reg.  3,  13  f.  6,  15  ff'.  30 ff.  erklärt.  Oder  ist  d-Jj  uTrap/ovio;  zu 
lesen?  —  hv^ß]  Syr.  a'^li^,  Gr.  xa-so'jvaa-cuasv  (vgl.  4,  27.  10,  24). 

—  lli>3  h2  im"i3]  der  Geist  ist  der  in  b  genannte.  Syr.  verflachend: 
"iit^a  h2  nz,  noch  mehr  Gr.:  autov  ouosi's. 

13.  1JI20  sScjJ  vgl.  39,20.  Syr.  erklärend:  nia  n^D2n«,  Gr. 
uTTsp-^psv  7.UX0V.  —  Syr.  om.  b.  —  rnnnoij  d.  h.  von  seinem  Orte 
(=r  Grabe)  aus;  vgl.  49,10  und  zu  46,12.  Gr.  wohl  nur  er- 
klärend: xat  £v  xoi|jLrja£i  auTou;  vgl.  46,  19.  —  snsj]  lies  nach 
Gr.  i-po'fTjTsuas  sn:,  was  hier  „Wunder  tun''  zu  bedeuten  scheint, 
weil  der  Prophet  Wundertäter  war.  Er  stellt  spielend  ntt*3  (Gr. 
to  atüfxa  aoxrjo  vgl.  zu  30,14)  dem  ii^a  hz  v.  12f  gegenüber, 
ebenso  entspricht  K2J  dem  imn2.  —  Vgl.  2  Reg.  13,  20  f. 

14.  Gr.  praem.  xai"  (70  Lat.  om.).  —  m«^c:]  =  Syr.  «nti^'^no 
(s.  z.  11,4.  42.  17);  Gr.  -ipaxa,  indem  er  das  gewöhnliche  öau[xaata 
für  Man  (vgl.  zu  16, 11)  setzt.    Uebrigens  hat  er  für  nti^j?»  Mön 


464  SirJ44— 49. 

wie  43,  25  ungenau :  0<xu|xaaia  -o.  zrj-^y.  auTou.  —  Hinter  iv  teXsutt, 
setzen  248  70  wohl  mit  Unrecht  cckoO  liinzu.  —  Syr.  für  b  er- 
klärend: und  in  seinem  Tode  machte  er  lebendig  einen  Toten. 
Aber  hier  ist  das  2  Reg.  13,  14 — 19  Erzählte  gemeint. 

15.  Die  Wundertaten  Elias  und  Elisas  hätten  das  Volk 
zur  Bekehrung  bringen  sollen,  wie  es  1  Reg.  18  für  den  Augen- 
blick wirklicli  geschieht.  —  Zu  a  vgl.  Jes.  9,  12.  —  2U*j  Gr. 
[isTEvo-zjasv  (vgl.  zu  17,  24).  —  "iSnn]  Gr.  d-ia-r,<s>xv  (LXX)  =  Syr. 
ipiD.  —  cnsöno]  vgl.  das  solenne:  er  wich  nicht  von  der  Sünde 
Jerobeams.  Syr.  xu^^n  p.T'nij?  |ö,  Gr.  d-Jj  täv  7.|xotf<Tuov  (248  70 
Syroh.  S  lOG  157  55  254  155  Sah.  Aeth.  Lat.  add.  aotwv).  ~ 
ino:]  vgl.  Dt.  28,  63.  Syr.  rhi,  Gr.  e7rpovo|x£uO-/)aav.  Das  Verbum 
steht  in  der  LXX  öfter  für  n2iy.  —  cj:"inöJ  entweder  ist  cinss: 
oder  das  sofort  folgende  |*"iNn  falsch.  Vieleicht  stand  hier  cnöisc; 
vgl.  Dt.  28,  63  und  oben  47, 24,  wo  Syr.  wie  hier  pmnx  |a. 
Sonderbarer  Weise  findet  sich  derselbe  Fehler  10, 17  bei  noj.  — 
l'iKn]  Syr.  snrno  (s.  z.  39,  4).  —  nj?ia  hTütS]  vgl.  Jes.  24,  6.  Gr. 
6  Xao;  (s.  z.  45,  16)  rAr^oa-'-k.  Aber  miTS  ist  durch  n  n'^nS  ge- 
schützt. Vielleicht  ist  der  griechische  Text  verstümmelt.  — 
Gr.  om.  it;.  —  Mit  Ausnahme  von  B  C  (55)  lesen  alle  Hss. 
mit  Lat.  Sah.  richtig  sv  -m  ov/m  ==  n'^zh;  vgl.  zu  10,  18.  —  Syr. 
für  e  und  f:  und  übrig  blieb  Juda  allein  eine  kleine  Herrschaft 
für  das  Haus  Davids. 

16.  DHö  u>')  —  cno  ty«]  vgl.  zu  44,  8.  9.  Gr.  hier:  tivs;  jxev 
7.0TWV  —  -ivs;  ÖS.  Syr.  (aber  nicht  w  Maus.)  gibt  auch  das 
zweite  cna  wüeder.  Der  Plural  geht  auf  das  Haus  Davids. 
Mit  den  gottlosen  Königen  sind  vor  allem  Ahas  und  Manasse 
gemeint;  vgl.  sonst  49,4.  —  "it^r  )'^v]  Dach  ''"'  "r^^  iti'\T  ^T)  im 
Königsbuch.  Syr.  ausdeutend  nach  v.  15a:  smz'ri  n^^T;  Gr. 
iTzoir^am  ~h  apscjTov  (70  add.  -/upiou,  Lat.  add.  deo,  al.  domino), 
wie  öfter  LXX;  vgl.  aber  auch  zu  v.  22.  —  bvQ  IS-Scn]  vgl. 
msbc:  Dan.  8,  24.  11,  36.  Gr.  abschwächend:  s-Xr^ibvav  aaapTt'otc, 
ebenso  Syr.:  iiri'cn  hy  Nnen  icDlST  (Ambr.  w  Maus.  Berol.  om. 
«rian  hy). 

17.  p'nj  vgl.  50,1.  4.  2  Chr.  32,5.  Das  Wortspiel  wird 
V.  22  in  anderer  Weise  wiederholt.  Gr.  toxopcoss,  Syr.  ''J3.  — 
ITJ?]  vgl.  50,  4.  Syr.  die  Stadt.  —  mans]  ist  origineller  als  Gi*. 
xal  siarja-j'sv  =  Syr.  h'aa);  vgl.  dazu  «n  2  Reg.  20,  20  und  sonst 


Sir.  48,  15—18.  465 

2  Chr.  32,  30.  —  nsin  ha]  Gr.  st?  jxs'sov  a^kÄv  (aber  248  70  106 
157  A  155  Lat.  richtig  ao-r^c).  —  D^aj  B  (C)  des  Gr.  -bv  7(07,  Sah.  (xöv) 
(üy,  253  23  S"  Tov  TjWY,  was  S'"*''  in  xov  aYor,'ov  korrigiert.  70  xov 
vr^tup,  Syroh.  "iVth,  die  übrigen  mit  Lat.  richtig  uoojp.  —  Syr. 
om.  c  und  d.  —  cmi'  ni^ma  Z'jn^)]  auf  der  Siloa-Inschrift  kommen 
nxn  und  "n::  je  zweimal  vor.  Ersteres,  das  sonst  mit  dem  Akkusativ 
vom  Aushöhlen  eines  Grabes,  einer  Kelter  oder  einer  Cisterne 
gebraucht  wird,  steht  hier  ebenso  vom  Durchgraben  des  Felsens. 
Gr.  setzt  (wie  zuweilen  LXX)  wpu^e  (Lat.  praem.  et)  für  ^'JW), 
und  axpoTOfiov  (vgl.  40,  15  und  LXX  Jos.  5,  2.  3)  für  onw,  da- 
gegen cioT^ptp  (248  70  Syroh.  253  23  Sah.  Aeth.  praem.  Iv)  wohl 
willkürlich  für  m^n}2.  —  J.  Levi  und  Peters  übersetzen  d  richtig: 
und  er  dämmte  mit  Bergen  das  Bassin  ein.  Ich  bin  unabhängig 
von  ihnen  zu  dieser  Deutung  gelangt,  die  meine  Vorgänger 
übrigens  nicht  begründet  haben.  Gr.  sinnlos:  xat  ojxoootx-/;3£  xpr^va; 
£t;  uoaxa  (155  uowp,  Lat.  ad  aquam  puteum).  Dem  mpa  (vgl. 
Jes.  22,  11)  steht  auch  43,  20  uowp  gegenüber,  nnn  ist  durch 
D'^Tü  gedeckt,  CDn  hatte  wohl  auch  bautechnische  Bedeutung  (vgl. 
LXX  Ez.  39,  11  -cptotxooofjLsTv),  und  der  doppelte  Akkusativ  ist 
aus  der  Analogie  der  Verba  des  Umgebeos  verständlich.  Der 
hyperbolische  Ausdruck  ist  daraus  zu  verstehen,  dass  dem  Hiskia 
die  Anlage  des  Siloateiches  zugeschrieben  wü'd.  Nun  wird 
xpY;vas  Fehler  oder  unverständige  Korrektur  für  xpr^jxvou?  (vgl. 
LXX  2  Chr.  25,  12  =  ybo)  sein.  Gr.  setzte  den  Ausdruck  er- 
klärend, wobei  er  st?  uoa-a  entweder  „in  das  Wasser"  oder  „für 
eine  Teichkonstruktion"  verstand. 

18.  Syr.  setzt  hinter  rhy  und  hinter  nh^^)  ein  iXT'jy  hinzu; 
es  fehlt  aber  in  w  Maus,  an  der  ersteren  Stelle. —  Hinter  np^  21 
setzt  Gr.  xat  d^:r^p^v  (S*  dTrsTpstj^sv  für  diziaTsilzv)  hinzu,  248  70  haben 
davor  noch  dx  Aa/st?  (2  Reg.  18,  17).  Aber  xat  d-r^psv  ist  Ditto- 
graphie  von  xat  sTrr^psv  (=  a"*i  vgl.  zu  46,  2),  das  in  248  fehlt. 
Lat.  hat  zu  c  die  Variante:  et  sustulit  manum  suam  contra  illos 
(vgl.  Syr.  zu  a  und  b).  —  Zu  c  vgl.  Jes.  10,  32  und  oben  46,  2 
sowie  Job.  15,  25.  —  Für  tj  /stp  haben  248  70  Syroh.  106  k 
A  55  254  155  Sah.  Aeth.  Lat.  richtig  x^Tpa,  ebenso  setzen 
vor  6TC£p-/)<pavta  70  23  106  157  155  Sah.  sv  ein  {JO  om.  autoü).  — 
ha  ^ITI  (vgl.  2  Reg.  19,6.  22)  schwächt.  Gr.  in  xat  e[x£YaXaij/7)3£v  ab. 

Smend,  Sirach-Kommentar.  30 


46g  Sir.  44—49. 

19.  Syr.  om.  —  Am  Anfang  ist  i«  nach  Gr.  tots  zu  er- 
gänzen. —  DsS  p»32]  die  Wiederkehr  von  pw  nach  v.  18  ist 
unerträglich.  Wahrscheinlicli  stand  hier  ursprünglich  ein  anderer 
Ausdruclc,  etwa  'h  n3:2;  vgl.  2  Chr.  32,  25.  26,  wo  freilich  in 
anderem  Zusammenhang  von  dem  Hochmut  und  der  Demütigung 
Hiskias  und  der  Jerusalemer  die  Rede  ist.  Gr.  xapöiat  xal  (253 
23  S  106  A  55  254  add.  a?)  /eTps?  au-wv.  Aher  zu  m:  passen 
die  Herzen  (Ez.  21,  20),  nicht  die  Hände,  und  anschehiend  ist 
Gr.  verderbt.  —  Zu  b  vgl.  2  Reg.  19,  3.  Jes.  13,  8.  —  mSv:] 
Gr.  (o?  ai  Tt'xToutjai,  aber  Sah.  Aeth.  haben  den  Singular  und  23 
liest  cosst  (50,  3.  8). 

20.  Betr.  a  vgl.  zu  46,5.  Gr.  hat  hier  für  ])''hv  xov  iXer^jj-ovot. 
Ob  er  wie  50,  19  mm  vor  sich  hatte,  ist  zu  bezweifeln.  —  itt^ici] 
anders  2  Reg.  19,  14  f.,  wo  nur  vom  Gebet  Hiskias  die  Rede 
ist.  Danach  Syr.  hier  für  a  und  b:  und  es  breitete  Hiskia  vor 
(s.  z.  5,  7)  dem  Herrn  seine  Hände  aus.  —  Für  Trpoc  auTov  hat 
70  nach  51,  19  -po?  G'j^oc,  I.at.  ad  coelum.  —  In  der  hebr.  Hs. 
stand  in  c  schwerlich  etwas  anderes  als  cn':cn  h)p2  {yüU^]').  Gr. 
hat  freilich:  -/.al  o  oTyio?  sS  oupavou  zar/h  ^■Kr^xoo^^v  auTÄv.  Er  setzt 
auch  4,  6  sTraxousiy  für  h)p2  vou^.  Hier  scheint  er  auch  nScn  zu 
übergehen  und  dafür  anderes  einzusetzen.  Indessen  ist  cptuvr^ 
wohl  vor  7.UTWV  gestrichen;  vgl.  Lat.  vocem  ipsorum  und  zu 
17, 7.  Dagegen  ist  a-^io;  (Lat.  sanctus  dominus  deus)  wohl 
eingetragen  (wie  vielleicht  auch  23,9);  vgl.  sonst  zu  43,  10. 
Zugesetzt  ist  vielleicht  auch  xct/ü,  das  in  248  23  fehlt  und  im 
Lat.  an  anderer  Stelle  steht  (vgl.  11,22  den  Zusatz  xa/iv-^). 
Auch  ez  oupavoü  wird  vom  Lat.  nicht  ausgedrückt,  der  in  b  ad 
coelum  für  Trpo?  au-ov  hat.  Vielleicht  ist  iz  &upavo5  jünger  als 
der  Fehler  Trpk  oupavov  (s.  z.  50,  24).  Lat.  fährt  fort:  non  est 
commemoratus  peccatorum  illorum  neque  dedit  illos  inimicis  suis, 
sed  purgavit  (=  xal  sXouTpwaaxo?).  Syr.  scheint  Hebr.  und  Gr. 
zu  kombinieren:  und  auch  Gott  schnell  hörte  ihr  Gebet.  — 
üTfifV)  (Gr.  xal  sXuxptoaaxo  vgl.  zu  49,  10)  ist  gesichert  durch 
]rfy^\  wozu  Syr.  K''3j,  Lat.  sancti  prophetae  hinzufügt.  —  Die 
Rettung  Jerusalems  wird  auch  2  Reg.  19,  20  einigermassen  mit 
dem  Gebet  Hiskias  in  Verbindung  gebracht. 

21.  Nach  Gr.  sTia'xa^s  (55  254  155  v  praem.  xai')  und 
2  Reg.  19,  35  "iWK  ninö2  Tl  ist  zu  ergänzen  na  y),    was  in  die 


Sir.  48,  19—23.  467 

Lücke  passt.  —  ncJM  cf2,T"]  vgl.  etwas  anders  1  Sam.  7,  10, 
und  zu  can  Dt.  2,  15,  wo  das  Verbum  von  den  Uebersetzeru 
mit  Recht  im  Sinne  von  vernichten  verstanden  wird  (vgl.  auch 
LXX  zu  Dt.  1,  23).  So  ist  es  wohl  auch  hier  gemeint.  Gr.  /-cd 
£c£tpi']>£v  a'jTou?  6  a';'itlo;  aÜTo-j  (Lat.  dei,  al.  domini).  Das  letztere 
ist  Ausdeutung  nach  2  Reg.  19,35.  —  Syr.  für  v.  21:  und  er 
zerbrach  {izn)  das  Heer  der  Assyrer  und  schlug  (sna  =  "'''i)  sie 
einen  grossen  Schlag  (xmni2). 

22.  Die  Ergänzung  im  Hebr.  nach  Gr.  Syr.  s-oiV^ss  ^czp. 
—  2)^n]  Gr.  erklärend:  -o  drjta-o)/  Y.u^(m  (S"  om.,  248  253  23 
Sah.  xufj-'ou,  70  ivtoTtiov  y.'j[Aoo).  LXX  setzt  dpsa-ov  (vgl.  v.  16) 
öfter  für  ma.  —  p'm\  vgl.  y.  17.  Gr.  x-xl  Ivia/ossv  (LXX).  — 
^3112]  Gr.  SV  (248  om.)  ciooT?;  (al.  und  Lat.  ootu).  —  Tn]  Gr.  Sctuslo 
(S^  om.)  -00  •K'z-poc  a-j-oü.  Letzteres  ist  Zutat  nach  2  Reg.  18,3. 
Syr.  umschreibend:  und  er  ging  in  den  Wegen  Davids.  —  In 
der  Hs.  sind  c  und  d  zerstört.  Syr.:  welche  (oder:  was)  ihm 
befahl  Jesaja,  der  Prophet,  der  gepriesenste  (Nnr^'s)  der  Propheten. 
Das  ist  für  d  freie  Uebersetzung,  und  zwar  wohl  nach  Gr.  5.^ 
(254  a,  248  70  106  6k)  ivsxsO.a-o  (Lat.  add.  illi)  '[haXa^  6  Trpo- 
'irj--/jc  0  |j,EY7.s  xal  iziaxh:  (Syroh.  6  "irioiTo;  xctl  jj-sy«?)  sv  opassi  aoTOu 
(Lat.  dei).  Da  Jesaja  schon  v.  20  genannt  ist,  kann  er  hier 
nicht  als  „Jesaja,  der  Prophet"  bezeichnet  sein.  Also  gehörte 
das  Aequivalent  von  o  TTpocpr^tr^c  zu  d,  und  c  lautete  etwa:  ik^nd 
liTJJK'''  im^:.  Wenn  aber  xai  Triaxo?  iv  opacfsi  auxo'j  (vgl.  46,  15) 
etwa  auf  nxio  |OXJl  zurückgeht,  so  wird  hinter  6  7:pocir^--/jc  6  [xr^a? 
nü)2:  b)i:  oder  dergl.  stecken;  vgl.  Gr.  Syr.  zu  49,  11.  Mit 
ersterem  ist  gemeint,  dass  alle  seine  dem  Hiskia  gegebeneu 
Weissagungen  sich  erfüllten. 

23.  Das  Distichon  ist  in  der  hebr.  Hs.  ebenfalls  zerstört. 
Aber  a  war  wesentlich  gleichlautend  mit  46, 4.  Gr.  iv  Tjfxspai? 
auTO'j  avsTiooiasv  6  r^Xto;;  aber  Syr. :  denn  durch  seine  Hand  stand 
(still)  die  Sonne.  Gr.  verlas  n^a  in  ra"'2.  Vgl.  denselben  Fehler 
im  Syr.  zu  46,  1.  49,  7  und  übrigens  2  Reg.  20,  Stf.;  aber  vor- 
her stand  sicher  ein  n:  (bezw.  DJ  ''z),  obwohl  beide  Uebersetzer 
es  nicht  ausdrücken.  —  In  b  stand  wohl  "San  "n  hy  Tpv);  vgl. 
2  Reg.  20,  6  ""ö"'  hy  Ticcm.  Gr.  xal  -poas&rjxsv  CtoYjv  ßacttXsI,  Syr. 
»zhüi   ^^r^   hv   (w  Maus.    Berol.   r,cinnsi)  icDinw.     Syr.   verstand 

30* 


468  Sir.  44—49. 

TpT)  wohl    mit  Recht    passivisch.     Gedacht  ist  an  das  Wunder 
2  Reg.  20,  7. 

24.  rrnsj  rrnn]  der  Ausdruck  erscheint  uns  als  geschraubt; 
vgl.  dag.  Jes.  11,2.  Gr.  T.yz'j\x>y-i  ixs-cctbo;  vgl.  \iz~(rAi(a  =z  rn"i:j 
42,21  (s.  d.).  —  |n'  ^b;s]  Gr.  -oU  -äsvOoOvTa,-  ev  (55  254  om.('.^j, 
ebenso  Sang.  Corb.  Theoder.;  vgl.  aber  z.  B.  13,  19)  2ia>v.  Vgl. 
Jes.  61, 3.  vSirach  las  Jes.  40ff.  im  Buche  Jesaja,  das  die 
Hauptquelle  der  jüdischen  Zukunftshotfnung  war. 

25.  üh)v  iv]  Syr.  schlecht:  (Ambr.  ain)  in  arihv^  12);  vgl. 
zu  42,  18.  —  T:r\\  Syr.  xm  (aus  v.  24),  aber  Gr.  urdozi^z  (m 
14,  12).  —  nrnj]  Gr.  ta  saoasvv  (wie  42, 19).  Syr.  hat  smnx 
und  für  nnrcJl  (s.  z.  3, 22)  sonderbar  N:rDJl.  Die  Aenderung 
Nn^Dai  KrTTiK  liegt  nahe,  ist  aber  wegen  v.  12.  44,  3  Syr.  nicht 
unbedenklich.  Vgl.  sonst  zu  42,  18.  —  isin  ^2zh]  vgl.  Jes. 
41,  22f.  42,  9. 

49, 1.  DtrJ  Gr.  [j.v-/i<xoauvov,  indem  er  rr*  aus  c,  wo  er  es 
auslässt,  vorwegnimmt.  Lat.  hat  dort  freilich:  memoria  eius; 
aber  das  ist  bei  ihm  vielleicht  nur  unwillkürliche  Wiederholung 
des  Subjekts  aus  a.  —  c^DD  mapsj  Syr.  schleclit:  wie  die 
Räucherpfanne  (xoi^c  vgl.  50,  9)  der  Wohlgerüche  (S0D2i).  Gr. 
nach  LXX  Ex.  35,  28.  38,  25  {=  MT  37,  29)  ek  auvOsaiv  buind- 
[la-co;.  Vielleicht  las  er  h  statt  2,  das  aber  durch  47,2  geschützt 
ist.  Die  Nennung  des  Namens  Josias  ist  eine  fromme  Uebung, 
die  ebenso  Gott  aufs  höchste  wohlgefällt,  wie  sie  nach  c  und  d 
die  Frommen  beglückt.  —  nS.^on]  vgl.  Ex.  30,  35.  Syr.  das 
gemischt  ist  (is'^Sm  =  LXX  ]j.£[xr,'[xsyov).  Gr.  frei:  £a-/.3ua3[xsvov.  Das 
Neutrum  steht  wie  hebräisch  nSaan  in  freiem  Anschluss  an  das 
Vorige;  S*  Sang."  scrxiuaaijLsvou,  253  23  -\i-ivi],  248  -|jl=v(ü,  Sang. '='*'■'■• 
Corb.  factam.  —  npn  nti^j;»]  vgl.  Ex.  30,35.  37,29.  Syr.  schlecht: 
mit  einer  Menge  von  Wohlgerüchen.  Gr.  Ip^co  (A  k  155  Lat. 
Ip^ov  vgl.  zu  45,10.  11)  «xups'Vv:  (38,  8).  —  ■]n3]  vgl.  Prv.  24,13. 
Syr.  K:n'7,  Gr.  iv  r^rr/zi  aioji-ot-t  (40,  32),  Avobei  er  mit  -iravTi'  den 
Ausfall  von  n:i  deckt.  —  "noiö3T|  Syr.  snmzi^^n  yii),  aber  Gr. 
xal  0)?  fjLouctixa;  vgl.  zu  35,  4 — 6.  —  hv]  Gr.  wie  öfter:  iv.  Vgl. 
überhaupt  35,  5.  6. 

2.  '.rnsitJ^D  by  hm  ^:]  gemeint  ist  wohl  das  2  Reg.  22, 11  ff. 
Eraählte.  Man  darf  ?]cr  ')2]if  h';  'hn  i6  Am.  6,  6  und  D20  nhn  p« 


Sir.  48,  24—49,  6.  469 

"''73?  1  8am.  22,8  vergleichen.  Vielleicht  ist  dann  nSm  herzustellen. 
Die  Ueberss.  lassen  uns  hier  im  Stich.  Gr.  aüio;  xa-su&uvör^  iv 
imazpo'sifi  laoo  (S"  aOtoo),  was  wohl  heissen  soll:  er  war  recht- 
schaffen in  der  Bekehrung  des  Volkes  (indem  er  das  Volk  be- 
kehrte). Vgl.  ■  xaTS'jöoviiv  V.  3  und  zu  20,  21,  sowie  s-jöuvöiv  v.  9. 
Vielleicht  dachte  er  an  hn.  Auf  Xotou  statt  des  Suffixes  (vgl. 
V.  13)  ist  nichts  zu  geben  (vgl.  zu  46,  20),  und  die  Bekehrung 
(neuhebr.  nz'^'ii?)  hat  Gr.  wohl  willkürlich  statt  des  Abfalls 
gesetzt.  Vielleicht  ist  aber  dr^oaxpr^rpf,  zu  schreiben.  Syr.  scheint 
blind  zu  raten:  weil  er  beschützt  würde  ("i^üns'  =^  x7.-3'jt}'jvi>r^?) 
vor  dem  Unglück  (sjroj);  er  hat  vielleicht  an  2  Reg.  22,  19  f. 
gedacht.  —  nzu^')]  vgl.  2  Reg.  23,  5.  11.  Gr.  xotl  2?9;(>£v,  Syr. 
Sa;!;  vgl.  zu  7,6.  —  mnpr]  vgl.  2  Reg.  23,13.  Syr.  schlecht: 
Kinj?.  —  'rsn]  Syr.  xnr':i:n,  lies  mit  Nöldeke  NnvyoT;  Gr.  dvoa-^ac 
(vgl.  Prv.  13,  11  LXX). 

3.  izh  ha  ha  nm]  der  Ausdruck  ist  gebildet  nach  23S  cn 
(Gen.  20,5  u.  ö.);  vgl.  auch  das  Hifil  Job.  22,3.  Gr.  xa-rs'jö'jvsy 
(Lat.  et  gubernavit  =  xotl  s'jÜ'jvsv?)  Trpoc  x'j[>iov  Tyjv  xctpoiw  aotoo; 
vgl.  51,  20,  wo  Hehr,  "nn:  ''K^c:,  aber  auch  7,  6,  wo  z'j%'j-r^c  = 
c^an.  Syr.  nnS  «nSs^  nh^'ar  —  Vgl.  2  Reg.  23,  3.  25.  —  Dan  ^ti^zi] 
vgl.  zu  18,  21.  27  und  zu  10,  23.  Gr.  xal  ev  yjaspcti;  dvoarov.  Syr. 
snan  ^arä.  —  ncn  nii'j;]  vgl.  46,7  und  zu  44,1.  Gr.  willkürlich: 
xati's/'JCJsv  TTjV  2'jcjsßsiav.  Syr.  Kflli^ip  n2>\ 

4.  Zum  Versbau  in  a  und  b  vgl.  zu  1,  2.  Griechisch 
war  er  schlecht  wiederzugeben,  Gr.  zog  deshalb  itk^sM  zu  a  und 
setzte  für  in^nK^n  ^:l■r^\l^i^l^l'yy  (Syroh.  om.,  253  -Xsiac,  A  106  -Xsia) 
^■K}■.r^l^.\lilr^'3ay  (vgl.  zu  5,  15  und  zu  41,  18).  Uebrigens  fügen  Gr. 
Syr.  vor  )n''pin''  mit  Unrecht  ein  xa-'  hinzu.  Vgl.  zu  45,  10.  — 
Zu  c  vgl.  zu  41,  8.  —  )2'T'i\  Gr.  xa-rsXi-ov  ya^.  —  Syr.  om.  jrSy. 
—  Gr.  für  d  schlecht:  oi  (Syroh.  253  157  ov,  23  praem.  w?) 
ßasi/.sr?  'lo'joa  £;ö'Xi-ov.  Lat.  reges  Juda  (defecerunt)  et  contem- 
pserunt  timorem  dei.  Man  darf  aber  vielleicht  £o>;  vor  £;eÄ'.-ov 
einsetzen;  vgl.  Cod.  23  und  LXX  Jer.  24, 10.  —  Sirach  urteilt 
über  die  judäischen  Könige  etwas  anders  als  die  Chronik,  nach 
der  schon  Assa  imd  Josaphat  die  Höhen  beseitigt  haben. 

5.  Nach  Gr.  loojxctv  (Co.  70  155*  sooixsv)  yap  (248  om.)  to 
xspa?  auTwv  silpoic  und  Syr.  „und  sie  gaben  ihre  Macht  Anderen" 
ist  WT  und  in«'?  zu  schreiben  (vgl.  1  Macc.  2,48  und  zu  11,19). 


470  S"'-  44—49. 

Sodann  ist  hz:,  das  Gr.  Syr.  nicht  ausdrücken,  zu  streichen.  Es 
ist  eine  vielleicht  aus  50,  26  eingedrungene  Variante.  —  Durch 
ihre  Sünde  bracliten  die  Könige  es  dahin,  dass  die  nationale 
Herrlichkeit  unterging, 

6.  in'^n]  Gr.  evsTrupiaotv ;  Syr.  inpj?!,  was  vielleicht  in  npisi 
zu  ändern  ist.  Aber  Syr.  kann  auch  "in'^n  und  "I5fn''l  verwechselt 
haben.  —  tt'np  rT'npJ  Gr.  verschönernd:  sxXeztyjv  -oXiv  (253  ttoXiv 
£xX.)  7.7i7'a[j,a-:oc  (s.  z.  36,  18).  —  li^tJ'"'!]  ist  wegen  des  Folgenden 
als  Prädikat  auf  iTnmx  zu  beziehen,  Gr.  (xal  vif-r^ixfusav)  und  Syr. 
(T'njfS'l)  beziehen  es  falsch  auf  die  Juden.  —  .TnrnNj  ist  nach  ''^m 
|vy  Thr.  1,4  zu  erklären.  Syr.  sinnlos:  nnn^n  pb:;  vielleicht 
ist  nnm'i«  herzustellen. 

7.  Jeremias  Weissagung  bewirkte  den  Untergang  Jerusa- 
lejns,  sie  war  übrigens  veranlasst  durch  die  Misshandlung,  die 
er  von  Seiten  der  Judäer  erfuhr.  Vgl.  das  Jer.  36 — 38  Erzählte. 
In  der  Tat  verlangt  Jeremia  überall,  wo  er  seine  Verfolger 
verwünscht,  indirekt  den  Untergang  Judas.  ■ —  T3]  Syr.  ^arz  (vgl. 
zu  48;  23).  —  iniJV  "d]  Syr.  om.,  Gr.  sxaxtoaav  yap  aurov.  —  Zu 
b  vgl.  Jer.  1;  5.  —  12:1:  cma]  vgl.  auch  46,  1.  Gr.  h  \ir,-[ja  (k 
Aeth.  £x  fj-T/xpotc,  Lat.  a  ventre  matris)  rf^idrsbr,.  Das  letztere  ist 
offenbar  Avillkürliche  Abwandlung  nach  Jer.  1,5,  aber  auch  cma 
ist  nicht  anzufechten.  —  Syr.  für  b:  Avelcher  war  vom  Leibe 
seiner  Mutter  ein  Prophet.  —  Syr.  om.  c  und  d.  —  Gr.  axptCoüv 
xal  xaxouv  (Lat.  eruere)  X7t  aTroXXusiv  o^aauroj?  oixooofxsiv  xal  xaia- 
9UT£'j£iv  (Lat.  renovare).  Vgl.  LXX  Jer.  1,  10:  ExpiCouv  xai  xa-ra- 
axa--£iv  xal  aTroX/>'j£'.y  xal  ayo'.xooo'xsiy  xal  xatacpuxE'jsiy.  Dass  Gr. 
ihr,  wenn  auch  nur  gedächtnismässig,  folgte,  ist  wegen  des  sonst 
im  griechischen  A.  T.  nicht  vorkommenden  aTroXXustv  wahrschein- 
lich. Vgl.  zu  xaxoSy  statt  pDjS  auch  LXX  zu  der  Parallelstelle 
Jer.  31,  28  (=  nn'?).  Aus  dem  Anschluss  an  LXX  begreift  sich 
auch  die  Uebergehung  von  y^rh)  (das  Verbum  oft  bei  Jeremia; 
vgl.  auch  Dan.  9, 25).  Dagegen  ist  ü'\rh  höchst  verdächtig,  weil  ) 
davor  fehlt,  und  LXX  es  nicht  ausdrückt.  Streicht  man  es,  so 
stehen  in  beiden  Stichen  je  drei  einander  entsprechende  Verba  sich 
gegenüber.  Also  wird  tSirh  aus  MT  nachgetragen  sein.  —  Wahr- 
scheinlich hat  Sirach  Jer.  1,10  das  vitsjSl  mzh  gelesen,  im  Cod. 
AI.    der  LXX  fehlt  xal  ayoixooo[i.£ry  xal  xaTa'^u-£U£iv,   während  der 


Sir.  49,  6-9.  471 

Enkel    es    vermutlich   auch  in    der  LXX  las.     Aber  es  Ivonnte 
sehr  wohl  schon  zu  seiner  Zeit  eingetragen  sein. 

8.  Syr.  mit  Umstellung  der  Worte:  und  Ezechiel  machte 
bekannt  die  Arten  (kd3J,  1.  xdjj)  des  Wagens  und  sah  ein  Gesicht. 
Aber  die  Umstellung  ist  auch  im  Syr.  wohl  nicht  ursprünglich. 
Denn  p  u  haben  N'i'n  für  i^ü::,  vermutlich  hat  ein  Abschreiber 
am  und  ''in  vertauscht.  —  hüp'n^]  Gr.  sinnlos  'IsC^xir^X  6'?,  157 
'löCexiTjXo?.  —  nK*i!3]  Gr.  opotaiv  8oqr^^,  aber  letzteres  ist  Zutat 
(vgl.  zu  45/2  und  T)23  Ez.  1,28.  3/2  usw.).  Vgl.  Ez.  1,1  m^ü) 
ü'^rhü  mxiö,  auch  sonst  oft  nsnD  nsn  bei  Ezechiel.  —  Gr.  für  b 
ungenau:  r^v  unioctcsv  (s.  Z.  14,  12)  autco  sttI  dpiioL-zo:  yspoußsrfi-, 
^j:  (von  ]]  37,  28.  Ps.  144,  13.  2  Chr.  16,  14.  Dan.  3,  5.  7.  10.  15 
sowie  Syr.  zu  23,  16)  wird  allerdings  die  Mischgestalten  der 
Cherube  bedeuten.  Syrisch  heisst  s''iJi  mannigfaltig.  Den  Ausdruck 
naDia  gebraucht  Ezechiel  nicht;  Agl.  aber  schon  1  Chr.  28,  18. 
Ein  apokalyptisches  Interesse  blickt  in  den  Worten  durch. 

9.  Man  konnte  sich  nicht  darin  finden,  dass  von  Ezechiel 
so  wenig  gesagt  und  gar  Hieb  hier  zwischen  ihm  und  den 
Zwölfen  als  Prophet  aufgeführt  sein  sollte.  Deshalb  änderte 
man  T2n  oder  T2tJ*  in  T2"n,  was  schon  Gr.  vor  sich  hatte,  der 
obendrein  n"'lK  für  aVK  las  oder  annahm:  xat  yap  (vgl.  zu  v.  14) 
sfxvr^cjör^  xöov  £/üpt7>v  (Sah.  Aeth.  s/öpoy)  sv  o|i.|5p(i)  (Aeth.  im  Zorn). 
Er  gewann  damit  eine  Anspielung  auf  den  Gog  in  Ez.  38.  39, 
die  anderen  eine  auf  Ez.  14,  12ff.  Syr.:  und  auch  über  Hieb 
redete  er  (idk).  Dass  nrs  riclitig  ist,  zeigt  b;  übrigens  kann 
Sirach  es  unmöglich  dem  Ezechiel  zum  Verdienst  anrechnen, 
dass  er  irgendwo  den  Hieb  erwähnt  hat.  Dass  Sirach  damit 
aber  die  kanonische  Würde  des  Buches  Hieb  habe  beweisen 
wollen,  ist  kaum  denkbar.  Vielmehr  handelt  es  sich  um  den  I2i 
Hiobs  im  Munde  Sirachs,  von  dem  Hiob  mit  Ehren  genannt  wird 
als  einer,  der  in  die  Reihe  der  Propheten  gehört.  Auch  Abraham 
heisst  kS''nj  Gen.  20,  7.  Ps.  105,  15,  und  Prophetie  nimmt  Sirach 
nahezu  für  sich  selbst  in  Ansprach  (vgl.  24,  33  und  zu  50,  27), 
weil  alle  Wahrheit  durch  die  Prophetie  von  Gott  kam.  Also 
kann  er  auch  das  Buch  Hiob  zu  den  Prophetenbüchern  rechnen 
wie  Josephus  (c.  Ap.  I  8).  Nur  so  kann  es  verstanden  werden, 
dass  er  den  Hiob  an  diese  Stelle  setzt.  Er  muss  ihn  deshalb  aber 
auch  ausdrücklich  als  Propheten  bezeichnen.     Syr.  übergeht  das 


472  Sir-  44—49. 

Wort,  das  hinter  srs  stand,  vermutlich,  weil  ihm  Hieb  nicht  als 
Prophet  galt.  Aus  demselben  Grunde  war  «""Di  in  der  Hs.  an- 
scheinend in  «"tt'J  korrigiert.  Gr.  (sv  o;i[3p.(o)  hat  «""iJ,  das  zu  3''1S 
nicht  passte,  mit  yDJ  (vgl.  zu  18,  29)  zusammengebracht,  womit 
der  Fehler  v^'J  für  Knj  50,  27  sonderbar  stimmt.  Die  Succession 
der  Propheten  kommt  für  Hieb  nicht  in  Betracht,  auch  bei  den 
Zwölf  war  sie  nicht  durchzuführen.  Aber  eben  der  letztere 
Umstand  gibt  die  Gelegenheit,  den  Hieb  hier  einzuschalten. 
Immerhin  scheint  Sirach  den  Hiob  nicht  für  uralt  gehalten  zu 
haben.  Obendrein  würde  aus  T3ix  c:i  vielleicht  zu  schliessen 
sein,  dass  die  Autorität  des  Buches  Hiob  nicht  allgemein  fest- 
stand. Sirach  begründet  sie  aus  Hiobs  volll\ommener  Gerechtigkeit. 
—  h:ih'2  bedeutet  hier  wie  6,  20  einen  Weg  einhalten.  —  Die 
Ergänzung  pn[i;  "riji  nach  Syr.  "in  anyi'  nnmis  jM^n.  Gr.  xoci 
(Lat.  Sah.  om. ;  aber  Sang.  Corb.  Theoder.  et)  aYaÖwnai  (23 
xaxopöroaat,  248  70  Syroh.  253  106  157  Aeth.  xaxwpÖwss)  to-jc 
EuöuvovTctc  oooü?.  Ich  halto  x7TOf>f}foaoti  für  das  Ursprüngliche  (zum 
Infinitiv  vgl.  zu  47,  9),  es  entspricht  wohl  dem  b^hzfi,  wogegen 
das  Uebrige  Umkehrung  von  pni'  ''2'n  ist,  wobei  Gr.  "'Tn  als 
Partizip  verstand. 

10.  Gr.  fasst  a  richtig  als  vorausgestellten  Nominativ  zu  b: 
xat  x&v  otuoexa  irpocpr^xÄv  xa  oöxa  xxX. ;  vgl.  zu  46,  12.  Cod.  70 
hat  vor  b  nach  letzterer  Stelle  siV;  xo  [xvr,(j,oauvov  h  soXo^iat?  und 
hinter  d:  sirj  xo  [xvyj;xoauvov  auxÄv  h  iuXoYtaic.  Cod.  248,  der  von 
einem  der  identischen  Sätze  zum  andern  überlas,  hat  nur  das 
erstere  und  lässt  b — d  aus.  —  'io'''7nn  ntr«]  Gr.  Traps/aXsaö  (70 
253  k  A  55  254  155  Lat.  (?)  TrorpsxocXsaav)  os  (Syroh.  253  om.; 
70  8*=^  106  k  157  A  55  254  155  Lat.  ya»,  Syr.  VDST;  vgl.  zu 
15,  20.  —  Für  Jakob  haben  70  und  Syr.  Israel.  —  imrjJt^n] 
könnte  als  Kai  oder  Piel  verstanden  werden,  für  das  man  nach 
dem  Nifal  (auch  =  vertrauen)  die  Bedeutung  Zuversicht  geben, 
trösten,  annehmen  dürfte.  Indessen  stand,  wie  Peters  gesehen 
hat,  ursprünglich  wohl  )n)V^^"i  in  der  Hs.,  was  auch  Gr.  (s.  z.  48,20) 
empfiehlt.  Er  hat  für  d:  xal  iXuxptocaxo  (aber  A  254  Lat.  iXu- 
xptoaavxo)  auxou?  iv  -foxsi  zlrdoo:  (Lat.  virtutis).  Das  letztere  ist 
vielleicht  ^  niss  mpn;.  Syr.  scheint  den  Satz  umzudrehen:  und 
sie  verhiessen  (oder:  gaben  Vertrauen,  iSsn«!)  ihnen,  dass  sie 
erlöst  werden  würden  (ppncnöi).  Weshalb  die  meisten  griechischen 


Sir.   49,  10-12.  473 

Hss.    das  Verbum  beide  Mal  im  Singular  haben,    bleibt  unklar. 

—  Dass  die»  Zwölf  als  Tröster  erscheinen,  ist  z.  T.  durch  die 
Stelle  veranlasst,   die  sie  hier  einnehmen. 

11.  no]  =  Syr.  wo;  Gr.  ttäc.  —  rhi::\  vgl.  43,  28.  30, 
und  betr.  des  Plurals  zu  43,  27  sowie  v.  2.  13.  Gr.  fjL£7aX6v(ojj,£v, 
Syr.  n2^:;  vgl.  zu  48,  22.  17,  13.  —  Zu  b  vgl.  Hagg.  2,  23. 
Jer.  22,  24  und  zu  17,  22.  —  Gr.  Syr.:  xal  otuxk  (Lat.  nam  et, 
Syr,  welcher  war)  uic  a's^jrx-^U  i-1  oscia;  /sipoc.  In  der  hebr.  Hs. 
war  die  Wortstellung  anders.  Cod.  23  om.  wc  (Lagarde  schweigt 
aber  darüber). 

12.  Für  ou-wc  hat  Sah.  „und",  Lat.  sie  (Am.  Sang.  Corb. 
om.)  et,  Syr.  piki.  Danach  ist  wohl  dj'i  zu  vermuten;  doch  vgl. 
zu  13,  20.  —  Für  'J-/)aouc  olh;  'Itossosx  (23  aoa^)  hat  Lat.  Jesum 
(filium)  Josedec.  Durch  den  Relativsatz  ist  der  Akkusativ  nicht 
erfordert.  —  Für  ol  iv  yj;x£f>«ic  aozCov  or/oooixriaav  oixov  (B*  A  TC'jjOYOv) 

hat  Syr.:  die  in  ihrer  Armut  (pnm::D?:2,  w  Ambr.  pnm:D:o3)  auf- 
richteten (lO'px)  den  Altar.  Syr.  wird  bezüglich  des  Altars  schon 
durch  seine  Uebersetzung  von  45,  24  (s.  d.)  einigermassen  ver- 
dächtigt., immerhin  mag  er  ihn  in  seiner  Vorlage  gefunden  haben 
(vgl.  Ezr.  3,  2.  3).  Aber  auf  n'27\  (=  olxov)  möchte  man  nach 
50,  1.  47,  13  schliessen,  wo  es  beide  Mal  dem  hyn  (=  voiov) 
bezw.  ^yn  voraufgeht.  Uebrigens  dürfte  oixov  Korrektur  für 
rup'i'ov  sein.  Denn  das  letztere,  das  jedes  hohe  Gebäude  be- 
zeichnen kann,  ist  der  Rhetorik  des  Gr.  angemessen;  vgl.  auch 
Joseph.  Bell.  VII  10,  3,  wo  der  Tempel  von  Heliopolis  als  TrupYto 
Kotpc(-^3ioc  bezeichnet  ist.  Erklärlich  ist  die  Korrektur  von 
7:6p7ov  in  otxov,  nicht  aber  die  gegenteilige.  Stand  aber  Tiup^ov 
da,  so  kann  das  nicht  auf  nilfi,  wohl  aber  auf  r";!*!  zurückgehen, 
das  später  in  nn'D  geändert  war.  Ebenso  mag  Syr.  cmjya  statt 
CiTö":  in  seiner  Vorlage  gefunden  haben;  vgl.  1  Chr.  22,  14  '':V2 
und  Ps.  132,  1  )n):v  '^d,  beides  von  Davids  Bemühung  um  den 
Tempelbau.  Aber  auch  das  Verdienst  des  Simon  um  den  Tempel 
wird  50,  1  mit  ro^n  verumständet;  vgl.  Neh.  12,  7.47.  Uebrigens 
hat  Syr.  "iim  an  Stelle  von  lon^l  (Gr.  dvu'^^toaav  vgl.  Dan  Ezr.  9, 9), 
iD^ps  an  Stelle  von  (oxooojxr^a7.v  gestellt.  —  K>"ip  SdNI]  Gr.  erweiternd : 
vaov    (B  S    Syroh.  Sah.  Aeth.  ).aov    vgl.    zu  36,  19)    a^iov    xuf>»o. 

—  Am  Schluss  klingt  die  messianische  Hoffnung  durch;  vgl, 
Hagg.  2,  7.  9. 


474  Sir.  44—49. 

13.  Ausser  248  70  Syroh.  253  23  S^'  B  haben  alle  Hss.  des 
Gr.  für  a:  xal  Nssfxiou  im  ttoX-j  to  [xvyjjioauvov.  Das  zct  könnte  wieder 
=  DJ!  sein,  aher  im  Toi.  fehlt  et,  und  der  Letzte  in  der  Reihe 
wird  passend  ohne  jede  Kopula  eingeführt.  —  LXX  setzt  i-\ 
-rA'j  öfter  für  nm,  aher  Gr.  las  schwerlich  nD-f,  und  «JD3,  das  Syr. 
für  "ns"  hat^  geht  auf  Gr.  zurück.  Uebrigens  ist  "ns"  vielleicht 
als  Nifal  oder  Hofal  zu  sprechen  nacli  iik:  43,  11  bezw.  Tisn 
33,  7.  —  Im  Gr.  trennte  man  Xs£[xi  ou,  dann  flel  oo  aus  (Amiat. 
Neemi).  Weiter  wurde  v££ij,i  zu  V3|x£i  und  ixcvsi  (so  253  =  Syroh. 
«ipi),  imd  das  wurde  (auf  Zerubbabel  und  Josua  bezogen)  in 
vi;xouatv  (B  S*)  und  [isvouaiv  (23)  korrigiert.  Sah.  (wir  geben)  las 
vielleicht  vsjxofxsv.  —  Dagegen  248  70:  xai  ev  IxXexxoic  r^^^  Nee|j,iac 
(70  'IspsjjLia?)  00  Itti  koXI»  to  [j.v/]aoa'Jvov  autoo  (70  auTo>y).  —  "UTlSin] 
Gr.  frei:  y^xTv  (70  Syroh.  253  23  S  106  157  Sah.  richtig  r^ixÄv) 
xet/rj  TTETTTfoxoTct.  —  Gr.  Stellt  c  scMecht  hinter  d.  —  xdT'"i]    vgl. 

1  Reg.  18,  30.  Syr.  und  er  baute  wieder  auf  {^:2)),  Gr.  xai  ocvs- 
Yci'pavToc.  —  irnom  ns]  vgl.  Am.  9, 11.  Syr.  inonoD,  Gr.  ta  oixoTrsoa 
-^iixwv;  vgl.  LXX  Ps.  102,  7  (=  mann).  —ZT)]  vgl.  Jos.  6,26.  Syr. 
schlecht:  i3j?i.  —  nn2  c^nSi]  vgl.  Dt.  3,  5.  1  Sam.  23,  7  u.  ö. 
Gr.  Syr.  setzen  auch  für  n^'iZ  den  Plural;  vgl.  zu  28, 25.  Er 
spielt  an  auf  Neh.  6,  1.  7,  1,  meint  aber  etwas  Allgemeineres. 
Er  verwechselt  nämlich  die  Neh.  1  vorausgesetzte  Zerstörung 
der  Mauern  Jerusalems  mit  der  chaldäischen  (vgl.  2  Macc.  1,  18). 
—    Mit  Nehemia   schliesst   die  kanonische  Zeit  ab,    weshalb  er 

2  Macc.  als  der  zweite  und  letzte  Sammler  des  Kanons  er- 
scheint. Dass  Ezra  übergangen  wird,  ist  auffällig.  Es  erklärt 
sich  aber  wohl  daraus,  dass  Sirach  über  die  Entstehung  des 
Kanons  noch  nicht  reflektiert.  Deshalb  war  die  Erzählung  von 
der  Einführung  des  Gesetzbuchs  durch  Ezra  für  ihn  bedeutungs- 
los. Die  über  die  Scheidung  der  Mischehen  war  ihm  dagegen 
wohl  unverständlich  oder  gleichgültig,  da  seine  Zeit  die  Misch- 
ehen duldete.     Vgl.  übrigens  zu  38,  34  c  d. 

14 — 16.  Um  das  Lob  der  Väter  abzuschliessen  und  es 
zugleich  gegen  das  Lob  des  Simon  abzugrenzen,  biegt  Sirach 
jetzt  auf  die  Urzeit  zurück.  Er  holt  von  den  Vätern  Israels 
nebenher  den  Joseph  nach,  um  dann  aber  auf  den  ersten  Menschen 
hinauszukommen,  den  er  als  Träger  der  Wahrheit  und  zugleich 
der    höchsten   Herrlichkeit    ebenfalls    für    Israel    in    Anspruch 


Sir.  49,  13—16.  475 

nimmt.  Dabei  stellt  er  in  zwei  Vergleichen  Joseph  dem  Henoch, 
Adam  dem  Sem  und  Seth  gegenüber.  Mit  dem  ersten  Vergleich 
knüpft  er  an  den  Anfang  der  Aufzählung  44,  Iß  (s.  d.)  an. 

14.  yj£)i  ayo]  Syr.  r^zns  pi^:.  Das  beweist  nicht  für  n^ii, 
in  das  i^U  allerdings  korrigiert  zu  sein  scheint.  Gr.  vergröbernd: 
o'josk  (aber  B  A***  ouSs  zlc)  Ixxta&yj.  —  Mit  oFo;  'Evu)y  -oiouxo?  siri  xr)? 
YT^,-  stehen  B  (157)  allein.  Nach  Hebr.  8yr.  ist  mit  106  55  254 
Lat.  zu  lesen:  im  -zr^c  yy)c  oro;  'Evco/.  Ebenso  lesen  die  übrigen 
Handschriften^  nur  dass  248  70  das  unechte  xoio-jxo?  vor  im, 
alle  anderen  es  vor  olo;  haben.  —  Syr.  om.  b,  aus  Bedenk- 
lichkeit, wie  44,  16.  —  H)n  CJl]  Gr.  xcd  yap  (A  om.)  a-jxo;;  vgl.  zu 
V.  9.  Zurückverwiesen  wird  hierbei  nur  auf  Elia;  vgl.  zu  44,16. 
—  nph:]  Gr.  avtlri^z^^  (vgl.  48,9,  A  [xsxcxsör,  vgl.  44,16).  —  c^jq] 
Gr.  rathlos:  «7:0  ~r^:  77;?.  Indessen  steht  D"'ic  deutlich  im  Gegen- 
satz zu  in"''i:  V.  15  und  heisst  wohl  s.  v.  a.  in  Person,  leibhaftig. 

15.  Gott  kümmerte  sich  sogar  um  die  Leiche  Josephs, 
indem  er  sie  nach  Kanaan  gelangen  liess.  Das  soll  mehr  be- 
deuten, als  dass  er  einen  lebendigen  Menschen  in  den  Himmel 
entrückte.  Sirach  ist  hier  nicht  mehr  weit  von  der  alexandrini- 
schen  Exegese.  —  Betr.  der  Wortstellung  in  a  vgl.  zu  35,  7.  — 
Gr.  für  a  unverständig:  ouos  ojc  (B  68  für  beides  nur:  0  r,i^  Hss. 
des  Lat.  nur:  et,  253  om.  wc)  '[^o:jr^'s>  (Lat.  add.  qui,  aber  Toi. 
Am.  Sang.  Theoder.  om.)  i'(tY^r^ih,  (B  S  A  106  sclüecht  l^ev/^Or^) 
avTip.  Syr.,  der  ex  freilich  miss versteht,  errät  richtig  den  Sinn: 
und  eine  ^Mutter  wie  den  Joseph  niclit  gebar.  „Wenige  wie 
Henocli,  keiner  wie  Joseph!"  —  Im  Gr.  folgt  nach  a,  was  Hebr. 
S}T.  richtig  vor  50,  1  lesen.  —  wu]  Gr.  xa  oaxa  auxoü,  in  Er- 
innerung an  maiT  Gen.  50,  25.  Ex.  13,  19.  Jos.  24,  32.  —  nip^^i] 
der  Ausdruck  ist  nach  Gen.  50,  25  gewählt.  Gr.  i-ssxei:/^  (248 
70  add.  uTTo  xupt'oo,  Lat.  add.  et  post  mortem  prophetaverunt  vgl. 
48,  13).  —  Syr.  für  b:  und  auch  sein  Leib  wurde  bestattet 
(ti^rriK)  in  Frieden  (vgl.  44,  14). 

16.  Im  Anfang  ist  i  nach  den  Verss.  zu  streichen.  —  Syr. 
Lat.  stellen  Seth  vor  Sem,  wobei  sie  beide  vermutlich  einem 
griechischen  Text  folgen.  —  npc:  ^)ia'\]  Gr.  iv  avilpoWoic  iorjr^.a^q'^rjy, 
Syr.  rnnns  x?^«:s;  ti»';:«!  (für  a)if2ü2  setzt  t  korrigierend  xm:KD2  nach 
u  smJM).  Er  hat  ti^iJST  und  iv  7.vi)[ia)-otc  addiert,  übrigens  hat  er 
ein  anderes  Verbum  gelesen.     Nun   ist  npcj  offenbar  aus  v.  15 


476  Sir.  44—49.    50. 

eingedrungen.  Die  Differenz  von  Gr.  und  Syr.  hat  aber  ihr 
Komplement  darin,  dass  in  b  dem  iv  ■z7^  (S*=*  om.)  xnast  beim 
Syr.  «nrnntiTi  =  Hebr.  mxcn  gegenübersteht.  Hier  sind  nun 
Hebr.  Syr.  augenscheinlich  im  Kecht.  Es  ist  deshalb  zu  ver- 
muten, dass  in  a  1S"Q3  (vgl.  16,  26)  oder  iphm  (vgl.  34, 13)  stand, 
und  Gr.  1X123  und  mscn  vertauschte.  Dagegen  ist  er  mit  ^m2 
gegen  ^m)  im  Recht.  ]\Ian  kann  sich  für  letzteres  darauf  be- 
rufen, dass  abgesehen  von  llenoch  und  Noa  nur  bei  Sem,  Seth  und 
Enos  etwas  berichtet  wird,  wodurch  diese  drei  zugleich  als  Gott- 
begnadete bezeichnet  werden  (Gen.  4,  25.  26.  9,  26).  Aber  die 
Reihenfolge  wäre  unbegreiflich,  und  lsn3J  kann  für  sich  allein 
nicht  bestehen.  Deshalb  ist  es  wohl  in  npoj  korrigiert.  Uebri- 
gens  entsprechen  einander  in  v.  14 — 16  Y'\iin  hv,  13J,  t^W2  und 
"n  '73,  ebenso  iifli,  nSu  und  isnnj.  Die  Verwechslung  von  2  und  ) 
findet  sich  im  Hebr.  auch  45,  14.  Sem  und  Seth  sind  die  beiden 
Söhne  Noas  und  Adams,  von  denen  die  heiligen  Linien  der 
zweiten  und  der  ersten  Menschheit  abstammten.  Dadurch  nehmen 
sie  eine  sehr  hohe  Stellung  in  der  Geschichte  ein,  aber  alle 
menschliche  Herrlichkeit  übertrifft  die  Herrlichkeit  Adams.  Zum 
ersten  Mal  taucht  Adam  in  der  jüdischen  Literatur  hier  als  der 
unvergleichlich  Herrliche  auf.  Diese  Schätzung  des  ersten 
Menschen,  bei  der  man  der  Poesie  von  Gen.  2  einen  neuen, 
und  den  Worten  von  Gen.  1,  26  einen  persönlichen  Sinn  gab, 
hatte  ihre  Wurzel  in  der  messianischen  Hoffnung,  die  ihr  Ideal 
in  der  Vergangenheit  suchte  und  es  bis  auf  den  Anfang  der 
Welt  zurücktrug.  —  "n  hz  hv)]  Gr.  x7.l  u-rsp  7:av  C^ov  (248  om.), 
Lat.  et  super  omnem  animam,  Syr.  pSn  |mSi:  hv-  —  ^v  xtias'.]  Lat.  in 
origine.  Grotius:  habuit  hoc  Adam  eximium  quod  non  genitus  a 
parente  sed  a  Deo  factus  est,  unde  Dei  filius  vocatur  Luc,  3,  38. 


XXL    c.  50. 

Lob  des  Hohenpriesters  Simon.  —  Schluss. 

Der  Hohepriester  Simon  gehört  nicht  zu  den  heiligen  Vätern 
der  Vorzeit,  deren  Reihe  mit  dem  Rückgang  auf  Adam  49,  14 — 16 
scharf  abgegrenzt  ist.  Aber  das  Lob,  das  ihm  gespendet  wird, 
klingt  im  Ausdruck  öfter  an  das  Lob  der  Väter  an  und  es  findet 
geinen  Abschluss  in  ähnlichen  Worten  wie  das  Lob  des  Pinehas. 


Sir.    60.  477 

In  warmer  Verehrung  wird  Simon  als  ein  Hoherpriester  gefeiert, 
der  der  grossen  Vergangenheit  Israels  wert  war,  seinem  Volke 
ein  Hort  gegenüber  den  Heiden  und  sein  höchster  Stolz  in  seiner 
priesterlichen  Herrlichkeit.  Vor  allem  aber  wird  sein  Geschlecht 
aufgefordert,  Gott  um  dieses  Mannes  willen  zu  preisen,  in  Weis- 
heit seinem  Vorbilde  zu  folgen  und  Frieden  unter  sich  zu  halten, 
damit  das  Ilohepriestertum  stets  bei  Simons  Geschlecht  bleibe. 
Man  könnte  meinen,  Simon  lebe  noch;  ich  selbst  habe  das  früher 
angenommen.  Der  vorliegende  griechische  Text  von  v.  24b 
kann  nur  so  verstanden  werden,  und  auf  diese  Auffassung  führt 
zunächst  auch  der  Wunsch  v.  24  a,  dass  Gottes  Gnade  bei  Simon 
bleiben  möge.  Uebrigeus  wird  die  Herrlichkeit  Simons  zumeist 
in  seiner  hohenpriesterlichen  Funktion  am  Versöhnungstage  ge- 
schildert. Das  erscheint  als  einigermassen  verständlich  bei  einem 
noch  lebenden  Hohenpriester,  in  dessen  heiligster  Amtsliandlung 
zugleich  die  Herrlichkeit  des  Volkes  gipfelt.  Ist  Simon  dagegen 
schon  tot,  so  fragt  mau  sich,  wie  Simon  durch  diese  Schilderung 
gefeiert  werden  konnte,  die,  wie  man  meinen  sollte,  ebenso  auf 
seinen  Nachfolger  passte.  Denn  Simon,  die  Priester,  die  Sänger 
und  das  Volk  tun  hier  nur,  was  vermutlich  bei  jeder  gesetzlichen 
Feier  des  Versöhuungstages  geschah.  Aber  eine  ähnliclie  Frage 
erhebt  sich,  wenn  ein  noch  lebender  Hoherpriester  gefeiert  wird. 
War  die  Feier  nicht  unter  allen  seinen  Vorgängern  dieselbe  ge- 
wesen? Dazu  kommt,  dass  von  Simon  überall  im  Perfektum 
geredet  wird.  Seine  Regierungszeit  erscheint  v.  1 — 3  als  ein 
abgeschlossener  Zeitraum,  und  die  Mahnung  v.  22 — 24  scheint 
sich  zu  V.  1 — 21  ebenso  zu  verhalten  wie  45,  26  zu  45,  23 — 25, 
und  an  die  Söhne  eines  Verstorbenen  zu  ergehen.  Der  griechische 
Text  von  50,  24b  könnte  höchstens  beweisen,  dass  man  einmal 
c.  50  auf  einen  noch  lebenden  Simon  bezogen  hätte.  Aber  der 
hebräische  Text  ist  ihm  überlegen,  der  griechische  obendrein 
wahrscheinlich  verderbt,  und  v.  24  a  kann  auch  auf  einen  schon 
verstorbenen  Simon  sich  beziehen  (s.  d.).  Man  muss  deshalb 
annehmen,  dass  Simons  Nachfolger,  Onias  III.,  am  Versöhnungs- 
tage nicht  mehr  funktionierte,  und  die  Feier  zu  seiner  Zeit 
überhaupt  nicht  in  früherer  Weise  gehalten  wurde.  Das  ist 
auch  aus  anderen  Gründen  nicht  unwahrscheinlich  (vgl.  zu  41,  5 
und    Wellhausen,    Israel.    Gesch.  ^    S.    253).      Gleichgültigkeit 


478  Sir.  50. 

gegen  den  Kultus  wird  auch  sonst  von  Sirach  bekämpft  (1,  29 — 31. 
32,  6  ff.).  Man  wird  deshalb*aber  auch  die  Mahnung  v.  23  a  zu 
einem  Teil  hieiauf  beziehen  müssen.  Die  Streitigkeiten  innerhalb 
der  hohenpriesterlichen  Familie,  die  den  Anstoss  zur  syrischen 
Keligionsverfolguug  gaben,  blicken  v.  23  b  durch.  Vermutlich 
bestand  schon  damals  der  Antagonismus  zwischen  Onias  und 
Jason. 

Gefeiert  werden  Simons  Verdienste  um  die  Kenovierung 
des  Tempels  sowie  um  seine  und  der  Stadt  Befestigung,  über- 
haupt um  die  Sicherheit  des  Volkes  und  der  Stadt  (v.  1 — 4  = 
1.  3.  1),  zumeist  wird  aber  seine  Herrlichkeit  am  Versöhnungs- 
tage geschildert  (v.  5 — 21).  Von  der  Darbringung  des  Blutes 
der  beiden  Sündopfer  im  Allerheiligsten ,  der  Entsündigung 
des  Altars  und  der  Entsendung  des  Bockes  an  Azazel  ist 
dabei  nicht  die  Eede.  Alle  diese  Dinge  werden  vielmehr 
der  Euphemie  halber  übergangen,  und  eingesetzt  wird  erst  bei 
dem  Moment  von  Lev.  16, 24,  wo  Simon  nach  Ablegung  der 
weissen  Kleider  zum  letzten  ]\Ial  aus  dem  Tempel  hervortrat 
(v.  5 — 10  =  3.  2.  2),  die  gewöhnlichen  hohenpriesterlichen 
Kleider  anlegte,  die  Brandopfer  (v.  11 — 13  =  3.  3)  und  die 
Weinspende  (v.  14 — 19  b  =  3.  2.  2.  2)  darbrachte  und  zuletzt 
den  Segen  erteilte  (v.  19  c — 21  =  3.  1).  Dahinter  folgt  die 
Mahnung  an  das  hohepriesterliche  Geschlecht  (v.  22  —  24  =  2.  3). 
Das  Ganze  umfasst  36  Disticha.  Die  Schilderung  ist  wichtig 
für  die  Geschichte  des  Kultus. 

49, 15b.  50, 1.  Hebr.  Syr.  haben  49,  15b  mit  Recht  vor 
50,  1,  die  Umstellung  im  Gr.  ist  vielleicht  vom  Uebersetzer  oder 
schon  in  seiner  Vorlage  al)sichtlich  gemacht,  um  dem  Sadokiden 
diese  Prädikate  zu  nehmen;  vgl.  zu  50,24.  —  rnx  h)i:]  vgl. 
Lev.  21,  10,  wo  der  Hohepriester  rnsa  ^mi  heisst.  Gr.  frei: 
rj7o6ij.£vo?  czosX^tüv;  vgl.  10,  20  und  \ii'(a;  im  folgenden  Stichus. 
Ebenso  für  w  mXDm  s-qprdia.  XotoD;  Syr.  und  die  Krone  (s'?'''?:) 
seines  Volkes.  Aber  danach  mscn  anzuzweifeln  ist  verkehrt.  — 
]:rr\']  Gr.  'Oviou,  aber  253  23  S*B*  'lovtou,  155  'Iu>vaou  (l.'Iüiavo'j?); 
Sah.  'Is/ovrots.  Syr,  und  nach  ihm  Syroh.  «''jn:.  Der  König  p'^'i" 
hiess  auch  (i),TJ3^  und  i,t:3,  und  ein  pnr  auch  ,Tin^  iTJn  (vgl. 
Wellhausen,  Geschichte'^  192).  Letzteres  findet  sich  auf  alt- 
jüdischen Inschriften.     Auch  "•Jin"  soll  Pal.  Explor.  Fund,  Quart. 


Sir.  49,15b.  50,1.2.  479 

Stat.  Oct.  1904  S.  320 — 354  belegt  sein.  Danach  Griechisch 
'lovia^  und  'Ovta?.  Die  erstere  Form  findet  sich  oft  auch  in  den 
Josephus-Handschriften^  von  der  letzteren  wusste  der  Syrer  des 
1.  Makkabäerbuches,  dass  sie  =  iTJn  war.  Er  hat  1  Macc.  12,7 
ü^m,  ebenso  Barhebraeus  zu  u.  St.  und  Cod.  Berol.  in  der  Unter- 
schrift zum  Sirach.  Vielleicht  fand  Syr.  in  seiner  Vorlage  ein  fehler- 
haftes iTJni  Denn  für  pnr  findet  sich  auch  X'':inj,  und  Onias  III. 
heisst  im  Talmud  auch  rj'n  und  p'inJ  (vgl.  Herzfeld,  Geschichte  I  (II) 
212,  und  A.  Geiger,  ZDMG  XII  541).  Aber  eher  wird  K^ini  aus  «'•yin 
verderbt  sein.  Jedenfalls  ist  die  Form  pnr  wegen  Gr.  Syr.  noch 
nicht  anzufechten ;  Gr.  kann  die  im  Griechisclien  geläufige  Namens- 
form gesetzt  haben,  und  Syr.  ihm  gefolgt  sein  (vgl.  Syr.  v.  26). 
—  Uebrigens  hat  248  6  'Oviou  für  'Ovtou  uto?;  vgl.  zu  v.  27.  —  |nDn] 
Gr.  Syr.  erklärend:  i3,os'j^  0  asYa?  (vgl.  zu  25. 22).  h*n2  steht 
sclion  in  a,  und  blosses  jn:n  ist  alter  und  vornehmer  Ausdruck 
(vgl.  Ps.  110,4).  —  iTna]  =  in  seiner  Zeit;  so  "n  zuweilen  im 
Syrischen.  Aber  Syr.  nimmt  kürzend  VO'a  vorauf,  das  er  an 
seiner  Stelle  auslässt.  Gr. :  sv  tf,  ^cu^  «oto-j.  Der  Ausdruck  weist 
darauf  hin,  dass  Simon  schon  tot  ist.  —  ipz:]  ist  wohl  fehlerhaft 
aus  49, 15.  16  eingedrungen.  Syr.  ''::rwS.  Gr.  6-ippa^|/£v.  Lat. 
suffulsit.  Danach  ist  mit  Schechter  pin:  zu  vermuten;  vgl.  pi2 
neben  p'n  2  Chr.  34,  10  und  oben  zu  34,  10.  Gr.  setzt  das  Ak- 
tivum,  ebenso  für  p*n  ssTspstuaiV.  Aber  das  Nifal  wird  durch 
V.  2.  3  geschützt,  und  für  pm  ist  ein  sonst  freilich  nicht  vor- 
kommendes Pual  anzunehmen.  Letzteres  bedeutet  hier  befestigen; 
vgl.  V.  4.  48,  17.  —  Von  Bauten  im  Tempel  zur  Zeit  Anti- 
ochus'  III.  ist  in  einem  Schreiben  des  Königs  (Jos.  Antt.  XII 
3,  3,  141)  die  Rede:  xotl  to  -spl  -0  ispov  ocTrapT'.aÖTjVai  spyov  Tot?  ts 
3-07.?  x'oJv  £1  -i  sTifiov  oixoöo[i.7)3ai  oioi.  Das  Schreiben  ist  wohl 
gefälscht,  kann  sich  aber  darum  doch  auf  die  hier  und  v.  2  be- 
schriebenen Bauten  beziehen. 

2.  Hebr.  stellt  v.  2  hinter  v.  3.  Hätte  er  Recht,  so 
müsste  man  wohl  annehmen,  dass  die  Teichanlage  von  v.  3  im 
Tempelgebiet  lag.  Denn  nur  so  wäre  die  Reihenfolge  von  Tempel, 
Teich,  Ringmauer  verständlich.  Aber  wahrscheinlich  war  die 
Oertlichkeit  eine  andere,  und  v.  2  erscheint  als  naturgemässe 
Fortsetzung  von  v.  1.  Hebr.  hat  ferner  v.  3  nns,  v.  2  Tü''2, 
entsprechend  dem  "nni,    W2  in  v.  1.     Dagegen  beginnt  bei  Gr. 


480  Sir.  60. 

V.  2  mit  x7.t  i-'  auToü  (so  70  richtig  für  £-'  7.ot(o  des  Cod.  248 
und  uTi'  auxou  der  übrigen  liss.)  =  "iini  it^ü,  und  umgekehrt 
V.  3  mit  £v  vjixsf-ai?  ao-ou  =  rc^  "iit>s\  Stellt  mau  daher  die  Verse 
nach  Gr.  8yr.  um,  so  müssen  nns  und  rö'n  ihren  Platz  be- 
halten. —  r\:2:\  Gr.  rhetorisch  (?)  £i)£|i.£Xifüi)-/j.  —  rp]  Gr.  sinnlos: 
o<\)0(;  onrXr^?  (248  70  Syroh.  Lat.  oi-ülow).  Wahrscheinlicli  ist 
'J'Vjc,  das  durch  avotX-/)[x;i.7.  geschützt  ist,  ein  geschraubter  Aus- 
druck für  „hohe  Mauer",  und  oi-Xv;;  Fehler  für  otoXr^c.  —  Lat. 
für  a:  templi  etiam  altitudo  ab  ipso  fundata  est  duplex.  Aber 
templi  fehlt  im  Liber  com.,  und  templum  am  Schluss  von  v.  1  j 
im  Tolet.  und  Sang.  —  pyo  mjc]  Gr.  7.va/.-/;;i.;j.7.  ü-V/jXov.  Ersteres  ^ 
steht  2  Chr.  32,  5  für  H)hr2  {=  Festungswerk),  es  fragt  sich,  ob 
es  hier  dem  mJD  oder  dem  für  pv's  mit  Schechter  zu  vermutenden 
nvö  entspricht.  —  Für  -[Sa  hzTii,  das  übrigens  'auch  durch  die 
Lesart  des  Hebr.  in  v.  7  einigermassen  gestützt  wird,  ist  'ü  md 
zu  schreiben;  vgl.  denselben  Fehler  v.  3.  Gr.  stiess  sich  wohl 
an  dem  Vergleich  und  setzte  daher  7:£{>ißoXou  bpoü.  Im  Lat.  ist 
nach  Toi.  Am.  Sang.  (Corb.  Theod.  Lib.  com.)  zu  lesen:  aedi- 
flcatio  excelsa  parietis  templi.  —  Syr.  übernimmt  aus  Gr.  den 
Vorhof  und  addiert  £i>£(i£>a(ut)r^  und  nJ2J:  und  es  wurde  gesetzt 
die  Mauer  (w  Maus.  Berol.  Mas.  I  II  add.  und)  die  Zinnen 
(sn"'j-'j?  =:  mic)  und  es  wurde  gebaut  der  Vorhof. 

3.  Syr.  nur:  und  er  grub  eine  Quelle.  Vielleicht  las  er 
ein  schlechtes  "lipo.  Gr.  hat  für  mpo  niDi  r^k'x■:-oi\}r^  dLTjjooyßw 
(70  S  106  k  157  A  155  296  308  Lat.  Sah.  Aeth.  -ysXo.) 
68aT(uv;  vgl.  39,17  und  zu  43,20.  Fritzsche  emendierte  mit 
Kecht  £A7.-rjjjLr^ {>■/;,  das  in  LXX  für  m:,  und  mehrmals  in  Ver- 
bindung mit  X7V.X0?  vorkommt.  Der  hebr.  Ausdruck  führt  nicht 
gerade  darauf,  dass  der  Teich  in  den  Felsen  gehauen  wurde, 
aber  der  Uebersetzer  konnte  über  die  Sache  Bescheid  wissen, 
die  übrigens  kaum  anders  denkbar  ist.  —  ^''l^♦s]  ist  vermutlich 
in  das  auf  der  Mesa-Inschrift  vorkommende  mti'S  zu  ändern ;  vgl. 
aram.  nW,  syr.  xn"?^  (Brunnen).  Gr.  /aXxoc,  wofür  A  k  55  254 
155  296  308  Aeth.  richtig  Xaxxo;.  Das  Wort  findet  sich  in  der 
Hexapla  zu  Ps.  56,  7  (57,  7)  für  nn^^.  —  Lat.  für  b :  et  quasi 
mare  adimpleti  sunt  supra  modum.  —  02  ist  nach  Gr.  viszl 
ba.ldacsr,q  Fehler  für  D"":.  —  i:ianD]  d.  h.  mit  seiner  Wassennenge. 
Gr.   wohl  willkürlich;    -h    T.zp([it-pov  (70  Syroh.    add.    au-r^q).  — 


Sir.  50,  3—6.  481 

Die  Teichanlage  sollte  jedenfalls  den  Tempel  oder  die  Stadt  für 
den  Fall  der  Belagerung  mit  Wasser  versorgen. 

4.  lOvS  JSnn]  =  Gr.  6  'fpovxi'Cwv  toü  Xaou  auxoi»;  vgl.  zu 
.S5;  1.  Syr.  für  den  ganzen  Vers:  und  er  rettete  sein  Volk 
(nöyS  ''i'ci)  vor  dem  Feinde.  Man  möchte  lesen  Pjä^t  (=  und  er 
sorgte);  vgl.  Syr.  zu  35,  1.  Aber  Lat.  für  a:  qui  curavit  gentem 
suam  et  liberavit  (Lib.  com.  curabit)  eam  a  perditione.  —  ?]nno] 
vgl.  zu  35,21.  Gr.  «tto  ttkosso)?;  vgl.  zu  4,19.  —  ITy  pirtü]  vgl. 
48,  17.  Gr.,  der  hier  das  Suffix  wohl  absichtlich  übergeht: 
£vi(3)(u(3as  Tr6>^iv.  —  il'üj  las  auch  Syr. ;  dagegen  Gr.  £;x7roXiopxT|a7.i 
(Lat.  amplificare,  Miss.  Moz.  153  aedificare),  253  106  157  254 
£v  TtoXiopxr^asi,  Syroh.  sniDit'nran  =  sv  +  x,  55  £[x~oXiofix-/ja£t,  B*  (S) 
£VTroXiopx-/jaai,  70  £x  T:oXiopxi7.c.  Der  Infinitiv  ist  sinnlos,  da  ijATio- 
AiopxTjaai  nicht  wohl  =  toü  {iyj  six-oXiopxr^öriva'.  sein  kann.  Aller- 
dings kommt  Tto/aopxrjC'.c  sonst  nicht  vor,  aber  auch  £[j.TroXiopx£rv 
ist  selten  und  findet  sich  in  der  Bibel  nicht.  Jedenfalls  las  Gr. 
nicht  ^2:0,  sondern  mira  bezw.  ni'M  oder  iwoa.  Das  letztere  ist 
wohl  anzunehmen.  Uebrigens  passt  "112:0  auch  besser  zu  dem 
wahrscheinlich  (s.  z.  35,  21)  abstrakten  ?]nn.  Bei  a  ist  wohl  auch 
an  die  Sicherung  des  platten  Landes  zu  denken. 

5.  mni  n»]  Syr.  ns^  xo,  Gr.  «u?  £oocaai)-/j ;  vgl.  zu  46,  2.  — 
Snxa  in''j?iTO]  das  Verbum  heisst  sonst  auf  etwas  sehen,  dann 
herausschauen,  hier  s.  v.  a.  herauskommen.  S}t.,  der  die  Verba 
vertauscht;  Kinna  12.  Gr.  in  geschraubter  und  griechisch  kaum 
möglicher  Wendung:  £v  -cpiaxpo'ffj  XotoO.  Zu  lesen  ist  vaoS  (=  Syr. 
xSdm  p);  vgl.  zu  36,  19.  Ebenso  setzt  Gr.  für  'cn  n^2a  inK2:m  £v 
£?68«)  oixou  xataiT£taa[xaToc.  Vgl.  auch  zu  51,  9.  10.  In  der  Vor- 
lage des  Syroh.  war  hinter  i^oow  eingeschaltet  irpoTruXwv  oder  dgl. 
(iir\'2-\  Kpn  ^EKT  sjpcan).  Vgl.  Lat.  für  b:  et  ingressum  domus 
et  atrii  amplificavit  (al.  amplificatus  est).  Syr.  setzt  schlecht  p 
n^nn  für  n^^a.  Uebrigens  ist  nach  Gr.  Syr.  das  1  vor  inK2:2  zu 
streichen,  da  b  nur  Bestimmung  zu  a  ist.  Es  heisst  Lev.  16,  2. 
12.  15  naic'?  n^2a  (Gegenteil  'dS  |*ina).  Auch  'cn  n^za  soll  wohl 
„hinter  dem  Vorhang  weg"  bedeuten.  —  Schon  Rapoport  (vgl. 
Zunz,  Gottesdienstl.  Vortr.  S.  103)  hat  zu  v.  bff.  das  Loblied 
auf  den  Hohenpriester  verglichen,  das  sich  im  Musaph  -  Gebet 
des  Versöhnungstages  nach  deutschem  Ritus  findet  (vgl.  z.  B. 
W.  Heidenheim,  Machzor.  Hannover  5597  S.  339f.).  Es  heisst  da 

Smend,  Siracli-Kommentar.  0I 


482  Sir.  50. 

2:1:2  .  .  .  -':?3  ni'o  '^j;  pn:n  i;:  .  .  .  n^n  n:  -jin:  ]ir3n  m:  .  .  .  pvn 
hv  ufü^  nn^iT  nsr: .  .  .  nnj;n  r>:nci  n^in  nTtiT  .  .  .  nw  Si3J2  ,ijjn 
D^mnn  p  p  njti^iii^:  .  .  .  y^i^n.  Schechter  verweist  auf  Landshut, 
'Amude  ha'abodah  p.  274  und  Rapoport,  Bikkure  ha'ittim  IX  116. 
—  Der  Moment  ist  übrigens  der  von  Lev.  1 6,  24.  v.  1 1  ff.  sind 
nähere  Verumständung  von  v.  5 ff. 

6.  ms  2:i:J  Syr.  (xn:".:  z:*:)  und  Gr.  {da-zr^^j  iojöivo;)  nehmen 
eine  Genitivverbindung  an.  Vgl.  ms  '2:":  Ps.  148,3  und  ipn  ""nsiD 
Job.  38,  7.  Aber  ms  ist  Partizipium  (vgl.  13,  26).  —  po]  Gr. 
ungenau  £v  [xsaoi.  —  n"'2y]  Gr.  vscpsXr^c,  aber  248  70  Syroh,  253 
23  S  106  157  Sah.  vs^eXÄv.  —  nrzi]  Gr.  om.  )  (Lat.  hat  et).  — 
sSö]  Syr.  om. ;  vgl.  39,  12.  —  nyiö  ^0^2]  die  beiden  Hauptfeste 
fielen  auf  den  Vollmond.  Syr.  zu  speziell  erklärend:  |D'J  ^fiV2, 
Gr.  £v  7);x=pa'.;  (248  70  Syroh.  Lat.  Sah.  add.  ao-r^c,  leg.  sopTr^?). 

7.  248  70  Syroh.  253  23  stellen  a  hinter  b.  Damit  hängt 
das  )  vor  ^f2^2  vielleicht  zusammen.  Auch  Lat.  hat  et  vor  a, 
nicht  aber  vor  b;  x7.i'  fehlt  vor  b  auch  in  106  k  157  A  254  155 
296.  Aber  die  Umstellung  ist  schwerlich  anzunehmen.  —  npmi^öj 
vgl.  43,  9.  Syr.  n^im,  Gr.  iyld\irMv.  —  -jSen  S2M  ha]  Syr.,  der 
freilich  nur  sjncs  hy  hat,  las  wohl  ebenso,  er  stiess  sich  aber 
mit  Recht  an  dem  heidnischen  Köuigspalast,  der  hier  nicht  passt, 
auch  nicht  so  bald  nach  v.  1  wiederkehren  kann.  Gr.  i~\  vaov 
u-iiatou,  wonach  hü  oder  jrSy  zu  vermuten  ist.  Vgl.  Joseph. 
Bell.  V  5,  6.  —  nnsi3]  vgl.  Gen.  9,  14.  Gr.  csw-itov,  Syr.  om.  — 
pV2j  Gr.  £v  vscciXcci;  ooc-/;c;  vgl.  zu  45,2.  —  Gedacht  ist  hier  wohl 
an  Ez.  1,  28. 

Sab.  Weumr»o  'ö''2  v.  6  richtig  ist,  so  ist  es  hier  falsch. 
Gr.  iv  7j[x£f>at;  vstuv,  w^as  auf  2''2S  '^2  schliessen  lässt  (s.  z.  24, 25). 
So  las  wohl  auch  Syr.,  der  für  a  nur  hat:  und  wie  die  Aehren 
des  Ackers.  Den  Monat  Nisan  hat  Syr.  schon  v.  6  genannt, 
jedenfalls  hat  er  hier  aber  die  Osterzeit  gefunden.  Mit  "'cj^ditj: 
wusste  er  w^ohl  nichts  anzufangen,  Gr.  hat  dafür  «j?  av&o?  (Sah. 
Blumen)  pootuv,  was  vielleicht  (doch  s.  im  in  dem  Zitat  zu  v.  5) 
willkürliche  Abwandlung  ist.  Vgl.  sonst  zu  24,  14.  39,  13.  Im 
Hebr.  möchte  man  cn2JV  ''ji':  herstellen;  vgl.  den  Plural  D''OJj; 
14,  26.  Ps.  80,  11  und  Lev.  23,  40  Sam.  Die  Bäume  blühen  in 
Palästina   noch   um  Ostern    (A'gl.  Schechter  z.  St.),    aber   kaum 


Sir.  50,  6—10.  4$3 

noch  um  Pfingsten.  —  '^u^wd)]  Gr.  «j?  (Lat.  praem.  et  (Toi.  Am. 
Sang.  Lib.  com.  om.),  ebenso  vor  a  und  c)  xpi'va,  Syr.  nwy^i^  "''NT 
x:Sö;  vgl.  zu  39, 14  und  H.  Christ,  ZDPV  1899,  65 ff.  —  'hl'^  hv] 
vgl.  Jes.  30,  25.  4-1,  4.  Syr.  ^yinns,  Gr.  ir  s^^ow  (so  auch  Lat.), 
nur  B  (55)  richtig  er:   izoovy/. 

8  c.  9  a.  p2h  m23]  vgl.  Nah.  1,4  und  zu  39,  14.  Gr.  w^ 
ßXaa-os  Ai[37'vo'j,  Lat.  et  quasi  thus  redolens,  Syr.  und  wie  die 
Bäume  des  Libanon.  Gemeint  sind  wohl  nicht  gerade  die  Blüten 
(vgl.  Nah.  1,  4),  denn  die  Jahreszeit  ist  der  Sommer.  Für  pp 
hat  Gr.  Ospouc  (so  meistens  LXX),  Syroh.  ü'ay,  Syr.  xcap  (in  der 
Pesch.  meistens  =  Tirn  vgl.  zu  24,  27).  —  n:)2h  li'K:')]  Gr.  auf- 
lösend: «j?  T.orj  'Acd  X''ßavo?,  Syr.  erklärend:  und  wie  der  Duft  des 
Weihrauchs.  —  Für  nman  ist  nach  Gr.  (sirl  Trupsiou)  und  Syr. 
(Kon-c  hv)  zu  schreiben  nnnarf.  Da  Simon  die  nnnf^  vorher,  wenn 
auch  nicht  unmittelbar  vorher,  in  der  Hand  hatte,  so  ist  der 
Vergleich  etwas  schielend;  vgl.  aber  49,  1. 

9  b  c.  ■''^r:]  Syr.  und  wie  eine  Halskette  (^  schlechtem 
••^nD?).  —  h'"Cü  nVcr]  Scn  heisst  Tünche,  Mörtel,  ^^erputz  der 
Wand,  ebenso  aram.  und  neuhebr.  h''ZQ  und  nS''ca.  Aber  die 
Grundbedeutung  ist  wohl  Ueberzug.  Danach  dürfte  nS-cn  hier 
Email  oder  auch  das  emaillirte  Kleinod  bedeuten.  lu  beiden 
Fällen  kann  'S  n'7''2n  als  Apposition  verstanden  werden.  Das 
unverständliche  h'^a  ist  vielleicht  ein  Fremdwort.  Gr.  hat  für 
'«  'n  oXcacpupr^Tov  (^  Syroh.  X2\":j2,  massiv),  vielleicht  dachte  er 
bei  S'iDK  an  Süj.  Besser  wohl  Syr.:  das  schön  bunt  gemacht  ist 
(TEiy  "[ncai).  Vgl.  über  die  Emaiilirkunst  der  Alten  H.  Blümner, 
Technologie  IV  407  ff.  —  *^'2rT  'J3«  hy  ins:n]  vgl.  45, 11.  Gr. 
xsxoaijLrjtxsvov  Travtl  Xt'i^oj  ttoXutsXsi  =  Syr.  das  geschmückt  ist  mit 
guten  Steinen.  Da  "nsjn  auf  '''72  zu  gehen  scheint,  wird  man  Sd 
oder  Sd2  lesen  müssen. 

10.  Elf  Vergleiche  sind  in  3  X  2  Distichen  aneinander 
gereiht;  das  erste  Paar  geht  auf  Lichtglanz,  das  zweite  auf 
Blumen  und  Wohlgeruch,  das  dritte  auf  plastische  Schönheit. 
Ueber  Kleinodien  wird  dabei  die  Pracht  der  Vegetation  gestellt 
(vgl.  40,  22).  —  pj;n]  vgl.  Jer.  11,  16.  Ps.  52,  10.  Gr.  om.,  aber 
248  70  haben  t'jTzpzTzr^c  (vgl.  24, 14),  Syr.  «n^nn.  —  1:1:  ahü]  vgl. 
Jes.  17,  6.  Gr.  ungenau:  ava&ocXXouaa  (vgl.  zu  1,  18)  xa'pTrous  (Lat. 
om.,    aber   Miss.  Moz.   858:    fructum);    Syr.,    der  1:1:  vielleicht 

31* 


484  Sir.  50. 

nicht  verstand :  deren  Zweige  gross  (pm)  sind.  —  ]ou^  |»j?3ij  Gr. 
xott  w;  -/.o-r/.ijiaijo:;  vgl.  zu  24,13.  Dass  der  Baum  hier  neben  der 
Olive  genannt  wird  (vgl.  Neh.  <S,  15),  spricht  dafür,  dass  er  der 
Oleaster  ist.  Dass  aber  die  beiden  an  dieser  Stelle  erscheinen, 
hat  in  einer  gewissen  Heiligkeit  des  Oelbaumes  (Ps.  52,  10), 
besonders  aber  in  Zach.  4  seinen  Grund.  —  ^y;  mio]  =  Syr. 
welcher  gesättigt  ist  in  seinen  Zweigen.  Gr.  (o'Vvjixsy/)  iv  (248 
om.)  vs'fsXoti;  (248  vs'fsXotc))  las  schlecht  py,  aber  für  .THO  wohl 
n2"ia,  was  vermutlich  zu  schreiben  ist.  Vgl.  Gr.  und  Syr.  zu 
24,  13  f.,  und  zur  Verwechslung  von  2  und  )  zu  45,  14.  49,  14. 
Der  Oelbaum  hat  viele  und  weitreichende  Zweige. 

Hab.  )r\"cv2]  bis  v.  13  einschliesslich  läuft  ein  Satz,  zu 
subintelligieren  ist  "in:  no  v.  5.  Allerdings  klingt  v.  Hab  so, 
als  ob  Simon  noch  mit  den  weissen  Kleidern  angetan  aus  dem 
Tempel  hervorträte  (gegen  Lev.  16,  24).  Gr.  sv  -m  dvaXajxßavsiv 
auToy;  vgl.  LXX  zu  Dt.  1,41.  Job.  40,10.  Möglich  wäre  auch 
avaßaXXsiv  (S");  SO  LXX  für  nuy  1  Sam.  28,14.  Ps.  104,2.  — 
1)22  n:2]  =  Gr.  SToXriv  oor/ic;  vgl.  zu  6,31.  45,9.  Syr.  Nl^TipT  XJKO. 
Gr.  setzt  nachher  ctyioc  für  mn,  Syr.  wechselt  in  Anlehnung  an 
ihn  hier  den  Ausdruck,  indem  er  für  mscn  nn  setzt  xip"«!  s:ni:. 
Für  letzteres  hat  Gr.  richtig  a^v-riXsiav  -rnuy^f^^'x-oc,  wonach  S'''?: 
für  nj2  2^  zu  schreiben  ist;  vgl.  zu  45,8,  wo  es  auch  mit  ^2h 
verbunden  ist.    ^*2hr\n  findet  sich  nicht  im  Kanon. 

11  cd.  ri2'if2  h)!  )n'h]!2\  Gr.  £v  7.va[iaasi  i)!j3'.c(aT-/)p'>ju,  was  nicht 
so  hart  ist  wie  der  Ausdruck  v.  5.  —  Syr.  für  c  unverständig: 
bei  seinem  Aufsteigen  {r\pzG2,  1.  npD"2:)  um  zu  übernehmen  {?'h2pDb) 
die  Loblieder  (w  Maus.  Berol.  Mas.  I  das  Lob).  —  m,Tl]  versteht 
Gr.  falsch  als  Nachsatz.  Uebrigens  ist  es  widersinnig,  dass  der 
Hohepriester  mit  seinem  Ornat  den  Absatz  des  hochheiligen 
Altars  verherrlicht  hätte.  Vielmehr  muss  das  Verbum  synonym 
mit  )r\)h';2  sein,  zu  schreiben  ist  daher  wohl  Tim.  Das  Verbum 
"nn  findet  sich  51,19,  und  zwar  wie  Ez.  21,19  mit  h  der  Person. 
Die  bei  Ezechiel  nach  dem  syr.  mn  (vgl.  Symmachus  z.  St.) 
gewöhnlich  angenommene  Bedeutung  „umgehen,  umringen"  passt 
51, 19  nicht,  sie  könnte  auch  hier  nicht  gut  angenommen  werden. 
Wenigstens  ist  nichts  davon  bekannt,  dass  der  Hohepriester  um 
den  Altar  herumgegangen  wäre.  Vielmehr  scheint  das  Verbum 
51;  19  mit  h  einfach  zu  Jem.  kommen^    zu  ihm  hineingehen;  zu 


Sir.  60,  11—13.  485 

bedeuten  (vgl.  arab.  jjs3-).  Hier  würde  die  Bedeutung  .J)etreten" 
passen.  Der  Fehler  lag  schon  dem  Gr.  (ioo^aas  vgl.  zu  46,  2) 
und  dem  Syr.  (s.  u.)  vor,  er  entstand  unter  dem  Eiufluss  von 
nn.  —  ^yü  mr;]  vgl.  zu  nn'y  Ez.  43,  14,  wonach  der  Altar 
zwei  nmv  hatte,  aber  eine  davon  (die  obere)  wird  Ez.  43,  17.  20. 
45,  19  als  rnij;n  schlechthin  bezeichnet.  Gr.  -spißoXr^v  7.-|'i7'3jx7.-o?. 
Ob  auch  er  wie  Syr.  (s.  u.)  ^ipa  las  (vgl.  Gr.  zu  47,  10.  13)  oder 
^ip  (vgl.  zu  36,  18),  ist  nicht  zu  entscheiden.  Als  Bezeichnung 
des  Altars  ist  iJ*npo  singulär.  Vgl.  aber  '•''  n'i  ''K>npa  Jer.  51,51. 
—  Syr.  für  d:  in  der  Schönheit  (s.  z.  46,  2)  der  Stärke  (scpin 
=  t;?)  des  Heiligtums  (xi^np^s). 

12a-d.  Strack  verweist  auf  M.  Thamid  7,  3.  70  Syroh. 
253  23  k  om.  os.  —  c^nnjj  Syr.  nic2T  söin,  Gr.  \xi'kri  (LXX).  — 
Vnx  TsJ  Gr.  erklärend:  sx  ysipjöv  (248  155  Lat.  ytipo;)  hpimv. — 
rnsnyo  hv]  =  Syr.  sno  p  ^j?'?;  Gr.  richtig  erklärend:  Ticip'  sa/apot 
ßwfjLou,  Lat.  nur:  juxta  aram.  ]Mit  mn>'!3  ist  v.  14  alles  bezeichnet, 
was  auf  dem  Altar  verbrannt  wird,  hier  der  Holzstoss  (vgl, 
Jud.  6,26  und  "ly  Gen.  22,9,  Schechter  z.  St.  und  Levy  s.  v.). 
Es  gab  auf  dem  Altar,  namentlich  am  Versöhnungstage,  nach 
dem  Talmud  verschiedene  Holzstösse  neben  einander.  —  )h]  Gr. 
aoTO'j  (Syroh. '^^''  253  23  S  B  ocutoc).  —  ü^iz]  Gr.  aos//f  äv,  wonach 
Syr,  Min«.  Aber  die  Brüder  dürfen  so  bald  nach  a  kaum  schon 
wiederkehren.  Brüder  des  Hohenpriesters  sind  überdies  alle  ''a 
pns  (v.  13),  vor  ihnen  ausgezeichnet  werden  die  Söhne  des 
Hohenpriesters;  jene  werden  mit  Bachweiden,  diese  mit  Zedern 
verglichen.  Empfohlen  werden  die  Söhne  auch  durch  may  (vgl. 
Prov.  17,6)  sowie  durch  D^nx  ^S^n^i»:  (vgl.  rn^T  'h'r\V2  Ps.  128,3); 
Gr.  o>?  ßÄasTr^ixa  yiopojv,  nur  B  (55  308)  Lat.  Sah.  xsopou.  — 
Syr.  om.  d. 

12e.  13.  Syr.  om.  12e.  —  hm  "sij?:]  d.  h.  so  dichtgedrängt; 
vgl.  Lev.  23,  40.  Job.  40,  22.  Jes,  44,  4.  L'ebrigens  wurden  ''sny 
hm  auf  Laubhütten  an  den  Seiten  des  Altars  aufgestellt  (A. 
Btichler,  ZATW  1900,  109);  vgl.  auch  Ps.  118,27.  Gr.  hat 
dagegen  w?  ax^Ki■/r^  cpoivtxwv.  Die  Bachweiden  erschienen  ihm  hier 
zu  gemein.  Er  verstand  deshalb  7m  als  Palme  (=  arab.  J>3^) 
und  gab  ''mj?  willkürlich  wieder.  Wahrscheinlich  steht  '7m,  wie 
F.  Perles   (JQR  XI  688  f.    Or.  Lit,  Ztg.   IV  131)   bemerkt  hat, 


486  Sir.  50. 

Num.  24,6.  Cant.  6,11  wirklich  in  der  Bedeutung  Palmen.  Die 
Uebersetzimg  des  Gr.  ist  aber  ein  Beweis  dafür,  dass  es  im 
Hebräischen  hn:  im  Sinne  von  Palme  gab.  LXX  hat  Job.  29, 18 
V);  axeXi/o?  (poivi'xwv  für  f?in2.  Dass  die  Palmenltultur  in  Arabien 
nicht  uralt  ist,  wusste  maji  schon  früher  (vgl.  S.  Fränkel,  Ara- 
mäische FremdAvöi'ter  S.  145 f.).  Walirscheialich  ist  nun  aber 
auch  J,.^  im  Arabisciien  ein  Lehnwort.  —  Die  Umdeutung  des 
Gr.  ist  z.  T.  wohl  dadurch  veranlasst,  dass  er  a  fälschlich  auf 
die  Söhne  des  Hohenpriesters  bezog.  Er  setzt  für  hj  schlecht 
xat  TiavTsc.  —  '''''^  ''Wü)\  Gr.  xai  Trposcpopa  xupto'j,  Syr.  abschwächend 
nur  wriip.  —  dT'2]  Gr.  sv  /spslv  autwv.  —  br\p]  Syr.  «öj?  (44, 15). 

—  Zu  c  vgl.  1  Reg.  8,  22. 

14.  Mit  ni^h  imSD  ny  Avird  hier  die  Weinspende,  v.  19  c 
der  Segen  eingeleitet  (vgl.  auch  7«  v.  16.  20).  Gr.  barbarisch: 
xai  auvxsXsiav  XsiToupYöiv,  dabei  ignoriert  er  den  plusquamperfek- 
tischen Sinn  des  Ausdrucks  (vgl.  dag.  v.  19  c).  —  nnio]  Gr.  sttI 
ßfojjiÄv  (23  k  ß(ü|iov,  248  70  ß(ü[i.o5),  Lat.  in  ara  (al.  aram).  Vgl. 
nnw  wiTD  Jo.  1,  13  und  dazu  Ez.  40,  46.  —  iiüh)]  vgl.  10,  1 ; 
hier  vielleicht  Piel.  Gemeint  ist  dasselbe,  was  Lev.  1,  7.  8  "[IJ? 
heisst.  Syr.  wiederholt  lti>öl^'a':(l)  aus  a;  Gr.  xoa[i.yic;ai.  —  |r':3;  mDiyo] 
vgl.  zu  V.  12.  38,  11.  Gr.  steigernd:  irpoa^opav  (38,  11)  u'^tia-ou 
Travioxpatopoc;  Syr.  abschwächend:  die  heilige  Opferung  (Knnnn 
leg.  Kmnm). 

15.  Hebr.  om.,  vielleicht,  weil  v.  14.  15  beide  mit  ]vhv 
endeten.  —  e^etcivsv]  Syr.  \2U^)a.  Vermutlich  stand  da  at^ri  (vgl. 
zu  4,31).  —  sTrl  öTTovostou]  Syr.  ü'Cüp  hv,  es  stand  da  wohl  nt^p 
(oder  mu^p,  aram.  talmud.  mop):   im  Kanon  nur  der  Plural  r\)^p. 

—  Für  -ml  l(37r£iacv  hat  Syr.  2Dil,  und  für  s^e/ssv  "[DJI.  —  iz  aijxaTo? 
axacpuXTj?]  vgl.  39,26.  Syr.  schlecht:  alten  Wein  (s.  z.  34,25). — 
£t?  (248  70  £--')  Osji-sXia  Ousiaatr^ptou]  vielleicht  =  niiü  niD''  ha, 
wie  im  Pentateuch  von  der  Ausschüttung  des  Blutes.  Josephus 
(Antt.  III  9,  4,  234):  irspl  xov  ßa)[xov.  Syr.  freilich:  an  die  Seite 
(3i:  h)!  =  11*  hv?)  des  Altars.  Nach  der  talmudischen  Ueber- 
lieferung  wurde  die  Spende  in  eine  Röhre  am  Altar  gegossen. 
Aber  das  ist  unwahrscheinlich,  weil  das  Trankopfer  hier  wie 
Num.  15,  7.  10  als  mn":  nn  (Gr.  dajiTjv  süwofa?,  Syr.  m'':i  snn'r) 
bezeichnet  wii-d.  Dabei  scheint  der  Hohepriester  noch  oben  auf 
dem  Altar  gestanden   zu  haben;    vgl.  IT  v.  20   (doch  s.  d.).  — 


Sir.  50,  14—18.  487 

6(];ta-:o)  irottApiXcij  etwa  =  ]Thv  hüh.  Syr.  übergeht  die  Worte  auch 
hier  absichtlich.  —  Das  starke  Hervortreten  des  Trankopfers  ist 
merkwürdig;  vgl.  darüber  und  betr.  einer  scheinbaren  oder 
wirklichen  Abweichung  von  der  Darstellung  der  Mischna  A. 
Büchler  a.  a.  0.  S.  104ff. 

16.  )V'y]  Gr.  avsxpayov  (vgl.  Jos.  6,  5.  1  Sam.  4,  5  LXX), 
Syr.  )22\  —  Das  von  Gr.  Syr.  nicht  ausgedrückte  cjnrn  ist 
Glosse.  —  iT^'po  mijri'ns]  Gr.  iv  saX-i-j-^.v  aXotTotu  (LXX).  Syr.  nur 
tir\:y2,  worauf  er  fortfährt:  'j^id-xt  xcy  rh)2  anp.  Das  ist  eine 
schlechte  Korrektur  zu  d  (s.  u.)  nach  v.  13  c.  —  Gr.  stiess  sich 
an  der  Anaphora  lyn^i,  das  er  als  v/v/orotv  zu  b  zieht,  worauf  er 
ohne  Copula  fortfährt.  —  Tis  Sip]  S\t.  NCpn  ahp,  Gr.  9tovv;v 
[j-cYaXTiv  (vgl.  zu  46,  17).  —  yz'nh]  zum  Infinitiv  vgl.  1  Chr.  16,  4 
(Bevan).  Gr.  {zk  ;xvr^|xo3ovov)  schwächte  ab  im  Gedanken  an  pnriS 
Num.  10,  10.  Syr.  zieht  gar  d  und  13a  zusammen  in:  um  zu 
segnen  (irisa'?,  leg.  TinöS?)  vor  dem  ganzen  Volke  (=  Gr.). 

*  17.  Vgl.  2  Chr.  29,28.  —  Gr.  schickt  to-  (vgl.  18,7) 
voraus.  —  "y^z  h^]  =  Gesamt- Israel;  vgl.  45,4.  Ps.  65,  3. 
Joel  3,  1.  Gr.  erklärend:  rA;  o  /.aoc.  Syr.  (s.  o.)  wiederholt  rh)z 
^?oy  in  c,  zieht  )in^  zu  b  und  übergeht  'inöJ.  Letzteres  heisst  hier 
anders  als  im  Kanon  sich  beeilen.  Gr.  xaTss-s-jss,  Syroh.  B^'' 
S  A  (106)  k  Lat.  xa-scjTTc'jaav  (al.  x7.-:s7:ot'j37.v,  vgl.  zu  43,  5).  — 
Für  hü-~'^''  my  '2zh  ]rh';  ^:cS  hat  Syr.  nur  nmSsS,  Gr.  (-w  xupi'io 
a\j-Mv  -avioxpa-copi  \h(n  (-<«)  -j'V'sto))  hat  die  Worte  umgestellt.  Er 
setzt  OcQc  'j']>ia-oc  auch  für  blosses  ]vh)}  (41,  8  vgl.  zu  7,  9),  und 
To>  xopico  ot'jTÖJv  -avToxf>a-op'.  kann  :=  Ss'i'ki^''  t^np  sein. 

18.  iV.p  y^n  pi]  vgl.  zu  Tl^M  2  Chr.  29,28.  Gr.  xai  f,vcarav 
Ol  <\irjA\niioo\  (=  ""tJ^n  Vgl.  zu  47,  9)  iv  cpwvoti?  au-mv.  Er  hat  den  Aus- 
druck abgewandelt,  bei  f,vscrc(v  ist  er  vielleicht  durch  Tti^n  beeinflusst 
(vgl.  zu  51,29).  —  Syr.  hat  für  v.  18.  19 ab  in  willkürlicher 
Kürzung:  und  sie  gaben  zum  Bekenntnis  («nmnS)  ihre  Stimme 
und  freuten  sich  (i^Dznsi)  zusammen  im  Gebet  (=  n'^cns).  —  hv'i 
|wnj  das  Nomen  pen  heisst  hier  offenbar  (vgl.  zu  45,  9)  Musik, 
und  zwar  Saitenklang;  denselben  Sinn  hat  das  Wort  Am.  5,23. 
LXX  übersetzt  es  Ez.  23,  42  mit  ctpaovia.  Vgl.  n''f^n  Jes.  14,  11 
und  das  Verbum  Jes.  16, 11  =  Jer.  48,  36.  Gr.  iv  (Lat.  praem. 
et)  TrXsiaToj  oi'xw  (248  70  Syroh.  S'-^  106  157  v/oi).  Hier  könnte 
TzleiOTOi  (vgl.  45,  9)  und  v/to    (vgl.  LXX)  ^doppelte  Uebersetzung 


488  Sir.  60. 

von  |lön  sein.  Dass  Gr.  für  hv  (vgl.  z.  B.  35,  5.  6.  49,  1)  ein 
schlechtes  h)p)  (vgl.  zu  45,  9.  47, 9)  gelesen  hätte,  ist  unnötig 
anzunehmen;  vgl.  eher  i^yßv  =  p"i  47,  10.  Nämlich  in  Tu  'I3"'"ij;"' 
ist  nach  Gr.  s^Xo/avÖr^  (vgl.  Syr.  löDms)  [xsXo;  (vgl.  47,  9  Gr.j 
zunächst  irij?''  (vgl.  40,21.  6,5)  herzustellen.  Der  Fehler  lD"'iv'' 
hat  aber  auch  das  sinnlose  inj  herbeigeführt,  für  das  nach  47,10 
sowie  nach  WT^i  v.  19  nJi  oder  pi  zu  vermuten  ist.  Denn  das 
folgende  pK  Dj;  h2  lässt  schliessen,  dass  vorher  von  den  Sängern 
derselbe  Ausdruck  gebraucht  war.  —  Lat.  drückt  den  Fehler 
£fjL£YaX6vi)r^,  aber  daneben  sYÄuxavi)-/)  aus. 

19 ab.  WlJ  vgl.  Lev.  9,24  und  oben  47,10.  Gr.  falsch: 
xal  e6£V5i>r^.  Gemeint  ist,  dass  das  Volk  mit  Halleluja  in  den 
Gesang  der  Leviten  einfällt.  —  yian  cj?  S:]  vgl.  Syr.  zu  v.  22. 
Gr.  6  Xao;  x'jpioü  G-I/iötou.  Ihm  war  der  hebräische  Ausdruck 
wohl  zu  simpel.  —  nScna]  ebenso  51,  11  beim  Lobe  Gottes. 

19 cd.  Syr.  lässt  v.  19c — 21  aus,  vor  allem  wohl  wegen 
des  Anstosses,  den  er  an  19 cd  nahm.  —  Gr.  hat  an  Stelle  von 
n^iö  mti*S  xoaixo?  xupioi),  und  von  Vacii^öl  xal  Ty)y  XstxoupYiav  auxou. 
Er  hat  mifS  (vgl.  v.  14)  und  Vtscti^a  vertauscht,  übrigens  hat  er 
mit  Recht  ''''''  m  oder  ':sfür  das  hier  nach  v.  14  umnögliche  n2'ö 
gelesen.  Vom  Priester  wird  bekanntlich  '''''  na  mt^  gesagt,  der 
umfassendere  Ausdruck  begreift  im  Unterschied  von  n2*ö  rmf 
auch  die  AVeinspende  in  sich.  Man  stiess  sich  aber  an  röcirs, 
das  Gr.  abschwächend  mit  xoatxo-  (=  Verehruog)  übersetzt;  die 
Korrektur  will  es  auf  den  Altar  bezogen  wissen.  Aber  das 
Gesetz  bestimmt,  was  Gott  gebührt.  Ebenso  setzt  Gr.  für  jrm 
vSk  abschwächend  s-sXstojafotv,  indem  er  die  Priester,  die  Sänger 
und  das  Volk  einbezieht. 

20.  iT'J  Lev.  9,  22  steigt  Aharon  erst  vom  Altar  herab, 
nachdem  er  das  Volk  gesegnet  hat;  vgl.  aber  dort  auch  v.  23. 
—  a^i)]  das  Perfectum  so  bei  enger  Verbindung  (vgl.  z.  B. 
Jes.  1,  2).  —  'psit:^^]  Gr.  oimv  'lapar^X  (47,  2).  —  rncti^a  ''•'•'  mi)] 
Gr.  verdeutlichend:  oouvai  soXo^tav  xupwo  (Co.  70  Syroh.  253  23 
S  k  Aeth.  richtig  xupi'ou)  h.  yzüAw^  ocuxou.  —  ''"'"'  cti'ai]  Gr.  xal  h 
ovofxaxi  auxou  (157  xupiou).  Die  Wiederholung  von  '•''''  ist  ange- 
messen wegen  des  iscnn  (Gr.  xau/aaöai,  vgl.  zu  38,  25).  Nach 
der  jüdischen  üeberlieferung  wurde  der  Gottesname  beim  priester- 
lichen Segen  ausgesprochen.  Das  war  also  auch  ein  priesterliches 


Sir.  60,  19—23.  4J^9 

und  vielleicht  hohepriesterliches  Vorrecht.     Vgl.   zur  Ausdrucks- 
weise noch  38,  6.  39,  8. 

21.  hz^:h  iJiJ^^l]  Gr.  -ml  sosuxsptuasy  (248  70  Syroh.  23  Aeth. 
richtig  -oiczv)  sv  rpoaxuvr^as'.  (S*^*  add.  x'jpiou,  Lat.  add.  au-oo).  — 
n''W  ist  nach  )y^'')  unerträglich,  man  erwartet  ein  Verbum  ent- 
sprechend dem  £üio£;acf9ai,  wie  mit  2^8  70  Syroh.  253  157  Sah. 
für  S7:io£t;otcii)ai  ZU  lesen  ist.  Ungezwungen  bietet  sich  nst^^S  (vgl. 
51,26  Hebr.  Gr.);  vgl.  was  Ps.  24,5  den  Frommen  als  die 
Frucht  ihres  Gottesdienstes  versprochen  wird.  Der  Fehler  ent- 
stand daraus,  dass  man  sich  in  die  Cäsur  (vgl.  zu  1,  2)  nicht 
finden  konnte.  —  Mit  Unrecht  stellt  Gr.  r:EO  h[a]  um:  ~7.pa 
u'!;t3Tou.  Denn  t:z:2  geht  auf  Simon.  —  Für  rr^v  zuW^im  las  Gr. 
schwerlich  nain  (vgl.  v.  20).  Lat.  hat  virtutem,  aber  er  setzt 
virtus  z.  B.  auch  für  i)~(.z  (49,  10).  Die  Buchstabenreste  lassen 
nVDi  zu.  Im  Talmud  findet  sich  nT*  und  dazu  Pliir.  ri':",  was  = 
mpn^:  Ps.  24,  5  wäre.  Jedenfalls  dürfte  Gr.  seine  Vorlage  frei 
wiedergegeben  haben. 

22.  Preisen  sollen  die  Söhne  Simons  den  Gott,  der  ihren 
Vater  zu  Grösse  und  Ruhm  erhoben  hat.  —  Zu  a  vgl.  45,  25. 
—  nnj;]  vgl.  zu  39,  35.  —  Syr.  für  a:  und  es  lobte  das  Volk 
des  Landes  Gott;  vgl.  zu  v.  19.  —  wj  Gr.  om.  —  mSs  ''''''  r,K 
Sxity"]  Gr.  T(o  Usw  (248  55  tov  i>£ov  vgl.  zu  51,  12)  Tra'/ru>v  (nur 
B  (55  254  308)  haben  TravTs;,  155  -av-oxpattop),  auch  Lat.  Sah. 
Aeth.  drücken  7r7'vxojv  aus ;  vgl.  33, 1,  wonach  ^rn  ^^SK  herzustellen 
ist.  —  r\wv^  «Scan]  schreibe  nach  34,9  K^'joon.  Syr.  sn{:'^>D  niyn, 
Gr.  T(5  jxsYctXoTCOiouvTi,  al.  t(o  [xs-cocXa  -oiouvti,  248  55  254  haben 
den  Akkusativ.  —  pi*-]  Gr.  Tra'vxTj  (248  praem.  u-ovov),  aber  Lat. 
in  omni  terra.  —  h^y^n]  vgl.  Jes.  1,  2.  Gr.  tov  u-yoüVTa  (vgl. 
Jes.  51,  18  LXX),  Syr.  schlecht:  xim.  —  mx]  Syr.  xirjK  ^:"i; 
Gr.  sonderbar:  r^\xi[jaz  yjjxwv.  Vielleicht  las  er  mx.  Uebrigens 
werden  durch  die  erste  Pluralis  die  Worte  hier  schon  auf  Israel 
umgebogen.  —  nma]  Syr.  erklärend:  \ir\'Q^'\  kdi:  p,  ebenso  Lat.: 
a  ventre  matris  nostrae  (s.  z.  1,  14).  —  '\rWT'^]  =  und  ihn  zu 
etwas  macht.  Gr.  erklärt  die  Ausdrucksweise  nicht  ganz  unrichtig: 
xal  iroiouvxa  jj-öö'  (s.  z.  51,20)  vi;j-(ov;  ähnlich  Syr.:  ]Tk  'cniTi.  — 
IJIVID]  vgl.  36,22.  48,5.  Gr.  xaxa  xo  jaöoc  «uxo-:  (vgl.  zu  32,26). 

23.  a  r=  45,26a.  —  |n^]  Syr.  versteht:  SnoS.  —  Für  ddS 
haben  nur  70  B  A  k  155  u|i,Tv,  die  anderen  (auch  Lat.)  v;[xiv.   Ist 


490  Sir.  60. 

u\iiv  Dicht  aus  45, 2(i  nachträglich  eiDgedrungen,  so  Avird  man 
vielleicht  auch  in  iv  Tjjxspaic  7j[jlo>v  nach  Hebr.  ein  utxöiy  herstellen 
müssen  (Gr.  verlas  ''ra  in  ^^^2);  ob  und  wo  sonst  etwa  im  Gr. 
in  V.  22.  24  die  erste  Person  in  die  zweite  zu  ändern  wäre,  ist 
aber  schwer  zu  sagen.  Vgl.  die  Korrektur  in  45,26  a.  Syr.  fährt 
nach  V.  23  in  der  3.  Pluralis  fort  (]'i?h  und  pnrs).  —  rnS  rarn] 
45,  26  steht  ih.  Gr.  sonderbar:  sucppos-jv/^v  (leg.  aoy^poa'jvr^v?) 
xapoiac.  —  In  ohvz  Avollte  der  Schreiber  schon  WJ''3  anfangen; 
Gr.  Syr.  drücken  2  nicht  aus.  —  Vgl.  übrigens  oben  S.  478. 

24.  l^s^]  wird  Nifal  sein;  vgl.  44,11.  Jes.  55,3.  Syr. 
c^pnJl,  dagegen  Gr.  itx-'.STcOcrai.  —  pj?s;iy  cy]  Gr.  |j.£i}'  yi[xo>v.  Ich 
habe  das  früher  als  Fehler  oder  Korrektur  für  jj-exa  ^tfiouv  ange- 
sehen. Aber  es  ist  wohl  denkbar,  dass  Gr.  selbst  den  Simon 
hier  überhaupt  eliminierte  (vgl.  zu  v.  1).  —  non]  Syr.  nur  xicn. 
—  Die  Worte  in  a  können  übrigens  sehr  wohl  auf  einen  schon 
Verstorbenen  gehen;  vgl.  Gen.  24,12.27,  wo  der  Knecht  Ab- 
rahams von  seinem  schon  verstorbenen  Herrn  redet  (der  Tod 
war  ursprünglich  vor  24, 10  berichtet).  —  Zu  dem  Pinehasbunde 
vgl.  45,  24.  25.  —  Gr.  drückt  b  und  c  nicht  aus.  Diese  Kürzung 
ist  schwerlich  zufällig,  denn  zur  Zeit  des  Gr.  war  der  Pinehas- 
bund  für  Simon  dahin  gefallen.  Dagegen  findet  sich  D'ölt'n  'öT 
(vgl.  45, 15)  bei  Gr.  doppelt.  Er  hat  vor  v.  24a:  sv  'lapavjX  xaxa 
T7.C  yjii.spo[c  ToO  aiwvoc.  Hier  ist  to-j  otuovo?  wohl  willkürliche  Ab- 
wandlung des  Ausdrucks;  iv  'Icjpoty..  das  freilich  in  Cod.  70  fehlt, 
dürfte  sich  aus  ij;*!"'?  entwickelt  haben,  das  zu  d  gehört  (s.  z.  1,2). 
Hinter  v.  24a  hat  Gr.  aber:  xal  ev  (16,26)  xaTc  rifispai?  a-j-oG 
(248  55  Aeth.  r)[xÄv)  /.utpcoctacyi}«)  r^iia:.  Die  Worte  fehlen  wiederum 
im  Cod.  70,  sind  aber  darum  nicht  anzufechten.  Denn  auToO 
ist  nach  45,  15  wohl  verlesen  aus  ouvou  =;  oupavou.  Vgl.  ad 
coelum  für  -poc  ocutov  beim  Lat.  zu  48,  20,  und  für  oupavou  das 
ctvou,  das  öfter  (s.  z.  10,  17)  mit  aozoo  verwechselt  ist,  im  Cod. 
S*  43,1,  im  Cod.  155  45,15.  Dann  hat  Gr.  wohl  schon  in  seiner 
Vorlage  vor  a  eine  Variante  von  d  gelesen,  die  eine  Korrektur 
in  antisadokidischem  Sinne  war.  —  Auch  Syr.  übergeht  b  und  c, 
vermutlich  auf  der  Spur  des  Gr.,  er  gibt  aber  lyii'ri,  um  An- 
schluss  an  a  zu  gewinnen,  mit  nyii  üV)  wieder. 

25.  Vor  der  Verfasserangabe  drängt  sich  noch  ein  Stoss- 
seufzer  über  die  Heiden,  imd  zwar  über  drei  böse  Nachbarn,  ein. 


Sir.  50,  24—26.  491 

Er  richtet  sich  gegen  die  Idumäer,  die  seit  dem  Exil  so  bitter 
gehasst  wurden,  die  vermutlich  völlig  hellenisierten  Philister, 
an  denen  später  die  Hasmonäer  schreckliche  Rache  nahmen,  aber 
noch  schlimmer  als  diese  beiden  sind  die  Samariter  in  Sichern. 
Besonders  gefährlich  waren  die  Nachbarn  in  jener  Zeit,  weil 
die  Seleuciden  mit  ihnen  gegen  die  Juden  gemeinsame  Sache 
machten.  H.  Willrich  (Juden  und  (Triechen,  1895,  p.  112  ff.) 
postuliert  aber  wohl  mit  Recht  für  diese  Verse  einen  speziellen 
zeitgeschichtlichen  Anlass,  der  sich  freilich  nicht  näher  be- 
stimmen lässt.  Vielleicht  sind  sie  von  Sirach  später  beigefügt, 
wie  das  auch  für  den  imter  bestimmten  zeitgeschichtlichen  Um- 
ständen verfassteu  Psalm  51, 1 — 12  anzunehmen  ist.  —  Betr. 
der  Form  des  Spruches  vgl.  zu  23, 16.  —  "li'cj  nifp]  vgl.  Num.  21,5. 
Gr.  7rf>o3a)/i}i3£v  T,  'W/r^  ao'j,  Syr.  ''S^'i::  rip''j?nj<;  vgl.  zu  6,  25.  — 
n'^tf^'^Sti^m]  muss  falsch  sein;  man  sieht  nicht  ein,  welches  Femininum 
an  Stelle  von  D"«!:  gestanden  haben  könnte.  —  cy  wx]  vgl.  oy  sS 
Dt.  32,  21.  1  Petr.  2,  10. 

26.  TVti*]  Syr.  gelehrt  deutend:  hzi  (Gebalene);  Gr.  h 
(13,  19)  opsi  Zc([i.ap£iac,  wie  auch  die  Synopsis  des  Athanasius 
las,  aber  Lat. :  in  monte  Seir.  Allerdings  könnte  Samaria  neben 
Sichem  stehen  (vgl.  WelLhausen,  Israel.  Gesch.  ^  S.  192),  aber 
die  Idumäer  dürfen  nicht  fehlen,  für  Seir  und  gegen  Samaria 
spricht  die  geographische  Reihenfolge  (Grotius),  und  Lat.  fällt 
gegen  die  Einstimmigkeit  der  griechischen  Hss.  ins  Gewicht. 
Der  Fehler  entstand  vielleicht  durch  Vermittlung  von  2L7.£tp7., 
IV^sipa,  Aaasctpot,  was  sich  neben  -/iEip  findet  (vgl.  Hatch-Redpath 
s.  V.).  Bemerkenswert  ist  dabei  das  Fehlen  von  xai  vor  <l>u- 
ÄiGTiEi'iJ,  (Lat.  et  Philisthiim,  Syr.  s^nti^'^El,  Hebr.  niySci),  1C6  k 
157  A  155  296  Aeth.  setzen  es  freilich  hinzu,  248  70  Syroh. 
haben  gar  xal  avSpsc  o?  xa-oixo'jvxs;  <I>üX.  Uebrigens  könnte  Gr. 
Tj?«^  in  gelesen  haben.  —  Ssj  ^iJl]  vgl.  zu  49,  5  und  Dt.  32,  21. 
Gr.  xal  ci  Xao^  [xwpo?.  Aber  so  lesen  nur  B  (253  23),  248  70  S 
lassen  o  aus,  S  und  die  übrigen  setzen  es  vor  |xo>po;  hinzu.  — 
yv\  vgl.  Ps.  84,  11.  Gr.  6  xato-.xöjy,  Syr.  2nn.  —  c:ty;]  Gr.  h 
]Sixt}i.oi?;  die  Form  ^ixtixa  (Plural)  findet  sich  bei  Josephus,  öfter 
aber  auch  in  der  LXX,  namentlich  im  Cod.  A  (vgl.  Hatch- 
Redpath  s.  V.). 


492  Sir.  nO. 

21.  Gr.  für  a:  Tzuioday  awhz(oc  xoX  ^■Kicszr^\J.r^:,  Syr. :  alle 
Sprüchwörter  der  Weisen  und  ihre  Rätsel.  Beide  Uebersetzer 
stiessen  bei  D^:z)a  an,  wobei  Gr.  '^m'a  nicht  ausdrückt,  für  das 
Syr.  i6r\f2  hat.  Danach  ist  vielleicht  "'Sii'o  zu  schreiben,  unter 
welchem  Titel  Hieronymus  das  Buch  kannte.  Die  Punktation 
scheint  freilich  Job.  41,  25  ein  hpü  im  Sinne  von  Aehnlichkeit 
anzunehmen,  und  für  ein  solches  Wort  wäre  auch  die  Bedeutuug 
„Spruchrede"  denkbar.  Dagegen  wird  CJciK  hier  in  derselben 
Bedeutung  stehen  wie  V3DK"Sv  Prv.  25,  11,  das  Targ.  mit  n'^NDE 
(angemessen),  Aq.  Theod.  mit  iiv.  apiJ.6Zo'jaiv  auxm  wiedergeben. 
Neuhebr.  heisst  [^s  Art  und  Weise.  Prv.  25,  11  und  hier  dürfte 
Cici«  auf  die  metrische  Form  der  Spruchrede  gehen;  vgl.  arab. 
^5,  das  man  längst  zu  Prv.  25,  11  verglichen  hat,  und  das  oben 
zu  44,  5  Bemerkte,  n'^cis  (''Sit'a)  h^)f2  könnten  danach  Sprüch- 
wörter von  regelrechtem  rhythmischem  Versbau  sein;  die  scheinbar 
dualische  Aussprache  ViOK  Prv.  25,11  ist  auf  alle  Fälle  sonderbar. 
—  Gr.  setzt  für  das  folgende  h  erklärend:  i/dprizn  (Co.  k  richtig: 
iyy.[jOiU,  Lat.  scripsit)  h  tto  ßißXr«)  xou-w,  wonach  Syr.:  sind 
geschrieben  in  diesem  Buch.  Um  das  so  entstandene  Plus  ein- 
zugliedern, zieht  Gr.  die  beiden  letzten  Stichen  des  Verses  in 
einen  zusammen  (s.  u.),  Syr.  lässt  die  drei  letzten  überhaupt 
aus.  —  V'^'  p  pj;öi^4  Gr.  nur  'I-zjaouc.  Allerdings  hat  Hebr. 
in  den  beiden  Unterschriften  hinter  51,  30  dasselbe,  aber  nach 
dem  Prolog  hiess  der  Verfasser  'irjaouc,  also  ist  y)V''h  herzu- 
stellen, p  \)Vf2Uf  ist  wohl  aus  v.  1.  24  eingedrungen.  In  der 
syrischen  Ueberschrift  und  Unterschrift  des  Buches  erscheint 
Simon  freilich  als  Vater  des  Jesus  (vgl.  in  der  Einleitung  §  5). 
Indessen  dürfte  Syr.  an  beiden  Stellen  den  Simon  als  Verfasser 
des  Buches  gefunden  und  in  Rücksicht  auf  Gr.  die  Namen  um- 
gestellt haben.  Für  ein  höheres  Alter  der  syrischen  Lesart 
könnte  nur  sprechen,  dass  Syncellus  den  Jesus  Sirach  für  einen 
Hohenpriester  hält,  der  auf  Simon,  den  Sohn  Onias'  II,  folgte 
(Chron.  ed.  Dindorf  I  525).  Aber  Syncellus  kann  das  auch  selbst 
aus  Sir.  50  kombiniert  haben.  —  uro  p  livSx  p]  Gr.  uVo<;  (248 
23  praem.  6)  -sipa/  'EXsaCotpou  o  '  IcpocioXu[x3ir/;c.  Das  letztere 
(S*  0  tspsl»?  6  aoXu[x£tr/jc)  ist  Zutat  des  Uebersetzers  für  die 
griechischen  Leser.  Uebrigens  haben  nur  68  Aid.  richtig  'EXsaCapou 


Sir.  50,  27.  493 

r 

tind  Syroh.  "ny^Sx!,  Aeth.:  der  Solm  des  Eleazar;  dagegen 
haben  253  23  'EXsa'Cotpor.  die  übrigen  (auch  Sah.)  'FA£a^(Zf>,  nur 
248  70  (254)  Lat.  (jedoch  Toi.  Eleazari)  lassen  den  Namen  aus, 
der  auch  in  der  Syuopse  des  Athanasius  fehlt.  Zum  Ausdruck 
Ulk  Ssipa'x  'EkeaC,ciprj'j  vgl.  zunächst  zu  v.  1  und  46,  1.  Da  p 
liy'rK  (vgl.  auch  die  hebr.  und  syr.  Unterschrift  hinter  51,  30) 
auch  in  der  griechischen  Ueberlieferung  so  stark  bezeugt  ist, 
darf  es  nicht  angezweifelt  werden,  zumal  ntc  p  vy^^^  für  einen 
Stichus  zu  wenig  wäre.  Wegen  der  alten  Ueberschrift  'Ir^sou? 
^s.ipdy,  und  weil  der  Verfasser  bei  den  Rabbinen  überall  s'"i''D  \2 
heisst,  darf  man  aber  auch  noch  nicht  ",:j;'7S  p  nach  Gr.  an 
den  Schluss  stellen.  Auch  Saadia  (Sefer  hagalui  S.  151)  las 
wie  die  hebr.  Handschrift  (nur  "liy'^s),  und  auch  in  äthiopischen 
Hss.  findet  sich  in  der  Ueberschrift:  Jesu  Sohn  des  Eleazar 
(ohne:  Sohn  des  Sirach);  vgl.  Dillraanns  Ausgabe  S.  114.  Viel- 
mehr ist  in  der  griechischen  Ueberlieferung  wegen  des  solennen 
uio?  ^-ip^t'x  ursprüngliches  'I-/;aoOc  'EXsa'a'pou  uio?  -sipa/  korrigiert 
in  'I.  u.  ^.  'E.  Ein  olh:  -s'.pa/  'EXsa^apoy  ist  von  vornherein 
unwahrscheinlich.  Vgl.  dagegen  Zach.  1,  1.  7  -pk  Za/ctpiav  -ov 
TO'j  Bapot/iou  uiov  'Aooto.  Es  kommt  oft  vor,  und  nicht  nur  bei 
den  Juden,  dass  Jemand  mit  dem  Namen  seines  Grossvaters 
zubenannt  wird,  namentlich  wenn  der  Name  seines  Vaters  ein 
gewöhnlicher  war.  Vgl.  h)i<2^  p  nif'2'"co  2  Sam.  19, 25.  Die 
beiden  Autoritäten  der  abendländischen  und  der  morgenländischeu 
Punktation  heissen  Ben  Ascher  und  Ben  Naphtali  nach  ihren 
Grossvätern,  und  so  dieser  Jesus  nach  seinem  Grossvater  Ben 
Sira.  —  Für  c  und  d  hat  Gr.  nur:  oc  avw|j.j3p-/jorsv  ao'f'av  d-b 
xctpSia;  a-j-rjü.  Er  hatte  hinter  a  einen  neuen  Stichus  geschaffen, 
vielleicht  weil  er  hier  den  ihm  unbequemen  Wortlaut  seiner 
Vorlage  kürzen  wollte.  Nun  ist  (zva)[jLßp-/]33v  (vgl.  zu  18,29)  =  V^n 
(vgl.  16,  25)  und  socpiav  wohl  eher  =  n)T,2n  (vgl.  15,  3),  als=  "inc. 
Uebrigens  änderte  Gr.  die  Konstruktion,  weil  er  den  neutrischen 
Sinn  von  nt^'X  verkannte.  Neben  >?"'3n  ist  ^'Z":  nicht  möglich,  weil 
beide  Mal  der  Verfasser  Subjekt  sein  muss.  Schon  Taylor  hat 
auf  snj  geraten,  uhne  zu  bemerken,  dass  das  an  wc  Trpo'f-/jT£''av 
und  Nnrnj2  24,  33  (s.  d.)  eine  starke  Stütze  hat.  Man  korrigierte 
den  Ausdruck,  den  man  dem  Verf.  nicht  zutraute,  der  aber  zu 
seinem  Selbstgefühl  (24,  30  ff.  30,  25  ff.)  stimmt.    Aehnlich  steht 


494  Sir.  50. 

übrigens  49,  9  sv  ofxßpco  für  höchst  wahrscheinliches  ü'^i:.  Vgl. 
sodann  den  Gebrauch  von  X3J  1  (Jhr.  25,  2.  3,  und  von  D«3  Prv. 
30,1.  Ps.  HO,  1.  Das  Wort  hatte  hier  wohl  den  allgemeineren 
Sinn  „göttliche  Wahrheit  verkünden",  was  näher  bestimmt,  aber 
auch  eingeschränkt  wird  durch  laS  Tincn,  d.  h.  vielleicht:  in  der 
Auslegung,  die  sein  Herz  dem  Schriftwort  gab.  Schechter  möchte 
event.  nin?)    aussprechen,    aber  der  Infinitiv  -linp  würde  genügen. 

28.  li>\s»]  Gr.  oc;  vgl.  zu  14,1.  —  nJ.Tj  vgl.  14,20. 
Syr.  NJij;  dagegen  Gr.  av^axpoccpr^ac-oci  (vgl.  zu  8,  8).  —  im:")]  Gr. 
xal  Oetc,  S"  Syroh.  (248  70  23  k)  praem.  6;  Lat.  qui  ponit.  Syr. 
für  b  schlecht:  und  sie  lernt  und  sie  kennen  lernt  (arm). 

29.  Im  Hebr.  ist  a  verloren  gegangen.  —  sav  yotp  (70  om.) 
auT7.  (106  A  155  296  308  Lat.  Sah.  Tauxa)  r.ovr^csq\  Syr.  und  er 
wird  sie  tun.  Es  stand  wohl  da:  anix  nti'"iyi;  vgl.  betr.  iav  z.  B. 
9,  10.  25,  22.  —  Tipo;  Tzdvzrx  iayoaei  (253  S  106  A^'^^  ^cfxusi)]  Weis- 
heit und  Macht  sind  Wechselbegriffe.  Aber  Syr.  hat  für  den 
Rest  des  Verses :  die  Höhe  («nn)  der  Furcht  des  Herrn  (w  Maus. 
Berol.  Gottes)  ist  über  alles  (diö  h^  hv)  erhaben  (nD''""inK),  ergreife 
sie  (dafür  w  Maus.  Berol.  Ambr.  Mas.  I  II  siehe  auf  sie,  .Tm), 
mein  Sohn,  und  lass  sie  nicht  fahren.  Er  wiederholt  da  ungefähr^ 
was  er  hinter  40,  26  nach  25,  11  zusetzt.  Aber  an  jenen  Stellen 
fehlt  San,  zu  dem  das  Folgende  nicht  passt.  Es  sollte  entweder 
cnns  heissen  oder  i  NDn  sollte  fehlen.  Aber  eben  deshalb 
scheint  «an  auf  hebräische  Vorlage  zurückzugehen,  zumal  mo  ^72  Sj? 
an  TTpos  -irav-c/.  ankingt.  Vielleicht  stand  in  der  Vorlage  des  Syr. 
mT'  S:  hv,  W'as  den  Anlass  zu  dem  Zusatz  gab.  Auch  Gr.  könnte 
DIT  (vgl.  15,  5)  gelesen  und  es  frei  mit  la/ucjsi  (vgl.  Dt.  2,  10 
LXX)  wiedergegeben  haben.  Man  könnte  sonst  nach  Gr.  etwa 
auch  (oder  p'n'')  n^r  h2  bv  (vgl.  zu  39,  21.  34)  vermuten.  Aber 
dass  der  Weise  alles  vermag,  sagt  Sirach  sonst  nicht,  oft  dagegen, 
dass  er  zur  höchsten  Ehre  gelangt  (vgl.  z.  B.  40,  27.  11,  1).  — 
nxT]  Gr.  cpw?  (aber  106  richtig  cpoßoc).  —  CTi]  erscheint  als  zu 
allgemein  (vgl.  sonst  Prv.  14, 27.  19, 23),  und  befriedigt  auch 
deshalb  nicht,  weil  so  die  Gottesfurcht  ohne  weiteres  an  die 
Stelle  der  Weisheit  von  v.  27  träte.  Es  sollte  vielmehr  hier 
ausdrücklich  gesagt  sein,  dass  die  vorgetragene  Lehre  mit  der 
Gottesfurcht  identisch  ist.  Davon  wird  c.  1  der  Ausgang  ge- 
nommen.    Gr.    hat    scheinbar    sinnlos    -h    lyyo^   auiou,    was   die 


Sir.  50,  28.  495 

Korrektur  'föi;  herbeigeführt  hat.  Aber  r/yoc  steht  42,  19  für 
"ipn,  das  dort  das  innerste  Wesen  einer  Sache  bedeutet.  Vermutlich 
ist  D^T  Fehler  für  mpn  =  das  Wesen  des  in  diesem  Buche 
Enthaltenen  (=  nha  v.  28).  Vgl.  1,  20.  Vielleicht  schrieb  Gr. 
aoTuiv,  er  könnte  freilich  auch  nachlässig  au-rou  gesetzt  haben. 
Dass  wenigstens  der  Sinn  von  v.  29  b  ungefähr  dieser  war,  wird 
einigermasseu  bestätigt  durch  das  Plus,  das  248  70  Svroh.  55 
254  hier  haben:  xotl  toic  c'j3cjjS3iy  loojxs  3ocii.'av.  c'jXoytjTo?  y.'jpto^ 
SIC  -ov  mCom.  Der  erste  der  beiden  Sätze  ist  =  43,  33  b,  ver- 
mutlich ging  ihm  einst  auch  hier  43,  33  a  vorauf,  und  das 
Distichon  kann  hier  ursprünglich  wiederholt  sein.  Allerdings 
begreift  sich  die  Wiederholung  auch  aus  der  merkwürdigen 
Sonderstellung,  die  c.  44  ff.  in  der  Ueb erlief erung  einnehmen. 
Der  zweite  Satz  steht  im  Hebr.  Syr.  hinter  51,  30,  wo  noch  ein 
weiterer  folgt  (s.  d.).  Syroh.  endet  mit  dem  ersten  der  beiden 
Sätze.  Cod.  70,  in  dem  c.  51  ebenfalls  fehlt,  hat  hinter  dem 
zweiten  noch:  oo;7.  aoi,  o  Osoc  '?)aa»v,  oo;7.  aot. 


XXII.    c.  51. 

Nachtrag.     Zwei    Lieder. 

Der  Abschnitt  fehlt  in  Codd.  296  308,  die  auch  sonst 
lückenhaft  sind,  im  Syroh.  in  Folge  einer  Beschädigung  der  Hs., 
im  Cod.  307  mit  c.  44 — 50,  er  fehlt  aber  auch  im  Cod.  70.  Die 
Weglassung  erklärt  sich  daraus,  dass  das  Buch  mit  50,  27 — 29 
beendigt  zu  sein  schien.  Die  Synopse  des  Athanasius  hält  wohl 
aus  demselben  Grunde  den  Enkel  für  den  Verfasser  der  beiden 
Lieder.  Aber  sie  wollen  als  ein  Nachtrag  hingenommen  sein, 
und  sie  dem  Grossvater  abzusprechen,  besteht  kein  Grund.  Viel- 
mehr zeugt  ihre  Sprache  und  Form,  aber  auch  ihr  Inhalt  (vgl. 
zu  V.  12  add.)  laut  für  ihre  Echtheit.  Im  ersten  Liede 
(v.  1 — 12)  dankt  der  Betende  Gott  für  die  Erhaltung  seines 
Lebens  in  grosser  Gefahr,  im  zweiten  (v.  13 — 30)  rühmt  Sirach 
den  Erfolg  seiner  Bemühungen  um  die  Weisheit,  und  ladet  darauf- 
hin die  Jugend  zu  seinem  Unterricht  ein. 

Das  erste  Lied,  das  36  Disticha  (=  3  X  2.  3.  j  4  X  2. 
3.  I  1.  3  X  4.  3)  umfasst,  ist  nach  Inhalt  und  Form  ziemlich 
farblos.      Rabanus  Maurus    (bei   Knabenbauer    z.   St.):    sequitur 


496  Sir.  ol. 

oratio  eiusdem  Jesu,  quam  melius  generaliter  ad  totam  ecclesiam 
transferimus,  quam  specialiter  ad  cuiiislibet  viri  personam;   quia 
cum  multae  describuntur    in  ea  species  tribulationum  et  diversa 
solatia   juvaminum,    melius    ad    totum    corpus    referuntur    quam 
ad  quandam   parteni    corporis.      Das  Nichtige  ist   damit  geahnt. 
Besser  noch  hätte  IJabanus  die  völlige  Unklarheit  hervorgehoben, 
in  der  uns  das  Lied  über  die  \virl\liche  Not  des  Betenden  lässt. 
Versteht  man  was  v,  1 — 12  von  ihr  und  der  Rettung  gesagt  wird, 
von  Jesus  Sirach  persönlich,  so  begreift  man  nicht,  weshalb  am 
Schluss  in  soviel  Worten  der  Gott  und  Retter  Israels  gepriesen 
wird,  der  das  Hörn  seines  Volkes  erhöht  hat.     Nach  dem  griechi- 
schen und  syrischen  Texte,  die  darin  recht  haben  werden,  heisst 
Gott  V.  1  "^bfin  ^\  was  im  Munde  des  Einzelnen  kaum  verständlich 
ist.     Sodann  wird  v.  8  nach  Ps.  25,  6  auf  die  von  Ewigkeit  her 
bestehende    Gnade    Gottes    verwiesen,    die    doch    nur    die    Ge- 
samtheit   angeht.     Ebenso    wird    v.  10  fast   wörtlich  Ps.  89,  27 
zitiert,  und  der  dort  dem  Messias  bezw.    dem  Volke  Israel  ver- 
liehene Anspruch   vom  Betenden    erhoben.     Nach  alledem  muss 
Israel  der  Betende  sein,    und  die  Farblosigkeit    und  Unklarheit 
der  Schilderung   erklärt    sich  wie  in  sovielen  Psalmen    aus    der 
Personifikation  des  Volkes,  bei  der  überdies  die  vergangene  all- 
gemeine Not  als   bekannt  vorausgesetzt  wird.     Deutlich  ist  nur, 
dass  die  Gemeinde  bei  ihrem  Oberherrn  (s.  z.  v.  6)  verleumdet 
und  dadurch  in  grosse  Gefahr  geraten  war.     Nun  ist  sie  gerettet 
und  ihre  Freude  darüber  so  gross,  als  ob  die  messianische  Zeit 
anbrechen  w^oUte.     Das  letztere  haben  die  Juden  freilich  bei  jeder 
glücklichen  Wendung   ihrer  Schicksale   gehofft.     Geht   das   Lied 
aber  auf  Israel,  so  muss  man  für  die  zu  Grunde  liegenden  zeit- 
geschichtlichen Ereignisse    seine  Stellung   innerhalb    des  Buches 
in  Betracht  ziehen.     Es  handelt  sich  dann  um  eine  Not,   die  an 
das  Ende  von  Sirachs  Leben  fällt.     Vielleicht    sind  wir  hier  in 
den  Tagen  Seleukus'  IV.,  und  unter  den  Verläumdern  sind  dann 
w^olil  die  Tobiaden  zu  verstehen,  möglicher  Weise  aber  auch  die 
Samariter    (s.  z.  50,  25.  26).     Die  Ueberschrift   Trpoasu/T;    'l■r^aoo 
uloo  ^^irjdy  (vgl.  zu  1,  1)  fehlt  im  Cod.  106  und  im  Aeth.,  steht 
aber  im  Lat.  und  Sah.,  sie  kann  sehr  wohl  aus  der  Vorlage  des 
Griechen  und  vom  Verfasser    selbst  stammen.     Ueber  den  Sinn 
des  Ganzen  w^äre  damit  aber  nichts  entschieden  (vgl.  Hab,  3,  1). 


Sir.  51,  1—2  d.»  497 

lab.  Hebr.  hat  gegen  Gr.  Syr.  a  umichtig  hinter  b^  denn 
'fhrtü  muss  als  der  stärkere  Ausdruck  an  zweiter  Stelle  stehen 
(vgl.  auch  zu  Y.  12).  —  "[il]«]  nach  Syr.  "jS  NtlJJ,  Gr.  ezo\lolo'{r^- 
ao|xc/i  cot.  —  ''3>i  mSkj  kann  nicht  aufkommen  gegen  Gr.  xupis 
ßacyiXeu  (253  xupis  6  Oso?  o  ßaaiXsuc  s.  z.  2,  1)  =  Syr.  ü^hü  Kno 
=  i'jan  "'^  (vgl.  -[San  mSk  Ps.  145, 1).  Das  ^3«  mSs  ist  vielleicht 
nicht  aus  Ex.  15, 2  eingedrungen,  sondern  aus  23,  1.4,  wo 
osGTroxa  (al.  öss)  C,oir^<;  [xou  auf  ''^n  nyi3  zurückgehen  könnte.  Daraus 
würde  sich  zugleich  die  Umstellung  im  Hebr.  erklären.  —  ''rhu 
^V^']  vgl-  Ps.  18,  47.  25,  5  u.  ö.  Gr.  Osov  tov  acotr^pa  [xou,  23  iv 
ILO  auixq^m  \iou.  —  Im  Syr.  ist  b  nach  v.  11  entstellt:  und 
ich  will  loben  deinen  Namen,  o  Herr,  an  jedem  Tag. 

Ic.  2  a.  ■joti'  mcDK]  vgl.  Ps.  22,23.  102,22.  Ex.  9,16. 
Syr.  add.  «nnäi^na  (vgl.  v.  11),  Gr.  schlecht:  e^oixoXoYouixai  tw 
ovo[iaTt  aoii  (Brev.  1014  nomini  tuo  magno).  —  '•''n  i1j?e]  vgl.  Ps. 
27,  1  und  zu  a.  Syr.  verbessernd:  meine  Zuversicht,  die  von 
Ewigkeit  her  ist,  ist  der  Höchste.  Für  das  folgende  ""D  hat  er 
nur  n.  Gr.  oxi  axsTaaxr;?  xal  ßor^Slo?  (Lat.  adjutor  et  protector; 
vgl.  zu  2,  11,  aber  auch  Ex.  15,  2  LXX)  l^svou  jxou.  Er  nimmt 
■'S  vorweg,  übergeht  riDi^'n  ''tJ'ci  mao  und  setzt  xal  IXu-piucjw  (=  n^io). 
Indessen  hat  in  2  b  für  corpus  meum  =  xo  sÄtxa  [x^u  das  Brev. 
Mozarab.  1014  animam  meam.  Danach  hat  das  Fehlende  auch 
wohl  einmal  in  einem  griechischen  Text  gestanden. 

2  b  (b  c).  nDti^n]  vgl.  Job.  33, 18.  Jes.  38, 17.  Syr.  nDDm.  — 
•""it^n]  Gr.  xo  aojfxa  \j.oo;  vgl.  zu  30,  14.  —  nn^Ki]  Gr.  s;  dTrwXetas 
=  Syr.  xSnn  p  (s.  z.  9,  9).  —  Der  im  Hebr.  folgende  Stichus 
wird  von  Gr.  mit  Unrecht  übergangen,  Syr.  hat  ihn  gleichlautend. 

2  c  d  (d  e).  Syr.  om.  2  c-e  (f)  (s.  z.  v.  3  a).  —  ^:n':i€:]  Gr. 
nur  xat  (Lat.  om.,  Brev.  Moz.  et),  wohl  nur  deshalb,  weil  ihm 
die  Wiedergabe  der  synonymen  Verba  Schwierigkeit  macht.  — 
üv  nma  (Ez.  36,  3)  ist  schlechte  Variaute  zu  ])'a^h  nsn  ^Wü.  Gr. 
hat  nur:  ix  iza-ßrjq  SiaßoXr^?  (vgl.  zu  38,  17)  Y^waarj?.  Scheinbar 
wird  ix  iraYioo?  durch  das  unmittelbar  Vorhergehende  empfohlen; 
vgl.  aber  26,  6.  —  ncti^öl]  Gr.  a-rih  (Lat.  praem.  et)  /siXetov.  — 
2(D  ''£32']  vgl.  Ps.  40,  5.  Gr.  Ip^aCoixsvwv  t];£uoo?.  Auch  die  Masora 
scheint  Ps.  40,  5  ein  Participium  zu  verstehen;  vgl.  Targ.  Syr. 
vhhii^,  Symm.  etwa:  vsuovxa;  (möl).  Das  ist  nach  unserer  Stelle  wahr- 
scheinlich richtig;  aber  die  Bedeutung  des  Wortes  bleibt  unklar. 

Smend,  Siracli-Kommeutar.  82 


498  S"--  51. 

2  e  (f).  3  a.  ""»p  UJ]  Gr.  xal  evczvii  xöJv  Trapeaftrjxotoiv  (248  Sah. 
dvOeSTvjxoKov  vgl.  46^  6. 7).  —  ^JmtJ?  ^'7  nn^Mj  Gr.  [xot  e^svou  fioi  ßorjOo? 
xal  iXutfyoOao).  Nur  248  (155),  Lat.  haben  [xoi,  die  übrigen  lassen 
es  aus.  Uebrigens  ist  ßor^öo;  wohl  Zutat  und  EXuxpcjato  freie 
Uebersetzung.  Vgl.  zu  h  ,Tn  Gen.  31,  42.  Ps.  124,  1.  2.  56,  10, 
und  zu  iiy  mit  p  Ezr.  8,  22.  Syr.,  der  bei  3  a  wieder  einsetzt, 
hat  ^Jnpici.  Die  Lücke  ist  wohl  dadurch  entstanden,  dass  in 
seiner  Vorlage  oder  in  seinem  Texte  2  c  (d)  und  3  a  denselben 
Anfang  hatten.  —  miD]  Syr.  drückt  2)12  aus.  —  "jnDn]  Gr.  iXeou; 
(248  55  praem.  xou,  S'^'^  Theodor,  add.  aou)  xal  (248  55  tou,  253 
Lat.  om.)  6vrj[xa-o?  aou  (253  om.).  Woher  xal  ovofxato?  stammt, 
ist  unklar;  vgl.  Sah.  zu  v.  8a. 

3  b  c.    i^'pwöj  =  Syr.  arhp)n  p  (s.  z.  9, 5).   Gr.  airo  ßpu^fitov, 
was    auf  eine  ungewöhnliche  Metonymie   hinauskäme   und  zu  b 
nicht  besonders  passt.      Es   ist   wohl   Korrektur,    herbeigeführt 
durch  ßpwijLa,    und  ßpoywv  (so  auch  Peters)    zu  lesen;    vgl.  Prv.  b 
22,  25  LXX   und  oben    zu  27,  20.  —   v^D  ^ök]    was    Schechter  1 
wohl  richtig  nach  ^)!h'J  nDiti»  Jer.  20,  10  in  ^vh:i  "^cij:  ändert.    Gr.  * 
£Toi'[x«)v  (23  S  B  254  s-oijxo?)   el;   ßpwjxa  (106  v  dr^pav).     Wie  Ps. 
17  (16),  12    für  rp2,  kann  s-oi\io;  hier  füi*  ncv  stehen.     Dagegen 
dürfte  ßpoifia  geraten  sein.    Vielleicht  dachte  Gr.  an  v^2  (J.  Levi) 
oder  üyh,    was  aber   beides  zu  u^pvi   nicht  passt.  —   Syr.  las  b 
vielleicht  etwas  anders:     von  dem  Anstoss  und  dem  Untergang 
hast  du  mich  gerettet  (''Jnsnty  wie  in  d).    Er  fügt  auch  am  Schluss 
von  c  hinzu  ''jnpio.     Auch  Sah.  hat  vor  b :  du  rettetest  mich.  — 
rm]  Gr.  om.  )  (S  xai).  —  '«ti'pao]  Syr.  hat  den  Singular. 

3d.  4  a.  mmo]  zur  Wortstellung  vgl.  Ew.  §  293b.  Syr. 
praem.  1  (Lat.  et).  —  ''Jnyif'in]  las  auch  Syr.  (s.  0.),  ist  aber  kaum 
besser  als  die  Zusätze  des  Syr.  zu  b  und  c.  Zu  dem  parallelen 
Stichus  passt  es  nicht,  man  erwartet  überhaupt  kein  Verbum 
der  Art  neben  dem  p,  das  von  v.  3  b — ^6a  durchgeht.  Gr.  lov 
sa/ov,  was  freie  Uebersetzung  ist.  Graphisch  liegt  ^ili'^^n  nicht 
weit  ab.  —  mpiiroö]  das  Nomen  im  Kanon  mehrmals  neben  mJf,  . 
Gr.  spezialisierend:  dr.o  (155  Sah.  praem.  xai)  irviYjxou.  Syr.  über- 
geht das  Wort,  er  setzt  aber  für  n^rh^i^  die  Flamme  des  Feuers. 
Gr.  hat  dafür  uopos  (vgl.  43,  21),  B  S  A  106  157  155  lesen  irupä?, 
was  wohl  Korrektur  ist.  Uebrigens  haben  Lat.  Sah.  flammae.  — 
Am  Schluss  hat  Syr.  '•jrmm,  Gr.  xüxXoösv,  Lat.  quae  circumdedit 


Sir.  51,  2e-7.  499 

me.     Zu  vermuten   ist  wohl  nicht   ^20,    wovon  Cowley    Spuren 
zu  erkennen  glaubt,  sondern  eher  "jnn^D. 

4  b.  5  a.  Syr.  om.  —  ^ü  m3:öj  Gr.  X7.i  (248  Sah.  om.)  ix 
ixsaou  TTupo?.  Ein  mr30  nach  Ez.  10/2  anzunehmen,  ist  bedenklich. 
Schechter  will  mzSa  nach  Ex.  3,  2  lesen.  Vielleicht  steckt  aber 
in  r\)22  die  aram.  Wurzel  333  brennen,  ass}T.  kibbatu  Brand, 
Lohe;  vgl.  ZATW  1901,  143  f.  wo  auch  ki-ib-bat  iSäti  =  n33 
u^x  nachgewiesen  ist.  —  nns>  |\sS]  Gr.  ou  (om.  248  155)  oüx  (om. 
106  157  254)  s?£xauaa,  Lat.  non  sum  aestuatus,  Sah.  bevor  ich 
verbrannt  wurde.  Schechter  emendiert  mit  Recht  nnc:  sS;  vgl. 
Job.  20,  26,  wo  der  Blitz  gemeint  ist.  Sü'ach  will  sagen:  kein 
wirkliches  Feuer,  aber  etwas  viel  schlimmeres.  Gr.  verwandelt 
das  Passivum  falsch  in  die  1.  Person  des  Akti^imis,  um  hier  die 
Unschuld  des  Verfolgten  zu  linden.  LXX  hat  Ixxcc'siv  auch  für 
n''cn.  —  Dinn  cmo]  ist  eigen,  da  cm  in  dieser  Bedeutung  im  Kanon 
nicht  vorkommt,  aber  |IS3  Jon.  2,  3  ist  auch  einzig.  Gr.  für  5  a 
erleichternd  und  ungenau:  ix  (248  praem.  xai)  ßaöoo;  -/.oOdi^  aoo-j. 
Der  Parallelismus  ergibt  die  Ergänzung  [:c"']a  xS.  Uebrigens  ist 
xoiXi'a?  aoou  (248  254  om.)  vielleicht  Korrektur  nach  Jon.  2,  3 
LXX  (=  h)m  ])^2).     Cod.  23  hat  Xaou  (=  c'üi6?)  füi-  ooou. 

5  b.  6  a.  n!2'  "nati^a]  Gr.  xal  diro  '(lojarsr^:;  (s.  z.  6,  5)  axa- 
öa'p-ou.  —  y^  ^Scai]  vgl.  Job.  13,  4.  Ps.  119,  69.  Gr.  xal  (248 
add.  Ix)  Xoyou  <|^£uoou?  (vgl.  36,  24).  —  ""^m]  Gr.  ßaaiXsT  otaßoX-^ 
(253  23  S  106  A  55  otaßoXr,.-,  253  add.  y.m,  248  add.  Ix),  Lat. 
a  rege  iniquo  et.  Wie  das  Textverderbnis  zu  heilen  sei,  ist  nicht  ab- 
zusehen. Es  handelt  sich  aber  in  der  Tat  um  eine  Verleumdung  der 
jüdischen  Gemeinde  beim  seleucidischen  Oberherrn,  und  der  Ueber- 
setzer  kann  den  König  erldärend  eingetragen  haben.  —  noia  ]wh\ 
vgl.  Ps.  52,  6.    Gr.  verflachend:  'fKdiaa■r^^  dofxou.  —  Vgl.  Jer.  9,7. 

6  b  c.  y:n)\  ist  wohl  Hifil;  vgl.  32,  21.  37,  30  sowie  über- 
haupt Ps.  88,4.  Den  Fehler  -J^vsasv  für  vf^iasy  (32,21)  hat  ausser 
B  auch  Lat.  (laudabit  dominum).  —  maS]  Gr.  £u)?  Oavdxou.  — 
wnnn  'jixt^'?]  vgl.  Ps.  86,  13.  88,  7.  Thr.  3,  55.  Ez.  26,  20.  Gr. 
verdeutlichend:  v  cuvs-fcu?  aoou  xa'tto  (248  253  S*'*  xatondtou). — 
Syr.,  der  übrigens  ma  und  hw^  vertauscht,  hat  für  c  im  Anschluss 
an  Gr.:  und  mein  Geist  dem  Tode  näherte  sich. 

7.  rusw]  =  Syr.  rr^^anKi.  Gr.  (TTspisö/ov  jis)  las  etwa  •"JIdsk. 
Aber  Tod  und  Hölle   können   nicht   Subjekt  sein,    und  der  Pa- 

32* 


500  Sir.  51. 

rallelismus  spricht  für  Hebr.  Syr.  —  ^S  iny  fü)  3^2D]  Gr.  iravroOäv 
xoti  oux  TjV  6  (23  om.)  ßorjöwv.  Syr.  vielleicht  nach  anderer  Les- 
art: hinter  mich,  dass  ich  unterstützt  würde,  ''h  drücken  beide 
nicht  aus.  —  nc2:xij  Gr.  i'xji/i-ojv,  248  157  106  Aeth.  IvsßXsrov, 
A  k  eßXsTTOv.  —  -[OlD]  Gr.  frei:  zk  c/.vTi'Xr/ky  (/.vöpwTrtuv  (s.  z.  3, 17). 

—  Vgl.  Jes.  63,  5.  59,  16. 

8.  Am  Anfang  lassen  S*  254  Lat.  xoct'  aus.  —  ''"'''  '•cm  riK] 
Gr.  Tou  iXeou?  aou  (Sah.  deines  Namens;  vgl.  v.  3a)  xupis.  Er 
stellt  in  V.  8  überall  die  Anrede  her,  die  aber  erst  v.  10  beginnt. 

—  Viom]  Gr.  xal  ~r^;  iijyj.'sirj.z  aoo.  Ein  entsprechender  hebräischer 
Ausdruck  wäre  denkbar  (z.  B.  Ps.  143,  5).  Aber  wahrscheinlich 
schrieb  Gr.,  der  die  Composita  mit  £'3  liebt,  sosp^esia?,  und  jeden- 
falls ist  rnon  nicht  anzufechten;  vgl.  Ps.  25,  6.  —  S^::on]  Gr. 
ox'.  i;sX-^,  aber  ausser  B  (55  254)  haben  alle  ii<xipq  (Lat.  eruis, 
al.  erues).  —  )2  ''D'n  na]  Gr.  tou?  u-ojxsvovTa;  ae  (Co.  23  om.), 
was  eher  =  'h  ""Din  wäre;  Gr.  übersetzt  sonst  mp  so.  Syr.  alle 
die  auf  ihn  vertrauen.  —  dSxj"'!]  Gr.  xal  aojCstc.  —  yi  S:ö]  vgl. 
V.  12.  Gen.  48,  16.  Ps.  121,  7.  Syr.:  von  dem,  der  stärker  ist 
als  sie.  Gr.:  Ix  /sipo?  lOvöjv,  so  B  und  Lat.,  die  anderen  (auch 
Sah.  Aeth.)  t/ß[jwv,  nur  23  richtig  rrov/jpöiv.  Gr.  las  wolil  J?i  rj^o 
(vgl.  Hab.  2,  9),  und  ebenso  vielleicht  Syr.  Vermutlich  ist  Srö 
aus  V.  12  eingedrungen. 

9.  Ausser  B*  (Lat.  super)  haben  alle  Hss.  (auch  Sah. 
Aeth.)  czTio  statt  stti'.  —  •'^ip]  Gr.  rhetorisch:  ixstsiav  iaou  (32,  17). 
Ebenso  für  b  geschraubt:  xal  urkp  i^avatou  (A  x.  d-h  döctvatou) 
pua£(u;  sSsr^&r^v,  was  heissen  soll:  und  wegen  der  Rettung  vom 
Tode  bat  ich  (vgl.  ähnlich  v.  10  c.  50,  5).  Er  las  für  nyit'Ol 
etwa  nyufö).  Uebrigens  ist  "nvw  wohl  Verbum  (vgl.  Jon.  2,  3). 
Syr.  hat  für  b  nurf  und  ich  betete.  Er  nahm  wohl  Anstoss  an 
hwv  ^'\V^Q  (Jes.  38,  10). 

10a.  Gr.:  l-KSxaXsaotfxrjV  (248  Aeth.  praem.  xoti')  xupiov  'ircttspa 
(Aeth.  add.  [xou,  S*^^  add.  -ou)  xup''ou  (Aid.  xupiov,  Aeth.  xat  xupiov)  [xou. 
Syr.:  und  ich  rief  meinen  Vater  aus  der  Höhe,  den  Herrn,  den 
Starken  (S"Qij)  und  den  Erlöser.  Im  Hebr.  ist  das  unpassende 
CöTiKT  unter  dem  Einfluss  von  cisi  v.  9  entstanden.  Da  Ps.  89,27 
zu  Grunde  liegt,  ist  nach  Gr.  «npKl  zu  schreiben.  Syr.  schliesst 
hierfür  zwischen  Gr.  und  Hebr.  einen  Kompromiss.  Falsch  ist 
ferner  nnx  ''2,  denn  Gott  ist  noch  nicht  Vater,  weil  er  Helfer  ist. 


Sir.  61,  8— 12b.  501 

Es  liegt  Wiederholung  von  nns  "rs  vor.  Verdrängt  ist  dadurch 
aber  l  '•'js  (vgl.  Ps.  89, 27)  =  xupiov  aou  =  Syr.  sno.  Gr. 
überging  nns*,  weil  er  sich  in  Nnpxi  als  Einführung  der  direkten 
Rede  nicht  finden  konnte,  und  ''Vty''  "nsjT  vielleicht  deshalb,  weil 
ihm  der  Ausdruck  zu  kühn  war.  Uebrigens  ist  sein  Text  ver- 
stümmelt. S}T.  hat  7li>''  1)22),  wofür  Ps.  89  'nvw  mi'l  steht, 
leicht  abgewandelt,  —  Vgl.  übrigens  oben  S.  496  und  das  zu 
23,  1.  4.  4,  10  Bemerkte. 

10b c.  ■'Jcin  '?«]  Gr.  beseitigt  auch  hier  die  Anrede:  iir^  \xe 
£YxaTaXt-£iv.  —  cva]  Gr.  iv  Tüo-spai?,  aber  248  253  106  (?)  155 
Lat.  ev  r^\lirJrf..  —  nsit^'öi  nü)'^  crr]  vgl.  Soph.  1, 15,  wo  ebenfalls 
m::  üT2  vorhergeht.  Gr.  geschraubt:  h  xoitfxo  (s.  z.  11,  19)  utcs- 
pr/faviöiv  aßor^ör^at'ct;.  Ausser  B  Aid.  haben  die  übrigen  schlechter: 
uTTspr/favcuv.  Vgl.  LXX  ZU  74,  3.  23.  —  Syr.  für  Ul  nrj  kürzend: 
xp^oi  Knpyi. 

Hab.  '12m]  =  Syr.  "^isinKl.  Man  erwartet  zunächst  ']y2m. 
Aber  Gr.  hat  xat  u|jLvr^a«)  (248  253  23  155  add.  az,  157  add.  aoi), 
Avas  auf  "[iDiKl  führt.  In  den  Psalmen  steht  ID*  meist  neben  rmn, 
aber  auch  neben  und  hinter  hhr\  (Ps.  135, 3).  —  nScnn]  vgl. 
ebenso  50,19.  Gr.  wohl  willkürlich:  sv  8^o[xoXoyr^a£i  (vgl.  zu  39,15). 
Syr.  vei-flachend:  Nnnnti^nn  (vgl.  zu  v.  1). 

11  cd.  Von  den  beiden  im  Hebr.  Syr.  gleichmässig  er- 
haltenen Stichen  findet  sich  im  Gr.  nur  der  zweite  wieder:  xal 
siar^xouai)-/)  rj  osr^aic  (vgl.  zu  32,  Iß)  ;xou.  Vielleicht  fällt  die  Lücke 
nur  der  griechischen  Ueb erlief erung  zur  Last.  —  Vgl.  zu  b 
Ps.  143,  1. 

12 ab.  ''JlCl]  Gr.  scjo^aa?  -j-ap  fis.  Lat.  et  (Toi.  Am.  Sang. 
Corb.  Theoder.  om.)  liberasti  (Am.  add.  enim)  me.  Brev.  1014 
liberasti  animam  meam.  Danach  ist  Ya'p  vielleicht  nicht  ur- 
sprünglich, sicher  ist  das  für  den  unpassenden  Rückfall  in  die 
Anrede.  Für  "jaS;:''!  hat  der  Vulgärtext  xai  £;£ilou  [is,  aber  23 
xoci  £;£Xou  |i,ai  und  A  setzt  hinter  irovrjpou  hinzu:  xal  sciXoo  jxat. 
Danach  ist  xal  Eamaiv  jxe  und  xal  ics^^outxai  herzustellen.  Man 
korrigierte,  weil  man  an  dem  passivischen  Gebrauch  von  i^zkotj\iai 
(vgl.  zu  26,  29)  Anstoss  nahm.  Allerdings  hat  auch  der  Cod. 
Berol.  des  Syr.  in  b  ''jnpnc  für  "'jpio'i,  aber  Aeth.  hat  in  a  und  b : 
und  er  rettete  mich,  und  er  befreite  mich.  —  Für  yi  S^ö  (vgl.  v.  8) 


502  Sir.  61. 

hat  Gr.  s^  aTrwXsi'ac,  dagegen  für  mv  DT"!  (vgl.  v.  10)  ix  xaipoS 
TTovr^pou,  Syr.:  aus  aller  Not. 

12 cd.  Die  Kohortati vformen,  aber  auch  Ti'^nn,  verstehen 
die  Uebersetzer  mit  Recht  futurisch;  vgl.  zu  ''n''"nn  die  folgenden 
mn  und  zu  nS'jriN')  das  n'^'hhn  am  Schluss.  Hinter  l;oiJ.oXoY-iQaojxai 
setzen  ausser  B  (248)  Lat.  alle  Hss.  aoi  hinzu,  und  ausser  S* 
B*  A  (157  k)  Lat.  haben  alle  aMam  as.  (statt  aoi;  vgl.  zu  17,27). 
—  T(j)  ovojxaTi  (248  55  254  155.  Am.  Sang.  Corb.  Brev.  Moz.  ~h 
ovo|xa:  vgl.  dag.  50,22)  xupioo  (248  55  254  Sah.  Aeth.  Am.  aou 
xopis)]  Syr.  deinen  (Ambr.  w  Maus.  Berol.  seinen)  heiligen 
Namen.  Aber  die  Anrede  ist  auch  hier  überall  später  eingetragen. 

Die  im  Hebr.  folgenden  16  Disticha  fehlen  im  Gr.  und  Syr., 
sie  bilden  aber  den  notwendigen  Schluss  zu  v.  1 — 12  (vgl.  zu 
V.  1.  12).  Uebrigens  ist  das  neunte  Distichon  offenbar  vor  dem 
Sturz  des  Hauses  Sadok  entstanden.  Gr.  hat  die  Verba  aber 
schwerlich  allein  wegen  dieses  Distichons  übergangen,  das  er  ja 
leicht  allein  hätte  fortlassen  können.  Ihm  erschien  das  Stück 
wohl  auch  zu  ungriechisch.  Syr.  ist  in  seiner  antijüdischen 
Tendenz  dem  Gr.  gefolgt.  —  Schon  durch  die  Länge  des  1. 
Gliedes  heben  sich  6 — 9  deutlich  vom  Vorhergehenden  und 
Nachfolgenden  ab.  Sie  reden  unverkennbar  von  der  Zulmnft 
Israels,  für  die  neben  dem  Davidischen  Könige  (vgl.  45, 25. 
47, 11.  22)  der  ewige  Bestand  des  Hauses  Sadok  für  Sirach 
wichtig  ist  (vgl.  45, 25 f.  50,  22ff.).  Formell  und  inhaltlich  sind 
auch  10 — 13  unter  sich  gleichartig,  die  auf  die  Anfänge  der 
Religion  zurückgreifen,  und  2 — 5  preisen  in  allgemeinen  Aus- 
drücken den  herrlichen  und  allmächtigen  Gott,  der  der  Hüter 
und  Retter  Israels  ist.  Aber  auch  14 — 16  gehen  indirekt  auf 
die  messianische  Zeit  (s.  z.  15).  Die  Zukunftshoffmmg  soUen 
daher  auch  2 — 5  und  10 — 13  begründen,  und  das  Ganze  will  in 
diesem  Sinne  den  Inhalt  der  altherkömmlichen  Formel  darlegen, 
die  an  der  Spitze  steht.  In  anderer  Art  ist  dasselbe  Ps.  136 
geschehen,  und  vermutlich  hat  eines  der  beiden  Stücke  dem 
andern  zum  Muster  gedient.  Uebrigens  sind  die  beiden  letzten 
Disticha  =  Ps.  148,  14,  und  auch  da  darf  man  die  Prioritäts- 
frage stellen.  Verwandtschaft  besteht  aber  auch  zwischen  diesem 
Abschnitt  und  dem  Achtzehner- Gebet,  dessen  1.  7.  10.  14.  15. 
Benediktion    hier   dem    10,  5.  6.  7.  8.  Satz  entspricht.    Dabei 


Sir.  51,  12 cd.  503 

kehrt  der  2.  3.  4.  Satz  in  Gebeten  wieder,  die  mit  dem  Achtzehner- 
Gebet  in  Beziehung  stehen.  Vgl.  J.  Levi  z.  St.,  der  auch  den 
Ausdruck  mn^i^nn  ha  belegt.  Das  Wort  ist  wohl  r\r\2^F\  zu  sprechen ; 
vgl.  Lagarde,  Semitica  I  4.  Nöldeke,  Mand.  Grammatik  S.  133. 

—  hiTi^'^  löW]  vgl.  Ps.  121,4. —  ^^DH  llT]  vgl.  24,8.  Jer.  10,16. 

—  ha'\'^'  hm]  vgl.  Jes.  49,  7.  44,  6  u.  ö.  —  "  rn:  yzpr:]  vgl. 
Jes.  56,  8.  Ps.  147,  2.  —  ITJ?  r\i)2]  vgl.  Ps.  147,  2.  —  ]y  .Tayo] 
vgl.  Ez.  29,  21.  Ps.  132,  17.  —  |n:S  pm  ^JM  ims]  Schechter 
(p.  35)  vergleicht  Mischna  Middoth  V  3:  VJnni  pnKmnntr  Kin -[nm 
'):)  und  J.  Joma  44b  c^:nD3  nmrn.  —  cn"i2K  pD]  vgl.  Gen.  15, 1. 

—  2pr  Tr«J  vgl.  Gen.  49,24  u.  ö.  —  |ri:n  imi]  vgl.  Ps.  132,13. 
Zach.  3,  2.  —  csSan  tSo  "[Sc]  belegt  Schechter  nach  Landau, 
Die  dem  Räume  entnommenen  Synonyma  für  Gott  (1888),   S.  9. 

—  m^l]  ist  nicht  futuiisch  (vgl.  LXX  Hieron.  zu  Ps.  148,  14) 
bezw.  optativisch  zu  verstehen,  sondern  präterital  (Masora,  Targum, 
Vulgata).  Gemeint  ist  eben  die  Rettung  von  v.  1 — 12,  die  als 
solche  die  Hoffnung  auf  den  Anbruch  der  messianischen  Zeit 
erweckt.     Vgl.  noch  47,  5.  11. 

13 — 30.  Den  alfabetischen  Charakter  des  zweiten  Liedes 
erkannte  Bickell  aus  dem  Syrer  längst  vor  der  Entdeckung  des 
Hebräers  (Ztschr.  f.  kath.  Theol.  1882,  319ff.).  Die  von  ihm 
damals  versuchte  Rekonstruktion  hat  sich  in  hohem  Masse  be- 
stätigt. Im  hebr.  Text  sind  die  alfabetischen  Anfänge  nur  bei 
K,  n,  ",  {h),  ö,  3,  V,  c,  (::),  p,  t,  n  erhalten,  sie  sind  freilich 
bei  fast  allen  übrigen  Versen  mit  Sicherheit  wiederherzustellen. 
Indessen  ist  der  :-Vers  ganz  verloren,  vom  ü-Vers  wenigstens 
der  zweite  Stichus,  und  ebenso  der  zweite  bezw.  erste  Stichus 
der  Verse  mit  n  und  n.  Dabei  steht  die  erhaltene  Hälfte  des 
2-Verses  und  ebenso  die  erste  Hälfte  des  D-Verses  an  falscher 
Stelle.  Aber  auch  der  erhaltene  Wortlaut  ist  stark  verderbt. 
Man  könnte  hiernach  über  den  gesamten  Text  der  hebräischen 
Fragmente  ein  sehr  ungünstiges  Vorurteil  gewinnen.  Aber  am 
Schluss  des  Buches  kann  der  Text  aus  äusserlichen  Gründen 
früh  gelitten  haben.  Er  lag  dem  Syr.  fast  überall  schon  in  dem 
gegenwärtigen  Zustande  vor.  Die  Behauptung  aber,  dass 
wenigstens  dies  Stück  im  Hebr.  Rückübersetzung  aus  dem  Syr. 
sei,  verdient  keine  Beachtung.   Wer  sehen  kann  und  sehen  wül. 


504  Sir.  51. 

muss  zugeben,    dass  Hebr.  v.  26  b  29  a    dein  Syr.  wie  dem  Gr. 
gegenüber  original  ist. 

13.  "ij?J  "iü]  Gr.  eti  u>v  vsto-epo?.  Bei  Lagarde  ist  «Sk  Druck- 
fehler für  WK.  —  W\n]  vgl.  Ps.  37,  25.  Aber  das  genügt  nicht 
zur  Vollständigkeit  des  vSticlius,  es  ergibt  auch  keinen  passenden 
Temporalsatz.  Syr.  cm. ;  dagegen  Gr.  irpiv  r^  7rX7.v-/)i>9)vai'  \iz,  wonach 
"myn  •'JoS  (vgl.  48,  25)  oder  ^n^yn  0102  vermutet  werden  darf. 
Gemeint  ist  aber  nicht  die  Torheit,  der  der  Jüngling  ohne  die 
Weisheit  verfcällt,  sondern  das  Reisen;  vgl.  zu  31,  9 ff.  —  Gr. 
für  b:  eCvr^aa  cto'iiotv  Trpo^pava»;.  Die  mit  absichtlicher  Unbestimmt- 
heit gesetzten  Suffixe  (vgl.  zu  v.  15 d.  25)  deutet  er  aus;  dagegen 
ist  das  sinnlose  TtpcfavS?  vielleicht  Fehler  für  7:po^6[xa)?  (vgl. 
TtpoOufxia  45,23)  =  .13  ^liTsn.  —  Vgl.  Sap.  8,2. 

14.  Im  Hebr.  und  Syr.  folgt  zunächst  eine  Lücke  bis 
V.  15c,  aber  v.  14a  ist  bei  ihnen  erhalten  vor  v.  16b,  wo  er 
v.  16a  verdrängt  hat:  ^nnj^jn  nScn  hhz^nn).  Syr.  hat  dasselbe,  nur 
sonderbar:  sein  Gebet.  Die  Worte  sind  umzustellen  hhürn^  TinVJa 
rhs^n.  Gr.  hat  rhsn  mit  ev  r.poasuyji  |xol>  zu  v.  13  gezogen.  Für 
den  Rest  hat  er  svavn  vaou  T^?rouv  irspi  au-r^?.  Die  letzten  Worte 
sind  eine  Auffüllung  an  Stelle  des  vorweggenommenen  n'jcn ;  eine 
nähere  Bestimmung  kann  hier  entbehrt  werden.  Dagegen  ist 
£vavTi  vaou  Fehler  für  h  vsoxr^ii  [xou.  Denn  evavxt  vaou  ist  zu 
speziell,  auch  vermisst  man  dann  ein  gegensätzliches  Komplement 
zu  SO);  £Cj/aT(üv.  —  Betr.  ^nnp  vgl.  zu  25,  3.  —  Vgl.  1  Reg.  3, 6  ff. 

15 ab.  Für  das  sinnlose  eS'avöoo?  haben  254  l^av&ouaa, 
253  e^avOouafTfj  (A  eco?  für  (u?),  23  l?avi)o'jar^?.  Sah.  hat  für  a:  ich 
liess  sie  sprossen  gleich  einer  Weintraube,  die  gereift  (?)  ist. 
Lat.  et  eflloruit  (Toi.  Sang.  Brev.  869  nur:  defloriet,  defloruit) 
tanquam  praecox  uva.  Danach  ändert  Bickell:  i^vbr^ae  o)?  Ttsp- 
xa'Couaa  cxacp uXr^,  was  der  Uebersetzer  allerdings  besser  geschrieben 
hätte.  Aber  ecav&ouar^;  vsl  ist  ihm  zuzutrauen.  Bickell  vermutet 
Sii^n  33^3  rh^:.  Vgl.  ht::  14,  18,  wo  es  im  Sinne  von  heranwachsen 
steht,  und  IcavÖsTv  =  SöJ  Jes.  18,  5;  ferner  h'mn  Gen.  40,10  und 
targ.  h'''^2,  hu^^  reif  werden.  Man  könnte  auch  an  neuhebr.  hn2 
(vgl.  Aquila  Zach.  11,  8)  denken,  übrigens  nach  Jes.  18,  5  an  nD3 
statt  an  3:y.  —  In  b  (vgl.  v.  29)  hat  Gr.  wohl  gekürzt. 

15 cd.  Syr.  für  c:  '"lö  sni^ip3  ^S^-i  n:m,  Gr.  eizi^r,  6  7:06? 
\ioo  £v   (106  157  add.  autfj)   euOutyjti.    nnöK3  gehört  hinter  ^hi\ 


Sir.  51,  13—18.  505 

Die  Umstellung  ist  wohl  dadurch  veranlasst,  dass  v.  15  c  auf 
V.  13  folgte.  Verderbt  ist  nno«a  (vgl.  Ps.  25,5);  Gr.  las  viel- 
leicht mii^Kn  (vgl.  zu  4, 18  und  Job.  23,  11),  das  er  falsch  ver- 
stand. Das  schon  vom  Syr.  gelesene  ''in«  ist  zu  streichen. 
Vielleiclit  ist  es  schlechte  Variante  zu  ''im,  das  v.  16  stand 
(vgl.  zu  42,  5).  —  myio]  vgl.  6,  18.  Syr.  praem.  ).  —  ^misS  no:n] 
vgl.  Prv.  30,3.  Ps.  71,  17.  Syr.  KioSv  pyr  {=  t.öS  ■'narnV).  Gr. 
i/vcucta  c(ur/)v.  Er  setzt  das  Pronomen,  weil  er  die  Weisheit  schon 
V.  13  a  genannt  hat.  Aber  der  Hebr.  nennt  sie  absichtlich  erst 
hier  bei  ihrem  Namen  (vgl.  v.  16  b).  Dagegen  las  Gr.  für  ^nir":'? 
wohl  Tnpn,  was  als  besser  erscheint  (vgl.  14,  20). 

16.  Im  Hebr.  und  Sjr.  ist  a  durch  v.  14a  (s.  d.)  verdrängt. 
—  Gr.  IxXiva  oXr-j-ov  xo  o5;  [xou  xat  £0£ca[x-/jv.  Vgl.  4,  8.  6,  33, 
wonach  etwa  Snpxi  "'im  cyo  ^n'^^n  anzunehmen  ist.  6,  33  steht 
exol^f)  ebenso  absolut  wie  hier  loscaij-r^v  (=  ich  lernte).  Cod.  248 
und  Sah.  haben  oXiyov  hinter  [xou,  k  lässt  es  aus;  es  ist  aber 
durch  n3"in  geschützt;  vgl.  6,  19.  —  nj;T  TiH^id]  Gr.  £^»pov  laauKo 
Tiaiosiav.  —  Sah.  fügt  am  Schiuss  hinzu:  wegen  ihrer. 

17.  rhv]  =  Syr.  m^i;  vgl.  v.  26.  6,  30.  Gr.  -üpoxo-rrr;.  Lies 
rhvi.  Gr.  verkannte  hv  (Joch)  auch  6,  30  vgl.  30,  13.  Sein 
TTpoxoTTT^  (noch  2  Macc.  8,  8)  könnte  =  rhv''  sein,  das  er  mit  hv 
zusammenbrachte.  Aber  30,  13  stehen  )hT;  und  iv  otOxoj  einander 
gegenüber,  also  ist  rrpoxo-r^  wohl  eher  =  n3D  (vgl.  6,  31).  Da- 
gegen setzt  er  im  Gedanken  an  nin  (vgl.  10,  5)  oo^av  für  nni)n 
(vgl.  nmn  |ni  47,  8),  das  auch  im  Neuhebräischen  vorkommt  (vgl. 
Levy  s.  v.,  und  zur  Form  zu  14,  13).  —  noSoSi]  das  Piel  be- 
deutet hier  anstacheln  (mit  dem  noSo);  vgl.  Hos.  10,11.  Jer.  31,18. 
Gr.  Tto  oioovtt  |xoi  socpiav;  vgl.  6,  37.     Gemeint  ist  aber  Gott. 

18.  Ti^iiTi]  ist  wahrscheinlich  unter  dem  Einfluss  von  npii>n 
V.  19  für  Tiöö)  eingedrungen.  In  a  fehlt  übrigens  ein  Objekt 
zu  yii'rh,  das  vermutlich  dahinter  stand.  Man  kann  an  mpn 
(=  sie  auszuforschen)  denken  (vgl.  z.  B.  Dt.  13,  15).  Auf  ein 
maskulinisches  Nomen  scheint  das  freilich  fehlerhafte  liX^DK 
hinzuweisen.  Die  Lücke  fand  wohl  schon  Gr.  vor;  er  hat  für 
den  Vers:  oisvov^Dr^v  ^ap  xou  -Koir^arjn  (A  157  add.  [xs)  ctu-v^v,  xat 
(155  Lat.  om..  Toi.  et)  dCi^jXtocra  xh  dya^ov  xat  oC»  jjltj  alayw^u). 
Er  nimmt  "'S  aus  b  nach  a  herüber,  und  ebenso  das  Suffix,  das 
er  mit  xö  ocYaOov   ersetzt.    Uebrigens  scheint  ^er  in  b    die  Sätze 


506  Sir.  Ol. 

umzustellen;  denn  für  "[cnK,  das  vermutlich  aus  v.  19  eingedrungen 
ist,  scheint  er  icnK  oder  tnsK  gelesen  zu  haben  (vgl.  24,  22). 
Auffällig  ist  sCr^Xojcja  xo  dyadov,  da  Gr.  den  Ausdruck  sonst  nur 
im  Sinne  von  beneiden  gebraucht.  Las  er  aber  liwp»,  so  wäre 
das  wohl  zu  verwerfen.  Vielleicht  ist  eCr^Xcoofa  Fehler  für  Kr^zr^nri.; 
vgl.  30,  40,  wo  C>}Tetv  syrischem  n:iy,  und  Gen.  19,  11,  wo  es 
hebräischem  Ni:e  gegenübersteht.  Uebrigeus  wird  n:K::;3K  zu  lesen 
sein,  da  hier  überall  die  Weisheit  Objekt  ist.  Syr.  setzt  i:  für  "•:. 

19  a  b  (a-d).  npti'n]  vgl.  Gen.  34,  8.  Syr.  npann».  Gr.  (oia- 
|x£|xa/iaT<xi)  las  schlecht  npti'j?.  —  An  Stelle  der  3  Stichen,  die 
vor  ""T  (=  V.  19  c  des  Gr.)  erforderlich  sind,  hat  Gr.  nur  einen, 
Hehr,  und  Syr.  dagegen  zwei.  Die  Vermutung  liegt  nahe,  dass 
zwei  Stichen  schon  zur  Zeit  des  Gr.  verloren  gegangen  waren, 
und  einer  der  beiden  im  Hebr.  und  Syr.  erhaltenen  Stichen 
lediglich  Variante  ist.  Aber  nJöö  "jcn«  vh  "jci  ist  schwerlich 
Variante  zu  v.  18  b,  der  \ielmehr  hiernach  entstellt  zu  sein  scheint. 
Die  Worte  fügen  sich  auch  passend  zu  v.  19  a.  Eher  könnten 
die  Worte  niöö  na«  »h  c^ni'J  mh^  Variante  zu  IJI  ■'Jci  sein.  Aber 
sie  nehmen  die  Stelle  des  zweiten  Stichus  des  a-Verses  ein,  dessen 
erster  durch  v.  20  a  verdrängt  zu  sein  scheint,  und  sind  auch 
inhaltlich  hier  am  Platze.  Vor  ''T  muss  nämlich  gesagt  sein, 
dass  er  bei  der  Wohnung  der  Weisheit  sich  niederliess  (vgl. 
14,  24  ff.),  und  dazu  passen  diese  Worte.  Der  Ausfall  des  B- 
Verses  bei  Gr.  erklärt  sich  dann  aus  dem  Homoioteleuton.  Er 
hat  y.aX  ev  -oir^cfst  Xijxou  (106  157  A  155  254  Aeth.  ji-ou)  oir^xpißw- 
öa'ixr^v  (23  Vjxptßotaa'ijLr^v).  Lat.  et  in  faciendo  eam  conflrmatus  sum. 
Fritzsche  ändert  nach  19,  20  Xijxou  in  vojxou,  was  Gr.  geschrieben 
haben  könnte,  was  aber  keinenfalls  entsprechende  Uebersetzung 
des  Ursprünglichen  ist.  Vielleicht  riet  er  am  Schluss  auf  n:0N3 
(vgl.  axpißr^?  =  niöKJ  34,  24),  und  xai  ev  Tioir^ast  kann  =  hv^\ 
sein,  das  aus  (n)S  "JCi  verlesen  wurde.  —  fnjJo[ö]  iTiaK  nS]  Syr. 
ich  werde  ihn  (=  SJcSr  v.  15.  16?)  nicht  vergessen. 

19  C  d  (e  f).  Gr.  für  a:  xac  xeipa?  [xoü  i^eTietaaa  Ttpo?  utj^o?. 
Er  las  schlecht  rhv^.  Von  den  Toren  (Syr.  Sing.)  der  Weisheit 
wird  geredet,  weil  sie  einen  Palast  hat  (Prv.  9).  Zu  Grunde 
liegt  aber  auch  die  Vorstellung  vom  Betreten  eines  Heiligtums, 
in  dem  ein  Gottesbild  steht.  Zum  Schauen  der  Weisheit  vgl. 
1,  9.  15,  7.  —  r\m  7hS\  =  Syr.  rh  nnnriKi;   vgl.  zu  50,  11.  — 


Sir.  51,  19-20.  507 

[n]2  tD"'3Ni]  die  Ergänzung  nach  Syr.  n2  nSsnoxi.  —  Gr.  für  d 
sinnlos:  xal  xa  ayvor^ixciTa  a.ozr^<;  i^dv\^r^a'x.  Zu  lesen  ist  nach  248 
253  23  k  55  254  ^^z^\^6r^csoL•,  der  Fehler  ist  verursacht  durch 
d-;wq\iaroi,  das  man  in  der  gewöhnlichen  Bedeutung  von  Sünde 
(vgl,  23;  2)  verstand;  während  es  im  Sinne  von  Unbekanntes 
gemeint  war  (vgl.  uirovoT^fi-ata  25,  7).  Gr.  setzte  das  Wort,  das 
sonst  in  diesem  Sinne  freilich  nicht  belegt  und  vielleicht  von 
ihm  selbst  improvisiert  ist,  in  freier  Wiedergabe,  indem  er  an  inn 
dachte.  Uebrigens  könnte  man  nach  Gr.  und  Syr.  pK  statt  ü'^ia 
vermuten.  Demi  I2''2n  lindet  sich  mit  2  nur  einmal  und  zwar  in 
schlimmem  Sinne  (Ps.  92,  12).  Aber  is^nx  wird  durch  den  Fehler 
V.  21  gestützt  und  LXX  setzt  xaiavociv  auch  für  J3''3n  und  n«"i. 
Auch  wäre  ps*  zu  schwach.  Gr.  hat  den  Ausdruck  also  wohl  ab- 
gemildert, und  Syr.  (doch  vgl.  z.  B.  Ps.  94,9  Posch.)  ist  ihm  gefolgt. 

20  a  c.  Gegen  B  stellen  alle  Hss.  und  Uebersetzungen  mit 
Hebr.  b  hinter  c.  Hebr.  und  Syr.  lesen  a  hinter  19  b.  —  Tinj] 
ist  nach  Gr.  xczxsu&uva  Fehler  für  "TiiJlD,  das  an  die  Spitze  gehört. 
Man  sagt  plD  vom  Schützen  (z.  B.  Ps.  11,  2),  es  wird  aber 
auch  im  geistigen  Sinne  gebraucht  (absolut  Job.  8,  8).  —  .Tinx] 
Gr.  verflachend:  ek  autr^v.  —  mntszi]  Gr.  h  xaOapiafKÖ,  ebenso 
Syr.;  es  ist  aber  wohl  ina  (43,  1)  mit  Suffix  anzunehmen. 

20  bd.  2h)\  Gr.  nur:  xctpoiav.  —  rh]  Syr.  ''b,  Gr.  txs-'  auxr^?, 
nur  B  (S  155)  ijl.  (zutäv.  n^y  herzustellen  empfiehlt  sich  aber  nicht, 
denn  aus  naj;  konnte  rh  bezw.  "'S  nicht  leicht  entstehen,  und  [xex 
auxr^q  ist  wohl  Umschreibung  des  Suffixes  (vgl.  13,  26.  22,  23. 
50,  22)  in  nnhnm,  wofür  Gr.  übrigens  diz  d[jyr^:,  Syr.  an'^i  p 
bietet.  Aber  nn'rnnö  kann  nicht  bedeuten:  von  dem  Augenblick 
an,  als  ich  zuerst  bei  ihr  weilte.  Das  Suffix  zu  streichen,  hat 
man  kein  Recht,  zumal  auch  blosses  nSnne  nicht  genügen  würde. 
Sirach  setzt  dafür  übrigens  ^üin  oder  n^ti^sia.  Auch  kann  er 
kaum  sagen  wollen,  dass  er  sofort,  als  er  die  Weisheit  erblickte, 
weise  war.  Vielmehr  wurde  er  weise  durch  den  steten  Umgang 
mit  ihr,  und  deshalb  will  er  sie  nie  verlassen.  Es  ist  daher 
nach  37,  17  nnSsnna  oder  dgl.  zu  vermuten,  rh  wird  für  "^b 
{=  Syr.)  aus  v.  21  eingedrungen  sein.  —  Am  Schluss  hat  Gr. 
ou  [x-zj  sYxaxaXci'fi)«),  aber  Syr.  richtig:  \'n^p3iJ^K  ab  (vgl.  zum  Suffix 
zu  v.  19  b).  Danach  ist  run:x?s  nS  (7,  30.  49,  4)  oder  roi^ö«  ab 
(9,  10)  anzunehmen. 


508  Sir.  51. 

21.  ,13  'c'2rh  rhD:n^  io.t  ''Vö]  damit  stimmt  Syr.,  nur  dass 
er  icn"  (vgl.  Hos.  7,  7)  ausdrückt.  In  der  Tat  hat  iw:  diese 
Lesart  zur  Voraussetzung.  Indessen  stimmt  lo,T  zu  Gr.:  xal  (Lat. 
om.)  -?)  xoiX''a  ijiou  £-7.p7'/i)-//  (toO)  EzC/jtr^acc.  7.'jt-/;a  Oefter  findet  sich 
non  bei  WVfi  (vgl.  z.  B.  Jer.  31,  20),  dagegen  wäre  luriD  eine 
sonderbare  Uebertreibung.  Als  überflüssig  erscheint  rh,  sodann 
kommt  na  ö'^nnS  hier  zu  spät,  es  besagt  auch  zu  wenig  im  Ver- 
hältnis zu  b.  Gr.  drückt  es  nicht  aus,  er  scheint  aber  für  "njriD 
rh  gelesen  zu  haben  rh  ynh;  vgl.  44,5  und  zu  h  Job.  28,3. 
In  Folge  eines  fehlerhaften  wn''  ist  ynh  in  m^n:  entstellt,  und 
ro  ^^2rh  als  Ergänzung  zu  rh  (nach  v.  19  d)  zugesetzt.  —  Für 
xoiXia  haben  Co.  Sah.  schlecht  xapota,  253  gar  ']^uyj;;  vgl.  zu 
19,  12.     Gr.  übergeht  das  Suffix  in  ,Tn^jp.  —  Vgl.  Prv.  4,  7. 

22.  Gr.  für  a:  eoojxsv  xupio;  -()M(S(S'i:j  [lot  [xiaf^ov  »xou  (S  106 
k  55  vertauschen  txoi  und  |i.ou).  Er  setzt  für  mncli'  wie  auch 
sonst  (vgl.  zu  6,  5)  YXwiaaa,  und  nachdem  er  es  in  a  verbraucht 
hat,  in  b  für  "'Ti'^h'2  h  aür(j.  Syr.  vertauscht  im  halbem  Anschluss 
an  Gr.  die  beiden  Worte,  übrigens  wandelt  er  das  einwandfreie 
Tnncti^  irti'  in  anderer  Weise  ab :  es  gab  der  Herr  meiner  Zunge 
Lohn.  Gemeint  ist  mit  "i:?i'  zunächst  wohl  der  Erfolg  des  Lehrers; 
vgl.  sonst  37, 19  ff.  —  imn«]  vgl.  Ps.  28,  7. 

23.  "lic]  Syr.  IHD;  er  las  wohl  noch  mo  (vgl.  zu  24,19 
und  Prv.  9,  4.  16).  Gr.  frei:  lyYi'cfaTe.  —  d'^'j^D]  Gr.  dTraioeuxoi.  — 
''ii>"no  rT'in]  der  Ausdruck  ist  geschichtlich  wichtig  als  Bezeichnung 
des  Hauses  des  Weisheitslehrers;  vgl.  zu  v.  29.  Gr.  Syr.  über- 
gehen wohl  mit  Unrecht  das  Suffix  und  setzen  für  u^iio  raiSsta 
und  NJoSr,  wobei  Syr.  gewiss  nur  dem  Gr.  folgt. 

24.  "no  1J?]  vgl.  Prv.  1,22.  B  xal  oti;  (248  23  157)  oioxi, 
das  sich  1  Sam.  6, 3.  Jes.  50, 2  in  der  Hexapla  in  direkter 
Frage  findet;  Sah.  ota  xi\  die  übrigen  mit  Aeth.  xi'  oxi;  Lat.  quid 
adhuc  =  xi'  sxi,  was  vielleicht  das  Ursprüngliche  ist.  —  picnn 
iS^NI  h^»  p]  zu  p  vgl.  Koh.  4,8.  Das  neuhebräische  Pronomen 
wird  man  vielleicht  ebensowenig  wie  seine  Wiederholung  an- 
fechten dürfen.  Vgl.  indessen  "hhr^ — 'hhr  in  dem  talmudischen 
Zitat  von  14,  18  für  insi— ni::'.  Sodann  hat  Syr.  nur:  |a  pionn 
\hn,  Gr.  uoxepeTxs  h  xouxoic.  Vor  ev  haben  alle  Hss.  Xeyexs  (253 
i^Ysxs),  23  setzt  davor  noch  xoti',  253  S''*  r],  248  15  xr.  Lat.  hat: 
et  quid  dicitis.     Vermutlich  liegt  eine  Dittographie  von  xspsixs 


Sir.  51,  21—28.  5Ö9 

vor.  —  Gr.  drückt  .Tnn  nicht  aus,  vielleicht  setzt  sich  aber  die 
Frage  in  b  fort. 

25.  Gr.  Syr.  drücken  'rinns  vor  "'o  aus,  worauf  nichts  zu 
geben  ist.  Uebrigens  übergeht  Gr.  nn  und  noDn,  deren  Reihen- 
folge der  Redeweise  in  v.  13 — 15  entspricht.  Toi.  Am.  Corb. 
Theoder.  Brev.  870  haben  am  Scliluss  des  Verses  sapientiam, 
was  freilich  auf  späterer  Ergänzung  beruhen  kann.  —  Syr.  (l3D) 
las  statt  ijp  vielleicht  ein  schlechtes  "inp.  —  Der  Unterricht  war 
hiernach  unentgeltlich;  vgl.  aber  Prv.  17,  16  und  Schürer,  Ge- 
schichte^ II  318  f.,  übrigens  Jes.  55,  1.  2. 

26ab.  Auch  Syr.  und  Lat.  haben  am  Anfang  „und".  — 
W2n  nSya]  vgl.  Syr.  zu  6,24;  Gr.  frei:  umbexs,  o-ko  Cuyov  (Sah. 
add.  mein,  Am.  Theod.  add.  eins).  —  D31^c:  Kti^n  nxiroij  Gr., 
dem  Syr.  wörtlich  folgt,  biegt  das  um  in:  vm  £-to3;7'a&a)  tj  '\ioyji 
ufitov  Ttatostav.  Vgl.  dag.  6, 24  Syr.  Xiya  für  xXoio?  und  Matth.  11, 29  f. 

26c.  Im  Gr.  ist  nur  erhalten:  ^776?  (S  Lat.  Sah.  add.  -yocp) 
laxiv  zupzXv  au-r^v.  Hinter  sat-'v  ist  eine  Lücke,  die  durch  Aenderung 
von  £upr^c£t  in  supsiv  überbrückt  wurde.  —  iti'EJ  ]r\):)]  vgl.  zu 
7,  20.  —  Vgl.  Dt.  30,  14. 

27.  r\2  'nim  'n'M  |i2p  '2]  Syr.  na  rhti";  in  iiyn  '?ao;  Gr.  oxi 
oXqov  IxoiTiaaa.  jap  steht  hier  in  zeitlichem  Sinne  wie  Jes.  54,7. 
Unverstand  trug  das  von  Gr.  Syr.  nicht  ausgedrückte  l  ''n''\n  ein. 
Ferner  ist  ^may  nach  Gr.  Syr.  (vgl.  zu  11,11.  34,3)  Fehler  für 
"rhßV  (vgl.  denselben  Fehler  6,  19).  Schliesslich  gehört  nn  zum 
zweiten  Stichus,  der  ursprünglich  wohl  lautete  nmJö  Tis::«  naim; 
vgl.  V,  16  und  Gr.  xai  supov  sjxautm  TroXXyjy  avaTrauciv.  Vgl.  zu 
rhrmaoai;  6,28  (nmjö)  und  11,19  (nm).  Mit  'm^t2  ist  nmjo  in 
n''nsi:a  zusammengeflossen,  vor  das  bei  falscher  Beziehung  von 
ri3  ein  i  trat.  Gegen  die  Interpunktion  des  Hebr.  zieht  Syr. 
(■'^D)  das  ^21  von  v.  28  zu  v.  27.  Auch  v.  16  setzt  Gr.  e^cnoxi^ 
hinzu,  aber  Brev.  1015  fehlt  milii. 

28.  Es  entsprechen  einander  nw^  lyoty  und  \izxdays.xz  rai- 
osta?  (B  23  S*  iraioeiav).  Gr.  überging  das  Suffix,  das  Verbum 
übersetzte  er  rhetorisch.  Vgl.  zu  dem  sonst  neuhebr.  TiöS  Jes. 
50, 4  f.,  wo  LXX  n^iliaS  als  Trctioeia  versteht.  Sodann  hat  Gr.  für 
■•a  wpn  xxT^aaaöö  iv  auf^,  wonach  12  herzustellen  ist.  Uebrigens 
steht  dem  ü'2-\  und  dem  ann  f]D3T  ^nr\y:2  (nvin  =  Syr.  ny:  id 
vgl.  V.  14)  gegenüber  h  TzoXkü^  dpi&jxm  dp-cupioü  xal  iroXuv  )(pua6v. 


510  Sir.  51. 

Wahrscheinlich  stand  schon  in  der  Vorlage,  des  Gr.  das  sinnlose 
D"'3i,  wenn  auch  vielleicht  nicht  an  derselben  Stelle.  Jedenfalls 
dürfte  er  aber  ausserdem  noch  ein  2'\,  und  übrigens  icdöS  ge- 
lesen haben,  und  als  Urtext  ist  zu  vermuten:  '')  rjD3  mi  1CDÖ3. 
Gr.  verstand  iDDoa  (=  wenig  an  Zahl)  nicht  und  verband  die 
Worte  falsch,  cm  ist  wohl  eine  gleichem  Unverstand  ent- 
sprungene Glosse.  Tiryji  (s.  z.  25,3)  hängt  vermutlich  mit  der 
von  Syr.  v.  29  ausgedrückten  Lesart  "'m'^ti'a  zusammen,  und  geht 
zunächst  vielleicht  auf  ein  21)  lyifi  zurück.  Aber  icDön  erscheint 
als  ursprünglich.  —  Dass  der  Verf.  hier  zum  Schluss  noch  viel 
Silber  und  Gold  verspricht,  ist  charakteristisch. 

29.  Für  ''ti'CJ  haben  Gr.  Syr.  -/)  <\>oy-q  utxwv,  aber  Aeth.  hat: 
meine  Seele.  Es  erscheint  angemessener,  dass  der  Lehrer  sich 
an  seiner  Hörerschaft  erfreut,  die  seine  Lehre  übrigens  mit  der 
Tat  befolgt,  als  dass  diese  sich  an  seinem  Unterricht  erfreut; 
vgl.  3,  29,  Syr.  hat  also  wie  sonst  oft  nach  einer  schlechten 
griechischen  Lesart  übersetzt.  —  ''n3"'ii^''n]  d.  h.  an  meiner  Hörer- 
schaft, meinem  Auditorium.  Der  sonst  neuhebr.  Ausdruck  darf 
so  wenig  befremden  wie  der  von  v.  23.  Allerdings  konnte  man 
sich  schon  früh  in  den  sehr  natürlichen  und  einfaclien  Sinn,  eben 
wegen  seiner  Einfachheit,  nicht  finden.  Syr.  TiinTis  (au  meiner 
Bekehrung)  =:  Timti^n  oder  Tirii^a,  was  aber  wohl  „an  meinem 
Greisenalter''  heissen  sollte  (vgl.  "'nnyjn  v.  28).  Gr.  bezog  das 
Wort  schlecht  auf  Gott:  £v  xto  iXset  au-ou  =  inj;itt>^a  (s.  z.  32,25). 
—  Für  aia/uvi^EiV^Ts  haben  (23)  155  Lat.  dem  Sinne  angemessen 
aia/uv^r^xs.  —  Ti^u^^]  d.  h.  wenn  ihr  mein  Lob  singt.  Syr.  "nmstt'ns, 
Gr.  £v  aMazi  au-ou  =  inTtä^n  (vgl.  zu  9,  17). 

30.  wv  ü2^Ufyf2]  Gr.  Syr.  stellen  das  Verbum  vorauf.  — 
Am  Schluss  von  Ps.  25.  34  findet  sich  hinter  dem  n-Vers  noch 
ein  Vers  mit  c,  wonach  Bickell*  hier  ddSj?o  iSyo  vermutete.  Aber 
danach  'ti^j?  C2^)if)!ü  zu  ändern  ist  unrätlich.  Ein  gewisses  Ueber- 
mass  haben  fast  alle  alfabetischen  Psalmen  am  Schluss  (Ps.  10.  37. 
119.  145).  —  npi^2]  Gr.  Trpo  xatpo5,  Syr.  miV2  xSn,  wonach  «"72 
DJ?  {==  vor  der  Zeit  der  Vergeltung)  anzunehmen  ist;  vgl.  Gr. 
Syr.  zu  30,  24.  —  ]m  Nimj  der  Ausdruck  weist  unbestimmt  auf 
Gott  hin.  Syr.  verschlechternd:  3.Tnil,  Gr.  xal  öojctsi.  —  üDh] 
drücken  Gr.  Syr.  nicht  aus,  es  ist  grammatisch  und  wohl  auch 
rhythmisch  überflüssig.    Vgl.  Gen.  30,  18.    Ex.  2,  9.   Dt.  24, 15. 


Sir.  61,  29—30.  511 

Lat.  hat  freilich  vobis^  er  kann  das  aber  spontan  zugesetzt 
haben.  —  Die  vielleicht  vom  Verf.  herrührende  erste  Doxologie 
findet  sich  gleichlautend  im  Syr.  (nur  xnSK  für  "'''^,  und  pT  iiS 
für  im  "in^).  Sie  fehlt  freilich  im  Griechen,  aber  die  erste 
Hälfte  (=  Ps.  89,  53)  steht  in  griechischen  Handschriften  hinter 
50,  29.  —  Die  doppelte  Unterschrift  der  hebräischen  Handschrift 
stand  ebenso  in  der  Vorlage  des  Syr.,  was  für  die  Geschichte 
des  hebräischen  Textes  wichtig  ist.  Vgl.  die  Einleitung  §  5, 
und  betr.  der  Nennung  Simons  und  Eleazars  und  der  Umstel- 
lung der  Namen  im  Syr.  zu  50,  27.  —  Die  zweite  Doxologie 
ist  =  Ps.  113.2. 


Beriehtigungen')  und  Zusätze. 


S.  15  zu  V.  22.  ouvVjasTai  Sixaiwör^vat  ist  =  flöS!;  vgl.  zu 
17,  30.—  S.  18  Z.  9.  Lies  (248).—  S.  19  Z.  12  v.  u.  Lies  155 
296  Fragm.  —  S.  24  Z.  6.  Lies  1048.  —  S.  24  Z.  16.  Zu 
der  Emendation  n"*:»  vgl.  das  zu  12,  3  Bemerkte.  —  S.  25  zu 
3,  12.  L.  Ginzberg  (bei  C.  Bezold,  Orientalisclie  Studien  Theodor 
Nöldeke  gewidmet,  1906,  S.  610)  verweist  auf  den  mir  unzu- 
gänglichen Midrasch  Mischle  XVI  34  (ed.  Buber  S.  83),  wo  es 
von  Joseph  heisst  (al.  rns)  rnK'TODn  pmnil.  Damit  ist  die  Ur- 
sprünglichkeit von  m3:2  p'nnn  freilich  nicht  erwiesen.  Ich  hätte 
aber  wenigstens  p*nnn  im  Text  stehen  lassen  soUen,  das  ebenso 
wie  event.  p"nn  „unterstütze"  zu  erklären  ist  (vgl.  2  Sam.  3,  6).  — 
S.  26  Z.  2  V.  u.  Für  aou  2^  hat  DS  tibi  =  Syroh.  Hebr.  Syr., 
und  sodann  serenum  in  glacie  =  Gr.  Hebr.  Syr.  —  S.  30  Z.  1 
V.  u.  L.  Ginzberg  (a.  a.  0.  S.  611)  wiU  na^  =  nasn  lesen.  Aber 
das  neuhebr.  i"'öKn  „vermuten"  würde  hier  zu  wenig  besagen.  — 
S.  33  Z.  16  V.  u.  iT.ibu\i(a  ao'foü  ist  rhetorische  Floskel  des 
Griechen,  bei  dem  ETrtöufxta  auch  18,  31.  20,  4  (vgl.  auch  6,  37) 
sehr  verdächtig  ist.  —  S.  39  Z.  7.  Lies  avTiXaii-C^avs-ai.  —  S.  42 
Z.  19.     Der  Plural  oiavor^fiaia  findet  sich  24,  29  in  den  meisten 


')  Die  von  Holmes-Parsons  angeführten  Varianten  der  griechischen 
Handschriften  musste  ich  dem  oft  abweichenden  Svvete'schen  Text  anpassen. 
Ich  habe  sie  aber  auch  entsprechend  der  Verwandtschaft  der  Handschriften 
gruppiert.  Ausserdem  habe  ich  der  Abkürzung  halber,  statt  die  abweichenden 
Handschriften  sämtlich  aufzuzählen,  oft  nur  die  Variante  angeführt  und  die 
für  die  übrigen  Zeugen  e  silentio  zu  erschliessende  Uebereinstimmung  mit  B 
in  Klammern  (  )  notiert.  Bei  dieser  Umrechnung  sind  mir  leider  Versehen 
untergelaufen,  die  selten  die  Lesart,  öfter  aber  die  einzelnen  Zeugen  betreffen. 
Sie  sind  deshalb  fast  überall  nur  für  die  Charakterisierung  der  Handschriften 
von  Interesse.    Gleichwohl  führe  ich  sie  hier  vollständig  auf. 


Berichtigungen  und- Zusätze.  5l3 

Handschriften,  ebenso  22,  16  bei  Maximus  732.  —  S.  44  Z.  12 
V.  u.  In  der  Handschrift  steht  Skh  cy.  —  S.  48  Z.  13  v.  u. 
Lies  S««  (^"'■).  —  S.  50.  51  zu  5,11.  L.  Ginzberg  (a.  a.  0.  S.  614) 
vergleicht  V)^^h  IM»,  das  Aboth  5,  12  vom  Schüler  gesagt  wird. 
Aber  hier  muss  wie  in  b  so  auch  in  a  vom  Lehrer  die  Rede 
sein.  —  S.  53  Z.  21.  Vielleicht  hängt  Siap-a-f^  irgendwie  damit 
zusammen,  dass  «>?  xotupo^  in  der  Vorlage  des  Lateiners  fehlte. 
Aber  "iiti^D  wird  gleichwohl  ursprünglich  sein.  —  S.  54  Z.  3. 
Lies  307  statt  308.  —  S.  54  Z.  5  v.  u.  Lies  iyßpm.  —  S.  58 
Z.  4.  DS  lässt  sapientia  aus.  - —  S.  58  Z.  6  v.  u.  Lies  23.  24 
statt  22.  23.  —  S.  59  Z.  9.  Lies  xXoi^.v.  —  S.  59  zu  v.  27. 
Nach  L.  Ginzberg  (a.  a.  0.  S.  616)  findet  sich  der  Vers  aramäisch 
in  dem  mir  unzugänglichen  Midrasch  Abba  Gorion  (in  Buber's 
Sifre  de  Agadta  S.  19).  —  S.  65  Z.  8.  Lies  S*  statt  S.  — 
S.  70  Z.  14.  Die  griechische  Lesart  wird  auch  dadurch  ver- 
dächtig, dass  et  curva  illos  in  DS  fehlt.  —  S.  72  Z.  4.  Gr. 
hat  cpoßou  der  Bequemlichkeit  wegen  gesetzt,  und  Syr.  ist  ihm 
gefolgt.  —  S.  76  Z.  3  v.  u.  Lies  iy^^oxa-m.  —  S.  78  Z.  8  v.  u. 
Lies  23  statt  253.  —  S.  80  Z.  5  v.  u.  L.  Ginzberg  (a.  a.  0. 
S.'^618)  belegt  rrx?n  hp  aus  B.  Megilla  15a.  —  S.  91  Z.  5. 
S°*  hat  ■Klriiiy.i'ktia  dStxi'a,  was  völlig  dem  Hebr.  entspricht.  — 
S.  92  Z.  3.  Auch  S«^  liat  auxou.  —  S.  96  Z.  2.  Lies  (248 
23  70).  —  S.  97  zu  10, 19.  Das  Fragewort  no  ist  nachgestellt 
wie  39,21.  —  S.  98  Z.  2  v.  u.  Lies  ^au^aabr,azxai.  —  S.  98 
Z.  15.  DS  non  despicere  justum  hominem  pauperem.  —  S.  103 
Z.  17  V.  u.  Auch  (S)  hat  haipoiv.  —  S.  104  Z.  12.  Lies  pr^jxa 
statt  Xo^ov.  —  S.  110  Z.  8.  Auch  253  hat:  7.'j-apx-/j  [xoi  law  a 
EX«J.  —  S.  110  zu  11,25  —  27.  Im  Syrer  fehlen  v.  25a  26. 
27a.  —  S.  116  Z.  14.  Lies  oi?,  —  S.  118  Z.  4.  Lies  'mxmmu  — 
S.  120  Z.  4.  TipoTspov  iy.eX  aou  lesen  S*  B  A  155.  —  S.  121 
Z.  18.  19.  24.  Lies  Ja/upoTspoi.  —  S.  124  Z.  9.  Lies  23  106 
add.  —  S.  128  Z.  6.  Lies  ]  statt  l.  —  S.  135  Z.  13  v.  u.  DS  hat 
para  justitiam.  —  S.  135  Z.  12  v.  u.  Lies  xpocp/j  statt  xpucpvj.  — 
S.  135  Z.  10  V.  u.  Lies  .xv/jcjör^vai.  —  S.  137  Z.  7  v.  u.  DS 
hat  aber  auch  das:  et  in  sensu  etc.  —  S.  144  Z.  7.  Lies  S^ 
statt  S.  —  S.  144  Z.  8.  Lies  B  (55  308).  —  S.  145  Z.  15  v.  u. 
Mit  csn  hängt  vielleicht  durch  ui  die  Lesart  tiupiot  zusammen.  — 
S.  148  Z.  12.     Streiche  70.  —  S.  148  Z.  4  v.  u.     Lies  B  (23 

Smend,  Sirach-Kommentar.  o^ 


5j^4  Berichtigungen  und  Zusätze. 

308).  —  S.  154  Z.  15.  Lies  Grabe  statt  A.  —  S.  158  Z.  1. 
Lies  S  statt  A.  —  S.  159  Z.  18.  Lies  d-h  täv  ocpOct/.awy  aoto5.  — 
S.  162  zu  V.  30.  ouvatat  kommt  auf  Rechnung  des  Uebersetzers: 
vgl.  das  zu  S.  15  Bemerkte.  —  S.  164  Z.  4  v.  u.  Lies  106 
statt  70.  —  S.  171  Z.  9  v.  u.  Lies  oTriao).  —  S.  172  Z.  1—3.  Vgl. 
das  oben  zu  S.  33  Bemerkte.  —  S.  173  Z.  9.  Lies  253  om.  — 
S.  175  Z.  17  V.  u.  Lies  A  |jias-/;a£i,  248  [xtssT,  155  [xr^osi,  — 
S.  177  Z.  17  V.  u.  Lies  ^svojxevo?  «[xr/^r;?  (=  atj-r^vi?).  —  S.  181 
Z.  8.  Betr.  £7:iOu{xia  A^gl.  das  oben  zu  S.  33  Bemerkte.  — 
S.  182  Z.  9.  V.  u.  LXX  setzt  supsjxa  für  hhuf.  —  S.  186  Z.  18. 
DS  hat  für  v.  22b  nur:  et  prae  personae  acceptione  perdet  se.  — 
S.  188  Z.  16  V.  u.  Lies  248  statt  244.  —  S.  189  Z.  16  v.  u. 
DS  quasi  deutes  leonis  =  Syr.  —  S.  190  Z.  18.  DS  hat  für  v.  5: 
deprecatio  pauperis  ex  ore  festinat  usque  ad  nubes,  et  Judicium 
festinato  veniet  illi,  et  precationem  molesti  exaudit.  Vgl.  dazu 
den  Syrer,  aber  auch  32,  20  f.  —  S.  191  Z.  8.  Lies  und  Syroh. 
253.  —  S.  191  Z.  8  V.  u.  DS  hat:  via  peccantium  plana  ab 
üffensu  et  finis  illorum  etc.  Fulgentius,  de  rem.  pecc.  (Paris 
1684)  p.  381:  via  peccantium  plena  offensis.  —  S.  192  Z.  19 
y.  u.  Lies  hn.  —  S.  197  Z.  1  v.  u.  A  hat  ßaösou,  und  ausser 
Co.  106  hat  nicht  nur  C  (Tischendorf)  ßabsoc,  sondern  auch  B  S 
(Nestle,  Swete)  lesen  so.  Dagegen  hätten  nach  Holmes  -  Parsons 
ausser  A  alle  Handschriften  ßaöituc,  das  auch  Lat.  und  Syr. 
(»np'^ay  ^?nJti'  p)  ausdrücken.  In  der  Tat  ist  ßadso?  (vgl.  dagegen 
51,  5  ßai^ou;)  =-  ßaösfüc.  Ein  npfiv  n:'^  ist  freilich  sonst  nicht 
belegt,  syrisch  findet  sich  aber  sniti'n  poynx  bei  Barhebraeus 
(vgl.  Payne  Smith  s.  v.).  —  S.  198  Z.  12.  Lies  B*  statt  B''^  — 
S.  201  Z.  5  V.  u.  Lies  SoXia.  —  S.  203  zu  23,  1.  Für  xupis  hat 
Syr.  arhü,  DS  deus.  —  S.  204  Z.  2  v.  u.  Lies  B  (23  308).  — 
S.  208.  209.  23, 12.  14.  Ich  hatte  v.  14  anfangs  auf  Päderastie 
gedeutet,  deren  Opfer  die  jüdischen  Jünglinge  am  griechischen 
Hofe  Avurdeu,  und  komme  darauf  zurück  (vgl.  auch  v.  14  a  mit 
41, 17a).  Daher  nehme  ich  an,  dass  Xs^is  oDlr^  v.  12  nur  eine 
sekundäre  griechische  Lesart  war,  der  der  Lateiner  und  der 
Syrer  folgten,  und  setze  >i$i?  =  "i^n  =  Sache.  Vielleicht  müssen 
mm  V.  13.  15  hinter  v.  11  gestellt  werden.  —  S.  212  Z.  2  v.  u. 
Natürlich  steckt  hinter  pullus  equinus  ein  ttäXo?  (statt  TroXstoc).  — 
S.  213  Z.  17  V.  u.    Lies  B  (55  296  308).  —  S.  217    zu  24,5. 


Berichtigungen  und  Zusätze.  515 

Cyprian  (ed.  Hartel)  I  62,  18  lässt  sola  =  »iovr^  aus.  —  S.  218 
Z.  2.  Lies  248  sXXsi'rw.  —  S.  218  Z.  18.  Lies  (A  ebucstav)  |xou. — 
S.  220  Z.  1  V.  u.     Natürlich  zweifle  ich  nicht  daran,    dass  u-sp 
jjLsXiTo?   xYjpiov    zu    lesen    ist.  —  S.  222  Z.  2  v.    u.  Lies  (S  157 
155).  —  S.  225  Z.  19  v.  u.  Lies  jxfopov  (wie    umgekehrt    [xoi/o- 
in  23  usw.  —  S.  225  Z.  27  v.  u.     Auch  S^^  hat  dem  Lat.  und 
Syr.  entsprechend  schlecht:  '/.r/X  3X7.c;30'ju.svov.  —  S.  230  Z.  4  v.  u. 
248  hat  Ol'   «utt^v    an  Stelle    von    rr/pa.  —  S.  231  Z.  16.     Für 
respicias  Ambrosius  I  710a  inteudas,    DS    adtendas.  —  S.  231 
Z.  3.  4  V.  u.  Streiche:  Die  reiche  Frau  —  zugleich.  —  S.  232 
Z.  11—13.     DS  hat  offenbar  ursprünglicher  für  v.  22b:    mulier 
si  primatum  habeat  et  administret  viro  suo,  und  für  v.  23  b  am 
Ende:    mulier   nequam    et    contraria  vii'o    suo.  —  S.  248  Z.  2. 
Lies  B  (254  155  308).  —  S.  251  Z.  20.     Für  die  von  mir  vor- 
genommene Umstellung    der   Stichen    kommt   noch    in  Betracht, 
dass  das  '(dp  y.  8  in  Cod.  155  und  Sah.  fehlt.  —  S.   252  Z.  1 
V.  u.  DS  hat:    si  sufflaveris  quasi  scintilla  exardebit.     Dadurch 
werden  in  sciutillam  luid  3-tvi)9;pa  noch  verdächtiger.  —  S.  254 
Z.  11  £v  a-o[i.or-i  kann  =  ■'sS  sein,    da  der  Enkel  h  für  jedes  h 
setzt.     DS   hat:    in    casus    (=  Tr-(uii,axi)    gladii.  —  S.  258  Z.  3 
Lies    S-    statt    S*.  —  S.  258  Z.  1   v.    u.     Zu  a    passt    iw^-to 
besser  als  xaTot/pußs  or-ko.     Also  stammt    das   letztere  wohl  aus 
Gr.  II    oder    es    ist    griechische  Korrektur,    der    Lat.    und  Syr. 
folgten.  —  S.  260  Z.  15.  Lies   a-kov  für  au-w.  —  S.  263  Z.  2 
V.  u.     Lies  3.  1.  I  2.  2.  —  S.  268    Z.    1.    2.     Vertausche   rspl 
ßp(ü|xaT(uv  und  TTspl  uYiciac.  —  S.  271  Z.  5.    Zu  cn  vgl.  «in  14,  9 
und  KM  37, 16.  —  S.  273  Z.  5  v.  u.     Streiche  308.  —  S.  276 
Z.  6.  DS  lässt  sacriflcantium  aus,    ebenso  Paulüius  (ed.  Hartel, 
epist.  XXV*  p.  226),    der  aber  für  vae  illis  hat:   et  dejecit  (al 
dejiciet)    eos.  —  S.  283  Z.   13    v.    u.  Streiche    155.  —  S.  283 
Z.  17.     L.  Ginzberg  (a.  a.  0.  S.  623)  will  niseV  sprechen,  was 
er   nach  B.  Menachoth  18a  als  „erproben"   erklärt.     Ich    weiss 
nicht,  was  vnna  miföS  an  jener  TalmudsteUe  bedeutet,  aber  c^i:S 
ist  dem  u^i^'h  ntrya  nicht   parallel.     Ich   halte    deshalb    an  nis»^ 
fest.  —  S.  288  Z.  14  v.  u.    L.  Ginzberg  (a.  a.  0.  S.  624)  ver- 
gleicht niyr  apS  ed.  Freimann  I  38  (mir    unzugänglich)   )2    p^mo 
li^hf^n  D''öj;c,    was  dort  bedeute:    er  ersuchte]  ihn   dringend  zwei- 
oder  dreimal.  —  S.  290  Z.  13  v.  u.    Als  blosse  Glosse  ist  gm 


516  Berichtigungen  und  Zusätze. 

"I3T  yh  hv  rh)V    an  sich   kaum    zu  begreifen,    es  wird  obendrein 
aber  auch  durch  XoYq)  bestätigt.     Ich  setze   es  daher  =  v.  12  a, 
wo  Gr.  frei  übersetzt  hat,  übrigens  ixsT  vielleicht  in  xat  (=  Aeth.) 
zu  ändern  ist.     Gleichwohl   möchte  ich  ciy"i  für  csi   lesen.     Da- 
gegen ist  V.  11  xal  exet  (=  Lat.  Aeth.)  pai)tj|xsi  =  pyi  rh\if).  — 
S.  293  Z.  1    V.  u.  Lies  157  statt   155.  —  S.  314  Z.  11    v.    u. 
Entsprechend  dem  Syr,  hat  D  S  orationem  für  loquelam  gemitus. 
—  S.  314  Z.  11  V.  u.  /jipa;  fehlt  im  Speculum  August.,  in  DS 
und  Cod.  Sang.  —  S.  315  Z.  2.  Lies  Co.  statt  248.  —  S.  315 
Z.  4.  Spec,    DS  und  Cod.  Sang,    haben    delectans   für  non  de- 
lectabitur.  —  S.  316  Z.  6.  Lies  C  statt  A.  —  S.  318  Z.  8.  DS 
hat  necessitatis  (für  siccitatis),  was  dem  Syrer  und  der  hebräischen 
Dublette  entspricht.  —  S.  318  zu  33, 1  ff.     S.  321.  322    zu  36, 
17 — 19.     L.  Ginzberg,    der   übrigens    auch    auf  Perles  (Orient. 
Lit.  Ztg.  V  493 — 494)  verweist,  macht  darauf  aufmerksam,  dass 
in   dem   Neujahrsgebet   ■]inD    |n    pm    (vgl.    z.    B.    Heidenheim, 
Machsor  Rosch  ha-Schana  I  p.  XV)  starke  Anklänge  an  33,  1  ff. 
vorkommen.     Ebenso  vergleicht  er  für  36,  17—19  in  der  |mi  raiz 
die  Worte  -[TOD  pti^o  jvi:   hyi  -]TV  ü^h)i^)'r   hvi  yiV  ^«^if^'   W  ''  cm 
rhv  'p'ü^  N^pJii'  trnpm  hmn  r\'2n  hv).  —  S.  319  Z.  2.  Lies  B  (C) 
Syroh.  —  S.  319  Z.  18.  Lies  oVsp  für  üaizep.  —  S.  321  Z.  14. 
Lies  70    xaTaxXr(povo|x-/jarjv.  —  S.  327   Z.  2.    Lies    ek    i/bpav.  — 
S.  329  Z.  14  V.  u.     Auch  neuhebräisch  heisst  nn   zugleich    der 
Schwiegervater   des  Mannes.     L.  Ginzberg    (a.    a.    0.    S.    624) 
verweist    auf  Mechilta,    Amalek   (Jithro  I)  =  p.  66  a   oben  ed. 
J.    H.   Weiss.    —    S.  331  Z.  6.  7.     Auch  S*  (155  308)   haben 
icpesTtou.    —    S.  333  Z.  17.  Lies    taxpÄv.    —    S.  333  Z.  8  v.  u. 
Lies  23  statt  13.  —  S.  336  Z.  17  v.  u.  Lies  )n)^m').  —  S.  337 
Z.  3  V.  u.    Lies  (C  355  308).  —  S.  338  Z.  16  v.  u.    Lies  253 
23  k.  —  S.  338  Z.  14  v.  u.  Lies  S«^*  Tipk  t«?  ypeia?  auTou,    157 
r.pk  tots  xpei'ac.  —  S.  339  Z.  7  v.  u.  Lies  Idb^'^  statt  157 ^'''.  — 
S.  344  Z.  2  V.  u.  Lies:   Nur  in  B*  (55  308)  ist  das  dem  Hebr. 
entsprechende    on   outto;   in  oSto)    w;   enteteilt.  —  S.  345  Z.  1 
Lies  Dagegen  statt  Ebenso.  —  S.  347  Z.  14  v.  u.  Zu  KnjS  vgl. 
jetzt  auch  Fr.  Schulthess,  Zeitschr.  für  Assyriol.  XIX  128  f.  — 
S.  355  Z.  3.  Lies  S*  für  S.— S.  357  Z.  16  v.  u.  Lies  B  (S*  C 
23  253  usw.  —  S.  359  zu  39,  17.    Cod.  106  hat  ör^jxwvta  m  uocop 
(=  d'ö:  li?)  —  S.  360  Z.  13  V.  u.  Lies  add.  xAv  für  ävcoTnov.  — 


Berichtigungen  und  Zusätze.  517 

S.  361  Z.  11  V.  u.  Streiche  t(  3^  —  S.  365  Z.  2.  Lies  S*  C.  — 
S.  365  Z.  15.  xai'  2°  fehlt  auch  in  A.  —  S.  368  Z.  9.  Auch  C 
hat  aÜTou.  —  S.  387  Z.  9.  Joh.  Buxtorf  fil.  citiert  in  seinem 
Florilegium  Hebraicum  p.  301  f.  oh^i^  ih  n^inn  sSi  n)h\i^  )h  |n:  dsi 
f7U  ay:.  Er  bezeichnet  das  als  entnommen  aus  Berachoth  c  I^ 
es  stammt  aber  aus  B.  Berachoth  6b  (Bacher).  —  S.  391  Z.  6 
V.  u.  Die  Randlesart  pi253J3  ist  noch  nicht  deshalb  vorzuziehen, 
weü  poi20  im  Kanon  vorkommt,  vielleicht  aber  deshalb,  weil 
sich  aus  ihr  das  duoxpucpoc  «YpuTwia  des  Gr.  leichter  erklärt  als 
aus  nJölDö.  —  S.  393  Z.  17  v.  u.  Für  -oUwv  hat  70  Xaou,  Lat. 
populi.  Vgl.  dazu  den  Syrer. —  S.  415  zu  44,  2.  Bacher  vergleicht 
B.  Zebachim  102  a  cnaS  n"3pn  rh  phn  h)i:  i)22,  und  B.  Berachoth 
19b  ai*?  1)22  ü^ph\n  ya.  —  S.  429  Z.  13.  Vielleicht  ist  im  Syrer 
^22)  (=  "imis"''!)  für  M^3J1  ZU  lesen.  —  S.  467  zu  48,  23.  Für  avs- 
-ooiasv,  das  46,  4  nach  Cod.  AI.  und  Lat.  vielleicht  in  ivs-oSisÖT) 
zu  ändern  ist,  hat  Syr.  wie  46,  4  Dp  ==  Hebr.  iisj?.  Das  letztere 
las  Syr.  also  wohl  auch  hier,  und  Gr.  könnte  dviirooiasv  im  Ge- 
danken an  ^5fn  2)'^'  2  Reg.  20^  9—11  für  nay  gesetzt  haben 
Allerdings  besteht  auch  die  Möglichkeit,  dass  die  Vorlage  des 
Syr.  nach  46,4  korrigiert  war,  Gr.  dagegen  in  seiner  Vorlage 
2ii^  las.  Dann  wäre  statt  DJ  etwa  ahn  anzunehmen.  —  S.  479 
Z.  12.  Als  die  feierlichere  Namensform  ist  pnr  hier  am  Platz. 
Uebrigens  hat  H.  Willrich  (Juden  und  Griechen  S.  89  f.)  wahr- 
scheinlich gemacht,  dass  die  beiden  Enkel  Eljaschibs,  Joannes 
(vgL  Neh.  12, 22)  und  Jesus,  von  denen  Josephus  Antt.  XI 
297 — 301  erzählt,  in  Wahrheit  Onias  III.  und  sein  Bruder  Jason 
sind.  —  S.  488  Z.  15.  Zu  rhzr\2  vergleiche  auch  S'jcnn  1  Sam. 
2, 1  sowie  Trpoasu)^/^  51, 1. 


Stellen-Verzeichnis. 


Gen.  2.  3. 

S.  156  f. 

Jer.  15,9 

S.  35 

Gen.  6,  1—4 

146  f. 

Ez.  23,  42 

487 

Gen.  24,  12 

490 

Ez.  37, 15  ff. 

456 

Ex.  14,27 

373 

Ez.  39,  1 1 

465 

Ex.  21,  22.  23 

343 

Ez.  43,17.  20 

485 

Lev.  5,  4 

386 

Am.  5,23 

487 

Lev.  9,22 

488 

Am.  5,24 

374 

Lev.  16,24 

484 

Mi.  6,  8 

153 

Lev.  20,  10 

213 

Soph.  3,  6 

95 

Num.  24,6 

486 

Ps.  15,4 

386 

Num.  25, 12 

437 

Ps.  40,  5 

124.  497 

Dt.  2, 15 

467 

Ps.  69,  9 

47 

Dt.  21,4 

373 

Ps.  74, 15 

373 

Dt.  22,  22 

213 

Ps.  77,  12 

395 

Dt.  27,  24 

201 

Ps.  89,52 

145 

Dt.  28,  49 

43 

Ps.  102,  18 

173 

Jdc.  518 

407 

Ps.  136 

502 

1  Sam.  1,  11 

445 

Ps.  140,  11 

119 

1  Sam.  10,5 

446 

Ps.  148,14 

502  f. 

1  Sam.  12,3 

447 

Prv.  5,  14 

81 

2  Sam.  17,  13 

43 

Prv.  14,13 

81 

2  Sam.  19,  25 

493 

Prv.  14,  16 

50 

2  Sam.  19,  44 

74 

Prv.  23,32 

81 

2  Sam.  20, 12 

118 

Prv.  25,11 

492 

1  Reg.  18,27 

129 

Prv.  29,21 

81.  457 

2  Reg.  3, 19 

123 

Job.  11,20 

35 

Jes.  1,  17 

42 

Job.  28,  27 

9 

Jes.  4,  5 

379 

Job.  31,39 

35 

Jes.  29,  1 

40 

Cant.  6,11 

486 

Jes.  32,  19 

407 

Koh.  2,20 

457 

Jes.  43,  27 

89 

Koh.  8, 1 

89 

Jes.  48,  10 

41 

Koh.  12,9 

418 

Jer.  1,  10 

470 

Judith  13,  17 

450 

Jer.  1  13 

401 

2  Macc.  1,  18 

474 

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